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Alle Artikel von Liane Ehlers

Redaktion Reisemagazin breitengrad53.de

Kreuzfahrt auf der Seine

Paris ist Anfangs- und Endstation einer ungewöhnlichen Flusskreuzfahrt mit der „MS Seine Comtesse“ von Nicko Cruises, die uns auf den Spuren der Impressionisten und des Lichts durch die Normandie bis an den Ärmelkanal führt. Claude Monets Gemälde sind ebenso betörend wie seine Motive in der freien Natur. Jahrzehnte war der Maler von den Seerosen in seinem japanischen Garten fasziniert. Auf unserer Reise werden wir einige weitere Stationen seines Wirkens kennenlernen.

Paris ist Anfangs- und Endstation einer ungewöhnlichen Flusskreuzfahrt mit der „MS Seine Comtesse“ von Nicko Cruises, die uns auf den Spuren der Impressionisten und des Lichts durch die Normandie bis an den Ärmelkanal führt. Claude Monets Gemälde sind ebenso betörend wie seine Motive in der freien Natur. Jahrzehnte war der Maler von den Seerosen in seinem japanischen Garten fasziniert. Auf unserer Reise werden wir einige weitere Stationen seines Wirkens kennenlernen.

Logenplatz an der Seine


Paris, die Stadt der Liebe
, lebt bis heute von ihren Klischees. Vielleicht oder gerade deswegen kehrt dieses Gefühl vom savoir vivre sofort zurück, als ich sie nach langer Zeit aufs Neue für mich entdecke. Auch die Touristen sind nach den Terroranschlägen wiedergekommen. Doch etwas ist anders: Die einst abgasgeschwärzten Jugendstilfassaden privater Bauten und öffentlicher Sehenswürdigkeiten sind in den letzten zehn Jahren gereinigt worden, leuchten hell in ihrer ursprünglichen Kalksandsteinfarbe – beschützt werden sie und die Besucher jetzt von schwer bewaffneten Polizisten.


Wir gehen in Paris gegenüber dem weitläufigen Citroen-Park, eine der vielen grünen Lungen der Hauptstadt, an Bord unseres schwimmenden Hotels. Bei der Ankunft am Anleger erwartet uns eineÜberraschung: eine unkonventionelle Outdoor-Gastronomie, zu der auch ein altes Party-Schiff mit nostalgischem Flair gehört.In den Sommermonaten pulsiert dort besonders abends das Leben bei Musik und Tanz unter freiem Himmel. Das Bier und die Pizza sind lecker, und die Hauptstadt-Preise durchaus bezahlbar.

 

Kostenfrei für uns ist ein Logenplatz auf dem Sonnendeck der „MS Seine Comtesse“ mit Blick auf dieses bunte Spektakel und den 1889 erbauten Eiffelturm: Mit Einbruch der Dunkelheit können wir bei einem kühlen Drink die allabendliche Illumination des stählernen Riesen mit seinen 20.000 blinkenden Lichtern genießen.

Besuchermagnet Montmartre

 

Ein absolutes Muss in Paris ist der Besuch des 130 Meter hohen Montmartre-Hügels und der Basilika SacréCœur mit ihren Mosaiken. Von dorthat man den schönsten Blick auf die Metropole. Das kleine Dorf kam durch Maler wie Vincent von Gogh, Toulouse Lautrec und Picasso im 19./20. Jahrhundert zu Ruhm und wurde zum Künstler- und Vergnügungsviertel. Auch heute noch arbeiten auf dem Place de Tertre die Maler unter freiem Himmel. Besucher schieben sich durch die engen Gassen, Stadtführer warnen ihre Gäste vor Taschendieben und Hütchenspielern.

Aber es gibt auch durchaus charmante Ecken, wie z. B. das Musée de Montmartre mit Blick auf die versteckten Weinberge, das Dalí Museum und die letzten zwei verbliebenen Windmühlen von zwölf. Nicht zu vergessen am Platz Marcel Aymé die Skulptur von „Ein Mann geht durch die Wand“. Die Figur ist einer Novelle des französischen Schriftstellers Marcel Aymé entstiegen, die 1959 mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle verfilmt wurde.


Seine – Ein windungsreicher Fluss

kreuzfahrt auf der seine

Kreuzfahrt auf der Seine mit der MS Seine Comtesse. (Fotos: Liane Ehlers)

Nur 13 Kilometer fließt die Seine, die aus Burgund kommt, durch die Hauptstadt, bevor sie sich mäandernd – ähnlich der Mosel – durch die bezaubernde Landschaft der Normandie bis zum Ärmelkanal ihren Weg bahnt. Auf ihrer Fahrt bis ans Meer muss die „MS Seine Comtesse“ sieben Schleusen passieren. Die letzte befindet sich vor Rouen, wo die Seine vorübergehend ihren jungfräulichen Charme verliert. Aus dem lieblichen, schmalen Fluss mit unberührten Wäldern, grünen Ufern und bizarren Kalk-Sandstein-Felsen, die sich im Wasser spiegeln, wird dort bis zum Ärmelkanal ein breiter Strom, den auch 100.000-Tonnen-Tanker befahren können.

Rouen und Jeanne d’Arc

 

Rouen, die wohlhabende Hauptstadt der Normandie, ist ein gotisches Freilichtmuseum mit mehr als 800 Baudenkmälern, rund 100 Kirchtürmen, wunderschönen Fachwerkhäusern, banalen Nachkriegsbauten und Industriekränen an der Seine. Auf dem alten Marktplatz wurde Frankreichs Nationalheldin Jeanne d’Arc 1431 auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Der 1920 Heiliggesprochenen ist eine eigene Kirche gewidmet. Auf der Vorderfront von Rouens Kathedrale, die Claude Monet in 33 Variationen gemalt hat, ist allabendlich bis zum 22. September mit Einbruch der Dunkelheit ein farbenfrohes, mittelalterliches Lichtspektakel zu sehen, das man sich unbedingt anschauen sollte.

Honfleurs Fischerhäuser

 

Giverny, Honfleur und Étretat sind weitere Wirkungsstätten von Claude Monet, die wir besuchen. Honfleur im Département Calvados mit seinem alten Hafen, in dessen Wasserbecken sich die schmalen Fischerhäuser spiegeln, ist ein bezauberndes Küstenörtchen, wo im 19. Jahrhundert junge Maler den Impressionismus erfanden. Eine besondere Attraktion von Honfleur ist die Kirche Sainte Catherine aus dem 15. Jahrhundert. Sie wurde von Schiffszimmerleuten ganz aus Holz gebaut. Der Wochenmarkt bei der Kirche ist der ideale Platz, die Normandie kulinarisch zu entdecken.

ÉTRETATS FELSENKÜSTE

 

Im kleinen Seebad Étretat – mit einem Ortskern wie eine Puppenstube – versteht man beim Anblick der Kreidefelsen und der drei majestätischen Felsentore sofort, warum nicht nur Claude Monet und Edgar Degas hier im Freien ihre Staffeleien aufstellten. Der Golfplatz von Étretat bietet einmalige Panoramablicke auf das Meer und die Klippen. Der Wanderweg GR21 führt entlang der Alabasterküste von Le Havre über Étretat bis nach Le Tréport.

Monets magisches Gartenreich

 

Auch wenn sich an diesem Vormittag unzählige Besucher in wohlgeordneten Gruppen durch die beiden Gärten von Claude Monets paradiesischem Idyll bewegen: Das Anwesen in Giverny, wo der Mitbegründer des Impressionismus von 1883 bis zu seinem Tod im Jahr 1926 mit seiner Familie in einem rosafarbenen, großen Landhaus mit grünen Fensterläden lebte, gehört zu den Höhepunkten dieser Reise und ist ein absolutes Muss mit magischen Momenten. Mit dem Garten in Giverny hat der Maler ein lebendes Gemälde geschaffen.

Nicht nur die Herzen von Gartenliebhabern schlagen höher, wenn sie diese Farbenbracht, das Spiel von Licht und Schatten sehen. Und weil Monet es so wollte, blüht der vor dem Haus angelegte Ziergarten „Clos normand“ das ganze Jahr über. Der von Bambus und Weiden umgebene japanische Wassergarten mit Seerosenteich, weißen und rosa Blüten, blauen Wasserlilien und der grünen japanischen Brücke kam erst später hinzu. Ihn hat Monet zu allen Jahreszeiten in vielen Facetten auf Leinwand festgehalten. Zu Monets Zeiten pflegten sechs Gärtner das riesige Areal, heute sind es ein Dutzend.

Die Burg von Richard Löwenherz

 

Unsere Reise auf den Spuren der Impressionisten ist immer auch eine Reise in Frankreichs ruhmreiche Vergangenheit. Über dem Fachwerkstädtchen Les Andelys, das malerisch in einer Flussbiegung liegt, thront auf den Kalksteinklippen im warmen Licht der Abendsonne die Ruine des Château Gaillard. König Richard Löwenherz ließ die Burg im 12. Jahrhundert errichten. Über Kirchengeschichte und Klosterleben erfahren wir etwas in der romanischen Abtei von Jumièges, der schönsten Ruine Frankreichs und der spätromanischen Dominikanerabtei St. Martin de Boscherville.

Reiseinformationen in Kürze

Anreise: Die Anreise kann über Nicko Cruises dazu gebucht werden. Individuell: Anreise mit der Bahn nach Paris Gare du Nord, von dort mit der Metro nach Javel-André Citroën. Flug mit Air France von Deutschland nach Paris Charles de Gaulle. Vom Airport mit TGV und Metro (ca.14 Euro/Pers.) oder mit dem Taxi (55 Euro) nach Javel – André Citroën. Wenn man aus dem Flughafen rauskommt nach links abbiegen, dort stehen die Taxen mit dem Festpreis.

Das Schiff: Die „MS Seine Comtesse“ ist 114,3 m lang und 11,4 m breit. Sie kann 150 Passagiere aufnehmen. Die Kabinen (11-14 m²) sind stilvoll und komfortabel, mit individuell regulierbarer Klimaanlage, Dusche/WC, SAT-TV, Haartrockner und Safe eingerichtet. Es gibt ein Sonnendeck mit Sonnensegeln. Im Panorama-Restaurant finden alle Gäste zu einer Mahlzeit Platz.

Reiseliteratur: „Normandie“, Klaus Simon, Dumont, 120 S., 11,99 Euro; „Paris“, Gabriele Kalmbach, Dumont, 120 S., 11,99 Euro.

Werbung, da Orts- und Markennennung / Anmerkung der Redaktion: Die Reise erfolgte auf Einladung

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Bali: Geben macht Glücklich

Für Australier ist das indonesische Bali das „europäische Mallorca“, für Hochzeitsreisende ein Traumurlaub und für Wellenreiter und Golfspieler ein Eldorado. Bekannt ist Bali zudem für seine tiefe Spiritualität, seine heiligen Tempelanlagen und seine üppig-grünen Reisterrassen. Bei den Sehnsuchtszielen dieser Welt gehört das Eiland mit seinen 3,9 Millionen freundlichen Menschen zu den Top Ten.

