Die Natur ist der beste Künstler

Gute Geschichten erzählt und hört man auf der grünen Insel immer gern. Sie sind oft märchenhaft und handeln nicht selten von Feen, Hexen und natürlich von grün gekleideten Kobolden. An diesem sagenhaften Abschnitt der nordirischen Küste haben aber Riesen die entscheidende Rolle gespielt. Und sie haben im wahrsten Sinne des Wortes Spuren hinterlassen. Aber das ist lange her.

Gute Geschichten erzählt und hört man auf der grünen Insel immer gern. Sie sind oft märchenhaft und handeln nicht selten von Feen, Hexen und natürlich von grün gekleideten Kobolden. An diesem sagenhaften Abschnitt der nordirischen Küste haben aber Riesen die entscheidende Rolle gespielt. Und sie haben im wahrsten Sinne des Wortes Spuren hinterlassen. Aber das ist lange her.

Giants Causeway - Urlaub in Irland - Wilfried Geiselhart (1 von 14)

Was für ein Fotomotiv! Die unzähligen urzeitlichen Basaltsäulen am Giants Causeway. Bild: Geiselhart

Zurück zur Gegenwart. Der Morgen dieses frühlingshaften Tages beginnt für die deutschen Urlauber mit einem ausgiebigen Frühstück im B&B Guesthouse im Atlantikstädtchen Port Stewart. „Freut euch, heute ist nicht nur ein sonniger Tag. Heute ist auch das Licht ganz außergewöhnlich, das macht euren Ausflug zum Giants Causeway garantiert unvergesslich“, hatte der freundliche Besitzer beim Auschecken prophezeit. Und tatsächlich: Die Finger nicht ständig am Fotoapparat zu lassen, fällt angesichts der fast unwirklich schönen Motive nicht leicht. Was sieht man hier? Sind das unzählige sechseckige Steinpfeiler, die eine durchdacht angeordnete Formation erbeben? Eine Art natürliche Kunst-Performance? Zusammengezählt rund 40 000 aus erkalteter Lava entstandene Basaltsäulen, die nicht umsonst zum Unesco-Weltkulturerbe gehören.

Am „Giants Causeway“ kommt man aus dem Staunen nicht heraus

Sieht so der Beginn von allem aus? „Als sich die Welt aus einem formlosen Chaos erhob, muss dieses Stückchen davon erhalten bleiben sein.“ So empfand der Schriftsteller W. M. Thackeray seinen Besuch beim „Giants Causeway“ im Jahr 1842. Seitdem ist viel Zeit vergangen. Doch auch heute mag man als Urlauber ähnliche Gefühle haben, wenn man diesem sagenumwobenen Abschnitt der nordirischen Küste fast ehrfürchtig gegenübersteht. Ein Ort, er auch im 21. Jahrhundert zum Anlass vielfältiger Inspirationen werden kann. In jedem Fall ein Ort, an dem es sich lohnt, ihn auf sich wirken zu lassen und genügend Zeit eingeplant zu haben.

Die Geschichte dieser urzeitlich anmutenden Felsformation begann vor 60 Millionen Jahre. Schon damals gab es einen Klimawandel. Erde, Feuer, Wasser und Luft – alle Urgewalten vereinigten sich, um diese faszinierende Landschaft in Causeway zu formen und auch ein ungewöhnliches Farbenspiel zu ermöglichen. An einigen Stellen ist die rote Lateritschicht des Mutterbodens bis zu 15 Meter dick und sieht aus wie die Füllung eines überdimensionalen Basaltkuchens.

Ein Riese lebte an der nordirischen Küste

Alles wissenschaftlich erklärbar? Oder ist doch Magie im Spiel. Der „Giants Causeway“ – übersetzt der „Damm des Riesens“ – hätte jedenfalls nicht seinen Namen, wenn sich um ihn nicht jede Menge Sagen und Mythen ranken würden. Eine davon dreht sich um den bereits erwähnten Riesen. „Hier kommt Finn McCool ins Spiel“, erklärt Guide Ian auf dem Rundweg, der am Besucherzentrum beginnt.  „Finn war ein Jäger und Krieger aus der irischen Mythologie. Und er war ein Riese, der hier an der nordirischen Küste ein recht ruhiges Leben mit seiner Familie führte.“

Doch habe es eben auch Rivalen gegeben, wie zum Beispiel den schottischen Widersacher Benandonner, der noch viel schwerer und riesiger als Finn gewesen sei. „Also blieb nur eine List, um sich des Gegners für immer zu entledigen – dank Finns klugen Frau“, weiß Ian. Sie erkannte nämlich die Gefahr, steckte ihren Mann in Babykleider, verpasste ihm einen Schnuller und legte ihn in ein gigantisches Kinderbettchen. Als der Koloss aus Schottland das Riesenbaby sah und sich gleichzeitig vorstellte, welches Ausmaß sein Vater haben müsste, flüchtete er kurzerhand zurück nach Schottland und riss in seiner Panik alles nieder, was ihm im Wege stand. Über das Resultat darf man heute noch staunen.

Giants Causeway - Urlaub in Irland - Wilfried Geiselhart (12 von 14)

Keine Höhenangst zu haben, ist auf der Carrick-a-Rede-Hängebrücke von Vorteil.

30 Meter tiefe Carrick-a-Rede-Hängebrücke

Staunen darf man an entlang der etwa 200 Kilometer lange Causeway Coastal Route zwischen Belfast und Portrush so über einiges. Natürlich auch über die Carrick-a-Rede-Hängebrücke, die eine 30 Meter tiefe und 20 Meter breite Schlucht zwischen der Küste und einer kleinen Insel überspannt. Wie zu hören ist, sollen Lachsfischer die erste Seilbrücke hier aufgehängt haben, um zu den besseren Fangplätzen der Insel vorzudringen. Wie auch immer: Wer keine Höhenangst hat, darf sich wie ein kleiner Indiana Jones vorkommen und ist für dieses Abenteuer bestens gerüstet.

Ruhiger und beschaulicher aber nicht weniger windig geht es rund um den Mussenden Tempel zu, den Frederick Augustus Hervey – der 4. Earl of Bristol – Ende der 18. Jahrhunderts auf der Landspitze hoch über dem Meer bei Castlerock erbauen ließ. Auf dem knapp einstündigen Rundweg lassen sich fantastische Blicke auf menschenleere kilometerlange Sandstrände erhaschen. Dass es sich auf diesem imposanten Kleinod gut leben ließ, das mag man gerne glauben. So gut, dass der überaus lebenslustige und sinnenfreudige Earl – der als auch der „britische Casanova“ in die Geschichte einging – angeblich in Folge eines „allzu guten Lebens“ das zeitliche segnete.

 

Der Tag endet in Derry, einer Kleinstadt, die viel zu bieten hat. Viel Geschichte und Kultur und vor allem eine die Altstadt komplett umschließende Stadtmauer, von der aus das Umfeld in allen Himmelsrichtungen erschließt. Allerdings war Derry auch der Schauplatz des „Bloody Sunday“, jenes denkwürdigen 30. Januar 1972, als britische Soldaten ohne Warnung das Feuer auf Demonstranten eröffneten. Und gerade hier wird deutlich, welch schwierige Zeiten Nordirland hinter sich gebracht hat. Auch das ist nicht zu vergessen, wenn man im Jahr 2018 dieses wunderschöne Land bereist.

Weitere Infos zum Urlaub in Irland

Irland Information (Tourism Ireland), Gutleutstraße 32, 60329 Frankfurt , Telefon: 069 – 6680 0950, Fax: 069 – 9231 8588, e-Mail: [email protected], www.ireland.com

Carrick-a-Rede Rope Bridge, www.nationaltrust.org.uk/carrick-a-rede

Mussenden, www.nationaltrust.org.uk/downhillestate

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Tel Aviv übt eine ungeheure Strahlkraft aus

“Wir sind immer in Angst, dass morgen der nächste Krieg beginnt. Deshalb leben wir im Hier und Jetzt, genießen jeden Tag, als sei es der letzte in Frieden.” Der Taxi-Fahrer, der uns vom Flughafen Ben Gurion zu unserem Hotel fährt, ist 55, 58, vielleicht 60 Jahre alt. Ähnlich fatalistisch hören sich viele Israelis an, mit denen wir in den zehn Tagen Anfang Mai sprechen.

Wir sind immer in Angst, dass morgen der nächste Krieg beginnt. Deshalb leben wir im Hier und Jetzt, genießen jeden Tag, als sei es der letzte in Frieden.” Der Taxi-Fahrer, der uns vom Flughafen Ben Gurion zu unserem Hotel fährt, ist 55, 58, vielleicht 60 Jahre alt. Ähnlich fatalistisch hören sich viele Israelis an, mit denen wir in den zehn Tagen Anfang Mai sprechen.

Viele von ihnen, ältere und junge, insbesondere jüdischen Glaubens empfinden ihr Leben im Heiligen Land, das seit 70 Jahren von Unruhen und Bedrohungen, Raketen und Panzern geprägt ist, als Geschenk. Touristen werden mit Freundlichkeit, Interesse und Stolz empfangen. Selbst in diesen Tagen, an denen im Westjordanland wie im Gazastreifen gekämpft und getötet wird, ist Israel eine Reise wert.

Die Ausgangssituation war die wohl schwierigste in der Geschichte eines Staates überhaupt: Am Nachmittag des 14. Mai 1948 ruft der Politiker Ben Gurion im Stadtmuseum von Tel Aviv den Staat Israel aus, nur ein paar Stunden später wird das Land von Ägypten, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien angegriffen.

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Der Umbau der Strandpromenade in Tel Aviv verschlingt mehr als 150 Millionen Schekel. (Fotos im Text: Jürgen Hoffmann | Titelbild (c) Fotolia – Stanislav Samoylik #164495244)

Israel hat keine natürlichen Ressourcen

Israel befindet sich direkt nach seiner „Geburt“ im Krieg. Das Land, das keine natürlichen Ressourcen besitzt, weder Erdöl noch Erdgas, Eisen, Gold, Kohle, Holz oder Wasser, muss seine finanziellen Mittel statt in den Aufbau seiner Wirtschaft und des Fremdenverkehrs in seine Verteidigung stecken. Erst nach und nach entwickelt sich der Tourismus, dann aber mit großem Erfolg.

Vor allem die junge, erst 1909 gegründete kosmopolitische Metropole Tel Aviv, auf Hebräisch “Hügel des Frühlings”, ist heute eine Touristen-Hochburg. Der Rothschild-Boulevard ist eine repräsentative Prachtmeile, die Sheinkin Street die interessanteste Adresse für Mode, Schmuck und Lederwaren und die Promenade am kilometerlangen Pulversand-Strand, die seit zwei Jahren aufwendig umgebaut wird, der Laufsteg der hippen, jungen Bewohner der Stadt, von denen gefühlt jeder zweite mit einem E-Bike unterwegs ist. Die Gastronomie- und Club-Szene ist bunt und laut. Juden, Araber und Palästinenser leben in der Metropole meist friedlich und fröhlich zusammen. Aber: Tel Aviv ist nicht Israel, sondern ein Land für sich. Hier herrscht Lebenslust, unpolitischer Hedonismus. Die Bewohner gehen eher an den Strand als in die Synagoge.



Tel Aviv ist attraktiv wie New York oder London

Kamen vor zehn Jahren noch sechs von zehn Touristen mit organisierten Gruppenreisen nach Tel Aviv, sind es heute nur noch 15 oder 20 Prozent. Für Individualreisende ist die Stadt am Mittelmeer so attraktiv wie New York oder London. Es gibt sehr gute Hotels – teuer! – und unzählige private Airbnb-Apartments, trendige Bars und Cafés an jeder Ecke. Ein Muss ist ein Besuch der Altstadt. In Old-Jaffa stand die Wiege Tel Avivs. Von hier zogen vor 110 Jahren die ersten Einwohner in die vor den Mauern der Siedlung liegenden Dünen.

Ein Bummel über den berühmten Flohmarkt, durch die Galerien und Boutiquen in Old-Jaffa macht Spaß und inspiriert. Und in einem Restaurant wie dem „The Old Man & The Sea“ im Hafen zu speisen kommt einer Orgie für den Gaumen gleich. 15 bis 20 kleine Schüsseln mit Hummus und Falafel, Medjool-Datteln und Schakschuka, ein Gericht aus Eiern mit frischen Tomaten und Gewürzen, werden schon vor der Bestellung des Gastes auf den Tisch gestellt. Dann erst fragt der Kellner, ob man dazu Fisch oder Fleisch essen möchte. Es sind die frischen Zutaten und die Art der Zubereitung, die Israels Küche und die der ganzen Region einzigartig machen.

Die nettesten Leute lernen wir im “Weißen Viertel” kennen

Die nettesten Leute lernen wir im „Port Sa´id“ in der Har Sinai Street 5 im „Weißen Viertel“ Tel Avivs kennen. Das Restaurant landet bei Befragungen regelmäßig unter den fünf oder zehn besten Esslokalen der Stadt. In diesem Quartier stehen rund 4.000 Häuser, die vorwiegend in den 1930er Jahren im Internationalen Stil (viele Bauhaus-Elemente) errichtet worden sind. Ein Großteil der Architekten waren deutschstämmige Juden, die nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten Deutschland Richtung Israel verließen. Die Bezeichnung „Weißes Viertel“ rührt aus den weiß getünchten Fassaden, die sich deutlich von den vorhandenen Baustilen der damaligen Zeit unterschieden. 2003 wurde der Stadtteil zum Unesco-Welterbe ernannt.

Während unserer Reise blieb es ruhig in Tel Aviv

Während unserer Reise blieb es ruhig in Tel Aviv. Von den aktuellen Unruhen, ausgelöst durch die Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem, die viele Araber als Provokation empfinden, und den 70. Jahrestag des „Nakba“ – der 15. Mai 1948 gilt als Beginn der Flucht und Vertreibung von rund 700.000 arabischen Palästinensern aus dem früheren britischen Mandatsgebiet – war in der Metropole am Meer nichts zu spüren. Doch das leichte, schöne Leben hier kann sich schnell verändern. 2014 flogen Raketen aus dem Gazastreifen auf die Stadt. Wenn Alarm ertönt, bleiben den Menschen, Bewohnern wie Touristen, 60 Sekunden, um sich in Sicherheit zu bringen. Im Sommer 2016 erschossen zwei Palästinenser im Viertel Sarona vier Israelis.



Die Menschen in Tel Aviv feiern das Leben

Fazit: Tel Aviv übt eine ungeheure Strahlkraft aus. Die Menschen – wie unser Taxi-Fahrer- feiern das Leben, obwohl sie das Chaos umgibt. Acht oder zehn Tage auf dem „Hügel des Frühlings“ wirken inspirierend und entspannend. Um sich ein Bild vom gesamten Land machen zu können, muss man aber mindestens auch die Altstadt von Jerusalem und die Hafenstadt Haifa besuchen, auf den Tafelberg von Masada klettern, auf dem sich die Festung von König befindet, und sich einmal im Toten Meer (Salzgehalt: bis zu 33 Prozent. Mittelmeer: 3,8 Prozent) treiben lassen. Mindestens.

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Penang in all seinen Facetten erleben

Schwüle Hitze gepaart mit den zahlreichen Düften der Straßenhändler erfüllen die Nacht in George Town. Der Abend bricht langsam an. Ich lasse mich von einer Rikscha, oder wie man hier sagt „Trishaw“, wie man sie nur noch in Penang oder in Malakka findet, durch die zum Teil verwinkelten Gassen der Stadt fahren.

Schwüle Hitze gepaart mit den zahlreichen Düften der Straßenhändler erfüllen die Nacht in George Town. Der Abend bricht langsam an. Ich lasse mich von einer Rikscha, oder wie man hier sagt „Trishaw“, wie man sie nur noch in Penang oder in Malakka findet, durch die zum Teil verwinkelten Gassen der Stadt fahren. Langsam bahnen wir uns den Weg, vorbei an den Autos, den zahlreichen zum Teil historischen Häusern und an den Menschen, die am Straßenrand stehen.

Mischung aus Tradition und Moderne

Eine Mischung aus Tradition und Moderne liegt über George Town, der Hauptstadt, der knapp 290 qm großen Insel Malaysias.  Wer durch die Straßen geht, sollte stets aufmerksam sein. An jeder Ecke findet man interessante Gebäude, unzählige Malereien, Kunst, die den Charme dieser Stadt ausmacht, kleine Geschäfte und Restaurants. Ein buntes Treiben.

Die Einflüsse der langen britischen Herrschaft sind hier in jedem Winkel sichtbar. Seit 1957 ist die Insel wieder unabhängig und gehört seit 1963 zu Malaysia. Seit 2008 gehört George Town zudem zum UNESCO Weltkulturerbe.

 

Mehr als 1,5 Million Einwohner, davon 55 % Chinesische Malaysier, knapp 20 % Inder und der verbleibende Rest sind Male, wohnen auf Penang. Eine interessante Mischung, die sich auch in der kulinarischen Vielfalt widerspiegelt.

Wer nach Penang reist, sollte sich bewusst sein – Essen gibt es hier im Überfluss. Chinesische, indische und malaysische Einflüsse verwandeln das kulinarische Angebot in ein wahres Food-Paradies. Doch aufgepasst – Was für uns „scharf“ ist, scheint für den ein oder anderen Bewohner von Penang „eher mild“ zu sein. So gab es des Öfteren ein schelmisches Lächeln, als ich wild mit der Hand vor meinem Mund fächernd das nächste Glas Wasser bestellte. Man lernt eben nie aus 🙂

Street Food in Penang

Penang ist definitiv eine Reise wert und ideal für ein Stop-Over während einer Rundreise durch Malaysia geeignet. 2-3 Tage sollte man schon einplanen. Wir haben uns mal ein wenig genauer umgeschaut und Euch unsere Highlights – unsere „Must See“ Sehenswürdigkeiten – zusammengefasst.

Penang Hill

Der Penang Hill ist ein absolutes Must-See auf eurer Reise durch Penang. Plant jedoch genug Zeit ein – den es gibt hier viel zu entdecken.



Mit einer Bahn fährt man in nur ein paar Minuten direkt hinauf auf den höchsten Punkt des Penang Hill, auch Bukit Bendera auf Malaysisch genannt. Der Berg liegt nur ein paar Kilometer entfernt von George Town und ist mit seinen knapp 830 Metern der höchste Berg der Insel.

 

Plant genug Wartezeit am Ticketschalter ein. An manchen Tagen kann es hier ein wenig hektisch zugehen. Oben angekommen werdet ihr dafür mit einem traumhaften Blick belohnt. Ihr werdet schnell merken – es gibt zahlreiche Bildmotive! Die Stadt liegt Euch zu Füßen.

Restaurants, kleine Food-Buden und Souvenir Shops laden zum Verweilen ein. Genießt die Zeit und die Aussicht und lasst Euch von der Schönheit Malaysias verzaubern.

The Habitat

Nach einem Stop auf dem Penang Hill ist es eigentlich unumgänglich einen Ausflug in das „The Habitat“ zu unternehmen.

