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Island – Urlaub im Land der echten Kerle

Heute fliegt keiner mehr! Das war mein erster Gedanke, der mir durch den Kopf schoss, als ich früh morgens am Flughafen von Rejkavik in meinem Hotelzimmer aufgewacht bin. Die ganze Nacht schepperte mein Fenster. Heftiger Sturm und Schnee machten die Nacht ungemütlich.

Heute fliegt keiner mehr! Das war mein erster Gedanke, der mir durch den Kopf schoss, als ich früh morgens am Flughafen von Rejkavik in meinem Hotelzimmer aufgewacht bin. Die ganze Nacht schepperte mein Fenster. Heftiger Sturm und Schnee machten die Nacht ungemütlich. Und es gab so viel Schnee, dass ich mir am Vorabend noch nicht mal sicher war, das der Bus mich von der “Blue Lagoon” überhaupt zum Hotel bringen konnte. Island zeigte sich von der besten Seite.

Dank Fußball steht Island oben auf der Wunschliste

Island steht bei vielen Deutschen ganz oben auf der Liste der Länder, die noch bereits werden sollen. Dank Fußball-EM ist dieser Wunsch weiter verbreitet worden. Echte Kerle und die unverwechselbare Natur machen die Insel so interessant. Island ist das Land der Geysire und der heißen Quellen.

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Island empfängt mich grau-weiß. Die Insel besteht aus Lavagestein mit Moosbewuchs und ganz wenigen Bäumen. (Fotos: Jörg Baldin)

Den ersten Isländer, den ich am Flughafen getroffen habe, war unser Guide Arthur Bollason, ein blonder Hüne mit perfekter deutscher Aussprache. Er ist genau der Typ Mann, den man sich als Isländer vorstellt: Groß und blond. Isländer, erklärte Arthur unserer Gruppe, neigen dazu, viele Geschichten zu erzählen. Und wie sich später herausstellte, war er offensichtlich der König der Isländer. Ein Reiseführer, wie er besser nicht hätte sein können: Schriftsteller, Autor, Journalist, Bote am Präsidialamt. Glaubt man seinen Erzählungen, wurden viele seiner Schüler berühmte isländische Persönlichkeiten, denn nach dem Abitur beim “Deutschen Akademischen Austauschdienst” war Arthur in Island auch als Lehrer am Gymnasium und als Lehrbeauftragter an der Universität tätig.

Seine Mutter war Fotomodell, sein Vater Chef von Icelandair, der nationalen Fluglinie, die neben Flugzeugen auch viel Hotels besitzt. Er ist auf der Insel bekannt, wie ein bunter Hund und Arthur kennt viele. Island ist klein. Selbst Politiker wie Willy Brandt, Kurt Waldheim, Otto Schily und Daniel Cohn-Bendit waren vor seinen Interviews für das isländische Radio nicht sicher.

Björn spricht generell nicht viel

Den zweiten Isländer, den wir auf unserer Reise treffen, ist Björn Kjartansson. Auch ein „richtiger“ Isländer, der das historische Bad „Gamla Laugin“ in einem Jahr wieder zum Leben erweckt hat. Seit 1891 baden die Isländer in dieser heißen Lagune, die von mehreren kleineren Geysiren umgeben ist. Björn spricht generell nicht viel, arbeitet dafür umso mehr. Für mich, so viel vorweg, ist das die schönste heiße Quelle, die wir auf Island besucht haben. Ein unglaublich tolles Gefühl, in Eiseskälte in die Badehose zu schlüpfen, um dann stundenlang in 40 Grad kaltem Wasser zu sitzen. Und Björn war mir auch irgendwie sympathisch, denn als wir am nächsten Morgen zum Fotostopp an seiner „Secret Lagoon“ erneut hielten, standen sieben Dosen Bier auf dem Tisch. Frühstück à la Island eben…

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Eine heiße Quelle in der Nähe der “Gamla Laugin”. Hier sollteman nicht drin baden, das Wasser ist über 100 Grad heiß.


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„Gamla Laugin“

Die „Secret Lagoon“ liegt in dem kleinen Dorf Fludir, das rund zwei Stunden von Reykjavik entfernt ist. Wer – wie wir – am Abend nach Fludir kommt, könnte den Eindruck gewinnen, dass die Haupteinnahmequelle der Anbau von Hanff ist, Große, hell beleuchtete Gewächshäuser empfangen uns. Strom und Heizung gehört zu den Dingen, die hier auf der Insel so gut wie nichts kosten. Beides wird aus der Erdwärme gewonnen und von der gibt’s hier reichlich. Überall qualmt es aus der Erde. Und so nutzen die Isländer diese Möglichkeit, um möglichst viel Gemüse in den Gewächshäusern anzubauen.

Nadelstiche prasselten auf mein Gesicht ein

Am nächsten Morgen geht’s ganz früh weiter. Unser Ziel ist Gullfoss, ein riesiger Wasserfall. Eine der Sehenswürdigkeiten, so Arthur, den jeder Islandbesucher gesehen haben muss. Auch bei minus zehn Grad. Und so rutschen wir mehr oder weniger den spiegelglatten Weg zum Wasserfall entlang, der wirklich sehenswert ist. Und wenn es nur die Kälte gewesen wäre, ich hätte mir die Natur dort ganz sicher noch länger angesehen, aber der Sturm peitsche in mein Gesicht und es fühlte sich so an, als wenn tausend kleine Nadelstiche über mich einprasselten. Arthur hingegen lächelte, als wäre heute der schönste Sommertag. Isländer eben…

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Der Gulfoss ist ein riesiger Wasserfall in Island. Er besteht aus zwei Stufen, von denen die erste 11 Meter und die zweite 21 Meter hoch ist.

Von Gullfoss aus fahren wir zum nächsten Highlight, den Geysiren. Sie sind die Namensgeber der Springquellen auf der ganzen Welt. Auch hierzu kann Arthur die wildesten Geschichten erzählen. Von einer dänischen Königin zum Beispiel, die zu Besuch auf der Insel war, und der Geysir auf einmal nicht mehr „explodieren“ wollte. Erst als die Delegation die Geysire verlassen hatte, schossen die Wasserfontänen wieder aus der Erde. Wer, wie ich, allerdings ein riesiges Naturschauspiel mit spektakulären Ausbrüchen erwartet, wird sich wundern. Der Schwall kommt mit einem leichten Knall aus der Erde, das Wasser spritzt etwa drei Meter hoch und nach wenigen Sekunden ist das Spektakel vorbei. Was bleibt ist viel Dampf und der Geruch von Schwefel, der überall auf der Insel zu riechen ist. Schwefel, so Arthur, sei das Lebenselixier der Isländer.

Das älteste Parlament der Welt stammt aus Island

Der Nachmittag steht ganz im Zeichen isländischer Geschichte. Wir sind in Thingvellier, dem alten historischen Thingplatz der Wikinger. Hier treffen die eurasische und die amerikanische Kontinentalplatte aufeinander. Einmal jährlich hielten die Einheimischen während zwei Wochen im Juni eine traditionelle gesetzgebende Versammlung ab. Es handelt sich damit um eines der ältesten Parlamente der Welt, das bis ins Jahr 1798 Bestand hatte.

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Bei Thingvellir treffen die eurasische und die amerikanische Kontinentalplatte aufeinander.


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Hier enstand das älteste Parlament der Welt. Am Thingplatz trafen sich die Wikinger einmal im jahr, um zwei Wochen lang über Recht und Gesetzt zu sprechen.

Abends gehen wir in Reykjavik ins Restaurant Laekjarbrekka in der Nähe des Hafens und des Parlament. Natürlich speisen wir im Präsidentenzimmer. Und Arthur, der als kleiner Junge Bote des Präsidenten war, kann zu allen Portraits ehemaliger Staatsoberhäupter der Insel unzählige Geschichten erzählen.

Der nächste Tag gehört der Hauptstadt von Island. Reykjavik ist eine kleine Hafenstadt und gleichzeitig die am nördlichsten gelegene Hauptstadt der Welt. Hier wohnen rund 120.000 Einwohner, also knapp ein Drittel aller Inselbewohner. Die Stadt selbst lebt von den vielen kleinen Geschäften, von den Pubs und dem Hafen. Wir besuchen das „Harpa“, ein modernes Musik- und Konferenzgebäude sowie das größte Walmuseum der Welt, das kurz danach für die Öffentlichkeit geöffnet wurde. Arthur zeigt uns auch eine kleine Wurstbude, bei der einst US-Präsident Bill Clinton eine Currywurst verspeiste. Seitdem gibt es in der Bude eine Clinton-Wurst und die Schlange vor dem Laden wurde immer länger.

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Wer hat’s erfunden? An dieser Bude in Reykjavik soll einst Bill Clinton eine Currywurst verspeist haben.


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Reykjavik lebt von der Lage am Wasser. In der Hauptstadt von Island leben rund ein Drittel der Inselbewohner.

In Reykjavik gibt’s die Bill Clinton-Wurst

Wer Island besucht, der darf auf keinen Fall die weltberühmte Blaue Lagune verpassen, die in der Nähe von Reykjavik in Richtung Flughafen Keflavik liegt. Auch wir machen einen Halt dort und wechseln warme Kleidung gegen Badehose. Die „Blue Lagoon“ verdankt ihrem Namen dem blauen Wasser. In der Nähe des Sees liegt ein Kraftwerk, aus dem Kühlwasser auf das umliegende Lavafeld geleitet wird und dort einen Salzwassersee in der typisch blau-weißen Farbe bildet. Das Wasser im Thermalbad hat eine Temperatur von bis zu 42 Grad und hilft anerkanntermaßen gegen Schuppenflechte und andere Hautkrankheiten. Rund 750.000 Besucher kommen jedes Jahr zur „Blue Lagoon“. Unser Besuch wird – wie eingangs erwähnt – von einem eisigen Sturm begleitet, der den Körper in zwei Klimazonen aufteilt. Während der Teil unter Wasser angenehm gewärmt wird, wird der Kopf samt Haare schockgefroren. Da hilft auch meine Taktik, den Kopf nicht unter Wasser zu nehmen, gar nichts. Der Dampf des warmen Wasser macht meine Haare nass und damit zur Eisskulpturenzone.

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Die weltberühmte Blaue Lagune von oben gesehen. Das blaue Wasser entsteht durch Kieselalgen und ist sehr gut für kranke Haut.

Nach knapp zwei Stunden geht’s weiter in Richtung Flughafen. Inzwischen liegen zehn Zentimeter Neuschnee auf der Straße und der Bus muss aufgrund des Schneesturms mit der schlechten Sicht in der Nacht kämpfen. „Die fliegen morgen früh nie“, sagte ich zu Arthur, der allerdings nur müde lächelte. „Das sind die Piloten von Icelandair gewohnt“, so der Guide. „Für die macht es erst richtig Spaß, wenn denen der kalte Wind ums Cockpit fliegt.“ Offensichtlich sollte er Recht behalten. Isländer eben…

Tipps & Informationen

island urlaubIsland ist der flächenmäßig zweitgrößte Inselstaat Europas (nach dem Vereinigten Königreich). Die Hauptinsel ist die größte Vulkaninsel der Erde und befindet sich knapp südlich des nördlichen Polarkreises. (Quelle: Wikipedia)

Anreise: Icelandair fliegt ganzjährig von einigen Flughäfen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Besonders interessant ist das Stopover-Angebot bei Flügen nach Kanada oder in die USA. Fluggäste von Icelandair können bis zu sieben Tage ohne Aufpreis auf der Insel bleiben.

Unterkünfte: In Fludir das Hotel “Fludir”, in Reykjavik das Hotel “Reykjavik Marina”, das einem Schiff nachempfunden wurde sowie in der Nähe des Flughafens das Hotel “Keflavik”.

Warme Quellen: Das historische Bad “Gamla Laugin” in Fludir ist ein nettes renoviertes Thermalbad, das 1891 erbaut und im letzten Jahr restauriert wurde. Um das Bad herum gibt es zahlreiche heiße Quellen, darunter einen Geysir. “Fontana” ist ein Wellnesszentrum am Seeufer von Laugarvatn mit heißen Quellen direkt am Wasser. Die weltberühmte “Blue Lagoon” darf bei keinem Besuch in Island fehlen.

Hinweis in eigener Sache: Die Reise für diesen Beitrag wurde zum Teil unterstützt von Veranstaltern, Hotels, Fluglinien und/oder Tourismus-Agenturen. Wir legen sehr großen Wert auf eine unabhängige und neutrale Berichterstattung, daher sind die Meinungen, Eindrücke und Erfahrungen der jeweiligen Autoren ihre eigenen.
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Two Nights in Lukta – Camping Deluxe in Polen

Die Sonne scheint durch mein Fenster, draußen zwitschern die Vögel und ich werde das Gefühl nicht los, dass es noch sehr früh ist. Ich bin zu Gast in Polen und verbringe meine erste Nacht in einem großen Zelt mit Kaminofen, antiken Möbeln und einem eigenen Bad. Glamping ist das Zauberwort und steht für “glamourous camping”, also Zelten mit Luxus-Touch. Es ist 4:45 Uhr und ich freue mich über die Morgendämmerung.

Camping in Luxus-Zelten

Die Sonne scheint durch mein Fenster, draußen zwitschern die Vögel und ich werde das Gefühl nicht los, dass es noch sehr früh ist. Ich bin zu Gast in Polen und verbringe meine erste Nacht in einem großen Zelt mit Kaminofen, antiken Möbeln und einem eigenen Bad. Glamping ist das Zauberwort und steht für “glamourous camping”, also Zelten mit Luxus-Touch. Es ist 4:45 Uhr und ich freue mich über die Morgendämmerung.

Camping in Luxus-Zelten

Vorreiter fürs Zelten in Luxus-Unterkünften, wie sollte es anders sein, ist die USA. Selbst Hollywood-Stars wie George Clooney oder Kate Moss haben sich als Glamping-Fans geoutet und die große Welle der Camping-Fans in Luxuszelten schwappt nun auch immer mehr nach Europa.

Glamping Polen

So sehen die Luxus-Zelte aus: Alte Bundeswehr-Zelte, die mit Doppelbett, Kaminofen, Hängematte und Dusche und WC mit fließend warmem Wasser luxuriös ausgestattet wurden. Dazu kommt eine kleine Terrasse, die einen Blick auf die Natur bietet. Und davon gibt’s da sehr viel. (Fotos: Glendoria / Titelbild: Fotolia.de)

Das „Glendoria Mini Resorts SPA & Glamping“ liegt in der Nähe der polnischen Kleinstadt Lukta in Ermland-Masuren, umgeben von einer unglaublich schönen Landschaft, die knapp eine Stunde von Danzig entfernt liegt. Es hat zwar ein wenig gedauert, bis der Fahrer das abgelegene Gelände gefunden hat, aber es hat sich gelohnt. Die Eigentümer Artur und Kristina, leidenschaftliche Segler und ehemalige Manager aus Warschau, haben das 50 Hektar große Gelände mit viel Gespür fürs Design angelegt. Die Zelte stehen weit genug auseinander, so dass der Nachbar nicht stört und der Blick in die Natur erhalten bleibt.

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Es gibt als “Zentrum” eine 300 Quadratmeter große Scheune, quasi die Lounge des Resorts, die sehr liebevoll mit vielen Dingen aus aller Welt dekoriert wurde. So steht dort eine alte Espressomaschine aus Italien, ein Bronzeadler. Es gibt dort eine kleine Bücherei, eine alte Drechselmaschine oder auch diverse alte Sessel, auf denen es sich sehr gemütlich entspannen lässt. Neben den Luxus-Zelten, die aus den Beständen der Bundeswehr gekauft wurden, verfügt das Resorts noch über einige Zimmer im Nebengebäude des Stalls. Alle Räume sind einem eigenen Thema gewidmet und ebenfalls sehr liebevoll dekoriert.

Zwei Nächte sind leider viel zu kurz

Ich bin leider nur zwei Nächte dort. Viel zu kurz, um alle Details zu entdecken, die sich die beiden Eigentümer ausgedacht haben. Der kleine Pool mit Blick auf die Natur etwa oder das frisch gebaute Jacuzzi unter freiem Himmel, das neue Massage-Haus nur mit Dach und unverbautem Blick auf die Wiese und den Wald. Wer lange genug wartet, sieht den einen oder anderen Storch durch die Felder waten, die hier in Ermland-Masuren sehr oft zu finden sind.

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Die erste Nacht im Zelt ist abenteuerlich, sicherlich gerade für die, die sonst nicht auf dem Campingplatz ihren Urlaub verbringen. Der Mond zeigt mir den Weg von der Lounge bis zur Unterkunft. Das Zelt betrete ich durch eine Tür, das Geräusch des typischen Reißverschlusses beim öffnen des Zeltes entfällt. Wer Camping de Luxe hat, der muss auch nicht auf Knien ins Zelt robben. Die 10-Mann-Zelte der Bundeswehr sind so groß, dass selbst ich mit meinen 1,92 Metern Größe entspannt im Innenraum stehen kann. Wie es im Zelt so üblich ist, haben sich einige Mücken, Wespen oder Fliegen angesammelt. Aber auch dafür ist gesorgt. Das geräumige Doppelbett ist mit einem Moskitonetz überspannt, so dass selbst das nicht beim Schlafen stören dürfte.

Ungewohnte Geräusche beim Einschlafen

Wenn ich jetzt nicht aufgrund der langen Reise so müde wäre, würde ich glatt den kleinen Kaminofen im Zelt anmachen. Aber erstmal heißt es Licht aus. Alles ist ruhig. Fast alles… Der Wind fängt sich in den Stoffwänden und sorgt für ungewohnte Geräusche. Genauso das Knarzen des Holzes, mit dem das Zelt ausgestattet wurde. Draußen sorgen einige Tiere für unbekannte Töne. Trotzdem schlafe ich in der frischen, kalten Luft entspannt ein. Ein kurzer Blick noch auf die Uhr. Es ist gerade mal kurz nach 21 Uhr. So müssen sich die Menschen früher gefühlt haben, die mit dem Lauf der Sonne ins Bett gegangen sind und genauso wieder geweckt wurden. Und so sollte es am nächsten Morgen auch bei mir sein. Um 4:45 Uhr wecken mich zwei Vögel, die offenbar genau auf meinem Zelt sitzen. Es war eine ruhige Nacht und ich habe super geschlafen.

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Der Blick in die Natur entschädigt für alles

Wer Glamping macht, der kann auf den Fernseher im Raum gerne verzichten. Der Blick in die Natur entschädigt für alles. Ich setze mich auf meine kleine Terrasse vor meinem Zelt und genieße die Ruhe und die schöne Atmosphäre am frühen Morgen. Nebelschwaden wandern über die Wiesen, in der Ferne bellt ein Hund und zwei Störche sind – nur 20 Meter von mir entfernt – auf der Suche nach Nahrung. Pferde laufen an mir vorbei.

Auch Glamping ist Camping

Fazit: Auch Glamping ist Camping, wenn auch in der Luxusversion. Trotzdem sollte man sich darauf einstellen, dass die Nächte kalt werden können. Auch der kleine Ofen im Zelt schafft es nicht, die eindringende Kälte zu verscheuchen, sorgt allerdings für eine tolle Atmosphäre. Ansonsten gehört das Gemeinschaftsklo und die schmuddelige Dusche der Vergangenheit an. Alle Zelte verfügen über eine eigene Toilette und eine Dusche.

Hinweis in eigener Sache: Die Reise für diesen Beitrag wurde zum Teil unterstützt von Veranstaltern, Hotels, Fluglinien und/oder Tourismus-Agenturen. Wir legen sehr großen Wert auf eine unabhängige und neutrale Berichterstattung, daher sind die Meinungen, Eindrücke und Erfahrungen der jeweiligen Autoren ihre eigenen.
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Beim Glockenspiel fallen die Touristen in Ekstase

Ganz langsam bewegen sich die Zeiger der riesigen Uhr vorwärts und hunderte Schaulustige blicken gebannt auf die Zwölf. Zu jeder vollen Stunde tanzen der astronomischen Uhr einige Figuren auf dem Kopf herum. Ich stehe vor dem Prager Rathaus und falle, wie alle anderen Touristen um mich herum, nahezu in Ekstase, als das Glockenspiel beginnt.

Ganz langsam bewegen sich die Zeiger der riesigen Uhr vorwärts und hunderte Schaulustige blicken gebannt auf die Zwölf. Zu jeder vollen Stunde tanzen der astronomischen Uhr einige Figuren auf dem Kopf herum. Ich stehe vor dem Prager Rathaus und falle, wie alle anderen Touristen um mich herum, nahezu in Ekstase, als das Glockenspiel beginnt.

Das Altstädter Rathaus darf bei keinem Besuch in der tschechischen Hauptstadt fehlen. Etwa 45 Sekunden lang kreisen die zwölf Apostelfiguren zu jeder vollen Stunde über der Uhr. Die Musik aus einem Glockenspiel und die tanzenden Apostel lassen die Unmengen von wartenden Touristen nahezu in Ekstase verfallen. Die Astronomische Uhr soll seit knapp 600 Jahren zeigen, ob die Sterne günstig stehen. Die Kalenderscheiben sind von den vier größten Gefahren der Menschheit um das Jahr 1410 umzingelt und zeigen den Tod mit einer Sanduhr, die Eitelkeit mit einem Spiegelbild, einen Türken, der mit Krieg droht sowie den Geizhals, der mit einem vollen Geldbeutel schüttelt.

 

Wer einmal in Prag war, der wird diese Stadt lieben. In der Hauptstadt der Tschechischen Republik wohnen heute rund 1,2 Millionen Menschen. Doch das ist für die Atmosphäre nicht ausschlaggebend. Egal wo man geht oder steht, es weht immer ein Hauch Multi-Kulti durch Prag. Unzählige Touristen mit Reiseführern sorgen für volle Gassen und Plätze. Von überall her klingt Straßenmusik. Es wird viel gelacht und viel gestaunt, denn Prag hat auch kulturell eine Menge zu bieten.

Moldau trennte Prag in zwei Teile

Top-Spot der goldenen Stadt ist sicherlich die Karlsbrücke, die die beiden Stadtteile Altstadt und Kleinseite von Prag verbindet. Die Moldau, ein Nebenfluss der Elbe, hat die beiden Teile über 400 Jahre voneinander getrennt. Erst seit rund 650 Jahren gibt es diese beindruckende Brücke, die mit 520 Metern Länge der Treffpunkt vieler Touristen in Prag ist. Sie gehörte zum Krönungsweg der böhmischen Könige. Heute schlendern dort tausende Urlauber am Tag über die Brücke und werden von zahlreichen Künstlern dazu animiert, sich portraitieren zu lassen. Die Jazz-Gruppe „Bridge Band“ sorgt für die musikalische Umrahmung in einem wunderschönen Panorama: Auf der einen Seite das Stadtzentrum von Prag, auf der anderen Seite das nächste Highlight der Stadt, die Prager Burg.

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Die Karlsbrücke ist beliebter Treffpunkt vieler Touristen. (Foto: Jörg Baldin)

Die Prager Burg (Hradschin) ist das größte geschlossene Burgareal der Welt und beinhaltet unter anderem den St.-Veits-Dom, die Basilika St. Georg oder das weltberühmte Goldmachergässchen, in dem Franz Kafka 1916 für einige Monate lebte. Wer auf den rund 70 Meter hohen Hügel hinauf will, muss Kondition mitbringen. Aber der Weg zur Burg lohnt sich auf jeden Fall. Wer die Karlsbrücke hinter sich gelassen hat, für den beginnt der Aufstieg, der zwar nicht steil ist, sich aber durch viele kleine Gassen und Straßen hinzieht. Während auf der Prager Burg bis 1918 böhmische Fürsten und Könige wohnten, ist sie heute offizielle Residenz des Präsidenten der Tschechischen Republik.

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Die Prager Burg (Hradschin) auf dem Berg.

Nichts für große Menschen

Runter geht man am besten durch das Goldmachergässchen. Der Eintritt (100 Kronen) lohnt sich, denn die winzigen Häuser spiegeln das Leben in der Zeit um Franz Kafka wider, der dort gelebt hat. Damals müssen die Menschen deutlich kleiner gewesen sein. Bei vielen größeren Besuchern hören die Türen schon an der Schulter auf, so klein waren die Eingänge von damals. Ansonsten wird in der Gasse eindrucksvoll gezeigt, wie die Wohnungen der Prager aussahen. Natürlich dürfen kleine Boutiquen und Souvenirshops im Gässchen nicht fehlen.

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Steile Rolltreppen führen in das U-Bahn-Netz von Prag.

Wieder an der Moldau angekommen, sollten sich die Gäste auf den Weg zurück zum Altstädter Rathaus machen. Dabei unbedingt am jüdischen Friedhof vorbei. Der eindrucksvolle Friedhof entstand aus reiner Platznot. Weil Gräber – wie heute – nicht nach einigen Jahren „aufgelöst“ wurden, haben die Prager einfach Erde aufgeschüttet. Heute liegen hier die Toten in bis zu neun Schichten übereinander. Allerdings hat die letzte Beerdigung auf diesem Friedhof im Mai 1787 stattgefunden. Insgesamt sollen hier heute etwa 200.000 Gräber errichtet worden sein.

Prag ist für Städtetouristen absolut sehenswert. Es gibt in der Stadt zahlreiche Hotels oder Unterkünfte verschiedenster Preisklassen und ist sowohl mit dem Zug, mit der Bahn oder per Auto sehr gut zu erreichen. Außerdem verfügt die Stadt über ein hervorragendes U-Bahn- und S-Bahn-Netz, so dass viele Plätze bequem erreicht werden können. Die Preise in der Stadt sind moderat, und auch wenn der Euro noch kein offizielles Zahlungsmittel ist, kann in nahezu allen Läden mit Euro bezahlt werden.

Hinweis in eigener Sache: Die Reise für diesen Beitrag wurde zum Teil unterstützt von Veranstaltern, Hotels, Fluglinien und/oder Tourismus-Agenturen. Wir legen sehr großen Wert auf eine unabhängige und neutrale Berichterstattung, daher sind die Meinungen, Eindrücke und Erfahrungen der jeweiligen Autoren ihre eigenen. Titelbild: Fotolia.de/Noppasinw
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Katar: Blick hinter den Schleier

Ich hatte vor meinem Besuch in Katar viele Vorurteile. Heute, nach meiner Rückkehr, schwärme ich von einem überraschenden Reichtum an Kunstschätzen, von einer spannenden Kultur und von starken, mächtigen Frauen. Nur die Hitze liegt tagsüber tatsächlich über dem Golfstaat. Aber, ganz ehrlich: In den Museen ist es wunderbar kühl und durch den Souk – übrigens einer der schönsten am Golf – läuft man sowieso am besten in den romantischen Abendstunden.

Ich hatte vor meinem Besuch in Katar viele Vorurteile. Heute, nach meiner Rückkehr, schwärme ich von einem überraschenden Reichtum an Kunstschätzen, von einer spannenden Kultur und von starken, mächtigen Frauen. Nur die Hitze liegt tagsüber tatsächlich über dem Golfstaat. Aber, ganz ehrlich: In den Museen ist es wunderbar kühl und durch den Souk – übrigens einer der schönsten am Golf – läuft man sowieso am besten in den romantischen Abendstunden.

