Reisen & Kreuzfahrten

Kreuzfahrten

Mit einer Kreuzfahrt erreichen Sie Ihre Traumziele. Immer noch nicht sicher, wohin Ihre nächste Kreuzfahrt gehen soll? Unsere Reiseredaktion war auf den besten Kreuzfahrtschiffen der Welt und berichtet von AIDA, Mein Schiff, Sea Cloud, NCL und Co.



Kreuzfahrt auf der Seine: Auf den Spuren von Monet

Paris ist Anfangs- und Endstation einer ungewöhnlichen Flusskreuzfahrt mit der „MS Seine Comtesse“ von Nicko Cruises, die uns auf den Spuren der Impressionisten und des Lichts durch die Normandie bis an den Ärmelkanal führt. Claude Monets Gemälde sind ebenso betörend wie seine Motive in der freien Natur. Jahrzehnte war der Maler von den Seerosen in seinem japanischen Garten fasziniert. Auf unserer Reise werden wir einige weitere Stationen seines Wirkens kennenlernen.

Paris ist Anfangs- und Endstation einer ungewöhnlichen Flusskreuzfahrt mit der „MS Seine Comtesse“ von Nicko Cruises, die uns auf den Spuren der Impressionisten und des Lichts durch die Normandie bis an den Ärmelkanal führt. Claude Monets Gemälde sind ebenso betörend wie seine Motive in der freien Natur. Jahrzehnte war der Maler von den Seerosen in seinem japanischen Garten fasziniert. Auf unserer Reise werden wir einige weitere Stationen seines Wirkens kennenlernen.

Logenplatz an der Seine


Paris, die Stadt der Liebe
, lebt bis heute von ihren Klischees. Vielleicht oder gerade deswegen kehrt dieses Gefühl vom savoir vivre sofort zurück, als ich sie nach langer Zeit aufs Neue für mich entdecke. Auch die Touristen sind nach den Terroranschlägen wiedergekommen. Doch etwas ist anders: Die einst abgasgeschwärzten Jugendstilfassaden privater Bauten und öffentlicher Sehenswürdigkeiten sind in den letzten zehn Jahren gereinigt worden, leuchten hell in ihrer ursprünglichen Kalksandsteinfarbe – beschützt werden sie und die Besucher jetzt von schwer bewaffneten Polizisten.


Wir gehen in Paris gegenüber dem weitläufigen Citroen-Park, eine der vielen grünen Lungen der Hauptstadt, an Bord unseres schwimmenden Hotels. Bei der Ankunft am Anleger erwartet uns eineÜberraschung: eine unkonventionelle Outdoor-Gastronomie, zu der auch ein altes Party-Schiff mit nostalgischem Flair gehört.In den Sommermonaten pulsiert dort besonders abends das Leben bei Musik und Tanz unter freiem Himmel. Das Bier und die Pizza sind lecker, und die Hauptstadt-Preise durchaus bezahlbar.

 

Kostenfrei für uns ist ein Logenplatz auf dem Sonnendeck der „MS Seine Comtesse“ mit Blick auf dieses bunte Spektakel und den 1889 erbauten Eiffelturm: Mit Einbruch der Dunkelheit können wir bei einem kühlen Drink die allabendliche Illumination des stählernen Riesen mit seinen 20.000 blinkenden Lichtern genießen.

Besuchermagnet Montmartre

 

Ein absolutes Muss in Paris ist der Besuch des 130 Meter hohen Montmartre-Hügels und der Basilika SacréCœur mit ihren Mosaiken. Von dorthat man den schönsten Blick auf die Metropole. Das kleine Dorf kam durch Maler wie Vincent von Gogh, Toulouse Lautrec und Picasso im 19./20. Jahrhundert zu Ruhm und wurde zum Künstler- und Vergnügungsviertel. Auch heute noch arbeiten auf dem Place de Tertre die Maler unter freiem Himmel. Besucher schieben sich durch die engen Gassen, Stadtführer warnen ihre Gäste vor Taschendieben und Hütchenspielern.

Aber es gibt auch durchaus charmante Ecken, wie z. B. das Musée de Montmartre mit Blick auf die versteckten Weinberge, das Dalí Museum und die letzten zwei verbliebenen Windmühlen von zwölf. Nicht zu vergessen am Platz Marcel Aymé die Skulptur von „Ein Mann geht durch die Wand“. Die Figur ist einer Novelle des französischen Schriftstellers Marcel Aymé entstiegen, die 1959 mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle verfilmt wurde.


Seine – Ein windungsreicher Fluss

kreuzfahrt auf der seine

Kreuzfahrt auf der Seine mit der MS Seine Comtesse. (Fotos: Liane Ehlers)

Nur 13 Kilometer fließt die Seine, die aus Burgund kommt, durch die Hauptstadt, bevor sie sich mäandernd – ähnlich der Mosel – durch die bezaubernde Landschaft der Normandie bis zum Ärmelkanal ihren Weg bahnt. Auf ihrer Fahrt bis ans Meer muss die „MS Seine Comtesse“ sieben Schleusen passieren. Die letzte befindet sich vor Rouen, wo die Seine vorübergehend ihren jungfräulichen Charme verliert. Aus dem lieblichen, schmalen Fluss mit unberührten Wäldern, grünen Ufern und bizarren Kalk-Sandstein-Felsen, die sich im Wasser spiegeln, wird dort bis zum Ärmelkanal ein breiter Strom, den auch 100.000-Tonnen-Tanker befahren können.

Rouen und Jeanne d’Arc

 

Rouen, die wohlhabende Hauptstadt der Normandie, ist ein gotisches Freilichtmuseum mit mehr als 800 Baudenkmälern, rund 100 Kirchtürmen, wunderschönen Fachwerkhäusern, banalen Nachkriegsbauten und Industriekränen an der Seine. Auf dem alten Marktplatz wurde Frankreichs Nationalheldin Jeanne d’Arc 1431 auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Der 1920 Heiliggesprochenen ist eine eigene Kirche gewidmet. Auf der Vorderfront von Rouens Kathedrale, die Claude Monet in 33 Variationen gemalt hat, ist allabendlich bis zum 22. September mit Einbruch der Dunkelheit ein farbenfrohes, mittelalterliches Lichtspektakel zu sehen, das man sich unbedingt anschauen sollte.

Honfleurs Fischerhäuser

 

Giverny, Honfleur und Étretat sind weitere Wirkungsstätten von Claude Monet, die wir besuchen. Honfleur im Département Calvados mit seinem alten Hafen, in dessen Wasserbecken sich die schmalen Fischerhäuser spiegeln, ist ein bezauberndes Küstenörtchen, wo im 19. Jahrhundert junge Maler den Impressionismus erfanden. Eine besondere Attraktion von Honfleur ist die Kirche Sainte Catherine aus dem 15. Jahrhundert. Sie wurde von Schiffszimmerleuten ganz aus Holz gebaut. Der Wochenmarkt bei der Kirche ist der ideale Platz, die Normandie kulinarisch zu entdecken.

ÉTRETATS FELSENKÜSTE

 

Im kleinen Seebad Étretat – mit einem Ortskern wie eine Puppenstube – versteht man beim Anblick der Kreidefelsen und der drei majestätischen Felsentore sofort, warum nicht nur Claude Monet und Edgar Degas hier im Freien ihre Staffeleien aufstellten. Der Golfplatz von Étretat bietet einmalige Panoramablicke auf das Meer und die Klippen. Der Wanderweg GR21 führt entlang der Alabasterküste von Le Havre über Étretat bis nach Le Tréport.

Monets magisches Gartenreich

 

Auch wenn sich an diesem Vormittag unzählige Besucher in wohlgeordneten Gruppen durch die beiden Gärten von Claude Monets paradiesischem Idyll bewegen: Das Anwesen in Giverny, wo der Mitbegründer des Impressionismus von 1883 bis zu seinem Tod im Jahr 1926 mit seiner Familie in einem rosafarbenen, großen Landhaus mit grünen Fensterläden lebte, gehört zu den Höhepunkten dieser Reise und ist ein absolutes Muss mit magischen Momenten. Mit dem Garten in Giverny hat der Maler ein lebendes Gemälde geschaffen.

Nicht nur die Herzen von Gartenliebhabern schlagen höher, wenn sie diese Farbenbracht, das Spiel von Licht und Schatten sehen. Und weil Monet es so wollte, blüht der vor dem Haus angelegte Ziergarten „Clos normand“ das ganze Jahr über. Der von Bambus und Weiden umgebene japanische Wassergarten mit Seerosenteich, weißen und rosa Blüten, blauen Wasserlilien und der grünen japanischen Brücke kam erst später hinzu. Ihn hat Monet zu allen Jahreszeiten in vielen Facetten auf Leinwand festgehalten. Zu Monets Zeiten pflegten sechs Gärtner das riesige Areal, heute sind es ein Dutzend.

Die Burg von Richard Löwenherz

 

Unsere Reise auf den Spuren der Impressionisten ist immer auch eine Reise in Frankreichs ruhmreiche Vergangenheit. Über dem Fachwerkstädtchen Les Andelys, das malerisch in einer Flussbiegung liegt, thront auf den Kalksteinklippen im warmen Licht der Abendsonne die Ruine des Château Gaillard. König Richard Löwenherz ließ die Burg im 12. Jahrhundert errichten. Über Kirchengeschichte und Klosterleben erfahren wir etwas in der romanischen Abtei von Jumièges, der schönsten Ruine Frankreichs und der spätromanischen Dominikanerabtei St. Martin de Boscherville.

Reiseinformationen in Kürze

Anreise: Die Anreise kann über Nicko Cruises dazu gebucht werden. Individuell: Anreise mit der Bahn nach Paris Gare du Nord, von dort mit der Metro nach Javel-André Citroën. Flug mit Air France von Deutschland nach Paris Charles de Gaulle. Vom Airport mit TGV und Metro (ca.14 Euro/Pers.) oder mit dem Taxi (55 Euro) nach Javel – André Citroën. Wenn man aus dem Flughafen rauskommt nach links abbiegen, dort stehen die Taxen mit dem Festpreis.

Das Schiff: Die „MS Seine Comtesse“ ist 114,3 m lang und 11,4 m breit. Sie kann 150 Passagiere aufnehmen. Die Kabinen (11-14 m²) sind stilvoll und komfortabel, mit individuell regulierbarer Klimaanlage, Dusche/WC, SAT-TV, Haartrockner und Safe eingerichtet. Es gibt ein Sonnendeck mit Sonnensegeln. Im Panorama-Restaurant finden alle Gäste zu einer Mahlzeit Platz.

Reiseliteratur: „Normandie“, Klaus Simon, Dumont, 120 S., 11,99 Euro; „Paris“, Gabriele Kalmbach, Dumont, 120 S., 11,99 Euro.

Werbung, da Orts- und Markennennung / Anmerkung der Redaktion: Die Reise erfolgte auf Einladung

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Auf den Wasserwegen der Zaren

Wer Russland mit seinen goldenen Kuppeln und pompösen Palästen erleben möchte, reist meist nach St. Petersburg. In Zeiten der Fußball-WM steht auch noch Moskau auf dem Programm. Doch vor allem jenseits der beiden Millionen-Metropolen erfährt man etwas über die russische Seele, Geschichte und die unendliche Weite des Landes. Ganz entspannt geht das bei einer Flusskreuzfahrt mit der der „MS Rossia“ im stilvollen Ambiente.

Wer Russland mit seinen goldenen Kuppeln und pompösen Palästen erleben möchte, reist meist nach St. Petersburg. In Zeiten der Fußball-WM steht auch noch Moskau auf dem Programm. Doch vor allem jenseits der beiden  Millionen-Metropolen erfährt man etwas über die russische Seele, Geschichte und die unendliche Weite des Landes. Ganz entspannt geht das bei einer Flusskreuzfahrt mit der der „MS Rossia“ im stilvollen Ambiente.  Zwölf Tage und 1805 Kilometer war ich auf Wolga und Newa von Moskau bis St. Petersburg unterwegs.  

Schwimmendes Hotel

 

Unser schwimmendes Hotel, das 2016 komplett renoviert wurde, liegt für drei Tage im nördlichen Flusshafen von Moskau. Wer vom Hafen mit dem Bus oder Auto ins Zentrum fährt, erlebt den allmorgendlichen Verkehrsinfarkt der Hauptstadt. Schneller  geht es mit der Metro. Die Station ist zu Fuß nur ein paar Minuten vom Schiffsanleger entfernt, die dunkelgrüne Linie 2 führt direkt zum Roten Platz, das Herz von Moskau. Alle 90 Sekunden hält ein Zug, jährlich werden 2,5 Milliarden Fahrgäste transportiert. Mit fast 100 Stundenkilometern rauschen die Züge unter den mausgrauen Wohnblöcken der Vorstädte hindurch.