Für Australier ist das indonesische Bali das „europäische Mallorca“, für Hochzeitsreisende ein Traumurlaub und für Wellenreiter und Golfspieler ein Eldorado. Bekannt ist Bali zudem für seine tiefe Spiritualität, seine heiligen Tempelanlagen und seine üppig-grünen Reisterrassen. Bei den Sehnsuchtszielen dieser Welt gehört das Eiland mit seinen 3,9 Millionen freundlichen Menschen zu den Top Ten.

 

Auch wenn der Flug via Dubai mit Emirates lang war, schon der Anblick des Flughafens – ein architektonisch einmaliges  Zweckensemble im balinesischen Stil –  ist eine Freude für meine müden Augen. Einen schöneren Flughafen hab ich noch nicht gesehen. Die Fahrt zum Mövenpick Jimbaran Resort & Spa ist kurz. Dort erwartet uns ebenfalls eine beeindruckende Architektur mit einer offenen Lobby im typisch balinesischen Stil, die Zimmer sind großräumig und sehr geschmackvoll. Ein Absacker in der Rooftop Bar mit Blick auf das nächtliche Jimbaran  sorgt für einen gelungenen Ausklang des Tages.

DREI TEMPEL PRO DORF

Sonne pur am nächsten Morgen und ein Blick auf Pool und Meer wie gemalt. Die Auswahl beim Frühstück ist  groß. Neben internationaler Vielfalt gibt es balinesische Spezialitäten wie z. B Chilieier, die man unbedingt probieren sollte. Am späten Nachmittag fahren wir zum berühmten  Uluwatutempel, nur eine halbe Stunde von  Jimbaran entfernt,  um einen der schönsten Sonnenuntergänge von Bali zu erleben. Unser Guide Sutaba (48) stammt aus der Bauernkaste, erzählt er stolz. 3,9 Millionen Menschen leben auf Bali (davon 93 Prozent Hindus), und jedes Dorf besitzt drei Tempel. Hinzu kommen noch zahlreiche Haustempel  mit Opferschreinen. Die Balinesen opfern ihren zahlreichen Göttern gern. Mindestens dreimal am Tag zu jeder Mahlzeit. „Wer gibt, zu dem kommt das Glück“, sagt Sutaba. Vielleicht sind die Menschen auf Bali deshalb so zufrieden und freundlich.

DER AFFENTANZ

 

Auf der Hinfahrt warnt Sutaba uns vor den berühmt-berüchtigten  Affen, die gerne Brillen, Ohrringe und alles, was nicht niet- und nagelfest ist, klauen.  Am Tempel angekommen müssen Besucher mit kurzen Röcken und Hosen sich einen tieflila Sarong umbinden, ein orangefarbener Stoffgürtel  aus Rohseide ist für alle Pflicht, denn jetzt betreten wir einen heiligen Ort. Das Warten auf den berühmten Sonnenuntergang wird durch eine Tanzshow mit Kultstatus in einer halbkreisförmigen, voll besetzten Arena verkürzt: 70 Tänzer, etliche in prachtvollen Kostümen reich geschmückt, tanzen den Kechak (Affentanz), die alte hinduistische Legende des Ramayana.

Ein kulinarisches Menü der Extraklasse im Mövenpick-Anarasa-Restaurant mit einem Tatar aus Avocados und Tomaten sowie Jakobsmuscheln, einem delikaten Seafood Casimir mit Reis, Hummer und Jakobsmuscheln und einem Dessert sind der perfekte Abschluss für einen perfekten Tag.

[nextpage title=”Geheimnisvolles Bali”]

 

Der nächste Tag wird lang. Von Jimbaran bis nach Mas, dem Zentrum der Steinmetze, dauert die Fahrt eine Stunde. Von Generation zu Generation wird dieses Kunsthandwerk weiter gegeben. Auf dem Weg dorthin legen wir am Tempel Pura Dalem noch eine kurze Pause ein.  Frauen und Männer  bereiten dort  zu tausenden kleine Körbchen mit Opfergaben für die Götter vor, die dann weiter verkauft werden. Vom Duran Dalem Tempel aus hat man einen guten Blick über die Reisfelder zum Vulkan Mount Agun, der Ende 2017 mit seinen Ausbrüchen für einige Unruhe gesorgt hatte.

BERÜHMTER KATZENKAFFEE

 

Nach einem Besuch der Holzmaskenschnitzer genießen wir unsere mitgebrachten Lunchpakete auf einer Farm, die Agrartourismus betreibt.  Vor 18 Jahren hat Ikt Ngemben  (42) von seinem Vater den Betrieb übernommen. Seitdem werden Gewürze wie Pfeffer und Muskatnuss, Kaffee und Kakao nicht mehr nur auf dem Markt verkauft, sondern auch im eigenen Betrieb verarbeitet und verkostet. So kommen wir z.B. in den  Genuss von Kakao mit Ingwer oder Kaffee mit Vanille. Auch verschiedene Teesorten wie der rote Rossolo werden uns zum Picknick von Ikts Schwester Ni und seinen fünf Kindern serviert. Auf der Farm gibt es auch Coffee Luwak (Katzenkaffee),  den wohl besten und teuersten Kaffee der Welt zu kosten und kaufen. Die grünen  Kaffeebohnen werden von  wilden Mungos gefressen und unverdaut wieder ausgeschieden, bevor sie eingesammelt und verarbeitet werden.

„Bali first“ ist die Devise,  die von der Regierung und der Hotellerie gefördert wird, um die einheimische Landwirtschaft und Industrie zu unterstützen. Auch das Mövenpick Jimbaran kauft bei einheimischen Fischern. Ebenso stammen die Pflegeprodukte wie Shampoo und Bodylotion auf den Zimmern oder im Spa aus Bali. „Einheimische Produkte sind angesagt“, betont Daniela Hartati, stellvertretende Marketing-Chefin.

GOTTHEIT GANESHA

 

Unser nächstes Ziel ist die Elefantenhöhle Goa Gajah. Sie  stammt aus dem 9. Jahrhundert und wird bis heute  als Heiligtum verehrt.  Ihren Namen verdankt sie vermutlich der hinduistischen Gottheit Ganesha, denn Elefanten gab es in früheren Jahrhunderten auf Bali nicht.
[nextpage title=”Die Sorgen abwaschen”]

 

Der Wassertempel Pura Tirta Empul zählt zu den wichtigsten und heiligsten Tempelanlagen Balis. Sie gehört zu den neun Staatstempeln. Hier pulsiert das Leben im wahrsten Sinne des Wortes. Aus etlichen Rohren in der Tempelwand sprudelt heiliges Quellwasser in Fontänen ins Becken. Hinduistische Gläubige kommen regelmäßig dort hin, um sich von Krankheiten und andren Problemen frei zu waschen. Asiatische Touristengruppen schießen Selfies ohne Ende.

BEZAUBERNDE REISTERRASSEN

 

Mystisch und beeindruckend sind die Ruinen der Tempelanlage Gunung Kawi. Die im 11. Jahrhundert in den Berg gehauene Tempelanlage ist nur über 150 Stufen zu Fuß zu erreichen, die bis zum Beginn der wunderschönen Reisterrassen zu  beiden Seiten von Souvenirshops eingerahmt werden. Zur Belohnung erwartet die Besucher am Fuße des Berges eine relativ touristenfreie Zone. Der Aufstieg zurück ist anstrengend, aber der Mühe wert.

MYTHOS UBUD

 

Am  Ende des Tages geht es nach Ubud. Die in Reisfelder eingebettete Kleinstadt ist seit den 1930er Jahren eine wahre Künstlerkolonie. Maler, Musiker, Tänzer, Holzschnitzer und Steinmetze verleihen dem Zehntausend-Seelenort ein ganz besonderes Flair. Kenner behaupten, „wer nicht in Ubud war, kennt Bali nicht“. Das beste Kokos-Eis Balis darf man auf keinen Fall versäumen. Wir essen es im Tukies Cafe, das wir nach langer Suche in der Market Road Nr. 3 finden. 

Die Amerikaner haben mit dem erfolgreichen Hollywood-Blockbuster  „Eat, Pray, Love!“ (2010) mit Julia Roberts ihre  Liebe zur Insel entdeckt. Seit der Sinnsuche der schönen Amerikanerin, die sie u.a. auch nach Bali führte, hat sich Ubuds Status als magischer Ort weiter verfestigt.  

[nextpage title=”Früh auf den Fischmarkt”]

 

Wer am nächsten Morgen den Fisch- und Gemüsemarkt in Jimbaran erleben will, muss früh aufstehen. Um sechs Uhr landen die Fischer in ihren bunten Auslegerbooten ihren Fang direkt bei den Markthallen an. Von den „antiken“ Waagen aus werden sie zu den  Verkaufsständen oder direkt zu den Hotelküchen gebracht.

An einem Red Snapper demonstriert uns Koch Kamayuda (25), woran man frischen Fisch erkennt. Später werden wir unter seiner Anleitung  im Hotel beim Kochen mit Gästen Red Snapper zu einer Farce  verarbeiten und  um ein Bambusstäbchen geformt auf dem Grill garen. Dazu gibt es Grüne-Bohnen-Salat und Reis. Und dann geht‘s endlich ins große Spa- und Wellness-Center. Für 90 Minuten sorgen das Sandelholzöl und  die Zauberhände von Desri  (21) bei einer balinesischen Ganzkörpermassage für Entspannung pur.

TEMPEL IM MEER 

 

Das wohl meist fotografierte Objekt auf Bali ist der geheimnisvolle Tanah Lot („Tempel der Erde im Meer“), der von hinduistischen Priestern bewacht wird. Das kleine Heiligtum auf dem einsamen Felsen in der Brandung gehört zu den Höhepunkten einer Bali-Reise. Allabendlich  klicken tausende Auslöser im Akkord, wenn die Sonne hinter dem Heiligtum blutrot im Meer versinkt. Gegen eine Spende darf man heiliges Wasser aus der Quelle trinken, die aus dem Felsen sprudelt und sich damit Hände und Gesicht waschen. 

Die Insel der Götter und Dämonen ist geheimnisvoll, heiß, feucht und faszinierend. Sie ist leise im Hinterland, doch laut und rummelig in den Centren. Auf den Straßen sind es die Autos und Motorräder, rund um die heiligen Stätten der Kommerz mit seinen bunten Ständen  und die Touristen in ihrer babylonischen Sprachenvielfalt. Bali ist eine andere Welt, vielseitig und verwirrend schön.

Reiseinfos in Kürze

Anreise: Flüge nach Denpasar werden von Emirates (via Dubai) und von Singapore Airlines (via Singapur) angeboten. 

Hoteltipp: Fünf-Sterne-Mövenpick Resort & Spa Jimbaran Bali. Inspiriert durch die fünf Elemente und im balinesischen Design erbaut,  bietet das Hotel 297 komfortabel und geschmackvoll eingerichtete Zimmer und Suiten mit Balkon sowie freies W-LAN; fünf Restaurants, Kids-Club, Wassersport- und Golf-Möglichkeiten. 

Reiseliteratur: „Bali“, von Roland Dusik, 120 S., 11,99 Euro, Dumont.

Mehr Infos gibt es beim Fremdenverkehrsamt von Indonesien.