 

Seit April 2017 könnt ihr hier die wunderbare Natur Malaysias entdecken. Natur pur! Wer das Gelände in all seinen Facetten erleben möchte, sollte auf jeden Fall eine Tour mit einem Guide machen. Er macht Euch auf die Besonderheiten dieser Landschaft aufmerksam wie z.B. Tiere, besondere Pflanzen oder versteckte Vögel.

 

Wer dann genau hinschaut, kann ohne weiteres Spinnen, Affen, Schlangen usw. entdecken. Ein lehrreicher Ausflug – Gänsehaut mit eingeschlossen. Zudem gibt es auf dem Gelände große Schaukeln, Klettermöglichkeiten und eine lange Dschungelbrücke. Der Treetop Walk bietet einen besonders eindrucksvollen 360°-Rundblick über Penang. Absolut lohnenswert.

Peranakan Mansion

Die Peranakan Mansion ist eine um 1890 erbaute Villa im Herzen von George Town. Hier wird man schlagartig in die alten Zeiten, die an die chinesischen Straits Settlement in Penang erinnern, zurückversetzt.

 

Das Stadthaus ist der ehemalige Wohnsitz und Arbeitsplatz des chinesischen Kapitäns Chung Keng Kwee. Er war ein Hakka, ein Zinnminenbesitzer und Anführer des Geheimbundes Hai San. In dem Gebäude findet ihr mehr als eine Fülle an Antiquitäten und Sammlerstücken. Sehr imposant und vor allem lehrreich. Schlendert in aller Ruhe durch die Gänge und Räume und lasst Euch in alte Zeiten entführen.

Tempel und Kirchen – Religion allgegenwärtig

Tempel und Kirchen, sowie zahlreiche unterschiedliche Religionen sind in Malaysia allgegenwärtig. Alle leben miteinander und scheinen sich dabei sehr wohl zu fühlen. Interessant ist z.B. auch in Malaysia die Feiertagsregelung und die dazugehörigen Urlaubstage. Malaysia gilt als das Land mit den meisten Feiertagen – Hier feiern nämlich alle Religionen, alle Feiertage gemeinsam. Egal ob Muslim, Hindu oder Christ – alle Feiertage, aller Religionen werden als Anlass dazu genommen, sich eine kleine Auszeit zu gönnen. Nachahmenswert!



 

Ich persönlich nehme mir auf meinen Reisen stets genügend Zeit, um unterschiedliche Religionen kennenzulernen. Einfach mal in einen Hindu Tempel einkehren und die Menschen dabei beobachten, wie sie mit ihrer Religion umgehen. Solche Momente können spannend und zudem enorm lehrreich sein. Wer also durch Malaysia, und wie in diesem Fall durch Penang schlendert, sollte es sich auf keinen Fall entgehen lassen die zahlreichen Tempel und Kirchen zu besuchen.

Street Art in Penang

Garantiert hat der ein oder andere schonmal von der Street Art in Penang gehört oder gar schon eines der Werke in Magazinen oder Zeitungen entdeckt. Wer nach Penang reist, sollte sich auf jeden Fall genügend Zeit für die wunderbare Street Art in George Town nehmen. In den vergangenen Jahren hat sich George Town zu einem Zentrum für Street Art in Südostasien entwickelt.

 

2012 hat der litauische Künstler Ernest Zacharevic mit den wunderbaren Malereien begonnen und jährlich werden es mehr. Hinter jedem Gebäude, in jeder Gasse und selbst an unerwarteten Stellen kannst du die Werke finden. Manche Malereien laden sogar dazu ein, selbst Teil des Kunstwerks zu werden.

 

Wer sich alle Werke in aller Ruhe anschauen möchte – hier die aktuelle Google Maps Karte 🙂 Viel Spaß!

Strassenkarte Google Maps mit allen Strassenmalereien 

Trishwa Tour

Eine Triswha Tour sollten sie sich auf keinen Fall in Penang entgehen lassen. In Malaysia gibt es nur noch in Penang und in Malacca die Möglichkeit mit solch einem Gefährt die Gegend zu erkunden. In Penang sind die Trishwas noch dezent und zurückhaltend. Nicht so in Malacca. Hier ähneln Sie eher einer Disco-Rikscha. Wer´s mag!?

 

Der ideale Zeitpunkt für solch eine Tour – wenn es langsam dunkel wird in den Straßen und Gassen der Stadt. Dann erwacht das Leben in George Town in seiner voller Pracht. Bunte Lichter erleuchten die Straßen, die Bars und Food-Stände präsentieren sich in phantasievollen Farben, um auf sich aufmerksam zu machen, die Menschen tummeln sich in der Abendhitze.

Während einer Triswha Tour haben sie genug Zeit sich einen guten Überblick über George Town und seine Bewohner zu machen. Fotos zu machen stellt hier überhaupt kein Problem dar. In moderater Geschwindigkeit fahren sie durch die Straßen und kommen nicht selten an Orte, die für Autos und Busse nur schwer zugänglich sind.

 

Fragen Sie einfach in ihrem Hotel nach einer Trishwa Tour. Falls diese in ihrem Hotel nicht arrangiert werden kann, werden Sie auf den Straßen von Penang garantiert einen der noch verbliebenen 200 Trishwa Fahrer antreffen.

Mit dem Zug unterwegs:

Wer Penang als Ausgangsort für seine Rundreise durch Malaysia nutzen möchte kann für die weitere Reise z.B. nach Kuala Lumpur den Zug nehmen. Eine günstige Alternative – vor allem für Backpacker! Jedoch sollte man das Ticket schon im Vorfeld online erwerben. Viele Züge sind nämlich schon Tage im Voraus komplett ausgebucht.

Die malaysische Bahngesellschaft KTMB fährt von Butterworth in nur 6 Stunden nach Kuala Lumpur. Alle Züge haben Air Condition und Schlafwagen.

Flug nach Penang:

Qatar Airways bietet seit dem 06.02.2018 die Möglichkeit von Frankfurt aus über Doha direkt nach Penang zu fliegen. Wer Qatar Airways kennt weiß – hier steht Qualität im Vordergrund. Wir durften auf unserem Flug nach Penang die Business Class von Qatar Airways genießen. Eine wundervolle Art nach Malaysia zu reisen. Der Service und vor allem das Essen an Bord sind allein 5-Sterne würdig. Wunderbar erholt kann man sich dann in das bunte Treiben von Penang begeben.

Unterkunft in Penang:

Das im vergangenen November komplett renovierte Jen Hotel in Penang liegt in unmittelbarer Nähe zu allen Sehenswürdigkeiten, im Herzen von George Town. Hier ist einfach alles stimmig – Essen, Unterkunft und vor allem die Lage.

Das Video zur Reise

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung von Tourism Malaysia und Qatar Airways.

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Lady in White – Mit der „Star Clipper“ in Thailand

Für die einen ist es die Erfüllung eines Kindheitstraums, für die anderen ein großer Wunsch auf der „Löffelliste“: eine Reise mit einem Großsegler. Die Reederei Star Clippers betreibt gleich drei Passagier-Segelschiffe, die Tradition und Komfort auf einzigartige Weise verbinden. Ich durfte jetzt an Bord der „Star Clipper“ durch Thailands Inselwelt segeln.

Für die einen ist es die Erfüllung eines Kindheitstraums, für die anderen ein großer Wunsch auf der „Löffelliste“: eine Reise mit einem Großsegler. Die Reederei Star Clippers betreibt gleich drei Passagier-Segelschiffe, die Tradition und Komfort auf einzigartige Weise verbinden. Ich durfte jetzt an Bord der „Star Clipper“ durch Thailands Inselwelt segeln.

 

Meine Nachbarin zur Linken wischt sich leicht verschämt eine Träne aus den Augen, als beim Auslaufen die Segel gehisst werden. Aus dem Lautsprecher schallt Conquest Of Paradise (Die Eroberung des Paradieses; Vangelis 1492). Fünf Jahre ist es her, dass ich mit der „Star Clipper“ in der Karibik unterwegs war. Dieses Mal bin ich in der Bucht von Patong auf Phuket (Thailand ) an Bord der Viermast-Barkentine gegangen. Die elegante Lady mit ihren weißen Segeln und dem Bugsprietnetz fasziniert mich noch immer.

Star Clipper Thailand - Liane Ehlers - 2astarDas Herz des Großseglers ist die Tropical Bar, wo sich Passagiere aus aller Welt treffen. Schon zur Begrüßung hat Kapitän Yuriy Slastenin angekündigt, dass wir, wann immer es möglich ist, segeln werden. Sanft gleitet der Viermaster nach einem orangeroten Sonnenuntergang über leichte Wellen in die Dunkelheit der Nacht. Die Lichter von Patongs Skyline verschwinden schon bald in der Ferne. Die Schwüle des Festlands weicht einer angenehmen, leichten Brise.

Weil nur 68 Passagiere an Bord sind (maximal 170), hat die Szene viel Privatsphäre. Dieses fast private Feeling zu ermöglichen, war auch die Intention von Eigner und Reeder Mikael Krafft, als er vor 26  Jahren mit der „Star Flyer“ seinen ersten Großsegler in Auftrag gab.Es folgten das Schwesterschiff „Star Clipper“ und der Fünfmaster „Royal Clipper“, das zurzeit größte Segelschiff der Welt für 227 Passagiere. Allerdings wird der Nachbau der „Preußen“ diesen Titel nicht mehr lange beanspruchen können, denn  auf einer kroatischen  Werft in Split befindet sich ein noch größeres, die „Flying Clipper“, im Bau. Sie ist ein Nachbau der „France“, das größte Vollmast-Segelschiff, das je gebaut wurde.

Viele Frühaufsteher

Am nächsten Morgen nähern wir uns der Ko Butang Inselgruppe im Tarutaro Marine National Park. Unsere Route führt durch die Andamanensee. Mit zarten Pinktönen taucht die Sonne um 6.15 Uhr aus dem  Meer auf und wandelt sich langsam in ein Orangegelb. Auf dem Sonnendeck treffe ich ein gutes Dutzend Frühaufsteher, die sich das Schauspiel dieses grandiosen Sonnenaufgangs auch nicht entgehen lassen wollen. Die friedliche Stille wird nur durch das leichte  Knarren der Seilwinde durchbrochen, als die Crew die Rahsegel setzt. Für Tom (64) – ein Kalifornier, der schon zum dritten Mal an Bord ist – „hat der Moment etwas Magisches“. Ein Kaffee vom Earlybird- Frühstücksbuffet macht den Start in den Tag perfekt.



Nach einer nassen Anlandung mit dem Tenderboot gehört der Strand am Nachmittag uns und einem Affenpärchen, das sich aber vertreiben lässt. Cruise-Direktor Peter hatte uns vor den Affen, die alles  stehlen, gewarnt. Aber die Crew passt auf.  Im Indischen Ozean ist es so warm wie in einer Badewanne. Beim Schnorcheln am Korallenriff gibt es bunte Fischschwärme zu sehen, doch leider auch  Plastikmüll im Meer. Das Equipment haben wir für die ganze Woche kostenlos an Bord ausgeliehen. Stand-up-Paddeln, Kajakfahren und Wasserskilaufen sind ebenfalls inkludiert. Mit den Tenderbooten, die halbstündlich verkehren, geht‘s nach einem entspannten Strand- und Schnorcheltag zurück zur „Star Clipper“. Wie jeden Abend holt die Crew zur Melodie von „Conquest Of Paradise“ den Anker ein.

Klettern ins Krähennest

„Vergessen Sie alles, was Sie je über Kreuzfahrten gehört haben“, fordert Kreuzfahrtdirektor Peter Kisner. Das Urgestein ist bereits seit 1995 an Bord der Starclippers-Schiffe und dienstältester Offizier der  Reederei. „Hier gibt es kein Casino und keine Tanzshows. Das wollen wir auch nicht haben. Wir machen eher eine Expeditionsreise. Dafür dürfen Sie zu fast jeder Zeit auf die Brücke, ans Steuerrad, ins Bugsprietnetz oder ins Krähennest. Auch den Maschinenraum können Sie in Begleitung besichtigen. Wir möchten Ihnen etwas vom Großseglertum nahe bringen“, erklärt Kisner.

Malaysias Erbe

Beim Segelsetzen fassen die Gäste mit an, als die Star Clippers Kurs auf Penang, das ehemalige Georgetown (Malaysia) nimmt. Am nächsten Morgen blicken wir bei Sonnenaufgang auf die Skyline der zweitgrößten malaysischen Großstadt. Der einzige Hafen, in dem wir anlegen. Große Container-Schiffe kommen uns entgegen. Das historische Zentrum ist nah. Dort gibt es viele Häuser und Geschäfte aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Ihre Architektur wird auch als „Straits Electric“ bezeichnet und ist eine Mischung aus europäischem, arabischem, chinesischem, indischem und malaysischem Einfluss. Penang war die erste britische Niederlassung in Malaysia, bis heute gibt es dort eine große englische Enklave.

Für uns steht ein Ausflug zur Orang-Utan-Aufzuchtstation auf dem Programm. Es ist wie in einem Zoo, nur  sind wir hinter Gittern – in einem überdachten Käfiggang – und die Affen  draußen auf  der kleinen Insel.  Interessant am Festland ist der Besuch einer industriellen Köhlerhütte. In mehreren meterhohen Iglus wird dort Holzkohle aus Mangrovenholz hergestellt. „Die beste der Welt“, wie unser Guide Chua Knee Sin erklärt, „und ein wichtiges Exportprodukt Malaysias.“



Zurück an Bord gibt es wie jeden Spätnachmittag ein Minibuffet für hungrige Heimkehrer und einen Vortrag von Kreuzfahrtdirektor Peter zu Themen rund ums Schiff und die Geschichte des Großseglertums. Wir erfahren u.a. etwas über die Entwicklung der Clipper-Schiffe und dass fast alles Wasser an Bord aus Salzwasser aufbereitet wird.

Nach dem Dinner ist allabendlich Tropical Bar angesagt, wo Jerby mit seinem Keyboard für Unterhaltung sorgt. Wer es ruhiger mag, geht eine Etage höher aufs Sonnendeck und genießt den Blick in den Sternenhimmel und die Segel. Am liebsten würde ich auf der Liege  übernachten, aber ein paar Regentropfen vertreiben mich in meine Kabine.

Erster Marine Nationalpark

Star Clipper Thailand - Liane Ehlers - 12star

Alle Fotos (c) Liane Ehlers

Der große Regen und das Gewitter kommen in der Nacht. Die Monsunzeit beginnt. Als wir am nächsten Morgen Ko Adang ansteuern, sind die Hügel von Wolken verhangen, es schüttet aus Kübeln. Erst mittags klart es auf, und wir können übersetzen. Das Barbecue am Strand muss leider ausfallen, es findet auf Deck statt. Ko Adang gehört zum Tarutao-Nationalpark, bestehend aus einem Archipel von 51 Inseln. Der erste Marine Nationalpark Thailands ist nach wie vor eine der schönsten Küstenregionen. Vermutlich, weil er nur schwer zu erreichen ist. Wasserfälle, verschlungene Flussläufe und eine Vielzahl geschützter Tiere gibt es dort. Die Anlandung ist nass, wie jedes Mal.

Prinzessin als Schutzherrin

Star Clipper Thailand - Liane Ehlers - 16star

Nach dem Segelsetzen am Abend nehmen wir Kurs auf Ko Rok Nok. Die Insel gehört zur Lanta Gruppe und ist seit 1990 Nationalpark. Die thailändische Prinzessin Kayana hatte in den 1990er Jahren dafür gesorgt, dass die maritimen Parks zum Schutze der Natur eingerichtet wurden. Über jeden wacht ein Ranger. „Die ,Star Clipper‘ wurde durch die  Prinzessin sozusagen zur königlichen Yacht. Bis heute ist sie das einzige kommerzielle Schiff, das in Nationalparkgewässer einfahren und dort ankern darf“, erzählt uns Kreuzfahrtdirektor Peter Kisner.

Ko Rok Nok empfängt uns mit smaragdgrünem Wasser, einem gelb-weißem Strand und einer üppigen Vegetation. Der Gewitterregen vom Vormittag hat der Sonne Platz gemacht. Abends ist Captains Dinner angesagt, und nach der Crew-Show an der Tropical Bar tanzen die Gäste begeistert mit.

Enttäuschter James Bond

Der nächste Morgen bringt uns in eine andere Welt. Das Wasser in der flachen Bucht Ao Phang Nga ist spiegelglatt. Ähnlich wie in der vietnamesischen Halong Bucht ragen  steile Kalkfelsen, die von einer wilden, tropischen Vegetation überwuchert sind, aus dem Meer. Dunkle Höhlen und Grotten mit herabhängenden Stalaktiten machen das Ko Hong Archipel, eine kleine Inselgruppe zwischen Krabi und der nördlichen Phang  Nga Bucht,  zu einem der schönsten tropischen Inselparadiese der Welt. Für Ausflügler gibt es mit dem Speedboot zum James Bond Felsen, am dem Roger Moore „Der Mann mit dem goldenen Colt“ (1974) gedreht hat.

„Als Roger Moore mit seiner schwedischen Ehefrau Christina Tholstrup  und der königlichen Familie an Bord war, besuchte er  von der Star Clippers aus den berühmtesten Felsen der Filmgeschichte“, erzählt Kreuzfahrtdirektor Peter Kisner. Aber dort habe ihn niemand erkannt. Der Schauspieler sei darüber wohl ein wenig enttäuscht gewesen.

Absoluter Höhepunkt der Reise ist die Tour rund ums Schiff.  Mit dem  Zodiak (Schlauchboot) steuert Kisner uns durch die Felsenwelt von Ko Hong. Die Insel verdankt ihren Namen der großen Lagune (The Hole), die durch ein Felsentor nur bei Hochwasser über ein flaches Riff hinweg erreichbar ist. Kapitän Yuriy Slastenin hat zur Freude der Gäste alle Segel setzen lassen. Die Crew grüßt vom Bugsprietmast. Die  Fotomotive sind atemberaubend.

Chinesische Invasion

Der schönste aller Strände erwartet uns am siebenten Tag auf Ko Similan. Die Similan Inseln bestehen aus neun durchnummerierten, unbewohnten Eilanden. Sie haben einen schneeweißen Sandstrand und dschungelbedeckte Hügel. Das Wasser ist so klar, dass Taucher bis zu 25 Meter weit die tropische Unterwasserwelt mit ihren Korallenbänken sehen können. Zwischen 11 und 15 Uhr sollte man die Insel allerdings besser meiden. In dieser Zeit kann es zu einer „chinesischen Invasion“ durch Touristen aus dem Reich der Mitte kommen. Danach ist sie  wieder zauberhaft und ruhig.

Ein letztes Mal auf dieser Reise werden um 18 Uhr die Segel gesetzt. Die „Star Clipper“ nimmt Kurs auf Phuket, von dort geht sie nach Singapur und Bali. Dieser Sonnenuntergang ist der schönste aller Abende, und diesmal kommen zum Abschied auch mir die Tränen.   

