Anfang

Ich hole tief Luft und laufe los. Ich will die Brücke schaffen, darf zwischendurch keinen Atem holen. Denn nur dann gehen meine Wünsche in Erfüllung, so sagt die Legende. Vor allem Verliebte laufen über die Seufzerbrücke in Barranco, dem quirligen Künstlerviertel in Perus Hauptstadt Lima. Sie hoffen, dass ihre Zuneigung erhört wird. Meine Wünsche sind schlichter, aber nicht weniger dringend. Nach zwei Wochen Peru möchte ich vor allem eins – wiederkommen.

Ich möchte noch einmal durch den Regenwald streifen, im Amazonas Piranhas angeln, mich durch Limas Restaurants schlemmen und in die Anden fahren. Möchte dort die klare Luft atmen, die Bäche sprudeln hören und noch einmal den atemberaubenden Blick auf die magisch schöne Inka-Stadt Machu Picchu genießen, die wie ein Märchenschloss inmitten einer üppig grünen Bergwelt liegt.

Wunsch Nummer eins: Immer wieder Machu Picchu

 

Unser Guide Alfonso gibt sich reichlich Mühe. Er hat sich wie ein Astronaut eingemummt, um sich gegen die heftige Sonneneinstrahlung  zu schützen und spannt zusätzlich einen Schirm auf. Wir laufen durch Machu Picchu. Nach Fluganreise in die Andenstadt Cusco, Bustour durch das heilige Tal der Inkas, Bahnfahrt nach Aguas Calientes und Busfahrt über schwindelerregende Serpentinen sind wir endlich am Ziel unserer Wünsche angekommen: in der sagenumwobenen Inkastadt Machu Picchu, die versteckt in der Anden-Bergwelt auf knapp 2.400 Metern Höhe liegt und erst 1911 für die westliche Welt entdeckt wurde.

Alfonso ist ein wandelndes Geschichtslexikon, könnte Stunden über diese Stätte erzählen. Doch Besucher, die das erste Mal nach Machu Picchu kommen, möchten nur eins: schauen, staunen und fotografieren. Alfonso hat ein Einsehen. Milde lächelnd führt er uns zu den schönsten Plätzen und wartet geduldig, bis das Kameraklicken verstummt ist. Er weiß genau, wo das Licht fürs Foto am besten steht und greift auf Wunsch auch gern zum Apparat, um seine Gäste zur Erinnerung mit Andenkulisse aufs Bild zu bannen.

Vom Regenwald des Amazonas bis zum Andenhochland mit der sagenumwobenen Inkastadt  Machu Picchu – Peru ist eine Schatzkiste für Abenteuerlustige

Wir haben Glück. Manchmal hüllt sich Machu Picchu geheimnisvoll in Nebel, doch heute hängt kein Wölkchen am Himmel. Von den Terrassenfeldern bietet sich ein glasklarer Blick auf das Bergplateau mit der alten Inkastadt. Umrahmt ist die geheimnisvolle Stätte von den mächtigen Bergen der Anden, die wie Soldaten Wache halten und in der Ferne im Dunst schimmern. Dort streifen auch heute noch Brillenbären, Pumas und Zwerghirsche durch die Nebelwälder, in denen Orchideen blühen und Farne wuchern.

Machu Picchu - Rundreise Peru - Jutta Lemcke (11 von 14)

Fotos: Jutta Lemcke

Drei Stunden geht es auf und ab, Hunderte von Fotos sind auf die Festplatten gebannt. Erschöpft und glücklich finden sich alle Besucher am Ende ihrer Rundtour an der Ausgangsstation ein. Machu Picchu ist ein Besuchermagnet, der jeden Tag eine Vielzahl von Menschen anlockt. Die gute Nachricht: Dieser wunderbare Ort wirkt trotzdem nicht überlaufen und hat nichts von seiner magisch schönen Ausstrahlung verloren.