Kategorie: Kreuzfahrt

Kreuzfahrt – Traumziele erreichen mit einer Fernreise, mit Reisen nach Europa und in alle Welt. Immer noch nicht sicher, wohin der nächste Urlaub gehen soll? Im Reisemagazin breitengrad53.de gibt’s die besten Urlaubstipps und Reportagen über Traumreisen, Kreuzfahrten und Urlaubsziele. Die besten Angebote gibt’s hier…

Inselhopping in Kroatien

Tourismus hat in Kroatien schon seit Ende des 19. Jahrhunderts eine lange Tradition, seit einigen Jahren erfährt er eine großartige Renaissance. Türkisblaues, klares Wasser und flache Kiesel-/Sandstrände machen die Kvarner Bucht zu einem beliebten Ziel für Familien. Wer dem Rummel am Strand entgehen will, findet im Inselhüpfen mit einem Motorsegler von I.D. Riva Tours eine abwechslungsreiche Alternative.

Tourismus hat in Kroatien schon seit Ende des 19. Jahrhunderts eine lange Tradition, seit einigen Jahren erfährt er eine großartige Renaissance. Türkisblaues, klares Wasser und flache Kiesel-/Sandstrände machen die Kvarner Bucht zu einem beliebten Ziel für Familien. Wer dem Rummel am Strand entgehen will, findet im Inselhüpfen mit einem Motorsegler von I.D. Riva Tours eine abwechslungsreiche Alternative. Die Entdeckung der vielen Gesichter von Kroatiens märchenhafter Inselwelt lässt sich auf einer Kreuzfahrt in Kroatien mit einem Tauch- und Badeurlaub auf kongeniale Weise verbinden. Mit einem Mini-Cruiser wie der „M/Y Vita“ hat man das schwimmende Hotel stets dabei.

Badespaß für Jung und Alt bei einer Kreuzfahrt in Kroatien

Kapitän Silvio Vukovic (54) kennt  das Segelrevier an der kroatischen Adriaküste wie seine Westentasche. Der große, dunkelhaarige Mann mit den strahlenden Augen liebt und lebt seinen Job, den er seit über 30 Jahren macht – früher auf der „MS Mirabela“, einem Motorsegler,  und seit 2014 auf der „M/Y Vita“, die nach seinen und den Vorstellungen seiner Gäste gebaut wurde.

Silvio Vukovic ist nicht nur Kapitän, sondern auch Eigner der 37-Meter-Yacht, die mit 18 klimatisierten Kabinen Platz für 38 Gäste bietet.  Auch die Söhne Branimir und Petar packen fleißig mit an, wenn es heißt, in einer Bucht den Anker auszuwerfen und mit der Leine ans gegenüberliegende Ufer zu schwimmen, um das Schiff sicher zu vertäuen. Danach werden die beiden Badeleitern am Heck ins Wasser gelassen. Erwachsene und Kinder stehen dann gleichermaßen in den Startlöchern, um sich bei 38 Grad Lufttemperatur ins kristallklare, türkisblaue Wasser der Adria zu stürzen. Mit knapp fünf Jahren sind die Zwillinge Emilia und Konstantin aus Passau die jüngsten, Annelie (78) und Bodo (80) aus München die ältesten Passagiere.

Männer werden wieder zu Kindern im Wettkampf um den weitesten „Köpper“ über eine Schwimmnudel. Sie haben ebenso ihren Spaß daran wie die ganz Kleinen und älteren Jugendlichen. Neueste Schnorchel-Masken werden zur Erprobung ausgetauscht, über Seeigel, Seegurken und Fischschwärme wird gefachsimpelt. In der familiären Atmosphäre an Bord werden auch die Gäste, die für sieben Tage an Bord bleiben, schnell zu einer großen Familie auf Zeit.

Festival-Stadt Rijeka

Begonnen hat unsere Reise durch die Kvarner Bucht – eine Melange aus Inseln, Küste und Gebirge – im Hafen von Rijeka, der drittgrößten Stadt Kroatiens, die für ihre Altstadt, ihr Nachtleben, ihren Karneval und ihre zahlreichen Festivals bekannt ist. Wer der Sommerhitze der Küste einmal entfliehen will, ist in kürzester Zeit in einem Wald und in den Bergen im Ucka-Gebirge, im Platak-Gebirge oder auf der Hochbene Gorski mit ihren Nationalparks.

Sonnabendmittag heißt es in Rijeka Leinen los, und die „M/Y Vita“ bringt uns zwei Stunden später in die erste einsame Badebucht. Die große Hitze tangiert uns nicht, denn auf dem Wasser weht immer ein leichter Fahrtwind und das Sonnendeck  mit den bequemen  Rattan-Liegen ist durch ein leicht transparentes Dach geschützt. Mit einem kühlen Drink lässt sich auch die größte Hitze gut ertragen. Der erste Seetag endet am Abend im Hafen der rummeligen Insel Krk. In einer Konoba (kleines Restaurant) genießen wir frische Meeresfrüchte und kroatischen Wein.

Zauberhaftes Rab

Mit dem Frühstück um 8 Uhr läuft die „M/Y Vita“ am nächsten Morgen aus, um an diesem Seetag zweimal in einer Badebucht Halt zu machen. Es ist früher Abend, als wir den Hafen von Rab erreichen. Die Altstadt mit ihren Bauten aus der Frühromanik und  den vier Glockentürmen gleicht einem Viermaster. Der höchste Glockenturm misst 26 Meter und gehört zur ehemaligen Kathedrale der heiligen Maria zur Himmelfahrt. Seinen Zwillingsbruder werden wir in Zadar entdecken, das wir auf unserer siebentägigen Tour ebenfalls besuchen.

Im 2000 Jahre alten Rab bringt uns Guide Janna die Geschichte und die Sehenswürdigkeiten der durch die Venezianer geprägten Stadt näher, die auf der gleichnamigen Insel liegt. Zu ungewöhnlicher Berühmtheit gelangte Rab 1936, als der britische Ex-König Edward bei einem Besuch mit seiner Geliebten Wallis Simpson auf der Liebesinsel einen Nacktbadestrand eröffnete. FKK kam allerdings erst zu Titos Zeiten so richtig in Mode, genießt aber bis heute in Kroatien einen hohen Stellenwert.

Gute Stimmung an Bord

Die Stimmung an Bord ist blendend. Es kommt keine Langeweile auf, die größeren Kinder spielen mit den kleinen Puzzle oder ein Ratespiel, wenn sie nicht gerade im azurblauen Wasser der Adria  herumtoben.  Ein kleines, engagiertes Team schmeißt den Laden an Bord, und jeden Morgen um 8 Uhr läutet die Glocke zum Frühstücksbuffet, um 12.30 Uhr noch einmal zum Mittagessen. Dazwischen gibt es Obst nach Lust und Laune bis wir die nächste geschützte Badebucht anlaufen.

Täglich zaubert der Koch in der kleinen Kombüse erstaunlich leckere Drei-Gänge-Menüs, die von den Kellnern Kruno und Gloria an schön gedeckten Tischen serviert werden. Die beiden sorgen auch für den Getränkenachschub von der Bar, die sich zwischen klimatisiertem Salon und überdachtem Outdoor-Restaurant befindet. Jeden Abend liegt das Schiff in einem anderen Hafen, und die Gäste können die Städtchen und die landestypische Küche in einer Konoba entdecken. Neben Rab und Krk haben wir Gelegenheit, reizvolle Städtchen wie Cres, Sali oder Mali Losinj zu erkunden.

Kornati-Nationalpark

Zu den Höhepunkten der Reise, die auch in Rijeka endet, gehört sicherlich die Durchquerung des Nationalparks Kornati, mit 147 Inseln die größte und dichteste Inselansammlung im Adriatischen Meer. Schon Nobelpreisträger George Bernhard Shaw schrieb: „Am letzten Schöpfungstag wollte Gott sein Werk krönen, so schuf er aus Tränen, Sternen und Atem die Kornaten.“

Reiseinfos in Kürze zur Kreuzfahrt in Kroatien

Anreise: Mit dem Auto oder Zug. Direktflüge ab Hamburg und Düsseldorf (ca. 1.15 Std.) nach Krk-Rijeka gibt es mit Germanwings. Der Transfer nach Rijeka dauert je nach Verkehrslage ca. 30 bis 40 Minuten. Die Ein- und Ausschiffung erfolgt immer sonnabends von 11 bis 13 Uhr. Pkws können ab 9 Uhr für diese Woche in einer Tiefgarage untergestellt werden.

Veranstalter: Die „MY Vita“ gehört zur I.D. Riva-Flotte und ist das neueste und komfortabelste Schiff von Riva Tours. Die Saison dauert  von April bis Oktober. Gebucht werden können diese und ähnliche  Kreuzfahrten – auch in Verbindung mit Radfahren und Wandern – in Reisebüros, bei I.D. Riva Tours, Neuhauser Str.27, 80331 München, Tel. 089/2311000 oder im Internet. www.idriva.de Preise: Badefahrten für 7 Tage inkl. 5 Tage HP, 2 Tage VP, Captains-Dinner und Ausflügen kosten pro Person im September von € 369,- bis € 799,-Euro.

Hotel-Tipps: Luxus beim Vorübernachten bietet das 4-Sterneplus-Hotel „Kvarner Palace“ www.kvarnerpalace.info

in Crikvenica mit einen Blick auf die Kvarner Bucht und die umliegende Inselwelt, es ist in 30 Minuten zu erreichen. – Das „Botel Marina“ www.botel-marina.com/de/botel st ein Hostel, es liegt im Zentrum von Rijeka, nur wenige Gehminuten vom Riva-Tours-Anleger entfernt.

Reiseliteratur: „Kroatien“, Hubert Beyerle, Dumont, 440 S., 24,99 Euro

Mehr zu Kroatien findet man auf http://www.visit-croatia.eu/de/

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung

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Im Land der Trolle

Eines sollten Sie bei einer Kreuzfahrt mit der „Costa Magica“ ins norwegische Fjordland getrost vergessen: Hektik und Alltagslärm. Denn auf einer der landschaftlich schönsten Seereisen der Welt spielt die Natur die Hauptrolle. Auch das Kalorienzählen sollte tunlichst bis nach der Reise vertagt werden: Eine leckere Küche in vier verschiedenen Restaurants und zehn Bars sorgen für italienische Lebensfreude an Bord.

Eines sollten Sie bei einer Kreuzfahrt mit der „Costa Magica“ ins norwegische Fjordland getrost vergessen: Hektik und Alltagslärm. Denn auf einer der landschaftlich schönsten Seereisen der Welt spielt die Natur die Hauptrolle. Auch das Kalorienzählen sollte tunlichst bis nach der Reise vertagt werden: Eine leckere Küche in vier verschiedenen Restaurants und zehn Bars sorgen für italienische Lebensfreude an Bord. Selbst die Anreise nach Bremerhaven, das von Costa 2017 erstmals angelaufen wurde, ist entspannt, weil es ausreichend Parkplätze und eine gute Zuganbindung gibt. Im nächsten Jahr kommt Costa zurück, diesmal mit der „Mediterranea“.

Neuer Heimathafen

Für den jungen Brasilianer Yuri Paess ist es „wie eine Rückkehr nach Hause“,  als die „Costa Magica“ zum ersten Mal in  Bremerhaven anlegt, um von dort auf  Norwegen-Kreuzfahrt zu gehen. Der Blick auf Klimahaus und Columbus Cruise Center erinnert den 21-jährigen, der an der Rezeption arbeitet, an seine Zeit als  Austauschschüler. Eine Premiere ist es für die Reederei und die Stadt Bremerhaven: Erstmals gehen 2017 dort deutsche Gäste und einige Franzosen an Bord eines Costa-Schiffes.

Stop in Amsterdam

Doch zunächst führt die Fahrt nach Amsterdam, wo weitere Passagiere  an Bord kommenden. Holländer, Italiener, Franzosen und Engländer: Das Publikum auf der „Costa Magica“ ist international, die Anreise nach Amsterdam eine ganz spezielle: Als der Ozeanriese die  Schleuse des „Nordzeekanals“  passiert, ist das Millimeterarbeit. Zwischen Schiffsrumpf  und Mauer passt nur eine Handbreit. In Amsterdam liegt die „Costa Magica“ nur zehn Gehminuten vom Zentrum entfernt. Ein Besuch des Blumenmarktes und des van-Gogh-Museums sind ein absolutes Muss. Auf keinen Fall versäumen sollte man eine Grachten-Fahrt, denn vom Wasser aus erschließt sich die holländische Geschichte am besten: Die Häuser der einst reichen Kaufleute sind mit eindrucksvollen Dachgiebeln verziert.

Bergen: Tor zu den Fjorden

Nach einem erholsamen Seetag läuft die „Costa Magica“ in Bergen, Norwegens Tor zu den Fjorden, ein. www.fjordnorway.com Mehrfach abgebrannt und immer wieder aufgebaut, hat die Handelsstadt aus dem 13. Jahrhundert nichts von ihrem Charme verloren. Im Weltkulturerbe Bryggen mit seinen bunten Holzhäuschen gibt es viele kleine Geschäfte und (Kunst-)Handwerksbetriebe. Die Standseilbahn gegenüber dem Fischmarkt bringt Besucher in wenigen Minuten auf den Fløyen (320 Meter), einer von sieben Bergen, die die Stadt umgeben. Ein Park Mit Troll-Skulpturen hat auf Kinder und Erwachsene eine magische Anziehungskraft und inspiriert zu lustigen Selfies. Der Panoramablick über Stadt und Fjord ist atemberaubend.