Reiseinformationen in Kürze

Termine und Preise

Die „Star Clipper“ segelt 2019 noch zweimal auf der identischen südlichen Route jeweils sieben Tage entlang der Küsten von Thailand und Malaysia (6.-13.4. und 20.-27.4.2019). Sieben Nächte inkl. Vollverpflegung an Bord und Wassersportaktivitäten, Doppel-Außenkabine ab 2195 Euro/Person. Die „Star Clipper“ hat 18 verschiedene Asienrouten im Programm. Im Mai und Oktober 2019 steuert sie erstmals das Sultanat Brunei an. Buchungen unter: www.star-clippers.de

Schiffsdaten

Die „Star Clipper“ hat 84 komfortable Kabinen, zwei Swimmingpools, ein elegantes Restaurant, Tropical Bar und Bibliothek. Länge 115,5 Meter/ 170 Passagiere/ 74 Besatzungsmitglieder, 16 Segel und 3365 qm Segelfläche.

Routen

Die drei Star Clippers-Schiffe fahren auf Routen in der Karibik, Panama-Kanal, Atlantik-Überquerungen, Asien und Mittelmeer. Informationen unter Tel.: 00800/78272547 (gebührenfrei).

Hoteltipp

Wer bei der weiten Anreise vorab oder danach ein paar Tage im Hotel verbringen möchte: Stadthotel Nap Patong (zentral, fünf Minuten zum Strand, nahe Einschiffung) oder Strandhotel Renaissance Phuket Resort & Spa (20 Minuten bis zum Flughafen).

Reiseliteratur

„Thailand“, Renate Lose, Dumont, 416 S., 24,99 Euro

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Die MSC Meraviglia unterwegs in kulinarischer Mission

Was die Größe der MSC Meraviglia angeht, wurden meine kühnsten Erwartungen übertroffen. Ich kann mich noch genau erinnern, was mir durch den Kopf schoss, als ich das Kreuzfahrtschiff im Hafen von Barcelona das erste Mal sah.

Meine allererste Kreuzfahrt… Das wollte ich unbedingt mal! Kollegen, Familie und Freunde schwärmen regelrecht, wie toll es ist auf dem Meer unterwegs zu sein. Aber ich bin ehrlich, zuerst hatte ich Bedenken. „So viele Menschen an einem Ort. An Tagen auf See kannst du nicht von Bord. Ist das was für dich?“ Ohne dem Ganzen jetzt schon vorgreifen zu wollen, aber „Ja!” Kreuzfahrten sind faszinierend und definitiv etwas für mich und ich glaube auch, für viele andere Menschen, die es mögen sich – im wahrsten Sinne des Wortes- treiben zu lassen.“

Von Alexa Schröder

MSC Meraviglia

Meine Unterkunft auf dieser Reise, die MSC Meraviglia – (c) Bernard Biger STX France

Meine erste Begegnung mit der schwimmenden Stadt

Was die Größe eines Kreuzfahrtschiffes angeht, wurden meine kühnsten Erwartungen übertroffen. Ich kann mich noch genau erinnern, was mir durch den Kopf schoss, als ich die MSC Meraviglia im Hafen von Barcelona das erste Mal sah: „Meine Güte ist die groß. Die bekomme ich doch so niemals ganz auf ein Foto“ und „hoffentlich verläufst du dich da nicht.“ Zu Beidem ist es nicht gekommen.

Was ich an dieser Stelle schon mal sagen möchte, ich war und bin begeistert von dem Service und der logistischen Leistung an Bord. Vom „Einschiffen“ bis zum Verlassen der MSC Meraviglia lief alles reibungslos, das Personal ist sehr freundlich und hilfsbereit, der perfekte Start in einen erholsamen Kurzurlaub. Für mich stand ein kulinarischer 3-Tages-Trip auf dem Programm. Es ging von Barcelona über Marseille nach Genua und das eben auf einem der größten und luxuriösesten Kreuzfahrtschiffe der Welt.



MSC Meraviglia – ein Megaschiff

Wenn man von der MSC Meraviglia als Megaschiff spricht, ist dies absolut keine Übertreibung. Das Kreuzfahrtschiff ist eines der neusten, modernsten und größten innerhalb der Flotte von MSC Cruises. Mehr als 5700 Gäste haben darauf Platz. Die MSC Meraviglia
besticht durch einen sehr eleganten, mediterranen Stil – eben ein Luxusliner der keine Wünsche offen lässt und eine Atmosphäre bietet, die ich als sehr angenehm und entspannenden empfunden habe, trotz der Größe dieses Schiffes.


 

Neben komfortablen Kabinen, die einem Zimmer in einem Sternehotel in nichts nachstehen, gibt es auf den 19 Decks ein umfangreiches Angebot für alle Altersgruppen. Darunter Kinder- und Familienangebote, einen luxuriösen Spa-Bereich und ein besonderes Entertainmentprogramm. Nur sehr schwer vorstellbar, dass es einem auf einer 10-Tages-Kreuzfahrt langweilig werden könnte. Die MSC Meraviglia bietet allein zwei Theater, eines in dem pro Kreuzfahrt sechs verschiedene Shows gespielt werden und ein eigens für die „Cirque du Solei at Sea“ Show gebautes Hightech-Theater. MSC Cruises setzt hier gemeinsam mit dem Entertainment-Spezialisten aus Kanada absolut neue Maßstäbe, die Gäste erleben Akrobatik der Extraklasse.

Versprochen, es wird LECKER!

Wenn es ums Essen geht haben die Gäste auf der MSC Meraviglia die Qual der Wahl. Auf dem Kreuzfahrtschiff gibt es zwölf verschiedene Restaurants und damit eine unglaubliche Vielfalt: Vom amerikanischen Steakhouse, über japanische Küche, einer Sushi-Bar, italienischen Gerichten bis zum großen Marketplace Buffetrestaurant. Abgerundet wird das kulinarische Angebot durch kleine, verführerische Möglichkeiten, täglich und auch mehrfach zu sündigen.

Wer Schokolade mag…

Wer Schokolade mag, der wird die MSC Meraviglia lieben. In Kooperation mit dem preisgekrönten Pâtissier Jean Phillipe Maury gibt es auf der Promenade des Schiffes eine Schokoladenmanufaktur. Hier können sich Gäste live anschauen, wie die Pralinen und Macarons in Handarbeit hergestellt werden, außerdem zeigen einzigartige Skulpturen, was mit Schokolade alles möglich ist. Ein paar Meter weiter wird das süße Angebot, durch eine exklusive Auswahl an italienischen Eissorten und Crêpes-Variationen abgerundet. Über die Schiffspromenade flanieren ist also ein Muss. Aber nicht nur wegen kulinarischer Leckereien. Auf der Promenade „Galleria Meraviglia“ pulsiert das Leben, sie ist der Mittelpunkt des Schiffes. Auf 700 Quadratmetern gibt es genügend Einkaufsmöglichkeiten, Gäste können verschiedenen Aktivitäten wie Modenschauen erleben oder einfach nach oben schauen. Über der Promenade befindet sich ein 80 Meter langer LED-Himmel, der mehrfach am Tag sein Motiv wechselt. Am Abend werden am künstlichen Himmel auch verschiedene Shows gezeigt, wie z.B. Jurassic Park. Ein beeindruckendes Szenario, nicht nur für die kleineren Gäste an Board.

Sterne-Kreationen an Bord der MSC Meraviglia

MSC Cruises legt auf allen Kreuzfahrtschiffen ein besonderes Augenmerk auf die Kulinarik. Urlaub bedeutet schließlich, es sich gut gehen zu lassen. Deshalb hat sich die Reederei mit dem spanischen Sternekoch Ramón Freixa einen weiteren weltberühmten Spitzenkoch im wahrsten Sinne des Wortes „ins Boot“ geholt. Seit April werden die innovativen Kreationen des Kochs auf den MSC Kreuzfahrtschiffen serviert und probiert. Freixa zaubert außergewöhnliche Hauptgerichte und Tapas, sowie auch Weihnachts- oder Silvestermenü. Der spanische Sternekoch besticht natürlich durch seine Kreationen, die das Dinner auf einem Kreuzfahrtschiff sehr besonders und unvergesslich machen können.Im Rahmen der „Elegant Night“ können Gäste in den Hauptrestaurants ein Gericht genießen, das die Handschrift des sternegekrönten Spitzenkochs trägt, wie z.B. Ente Royal mit einer Creme von Foie gras und Zwiebeln.

Kocht für MSC: Der spanische Sternekoch Ramón Freixa

Kocht für MSC: Der spanische Sternekoch Ramón Freixa

Ramón Freixa besticht aber nicht nur durch sein Können, sondern auch durch seine freundliche, sympathisch-offene und ehrliche Art, die ich erleben durfte. Menschen den ultimativen Genuss zu bescheren, scheint seine Leidenschaft, das spürt und schmeckt man.Nicht verwunderlich, dass die MSC Kreuzfahrtflotte derzeit eine gesamte Kulinarik-Kreuzfahrt als besonderes Reiseerlebnis mit Ramón Freixa plant.

Portion Luxus gefällig? Der MSC-Yachtclub 

Wer sich gerade im Urlaub mit einer Portion Luxus gönnen möchte, bekommt die außergewöhnlichen Kreationen des spanischen Sternekochs natürlich auch im Yacht Club Restaurant der MSC Meraviglia serviert. Dieser Bereich des Schiffes bietet neben Exklusivität, auch ein hohes Maß an Privatsphäre. Es ist ein bisschen wie eine Extra-Yacht innerhalb des Schiffes. Dazu zählen die Top-Sail-Lounge, das Restaurant, ein privater Club, ein Luxus-Sonnendeck mit eigenem Pool und Whirlpool und eine luxuriöse Kabine samt Buttler-Service. Das Motto: Alles kann, nichts muss! Es bleibt der Luxus eines privaten Bereichs, aber auch er Zugang zu allen anderen Bereichen und Angeboten des gesamten Schiffes. Ja, ich weiß was Sie jetzt denken, denn mir ging es genauso.

 

Aber tatsächlich ist dieser Luxus erschwinglicher, als man es glauben mag. Für eine Buchung gelten zwei Zauberworte, beide beginnen mit einem „l“ – Entweder „langfristig“ oder „last minute“! Wenn man das beachtet, kann man auch für ein Luxus-Schiff wie der MSC Meraviglia durchaus ein tolles und erschwingliches Urlaubsangebot bekommen.

Die besonderen Momente 

Kommt man aus dem Urlaub zurück nach Hause, stellt sich oft eine Frage: „Und – was war das Schönste?“ Geht es um die außergewöhnlichen Momente dieser kurzen Reise mit der MSC Meraviglia von Barcelona nach Genua, fällt es mir schwer auszuwählen.



Vieles war besonders auf diesem beeindruckenden Schiff: Der Cocktail am Pool, die Sonne genießen, der Weitblick aufs Meer, ein exklusives Dinner, der Fahrtwind im Gesicht, der entspannte Drink an der Bar, das Rauschen des Meeres bei Nacht. Soviel, dass ich sagen kann: „Ich muss nochmal wiederkommen.“

Nicht weil so viel Luxus in einem Urlaub unbedingt sein muss, sondern weil ich jetzt weiß, dass man mit Ablegen des Schiffes auch selber loslassen und genießen kann. Und so sollte Urlaub doch sein. >Mein ganz persönliches Highlight war übrigens auf eine besondere Weise luxuriös und unbezahlbar. Es war der Sonnenaufgang vor Frankreichs Küste auf dem Balkon meiner Kabine. Eine gute Freundin sagt immer: „Kreuzfahrten machen süchtig“. Jetzt weiß ich, was sie meint.

MSC Meraviglia

Vieles war besonders auf diesem beeindruckenden Schiff: Der Cocktail am Pool, die Sonne genießen, der Weitblick aufs Meer, ein exklusives Dinner, der Fahrtwind im Gesicht, der entspannte Drink an der Bar, das Rauschen des Meeres bei Nacht.

Tipp der Redaktion

Die MSC Meraviglia
sticht seit April ab Hamburg in See. Gäste können aus verschiedenen Routen zu beliebten Destinationen Nordeuropas wählen, wie zum Nordkap, nach Spitzbergen, Island, Großbritannien oder zu den Metropolen der Ostsee.

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung. 

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Das Glück über den Wipfeln von Småland

Die Luft ist klar, ich kann es spüren. Der Alltag fällt von mir ab und auch die Angst. Meine Angst vor großer Höhe, die ich schon ein halbes Leben mit mir herumtrage. Jetzt stehe ich auf einer hohen Plattform und bin glücklich und frei. Gerade eben bin ich mit 70 km/h in 50 m Höhe über Kiefern und Fichten in Småland hinweggerauscht. Ganz berauscht bin ich. Im jetzt und hier, mitten in der wunderschönen Natur Schwedens.

Die Luft ist klar, ich kann es spüren. Der Alltag fällt von mir ab und auch die Angst. Meine Angst vor großer Höhe, die ich schon ein halbes Leben mit mir herumtrage. Jetzt stehe ich auf einer hohen Plattform und bin glücklich und frei. Gerade eben bin ich mit 70 km/h in 50 m Höhe über Kiefern und Fichten in Småland hinweggerauscht. Ganz berauscht bin ich. Im jetzt und hier, mitten in der wunderschönen Natur Schwedens. Ich atme die frische Waldluft ein und spüre den leichten Wind in meinen Haaren. Die erste Frühlingssonne kitzelt meine Nase während ich das leise Schwanken des Turmes unter mir spüre. Ich bin in Europas größtem Ziplinepark in Schweden.

Solange ich denken kann begleitete mich Astrid Lindgren, die Suche nach der richtigen Schwedenbank für meine Küche und die Sehnsucht nach der unberührten Natur. Nicht zu vergessen der Gedanke an kleine Cáfes und die unverwechselbaren roten Häuser, die ich mir für den perfekten Schwedenurlaub immer vorgestellt hatte. Doch was ich jetzt bekomme? Ich weiß es nicht. Eine Zipline-Tour mit dem Namen „Kamikaze Tour“ stand in der Einladung.

Weniger als 24 Stunden ist es her, da habe ich im Dunkeln nach meinen Wecker gesucht und ihn schlaftrunken ausgemacht. Bin ganz früh morgens in die Bahn gesprungen, um dann mit dem Flieger von Berlin direkt nach Växjö zu starten. Gefühlt ein Katzensprung. Ein kleiner „Big Airport“ in Småland. Die Farben der Gute-Laune-Air BRA leuchten im Licht gegen den blauen Himmel. Außer unserem Flieger gibt es bei der Ankunft nur uns und zwei Menschen vom Bodenpersonal. Die Landebahn glänzt verschlafen in der Sonne. Ich atme ein und komme zur Ruhe. Schon beim Landeanflug auf Växjö konnte ich die grenzenlose Natur bewundern. Jetzt bin ich da.

Wollt Ihr Fika?

Herzlich geht es in Småland zu. Nach unserer Ankunft werden wir gefragt, wie es mit „Fika“ wäre? Ziemlich direkt die Schweden! Einige von uns lachen, andere schauen sich amüsiert an. Der Flughafenchef wundert sich. „Fika?“ Cathrine, die unsere Gruppe begleitet, klärt ihn kurz über die Wortparallelen im Deutschen auf. Fika ist hier ganz normal. Man trifft sich mit Nachbarn, nachmittags meist und isst Kuchen oder auch etwas Herzhaftes. Redet und lacht. Und jeder geht dann wieder seiner Wege. Fika eben. Kennt jeder Schwede.



Jonas – ein bischen verrückt sei er und lacht

Unsere große Gruppe trennt sich. Ich starte mit drei Mädels ins Outdoor-Abenteuer zur Zipline-Tour. Jonas, unser Gastgeber, begleitet uns in die Tiefen der Wälder zum “Little Rock Lake Zipline and Wildnis Camp”. Ein bischen verrückt sei er und lacht uns rau an. Wir glauben ihm das sofort und steigen in seinen Jeep. Er wirkt lebendig, seine Augen strahlen vorwitzig. Er erzählt uns, das wir die Ersten sind, die auch dort im Park schlafen dürfen. Die Fahrt von Vaxjö in den “Bränderydsvägen Sawcreek Crownpark” nach Klavreström vergeht wie im Fluge. Gespräche über alte und neue Schwedenerfahrungen machen in der Gruppe die Runde. Informationen über Småland, Astrid Lindgren, Glasbläserei, Kunst, Malerei, Möbel und Elche – jeder kann etwas erzählen.

 

Nach der Ankunft im Camp gibt es noch mehr Entschleunigung. Außer dem Wind und dem Rauschen der Bäume hören wir nichts. Ich entspanne mich. Eins sein mit der Natur. Das spüre ich hier sofort. Reduziert auf das Wesentliche. Wir dürfen ankommen und sitzen auf der Sonnenterrasse mit herrlichem Blick auf den zugefrorenen See Änghultasjön, blinzeln gegen die Sonne, trinken einen Kaffee. Martin gesellt sich entspannt zu uns. Er ist Schweizer, ausgewandert nach Schweden, und ist unser Guide für die Zipline-Tour am nächsten Tag. Auf die Wanderung am Nachmittag durch die Wälder des Bränderydsvägen Sawcreek Crownpark folgen wir ihm vertrauensvoll.

 

Wir stapfen durch knöcheltiefen Schnee, spüren Hufspuren der Elche auf, schleichen auf leisen Sohlen, balancieren über Bäche und kraxeln auf Anhöhen hinauf. Hier und da hören wir die Vögel und genießen die unendliche Ruhe des Waldes. Eins werden mit sich un der Natur. Martin erzählt beiläufig, dass auch hier der Mensch schon Raubbau betreibt, Elche gejagt und fremde Pflanzen angesiedelt werden. In Anbetracht der Idylle können wir das kaum glauben.

Zwei Stunden später, nach der Wanderung, haben wir uns das Abendessen verdient. Elisabeth hat für uns gekocht. Dass sie hauptberuflich eigentlich PR-Frau ist und nur eingesprungen ist erfahren wir erst später.

 

Nach dem guten Essen, in Skihütten-Atmosphäre und spannenden Gesprächen, steigen wir bei sternklarer Nacht noch in den Hot Tub, eine große hölzerne Badewanne. Er dampft bereits auf der Terrasse und wird mit Holz angefeuert. Elisabeth löscht die Lichter und da sitzen wir nun, in vollkommener Stille, inmitten der Natur. Wir philosophieren leise über Sternenbilder und Satelliten. Bis am Ende alle der Ruhe lauschen. Ein besonderer Moment, das Gefühl eins zu sein mit der Natur ist wieder da. Vier Menschen in einem Hot Tub – inmitten der Wälder von Småland.

Je leiser es wird, um so mehr kann man hören

Zuviel Stille. Ich wälze mich im Bett hin und her. Es riecht nach Holz. Unsere Gastgeber haben es mit der Zimmertemperatur gut gemeint. Bei fast 30 Grad liege ich wach in meinem Bett und versuche Schlaf zu finden. Gedanken an den Alltag zuhause kommen mir in den Sinn. Die Ruhe der Natur hier in Småland ist überwältigend. Ängste vor der Zipline-Tour schleichen sich in mein Zimmer. Ich denke an meine Höhenangst. Was mache ich hier eigentlich? Grenzen überschreiten war das Motto meines Jahres. Jetzt bin ich mir nicht mehr sicher. Ich muss nochmal hoch und gehe mitten in der Nacht quer durch das Camp. Ein überwältigender Sternenhimmel öffnet sich über mir. Niemand ist da. Rings herum die Schatten der Türme. Das ist für mich der wahre Luxus. Ich stehe einen Moment andächtig da, bevor ich fröstelnd zurück in meine Schlafkoje krieche. „Die Stille – ja…“ sagt Martin am nächsten Morgen – „damit muss man erst einmal klar kommen“.