Eine Milliarde US-Dollar für Kunst

 

Sie kann pro Jahr eine Milliarde US-Dollar für Kunst ausgeben, so wird erzählt, und ist damit eine der mächtigsten Personen im weltweiten Kunsthandel. Die Rede ist von Her Highness Sheikha Al Mayasa bint Hamad bin Khalifa Al Thani, der Schwester des amtierenden Emirs von Katar. Die Politologin und Literaturwissenschaftlerin steht der Museumsbehörde vor und ist auch Chefin des MIA, The Museum of Islamic Art, direkt an der Corniche in Doha.

Museum klingt erst einmal wenig aufregend, doch wer das MIA besucht, ist vom ersten Moment an elektrisiert – für mich ist es eines der schönsten Kulturtempel, die in diesem Jahrtausend bislang gebaut wurden. Kein Wunder, denn kein Geringerer als der gefeierte Star-Architekt I.M. Pei hat Hand angelegt, um Katar dieses kulturelle Denkmal zu setzen.

Lichtdurchflutetes Museum mit Blick auf Doha Skyline

Der verschachtelte Bau, der auf einer kleinen Insel liegt, an der traditionelle Fischerboote ankern, erinnert von Ferne an eine verschleierte Frau. Dieser steinernen Lady darf man allerdings hinter den Schleier schauen: Das MIA birgt ein lichtdurchflutetes Innenleben mit mächtigen Panoramafenstern, die einen ungehinderten Blick auf Dohas Skyline bieten. Tornado Tower, Palm Tower, Doha Tower: All die spektakulären Glitzertürme des Golfstaates reihen sich am gegenüberliegenden Ufer aneinander und wetteifern um den 1. Platz im Ranking der schönsten Wolkenkratzer. Eine kleine Fähre pendelt über das blau schimmernde Wasser zwischen beiden Uferseiten hin und her – fast sinnbildlich für das Motto des Emirats, Neues und Traditionelles miteinander zu verbinden, in die Zukunft zu schauen, doch die Wurzeln nicht zu vergessen.

 

Auch das MIA lebt diesen Gedanken. Die Ausstellung umfasst islamische Kunst, deren älteste Stücke aus dem 7. Jahrhundert stammen. Das riesige Atrium mit viel Glas, hellem Marmor und einem weitläufigen Café, das vom Designer Philippe Starck gestaltet wurde, ist jedoch ein Ort der Zukunft und auch der Begegnung. Inderinnen in Saris eilen die weitgeschwungenen Treppen hinauf, westliche Besucher in Jeans und T-Shirt schlendern durch die Ausstellungsräume und Katari in weißen Dischdaschas sitzen an den Cafétischen und nippen am Cappuccino.

Genau genommen könnte ich mich hier den ganzen Tag aufhalten, im Café von den leckeren Kuchen naschen, das kunstsinnige Treiben verfolgen und immer wieder der kleinen Fähre bei ihrer Schaukelfahrt zu den Wolkenkratzern zuschauen. Kunst- und Kulturinteressierte zieht es jedoch weiter, denn das Angebot in Katar ist riesig und bei einem Kurzbesuch kaum zu bewältigen. Zu nennen sind das Arab Museum of Modern Art (Mathaf), das Orientalist Museum, das National Museum of Qatar und etliche Galerien wie die Gallery Al Riwaq oder die Gallery Katara.

Vom Wüstenstaat zum Ölstaat

Doch mich zieht es zu einem ganz anderen Museum, das sich mit der traditionellen Kultur der Katari befasst und das ebenfalls unter der Obhut einer mächtigen Frau steht. Her Highness Sheikha Moza Bint Nasser ist die Mutter des derzeitigen Emirs. Sie gilt als politisch einflussreich und ist seit 2010 bei den Vereinten Nationen für das Millenniums-Entwicklungsziel Bildung zuständig. Eine charismatische Frau, die abgebildet auf einer gläsernen Tafel – unverschleiert und mit deutlichem Haaransatz – die Gäste des Museumskomplexes begrüßt.

 

Die verschachtelten Lehmgebäude der Msheireb-Museen laden in vergangene Zeiten ein. Doch auch hier genießt man die Segnungen der modernen Welt. Die Aircondition surrt im Hintergrund, zur Begrüßung werden kühle Drinks serviert und die Beamer projizieren 3-D-Animationen auf die Wände. Frauen in traditioneller Kleidung huschen als Schattenrisse über die Wände und lebensgroße Skulpturen lassen die Mühsal früherer Arbeiter aufleben.

 

Vier historische Gebäude wurden hergerichtet und zeigen alle Stationen, gute wie schlechte, die der Golfstaat durchlebt hat. Besonders spannend ist das Company House, das die Entwicklung Katars vom bitterarmen Wüstenland, in dem Perlentaucher ein entbehrungsreiches Leben führten, zum superreichen Ölstaat veranschaulicht.

Unterwegs auf dem Souq

Nach so viel Kunst hat sich der Katar-Besucher dann den Besuch des Souks redlich verdient – wie gesagt, am besten in den milden Abendstunden. Hier, im Souq Waqif, in der Altstadt Dohas feilschten einst Händler um Gold, Perlen und Gewürze. Der Souk brannte 2003 vollständig ab und wurde neu errichtet – im alten Stil mit traditionellen Lehmhäusern. Auch in diesem Punkt bleiben die Katari ihrer Maxime treu: Sie öffnen sich der modernen Welt und behalten gleichzeitig ihr kulturelles Erbe fest im Blick.

Tipps & Informationen

katarAnreise:

Qatar Airways bietet Flüge nach Doha und ist auch die richtige Wahl für einen Stopover in Katar

Unterkunft:

Eine stilvolle Unterkunft bieten die Souq Waqif Boutique Hotels. Die neun Häuser sind zum Teil in alten Souk-Gebäuden untergebracht. Sie bieten Luxus und traditionelles Ambiente mitten im Souk.

Vor Ort

Ein engagiertes Unternehmen für Aktivitäten vor Ort ist Middle East Adventure

FIFA World Cup

Die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft (FIFA World Cup) findet 2022 im Golfstaat Katar statt. Katar liegt nahe der arabischen Halbinsel und hat sehr warmes Wüstenklima. Die Vergabe der FIFA wurde am 19. Dezember 2008 beschlossen. Der Golfstaat setzte sich letztendlich gegen die Mitbewerber aus Australien, Japan, USA und Südkorea durch.

Hinweis in eigener Sache: Die Reise für diesen Beitrag wurde zum Teil unterstützt von Veranstaltern, Hotels, Fluglinien und/oder Tourismus-Agenturen. Wir legen sehr großen Wert auf eine unabhängige und neutrale Berichterstattung, daher sind die Meinungen, Eindrücke und Erfahrungen der jeweiligen Autoren ihre eigenen.
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Illinois – Deutsche Spuren auf Schritt und Tritt

“Bridget!“ Der Ruf von der Theke ist laut und unüberhörbar. Gut so. Das bestellte Essen ist also fertig und wartet darauf, abgeholt zu werden. Natürlich ein doppelter Cheeseburger. Überbackene Champignons und frittierte Zwiebelringe dazu. Noch ein paar Pommes nach Art des Hauses? Warum nicht. Das „Cozy Dog Drive In“ ist aber nicht nur für sein kultiges und authentisches Essen bekannt. In diesem Diner in Springfield sitzt man direkt an der ehemaligen Route 66, die ursprünglich fast 4000 Kilometer lang war und von Chicago bis nach Santa Monica in Kalifornien führte.

Bridget!“ Der Ruf von der Theke ist laut und unüberhörbar. Gut so. Das bestellte Essen ist also fertig und wartet darauf, abgeholt zu werden. Natürlich ein doppelter Cheeseburger. Überbackene Champignons und frittierte Zwiebelringe dazu. Noch ein paar Pommes nach Art des Hauses? Warum nicht. Das „Cozy Dog Drive In“ ist aber nicht nur für sein kultiges und authentisches Essen bekannt. In diesem Diner in Springfield sitzt man direkt an der ehemaligen Route 66, die ursprünglich fast 4000 Kilometer lang war und von Chicago bis nach Santa Monica in Kalifornien führte.

Und man spürt diesen besonderen Spirit, der von der amerikanischen „Mutter aller Straßen“ nach wie vor ausgeht. Man trifft auf Einheimische, Touristen, natürlich auf Harley-Fahrer, sogar auf zwei Sheriffs – und auf den Inhaber Josh Waldmire. Er hat deutsche Wurzeln. „Ja, die Legende lebt“, erzählt er und berichtet davon, dass sein Diner 1960 von seinem Großvater Edwin gegründet wurde.

Disney meets History

Dass Illinois mehr, viel mehr ist als „nur“ Chicago, zeigt sich auf der Rundreise durch diesen Bundesstaat im Mittleren Westen jeden Tag aufs Neue. Gerade die Hauptstadt Springfield strahlt eine äußerst heimelige Atmosphäre aus. Zum Beispiel im Park „Lincoln Memorial Garden“, nur ein paar Meilen vom Stadtkern entfernt. Pelikane auf dem Springfield See zu beobachten, unzählige Eichhörnchen, auch ein paar Rehe, das tut an diesem herrlichen Spätsommernachmittag so richtig gut.

Zeit für eine Ruhepause am Lake Springfield. Bild: Geiselhart

Begonnen hat der Tag mit einem Besuch im „Abraham Lincoln Presidential Museum“. „In diesem Museum trifft Disney auf Geschichte“, hatte Tourismus Manager Jeff Berg angekündigt. Stimmt absolut. Abraham Lincoln, dem großen Sohn der Stadt, der vor seiner Präsidentschaft in Springfield gearbeitet hat und hier auch begraben liegt, wird in diesem wunderschön aufgemachten Museum auf typisch amerikanische Weise gehuldigt. Eine gute Adresse zum Abendessen ist „Obed & Isaac’s Microbrewery“ – nicht nur des Bieres und der Atmosphäre wegen. Hier oder in einem anderen der mehr als 200 Restaurants sollte man sich die Springfield-Spezialität, einen original „Horseshoe“, unbedingt einmal schmecken lassen. Wer nicht ganz soviel Hunger hat, für den reicht übrigens ein „Ponyshoe“ locker.

“Disney meets History”: Im Lincoln Presidential Museum in Springfield wird dem großen Sohn der Stadt auf typisch amerikanische Weise gehuldigt. Bild: Geiselhart

Deutsches Bier, Weihnachtsmarkt und Co.

Tags zuvor führte der Weg nach Ottawa, nur etwa 90 Autominuten von Chicago entfernt und damit auch eine interessante Adresse für Touristen, die im Rahmen eines Tagesausflugs der Millionenmetropole für ein paar Stunden den Rücken kehren wollen. Im kultig eingerichteten „The Lone Buffalo“ schmeckt das Bier hervorragend. Es ist vor Ort gebraut, streng nach dem deutschen Reinheitsgebot, versteht sich. Der Hopfen kommt aber aus der Region, die Gerste auch.

Er macht auch beim Zapfen seines eigenen Biers im “The Lone Buffalo” in Ottawa eine gute Figur: Peter Limberger stammt aus dem Odenwald – fühlt sich aber in seiner Wahlheimat Illinois rundum wohl. Bild: Geiselhart

Alles trägt die Handschrift von Peter Limberger. Er ist im Odenwald aufgewachsen, blickt auf eine spannende und abwechslungsreiche Biographie zurück, war auf der ganzen Welt zuhause und hat jetzt endgültig den Platz gefunden, an dem er alt werden möchte – zusammen mit seiner Frau Inga Carus und den beiden Adoptivtöchtern. Inga Carus‘ Ur-Ur-Großvater hieß Eduard Hegeler. Er stammte aus einer Bremer Kaufmannsfamilie und hatte an der Bergbauakademie in Freiberg, Sachsen studiert. Er war schon um 1850 in den Mittleren Westen der USA gezogen, um dort eine Zinkproduktion aufzubauen – und baute in LaSalle das Hegeler-Carus Mansion, ein riesiges Herrenhaus, das heute einer Stiftung gehört und zum Museum geworden ist.

Inga Carus und Peter Limberger kümmern sich leidenschaftlich um den Erhalt des Herrenhauses “Hegeler Carus Manion”, das von Inga Carus’ Ur-Ur-Großvater Eduard Hegeler in LaSalle gebaut wurde. Bild: Geiselhart

Die Region um Ottawa und LaSalle strukturell zu stärken, liegt Peter Limberger und Inga Carus besonders am Herzen. Zum Beispiel organisierte man im vergangenen Advent erstmals einen „Chris Kringle“ Markt – die dazu benötigten Weihnachtshütten kamen aus Deutschland. An weiteren Ideen mangelt es dem Odenwälder nicht. „Mir schwebt vor, mit unserm neu gegründeten Immobilienentwicklungsunternehmen in Ottawa einen Marktplatz ganz nach deutschem Modell in der Stadtmitte zu schaffen, mit Brunnen, Fußgängerzone, Schachspiel und Glockenturm mit sich bewegenden Figuren“, so seine Vision.

Im besonderen Fokus liegt unter anderem die 1000 Hektar große Hopfenfarm, auch ein Möbel- und Innenausbaubetrieb. Mit Herzblut kümmern sich Peter Limberger und Inga Carus für den Erhalt des Hegeler-Carus Mansion und hoffen, dafür auch kulturinteressierte Touristen aus Deutschland zu begeistern.

Deutsche Traditionen zum Greifen nah

Wie man deutsche Traditionen über viele Generationen hinweg pflegt, das weiß man in der „Southwestern Illinois German Heritage Area“, die nahe der Grenze zu Missouri liegt, genau.Orte wie „Wartburg“, „Darmstadt“, „New Hanover“, „Saxtown“ oder „Paderborn“ wurden von deutschen Auswanderern in der Mitte des 19.Jahrhunderts gegründet.

„Ich habe schon immer hier gewohnt“, sagt Arlene Baum, die in allen historischen Fragen erste Ansprechpartnerin in der lutherischen Kirchengemeinde in Wartburg ist. Ihre Ur-Ur-Großeltern hießen „Schmidt“ und waren um 1850 aus Westfalen gekommen. „Die deutschen Traditionen haben in unserer Kirche nach wie vor einen hohen Stellenwert“, erzählt sie. „Zum Beispiel findet bei uns seit ewigen Zeiten jedes Jahr am Karfreitag ein Gottesdienst in deutscher Sprache statt – auch wenn die meisten Gottesdienstbesucher die Worte mittlerweile nicht mehr verstehen können. Am Heiligen Abend wird in der Mitternachtsmesse eine Strophe von „Stille Nacht“ ebenfalls auf Deutsch gesungen. Und im Jahresverlauf freuen sich die Gemeindemitglieder auch mal auf ein zünftiges Bratwurst-Dinner.“ Deutsche Wurzeln hat auch David Braswell. Er hat im benachbarten Maeystown vor 30 Jahren ein Haus gekauft, das 1862 als „Hotel und Saloon“ gebaut wurde. Nach aufwendiger Renovierung ist heute daraus die außergewöhnliche Bed & Breakfast Pension „Corner George Inn B&B“ geworden, in der nach wie vor der Geist der Gründerzeit lebt.

“Das ist das Bett meines Ur-Ur-Großvaters”. David Braswell hat deutsche Wurzeln – seine Bed & Breakfast Pension wurde 1862 als “Hotel und Saloon” erbaut. Bild: Geiselhart

Ein echter Geheimtipp sind die heiligen Hügel von „Cahokia Mounds“. Sie liegen nahe des Mississippi und sind eine der spektakulärsten Ausgrabungsstätten indianischer Kulturen in den USA. In Cahokia Mounds finden Besucher Reste einer Hochkultur, die um die Zeit um 1200 nach Christus ihre Blüte erlebte. Bis zu 25 000 Menschen lebten nach neuesten Erkenntnissen auf einem etwa neun Quadratkilometer großen Areal und in vorgelagerten Siedlungen des Umlands. Neben dem Sonnenkalender hinterließen sie 120 religiöse Stätten, die sich heute als große Erdhügel präsentieren. Seit 1982 steht Cahokia Mounds auf der UNESCO-Liste der Weltkulturgüter. Besucher können die Ausgrabungsstätten täglich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang kostenlos besichtigen. Und hier vielleicht auch in Ruhe darüber nachdenken, dass Illinois wirklich viel mehr als „nur“ Chicago ist.

Die Ausgrabungsstätten in “Cahokia Mounds” zeigen Reste einer indianischen Hochkultur, die ihre Blüte um 1200 nach Christus erlebte. Bild: Cahokia Mounds

Hinweis in eigener Sache: Die Reise für diesen Beitrag wurde zum Teil unterstützt von Veranstaltern, Hotels, Fluglinien und/oder Tourismus-Agenturen. Wir legen sehr großen Wert auf eine unabhängige und neutrale Berichterstattung, daher sind die Meinungen, Eindrücke und Erfahrungen der jeweiligen Autoren ihre eigenen.
Keine Kommentare zu Illinois – Deutsche Spuren auf Schritt und Tritt

Kur 2.0 – Geheimrezept für totale Entspannung

Tief einatmen und wieder ausatmen – Die ruhigen Anweisungen von Therapeutin Luzia Skala passen in das Waldstück bei Marienbad in der Tschechischen Republik, wie das Vogelgezwitscher und das Rauschen der Bäume. Mehr hören wir nicht! Ich stehe mit zwei anderen Teilnehmern im Wald und versuche mich gedanklich von der Welt “draußen” zu lösen. Für drei Stunden bin ich – ohne Handy und störende Einflüsse von außen – Waldbaden. Ganz ohne Wasser, aber dafür mit ganz viel Natur.

Tief einatmen und wieder ausatmen – Die ruhigen Anweisungen von Therapeutin Luzia Skala passen in das Waldstück bei Marienbad in der Tschechischen Republik, wie das Vogelgezwitscher und das Rauschen der Bäume. Mehr hören wir nicht! Ich stehe mit zwei anderen Teilnehmern im Wald und versuche mich gedanklich von der Welt “draußen” zu lösen. Für drei Stunden bin ich – ohne Handy und störende Einflüsse von außen – Waldbaden. Ganz ohne Wasser, aber dafür mit ganz viel Natur.

Die Kur ist unmodern geworden

Es gibt Begriffe, die klingen so alt, dass sie eigentlich keiner im Alter unter 70 Jahren mehr aussprechen will. Kur ist so ein Begriff. Was früher als eine Art Allheilmittel und Jungbrunnen in vielen Orten angeboten und auch praktiziert wurde, ist in der heutigen digitalen Welt unmodern geworden. Obwohl es gerade jetzt viele Menschen gibt, die so eine Kur sehr gut gebrauchen könnten. Eine Kur soll „sowohl der Vorsorge als auch der Stärkung einer (geschwächten) Gesundheit oder der Unterstützung der Genesung bei Krankheiten und Leiden verschiedener Art dienen.“ So steht es in den einschlägigen Ratgebern.

 

Das weiß auch Reinhard Wall, der General Manager des Hotels “Falkensteiner Gran Med Spa” in Marienbad. Das Hotel ist ein klassisches Kurhotel mit einem medizinischen Bereich, einer eigenen Quelle und auch allem anderen, was ein gutes Kurhotel so braucht. Doch Wall hat eine Vision: „Wir wollen unsere traditionellen Kuranwendungen mit hoher Entspannungswirkung mit den neuesten therapeutischen Erkenntnissen der Naturheilung kombinieren“, sagt der Hotelmanager. „Unser Haus hat dafür die besten Voraussetzungen.“

Deshalb hat Reinhard Wall mit seinem Team das Programm „Durchatmen & Auftanken“ entwickelt. Eine Art „Anti Stress Woche“ für überarbeitete Menschen über 50 mit Burn-Out Signalen. Und aus diesem Grund bin ich da. Wenn auch nur für eine verkürzte Version der Therapiewoche. Wir sollen innerhalb von drei Tagen die meisten Anwendungen bekommen und trotzdem ein Einsetzen von Entspannung merken.

„Passives Entspannen hat keinen bleibenden therapeutischen Effekt.“

Zuerst folgt eine Einweisung in die „Anti Stress Woche“ und ein Appell von Therapeutin Luzia. „Als Teilnehmer sollte man sich auf diese Art der Entschleunigung einlassen“ sagt sie. Und Wall fügt hinzu: „Passives Entspannen hat keinen bleibenden therapeutischen Effekt.“ Dennoch sollte das Programm nie als belastend empfunden werden. Jeder habe jederzeit die Möglichkeit, die eine oder andere Übung auszulassen. Spaß und Erholung stehen an erster Stelle.

Und zur Kontrolle, ob der erholende Effekt auch wirklich eintritt, bekomme ich einen technischen Helfer an meine Seite. Den Vitalmonitor. Ein Brustgurt, der gekoppelt mit der App meines Smartphones, genaue Daten meines körperlichen Zustands ans Licht bringt. Idealerweise zeigt die App am Ende, dass ich erholt bin. Noch besser wäre es, ich würde es selbst merken.

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Ein Bad im Wasser der Alexandra-Quelle

Meine erste Anwendung ist ein Bad im Wasser der hauseigenen Alexandra-Quelle, die einen sehr hohen Anteil an freiem Kohlendioxid und Eisen hat und die Durchblutung fördert. In der Wanne sieht die leicht bräunliche Flüssigkeit etwas merkwürdig aus, liefert aber, wenn man drin liegt, ein sehr angenehmes Prickeln auf der Haut. Nach 20 Minuten ist es leider vorbei und man kann sich weitere zehn Minuten in Decken eingewickelt auf einem Liegestuhl entspannen. Das Bad im Wasser der Alexandra-Quelle ist sehr angenehm und der erste Schritt in Richtung Erholung. Übrigens: Als Trinkkur ist die Alexandra-Quelle auch geeignet. Dazu gibt es im Hotel eine Zapfstation, bei der man sich jederzeit Wasser holen kann. Schmeckt sehr salzig und sieht etwas trübe aus, soll aber gut für die Verdauung sein.

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Ein Bad im Wasser der Alexandra-Quelle wirkt sehr entspannend. (Foto: Falkensteiner Hotel)

Bioenergetische Übungen lösen Blockaden

Bevor der nächste Tag mit bioenergetischen Übungen startet, steht die erste Morgenmessung mit dem Vitalmonitor an. In rund drei Minuten, bei der die App einem genau sagt, wie man zu atmen hat, holt der Brustgurt alle möglichen Informationen aus meinem Körper heraus. Bereits nach dem ersten Tag habe ich einen Regenerationsstatus von 63 Prozent und auch mein Stressfaktor liegt bei 32 Prozent – also „relaxt“ – im guten Bereich. Eine wichtige Messung ist auch die Herzraten-Variabilität. Die liegt bei 36 msek. Hier gilt, je größer der Wert, umso besser. Da ist also noch Verbesserungspotenzial. Auch beim biologischen Alter: 45,8.

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Viel Dehnung und viele Atemübungen versprechen die bioenergetischen Übungen nach Dr. Alexander Lowen. (Foto: Falkensteiner Hotel)

Die bioenergetischen Übungen wurden nach den Forschungen von Dr. Alexander Lowen entwickelt. Sein Ansatz ist, das Energie zu Bewegung, zu Gefühlen und somit zum Denken führt. Wird diese Energie blockiert, führt das zu geminderten Bewegungen, Gefühlen und zu falschen Denkprozessen. Mit den bioenergetischen Übungen sollen genau diese Blockaden gelöst werden, die Energie kann wieder fließen. Soweit die Theorie. Therapeut Daniel Fajkus begrüßt uns bei strahlendem Sonnenschein auf der Terrasse im Garten und führt uns mit vielen Erklärungen der einzelnen Übungen durch die 30 Minuten Sport am Morgen. Es wird viel gedehnt und vor allem viel geatmet.

Eingepackt in eine Grüntonerde-Packung

Nach dem Sport steht wieder ein passiver Therapieansatz auf dem Programm: Grüntonerde-Packung mit Kaolin Maske. Die Grüntonerde ist eine sehr feine Tonerde, die direkt auf die Haut aufgetragen wird. Sie hat eine konzentrierte Menge an Mineralstoffen und Spurenelementen sowie ein hohes energetisches Potenzial und somit eine stark entgiftende Wirkung. Nachdem die angenehm warme Tonerde auf den nackten Körper aufgetragen wurde, wird man in einer Art Folie eingewickelt und warm zugedeckt. Nachdem der Boden meiner Liege abgesenkt wurde, treibe ich – auf dem Rücken liegend – im warmen Wasser, was einen zusätzlichen Erholungseffekt nach sich zieht. Die Kaolin Maske im Gesicht besteht aus Porzellanerde und ist ebenfalls sehr angenehm und beruhigend.

Waldbaden – Ganz trocken, dafür sehr emotional

Nach dem Mittagessen geht’s zum Waldbaden. Zugegebenermaßen musste ich erst im Internet suchen, was genau das ist. Das Ergebnis: Mit Wasser hat es nichts zu tun, es sei denn, es regnet. In Japan existiert diese Form der Entspannungstherapie bereits seit 45 Jahren und ist auch dort entwickelt worden. Ziel ist es, sich durch den spürbaren Kontakt mit der Natur, körperlich zu entspannen. Fernab von Smartphone und stressenden Störgeräuschen. Wir gehen mit Luzia in den Wald, der direkt am Hotel grenzt. Die ersten 15 Minuten erzählt man sich in Zweier-Gruppen von den Erlebnissen und Gedanken, die man mit einem Wald verbindet. Je tiefer wir in den Wald gehen, umso mehr verschwindet der Alltag.

 

Luzia und Daniel, die beiden Therapeuten im „Falkensteiner Hotel Gran MedSpa Marienbad“, wurden für das Waldbaden von Martin Kiem, dem führenden Experten für diese Therapie in Europa, ausgebildet. Und man merkt Luiza an, dass sie die Arbeit mit der Natur und den Menschen besonders mag. Ihre Stimme ist leise, passt sich der Atmosphäre im Wald an. Die drei Stunden, die wir im Wald verbringen, werden mit Übungen ausgefüllt, die einem den Wald und die Natur näherbringen und den Stress vergessen machen. Ohne körperliche Anstrengung aber mit erhöhter Achtsamkeit lernen wir die natürlichen und beruhigenden Signale des Waldes mit wirklich allen Sinnen auf sich wirken zu lassen. Eine entspannende und zugleich bewegende Zeit für alle Teilnehmer. Für mich teilweise sogar sehr emotional.

Eingeölt wie eine Sardine

Den Abschluss des Tages bildet eine holistische Ganzkörpermassage. Bei dieser Art der Massage werden bestimmte Viralpunkte stimuliert, die das Nervensystem beruhigen und wohltuende Gelassenheit hervorrufen sollen. Wer bei dieser Massage an die altbekannten Thai- oder Sportmassagen denkt, liegt falsch. Nach den knapp 50 Minuten fühle ich mich zwar eingeölt wie eine Sardine, aber total entspannt. Die Massage löst verspannte Muskulatur auf angenehme Weise und bewirkt eine erhöhte Sättigung des Gewebes mit Sauerstoff. Außerdem wird der Lymphfluss gefördert und wirkt dadurch auch entschlackend.

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Beruhigt das Nervensystem: Die holistische Ganzkörpermassage. (Foto: Falkensteiner Hotel)

Als Jungsbrunnen aus dem Schlaf erwacht

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Die App zeigt bei einer Zwischenmessung an: Die Erholung setzt schon nach einigen Anwendungen ein.