Tosende Wasserfälle

Wir fahren weiter nach Norden, ab jetzt wird es nachts nicht mehr dunkel. Grün bewaldete oder schroffe Felswände, schneebedeckte Berggipfel und  wilde Wasserfälle bestimmen das Landschaftsbild. Tief hängen die Wolken über den Bergen, als am nächsten Morgen in Hellesylt etliche Passagiere für eine Überlandtour ausgebootet werden. Die Fahrt durch das tiefblaue Wasser des Geiranger-Fjords ist wie eine Fahrt durch ein wildromantisches Gemälde. Berge, Gletscher und Wasserfälle – unter anderem die berühmten „Sieben Schwestern“ -, die sich aus 300 Metern senkrecht in die Tiefe stürzen, passieren wir.

Am späten Vormittag erreicht die „Costa Magica“ Geiranger. Wie von Zauberhand reißt der Himmel auf. Im Hafen angekommen, lohnt sich ein Blick auf den Fjord von oben. Langsam schlängelt sich der Bus über die steilen Berghänge. Von der Adlerkehre oder dem 1.500 Meter hohen Berg Dalsnibba mit dem „Geiranger Skywalk“, ein garantiert luftiges Erlebnis in 1500 Metern, hat man spektakuläre Ausblicke auf die Berglandschaft und den Geirangerfjord. Empfehlenswert ist auch eine Bootsfahrt vorbei an den berühmten Wasserfällen. Dort zeigt sich die Natur von ihrer ungezähmten und schönsten Seite.

Königliche Sportfischer

In der Gemeinde Åndalsnes  überrascht  uns am nächsten Tag nicht nur ein architektonisch interessantes Tourismus-Center mit einem phantastischen Drei-D-Kino, sondern auch die Raumabahn, die durch eine der wildesten Landschaften führt, die Westnorwegen zu bieten hat. Die kleine Hafenstadt am Ufer des Raumaflusses ist berühmt für ihre Lachse. Jedes Jahr zieht sie begeisterte Sportfischer aus der ganzen Welt an. Regelmäßig erhält die Stadt sogar königlichen Besuch: Den englischen Royals  – allen voran Prinz Charles – haben es die riesigen Lachse des Rauma angetan. Das Dorf ist außerdem Ausgangspunkt für Wanderungen zum Trollstigen. Viele der Gebirgsgipfel haben Namen von Trollen, die der Sage nach zu Stein erstarrten, als die Sonne sie traf

Spektakuläre Flåmbahn

Am Aurlandsfjord liegt der 450-Seelen-Ort Flåm. Klein, aber weltberühmt, weil dort die spektakuläre Flåmbahn beginnt, die sich mit der Bergenbahn fortsetzt. Die Flåmbahn gehört zu den steilsten Bahnstrecken der Welt auf Normalspur. Die einstündige Zugfahrt nach Myrdal führt durch 20 Tunnel, vorbei an imposanten Wasserfällen, steil abfallenden Felswänden und beeindruckenden Landschaften.

127 Seemeilen weiter südlich liegt Stavanger, die letzte Station, bevor die Heimreise beginnt. Bekanntestes Bauwerk ist der Dom am Marktplatz, mit dessen Errichtung bereits 1125 begonnen wurde. Ganz großes Landschafts-Kino gibt es zum Abschluss unserer  Nordlandreise noch einmal im Großraum Stavanger. Auf Boot und Bus folgt eine Wanderung zum Preikestolen, die allerdings nicht für Fußkranke geeignet ist: 330 Höhenmeter müssen bis zur berühmten Felsenplattform überwunden werden. Stavanger selbst ist eine Stadt zum Shoppen und Norwegens erste Adresse für kulinarische Genüsse und Kultur.

Reiseinformationen in Kürze

Anreise: Nach Bremerhaven mit Zug oder Auto, dort gibt es reichlich Parkplätze. Am Bahnhof fahren bei An- und Abreise für Kreuzfahrtgäste kostenlose Shuttlebusse zum Terminal. 2017 läuft Costa bis Anfang September Bremerhaven an. 2018 wird die „Costa Mediterranea“ 14mal am Columbus Kai festmachen, das erste Mal am 12. Mai, von dort geht es für eine Woche zu Europas Metropolen. Insgesamt siebenmal geht die „Mediterranea“ 2018 auf die Fjordland-Tour, das erste Mal am 9. Juni.

Währung: Norwegische Kronen.

Warnhinweis: Auf Märkten und in Supermärkten wird Walsalami verkauft, oft als Geschenkpackung zusammen mit Rentier- und Elchsalami. In Norwegen sind Verkauf und Verzehr legal, die Einfuhr in die EU ist allerdings strafbar.

Tipps: Ausflüge auf eigene Faust:  Amsterdam:  Eine Stunde Grachten-Rundfahrt gibt es für 11 Euro bei „Reedery P. Kooy“. Bergen mit der 24-Stunden-Bergen Card erkunden  (ca. 25,93 Euro). Es gibt sie in der Touristen-Info beim Fischmarkt. Geiranger: Fahrt mit dem Panorama-Bus (ca. 22 Euro) und mit dem Boot (ab 230 Kronen/ca. 24,85 Euro). Bahnfahrten auf eigene Faust sollten vorab übers Internet gebucht werden, weil sie schnell ausverkauft sind.

Literatur: Norwegen – Das Fjordland, Marie Helen Banck, Dumont, 292 S.,17,90 Euro

Mehr Infos unter: www.costakreuzfahrten.de und www.fjordnorway.com

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung

 

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Entschleunigung auf der Oder

Die Oder, Deutschlands fünftlängster Strom, ist anders als Rhein und Elbe für viele noch immer eine Wasserader, mit der sie fremdeln. Vermutlich liegt es daran, dass der deutsch-polnische Grenzfluss fast ein halbes Jahrhundert nicht zugänglich war. Dabei hat die 866 Kilometer lange Wasserader, von der 717 Kilometer schiffbar sind, viel zu bieten: jede Menge Kultur und Geschichte, eine zauberhafte Wasserlandschaft mit vielen Nebenarmen, wo Schwarzstörche und Seeadler zu Hause sind. Ich gehe in Stralsund an Bord und auf Entdeckungstour.

Die Oder, Deutschlands fünftlängster Strom, ist anders als Rhein und Elbe für viele noch immer eine Wasserader, mit der sie fremdeln. Vermutlich liegt es daran, dass der deutsch-polnische Grenzfluss fast ein halbes Jahrhundert nicht zugänglich war. Dabei hat die 866  Kilometer  lange Wasserader,  von der 717 Kilometer schiffbar sind, viel zu bieten: jede Menge Kultur und Geschichte,  eine zauberhafte Wasserlandschaft mit vielen Nebenarmen, wo Schwarzstörche und Seeadler zu Hause sind. Ich gehe in Stralsund an Bord und auf Entdeckungstour mit einer Flusskreuzfahrt.

Stralsund –  Das Klappern der Hufe von Nora und Mireille  auf dem Asphalt   der  „A20“ von Hiddensee hat etwas  fast Einschläferndes. Nur die laute, alles durchdringende Stimme  von Kutscher  Fredi, der den Planwagen lenkt,  reißt uns aus  der  morgendlichen Lethargie. Um 8 Uhr haben wir die „Katharina von Bora“, die für eine Woche unser schwimmendes Hotel sein wird,  verlassen, um die autofreie Insel zu erkunden. 1000 Menschen leben hier, hinzu kommen 4000 Gäste-Betten in der Sommersaison. Die Natur und die endlosen Strände spielen die Hauptrolle. Zu den Hauptsehenswürdigkeiten der Insel gehört das Sommerhaus von Gerhart Hauptmann, der auf dem kleinen Friedhof neben der Kirche begraben liegt. Bis um 10 Uhr die erste Fähre mit Tagesgästen ankommt, herrscht noch  himmlische  Ruhe, doch da sind wir längst  wieder fort.

Begonnen hat unsere achttägige Reise am Vortag in Stralsund, Weltkulturerbe und für seine Altstadt mit norddeutscher Backsteingotik berühmt.  Seit das futuristische Ozeaneum 2008 eröffnet hat, kommen jährlich fast eine halbe Million Besucher. Vis-à-vis der 1933  gebauten „Gorch Fock I“ sind wir an Bord der „Katharina von Bora“, die ja eigentlich ein Flusskreuzfahrtschiff ist, gegangen. „Aber wir können auch Meer, zumindest in der flachen Boddenlandschaft bis nach Rügen und im Stettiner Haff“, sagt Kapitän Joachim Schramm (57).

Seit einem Jahr hat er auf der 17 Jahre alten, eleganten Lady das Kommando. Die Ausstattung  im Art-Deco-Stil in Restaurant,   Salon und  Kabine ist hochwertig. Sogar im Bad sind Lampen und Fliesen  Art-Deco. Der Geschmack des verstorbenen Reeders  Peter Deilmann, der auch das Traumschiff „Deutschland“ bauen ließ, ist unverkennbar. Noch vor dem Konkurs der Deilmann-Reederei wurde die „Katharina von Bora“ verkauft. Zurzeit fährt sie unter Schweizer Flagge für den Veranstalter Nicko Cruises auf  Elbe und Oder.

 

Rügens Kreidefelsen

Das Fischerdorf  Lauterbach  am Greifwalder Bodden auf  Rügen ist unser nächstes Ziel. Als Fürst Wilhelm Malte zu Putbus  im 19. Jahrhundert auf Rügen den Bädertourismus einführte,  konnte er mit einer derartigen Entwicklung nicht rechnen. Sicherlich hätte er sonst die wundervollen Alleen mit ihren  Eichen und Buchen, die sternförmig auf die Residenzstadt Putbus  zulaufen,  erheblich breiter bauen lassen. Für die Kutschen der  vornehmen  Gesellschaft waren sie mit ihren Baumkronen auf den Wegen zum Strand die perfekten Schattenspender.

Binz und Sellin mit ihrer Bäderarchitektur haben sich seit der Wende bis auf wenige Bausünden  zu wahren Schmuckstücken entwickelt. Die Seebrücke von Sellin ist eine feine Dame in Weiß. Die architektonischen  Scheußlichkeiten  von Prora am weißen Sandstrand – acht insgesamt 4,5 Kilometer lange Blöcke für 20.000 Urlauber, von  Hitlers Kraft durch Freude errichtet – wandeln allmählich ihr Gesicht.

Rügens Kreidefelsen, die bereits im 18. Jahrhundert durch Caspar David Friedrichs Gemälde berühmt wurden, haben sich durch Abbrüche verändert, ziehen jedoch zigtausende Besucher an. Der sagenumwobene Königsstuhl ist  mit 118 Metern die höchste Erhebung. Statt Kutschen fahren heute Busse und der „Rasende Roland“, eine fast 100 Jahre alte Dampfschmalspurbahn, verbindet Lauterbach über Putbus und Binz mit Göhren.

Von Lauterbach fahren wir nach Greifswald, das im 13. Jahrhundert rund um das Kloster Eldena von Kaufleuten und Handwerkern gegründet wurde und mit der 1456 gegründeten Universität eine der ältesten Deutschlands besitzt.  Der Romantiker Caspar  David Friedrich, der dort geboren wurde, hat die Ruine  von Eldena ebenso wie die  Kreidefelsen von Rügen viele Male in Öl festgehalten.

Usedoms Kaiserbäder

Peenemünde auf Usedom (Usedom = Menschen an der Mündung) ist unser nächstes Ziel. Der erste Blick aus dem Kabinenfenster fällt auf ein U-Boot aus dem Zweiten Weltkrieg, das heute Museum ist. Wie ein Sandwich liegt die Zweiländer-Insel (Deutschland/Polen), auf der es auf deutscher Seite zehn Seebäder und acht Reha-Kliniken gibt, zwischen Ostsee und Peene. An ihrer schmalsten Stelle ist sie nur 300 Meter breit.  Seit 1999 hat die gesamte Insel den Status eines Naturparks, weshalb es auch keine Windräder gibt.

In den berühmten Kaiserbädern Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck ist die weiße Bäderarchitektur – vorne eine elegante Mischung aus aller Welt und hinten „egal“ – noch im Original erhalten und liebevoll restauriert worden. Die Apotheke des Meeres aus Aerosol und Sonne hatte schon zu Kaiser Wilhelms Zeiten die vornehme Gesellschaft nach Usedom gelockt. Nur ging man damals nicht baden, sondern flanieren. „Sehen und gesehen werden“ war das Motto, weshalb die Promenade mit 13 Kilometern auch die längste Europas ist.

Über die Peene geht’s ins Stettiner Haff und in die Oder nach Stettin im polnischen Westpommern. Historisch  ist die Stadt hoch  interessant, doch optisch wenig ansprechend. Nur mit einem guten Guide wie Bogdan (54) erschließen sich dem touristischen Auge die Sehenswürdigkeiten der ehemals deutschen, im Krieg fast völlig zerstörten City, in der „tausende Häuserfassaden sich seit Jahrzehnten nach einer Maurerkelle sehnen“, wie Bogdan treffend bemerkt. Kirchen und öffentliche Gebäude sind allerdings schön restauriert worden.