UNTERIRDISCHE PALÄSTE

 

Eine Besichtigung des Kremls und der Basilius Kathedrale gehören ebenso zum Pflichtprogramm wie das legendäre Kaufhaus GUM mit seiner Designer-Mode von Gucci bis  Versace, die sich eine russische Krankenschwester mit 300 bis 400 Euro Monatsgehalt allerdings nicht leisten kann. Moskaus Zentrum wirkt wie geleckt. Viel Geld ist in den letzten Jahren  vor der Fußball-WM in die Renovierung geflossen. Straßen, Fußwege und U-Bahnhöfe sind super sauber. Überhaupt ist Moskaus Metro, die bis zu 80 Meter tief unter der Erde liegt,  eine der schönsten der Welt. Die „unterirdischen Paläste“ an den  Ringstationen wurden in den 1930er Jahren zu Stalins Zeiten aus Granit und Marmor gebaut und von den besten Architekten und Künstlern gestaltet. Eine Fahrt  kostet nur 55 Rubel – egal, wie weit man fährt.

STYLISCHES AMBIENTE

 

Neu ist der Zaryadye Park, südlich vom Kreml, eine 13 Hektar große  Grünanlage mit gläserner Aussichtsplattform, die von    Einheimischen auch  „Selfiebrücke“ genannt wird. Von dort hat man einen guten Blick auf Moskaus Skyline mit historischem Zentrum,  Stalins Zuckerbäckerbauten  und die futuristischen  Glaspaläste des Geschäftsviertels von Moskau-City.

Auf Empfehlung von Olga, die gut Deutsch spricht und uns in der U-Bahn freundlich ihre Hilfe anbietet, weil wir an der falschen Station ausgestiegen sind, besuchen wir auch eins der beiden Lokale im Zaryadye Park, direkt neben der „Selfiebrücke“. Das Ambiente ist umwerfend, die Küche leicht und die Austern sind hervorragend. Aber auch sonst hat Moskau viele schöne Cafés  und Restaurants zu bieten. Wenn Moskaus historische Altstadt nachts beleuchtet ist, ist sie besonders erlebenswert.

TOUR DER 17 SCHLEUSEN

 

Am Abend des dritten Tages verlassen wir die Hauptstadt über den Moskwa-Kanal Richtung Uglitsch. Vor uns liegen 1805 Kilometer auf den Wasserwegen der Zaren. 160 Meter Höhenunterschied sind mit Hilfe von 17 Schleusen auf Flüssen, Kanälen und Stauseen zu bewältigen, bis wir  St. Petersburg – Russlands Tor zu Europa – erreichen.

Gemütlich startet die russische Wallachei am nächsten Morgen in den Tag, während wir im Gourmetrestaurant Onegin das Frühstück genießen.  Versteckt zwischen endlosen Birkenwäldern liegen kleine und größere Datschas (Wochenendhäuser) aus Holz. Sechs Schleusen des 128 Kilometer langen  Moskwa-Wolga-Kanals, der 1937 eröffnet wurde und auch als „himmelblaue Treppe“ bekannt ist,  haben wir in der Nacht passiert, um in die Wolga zu gelangen.  Mit 3530 Kilometern ist sie  der längste Fluss Europas.

FAHRT ÜBER DEN MARKTPLATZ

 

Rund drei Stunden vor Uglitsch erwartet uns ein seltsamer Anblick – der überflutete Glockenturm von Kaljasin, der noch ein Stück aus dem Wasser des Uglitscher Stausees herausragt. „Gleich fahren wir über  den ehemaligen Marktplatz der Stadt“, erklärt unser deutschsprachiger Reiseleiter Nikolai, der uns die ganze Tour begleitet.

Uglitsch ist eine Kleinstadt mit 40.000 Einwohnern, die wie viele andere Städte auf unserer Route einen Kreml (= Festung) und sehenswerte Kirchen, Kathedralen und Klöster besitzt. Uglitsch gehört zu den Städten des „Goldenen Rings“ um Moskau und ist vor allem wegen der traurigen Geschichte von der Ermordung des kleinen Zarensohns  Dimitrij im 16. Jahrhundert bekannt, dessen Vater als Iwan der Schreckliche in die Geschichte einging. Dem Andenken des Kindes ist die  bezaubernde rot-weiß verzierte Demetrios-Kirche mit fünf Kuppeln gewidmet.

WELTKULTURERBE JAROSLAWL

 

Über die zum Rybinsker-Stausee aufgestaute Wolga, für den in den 1930er-Jahren 700 Dörfer geflutet  und 150.000 Bewohner umgesiedelt wurden, geht es  nach Jaroslawl an der Wolga. Auf dem  4580 Quadratkilometer großen Stausee ist teilweise kein Land in Sicht. Hier offenbart sich erstmals die unendliche Weite Russlands.  In der Tsar-Panorama-Bar können wir  den Vorträgen  unseres Reiseleiters Nikolai  zu Land und Leuten lauschen, Russisch lernen oder auf dem großen Sonnendeck entspannt die Ruhe und den Blick in die weite Landschaft genießen.

In Jaroslawl, das erstmals im 11. Jahrhundert erwähnt wurde, steht das Ensemble des Erlöser-Klosters, das zwischen dem  12. und  17. Jahrhundert  erbaut wurde. Die Altstadt gehört zum Weltkulturerbe der Unesco. Guide Alexej, im Hauptberuf Englisch- und Deutschlehrer,  versteht es, uns  mit viel Humor die Geschichte der Stadt nahe zu bringen. Die Distanziertheit der Russen in Moskau weicht einer natürlichen  Herzlichkeit und Offenheit. In Jaroslawl gibt es auch eine Fußgängerzone, hübsche Cafés, und eine Markthalle, die sogar am Sonntag geöffnet ist. Vom Angebot her kann sie sich mit jedem deutschen Wochenmarkt messen. Und es gibt eine Glockenspielerschule – wir bekommen eine Kostprobe.

MÜTTERCHEN WOLGA

 

Auf demselben Teilstück geht es zurück zur  Rybinsker-Schleuse (290×30 Meter), die wir zum zweiten Mal – diesmal bei Tag –  passieren. Bei der Ausfahrt aus der Schleuse erhebt sich auf dem Damm des Schleusenkanals  „Mütterchen Wolga“,  eine allegorische 24 Meter  hohe Statue.

MUSEUMSINSEL KISHI

 

Die kommenden beiden Tage führen uns nach Gorizy am Beloe See mit seinen kleinen Bauernhäusern und dem Kirillow-Kloster. Von dort geht es zur Museumsinsel Kishi im Onega See (18mal größer als der Bodensee). Durch sechs Schleusen wird die „MS Rossia“ in der Nacht auf Höhe des Onega Sees gesenkt. Dieser See bleibt immer bis April gefroren. Karelien – das sind stille  Landschaften, unermessliche Wälder und nahezu unberührte Natur. Es scheint wie eine Fortsetzung der finnischen Seenlandschaften  nach Osten. „Der Unterschied zwischen Sommer und Winter in Karelien besteht darin, dass man den  Pelzmantel offen lässt oder zuknöpft“, erklärt Guide Juliana schmunzelnd.

Der ganze Stolz der Museumsinsel Kishi (6x1km), die inmitten dieser Schärenlandschaft  liegt, ist das „Pogost“, ein Holzkirchen-Ensemble: Dazu gehören die 22-kuppelige  Christi-Verklärungskirche (1714), die Maria-Schutz-Kirche (1764) und der Glockenturm mit dem Zeltdach (1874). Seit 1990 ist es Weltkulturerbe. Außerdem steht dort die älteste Holzkirche Russlands. Einhundert Menschen leben hier in zwei Dörfern.

KÜNSTLERDORF MANDROGI

flusskreuzfahrt russland liane ehlers-Ru30 Mandrogi

Über den Fluss Swir erreichen wir den Ladoga See, wo die „MS Rossia“ für einen kurzen Abstecher im Künstlerdorf Mandrogi anlegt, das für seine russische Handwerkskunst  bekannt ist. Etwa 200 Menschen wohnen und arbeiten dort ganzjährig. Von dort aus sind es noch 287 Flusskilometer bis St. Petersburg, der schönsten und europäischsten Stadt Russlands.

EIN HAUCH VON FABERGE

 

Bei einer einstündigen Bootsfahrt auf der Newa und den vielen verzweigten Kanälen ist die prachtvolle Architektur der Stadt mit ihren verspielten Fassaden zu sehen. Während der „Weißen Nächte“ im Sommer sind die nachts hochgeklappten Brücken und das beleuchtete St. Petersburg besonders beeindruckend. Drei Tage Zeit bleiben uns in St. Petersburg, um die Eremitage, den Katharinenpalast mit Bernsteinzimmer, den Peterhof – das russische Versailles – , die Peter-Paul-Festung und  andere Sehenswürdigkeiten wie die Blutskirche, die Kasaner Kathedrale oder die St.-Isaak-Kathedrale zu erkunden. Diesmal habe ich sogar noch Zeit für einen Besuch des Fabergé-Museums, in dem u.a. neun kunstvolle Ostereier des kaiserlichen Hofjuweliers, ausgestellt sind. Aber es gibt noch so viel zu sehen, ich muss unbedingt noch einmal wiederkommen…

Wichtige Reiseinfos in Kürze

Anreise

Ab Berlin, Frankfurt, München mit dem Flugzeug. Deutschsprachige Reiseleitung ab Flughafen Moskau/St. Petersburg. Die Reise wird auch in umgekehrter Reihenfolge angeboten.

MS Rossia

Alle 112 Außenkabinen auf der MS Rossia, davon 72 Deluxe- und  sechs Premium-Kabinen, bieten ein behagliches Wohnambiente und sind mit Glasduschkabine & WC, Klimaanlage, Kleiderschrank, Kühlschrank, Föhn, Safe, LCD TV und WLAN (22 Euro für die gesamte Reise), freies WLAN gibt es in Rezeptionsnähe, ausgestattet. 224 Passagiere (das Publikum ist international), 100 Besatzungsmitglieder. Für Notfälle ist ein Arzt an Bord.  Zum Frühstück und Mittagessen gibt es Buffet, das Abendessen findet in einer Sitzung statt. Zwei Bars, jeden Abend Livemusik. Schiffsdaten: 125 m Länge, 16,7 m Breite, 2,8m Tiefgang, 3000 PS, drei Kabinendecks, ein Fahrstuhl verbindet die Kabinendecks, Stromspannung 220 Volt, ein Adapter ist nicht erforderlich.

Vorbereitung

Für die Reise sind ein noch mindestens sechs Monate gültiger Reisepass und ein Visum (90 Euro) erforderlich, das rechtzeitig beantragt werden muss. Der Veranstalter ist dabei behilflich. Die russische Währung ist der Rubel.

Literatur

„Moskau“, von Eva Gerberding, Dumont, 292 S. 17,99 Euro. „St. Petersburg – Lebensfreude an der Newa“, Lothar Deeg, 120 S., 9,95 Euro.

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung.

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Was tun bei Übelkeit? Akupressur hilft!

Die Sonne strahlt mir warm ins Gesicht, das Segelboot legt sich durch die frische Brise in der Karibik leicht auf die Seite. Wasser spritzt über die Reling und mir wird schlecht. Während meine Freunde sichtlich Spaß an der Segeltour um die Leward-Islands haben, kämpfe ich mit der Übelkeit. Doch was tun?

Die Sonne strahlt mir warm ins Gesicht, das Segelboot legt sich durch die frische Brise in der Karibik leicht auf die Seite. Wasser spritzt über die Reling und mir wird schlecht. Während meine Freunde sichtlich Spaß an der Segeltour um die Leward-Islands haben, kämpfe ich mit der Übelkeit. Doch was tun?

[WERBUNG] Tabletten gegen Übelkeit hat niemand mit und frische Luft hilft mir im Moment auch nicht. Da fällt mir ein Trick aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) ein. Mit Hilfe von Akupressur kann man in relativ kurzer Zeit die Übelkeit verschwinden lassen. Akupressur ist ein Heilverfahren, das vor allem bei der TCM oder im japanischen Shiatsu angewandt wird. Mit Daumen, Handballen, Ellbogen, Knie oder Fuß wird an definierten Stellen Druck auf den Körper ausgeübt. So auch gegen Übelkeit.