Der erste Schritt entscheidet – Kamikaze Zipline Schweden

Der Tag ist da. Ich bin aufgeregt und versuche mich mental einzustellen. Gestern Abend war ich schon auf den Türmen der Hängebrücke auf 18 Metern Höhe, habe versucht die Höhe aushalten. Heute starten wir gemeinsam mit zehn Personen. Einführung. Angurten. Helm aufsetzen. Ich bin angespannt und aufgeregt. Ich spüre, dass wir bei Martin in guten Händen sind. Alle gehen auf den Turm hinauf. „Wer die erste Line zippt, der macht alle.“ sagt Martin. Er geht voran. Drei Personen später, bin ich dran und … lasse los …

 

Martin behält recht. Gemeinsam zippen wir 4,5 Stunden durch die Wälder Schwedens. Wir legen 2,1 km zurück und rauschen teilweise mit bis zu 70 km/h durch die Natur. Baumwipfel fliegen in 50 m Höhe vorbei, während sich das Adrenalin in meinem Körper ausbreitet, und das Glück.

 

Mit jeder der acht Stationen lösen sich meine Ängste auf. Am Ende finde ich Spaß daran und genieße die Natur, die atemberaubenden Ausblicke – auf Seen, in Schluchten und über die Baumwipfel hinweg. Martin erzählt, dass sogar Rollstuhlfahrer oder sehr alte Menschen mit ihm gezippt seien. Die einzige Voraussetzung ist Mut und Loslassen können. “Kinder können das am besten”, sagt Martin. Am Ende der Tour bin ich dankbar und stolz.

Kontraste. Style. Design. PM & Vänner.

Stunden später sitze ich wieder inmitten der Zivilisation. Vom Wald ging es direkt ins PM & Vänner Hotel in Växjö. Mit meinen Wanderschuhen direkt in eine neue Welt –„extraordinaire“ würden die Franzosen jetzt rufen. Mein Kopf braucht ein wenig, um auf dieser Seite Smålands anzukommen.

Wie wärs mit einem Kafé DE LUXE in Växjö?

Nach einer heißen Dusche genieße ich den beruhigenden Blick in die skandinavisch elegant eingerichtete Suite und treffe mich für einen gemütlichen Spaziergang durch die Stadt mit den anderen Teilnehmern. Bei letzten Sonnenstrahlen lassen wir den Nachmittag ganz entspannt im kleinen Kafé DE LUXE ausklingen.

Leise ruht der See – im Nationalpark Lake Åsnen

Am nächsten Tag empfängt uns Lisa, echte Outdoor-Expertin, und Organisatorin von Ultratlons in Schweden. Sie spricht perfektes Deutsch. Ein Jahr Leben auf Rügen sei Dank. Mit ihr an unserer Seite kann nichts schief gehen, denke ich mir. Wir freuen uns natürlich besonders auf diese Tour und fahren in südliche Richtung zum See Åsnen – in der Hoffnung auf dem Weg eins der typisch roten Schwedenhäuschen zu entdecken. „Oh ja!“ sagt Lisa „Davon gibt es hier viele.“. Auf unserer Fahrt ziehen von Wäldern gesäumte Landschaften und viele rote Schwedenhäuser an uns vorbei. Mal sitzt eine Familie in der Sonne auf den Treppenstufen, dann wieder plaudern zwei ältere Herren bei einem Tee. Die Schweden begrüßen den Frühling. Hier sind wir definitiv in Småland angekommen. Strahlend blauer Himmel begleitet unsere Fahrt.

2018 Schweden Smaland kafe de luxe

Der Weg führt uns in die lichten Wälder des Bjurkärr Naturreservates. Auf der Wanderung empfängt uns das helle Grün des Frühlings und die Stille des Sees. Wir rascheln uns durch trockenes Laub, riechen den Duft des Waldes und genießen die erste Frühlingssonne in unseren Gesichtern. Hier ist Lisa schon mit ihren Eltern als Kind gewesen und über die Steine gebouldert. Die sind jetzt allerdings noch zu kalt. Der Åsnen ist nach dem Bolmen der größte See Smålands. Er liegt 138 Meter über dem Meer und hat eine Fläche von ca. 150 km². 19 km² allein werden durch Inseln eingenommen. Der Åsnen hat viele Buchten und Inseln und ist aufgrund seines Fischreichtums sehr beliebt bei den Anglern.

 

Der See Åsnen liegt da ganz still, die zugefrorene Eisfläche glänzt im Sonnenlicht und schließt Inseln, Bäume und Sträucher ein. Vor ein paar Wochen hätten wir hier noch Schlittschuhlaufen können. Jetzt hält der Frühling langsam Einzug. Im Sommer dann geht Lisa selbst mit ihrem Sohn oft raus auf den See, paddelt mit dem SUP oder Kajak durch das klare Wasser.

Nach der Wanderung müssen wir uns das Mittagessen erst verdienen. Lisa zeigt uns, wie wir ein Feuer entzünden können. Outdour-Training, erzählt Sie, das macht Sie am liebsten “mit gestressten Managern.” und “der beste Moment ist, wenn alle ihre Handys abgeben müssen.”.

 

Auf dem Weg zurück nach Ålshult fliegen wieder kleine rote Häuser an uns vorbei. Ein letztes Mal kehren wir ein – Zeit für Fika. Das kleine Kulturcafe am Straßenrand betreibt Quinta. Sie ist Holländerin und versorgt uns mit Waffeln, Erdbeerkuchen und Cappuchino – immer noch bei strahlendendem Sonnenschein. Der perfekte Abschluss für unsere Reise. Mit einem breiten Lächeln fliegen wir ein paar Stunden später zufrieden nach Hause. Hejdå Småland!


Anreise

Die Anreise erfolgt von Kiel oder Hamburg aus mit dem Zubringer ICE über Berlin. Zweimal wöchentlich (freitags und sonntags) fliegt die Airline BRA direkt von Berlin nach Växjö. Die Flugzeit beträgt etwa 1:35 Stunden.

Unterkunft

Unternehmungen

Vor Ort

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung

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Glitzerwelt Katar: Ideal für den Stopover

„Unsere Türme sind die schönsten am Arabischen Golf“, erklärt Tourguide Saif selbstbewusst und weist auf die schimmernde Skyline jenseits der Bucht von Doha. Da blinkert der Tornado-Tower wie mit einem Netz blauer Lichter überzogen. Daneben glänzt golden der Burj Qatar, der wegen seiner Form hinter vorgehaltener Hand „Kondom-Tower“ genannt wird.

„Unsere Türme sind die schönsten am Arabischen Golf“, erklärt Tourguide Saif selbstbewusst und weist auf die schimmernde Skyline jenseits der Bucht von Doha. Da blinkert der Tornado-Tower wie mit einem Netz blauer Lichter überzogen. Daneben glänzt golden der Burj Qatar, der wegen seiner Form hinter vorgehaltener Hand „Kondom-Tower“ genannt wird.

Doch nicht die Türme allein machen Katar zu einem lohnenswerten Kurztrip-Ziel. Das Emirat am Golf zeigt eine außergewöhnliche Kunstszene, lädt zum Paddeln in den Mangrovenwäldern und bietet den stimmungsvollsten Souk der Region. Ob für ein paar Stunden, einen Tag oder einen Wochenendtrip: Das Emirat mit den reichen Erdöl- und Erdgasvorkommen lockt mit Highlights und Geheimtipps.

Skyline an der West Bay

Ein Maler hätte die Skyline von Doha nicht besser in Szene setzen können. Wer sich mit der hölzernen Dhau über die Bucht von Doha nähert, genießt den besten Blick auf diese perfekte Komposition aus glitzernden Türmen. Sofort ins Auge fällt der Burj Qatar – mit 242 Metern nicht der höchste, aber der eindrucksvollste Wolkenkratzer. Die Außenhaut zeigt ein filigranes Muster und leuchtet in der Dunkelheit golden.  Nur der Beiname des Bauwerk von Jean Nouvel ist den Katari ein wenig peinlich: Kondom-Tower. Etwas außerhalb lockt „The Torch“, der Fackel-Turm. Das mit 300 Metern höchste Gebäude in Katar wurde als Wahrzeichen des Asian Games von 2006 gebaut und beherbergt heute ein 5-Sterne-Hotel und das Restaurant „Three Sixty“, ein Drehrestaurant, das einen einzigartigen Blick über Doha bietet.

Souk im alten Stil

Souks gibt es im arabischen Raum überall, doch nur wenige geben sich so stilvoll wie der Souq Waqif in der Altstadt von Doha. Schon seit Jahrhunderten feilschten Händler an dieser Stelle um Gold, Kamele und Gewürze. Der heutige Souk zeigt traditionelle Lehmhäuser und ist doch neu. Er wurde nach einem Großbrand 2003 wieder aufgebaut. Neben dem Gold-Souk und dem Falken-Souk finden sich viele kleine Shops für traditionelle Stoffe, gehämmerte Lampen, Parfüm und das beliebte „Oud“, ein Duftöl aus dem Harz des Adlerholzbaums. Zentraler Treffpunkt des Souks ist die alte Polizeistation, in der die Ordnungshüter auch heute noch Uniformen aus den 1940er-Jahren tragen. Besondere Tipps: das persische Restaurant Kebab Al Tayeb und das Asheerej, ein traditionelles Lokal mit arabischer Küche.

Museum mit Gesichtsschleier

Ein architektonischer Geniestreich ist das „MIA – Museum of Islamic Art“. Das sandfarbene Gebäude des Starchitekten I.M. Pei erinnert an eine arabisch gekleidete Frau mit Gesichtsschleier. Die eigentliche Schönheit des Bauwerks zeigt sich im Inneren. Eine weitläufige, spiralförmige Treppe führt bis unters Dach und erlaubt Blicke ins lichtdurchflutete Atrium. Wer dort im Café sitzt, genießt eine wunderbare Aussicht auf die Wolkenkratzer-Skyline Dohas. Die Ausstellung lässt Kunstfreunde frohlocken, denn das MIA zeigt eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen islamischer Kunst. Keramiken, Textilien, Waffen und Dokumente werden in großzügig gestalteten und raffiniert ausgeleuchteten Ausstellungsräumen wie kostbare Schätze präsentiert. Nicht verpassen: den tollen Blick auf Doha von der Außenterrasse des MIA.

Stopover in Katar - Jutta Lemcke (11 von 18)

Paddeltrip durch die Mangroven

Wer dem städtischen Leben Katars entfliehen möchte, kann bei einem Paddeltrip der Natur ganz nahe kommen. Ausgerüstet mit Schwimmwesten geht es in stabilen Kajaks erst über die türkisschimmernde Lagune und dann in die Mangrovenwälder von Al Thakira nördlich der Stadt Al Khor. Die üppig grüne Vegetation bietet dem Auge einen erholsamen Gegensatz zu der faszinierenden, aber kargen Wüstenlandschaft des Emirats. Die knorrigen Mangroven, deren Holz seit jeher als Deckenbalken in den Lehmhäusern genutzt wird, bieten Flamingos, Reihern und einer Vielzahl kleiner, laut zwitschernder Vögel einen Lebensraum. Paddelkenntnisse sind übrigens nicht nötig: Die Lagune ist flach wie eine Badewanne, so dass Aussteigen während der Fahrt durchaus erlaubt ist.

Tradition trifft Technik

Die verschachtelten Lehmgebäude der Msheireb-Museen laden in vergangene Zeiten ein – und bieten dennoch den Luxus modernster Technik. Die Klimaanlage summt leise, es stehen eisgekühlte Getränke bereit und die Beamer projizieren 3-D-Animationen auf die Leinwände. Verschleierte Frauen huschen als Schattenrisse über die Wände und Gipsfiguren zeigen die Mühsal früherer Arbeiter. Vier historische Gebäude werden genutzt, um Erbe und Kultur Katars zu präsentieren. Besonders spannend ist das Company House, das die Entwicklung des Emirats vom Wüstenland zum superreichen Ölstaat anschaulich dokumentiert. Verantwortlich für den Museen-Komplex ist übrigens eine Frau: Her Highness Sheikha Moza Bint Nasser, Mutter des derzeitigen Emirs von Katar und für ihren großen Einfluss auf Politik und Wirtschaft des Landes bekannt.

Pool für Pferde

Wer denkt, die Katari fahren entweder Ferrari oder reiten auf Kamelen, liegt falsch. Im Emirat am Golf spielen Pferde eine bedeutende Rolle. Den edlen Vierbeiner hat das Land eine luxuriöse Heimstatt gebaut: das Al Shaqab. Das Gestüt beherbergt rund 1000 Araberpferde – gut 100 gehören dem Emir persönlich. In Al Shaqab wird gezüchtet, medizinisch versorgt und für Pferderennen trainiert. Bei allem genießen die teuren Tiere 5-Sterne-Luxus. Gipfel des Komforts: ein Schwimmbad für die vierbeinigen Araber.

Weitere Informationen

Anreise: Qatar Airways bietet Flüge nach Doha und ist die richtige Wahl für einen Stopover in Katar (www.qatarairways.com).

Unterkunft: Eine stilvolle Unterkunft bieten die Souq Waqif Boutique Hotels. Die neun Häuser sind zum Teil in alten Souk-Gebäuden untergebracht. Sie bieten Luxus und traditionelles Ambiente mitten im Souk (www.swbh.com). Wer an der West Bay und damit direkt im Wolkenkratzer-Viertel wohnen möchte, kann das Intercontinental Doha – The City wählen. Intercontinental bietet auch, wie viele der anderen Hotelketten, ein Strandhotel mit großem Pool (www.intercontinental.com).

Vor Ort: Ein engagiertes Unternehmen für Aktivitäten vor Ort ist Middle East Adventures (E-Mail: [email protected]ventures.me)

Auskünfte: Ausführliche Informationen zu Geschichte, Sehenswürdigkeiten und aktuellen kulturellen Events finden sich auf der offiziellen Website von Qatar Tourism (www.qatar-tourism.com).

Hinweis: Die Reise fand auf Einladung statt.

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Auf Sightseeing in Europa mit der AIDAperla

Eintauchen in eine andere Welt, den Luxus eines Hotels genießen und dabei jeden Morgen in einem anderen Land und in einer anderen Stadt aufwachen. Nur eine Kreuzfahrt kann all das bieten. Vielleicht auch ein Grund, warum der Kreuzfahrtmarkt so boomt. Auch wir machen uns auf den Weg zum Hamburger Hafen. Die AIDAperla ist längst da. Das neueste Schiff der Reederei AIDA Cruises startet in dieser Saison regelmäßig von Hamburg.

Eintauchen in eine andere Welt, den Luxus eines Hotels genießen und dabei jeden Morgen in einem anderen Land und in einer anderen Stadt aufwachen. Nur eine Kreuzfahrt kann all das bieten. Vielleicht auch ein Grund, warum der Kreuzfahrtmarkt so boomt. Auch wir machen uns auf den Weg zum Hamburger Hafen. Die AIDAperla ist längst da. Das neueste Schiff der Reederei AIDA Cruises startet in dieser Saison regelmäßig von Hamburg. Die Kreuzfahrt „Metropolen mit AIDAperla“ ist aber nicht nur eine Tour zu großen Städten, es ist mit den Zielen Southampton, Le Havre, Zeebrügge, Hamburg und Rotterdam auch eine Zeitreise in die Geschichte der Seefahrt und der Häfen.

Gegen 19 Uhr lässt Kapitän Jens Janauscheck die Leinen lösen, nachdem das gewaltige Schiffshorn den Hamburger Hafen zum Vibrieren bringt und die Auslaufmusik „Orinoco Flow“ erklingt. Die AIDAperla zieht bei schönstem Sonnenschein ihre Bahn auf der Elbe in Richtung Nordsee. Auf dem Programm der 7-tägigen Reise stehen Besuche in Großbritannien, Frankreich, Belgien und den Niederlanden an.

 

Der erste Tag auf dem Schiff ist ein Seetag

Der erste Tag auf dem Schiff ist ein Seetag. Zeit, um die AIDAperla ausgiebig zu erkunden und absolut notwendig, denn es dauert ein wenig, um sich auf dem Schiff mit 18 Decks zurecht zu finden. Insgesamt 14 Cafés und Bars sowie zwölf Restaurants beherrbergt die AIDAperla. Dazu gehören fünf Buffet-Restaurants, drei Spezialitäten-Restaurants sowie vier A-la-carte-Restaurants.



Die AIDAperla erreicht Southampton gegen neun Uhr

Zurück zur Reiseroute. Unseren ersten Hafen, Southampton, erreichen wir gegen neun Uhr. Die AIDAperla macht am QE2 Cruise Terminal, Berth 38, fest. „Wir liegen heute mit der AIDAperla genau gegenüber des Piers, von dem aus die Titanic vor 106 Jahren in Southampton in See stach“, sagt Kapitän Janauscheck über die Lautsprecheranlage des Schiffs. Sein Kollege Edward John Smith gab dort am 10. April 1912 den Befehl, die Leinen der Titanic zu lösen.

Einige Passagiere der AIDAperla bleiben an Bord, gehen in die Stadt oder bleiben im Hafen, den pro Jahr mehr als 200 Kreuzfahrtschiffe anlaufen. Unter ihnen auch die berühmte Queen Mary 2, die in Southampton ihren Heimathafen hat. Wir haben den Landausflug “London auf eigene Faust” gebucht und machen uns mit dem Bus auf den Weg nach London. Die Busfahrt dauert etwas mehr als zwei Stunden.


Metropolen ab Hamburg 1 mit AIDAperla
Juni bis Oktober 2018
7 Tage ab/bis Hamburg
ab 599 €* p. P.
An- und Abreise mit der Bahn ab 94 €** p. P.

* AIDA VARIO Preis pro Person bei 2er-Belegung (Innenkabine), limitiertes Kontingent
** 2. Klasse ohne BahnCard im Streckennetz der Deutschen Bahn


London ist mit acht Millionen Einwohnern die drittgrößte Stadt Europas. Insgesamt werden in der Stadt mehr als 300 Sprachen gesprochen. Es gibt über 40 Universitäten, vier UNESCO-Weltkulturerbe-Stätten, acht königliche Parks, die älteste U-Bahn und einige der besten Museen und Kunstgalerien der Welt. Eine lange Liste, wenn man nur vier Stunden Zeit hat, die riesige Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Wir gehen vorbei am Wellington Arch in Richtung Buckingham Palace.

Das Wellington Arch wurde ursprünglich als Eingang zum Buckingham Palace erbaut. Von dort aus geht’s mit der U-Bahn zum Picadilly Circus. Zur Freude der Kinder, die sich dort vor allem den riesigen Lego-Store anschauen. Leider zeigt sich London mit dem Wetter bei unserem Besuch sehr authentisch: Nieselregen und 10 Grad. Zu kalt, um draußen den Trubel der Großstadt in einem Café zu beobachten. Und vier Stunden sind für so eine Stadt wahrlich viel zu kurz.