Flusskreuzfahrt Oder - Liane Ehlers - 31 Schiffshebewerk

Schiffshebewerk Niederfinow

Gemächlich mäandert die „Katharina von“ Bora über Oder und Oder- Havel-Kanal  bis zum    76 Jahre alten  Schiffshebewerk Niederfinow,  das 36 Meter Höhenunterschied  überwinden hilft.  150.000 Besucher jährlich lassen sich von diesem Wunderwerk der Technik faszinieren. Direkt nebenan entsteht das neue Schiffshebewerk Niederfinow, 54 Meter hoch und 133 Meter lang,  mit dem auch moderne große Motorgüterschiffe  ihre Landung Richtung Ostsee bringen können. Von Niederfinow fahren wir über den Oder-Finow-Kanal  durch die Mark Brandenburg  zur    fast mystischen Klosterruine Chorin,  ein Beispiel norddeutscher Backsteingotik.

Endstation der Flusskreuzfahrt ist Potsdam, wo die „Katharina von Bora“ nur zehn Gehminuten vom Zentrum entfernt liegt. Früher wohnten in der Residenzstadt von Friedrich dem Großen Ufa-Stars wie Asta Nielsen und Marlene Dietrich, heute Prominente wie Günther Jauch und Wolfgang Joop. Durch Millionen-Spenden reicher Privatleute für Denkmalschutz hat Potsdam relativ schnell zu seinem alten Glanz zurückgefunden. Selbst die Häuser im ehemaligen Sperrgebiet des sowjetischen KGB-Hauptquartiers wurden zu schmucken Einfamilienhäusern  umgestaltet – bis auf eins. Mit seinem mausgrauen DDR-Charme soll es auch in Zukunft als Mahnmal an die Vergangenheit erinnern.

Reiseinfos zur Flusskreuzfahrt Oder in Kürze

Das Schiff: Die „Katharina von Bora“ ist 83 Meter lang und 9,5 Meter breit. Sie kann 80 Passagiere aufnehmen. Alle Kabinen sind Außenkabinen und stil­voll eingerichtet. Auf dem Oberdeck sind alle Kabinen mit großen, bis zum Boden reichenden Panoramafenstern zum Öffnen ausgestattet (französischer Balkon). Die Hauptdeck-Kabinen haben nicht zu öffnende Fenster. Tagsüber ist das Sonnendeck ein beliebter Treffpunkt.

Reiseliteratur: „Ostseeküste – Mecklenburg-Vorpommerns“, Claudia Banck, Dumont, 296 S.

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung von Nicko Cruises.

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Urlaub auf einem majestätischem Ozeanriesen

Man fühlt sich direkt in die Zeit der alten Ozeanriesen zurückversetzt. Der lange, schlanke Bug der AIDA Perla macht das Schiff in jedem Hafen zu einem echten Hingucker. Anders als alle anderen modernen Kreuzfahrtschiffe, hat das neueste Schiff der Reederei AIDA, die Form eines älteren Schiffes angenommen. Doch der erste Eindruck täuscht: Die AIDA Perla gilt als eines der modernsten Schiffe seiner Art.

Man fühlt sich direkt in die Zeit der alten Ozeanriesen zurückversetzt. Der lange, schlanke Bug der AIDA Perla macht das Schiff in jedem Hafen zu einem echten Hingucker. Anders als alle anderen modernen Kreuzfahrtschiffe, hat das neueste Schiff der Reederei AIDA, die Form eines älteren Schiffes angenommen. Doch der erste Eindruck täuscht: Die AIDA Perla gilt als eines der modernsten Schiffe seiner Art.

AIDA Perla – Meine beiden Jungs haben Wochen vor dem Start in Limassol auf Zypern von nichts anderem mehr gesprochen. Als die ersten Gäste überhaupt auf der AIDA Perla, haben wir eine dreitägige Kreuzfahrt mit dem zwölften Schiff der Reederei AIDA aus Rostock gemacht. Und schon die Ankunft am Hafen war für die Jungs aufregend. Die Nasen plattgedrückt an den Fenstern vom Bus, konnten die Kinder das weiße Schiff schon von weiten sehen. Mit der ungewöhnlichen Form des Bugs sieht die AIDA Perla majestätisch aus. Irgendwie wie aus einer anderen, früheren Zeit.

Rauf aufs Schiff, rein in die Kabine

Den Kindern war es egal. Hauptsache rauf aufs Schiff und rein in die Kabine. Unser Familienzimmer mit vier Schlafplätzen und eigenem Balkon war schnell gefunden. Neben dem Doppelbett gab es eine Liegefläche auf dem Sofa und ein Hochbett, das aus der Decke gezogen werden konnte. Bad und WC sind zwei getrennte Räume. Unpraktisch, dass die Türen genau gegenüberliegen, so dass man nicht beide zusammen aufmachen kann.

Die nächsten drei Tage ist die AIDA Perla unser Urlaubsort. Das Schiff fährt von Limassol direkt nach Neapel, also drei komplette Seetage, an denen wir die AIDAperla auf Herz und Nieren besichtigen können. Der erste Weg führt uns ins Fuego Restaurant auf Deck 15. Hier gibt’s neben dem Buffet Restaurant für Erwachsene und für Kinder auch einen fantastischen Blick über den Hafen von Limassol. Ebenfalls auf Deck 15 ist auch das Activity-Deck Four Elements. Hier befindet sich die Doppel-Wasserrutsche Racer, die über vier Decks geht. Für die Kleinen gibt’s den Lazy River, in dem man sich ganz bequem mit einem großen Treckerreifen treiben lassen kann. Highlight für uns war der Klettergarten, der es auch für geübte Kletterer in sich hat. Unter dem Dach des Schiffs hangeln sich Groß und Klein über den Kletterparcours. Draußen können die Gäste auf Deck 15 Minigolf spielen.  Ein weiteres Highlight ist der Skywalk, zwei gläserne Aussichtsplattformen für fantastische Blicke aus 45 Metern Höhe.

Zwölf Restaurants hat die AIDA Perla

Zwölf Restaurants hat die AIDA Perla. Einige davon, wie zum Beispiel das “Casa Nova” oder das “French Kiss” sind Restaurants mit Service am Platz. Einige sind kostenpflichtig, bei manchen müssen nur die Getränke gezahlt werden. Die Plätze in den Restaurants lassen sich vorab reservieren. Wer keine Lust hat, die „Schlacht am Buffet“ zu machen, der kann auf der AIDA mit den angebotenen Themenrestaurants auf Alternativen zurückgreifen.

Nach dem Essen ist ein Besuch im Theatrium angesagt, das sich in der Mitte des Schiffes befindet. Ein riesiger LED-Ball für 360-Grad-Projektionen hängt an der Decke des Theaters, das knapp 1.200 Gästen Platz bietet. Die Shows, die AIDA für die Abendunterhaltung zusammengestellt hat, sind beeindruckend. Nicht nur für die Erwachsenen, auch die Kinder sind komplett begeistert. Wer keine Lust auf Entertainment hat, der kann – wenn die Kinder schlafen – den Nachtclub „Nightfly“ oder den „Beachclub“ auf Deck 14 aufsuchen, oder die neue „Lanai Bar“ am Heck des Schiffs.

Wäscherei an Bord hat Kapazität für 12 Tonnen Wäsche

Bei 3.000 Gästen spielt das Thema Wäscherei an Bord der AIDA Perla eine große Rolle. Nicht nur, dass die Bettwäsche und die Handtücher der Gäste auf See gewaschen werden muss, auch die Kleidung von Crew und Passagieren müssen gesäubert werden. Ein Blick auf Deck 0 zeigt, wie der Ablauf funktioniert. Die schmutzige Wäsche wird gesammelt und entsprechend getrennt. “Jedes Wäschestück ist mit einem Sensor ausgestattet”, sagt Hoteldirektor Stefan Weder und zeigt auf eine riesige graue Maschine. “Die Tunnel-Waschmaschine kann am Tag bis zu 12 Tonnen Wäsche waschen. Sensoren der Maschine erkennen den Verschmutzungsgrad und legen fest, wie viel Waschmittel und viel Wasser gebraucht wird”, so Weder weiter. Am Ende werde die Wäsche mit enormen Druck zu einer Art Tab gepresst und sei damit schon fast trocken.

Hemden und empfindlichere Wäsche werden in riesigen, beweglichen Waschmaschinen gewaschen. Für die Hemden gibt es eine Trocknungsanlage, bei der die gewaschenen Hemden auf Bügeln aufgehängt werden und paar Minuten später getrocknet und gebügelt wieder rauskommen. Alles andere wird noch von Hand gebügelt und sortiert. Die Mitarbeiter können sich bei Bedarf mit einem Chip an einem Wäscheautomaten saubere Wäsche holen. Manch einer wünscht sich solche Automaten auch für zuhause.

Kidsclub mit Piratenschiff

Ständiger Anlaufpunkt der Jungs war der Kidsclub auf Deck 15, der unter anderem ein großes Piratenschiff enthält, auf dem die Kinder klettern und spielen können. Die Betreuung der kleinen Gäste beginnt bereits ab einem Alter von sechs Monaten. Neben einer Piratenrallye, auf der das Schiff besichtigt wird, haben die Gäste des Kidsclubs auf unserer Tour die AIDA Perla in Pappe nachgebaut und im Theatrium am letzten Abend den Zuschauern auf der Bühne präsentiert.

Viel zu schnell ging die Zeit für die beiden Jungs vorbei. Vor allem der Klettergarten, das Piratenschiff, der Kidsclub, das Essen in den unterschiedlichen Restaurants und die Vorstellungen im Theatrium sind den Beiden nachhaltig in Erinnerung geblieben. Grund genug, erneut mit der Familie Urlaub auf der AIDA zu machen. Den Kindern wird’S gefallen.

Details zur Aida Perla

Die AIDA Perla und die AIDA Prima sind baugleiche Schiffe, wobei die „Prima“ schon seit gut einem Jahr auf dem Meer unterwegs ist. 1.643 Kabinen sind auf den Schiffen zu finden, das sind über 500 Kabinen mehr als auf den Schiffen der Baureihe davor. Verschwunden sind die grellen Farben, die dem Lounge-Design der AIDA Perla weichen mussten.

Auch das Angebot von AIDA an Bord der Schiffe ist vielfältiger geworden. Unter dem Motto: „Es ist für jeden etwas dabei“, wie Kapitän Boris Becker es auf unserer Tour sehr gut umschreibt, richtet sich das Angebot tatsächlich an alle. Paare, Familien, Freunde – An Bord der AIDA Perla finden alle Gäste das, was für einen entspannten Urlaub notwendig ist.

Weitere Infos zur AIDA Perla

Die AIDA Perla wurde in Nagasaki in Japan gebaut und am 27. April 2017 in Dienst gestellt. Das Schiff wurde am 30. Juni in Palma de Mallorca getauft. Das 300 Meter lange und 37,60 Meter breite Schiff ist mit 1.643 Kabinen ausgestattet. Davon sind 32 Suiten, 1.101 Verandakabinen, 198 Meerblickkabinen und 312 Innenkabinen. Es gibt 14 verschiedene Kabinenvarianten. 12 Restaurants und 18 Bars runden das Angebot der AIDA Perla ab.

Mit der AIDA Perla durchs Mittelmeer

Die AIDA Perla ist in den nächsten Monaten im Mittelmeer unterwegs und kann für diverse Kreuzfahrten gebucht werden. Im Angebot sind folgende Touren:

 

Titelfoto: (c) Frank Behling

Hinweis: Die Reise fand auf Einladung statt.

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Per Tenderboot nach Bornholm

Die Mein Schiff 6 liegt im Hafen von Kiel. Leichter Nebel liegt über der Förde und lässt die anderen Boote wie Geisterschiffe erscheinen. Aus der Ferne hört man ein Horn, dass man wie ein Signal deuten könnte. Die Mein Schiff 6 geht auf die zweite Fahrt seit seiner Indienststellung und ist das sechste Mitglied der Flotte von TUI Cruises. Die Ziele dieser Kreuzfahrt: Danzig und Bornholm.

Die Mein Schiff 6 liegt im Hafen von Kiel. Leichter Nebel liegt über der Förde und lässt die anderen Boote wie Geisterschiffe erscheinen. Aus der Ferne hört man ein Horn, dass man wie ein Signal deuten könnte. Die Mein Schiff 6 geht auf die zweite Fahrt seit seiner Indienststellung und ist das sechste Mitglied der Flotte von TUI Cruises. Die Ziele dieser Kreuzfahrt: Danzig und Bornholm.

Der Kapitän der Mein Schiff 6 ist längst ein gewohntes Gesicht im Hafen von Kiel. Kjell Holm aus Finnland hat auch auf dem neuen Schiff das Kommando auf der Brücke. Als erster Kapitän bracht Holm bereits die Mein Schiff 1 auf den Weg. Jetzt also auch die Mein Schiff 6.

Gekonnt steuert der Kapitän das riesige Schiff aus dem Kieler Hafen, vorbei am U-Boot-Ehrenmal in Laboe und den Stränden von Kalifornien und Brasilien auf die offene Ostsee. Nächster Hafen: Danzig. Wie jedes Mal, wenn ein Schiff der „Mein Schiff“-Flotte im Hafen ablegt, erklingt die Auslaufhymne „Große Freiheit“, die zusammen mit dem mächtigen Signalhorn der Mein Schiff 6 bei vielen Gästen Gänsehaut verursacht.