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Das Segelschiff legt sich bei Wind auf die Seite. Viele haben dann mit Übelkeit zu kämpfen. Das Akupressur-Armband von Sea Band hilft. (Fotos: Jörg Baldin / Sea Band)

Skipper hat Hilfe an Bord

Als ich dem Skipper davon erzähle, holt er ein Akupressur-Armband aus der Bootsschublade und gibt mir das zum Testen. Die Anwendung des Sea-Band ist erstaunlich einfach. Man legt die mittleren drei Finger auf die Innenseite des Handgelenks. Der Druckpunkt P6, auch „Nei-Kuan-Punkt“ genannt, befindet sich unter dem Zeigefinger zwischen den beiden mittleren Sehnen. Das Sea-Band hat einen „Knopf“ an der Innenseite, der genau diesen Druck auf den „Nei-Kuan-Punkt“ ausübt. Damit die gewünschte Wirksamkeit eintritt, muss das Band an beiden Handgelenken nach dem gleichen Verfahren angelegt werden. Und, was soll ich sagen? Nach wenigen Minuten ging es mir besser und die Übelkeit war nach 30 Minuten komplett verschwunden.

Warum hilft Akupressur überhaupt?

Doch warum hilft die Akupressur in diesem Fall überhaupt? Für die traditionelle chinesische Medizin ist rebellierendes Magen-Qi Schuld an Übelkeit und Erbrechen, das sich im Normalfall abwärts bewegt. Tritt eine Störung auf, so steigt das Magen-Qi auf und zu den möglichen Symptomen gehört auch Übelkeit. Der Druckpunkt 6 – „Nei-Kuan-Punkt“ – wirkt durch Stimulation mit dem Daumen oder dem Akupressur-Band harmonisierend auf Verdauung und Magen ein. Auch geht man davon aus, dass er die Bewegung des Chi im Brustraum, die Regulierung des Blutflusses sowie die Beruhigung der Psyche umfasst. Die Übelkeit verschwindet.

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Das Akupressur-Armband von Sea Band wird einfach an beiden Armen ums Handgelenk gelegt. Nach wenigen Minuten tritt Besserung ein.

Der „Nei-Kuan-Punkt“ hilft auch bei Schwangerschaft oder Chemotherapie

Das National Institutes of Health (NIH) aus den USA hat 1997 bereits erforscht, dass Akupunktur Erbrechen und Übelkeit nach Operationen, im Zusammenhang mit Chemotherapie und offenbar auch in der Schwangerschaft wirkungsvoll lindern kann. Aber auch die Behandlung von Brustschmerzen, Regelschmerzen, prämenstrueller Depression und Schlaflosigkeit sowie gegen Sodbrennen, Schluckauf und saures Aufstoßen kann der „Nei-Kuan-Punkt“ helfen.

Sea-Band als Akupressur-Armband

Das Akupressur-Armband von Sea-Band wurde aus einem elastischem und weichem Gewebe hergestellt und passt sich jedem Armumfang an. Da es einen gewissen Druck auf den Akupressur-Punkt ausüben muss, ist es erforderlich, dass die Bänder eng am Arm anliegen. Wer das als unangenehm empfindet, sollte die Bänder eine Zeitlang wieder abnehmen und später erneut anlegen.

Die Akupressur-Armbänder gibt es für Erwachsene in grau oder schwarz, für Schwangere in rosa und auch für Kinder (in blau). Die Bänder lassen sich leicht auswaschen und sind deshalb auch mehrfach verwendbar.

Sea Band - Akupressur Armband - Reiseuebelkeit - Joerg Baldin-3573

Hinweis: Kooperationsartikel!

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Lady in White – Mit der „Star Clipper“ in Thailand

Für die einen ist es die Erfüllung eines Kindheitstraums, für die anderen ein großer Wunsch auf der „Löffelliste“: eine Reise mit einem Großsegler. Die Reederei Star Clippers betreibt gleich drei Passagier-Segelschiffe, die Tradition und Komfort auf einzigartige Weise verbinden. Ich durfte jetzt an Bord der „Star Clipper“ durch Thailands Inselwelt segeln.

Für die einen ist es die Erfüllung eines Kindheitstraums, für die anderen ein großer Wunsch auf der „Löffelliste“: eine Reise mit einem Großsegler. Die Reederei Star Clippers betreibt gleich drei Passagier-Segelschiffe, die Tradition und Komfort auf einzigartige Weise verbinden. Ich durfte jetzt an Bord der „Star Clipper“ durch Thailands Inselwelt segeln.

 

Meine Nachbarin zur Linken wischt sich leicht verschämt eine Träne aus den Augen, als beim Auslaufen die Segel gehisst werden. Aus dem Lautsprecher schallt Conquest Of Paradise (Die Eroberung des Paradieses; Vangelis 1492). Fünf Jahre ist es her, dass ich mit der „Star Clipper“ in der Karibik unterwegs war. Dieses Mal bin ich in der Bucht von Patong auf Phuket (Thailand ) an Bord der Viermast-Barkentine gegangen. Die elegante Lady mit ihren weißen Segeln und dem Bugsprietnetz fasziniert mich noch immer.

Star Clipper Thailand - Liane Ehlers - 2astarDas Herz des Großseglers ist die Tropical Bar, wo sich Passagiere aus aller Welt treffen. Schon zur Begrüßung hat Kapitän Yuriy Slastenin angekündigt, dass wir, wann immer es möglich ist, segeln werden. Sanft gleitet der Viermaster nach einem orangeroten Sonnenuntergang über leichte Wellen in die Dunkelheit der Nacht. Die Lichter von Patongs Skyline verschwinden schon bald in der Ferne. Die Schwüle des Festlands weicht einer angenehmen, leichten Brise.

Weil nur 68 Passagiere an Bord sind (maximal 170), hat die Szene viel Privatsphäre. Dieses fast private Feeling zu ermöglichen, war auch die Intention von Eigner und Reeder Mikael Krafft, als er vor 26  Jahren mit der „Star Flyer“ seinen ersten Großsegler in Auftrag gab.Es folgten das Schwesterschiff „Star Clipper“ und der Fünfmaster „Royal Clipper“, das zurzeit größte Segelschiff der Welt für 227 Passagiere. Allerdings wird der Nachbau der „Preußen“ diesen Titel nicht mehr lange beanspruchen können, denn  auf einer kroatischen  Werft in Split befindet sich ein noch größeres, die „Flying Clipper“, im Bau. Sie ist ein Nachbau der „France“, das größte Vollmast-Segelschiff, das je gebaut wurde.

Viele Frühaufsteher

Am nächsten Morgen nähern wir uns der Ko Butang Inselgruppe im Tarutaro Marine National Park. Unsere Route führt durch die Andamanensee. Mit zarten Pinktönen taucht die Sonne um 6.15 Uhr aus dem  Meer auf und wandelt sich langsam in ein Orangegelb. Auf dem Sonnendeck treffe ich ein gutes Dutzend Frühaufsteher, die sich das Schauspiel dieses grandiosen Sonnenaufgangs auch nicht entgehen lassen wollen. Die friedliche Stille wird nur durch das leichte  Knarren der Seilwinde durchbrochen, als die Crew die Rahsegel setzt. Für Tom (64) – ein Kalifornier, der schon zum dritten Mal an Bord ist – „hat der Moment etwas Magisches“. Ein Kaffee vom Earlybird- Frühstücksbuffet macht den Start in den Tag perfekt.



Nach einer nassen Anlandung mit dem Tenderboot gehört der Strand am Nachmittag uns und einem Affenpärchen, das sich aber vertreiben lässt. Cruise-Direktor Peter hatte uns vor den Affen, die alles  stehlen, gewarnt. Aber die Crew passt auf.  Im Indischen Ozean ist es so warm wie in einer Badewanne. Beim Schnorcheln am Korallenriff gibt es bunte Fischschwärme zu sehen, doch leider auch  Plastikmüll im Meer. Das Equipment haben wir für die ganze Woche kostenlos an Bord ausgeliehen. Stand-up-Paddeln, Kajakfahren und Wasserskilaufen sind ebenfalls inkludiert. Mit den Tenderbooten, die halbstündlich verkehren, geht‘s nach einem entspannten Strand- und Schnorcheltag zurück zur „Star Clipper“. Wie jeden Abend holt die Crew zur Melodie von „Conquest Of Paradise“ den Anker ein.

Klettern ins Krähennest

„Vergessen Sie alles, was Sie je über Kreuzfahrten gehört haben“, fordert Kreuzfahrtdirektor Peter Kisner. Das Urgestein ist bereits seit 1995 an Bord der Starclippers-Schiffe und dienstältester Offizier der  Reederei. „Hier gibt es kein Casino und keine Tanzshows. Das wollen wir auch nicht haben. Wir machen eher eine Expeditionsreise. Dafür dürfen Sie zu fast jeder Zeit auf die Brücke, ans Steuerrad, ins Bugsprietnetz oder ins Krähennest. Auch den Maschinenraum können Sie in Begleitung besichtigen. Wir möchten Ihnen etwas vom Großseglertum nahe bringen“, erklärt Kisner.

Malaysias Erbe

Beim Segelsetzen fassen die Gäste mit an, als die Star Clippers Kurs auf Penang, das ehemalige Georgetown (Malaysia) nimmt. Am nächsten Morgen blicken wir bei Sonnenaufgang auf die Skyline der zweitgrößten malaysischen Großstadt. Der einzige Hafen, in dem wir anlegen. Große Container-Schiffe kommen uns entgegen. Das historische Zentrum ist nah. Dort gibt es viele Häuser und Geschäfte aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Ihre Architektur wird auch als „Straits Electric“ bezeichnet und ist eine Mischung aus europäischem, arabischem, chinesischem, indischem und malaysischem Einfluss. Penang war die erste britische Niederlassung in Malaysia, bis heute gibt es dort eine große englische Enklave.

Für uns steht ein Ausflug zur Orang-Utan-Aufzuchtstation auf dem Programm. Es ist wie in einem Zoo, nur  sind wir hinter Gittern – in einem überdachten Käfiggang – und die Affen  draußen auf  der kleinen Insel.  Interessant am Festland ist der Besuch einer industriellen Köhlerhütte. In mehreren meterhohen Iglus wird dort Holzkohle aus Mangrovenholz hergestellt. „Die beste der Welt“, wie unser Guide Chua Knee Sin erklärt, „und ein wichtiges Exportprodukt Malaysias.“



Zurück an Bord gibt es wie jeden Spätnachmittag ein Minibuffet für hungrige Heimkehrer und einen Vortrag von Kreuzfahrtdirektor Peter zu Themen rund ums Schiff und die Geschichte des Großseglertums. Wir erfahren u.a. etwas über die Entwicklung der Clipper-Schiffe und dass fast alles Wasser an Bord aus Salzwasser aufbereitet wird.

Nach dem Dinner ist allabendlich Tropical Bar angesagt, wo Jerby mit seinem Keyboard für Unterhaltung sorgt. Wer es ruhiger mag, geht eine Etage höher aufs Sonnendeck und genießt den Blick in den Sternenhimmel und die Segel. Am liebsten würde ich auf der Liege  übernachten, aber ein paar Regentropfen vertreiben mich in meine Kabine.

Erster Marine Nationalpark

Star Clipper Thailand - Liane Ehlers - 12star

Alle Fotos (c) Liane Ehlers

Der große Regen und das Gewitter kommen in der Nacht. Die Monsunzeit beginnt. Als wir am nächsten Morgen Ko Adang ansteuern, sind die Hügel von Wolken verhangen, es schüttet aus Kübeln. Erst mittags klart es auf, und wir können übersetzen. Das Barbecue am Strand muss leider ausfallen, es findet auf Deck statt. Ko Adang gehört zum Tarutao-Nationalpark, bestehend aus einem Archipel von 51 Inseln. Der erste Marine Nationalpark Thailands ist nach wie vor eine der schönsten Küstenregionen. Vermutlich, weil er nur schwer zu erreichen ist. Wasserfälle, verschlungene Flussläufe und eine Vielzahl geschützter Tiere gibt es dort. Die Anlandung ist nass, wie jedes Mal.

Prinzessin als Schutzherrin

Star Clipper Thailand - Liane Ehlers - 16star

Nach dem Segelsetzen am Abend nehmen wir Kurs auf Ko Rok Nok. Die Insel gehört zur Lanta Gruppe und ist seit 1990 Nationalpark. Die thailändische Prinzessin Kayana hatte in den 1990er Jahren dafür gesorgt, dass die maritimen Parks zum Schutze der Natur eingerichtet wurden. Über jeden wacht ein Ranger. „Die ,Star Clipper‘ wurde durch die  Prinzessin sozusagen zur königlichen Yacht. Bis heute ist sie das einzige kommerzielle Schiff, das in Nationalparkgewässer einfahren und dort ankern darf“, erzählt uns Kreuzfahrtdirektor Peter Kisner.

Ko Rok Nok empfängt uns mit smaragdgrünem Wasser, einem gelb-weißem Strand und einer üppigen Vegetation. Der Gewitterregen vom Vormittag hat der Sonne Platz gemacht. Abends ist Captains Dinner angesagt, und nach der Crew-Show an der Tropical Bar tanzen die Gäste begeistert mit.