 

Um 21 Uhr müssen alle Passagiere wieder an Bord sein, denn Kapitän Jens Janauscheck bringt die AIDAperla auf Kurs Frankreich. Rund 114 Seemeilen oder 211 Kilometer ist Le Havre von Southampton weg, eine weitere Hafenstadt mit viel Geschichte auf der Route dieser Kreuzfahrt.

Muscheln essen am Strand von Le Havre

Le Havre wurde 1940 im Zweiten Weltkrieg von deutschen Truppen besetzt und der Hafen wurde zu einer Festung umgebaut. Rund 40.000 Soldaten waren hier stationiert und erst im September 1944, nach der Landung der Alliierten in der Normandie, konnten die Franzosen die Stadt wieder zurückerobern. Knapp eine Woche davor wurde die Stadt allerdings durch massive Bombenangriffe komplett zerstört.

aida bewertungen bord cruises deck eur hamburg kabine kreuzfahrten minuten position preis reise reisen rotterdam schiffe service aidaDer Stadtkern von Le Havre wurde nach dem Krieg wieder aufgebaut. Vor allem der Architekt Auguste Perret entwarf mit seinem Team die heute charakteristischen langen Straßenachsen und die breiten Boulevards. Die großen Mehrfamilienhäuser erinnern ein wenig an ostdeutsche Plattenbauarchitektur. Der Stadtkern wurde 2005 in das UNESCO-Welterbe aufgenommen.

Wer nach dem Stadtbummel noch etwas Erholung braucht, der kann am Strand von Le Havre eines der vielen kleinen Strandrestaurants besuchen, die in nur wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen sind. Mein Tipp: Muscheln probieren. Gegen 20 Uhr verlässt die AIDAperla den Quai Roger Meunier in Le Havre. Das nächste Ziel ist Zeebrügge in Belgien.

Schokolade und Waffeln in Belgien genießen

Der Hafen von Zeebrügge ist nach Antwerpen der zweitgrößte Hafen Belgiens. Die Stadt ist vor allem wegen der Schokolade bekannt, die Brügge den Namen „Welthauptstadt der Schokolade“ gebracht hat. Von Zeebrügge kann man mit dem Taxi für 50 € nach Brügge fahren oder einen der zahlreichen Ausflüge der AIDA nutzen. Dort angekommen empfängt ein riesiger Marktplatz die Besucher. Das mittelalterliche Stadtzentrum mit dem großen Burgplatz und der Heilig-Blut-Basilika gleicht einem Ameisenhaufen. Neben Pferdekutschen, die die vielen Touristen durch die Stadt fahren, gibt es jede Menge Reisegruppen, die sich die sehenswerte Stadt anschauen. Gemütlich wird es bei einer Grachtenfahrt, auf der die Stadt aus einer anderen Perspektive besichtigt werden kann. Nicht entgehen lassen sollte man sich die, neben der Schokolade, ebenfalls weltberühmten Pommes Frites.

Rotterdam ist Europas größter Seehafen

Ein richtiges Highlight der Reise ist Rotterdam. Die holländische Stadt, die oft im Schatten von Amsterdam steht, muss sich keinesfalls verstecken. Die AIDAperla macht am Pier „Holland Amerikakade“ fest. Das Schiff wird über Nacht hier liegen bleiben und erst am kommenden Morgen zur letzten Fahrt zurück nach Hamburg in See stechen.

Rotterdam ist mit 134.000 Schiffen, die hier jährlich festmachen, Europas größter Seehafen. Waren aus aller Welt werden hier umgeschlagen. Und auch der Stadtkern von Rotterdam kann sich sehen lassen. Ein Besuch in der Markthalle lohnt sich auf jeden Fall. Vom Pier bringt ein kostenloses Shuttle die Gäste in die Nähe der Markthalle, die ein einzigartiges Design in der Form eines riesigen Flugzeughangars hat. Im Inneren sind zahlreiche Geschäfte, Cafés und Restaurants zu finden. Die Wände und die Decke der Markthalle sind dekoriert mit riesigen bunten Tafeln, die Obst und Gemüse zeigen.

Den Hafen mit einem Wassertaxi erkunden

Gleich gegenüber sind die weltberühmten Kubushäuser, auch Würfelwohnungen genannt, zu sehen. Die würfelförmigen Häuser sind um 45 Grad geneigt und auf einen sechseckigen Kegel gestellte. Die Häuser haben im Inneren keine geraden Wände. Jedes einzelne dieser Häuser stellt einen Baum dar. Alle 38 Würfelhäuser zusammen ergeben einen Wald.



Mit dem Shuttlebus geht’s dann auch zurück zum Schiff. Wer noch keine Lust hat, zurück an Bord zu gehen, der kann den Hafen mit einem Wassertaxi erkunden oder noch auf einen Drink in das wahrscheinlich berühmteste Hotel in Rotterdam gehen, das nur wenige Schritte vom Liegeplatz der AIDAperla entfernt ist. Das Gebäude des Hotels “New York” diente in der Vergangenheit als Hauptsitz der Holland – America Line und stammt aus den Jahren 1901 bis 1917, damals noch eine Unterkunft für Amerika-Emigranten.

Die letzte Etappe der Tour ist 320 Seemeilen lang und führt zurück nach Hamburg. Bis dahin ist aber noch genug Zeit, das hervorragende Entertainmentprogramm der AIDAperla zu besuchen und am Ende der Kreuzfahrt im Beachclub auf Deck 15 den Urlaub ausklingen zu lassen. Die sehr gute Liveband „Correcto“ hilft dabei mit der richtigen Musik.

 

Hinweis: Die Reise fand auf Einladung statt.

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Aufgepäppelt und poliert in Summerland

Unter meinen Schuhen knirscht der Sand. Links und rechts von mir stehen halb zugedeckte, komplett mit einer weißen Staubschicht bedeckte alte Autos. In den grauen Regalen stapeln sich alte Spiegel, Radkappen, überdimensionierte Radios und zerrissene Sitzpolster. Die Luft ist geschwängert mit Benzin, altem Öl und frischer Farbe. Ich fühle mich zurückversetzt in die Zeit von Elvis, Rock’n Roll und Oldsmobil.

Unter meinen Schuhen knirscht der Sand. Links und rechts von mir stehen halb zugedeckte, komplett mit einer weißen Staubschicht bedeckte alte Autos. In den grauen Regalen stapeln sich alte Spiegel, Radkappen, überdimensionierte Radios und zerrissene Sitzpolster. Die Luft ist geschwängert mit Benzin, altem Öl und frischer Farbe. Ich fühle mich zurückversetzt in die Zeit von Elvis, Rock’n Roll und Oldsmobil. Keine Spur von moderner Technik, kein Fahrspur-Assistent, keine geschönten Abgaswerte: Was aus diesen Oldtimern rauskommt, ist der pure Sound der 50er und 60er-Jahre. Und den hört man in Kanada noch sehr oft.

Für Fans von alten Autos der Marken Ford, Lincoln, Oldsmobile oder Plymouth ist Summerland in British Columbia in Kanada ein Paradies. Versteckt in einer alten Fabrikhalle, abseits der Hauptstraße, befindet sich die Oldtimersammlung von Garnet Nixdorf, einem 81 Jahre altem Kanadier, der über 100 dieser alten Fahrzeuge besitzt. Rund 80 davon stehen in Summerland bei „Nixdorf Classic Cars“, der Rest verteilt in der ganzen Welt. Und die Bandbreite ist groß: Autos von 1936 bis 1970 sind in der Halle für 20 kanadische Dollar Eintritt zu besichtigen.

Das zerlegte Auto muss ein Oldtimer sein

Kanada - Summerland - BC - Joerg Baldin (19 von 29)

Rick Schertner (64) weiß, wie Oldtimer wieder zusammengesetzt werden.

Hinter einer vergilbten Folie, die als Schutz vor einem Durchgang in eine weitere Halle hängt, steht ein zerlegtes, rotes Auto. Der Motor liegt vollkommen frei und funkelt teilweise mit neuen lackierten Bestandteilen. Die Karosserie wurde frisch lackiert und unterscheidet sich durch ihre runde Formen von den heutigen Autos. Auch das muss ein Oldtimer sein. Damals haben sich die Ingenieure beim Bau der Fahrzeuge noch mit wunderschönen Formen und nicht mit Strömungswerten auseinandergesetzt. Der Begriff “Strömungswiderstandskoeffizient” oder “cw-Wert” wurde erst in den 80er Jahren zum wichtigsten Wert der Automobilhersteller.

Vor dem Auto an einer Werkbank aus Holz steht Rick Schertner. Der 64-jährige Kanadier aus Penticton in Okanagan ist derjenige, der die Autos wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt. Mit ölverschmierten Händen und schmutzigem Overall schraubt er jedes Teil wieder da an, wo es ursprünglich hingehört. Viele Autos, die hier stehen, waren in einem sehr schlechten Zustand, bevor sie in Ricks Obhut kamen, sei es durch Unfall oder einfach nur durch Rost. Was es an Ersatzteilen nicht mehr gibt, wird entweder selbst hergestellt oder von anderen Modellen passend gemacht. Rick kann das. Er ist seit seiner Jugend dabei, Autos zu reparieren. Seine erste Frage, als er hört, dass ich aus Deutschland komme, handelt natürlich von dem Autothema dieser Tage: „Was ist eigentlich mit Volkswagen los?“, und schüttelt dabei fassunglos den Kopf.

Er selbst habe in seinen jungen Jahren insgesamt drei VW Käfer gefahren. Bei seinem letzten “Volkswagen” hat er den 34 PS-Motor gegen einen 150 PS-Motor aus einem amerikanischen Wagen getauscht und musste dabei einige Änderungen an Karosserie und Motorhaube vornehmen. „Aber der Wagen hat richtig Spaß gemacht“, sagt Rick. Seine Augen leuchten, als er von dem alten  „Beetle“ spricht. Alle aus seiner Familie haben irgendwann mal einen Volkswagen gefahren.

Für den Chevrolet benötigt Rick acht Monate

Für den roten Chevrolet aus dem Jahr 1960, der komplett zerlegt wurde und nun von Rick Stück für Stück wieder montiert wird, benötigt er rund acht Monate und es wird wohl sein letztes Fahrzeug sein. „Im Mai gehe ich in Rente“, so der Kanadier. „Dann habe ich mehr Zeit dafür mit den Autos zu fahren anstatt sie auseinanderzunehmen oder wieder zusammen zu schrauben.“ Bis dahin kann Rick sich aus dem Fundus der Werkstatt bedienen, die so aussieht, als sei die Zeit irgendwann zwischen 1950 und 1960 stehen geblieben. Zu der Zeit gehören auch die „Black and Decker 11/16 Super Service Calve Refacer“, einer Art Schleifmaschine aus den frühen 60er Jahren oder die drei Musikboxen, die man mit 25ct Stücken füttert, um dann dem Klang und dem Rauschen der Schallplatten zu folgen, die noch mechanisch vom Plattenarm der Anlage aufgelegt wird. Auch das war das Gefühl der 60er Jahre.

Hinweis: Die Reise fand auf Einladung statt. Der Artikel ist bereits 2015 erschienen und wurde neu überarbeitet.

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Digitale Briefkästen für Vielreisende

Wer viel reist, kennt das Problem: Der Post-Berg wächst. Nicht nur der aus Briefen, die auf herkömmliche Weise von der Gelben Post gebracht werden, sondern auch der der elektronischen Briefe. Viele der rund sechs Millionen Deutschen, die privat oder geschäftlich viel auf Reisen sind, lassen sich ihre Post aufwendig nachschicken – und verpassen dennoch wichtige Termine.

Wer viel reist, kennt das Problem: Der Post-Berg wächst. Nicht nur der aus Briefen, die auf herkömmliche Weise von der Gelben Post gebracht werden, sondern auch der der elektronischen Briefe. Viele der rund sechs Millionen Deutschen, die privat oder geschäftlich viel auf Reisen sind, lassen sich ihre Post aufwendig nachschicken – und verpassen dennoch wichtige Termine. Kein Wunder, dass der Markt der Dienstleister wächst, die helfen wollen, die Post-Berge abzubauen.

Sie heißen Caya oder Condecco, Digitalkasten, Dropscan, Movinga, myDropmail oder SubmitBox – fast zwei Dutzend Anbieter tummeln sich auf dem Markt der Digitalisierung von Briefpost. Die meisten ähneln sich in ihrer Arbeitsweise: Sie werden vom Reisenden beauftragt und informieren die Deutsche Post per Nachsendeauftrag, dass ihre Briefe für die zwei, vier oder sechs Monate der Abwesenheit beim Dienstleister abgegeben werden. Der scannt die Schriftstücke und sendet sie dem Kunden innerhalb weniger Stunden als pdf-Datei via E-Mail-Account oder App zu.

Der Vorteil: Der Reisende muss nicht ständig jemanden bitten, den Briefkasten regelmäßig zu leeren und wichtige Korrespondenz zu öffnen oder nachzusenden, damit man keine Fristen versäumt. Stattdessen kann er von unterwegs aus über sein Smartphone selbst reagieren, wenn er es für notwendig hält – vom Strand auf Mallorca, von der Lodge in Südafrika oder vom Hafen in Piräus aus.

Die Postscan-Services erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Selbst die Deutsche Post fährt mit auf dem Zug. Ihre digitale Ergänzung zum Briefkasten an der Haustür heißt E-Postscan und kostet 24,99 Euro pro Monat. Alle Originale werden verwahrt und nach der Rückkehr von der Reise auf die analoge Weise ausgeliefert. Zum Vergleich: Die im vergangenen Jahr gegründete Firma Digitalkasten erhebt von Privatpersonen eine monatliche Gebühr von 20 Euro. Darin enthalten ist zwar die unbegrenzte Digitalisierung der Post, wer die Originale aber länger als 30 Tage im Safe archivieren möchte, muss 50 Cent pro Brief und Monat extra berappen. Will der Kunde die Originale haben, zahlt er für jede bis zu 15 Dokumente umfassende Sammelsendung 2,50 Euro plus Versandkosten.

Das Kölner Startup Evy Solutions geht mit seiner App Companion einen Schritt weiter als andere Anbieter: Neben der täglichen Post, die spätestens 24 Stunden nach Eingang aufbereitet in der App zur Verfügung steht, fließen auch E-Mails inklusive PDF-Anhängen in den mobilen Assistenten ein. Damit kann die gesamte Post – unabhängig von der Quelle – zentral verwaltet werden. Evy nutzt dafür eine im eigenen Haus entwickelte künstliche Intelligenz. Sie wertet die Inhalte sämtlicher Dokumente aus, verschlagwortet sie und gibt dem Nutzer Handlungsempfehlungen.

Wichtige Termine und Fristen werden erkannt und in den persönlichen Kalender übernommen. Benachrichtigungen (per Push-Funktion oder SMS) halten über wichtige Ereignisse und Vorgänge auf dem Laufenden. Michael Vogel, einer der beiden Firmengründer, ist auf diese Idee gekommen, als er als selbständiger Unternehmensberater es leid war, bei Zwischenstopps im Büro Berg an Briefpost durchzugehen, „um festzustellen, dass die Hälfte Werbung war und ich wichtige Termine verpasst hatte“. Vogel betont, dass durch das Scannen allein der Dokumentenberg lediglich digitalisiert wird, „Nutzer aber weiterhin jedes Dokument öffnen, auf Relevanz prüfen und bearbeiten muss“. Der

Software-Experte Arian Storch entwickelte die neue App für Android Geräte und Apples iOS. Wichtig: Die digitalisierten Dokumente werden mit modernen Verschlüsselungstechniken verarbeitet. Gespeichert werden sie direkt in der App und stehen damit – anders als bei den reinen Scan-Diensten – auch ohne Internet zur Verfügung. Die Preise beginnen bei zehn Euro im Monat. Für monatlich 20 Euro gibt es eine Flatrate für die gesamte Briefpost. Demnächst soll es auch eine Bezahlfunktion geben. Dann kann der Reisende Rechnungen direkt via App bezahlen – und anschließend an seinen Steuerberater weiterleiten.

 

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Mit diesen Apps wirst Du zum Experten für die Reiseplanung

Der nächste Urlaub oder ein Wochenendtrip mit Freunden steht vor der Tür? Die liebe Familie wartet sehnsüchtig auf einen Besuch? Das bedeutet erstmal: Die Reiseplanung muss erledigt werden. Immer mehr Menschen nutzen dafür das Internet als Recherche- und Buchungstool. 2016 haben 43 Prozent der Deutschen im Internet eine Reise gebucht, Tendenz steigend. Zum Vergleich: 2001 waren es nur vier Prozent.

Der nächste Urlaub oder ein Wochenendtrip mit Freunden steht vor der Tür? Die liebe Familie wartet sehnsüchtig auf einen Besuch? Das bedeutet erstmal: Die Reiseplanung muss erledigt werden. Immer mehr Menschen nutzen dafür das Internet als Recherche- und Buchungstool. 2016 haben 43 Prozent der Deutschen im Internet eine Reise gebucht, Tendenz steigend. Zum Vergleich: 2001 waren es nur vier Prozent. 

Online-Reiseplanung – viele Wege führen ans Ziel

Es gibt verschiedene Plattformen und Angebote, die bei der Reiseplanung helfen und versprechen, die jeweils besten Routen mit den verschiedenen Verkehrsmitteln zu liefern. Am Ende der Suche hat man die Wahl zwischen Fernbus, Zug oder Flug, manchmal werden auch Sharing-Dienste mit in die Suche einbezogen.

Häufig wird aber mehr als ein Verkehrsmittel benötigt, um ans Ziel zu kommen. Die Ergebnisse müssen also im nächsten Schritt vom Suchenden selbst kombiniert werden. Ein Puzzle-Spiel, das zuweilen sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Denn nicht jeder hat das Glück (oder Pech) einen Flughafen in direkter Nähe zu haben. Bei Reisen zu weiter entfernten Zielen heißt es dann meist, erstmal einen Flug raussuchen und dann schauen, wie man rechtzeitig zum Flughafen kommt. Gibt es mehrere Flughäfen in der Nähe, wird diese Suche so lange wiederholt, bis die besten Optionen gefunden sind. Klingt kompliziert?! Ist es bisweilen auch. Gut zu wissen, welche Apps bei der Reiseplanung helfen können.

Welche App kann was?

Soviel vorweg: es gibt zahlreiche Routenplaner im Internet. Wir werfen einen Blick auf die, die sich auf die Planung von weiteren Reisen spezialisiert haben. Da wären zum Beispiel GoEuro, fromAtoB, Rome2Rio und Qixxit. GoEuro und fromAtoB vergleichen verschiedene Verkehrsmittel für die gewünschte Route und listen diese als Alternativen auf. Rome2Rio und Qixxit gehen einen Schritt weiter. Wir haben das mal für die Reisesuche von Wolfsburg nach Palma de Mallorca ausprobiert und stellen euch die Ergebnisse hier vor.