Die kurze Route nach Polen und Dänemark hat es durchaus in sich, sowohl für die Gäste als auch für die Crew. Sie beinhaltet alle wesentlichen Merkmale einer Kreuzfahrt: Seetag, Hafentag und Tendern. Eine gute Möglichkeit, die Funktionen des Schiffs noch vor der offiziellen Taufe auf Herz und Nieren zu prüfen, denn diese Kurzkreuzfahrt findet im Rahmen der „Vorfreudefahrten“ statt, die durch die vorzeitige Fertigstellung des Schiffs ermöglicht werden. So gehören die rund 2.000 Passagiere auf der Mein Schiff 6 bei dieser Tour zu den ersten Gästen überhaupt und sind somit auch für die Crew eine Art Test.

Seetag auf der Mein Schiff 6

Der Seetag auf einem Kreuzfahrtschiff eignet sich hervorragend dazu, das gesamte Schiff zu erkunden. Und so nutzen auch die Gäste dieser Kreuzfahrt den großzügigen SPA & Meer Bereich, die Shops in den Einkaufspassagen oder einen Liegestuhl auf einem der knapp 17.895 qm offenen Decks. Auch wenn das Wetter etwas kühl ist, die Sonne scheint und ausgestattet mit einer Decke genießen echte Kreuzfahrtfans jeden Sonnenstrahl an Deck. Wer lieber Sport machen möchte, kommt auf der Mein Schiff 6 an diesem Tag auch nicht zu kurz. In dem Bereich „Sport & Gesundheit“ werden Kurse zum Thema „Indoor Cycling“,  „TRX“, „Pilates“ oder „Jumping Fitness“ angeboten. Die Gäste, die sich einfach nur unterhalten lassen möchten, können sich einen Vortrag zum Thema „Swarovski-Kristalle“ anhören, beim Bingo mitmachen oder am Abend ins große Theater des Schiffs gehen und sich die Abendshow ansehen. Bekommt man zwischendurch Hunger, so kann man im Rahmen des Premium-All-Inklusive-Angebots in eines der hervorragenden Restaurants gehen und sich dort kulinarisch verwöhnen lassen. Essen und Trinken inklusive.

Im Hafen von Danzig

Der erste und einzige Hafen dieser kurzen Kreuzfahrt mit der Mein Schiff 6 ist Danzig. Nachdem Kapitän Kjell Holm den Kreuzfahrtriesen am Pier festgemacht hat, können die Passagiere das Boot verlassen. Die, die Ausflüge gebucht haben, werden mit Bussen in die Stadt gebracht, die anderen erkunden Danzig auf eigene Faust. Die Altstadt ist eine der größten historischen Zentren Europas, die nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg nahezu komplett wieder aufgebaut wurde. Und so erahnen die Besucher von Danzig, wie die Stadt im Mittelalter ausgesehen haben muss. Es gibt keinen zentralen Marktplatz sondern eine breite Fußgängerzone (Dlugi Targ – der lange Markt), die vom Targ Weglowy (Kohleplatz) zu den zahlreichen Kanälen der Stadt führt. Winzige Gassen, die von der Fußgängerzone abgehen, sind gesäumt mit teils kleinen Gebäuden, in denen die Keller der Gebäude der Hafenstadt als Lagerräume genutzt wurden.

Mit dem Tenderboot nach Bornholm

Gegen 19 Uhr heißt es „Leinen los“ und die Mein Schiff 6 nimmt Kurs auf die dänische Insel Bornholm, auf der rund 40.000 Einwohner leben. Die Insel hat nur einen kleinen Hafen, der keinen Platz für das große Schiff bietet und so lässt der Kapitän die Tenderboote zu Wasser, mit denen die Passagiere an Land gebracht werden. Die Mein Schiff 6 hält seine Position auf dem Meer mittels einer Technologie, bei der kein Anker runtergelassen werden muss. Auf den Tenderbooten haben rund 300 Passagiere Platz und so nimmt das Tendern der knapp 2.000 Gäste an Bord einige Zeit in Anspruch.

Bornholm selbst ist eine beschauliche Insel, auf der die Uhren gefühlt langsamer ticken. Der Tourismus hat sich auf der Insel in der Nachkriegszeit nur langsam entwickelt, bietet aber zahlreiche Wander- und Radwege. Am Strand von Dueodde im Süden der Insel, findet man einen der feinsten Sände der Ostsee. Auch das Golfspielen, Klettern oder Reiten sind auf Bornholm möglich. Kunst- und Kulturliebhaber finden Bornholms Kunstmuseum sowie das naturwissenschaftliche Museum Natur Bornholm. Die Hafenstadt Rønne, zu der auch die Tenderboote fahren, verfügt über ein kleines Zentrum, das man ganz entspannt zu Fuß erkunden kann. Um 17 Uhr bringt das letzte Tenderboot die restlichen Gäste wieder an Bord und die Mein Schiff 6 nimmt Kurs auf den Heimathafen Kiel.

Was ist neu auf der Mein Schiff 6?

Auf den ersten Blick gibt es nicht viel Neues bei dem jüngsten Mitglied der Flotte. Das Schiff ist baugleich mit der 4 und 5 und wurde nur in einigen Punkten verändert. So wurde die Sportarena erstmals überdacht, damit diese auch bei schlechterem Wetter genutzt werden kann. Die Sonnendecks sind mit Strandkörben ausgestattet und im Innenraum wurden einige farbliche Akzente verändert. Die Disco „Abtanzbar“ verwandelt sich tagesüber in einen Escape-Room. Dort gilt es kniffelige Fragen innerhalb von einer Stunde zu lösen, um die Tür zu öffnen. Ein Trend aus den Großstädten, der erstmals auf einem Kreuzfahrtschiff umgesetzt wurde.

Mein Reisetagebuch von der Mein Schiff 6 als Video

Hinweis: Die Reise mit der Mein Schiff 6 erfolgte auf Einladung

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Bunt und schrill auf hoher See

Bunt, schrill und extrem… mit exakt diesen Gedanken mache ich mich auf nach Palma de Mallorca. Von hier aus startet die erste offizielle deutsche Rainbow Cruise mit dem Ziel das…

Bunt, schrill und extrem… mit exakt diesen Gedanken mache ich mich auf nach Palma de Mallorca. Von hier aus startet die erste offizielle deutsche Rainbow Cruise mit dem Ziel das Mittelmeer in den kommenden Tagen so richtig aufzuwühlen. Flaggen in schillernden Farben geben den Kurs der nächsten Tage an und an der Bar stehen die gekühlten Prosecco und Champagnerflaschen in Massen bereit. Und als ob nicht schon genug Magie über Palma liegen würde, schillert ein bunter Regenbogen über der Mein Schiff 2. Ein perfekter Start für eine der wohl skurrilsten Kreuzfahrten.

Die ersten Gäste trudeln so langsam ein und versprühen eine besonders herzliche Atmosphäre. Wie soll es anders auch sein, werden sie gebührend von Melli Magic sowie Mataina, den wohl schillerndsten “Matrösen” begrüßt.  “Na hast Du heute schon geschluckt?” Uuups…ok. Ich glaube exakt in diesem Moment weiß ich was ich die nächsten Tage zu erwarten habe. Offene und absolut exotische Menschen die Lust am Leben haben und nunmal kein Blatt vor den Mund nehmen. Ich bekomme direkt meinen ersten Schnaps in die Hand gedrückt mit den Worten – “Hau runter das Zeug…” Gesagt, getan. Ich genehmige mir meinen ersten Schluck und gehe grinsend zum Aufzug. Was für ein Empfang.

Die LGBT (Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender) hat ab sofort mit der Rainbow Cruise ihre erst eigene deutschsprachige Kreuzfahrt und zelebriert sie mit Künstlern wie Conchita Wurst, DJ Westbam oder auch Elke Winter. Große Namen, die in der Szene gefeiert werden. Normal wird diese Kreuzfahrt garantiert nicht – das steht schonmal fest. Warum sollte sie auch?! TUIcruises hat in der Vergangenheit schon so einige Themenkreuzfahrten wie z.b. die Full Metal Cruise oder eben auch die Schallwellencruise gestartet. Allesamt sehr erfolgreich und gezielt an eine Community gerichtet. Wer hier mitfährt weiß, worauf er oder sie sich einläßt. Die Rainbow Cruise war schon lange hinfällig und somit auch von zahlreichen LGBT Anhängern sehnsüchtig erwartet.

Das Video zur Rainbow Cruise auf der Mein Schiff 2

Urlaub unter Gleichgesinnten

Einfach mal nicht darüber nachdenken müssen wie man auf andere wirkt, sondern einfach nur das Leben genießen. Keine Hemmungen haben und eventuell sogar andere Menschen ohne Berührungsängste kennenlernen.  Nachdem ich meine Kabine bezogen habe, geht es direkt rauf aufs Pooldeck. Hier empfangen mich zahlreiche strahlende Gesichter. Allesamt Männer. Ich habe es nicht anders erwartet. Insgesamt sind von den 1700 Passagieren nur 350 Frauen an Bord. Die Schwulenbewegung hält definitiv bei dieser Kreuzfahrt das Zepter in der Hand und gibt garantiert auch den Ton an. Schallendes Gelächter dringt von den unterschiedlichen Seiten an mich heran.  Hier wird nichts versteckt. Es wird Händchen gehalten, geküsst und einfach nur gelebt. Ohne Scham, ohne Angst. Entspannung auf den Gesichtern, sogar Freude ist spürbar. Inmitten dieser Szenerie kommen Inge und Mechtild auf mich zu. Beide gestandene Ü60. Wir kommen ins Gespräch und schnell wird klar, auf dieser Kreuzfahrt sind auch andere Exoten. Z.B. Frauen mit gescheiterten Ehen, die einfach keinen Bock auf neue Beziehungen haben. Warum nicht! Einfach nur Spaß haben ohne jegliche Hintergedanken oder wie Inge es perfekt beschreibt “ohne Angst haben zu müssen begrapscht zu werden.” Perfekt! Das hat TUICruises wohl nicht gedacht.

Der erste Abend und somit auch die erste Party steht mir bevor. Gloria Viagra – die Schirmherrin dieser Kreuzfahrt – empfängt ihre Gäste auf der Theaterbühne und wird gebührend von der Community gefeiert. Keck, charmant und manchmal auch ein wenig unterhalb der Gürtellinie – aber in dieser illustren Gesellschaft stört es keinen. Ganz im Gegenteil. Doch was auf normalen Kreuzfahrten schon zur Routine geworden ist gerät hier in ein ganz anderes Licht. Da gerät auch der Hotel Manager bei seiner Offiziersvorstellung erst nach seiner Namensverkündung ein wenig ins Schwanken. “Achim Kock” hätte wohl eher einen Künstlernamen für diese Fahrt gebraucht. Die Community ist absolut aufmerksam und bejubelt den Held der Stunde mit grandiosem Applaus. Genau diese ein wenig prickeren und doch so witzigen Momente sind genau das was diesen Reiz dieser Kreuzfahrt ausmacht. Die Stimmung des Publikums schwappt auf die Crew über. Locker und herzlich wird nicht nur einmal darauf hingewiesen, wie sehr sich die Crew auf diese Fahrt gefreut hat.

Nach einem grandiosen Start und einer tollen Poolparty bis in die frühen Morgenstunden geht es für mich ab ins Bettchen. In meiner Kabine angekommen erwarten mich dann noch ganz besondere Geschenke. Neben der täglichen Ration Schoki gibt es bei dieser Kreuzfahrt noch ein anderes Betthuperfl. Kondome, Handschellen sowie Gleitgel stehen parat. Ich grinse und weiß nun endgültig – eine normale Kreuzfahrt wird dies garantiert nicht.

Buntes Potpourri für die LGBT Community

Direkt nach dem Aufstehen wird klar – Barcelona scheint uns heute nicht mit Sonne verwöhnen zu wollen. Egal – es gibt an Bord genügend Möglichkeiten sich zu entspannen und das Schmuddelwetter komplett zu vergessen. TUIcruises hat das Angebot gezielt auf die Rainbow Cruise angepasst und bietet täglich zahlreiche Workshops sowie Veranstaltungen für die LGBT Community an Bord an. So gibt es z.B. an zwei Abenden jeweils nur für Männer sowie nur für Frauen eine exklusive Saunanacht. Weiterhin gibt es den Damensalon, wo sich alle Frauen an Bord einfach mal näher kennenlernen können. Bei nur 350 Frauen an Bord keine schlechte Idee. Idealerweise ist sogar das Filmprogramm auf der Kabine komplett auf die Community eingestellt. Ein buntes Potpourri aus Filmen, die sich mit der LGBT Thematik auseinandersetzen. Perfekt!  Insgesamt bietet das täglich wechselnde Programm ein Highlight nach dem anderen und sorgt für jede Menge Fun und Action.

Elke Winter z.B. steht für Entertainment par excellence und zählt zu der Creme de la creme der deutschen Travestiebranche. Sie erobert das Publikum in dem restlos belegten Theater. Jubelschreie und lang anhaltender Applaus erfüllen den Raum. Die Menge tobt. Und genau das unterscheidet wohl dieses Publikum von jedem regulären Kreuzfahrt-Publikum. Die Passagiere feiern sich und ihre Stars und genießen wirklich jeden Moment. Standing Ovations – keine Seltenheit. Egal ob für DJ Rony Golding, DJ Westbam, Sven Ratzke, Tim Fischer oder Kay Ray.  Die Künstler an Bord genießen die Aufmerksamkeit und belohnen ihre Gäste mit wahrlich grandiosen Vorstellungen.