Enttäuschter James Bond

Der nächste Morgen bringt uns in eine andere Welt. Das Wasser in der flachen Bucht Ao Phang Nga ist spiegelglatt. Ähnlich wie in der vietnamesischen Halong Bucht ragen  steile Kalkfelsen, die von einer wilden, tropischen Vegetation überwuchert sind, aus dem Meer. Dunkle Höhlen und Grotten mit herabhängenden Stalaktiten machen das Ko Hong Archipel, eine kleine Inselgruppe zwischen Krabi und der nördlichen Phang  Nga Bucht,  zu einem der schönsten tropischen Inselparadiese der Welt. Für Ausflügler gibt es mit dem Speedboot zum James Bond Felsen, am dem Roger Moore „Der Mann mit dem goldenen Colt“ (1974) gedreht hat.

„Als Roger Moore mit seiner schwedischen Ehefrau Christina Tholstrup  und der königlichen Familie an Bord war, besuchte er  von der Star Clippers aus den berühmtesten Felsen der Filmgeschichte“, erzählt Kreuzfahrtdirektor Peter Kisner. Aber dort habe ihn niemand erkannt. Der Schauspieler sei darüber wohl ein wenig enttäuscht gewesen.

Absoluter Höhepunkt der Reise ist die Tour rund ums Schiff.  Mit dem  Zodiak (Schlauchboot) steuert Kisner uns durch die Felsenwelt von Ko Hong. Die Insel verdankt ihren Namen der großen Lagune (The Hole), die durch ein Felsentor nur bei Hochwasser über ein flaches Riff hinweg erreichbar ist. Kapitän Yuriy Slastenin hat zur Freude der Gäste alle Segel setzen lassen. Die Crew grüßt vom Bugsprietmast. Die  Fotomotive sind atemberaubend.

Chinesische Invasion

Der schönste aller Strände erwartet uns am siebenten Tag auf Ko Similan. Die Similan Inseln bestehen aus neun durchnummerierten, unbewohnten Eilanden. Sie haben einen schneeweißen Sandstrand und dschungelbedeckte Hügel. Das Wasser ist so klar, dass Taucher bis zu 25 Meter weit die tropische Unterwasserwelt mit ihren Korallenbänken sehen können. Zwischen 11 und 15 Uhr sollte man die Insel allerdings besser meiden. In dieser Zeit kann es zu einer „chinesischen Invasion“ durch Touristen aus dem Reich der Mitte kommen. Danach ist sie  wieder zauberhaft und ruhig.

Ein letztes Mal auf dieser Reise werden um 18 Uhr die Segel gesetzt. Die „Star Clipper“ nimmt Kurs auf Phuket, von dort geht sie nach Singapur und Bali. Dieser Sonnenuntergang ist der schönste aller Abende, und diesmal kommen zum Abschied auch mir die Tränen.   

Reiseinformationen in Kürze

Termine und Preise

Die „Star Clipper“ segelt 2019 noch zweimal auf der identischen südlichen Route jeweils sieben Tage entlang der Küsten von Thailand und Malaysia (6.-13.4. und 20.-27.4.2019). Sieben Nächte inkl. Vollverpflegung an Bord und Wassersportaktivitäten, Doppel-Außenkabine ab 2195 Euro/Person. Die „Star Clipper“ hat 18 verschiedene Asienrouten im Programm. Im Mai und Oktober 2019 steuert sie erstmals das Sultanat Brunei an. Buchungen unter: www.star-clippers.de

Schiffsdaten

Die „Star Clipper“ hat 84 komfortable Kabinen, zwei Swimmingpools, ein elegantes Restaurant, Tropical Bar und Bibliothek. Länge 115,5 Meter/ 170 Passagiere/ 74 Besatzungsmitglieder, 16 Segel und 3365 qm Segelfläche.

Routen

Die drei Star Clippers-Schiffe fahren auf Routen in der Karibik, Panama-Kanal, Atlantik-Überquerungen, Asien und Mittelmeer. Informationen unter Tel.: 00800/78272547 (gebührenfrei).

Hoteltipp

Wer bei der weiten Anreise vorab oder danach ein paar Tage im Hotel verbringen möchte: Stadthotel Nap Patong (zentral, fünf Minuten zum Strand, nahe Einschiffung) oder Strandhotel Renaissance Phuket Resort & Spa (20 Minuten bis zum Flughafen).

Reiseliteratur

„Thailand“, Renate Lose, Dumont, 416 S., 24,99 Euro

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Die MSC Meraviglia unterwegs in kulinarischer Mission

Was die Größe der MSC Meraviglia angeht, wurden meine kühnsten Erwartungen übertroffen. Ich kann mich noch genau erinnern, was mir durch den Kopf schoss, als ich das Kreuzfahrtschiff im Hafen von Barcelona das erste Mal sah.

Meine allererste Kreuzfahrt… Das wollte ich unbedingt mal! Kollegen, Familie und Freunde schwärmen regelrecht, wie toll es ist auf dem Meer unterwegs zu sein. Aber ich bin ehrlich, zuerst hatte ich Bedenken. „So viele Menschen an einem Ort. An Tagen auf See kannst du nicht von Bord. Ist das was für dich?“ Ohne dem Ganzen jetzt schon vorgreifen zu wollen, aber „Ja!” Kreuzfahrten sind faszinierend und definitiv etwas für mich und ich glaube auch, für viele andere Menschen, die es mögen sich – im wahrsten Sinne des Wortes- treiben zu lassen.“

Von Alexa Schröder

MSC Meraviglia

Meine Unterkunft auf dieser Reise, die MSC Meraviglia – (c) Bernard Biger STX France

Meine erste Begegnung mit der schwimmenden Stadt

Was die Größe eines Kreuzfahrtschiffes angeht, wurden meine kühnsten Erwartungen übertroffen. Ich kann mich noch genau erinnern, was mir durch den Kopf schoss, als ich die MSC Meraviglia im Hafen von Barcelona das erste Mal sah: „Meine Güte ist die groß. Die bekomme ich doch so niemals ganz auf ein Foto“ und „hoffentlich verläufst du dich da nicht.“ Zu Beidem ist es nicht gekommen.

Was ich an dieser Stelle schon mal sagen möchte, ich war und bin begeistert von dem Service und der logistischen Leistung an Bord. Vom „Einschiffen“ bis zum Verlassen der MSC Meraviglia lief alles reibungslos, das Personal ist sehr freundlich und hilfsbereit, der perfekte Start in einen erholsamen Kurzurlaub. Für mich stand ein kulinarischer 3-Tages-Trip auf dem Programm. Es ging von Barcelona über Marseille nach Genua und das eben auf einem der größten und luxuriösesten Kreuzfahrtschiffe der Welt.



MSC Meraviglia – ein Megaschiff

Wenn man von der MSC Meraviglia als Megaschiff spricht, ist dies absolut keine Übertreibung. Das Kreuzfahrtschiff ist eines der neusten, modernsten und größten innerhalb der Flotte von MSC Cruises. Mehr als 5700 Gäste haben darauf Platz. Die MSC Meraviglia
besticht durch einen sehr eleganten, mediterranen Stil – eben ein Luxusliner der keine Wünsche offen lässt und eine Atmosphäre bietet, die ich als sehr angenehm und entspannenden empfunden habe, trotz der Größe dieses Schiffes.

 

Neben komfortablen Kabinen, die einem Zimmer in einem Sternehotel in nichts nachstehen, gibt es auf den 19 Decks ein umfangreiches Angebot für alle Altersgruppen. Darunter Kinder- und Familienangebote, einen luxuriösen Spa-Bereich und ein besonderes Entertainmentprogramm. Nur sehr schwer vorstellbar, dass es einem auf einer 10-Tages-Kreuzfahrt langweilig werden könnte. Die MSC Meraviglia bietet allein zwei Theater, eines in dem pro Kreuzfahrt sechs verschiedene Shows gespielt werden und ein eigens für die „Cirque du Solei at Sea“ Show gebautes Hightech-Theater. MSC Cruises setzt hier gemeinsam mit dem Entertainment-Spezialisten aus Kanada absolut neue Maßstäbe, die Gäste erleben Akrobatik der Extraklasse.

Versprochen, es wird LECKER!

Wenn es ums Essen geht haben die Gäste auf der MSC Meraviglia die Qual der Wahl. Auf dem Kreuzfahrtschiff gibt es zwölf verschiedene Restaurants und damit eine unglaubliche Vielfalt: Vom amerikanischen Steakhouse, über japanische Küche, einer Sushi-Bar, italienischen Gerichten bis zum großen Marketplace Buffetrestaurant. Abgerundet wird das kulinarische Angebot durch kleine, verführerische Möglichkeiten, täglich und auch mehrfach zu sündigen.

Wer Schokolade mag…

Wer Schokolade mag, der wird die MSC Meraviglia lieben. In Kooperation mit dem preisgekrönten Pâtissier Jean Phillipe Maury gibt es auf der Promenade des Schiffes eine Schokoladenmanufaktur. Hier können sich Gäste live anschauen, wie die Pralinen und Macarons in Handarbeit hergestellt werden, außerdem zeigen einzigartige Skulpturen, was mit Schokolade alles möglich ist. Ein paar Meter weiter wird das süße Angebot, durch eine exklusive Auswahl an italienischen Eissorten und Crêpes-Variationen abgerundet. Über die Schiffspromenade flanieren ist also ein Muss. Aber nicht nur wegen kulinarischer Leckereien. Auf der Promenade „Galleria Meraviglia“ pulsiert das Leben, sie ist der Mittelpunkt des Schiffes. Auf 700 Quadratmetern gibt es genügend Einkaufsmöglichkeiten, Gäste können verschiedenen Aktivitäten wie Modenschauen erleben oder einfach nach oben schauen. Über der Promenade befindet sich ein 80 Meter langer LED-Himmel, der mehrfach am Tag sein Motiv wechselt. Am Abend werden am künstlichen Himmel auch verschiedene Shows gezeigt, wie z.B. Jurassic Park. Ein beeindruckendes Szenario, nicht nur für die kleineren Gäste an Board.

Sterne-Kreationen an Bord der MSC Meraviglia

MSC Cruises legt auf allen Kreuzfahrtschiffen ein besonderes Augenmerk auf die Kulinarik. Urlaub bedeutet schließlich, es sich gut gehen zu lassen. Deshalb hat sich die Reederei mit dem spanischen Sternekoch Ramón Freixa einen weiteren weltberühmten Spitzenkoch im wahrsten Sinne des Wortes „ins Boot“ geholt. Seit April werden die innovativen Kreationen des Kochs auf den MSC Kreuzfahrtschiffen serviert und probiert. Freixa zaubert außergewöhnliche Hauptgerichte und Tapas, sowie auch Weihnachts- oder Silvestermenü. Der spanische Sternekoch besticht natürlich durch seine Kreationen, die das Dinner auf einem Kreuzfahrtschiff sehr besonders und unvergesslich machen können.Im Rahmen der „Elegant Night“ können Gäste in den Hauptrestaurants ein Gericht genießen, das die Handschrift des sternegekrönten Spitzenkochs trägt, wie z.B. Ente Royal mit einer Creme von Foie gras und Zwiebeln.

Kocht für MSC: Der spanische Sternekoch Ramón Freixa

Kocht für MSC: Der spanische Sternekoch Ramón Freixa

Ramón Freixa besticht aber nicht nur durch sein Können, sondern auch durch seine freundliche, sympathisch-offene und ehrliche Art, die ich erleben durfte. Menschen den ultimativen Genuss zu bescheren, scheint seine Leidenschaft, das spürt und schmeckt man.Nicht verwunderlich, dass die MSC Kreuzfahrtflotte derzeit eine gesamte Kulinarik-Kreuzfahrt als besonderes Reiseerlebnis mit Ramón Freixa plant.

Portion Luxus gefällig? Der MSC-Yachtclub 

Wer sich gerade im Urlaub mit einer Portion Luxus gönnen möchte, bekommt die außergewöhnlichen Kreationen des spanischen Sternekochs natürlich auch im Yacht Club Restaurant der MSC Meraviglia serviert. Dieser Bereich des Schiffes bietet neben Exklusivität, auch ein hohes Maß an Privatsphäre. Es ist ein bisschen wie eine Extra-Yacht innerhalb des Schiffes. Dazu zählen die Top-Sail-Lounge, das Restaurant, ein privater Club, ein Luxus-Sonnendeck mit eigenem Pool und Whirlpool und eine luxuriöse Kabine samt Buttler-Service. Das Motto: Alles kann, nichts muss! Es bleibt der Luxus eines privaten Bereichs, aber auch er Zugang zu allen anderen Bereichen und Angeboten des gesamten Schiffes. Ja, ich weiß was Sie jetzt denken, denn mir ging es genauso.