GoEuro findet Flüge ab Hannover und Hamburg und bietet die Zusatzoption “Inklusive Flughafenanbindung” an. Gut, denn die Reise soll ja in Wolfsburg starten. Schaut man sich dann die Ergebnisse der Suche an, leider die Enttäuschung: In der App erscheint der Hinweis, dass man mit dem PKW/Taxi 3 Stunden und 38 Minuten nach Hamburg benötigt, jedoch ohne weitere Detailinfos oder Alternativen zum Auto. Also wieder eine neue Suche auf einer anderen Webseite starten.

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GoEuro bietet an, Anreiseoptionen zum Flughafen anzuzeigen. Wir bekommen aber nur die Info, wie lange die Fahrt mit dem PKW zum Flughafen Hamburg dauert. (Quelle: Screenshot GoEuro Android App)

Nächster Versuch: fromAtoB. Hier bekommen wir ausschließlich Flüge ab Hannover angezeigt ohne Hinweis auf die Anreisemöglichkeiten zum Flughafen. Würden wir Emojis in unseren Texten verwenden, käme jetzt der Smiley mit dem geraden, schmalen Strich als Mund…

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fromAtoB zeigt uns nur die Flugergebnisse an, ohne Anreiseoptionen oder die Zeit, die man für die Anreise benötigt. (Quelle: Screenshot fromAtoB Android App)

Bei Rome2Rio, einem Anbieter mit Sitz in Melbourne, Australien, wird es auf den ersten Blick etwas konkreter. Gleiche Suchanfrage und binnen kürzester Zeit spuckt die App verschiedene Optionen von mehreren Flughäfen aus und zeigt die Reisekette an. Sehr informativ. Aber: Preise werden nur geschätzt und die Verkehrsmittel nicht logisch zu einer Reisekette miteinander kombiniert. Also folgt auch hier weiteres Suchen und Vergleichen. Und wieder kommt mir dieser Smiley in den Sinn…

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Rome2Rio gefällt uns schon besser. Hier wird ein möglicher Reiseverlauf angezeigt, allerdings ohne konkrete Preise und Reisezeiten. (Quelle: Screenshot Rome2Rio Android App)

Qixxit, kombinieren Sie!

Dies wäre kein Ratgebertext, wenn er keine Lösung präsentieren würde. Deshalb stellen wir euch zu guter Letzt den Reiseplaner Qixxit vor. Qixxit vergleicht Fernbus, Zug und Flüge und – jetzt kommt’s – kombiniert sie bei Bedarf miteinander.

Was heißt das konkret an unserem Beispiel Wolfsburg-Palma? Wir erhalten Routenvorschläge für die Flughäfen Hannover, Hamburg, Bremen, Berlin und Leipzig. In der App werden auf einer Karte die besten Optionen direkt mit Gesamtpreis und Dauer der Reise angeteasert. Das gibt sofort einen guten Überblick. Wie lange man allein dafür mit der eigene Suche gebraucht hätte! Über die Filter lassen sich die Ergebnisse nach Dauer, Umstiegen, Preis, Abfahrtszeit, etc. filtern und eingrenzen. Und das beste: Die gesamte Reisekette wird angezeigt. Man weiß also sofort, welchen Zug oder Fernbus man nehmen muss, um rechtzeitig am Flughafen zu sein.

Die Buchung der Tickets ist ebenfalls unkompliziert: Zugtickets für die Deutsche Bahn kann man direkt in der App buchen, hat man die FlixBus App installiert, “springt” man für die Buchung direkt dorthin und Flugtickets bekommt man direkt bei der Airline oder dem Provider des Angebots. Wir finden: Eine super Lösung, die langes Suchen auf zig Webseiten der Vergangenheit angehören lässt. Dafür gäbe es als Emoji einen Smiley mit einem breiten Grinsen.

qixxit - Reiseplaner app

Klarer Favorit: Qixxit. Vergleicht verschiedene Abflughäfen, sagt uns, wie und wann wir dorthin kommen und was die gesamte Reise kostet. (Quelle: Screenshot Qixxit Android App)

Die App wurde erst vor Kurzem komplett überarbeitet. Auf Nachfrage teilte man uns mit, dass weitere Features und Verkehrsanbieter hinzukommen und die Apps für Android und iOS schon etwas weiter sind als die Webseite. Und es stimmt, die Apps machen derzeit mehr Spaß als die Webseite. Wir sind jedenfalls gespannt, wie es mit Qixxit weitergeht und behalten die Berliner im Auge.

Und jetzt: Viel Spaß bei der Planung eurer nächsten Reise!

Egal wohin eure nächste Reise geht: Wir wünschen euch viel Spaß bei der Reiseplanung und hoffen, euch mit diesem Text ein paar gute Tipps an die Hand gegeben zu haben. Es gibt natürlich noch weitere digitale Reiseplaner, sie alle vorzustellen, hätte den Rahmen hier gesprengt. Unsere Auswahl erhebt also keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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Hangzhou – Zwischen Legenden und Traditionen

China stand schon lange auf meiner Reise-To-Do-Liste. Für viele kein typisches Reiseziel. Doch was treibt jemanden dazu, das Reich der Mitte zu erkunden? In meinem Fall die Neugierde Land und Leute kennenzulernen, landestypische Gegebenheiten zu erkunden und eventuell mit einigen Vorurteilen aufzuräumen. Erstes Ziel meiner Reise – Hangzhou!

China stand schon lange auf meiner Reise-To-Do-Liste. Für viele kein typisches Reiseziel. Doch was treibt jemanden dazu, das Reich der Mitte zu erkunden? In meinem Fall die Neugierde Land und Leute kennenzulernen, landestypische Gegebenheiten zu erkunden und eventuell mit einigen Vorurteilen aufzuräumen. Erstes Ziel meiner Reise – Hangzhou!

Von der Sonne geweckt zu werden entpuppt sich an meinem ersten Morgen in Hangzhou als unmöglich. Der Nebel hängt tief über der Hauptstadt der chinesischen Provinz Zheijang, und verdeckt komplett die Sonne, die es auch mit größter Anstrengung nicht schafft, sich ihren Weg zu bahnen.

Ich schaue hinaus aus meinem Hotelzimmer auf die zahlreichen Dächer und Strassen der pulsierenden Stadt, mit seinen mehr als 9 Millionen Einwohnern. Wie kleine bunte Ameisen bahnen sie sich ihren Weg. Bei der Masse an Menschen, Mofas und Co. müsste man nun einen ohrenbetäubenden Lärm vermuten – doch dem ist nicht so. Die meisten Mofas sind mit einem Elektromotor ausgerüstet. Perfekt für die Geräuschkulisse – gefährlich für alle Verkehrsteilnehmer und Fußgänger. Besonders in der Nacht. Da kann es schon mal vorkommen, das plötzlich aus dem Nichts ein Mofa an Dir vorbeirast.

Hangzhou liegt knapp 190 km süd-südwestlich von Shanghai und wurde einst von Marco Polo höchstpersönlich als „schönste Stadt der Welt“ bezeichnet. Ob dem wirklich so ist – wir werden sehen. Ich lasse mich überraschen.

Der Westsee

Die wohl berühmteste und beliebteste Sehenswürdigkeit in Hangzhou ist der Westsee. Ein knapp 6 qkm großer See, der an drei Seiten von Hügeln umschlossen ist. Ich entschließe mich dazu, eine Bootstour zu machen. Auch wenn die Bootstour bei Sonnenschein garantiert malerischer gewesen wäre, unterstreicht der heutige Nebel die magische und verwunschene Stimmung des Sees, der schon in der Vergangenheit zahlreiche Dichter und Maler der chinesischen Geschichte inspiriert hat. Eine der wohl berühmtesten Legenden ist die „Legende der weißen Schlange“. Der Westsee gehört seit 2011 zum UNESCO Weltkulturerbe.

Grüne Idylle außerhalb des Großstadttrubels

Entlang des Sees gibt es zahlreiche Gärten, Pagoden und Tempel. So z.B. den Lingyin Tempel, ein zen-buddihistischer Tempel. Im 10Jhr. erbaut wurde die Anlage aufgrund von Plünderungen mehr als 16 mal neu aufgebaut. Das heutige Gebäude ist eine moderne Restauration der späteren Qing-Architektur. Wer den Tempel betreten möchte, muss zuerst an den Feilai Feng Grotten vorbei.

Mehr als 400 in Stein gemeißelte oder zum Teil aufgestellte Skulpturen sind hier inmitten der wunderbaren Natur zu finden. Ein überwältigender Anblick. Der Duft von Weihrauch und Räucherstäbchen kommt uns entgegen. Menschenmassen bahnen sich ihren Weg durch die einzelnen Tempelgebäude. Ein Ort an dem sich die Menschen gerne zurückziehen, um zu beten und Kraft zu tanken. Grüne Idylle außerhalb des Großstadttrubels.

Drachenbaumtee aus Hangzhou

Ein weiteres Highlight in Hangzhou, und besonders für Teeliebhaber ein Muss, der Ausflug zu den wohl berühmtesten Teeplantagen Chinas. Die Meixu Teeplantage im Meijiawu Hangzhou beherbergt den berühmtesten grünen Tee, den Drachenbaumtee, den China zu bieten hat. Wer mag, kann den Arbeitern auf den Feldern zusehen, wie sie sorgfältig nur die obersten drei Blättchen für die weitere Verarbeitung abschneiden. Eine präzise und zeitintensive Arbeit.

XiXi Wetland Park – auf den Spuren der chinesischen Geschichte

Wer sich noch intensiver mit der Geschichte von Hangzhou befassen möchte,und die wunderbare Natur erleben will, sollte auf jeden Fall den Xixi Wetland Park, den ersten und einzigen Feuchtgebiet-Park in China besuchen. Hier kann man inmitten eines ca. 11,5 Quadratkilometer großen Geländes z.B. eine Bootstour auf den insgesamt 6 durch den Park fließenden Flüssen machen, vorbei an historischen Gebäuden und Sehenswürdigkeiten. Fernab vom Großstadttrubel.

Farbenfrohes Hangzhou

Nach so viel Kultur und Natur entschließe ich mich, abends durch Hangzhou zu schlendern. Wie vermutet scheinen die großen Städte in China niemals zu schlafen. Die Innenstadt ist hell erleuchtet. Egal ob durch die bunten Lichtinstallationen die die großen Wolkenkratzer schmücken oder durch die zusätzlichen Lichter, die entlang der Strassen, im Park oder auch auf den Schiffen in den buntesten Farben schillern.

Egal wohin man schaut, tummeln sich die Menschen auf den Strassen oder in den Parks. Meist für einen kleinen Plausch mit Freunden oder auch zum allabendlichen Tanz auf dem Vorplatz. In China keine seltene Begebenheit. Abends kommen die Menschen aus ihren zum Teil kleinen Wohnungen heraus um die verbleibenden abendlichen Stunden zu genießen. Tai-Chi im Park, entweder allein oder mit Freunden, ein kleiner Spaziergang durch die Parkanlage oder gar ein Shoppingtrip durch die zahlreichen Geschäfte. Hangzhou pulsiert, egal ob bei Tag oder Nacht.

Video über die Reise nach Hangzhou

Hinweis: Die Reise fand auf Einladung statt.

 

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Die Gärten von Suzhou

Unzählige Wasserstrassen, verwinkelte kleine Gassen, farbenfrohe Seide und blühende Gärten so weit das Auge reicht. Das würde ich wohl sagen, wenn man mich nach der Kurzfassung meiner Eindrücke aus Suzhou fragen würde. Für all diejenigen, die lieber die Langfassung lesen möchte – Voilá!

Unzählige Wasserstrassen, verwinkelte kleine Gassen, farbenfrohe Seide und blühende Gärten so weit das Auge reicht. Das würde ich wohl sagen, wenn man mich nach der Kurzfassung meiner Eindrücke aus Suzhou fragen würde. Für all diejenigen, die lieber die Langfassung lesen möchten – Voilá! Die Gärten von Suzhou.

Venedig des Ostens

Suzhou oder wie die Chinesen selbst sagen „Venedig des Ostens“, ist eine von zahlreichen Kanälen durchzogene Stadt. Kleine Gondeln ziehen auf den verschlungenen Wasserwegen entlang der kleinen Häuser. Hier und da kann man einen kleinen Blick in das Innere der Häuser erhaschen.

Neben den vielen Wasserwegen ist Suzhou für seine Gartenbaukunst berühmt. So ist es eigentlich unumgänglich den ein oder anderen Garten auch mal ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen.

Garten des Bescheidenen Beamten

Der wohl Schönste ist der Garten des Bescheidenen Beamten. Dieser, ca. 50.000 Quadratmeter große Garten, gehörte dem im Jahr 1513 aus dem Dienst des Kaisers entlassenen Beamten Wang. Eine verworrene Geschichte. Heutzutage kann man diesen und fünf weitere klassische Gärten, die seit 1997 zum UNESCO Weltkulturerbe gehören, in Suzhou besuchen. Die Gärten gleichen einem Labyrinth, die Wege sind verwinkelt und geheimnisvoll. Ein architektonisches Meisterwerk, das perfekt mit der umliegenden Natur verschmilzt. Ein Ort, an dem man locker einen kompletten Tag verbringen kann.

Heimat der Seide

Suzhou gilt als das Zentrum der Seidenproduktion in China. Unter anderem wurden die meisten hochwertigen Seidentexturen für die kaiserliche Familie in Suzhou hergestellt. Wer Seide liebt, muss unbedingt einen Besuch im Suzhou Seidenmuseum einplanen. Auf mehr als 10.000 qkm kann man hier alles über die Seideproduktion und die dazugehörige Geschichte erfahren. Das 1991 eröffnete Museum zeigt eindrucksvoll die einzelnen Schritte, von der Seidenraupen-Aufzucht bis hin zur Seidenweberei.

Wenn man Glück hat, kann man auch einen kleinen Blick in die Webzimmer erhaschen. Mit ruhiger Hand sitzen hier die Damen, umringt von Seidenfäden in den schönsten Farben, an wahren Kunstwerken.

Der Tigerhügel von Suzhou

Ein weiteres Highlight und auf jeden Fall ein Besuch wert ist der Tigerhügel mit dem angrenzenden Yunyan Tempel im Nordwesten der Altstadt von Suzhou. Der Tigerhügel ist eine Fundgrube für Kulturinteressierte. Zahlreiche Tempel, Klöster und Ahnentempel sind auf dem Gelände verstreut und geben eindrucksvoll einen Blick auf die mehr als 2500 Jahre alte Geschichte der Stadt wieder.

Die siebengeschossige Pagode des Yunyan Tempels ragt knapp 50 Meter in die Höhe, wobei sie leicht zur Seite gekippt aussieht. Beeindruckend und doch ein wenig Angst einflößend. Angrenzend an die Pagode kann man durch einen wunderbaren Garten mit zahlreichen Bonsai Bäumen spazieren. Manch einer davon ist ein Vermögen wert und wird von den Bonsai Gärtnern mit viel Liebe gepflegt. Mein Fazit: Suzhou hat mich mehr als begeistert. Eine wunderbare Stadt mit einer Fülle an Kultur und Natur.

Die Gärten von Suzhou im Video

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung

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Lachsangeln in der Skjern Au in Dänemark

Angeln ist für manche Menschen das langweiligste Hobby der Welt. Andere suchen beim Angeln die Ruhe, die Entspannung, die Nähe zur Natur und die Befriedigung des männlichen Jagdinstinktes. Für mich ist es ein unglaublich schöner Ausgleich zum stressigen Leben. Aus diesem Grund bin ich mit zwei Freunden nach Dänemark gefahren, um dort einen der schönsten Fische zu fangen, den Lachs.

Angeln ist für manche Menschen das langweiligste Hobby der Welt. Andere suchen beim Angeln die Ruhe, Entspannung, die Nähe zur Natur und die Befriedigung des männlichen Jagdinstinktes. Für mich ist es ein unglaublich schöner Ausgleich zum stressigen Leben. Aus diesem Grund bin ich mit zwei Freunden nach Dänemark gefahren, um dort einen der schönsten Fische zu fangen, den Lachs.

Die Skjern Au ist ein großer Fluss in Dänemark, der für sein Lachsvorkommen sehr berühmt ist. Der Fluss ist zugleich auch das wasserreichste Fließgewässersystem des Landes. Hier konnte sich durch intensive und langjährige Anstrengungen zur Renaturierung und Wiederherstellung der Wasserqualität Dänemarks ältester Lachsstamm erhalten. Um den Lachs- und Meerforellenbestand zu erhalten, wurden Lachskontingente ins Leben gerufen, die uns später noch zum Verhängnis wurden.

Tageskarten und weitere Scheine sind wichtig

Wer an der Skjern Au angeln will, macht zuerst eins: Er muss tief in die Tasche greifen. Gleich drei Angelscheine (Fischereischein Dänemark, Tageskarten für Skjern Au, Lachskontingentkarte) muss der Angler in einem dänischen Angelgeschäft erwerben. Der Preis dafür kann sich sehen lassen. Umgerechnet 30€ kostet das Fischen mit einer Rute pro Tag. Dazu kommen eventuell noch Kunstköder wie Fliegen oder die fangsicheren „Spinner mit Kondom“, wie der Angelladenbesitzer Kostas uns den Spinner erklärt hat. Eine „Blinker“ mit rotierendem Metallblatt in Silber oder Bronze und der Kern mit einem grellen Gummiüberzug (gelb, rot, organge) verkleidet. Herkömmliche Spinner oder Blinker funktionieren nicht problemlos in der Skjern Au. Das Gewässer hat eine sehr starke Fließgeschwindigkeit und normale Kunstköder würden mit dem geringen Gewicht schnell an die Oberfläche kommen. Deshalb hat man diese „Kondomspinner“ entwickelt, die im Kern so um die 20 Gramm wiegen und damit Skjern-tauglich sind. Mit 7€ / Stück auch nicht gerade billig, aber das ist eine andere Geschichte.

Angelfreunde müssen windfest sein

Will man erfolgreich fischen, muss man in Dänemark noch etwas berücksichtigen. Und ich will es mal mit den Worten unseres dänischen Vermieters erklären: „Wir haben hier 14 Tage starken Wind im Jahr, den Rest stürmt es!“ Und er sollte bis auf ein paar Stunden recht behalten. Bekleidet wie ein Yeti und gefühlt wie ein Sumo-Ringer – mit Wathose, langer Unterhose, Jogginghose, dickem Schal, zwei Mützen, zwei dicken Pullovern, regen- und winddichter Jacke – steht der Skjern-Angler am Flussrand und wartet auf den Biss der Lachse.

Da wir ja schlaue Kerlchen sind, haben wir uns gleich für den ersten Tag einen Angelguide gemietet. Heine stammt aus Skjern und kennt den Fluss wie seine rechte Westentasche. Und gleich der erste Angelplatz hat es in sich: Wir müssen, um zum Fluss zu kommen, durch hüfttiefes Wasser gehen. Wer nicht aufpasst, rutscht aus.

In rund 100 Meter Abstand platziert uns der Guide auseinander. Nach drei Würfen geht man drei Schritte flussabwärts und versucht erneut sein Glück. Angeln am Fluss ist anders, als fischen am Weiher. Die Herausforderung ist dabei immer wieder gegen den Wind und die starke Strömung anzukämpfen. Durch den vielen Regen der vergangenen Wochen ist die Uferböschung aufgeweicht und rutschig. Ein Sturz in den Fluss hätte fatale Folgen. Durch die viele Kleidung und die Wathose, die voll Wasser laufen würde, hätte man kaum eine Chance aus dem Fluss zu klettern. Die starke Strömung würde auch ihren Teil dazu beitragen und den Angler wie ein Korken mitziehen. Aber, alles ist gut gegangen.