Hinweis: Werbung, da Orts- und Markennennung. Die Reise erfolgte auf Einladung

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Auf den Wasserwegen der Zaren

Wer Russland mit seinen goldenen Kuppeln und pompösen Palästen erleben möchte, reist meist nach St. Petersburg. In Zeiten der Fußball-WM steht auch noch Moskau auf dem Programm. Doch vor allem jenseits der beiden Millionen-Metropolen erfährt man etwas über die russische Seele, Geschichte und die unendliche Weite des Landes. Ganz entspannt geht das bei einer Flusskreuzfahrt mit der der „MS Rossia“ im stilvollen Ambiente.

Wer Russland mit seinen goldenen Kuppeln und pompösen Palästen erleben möchte, reist meist nach St. Petersburg. In Zeiten der Fußball-WM steht auch noch Moskau auf dem Programm. Doch vor allem jenseits der beiden  Millionen-Metropolen erfährt man etwas über die russische Seele, Geschichte und die unendliche Weite des Landes. Ganz entspannt geht das bei einer Flusskreuzfahrt mit der der „MS Rossia“ im stilvollen Ambiente.  Zwölf Tage und 1805 Kilometer war ich auf Wolga und Newa von Moskau bis St. Petersburg unterwegs.  

Schwimmendes Hotel

 

Unser schwimmendes Hotel, das 2016 komplett renoviert wurde, liegt für drei Tage im nördlichen Flusshafen von Moskau. Wer vom Hafen mit dem Bus oder Auto ins Zentrum fährt, erlebt den allmorgendlichen Verkehrsinfarkt der Hauptstadt. Schneller  geht es mit der Metro. Die Station ist zu Fuß nur ein paar Minuten vom Schiffsanleger entfernt, die dunkelgrüne Linie 2 führt direkt zum Roten Platz, das Herz von Moskau. Alle 90 Sekunden hält ein Zug, jährlich werden 2,5 Milliarden Fahrgäste transportiert. Mit fast 100 Stundenkilometern rauschen die Züge unter den mausgrauen Wohnblöcken der Vorstädte hindurch.

UNTERIRDISCHE PALÄSTE

 

Eine Besichtigung des Kremls und der Basilius Kathedrale gehören ebenso zum Pflichtprogramm wie das legendäre Kaufhaus GUM mit seiner Designer-Mode von Gucci bis  Versace, die sich eine russische Krankenschwester mit 300 bis 400 Euro Monatsgehalt allerdings nicht leisten kann. Moskaus Zentrum wirkt wie geleckt. Viel Geld ist in den letzten Jahren  vor der Fußball-WM in die Renovierung geflossen. Straßen, Fußwege und U-Bahnhöfe sind super sauber. Überhaupt ist Moskaus Metro, die bis zu 80 Meter tief unter der Erde liegt,  eine der schönsten der Welt. Die „unterirdischen Paläste“ an den  Ringstationen wurden in den 1930er Jahren zu Stalins Zeiten aus Granit und Marmor gebaut und von den besten Architekten und Künstlern gestaltet. Eine Fahrt  kostet nur 55 Rubel – egal, wie weit man fährt.

STYLISCHES AMBIENTE

 

Neu ist der Zaryadye Park, südlich vom Kreml, eine 13 Hektar große  Grünanlage mit gläserner Aussichtsplattform, die von    Einheimischen auch  „Selfiebrücke“ genannt wird. Von dort hat man einen guten Blick auf Moskaus Skyline mit historischem Zentrum,  Stalins Zuckerbäckerbauten  und die futuristischen  Glaspaläste des Geschäftsviertels von Moskau-City.

Auf Empfehlung von Olga, die gut Deutsch spricht und uns in der U-Bahn freundlich ihre Hilfe anbietet, weil wir an der falschen Station ausgestiegen sind, besuchen wir auch eins der beiden Lokale im Zaryadye Park, direkt neben der „Selfiebrücke“. Das Ambiente ist umwerfend, die Küche leicht und die Austern sind hervorragend. Aber auch sonst hat Moskau viele schöne Cafés  und Restaurants zu bieten. Wenn Moskaus historische Altstadt nachts beleuchtet ist, ist sie besonders erlebenswert.

TOUR DER 17 SCHLEUSEN

 

Am Abend des dritten Tages verlassen wir die Hauptstadt über den Moskwa-Kanal Richtung Uglitsch. Vor uns liegen 1805 Kilometer auf den Wasserwegen der Zaren. 160 Meter Höhenunterschied sind mit Hilfe von 17 Schleusen auf Flüssen, Kanälen und Stauseen zu bewältigen, bis wir  St. Petersburg – Russlands Tor zu Europa – erreichen.

Gemütlich startet die russische Wallachei am nächsten Morgen in den Tag, während wir im Gourmetrestaurant Onegin das Frühstück genießen.  Versteckt zwischen endlosen Birkenwäldern liegen kleine und größere Datschas (Wochenendhäuser) aus Holz. Sechs Schleusen des 128 Kilometer langen  Moskwa-Wolga-Kanals, der 1937 eröffnet wurde und auch als „himmelblaue Treppe“ bekannt ist,  haben wir in der Nacht passiert, um in die Wolga zu gelangen.  Mit 3530 Kilometern ist sie  der längste Fluss Europas.

FAHRT ÜBER DEN MARKTPLATZ

 

Rund drei Stunden vor Uglitsch erwartet uns ein seltsamer Anblick – der überflutete Glockenturm von Kaljasin, der noch ein Stück aus dem Wasser des Uglitscher Stausees herausragt. „Gleich fahren wir über  den ehemaligen Marktplatz der Stadt“, erklärt unser deutschsprachiger Reiseleiter Nikolai, der uns die ganze Tour begleitet.

Uglitsch ist eine Kleinstadt mit 40.000 Einwohnern, die wie viele andere Städte auf unserer Route einen Kreml (= Festung) und sehenswerte Kirchen, Kathedralen und Klöster besitzt. Uglitsch gehört zu den Städten des „Goldenen Rings“ um Moskau und ist vor allem wegen der traurigen Geschichte von der Ermordung des kleinen Zarensohns  Dimitrij im 16. Jahrhundert bekannt, dessen Vater als Iwan der Schreckliche in die Geschichte einging. Dem Andenken des Kindes ist die  bezaubernde rot-weiß verzierte Demetrios-Kirche mit fünf Kuppeln gewidmet.

WELTKULTURERBE JAROSLAWL

 

Über die zum Rybinsker-Stausee aufgestaute Wolga, für den in den 1930er-Jahren 700 Dörfer geflutet  und 150.000 Bewohner umgesiedelt wurden, geht es  nach Jaroslawl an der Wolga. Auf dem  4580 Quadratkilometer großen Stausee ist teilweise kein Land in Sicht. Hier offenbart sich erstmals die unendliche Weite Russlands.  In der Tsar-Panorama-Bar können wir  den Vorträgen  unseres Reiseleiters Nikolai  zu Land und Leuten lauschen, Russisch lernen oder auf dem großen Sonnendeck entspannt die Ruhe und den Blick in die weite Landschaft genießen.

In Jaroslawl, das erstmals im 11. Jahrhundert erwähnt wurde, steht das Ensemble des Erlöser-Klosters, das zwischen dem  12. und  17. Jahrhundert  erbaut wurde. Die Altstadt gehört zum Weltkulturerbe der Unesco. Guide Alexej, im Hauptberuf Englisch- und Deutschlehrer,  versteht es, uns  mit viel Humor die Geschichte der Stadt nahe zu bringen. Die Distanziertheit der Russen in Moskau weicht einer natürlichen  Herzlichkeit und Offenheit. In Jaroslawl gibt es auch eine Fußgängerzone, hübsche Cafés, und eine Markthalle, die sogar am Sonntag geöffnet ist. Vom Angebot her kann sie sich mit jedem deutschen Wochenmarkt messen. Und es gibt eine Glockenspielerschule – wir bekommen eine Kostprobe.

MÜTTERCHEN WOLGA

 

Auf demselben Teilstück geht es zurück zur  Rybinsker-Schleuse (290×30 Meter), die wir zum zweiten Mal – diesmal bei Tag –  passieren. Bei der Ausfahrt aus der Schleuse erhebt sich auf dem Damm des Schleusenkanals  „Mütterchen Wolga“,  eine allegorische 24 Meter  hohe Statue.

MUSEUMSINSEL KISHI

 

Die kommenden beiden Tage führen uns nach Gorizy am Beloe See mit seinen kleinen Bauernhäusern und dem Kirillow-Kloster. Von dort geht es zur Museumsinsel Kishi im Onega See (18mal größer als der Bodensee). Durch sechs Schleusen wird die „MS Rossia“ in der Nacht auf Höhe des Onega Sees gesenkt. Dieser See bleibt immer bis April gefroren. Karelien – das sind stille  Landschaften, unermessliche Wälder und nahezu unberührte Natur. Es scheint wie eine Fortsetzung der finnischen Seenlandschaften  nach Osten. „Der Unterschied zwischen Sommer und Winter in Karelien besteht darin, dass man den  Pelzmantel offen lässt oder zuknöpft“, erklärt Guide Juliana schmunzelnd.

Der ganze Stolz der Museumsinsel Kishi (6x1km), die inmitten dieser Schärenlandschaft  liegt, ist das „Pogost“, ein Holzkirchen-Ensemble: Dazu gehören die 22-kuppelige  Christi-Verklärungskirche (1714), die Maria-Schutz-Kirche (1764) und der Glockenturm mit dem Zeltdach (1874). Seit 1990 ist es Weltkulturerbe. Außerdem steht dort die älteste Holzkirche Russlands. Einhundert Menschen leben hier in zwei Dörfern.

KÜNSTLERDORF MANDROGI

flusskreuzfahrt russland liane ehlers-Ru30 Mandrogi

Über den Fluss Swir erreichen wir den Ladoga See, wo die „MS Rossia“ für einen kurzen Abstecher im Künstlerdorf Mandrogi anlegt, das für seine russische Handwerkskunst  bekannt ist. Etwa 200 Menschen wohnen und arbeiten dort ganzjährig. Von dort aus sind es noch 287 Flusskilometer bis St. Petersburg, der schönsten und europäischsten Stadt Russlands.

EIN HAUCH VON FABERGE

 

Bei einer einstündigen Bootsfahrt auf der Newa und den vielen verzweigten Kanälen ist die prachtvolle Architektur der Stadt mit ihren verspielten Fassaden zu sehen. Während der „Weißen Nächte“ im Sommer sind die nachts hochgeklappten Brücken und das beleuchtete St. Petersburg besonders beeindruckend. Drei Tage Zeit bleiben uns in St. Petersburg, um die Eremitage, den Katharinenpalast mit Bernsteinzimmer, den Peterhof – das russische Versailles – , die Peter-Paul-Festung und  andere Sehenswürdigkeiten wie die Blutskirche, die Kasaner Kathedrale oder die St.-Isaak-Kathedrale zu erkunden. Diesmal habe ich sogar noch Zeit für einen Besuch des Fabergé-Museums, in dem u.a. neun kunstvolle Ostereier des kaiserlichen Hofjuweliers, ausgestellt sind. Aber es gibt noch so viel zu sehen, ich muss unbedingt noch einmal wiederkommen…

Wichtige Reiseinfos in Kürze

Anreise

Ab Berlin, Frankfurt, München mit dem Flugzeug. Deutschsprachige Reiseleitung ab Flughafen Moskau/St. Petersburg. Die Reise wird auch in umgekehrter Reihenfolge angeboten.