 

Aber tatsächlich ist dieser Luxus erschwinglicher, als man es glauben mag. Für eine Buchung gelten zwei Zauberworte, beide beginnen mit einem „l“ – Entweder „langfristig“ oder „last minute“! Wenn man das beachtet, kann man auch für ein Luxus-Schiff wie der MSC Meraviglia durchaus ein tolles und erschwingliches Urlaubsangebot bekommen.

Die besonderen Momente 

Kommt man aus dem Urlaub zurück nach Hause, stellt sich oft eine Frage: „Und – was war das Schönste?“ Geht es um die außergewöhnlichen Momente dieser kurzen Reise mit der MSC Meraviglia von Barcelona nach Genua, fällt es mir schwer auszuwählen.



Vieles war besonders auf diesem beeindruckenden Schiff: Der Cocktail am Pool, die Sonne genießen, der Weitblick aufs Meer, ein exklusives Dinner, der Fahrtwind im Gesicht, der entspannte Drink an der Bar, das Rauschen des Meeres bei Nacht. Soviel, dass ich sagen kann: „Ich muss nochmal wiederkommen.“

Nicht weil so viel Luxus in einem Urlaub unbedingt sein muss, sondern weil ich jetzt weiß, dass man mit Ablegen des Schiffes auch selber loslassen und genießen kann. Und so sollte Urlaub doch sein. >Mein ganz persönliches Highlight war übrigens auf eine besondere Weise luxuriös und unbezahlbar. Es war der Sonnenaufgang vor Frankreichs Küste auf dem Balkon meiner Kabine. Eine gute Freundin sagt immer: „Kreuzfahrten machen süchtig“. Jetzt weiß ich, was sie meint.

MSC Meraviglia

Vieles war besonders auf diesem beeindruckenden Schiff: Der Cocktail am Pool, die Sonne genießen, der Weitblick aufs Meer, ein exklusives Dinner, der Fahrtwind im Gesicht, der entspannte Drink an der Bar, das Rauschen des Meeres bei Nacht.

Tipp der Redaktion

Die MSC Meraviglia
sticht seit April ab Hamburg in See. Gäste können aus verschiedenen Routen zu beliebten Destinationen Nordeuropas wählen, wie zum Nordkap, nach Spitzbergen, Island, Großbritannien oder zu den Metropolen der Ostsee.

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung. 

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Auf Sightseeing in Europa mit der AIDAperla

Eintauchen in eine andere Welt, den Luxus eines Hotels genießen und dabei jeden Morgen in einem anderen Land und in einer anderen Stadt aufwachen. Nur eine Kreuzfahrt kann all das bieten. Vielleicht auch ein Grund, warum der Kreuzfahrtmarkt so boomt. Auch wir machen uns auf den Weg zum Hamburger Hafen. Die AIDAperla ist längst da. Das neueste Schiff der Reederei AIDA Cruises startet in dieser Saison regelmäßig von Hamburg.

Eintauchen in eine andere Welt, den Luxus eines Hotels genießen und dabei jeden Morgen in einem anderen Land und in einer anderen Stadt aufwachen. Nur eine Kreuzfahrt kann all das bieten. Vielleicht auch ein Grund, warum der Kreuzfahrtmarkt so boomt. Auch wir machen uns auf den Weg zum Hamburger Hafen. Die AIDAperla ist längst da. Das neueste Schiff der Reederei AIDA Cruises startet in dieser Saison regelmäßig von Hamburg. Die Kreuzfahrt „Metropolen mit AIDAperla“ ist aber nicht nur eine Tour zu großen Städten, es ist mit den Zielen Southampton, Le Havre, Zeebrügge, Hamburg und Rotterdam auch eine Zeitreise in die Geschichte der Seefahrt und der Häfen.

Gegen 19 Uhr lässt Kapitän Jens Janauscheck die Leinen lösen, nachdem das gewaltige Schiffshorn den Hamburger Hafen zum Vibrieren bringt und die Auslaufmusik „Orinoco Flow“ erklingt. Die AIDAperla zieht bei schönstem Sonnenschein ihre Bahn auf der Elbe in Richtung Nordsee. Auf dem Programm der 7-tägigen Reise stehen Besuche in Großbritannien, Frankreich, Belgien und den Niederlanden an.

 

Der erste Tag auf dem Schiff ist ein Seetag

Der erste Tag auf dem Schiff ist ein Seetag. Zeit, um die AIDAperla ausgiebig zu erkunden und absolut notwendig, denn es dauert ein wenig, um sich auf dem Schiff mit 18 Decks zurecht zu finden. Insgesamt 14 Cafés und Bars sowie zwölf Restaurants beherrbergt die AIDAperla. Dazu gehören fünf Buffet-Restaurants, drei Spezialitäten-Restaurants sowie vier A-la-carte-Restaurants.



Die AIDAperla erreicht Southampton gegen neun Uhr

Zurück zur Reiseroute. Unseren ersten Hafen, Southampton, erreichen wir gegen neun Uhr. Die AIDAperla macht am QE2 Cruise Terminal, Berth 38, fest. „Wir liegen heute mit der AIDAperla genau gegenüber des Piers, von dem aus die Titanic vor 106 Jahren in Southampton in See stach“, sagt Kapitän Janauscheck über die Lautsprecheranlage des Schiffs. Sein Kollege Edward John Smith gab dort am 10. April 1912 den Befehl, die Leinen der Titanic zu lösen.

Einige Passagiere der AIDAperla bleiben an Bord, gehen in die Stadt oder bleiben im Hafen, den pro Jahr mehr als 200 Kreuzfahrtschiffe anlaufen. Unter ihnen auch die berühmte Queen Mary 2, die in Southampton ihren Heimathafen hat. Wir haben den Landausflug “London auf eigene Faust” gebucht und machen uns mit dem Bus auf den Weg nach London. Die Busfahrt dauert etwas mehr als zwei Stunden.


Metropolen ab Hamburg 1 mit AIDAperla
Juni bis Oktober 2018
7 Tage ab/bis Hamburg
ab 599 €* p. P.
An- und Abreise mit der Bahn ab 94 €** p. P.

* AIDA VARIO Preis pro Person bei 2er-Belegung (Innenkabine), limitiertes Kontingent
** 2. Klasse ohne BahnCard im Streckennetz der Deutschen Bahn


London ist mit acht Millionen Einwohnern die drittgrößte Stadt Europas. Insgesamt werden in der Stadt mehr als 300 Sprachen gesprochen. Es gibt über 40 Universitäten, vier UNESCO-Weltkulturerbe-Stätten, acht königliche Parks, die älteste U-Bahn und einige der besten Museen und Kunstgalerien der Welt. Eine lange Liste, wenn man nur vier Stunden Zeit hat, die riesige Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Wir gehen vorbei am Wellington Arch in Richtung Buckingham Palace.

Das Wellington Arch wurde ursprünglich als Eingang zum Buckingham Palace erbaut. Von dort aus geht’s mit der U-Bahn zum Picadilly Circus. Zur Freude der Kinder, die sich dort vor allem den riesigen Lego-Store anschauen. Leider zeigt sich London mit dem Wetter bei unserem Besuch sehr authentisch: Nieselregen und 10 Grad. Zu kalt, um draußen den Trubel der Großstadt in einem Café zu beobachten. Und vier Stunden sind für so eine Stadt wahrlich viel zu kurz.

 

Um 21 Uhr müssen alle Passagiere wieder an Bord sein, denn Kapitän Jens Janauscheck bringt die AIDAperla auf Kurs Frankreich. Rund 114 Seemeilen oder 211 Kilometer ist Le Havre von Southampton weg, eine weitere Hafenstadt mit viel Geschichte auf der Route dieser Kreuzfahrt.

Muscheln essen am Strand von Le Havre

Le Havre wurde 1940 im Zweiten Weltkrieg von deutschen Truppen besetzt und der Hafen wurde zu einer Festung umgebaut. Rund 40.000 Soldaten waren hier stationiert und erst im September 1944, nach der Landung der Alliierten in der Normandie, konnten die Franzosen die Stadt wieder zurückerobern. Knapp eine Woche davor wurde die Stadt allerdings durch massive Bombenangriffe komplett zerstört.

aida bewertungen bord cruises deck eur hamburg kabine kreuzfahrten minuten position preis reise reisen rotterdam schiffe service aidaDer Stadtkern von Le Havre wurde nach dem Krieg wieder aufgebaut. Vor allem der Architekt Auguste Perret entwarf mit seinem Team die heute charakteristischen langen Straßenachsen und die breiten Boulevards. Die großen Mehrfamilienhäuser erinnern ein wenig an ostdeutsche Plattenbauarchitektur. Der Stadtkern wurde 2005 in das UNESCO-Welterbe aufgenommen.

Wer nach dem Stadtbummel noch etwas Erholung braucht, der kann am Strand von Le Havre eines der vielen kleinen Strandrestaurants besuchen, die in nur wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen sind. Mein Tipp: Muscheln probieren. Gegen 20 Uhr verlässt die AIDAperla den Quai Roger Meunier in Le Havre. Das nächste Ziel ist Zeebrügge in Belgien.

Schokolade und Waffeln in Belgien genießen

Der Hafen von Zeebrügge ist nach Antwerpen der zweitgrößte Hafen Belgiens. Die Stadt ist vor allem wegen der Schokolade bekannt, die Brügge den Namen „Welthauptstadt der Schokolade“ gebracht hat. Von Zeebrügge kann man mit dem Taxi für 50 € nach Brügge fahren oder einen der zahlreichen Ausflüge der AIDA nutzen. Dort angekommen empfängt ein riesiger Marktplatz die Besucher. Das mittelalterliche Stadtzentrum mit dem großen Burgplatz und der Heilig-Blut-Basilika gleicht einem Ameisenhaufen. Neben Pferdekutschen, die die vielen Touristen durch die Stadt fahren, gibt es jede Menge Reisegruppen, die sich die sehenswerte Stadt anschauen. Gemütlich wird es bei einer Grachtenfahrt, auf der die Stadt aus einer anderen Perspektive besichtigt werden kann. Nicht entgehen lassen sollte man sich die, neben der Schokolade, ebenfalls weltberühmten Pommes Frites.

Rotterdam ist Europas größter Seehafen

Ein richtiges Highlight der Reise ist Rotterdam. Die holländische Stadt, die oft im Schatten von Amsterdam steht, muss sich keinesfalls verstecken. Die AIDAperla macht am Pier „Holland Amerikakade“ fest. Das Schiff wird über Nacht hier liegen bleiben und erst am kommenden Morgen zur letzten Fahrt zurück nach Hamburg in See stechen.

Rotterdam ist mit 134.000 Schiffen, die hier jährlich festmachen, Europas größter Seehafen. Waren aus aller Welt werden hier umgeschlagen. Und auch der Stadtkern von Rotterdam kann sich sehen lassen. Ein Besuch in der Markthalle lohnt sich auf jeden Fall. Vom Pier bringt ein kostenloses Shuttle die Gäste in die Nähe der Markthalle, die ein einzigartiges Design in der Form eines riesigen Flugzeughangars hat. Im Inneren sind zahlreiche Geschäfte, Cafés und Restaurants zu finden. Die Wände und die Decke der Markthalle sind dekoriert mit riesigen bunten Tafeln, die Obst und Gemüse zeigen.

Den Hafen mit einem Wassertaxi erkunden

Gleich gegenüber sind die weltberühmten Kubushäuser, auch Würfelwohnungen genannt, zu sehen. Die würfelförmigen Häuser sind um 45 Grad geneigt und auf einen sechseckigen Kegel gestellte. Die Häuser haben im Inneren keine geraden Wände. Jedes einzelne dieser Häuser stellt einen Baum dar. Alle 38 Würfelhäuser zusammen ergeben einen Wald.



Mit dem Shuttlebus geht’s dann auch zurück zum Schiff. Wer noch keine Lust hat, zurück an Bord zu gehen, der kann den Hafen mit einem Wassertaxi erkunden oder noch auf einen Drink in das wahrscheinlich berühmteste Hotel in Rotterdam gehen, das nur wenige Schritte vom Liegeplatz der AIDAperla entfernt ist. Das Gebäude des Hotels “New York” diente in der Vergangenheit als Hauptsitz der Holland – America Line und stammt aus den Jahren 1901 bis 1917, damals noch eine Unterkunft für Amerika-Emigranten.

Die letzte Etappe der Tour ist 320 Seemeilen lang und führt zurück nach Hamburg. Bis dahin ist aber noch genug Zeit, das hervorragende Entertainmentprogramm der AIDAperla zu besuchen und am Ende der Kreuzfahrt im Beachclub auf Deck 15 den Urlaub ausklingen zu lassen. Die sehr gute Liveband „Correcto“ hilft dabei mit der richtigen Musik.

 

Hinweis: Die Reise fand auf Einladung statt.