Am letzten Tag war ich morgens besonders gespannt auf die Messung mit dem Vitalmonitor, denn der Tag davor war gespickt mit allen möglichen Entspannungstherapien und Anti-Stress-Übungen. Und es funktioniert scheinbar tatsächlich. Mein technischer Überwachungsapparat meldet: Regenerationsstatus: 100%, Stress: 0%, Herzraten-Variabilität: 47 msek. Und sogar mein biologisches Alter schrumpft auf 38,7 Jahre. Grund genug für die App, mir den Status “Jungbrunnen” zu verleihen. Und so fühle ich mich auch für den Moment.

Nach dem Frühstück startet die Wassertherapie. Ai Chi ist eine Mischung aus Qigong und Tai Chi Chuan, die im Wasser ausgeführt für Erholung, Entspannung und körperliche Kräftigung sorgen soll. Während wir bis zu den Schultern im Wasser stehen, zeigt uns Therapeutin Luzia am Rand des Therapiebeckens die Anti-Stress-Bewegungen, die sich vor allem durch rhythmische Atemübungen und langsame Bewegungen zusammensetzen. Das Wasser hilft dabei, die Balance zu halten.

Trockenes CO2-Bad als letzte Anwendung

Die letzte Anwendung für uns ist gleichzeitig eine sehr spezielle und ein Marienbader Kurklassiker. Das trockene CO2-Bad steigert die Durchblutung, wirkt entzündungshemmend und verbessert die Funktion der Nieren. Aber auch die Produktion der Sexualhormone wird stimuliert. Und damit das Gas richtig wirken kann, werde ich in einen CO2-Anzug gesteckt. Der sieht aus wie ein blauer Müllsack und riecht auch so. Die Mitarbeiterin hilft mir dabei, den Sack bis über den Bauch zu ziehen, um diesen dann mit einem Gummi luftdicht zu verschließen. Danach lässt sie CO2-Gas in den Sack fließen, bis man fühlt wie ein aufgeblasener Luftballon. Zum Schluss kommt noch eine Maske aus Vlies über das Gesicht, die extrem erfrischend wirkt und der Gesichtshaut viel Feuchtigkeit spendet. 20 Minuten dauert die Anwendung.

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Umgeben von CO2 mit Vlies-Maske im Gesicht. (Foto: Falkensteiner Hotel)

Kur 2.0 – Natur und Kur als Geheimrezept für Entspannung

Fazit: Die gute alte Kur und auch die Technik behalten am Ende Recht. Auch nach nur knapp drei Tagen fühle ich mich körperlich erholt. Meine Haut fühlt sich besser und jünger an und auch mein Geist scheint befreiter vom Alltagsstress und den Sorgen zu sein. Ob meine Frau mich bei der Rückkehr überhaupt wiedererkennt? Immerhin bin ich als fast 50jähriger in Hamburg losgefahren und komme nun als knapp 39jähriger aus Marienbad zurück.

Weitere Infos

Der Paketpreis „Durchatmen & Auftanken“ wird vom “Falkensteiner Hotel Gran Med Spa” ab 1.347 € für 6 Tage und 7 Nächte im Einzelzimmer Superior, mit erweiterter Halbpension (inklusive leichtem Mittagssnack) angeboten. Preise für andere Zimmerkategorien bzw Doppelzimmer auf Anfrage. Weitere Infos gibt es auf der Webseite vom Falkensteiner Hotel.

Hinweis in eigener Sache: Die Reise für diesen Beitrag wurde zum Teil unterstützt von Veranstaltern, Hotels, Fluglinien und/oder Tourismus-Agenturen. Wir legen sehr großen Wert auf eine unabhängige und neutrale Berichterstattung, daher sind die Meinungen, Eindrücke und Erfahrungen der jeweiligen Autoren ihre eigenen.
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Die besten kostenlosen Kreditkarten auf Reisen

Der Urlaub steht vor der Tür und damit auch – wie jedes Mal – die Frage nach dem Geld in der Reisekasse. Damit der Urlaub ganz entspannt verlebt werden kann, lohnt es sich, im Vorfeld einige Gedanken zum Geld zu machen. Denn nicht nur Flug und Hotel sollen bezahlt werden, auch die Frage nach dem Bargeld im Urlaub sollte man gedanklich durchspielen. Nicht, dass im Urlaub auf der Suche nach dem passenden Zahlungsmittel Stress entsteht. Wir zeigen Euch die besten kostenlosen Kreditkarten.

Der Urlaub steht vor der Tür und damit auch – wie jedes Mal – die Frage nach dem Geld in der Reisekasse. Damit der Urlaub ganz entspannt verlebt werden kann, lohnt es sich, im Vorfeld einige Gedanken zum Geld zu machen. Denn nicht nur Flug und Hotel sollen bezahlt werden, auch die Frage nach dem Bargeld im Urlaub sollte man gedanklich durchspielen. Nicht, dass im Urlaub auf der Suche nach dem passenden Zahlungsmittel Stress entsteht.

Auf unseren Reisen haben unsere Autoren von breitengrad53.de viele Erfahrungen mit unterschiedlichen Zahlungsmitteln im Ausland gemacht. Diese Erfahrungen möchten wir in diesem Artikel teilen und die wichtigsten Fragen zum Thema Geld im Urlaub und die besten kostenlose Kreditkarte auf Reisen beantworten. Viel Spaß beim Lesen!

Folgende Fragen zur Reisekasse werden oft an uns herangetragen

  • “Welches ist die beste kostenlose Kreditkarte auf Reisen?”
  • “Kann ich im Urlaubsland mit meiner EC Karte ganz entspannt an den dortigen EC Automaten Bargeld abheben?”
  • “Was kostet die Abhebung am EC Automaten? Oder wie komme ich sonst an Bargeld im Urlaub?”
  • “Lohnt es sich Kreditkarten mitzunehmen, und wenn ja, welche Kreditkarten haben die besten Konditionen?”
  • “Macht es in der heutigen Zeit noch Sinn Travelerchecks mitzunehmen? Und wieviel Bargeld sollte ich zur Sicherheit einpacken?”

Der Traumurlaub kann schnell zum Alptraum werden, wenn man sich im Vorfeld nicht ausreichend über die Zahlungsmöglichkeiten im Reiseland informiert. Manche Kreditkarten werden zur Kostenfalle, weil Auslandsgebühren fällig werden und reißen damit ein Loch in die Reisekasse. Und ohne Kreditkarte geht in manchen Ländern gar nichts: Hotels, Mietwagenverleiher und Airlines benötigen die Kreditkarte oft als Sicherheit und akzeptieren diese als einziges Zahlungmittel. Dann ohne Kreditkarte zu zahlen wird mehr als schwierig. Deshalb empfehlen wir unseren Lesern sich eine kostenlose Kreditkarte ohne Auslandseinsatzgebühr anzuschaffen. Damit lässt sich das Geld im Urlaub ganz entspannt abheben. Aus unserer Sicht die drei besten Kreditkarten sind die von der DKB, von der Comdirect und die von der ICS. Wer sich schnell und unkompliziert informieren möchte schaut sich die Kreditkarten im Überblick an. Allen anderen wünschen wir viel Spaß beim Lesen aller Hintergrundinformationen zum Thema “Geld im Urlaub”.

Reicht meine normale EC-Karte, um damit Geld im Urlaub abzuheben?

Diese Frage müssen wir mit jein beantworten. Sicherlich ist die EC – Karte in Ländern der EU und in westlich entwickelten Ländern ein geeignetes Zahlungsmittel im Urlaub. Dennoch ist die EC Karte – im Gegensatz zur Kreditkarte – nicht uneingeschränkt weltweit einsetzbar. Auch wenn die EC Karte am gewählten Reiseziel als Zahlungsmittel akzeptiert wird, so entstehen Kosten in Form von Auslandseinsatzgebühren. Die Summe der Gebühren kann schnell ein Loch in die Reisekasse reißen. Je nach Bank muss man hier allerdings unterscheiden.

Einige Banken haben Kooperationspartner im Ausland, so dass man auch mit der EC Karte am EC Geldautomaten Geld holen kann. Einige erheben dafür hohe Gebühren, bei anderen wiederum ist dies kostenlos. Mit der EC Karte der Deutschen Bank kann man beispielsweise während seines USA Urlaubs gebührenfrei Bargeld an den EC Geldautomaten der Bank of America Bargeld abeheben. Das ist dann allerdings auf diese Automaten beschränkt und nur mit der EC Maestro Karte möglich. Um dafür ein Gespür zu entwickeln, haben wir hier noch einmal die unterschiedlichen Bedingungen nach Ländern aufgeführt. Dennoch eignet sich die EC Karte als ergänzendes Zahlungsmittel auf Reisen, sie gilt auch international als zuverlässig. Ich persönlich bin jahrelang nur mit einer EC – Karte im Gepäck gereist. Allerdings war dies nur möglich, da immer jemand dabei war, der über eine Kreditkarte verfügte. Inzwischen besitze ich zwei Kreditkarten und bin überrascht wie viel entspannter das Reisen und Geld im Urlaub abheben damit geworden ist.

Überblick Kreditkarten – Gesamtbetrag zurückzahlen oder bequeme Teilzahlungsmöglichkeit?

Warum mit einer Kreditkarte im Urlaub vieles einfacher wird

Inzwischen bin ich überzeugt davon, dass die Kreditkarte im Urlaub das komfortabelste Zahlungsmittel ist. Weltweit kann man damit im Ausland Geld abheben und hat sein Geld immer dabei. Und nicht nur, um Geld im Urlaub zu haben, ist die Karte ein gutes Zahlungsmittel – auch zuhause entspannt die Kredtikarte viele Situationen im Zahlungsverkehr. Wie zu Beginn bereits erwähnt, ist eine Kreditkarte auch zur Buchung von Flügen, Unterkünften, Hotels oder Mietwagen unerlässlich. Die Vorteile einer solchen Karte liegen auf der Hand:

  • Kreditkarten zur Buchung von Urlaub, Hotel und Flug nutzen
  • Die Kaution für den Mietwagen oder Motorroller über Kreditkarten hinterlegen
  • Das Geld im Urlaub kostenlos abheben und hohe Gebühren bei Wechselstuben sparen
  • Unterwegs bei Ausflügen oder beim Shoppen einfach bargeldlos mit Kreditkarte zahlen
  • Eine Kreditkarte für die Welt – ganz einfach weltweit damit bezahlen

Achtung: Auch wenn es bequem erscheint, die Kreditkarten der Hausbank sind nicht automatisch die Besten, um damit im Urlaub und auf Reisen zu bezahlen. Auch wenn diese Karte in Deutschland ein gutes Zahlungsmittel ist, kann es im Ausland trotzdem bedeuten, dass hohe Auslandgebühren anfallen. Von vielen Kreditkarten-Anbietern wird eine Transaktionsgebühr berechnet, sobald man die Kreditkarte im Ausland nutzt. Anders als bei EC – Karten wird bei vielen Kreditkarten zusätzlich zur Abhebegebühr ein prozentualer Anteil des abgehobenen Betrages berechnet. Das können zwischen 1 bis 4 Prozent sein. Außerhalb der EU kann dies noch teurer werden, denn manche Banken erheben zusätzliche Gebühren das sogenannte Auslandseinsatzentgelt. Um nicht in diese Kostenfalle zu tappen lohnt sich die Anschaffung einer Reise – Kreditkarte. Damit kann man weltweit gebührenfrei Geld in der jeweiligen Landeswährung abheben. Diese Karten gibt es als Debit- oder Prepaid-Karten.

Mit diesen kostenlosen Kreditkarten gibt es gebührenfrei Geld im Urlaub

Unsere Erfahrung bei Reisen zeigt, dass besonders VISA Kreditkarten in der ganzen Welt am besten akzeptiert werden. Mit VISA Kreditkarten ist das gebührenfreie Abheben von Geld in Landeswährung möglich. Dabei gibt es aus unserer Sicht zwei ganz klare Favoriten unter den Kreditkarten. Die kostenlose Kerditkarte der DKB ermöglicht das kostenlose Geld abheben, weltweit. Die VISA Kreditkarte wird in Kombination mit einem kostenlosen Girokonto angeboten. Dafür muss man nicht die Bank wechseln. Zwei oder drei Girokonten sind in der heutigen Zeit keine Seltenheit. Nach dem Urlaub kann man immer noch entscheiden, ob man das Konto als Reisekonto behält oder ob man mit seinem Konto auch die Bank wechselt.

Eine weitere kostenlose Kreditkarte ist die der Comdirect Bank. Auch hier gibt es die Kreditkarte in Kombination mit einem kostenlosen Giro-Konto. Geld im Urlaub abheben ist auch bei dieser VISA – Kreditarte kostenlos. Es lohnt zusätzlich auf Aktionsangebote der Banken zu schauen. Die Comdirect-Bank bietet phasenweise beispielsweise 100 Aktivitätsbonus bei Abschluss eines Antrags mit an.

Wer trotzdem kein weiteres Girokonto haben möchte, der ist mit der kostenlosen VISA Karte von ICS gut beraten. Auch hier kann man weitweit kostenlos Geld abheben. Die Abrechnung der Visa Karte erfolgt über das bestehende Girokonto und es ist sogar möglich per Ratenzahlung die ausgegebenen Beträge zurückzuzahlen.

TIPP für Inlandsreisende: Wer im Inland Urlaub macht oder auch als Geschäftsreisender im eigenen Land unterwegs ist, der macht sich häufig zu wenig Gedanken über die Zahlung im Inland. Auch hierzulande wird beim Abheben von Bargeld am bankfremden Geldautomaten eine Gebühr fällig. Mit den kostenlosen Reisekreditkarten entfällt diese Gebühr. Deshalb eignen sich kostenlose Kreditkarten auch als Zahlungsmittel im eigenen Land.


Beim Abheben von Geld im Urlaub zusätzliche Fremdgebühren vermeiden

Seit dem 01.06.2016 ist Tatsache, dass die Banken zwar keine eigenen Gebühren berechnen, allerdings muss man Gebühren, die ggf. an den Automaten im Ausland entstehen seit diesem Tag selbst tragen. DKB und Comdirect waren die letzten Banken in Deutschland, die Fremdgebühren erstattet haben. Andere Banken haben schon früher die Erstattung von Gebühren eingestellt. Während einige Sparkassen und Filialbanken gerade Gebühren erhöhen oder einführen, streichen Direktbanken nun also eine Erstattung. Trotz dieser Veränderung ist das DKB Cash Konto von der DKB immer noch eine gute Wahl, um das Abheben von Geld im Urlaub günstig zu gestalten. Die Frage ist nun, wie man die Fremdgebühren im Ausland am Besten reduziert?

  • Man sollte im Urlaub im Ausland eher selten, dafür allerdings hohe Beträge abheben. Damit reduziert man die fixen Fremdgebühren.
  • Ein anderer Weg kann sein, dass man zum Geld abheben unterschiedliche Geldautomaten ausprobiert. Unterschiedliche Geldautomaten heißt auch unterschiedliche Fremdgebühren. Einige Geldautomaten berechnen keine Fremdgebühr.

Arten von Kreditkarten

Je nach Bedarf gibt es unterschiedliche Formen von Kreditkarten. Grundsätzlich unterscheidet man vier Arten von Kreditkarten. Einmal die Charge Kreditkarten, Revolving Kreditkarten, Guthaben Kreditkarten und die Debit Kreditkarten:

  • Charge – Kreditkarten: Charge Kreditkarten sind in Deutschland die bekanntesten Kreditkarten. Um eine Charge Kreditkarte zu erhalten ist eine Bonitätsprüfung und eine positive Schufa-Auskunft notwendig. Je nach Bonität erhält man einen Kreditrahmen über den man als Kreditkarten Inhaber frei verfügen kann. Die Abrechnung der gemachten Umsätze erfolgt einmal im Monat. Dabei wird das Konto der Kreditkarte über das Girokonto ausgeglichen.
  • Revolving – Kreditkarten: Revolving Kreditkarten sind in Deutschland ebenfalls verbreitet. Die Abrechnung erfolgt hier auch monatlich, der Inhaber der Kreditkarte hat allerdings die Möglichkeit eine Ratenzahlung zu tätigen.
  • Prepaid – Kreditkarten: Für den Erwerb einer Prepaid Kreditkarte oder auch Guthaben Kreditkarte ist keine Schufa-Prüfung notwendig. Da hier dem Inhaber anders als bei Charge Kreditkarte und Revolving Kreditkarte kein Kredit gewährt wird, ist keine Bonitätsprüfung notwendig. Der Kreditkarten Inhaber lädt seine Kreditkarte auf indem er einen Betrag in gewünschter Höhe überweist. Ist das Guthaben der Kreditkarte aufgebraucht, kann keine Zahlungen mehr ausgeführt werden. Diese Kreditkarten eignen sich vor allen Dingen für Personen, die keine andere Kreditkarte mehr erhalten (aufgrund Schufa-Einträgen) oder auch für Jugendliche.
  • Debit – Kreditkarten: Bei den Debit Kreditkarten handelt es sich nicht um eine Kreditkarte im eigentlichen Sinn, da die Ausgaben mit dieser Kreditkarte direkt das Girokonto belasten. In Deutschland sind die bekanntesten Debit Kreditkarten die Girocard (als Maestro-Card, Cirrus von MasterCard) oder V PAY (bzw. VISA Electron ober VISA Plus von VISA).

Unterscheidet man die Kreditkarten nach Eigenschaften, dann kann man die Kreditkarten wie folgt einordnen.

  • Kostenlose Kreditkarten : Für diese Karten man keine Jahresgebühr bezahlen. Die Gebühren für Abhebungen von Bargeld sind kostenlos oder sehr gering. Dafür gibt es keine Zusatzleistungen wie z.b. eine Reiserücktrittsversicherung.
  • Gold oder Platin Kreditkarten: Diese Kreditkarten beinhalten oft exclusive Zusatzleistungen. wie z.B. Versicherungsschutz, Bonusprogramme oder den Zutritt zu Flughafen-Lounges. Da sie oft sehr teuer sind, lohnen sich diese Kreditkarten vor allen Dingen für Geschäftsreisende oder Vielflieger.

Geld im Urlaub durch Reisechecks – Auslaufmodell oder sinnvoll?

Im Vergleich EC Karte, Bargeld oder und Kreditkarte sind Reisechecks auf Reisen ins Ausland nicht mehr so gut geeignet. Weltweit werden deutlich weniger Reiseschecks als Zahlungsmittel genutzt und finden sich nicht mehr in jeder Reisekasse. Teilweise werden sie in einigen Ländern nicht mehr anerkannt. Für die Reise in solchen Ländern ist es sinnvoller z.B. eine kostenlose Kreditkarte von der DKB für die Reise anzuschaffen. Einen Vorteil hat die Nutzung eines Reiseschecks: Bei Verlust wird der Wert umgehend ersetzt. Damit sehen wir den Reisescheck als zusätzliches Zahlungsmittel für die Reisekasse im Ausland sehen. Wir bei breitengrad53.de verzichten auf die Mitnahme von Reisechecks auf unseren Reisen. Besser ist es aus unserer Sicht neben der kostenlosen Kreditkarte etwas Bargeld ins Ausland mitzunehmen.

Soll ich in den Urlaub Bargeld mitnehmen?

Ist es sinnvoll Bargeld in die Reisekasse zu stecken, bzw. Bargeld zuvor in Landeswährung umzutauschen und auf die Reise ins Ausland mitzunehmen? Diese Frage wird uns oft gestellt. Die Mitnahme von Bargeld ins Ausland stellt ein Sicherheitsrisiko dar. Unter diesem Aspekt ist Bargeld aus unserer Sicht kein empfehlenswertes Zahlungsmittel auf Reisen. Trotzdem kann es sinnvoll sein Bargeld mitzunehmen. Der Transport zum Hotel, Trinkgeld für den Fahrer oder die ersten Snacks und Getränke im Reiseland können mit dem Bargeld sofort bezahlt werden. Manchmal ist nicht sofort die EC Zahlung möglich und auch kein Geldautomat in der Nähe. Aus unserer Sicht macht es in vielen Ländern Sinn, vorhandenes Bargeld in Euro mitzunehmen und am Ankunftsflughafen zu tauschen, da hier der Wechselkurs deutlich besser ist als zuhause bei der eigenen Bank. Wir empfehlen das Bargeld nie in einem Betrag zu verstecken, um die Reisekasse zu sichern. Lieber kleinere Summen an unterschiedlichen Plätzen platzieren. Gibt es einen Safe im Hotel, dann sollte man diesen nutzen, um sein Bargeld aufzubewahren. Das Bargeld unterwegs, sollte stets am Körper getragen werden.

Nicht in allen Ländern sind Geldautomaten flächendeckend erreichbar. In einigen Dritte-Welt Ländern ist Bargeld in Landeswährung das einzig akzeptierte Zahlungsmittel. Hier sollte man sich vor der Reise in ländlichere Gebiete mit Bargeld eindecken. Am besten mit der kostenlosen Kreditkarte, an einem Geldautomaten einer größeren Stadt. Generell sollte Bargeld auf Reisen eher in geringer Menge in der Reisekasse sein

Geld im Urlaub abheben – nach Ländern

Ägypten

In Ägypten zahlt man mit Ägyptischen Pfund. In Ägypten sollte man das mitgenommene Bargeld in Kairo direkt am Flughafen tauschen oder später unterwegs eine der Wechselstuben aufsuchen, um dort Euro in Ägyptische Pfund zu tauschen. Die Scheine sollten in Ordnung sein, da sie hin und wieder abgelehnt werden. Besitzt man eine Kreditkarte, sollte man sich im Vorfeld über die anfallenden Gebühren informieren und anderenfalls, um Geld im Urlaub abzuheben, eine kostenlose Reisekreditkarte anschaffen. Generell werden in Ägypten Visa und Mastercard Kreditkarten anerkannt.

Angola

Die Landeswährung von Angola ist der Kwanza. US Dollar werden teilweise auch als Zahlungsmittel akzeptiert. In Angola ist es üblich, dass mit Bargeld gezahlt wird. Weder mit Kreditkarten noch Travellerschecks kommt man hier weiter. Nur einige internationale Hotels akzeptieren die Kreditkartenzahlung. Um Bargeld im Land vorrätig zu haben macht es Sinn US Dollar mit einzuführen und vor Ort bei Banken und auf der Straße bei entsprechenden Händlern zu tauschen.

Argentinien

Der Argentinische Peso ist die Landeswährung in Argentinien. Außerdem ist es teilweise möglich mit US Dollar zu zahlen. Neben dem Tauschhandel auf der Straße (nicht zwingend zu empfehlen) kann man sein Geld bei den offiziellen Banken tauschen. Hier sind die Wechselkurse allerdings nicht sehr günstig. Auch wenn man mit US Dollar zahlen möchte muss man in den Läden damit rechnen zuviel zu zahlen. Und selbst für die Abhebung mit einer Kreditkarte berechnen die Banken vor Ort eine Gebühr, die zusätzlich zur Gebühr der Hausbank in Deutschland hinzu kommt. Um wenigstens die Gebühr in Deutschland zu sparen, empfehlen wir die Anschaffung einer kostenlosen Kreditkarte für das Ausland. Zusätzlich lohnt sich eine zweite Kreditkarte, da die Abhebungsverträge pro Kreditkarte oft auf einen bestimmten Betrag limitiert sind.

Australien

In Australien zahlt man mit dem Australischen Dollar. Es lohnt sich die Dollar in Australien umzutauschen, denn sort ist es meistens günstiger als bei der eigenen Bank in Deutschland. In Australien ist es verhältnismäßig einfach Geld am Geldautomaten abzuheben. Flächendeckend findet man die Automaten und kann im Zweifel schnell an einen gelangen. Die Zahlung von Einkäufen, Mietwagen und Co. ist in Australien recht einfach, mit Visa oder Mastercard kann man fast überall zahlen. Üblich sind hier bis zu 2 Prozent Gebühren, die auf den Betrag erhoben werden. Bargeld mit der EC Karte oder der kostenlosen Kreditkarte abzuheben ist hier die bessere Lösung. Die Deutsche Bank bietet hier sogar eine EC Karte an mit der man in Australien kostenlos Geld an den Automaten der Westpac abheben kann.

Bangladesh

In Bangladesh zahlt man mit Taka. Empfehlenswert ist es seine Taka gleich bei der Ankunft in Dhaka in einer Wechselstube zu tauschen, um entsprechendes Bargeld in der Tasche zu haben. Wer es noch entspannter mag, der hebt sein Geld einfach direkt am Flughafen oder in den Großstädten bei einem der Geldautomaten bei der Dutsch-Bangla Bank, Pubali Banl, BRAC Bak oder Standard Charterd Bank ab. In Bangladesh sollte man in jedem Fall auf die Visa-Karte setzen, da nicht jede Mastercard anerkannt wird. Außerdem sollte man darauf achten, dass die Hausbank keine Gebühren für die Geldabhebung im Ausland verlangt. Gute Karten bieten die DKB und Comdirect an.

Belgien

Die Landeswährung in Belgien ist genau wie in Deutschland der Euro. Das macht die Reise nach Belgien sehr entspannt. Geld braucht nicht gewechselt werden. Geldautomaten sind in Belgien ausreichend vorhanden und mit allen gängigen Karten: Visa, Master, EC und Vpay bekommt man Geld im Urlaub in Belgien. Fremdgebühren für das Abheben von Geld gibt es hier nicht. Die einzigen Kosten, die entsehen können sind die, die die eigenen Bank in Deutschland festgelegt hat. Bis zu 5 Euro pro Abhebung können das sein. Am besten beschafft man sich eine kostenlose Kreditkarte mit der man kostenlos Bargeld abheben kann. Die bargeldlose Zahlung der Einkäufe ist gebührenfrei. Mit Kreditkarte oder EC Karte kann man in Einkaufsmärkten entspannt mit EC Karte zahlen.

Bhutan

Die offizielle Währung in Bhutan ist der Ngultrum. Im Land wird mit Bargeld gezahlt, weshalb es unbedingt notwendig ist direkt am Flughafen Euros in Bargeld zu tauschen. Nur wenige Hotels bieten die Zahlung mit Kreditkarte an. Dafür kommt man in Bhutan mit Travellerschecks weiter.

Bolivien

Der Boliviano ist die Landeswährung Boliviens. Zusätzlich kann man in Bolivien auch mit US Dollor zahlen. In Boliven empfielt es sich Bargeld dabeizuhaben. Dabei lohnt es sich statt Euro lieber US Dollar mitzunehmen, da hier der Wechselkurs besser ist. Entweder führt man US Dollar zum Tauschen in Wechselstuben oder bei den Händlern auf der Straße mit. Zur eigenen Sicherheit sollte man bei den Straßenhändlern nur kleinere Summen tauschen. Ich empfehle den Bargeldbedarf gleich am Flughafen abzuheben. Sowohl Kreditkarten Visa und Mastercard als auch die Maestro Karte funktionieren hier. Auch in Großstädten findet man die Geldautomaten. Um die Gebühren zu sparen lohnt es sich über eine kostenlose Reise Kreditkarte nachzudenken bei der Abhebungen im Ausland kostenlos sind. Im ländlichen Raum sollte man auf jeden Fall Bargeld dabeihaben.

Botswana

Die offizielle Währung in Botswana ist der Pula. Auch US Dollar werden in Botswana akzeptiert. Wenn man in Botswana einreist muss man angeben wieviel Geld man mit ins Land hereinbringt. Genausoviel Geld darf man bei der Ausreise wieder mitnehmen. In Botswana ist es nicht zwingend notwendig Pulas zu tauschen, da sich große Teile der Reise im Vorfeld bezahlen lässt. Sollte man doch Geld benötigen, dann ist es vor Ort in den großen Städten möglich mit einer Visa Karte Bargeld abzuheben oder in den Wechselstuben Bargeld zu tauschen. Am besten besorgt man sich im Vorfeld eine kostenlose Kreditkarte, um die Auslandgebühren zu umgehen. Nach wie vor erheben hier einige Banke hohe Gebühren, die nicht sein müssen.