Das absolute Highlight ist natürlich der Auftritt von Conchita Wurst. Die ESC Gewinnerin aus dem 2014 wird schon sehnlichst von ihrer Fangemeinde erwartet. Was niemand ahnt. Schon 1 Tag vor ihrem Auftritt mischt sich die zierliche Künstlerin inkognito unter die Gäste und genießt die besondere Atmosphäre an Bord. “Absolut Besonders und lang erwartet” so die Worte Conchitas, als ich sie über die Stimmung an Bord befrage. Genau das ist es. Denn neben den zahlreichen schwulen und lesbischen Passagieren gibt es auch Familien, Singles und Heteros, die diese besondere Stimmung genießen.

Ich mische mich immer wieder unter die Menge und finde stets interessante Personen an Bord. Da wäre z.B. ein älteres Pärchen aus dem Rheinland. Sie geschätzte 70, Er locker 5 Jahre älter. Beide genießen die Nachmittagssonne am Pooldeck und schauen den feiernden Passagieren zu, wie sie bei lauter DJ-Musik ihre Hüften kreisen lassen und die Sonne im Whirlpool genießen.  Auf meine Frage ob es Ihnen gefallen würde strahlen beide über beide Ohren. “Na sicher, es ist doch toll zu sehen, wie die Menschen Spaß haben. Auch wenn wir unsere Hüften nicht mehr so schwingen können”. Ich grinse. Auf meine Nachfrage ob sie die Dichte der LGBT Gemeinde nicht ein wenig überrumpeln würde kommt die wohl schönste Antwort, die ich in diesem Moment garantiert nicht erwartet hätte. Der ca. 75 jährige Mann schaut mich selig an und sagt nur “Wir sind doch alle nur Menschen”. Besser hätte man es nicht sagen können.  Genau das ist es, was diese Kreuzfahrt ausmacht. Akzeptanz, Toleranz und Spaß.

Conchita Wurst in concert

Es ist Halbzeit auf der Rainbow Cruise. Tag 4 beginnt und verwöhnt die Passagiere mit einem lang ersehnten Event. Der Auftritt von Conchita Wurst wird mein absolutes Highlight. Schon knapp 1 Stunde vor dem Konzert reihen sich die Menschen vor den Theatertüren. Die Anspannung der wartenden Gäste ist zum Greifen nah. Um 21.30 Uhr geht es dann endlich los. Ein Konzert der Superlative. Akustik auf höchstem Niveau mit einer Stimme, die ihresgleichen sucht. Conchita reist die Menge mit sich. Vergessen der Gedanke, dass wir uns gerade auf hoher See befinden. Absolut irre und auch für Conchita eine Premiere. Es ist ihre erste Kreuzfahrt. Umso schöner ist der Empfang, der sich ihr hier bietet.

Nach dem Konzert gibt es Autogramme für die Fans. Die angedachten 30 Min. werden schnell über Bord geworfen und verwandeln sich in knapp 2 Stunden. Ohne jeglichen Stress und vollkommen glücklich nimmt sie sich Zeit für jeden ihrer Fans. Ein Star ganz ohne Starallüren. Danach geht es direkt zur „Matrösenparty“ mit Gloria Viagra in die Schaubar. Wie auch die Tage zuvor feiert die LGBT Community bis spät in die Nacht – egal in welcher Location. Die Himmel und Meer Lounge, die Schaubar sowie das Pooldeck werden regelrecht eingenommen. Die Stimmung ist mitreißend und so ertappe auch ich mich dabei, wie ich eines Nachts erst um 4.30 Uhr den Weg in meine Kabine finde. Uuppps.

Was bei der Full Metal Cruise das Bier so ist der Genuss von Champagner, Prosecco und Gin Tonic bei der Rainbow Cruise schon im Vorfeld klar gewesen. Hier ist die Logistik gefragt, die – wenn man die Gäste befragt – eine grandiose Leistung hingelegt hat. Insgesamt hatten die Bars 5x so viel Umsatz wie auf einer normalen Reise. Doch wer glaubt das hier nur die Inklusivleistungen mehr als üblich genutzt wurden – der irrt. Die Passagiere haben die exklusiven Restaurants doppelt so oft besucht, wie es auf einer herkömmlichen Reise üblich ist. Auch der Champagnerverbrauch – der an Bord zu den nicht inkludierten Getränken gehört – wurde mit 400 Flaschen fast dreimal so viel wie üblich getrunken.  Tja, wer hätte das gedacht.

Glückliche Gäste – perfektes Erlebnis

Und genau das kann man wohl als Gesamtresümee sagen. TUIcruises hat mit der Rainbow Cruise definitiv eine Lücke innerhalb der Eventkreuzfahrten geschlossen und somit viele neue und vor allem glückliche Gäste gewonnen.  Der Trend zur Offenheit und Toleranz ist genau der Weg, der die Richtung angibt. So werden wir wohl auch in Zukunft eine Neuauflage der Rainbow Cruise erleben. Und wenn ich mir eine kleine persönliche Meinung erlauben darf – ich habe schon etliche Kreuzfahrten miterlebt – doch ich kann guten Gewissens behaupten, dass ich noch nie eine solch grandiose Stimmung auf einem Kreuzfahrtschiff erlebt habe. Gratulation dafür und ich freue mich jetzt schon auf die kommende Rainbow Cruise!

Hinweis: Die Reise fand auf Einladung statt.

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Radlerherz – was willst du mehr

Jeder hat so seine Macken. Es gibt Leute, die schwingen sich Tag für Tag auf ihr Fahrrad – egal ob es jetzt zur Arbeit geht, aus reinem Freizeitvergnügen oder wegen sportlicher Ambitionen. Selbst im Urlaub können sie von diesem Hobby nicht lassen. Kaum vorstellbar, dass solche Leute gerade auf einer Kreuzfahrt auf ihre Kosten kommen. Erster Irrtum. Denn als Gast auf einer Kreuzfahrt mit der AIDAbella hat man die Gelegenheit, sogar an den spektakulärsten Schauplätzen der Welt auf geführten Routen in die Pedale treten zu können.

Jeder hat so seine Macken. Es gibt Leute, die schwingen sich Tag für Tag auf ihr Fahrrad – egal ob es jetzt zur Arbeit geht, aus reinem Freizeitvergnügen oder wegen sportlicher Ambitionen. Selbst im Urlaub können sie von diesem Hobby nicht lassen. Kaum vorstellbar, dass solche Leute gerade auf einer Kreuzfahrt auf ihre Kosten kommen. Erster Irrtum. Denn als Gast auf einer Kreuzfahrt mit der AIDAbella hat man die Gelegenheit, sogar an den spektakulärsten Schauplätzen der Welt auf geführten Routen in die Pedale treten zu können. Zu glauben, man hätte auf einer phantastischen achtstündigen Bike-Tour durch Manhattan schon alle radfahrerischen Herausforderungen gemeistert, ist allerdings schon der zweite Irrtum.

Wilfried Geisselhart - Kreuzfahrt mit der AIDAbella - Breitengrad53-1-2

Dezember  2016. Die AIDAbella ist mit rund 2.000 Gästen und 600 Besatzungsmitgliedern auf ihrer Kreuzfahrt im Indischen Ozean unterwegs. Vom indischen Subkontinent geht es in den kommenden 14 Tagen in Richtung Sri Lanka, Malaysia, Singapur und schließlich in thailändische Hoheitsgewässer. Mit an Bord ist auch Arne Horstmann aus Hamburg – freilich nicht als Passagier, sondern in beruflicher Mission. Als Activity Manager sorgt er zusammen mit seinem Team dafür, dass erholungsbedürftige Urlauber auch in Sachen Sport nichts zu vermissen brauchen. Wenn’s ums Tauchen, um Golf, ums Kajakfahren – oder eben auch ums Radfahren geht, dann sind Arne und seine Jungs zur Stelle. Seit fünf Jahren bereist der 27-Jährige als Mitglied der Aida-Crew mittlerweile schon die Meere der Welt, hat von Spitzbergen bis Kap Hoorn schon fast alles gesehen, und hat von seinem „Traumjob“ noch lange nicht genug. Auch dass er in diesem Jahr Weihnachten nicht bei winterlichen Temperaturen und nicht in Hamburg unterm Tannenbaum, sondern bei tropischen Bedingungen auf seinem schwimmenden Zuhause in Bangkok verbringen wird, ist für ihn kein Problem. „Dann rückt man zusammen und feiert mit der ganzen Crew wie in einer großen Familie“, weiß er aus Erfahrung.

Cochin – Königin des Arabischen Meeres

Zurück zum aktuellen Tagesgeschehen an Bord der AIDAbella, die heute in Cochin angelegt hat – mit ihren 600 000 Einwohnern nicht die größte Stadt im Bundesstaat Kerala im Südwesten Indiens, aber die bedeutendste an der Malabarküste. Insbesondere der traditionsreiche Gewürzhandel hat sie im Laufe der Jahrhunderte zur „Königin des Arabischen Meeres“ gemacht.

Zeit für einen Landausflug. Organisiert oder auf eigene Faust. Mit Bus, Auto, Motorroller oder per Pedes. Oder eben mit dem Fahrrad. 80 bordeigene Mountainbikes stehen punkt 10 Uhr vor der Anlegestelle des Kreuzfahrtschiffes, darunter auch 20 Pedellecs. „Viele unserer Gäste buchen Aida speziell wegen der Fahrradausflüge, die für jeden Geschmack – auch für unterschiedliche sportliche Ansprüche – viel zu bieten haben“, hatte Generalmanager Thomas Scharfenberg am Vorabend gesagt. Der Blick auf die pünktlich bereiten Fahrradfans, denen die pure Vorfreude ins Gesicht geschrieben zu sein scheint, gibt ihm Recht. Die 20-jährige Studentin Tanja ist genauso auf den Ausflug gespannt wie der rüstige Rentner Günther. Sie und 78 weitere amüsierbereite und sportlich aktive Urlauber haben sich für eine „Soft-Bikingtour“ – also eine Tour, bei der es in mäßigem Tempo insgesamt 25 Kilometer, aber nur wenige Höhenmeter zu bewältigen gilt und die somit auch keine besonderen konditionellen Voraussetzungen erfordert – angemeldet. Eingeteilt werden sie in fünf jeweils etwa gleich starke Gruppen, die von Mitgliedern des Aida Activity Teams begleitet werden. „Seid’s Ihr bereit? Dann pack mer’s“, sagt der Niederbayer Stefan Eckl gut gelaunt. Als Guide wird er seiner Gruppe in den kommenden fünfeinhalb Stunden die Schönheiten der Region näher bringen, bei verschiedenen Stopps natürlich ein wenig über Land und Leute erzählen, und seine Gäste auch zu Plätzen führen, die man auf einem Busausfug garantiert nicht zu sehen bekommt.

Kreuzfahrt mit der AIDAbella – Radfahren der anderen Art

Nach einer gründlichen Sicherheitseinweisung geht es mit dem Bike vom Schiff auf die andere Seite des Flusses. Unzählige dreirädrige Auto-Rikschas und Geräusche aller Art begleiten den Weg zum Fleisch- und Gemüsemarkt. Die auf den Straßen offenbar ständig herrschende Rush-Hour ist unglaublich. Auch der Linksverkehr muss beachtet werden. Schlaglöcher ohne Ende. Die Vielzahl der Eindrücke ist kaum zu beschreiben. Trotzdem gilt es, die Konzentration hoch zu halten. Stefan hat die Route bereits mehrmals abgefahren und somit auch alles im Griff. Beim nächsten Halt erklärt er, dass chinesische Händler ihre kunstvollen Fischernetze im 13. Jahrhundert vom Hofe Kublai Khans mitgebracht haben und dass die Fischer mit diesen Netzen auch heute noch auf traditionelle Weise ihre Beute an Land ziehen.

Runter von der Hauptstraße und durch schmale und schmalste Gässchen, die teilweise weniger als einen Meter breit sind. Jetzt sind Steuerungskünste gefragt. Zwischendurch muss das Rad auch mal geschultert werden. Immer wieder winken Menschen mit fröhlichen Gesichtern den Urlaubern aus Deutschland zu – kleine Kinder genauso wie Alte und Gebrechliche. Auch in Slums und Wohngegenden, deren Anblick mit mitteleuropäischen Augen nur schwer zu ertragen ist. Im Fort Cochin ist Kolonialgeschichte noch spürbar. Mal mittelalterlich-portugiesisch, mal holländisch oder englisch und dann wieder ganz asiatisch – so präsentieren sich die historischen Stadtteile. Stefan hält bei der St. Francis Kirche. Sie wurde 1503 von portugiesischen Franziskanermönchen errichtet. Vasco da Gama, der 1524 in Cochin starb, wurde hier beerdigt. Zwar ruhen seine Gebeine seit 1538 in Portugal, doch der Grabstein erinnert auch heute noch an den berühmten Seefahrer und Entdecker.

Kreuzfahrendes Radlerherz – was willst du mehr.