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Zum Sonnenuntergang nach Santorin

Die Ägäis, das tiefblaue Meer, das die griechische und türkische Küste umspült, war Schauplatz dramatischer Mythologie. Vor allem auf den zahlreichen Inseln, mal bewohnt mal menschenleer, haben sich antike Tragödien abgespielt, wurden Götter und Heilige verehrt und Könige grausam gemordet. Dennoch zieht die sagenumwobene Welt der Ägäis heute wie vor tausenden von Jahren die Menschen an. Das azurblaue Wasser, das unvergleichlich helle Licht und vor allem die Beständigkeit der Winde schaffen die Voraussetzungen für einen regen Schiffsverkehr zu den Inseln.

Die Ägäis, das tiefblaue Meer, das die griechische und türkische Küste umspült, war Schauplatz dramatischer Mythologie. Vor allem auf den zahlreichen Inseln, mal bewohnt mal menschenleer, haben sich antike Tragödien abgespielt, wurden Götter und Heilige verehrt und Könige grausam gemordet. Dennoch zieht die sagenumwobene Welt der Ägäis heute wie vor tausenden von Jahren die Menschen an. Das azurblaue Wasser, das unvergleichlich helle Licht und vor allem die Beständigkeit der Winde schaffen die Voraussetzungen für einen regen Schiffsverkehr zu den Inseln.

Gerade kleinere Schiffe, wie die Celestyal Olympia mit 720 Kabinen bieten eine dreitägige Kreuzfahrt in der Ägäis mit allem Drum und Dran. Von der Kabine, all inclusive, Unterhaltungsprogramm, Fitness und Massagen kann man es sich zwischen den Landausflügen gut gehen lassen.

 

Kurs auf die sagenumwobenen Inselwelten in der Ägäis

Doch im Mittelpunkt stehen die Besichtigungen. Zweimal am Tag wird aus- und eingeschifft, was dank der professionellen Hilfe des Schiffspersonals reibungslos verläuft. Mit der Partyinsel Mykonos, wo jährlich zwei Mio. Touristen Urlaub machen, beginnt das Ausflugsprogramm. Auf einem Inselrundgang vorbei an den chicen Boutiquen und Cafés sind neben den gepflegten Sandstränden auch die berühmten Windmühlen auf den Anhöhen der Insel nicht zu übersehen. Vom starken Wind dort oben wurden sie schon vor rund 400 Jahren angetrieben, wodurch das Mehl gemahlen werden konnte.

Wer sich für ihre Geschichte interessiert kann das Mühlenmuseum besuchen. Sehenswert sind auch die typischen, strahlend weißen Häuser und Villen. Mit den Flachdächern, kleinen Balkonen und Erker erinnert die Architektur an den Orient.

Antike Bibliothek

Auf dieser Inselhopping Tour wird wie im Bilderbuch umgeblättert. Denn nur ein paar Stunden später geht die Celestyal an der türkischen Ägäis in Kusadasi vor Anker. Das antike Ephesus steht auf dem Besichtigungsprogramm. Einst galt es als größte und bedeutendste, griechische Stadt in Kleinasien. Erdbeben und witterungsbedingte Schäden haben der Architektur stark zugesetzt. Aber heute, akribisch restauriert und wiederhergestellt, erinnern die Tempel, Theater und Wohnhäuser an die Römerzeit des 2. Jh. n. Chr.

 
Höhepunkt, 1908 bei Ausgrabungen entdeckt, ist die Celsus-Bibliothek. Perfekt restauriert, ist sie heute das musikalische Mekka für berühmte Orchester, Pianisten und Opernsänger, die vor der antiken Kulisse ihr Repertoire präsentieren.

Zwischendurch während der Ruhepausen an Bord heißt es entweder mit einem Cocktail in der Hand den Wellen zuzusehen, oder, wer sich angemeldet hat, dem Kapitän des Schiffes, einen Besuch abzustatten.

Kapitän Stathis Romeos, der seit 40 Jahren hinter dem Steuerrad steht, ist  zusammen mit seiner Crew von fünf Offizieren und 20 Helfern  verantwortlich für den richtigen Kurs. Ruhig, aber bestimmt gibt er nur wenige Befehle und bleibt im Hintergrund. Aber seine Ruhe und Erfahrung wirken überzeugend, dass der Kurs auf der Celestyal Olympia stets gehalten wird.

Wallfahrtsort Patmos

Der nächste Hafen auf der Route heißt Patmos, wo sich das Kloster des Heiligen Johannes aus dem Jahr 1088 befindet. Berühmt und als Heiligtum der griechisch-orthodoxen Kirche verehrt, ist die Johannes Grotte, wo der Evangelist aufgrund seiner Visionen die Apokalypse, das letzte Buch des Neuen Testaments verfasste. Holzgeschnitzte Ikonen und Fresken zeigen wie Johannes, der auf Patmos in Verbannung lebte, seine Eingebungen erhielt. Der Blick von den Klostermauern herab auf die kleinen Inseln rundum Patmos strahlt erhabene Ruhe aus. Hier auf der sogenannten heiligen Insel herrscht nur an Ostern große Betriebsamkeit, wenn die Wallfahrer in Scharen zum Heiligtum pilgern.

Auf Kreta ist das ganze Jahr Saison

Im Gegensatz dazu ist auf Kreta das ganze Jahr Saison. Der Palast von Knossos, in dem sich die grausame Sage um das Monster Minotaurus abspielte, übt nach wie vor eine besondere Magie auf die Besucher aus.  Hinzukommt, dass die minoische Kultur, datiert um 2600 v. Chr., als Frühgeschichte der europäischen Kultur zählt.

Guide Irini verweist noch auf ein anderes Kapitel griechischer Geschichte aus der Neuzeit. Auf einer Anhöhe von Heraklion befindet sich die Grabstätte von Nicos Kazantzakis, dem Autor unter anderem des Alexis Sorbas. Als Sohn der Insel Kreta 1883 geboren, wird er heute noch verehrt. “Ich fürchte nichts – Ich hoffe nichts- Ich bin frei” so seine Grabinschrift” spricht vielen Griechen aus der Seele.

Originalrezept für Zaziki

Bevor es auf die Insel Santorin geht, wird eine Lunchpause an Bord eingelegt und der Athener Vasili Ronnliotis, Chefkoch an Bord, stellt sich und seine Crew vor. Ohne Ruhetag zaubert sie für 25 Nationalitäten die Gerichte aus der Küche. “Ich mache das seit vier Jahren hier auf diesem Schiff, nachdem ich in Hotels und Restaurants am Festland gelernt habe”, erklärt er. Seine Mannschaft, die auf 300 Küchenquadratmeter arbeitet, besteht aus 74 Mitarbeitern. Über 1600 Portionen werden tagtäglich zubereitet und serviert. Ronnliotis kocht am liebsten mediterran und lobt dabei auch das gute griechische Öl und den würzigen Käse.

 
Und dann lässt er sich noch überreden, sein Zaziki-Rezept zu verraten: “Ein halbes Kilo griechischen Joghurt, geschälte Gurken ohne Kerne dünn schneiden, mit Öl, Salz, Knoblauch und Dill verrühren. Dazu kommt ein Schuss Ouzo und für eine Nacht wird das originale Zaziki dann in den Kühlschrank gestellt”.

Letzte Sonnenstrahlen auf Santorin

Die Insel Santorin im Süden der Kykladen, wird vom Schiff aus mit Tenderbooten erreicht. Schon bei der Anfahrt begeistert die außergewöhnliche Lage der ringförmig angeordneten Inselorte. Wie auf den Felsenkamm geklebt, liegen die Häuser auf dem Vulkankrater, der gefüllt mit Meereswasser die skurrile Ansicht prägt.

 
Der Ort Oia ist neben seiner speziellen Häuserarchitektur mit gerundeten Dächern, der Aussichtspunkt für gigantische Sonnenuntergänge. Noch strahlte das helle Ägäislicht auf das bunte Dorf Oia. Doch wenn die Sonne untergeht und ihr goldenes Licht in die Ägäis ergießt, dann versinken Zeit und Raum und es bleibt Natur pur.

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung

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Inselhopping in Kroatien

Tourismus hat in Kroatien schon seit Ende des 19. Jahrhunderts eine lange Tradition, seit einigen Jahren erfährt er eine großartige Renaissance. Türkisblaues, klares Wasser und flache Kiesel-/Sandstrände machen die Kvarner Bucht zu einem beliebten Ziel für Familien. Wer dem Rummel am Strand entgehen will, findet im Inselhüpfen mit einem Motorsegler von I.D. Riva Tours eine abwechslungsreiche Alternative.

Tourismus hat in Kroatien schon seit Ende des 19. Jahrhunderts eine lange Tradition, seit einigen Jahren erfährt er eine großartige Renaissance. Türkisblaues, klares Wasser und flache Kiesel-/Sandstrände machen die Kvarner Bucht zu einem beliebten Ziel für Familien. Wer dem Rummel am Strand entgehen will, findet im Inselhüpfen mit einem Motorsegler von I.D. Riva Tours eine abwechslungsreiche Alternative. Die Entdeckung der vielen Gesichter von Kroatiens märchenhafter Inselwelt lässt sich auf einer Kreuzfahrt in Kroatien mit einem Tauch- und Badeurlaub auf kongeniale Weise verbinden. Mit einem Mini-Cruiser wie der „M/Y Vita“ hat man das schwimmende Hotel stets dabei.

Badespaß für Jung und Alt bei einer Kreuzfahrt in Kroatien

Kapitän Silvio Vukovic (54) kennt  das Segelrevier an der kroatischen Adriaküste wie seine Westentasche. Der große, dunkelhaarige Mann mit den strahlenden Augen liebt und lebt seinen Job, den er seit über 30 Jahren macht – früher auf der „MS Mirabela“, einem Motorsegler,  und seit 2014 auf der „M/Y Vita“, die nach seinen und den Vorstellungen seiner Gäste gebaut wurde.

Silvio Vukovic ist nicht nur Kapitän, sondern auch Eigner der 37-Meter-Yacht, die mit 18 klimatisierten Kabinen Platz für 38 Gäste bietet.  Auch die Söhne Branimir und Petar packen fleißig mit an, wenn es heißt, in einer Bucht den Anker auszuwerfen und mit der Leine ans gegenüberliegende Ufer zu schwimmen, um das Schiff sicher zu vertäuen. Danach werden die beiden Badeleitern am Heck ins Wasser gelassen. Erwachsene und Kinder stehen dann gleichermaßen in den Startlöchern, um sich bei 38 Grad Lufttemperatur ins kristallklare, türkisblaue Wasser der Adria zu stürzen. Mit knapp fünf Jahren sind die Zwillinge Emilia und Konstantin aus Passau die jüngsten, Annelie (78) und Bodo (80) aus München die ältesten Passagiere.

Männer werden wieder zu Kindern im Wettkampf um den weitesten „Köpper“ über eine Schwimmnudel. Sie haben ebenso ihren Spaß daran wie die ganz Kleinen und älteren Jugendlichen. Neueste Schnorchel-Masken werden zur Erprobung ausgetauscht, über Seeigel, Seegurken und Fischschwärme wird gefachsimpelt. In der familiären Atmosphäre an Bord werden auch die Gäste, die für sieben Tage an Bord bleiben, schnell zu einer großen Familie auf Zeit.

Festival-Stadt Rijeka

Begonnen hat unsere Reise durch die Kvarner Bucht – eine Melange aus Inseln, Küste und Gebirge – im Hafen von Rijeka, der drittgrößten Stadt Kroatiens, die für ihre Altstadt, ihr Nachtleben, ihren Karneval und ihre zahlreichen Festivals bekannt ist. Wer der Sommerhitze der Küste einmal entfliehen will, ist in kürzester Zeit in einem Wald und in den Bergen im Ucka-Gebirge, im Platak-Gebirge oder auf der Hochbene Gorski mit ihren Nationalparks.

Sonnabendmittag heißt es in Rijeka Leinen los, und die „M/Y Vita“ bringt uns zwei Stunden später in die erste einsame Badebucht. Die große Hitze tangiert uns nicht, denn auf dem Wasser weht immer ein leichter Fahrtwind und das Sonnendeck  mit den bequemen  Rattan-Liegen ist durch ein leicht transparentes Dach geschützt. Mit einem kühlen Drink lässt sich auch die größte Hitze gut ertragen. Der erste Seetag endet am Abend im Hafen der rummeligen Insel Krk. In einer Konoba (kleines Restaurant) genießen wir frische Meeresfrüchte und kroatischen Wein.