Brasilien

Offizielle Landeswährung in Brasilien ist der Brasilianische Real. Sobald man gelandet ist, kann man am Flughafen seine mitgebrachten Euros in die Landeswährung tauschen. Wer sich besser fühlt und die Sicherheit braucht, der kann auch bei den Banken in Deutschland Brasilianische Reals eintauschen und gleich mitnehmen. Oder für den Bargeldbedarf US Dollar einpacken, um diese vor Ort zu tauschen. Grundsätzlich ist man in Brasilien gut beraten sowohl Bargeld als auch Kreditkarte dabei zu haben. Hier lohnt es sich über eine Kreditkarte ohne Auslandsgebühren nachzudenken. Vor Ort hebt man seinen Geldbedarf einfach bei einem der Geldautomaten in Brasilien ab – das ist deutlich günstiger vom Wechselkurs. In Ballungscentren findet man die Geldautomaten flächendeckend. Visa, Mastercard und Maestro Karte werden hier anerkannt – allerdings ist nicht jeder Geldautomat für internationale Karten ausgelegt. Am besten beraten ist man mit der Citibank Brasil oder HSBC, die zusätzlich sicherer sein sollen als andere Banken.

Chile

Offizielle Währung in Chile ist der Chilenische Peso. In Chile kann man bei Banken oder auch in Wechselstuben Geld tauschen, allerdings sollte man beachten, dass diese nicht überall verfügbar sind. Bevor man sich also auf den Weg in ländlichere Regionen macht, sollte man sich entsprechend mit Bargeld ausstatten. Meine Empfehlung: Gleich am Flughafen in Santiago Geld abheben! Hier muss man allerdings mit Fremdabhebegebühren einiger Chilenischer Banken rechnen. Bei der Banco del Estado und die Scotia Bank Chile ist dies kostenlos. Akzeptiert werden Visa, Master und Maestro Karten. Um dann auch die Gebühren der eigenen Bank zu umgehen, lohnt es sich eine Reise – Kreditkarte von der DKB oder Comdirekt Bank anzuschaffen. Hier werden keine Gebühren für Auslandsabhebungen fällig.

China

In China zahlt man mit Yuan. Wer möchte kann bereits in China seine Euros am Flughafen in Yuan tauschen. Der Kurs ist überall in China fast gleich. Insofern macht es keinen Unterschied wo man in China sein Geld tauscht. Zusätzlich lohnt es sich auf jeden Fall eine Kreditkarte ohne Auslandsgebühren anzuschaffen. Damit bekommt man in allen größeren Städten bei der Citibank China, Industrial and Commercial Bank of China sowei bei der Bank of China Bargeld. Diese akzeptieren sowohl Visa als auch Mastercard.

Costa Rica

Die Landeswährung in Costa Rica sind die Colones. Meine Erfahrung in Costa Rica ist, dass es sich lohnt direkt am Flughafen mit der kostenlosen Kreditkarte erstes Bargeld abzuheben. Auch gilt, dass es günstiger ist, sich das Geld im Inland zu beschaffen und nicht im Vorfeld bei der Bank in Deutschland. Die Verbeitung von Geldautomaten ist in Costa Rica zwar ganz gut, allerdings in Ausnahmen nicht flächendeckend gewährleistet. Gerade wenn man in ländlichen Regionen unterwegs ist. Insorfern lohnt es sich einen Vorrat an Bargeld dabei zu haben. Mitgenommene Euro kann man bei der Banco de Costa Rica, der Banco Nacional de Costa Rica bei privaten Banken z.B. Scotiabank Costa Rica oder BAC Costa Rica tauschen. Mit der Visa oder Mastercard Kreditkarte kann man in Costa Rica Geld abheben. In den großen Städten findet man ausreichen Geldautomaten, die die Kreditkarten akzeptieren.

Curacao

Auf Curacao bezahlt man mit den Antillischen Gulden. Um an diese zu gelangen lohnt es sich eine Kreditkarte mitzunehmen mit der man an den Geldautomaten auf Curacao einfach Bargeld abhebt. Visa und Mastercard werden hier akzeptiert. Man sollte darauf achten, dass durch die Nutzung der Kreditkarte keine Auslandsabhebegebühren entstehen. Dies kann man im Vorfeld mit der eigenen Bank in Deutschland klären. Die DKB oder Comdirekt Bank bieten diese kostenlose Kredtitkarten an, mit denen man im Ausland gebührenfrei Geld abheben kann. Man kann nach Curacau aber auch bereits in Deutschland gewechseltes Geld mitnehmen oder man tauscht seine Euros vor Ort bei einer Bank in Antillische Gulden oder in US Dollar um. In der Regel kommt man auch mit dieser Währung weiter.

Dänemark

Die Landeswährung in Dänemark ist die dänische Krone. In einigen Touristenorten kann man auch mit Euros zahlen, bekommt das Wechselgeld dann in dänischen Kronen zurück. Aus meiner Sicht ist es für eine Reise nach Dänemark nicht notwendig im Vorfeld Dänische Kronen einzutauschen, denn in Dänemark kann man mit EC Karte oder Kreditkarte entspannt bargeldlos zahlen. Wer möchte kann natürlich trotzdem in Dänemark in Wechselstuben oder Banken problemlos Geld tauschen. Für diejenigen, die sich mit Bargeld in der Tasche besser fühlen, bieten deutsche Banken ebenfalls den Umtausch an – meist mit Voranmeldung. Alternativ kann man mit der Mastercard, Visa und die Vpay – oder Maestro Karten in Dänemark an den Geldautomaten Geld abheben. Das ist dann deutlich entspannter und bedarf keiner großen Vorbereitung. Wer bei bei seiner Hausbank zu hohe Gebühren zahlen müsste, der sollte über die Anschaffung einer kostenlosen Kreditkarte in nachdenken. Damit werden Abhebungen in Dänemark kostenlos.

Dominikanischen Republik

Die Landeswährung in der Dominikanischen Republik ist der Peso aber auch US Dollar werden als Zahlungsmittel akzeptiert. Wer Geld tauschen möchte kann dies nur direkt vor Ort in den Wechselstuben der Hotels, in Einkaufszentren und am Flughafen. Man sollte immer nur soviele Peso tauschen wie man tatsächlich braucht, da der Rücktausch oft nur zu deutlich schlechteren Kursen möglich ist. Die andere Alternative ist das Geld an einem der zahlreichen Geldautomaten abzuheben. Je nach eigener Hausbank kann dies allerding mit hohen Gebühren einhergehen. Die sinnvollere Möglichkeit ist die Anschaffung einer Reise-Kreditkarte mit der man im Ausland gebührenfrei Geld abheben kann. Visa oder Masterkarten werden in der Dominikanischen Republik akzeptiert.

Ecuador

In Equador bezahlt man heute in US Dollar. Für Equador empfehle ich:

  1. In Deutschland US Dollar zu tauschen und direkt mitzunehmen
  2. US Dollar mit Visa, Master oder Maestro Karte direkt in Ecuador am Geldautomaten abzuheben (Vpay Girokarten funktionieren nicht)

Direkt am Flughafen oder in den größeren Städten wie Quito, Santo Domingo oder Guayaqui gibt es Geldautomaten. Equador ist ein Land wo sich zwei Kreditkarten lohnen, denn entweder findet man hier Automaten, die die Mastercard akzeptieren (Banco del Pacifico) oder Automaten, die die Visacard (Banco de Guayaquil) akzeptieren. Am besten darauf achten, dass die Kreditkarte keine Auslandsabhebegebühren verursacht. DKB oder Comdirekt bieten diese Karten an und machen meiner Erfahrung nach sehr viel Sinn.

El Salvador

In El Salvador zahlt man seit 2001 mit US Dollar. Da sich in El Salvador in allen größeren Städten Bankautomaten sind, ist es nicht zwingend notwendig größerer Bargeldvorräte mitzunehmen. Wobei sich ein kleiner Betrag natürlich immer lohnt. Diesen tauscht man entweder in Deutschland bei der eigenen Bank oder vor Ort. Sinnvoll dagegen ist die Mitnahme einer Kreditkarte. Es werden Visa und Mastercard akzeptiert. Wer bereits eine Kreditkarte besitzt, sollte vorher prüfen, ob die Bank in Deutschland Gebühren für das Abheben im Ausland erhebt. Falls das so sein sollte, lohnt es sich eine neue Kreditkarte anzuschaffen, bei der diese Gebühren nicht erhoben werden. DKB und Comdirekt bieten eine solche Kredtitkarte an.

England

Das Zahlungsmittel in England sind Pfund Sterling. Aus meiner Sicht ist es nicht notwendig bei einer Reise nach England im Vorwege Geld zu tauschen. Wer dies allerdings möchte, kann das bei seiner Hausbank erledigen. In England gibt es ein gut ausgebautes Netz an Geldoutomaten, so dass man selbst mit der Maestro-Karte vor Ort Geld abheben kann. Allerdings kann das mit hohen gebühren der Hausbank einhergehen. Das sollte man vor Abreise direkt mit der eigenen Bank klären. Um die Gebühren zu umgehen, lohnt sich die Anschaffung einer Reise-Kreditkarte, die von vielen Direktbanken kostenlos angeboten wird. Bei einigen Anbietern entfallen die Auslandsabhebegebühren.

Estland

In Estland zahlt man genau wie in Deutschland mit dem Euro. Das macht es sehr bequem nach Estland zu reisen.Außerdem ist die Dichte an Geldautomaten in Estland sehr hoch und das Geldabheben ist ein Kinderspiel. Deshalb würde ich neben einer überschaubaren Menge Bargeld eher dazu tendieren das Geld in Estland direkt abzuheben. Visa, Mastercard, Maestro und Vpay Karten funtionieren hier alle. Bei den meisten Banken fallen keine Fremdabhebegebühren an. Einzig die Gebühren ihrer Hausbank in Deutschland können ein Loch in die Reisekasse reißen. Deshalb gilt es im Vorfeld zu klären, wie hoch die Gebühren ausfallen. Ich empfehle im Zweifel immer eine kostenlose Kreditkarte der DKB und der Comdirect Bank. Hier entfallen Gebühren für das Geldabeben im Ausland. In den Geschäften kann man direkt bargeldlos mit EC- oder Kreditkarte zahlen – ganz ohne Gebühren.

Finnland

In Finland zahlt man wie in Deutschland mit dem Euro. Das macht die Reiseplanung schon im Vorfeld sehr entspannt. Am besten hebt man bei Ankunft am Flughafen in Helsinki einen Bargeld-Betrag ab. Visa, Mastercard, Maestro und Vpay Karten funtionieren hier alle. Bei den meisten Banken fallen keine Fremdabhebegebühren an. Nur die Gebühren der Hausbank in Deutschland sollte man im Vorfeld abklären. Um hohe Gebühren zu vermeiden lohnt sich die Anschaffung einer kostenlosen Kreditkarte, die keine Auslandsabhebegebühren verursacht. DKB und Comdirect Bank bieten diese an. In den Geschäften zahlt man einfach bargeldlos mit EC-Karte – ganz ohne Gebühren.

Frankreich

In Frankreich zahlt man wie in Deutschland mit dem Euro. Das macht die Reiseplanung sehr entspannt, denn man braucht sich über das Geld wechseln keine Gedanken zu machen. Am besten hebt man bei Ankunft am Flughafen z.B. in Paris das gewünschte Bargeld ab. Visa, Mastercard, Maestro und Vpay Karten funtionieren hier alle. Fremdabhebegebühren fallen bei den Banken nicht an. Nur die Gebühren der Hausbank in Deutschland sollte man im Vorfeld abklären. Um hohe Gebühren zu vermeiden lohnt sich die Anschaffung einer kostenlosen Kreditkarte, die keine Auslandsabhebegebühren verursacht. DKB und Comdirect Bank bieten diese an. Auch das Abheben von BArgeld mit EC-Karte ist je nach Bank kostenfrei. Beispielsweise hat die Deutsche Bank eine Kooperation mit BNP Paribas. Die Targobank kooperiert mit Credit Mutuel und der CIC Bank. In den Geschäften zahlt man einfach bargeldlos mit EC-Karte – ganz ohne Gebühren.

Georgien

In Georgien zahlt man mit georgischen Lari. Da es in Georgien besonders in ländlichen Regionen vorkommen kann, dass keine Geldautomaten verfügbar sind, empfielt es sich Bargeld mitzunehmen oder abzuheben. Euro und US Dollar kann man in den Wechselstuben in Georgien umtauschen. Da es hier aber manchmal zu Schummeleien in den Wechselstuben kommt, empfehle ich direkt nach der Ankunft in einer größeren Stadt wie Tiflis oder am Flughafen Bargeld am Automaten abzuheben. Visa, Master und Maestro Karten werden akzeptiert. Bei den meisten Banken fallen keine Gebühren an. Allerdings sollte man sich im Vorfeld vergewissern, dass auch die Hausbank in Deutschland keine Abhebegebühren verlangt. Wer ganz sicher sein möchte, beantragt spätestens 3-4 Wochen vor Urlaubsbeginn eine kostenlose Kreditkarte bei der DKB oder Comdirektbank. Hier entfallen Abhebegebühren.

Griechenland

In Griechenland zahlt man wie in Deutschland mit dem Euro. Das macht die Reiseplanung sehr entspannt, denn man braucht sich über das Geld wechseln keine Gedanken zu machen. Am besten hebt man bei Ankunft am Flughafen z.B. in Athen das gewünschte Bargeld ab. Visa, Mastercard, Maestro und Vpay Karten funtionieren hier alle. Fremdabhebegebühren fallen bei den Banken nicht an. Nur die Gebühren der Hausbank in Deutschland sollte man im Vorfeld abklären. Um hohe Gebühren zu vermeiden lohnt sich die Anschaffung einer kostenlosen Kreditkarte, die keine Auslandsabhebegebühren verursacht. DKB und Comdirect Bank bieten diese an. Auch das Abheben von Bargeld mit EC-Karte ist je nach Bank kostenfrei.

Guatemala

In Guatemala zahlt man entweder mit Guatemala Quetzal oder in touristischen Regionen mit dem US Dollar. Empfehlenswert ist das Geld entweder gleich am Flughafen einzutauschen oder mit Visa und Mastercard am Geldautomaten in Guatemala Geld abzuheben. Um hohe Abhebegebühren zu vermeiden, lohnt es sich eine Kreditkarte mitzunehmen, bei der keine Auslandsabhebegebühren berechnet werden. Einige Banken in Deutschland, wie z.B. die DKB oder die Comdirect Bank bieten diese kostenlos an.

Honduras

Offizielles Zahlungsmittel in Honduras ist der Honduranische Lempira. Wer Bargeld benötigt sollte US Dollar für den Umtausch mitnehmen – in kleineren Banknoten. Allerdings ist die Mitnahme von großen Bargeldmengen grundsätzlich nicht notwendig. In Honduras hat sich das Netz an Geldautomaten in den letzten Jahren sehr gut weiterentwickelt, so dass man nicht nur in absoluten Großstädten Geldautomaten findet. Hier werden Visa und Mastercard akzeptiert. Wer gebührenfrei in Honduras Geld abheben möchte, der sollte sich über eine kostenlose Reisekreditkarte informieren, denn damit reist es sich sehr bequem durch Honduras.

Indien

In Indien wird mit der indischen Rupie gezahlt. In Indien selbst kann man die Rupien in Banken und Wechselstuben eintauschen. Wobei die Wechselstuben häufig bessere Kurse anbieten. Hier sollte man die Quittung aufheben, da diese für den Rücktausch benötigt wird. Wer nach Indien Reisechecks mitnimmt, der sollte diese in US-Dollar ausstellen lassen. Der einfachste Weg in Indien an Bargeld zu gelangen ist meiner Meinung nach die Abhebung an einem der vielen Geldautomaten entweder mit EC oder Kreditkarte. Aufgrund hoher Auslandsabhebegebühren ist es sinnvoll eine kostenlose Kreditkarte anzuschaffen bei der keine Auslandsgebühren anfallen. Diese erfeuen sich immer größer werdenenden Beliebtheit unter Reisenden.

Indonesien

In Indonesien wird mit der Rupiah bezahlt. Meine Erfahrung auf Bali war, dass man am entspanntesten mit einer Kreditkarte im Gepäck reist. Theoretisch ist es auch möglich Bargeld einzuführen, um auch die Einreisegebühren am Flughafen davon zu bezahlen. Allerdings können diese Gebühren ebenfalls mit einer Kreditkarte beglichen werden. Eine EC Karte in Indonesien zu nutzen macht meiner Meinung nach weniger Sinn. Da die Abhebebeträge begrenzt sind, ist man während des Urlaubs gezwungen öfter Geld zu holen. Und das kann mit den Gebühren einer EC-Karte sehr schnell, sehr teuer werden. Die Anschaffung einer kostenlosen Kreditkarte für die Reise lohnt sich für Indonesien auf jeden Fall. Es entfallen die Auslandsabhebegebühren. Zusätzlich sollte man sich überlegen eine zweite Kreditkarte zuzulegen. Gerade auf reisen kann es passieren, dass eine Kreditkarte kaputt geht oder nicht anerkannt wird. Mit einer zweiten Karte ist man immer auf der sicheren Seite.

Irland

In Irland zahlt man sowohl mit Pfund Sterling (Britische Pfund) und auch mit Euro. Gerade in Nordirland ist das Pfund die akzeptierte Währung. Um dort zahlen zu können benötigt man britische Pfund. Diese kann man vor Ort in Banken und Wechselstuben und Banken eintauschen. Außerhalb von Nordirland ist auch die Zahlung mit EC-Karte, mit Maestro- oder Cirrus-Symbol möglich – sogar gebührenfrei. Wer sich in Nordirland befindet, der muss damit rechnen, dass die Hausbank Gebühren erhebt. Auf der sicheren Seite ist man hier mit einer kostenlosen Kreditkarte, die keine Auslandsabhebegebühren verursacht. Wenn noch 3-4 Wochen Zeit bis zum Urlaub sind, dann lohnt sich die Beantragung jetzt noch.

Island

In Island zahlt man mit isländischen Kronen. Sich im Vorfeld mit isländischen Kronen einzudecken halte ich für nicht notwendig. Es ist relativ schwierig und teuer diese vor dem Urlaub zu beschaffen. Einfacher hingegen ist es, direkt bei Ankunft am Flughafen einern ersten Vorrat an isländischen Kronen zuzulegen. Mastercard, Visa und Vpay– oder Maestro-Girokarten werden hier akzeptiert. Island ist ein Land bei dem die inländischen Banken beim Abheben eine Fremdabhebegebühr von etwa einem Euro berechnen. Zusätzlich kommen noch die Gebühren der eigenen Bank hinzu. Um diese Gebühren wenigstens zu vermeiden, lohnt es sich eine Kreditkarte anzuschaffen, die ohne Auslandsabhebegebühren auskommt. Viele Anbieter bieten diese Karten kostenlos, ohne Grundgebühren an.

Italien

Die einstige italienische Währung Lira wurde 2002 durch den Euro ersetzt. Das vereinfacht die Reiseplanung, denn man braucht sich über das Geld wechseln keine Gedanken zu machen. Am besten hebt man bei Ankunft am Flughafen z.B. in Rom das gewünschte Bargeld ab. Visa, Mastercard, Maestro und Vpay Karten funtionieren hier alle. Fremdabhebegebühren fallen bei den Banken nicht an. Nur die Gebühren der Hausbank in Deutschland sollte man im Vorfeld abklären. Um hohe Gebühren zu vermeiden lohnt sich die Anschaffung einer kostenlosen Kreditkarte, die keine Auslandsabhebegebühren verursacht. Einige Direktbanken bieten diese an.

Kambodscha

In Kambodscha zahlt man im ländlicheren Raum mit Riel oder vielfach auch mit US Dollar. In der Regel ist es einfach sich auch mit US Dollar durch Kambodscha zu bewegen. In Kambodscha gibt es in allen größeren Städten z.B. Phnom Penh, Siem Reap oder Sihanoukville, Geldautomaten an denen man sich mit Bargeld versorgen kann. Mit Visa oder MAstercard kommt man in Kambodscha sehr gut zurecht. Dabei sollte man nur darauf achten, dass man bei der eigenen Bank keine Gebühren für Auslandsabhebungen zahlen muss. Dies geht am besten mit einer kostenlosen Reise-Kreditkarte. Außerdem sollte man darauf achten, dass die Bank im Landesinneren keine zusätzlichen Gebühren verlant. Bisher ist dies nur noch bei der Canadia Bank und Union Commercial Bank der Fall.

Kanada

Die Landeswährung in Kanada ist der kanadische Dollar. Wer bei einer solchen Reise gern Bargeld dabei hat, kann in deutschen Banken Euros in kanadische Dollar eintauschen. Aber auch in den Wechselstuben in Kanada ist dies möglich – diese bieten oft fairere Kurse als die Banken an. Noch entspannter ist es in Kanada am Geldautomaten Geld abzuheben. Die Abdeckung mit Geldautomaten ist in den Ballungsräumen und Großstädten von Kanada sehr gut. Anerkannt werden Kreditkarten und Maestrokarten. V-Pay Karten werden in Kanada nicht anerkannt. Es lohnt sich im Vorfeld einmal die Gebührentabelle der eigenen Bank anzuschauen, um Zusatzkosten beim Geldabheben mit Ec- oder Kreditkarte zu vermeiden. Auf der sicheren Seite ist man mit einer kostenlosen Reise – Kreditkarte. Wer in Kanada vorhat in entlegene Gebiete zu reisen, der sollte sich vorher am Flughafen mit Bargeld eindecken, da Geldautomaten dann nicht mehr so einfach zu finden sind.

Kuba

Die Landeswährung in Kuba sind Kubanische Peso. Allerdings zahlen in dieser Währung auf Kuba nur die Einheimischen. Das ist eine Besonderheit auf Kuba. Touristen zahlen mit dem Peso convertible, der an den US Dollar gebunden ist. Manchmal ist es während der Reise in Kuba etwas schwieriger an Geld zu kommen. Deshalb macht es Sinn direkt am Flughafen mit seiner kostenlosen Kreditkarte Geld abzuheben, um entsprechend Bargeld in der Tasche zu haben. Wenn man Euros eintauscht muss man mit einer zusätzlichen Steuer rechnen. Um wenigstens die Abhebegebühren bei der eigenen Bank zu sparen, lohnt es sich deshalb eine kostenlose Reise – Kreditkarte anzuschaffen. Dabei ist besonders die Kreditkarte der DKB für Kuba geeignet. Diese funktioniert auf Kuba gut.

Laos

In Laos zahlt man mit Kip. Aber auch mit der thailändischen Währung Baht und dem US Dollar kann man hier zahlen. Bei den lokalen Läden werden in der Regel nur Kip akzeptiert. Wie in vielen Anderen Ländern ist es günstiger die Kip vor Ort zu tauschen. Dafür nimmt man am besten Euros und US Dollar mit nach Laos, da nicht in allen Wechselstuben Euros akzeptiert werden. Die Abdeckung mit Geldautomaten ist in Laos nicht überall gegeben. Automaten, die Kreditkarten akzeptieren gibt es nur in Vientiane. Bei der BCEL Bank kann man bis zu 700.000 Kip ( etwa 65 Euro) auf einen Schlag abheben. Die BCEL Bank erhebt dafür Fremdgebühren – etwa 3 Prozent auf den Auszahlungsbetrag. Damit nicht noch Gebühren von der heimischen Bank hinzukommen, sollte man sich im Vorfeld dort informieren und ggf. eine kostenlose Reise – Kreditkarte bei der DKB oder comdirekt Bank anfordern. Damit werden die Auslandsabhebungen kostenlos.

Mexiko

Die offizielle Währung in Mexiko ist der mexikanische Peso. Sowohl mit den mexikanischen Pesos als auch mit US Dollar kann man im Urlaub in Mexiko bezahlen. Meistens ist es günstiger bei der einheimischen Währung zu bleiben. In Mexiko bekommt man den besten Wechselkurs am Geldautomaten. Mastercard, Visa und Maestrokarten werden hier aktzeptiert. Vpay-Karten kann man in Mexiko nicht verwenden. Achtung: In Mexiko sollte man beim Geldabheben besonders auf Sicherheit achten. In jedem Fall sollte man seine PIN bei der Eingabe verdecken. Geldautamaten sind in Mexiko flächendeckend vorhanden. Ob HSBC und Banco Santander oder die Scotiabank und Banamex – diese findet man überall. Mit Fremdabhebegebühren bei den mexikanischen Banken muss man hier auf jeden Fall rechnen. Um wenigstens die Gebühren zuhause bei der eigenen Bank zu sparen, lohnt es sich über eine kostenlose Kreditkarte nachzudenken.

Neuseeland

Die offizielle Währung in Neuseeland ist der Neuseeland Dollar. Es lohnt sich die Dollar in Neuselland umzutauschen, denn sort ist es meistens günstiger als bei der eigenen Bank in Deutschland. Hier wird eine pauschale Gebühr verlangt. Aber in Neuseeland ist es sehr einfach Geld am Geldautomaten abzuheben. Maestro Karten und Kreditkarten werden hier akzeptiert. Flächendeckend findet man die Automaten und kann im Zweifel schnell an einen gelangen. Bargeld mit der EC Karte oder der kostenlosen Kreditkarte abzuheben ist hier die beste Lösung. Die Deutsche Bank bietet hier sogar eine EC Karte an mit der man in Neuseeland kostenlos Geld an den Automaten der Westpac abheben kann.

Niederlanden

Die Landeswährung in den Niederlanden ist genau wie in Deutschland der Euro. Das macht die Reise in unser Nachbarland sehr entspannt. Geld braucht nicht gewechselt werden. Geldautomaten sind in den Niederlanden ausreichend vorhanden und mit allen gängigen Karten: Visa, Master, EC und Vpay bekommt man Geld im Urlaub in den Niederlanden. Fremdgebühren für das Abheben von Geld gibt es hier nicht. Die einzigen Kosten, die entsehen können sind die, die die eigenen Bank in Deutschland festgelegt hat. Bis zu 5 Euro pro Abhebung können das sein. Die Zahlung der Einkäufe ist kostenlos. Mit Kreditkarte oder EC Karte kann man in Einkaufsmärkten einfach zahlen. Am besten beschafft man sich eine kostenlose Kreditkarte mit der man kostenlos Bargeld abheben kann. Die Einkäufe zahlt man am besten mit der eigenen EC Karte.

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Chicago – die Stadt der breiten Schultern

Hier muss man einfach gewesen sein. Im Millenium-Park einmal vor „The Bean“ zu stehen, möglichst schrille und verzerrte Selfies zu machen, das gehört in jedem Fall zu den „Must-Do’s“ in Chicago. Aber nicht nur das: Den Willis Tower hochzufahren, auf der 103. Etage den Schritt auf einen der vier Glasbalkone zu wagen und neben der atemberaubenden Aussicht auf die Millionenmetropole auch den ungehinderten Blick in 400 Meter Tiefe zu genießen, auch das lässt man sich als Tourist kaum entgehen. Keine Frage, in Chicago ist alles ein wenig größer – nicht nur zu Lande, auch auf dem Wasser. Der Michigan See – einer der fünf großen nordamerikanischen Binnengewässer – ist mehr als 100 Mal größer als der Bodensee und auch größer als die ganze Schweiz.