MS Rossia

Alle 112 Außenkabinen auf der MS Rossia, davon 72 Deluxe- und  sechs Premium-Kabinen, bieten ein behagliches Wohnambiente und sind mit Glasduschkabine & WC, Klimaanlage, Kleiderschrank, Kühlschrank, Föhn, Safe, LCD TV und WLAN (22 Euro für die gesamte Reise), freies WLAN gibt es in Rezeptionsnähe, ausgestattet. 224 Passagiere (das Publikum ist international), 100 Besatzungsmitglieder. Für Notfälle ist ein Arzt an Bord.  Zum Frühstück und Mittagessen gibt es Buffet, das Abendessen findet in einer Sitzung statt. Zwei Bars, jeden Abend Livemusik. Schiffsdaten: 125 m Länge, 16,7 m Breite, 2,8m Tiefgang, 3000 PS, drei Kabinendecks, ein Fahrstuhl verbindet die Kabinendecks, Stromspannung 220 Volt, ein Adapter ist nicht erforderlich.

Vorbereitung

Für die Reise sind ein noch mindestens sechs Monate gültiger Reisepass und ein Visum (90 Euro) erforderlich, das rechtzeitig beantragt werden muss. Der Veranstalter ist dabei behilflich. Die russische Währung ist der Rubel.

Literatur

„Moskau“, von Eva Gerberding, Dumont, 292 S. 17,99 Euro. „St. Petersburg – Lebensfreude an der Newa“, Lothar Deeg, 120 S., 9,95 Euro.

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung.

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PARADIES FÜR ROSS UND REITER – SCHLOSSHOTEL WENDORF

Der weiße Pferdekopf vor dem Haupteingang zum Schlosshotel Wendorf vermittelte dem Neuankömmling schon auf den ersten Blick, was den Eigentümer bewogen hat, dieses herrliche Anwesen zu kaufen. Udo M. Chistée, selbst leidenschaftlicher Reiter und Pferdezüchter, hat vor zehn Jahren sein ursprünglich als Altersruhesitz gekauftes Anwesen zum Fünf-Sterne-Hotel ausbauen lassen. Ross und Reiter finden in den Stallungen und im Schloss ein erstklassiges Quartier.

Der weiße Pferdekopf vor dem Haupteingang zum Schlosshotel  Wendorf vermittelte dem Neuankömmling schon auf den ersten Blick, was den Eigentümer bewogen hat, dieses herrliche Anwesen zu kaufen. Udo M. Chistée, selbst leidenschaftlicher Reiter und Pferdezüchter, hat vor zehn Jahren sein ursprünglich als Altersruhesitz gekauftes Anwesen zum Fünf-Sterne-Hotel ausbauen lassen. Ross und Reiter finden in den Stallungen und im Schloss ein erstklassiges Quartier.
SCHLOSSHOTEL WENDORF - Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern - Liane Ehlers--2

SCHLOSSHERR AUF ZEIT

Nirgendwo sonst in Norddeutschland gibt es so viele alte Schlösser, Guts- und Herrenhäuser wie in Mecklenburg-Vorpommern. Viele von ihnen wurden nach der Wende  liebevoll restauriert. Einige bieten Urlaubern jetzt die Möglichkeit, sich einmal als Schlossherr oder Burgfräulein auf Zeit zu fühlen.

Was Theodor Fontane schon 1896 wusste, als er einem Freund in einem Brief von der Müritz über Mecklenburg-Vorpommern schrieb, haben nach der Wende Ost- und Westdeutsche, aber auch Holländer und Skandinavier gleichermaßen für sich entdeckt: „Ich kann Ihnen auf der ganzen Gotteswelt keinen besseren Platz empfehlen.“ Bei meinem Besuch im  5*-Sterne-Schlosshotel Wendorf  zeigte sich das Land der Dichter, Fürsten und Ritter mit seiner Hauptstadt Schwerin, die im 12. Jahrhundert von Heinrich dem Löwen gegründet wurde, vonseiner besten Seite.

KULTURZEIT IN SCHWERIN

Der Sommer in Mecklenburg-Vorpommern ist immer auch Kulturzeit. Kaum ein Tag vergeht ohne Veranstaltungsmarathon in dem Flächenstaat, dem die mecklenburgischen Herzöge in den vergangenen Jahrhunderten ihren Stempel aufgedrückt haben. Das monumentale Schweriner Schloss mit seinen 635 Zimmern – eine Symphonie in Ocker und im Stil des Historismus erbaut – ist das Herzstück der Stadt und der Sieben-Seen-Landschaft.

Vor dem Schloss finden die Schlossfestspiele mit großen Klassik-Open-Air-Konzerten statt. Im Schloss hat der Landtag seinen Sitz. Vor allem aber das Museum auf drei Etagen ist ein großer Besuchermagnet. Dabei ist das Märchenschloss, so wie man es heute sieht – mit seinen 15 Türmen, seiner glitzernden Goldkuppel und dem fotogenen Erzengel Michael – gerade mal 150 Jahre alt. „Ein ambitionierter Bürgerverein arbeitet seit einigen Jahren darauf hin, dass das gesamte Residenzensemble – dazu gehören insgesamt 40 Gebäude – in die UNESCO-Weltkulturerbe-Liste aufgenommen wird“, erzählt Fremdenführerin Teresa Beck.

LANDSCHAFT IN BLAU UND GELB

Etwas ruhiger als in der Hauptstadt geht es auf dem Land an der mecklenburgischen Seenplatte zu. Dies ist ein Eldorado für Golfer, Radfahrer, Wanderer, Reit- und Wassersportler. Im ländlichen Idyll mit den weiten Waldflächen und Flusstälern erleben Reiter das Gefühl von grenzenloser Freiheit. Die sanfte Hügellandschaft ist vor allem durch die Farben Blau, Gelb und Grün geprägt: blau die Seen; grün die Nationalparks und die Blätterdächer der Alleen mit ihren knorrigen, alten Bäumen; strahlend gelb im Frühjahr die Rapsfelder und im Spätsommer die Sonnenblumen, die in der Sonne leuchten.

IDYLLISCHE HERRENHÄUSER

SCHLOSSHOTEL WENDORF - Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern - Liane Ehlers-12schlosswendorf

Mitten in diesem Idyll stehen die alten Schlösser und Herrenhäuser mit ihrer bewegten Vergangenheit. Rund 300 werden touristisch genutzt. Ambitionierte Menschen mit und ohne Kapital  haben vor Jahren ihre Leidenschaft für die abgewirtschafteten Edel-Immobilien entdeckt, sich von ihrer Architektur, Geschichte und Lage  faszinieren lassen. Um sich ihren Traum vom Gutsherrn zu erfüllen, haben die Eigentümer die Anwesen mit hohem persönlichen Einsatz und viel Geld restaurieren lassen. Dazu gehört auch das Schlosshotel Wendorf  im kleinen Ort Kuhlen-Wendorf, 30 Autominuten östlich  von  Schwerin. Seit 2009 ist es das einzige 5*-Sterne-Schlosshotel in Mecklenburg-Vorpommern.

Als Udo M. Chistée und seine Frau Monika 1999 erstmals Kontakt mit der zu DDR-Zeiten heruntergekommenen Immobilie hatten, wurde das Ehepaar aus Österreich von eben dieser „Leidenschaft“ erfasst.  2004 kauften die beiden das Anwesen mit der bewegten Vergangenheit: Wendorf  hatte von 1202 bis 1895 den Grafen von Schack als Ritterburg gedient. Dann wurde die Burg abgetragen. Im Auftrag von Otto Schondorf kreierte der Architekt Paul Korff auf den Fundamenten der Burg das heutige Schloss mit großem Park, Seen und angrenzendem Wald. In Zeiten des DDR-Sozialismus wurde es als Sanatorium, Waisenhaus und Heim für schwer erziehbare Kinder genutzt.

HANDBESTICKTE TAPETEN

Eigentlich wollten der Geschäftsführer der österreichischen Amedia Hotel Group und seine Frau Monika das Anwesen als Ruhesitz selbst bewohnen. Doch sehr schnell stellten sie fest: zu viel Platz für zwei Personen und zu hohe Betriebskosten. Deshalb beschlossen sie, ein paar Millionen in die Hand zu nehmen, und das Haus zu einer Luxusherberge zu machen – mit handbestickten seidenen Tapeten, edlen Antiquitäten im Barock- und Jugendstil in den acht großen Suiten, die alle statt Nummern einen adligen Namen an der Tür tragen.

Im Erdgeschoss befinden sich Rezeption, großzügige Lobby, eine Zigarrenlounge, ein Salon mit einer edlen Auswahl an Spirituosen, eine Bibliothek, der für Hochzeitfeiern prädestinierte Frühstücksalon mit Orangerie sowie eine Schlossterrasse mit Blick auf den ausgedehnten Schlosspark, den Reitplatz und die dahinter liegenden Stallungen. Dort werden erstklassige Springpferde gezüchtet. Fürstlich fein präsentiert sich der hauseigene Spa-Bereich mit direktem Zugang zum Schlosspark.

GOURMET-RESTAURANT

Jede der Suiten im Schloss ist mit einer Küchenzeile ausgestattet, doch davon benutzen die Gäste in der Regel nur den Kühlschrank mit der Minibar. Nur einen Steinwurf  vom Schloss entfernt befindet sich die Residenz, mit  weiteren sechs Suiten, sechs Doppelzimmern Deluxe und dem Gourmet Restaurant „Cheval Blanc“ mit 35 Plätzen. Im Sommer kommt ein großer Biergarten dazu. Der Küchenchef  legt großen Wert auf hochwertige regionale Produkte, veredelt mit Kräutern aus dem eigenen Garten.

Rund drei Monate im Jahr verbringt das Ehepaar Chistée auf Schloss Wendorf. Hausherr und Gestütsinhaber Udo M. Chistée hat ein Faible für edle Vierbeiner. Deshalb ist das Gelände rund um das Schlosshotel Wendorf perfekt auf Pferde ausgerichtet und bietet mit 30 neu errichteten Pferdeboxen für mitgebrachte Lieblinge, Paddocks, Reithalle und Pferdesportarena ideale Voraussetzungen für einen privaten Reiturlaub.

45-LOCH-GOLFPLATZ

SCHLOSSHOTEL WENDORF - Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern - Liane Ehlers-18 schloss wendorf

Und wenn Udo M. Chistée nicht gerade bei den Pferden ist? Dann geht er mit Ehefrau Monika golfen auf der WINSTONgolf-Anlage mit 45 Löchern, die nur acht Kilometer vom Schlosshotel entfernt liegt. Der Golfplatz WINSTONlinks (Par 72) ist ein 18-Löcher-Meisterschaftsplatz im Linksland-Stil. Er wurde 2011 nach schottischem Vorbild angelegt. „Viele Golfer aus halb Europa reisen nur an, um diesen Links-Course zu spielen“, sagt Udo M. Chistée.

Weitere Infos zur Reise nach MV

Ausflugstipps: Das Café Naschwerk, Kritzowerstr. 7, 19412 Weberin, überrascht mit kreativen und herzhaften Tortenkreationen und Kunstausstellungen.