Der erste Fisch lässt lange auf sich warten. Aber immerhin kommt der Fang irgendwann. Sascha winkt und ruft den Guide, der seine ganze Erfahrung am Fluss ausspielen kann. Mit einem gezielten Griff schnappt sich Heine den Schwanz des Lachses und zieht den Fisch an Land. Und der hat ein gutes Format: 85 cm werden gemessen, und damit heißt es auch gleich wieder Abschied nehmen.

„Catch & Release“ heißt die Zauberformel. Fangen und wieder freilassen, wenn der Fisch nicht ins Kontingent passt oder die Mindestmaße nicht erfüllt. Das Jahreskontingent für Lachse ab einer Länge von 75cm ist bereits voll und so muss Sascha ungläubig den Lachs wieder schwimmen lassen. Damit den Fischen nichts passiert, darf auch nur mit Haken ohne Widerhaken geangelt werden. Noch schnell ein Foto von dem großen Fisch und weg ist er wieder. In dem Rahmen stelle ich mir die Frage, warum man 30€ / Tag bezahlen muss und den Fang dann wieder schwimmen lassen darf?

Überhaupt ist Sascha das Glückskind heute, denn er ist es auch, der den zweiten Lachs an der Angel hat. Doch Glück im Unglück für den Fisch. Auch dieser entspricht nicht ganz der Quote, ist mit rund 55cm länge zu klein (Mindestmaß ist 60cm), Foto und ab in die Skjern Au. 5 cm mehr und wir hätten einen leckeren Fisch mit nach Hause gebracht. So bleibt uns nur die Erinnerung an den Fluss, an den Sturm, an einen wundervollen Sonnenuntergang, an zwei tolle Lachse und an das leere Portemonnaie – und an den „Salon Ogge“, aber das ist ein anderes Thema. Das Leben eines Anglers kann so gemein sein…

Infos zum Angeln in der Skjern Au

Angelfreunde benötigen für das Angeln in der Skjern Au einen Fischereischein für Dänemark, Tageskarten für die Skjern Au und Lachskontingentkarte, die alle im Angelfachgeschäft gekauft werden können.

Das Video zum Lachsangeln in Dänemark

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Interview mit Sternekoch Johan Lafer: “Meine Neugier treibt mich an!”

Johann Lafer ist immer auf Achse. Heute in Hamburg zur Produktion einer TV Sendung, morgen in seinem Restaurant Stromburg und übermorgen im Flieger, um für sein Magazin “Lafer” neue Orte und kulinarische Highlights zu entdecken. Reisen gehört für den Spitzenkoch zum Alltag. Von Zeit zu Zeit ist er auch als Gastkoch auf einem Kreuzfahrtschiff unterwegs.

Johann Lafer ist immer auf Achse. Heute in Hamburg zur Produktion einer TV Sendung, morgen in seinem Restaurant Stromburg und übermorgen im Flieger, um für sein Magazin “Lafer” neue Orte und kulinarische Highlights zu entdecken. Reisen gehört für den Spitzenkoch zum Alltag. Von Zeit zu Zeit ist er auch als Gastkoch auf einem Kreuzfahrtschiff unterwegs. Hier hat ihn auch Autor Torben Knye getroffen und die Chance genutzt, ihn zum Thema Reisen zu interviewen.

Zur Person Johan Lafer

Johan Lafer (Jahrgang 1957, verheiratet, 2 Kinder) wurde in der Steiermark geboren und absolvierte eine Koch-Lehre in Graz. Seine erste Station nach dem Bundesheer in Österreich war das Berliner Hotel Schweizer Hof. Es folgten das Le Canard in Hamburg sowie die Schweizer Stuben in Wertheim und das Münchner Restaurant Aubergine von Eckart Witzigmann. Lafer hat seit Jahren einen Micheln Stern für sein eigenes Restaurant auf der Stromburg im Hunsrück.

Interview mit Johan Lafer (2 von 3)

Autor Torben Knye (links) im Interview mit Starkoch Johan Lafer. (Fotos: TK)

breitengrad53: Johan Lafer, warum reisen Sie gern?

Johan Lafer: Immer nur zu Hause zu sein, ist auf Dauer langweilig. Reisen öffnet den eigenen Horizont. Andere Länder und Städte zu sehen sowie neue (Essens-)Kulturen kennenzulernen – das verschafft mir neue Inspiration. Gerade für mich als Koch ist es sehr wichtig und bereichernd immer neue Anreize zu bekommen, um neue Gerichte zu entwickeln.

breitengrad53: Wohin reisen Sie besonders gern?

Lafer: Malaysia ist mein Lieblingsreiseland. Ich liebe die Natur, die Inseln und Strände, aber vor allem die Märkte und Garküchen. Mit meinem Freund und Chefkoch Wai Look Chow erkunde ich mit dem Moped die Gegend und mache immer wieder neue kulinarische Entdeckungen.

“Geschmack ist ein weltweit verbindendes Element”

breitengrad53: Man spricht oft von „kulinarischen Reisen“. Warum gehören Essen und Reisen zusammen?

Lafer: Ich glaube, dass der Geschmack ein weltweit verbindendes Element ist. Beim Reisen in fremde Länder werden die Sinne geschult, über die Nase und den Gaumen und auch über das Berühren seltener Früchte und Gemüse nähern wir uns dem Fremden. Das inspiriert auf der einen Seite und lädt ein, sich in fremde Kulturen einzufühlen.

breitengrad53: Reisen und arbeiten – schließt sich das aus?

Lafer: Jein. Einerseits braucht man sicherlich auch mal Urlaub, wo man alles andere hinter sich lässt und einfach die Akkus auflädt. Andererseits gehört Arbeit und das Vergnügen für mich oft zusammen. Wenn ich zum Beispiel auf einem Kreuzfahrtschiff als Gastkoch unterwegs bin, lasse ich es mir nicht nehmen, auch meine Freizeit zu genießen. Zum Beispiel liege ich gern mal zwei Stunden am Pool, entspanne auf dem Sonnendeck, gehe in das Fitnessstudio oder sitze an der Bar. Aber in erster Linie ist Reisen für mich auch immer Inspiration, meine Neugier treibt mich an.

breitengrad53: Dann ist es ja sehr praktisch, dass Sie für ihr Printmagazin „Lafer“ viel unterwegs sind?

Lafer: Natürlich! Für die Reportagen und Geschichten reise ich um die halbe Welt und entdecke kulinarische Geschichten, die wirklich außergewöhnlich sind. Von der Olivenernte über die Trüffel-„Jagd“ bis hin zu Streifzügen über asiatische Märkte ist einiges dabei.  So bringt die Arbeit doppelt Spaß.

Steiermark und Malaysia ziehen Lafer immer wieder an

breitengrad53: Sie sprechen von außergewöhnlichen Erlebnissen. Gibt es ein Reiseerlebnis, an welches Sie sich besonders gern erinnern?

Lafer: Da fällt mir die Entscheidung wirklich schwer, es gibt viele Orte, an denen ich Menschen getroffen habe, die mich sehr berührt haben. Ob das die Pflücker bei der Olivenernte in der Toskana oder die Weinbauern an der Nahe waren… Es gibt zwei Orte, an die es mich immer wieder zieht: meine Heimat Steiermark und Malaysia.

breitengrad53: Und welches würden Sie lieber vergessen?

Lafer: Ich bin begeistert über die Gastfreundschaft, die ich überall auf der Welt erleben durfte, daher wäre es sehr unhöflich, hier über vermeintlich nicht so schöne kulinarische Erlebnisse zu berichten. Nur so viel, der Genuss von Schafsaugen hat mich mal eine Nacht wach gehalten …

Johan Lafer, bitte ergänzen Sie…

breitengrad53: Berge oder Meer? Und warum?

Lafer: Beides – Meer im Sommer, die Berge im Winter

breitengrad53: Mein letztes Reiseziel war…

Lafer: San Sebastian für eine Reportage in meinem Magazin

breitengrad53: Wohin ich gerne noch einmal reisen und würde und warum…

Lafer: Immer wieder in die Steiermark, weil es meine Heimat ist.

breitengrad53: Natur oder Wellnesshotel?

Lafer: Unbedingt Natur!

breitengrad53: Was sollte jeder in seinem Leben einmal gesehen haben?

Lafer: Das Meer und die Berge – egal wo.

Johan Lafer – Das Journal für den guten Geschmack

Interview mit Johan Lafer (3 von 3)Das Magazin lädt ein in die Welt von Johann Lafers. Es nimmt Leserinnen und Leser mit auf neue, inspirierende und spannende Reisen in die kreative, sich stets erneuernde Welt des guten Geschmacks. Mit ca. 40 exquisiten, saisonal abgestimmten und vom Chef selbst kommentierten Rezepten bietet es ein verführerisches, integriertes Kochbuch und wird damit zum Sammlerobjekt. Jede Ausgabe erhält zusätzlich ein inhaltliches Leitmotiv. Johann Lafer präsentiert sich authentisch und zeitgemäß – überraschend, überzeugend, sympathisch. Für 2018 sind vier Ausgaben geplant (Jahreszeiten-Verlag, Hamburg, im Handel für 5,- Euro).

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Hexen vor der Haustüre

Wie spanisch ist eigentlich Galicien? Auf diese Frage bekommt man meist nur die orakelhafte Antwort: Sehr spanisch, nur anders. Das macht uns neugierig, den nordwestlichen Teil der iberischen Halbinsel, seine sprudelnden Heilquellen und das berühmte Pilgerziel zu entdecken.

Wie spanisch ist eigentlich Galicien? Auf diese Frage bekommt man meist nur die orakelhafte Antwort: Sehr spanisch, nur anders. Das macht uns neugierig, den nordwestlichen Teil der iberischen Halbinsel, seine sprudelnden Heilquellen und das berühmte Pilgerziel zu entdecken.

Nicht wie im übrigen Spanien lacht hier die Sonne immer vom blauen Himmel und statt Flamenco Musik, lieben die Galicier den Dudelsack. Von September bis Mai ist der Regenschirm das wichtigste Utensil. Doch dafür grünt und blüht es überall. Wälder mit Eukalyptusbäumen nehmen 30 Prozent des spanischen Waldbestandes ein. Und rund 8.000 verschiedene Kameliensorten blühen und gedeihen prächtig vor allem in den Wintermonaten. Unser Guide Tommi Alvarellos Laine, gebürtiger Galicier, ist von seiner Heimat voll und ganz überzeugt. „Von hier stammen berühmte Männer wie Fidel Castro, Francisco Franco und der Politiker Mariano Rajoy, ist sogar in der galizischen Hauptstadt Santiago di Campostela geboren“, zählt er auf.

„Unser Land ist eigentlich ein Paradies,“ fährt er fort. „Wir haben rund 1.300 km Küste. Neben 800 km Steilküste sind 300 km Strand“. Nicht zu vergessen die fjordähnlichen Meeresarme, die sogenannten Rias, sind ganz etwas Besonderes. Sie dringen tief ins Land ein und prägen die Küstenlandschaft zum Atlantik, machen sie abwechslungsreich mit einer Menge Kur-, Thalasso oder Spa-Hotels, die diese besondere geographische Formation nutzen. Das ist auch der Grund, warum das galizische Thermalangebot in Spanien unbestritten auf Platz eins liegt. Vom bescheidenen Kurbad, bis zur topmodernen Gesundheitsbehandlung inklusive Wellness, Beauty und landestypischer Kulinarik, kann man wählen. Wir testen mal das Angebot und lassen uns auf der Insel la Toja überraschen. Dort empfängt uns eine ganz besondere Atmosphäre.

Aalglattes Wasser des Riasfjords umgibt das moderne Kurhotel Eurostars. Ein besonderer Hingucker ist die kleine nahegelegene Kirche zum Hl. Sebastian, deren Fassade ganz und gar mit Muscheln verziert ist. Feinen Duft verströmt das traditionsreiche Seifengeschäft, wo man aus einem breiten Sortiment für jeden Zweck ein ganz besonderes Seifenstück wählen kann. Wirkungsvoll bei dermatologischen Problemen, so sagt man uns, sei eine schwarze Seife, die nur auf Insel la Toja hergestellt werde.

Heilbaden im Freien

In Ourense, eine Stadt im Landesinneren, mit einer bemerkenswerten, historischen Altstadt und bedeutenden Kathedrale mit ausdrucksvollem Skulpturenschmuck und goldgefasster Apsis, sprudelt das Heilwasser sogar direkt heiß aus den alten Brunnen von As Burgas, die bereits die Römer benutzten. Denn zu dieser Zeit war Ourense sehr begehrt, da man im Fluss Mino Gold schürfen konnte. Noch heute besitzt die Regierungsstadt von Galicien ihre eigene Thermalzone in der Stadtmitte, wo schwefelhaltiges Mineralwasser kostenfrei für Jedermann zugänglich ist. Wir staunen nicht schlecht, als wir mitten in der Stadt Damen und Herren im Badeanzug im dampfenden Schwefelbad erblicken.

Eine ähnliche, öffentliche Anlage, die Termas de Outariz, sind die Flussbäder am Mino. Bis zu 180 Personen können hier maximal zwei Stunden für ca. 6,00 Euro baden, entspannen und die herrlich grüne Flusslandschaft genießen. Das von 67 Grad auf Körperwärme herunter gekühlte Wasser ist besonders heilsam bei Hautproblemen und hohem Blutdruck.

„Das Bad mit all seinen zusätzlichen Angeboten, wie japanische Onzen oder einem Calidarium ist ganzjährig geöffnet,“ so die Geschäftsführerin Sandra Sanjiao. „Zwischen 9,00 Euro und 40,00 Euro kosten die Anwendungen. Obwohl Outariz kein Kurort ist, haben wir nur diplomierte Masseure, was unsere Gäste vornehmlich aus Galicien, Asturien und Madrid sehr schätzen“.

Speicher aus Granit

Abgesehen von den heilsamen Badeoasen, mal luxuriös und mal rustikal, ist der Besuch der kleinen, typischen galizischen Orte ein unbedingtes Muss. Hier findet man ganz eigenwillige Bauten, besondere Plätze und alte, bäuerliche Traditionen. Wir besuchen Combarro, der Fischerort liegt direkt am Meer, wo uns Tommi auch die Getreidespeicher, die Hórreos, zeigt. Wie kleine Kapellen mit einem Steinkreuz im Giebel sind diese rechteckigen Granithäuser einst von den Vorfahren auf Stelzen gebaut worden. Eine Holzverkleidung mit schmalen Schlitzen sorgt für den Luftaustausch, damit das gelagerte Getreide, Mais oder Fisch trocken bleibt und nicht verdirbt.

Mäuse und sonstige Nagetiere und Schädlinge hatten somit auch keine Chance an das Erntegut heranzukommen. Im typisch galizische Ort mit Häusern aus Granitstein führt unser Weg durch schmale Gassen, die es dort sicher schon vor 200 Jahren gab. Vor mancher Haustüre steht eine „Meigas“, die gute galizische Hexe, die seit Generationen besonders für das Glück und die Gesundheit der Frauen sorgt.

Pontevedra hingegen, Hauptstadt des portugiesischen Jakobweges, präsentiert eher den urbanen galizischen Stil. Während des 15. Und 16. Jahrhunderts war sie der Haupthafen von Galicien. Silberschmiede kreierten zur Zeit der spanischen Renaissance den sogenannten plateresken Stil. Ein bedeutendes Beispiel dafür zeigt die Fassade der Basilika Santa Maria Major. Wie eine filigrane Silberarbeit sind die Darstellungen zu Ehren der Fischer und der Schifffahrt gearbeitet. Die Altstadt von Pontevedra kann mit einer Opernkulisse verglichen werden. Kleine Plätze arrangieren sich lauschig aneinander. Säulen tragen Balkone, die als Veranden mit Fenstern verkleidet sind. Die etwas verspielte Architektur wird aber dennoch gehalten von dem massiven Mauerwerk aus Granit, das dazu einen stabilen Akzent setzt.

Kandierte Veilchen zur Pastete

Auf dem Hauptplatz von Pontevedra, im Restaurant Eirado da Lena herrscht bereits reges Treiben. Es ist Mittagszeit und die Plätze draußen sind schon alle besetzt. Doch der gut gelaunte Chefkoch persönlich, Inaki Brental, macht uns drinnen im Gastraum einen Tisch frei. Er ist in der Welt der Kulinarik in Spanien schon lange kein Unbekannter mehr. Mit einem Begrüßungsschluck vom typischen Albarinho, dem galizischen Weißwein von der Rias Baixas, dazu selbstgebackenem Weißbrot mit Salz und Olivennöl, bekommen wir Appetit auf seine Kochkünste. Es folgen kleine Portionen mit Leckereien vom Tintenfisch, serviert auf einem Granitstein, gefolgt von Taschenmessermuscheln mit Mango und Algenblume.

Mit weißen Bohnen und Hummer in Tomatensoße und Gänseleberpastete mit Vanille, verziert mit kandierten Veilchen setzt er die Geschmackslatte schon ziemlich hoch. Eine Käseauswahl von Ziege, Schaf und Kuh, danach noch ein fluffiges Dessert von Maracujaschaum und Waldfrüchten beschließt die köstliche mediterrane, galizische Speisefolge mit raffinierten Geschmackskombinationen.

Und das Beste kommt ja bekanntlich zum Schluss – in unserem Fall ist es die berühmte Pilger- und galizische Hauptstadt Santiago de Compostela, die den Schlusspunkt unserer Reise setzt. Bei strömenden Regen bahnen wir uns auf alten, holprigen Quadersteinen durch die Pilgerschar einen Weg zur Kathedrale, die ab dem Jahr 1075 auf Überresten von Gebäuden früherer Epochen erbaut wurde. „Hier befindet sich das Grab des Hl. Jakobus“, erklärt Tommi“, „nach den vielen verschiedenen Stilepochen dominiert heute der Barock, den wir sowohl außen an der Fassade, wie auch im Inneren sehen können“. Hier glänzt und glitzert es in Gold und Silber von den Altären, den Decken und den Wänden.

Im riesigen 96 m langen Hauptschiff, dem 20 m hohen Kirchenraum erkennen wir auch das berühmte, überdimensionale „Botafumeiro“ (Weihrauchfass), das bei Beginn der Messe und zu den Andachten in einem großen Bogen von zwei Messdienern hin- und hergeschwungen wird. Pilger aus aller Welt haben bereits in der Kathedrale Platz genommen, um bei der Hl. Messe dabeizusein. Denn jetzt und hier ist das Ziel ihrer langen, mühsamen Reise erreicht.

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung.  | Titelfoto by Fotolia.de #155544667

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Kapstadt: Eine Liebe fürs Leben

Verwöhnt von der Sonne, umarmt von zwei Meeren: Kapstadt wird nicht von ungefähr immer wieder zum attraktivsten Ende der Welt gekürt. Mit Superlativen sollte man vorsichtig sein – doch „Mothercity“ ist schon von Natur aus mit verschwenderischer Schönheit ausgestattet. Dazu wirbt Kapstadt mit einer kunterbunten Kulturszene und lockt mit sprühender Lebenslust.