Hier muss man einfach gewesen sein. Im Millenium-Park einmal vor „The Bean“ zu stehen, möglichst schrille und verzerrte Selfies zu machen, das gehört in jedem Fall zu den „Must-Do’s“ in Chicago. Aber nicht nur das: Den Willis Tower hochzufahren, auf der 103. Etage den Schritt auf einen der vier Glasbalkone zu wagen und neben der atemberaubenden Aussicht auf die Millionenmetropole auch den ungehinderten Blick in 400 Meter Tiefe zu genießen, auch das lässt man sich als Tourist kaum entgehen. 

 

Keine Frage, in Chicago ist alles ein wenig größer – nicht nur zu Lande, auch auf dem Wasser. Der Michigan See – einer der fünf großen nordamerikanischen Binnengewässer – ist mehr als 100 Mal größer als der Bodensee und auch größer als die ganze Schweiz.

Rush Hour auf dem Chicago River

Und doch sind es gerade auch die vermeintlich unspektakulären Erlebnisse, die einen Besuch in Chicago so faszinierend machen. Zum Beispiel eine sportliche Kajaktour auf dem Chicago River, die pünktlich zum Sonnenuntergang beginnt. „Freut euch auf ein tolles Spektakel, auf herrliche Ausblicke und natürlich aufs nächtliche Feuerwerk“, begrüßt Coach Trevor seine zehnköpfige internationale Gruppe. Kurze technische Einweisung und ein paar Lektionen über Sicherheit und das korrekte Paddeln, und schon kann’s losgehen. Nicht so schnell: Auch auf dem Wasser herrschen Verkehrsregeln. „Auf dem Chicago River ist manchmal Rush Hour wie auf der Michigan Avenue“, ermahnt Trevor. „Also immer schön rechts halten, nicht zu nah an die Hafenmauer ran und den Fluss nur nach meiner Anweisung queren“.

 

Die ersten Paddelschläge sind schnell gemacht. Glück gehabt: Der Wind kommt von Osten, bläst also in den Rücken. Der Blick geht nach vorn in Fahrtrichtung, aber auch nach rechts und links und vor allem steil nach oben. Zum Beispiel auf den 365 Meter hohen, von der Architektin Jeanne Gang entworfenen Vista-Tower. Der Flussverkehr nimmt zu. Man muss sich also die Wasserstraße mit vielen gelben Wassertaxis und Ausflugsbooten teilen. Auch die Wellen werden nicht kleiner. Die Höhe des Trump Tower ist erreicht. Die ersten Partyschiffe tauchen auf und sorgen für Stimmung. Mittlerweile ist es stockdunkel geworden. Und auf dem Rückweg muss gegen den strammen Gegenwind angekämpft werden. Nach zweieinhalb Stunden ist der Ausgangspunkt erreicht. Jetzt heißt es durchschnaufen, sich über Glückshormone – und das nächtliche Feuerwerk freuen, das die Chicagoer Nacht erhellt.

Radtour quer durch Chicago

Auch bei der Radtour am nächsten Morgen kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Vor allem deshalb, weil man Chicago von einer ganz anderen, unbekannten Seite kennenlernen darf. Startpunkt ist Downtown bei „Bobby’s Bike Hike“. Fern der üblichen Touristenrouten geht es auf der North Side raus in die Natur, zu Stadtparks und malerischen Stränden. Zwei Dänen, ein englisches Ehepaar und zwei Deutsche gehören zu der kleinen Gruppe, die von Guide Gabe nicht nur ortskundig geführt, sondern bei Stopps auch informiert und kurzweilig unterhalten wird. Es gilt, mit oder gegen den Wind zu radeln, vorbei am Adler Planetarium, Shedd Aquarium, am Field Museum of Natural History – auch zum legendären Footballstadion der Chicago Bears.

„Wisst Ihr, wann die Bears den Super Bowl gewonnen haben?“, will Gabe wissen – um selbst die Antwort schnell hinterher zu schieben. Natürlich erklärt Gabe auch, wie die vier Sterne auf die Stadtflagge gekommen sind. Einen spektakulären Blick auf die Skyline gibt’s auf der Northerly Island, einer knapp 100 Hektar großen – künstlich geschaffenen – Halbinsel. Sie ist die Realität gewordene Vision von Daniel H. Burnham, Chicagos berühmtem Architekten und wurde in den 1930ern anlässlich Chicagos zweiter Weltausstellung angelegt. Vor 20 Jahren stand Northerly Island kurz davor, zu einer Landebahn für Flugzeuge zu werden – und ist dank später politischer Einsichten doch die Heimat von Enten, Gänsen und zahlreicher anderer Wasservögel geblieben.

Chicago – die Stadt der breiten Schultern

Chicago hat viele Namen. Man nennt die Stadt „Windy City“, nicht nur der steifen Brise wegen. Auch deshalb, weil hier die Politiker in früheren Zeiten ihr Fähnchen allzu oft in den Wind gehalten haben. Die Millionenmetropole am Südwestufer des Lake Michigan wird in Anlehnung an ein Gedicht von Carl Sandburg aber auch gern „City of Big Shoulders“ – die Stadt der breiten Schultern – genannt. Also eine personifizierte Arbeiterstadt und ein Produkt einer historischen Akkumulation. Wie auch immer: Chicago ist eine Stadt mit reicher Geschichte und vielen Kulturen. Die knapp drei Millionen Einwohner haben ganz unterschiedliche Wurzeln, viele Deutsche sind darunter, auch Osteuropäer. Und dass der Chicago River jedes Jahr am St. Patricks Day grün eingefärbt wird, ist natürlich den zahlreichen irischen Einwanderern geschuldet.

“Chicago ist anders”

„Chicago ist different – Chicago ist anders“, sagt Pilar Ellis, Marketing Managerin des im Herzen der Altstadt gelegenen „Warwick Allerton Hotel“. Chicago werde oft unterschätzt, dabei müsse ihre Stadt den Vergleich mit New York nicht scheuen, gerade auch in kultureller Hinsicht. „Auch viele Shows und Musicals haben hier ihren Anfang genommen, bevor sie am Broadway große Erfolge feierten“, sagt sie. „Different“ ist auch die Architekturszene. Bestes Beispiel dafür ist das Warwick Allerton, quasi eine Hommage an die Geschichte und ein Kontrapunkt zu den es umgebenden anderen Wolkenkratzern.

Es wurde in den 1920ern in der Jazz Ära erbaut und hat sich sein authentisches Flair bis heute erhalten. Aus einem ehemaligen „Gentlemen’s Club“, der ab 1930 auch für Frauen zugelassen wurde, ist ein Hotel mit gehobenem modernem Anspruch und gleichzeitig historischem Ambiente geworden. Hier finden viele Kongresse statt, der traumhafte „Tip Top Tap Ballroom“ im 23. Stock ist nicht nur bei Hochzeitspaaren beliebt, und das Hotel wird auch dank seiner idealen Lage zum perfekten Ausgangspunkt für touristische Aktivitäten. Nicht zuletzt darf man sich auf Schritt und Tritt gegenwärtig sein, dass hier schon Stars wie Frank Sinatra, Sammy Davis Junior, Muhammad Ali oder Elvis Presley übernachtet haben.

Ein echtes Erlebnis: Ein Baseball Spiel der Chicago White Sox. Bild: Geiselhart

Zeit für ein gutes Abendessen. Zum Beispiel im Restaurant „Sunda“ im belebten Viertel River North. Hier wird asiatische Fusionsküche mit der Gastfreundschaft des Mittleren Westens verbunden. Mit Erfolg: Das von Michelin empfohlene Konzept wurde unter anderem als „Best New Restaurant“ und „Sexiest Restaurant“ ausgezeichnet. Was steht am nächsten Tag an? Die Tourismusexpertinnen Ann Tok und Abigail Phillips empfehlen ein Spiel der „White Sox“. Keine schlechte Idee – und die Chance, Baseball nicht nur aus nächster Nähe zu betrachten, sondern auch die Spielregeln endlich mal zu verstehen.

Hinweis in eigener Sache: Die Reise für diesen Beitrag wurde zum Teil unterstützt von Veranstaltern, Hotels, Fluglinien und/oder Tourismus-Agenturen. Wir legen sehr großen Wert auf eine unabhängige und neutrale Berichterstattung, daher sind die Meinungen, Eindrücke und Erfahrungen der jeweiligen Autoren ihre eigenen.
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Interview mit Elton – “In Nepal habe ich null Stress erlebt”

Elton (bürgerlich Alexander Duszat) ist einer der bekanntesten Entertainer im deutschsprachigen Raum. Ob jung oder alt – jeder kennt ihn. Als Pro7-Allzweckwaffe ist er im Programm des Privatsenders nicht mehr wegzudenken. Von Stefan Raabs Showpraktikant hat er sich mittlerweile zu seinem legitimen Nachfolger weiterentwickelt.

Elton (bürgerlich Alexander Duszat) ist einer der bekanntesten Entertainer im deutschsprachigen Raum. Ob jung oder alt – jeder kennt ihn. Als Pro7-Allzweckwaffe ist er im Programm des Privatsenders nicht mehr wegzudenken. Von Stefan Raabs Showpraktikant hat er sich mittlerweile zu seinem legitimen Nachfolger weiterentwickelt.

Interview mit Elton

Elton während der Taufzeremonie der “Mein Schiff 1 ” am 11.Mai 2018 in Hamburg.

Der 47-jährige Elton ist in seinem Job als TV Gesicht viel rumgekommen, hat viel erlebt. Unser Autor Torben Knye hat ihn während der Fury in the Slaugtherhouse & Friends Kreuzfahrt auf der Mein Schiff 3 getroffen und die Möglichkeit genutzt, ihm einige Fragen für Breitengrad53 zu stellen.

Elton im Interview bei breitengrad53

breitengrad53: Warum reist du gern?

Elton: Weil es einfach interessant ist, andere Länder, Menschen und deren Bräuche kennenzulernen.


breitengrad53:  Wohin reist du besonders gern?

Elton: Es gibt kein besonderes Reiseziel. Der Harz ist genauso spannend wie Mallorca oder die Malediven.

Reiseblog BREITENGRAD53 Malediven - Umweltschutz zum Erhalt der Korallenriffe 1

Die herrlich, bunte Unterwasserwelt ist die Hauptattraktion der Malediven.

breitengrad53: Auto, Flugzeug, Kreuzfahrtschiff, zu Fuß, per Rad oder als Tramper? Wie bist du am liebsten unterwegs?

Elton: Es kommt natürlich aufs Ziel an, welches Fortbewegungsmittel ich nehme. Die Malediven mit dem Auto sind schon etwas weit ☺. Aber Bahn, Flugzeug und neuerdings das Kreuzfahrtschiff sind schön bequem. In Deutschland und näherer Umgebung ist man aber mit Auto freier.

Mein Schiff 6

Eine Kreuzfahrt ist laut Elton “schön bequem”


breitengrad53: Was isst du am liebsten, wenn du unterwegs bist? Einheimisches Essen oder lieber Bekanntes?

Elton: Ich probiere gerne erstmal das einheimische Essen… und meist schmeckt es hervorragend.


breitengrad53: Du bist ja auch viel beruflich unterwegs: Reisen und arbeiten – schließt sich das aus?

Elton: Ne, nicht zwingend. Ich hatte mit „Elton reist“ ja 2011 auch ein Reiseformat bei Pro7. Allerdings wurde da ständig gedreht. Somit war kaum Zeit, etwas in Ruhe zu erkunden.

“Finnland war unglaublich schön”

breitengrad53: In deiner Zeit bei Stefan Raab hast du viel Außergewöhnliches erlebt. Gibt es auch ein bestimmtes Reiseerlebnis, an welches du dich besonders gern erinnerst?

Elton: Für „Elton reist“ waren wir in Finnland und das war echt unglaublich schön. Eisbaden, Rentier-Skirennen und den Weihnachtsmann besuchen – was will man mehr?

breitengrad53: Und welches würdest du lieber vergessen?


Elton: Gar keins….

breitengrad53: Wer reist, macht viele spannende Bekanntschaften, die einen besonders berühren. Wo auf der Welt hast du die spannendsten Menschen kennengelernt?


Elton: Schwer zu sagen. Aber auch da würde ich Finnland nennen. Die Finnen sind sehr gastfreundliche und humorvolle Menschen. Allerdings haben sie einen sehr eigenen Humor.
Aber auch Nepal war sehr interessant. Wie die Menschen dort mit ganz einfachen Mitteln leben und total glücklich sind. Dort habe ich null Stress erlebt.

breitengrad53: Apropos berühren. Als eines der präsentesten TV-Gesichter Deutschlands bist du bekannt wie ein Bunter Hund. Wie ist es, wenn dich auch im Urlaub alle erkennen und Selfies mit dir machen wollen?

Elton: Es kommt drauf an. Wenn man mit Familie gerade beim Essen ist oder sich unterhält, kann es mal stören. Ansonsten ist es voll ok. Ich glaube, dass es schon komisch für mich wäre, wenn keiner mehr fragen oder gucken würde.

Last not but least: Die größte Reise ist die zu sich selbst. Wie hat das Reisen dir geholfen, mehr über dich selbst heraus zu finden?

Elton: Durch meine Erfahrungen auf Reisen habe ich gelernt, manchmal einfach mal Ruhe zu bewahren und gelassener zu werden.

Elton, bitte ergänzen oder beantworten

breitengrad53:Berge oder Meer?

Elton: Ganz knapp das Meer

breitengrad53:Mein letztes Reiseziel war…

Elton: Helgoland

breitengrad53: Wohin ich gerne noch einmal reisen und würde und warum?

Elton: Ich möchte nach Irland und Neuseeland. Irland wegen der Kultur und Neuseeland wegen der Natur.

breitengrad53: Natur oder Wellnesshotel?

Elton: Was ist denn ein Naturhotel? Wellness muss nicht sein.

breitengrad53: Was sollte jeder in seinem Leben einmal gesehen haben?

Elton: Polarlichter!

Hinweis in eigener Sache: Die Reise für diesen Beitrag wurde zum Teil unterstützt von Veranstaltern, Hotels, Fluglinien und/oder Tourismus-Agenturen. Wir legen sehr großen Wert auf eine unabhängige und neutrale Berichterstattung, daher sind die Meinungen, Eindrücke und Erfahrungen der jeweiligen Autoren ihre eigenen.
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Wilde Küste Mosambik – Geheimtipp für Afrika-Kenner

Sonnenstrahlen brechen durch die Krone des Wasserbeeren-Baums. Perlhühner flitzen über Pisten, die hier aus Sand und nicht aus roter Erde bestehen, wie sonst in Afrika. Einzigartig ist die Kombination von Safari und Strand im Süden Mosambiks. Das 678 Quadratkilometer große Meeresreservat von Ponta do Ouro und das tausend Quadratkilometer große Maputo Special Reserve Naturschutzgebiet bilden eine Einheit. Kaum haben wir das Jurassic-Park-ähnliche Eingangstor des Reservats passiert, sehen wir am Piti See Flusspferde gähnen und Störche mit gelben Schnäbeln über grüne Grasinselchen staksen.

Sonnenstrahlen brechen durch die Krone des Wasserbeeren-Baums. Perlhühner flitzen über Pisten, die hier aus Sand und nicht aus roter Erde bestehen, wie sonst in Afrika. Einzigartig ist die Kombination von Safari und Strand im Süden Mosambiks. Das 678 Quadratkilometer große Meeresreservat von Ponta do Ouro und das tausend Quadratkilometer große Maputo Special Reserve Naturschutzgebiet bilden eine Einheit. Kaum haben wir das Jurassic-Park-ähnliche Eingangstor des Reservats passiert, sehen wir am Piti See Flusspferde gähnen und Störche mit gelben Schnäbeln über grüne Grasinselchen staksen.

Safari und Strand auf Tuchfühlung

 

Beim Safari-Picknick erzählt unser Guide Lorenzo Paco von einem Hippo, das sich verirrte zwischen Park und Strand, nicht mehr zurückfand und im Salzwasser verendete. „Wir fanden seinen toten Körper beim Tauchen“, erinnert sich der 39-Jährige. Ein trauriger Unfall. Dabei will das Maputo Reservat gerade ein Zufluchtsort für wilde Tiere sein, darunter 500 wieder angesiedelte Elefanten und über 400 Schmetterlingsarten; Rhinos und Buffalos sollen folgen. Ein Brutkasten der Natur in einer Region, wo Impalas und Gnus viele Bürgerkriegsjahre hindurch eher im Kochtopf landeten. Wohl kaum irgendwo auf der Welt liegen Beach und Busch so dicht beieinander wie im Süden Mosambiks. Alles wirkt noch ursprünglich, die wilden Strände sind menschenleer.

Unter den Top 10 Afrikas: White Pearl Luxusresort am Ponta Mamoli Strand

 

Eben noch sah das Meer aus wie auf Sylt in der Nebensaison. Starke Brandung, ein einsamer Strand, von hohen Dünen umsäumt. Ich schaue von meiner privaten Holzterrasse auf die schäumenden Wellen. Tropischer Busch umgibt meinen Strandbungalow, der wie ein Baumhaus auf Stelzen über der Dünenlandschaft steht: Die Stelzen und hölzernen Gangways sind mir sehr recht; wer weiß, was hier so alles in dem Dickicht kreucht und fleucht? Mosambik ist nichts für Angsthasen. Aber auf der Suche nach dem perfekten Strand kommt meine Neuentdeckung dem Traum ziemlich nahe. Experten haben den Ponta Mamoli Strand südlich von Mosambiks Hauptstadt Maputo kürzlich unter die Top-10-Strände Afrikas gewählt.

Ein erstes Luxus-Hotelresort, das „White Pearl“ mit 21 Beachhäusern im lässigen Ibiza-Stil, thront über dem Meer. Originell und stylish die Einrichtung: ein Ohrensessel auf Sand statt „Weinkeller“, ganz in Weiß gehalten mein Luxusbungalow. Ich liege in der Wanne und schaue direkt aufs Meer, mein Morgenbad nehme ich in meinem eigenen kleinen Pool auf der Terrasse. Das Hotel gehört einem Geschäftsmann aus Mosambik, einem Pionier, der sein von einem langen Bürgerkrieg geschütteltes Land nach vorn bringen will. Bei ihm können Urlauber auf gemütlichen „Boudersperden“ – südafrikanisch für Farmpferde – am Strand ausreiten, im afrikanischen Winter von Juli bis November Buckelwale vorbei ziehen sehen und unser Guide Lorenz, den wir schon von den Hippos kennen, veranstaltet „artgerechtes Schwimmen mit Delfinen“.

Ozean-Aktivistin: „Drei Stunden täglich im Meer“

 

Ich treffe Tessa Hempson, den neuen Superstar der Meere. Die attraktive 38-jährige Meeresbiologin und Ozean-Aktivistin aus Südafrika füllt Kinosäle für 1200 Menschen wie jüngst im Hamburger Cinemaxx am Dammtor, wenn sie im Rahmen der „Ocean Film Tour 2018“ gegen Plastikmüll und für intakte Korallenriffe eintritt. Hempson’s Arbeitsplatz liegt vor Mosambik und Tansania in den – in allen psychodelischen Farben – leuchtenden Mutterriffen. Sie erklärt mir zum Auftakt, was ein Mutterriff überhaupt ist: „Bei ihrer spektakulären Korallenblüte entlassen die Mitterriffe Samen ins Meer, der wiederum winzige Meereslebewesen und damit die großen Riffhaie, Dugongs, Buckelwale und Grüne Meeresschildkröten anlockt.“ Die Korallen-Mikroteilchen, den die Tiere ausscheiden, wird als Sand angespült. Mutterriffe sind also der Nährboden für ein intaktes Meer.

Angst macht der Südafrikanerin jedoch, was andere als wirtschaftliche Chance für das arme Mosambik sehen: riesige Offshore-Erdgas- und Ölfunde sowie eine geplante Gaspipeline im Ozean. „Eine große Gefahr für die zerbrechliche Flora im Indischen Ozean“, warnt die Meeresbiologin. Da hilft nur persönlicher Einsatz: Drei Stunden täglich ist Tessa im Meer und kontrolliert die Riffe, danach sammeln wir zusammen mit Cordelia Masher, Direktorin des White Pearl Resorts, beim Strandspaziergang Müll ein und sind schockiert: Sogar am einsamen Ponta Mamoli Strand wird bereits Plastik angeschwemmt! Dass sich in Afrika gerade die Luxushotellerie wie White Pearl und die Safari-Kette andBeyond zunehmend für den Umweltschutz einsetzt, ist kein Zufall. Anspruchsvolle Klientel legt auf Naturschutz großen Wert, zerstört die Umgebung aber auch weniger als Massentourismus, Für Expertin Tessa Hempson ein gutes Zeichen: „Die Natur braucht eine starke Lobby.“

Swinger Club unter Wasser

 

Endlich: Heute wollen wir Delfine beobachten. Lorenzo Paco und seine Helfer lassen das Gummiboot zu Wasser, ein sieben Meter langer Brummer, mit Haltegurten. „Stemmt die Füße gegen den Boden und halten euch gut an der Kordel fest“, mahnt der 39-jährige Tauchlehrer uns sechs Urlauber, als sich das Boot über die Wellenkämme schiebt. Dahinter plötzlich Ruhe. Wärme. Der Wind lässt nach. Sylt ist weit weg. Vor Mosambiks Küste wartet eins der ältesten Korallenriffe der Welt auf Schnorchler und Taucher. Und eine tierische Überraschung.

Vieles wird, zu Recht, gegen menschliche Interaktionen mit Delfinen vorgebracht: Doch vor Mosambik sitzen die Tierschützer selbst mit im Boot: “Nie den Delfin berühren. Die Bakterien der Hände hinterlassen lebenslange Spuren“, warnt Lorenzo Paco und stellt klare Verhaltensregeln auf: „Ihr schwimmt nicht auf die Delfine zu, sondern wartet allenfalls, ob sie es selbst tun.“

Und ob sie es tun! Wir sind kaum ins Wasser geglitten, wenige hundert Meter vom Strand entfernt, wo gigantische Korallenriffe durch Schnorchelbrillen sichtbar werden, da nähert sich, tanzend und spielend, ein ganzes Knäuel hellgrau glänzender Körper. Menschengröße haben sie etwa, zeigen die bekannten, langen Plattnasen und entblößen ihre Zahnreihen. Und noch mehr sieht der Taucher, traut erst seinen Augen kaum: Sind da Delfin-Männchen und Weibchen etwa in Paarungsstimmung? Der Fünfer-Club schmust und tummelt sich , zum Knoten verwoben, ständig die Positionen wechselnd. Plötzlich schießt einer der Anführer auf die Menschentaucher zu, die halb ängstlich, halb diskret, flink rückwärts paddelnd das Weite suchen. „Es waren fünf Große Tümmler“, sagt Paco lachend, als wir im Boot die Tauchmasken abstreifen. „Vier Männchen und ein Weibchen. Delfine sind neben Menschen und Schweinen die einzigen Lebewesen, die aus reinem Spaß und nicht der Fortpflanzung wegen Sex haben.“ Fotos hat keiner gemacht; unsere Handys waren bei dem wilden Ritt wasserfest verstaut…

Der Süden Mosambiks: Surfer-Paradies im Nirgendwo

 

Mosambik grenzt an Südafrika. Eine abenteuerliche Tagesreise mit Fähre und Allrad-Jeep war der Trip in den Süden bisher, bald soll er in neunzig Minuten zu schaffen sein – 110 Kilometer Küstenstraße von der Hauptstadt Maputo bis an die Grenze zu Südafrika. Überall herrscht Aufbruchsstimmung, Cowboy-Flair im Süden Afrikas. Wochenendhäuser, Kneipen und Bed & Breakfast’s sprießen rechts und links der neuen Trasse. Keineswegs nur Luxus-Hotels, sondern im Gegenteil eher Budget-Pensionen. Dazwischen verfallen von den ehemaligen portugiesischen Kolonialherren verlassene Bungalows: Die Kolonialzeit ist hier noch keine 50 Jahre vorbei.

Der Surfertreff Ponta do Ouro ist ein ausgeflipptes Grenzstädtchen auf Mosambiker Seite. Der allseits beliebte Drink „R & R“, Rum mit Raspberry, fließt an Strandkiosken mit Namen wie „The Drunken Clam“ schon vormittags. Afrikanische Krämerläden, Surfstationen. Jungkoch Roelof Bekker aus Südafrika bruzzelt Krabbencurrys für umgerechnet sechs Euro im „Sapphire Sands“-Strandlokal. Er ist sich sicher: „Die neue Straße wird für eine riesige touristische Entwicklung sorgen.“ Pattaya, Jamaica, Bali: ich kann mich kaum entscheiden, an was mich der lebhafte Hippie-Surfer-Ort erinnert. Von allem was hat dieser viel von Südafrikanern frequentierte Geheimtipp, und mittendrin eine zuckersüße portugiesische Bäckerei.

Mosambik: weißer Fleck auf der Urlaubslandkarte…

 

Mosambik: Die relative Unberührtheit des Landes an der Südostküste Afrikas, das eine bittere Bürgerkriegsgeschichte hinter sich hat, macht es zu einem Geheimtipp selbst für Afrika-Kenner. 2800 Kilometer wilde, aber im Gegensatz zu Südafrika ganzjährig warme Küste, Koralleninseln, grenzüberschreitende Safariparks und portugiesisches Kolonialerbe in der Hauptstadt – das bietet der afrikanische Staat, der 500 Jahre zu Portugal gehörte, bevor er als letzte Nation des schwarzen Kontinents 1975 nach der „Nelkenrevolution“ in Portugal seine Unabhängigkeit erlangte.

Dass jetzt auch der bislang unberührte Süden Mosambiks kurz vor der Erschließung steht – bisher ein weißer Fleck auf der Urlaubslandkarte – hängt mit einer Mega-Brücke zusammen: 725 Millionen Dollar hat die Catembe Brücke gekostet, die größte Hängebrücke Afrikas. Mit roten Stahlhängern ähnlich der Golden Gate Brücke von San Francisco, finanziert und erstellt von China, soll sie nach vierjähriger Bauzeit noch in diesem Jahr eröffnet werden. Bei ihrem Afrika-Rundreise sah sich jüngst auch Kanzlerin Merkel die Brücke an. Ich darf sogar im Hubschrauber darüber fliegen – mit Blick auf die Bauarbeiten und das wasserreiche Delta von Maputo. Mit der Erschließung des Südens macht sich Mosambik in gewisser Weise selbst Konkurrenz. Bisher lagen die touristischen Highlights des langgestreckten Landes mit 28 Millionen Einwohnern eher im Norden, etwa die historische Sklaveninsel und frühere Hauptstadt llha de Mocambique, auf der Welteneroberer Vaso da Gama 1498 eintraf. Gefragt ist auch der Inseltraum Bazaruto Archipel, ein nobles Lieblingsziel der englischen Prinzen William und Harry. Mosambik grenzt im Norden an Tansania und im Süden an Südafrika.

 Maputo: Pasteis de Nata und gefallene Engel

 

Die Hauptstadt Maputo mit ihren Art-Deco-Schätzen, ihren modernistischen, teils vergesellschafteten Hochhäusern und ihrem Afro-Polit-Graffiti ist eine Schönheit auf den zweiten Blick. Das Lebensgefühl weniger afrikanisch als lateinamerikanisch. Portugiesisch ist Amtssprache; Pasteis de Nata, die beliebten portugiesischen Sahneküchlein gibt’s in jeder Bäckerei; Marrabenta heißt der Rhythmus, der in Musik-Kneipen gespielt wird.