Es ist Nachmittag geworden. Die Stimmung in der Gruppe ist nach wie vor hervorragend. Noch einmal ein Fotostopp. Dann geht es zurück zum Schiff. Jetzt heißt es, das Erlebte erst mal zu verdauen. Da kommt tags darauf ein entspannender Seetag gerade recht. Höchste Zeit, sich einen Platz für die Radtouren auf Sri Lanka und in den Millionenmetropolen Kuala Lumpur und Singapur zu sichern. Dann warten wieder neue Abenteuer. Kreuzfahrendes Radlerherz – was willst du mehr.

Weitere Informationen zu Reisen mit der AIDAbella finden Sie hier.

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Mein Schiff 5: Und wieder muss ich weinen!

Und wieder muss ich weinen! Jedes Mal! Immer wenn die lauten Töne des Signalhornes meinen Körper zum Beben bringen und die Auslaufhymne „Große Freiheit“ erklingt, laufen mir Tränen über meine…

Und wieder muss ich weinen! Jedes Mal! Immer wenn die lauten Töne des Signalhornes meinen Körper zum Beben bringen und die Auslaufhymne „Große Freiheit“ erklingt, laufen mir Tränen über meine Wangen. Und ich kann nichts dagegen machen. Jetzt auch wieder nicht. Die „Mein Schiff 5“ verlässt den Hafen von Monaco und ich stehe an der Reling und fange an zu heulen. Mein Start zur Kreuzfahrt mit der Mein Schiff 5.

Kreuzfahrt mit der Mein Schiff 5 - Joerg Pasemann - Reiseblog Breitengrad53-0182

Die Kreuzfahrt mit der Mein Schiff 5 startet im Hafen von Monaco. (Alle Fotos: Jörg Pasemann)

Vor mir liegt eine Woche Mittelmeer: Monaco, La Seyne, Barcelona, Valencia, Palma de Mallorca. Entspannen, Sonnenbaden, Wellness, es mir richtig gut gehen lassen. Auf der „Mein Schiff 5“, die ich bereits von einer Ostseekreuzfahrt kenne, gar kein Problem.

Erst mal ins Hanami von Tim Raue

Das Schiff legt pünktlich um 19 Uhr in Monaco ab und nimmt Kurs auf Frankreich. Nach der obligatorischen Seenotrettungsübung steht ein Essen im Restaurant „Hanami“ an. Tim Raue, mit zwei Sternen des Guide Michelin ausgezeichnet, hat authentische, fernöstliche Küche mit chinesischen und japanischen Einflüssen an Bord gebracht: Sushi- und Sashimi-Variationen, gedämpfter Zander mit Lauch, Ingwer und Sojasud, Wasabi-Garnelen oder japanische Thunfischpizza. Klingt nicht nur lecker, schmeckt auch gut.

Zum Nachtisch geht’s in „Schmankerl“, dem österreichischen Restaurant an Bord. Wer deftige Küche mag, der ist hier genau richtig. Den kulinarischen Höhepunkt der gesamten Tour lerne ich hier gleich am ersten Tag kennen: Kaiserschmarrn. Ohne Zweifel, es ist der Beste, den ich je gegessen habe. Fluffig, leichter Ei-Geschmack mit goldbrauner Farbe und ein bisschen karamellisiert.

Dieser Kaiserschmarrn hat sehr hohes Suchtpotential und so bin ich dieser Sucht auch meiner restlichen Kreuzfahrt verfallen. Jeden Abend lande ich bei dieser Kreuzfahrt im „Schmankerl“ und lass mir diesen Gaumenschmaus zubereiten. Das genaue Rezept hat mir die Küche des „Schmankerl“ nicht verraten. Wer jedoch geglaubt hat, dass ein Österreicher am Herd steht und die Nachspeise zubereitet, hat sich geirrt. Zwar ist der Chefkoch Rupert Kien aus Österreich, doch der Koch, der die Speise so lecker zubereitet, kommt von den Philippinen.

In La Seyne wartet ein Fahrrad auf mich

Und diese zusätzlichen Kalorien sollen am nächsten Tag wieder verbrannt werden. In La Seyne wartet ein Fahrrad auf mich. Rund 30 Kilometer stehen auf dem Programm, das morgens startet und durch die hügelige französische Gegend führt. Okay, es ist ein eBike. Und mit dem macht es unheimlich viel Spaß, die Berge zu erklimmen. Einfach Gang einlegen und lostrampeln.

Im Mittelalter wurde das ursprüngliche kleine Dorf im Süden Frankreichs unter Ludwig XIV. in den Ausbau des Kriegshafens Toulon mit einbezogen. Die Einwohnerzahl stieg und neue Forts entstanden. Selbst Napoléon Bonaparte ließ ein zusätzliches Fort im Jahr 1811 (das heutige „Fort Napoléon“) erbauen. Und so kann man beim Ausflug mit dem Rad einige dieser alten Bauwerke sehen. Wirklich sehr empfehlenswert.

Küche für 2.500 Passagiere bei der Kreuzfahrt mit der Mein Schiff 5

Wieder an Bord der „Mein Schiff 5“ geht’s zuerst in die Küche des Ozeanriesen. Auf fast einem ganzen Deck befindet sich eine riesige Bordküche, die die meisten Restaurants auf dem Schiff mit Essen beliefert. Wie die Ameisen sorgt in weiß gekleidetes Küchenpersonal für das leibliche Wohl an Bord. Auch die riesigen Lagerräume, die teilweise 14 Tage lang alles aufnehmen müssen, was über 2.500 Passagiere und das Personal verzehren, deuten auf eine umfangreiche Logistik hin, die die verantwortlichen Offiziere des Schiffs meistern müssen. In der Regel wird das Proviant aus Europa in Containern in die jeweiligen Häfen gebracht, in denen dann die “Mein Schiff 5” seine Lager wieder füllt.

Gegen 18 Uhr geht’s weiter in Richtung Barcelona. Zu der spanischen Stadt ist eigentlich schon alles geschrieben und gesagt worden. Sie ist eine meiner Lieblingsstädte: Park Guell, Sagrada Familia, La Barceloneta, La Rambla – Es gibt so viele Sehenswürdigkeiten in der zweitgrößten Stadt Spaniens, dass ein Tag zu wenig ist. Vielleicht auch ein Grund, warum unser Schiff zwei Tage im Hafen der Hauptstadt von Katalonien liegt. Während die Crew die Leinen los macht, ertönt das Signalhorn, die Ablegehymne erklingt durch die Lautsprecher und ich fange wieder an zu heulen. Die „Mein Schiff 5“ nimmt Kurs auf Valencia, der nächsten Stadt auf der Route nach Palma de Mallorca.

Valencia gilt als kleine Schwester von Barcelona

Valencia gilt als kleine Schwester von Barcelona und braucht sich überhaupt nicht zu verstecken. Sie hat eine ähnlich schöne Altstadt wie Barcelona, einige wunderbare Jugendstil-Gebäude und demselben Hafenflair. Sehenswert ist vor allem das Flussbett des Río Turia, das wegen ständiger Überschwemmungen trockengelegt gelegt wurde und sich zu einer Art Naherholungsgebiet und Freizeitparadies entwickelt hat. Die Grünanlagen ziehen sich fast sieben Kilometer durch die Stadt bis zum Hafen. Gegen 18 Uhr legt das Schiff ab und nach einem Abendessen in der „Osterria“ auf der „Mein Schiff 5“ nimmt Kapitän Kjell Holm Kurs auf den Zielhafen Palma de Mallorca.

Insider-Tipps für die Kreuzfahrt mit der Mein Schiff 5

TUI Cruises / Mein Schiff 5

Die Mein Schiff 5 ist das fünfte Schiff und bis jetzt neueste Schiff von TUI Cruises. Viele Angebote für eine Kreuzfahrt mit der Mein Schiff 5 gibt es auf der Seite von TUI Cruises. Viele interessante Informationen zu den Schiffen, zur Crew und über die einzelnen fahrten finden Sie auf dem Blog von TUI Cruises.


Reiseführer

Eine Auswahl an Reiseführern für Monaco finden Sie hier. Wer weitere Informationen & Tipps zu Barcelona findet die in dem Marco Polo Reiseführer.


Geld im Urlaub

Die Währung in allen Ländern dieser Kreuzfahrt ist Euro (€). Die meisten Geschäfte akzeptieren Kreditkarten und EC-Karte als Zahlunsgmittel. Wer die Abhebegebühren auf Reisen umgehen möchte, für den lohnt sich die Anschaffung einer kostenlosen Kreditkarte. Mehr Tipps zur Zahlung im Urlaub gibt es auf unserer Service-Seite: Geld im Urlaub.

3 Kommentare zu Mein Schiff 5: Und wieder muss ich weinen!

Über die Ostsee ins Land der Saunafetischisten

An Deck der Finnstar: „Sie gehen ständig in die Sauna, haben Millionen Handys und kämpfen mit Milliarden Mücken“ schreibt Autor Wolfram Eilenberger in seinem Bestseller „Finnen von Sinnen“. Ich muss…

An Deck der Finnstar: „Sie gehen ständig in die Sauna, haben Millionen Handys und kämpfen mit Milliarden Mücken“ schreibt Autor Wolfram Eilenberger in seinem Bestseller „Finnen von Sinnen“. Ich muss schmunzeln, als ich das Buch auf dem blankgeputzten blauen Boden der Fähre „Finnstar” entdecke.

Von Susan Bäthge

Zum Lesen soll genügend Zeit sein in den folgenden 28 Stunden – auf dem Weg von Travemünde nach Helsinki. Meine erste lange Schiffsfahrt. Mulmiges Gefühl im Bauch? Ganz und gar nicht – bis es desnachts etwas wackelt, als wir endlich ablegen. Es ist 3.30 Uhr – Leinen los für unsere Reise über die Ostsee. Was auf der Hinfahrt kaum zu spüren war, wurde auf unserem Rückweg umso heftiger. „Bei rauer Wetterlage schlagen die Wellen zehn bis elf Meter hoch“, erzählt der Kapitän Jussi Auer. Davon bleiben wir glücklicherweise verschont.

Wunschlos glücklich an Bord der Finnstar

Es ist Mitternacht: Check-in auf Deck 7. Es geht schnell und unkompliziert, nur wenige Minuten später beziehen wir unsere Kabinen ein Deck höher. Hier bleibt kein Wunsch offen: Einladend das bequeme Doppelbett, der Schrank bietet selbst für Gepäck süchtige Frauen genügend Platz, vom Sofa kann man deutsches Fernsehen schauen und aus der Dusche im eigenen Bad sprudelt heißes Wasser. Eine nächtliche Bahnfahrt im VIP-Abteil der Deutschen Bahn von Berlin nach München war deutlich ungemütlicher.

Zurück zum Schiff. Um Mitternacht werden wir mit einem Snack überrascht, garniert mit der wunderbaren Nachricht, am kommenden Morgen ausschlafen zu dürfen. Von der Ostsee getragen, sanft ins Land der Träume geglitten, Wiedersehen mit der Gruppe gegen zehn Uhr früh. Gemeinsamer Brunch! Was immer das Herz begehrt – es ist da! Deftig oder süß, Frühstück oder Mittagessen, warm oder kalt. Unfassbar, dass nur drei Personen in der Küche für unser aller Wohl sorgen und die Speisen bis 13 Uhr auf das Buffet zaubern. Immerhin finden 550 Passagiere Platz an Bord. 38 Crewmitglieder horchen auf Captain Jussi, der uns Zutritt zu seinem Allerheiligsten gewährt – der Kapitänsbrücke. „Das Zusammenspiel von Wind, Geschwindigkeit und Wellen ist von hoher Bedeutung“ verrät der gebürtige Finne. Volle Kraft voraus mit 23 Knoten – 46 Stundenkilometer.

Einfach nur sein – auf dem Weg nach Helsinki

Ein ganzer Tag an Bord: Die Sonne scheint, der Wind weht frisch, aber eingepackt in dicke Daune ist die Überfahrt nach Helsinki ein wahrgewordener Traum. Einfach mal nur sein. Die Gedanken im Rhythmus der Wellen dahinfließen lassen, den Stress auf weite Reise schicken, die Leichtigkeit des süßen Nichtstuns genießen. Und da Saunieren zum Kulturgut der Finnen zählt, warten schon an Bord zwei Saunen und Whirlpools – kostenfrei wie der Fitnessraum mit Laufband und Rudermaschinen.
Ich laufe lieber an Deck dem Wind entgegen, lasse mich von kräftigen Böen durchpusten und genieße das gesellige Treiben mit meinen reiselustigen Kollegen. Die Bar Navigare lockt besonders trinkfeste Skandinavier und übrige trockene Kehlen den ganzen Tag mit handfesten Drinks unter Deck, wo sogar W-LAN süchtige Onlinejunkies voll auf ihre Kosten kommen.

Bis zum Superior Dinner ist ein kleines Nickerchen fällig – so ein Seetag macht nicht nur hungrig, sondern auch mächtig müde. Das süße Nichtstun eben.
Nach einer weiteren Nacht legen wir morgens um neun am Vuosaari-Hafen nahe Helsinki an. „Der Weg ist das Ziel“ sagt man – wir freuen uns aber auch auf relaxte Tage im großen Land für Individualisten. Mit festem Boden unter den Füßen.