Zauberhaftes Rab

Mit dem Frühstück um 8 Uhr läuft die „M/Y Vita“ am nächsten Morgen aus, um an diesem Seetag zweimal in einer Badebucht Halt zu machen. Es ist früher Abend, als wir den Hafen von Rab erreichen. Die Altstadt mit ihren Bauten aus der Frühromanik und  den vier Glockentürmen gleicht einem Viermaster. Der höchste Glockenturm misst 26 Meter und gehört zur ehemaligen Kathedrale der heiligen Maria zur Himmelfahrt. Seinen Zwillingsbruder werden wir in Zadar entdecken, das wir auf unserer siebentägigen Tour ebenfalls besuchen.

Im 2000 Jahre alten Rab bringt uns Guide Janna die Geschichte und die Sehenswürdigkeiten der durch die Venezianer geprägten Stadt näher, die auf der gleichnamigen Insel liegt. Zu ungewöhnlicher Berühmtheit gelangte Rab 1936, als der britische Ex-König Edward bei einem Besuch mit seiner Geliebten Wallis Simpson auf der Liebesinsel einen Nacktbadestrand eröffnete. FKK kam allerdings erst zu Titos Zeiten so richtig in Mode, genießt aber bis heute in Kroatien einen hohen Stellenwert.

Gute Stimmung an Bord

Die Stimmung an Bord ist blendend. Es kommt keine Langeweile auf, die größeren Kinder spielen mit den kleinen Puzzle oder ein Ratespiel, wenn sie nicht gerade im azurblauen Wasser der Adria  herumtoben.  Ein kleines, engagiertes Team schmeißt den Laden an Bord, und jeden Morgen um 8 Uhr läutet die Glocke zum Frühstücksbuffet, um 12.30 Uhr noch einmal zum Mittagessen. Dazwischen gibt es Obst nach Lust und Laune bis wir die nächste geschützte Badebucht anlaufen.

Täglich zaubert der Koch in der kleinen Kombüse erstaunlich leckere Drei-Gänge-Menüs, die von den Kellnern Kruno und Gloria an schön gedeckten Tischen serviert werden. Die beiden sorgen auch für den Getränkenachschub von der Bar, die sich zwischen klimatisiertem Salon und überdachtem Outdoor-Restaurant befindet. Jeden Abend liegt das Schiff in einem anderen Hafen, und die Gäste können die Städtchen und die landestypische Küche in einer Konoba entdecken. Neben Rab und Krk haben wir Gelegenheit, reizvolle Städtchen wie Cres, Sali oder Mali Losinj zu erkunden.

Kornati-Nationalpark

Zu den Höhepunkten der Reise, die auch in Rijeka endet, gehört sicherlich die Durchquerung des Nationalparks Kornati, mit 147 Inseln die größte und dichteste Inselansammlung im Adriatischen Meer. Schon Nobelpreisträger George Bernhard Shaw schrieb: „Am letzten Schöpfungstag wollte Gott sein Werk krönen, so schuf er aus Tränen, Sternen und Atem die Kornaten.“

Reiseinfos in Kürze zur Kreuzfahrt in Kroatien

Anreise: Mit dem Auto oder Zug. Direktflüge ab Hamburg und Düsseldorf (ca. 1.15 Std.) nach Krk-Rijeka gibt es mit Germanwings. Der Transfer nach Rijeka dauert je nach Verkehrslage ca. 30 bis 40 Minuten. Die Ein- und Ausschiffung erfolgt immer sonnabends von 11 bis 13 Uhr. Pkws können ab 9 Uhr für diese Woche in einer Tiefgarage untergestellt werden.

Veranstalter: Die „MY Vita“ gehört zur I.D. Riva-Flotte und ist das neueste und komfortabelste Schiff von Riva Tours. Die Saison dauert  von April bis Oktober. Gebucht werden können diese und ähnliche  Kreuzfahrten – auch in Verbindung mit Radfahren und Wandern – in Reisebüros, bei I.D. Riva Tours, Neuhauser Str.27, 80331 München, Tel. 089/2311000 oder im Internet. www.idriva.de Preise: Badefahrten für 7 Tage inkl. 5 Tage HP, 2 Tage VP, Captains-Dinner und Ausflügen kosten pro Person im September von € 369,- bis € 799,-Euro.

Hotel-Tipps: Luxus beim Vorübernachten bietet das 4-Sterneplus-Hotel „Kvarner Palace“ www.kvarnerpalace.info

in Crikvenica mit einen Blick auf die Kvarner Bucht und die umliegende Inselwelt, es ist in 30 Minuten zu erreichen. – Das „Botel Marina“ www.botel-marina.com/de/botel st ein Hostel, es liegt im Zentrum von Rijeka, nur wenige Gehminuten vom Riva-Tours-Anleger entfernt.

Reiseliteratur: „Kroatien“, Hubert Beyerle, Dumont, 440 S., 24,99 Euro

Mehr zu Kroatien findet man auf http://www.visit-croatia.eu/de/

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung

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Im Land der Trolle

Eines sollten Sie bei einer Kreuzfahrt mit der „Costa Magica“ ins norwegische Fjordland getrost vergessen: Hektik und Alltagslärm. Denn auf einer der landschaftlich schönsten Seereisen der Welt spielt die Natur die Hauptrolle. Auch das Kalorienzählen sollte tunlichst bis nach der Reise vertagt werden: Eine leckere Küche in vier verschiedenen Restaurants und zehn Bars sorgen für italienische Lebensfreude an Bord.

Eines sollten Sie bei einer Kreuzfahrt mit der „Costa Magica“ ins norwegische Fjordland getrost vergessen: Hektik und Alltagslärm. Denn auf einer der landschaftlich schönsten Seereisen der Welt spielt die Natur die Hauptrolle. Auch das Kalorienzählen sollte tunlichst bis nach der Reise vertagt werden: Eine leckere Küche in vier verschiedenen Restaurants und zehn Bars sorgen für italienische Lebensfreude an Bord. Selbst die Anreise nach Bremerhaven, das von Costa 2017 erstmals angelaufen wurde, ist entspannt, weil es ausreichend Parkplätze und eine gute Zuganbindung gibt. Im nächsten Jahr kommt Costa zurück, diesmal mit der „Mediterranea“.

Neuer Heimathafen

Für den jungen Brasilianer Yuri Paess ist es „wie eine Rückkehr nach Hause“,  als die „Costa Magica“ zum ersten Mal in  Bremerhaven anlegt, um von dort auf  Norwegen-Kreuzfahrt zu gehen. Der Blick auf Klimahaus und Columbus Cruise Center erinnert den 21-jährigen, der an der Rezeption arbeitet, an seine Zeit als  Austauschschüler. Eine Premiere ist es für die Reederei und die Stadt Bremerhaven: Erstmals gehen 2017 dort deutsche Gäste und einige Franzosen an Bord eines Costa-Schiffes.

Stop in Amsterdam

Doch zunächst führt die Fahrt nach Amsterdam, wo weitere Passagiere  an Bord kommenden. Holländer, Italiener, Franzosen und Engländer: Das Publikum auf der „Costa Magica“ ist international, die Anreise nach Amsterdam eine ganz spezielle: Als der Ozeanriese die  Schleuse des „Nordzeekanals“  passiert, ist das Millimeterarbeit. Zwischen Schiffsrumpf  und Mauer passt nur eine Handbreit. In Amsterdam liegt die „Costa Magica“ nur zehn Gehminuten vom Zentrum entfernt. Ein Besuch des Blumenmarktes und des van-Gogh-Museums sind ein absolutes Muss. Auf keinen Fall versäumen sollte man eine Grachten-Fahrt, denn vom Wasser aus erschließt sich die holländische Geschichte am besten: Die Häuser der einst reichen Kaufleute sind mit eindrucksvollen Dachgiebeln verziert.

Bergen: Tor zu den Fjorden

Nach einem erholsamen Seetag läuft die „Costa Magica“ in Bergen, Norwegens Tor zu den Fjorden, ein. www.fjordnorway.com Mehrfach abgebrannt und immer wieder aufgebaut, hat die Handelsstadt aus dem 13. Jahrhundert nichts von ihrem Charme verloren. Im Weltkulturerbe Bryggen mit seinen bunten Holzhäuschen gibt es viele kleine Geschäfte und (Kunst-)Handwerksbetriebe. Die Standseilbahn gegenüber dem Fischmarkt bringt Besucher in wenigen Minuten auf den Fløyen (320 Meter), einer von sieben Bergen, die die Stadt umgeben. Ein Park Mit Troll-Skulpturen hat auf Kinder und Erwachsene eine magische Anziehungskraft und inspiriert zu lustigen Selfies. Der Panoramablick über Stadt und Fjord ist atemberaubend.

Tosende Wasserfälle

Wir fahren weiter nach Norden, ab jetzt wird es nachts nicht mehr dunkel. Grün bewaldete oder schroffe Felswände, schneebedeckte Berggipfel und  wilde Wasserfälle bestimmen das Landschaftsbild. Tief hängen die Wolken über den Bergen, als am nächsten Morgen in Hellesylt etliche Passagiere für eine Überlandtour ausgebootet werden. Die Fahrt durch das tiefblaue Wasser des Geiranger-Fjords ist wie eine Fahrt durch ein wildromantisches Gemälde. Berge, Gletscher und Wasserfälle – unter anderem die berühmten „Sieben Schwestern“ -, die sich aus 300 Metern senkrecht in die Tiefe stürzen, passieren wir.

Am späten Vormittag erreicht die „Costa Magica“ Geiranger. Wie von Zauberhand reißt der Himmel auf. Im Hafen angekommen, lohnt sich ein Blick auf den Fjord von oben. Langsam schlängelt sich der Bus über die steilen Berghänge. Von der Adlerkehre oder dem 1.500 Meter hohen Berg Dalsnibba mit dem „Geiranger Skywalk“, ein garantiert luftiges Erlebnis in 1500 Metern, hat man spektakuläre Ausblicke auf die Berglandschaft und den Geirangerfjord. Empfehlenswert ist auch eine Bootsfahrt vorbei an den berühmten Wasserfällen. Dort zeigt sich die Natur von ihrer ungezähmten und schönsten Seite.

Königliche Sportfischer

In der Gemeinde Åndalsnes  überrascht  uns am nächsten Tag nicht nur ein architektonisch interessantes Tourismus-Center mit einem phantastischen Drei-D-Kino, sondern auch die Raumabahn, die durch eine der wildesten Landschaften führt, die Westnorwegen zu bieten hat. Die kleine Hafenstadt am Ufer des Raumaflusses ist berühmt für ihre Lachse. Jedes Jahr zieht sie begeisterte Sportfischer aus der ganzen Welt an. Regelmäßig erhält die Stadt sogar königlichen Besuch: Den englischen Royals  – allen voran Prinz Charles – haben es die riesigen Lachse des Rauma angetan. Das Dorf ist außerdem Ausgangspunkt für Wanderungen zum Trollstigen. Viele der Gebirgsgipfel haben Namen von Trollen, die der Sage nach zu Stein erstarrten, als die Sonne sie traf

Spektakuläre Flåmbahn

Am Aurlandsfjord liegt der 450-Seelen-Ort Flåm. Klein, aber weltberühmt, weil dort die spektakuläre Flåmbahn beginnt, die sich mit der Bergenbahn fortsetzt. Die Flåmbahn gehört zu den steilsten Bahnstrecken der Welt auf Normalspur. Die einstündige Zugfahrt nach Myrdal führt durch 20 Tunnel, vorbei an imposanten Wasserfällen, steil abfallenden Felswänden und beeindruckenden Landschaften.

127 Seemeilen weiter südlich liegt Stavanger, die letzte Station, bevor die Heimreise beginnt. Bekanntestes Bauwerk ist der Dom am Marktplatz, mit dessen Errichtung bereits 1125 begonnen wurde. Ganz großes Landschafts-Kino gibt es zum Abschluss unserer  Nordlandreise noch einmal im Großraum Stavanger. Auf Boot und Bus folgt eine Wanderung zum Preikestolen, die allerdings nicht für Fußkranke geeignet ist: 330 Höhenmeter müssen bis zur berühmten Felsenplattform überwunden werden. Stavanger selbst ist eine Stadt zum Shoppen und Norwegens erste Adresse für kulinarische Genüsse und Kultur.

Reiseinformationen in Kürze

Anreise: Nach Bremerhaven mit Zug oder Auto, dort gibt es reichlich Parkplätze. Am Bahnhof fahren bei An- und Abreise für Kreuzfahrtgäste kostenlose Shuttlebusse zum Terminal. 2017 läuft Costa bis Anfang September Bremerhaven an. 2018 wird die „Costa Mediterranea“ 14mal am Columbus Kai festmachen, das erste Mal am 12. Mai, von dort geht es für eine Woche zu Europas Metropolen. Insgesamt siebenmal geht die „Mediterranea“ 2018 auf die Fjordland-Tour, das erste Mal am 9. Juni.

Währung: Norwegische Kronen.