Im portugiesischen Fort sehe ich eine bizarre Sammlung von Kolonialzeugen, Reiterstatuen und Bronzekanonen. Auf den Spuren des berühmten Architekten Pancho Guedes, der als Siebenjähriger nach Mosambik kam und dort mehr als 500 richtungsweisende Bauten entwarf, bewundere ich Villen wie die „Casa Simoes Ferreira“, 1968 für ein höheres Töchterchen namens Maria Theresa designt, die spätere Gattin des Ketchup-Millionärs Heinz. Überhaupt ist Maputo für Architektur-Fans eine Schatzkammer, etwa der 1916 fertig gestellte Prachtbahnhof, in dem heute eine Galerie sitzt. Im skurrilen Eisenhaus „Casa de Ferro“, gebaut aus Resten des Eiffelturms, schwitzen Beamte eines Ministeriums nahe des Botanischen Gartens. Im Tropengrün, mit typisch luftdurchlässiger Architektur zeigt sich die Universität, Sitz einer der schönsten Kunstsammlungen Maputos. Galerien und Co-Working Spaces wie das von zwei Frauen geleitete „Neto 16“ liegen im Villen-Stadtteil Sommerschield. Im „Riu’s“, einer Kneipe, die genau so auch in Lissabon stehen könnte, serviert der Besitzer Portwein, Suppe und ein kaltes portugiesisches Bier gegenüber dem Stripclub, den Schriftseller Henning Mankell in seinen „Erinnerungen an einen schmutzigen Engel“ beschrieb.

Henning Mankell und die Seele Afrikas

 

Der 2015 verstorbene Schriftsteller Henning Mankell, Wallander-Autor, hatte sich in Maputo verliebt, betrieb in der Innenstadt 29 Jahre lange das „Teatro Avenida“. Die Bühne steht noch, auch das Kassenhäuschen und die kleine, terracottafarben gestrichene Afro-Bar im Foyer. Mein Stadtführer Walter Tembe, selbst ein Architekt, bringt mich hin. Ein Thneatermann, der sich als Alberto vorstellt, sagt über den weltberühmten Autor: “Es wird schwer sein ohne ihn. Er hat die Seele Afrikas verstanden.“ Die Seele der Millionenstadt Maputo erkundet man am besten zu Fuß, „Maputo a Pe“ heißen die hervorragenden geführten Touren des Tourismus-Amts. Ich streife gemeinsam mit Walter Tembe durch Straßen, die sich Avenida Friedrich Engels oder Ho-Chi-Min nennen – Überbleibsel des Kalten Krieges auf afrikanischem Boden.

Vieles ist verwittert, in die Jahre gekommen. Kaum was im Laden, aber alles auf der Straße, scheint die Devise: Überall stehen Straßenverkäufer. Nur noch zwei Prozent der Stadtbewohner sind weiß, 1970 gehörte den Kolonialisten die Stadt praktisch allein. Für die Fülle illustrer Tropen-Architektur, gebaut von 1930 bis 1970, die es so nur in Mosambik und Angola gibt, hat Stadtführer Tembe eine Erklärung: „Die Portugiesen dachten wohl, sie blieben für immer.“ Im Garten des französisch-mosambikanischen Kulturzentrum mitten in der City gibt’s eine schicke Wohnboutique „Machamba“, frische Baguettes und Salate – und Kriegskunst, aus Landminen kreierte Skulpturen. Man spürt den Schmerz Mosambiks noch. Doch als ich mit Walter Tembe die Treppen zur 1944 erbauten weißen Kathedrale „Nossa Senhora da Conceicao“ neben dem düsteren Rathaus hochlaufe, sehen wir draußen über dem Meer, mit blitzroten Verstrebungen, das Zeichen des Aufbruchs: Die nagelneue Hängebrücke von Maputo funkelt im Sonnenlicht.

Tipps & Informationen

Mosambik lageEinreise: Ein Visum für Mosambik wird neuerdings auch nach der Ankunft am Flughafen ausgestellt, ca 50 Euro.

Flüge: Zum Beispiel mit South African Airways von Deutschland über Johannesburg ab 899 Euro, über Krüger-Safaripark ab 925 Euro, jeweils hin- und zurück.

Beste Reisezeit: Mosambik kann ganzjährig bereist werden. Die Temperatur liegt tagsüber selten unter 20 Grad. Im afrikanischen Herbst (April/Mai) und Frühjahr (September) sind die Wetterbedingungen am moderatesten. Der Norden Mosambik ist generell heißer als der Süden. Wärmste, aber auch regenreichste Zeit: Oktober bis März.

Stadtführungen: Maputo a Pe, Maputo zu Fuß. Da 15 000 Mosambikaner in den 80er Jahren in der DDR studiert haben, werden auch Touren in Deutsch angeboten, ab ca 35 Euro.

Reiseliteratur: Die Afrika-Romane Henning Mankells, z.B. „Tea-Bag“. Einen sehr guten Reiseführer hat der ehemalige deutsche Botschafter Philipp Schauer verfasst, mit vielen Spaziergängen durch Maputo. Erhältlich im Tourismusbüro, Rua Henrique de Sousa, Maputo.

Infos: Mosambik Tourismus

Hinweis in eigener Sache: Die Reise für diesen Beitrag wurde zum Teil unterstützt von Veranstaltern, Hotels, Fluglinien und/oder Tourismus-Agenturen. Wir legen sehr großen Wert auf eine unabhängige und neutrale Berichterstattung, daher sind die Meinungen, Eindrücke und Erfahrungen der jeweiligen Autoren ihre eigenen.
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Die beste Finca der Welt

Es gibt viele Hotel-Oscars: 10 Best Hotels in the World, die „Gold-Liste“, Hideaway des Jahres, Most Outstanding Luxury Place und wie sie alle heißen. Die Finca Cortesin spielt überall mit. Das luxuriöse Landgut bei Marbella unter deutscher Leitung darf sich „Beste Finca der Welt“ nennen. Was hat die Finca Cortesin, was andere nicht haben? Wir haben uns mal ganz genau dort umgeschaut.

Es gibt viele Hotel-Oscars: 10 Best Hotels in the World, die „Gold-Liste“, Hideaway des Jahres, Most Outstanding Luxury Place und wie sie alle heißen. Die Finca Cortesin spielt überall mit. Das luxuriöse Landgut bei Marbella unter deutscher Leitung darf sich „Beste Finca der Welt“ nennen. Was hat die Finca Cortesin, was andere nicht haben? Wir haben uns mal ganz genau dort umgeschaut

Erster Trumpf: Lage, Lage, Lage

 

Vögel zwitschern, Rosenduft liegt in der Luft, hinter grünen Hügeln blitzt das Mittelmeer auf. Ich bin auf dem Land und doch am Meer. Zwischen Marbella und Gibraltar, an der andalusischen Costa del Sol, der zu Recht ein gewisser Rummelfaktor zugesprochen wird – aber hier ist es gaaaaanz ruhig. Traumhaft ruhig. Ich stehe vor dem „Cortijo“, dem Haupthaus, der Finca Cortesin; üppige Geranien ranken vor weißen Gemäuern. Wo gibt es das schon, Finca-Atmosphäre und Beach-Gefühl in einem? Bis zum Finca-eigenen Beach-Club am Strand von Cesares hinunter sind’s nur 1,5 Kilometer, die schafft man auch zu Fuß. Das Ganze eingebettet in einen mega-gepflegten 18-Loch-Golfplatz, wo schon mehrfach die legendären Volvo-Weltmeisterschaften stattfanden. Trotzdem ist sich Golftrainer Ricardo nicht zu schade, mir als Anfängerin ein Training zu geben; Eimer voller Bälle warten auf meinen Abschlag.

Im Auto brauchen wir nur zwanzig Minuten bis zur munteren Nachbarin Marbella mit ihren weißen Gassen, wo sich schon die Windsors und Obamas vergnügten und gerade ein Comeback mit jüngerem, „Normal“-Publikum eingeläutet wird. Auch das Sherry-Paradies Jerez de La Frontera liegt weniger als eine Autostunde entfernt von der Finca Cortesin. Michelle Obamas Foto steht in einigen Schaufenstern Marbellas; die Leute lieben sie hier. Ich höre diskrete Jauchzer wohlerzogener Kinder, die sich den Pool des berühmten Marbella Clubs stürzen, 1947 von Alfonso von Hohenlohe im Auftrag seines Vaters Maximilian von Hohenlohe gebaut. Lebemann Alfonso (der Ex von Ira von Fürstenberg) hat das Promi-Konzept Marbella quasi erfunden; eine Büste erinnert an den 2003 Verstorbenen. In der Altstadt lockt die weiß-gelb getünchte „La Encarnacion“ Brautpaare aus aller Welt; ein fröhlicher Schneider, der ebenfalls Andrea heißt, bestickt eine Schürze mit meinem Namen. Marbella ist lockerer als gedacht

Die 3 Geheimnisse der Finca Cortesin

Fackeln schimmern im Abendlicht, Romantik XXL. Was macht die Finca Cortesin so speziell, dass Reiseexperten von Condé Nast sie zum schönsten Landgut Spaniens und der besten Finca der Welt kürten? Das Raumwunder des 5-Sterne-Anwesens ist überall spürbar: in den üppig gepflegten Gärten wie an den riesigen, aber dennoch lauschigen vier Salzwasserpools, einer davon innen. Mein Urteil nach ein paar Tagen Die Finca hat drei Geheimnisse – Privatsphäre, Understatement UND ein Mega-Angebot: „Unser Luxus ist die Herzlichkeit, bloß keine Arroganz“, sagt mir der deutsche Generalmanager René Zimmer beim Spaziergang über das rund 215 Hektar Quadratmeter große Landgut – viel, viel Platz für Urlauber in 67 Suiten und sechs Villen. Mal gibt man sich rustikal, mal pompös, irgendwie passt alles zusammen.

 

Ich schnuppere an manikürten Spalieren rosafarbener Pompón Villa de Paris. Alles ist nicht nur tipp-top, sondern wirkt wie ein privater Familiensitz – allerdings mit Freizeitfaktor wie ein großes Hotel: Drei Restaurants, japanische Sterneküche, die Kunst-Galerie Javier López, in der auch angesagte Blattmotive gezeigt werden. Dazu kommt eine fast Zen-gleiche Konzentration auf die individuellen Anliegen des Gastes. Ein Pärchen sitzt am Brunnen im Klostergang – ungestört. Hier bin ich keine Nummer, aber werde auch nicht künstlich herum hofiert. Man behandelt mich eher wie ein gute alte Freundin – alles geht, nichts muss.

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Zwischen Orient-Lounge und Klostergang


Englische Blumentapeten und Vorhänge im gleichen Muster.
Eine der Alhambra nachempfundene Veranda mit Orientkissen. Ein klösterlicher wirkender Kreuzgang. Natursteinböden. Antiquitäten aus ganz Europa, zusammen getragen von Innenarchitekt Pinto Coelho. Eine Bar wie ein feiner Pub, wo britischer Humor, spanische Gelassenheit und deutsche Neugier eine fröhliche Symbiose eingehen. Was ein überladener Mix sein könnte, ist auf der Finca Cortesin in Architektur und Design geschmackssicherer kombiniert. 2009 wurde das Anwesen von einer Geschäftsfamilie aus Madrid im palastähnlichen, andalusischen Stil gebaut: ein Neubau mit der Seele eines traditionellen Anwesens. Finca heißt „ländliches Anwesen“ auf Deutsch; ob einfach oder schick ist dem Besitzer überlassen. Zimmer gibt’s auf der Finca Cortesin erst gar nicht, sondern ausschließlich lichtdurchflutete, Schnickschnack-freie Suiten mit Terrassen oder Garten, 50 bis 180 Quadratmeter groß, in denen Sisalteppiche auf Steinböden liegen. Mein Reich besteht aus 2 großen, hellen Räumen (80 qm), mit einem fast ebenso großen Marmorbad und Ankleidezimmer – letzteres mit einer weiß-karierten Biedermeier-Bank, was sonst, damit ich entspannt meine Riemchen-Sandalen schließen kann. Es sind, bei allem Luxus, solche Kleinigkeiten, die Reisende glücklich machen.

Endlich mal: ein Spa ohne Allüren!

 

Kennen Sie das Gefühl, im viel zu weiten Hotelbademantel einen Spa zu betreten und unter den prüfenden Blicken des Personals praktisch zur Salzsäure zu erstarren? Nothing like that auf der Finca Cortesin. Unterkühlt geht’s hier nur in der zur Sauna gehörenden Schneegrotte zu, der einzigen Spaniens übrigens. Im Eingang sind Herrenshorts wie Kunst ausgestellt. Clever: Welcher Mann braucht keine neue Badehose? Die Devise der unprätentiösen Spa-Chefin Anna Gutierrez aus Granada: „Immer entspannt bleiben.“ Sie war vorher Chefin im Six Senses Spa in der Dominikanischen Republik und erklärt mir: “Bei uns ist nichts standardisiert.“ Eine Handvoll Spitzentherapeuten aus aller Welt darf, ja soll, eigenen Stil zelebrieren. Ayurveda-Masseuse Tarifa Mahajamege, 40, aus Sri Lanka, ist ein Urgestein, keine weichgespülte Beauty Puppe. Ich höre sie kräftig atmen bei der Behandlung. Es gibt u.a. Tata Harper-Produkte, die hippe Öko-Kosmetik aus den USA.

“Mein Liebling ist die Drei-Bäder-Lösung”

Mein Liebling ist die Drei-Bäder-Lösung. Ein Bereich für Frauen, einer für männliche Gäste und einmal Unisex, jeweils mit komplettem Sauna-Dampfbad-Set, alles in hellem Holz. Die Krönung des derzeit wohl angesagtesten Wellnesspalast der Costa del Sol ist der 25-Meter-Indoorpool in einem verspielt-gläsernen Gewächshaus mit sechs Metern Deckenhöhe – was für ein Kontrapunkt zu den leider oft üblichen Spa-Verliesen im Basement der Luxushotellerie! Ich schwimme wie ein Weltmeister, das salzige Wasser scheint mich schneller über die Bahnen zu tragen.

Einmal Lobster-Paella mit Champagner, bitte!

 

Wenn echte Feinschmecker nicht meckern, muss es gut sein. 75 Sorten Champagner, Lobster-Paella & Austernsülze. Das Küchenwunder der Finca hat Küchenchef Lutz Bösing aus Aachen zu verantworten. „Ich bin kein Freund von Fusion“, erzählt mir der bodenständige Bösing, der seit 30 Jahren in Spanien kocht: „Jede Spezialität muss für sich wirken.“ Auf der Finca Cortesin gibt es 3 Top-Restaurants, das italienische Don Giovanni, das spanische El Jardin de Lutz und Kabuki Raw, geleitet vom jungen baskischen Chef Luis Olarro, der dafür seinen ersten Michelin-Stern mit 28 Jahren einkassierte. Mal im Haupthaus, mal in Nebengebäuden untergebracht, bummelt man voller Neugier und Appetit von einem zum anderen und kann Dinge essen, die man noch nie im Leben probiert hat.

Gambas-Ceviche und Rinderravioli mit Nüssen etwa, beim Italiener Farmspiegeleier mit Trüffel, beim Japaner wechselndem Champagner zu jedem fein getunten Gang mit exotischen Leckerbissen wie Aprikosen-Meerasche in Tempura oder einer 24 Stunden geschmorten Wagyu-Rippe. Doch glücklich machte mich auch eine Kleinigkeit beim Frühstück (selbstverständlich nicht als Büffet sondern à la Carte serviert): Joghurt-Mousse, ein seidenweicher Traum. Ich brauchte es nur einmal zu erwähnen, genauso wie meine Liebe zu den knackigen Mini-Sardinen, schon fand ich abends ein handgeschriebenes Rezept von Lutz auf dem Kopfkissen. Soviel sei verraten: für die Joghurt-Mousse Gelatine, Mineralwasser und einen Siphon benutzen. Und die Sardinen werden besonders knusprig, wenn man sie vor dem Panieren durch Essig zieht.

„Wir führen nicht einmal ein Gästebuch“

 

Illustre Gästenamen könnte man aufzählen. Deutsche Adels-Gesichter, die mir bekannt vorkommen, sehe ich schon beim Frühstück auf der Sonnenterrasse, beschattet von knorrigen Olivenbäumen, aber auch den Kleinunternehmer mit Gattin aus Detmold und eine spanische Großfamilie aus dem nahen Barcelona. „Doch wir führen nicht einmal ein Gästebuch“, betont der deutsche Generalmanager René Zimmer; Diskretion ist Ehrensache. Der 46-Jährige, der bereits im Grand Hotel von St. Petersburg und im edlen La Residencia von Mallorca tätig war, wurde mehrfach unter die 10 besten deutschen Hoteliers im Ausland gewählt. Der schlanke Bautzener führt das spanische 5-Sterne-Landgut mit entspannter Hand – zumindest wirkt es so nach außen. Die Gäste, so erzählt er mir, kämen aus aller Welt, von den britischen Inseln, ein knappes Drittel aus Deutschland und aus Spanien und Amerika. Ein Drittel kommt zum Golfen. Und es bleibt ungesagt, aber es ist klar: Wenn ein Mann gut essen, die Frau relaxen und vielleicht in Marbella shoppen will, beide ihre Ruhe haben wollen und der gemeinsame Nenner lässiger Luxus ist – dann könnte das märchenhafte Landgut der absolut perfekte Urlaubsort sein.

Was hatte ich auszusetzen an der „Besten Finca der Welt“? Eigentlich nichts, außer natürlich, dass ein Besuch nicht vom Taschengeld zu bezahlen ist. Sterneküche, Perfektion und Liebe zum Detail haben nun mal ihren Preis. Aber eins ist auch klar: Es gibt bezahlbaren und unbezahlbaren Luxus – und letzterer kann natürlich auch ein Glas Wein und Oliven mit dem Liebsten auf der einfachsten Finca der Welt sein…

Tipps & Informationen

Finca Cortesina lageAnreise: Auf einem Areal von 215 Hektar im Süden Spaniens zwischen Marbella und Sotogrande liegt die Finca Cortesin, ein 5-Sterne-Landhotel mit Golf & Spa, sowie eigenem Strand mit Beachclub. Vom Flughafen Malaga ist sie in ca 50 Minuten zu erreichen

Saison: Die Finca Cortesin ist ganzjährig geöffnet, geschlossen nur vom 8.-21. Januar 2019.

Spa: Für Fincagäste frei, Tagespass für externe Besucher 100 Euro, mit einer Wellness-Behandlung 35 Euro. Massagen 50 Min. ab ca 150 Euro

Preise: Mit Hin- und Rückflug nach Malaga, Privattransfers vom Flughafen zur Finca und zurück, drei Übernachtungen in einer Junior Suite / Frühstück beispielsweise ab 1.375 Euro pro Person über airtours. Ansonsten liegen die Preise ab 585 Euro pro Nacht und Suite (für zwei Personen mit Frühstück) bis 8.800 Euro pro Nacht für die teuerste Villa

Restaurants: Im italienischen „Don Giovanni“ der Finca Cortesin Vorspeisen ab 11 Euro, Pasta ca 15 – 30 Euro, Hauptspeisen ca 25 – 35 Euro. Im spanischen El Jardin de Lutz Vorspeisen um 25 Euro, Hauptspeise ca 35 – 45 Euro. – Im „Kabuki Raw“ mit einem Michelin-Stern Menü ab 140 Euro.

Hinweis in eigener Sache: Die Reise für diesen Beitrag wurde zum Teil unterstützt von Veranstaltern, Hotels, Fluglinien und/oder Tourismus-Agenturen. Wir legen sehr großen Wert auf eine unabhängige und neutrale Berichterstattung, daher sind die Meinungen, Eindrücke und Erfahrungen der jeweiligen Autoren ihre eigenen.
Keine Kommentare zu Die beste Finca der Welt

Familienurlaub deluxe auf Turks & Caicos

Eine Postkarte aus dem Paradies hätte nicht schöner sein können. Gedankenverloren sitze ich am Strand und genieße den warmen Wind. Vor mir liegt das türkisfarbene Wasser. Ein Motiv, dass ich gerne einfrieren würde. Ich lasse die vergangenen Tage Revue passieren. Ereignisreiche Tage, in denen ich meine Meinung gegenüber All-inklusive Resorts in vielen Bereichen korrigieren musste.

Eine Postkarte aus dem Paradies hätte nicht schöner sein können. Gedankenverloren sitze ich am Strand und genieße den warmen Wind. Vor mir liegt das türkisfarbene Wasser. Ein Motiv, dass ich gerne einfrieren würde. Ich lasse die vergangenen Tage Revue passieren. Ereignisreiche Tage, in denen ich meine Meinung gegenüber All-inklusive Resorts in vielen Bereichen korrigieren musste.

Familienurlaub auf den Turks & Caicosinseln

Mein Flieger aus Richtung Atlanta ist seit nunmehr zwei Stunden unterwegs. Die Sonne scheint und unter mir spiegelt sich das Meer. Hin und wieder tauchen zwischen den Wolken kleine Inseln auf. Ein wunderschöner Anblick, der mich die restliche Flugzeit von knapp einer Stunde komplett in seinen Bann zieht – denn von Minute zu Minute wird das Szenario immer schöner.

 

Mein Ziel – die Turks & Caicosinseln. Viele von Ihnen werden sich vielleicht fragen: “Turks & Caicos?” Keine Sorge. Auch mir erging es anfänglich nicht anders. Nach einem Blick auf die Weltkarte war ich dann um einiges schlauer. Die Turks & Caicosinseln, gerne auch nur Turks & Caicos genannt, sind ein Britisches Überseegebiet knapp 150 km südlich von Haiti entfernt. Die Gesamtfläche aller Inseln beträgt etwa 470 Quadratkilometer. Von den knapp 40 Inseln sind jedoch nur acht besiedelt. Neben den wunderschönen Stränden sind die Inseln vor allem für die zahlreichen Riffe bekannt. Ein Paradies für Taucher. Auf einer der Inseln, genauer gesagt an der Nordküste der Insel Providenciales, liegt das Beaches Turks & Caicos – Meine Bleibe für die kommende Woche.



Der erste Eindruck zählt!

Wir landen. Der Flughafen – mehr als überschaubar. Umso einfacher die Suche nach meinem Shuttle zum Hotel. Schnell und unkompliziert. Die Koffer werden geladen und schon geht es los. Nach nur wenigen Minuten fahren wir durch die Tore des Beaches Turks & Caicos , das am Grace Bay gelegen ist. Mein erster Eindruck: Die Anlage – sauber, sehr weitläufig und in viele bunte Farben getaucht.

Familienurlaub auf den Turks & Caicosinseln

Die große Anlage ist in fünf Themenbereiche unterteilt, in denen es jeweils dem Thema zugeordnete Unterkunftsmöglichkeiten gibt. Vom Zimmer bis zum ganzen Haus. Wo Sie während ihres Aufenthalts unterkommen – darüber entscheiden ihre individuellen Wünsche und natürlich auch ihr persönliches Budget.

Wichtig zu wissen: Egal wofür Sie sich entscheiden – sie können auf dem kompletten Gelände und in allen Themenbereichen alle Restaurants, Cafés oder Aktionen nutzen. Ohne zusätzliche Kosten. Hier gibt es keine Unterscheidungen. Perfekt!

Familienurlaub auf den Turks & Caicosinseln

Mein Zimmer befindet sich im Italian Village, an einem der größeren Pools mit einem atemberaubenden Ausblick. Ok – der erste Eindruck hat definitiv gepunktet. Trotzdem beschäftigen mich viele weitere Fragen:Kann ein All-inklusive Resort in dieser Größe kontinuierlich gute Qualität liefern? Eher Massenabfertigung oder doch Luxus pur? Wie steht es um die Kinderbetreuung? Fragen, die ich mir schon vor der Anreise gestellt habe.

 

Das komplette Gelände ist extrem weitläufig und was mir besonders auffällt – sehr sauber. Noch vor ein paar Monaten sah es hier ganz anders aus. Der Hurrican Irma hat im Herbst 2017 eine enorme Verwüstung angerichtet. Das komplette Gelände musste für mehr als drei Monate schließen. In Rekordzeit wurde hier alles gesäubert und wieder instand gesetzt. Eine wahre Meisterleistung.

Turks-Caicos-Beaches-Sandals-Reisereportage-Elisabeth-Konstantinidis

Frische und Genuss an erster Stelle

Während eines Urlaubs ist das Essen das A und O. Vor allem die Frische und die Auswahl sollten nicht unter der Größe eines Resorts leiden. Hier im Beaches Turks & Caicos gibt es insgesamt 21 Restaurants und 15 Bars. Wahrlich eine Menge – und dann auch noch alles All-inklusive.

 

In meinen Tagen vor Ort habe ich versucht, so viele Restaurants wie nur möglich zu testen. So z.B. das Jerk Shack, das Barefoot by the Sea, Dino´s Pizzeria, Bayside uvm. Hier eine kleine Auswahl der Speisen:

Kinderbetreuung deluxe

Kinder haben hier definitiv ihren Spaß! Egal ob am Strand oder im großen Wasserpark in unmittelbarer Nähe des Italian Village. Mit mehrstöckigen Wasserrutschen, einem Piratenschiff, einer Surf-Maschine, dem Wasserlauf „Lazy River“ und vielen weiteren Attraktionen.

 

Die Kinderbetreuung ist bis ins kleinste Detail ausgetüftelt und organisiert. Die geräumigen und klimatisierten Räume sind sehr sauber und bieten für egal welches Alter genügend Spielmöglichkeiten bzw. Rückzugsmöglichkeiten. Zudem gibt es für jede Altersgruppe ein täglich wechselndes Animationsprogramm.

 

Ein weiteres Highlight für die Kids (und die Eltern) – die Figuren der Sesamstrasse! Täglich begegnet man den Charakteren auf dem Gelände.

Familienurlaub auf den Turks & Caicosinseln

Sportlich Aktiv – ohne zusätzliche Kosten

 

Wer gerne taucht oder es schon immer mal lernen wollte ist hier auf Turks & Caicos genau richtig. Wer schon im Besitz eines Tauchscheins ist, kann im Beaches täglich und vor allem ohne zusätzliche Kosten ins kühle Nass springen und Fische und Unterwasserwelt beobachten. Weitere Wassersportaktivitäten sind zudem noch im Reisepreis inkludiert: Wasserski, Windsurfen, Glasbodenboote, Schnorcheln, Kanu, Stand up Paddling und Segeln.

Gutes tun – direkt vor Ort

Mein absolutes Highlight während meines Aufenthalts war der Besuch einer Schule vor Ort. Im Rahmen des „Reading Road Trip“ durfte ich gemeinsam mit anderen Gästen des Resorts einen ganzen Vormittag in einer nahegelegenen Schule mit zahlreichen Schülern in Büchern stöbern und Spaß haben. Die Kosten für diesen Ausflug betragen 25 Dollar pro Person die jedoch zu 100% in die sozialen Projekte der Sandals Foundation fließen. www.sandalsfoundation.org

Mein Resümee zum Urlaub auf Turks & Caisos

Wie schon anfänglich erwähnt, musste ich nach meinem Aufenthalt einige Vorurteile gegenüber All-Inklusive Club Anlagen über Bord werfen. Die Zeit im Beaches Turks & Caicos war rundherum gelungen. Angefangen von der traumhaft schönen Location samt puderweißem Strand und kristallklarem Wasser bis hin zu der weiträumigen Anlage samt aller Annehmlichkeiten.