Interessant ist auch ein Besuch der Sanddorn-Manufaktur in Ludwigslust , den man gut mit einer Besichtigung des barocken Schloss Ludwigslust verbinden kann.

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung.

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Lady in White – Mit der „Star Clipper“ in Thailand

Für die einen ist es die Erfüllung eines Kindheitstraums, für die anderen ein großer Wunsch auf der „Löffelliste“: eine Reise mit einem Großsegler. Die Reederei Star Clippers betreibt gleich drei Passagier-Segelschiffe, die Tradition und Komfort auf einzigartige Weise verbinden. Ich durfte jetzt an Bord der „Star Clipper“ durch Thailands Inselwelt segeln.

Für die einen ist es die Erfüllung eines Kindheitstraums, für die anderen ein großer Wunsch auf der „Löffelliste“: eine Reise mit einem Großsegler. Die Reederei Star Clippers betreibt gleich drei Passagier-Segelschiffe, die Tradition und Komfort auf einzigartige Weise verbinden. Ich durfte jetzt an Bord der „Star Clipper“ durch Thailands Inselwelt segeln.

 

Meine Nachbarin zur Linken wischt sich leicht verschämt eine Träne aus den Augen, als beim Auslaufen die Segel gehisst werden. Aus dem Lautsprecher schallt Conquest Of Paradise (Die Eroberung des Paradieses; Vangelis 1492). Fünf Jahre ist es her, dass ich mit der „Star Clipper“ in der Karibik unterwegs war. Dieses Mal bin ich in der Bucht von Patong auf Phuket (Thailand ) an Bord der Viermast-Barkentine gegangen. Die elegante Lady mit ihren weißen Segeln und dem Bugsprietnetz fasziniert mich noch immer.

Star Clipper Thailand - Liane Ehlers - 2astarDas Herz des Großseglers ist die Tropical Bar, wo sich Passagiere aus aller Welt treffen. Schon zur Begrüßung hat Kapitän Yuriy Slastenin angekündigt, dass wir, wann immer es möglich ist, segeln werden. Sanft gleitet der Viermaster nach einem orangeroten Sonnenuntergang über leichte Wellen in die Dunkelheit der Nacht. Die Lichter von Patongs Skyline verschwinden schon bald in der Ferne. Die Schwüle des Festlands weicht einer angenehmen, leichten Brise.

Weil nur 68 Passagiere an Bord sind (maximal 170), hat die Szene viel Privatsphäre. Dieses fast private Feeling zu ermöglichen, war auch die Intention von Eigner und Reeder Mikael Krafft, als er vor 26  Jahren mit der „Star Flyer“ seinen ersten Großsegler in Auftrag gab.Es folgten das Schwesterschiff „Star Clipper“ und der Fünfmaster „Royal Clipper“, das zurzeit größte Segelschiff der Welt für 227 Passagiere. Allerdings wird der Nachbau der „Preußen“ diesen Titel nicht mehr lange beanspruchen können, denn  auf einer kroatischen  Werft in Split befindet sich ein noch größeres, die „Flying Clipper“, im Bau. Sie ist ein Nachbau der „France“, das größte Vollmast-Segelschiff, das je gebaut wurde.

Viele Frühaufsteher

Am nächsten Morgen nähern wir uns der Ko Butang Inselgruppe im Tarutaro Marine National Park. Unsere Route führt durch die Andamanensee. Mit zarten Pinktönen taucht die Sonne um 6.15 Uhr aus dem  Meer auf und wandelt sich langsam in ein Orangegelb. Auf dem Sonnendeck treffe ich ein gutes Dutzend Frühaufsteher, die sich das Schauspiel dieses grandiosen Sonnenaufgangs auch nicht entgehen lassen wollen. Die friedliche Stille wird nur durch das leichte  Knarren der Seilwinde durchbrochen, als die Crew die Rahsegel setzt. Für Tom (64) – ein Kalifornier, der schon zum dritten Mal an Bord ist – „hat der Moment etwas Magisches“. Ein Kaffee vom Earlybird- Frühstücksbuffet macht den Start in den Tag perfekt.



Nach einer nassen Anlandung mit dem Tenderboot gehört der Strand am Nachmittag uns und einem Affenpärchen, das sich aber vertreiben lässt. Cruise-Direktor Peter hatte uns vor den Affen, die alles  stehlen, gewarnt. Aber die Crew passt auf.  Im Indischen Ozean ist es so warm wie in einer Badewanne. Beim Schnorcheln am Korallenriff gibt es bunte Fischschwärme zu sehen, doch leider auch  Plastikmüll im Meer. Das Equipment haben wir für die ganze Woche kostenlos an Bord ausgeliehen. Stand-up-Paddeln, Kajakfahren und Wasserskilaufen sind ebenfalls inkludiert. Mit den Tenderbooten, die halbstündlich verkehren, geht‘s nach einem entspannten Strand- und Schnorcheltag zurück zur „Star Clipper“. Wie jeden Abend holt die Crew zur Melodie von „Conquest Of Paradise“ den Anker ein.

Klettern ins Krähennest

„Vergessen Sie alles, was Sie je über Kreuzfahrten gehört haben“, fordert Kreuzfahrtdirektor Peter Kisner. Das Urgestein ist bereits seit 1995 an Bord der Starclippers-Schiffe und dienstältester Offizier der  Reederei. „Hier gibt es kein Casino und keine Tanzshows. Das wollen wir auch nicht haben. Wir machen eher eine Expeditionsreise. Dafür dürfen Sie zu fast jeder Zeit auf die Brücke, ans Steuerrad, ins Bugsprietnetz oder ins Krähennest. Auch den Maschinenraum können Sie in Begleitung besichtigen. Wir möchten Ihnen etwas vom Großseglertum nahe bringen“, erklärt Kisner.

Malaysias Erbe

Beim Segelsetzen fassen die Gäste mit an, als die Star Clippers Kurs auf Penang, das ehemalige Georgetown (Malaysia) nimmt. Am nächsten Morgen blicken wir bei Sonnenaufgang auf die Skyline der zweitgrößten malaysischen Großstadt. Der einzige Hafen, in dem wir anlegen. Große Container-Schiffe kommen uns entgegen. Das historische Zentrum ist nah. Dort gibt es viele Häuser und Geschäfte aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Ihre Architektur wird auch als „Straits Electric“ bezeichnet und ist eine Mischung aus europäischem, arabischem, chinesischem, indischem und malaysischem Einfluss. Penang war die erste britische Niederlassung in Malaysia, bis heute gibt es dort eine große englische Enklave.

Für uns steht ein Ausflug zur Orang-Utan-Aufzuchtstation auf dem Programm. Es ist wie in einem Zoo, nur  sind wir hinter Gittern – in einem überdachten Käfiggang – und die Affen  draußen auf  der kleinen Insel.  Interessant am Festland ist der Besuch einer industriellen Köhlerhütte. In mehreren meterhohen Iglus wird dort Holzkohle aus Mangrovenholz hergestellt. „Die beste der Welt“, wie unser Guide Chua Knee Sin erklärt, „und ein wichtiges Exportprodukt Malaysias.“



Zurück an Bord gibt es wie jeden Spätnachmittag ein Minibuffet für hungrige Heimkehrer und einen Vortrag von Kreuzfahrtdirektor Peter zu Themen rund ums Schiff und die Geschichte des Großseglertums. Wir erfahren u.a. etwas über die Entwicklung der Clipper-Schiffe und dass fast alles Wasser an Bord aus Salzwasser aufbereitet wird.

Nach dem Dinner ist allabendlich Tropical Bar angesagt, wo Jerby mit seinem Keyboard für Unterhaltung sorgt. Wer es ruhiger mag, geht eine Etage höher aufs Sonnendeck und genießt den Blick in den Sternenhimmel und die Segel. Am liebsten würde ich auf der Liege  übernachten, aber ein paar Regentropfen vertreiben mich in meine Kabine.

Erster Marine Nationalpark

Star Clipper Thailand - Liane Ehlers - 12star

Alle Fotos (c) Liane Ehlers

Der große Regen und das Gewitter kommen in der Nacht. Die Monsunzeit beginnt. Als wir am nächsten Morgen Ko Adang ansteuern, sind die Hügel von Wolken verhangen, es schüttet aus Kübeln. Erst mittags klart es auf, und wir können übersetzen. Das Barbecue am Strand muss leider ausfallen, es findet auf Deck statt. Ko Adang gehört zum Tarutao-Nationalpark, bestehend aus einem Archipel von 51 Inseln. Der erste Marine Nationalpark Thailands ist nach wie vor eine der schönsten Küstenregionen. Vermutlich, weil er nur schwer zu erreichen ist. Wasserfälle, verschlungene Flussläufe und eine Vielzahl geschützter Tiere gibt es dort. Die Anlandung ist nass, wie jedes Mal.

Prinzessin als Schutzherrin

Star Clipper Thailand - Liane Ehlers - 16star

Nach dem Segelsetzen am Abend nehmen wir Kurs auf Ko Rok Nok. Die Insel gehört zur Lanta Gruppe und ist seit 1990 Nationalpark. Die thailändische Prinzessin Kayana hatte in den 1990er Jahren dafür gesorgt, dass die maritimen Parks zum Schutze der Natur eingerichtet wurden. Über jeden wacht ein Ranger. „Die ,Star Clipper‘ wurde durch die  Prinzessin sozusagen zur königlichen Yacht. Bis heute ist sie das einzige kommerzielle Schiff, das in Nationalparkgewässer einfahren und dort ankern darf“, erzählt uns Kreuzfahrtdirektor Peter Kisner.

Ko Rok Nok empfängt uns mit smaragdgrünem Wasser, einem gelb-weißem Strand und einer üppigen Vegetation. Der Gewitterregen vom Vormittag hat der Sonne Platz gemacht. Abends ist Captains Dinner angesagt, und nach der Crew-Show an der Tropical Bar tanzen die Gäste begeistert mit.

Enttäuschter James Bond

Der nächste Morgen bringt uns in eine andere Welt. Das Wasser in der flachen Bucht Ao Phang Nga ist spiegelglatt. Ähnlich wie in der vietnamesischen Halong Bucht ragen  steile Kalkfelsen, die von einer wilden, tropischen Vegetation überwuchert sind, aus dem Meer. Dunkle Höhlen und Grotten mit herabhängenden Stalaktiten machen das Ko Hong Archipel, eine kleine Inselgruppe zwischen Krabi und der nördlichen Phang  Nga Bucht,  zu einem der schönsten tropischen Inselparadiese der Welt. Für Ausflügler gibt es mit dem Speedboot zum James Bond Felsen, am dem Roger Moore „Der Mann mit dem goldenen Colt“ (1974) gedreht hat.

„Als Roger Moore mit seiner schwedischen Ehefrau Christina Tholstrup  und der königlichen Familie an Bord war, besuchte er  von der Star Clippers aus den berühmtesten Felsen der Filmgeschichte“, erzählt Kreuzfahrtdirektor Peter Kisner. Aber dort habe ihn niemand erkannt. Der Schauspieler sei darüber wohl ein wenig enttäuscht gewesen.