201612 Finnland Finnstar Finnlines breitengrad53 Reiseblog (26 von 48)

Land in Sicht – Finnland voraus

5 Millionen Finnen – 3 Millionen Saunen

„Tervetuloa!“ begrüßt uns Kiti Häkkinen, unsere Reiseleiterin für die kommenden Tage. Ein offenherziges „Willkommen“. Ein schräges Völkchen mit einem sehr speziellen Humor. Liebenswert. Kein Wunder, dass Samu Haber seit der TV-Show „The Voice of Germany“ von einer so großen Fanschar umgeben ist. Die Finnen nehmen sich selbst nicht so ernst und eines wissen sie besonders gut zu praktizieren: Ent-schleu-ni-gung! Ich freue mich auf die endlose Natur, tiefblaue Seen und Entspannung in der Sauna. 3,1 Millionen Saunen für 5 Millionen Finnen – wow!

Saunieren ist Lifestyle in Finnland. Babys sind bei ihrer Saunataufe erst wenige Monate alt und bleiben später ihr ganzes Leben lang dabei. „Ein Ort der körperlichen und seelischen Reinigung – im wahrsten Sinne des Wortes entblößen wir uns und dringen vor ins Innerste des Menschseins“, verrät Kiti kichernd. „Sauna“ ist übrigens das einzige finnische Wort, das von anderen Sprachen übernommen wurde – und ist gleichzeitig ein Synonym für die Menschen, das Land, die Kultur Finnlands. Ob ein zehnminütiger Sauna-Blitzbesuch oder ein ganzer Tag inklusive Grillen, Schwimmen und Feiern – die Finnen lieben ihre Tradition und jede noch so kleine Wohnung ist mit einer Sauna ausgestattet. Das Parlament in Helsinki natürlich auch. „Wenn dich ein Finne in die Sauna einlädt, kannst du dir seiner Sympathie gewiss sein“. Der Sprung in den eiskalten See – und das splitterfasernackt – gehört dazu wie das obligatorische Bier. Na dann „Kippis“ (Prost)!

Heli-Landeplatz für den Scheich am Päijänne-See

Am traumhaft gelegenen Päijänne-See, rund zweieinhalb Stunden nördlich von Helsinki, kommen wir in den Genuss dieser körperlichen und seelischen Glückseligkeit. Herr über 20 Seevillen des Traumresorts „Lehmonkärki“ ist Ari Yrjölä, der – in 16. Generation – getreu dem Motto „Nichts ist unmöglich“ sogar einen Heli-Landeplatz bauen ließ. Der Scheich von Oman hatte sich schließlich die exklusive Designvilla Vellamo für einen Businesstrip inklusive Entschleunigung in hochmoderner Saunaoase ausgesucht. „Viele Gäste wünschen es sehr luxuriös – je außergewöhnlicher desto besser.“

Balsam für die Seele im Mökki

Ich liebe es einfach. Je einfacher desto besser kann ich entspannen, loslassen, zur Ruhe kommen. Eine Holzhütte am Hang. Den Blick durch dichtbewachsene Wälder direkt auf den tiefblauen See schweifen lassen, die „sauberste Luft der Welt“ atmen, inmitten dieses magischen Fleckchens Erde. Jeder Finne hat mindestens ein Mökki (=Holzhaus) irgendwo in der Wildnis. Mein Mökki steht am Päijänne-See. Ich genieße die Stille, die Weite, pure Natur. Der Wald hat etwas Magisches, hier fühlt sich nicht nur der Finne wohl.

Superfood in Reinform

Die ganze Welt philosophiert über Entschleunigung, Superfood, veganes Essen. Hier erleben wir all das in Reinform. Ohne Handyempfang endlich mal die Seele baumeln lassen. Der Sprung in den eisigkalten Natursee. Im Dickicht der Wälder meditieren. Den Beerenliebhabern und Waldgourmets auf der Spur, saftige Himbeeren, Preisel- und Erdbeeren sammeln und direkt in den Mund stecken. Das erinnert an Kindheit, lässt mein Herz melancholisch werden und höher schlagen. Wer braucht da Goji-Beeren?

Bären wurden hier auch schon gesichtet, rund 500 große Braune wohnen in den riesigen Waldgebieten Finnlands. Hier wird es einem leicht gemacht, runter zu kommen. „Horcht genau hin, seid achtsam“, flüstert unsere Meditationslehrerin, um unsere Sinne zu schärfen. Wir versinken im weichen Moosboden, lauschen dem Rauschen der Bäume und dem Zwitschern der Vögel. Wohltuend ist die Tradition des „Auspeitschens“ mit Birken- oder Lindenzweigen. Maaria hat den lockeren Schwung mit den selbstgebastelten Zweigen raus – sie will den Gästen helfen, zwischen den Saunagängen Blockaden zu lösen. Es ist ihr gelungen.

Paddeln im Kajak oder Kanu, allein oder mit Sportsfreunden – ein Hochgenuss in den schier endlosen Weiten der Seen, das Dahingleiten gleicht purer Tiefenentspannung. Sportsfrau Kirsi begleitet uns, leitet uns, schwelgt in ihrer geliebten heimatlichen Umgebung. Viel zu kurz, der Vormittag am See. Aber eine perfekte Auszeit, um die Hektik des Großstadttrubels hinter sich zu lassen und abzuschalten, Raum zum Atmen Zeit zum Träumen zu nehmen.

Zeit zum Träumen – am finnischen Meerbusen

Zurück an der Küste, etwa 50 Kilometer östlich von Helsinki, am Finnischen Meerbusen, verzaubert uns das malerische Städtchen Porvoo. Hohe Hacken sollte man auf den kopfsteingepflasterten Gassen besser nicht tragen. Wie eine Spielzeugstadt wirken die pastellfarbenen Holzhäuser aus dem 17. Jahrhundert und die zuckersüße Kirche, in der Rennfahrer Mika Häkkinen geheiratet hat, was einen regelrechten Hype ausgelöst hat.

Feinschmeckerparadies Porvoo

Porvoo steht auch für kulinarische Hochgenüsse. Das Restaurant „Zum Beispiel“ führt der Chemnitzer Georg Simojoki, seit mehr als 20 Jahren nennt er Finnland sein Zuhause. Den eigenwilligen Humor der Finnen hat er längst übernommen: Ein Gericht heißt „Tote Oma“, Blutwurst mit Graupen. Bioqualität ist Ehrensache. Das beste Lunch wird im Hotel Onni serviert, hier fühlt man sich Jahrhunderte zurück versetzt, nur das Essen entspricht dem Geschmack und dem Zeitgeist Reiseliebender.

Unabhängig, eigenwillig, individuell

Später lernen wir die eigenwillige und sehr erfolgreiche Künstlerin Riitta Nelimarkka-Seeck kennen. Die Roothaarige mit der tiefen Stimme knüpft in liebevoller Handarbeit knallig bunte Webteppiche. Und wie viele ihrer Landsleute geht sie gern auf die Jagd, das beweist ein ausgestopfter Elch an der Wand – nicht jedermanns Sache. In Finnland aber große Tradition.

2017 feiern die Finnen den 100. Geburtstag ihrer Unabhängigkeit und für mich steht fest: Dieses Land hoch oben im Norden möchte ich noch viel mehr entdecken und bin dann auch gerne gemeinsam mit den Finnen ganz von Sinnen …!

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Weitere Informationen

  • FINNLAND Infos: www.visitfinland.de
  • ANREISE auf dem Schiff: www.finnlines.de, Mit der „Finnstar“ 28 Stunden von Travemünde nach Helsinki. Abfahrt der Finnlines-Fähren am Skandinavienkai in Travemünde, 30 Minuten Fahrt vom Hauptbahnhof in Lübeck mit dem Bus Nr. 30. Die Preise für die Überfahrt von Travemünde nach Helsinki variieren je nach Saison, Personenanzahl, PKW-Länge, Kabinenwahl. Wer Hin- und Rückfahrt gleichzeitig bucht, bekommt 20% Rabatt auf die Rückreise. Ein Preiskalkulator auf der Website errechnet den genauen Preis.
  • WOHNEN
    • Päijänne-See: www.lehmonkarki.fi
      Das Resort „Lehmonkärki am südlichen Ende der finnischen Seenplatte, in der Nähe von Lahti. 20 Villen, 145 Schlafzimmer. Idealer Ort für Outdoor-Aktivitäten: Paddeln, Schwimmen, Eistauchen, Schneeschuhwandern, Curling, Angeln, Langlauf, Husky-Schlittenfahrten. Die einfachsten Villen (mehrere Schlafzimmer, Küche, Wohnzimmer, Sauna und Außen-Jacuzzi) kann man ab 700 EUR pro Woche bzw. 220 EUR am Wochenende mieten. Die exklusive Designvilla Vellamo ( die einzige mit Präsidentenstatus in ganz Finnland) für max. 14 Personen kostet 3.500 Euro/Tag. In der Saunawelt warten die 100-jährige Rauchsauna, Glaspanoramasauna, eine Iglu-Sauna sowie ein großer Whirlpool unter freiem Himmel.
    • Porvoo: www.haikko.fi
      Hochherrschaftlich wohnen im 50 Jahre alten Herrenhaus für 400 Gäste. Inmitten eines schön gestalteten Gutsparks am Meer. Exquisite Küche in edlem Ambiente, riesiges Spa mit Anti-Age Behandlungen, Zahnaufhellungen, Fettvereisungen. Kleiner Swimmingpool, wenige Saunen. 30 Minuten Autofahrt von Helsinki und 10 Minuten bis zur idyllischen Altstadt Porvoo. Ab 130 Euro im DZ.
  • Essen und Trinken Porvoo: Deutsch-Finnisches im Deli & Catering „Zum Beispiel“ www.zum.fi
    Bestes Lunch im Boutique Hotel „Onni“ www.hotelonni.fi
  • Finnland aktiv: www.fenixohjelmapalvelut.fi
    Kirsi Reinikka leitet das Outdoor-Unternehmen „Fenix“.erkunden. Kanufahrten, Schneeschuhwandern, Meditation uvm.
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New York: Eine Stadt, die niemals schläft

IIch möchte aufwachen in einer Stadt, die niemals schläft – Schon Frank Sinatra besang in seinem Lied “New York, New York” das, was ich spürte, bevor ich überhaupt einen Fuß…

IIch möchte aufwachen in einer Stadt, die niemals schläft – Schon Frank Sinatra besang in seinem Lied “New York, New York” das, was ich spürte, bevor ich überhaupt einen Fuß auf den Boden dieser riesigen Metropole in den USA gesetzt hatte. Während die “Europa 2” gemächlich den Hudson River in Richtung “Pier 90” fuhr und die Skyline von New York immer konkreter wurde, umso mehr hatte ich das Gefühl, das sich Adrenalin in meinen Adern breit machte. Empire State Building, Rockefeller Center, Times Square, Manhattan – Alles was ich bisher nur aus diversen Hollywoodfilmen kannte, war zum Greifen nah. Sehen konnte ich es schon und auch spüren.

Die Amerikaner haben schon einen besonderen Humor. Vor allem, wenn es um die Einreise ins Land geht. Die Einreisekontrolle in New York war so ein Fall. Alle Gäste mussten das Schiff verlassen, durch eine Ausweiskontrolle, Reisepass und ESTA vorlegen und dann in einer großen Halle am Pier warten, bis der letzte Gast die “Europa 2” verlassen hat. Dann durften alle wieder an Bord und wir konnten die Expedition New York starten.

„I want to wake up in that city that doesn’t sleep“

Hundert Dinge gingen mir durch den Kopf, als ich auf der 12th Avenue am Manhattan Cruise Terminal stand. Mein erster Gedanke: Die Taxis sehen tatsächlich so aus wie im Film. Aber das die Wagen im Inneren so eng sind, hätte ich dann doch nicht gedacht. Während eine Plexiglasscheibe den Fahrer schützt, flimmern hunderte Werbebotschaften über einen Bildschirm im Fond des Taxis. Werbung wohin das Auge reicht.

Mein erstes Ziel war das Rockefeller Center, das etwa ein Kilometer vom Schiff entfernt ist. Zu Fuß braucht man dafür vielleicht eine halbe Stunde. Mit dem Auto in New York etwas länger. In dieser Stadt scheint jeder mit dem Auto ins Zentrum zu fahren, um dann in langen Schlangen in Schritttempo voranzukommen. Ein Wahnsinn!

Rockefeller Center bei Nacht

Rockefeller Center bei Nacht.

Und weil jedem Fahrer während der Wartezeit langweilig ist, wird fleißig gehupt. Hupen scheint eine Art Volkssport der New Yorker zu sein. Vielleicht ein Grund, weshalb die Stadt auch nie schlafen kann.

Das Rockefeller Center liegt an der Rockefeller Plaza, in der Nähe der berühmten 5th Avenue. Hier ist auch das weltberühmte Schwarz-Weiß-Bild entstanden, auf dem Bauarbeiter während der Mittagspause in schwindelerregender Höhe auf einer Stahlstange sitzen, eingereiht von Wolkenkratzern in der Nachbarschaft. Und genau in diese Höhe habe ich mich auch begeben. Allerdings bin ich die 70 Stockwerke ganz bequem mit einem Turbo-Aufzug hoch gefahren. Auf dem „Top Of The Rock“ können die Besucher auf mehr als 16.700 Quadratmetern und auf drei Etagen den einzigartigen Ausblick auf die Stadt genießen. Für mich ein Schlüsselerlebnis bei dem Besuch der Metropole, denn mehr als auf New York aus 260 Metern Höhe bei Sonnenuntergang zu blicken, geht nun wirklich nicht. Zumal die Plattform eine nahezu ungehinderte Sicht auf die vielen Wolkenkratzer und Sehenswürdigkeiten bietet, darunter das Empire State Building oder den Central Park.