Warnhinweis: Auf Märkten und in Supermärkten wird Walsalami verkauft, oft als Geschenkpackung zusammen mit Rentier- und Elchsalami. In Norwegen sind Verkauf und Verzehr legal, die Einfuhr in die EU ist allerdings strafbar.

Tipps: Ausflüge auf eigene Faust:  Amsterdam:  Eine Stunde Grachten-Rundfahrt gibt es für 11 Euro bei „Reedery P. Kooy“. Bergen mit der 24-Stunden-Bergen Card erkunden  (ca. 25,93 Euro). Es gibt sie in der Touristen-Info beim Fischmarkt. Geiranger: Fahrt mit dem Panorama-Bus (ca. 22 Euro) und mit dem Boot (ab 230 Kronen/ca. 24,85 Euro). Bahnfahrten auf eigene Faust sollten vorab übers Internet gebucht werden, weil sie schnell ausverkauft sind.

Literatur: Norwegen – Das Fjordland, Marie Helen Banck, Dumont, 292 S.,17,90 Euro

Mehr Infos unter: www.costakreuzfahrten.de und www.fjordnorway.com

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung

 

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Abtauchen mit der Sea Star

Es ist heiß, windig und sehr wellig. Für viele Gäste auf der Cat Cocos-Fähre von Praslin nach Mahé zu wellig. Zwischen lachenden Einheimischen mit Bier in der Hand und Asiaten mit grünen Gesichtern und Spucktüten lasse ich mir die Gischt ins Gesicht spritzen und genieße die Seeluft und das salzige Wasser auf meinem Gesicht. Die nächsten Tage sind wir auf der Sea Star, einem Segelschiff von Silhouette Cruises mit Platz für knapp 20 Personen. Da ist es gut, seefest zu sein.

Es ist heiß, windig und sehr wellig. Für viele Gäste auf der Cat Cocos-Fähre von Praslin nach Mahé zu wellig. Zwischen lachenden Einheimischen mit Bier in der Hand, gibt es einige Gäste mit grünen Gesichtern und Spucktüten in der Hand. Ich lasse mir die Gischt ins Gesicht spritzen und genieße die Seeluft und das salzige Wasser auf meiner Haut. Die nächsten Tage sind wir auf der Sea Star, einem Segelschiff von Silhouette Cruises mit Platz für knapp 20 Personen. Da ist es gut, seefest zu sein.

Treffpunkt ist der Inter Island Quay im Hafen von Victoria, der Hauptstadt von Mahé. Die vier Schiffe der kleinen Reederei sind vom Terminal der Fähre gut zu sehen und in nur fünf Minuten zu Fuß zu erreichen. Am Pier herrscht reges Treiben, denn drei Schiffe laufen heute aus. Unser Schiff ist die Sea Star, eine 40 Meter lange Yacht mit drei Masten und fünf Bermuda Segeln. Das Schiff verfügt über neun Gästekabinen. Im Inneren des Segelschiffs befindet sich eine Bar sowie ein Raum, der bei schlechtem Wetter fürs Essen genutzt wird. Alles voll klimatisiert. Am Achterdeck befindet sich eine Sitzecke, die überdacht ist. Hier findet das Bordleben statt.

Das Motto dieser Segeltour ist Tauchen

Das Motto dieser Segeltour ist Tauchen, denn von den 14 Gästen haben zwölf ein Tauchpaket gebucht. Zehn davon kommen aus St. Petersburg. Eine russische Tauchgruppe, die – wie sich später herausstellt – schon an vielen Plätzen der Welt getaucht sind. An Bord befinden sich deshalb auch zwei Tauchlehrer, die die Gruppen bei den Tauchgängen begleiten. Neben den russischen Gästen ist noch ein französisches Paar an Bord, die ebenfalls zum Tauchen auf die Seychellen gekommen ist. Ein Glück, das wir auch Taucher sind und für einige Tauchgänge unter Wasser gehen werden. Die Seychellen sind ein großartiges Tauchrevier mit einer Unterwasserwelt aus Granitfelsen, Korallen und jeder Menge bunter Fische. Wir haben während unserer Tauchgänge sogar Haie, Rochen und Schildkröten gesehen.

 

Nach dem die Sea Star beladen ist und alle Gäste an Bord sind, geht’s auch schon los. Gegen Nachmittag verlässt das Schiff den Hafen von Victoria und nimmt Kurs auf unseren ersten Liegeplatz. Nur knapp eine Stunde dauert die Tour, bis der junge Kapitän Chihep aus Kairo den Anker fallen lässt. Wir sind immer noch in Sichtweite von Mahé, der größten Insel der Seychellen. Die Tauchlehrer nutzen die Zeit, um das Equipment fertig zu machen. Nur wenig später verschwindet die erste Gruppe im Wasser. Ein Anblick, den uns die gesamte Tour begleiten wird, denn bis zu drei Tauchgänge am Tag müssen absolviert werden. Da bleibt für die Truppe aus St. Petersburg nur wenig Zeit zur Erholung. Aber das ist für die Taucher, die zwischen 30 und 55 Jahre alt sind, auch nicht das Ziel dieser Reise.

Kreolisches Essen aus einer winzigen Küche

Anders als bei uns und den beiden Franzosen, die „nur“ acht Tauchgänge in der Woche gebucht haben. Wir nutzen die Liegezeiten, um uns auf das Sonnendeck am Bug zu legen und um zu entspannen. Der Koch, der in einer winzigen Küche für das Essen an Bord sorgt, zeigt uns den großen Jobfish, den es am Abend zu essen gibt. Da dieser noch gefroren ist, hängt der Fisch an einer langen Leine im warmen Meerwasser, um aufzutauen. Kreolische Küche begleitet und die gesamte Woche. Dazu gibt es Obst und zum Kaffee Kekse. Inzwischen sind die Taucher zurück an Bord und berichten über das, was sie unter Wasser gesehen haben. Gegen 18:30 Uhr wird die Schiffsglocke geläutet. Das Zeichen an Bord, dass das Essen angerichtet ist.

Die erste Nacht in der Kabine ist ruhig. Das Schiff liegt still in der Bucht auf dem Wasser. Nur das Holz knarrt recht laut, wenn jemand über den Flur geht. Um 6:30 Uhr wache ich von dem Knarren auf. Die Tauchgruppe macht sich für den ersten Tauchgang fertig. Um 7 Uhr, so die Info vom Tauchlehrer, geht’s in die beiden Beiboote zum ersten Tauchspot. Ich stehe mit auf uns schaue mir das Treiben an Bord an, genehmige mir derweil einen Kaffee, der im Reisepreis enthalten ist. Alle weiteren Getränke (außer Wasser und Tee) müssen bezahlt werden. Frühstück gibt’s, wenn die Gruppe vom Tauchen zurück ist.

 

Nachdem das morgendliche Ritual an Bord beendet ist, lichtet der Kapitän den Anker und nimmt Kurs auf die Insel Praslin. Die Überfahrt dauert etwa vier Stunden und wird, nach Aussage der Crew, sehr wellig werden. Zu meiner Freude setzt der Kapitän ein großes Segel. Es wird leider das einzige Mal auf der gesamten Tour sein, auf der gesegelt wird.

Nachts liegen wir vor Anker bei Praslin

Am späten Nachmittag erreichen wir unseren Liegeplatz, an dem wir die Nacht ankern werden. Es ist eine Bucht der Insel Praslin, in der wir auch die kommenden Nächte verbringen werden. Die Wetterlage, so der Kapitän, lässt keine andere Möglichkeit zu. Wir und auch die anderen Gäste, hätten gerne auch mal andere Buchten der fantastischen Inselwelt gesehen. Nachdem der Anker im Wasser ist, kommen die Taucher wieder zum Zug. Inzwischen ist sowas wie Routine zu spüren. Neben den drei bisherigen Tauchgängen der letzten Stunden folgen noch zehn weitere in den nächsten Tagen.

Der nächste Tag bringt uns auf die Insel Curieuse, eine weitgehend unbewohnte Insel, auf der eine Aufzuchtstation für Riesenschildkröten zu finden ist. Die Sea Star ankert auf der anderen Seite der Insel, so dass wir einen ausgedehnten Spaziergang durch die Mangrovenwälder der Insel machen können. Curieuse ist neben Praslin die einzige Insel, auf der die Seychellenpalme Coco de Mer endemisch beheimatet ist. Am größten Strand der Insel befindet sich auch das Haus der ehemaligen Leprastration. Die Insel diente im 19. Jahrhundert auch als Aussätzigenlager für Leprakranke.

Das Paradies heißt Grande Soeur

Morgens geht’s weiter in Richtung Grande Soeur und Petite Soeur. Die beiden Schwesterinseln sind unbewohnt und die Insel darf auch nur zu bestimmten Zeiten betreten werden. Hier sieht es aus, wie im Paradies. Weißer Strandsand, Palmen und kaum Menschen. Traumhaft! Wie für die meisten Inseln, muss man für das Betreten eine Gebühr bezahlen. Die Marine Conservation Fee beträgt etwa 182 Euro und beinhaltet auch die Gebühren der Nationalreservate der Seychellen sowie die Eintrittsgelder und Anlandungsgebühren. Am Nachmittag lichtet Kapitän Chihep den Anker und nimmt Kurs auf Coco Island, eine kleine Granitinsel, die eine fantastische Unterwasserwelt bietet.

Coco de Mer mit Zertifikat für 350€

Den vorletzten Tag verbringen wir vormittags auf der Insel Aride, einem Naturreservat, das über mehr Vogelarten verfügt, als jede andere Insel der Seychellen. Hier gibt es fünf endemische Vogelarten und drei Arten mit der weltweit größten Population. Nachmittags geht’s zurück zur Insel Praslin. Unser Ziel ist das berühmte „Vallee de Mai“, das von der UNSECO zum Weltnaturerbe ernannt worden ist. Hier ist die riesige Kokosnuss Coco de Mer heimisch und der Black Parrot, der nur auf dieser Insel vorkommt. Bei einer Führung durch den Nationalpark erfahren wir, dass die Kokosnuss über 35 Jahre braucht, um Früchte zu tragen und dass diese Pflanzen nur hier und auf der Insel Curieuse wachsen. Versuche, die Kokosnuss auf anderen Inseln anzupflanzen sind gescheitert. Und so dürfen diese großen Nüsse auch nur mit Zertifikat außer Landes gebracht werden. Wer die Coco de Mer als Souvenir mit nach Hause nehmen möchte, muss tief in die Tasche greifen. Rund 350€ kostet ein Exemplar mit Zertifikat.

 

Zurück in unserer nächtlichen Bucht bei Praslin findet heute ein Nachttauchgang statt. Für viele Taucher ein besonderes Erlebnis, denn nachts sind oftmals andere Fische zu sehen. Und so werden die Taucher mit Taschenlampen ausgestattet und mit den Booten zum Tauchplatz gebracht. „Tiefer als acht Meter geht’s nicht“, berichtet einer der beiden Tauchlehrer. Leider, so die Taucher später, war die Sicht nicht gut und so wurden nur wenige Fische gesichtet.

Den letzten Tag verbringen wir auf La Dique

Der letzte Tag steht ganz im Zeichen der Insel La Dique, eine der schönsten Inseln der Seychellen. Die Sea Star ankert weit weg vom Ufer und die Boote bringen uns an Land. Hier gibt es den Anse Source d’Argent, einer der meist fotografierten Strände der Welt. Er bietet durch die eindrucksvollen Granitformationen einen atemberaubenden Anblick. Da wir vor der Tour ein paar Tage auf der Insel verbracht haben, entscheiden wir uns zusammen mit dem französischen Paar per Taxi an den Strand Anse Marron zu fahren.

 

Von La Dique geht es direkt zurück nach Mahé. Diesmal ist die lange Überfahrt nicht so wellig und wir verbringen die letzte Nacht an Bord im Ste. Anne Marine Park ehe es am nächsten Morgen gegen halb neun am Inter Isand Quai wieder von Bord geht.

Weitere Infos zur Tauchreise mit Silhouette Cruises

Silhouette Cruises, gegründet 1997, bietet Kreuzfahrten auf zwei modernen und zwei historischen Segelschiffen (Baujahre 1915/1920) durch die Inselwelt der Seychellen an. Die Kombination aus der Romantik von Kreuzfahrten unter Segeln sowie der Vielfalt aus Natur und Kultur der Inselgruppe der Seychellen sorgt für einen gleichermaßen entspannten als auch abwechslungsreichen Urlaub. Die Routen und die Atmosphäre an Bord der modernen »Sea Star« und »Sea Bird« sowie auf den historischen Seglern »Sea Shell« und »Sea Pearl« sprechen verschiedene Zielgruppen gleichermaßen an. Weitere Infos gibts unter http://www.seychelles-cruises.com/

Hinweis: Die Reise fand auf Einladung statt.

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