Absoluter Höhepunkt der Reise ist die Tour rund ums Schiff.  Mit dem  Zodiak (Schlauchboot) steuert Kisner uns durch die Felsenwelt von Ko Hong. Die Insel verdankt ihren Namen der großen Lagune (The Hole), die durch ein Felsentor nur bei Hochwasser über ein flaches Riff hinweg erreichbar ist. Kapitän Yuriy Slastenin hat zur Freude der Gäste alle Segel setzen lassen. Die Crew grüßt vom Bugsprietmast. Die  Fotomotive sind atemberaubend.

Chinesische Invasion

Der schönste aller Strände erwartet uns am siebenten Tag auf Ko Similan. Die Similan Inseln bestehen aus neun durchnummerierten, unbewohnten Eilanden. Sie haben einen schneeweißen Sandstrand und dschungelbedeckte Hügel. Das Wasser ist so klar, dass Taucher bis zu 25 Meter weit die tropische Unterwasserwelt mit ihren Korallenbänken sehen können. Zwischen 11 und 15 Uhr sollte man die Insel allerdings besser meiden. In dieser Zeit kann es zu einer „chinesischen Invasion“ durch Touristen aus dem Reich der Mitte kommen. Danach ist sie  wieder zauberhaft und ruhig.

Ein letztes Mal auf dieser Reise werden um 18 Uhr die Segel gesetzt. Die „Star Clipper“ nimmt Kurs auf Phuket, von dort geht sie nach Singapur und Bali. Dieser Sonnenuntergang ist der schönste aller Abende, und diesmal kommen zum Abschied auch mir die Tränen.   

Reiseinformationen in Kürze

Termine und Preise

Die „Star Clipper“ segelt 2019 noch zweimal auf der identischen südlichen Route jeweils sieben Tage entlang der Küsten von Thailand und Malaysia (6.-13.4. und 20.-27.4.2019). Sieben Nächte inkl. Vollverpflegung an Bord und Wassersportaktivitäten, Doppel-Außenkabine ab 2195 Euro/Person. Die „Star Clipper“ hat 18 verschiedene Asienrouten im Programm. Im Mai und Oktober 2019 steuert sie erstmals das Sultanat Brunei an. Buchungen unter: www.star-clippers.de

Schiffsdaten

Die „Star Clipper“ hat 84 komfortable Kabinen, zwei Swimmingpools, ein elegantes Restaurant, Tropical Bar und Bibliothek. Länge 115,5 Meter/ 170 Passagiere/ 74 Besatzungsmitglieder, 16 Segel und 3365 qm Segelfläche.

Routen

Die drei Star Clippers-Schiffe fahren auf Routen in der Karibik, Panama-Kanal, Atlantik-Überquerungen, Asien und Mittelmeer. Informationen unter Tel.: 00800/78272547 (gebührenfrei).

Hoteltipp

Wer bei der weiten Anreise vorab oder danach ein paar Tage im Hotel verbringen möchte: Stadthotel Nap Patong (zentral, fünf Minuten zum Strand, nahe Einschiffung) oder Strandhotel Renaissance Phuket Resort & Spa (20 Minuten bis zum Flughafen).

Reiseliteratur

„Thailand“, Renate Lose, Dumont, 416 S., 24,99 Euro

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Christmas-Shopping in New York

New York macht süchtig, genauer gesagt sehnsüchtig. Egal, wie oft man in die Stadt am Hudson und East River reist, „hier gibt es immer etwas Neues zu entdecken“, wie eingefleischte New York-Fans von der City schwärmen. Nach 18 Jahren Abstinenz habe auch ich bei einem vorweihnachtlichen Besuch meine Liebe zur Stadt, die niemals schläft, neu entdeckt. Der Beamte bei der Einreisekontrolle am JFK-Airport ist freundlich, und die Kontrolle geht zügig voran. Jetzt kann das Abenteuer New York beginnen.

New York macht süchtig, genauer gesagt sehnsüchtig. Egal, wie oft man in die Stadt am Hudson und East River reist, „hier gibt es immer etwas Neues zu entdecken“, wie eingefleischte New York-Fans von der City schwärmen. Nach 18 Jahren Abstinenz habe auch ich bei einem vorweihnachtlichen Besuch meine Liebe zur Stadt, die niemals schläft, neu entdeckt. Der Beamte bei der Einreisekontrolle am JFK-Airport ist freundlich, und die Kontrolle geht zügig voran. Jetzt kann das Abenteuer Christmas-Shopping in New York beginnen.

In 45 Minuten um die Welt

Seit Ende des 19. Jahrhunderts der Fahrstuhl erfunden wurde, ist New York mit dem Bau der Wolkenkratzer in die Höhe geschossen. Manhattan (der kleinste der fünf New Yorker Stadtteile), ist von einer unglaublichen Dichte. In den Häuserschluchten gibt es wenig Sonne, das Leben findet in den Geschäften, den Jazzclubs und Theatern sowie auf der Straße statt. Was nicht verwundert, kostet ein 40-Quadratmeter- Apartment doch über 3000 Dollar Miete im Monat.  In 45 Minuten reist man mit der Subway „rund um die Welt“: vom Times Square bis nach Chinatown. Kaum sonst irgendwo erlebt man so viele unterschiedliche Kulturen auf engstem Raum. Egal ob Harlem, Little Italy und Chinatown (besser wäre Asiatown, denn heute leben dort Menschen aus ganz Asien), jedes Viertel hat seine ganz eigene Atmosphäre.

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Christmas-Shopping in New York. (Fotos: Liane Ehlers)

Die längste Straße ist der Broadway. Mit 25 Kilometern ist sie die   älteste und gleichzeitig längste Nord-Süd-Durchquerung. Die Orientierung in der Stadt fällt leicht, denn die Straßen sind wie ein Schachbrettmuster angelegt. Ein zentraler Punkt ist der Times Square. Das Glitzerdreieck nördlich der Kreuzung von Broadway, 7th Avenue/ 42nd Street ist weltberühmt und bekannt für seine Leuchtreklamen, die die Nacht zum Tag machen. Viele der Geschäfte am Times Square haben bis Mitternacht geöffnet.

Grüne Lungen im Betondschungel

Die zahlreichen Parks der City, besonders der große Central Park entlang der Luxus-Meile Fifth Avenue, sind die grünen Lungen im Betondschungel. Am Wochenende sind dort die Straßen für Autos gesperrt.   Jogger, Radfahrer, Fahrrad-Rikschas und Pferdekutschen drehen dann  ihre Runden.  An der Central Park West/72nd Street  liegt das exklusive Dakota-Building, von dort  hat man einen atemberaubenden Blick auf den Park. Hier steht zurzeit für 26 Millionen Dollar das Luxus-Apartment der kürzlich verstorbenen Hollywood-Legende Lauren Bacall zum Verkauf. Im Park befindet sich die Gedenkstätte „Strawberry Fields“, die Yoko Ono nach John Lennons Tod gestaltet hat.

Donald’s Welt

Weiter südlich, auf der Ostseite an der 5th Ave, steht der Trump Tower. Vor der Eingangstür tun schwer bewaffnete Polizisten ihren Dienst. Im Untergeschoss gibt es ein Bistro und Geschäfte mit allen möglichen Trump-Souvenirs sowie die schicksten Toiletten von Manhattan. Sie sind öffentlich und kostenlos, denn so kann ihr  Besitzer sie von der Steuer absetzen.

Highlights ohne High Heels

Highheels sollte Frau fürs Christmas-Shopping in New York  besser zuhause lassen. In der Stadt, die niemals schläft, sind Turnschuhe die bessere Wahl, um zu Fuß von einem Geschäft zum anderen, von einer  Attraktion zur nächsten  zu gelangen. Und davon besitzt New York unzählige: American Museum of Natural History, das Metropolitan Museum of Art, Empire State Building, Top of the Rock,  Guggenheim Museum, Statue of Liberty & Ellis Island, und das 9/11 Memorial & Museum, um nur einige zu nennen. Am besten und schnellsten entdeckt man sechs der Top-Sehenswürdigkeiten mit dem New York CityPASS. Hier kann man bis zu 42 Prozent gegenüber den regulären Eintrittspreisen sparen, und vor allem muss man nicht an den Kassen endlos Schlange stehen.

Exklusive Bahnhöfe

Auf der To-do-Liste sollte auch Lower Manhattan stehen. Vom neuen One World Trade Center („Freedom Tower“, 541 m) mit seiner Aussichtsplattform hat man einen tollen Rundblick über die Stadt. Ebenfalls einen Besuch wert ist der daneben liegende Jahrhundertbahnhof „The Oculus“ vom spanischen Architekten Santiago Calatrava – mit fast vier Milliarden Dollar Baukosten ist er einer der teuersten der Welt. Sein weißes Gerüst aus Stahl und Glas mit den beiden weit auseinander liegenden, flügelähnlichen Dächern scheint sich wie ein Phönix aus der Asche zu erheben. Auf den unteren Ebenen liegen die Bahnsteige verschiedener U-Bahn-Linien und 35.000 Quadratmeter Verkaufsfläche. Die Besichtigung kostet ebenso wenig wie die des Grand Central Terminals (von 1871) mit seinen zehn Kronleuchtern, der zahlreiche Kostbarkeiten beherbergt. Dank Jackie Kennedy wurde er vor zwei Jahrzehnten vor dem Abriss bewahrt und renoviert.

Souvenirs mit Kultstatus

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New York hat seinen ganz eigenen, faszinierenden Rhythmus. Es kann extrem teuer sein, muss aber nicht. Outlet-Center wie das 21 Centuries am Ground Zero oder die großen Outlets vor den Toren der Stadt machen’s möglich. Menschen mit  kleinerem Geldbeutel können Designermode zu erschwinglichen Preisen auch in den zahlreichen kleinen Geschäften in SoHo erstehen. Ein Blick lohnt  auch in die Shops vom Museum of Modern Art (MoMA), dem Guggenheim-Museum oder der Metropolitan-Opera. Hier findet Frau zu zivilen Preisen attraktive Geschenke für Daheimgebliebene.

Weihnachtsbeleuchtung am Saks

Abends strömen die Besucher in die Musical-Theater in Jeans und Turnschuhen. In den Händen halten sie Einkaufstüten vom Nobel-Kaufhaus Saks gegenüber dem Rockefeller Center, wo sich die Menschen wegen der Weihnachts-Deko an den Schaufenstern die Nasen platt drücken,  oder vom Kaufhaus Macy‘s , 7th Ave. Andere tragen Designertüten von Viktoria Secret, Armani, Tommy Hilfiger und Co. Die 45 Musiktheater entlang des Broadways sind Abend für Abend gut besucht, einige gar auf Monate ausverkauft, wie das angesagte „Hamilton“ am Times Square.

Dinner in der Keksfabrik

Christmas-Shopping in New York - Liane Ehlers - 26NY-2

Wer dann noch den Black Friday nach Thanks Giving Ende November nutzt, kehrt vielleicht stolz wie Carrie Bradshaw in der TV-Erfolgsserie  „Sex and the City“ in sein Hotel zurück, nachdem er zuvor in einer der angesagtesten Gegenden im Meatpacking District (frühere Schlachthöfe) oder im  Chelsea Market (ehemalige Keksfabfik) nahe Ground Zero gut gespeist hat.