Weltberühmte Eisbahn in New York

Am Fuße des Rockefeller Center befindet sich im Winter auch die weltberühmte Eisbahn, die schon in vielen Hollywood-Filmen als Kulisse gedient hat. Wer denkt, hier eine große Bahn anzutreffen, irrt gewaltig. Eher klein, dafür aber mit sehr vielen Schlittschuhläufern gefüllt, die während der Weihnachtszeit oftmals mit Weihnachtsmannmützen ausgestattet sind.

Blick vom Rockefeller Center _1

Postkartenmotiv: Viele Besucher nutzen die Aussichtsplattform des Rockefeller Center, um unvergessliche Aufnahmen der Stadt zu machen. (Fotos: Jörg Pasemann)

Mein Weg führt mich weiter auf die 5th Avenue, der Top-Einkaufsstraße in New York. Auch hier wimmelte es nur so von Menschen, die offensichtlich alle auf der Suche nach dem passenden Weihnachtsgeschenk waren. Natürlich durfte hier ein Besuch beim wahrscheinlich bekanntesten Kaufhaus der Stadt nicht fehlen: „Saks Fifth Avenue“. Prall gefüllt mit Weihnachts-Deko innen und einer Weihnachts-Lasershow draußen und auch hier Menschenmassen, die auf der einen Seite ins Kaufhaus strömten und auf der anderen Seite wieder raus, vollgepackt mit Einkaufstüten.

Kaufhaus Saks in New York

Auch das Kaufhaus “Saks” in New York ist zur Weihnachtszeit reichlich dekoriert.

Etwa einen Kilometer weiter kommt man auf den Times Square, einer weiteren weltberühmten Straße der Stadt. Hier findet man knapp 40 Theater, die MTV-Studios und das Verlagsgebäude “One Times Square”, in dem sich auch die New York Times befindet. Jedes Jahr zu Sylvester versammeln sich um die eine Million Menschen, um zu sehen, wie der Times Square Ball 60 Sekunden vor Mitternacht unter dem ohrenbetäubendem Countdown des Publikums herabgelassen wird.

Mein Tag endet schließlich in einer der bekanntesten Roof-Top-Bars der Stadt, dem „The Roof“ im legendären Viceroy Hotel in Manhattan bei einem Glas Caipirinha. Morgen geht’s auf die Brooklyn Bridge, nach Soho, zum High-Line und ins “Baltazar Restaurant”. „I want to wake up in that city that doesn’t sleep“ – Ich glaube, ich gehe jetzt erst mal schlafen..

Times Square

Superhelden als Fotograf: Auf dem Times Square in New York ist alles möglich.

Wichtige Reiseinformationen

[toggle title=”Einreise“]Für die Einreise in die USA ist eine Reisegenehmigung erforderlich. Das ESTA wird online beantragt und in der Regel erhält man innerhalb weniger Stunden die Bestätigung. Dieser Antrag muss bei der Einreise mitgenommen werden.[/toggle]

[toggle title=”Anreise“]Die Anreise per Schiff ist mit Abstand die beste Lösung, um nach New York zu kommen. Man fährt ganz gemütlich an der Freiheitsstatue vorbei und kann schon von weitem die Skyline von New York erkennen. Die “Europa 2” fährt im März/April 2015 wieder nach New York.[/toggle]


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Hinweis: Der Autor wurde von Hapag-Lloyd-Kreuzfahrten auf diese Reise eingeladen. Herzlichen Dank!

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Schwerelos glücklich – Flying Pilates auf hoher See

Ein wenig mulmig ist mir ja schon. Nein, nicht vom Seegang. Die Mein Schiff 3 schippert gerade gemütlich im Mittelmeer Richtung Mykonos. Die Sonne scheint und eine leichte Brise weht…

Ein wenig mulmig ist mir ja schon. Nein, nicht vom Seegang. Die Mein Schiff 3 schippert gerade gemütlich im Mittelmeer Richtung Mykonos. Die Sonne scheint und eine leichte Brise weht mir um die Nase. Nein, mulmig ist mir heute aus einem ganz anderen Grund. Flying Pilates!

“Flying Pilates“ – Fliegen und das auf hoher See

Ich betrete den Fitnessbereich der Mein Schiff 3. Hier erwartet mich gleich ein Sportkurs der ganz besonderen Art. „Flying Pilates“ – Fliegen und das auf hoher See – was für eine grandiose Kombination. Was mich erwartet – kein Ahnung. Noch nie zuvor in meinem Leben habe ich mich in ein Tuch gewickelt von der Decke hängen lassen – Ganz davon abgesehen Fitnessübungen an solchen Tüchern vollbracht. Neugierig betrachte ich die Bilder die Sonja Ehrlich in vollendeter Eleganz zeigen, wie sie von der Decke hängt. Sieht eigentlich gar nicht so schwer aus, irgendwie sogar spielerisch. Und das soll meine Muskeln trainieren? Ich bin gespannt. Sonja Ehrlich, Gründerin und Trainerin von Flying Pilates, erwartet mich schon und empfängt mich mit einem bezaubernden Lächeln, das mir schon die erste Angst nimmt.

Flying Pilates seit 2012

2012 hat die zierliche Hamburger Pilates – und Personal Trainerin Flying Pilates gegründet. Eher aus einem Zufall heraus – doch rückblickend war ihr Weg mit so vielen interessanten Zufällen versehen das man wohl eher von Schicksal ausgehen muss. Denn wie sagt man so schön – Zufälle gibt es nicht…

Bei den über 150 Übungen die Sonja Ehrlich in den vergangenen Jahren entwickelt hat wird der Körper multidimensional trainiert, während die Muskulatur unterschiedlichster Muskelgruppen in einem einzigartigen Zusammenspiel gefordert wird. Der Körper offenbart ungeahnte Fähigkeiten bei maximalem Energieverbrauch.

Doch genug der Theorie – ran an die Praxis. Ich ziehe meine Schuhe aus und trete an mein Tuch, das locker und leicht von der Decke hängt. Erwähnen sollte man wohl genau an diesem Punkt – bitte daheim keine Bettlaken oder Ähnliches aus dem Schrank nehmen und mit einem Nagel an der Decke befestigen. Sieht bestimmt nett aus – erfüllt jedoch ganz und gar nicht den Zweck. Das Tuch, das für Flying Pilates genutzt wird, ist eine bestimmte Lycrafaser die bis zu zwei Tonnen aushält.

Ich stelle mich also an das Tuch und merke, wie nervös ich werde. Doch ein Glück ist Sonja direkt neben mir – mit ihrer unbeschwerten und heiteren Art lenkt Sie mich perfekt von meinen Gedanken ab und zeigt mir auch schon direkt die erste Übung. Ich halte das Tuch mit beiden Händen fest, etwa Schulterbreit ist mein Griff, und wie Sonja so schön sagt: “Stell Dir vor du würdest eine Eisenstange mit beiden Händen nach oben drücken”.

Somit hat man dann auch schon eine Spannung im Tuch aufgebaut, die sich auch über die kommenden Übungen durchzieht. Ich lehne mich mit dieser Spannung nach vorne und strecke meinen Rücken – Wirbel für Wirbel rolle ich ihn auf und aktiviere dabei mein “Powerhouse” – wie es so schön im Pilates Chargon genannt wird. Stets die Hände am Tuch. Eine angenehme Spannung und Dehnung wird spürbar. Während der kompletten Stunde werde ich stets daran erinnert immer meine Körpermitte zu aktivieren. Das sorgt für eine schöne Körperhaltung und beugt Rückenschmerzen vor. Zahlreiche Elemente basieren auf dem regulären und klassischen Pilates. So auch die Länge der Übungen. Somit verharrt man nicht 10-15 sek in jeder Übung – sondern nur so lang, wie es einem auch gut tut.

“Ein leichtes Glucksen entweicht meinen Lippen”

Ich halte das Tuch mit beiden Händen fest und stelle mich auf meine Zehenspitzen. Langsam lasse ich mich nach vorne kippen, das Tuch stets fest im Griff im Bereich meiner Hüfte. Ich lasse mich langsam nach vorne fallen und merke das meine anfängliche Skepsis immer mehr meiner immer größer werdenden Euphorie weicht. Ein leichtes Glucksen entweicht meinen Lippen. Ich hänge kopfüber und merke, wie gut es mir tut. Einfach mal alles hängen lassen. Meine Schultern, mein Rücken entspannen sich zunehmend. Doch das allein war nicht die komplette Übung. Der kniffeligste Part kommt noch. Ich bewege mich langsam kopfüber mit den Händen Step by Step nach hinten – dabei strecke ich meine Beine in die Höhe. Hört sich komisch an – ist es auch –  tut jedoch verdammt gut. Ich spüre eine angenehme Schwerelosigkeit gepaart mit einem Glücksgefühl, das ich schon längst vergessen hatte – wie damals in Kindertagen wenn man sich ohne nachzudenken an der Turnstange rückwärts hat fallen lassen, um einen Umschwung zu machen.



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Die Endorphine tanzen lustig in meinem Körper auf und ab. Während der nächsten Übungen plaudere ich ein wenig mit Sonja über ihren mutigen Schritt vor 4 Jahren in die Selbständigkeit zu wechseln und diese Sportart ins Leben zu rufen. Wie ich erfahre entstand die Idee während einer Aerial Yoga Stunde. Doch im Gegensatz zu Aerial Yoga finden ihre Übungen nicht nur in der Luft, sondern auch stehend oder liegend am Boden statt. Stets das Tuch im Mittelpunkt.

Flying Pilates ist dynamischer, kraftvoller. Ein sogenanntes funktionelles Ganzkörpertraining – während beim Aerial Yoga das Tuch nur die Haltung unterstützt. Wie ich erfahre, hilft Flying Pilates sogar dabei Dysbalancen und Verspannungen im Körper zu verringern oder sogar ganz zu beseitigen. Also nichts wie ran an meine nächste Herausforderung.

Aus Tuch wird Schaukel

Ich falte das Tuch zu einer Art Schaukel, indem ich die Tuchenden zusammenlege. Dann versuche ich mich langsam in die frisch gebaute Schaukel zu setzen – natürlich stets mit der aktivierten Körpermitte.  Sieht vielleicht einfach aus – ist es aber ganz und gar nicht. Gerade für mich, denn ich zappel wie ein Fisch hin und her.

Doch nach ein paar Versuchen gelingt es mir doch und ich schwinge fröhlich hin und her. Nun soll ich mich noch nach hinten legen. Wie bitte? Wie soll das denn gehen? frage ich mich. Die Angst überkommt mich erneut und ich merke, wie ich mich widerwillig nach hinten lege. Sonja merkt meine Anspannung und kommt mir direkt zur Hilfe.

Das Tuch wird dich halten – keine Sorge. Lass dich einfach nach hinten gleiten. Du wirst merken – es fühlt sich toll an“. Ich vertraue Sonjas Worten und lasse mich nach hinten fallen. Und wirklich – das Tuch umhüllt mich und gibt mir einen ungewohnten Schutz. Während ich nun in dem Tuch liege hebe ich nach und nach meine Beine abwechselnd in die Höhe – und genau in diesem Moment merke ich, wie intensiv jede einzelne Faser meines Körpers und meine Muskeln arbeiten. Ein ungewohntes Ziehen an Stellen, die ich vorher nicht einmal wahrgenommen habe, macht sich breit. Unglaublich.

Nach ein paar Übungen in dieser Position begebe ich mich wieder auf den Boden und bin spürbar atemlos. Die von Sonja Ehrlich ausgearbeiteten Übungen haben es wirklich in sich. Während der noch kommenden Übungen ist Sonja stets an meiner Seite und unterstützt mich Neuling, gibt mir Tipps und erzählt mir Wissenswertes über meinen Körper und wie er auf die Übungen reagiert.Auf einmal schaue ich auf die Uhr – 60 Minuten Workout der besonderen Art liegen hinter mir. Unglaublich, wie schnell die Zeit – im wahrsten Sinne des Wortes – verflogen ist. Und das Beste daran: Es hat unglaublich viel Spaß gemacht.

Garantiert werde ich morgen Muskelkater an mir unbekannten Stellen verspüren – doch das macht mir nichts! Ich glaube ich, habe noch nie auf so unbeschwerte und lustige Art und Weise meine Fitness trainiert.

Zum Abschluss gibt’s ein schwereloses Nickerchen

Zum krönenden Abschluss und für viele das absolute Highlight der Flying Pilates Stunde gibt es nun einen Flying Nap! Ein schwereloses Nickerchen. Ich kuschle mich in das Tuch, mache meine Augen zu und schwinge langsam hin und her – passend zu den Wellen, die draußen gegen das Schiff brechen und lasse mich ins Land der Träume entführen.

Weitere Infos zu Flying Pilates

Weitere Infos zu Flying Pilates erhalten Sie unter: www.flying-pilates.de

Insgesamt werden jedes Jahr 2 Flying Pilates Themenreisen mit der Mein Schiff Flotte angeboten. Die aktuellen Daten für das kommende Jahr werden Ende des Jahres auf der www.tuicruises.de bekannt gegeben.

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