Verwöhnt von der Sonne, umarmt von zwei Meeren: Kapstadt wird nicht von ungefähr immer wieder zum attraktivsten Ende der Welt gekürt. Mit Superlativen sollte man vorsichtig sein – doch „Mothercity“ ist schon von Natur aus mit verschwenderischer Schönheit ausgestattet. Dazu wirbt Kapstadt mit einer kunterbunten Kulturszene und lockt mit sprühender Lebenslust.

Traumhafte Buchten, klarer Himmel, blühende Gärten und die idyllischen Winelands direkt vor der Haustür: Das alleine würde reichen, um sich in diese Stadt zu verlieben. Doch zusätzlich, wie ein  dickes Sahnehäubchen obendrauf, stemmt sich auch noch der Tafelberg rund 1000 Meter in die Höhe und thront wie ein Fanal über der 3-Millionen-Metropole. Dieser steinerne Koloss am Ende des Kontinents zeigt jeden Tag ein neues Gesicht – mal wolkenverhangen und düster, dann im Abendlicht schimmernd wie eine Fata Morgana, dann wieder strahlend und klar. Dann scheint er zu locken, kommt hoch und schaut euch die Stadt zu meinen Füßen an. Wer nur kurz in Kapstadt ist, sollte den Berg immer im Auge behalten. Sobald der Wind das „Tischtuch“ weggefegt hat und sich der launische Koloss wolkenlos zeigt, heißt es: Ab in die Seilbahn und hoch. Der Ausblick ist grandios. Wie auf einem Wimmelbild schmiegt sich das Häusermeer rund um den Tafelberg und den kleineren Lion’s Head. Das Stadion zur Fußballweltmeisterschaft 2010, die dem Land einen ordentlichen Entwicklungsschub verpasst hat, ist als kleines Rund in der Tiefe auszumachen.

In der Ferne schimmert Robben Island

In der Ferne schimmert Robben Island, die Gefangeneninsel, auf der Freiheitskämpfer und Nationalheld Nelson Mandela 18 Jahre inhaftiert war. Gut erkennbar ist auch die Victoria & Alfred Waterfront mit den edlen Hotels, schicken Malls und trendigen Restaurants. Nicht weit entfernt blinkert es in allen Regenbogenfarben: Hier liegt das Bo-Kaap-Viertel mit den farbenfrohen Häusern und verwinkelten Gassen, in dem die muslimische Gemeinde ihr Zuhause hat. Eingerahmt ist diese Szene von kleinen Buchten, die sich an der Küste aneinanderreihen und den glitzernden Wellen des Atlantischen Ozeans, der am Horizont mit dem strahlend blauen Himmel verschmilzt. Wer oben auf dem Tafelberg steht, kommt schnell zu dem Schluss, dass es eine Lebensaufgabe ist, diese Stadt vollständig auszukosten. Wer kürzer bleibt, muss sich der Qual der Wahl stellen.

Kunst, Kitsch und Kulinarik

Die Victoria & Alfred Waterfront ist schon seit Jahren eine der Hauptattraktionen für Touristen. Das elegant aufgemöbelte ehemalige Werftgelände mit vielen historischen Gebäuden beherbergt heute edle Hotels, moderne Shopping-Malls und rund 50 Restaurants und Bars. Dazu gibt es Kinos, Kunstmärkte und das Two Oceans Aquarium. Neues Highlight ist seit September 2017 das Zeitz MOCAA Museum für zeitgenössische afrikanische Kunst. Ein nicht mehr genutztes Getreide-Silo wurde entkernt und um einen Glasaufbau erweitert. Darin untergebracht ist die Kunstsammlung von Ex-PUMA-Chef Jochen Zeitz, der auch Mitnamensgeber des neuen Kulturtempels ist. Unbedingt ansehen – vor allem die Architektur ist spektakulär! In den oberen Etagen ist das Silo Hotel untergebracht, das eine tolle Rooftop-Bar bietet.

Bo-Kaap-Viertel: Kunterbunte Idylle

Das Bo-Kaap-Viertel ist eine idyllische Oase downtown Kapstadt. Hier wohnt in kunterbunten Häuschen die muslimische Gemeinde der Stadt. Es sind die Nachfahren der im 17. und 18. Jahrhundert aus Südostasien ans Kap verschleppten Sklaven. Das malerische Bo-Kaap mit den verwinkelten Gassen und farbenfrohen Häuserzeilen ist beliebtes Postkartenmotiv und gilt als Must-see für Touristen. Tipp: Einige der geführten Touren bieten den Besuch bei einer einheimischen  Familie an, die zu diesem Anlass kapmalaiische Leckereien auftischt. Wem die indisch inspirierten Köstlichkeiten schmecken, kann auch einen Kochkurs buchen.

Hier trifft sich die Szene: Long Street, Woodstock, Observatory

Wer das junge Herz Kapstadt schlagen hören möchte, schlendert am besten die Long Street entlang, bewundert die viktorianischen Häuser, stöbert in Trödel- und Antiquitätengeschäften und genießt seinen Espresso in einem stylischen Café. Eine kleine, aber spannende Szene hat sich auch an der oberen Bree Street angesiedelt. Die alternative Gemeinde trifft man allerdings vor allem in den Stadtvierteln Woodstock und Observatory. Galerien, Bio-Shops, Street-Art und Backpacker-Hostels bestimmen hier das Bild.

Historischer Rundgang: Weg in die Freiheit

Wer das heutige Südafrika verstehen möchte, muss in die Vergangenheit blicken. An kaum einem Ort geht das besser als in Kapstadt. Ein historischer Rundgang zeigt das kulturelle und historische Herz der Metropole. Die Geschichte der Stadt begann im Company’s Garden. Hier baute im 17. Jahrhundert die The Dutch East India Company Obst und Gemüse an, um die Schiffe auf ihrem Weg nach Asien mit dringend benötigter Frischware zu versorgen. Bei der Tour durch Kapstadts Zentrum trifft man auf all die großen Namen der Geschichte wie Jan Smuts, Cecil John Rhodes und natürlich Nelson Mandela. Alle haben sie ihre Spuren in Kapstadt hinterlassen. Im Abstand von nicht einmal hundert Metern hatten drei Friedensnobelpreisträger ihre Wirkungsstätte: Frederik de Klerk und Mandela im Parlamentsgebäude und Erzbischof Desmond Tutu in der St. George’s Anglican Cathedral gleich nebenan.

Camps Bay: Leben am Meer

Seapoint, Fresnaye, Bantry Bay und schließlich Camps Bay – wie an einer Perlenkette aufgezogen reihen sich die beliebten Stadtviertel mit Meerblick  an der Atlantikküste entlang. Vor allem in der Vorzeigebucht Camps Bay, das auch mit dem Hop-on-Hop-off-Bus erreichbar ist, treffen sich die Betuchten und Schönen und lassen mit Blick aufs Meer den Tag vorbeiziehen. Wer in Kapstadt den Easy-way of-life genießen möchte, ist hier richtig. Den schöneren Blick auf die Stadt und den Tafelberg hat man allerdings von Norden aus, etwa vom Milnerton Beach, von Big Bay oder Bloubergstrand.

Kirstenbosch: Grüne Oase

Kapstadt bietet Attraktionen für alle Wünsche: Neben Meer, Bergen, Kultur und Lifestyle kommen auch Natur- und Gartenfans nicht zu kurz. Hauptanziehungspunkt ist der Kirstenbosch National Botanical Garden – eine vor mehr als einhundert Jahren angelegte Parkanlage mit einheimischen Gewächsen  wie Heidekräutern, Palmfarnen und Sukkulenten. Eine wunderbare Idylle, die vor allem am Wochenende von Captonians mit riesigen Picknickkörben aufgesucht wird. Tipp: Im Sommer hier unbedingt die Freiluftkonzerte besuchen!

Spektakulär: Zum Kap der Guten Hoffnung

Wer Kapstadt besucht, wird sich eine Fahrt zum Kap der Guten Hoffnung nicht entgehen lassen. Auf dem Chapman’s Peak Drive, einer spektakulären Küstenstraße, geht es gen Süden. Links erhebt sich das Tafelbergmassiv, rechts glitzert der Ozean in der Tiefe. Das Ziel dieses Ausflugs ist Cap Point, ein 250 Meter hohes Kliff, das auf der Spitze einen Leuchtturm trägt. Das half den früheren Seefahrer allerdings nicht immer: Vor dem Kliff liegen zahlreiche Schiffswracks auf Grund. Auf dem Rückweg geht es meist zum Boulders Beach bei Simonstown mit einer großen Population possierlicher Afrikanischer Pinguine.

Bilderbuchidylle: Auf in die Winelands

Vor den Toren Kapstadt warten die viel gepriesenen Winelands. Im Dreieck der Weinorte Stellenbosch, Paarl und Franschhoek wachsen die edlen Trauben. Rund 300 Weingüter sind hier ansässig und laden in historischem Ambiente zu Weinverkostungen, kulinarischen Events und Übernachtungen ein. Viele der Weingüter blicken auf eine lange Vergangenheit zurück und schmücken sich mit perfekt restaurierten Herrenhäusern im kapholländischen Stil. Die kürzeste Weinroute ist übrigens nur 30 Autominuten von Kapstadts Zentrum entfernt. Am Südhang des Tafelbergs findet sich das historische Gut Groot Constantia mit einem pittoresken Herrenhaus, in dem ein Museum untergebracht ist.

Weitere Informationen

Hinweis: Derzeit herrscht in Kapstadt Wasserknappheit. Die Bevölkerung ist angehalten, nicht mehr als 50 Liter am Tag zu verbrauchen. Mit Beginn der Regenzeit im Mai könnte sich die Lage entspannen, falls genug Niederschläge niedergehen. Wer eine Reise plant, sollte sich über die aktuelle Lage informieren.

Empfehlenswerte Unterkünfte: Das Sea Five ist ein sympathisches Boutiquehotel mit schönem Blick in Camps Bay (www.seafive.co.za). Restaurants und die Strandpromenade sind zu Fuß erreichbar. Für betuchte Gäste bietet sich die Zehn-Zimmer-Villa Ellerman House in Bantry Bay an. Hier findet sich auch die größte Privatsammlung südafrikanischer Kunst (www.ellerman.co.za). Das Belmond Mount Nelson strahlt historisches Ambiente aus und bietet den stilvollsten High-Tea am Kap (www.belmond.com).

Empfehlenswerte Weingüter: Boschendal mit großem Park und Museum (www.boschendal.com); Holden Manz, ein kleines, feines Weingut mit herzlichem Service (www.holdenmanz.com); Babylonstoren, eine idyllische Anlage mit großem Bauerngarten (www.babylonstoren.com)

Weitere Tipps:

Führung durchs Bo-Kaap mit Toufiek Mustapha: Yusuf Tours, www.yusuftours.com, [email protected].com, [email protected],  +27 73 8999 381

Auskünfte: Deutschsprachige Informationen zum Reiseland Südafrika sind erhältlich unter www.dein-suedafrika.de oder der kostenfreien Service-Nummer 0800/1189118.

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Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung

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Zum Sonnenuntergang nach Santorin

Die Ägäis, das tiefblaue Meer, das die griechische und türkische Küste umspült, war Schauplatz dramatischer Mythologie. Vor allem auf den zahlreichen Inseln, mal bewohnt mal menschenleer, haben sich antike Tragödien abgespielt, wurden Götter und Heilige verehrt und Könige grausam gemordet. Dennoch zieht die sagenumwobene Welt der Ägäis heute wie vor tausenden von Jahren die Menschen an. Das azurblaue Wasser, das unvergleichlich helle Licht und vor allem die Beständigkeit der Winde schaffen die Voraussetzungen für einen regen Schiffsverkehr zu den Inseln.

Die Ägäis, das tiefblaue Meer, das die griechische und türkische Küste umspült, war Schauplatz dramatischer Mythologie. Vor allem auf den zahlreichen Inseln, mal bewohnt mal menschenleer, haben sich antike Tragödien abgespielt, wurden Götter und Heilige verehrt und Könige grausam gemordet. Dennoch zieht die sagenumwobene Welt der Ägäis heute wie vor tausenden von Jahren die Menschen an. Das azurblaue Wasser, das unvergleichlich helle Licht und vor allem die Beständigkeit der Winde schaffen die Voraussetzungen für einen regen Schiffsverkehr zu den Inseln.

Gerade kleinere Schiffe, wie die Celestyal Olympia mit 720 Kabinen bieten eine dreitägige Kreuzfahrt in der Ägäis mit allem Drum und Dran. Von der Kabine, all inclusive, Unterhaltungsprogramm, Fitness und Massagen kann man es sich zwischen den Landausflügen gut gehen lassen.


 

Kurs auf die sagenumwobenen Inselwelten in der Ägäis

Doch im Mittelpunkt stehen die Besichtigungen. Zweimal am Tag wird aus- und eingeschifft, was dank der professionellen Hilfe des Schiffspersonals reibungslos verläuft. Mit der Partyinsel Mykonos, wo jährlich zwei Mio. Touristen Urlaub machen, beginnt das Ausflugsprogramm. Auf einem Inselrundgang vorbei an den chicen Boutiquen und Cafés sind neben den gepflegten Sandstränden auch die berühmten Windmühlen auf den Anhöhen der Insel nicht zu übersehen. Vom starken Wind dort oben wurden sie schon vor rund 400 Jahren angetrieben, wodurch das Mehl gemahlen werden konnte.

Wer sich für ihre Geschichte interessiert kann das Mühlenmuseum besuchen. Sehenswert sind auch die typischen, strahlend weißen Häuser und Villen. Mit den Flachdächern, kleinen Balkonen und Erker erinnert die Architektur an den Orient.

Antike Bibliothek

Auf dieser Inselhopping Tour wird wie im Bilderbuch umgeblättert. Denn nur ein paar Stunden später geht die Celestyal an der türkischen Ägäis in Kusadasi vor Anker. Das antike Ephesus steht auf dem Besichtigungsprogramm. Einst galt es als größte und bedeutendste, griechische Stadt in Kleinasien. Erdbeben und witterungsbedingte Schäden haben der Architektur stark zugesetzt. Aber heute, akribisch restauriert und wiederhergestellt, erinnern die Tempel, Theater und Wohnhäuser an die Römerzeit des 2. Jh. n. Chr.


 
Höhepunkt, 1908 bei Ausgrabungen entdeckt, ist die Celsus-Bibliothek. Perfekt restauriert, ist sie heute das musikalische Mekka für berühmte Orchester, Pianisten und Opernsänger, die vor der antiken Kulisse ihr Repertoire präsentieren.

Zwischendurch während der Ruhepausen an Bord heißt es entweder mit einem Cocktail in der Hand den Wellen zuzusehen, oder, wer sich angemeldet hat, dem Kapitän des Schiffes, einen Besuch abzustatten.

Kapitän Stathis Romeos, der seit 40 Jahren hinter dem Steuerrad steht, ist  zusammen mit seiner Crew von fünf Offizieren und 20 Helfern  verantwortlich für den richtigen Kurs. Ruhig, aber bestimmt gibt er nur wenige Befehle und bleibt im Hintergrund. Aber seine Ruhe und Erfahrung wirken überzeugend, dass der Kurs auf der Celestyal Olympia stets gehalten wird.

Wallfahrtsort Patmos

Der nächste Hafen auf der Route heißt Patmos, wo sich das Kloster des Heiligen Johannes aus dem Jahr 1088 befindet. Berühmt und als Heiligtum der griechisch-orthodoxen Kirche verehrt, ist die Johannes Grotte, wo der Evangelist aufgrund seiner Visionen die Apokalypse, das letzte Buch des Neuen Testaments verfasste. Holzgeschnitzte Ikonen und Fresken zeigen wie Johannes, der auf Patmos in Verbannung lebte, seine Eingebungen erhielt. Der Blick von den Klostermauern herab auf die kleinen Inseln rundum Patmos strahlt erhabene Ruhe aus. Hier auf der sogenannten heiligen Insel herrscht nur an Ostern große Betriebsamkeit, wenn die Wallfahrer in Scharen zum Heiligtum pilgern.

Auf Kreta ist das ganze Jahr Saison

Im Gegensatz dazu ist auf Kreta das ganze Jahr Saison. Der Palast von Knossos, in dem sich die grausame Sage um das Monster Minotaurus abspielte, übt nach wie vor eine besondere Magie auf die Besucher aus.  Hinzukommt, dass die minoische Kultur, datiert um 2600 v. Chr., als Frühgeschichte der europäischen Kultur zählt.

Guide Irini verweist noch auf ein anderes Kapitel griechischer Geschichte aus der Neuzeit. Auf einer Anhöhe von Heraklion befindet sich die Grabstätte von Nicos Kazantzakis, dem Autor unter anderem des Alexis Sorbas. Als Sohn der Insel Kreta 1883 geboren, wird er heute noch verehrt. “Ich fürchte nichts – Ich hoffe nichts- Ich bin frei” so seine Grabinschrift” spricht vielen Griechen aus der Seele.

Originalrezept für Zaziki

Bevor es auf die Insel Santorin geht, wird eine Lunchpause an Bord eingelegt und der Athener Vasili Ronnliotis, Chefkoch an Bord, stellt sich und seine Crew vor. Ohne Ruhetag zaubert sie für 25 Nationalitäten die Gerichte aus der Küche. “Ich mache das seit vier Jahren hier auf diesem Schiff, nachdem ich in Hotels und Restaurants am Festland gelernt habe”, erklärt er. Seine Mannschaft, die auf 300 Küchenquadratmeter arbeitet, besteht aus 74 Mitarbeitern. Über 1600 Portionen werden tagtäglich zubereitet und serviert. Ronnliotis kocht am liebsten mediterran und lobt dabei auch das gute griechische Öl und den würzigen Käse.


 
Und dann lässt er sich noch überreden, sein Zaziki-Rezept zu verraten: “Ein halbes Kilo griechischen Joghurt, geschälte Gurken ohne Kerne dünn schneiden, mit Öl, Salz, Knoblauch und Dill verrühren. Dazu kommt ein Schuss Ouzo und für eine Nacht wird das originale Zaziki dann in den Kühlschrank gestellt”.

Letzte Sonnenstrahlen auf Santorin

Die Insel Santorin im Süden der Kykladen, wird vom Schiff aus mit Tenderbooten erreicht. Schon bei der Anfahrt begeistert die außergewöhnliche Lage der ringförmig angeordneten Inselorte. Wie auf den Felsenkamm geklebt, liegen die Häuser auf dem Vulkankrater, der gefüllt mit Meereswasser die skurrile Ansicht prägt.


 
Der Ort Oia ist neben seiner speziellen Häuserarchitektur mit gerundeten Dächern, der Aussichtspunkt für gigantische Sonnenuntergänge. Noch strahlte das helle Ägäislicht auf das bunte Dorf Oia. Doch wenn die Sonne untergeht und ihr goldenes Licht in die Ägäis ergießt, dann versinken Zeit und Raum und es bleibt Natur pur.

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung

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