New York bedeutet Veränderung: Die Ausstellungen in den Museen auf der „Museumsmeile“ – ein Teil der Fifth Avenue beim Central Park – wechseln monatlich, und irgendwo entsteht trotz engster  Bebauung immer wieder ein neuer Wolkenkratzer, wie z.B. das „RIU Plaza New York Times Square“ im Herzen Manhattans, das vor gut einem Jahr eröffnet hat. Weil das  Stadthotel mit 647 modernen Zimmern gut gebucht ist, baut die spanische Hotelkette jetzt das zweite Hotel am Times Square.

Die Touristendichte nimmt ständig zu, über 60 Millionen waren es im vergangenen Jahr. Kein Wunder, dass die Stadt niemals schläft! Nur morgens, wenn die Sonne aufgeht und die Skyline in ein goldenes Licht taucht, dann hat man am an den Brooklyn-Hights neben der bekannten Brookly-Bridge für einen kurzen Augenblick das Gefühl „diese Stadt gehört mir allein“.

Reise-Informationen zum Christmas-Shopping in New York

Anreise: Direktflüge (ca. 9 Stunden) gibt es ab Frankfurt bei verschiedenen Airlines.

Hoteltipp: Das 4* RIU Plaza Hotel Times Square liegt zentral zwischen Times Square und der 5th Avenue. Eine Übernachtung ist ab 67,50 Euro pro Person im Doppelzimmer buchbar. Infos: www.riu.com

New York CityPASS: Hier kann man sechs Top-Sehenswürdigkeiten ansehen und  spart bis zu 42 Prozent gegenüber den regulären Eintrittspreisen. Vor allem muss man nicht an den Kassen endlos Schlange stehen. 107,78 Dollar Erw., 86,58 für Kinder ab 7 Jahren. https://de.citypass.com/new-york

Infos zu Musicals: Alles über Musicals und Tickets gibt es unter www.broadwaycollection.com

Reiseführer: Mehr Infos im Reiseführer „New York“ mit Karte, 120 S., Sebastian Moll, Dumont, 11,99 Euro.

Mehr Infos unter: www.nycgo.com

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung

 

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Fliegen im Dreivierteltakt

Mein Kurztrip nach Wien ist eine Reise in die Vergangenheit und die Moderne. Im Flieger von Austrian Airlines erklingt zu Begrüßung, Österreichs heimliche Nationalhymne, der Donauwalzer von Johann Strauss, der in diesem Jahr 150. Jubiläum feiert. Beim Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker erwartet mich nicht nur Klassik, sondern auch Filmmusik von John Williams aus dem Harry-Potter-Film.

Mein Kurztrip nach Wien ist eine Reise in die Vergangenheit und die Moderne. Im Flieger von Austrian Airlines erklingt zu Begrüßung, Österreichs heimliche Nationalhymne, der Donauwalzer von Johann Strauss, der in diesem Jahr 150. Jubiläum feiert. Beim Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker erwartet mich nicht nur Klassik, sondern auch Filmmusik von John Williams aus dem Harry-Potter-Film.

Wien lebt nicht nur von der Kultur und der Musik, Wien ist Musik: ob im Opernhaus oder in den Räumen des Musikvereins. Das Sommer-Highlight ist das eintrittsfreie  Sommernachtskonzert der Wiener  Philharmoniker  in den Barockgärten von Schloss Schönbrunn, zu dem jährlich 100.000 Musikliebhaber kommen.

Junge Musikszene und urbane Stadtoasen

Auch wenn klassische Musik und Dreivierteltakt in der Donaumetropole noch immer die größte Rolle spielen, so hat sich doch Jenseits von Musikverein und Opernhaus eine junge Musikszene etabliert. Sei es in den berühmten Kaffeehäusern, im  Musical-Theater, im Jazzclub „Porgy & Bess“ – dem besten der Stadt – oder in Wiens hipper Nachtclub-Szene im Dinner Club Albertinaplatz, einer ehemaligen U-Bahn-Station. Urbane Stadtoasen und Kulinarik aus aller Welt gibt es am Donaukanal, der direkt in die Wiener Altstadt führt. Die ehemals grauen Kanalmauern sind mit Graffitis besprüht und bieten Platz für trendige Lokale, Bars und Sandstrände wie der Strandbar Urania. In  Szene-Clubs wie Flex oder Grelle Forelle strömt abends das junge  Party-Publikum. Aber auch beim Heurigen im „Mayer am Pfarrplatz“ in Heiligenstadt trifft man viele junge Leute.

Der Chef-Concierge und die Promis

Mein Hotel, das „Imperial“ am Kärntner Ring, gehört zu den angesehensten der Stadt. Das historische Palais aus dem 19. Jahrhundert ist seit jeher Treffpunkt der feinen Gesellschaft. Der ehemalige Chef-Concierge Michael  Moser  brennt noch immer für seinen  Beruf, und das obwohl er im (Un-)Ruhestand ist. Fast 30 Jahre hat Moser die Prominenten dieser Welt begrüßt, beim Erfüllen ausgefallener Wünsche oder auch nur bei der Beschaffung einer Opernkarte geholfen. Darunter waren u.a.   Herbert von Karajan, Altbundeskanzler  Helmut Kohl, Michael Jackson, Sir Elton John, Madonna, Karl Lagerfeld, die Rolling Stones, Lady Gaga und  Phil Collins. Vom Hotel bis zum Opernhaus sind es zu Fuß nur fünf Minuten, bis zum Konzertsaal des Wiener Musikvereins, in dem u.a. jedes Jahr das Neujahrskonzert stattfindet, nur ein paar Schritte.

Schloss Schönnbrunn in Rot und Blau

Wien 02a - sightseeing wien - Liane Ehlers

Unter Leitung von Christoph Eschenbach erklingen unter dem Motto „Märchen und Mythen“ Werke von Dvořák, Tschaikowsky, Rachmaninow, Strawinsky,  Humperdinck und John Williams, der durch seine Filmmusik zu „Harry Potter“ bekannt ist.  Ganz im Rhythmus der Musik wird die Schlossfassade  mit rotem, blauem oder orangem  Scheinwerferlicht kunstvoll illuminiert. Die Solistin des Abends, Starsopranistin  Renée Fleming,  treffen wir gegen Mitternacht noch in der Hotellobby des „Imperial“. Wie so viele   andere   berühmte Künstler ist auch die US-Amerikanerin  Stammgast.

Über Stardirigent Riccardo Muti erzählt Michael Moser in einer kleinen Anekdote zum Neujahrskonzert 2000, wie er zum Frühstück die Treppe herunter an die Rezeption gekommen sei und ihn gefragt habe: „Muss ich da hingehen…?“ Woraufhin er geantwortet habe: „Maestro, wenn Sie 50 Millionen  Menschen nicht warten lassen wollen, ja. Sonst können Sie gerne hier bleiben und mit mir plaudern.“  Muti wird 2018 zum fünften Mal nach Wien kommen, um  das Neujahrskonzert zu dirigieren.

Michael Jackson und der Airbag

Natürlich geht bei den Gästen Diskretion über alles,  aber da gibt es dennoch diese lustige Geschichte über Michael Jackson, der ein Schloss kaufen und Burgen besichtigen wollt – selbstverständlich unerkannt. Concierge Michale Moser vermittelte ihm eine Fahrt im Privatwagen eines gut beleibten Kochs. Michael Jackson sprang zu ihm in den kleinen, quietsch-orangen Opel, der vor dem Eingang wartete, schaute ihm auf den Bauch, und fragte: „Hast Du einen Airbag eingebaut?“ Nach einigen Stunden kehrte Jackson unerkannt zurück.

Grund zum Feiern gibt  es 2017/18 in der Donaumetropole  reichlich: Kaiserin Maria Theresia – die größten Reformerin ihrer Zeit – wäre 300 Jahre alt geworden, die 1498 gegründeten Wiener Sängerknaben feiern Jubiläum, die Wiener Philharmoniker bestehen 175 Jahre, und der Donauwalzer von Johann Strauss – Österreichs inoffizielle Nationalhymne – erlebte vor 150 Jahren am 15. Februar 1867 seine Uraufführung.  Er darf bei keinem der 450 Bälle, die jedes Jahr in Wien stattfinden, fehlen.

Alles über die Strauss-Dynastie

Seit zwei Jahren gibt es in der Müllergasse 3  ein liebevoll gestaltetes Strauss-Museum www.strauss-museum.at , das vom Kulturverein Wiener Blut betrieben wird. Dort erfährt man nicht nur etwas über den Walzerkönig,  sondern auch über die  ganze Strauss-Dynastie.   Als Freiberufler gehörten die Brüder Johann Sohn, Josef und Eduard schon damals zu den Großverdienern ihrer Zeit. Johann Strauss Sohn bekam für fünf Konzerte in New York und Boston auf heute umgerechnet zwei Millionen Dollar. Besucht man das Museum, sollte man sich als Gruppe unbedingt für einen Vortrag von Professor Helmut Reichenbauer, Präsident des Vereins, anmelden – ein musikalisches Geschichtserlebnis erster Klasse!

Üben für den Wiener Opernball

Bei 450 Bällen im Jahr wird auch viel getanzt. Die beliebteste Tanzschule ist „Elmayer“ https://elmayer.at/, vom Großvater des heutigen Besitzers in einer ehemaligen Reithalle 1919 im Palais Pallavicini gegründet. Bereits in der dritten Generation führt Thomas Schäfer-Elmayer das Unternehmen. Neuem gegenüber aufgeschlossen, wird dennoch die Alt-Wiener Tradition vermittelt. Studenten aus aller Welt lernen dort ebenso Wiener Walzer wie die Debütanten/innen des Wiener Opernballs. Und wer mal unverhofft in Wien zu einem Ball muss, findet das passende Leih-Kleid oder den Smoking bei „Flossmann“  http://www.flossmann.at/ in der Riemergasse 11.

Reiseinformationen in Kürze zum Sightseeing Wien

Anreise:  Mit Auto, Bahn oder Flugzeug. Lufthansa fliegt z.B.  Bremen über München. Vom Flughafen Wien-Schwechat geht’s mit der  S 7 nach Wien-Mitte. Von dort gibt es eine U-Bahn-Anbindung, 23 Min. Fahrtzeit, Ticket 2,40/1,30 Euro. Nur wenig schneller mit 16 Minuten ist der City Airport Train (CAT), 11 Euro, Kinder bis 14 Jahre frei.

Tipp: Preisgünstig erleben kann man Wien mit der „Vienna City Card“ für 24, 48 oder 72 Stunden ab 13,90 Euro. Man kann sie online kaufen oder bei Ankunft bei der Tourist-Info am Flughafen, Hauptbahnhof oder Albertinerplatz. – Stehplatzkarten in der Staatsoper gibt es während der Spielzeit schon ab drei Euro.

Termine: Das nächste eintrittsfreie Sommernachtskonzert Schönbrunn findet am 31. Mai 2018 statt. Dirigent: Valery Gergiev; Yefim Bronfman, Klavier. www.sommernachtskonzert.at

Reiseliteratur: Dumont Direkt Reiseführer Wien, Anita Ericson, 120 S., 11,99 Euro

Mehr Infos unter: https://www.wien.info/de

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung

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Inselhopping in Kroatien

Tourismus hat in Kroatien schon seit Ende des 19. Jahrhunderts eine lange Tradition, seit einigen Jahren erfährt er eine großartige Renaissance. Türkisblaues, klares Wasser und flache Kiesel-/Sandstrände machen die Kvarner Bucht zu einem beliebten Ziel für Familien. Wer dem Rummel am Strand entgehen will, findet im Inselhüpfen mit einem Motorsegler von I.D. Riva Tours eine abwechslungsreiche Alternative.