Familienurlaub auf den Turks & Caicosinseln

Es gab an keinem Tag größere Ansammlungen von Menschen – alles verteilte sich perfekt auf die unterschiedlichen Themenbereiche. Auch zu den Essenszeiten ging es angenehm weiter. Das Essen war meines Erachtens sehr gut! Frisch und wirklich sehr lecker – egal was ich probiert habe. Auch wenn es schwerfällt – versuchen Sie in den unterschiedlichen Restaurants zu essen. Es lohnt sich!

Das Zimmer sowie die Betreuung durch das Team der Beaches Resorts war erstklassig. Zwei Mal täglich wurde mein Zimmer gesäubert. Sehr zuvorkommend. Zudem waren alle Mitarbeiter stets sehr freundlich – nicht aufgezwungen, sondern wirklich angenehm freundlich.Eine entspannte Atmosphäre.

Mein Tipp: Das Beaches Turks & Caicos  ist ideal für einen Aufenthalt von ca. einer Woche im Rahmen einer Amerika-Rundreise. Wer also nach Amerika reist, kann so die perfekte Mischung aus Strand und Stadt erhalten. Vielleicht erst ein wenig Sightseeing und danach die Erholung am Strand. Perfekte Kombi! Es gibt zahlreiche Direktflüge auf die Insel von z.B. Miami, Atlanta und New York aus.

 

Werbung, da Orts- und Markennennung. Anmerkung der Redaktion: Diese Reise erfolgte auf Einladung

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Kreuzfahrt auf der Seine

Paris ist Anfangs- und Endstation einer ungewöhnlichen Flusskreuzfahrt mit der „MS Seine Comtesse“ von Nicko Cruises, die uns auf den Spuren der Impressionisten und des Lichts durch die Normandie bis an den Ärmelkanal führt. Claude Monets Gemälde sind ebenso betörend wie seine Motive in der freien Natur. Jahrzehnte war der Maler von den Seerosen in seinem japanischen Garten fasziniert. Auf unserer Reise werden wir einige weitere Stationen seines Wirkens kennenlernen.

Paris ist Anfangs- und Endstation einer ungewöhnlichen Flusskreuzfahrt mit der „MS Seine Comtesse“ von Nicko Cruises, die uns auf den Spuren der Impressionisten und des Lichts durch die Normandie bis an den Ärmelkanal führt. Claude Monets Gemälde sind ebenso betörend wie seine Motive in der freien Natur. Jahrzehnte war der Maler von den Seerosen in seinem japanischen Garten fasziniert. Auf unserer Reise werden wir einige weitere Stationen seines Wirkens kennenlernen.

Logenplatz an der Seine


Paris, die Stadt der Liebe
, lebt bis heute von ihren Klischees. Vielleicht oder gerade deswegen kehrt dieses Gefühl vom savoir vivre sofort zurück, als ich sie nach langer Zeit aufs Neue für mich entdecke. Auch die Touristen sind nach den Terroranschlägen wiedergekommen. Doch etwas ist anders: Die einst abgasgeschwärzten Jugendstilfassaden privater Bauten und öffentlicher Sehenswürdigkeiten sind in den letzten zehn Jahren gereinigt worden, leuchten hell in ihrer ursprünglichen Kalksandsteinfarbe – beschützt werden sie und die Besucher jetzt von schwer bewaffneten Polizisten.


Wir gehen in Paris gegenüber dem weitläufigen Citroen-Park, eine der vielen grünen Lungen der Hauptstadt, an Bord unseres schwimmenden Hotels. Bei der Ankunft am Anleger erwartet uns eineÜberraschung: eine unkonventionelle Outdoor-Gastronomie, zu der auch ein altes Party-Schiff mit nostalgischem Flair gehört.In den Sommermonaten pulsiert dort besonders abends das Leben bei Musik und Tanz unter freiem Himmel. Das Bier und die Pizza sind lecker, und die Hauptstadt-Preise durchaus bezahlbar.

 

Kostenfrei für uns ist ein Logenplatz auf dem Sonnendeck der „MS Seine Comtesse“ mit Blick auf dieses bunte Spektakel und den 1889 erbauten Eiffelturm: Mit Einbruch der Dunkelheit können wir bei einem kühlen Drink die allabendliche Illumination des stählernen Riesen mit seinen 20.000 blinkenden Lichtern genießen.

Besuchermagnet Montmartre

 

Ein absolutes Muss in Paris ist der Besuch des 130 Meter hohen Montmartre-Hügels und der Basilika SacréCœur mit ihren Mosaiken. Von dorthat man den schönsten Blick auf die Metropole. Das kleine Dorf kam durch Maler wie Vincent von Gogh, Toulouse Lautrec und Picasso im 19./20. Jahrhundert zu Ruhm und wurde zum Künstler- und Vergnügungsviertel. Auch heute noch arbeiten auf dem Place de Tertre die Maler unter freiem Himmel. Besucher schieben sich durch die engen Gassen, Stadtführer warnen ihre Gäste vor Taschendieben und Hütchenspielern.

Aber es gibt auch durchaus charmante Ecken, wie z. B. das Musée de Montmartre mit Blick auf die versteckten Weinberge, das Dalí Museum und die letzten zwei verbliebenen Windmühlen von zwölf. Nicht zu vergessen am Platz Marcel Aymé die Skulptur von „Ein Mann geht durch die Wand“. Die Figur ist einer Novelle des französischen Schriftstellers Marcel Aymé entstiegen, die 1959 mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle verfilmt wurde.


Seine – Ein windungsreicher Fluss

kreuzfahrt auf der seine

Kreuzfahrt auf der Seine mit der MS Seine Comtesse. (Fotos: Liane Ehlers)

Nur 13 Kilometer fließt die Seine, die aus Burgund kommt, durch die Hauptstadt, bevor sie sich mäandernd – ähnlich der Mosel – durch die bezaubernde Landschaft der Normandie bis zum Ärmelkanal ihren Weg bahnt. Auf ihrer Fahrt bis ans Meer muss die „MS Seine Comtesse“ sieben Schleusen passieren. Die letzte befindet sich vor Rouen, wo die Seine vorübergehend ihren jungfräulichen Charme verliert. Aus dem lieblichen, schmalen Fluss mit unberührten Wäldern, grünen Ufern und bizarren Kalk-Sandstein-Felsen, die sich im Wasser spiegeln, wird dort bis zum Ärmelkanal ein breiter Strom, den auch 100.000-Tonnen-Tanker befahren können.

Rouen und Jeanne d’Arc

 

Rouen, die wohlhabende Hauptstadt der Normandie, ist ein gotisches Freilichtmuseum mit mehr als 800 Baudenkmälern, rund 100 Kirchtürmen, wunderschönen Fachwerkhäusern, banalen Nachkriegsbauten und Industriekränen an der Seine. Auf dem alten Marktplatz wurde Frankreichs Nationalheldin Jeanne d’Arc 1431 auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Der 1920 Heiliggesprochenen ist eine eigene Kirche gewidmet. Auf der Vorderfront von Rouens Kathedrale, die Claude Monet in 33 Variationen gemalt hat, ist allabendlich bis zum 22. September mit Einbruch der Dunkelheit ein farbenfrohes, mittelalterliches Lichtspektakel zu sehen, das man sich unbedingt anschauen sollte.

Honfleurs Fischerhäuser

 

Giverny, Honfleur und Étretat sind weitere Wirkungsstätten von Claude Monet, die wir besuchen. Honfleur im Département Calvados mit seinem alten Hafen, in dessen Wasserbecken sich die schmalen Fischerhäuser spiegeln, ist ein bezauberndes Küstenörtchen, wo im 19. Jahrhundert junge Maler den Impressionismus erfanden. Eine besondere Attraktion von Honfleur ist die Kirche Sainte Catherine aus dem 15. Jahrhundert. Sie wurde von Schiffszimmerleuten ganz aus Holz gebaut. Der Wochenmarkt bei der Kirche ist der ideale Platz, die Normandie kulinarisch zu entdecken.

ÉTRETATS FELSENKÜSTE

 

Im kleinen Seebad Étretat – mit einem Ortskern wie eine Puppenstube – versteht man beim Anblick der Kreidefelsen und der drei majestätischen Felsentore sofort, warum nicht nur Claude Monet und Edgar Degas hier im Freien ihre Staffeleien aufstellten. Der Golfplatz von Étretat bietet einmalige Panoramablicke auf das Meer und die Klippen. Der Wanderweg GR21 führt entlang der Alabasterküste von Le Havre über Étretat bis nach Le Tréport.

Monets magisches Gartenreich

 

Auch wenn sich an diesem Vormittag unzählige Besucher in wohlgeordneten Gruppen durch die beiden Gärten von Claude Monets paradiesischem Idyll bewegen: Das Anwesen in Giverny, wo der Mitbegründer des Impressionismus von 1883 bis zu seinem Tod im Jahr 1926 mit seiner Familie in einem rosafarbenen, großen Landhaus mit grünen Fensterläden lebte, gehört zu den Höhepunkten dieser Reise und ist ein absolutes Muss mit magischen Momenten. Mit dem Garten in Giverny hat der Maler ein lebendes Gemälde geschaffen.

Nicht nur die Herzen von Gartenliebhabern schlagen höher, wenn sie diese Farbenbracht, das Spiel von Licht und Schatten sehen. Und weil Monet es so wollte, blüht der vor dem Haus angelegte Ziergarten „Clos normand“ das ganze Jahr über. Der von Bambus und Weiden umgebene japanische Wassergarten mit Seerosenteich, weißen und rosa Blüten, blauen Wasserlilien und der grünen japanischen Brücke kam erst später hinzu. Ihn hat Monet zu allen Jahreszeiten in vielen Facetten auf Leinwand festgehalten. Zu Monets Zeiten pflegten sechs Gärtner das riesige Areal, heute sind es ein Dutzend.

Die Burg von Richard Löwenherz

 

Unsere Reise auf den Spuren der Impressionisten ist immer auch eine Reise in Frankreichs ruhmreiche Vergangenheit. Über dem Fachwerkstädtchen Les Andelys, das malerisch in einer Flussbiegung liegt, thront auf den Kalksteinklippen im warmen Licht der Abendsonne die Ruine des Château Gaillard. König Richard Löwenherz ließ die Burg im 12. Jahrhundert errichten. Über Kirchengeschichte und Klosterleben erfahren wir etwas in der romanischen Abtei von Jumièges, der schönsten Ruine Frankreichs und der spätromanischen Dominikanerabtei St. Martin de Boscherville.

Reiseinformationen in Kürze

Anreise: Die Anreise kann über Nicko Cruises dazu gebucht werden. Individuell: Anreise mit der Bahn nach Paris Gare du Nord, von dort mit der Metro nach Javel-André Citroën. Flug mit Air France von Deutschland nach Paris Charles de Gaulle. Vom Airport mit TGV und Metro (ca.14 Euro/Pers.) oder mit dem Taxi (55 Euro) nach Javel – André Citroën. Wenn man aus dem Flughafen rauskommt nach links abbiegen, dort stehen die Taxen mit dem Festpreis.

Das Schiff: Die „MS Seine Comtesse“ ist 114,3 m lang und 11,4 m breit. Sie kann 150 Passagiere aufnehmen. Die Kabinen (11-14 m²) sind stilvoll und komfortabel, mit individuell regulierbarer Klimaanlage, Dusche/WC, SAT-TV, Haartrockner und Safe eingerichtet. Es gibt ein Sonnendeck mit Sonnensegeln. Im Panorama-Restaurant finden alle Gäste zu einer Mahlzeit Platz.

Reiseliteratur: „Normandie“, Klaus Simon, Dumont, 120 S., 11,99 Euro; „Paris“, Gabriele Kalmbach, Dumont, 120 S., 11,99 Euro.

Werbung, da Orts- und Markennennung / Anmerkung der Redaktion: Die Reise erfolgte auf Einladung

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Rom ganz ohne Petersdom und Trevibrunnen

Rom ist bekanntlich eine der grandiosesten Städte, die man als kultur- und lifestyleverliebter Mensch besuchen kann. Doch die Stadt auf sieben Hügeln birgt auch einige Touristenfallen. Hier kommen die Dos and Don’ts für individuelle Rom-Entdecker.

Rom ist bekanntlich eine der grandiosesten Städte, die man als kultur- und lifestyleverliebter Mensch besuchen kann. Doch die Stadt auf sieben Hügeln birgt auch einige Touristenfallen. Hier kommen die Dos and Don’ts für individuelle Rom-Entdecker.

„Unsere Straßen sind schon sehr, sehr alt“

„Unsere Straßen sind schon sehr, sehr alt“, entschuldigt sich Fabrizio, der mit seinem grau melierten Lockenkopf und dem klassischen Profil wie die lebendige Version einer antiken Statue daherkommt. Mit schnellen Handbewegungen und charmantem Grinsen rückt er den kleinen Bistrotisch zurecht, der auf dem römischen Holpersteinpflaster beständig hin- und herklappert und den Café in den dickwandigen Tassen wie auf hoher See zum Schwappen bringt.

 

Ja, Roms Straßen mit den blank polierten Sanpietrini-Steinen sind tatsächlich alt – vieles in der ewigen Stadt ist alt, sehr alt sogar. Einiges ist deshalb von unschätzbarem Wert.  Anderes zeigt diese unverwechselbare charmante Patina, die diese Stadt so liebenswert macht und die Scharen von Touristen anzieht, die all die ikonischen Hinterlassenschaften der Antike, Renaissance und des Barocks bewundern wollen und es gleichzeitig genießen, sich beschwingt wie die Römer durch die Tage treiben zu lassen.

 

Die gute Nachricht: Es ist kinderleicht, den Touristenströmen zu entgehen, denn Rom bietet eine derartige Fülle an weltweit gefeierten Attraktionen, dass viele grandiose Sehenswürdigkeiten in die zweite Reihe rücken und schon fast ein Nischendasein führen. Ein paar Gassen jenseits der ganz großen Touristenshow, im Stadtviertel nebenan oder am Abend, wenn die Reisegruppen abgezogen sind, zeigt die Stadt wie eh und je ihren Zauber.

Ein Leben reicht wohl nicht aus, um all die geheimen Ecken, versteckten Plätze, Cafés und Restaurants zu entdecken, die Rom zu bieten hat. Doch ein paar Ratschläge kann man schon beherzigen, wenn man Rom jenseits der touristischen Schwergewichte erleben möchte. Wo sollte man wohnen, wo den Café oder die Pasta einnehmen, welche Stadtteile besuchen und von welchem Hügel den Sonnenuntergang bewundern? Prego! Hier geht’s zu den Tipps für entdeckungsfreudige Individualisten.  

Trastevere – Genießer wohnen „jenseits des Tiber“

Ganz klar: Am besten wohnt man in Rom in Trastevere, diesem fast dörflichen, mittelalterlich-malerischen Viertel mit den kleinen Gassen, unzähligen Restaurants, coolen Bars und kleinen Shops. Vom Mini-Antiquariat bis zur hippen Boutique. 

 

Von Großstadt-Hektik keine Spur. Wer hier lebt, ist Genießer. Morgens schlappen die Römer zum Brötchen holen, mittags genehmigen sie sich ihre Pasta samt kühlem Weißwein in einem Straßenbistro und abends warten sie geduldig vor den angesagten Restaurants, bis irgendwo ein Minitischchen frei wird. Wer Rom wie die Einheimischen erleben möchte, ist hier goldrichtig. Nur die großen Plätze wie den Piazza Santa Maria sollte man meiden, wenn man nicht in einem überteuerten Touristenladen landen möchte. Besser man schaut nach einer versteckten Gasse. Dort sind die Atmosphäre perfekt, die Antipasti, Filetti und Spaghetti hervorragend und die Preise moderat.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, geht schon tagsüber vorbei und reserviert einen Tisch. Für die Übernachtung kann man sich eine Airbnb-Unterkunft suchen, dann ist man mittendrin. Auch logistisch liegt Trastevere, was übrigens „jenseits des Tiber“ bedeutet, ideal. Das historische Zentrum ist zu Fuß gut erreichbar. Oder man fährt für kleines Geld mit der Straßenbahn der Linie 8 zum Piazza Venezia beziehungsweise nimmt ein Taxi, was ebenfalls preislich akzeptabel ist. Aber Achtung: Nur mit eingeschaltetem Taxameter fahren oder den Preis vorher ausmachen. Wie in vielen Metropolen sind auch in Rom Halsabschneider unterwegs.

Sonnenuntergang – am schönsten vom Hügel

In Rom scheint es mehr Verliebte zu geben als anderswo auf der Welt. Überall schlendern Pärchen eng umschlungen durch die Gassen und sitzen Händchen haltend auf Brückengeländern oder Brunnenmauern. Noch größer wird die Verliebtenquote in den romantischen Abendstunden, die man am besten auf einem Hügel verbringt.

 

Den schönsten Sonnenuntergang erlebt man auf dem Monte Pincio, den man von der Piazza del Popolo über einen imposanten Treppenaufgang erklimmen kann. Der Blick auf den Platz mit dem Obelisken, auf den Tiber und den Petersdom ist grandios. Von dort kann man auf einem Höhenweg zur Villa Medici schlendern und erreicht wenig später die Kirche Trinità die Monti oberhalb der Spanischen Treppe. Der bevorzugte Sonnenuntergangshügel der Einheimischen ist der Aventin. 

 

Hier wandelt man durch einen Orangengarten, lauscht Jazzmusikern und schaut gebannt auf die Stadt, die sich langsam golden färbt. Wer in Trastevere wohnt, hat es nicht weit zum Gianicolo, der ebenfalls einen atemberaubenden Blick auf Rom bietet. Wer die Treppen auf den Hügel geschafft hat, wird nicht nur mit einer fantastischen Kulisse belohnt, sondern fühlt sich beim Anblick des mächtigen Brunnens geradewegs in den Sorrentino-Film „La Grand Bellezza“ hineinversetzt, dessen Eröffnungsszene hier gedreht wurde. Wenn in den Wintermonaten die Sonne früher untergeht, kann man auch zur Terrazza Caffarelli auf dem Kapitol pilgern. Das Café auf der Dachterrasse steht auch Gästen offen, die nicht Museumsbesucher sind, und bietet das volle Panorama auf die Ewige Stadt. Aber Achtung: Das Café schließt um 19 Uhr.

Testaccio – Foodtour im „Normalo“-Viertel

Das Stadtviertel Trastevere trotzt den Touristen und hat sich seinen Charme bewahrt. Wer es allerdings noch authentischer möchte, sollte einen Ausflug ins benachbarte Testaccio unternehmen. Nur wenige Touristen verirren sich in das ruhige und unaufgeregte ehemalige Arbeiterviertel, das mittlerweile gerne von Künstlern, Filmleuten und Designern als Wohn- und Arbeitsstätte gewählt wird.



Vor allem ist das Stadtviertel interessant für das, was man heute allgemein als „Foodtour“ bezeichnet. Einige spezialisierte Anbieter bieten solche kulinarische Spaziergänge an, doch lassen sie sich auch wunderbar auf eigene Faust unternehmen. Starten sollte man unbedingt in der Pasticceria Barberini an der Via Marmorata. 

 

Livrierte Kellner wuseln hinter dem Tresen in dem winzigen Café, häufen Minitörtchen auf die Teller und lassen wie am Fließband Espresso aus der Maschine strömen. Die Überraschung ist die Kundschaft: Hier finden sich die Normalos des Viertels ein – vom Familienvater mit Kleinkind auf dem Arm über Freundinnen, die sich zu einem Schwätzchen treffen, bis zu Jugendlichen, die sich ebenfalls gerne eines der köstlichen Küchlein genehmigen. 

 

Gleich neben dem Barberini wartet ein weiterer Gourmettipp: das Volpetti, ein Feinkostladen, der über und über mit Köstlichkeiten gefüllt ist. Um die Ecke ist die Taverna Volpetti, in der dicke Schinken unter der Decke hängen und deren Wände mit Weinregalen dekoriert sind. Hier lässt sich – zu sehr moderaten Preisen – vom Feinsten schlemmen und genießen.

Als Geheimtipp in Testaccio wird, ganz zu Recht, Trapizzino gehandelt. Genau genommen handelt es sich um ein Take-away, aber einen der besonderen Art. Raffiniert gewürzte Füllungen aus Fleisch, Gemüse und Sauce werden in knusprigen Brotecken serviert. Wer möchte, erhält einen Ständer für die Spezialsandwiches und kann diesen ins Lokal nebenan mitnehmen.

 

Für den Nachtisch kann man dann noch zum Angel’s House auf ein Eis gehen. Mango, Apfel, Feige? Dort gibt’s alles, lecker dekoriert und freundlich serviert. Hier noch ein Kunsttipp für Testaccio: Einen ungewöhnlichen Blick auf antike Kunst bietet das Centrale Montemartini an der Via Ostiense. 400 römische Statuen werden im ehemaligen Elektrizitätswerk ausgestellt und können inmitten von Dampfturbinen aus ganz ungewöhnlicher Perspektive betrachtet werden.

Kunst mal anders – berühmte Gemälde an versteckten Orten

Selbst Kunstbanausen reizt es zuweilen, einmal eines der ganz großen Werke zu bestaunen, ein Gemälde von Michelangelo etwa oder eines von Botticelli oder Raffael. Klar kann man versuchen, ein Zeitfenster in der Sixtinischen Kapelle zu ergattern und sich umdrängt von Menschen dem Kunstgenuss hingeben. Doch in Rom geht das auch viel einfacher und ganz stressfrei.

 

Ein wunderbarer Tipp ist ein Besuch der Villa Farnesina in der Via della Lungara in Trastevere. Ein reicher toskanischer Bankier ließ sie bauen und mit kostbaren Wandgemälden bestücken. Nur wenige Besucher wandeln durch die Hallen, so dass man die Gemälde von Raffael und seinen Mitstreiter ganz für sich hat. Einer der ganz großen Malernamen ist auch Caravaggio, ein von Legenden umrankter Künstler des Frühbarocks.

 

Drei mächtige Gemälde des Italieners sind in einer Kapelle der Kirche San Luigi dei Francesi nahe des Piazza Navona zu sehen. Allerdings sollte man 1-Euro-Stücke bereithalten, denn nur gegen Geld wird die Kapelle beleuchtet. Wer ungestört von Menschenmassen eines der zarten harmonischen Gemälde von Raffael studieren möchte, kann das in der Kirche Santa Maria della Pace machen. Im Kreuzgang nebenan lädt übrigens ein verstecktes Café zu einer kunstsinnigen Pause ein.

Überlebenstipps – so geht es ohne Stress durch Rom

Städtereisen sind anstrengend, vor allem wenn sie in große Metropolen mit hohem Sightseeing-Faktor wie Rom führen. Um die Tage in Rom entspannt zu genießen, sollte man einige Tipps beachten.

Schuhwerk: Bequeme Schuhe sind beim Sightseeing sowieso Pflicht. Doch in Rom sollte man auf Stöckelschuhe auch dann verzichten, wenn die Wege kurz sind. Viele Straßen sind mit Kopfsteinpflaster bestückt, so dass hohe Hacken das Gehen quasi unmöglich machen. Auch die ansonsten schick gestylten Römerinnen setzen auf flache Schuhe.

Koffer: Leichtes Gepäck ist immer ein guter Tipp auf Reisen. Doch auch dieser Grundsatz sollte für Rom besonders beachtet werden. Viele Orte und Häuser sind nicht mit dem Fahrzeug erreichbar, weil die Zufahrten gesperrt sind oder Treppen überwunden werden müssen. Schwere Koffer sind in diesen Fällen überaus lästig. Auch Rollkoffer helfen nur bedingt, da das Kopfsteinpflaster das Ziehen erheblich erschwert.

Wasser: Teures Flaschenwasser muss man in Rom nicht kaufen. Überall finden sich Brunnen, die sogenannten „Nasoni“, aus denen es fleißig sprudelt. Die Gratis-App „I Nasoni di Roma“ fürs iPhone zeigt alle Standorte. In etlichen Waschräumen wird der Wasserhahn übrigens mit einem Fußhebel in Gang gesetzt. Also erst einmal nach unten schauen, wenn sich kein geeigneter Knopf findet. 

Nepp: Die überwiegende Zahl der Restaurants in Rom ist kulinarisch auf der Höhe, hat einen netten Service und ist nicht zu teuer. Trotzdem sollte man auf die Speisekarte schauen, bevor man sich setzt. Vor allem an touristisch belebten Plätzen gibt es schwarze Schafe, die die üblichen Preise gut und gerne verdoppeln, ohne Qualität zu bieten. Gleiches gilt für Taxifahrer. Es empfiehlt sich, nur mit Taxameter zu fahren, vor allem wenn man Distanzen und Preise nicht kennt. Fahrkarten für Busse und Straßenbahnen gibt es übrigens am Kiosk. Aber Achtung: Am Sonntag sind diese in der Regel geschlossen.

Hinweis: Werbung, da Orts- & Markennennung. Die Reise erfolgte auf Einladung

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Bali: Geben macht Glücklich

Für Australier ist das indonesische Bali das „europäische Mallorca“, für Hochzeitsreisende ein Traumurlaub und für Wellenreiter und Golfspieler ein Eldorado. Bekannt ist Bali zudem für seine tiefe Spiritualität, seine heiligen Tempelanlagen und seine üppig-grünen Reisterrassen. Bei den Sehnsuchtszielen dieser Welt gehört das Eiland mit seinen 3,9 Millionen freundlichen Menschen zu den Top Ten.

Für Australier ist das indonesische Bali das „europäische Mallorca“, für Hochzeitsreisende ein Traumurlaub und für Wellenreiter und Golfspieler ein Eldorado. Bekannt ist Bali zudem für seine tiefe Spiritualität, seine heiligen Tempelanlagen und seine üppig-grünen Reisterrassen. Bei den Sehnsuchtszielen dieser Welt gehört das Eiland mit seinen 3,9 Millionen freundlichen Menschen zu den Top Ten.

 

Auch wenn der Flug via Dubai mit Emirates lang war, schon der Anblick des Flughafens – ein architektonisch einmaliges  Zweckensemble im balinesischen Stil –  ist eine Freude für meine müden Augen. Einen schöneren Flughafen hab ich noch nicht gesehen. Die Fahrt zum Mövenpick Jimbaran Resort & Spa ist kurz. Dort erwartet uns ebenfalls eine beeindruckende Architektur mit einer offenen Lobby im typisch balinesischen Stil, die Zimmer sind großräumig und sehr geschmackvoll. Ein Absacker in der Rooftop Bar mit Blick auf das nächtliche Jimbaran  sorgt für einen gelungenen Ausklang des Tages.

DREI TEMPEL PRO DORF

Sonne pur am nächsten Morgen und ein Blick auf Pool und Meer wie gemalt. Die Auswahl beim Frühstück ist  groß. Neben internationaler Vielfalt gibt es balinesische Spezialitäten wie z. B Chilieier, die man unbedingt probieren sollte. Am späten Nachmittag fahren wir zum berühmten  Uluwatutempel, nur eine halbe Stunde von  Jimbaran entfernt,  um einen der schönsten Sonnenuntergänge von Bali zu erleben. Unser Guide Sutaba (48) stammt aus der Bauernkaste, erzählt er stolz. 3,9 Millionen Menschen leben auf Bali (davon 93 Prozent Hindus), und jedes Dorf besitzt drei Tempel. Hinzu kommen noch zahlreiche Haustempel  mit Opferschreinen. Die Balinesen opfern ihren zahlreichen Göttern gern. Mindestens dreimal am Tag zu jeder Mahlzeit. „Wer gibt, zu dem kommt das Glück“, sagt Sutaba. Vielleicht sind die Menschen auf Bali deshalb so zufrieden und freundlich.

DER AFFENTANZ

 

Auf der Hinfahrt warnt Sutaba uns vor den berühmt-berüchtigten  Affen, die gerne Brillen, Ohrringe und alles, was nicht niet- und nagelfest ist, klauen.  Am Tempel angekommen müssen Besucher mit kurzen Röcken und Hosen sich einen tieflila Sarong umbinden, ein orangefarbener Stoffgürtel  aus Rohseide ist für alle Pflicht, denn jetzt betreten wir einen heiligen Ort. Das Warten auf den berühmten Sonnenuntergang wird durch eine Tanzshow mit Kultstatus in einer halbkreisförmigen, voll besetzten Arena verkürzt: 70 Tänzer, etliche in prachtvollen Kostümen reich geschmückt, tanzen den Kechak (Affentanz), die alte hinduistische Legende des Ramayana.

Ein kulinarisches Menü der Extraklasse im Mövenpick-Anarasa-Restaurant mit einem Tatar aus Avocados und Tomaten sowie Jakobsmuscheln, einem delikaten Seafood Casimir mit Reis, Hummer und Jakobsmuscheln und einem Dessert sind der perfekte Abschluss für einen perfekten Tag.

[nextpage title=”Geheimnisvolles Bali”]

 

Der nächste Tag wird lang. Von Jimbaran bis nach Mas, dem Zentrum der Steinmetze, dauert die Fahrt eine Stunde. Von Generation zu Generation wird dieses Kunsthandwerk weiter gegeben. Auf dem Weg dorthin legen wir am Tempel Pura Dalem noch eine kurze Pause ein.  Frauen und Männer  bereiten dort  zu tausenden kleine Körbchen mit Opfergaben für die Götter vor, die dann weiter verkauft werden. Vom Duran Dalem Tempel aus hat man einen guten Blick über die Reisfelder zum Vulkan Mount Agun, der Ende 2017 mit seinen Ausbrüchen für einige Unruhe gesorgt hatte.

BERÜHMTER KATZENKAFFEE

 

Nach einem Besuch der Holzmaskenschnitzer genießen wir unsere mitgebrachten Lunchpakete auf einer Farm, die Agrartourismus betreibt.  Vor 18 Jahren hat Ikt Ngemben  (42) von seinem Vater den Betrieb übernommen. Seitdem werden Gewürze wie Pfeffer und Muskatnuss, Kaffee und Kakao nicht mehr nur auf dem Markt verkauft, sondern auch im eigenen Betrieb verarbeitet und verkostet. So kommen wir z.B. in den  Genuss von Kakao mit Ingwer oder Kaffee mit Vanille. Auch verschiedene Teesorten wie der rote Rossolo werden uns zum Picknick von Ikts Schwester Ni und seinen fünf Kindern serviert. Auf der Farm gibt es auch Coffee Luwak (Katzenkaffee),  den wohl besten und teuersten Kaffee der Welt zu kosten und kaufen. Die grünen  Kaffeebohnen werden von  wilden Mungos gefressen und unverdaut wieder ausgeschieden, bevor sie eingesammelt und verarbeitet werden.

„Bali first“ ist die Devise,  die von der Regierung und der Hotellerie gefördert wird, um die einheimische Landwirtschaft und Industrie zu unterstützen. Auch das Mövenpick Jimbaran kauft bei einheimischen Fischern. Ebenso stammen die Pflegeprodukte wie Shampoo und Bodylotion auf den Zimmern oder im Spa aus Bali. „Einheimische Produkte sind angesagt“, betont Daniela Hartati, stellvertretende Marketing-Chefin.

GOTTHEIT GANESHA

 

Unser nächstes Ziel ist die Elefantenhöhle Goa Gajah. Sie  stammt aus dem 9. Jahrhundert und wird bis heute  als Heiligtum verehrt.  Ihren Namen verdankt sie vermutlich der hinduistischen Gottheit Ganesha, denn Elefanten gab es in früheren Jahrhunderten auf Bali nicht.
[nextpage title=”Die Sorgen abwaschen”]

 

Der Wassertempel Pura Tirta Empul zählt zu den wichtigsten und heiligsten Tempelanlagen Balis. Sie gehört zu den neun Staatstempeln. Hier pulsiert das Leben im wahrsten Sinne des Wortes. Aus etlichen Rohren in der Tempelwand sprudelt heiliges Quellwasser in Fontänen ins Becken. Hinduistische Gläubige kommen regelmäßig dort hin, um sich von Krankheiten und andren Problemen frei zu waschen. Asiatische Touristengruppen schießen Selfies ohne Ende.

BEZAUBERNDE REISTERRASSEN

 

Mystisch und beeindruckend sind die Ruinen der Tempelanlage Gunung Kawi. Die im 11. Jahrhundert in den Berg gehauene Tempelanlage ist nur über 150 Stufen zu Fuß zu erreichen, die bis zum Beginn der wunderschönen Reisterrassen zu  beiden Seiten von Souvenirshops eingerahmt werden. Zur Belohnung erwartet die Besucher am Fuße des Berges eine relativ touristenfreie Zone. Der Aufstieg zurück ist anstrengend, aber der Mühe wert.

MYTHOS UBUD

 

Am  Ende des Tages geht es nach Ubud. Die in Reisfelder eingebettete Kleinstadt ist seit den 1930er Jahren eine wahre Künstlerkolonie. Maler, Musiker, Tänzer, Holzschnitzer und Steinmetze verleihen dem Zehntausend-Seelenort ein ganz besonderes Flair. Kenner behaupten, „wer nicht in Ubud war, kennt Bali nicht“. Das beste Kokos-Eis Balis darf man auf keinen Fall versäumen. Wir essen es im Tukies Cafe, das wir nach langer Suche in der Market Road Nr. 3 finden. 

Die Amerikaner haben mit dem erfolgreichen Hollywood-Blockbuster  „Eat, Pray, Love!“ (2010) mit Julia Roberts ihre  Liebe zur Insel entdeckt. Seit der Sinnsuche der schönen Amerikanerin, die sie u.a. auch nach Bali führte, hat sich Ubuds Status als magischer Ort weiter verfestigt.  

[nextpage title=”Früh auf den Fischmarkt”]

 

Wer am nächsten Morgen den Fisch- und Gemüsemarkt in Jimbaran erleben will, muss früh aufstehen. Um sechs Uhr landen die Fischer in ihren bunten Auslegerbooten ihren Fang direkt bei den Markthallen an. Von den „antiken“ Waagen aus werden sie zu den  Verkaufsständen oder direkt zu den Hotelküchen gebracht.

An einem Red Snapper demonstriert uns Koch Kamayuda (25), woran man frischen Fisch erkennt. Später werden wir unter seiner Anleitung  im Hotel beim Kochen mit Gästen Red Snapper zu einer Farce  verarbeiten und  um ein Bambusstäbchen geformt auf dem Grill garen. Dazu gibt es Grüne-Bohnen-Salat und Reis. Und dann geht‘s endlich ins große Spa- und Wellness-Center. Für 90 Minuten sorgen das Sandelholzöl und  die Zauberhände von Desri  (21) bei einer balinesischen Ganzkörpermassage für Entspannung pur.

TEMPEL IM MEER 

 

Das wohl meist fotografierte Objekt auf Bali ist der geheimnisvolle Tanah Lot („Tempel der Erde im Meer“), der von hinduistischen Priestern bewacht wird. Das kleine Heiligtum auf dem einsamen Felsen in der Brandung gehört zu den Höhepunkten einer Bali-Reise. Allabendlich  klicken tausende Auslöser im Akkord, wenn die Sonne hinter dem Heiligtum blutrot im Meer versinkt. Gegen eine Spende darf man heiliges Wasser aus der Quelle trinken, die aus dem Felsen sprudelt und sich damit Hände und Gesicht waschen. 

Die Insel der Götter und Dämonen ist geheimnisvoll, heiß, feucht und faszinierend. Sie ist leise im Hinterland, doch laut und rummelig in den Centren. Auf den Straßen sind es die Autos und Motorräder, rund um die heiligen Stätten der Kommerz mit seinen bunten Ständen  und die Touristen in ihrer babylonischen Sprachenvielfalt. Bali ist eine andere Welt, vielseitig und verwirrend schön.

Reiseinfos in Kürze

Anreise: Flüge nach Denpasar werden von Emirates (via Dubai) und von Singapore Airlines (via Singapur) angeboten. 

Hoteltipp: Fünf-Sterne-Mövenpick Resort & Spa Jimbaran Bali. Inspiriert durch die fünf Elemente und im balinesischen Design erbaut,  bietet das Hotel 297 komfortabel und geschmackvoll eingerichtete Zimmer und Suiten mit Balkon sowie freies W-LAN; fünf Restaurants, Kids-Club, Wassersport- und Golf-Möglichkeiten. 

Reiseliteratur: „Bali“, von Roland Dusik, 120 S., 11,99 Euro, Dumont.

Mehr Infos gibt es beim Fremdenverkehrsamt von Indonesien.

Hinweis: Werbung, da Orts- und Markennennung. Die Reise erfolgte auf Einladung

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Mit dem Wohnmobil nach Kroatien

Lasst uns doch mit einem Wohnmobil nach Kroatien fahren! Die Idee für den nächsten Urlaub in den Ferien war schnell gefunden. Und auch das Ziel, obwohl wir ursprünglich in die Toskana wollten. Doch Italien schien uns in den Sommerferien zu überlaufen. Und Kroatien gilt immer noch als Geheimtipp: Tolle Natur, günstige Preise, gutes Wetter. Also Wohnmobil beladen, einsteigen und los. Eine Fahrt ins Blaue beginnt, bei der nur das Ziel feststeht.

Lasst uns doch mit einem Wohnmobil nach Kroatien fahren! Die Idee für den nächsten Urlaub in den Ferien war schnell gefunden. Und auch das Ziel, obwohl wir ursprünglich in die Toskana wollten. Doch Italien schien uns in den Sommerferien zu überlaufen. Und Kroatien gilt immer noch als Geheimtipp: Tolle Natur, günstige Preise, gutes Wetter. Also Wohnmobil beladen, einsteigen und los. Eine Fahrt ins Blaue beginnt, bei der nur das Ziel feststeht.

7,5 Meter lang – Unser rollendes Hotelzimmer

Doch zunächst müssen wir unser Wohnmobil beziehen. Der 7,5 Meter lange Riese hat gerade mal 20 Kilometer auf dem Tacho, als wir den TUI-Camper in Lüneburg in Empfang nehmen. Er bietet Platz für vier Personen. Ein Doppelbett im Fond des Fahrzeugs und ein Doppelbett in der Mitte, das via Elektromotor bis unter das Fahrzeugdach gefahren werden kann und so keinen Platz im Wagen wegnimmt. Ansonsten hat der IXEO Time IT 726G alles, was ein fahrendes Hotelzimmer braucht: Küche, Bad, Dusche und eine Sitzecke für vier Personen mit Esstisch und Blick auf einen Flat-TV.

mit dem wohnmobil nach kroatien - Joerg Baldin - Mosel (1 von 5)

Der TUI-Camper war unser fahrendes Hotelzimmer. Mit dem Wohnmobil nach Kroatien in 14 Tagen. (Fotos: Jörg Baldin)

Die Reise startet am Samstagmorgen. Das erste Ziel? Unbekannt. Wir fahren in Richtung Mosel und suchen uns dort einen Campingplatz. Extra dafür habe ich mir eine App auf meinem Smartphone installiert, die die meisten Campingplätze auf unserer Tour kennt. Eine gute Idee, wie sich im Verlauf der Reise herausstellt. Mit dem „Bären-Camp“ in Bullay an der Mosel steht unser erster Ziel, etwa 570 Kilometer von Hamburg entfernt, fest. Auf der mehr als acht Stunden dauernden Fahrt lernen wir vor allem die Maße des Wohnmobils kennen, denn auf der Stecke vorbei an Bremen, Münster, Osnabrück, Köln und am Nürburg-Ring sind es vor allem die engen Baustellen der A1, die einem noch das Fürchten lernen.

Nach acht Stunden erreichen wir die Mosel

Nach etwa acht Stunden Fahrtzeit haben wir die Mosel erreicht. Der kleine Ort Bullay empfängt uns mit strahlendem Sonnenschein und die Mosel mit spiegelglatter Wasseroberfläche. Fast zu schön für Deutschland, könnte man denken. Beinahe schon kitschig. Der Campingplatz, wie wir im Laufe unserer Tour erfahren, ist recht klein und sehr ruhig. Unser Stellplatz liegt direkt am Fluss. Relativ schnell ist das Wohnmobil in Parkposition gebracht, Markise rausgekurbelt, Tische und Stühle sowie Gasgrill und –flasche aus dem hinteren Stauraum geholt und die Fahrräder vom Gepäckträger genommen.

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mit dem wohnmobil nach kroatien - Joerg Baldin - Mosel (1 von 5)

Der TUI Camper auf unserer Reise war vom Typ Family-Standard und ausgestattet mit allem, was man für eine Reise mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern benötigt. Die Vermietung erfolgte über McRent in Brietlingen / Lüneburg.

Ein Camper mit dem TUI Optimalpaket bei dem TUI-Qualitätspartner McRent kostet für eine Woche ab EUR 735.

Das Optimalpaket beinhaltet:

  • Vollkaskoschutz mit Erstattung der Selbstbeteiligung
  • Haftpflichtversicherung mit mind. 7,5 Mio. € Deckungssumme
  • Unbegrenzte Kilometer
  • Bereitstellungsgebühr
  • Fahrzeugausstattung
  • Campingtisch und -stühle

Buchbar über TUI Camper

Noch viel wichtiger ist der Stromanschluss, der mittels einer Kabeltrommel und den entsprechenden Adaptern ein Kinderspiel ist. Routinearbeiten eines Campers nach erfolgreicher Ankunft auf dem Campingplatz. Was heute noch sehr lange dauert, wird im Laufe des Urlaubs perfektioniert. Und weil es so schön ist, wird auch die Satellitenschüssel ausgefahren, die sich von ganz alleine den richtigen Satelliten sucht, damit wir auch den Fernseher im Camper ausprobieren können. Camper-Herz, was willst Du mehr?

 

Am nächsten Tag wird nach einem fabelhaften Frühstück an der Mosel alles wieder im Wohnmobil verstaut. Unser nächstes Ziel soll der Bodensee sein. Wieder fahren wir einfach los, ohne zu wissen, wo genau wir die nächste Nacht verbringen. Dennoch haben wir eine Änderung in unserem Reiseplan. Anstatt der einen Nacht mit anschließender Weiterfahrt haben wir uns für eine weitere Übernachtung am Bodensee entschieden. Was bringt einem eine schöne Tour durch Deutschland, wenn man alles nur von der Autobahn aus sieht? Und der Bodensee, der immerhin drei Länder berührt, ist immer eine Reise wert. So kommen wir mit Hilfe der App an einem schönen Campingplatz am Bodensee an, der leider belegt ist. Ein Platz weiter haben wir Glück.

Bäume sind der natürliche Feind für Wohnmobile

Wir finden ein Platz für zwei Nächte auf dem Campinglatz Schloß-Kirchberg in der Nähe von Hagnau und können unseren Camper wieder in Parkposition bringen. Allerdings ohne TV-Empfang, denn ein Baum stört die Verbindung zum Satelliten. Ein immer wiederkehrendes Problem für Camper, wie wir den Rest der Reise erfahren werden. Bäume sind der natürliche Feind für Wohnmobile und Wohnwagen. Ein weiterer Feind sind Straßen. Nach der ersten ruhigen Nacht an der Mosel ist dieser Stellplatz in unmittelbarer Nähe einer vielbefahrenen Straße, die so laut ist, dass die beiden Camper neben uns nach der ersten Nacht die Flucht antreten und weiter nach Österreich fahren. Wir nicht, wir bleiben!

Nachdem am Stellplatz alles klar ist, folgt der lang ersehnte Sprung in den Bodensee und danach ein neues Familienritual: Der Gasgrill wird angefeuert und mit Thüringer Bratwurst belegt. Abendessen auf einem Campingplatz.

 

Unseren Tag am Bodensee verbringen wir zunächst mit einer Bootsfahrt in Richtung Mainau. Die Blumeninsel ist zu dieser Jahreszeit das Ziel vieler Urlauber. Mein letzter Besuch von Mainau war 1987, seitdem ist viel passiert. Auch wenn ich mich nur noch schemenhaft an die Insel erinnern kann. Mainau ist die drittgrößte Insel im Bodensee und seit 1974 in adligem Besitz. Graf Lennart Bernadotte hat die Insel gekauft und in die extra gegründeten „Lennart-Bernadotte-Stiftung“ überführt. Auch heute noch wohnt der Graf mit seiner Frau Sandra Gräfin Bernadotte auf der Insel. Bei gefühlt 40 Grad im Schatten ist ein Spaziergang mit zwei Kindern sehr mühsam und endet abrupt an dem 100 Quadratmeter großen Mainauer Kinderland „Wasserwelt“ mit vielen Wasserbecken und eben viel Wasser. Viele Eltern wussten das und haben für die Kinder Wechselkleidung mitgenommen. Wir nicht! Was auch bei diesen Temperaturen nicht schlimm war.

Nur mühsam bekommen wir die Jungs von der Wasserwelt weg, denn wer auf der Insel ist, sollte sich auf jeden Fall das Schmetterlingshaus anschauen. Mit rund 1.000 Quadratmeter ist das Haus das zweitgrößte seiner Art in Deutschland. Im Inneren des Hauses herrscht bei 26 Grad und etwa 80 bis 90 Prozent Luftfeuchtigkeit eine tropische Umgebung mit Wasserfällen, exotischen Gewächsen und Blumen. 700 bis 1.000 bunte Falter aus bis zu 80 verschiedenen Schmetterlingsarten fliegen je nach Jahreszeit in dem Schmetterlingshaus, vor allem südamerikanischer Herkunft, frei zwischen den Besuchern durch die Tropenlandschaft umher.

Unwetter in Österreich verändert unsere Tourenplanung

Von Hagnau am Bodensee sollte es eigentlich über Österreich weiter nach Kroatien gehen. Das Wetter machte und allerdings einen Strich durch die Rechnung. Unwetter in den Bergen. Wir planen unsere Tour um, verkürzen damit allerdings auch die Zeit in Kroatien. Wir fahren über die Schweiz und Italien nach Krk und machen aus unserem Wohnmobilurlaub eine Europatour.

Vom Bodensee in die Schweiz ist es nur ein kurzer Weg. Unser Ziel ist der Luganer See, an dem wir wieder zwei Übernachtungen planen. Nach der Grenze wird in der Schweiz erstmal eine Vignette für 40 Euro fällig, egal wie lange man im Land bleibt. Am Ende kleben drei solcher Vignetten an der Windschutzscheibe: Schweiz, Österreich und Slowenien. Italien kassiert die Maut auf der Autobahn ab.

In Lugano mit der Standseilbahn auf den Monte Brè

Unser Campingplatz „La Palma“ in Lugano liegt direkt am Luganer See. Wir haben einen perfekten Stellplatz unmittelbar am See mit freiem Blick aufs Wasser. Der Platz selbst ist schon etwas in die Jahre gekommen, dafür wird „La Palma“ der teuerste Campingplatz unserer Reise werden. Nachdem wir den Camper in Position gebracht haben, sind die Kinder längst im Wasser verschwunden. Natürlich wird der Grill wieder gestartet und mit Blick auf die Berge und den See im Sonnenuntergang fehlt zum perfekten Bild nur noch ein Motorboot mit Wasserskiläufer. Camping kann so schön kitschig sein.

Den Tag in Lugano nutzen wir zum Sightseeing. Die Stadt liegt wunderschön am See und mit der Touristenkarte vom Campingplatz können wir die öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos nutzen. Das gilt nicht für die Standseilbahn, die auf den Monte Brè führt. Wer dort allerdings hochfährt, bekommt einen wundervollen Blick auf die Bucht von Lugano und die Walliser und Berner Alpen. Auf dem Gipfel (925 Meter hoch) befinden sich eine Aussichtsplattform mit Café sowie eine Marienkapelle, die eine Madonnenstatue enthält.

 

Happy Hour und Poolparties on Lignano Sabbiadoro

Von Lugano nach Krk sind es noch etwa 600 Kilometer, die mit dem Wohnmobil nur mit großer Anstrengung in einer Tour zu fahren sind. Also entschließen wir uns noch zu einem Übernachtungs-Stopp in Italien. Das Ziel ist Lignano Sabbiadoro. Lignano erstreckt sich in Form einer Halbinsel über die nordöstliche Hälfte des Tagliamento-Deltas zwischen der Lagune von Marano und der offenen Adria. Der Campinplatz gleicht einem Clubhotel ohne Hotel. Animation wohin das Auge reicht. Der Platz selbst ist sehr groß. Wir finden aber einen ruhigen und schattigen Stellplatz, bauen den Camper um und fahren mit den Rädern an die Adriaküste, die zu Fuß etwa zehn Minuten entfernt ist.

 

Schon auf dem Weg zum Strand wird uns klar, dass dieser Badeort alles andere als beschaulich ist. Überall Restaurants und Bars, die mit möglichst lauter Musik Gäste anwerben. Happy-Hour hier, Poolparty da. Der Sandstrand ist ein Meer aus Liegen und Sonnenschirmen. Da wir erst gegen 18 Uhr am Strand sind, will ich mir gar nicht vorstellen, wie es hier tagsüber aussieht. Das Meer ist schön warm, etwas wellig und für uns nach der Tour eine willkommene Erfrischung.

mit dem wohnmobil nach kroatien - Joerg Baldin - Krk Kroatien (1 von 12)

Mittagspause in Slowenien: Spanferkel gehört dazu. Extrem lecker!

Am nächsten Morgen brechen wir nach dem Frühstück auf und haben noch etwa 200 Kilometer vor uns. Mit dem Camper geht’s zurück auf die Autobahn. Wir durchfahren die Slowakei und nach rund drei Stunden Fahrtzeit erreichen wir endlich Kroatien.

Endlich Krk – Endlich Kroatien

Die Insel Krk in Kroatien ist die größte Insel in der Adria und liegt in der Kvarner Bucht, südöstlich von Rijeka. Sie ist seit 1980 durch die riesige Krk-Brücke mit dem Festland verbunden. Durch die Nähe zu Süddeutschland, Österreich und Oberitalien ist Krk ein beliebtes Urlaubsziel, in dem viele Kroaten deutsch sprechen. Aber auch Urlauber aus Ungarn, Tschechien oder Rumänien machen Urlaub auf der Insel.

 

Unser Campingplatz ist Kamp Njivice, der am gleichnamigen Ort Njivice liegt und in zehn Minuten zu Fuß erreicht werden kann. Wir haben Glück, denn wir bekommen den einzigen freien Platz für die nächsten zwei Tage, danach müssen wir nochmal das Wohnmobil auf dem Platz umstellen.

Der Strand am Kamp Njivice ist sehr schön. Glasklares Wasser, das man vor allem wegen der vielen Seeigel und dem steinigen Untergrund nicht ohne Badeschuhe betreten sollte. Und auch der kleine Ort lädt zum Besuch ein. An dem kleinen Hafen findet man nette Restaurants und Bars und von dort aus hat man einen herrlichen Ausblick auf das Festland, an dem abends die Sonne untergeht.

mit dem wohnmobil nach kroatien - Joerg Baldin - Krk Kroatien (2 von 12)

Sonnenuntergang am Strand von Njivice.

Nach vier Nächten in Kroatien treten wir die Heimreise an, die diesmal nur durch eine Übernachtung in der Nähe von Bamberg unterbrochen wird. Am Ende der Reise haben wir mit dem Wohnmobil 3.400 Kilometer zurückgelegt und viele Stunden auf der Straße verbracht. Unser Fazit: Viel gesehen, viel Spaß gehabt, viel gebadet. So sehen doch perfekte Sommerferien aus…

mit dem wohnmobil nach kroatien - Joerg Baldin - bamberg (1 von 1)

Der Campingplatz in der Nähe von Bamberg war die letzte Station auf der Reise mit dem Wohnmobil nach Kroatien.

Hinweis in eigener Sache: Die Reise für diesen Beitrag wurde zum Teil unterstützt von Veranstaltern, Hotels, Fluglinien und/oder Tourismus-Agenturen. Wir legen sehr großen Wert auf eine unabhängige und neutrale Berichterstattung, daher sind die Meinungen, Eindrücke und Erfahrungen der jeweiligen Autoren ihre eigenen.
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Unsere Top 10 Restaurant-Tipps in San Francisco

San Francisco erleben und genießen – und das mit allen Sinnen. Überhaupt kein Problem. Für Gourmetliebhaber ist San Francisco ein wahres Mekka. Ein wahr gewordener Food-Traum. Wir haben für Euch unsere Top 10 Restaurant-Tipps rausgesucht und – ganz wichtig – alle selbst probiert! Auf die Teller, fertig, Los!

San Francisco erleben und genießen – und das mit allen Sinnen. Überhaupt kein Problem. Für Gourmetliebhaber ist San Francisco ein wahres Mekka. Ein wahr gewordener Food-Traum. Wir haben für Euch unsere Top 10 Restaurant-Tipps rausgesucht und – ganz wichtig – alle selbst probiert! Auf die Teller, fertig, Los!

Kitava

Das gesund auch lecker sein kann beweist das kleine aber feine KITAVA.  Der erste Eindruck beim Betreten des Lokals – Clean und Transparent ohne den überflüssigen Schnick – Schnack. Hier konzentriert man sich zu 100% auf gesunde Lebensmittel und deren Zubereitung. Der Gast wird dafür mit einem unverfälschten Geschmackserlebnis belohnt. Sehr lecker! 

Adresse: 2011 Mission Steht –  San Francisco – CA 94110

WESBURGER ‘N’ MORE

Burger & Fries – die gibt es im WES Burger´n´more in Hülle und Fülle. Allein das Restaurant und dessen Einrichtung sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Unzählige Details und Accessoires entführen den Gast in die amerikanischen 50er Jahre. Musikbox und Leuchtreklame inklusive. Zudem weht ein Hauch Mexiko durch das Lokal. Bitte unbedingt probieren – Horchata! Ein süsses Reismilchgetränk mit einem Hauch Zimt! Unglaublich lecker 🙂 

Adresse: 2240 Mission Street – San Francisco – CA 94110

Tacolicious

Tacos, Mole, Tequila uvm…. Hier im Tacolicious wird man buchstäblich nach Mexiko katapultiert. Mit allen Sinnen. Insgesamt 3 Standorte hat das Tacolicious in San Francisco. Wir haben uns mal ein wenig im Ladenlokal im Mission District umgesehen. 

Von außen klein und unscheinbar  – doch im Inneren des Lokals tobt das Leben. Egal ob an den zahlreichen Tischen oder direkt an der Bar. Neben den typischen mexikanischen Speisen kann man zudem aus einer Vielzahl von Tequila und Mezcal Sorten wählen. 

Adresse: 741 Valencia Street – San Francisco – CA 94110