Tourismus hat in Kroatien schon seit Ende des 19. Jahrhunderts eine lange Tradition, seit einigen Jahren erfährt er eine großartige Renaissance. Türkisblaues, klares Wasser und flache Kiesel-/Sandstrände machen die Kvarner Bucht zu einem beliebten Ziel für Familien. Wer dem Rummel am Strand entgehen will, findet im Inselhüpfen mit einem Motorsegler von I.D. Riva Tours eine abwechslungsreiche Alternative. Die Entdeckung der vielen Gesichter von Kroatiens märchenhafter Inselwelt lässt sich auf einer Kreuzfahrt in Kroatien mit einem Tauch- und Badeurlaub auf kongeniale Weise verbinden. Mit einem Mini-Cruiser wie der „M/Y Vita“ hat man das schwimmende Hotel stets dabei.

Badespaß für Jung und Alt bei einer Kreuzfahrt in Kroatien

Kapitän Silvio Vukovic (54) kennt  das Segelrevier an der kroatischen Adriaküste wie seine Westentasche. Der große, dunkelhaarige Mann mit den strahlenden Augen liebt und lebt seinen Job, den er seit über 30 Jahren macht – früher auf der „MS Mirabela“, einem Motorsegler,  und seit 2014 auf der „M/Y Vita“, die nach seinen und den Vorstellungen seiner Gäste gebaut wurde.

Silvio Vukovic ist nicht nur Kapitän, sondern auch Eigner der 37-Meter-Yacht, die mit 18 klimatisierten Kabinen Platz für 38 Gäste bietet.  Auch die Söhne Branimir und Petar packen fleißig mit an, wenn es heißt, in einer Bucht den Anker auszuwerfen und mit der Leine ans gegenüberliegende Ufer zu schwimmen, um das Schiff sicher zu vertäuen. Danach werden die beiden Badeleitern am Heck ins Wasser gelassen. Erwachsene und Kinder stehen dann gleichermaßen in den Startlöchern, um sich bei 38 Grad Lufttemperatur ins kristallklare, türkisblaue Wasser der Adria zu stürzen. Mit knapp fünf Jahren sind die Zwillinge Emilia und Konstantin aus Passau die jüngsten, Annelie (78) und Bodo (80) aus München die ältesten Passagiere.

Männer werden wieder zu Kindern im Wettkampf um den weitesten „Köpper“ über eine Schwimmnudel. Sie haben ebenso ihren Spaß daran wie die ganz Kleinen und älteren Jugendlichen. Neueste Schnorchel-Masken werden zur Erprobung ausgetauscht, über Seeigel, Seegurken und Fischschwärme wird gefachsimpelt. In der familiären Atmosphäre an Bord werden auch die Gäste, die für sieben Tage an Bord bleiben, schnell zu einer großen Familie auf Zeit.

Festival-Stadt Rijeka

Begonnen hat unsere Reise durch die Kvarner Bucht – eine Melange aus Inseln, Küste und Gebirge – im Hafen von Rijeka, der drittgrößten Stadt Kroatiens, die für ihre Altstadt, ihr Nachtleben, ihren Karneval und ihre zahlreichen Festivals bekannt ist. Wer der Sommerhitze der Küste einmal entfliehen will, ist in kürzester Zeit in einem Wald und in den Bergen im Ucka-Gebirge, im Platak-Gebirge oder auf der Hochbene Gorski mit ihren Nationalparks.

Sonnabendmittag heißt es in Rijeka Leinen los, und die „M/Y Vita“ bringt uns zwei Stunden später in die erste einsame Badebucht. Die große Hitze tangiert uns nicht, denn auf dem Wasser weht immer ein leichter Fahrtwind und das Sonnendeck  mit den bequemen  Rattan-Liegen ist durch ein leicht transparentes Dach geschützt. Mit einem kühlen Drink lässt sich auch die größte Hitze gut ertragen. Der erste Seetag endet am Abend im Hafen der rummeligen Insel Krk. In einer Konoba (kleines Restaurant) genießen wir frische Meeresfrüchte und kroatischen Wein.

Zauberhaftes Rab

Mit dem Frühstück um 8 Uhr läuft die „M/Y Vita“ am nächsten Morgen aus, um an diesem Seetag zweimal in einer Badebucht Halt zu machen. Es ist früher Abend, als wir den Hafen von Rab erreichen. Die Altstadt mit ihren Bauten aus der Frühromanik und  den vier Glockentürmen gleicht einem Viermaster. Der höchste Glockenturm misst 26 Meter und gehört zur ehemaligen Kathedrale der heiligen Maria zur Himmelfahrt. Seinen Zwillingsbruder werden wir in Zadar entdecken, das wir auf unserer siebentägigen Tour ebenfalls besuchen.

Im 2000 Jahre alten Rab bringt uns Guide Janna die Geschichte und die Sehenswürdigkeiten der durch die Venezianer geprägten Stadt näher, die auf der gleichnamigen Insel liegt. Zu ungewöhnlicher Berühmtheit gelangte Rab 1936, als der britische Ex-König Edward bei einem Besuch mit seiner Geliebten Wallis Simpson auf der Liebesinsel einen Nacktbadestrand eröffnete. FKK kam allerdings erst zu Titos Zeiten so richtig in Mode, genießt aber bis heute in Kroatien einen hohen Stellenwert.

Gute Stimmung an Bord

Die Stimmung an Bord ist blendend. Es kommt keine Langeweile auf, die größeren Kinder spielen mit den kleinen Puzzle oder ein Ratespiel, wenn sie nicht gerade im azurblauen Wasser der Adria  herumtoben.  Ein kleines, engagiertes Team schmeißt den Laden an Bord, und jeden Morgen um 8 Uhr läutet die Glocke zum Frühstücksbuffet, um 12.30 Uhr noch einmal zum Mittagessen. Dazwischen gibt es Obst nach Lust und Laune bis wir die nächste geschützte Badebucht anlaufen.

Täglich zaubert der Koch in der kleinen Kombüse erstaunlich leckere Drei-Gänge-Menüs, die von den Kellnern Kruno und Gloria an schön gedeckten Tischen serviert werden. Die beiden sorgen auch für den Getränkenachschub von der Bar, die sich zwischen klimatisiertem Salon und überdachtem Outdoor-Restaurant befindet. Jeden Abend liegt das Schiff in einem anderen Hafen, und die Gäste können die Städtchen und die landestypische Küche in einer Konoba entdecken. Neben Rab und Krk haben wir Gelegenheit, reizvolle Städtchen wie Cres, Sali oder Mali Losinj zu erkunden.

Kornati-Nationalpark

Zu den Höhepunkten der Reise, die auch in Rijeka endet, gehört sicherlich die Durchquerung des Nationalparks Kornati, mit 147 Inseln die größte und dichteste Inselansammlung im Adriatischen Meer. Schon Nobelpreisträger George Bernhard Shaw schrieb: „Am letzten Schöpfungstag wollte Gott sein Werk krönen, so schuf er aus Tränen, Sternen und Atem die Kornaten.“

Reiseinfos in Kürze zur Kreuzfahrt in Kroatien

Anreise: Mit dem Auto oder Zug. Direktflüge ab Hamburg und Düsseldorf (ca. 1.15 Std.) nach Krk-Rijeka gibt es mit Germanwings. Der Transfer nach Rijeka dauert je nach Verkehrslage ca. 30 bis 40 Minuten. Die Ein- und Ausschiffung erfolgt immer sonnabends von 11 bis 13 Uhr. Pkws können ab 9 Uhr für diese Woche in einer Tiefgarage untergestellt werden.

Veranstalter: Die „MY Vita“ gehört zur I.D. Riva-Flotte und ist das neueste und komfortabelste Schiff von Riva Tours. Die Saison dauert  von April bis Oktober. Gebucht werden können diese und ähnliche  Kreuzfahrten – auch in Verbindung mit Radfahren und Wandern – in Reisebüros, bei I.D. Riva Tours, Neuhauser Str.27, 80331 München, Tel. 089/2311000 oder im Internet. www.idriva.de Preise: Badefahrten für 7 Tage inkl. 5 Tage HP, 2 Tage VP, Captains-Dinner und Ausflügen kosten pro Person im September von € 369,- bis € 799,-Euro.

Hotel-Tipps: Luxus beim Vorübernachten bietet das 4-Sterneplus-Hotel „Kvarner Palace“ www.kvarnerpalace.info

in Crikvenica mit einen Blick auf die Kvarner Bucht und die umliegende Inselwelt, es ist in 30 Minuten zu erreichen. – Das „Botel Marina“ www.botel-marina.com/de/botel st ein Hostel, es liegt im Zentrum von Rijeka, nur wenige Gehminuten vom Riva-Tours-Anleger entfernt.

Reiseliteratur: „Kroatien“, Hubert Beyerle, Dumont, 440 S., 24,99 Euro

Mehr zu Kroatien findet man auf http://www.visit-croatia.eu/de/

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung

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Im Land der Trolle

Eines sollten Sie bei einer Kreuzfahrt mit der „Costa Magica“ ins norwegische Fjordland getrost vergessen: Hektik und Alltagslärm. Denn auf einer der landschaftlich schönsten Seereisen der Welt spielt die Natur die Hauptrolle. Auch das Kalorienzählen sollte tunlichst bis nach der Reise vertagt werden: Eine leckere Küche in vier verschiedenen Restaurants und zehn Bars sorgen für italienische Lebensfreude an Bord.

Eines sollten Sie bei einer Kreuzfahrt mit der „Costa Magica“ ins norwegische Fjordland getrost vergessen: Hektik und Alltagslärm. Denn auf einer der landschaftlich schönsten Seereisen der Welt spielt die Natur die Hauptrolle. Auch das Kalorienzählen sollte tunlichst bis nach der Reise vertagt werden: Eine leckere Küche in vier verschiedenen Restaurants und zehn Bars sorgen für italienische Lebensfreude an Bord. Selbst die Anreise nach Bremerhaven, das von Costa 2017 erstmals angelaufen wurde, ist entspannt, weil es ausreichend Parkplätze und eine gute Zuganbindung gibt. Im nächsten Jahr kommt Costa zurück, diesmal mit der „Mediterranea“.

Neuer Heimathafen

Für den jungen Brasilianer Yuri Paess ist es „wie eine Rückkehr nach Hause“,  als die „Costa Magica“ zum ersten Mal in  Bremerhaven anlegt, um von dort auf  Norwegen-Kreuzfahrt zu gehen. Der Blick auf Klimahaus und Columbus Cruise Center erinnert den 21-jährigen, der an der Rezeption arbeitet, an seine Zeit als  Austauschschüler. Eine Premiere ist es für die Reederei und die Stadt Bremerhaven: Erstmals gehen 2017 dort deutsche Gäste und einige Franzosen an Bord eines Costa-Schiffes.