Autor: Liane Ehlers

Christmas-Shopping in New York

New York macht süchtig, genauer gesagt sehnsüchtig. Egal, wie oft man in die Stadt am Hudson und East River reist, „hier gibt es immer etwas Neues zu entdecken“, wie eingefleischte New York-Fans von der City schwärmen. Nach 18 Jahren Abstinenz habe auch ich bei einem vorweihnachtlichen Besuch meine Liebe zur Stadt, die niemals schläft, neu entdeckt. Der Beamte bei der Einreisekontrolle am JFK-Airport ist freundlich, und die Kontrolle geht zügig voran. Jetzt kann das Abenteuer New York beginnen.

New York macht süchtig, genauer gesagt sehnsüchtig. Egal, wie oft man in die Stadt am Hudson und East River reist, „hier gibt es immer etwas Neues zu entdecken“, wie eingefleischte New York-Fans von der City schwärmen. Nach 18 Jahren Abstinenz habe auch ich bei einem vorweihnachtlichen Besuch meine Liebe zur Stadt, die niemals schläft, neu entdeckt. Der Beamte bei der Einreisekontrolle am JFK-Airport ist freundlich, und die Kontrolle geht zügig voran. Jetzt kann das Abenteuer Christmas-Shopping in New York beginnen.

In 45 Minuten um die Welt

Seit Ende des 19. Jahrhunderts der Fahrstuhl erfunden wurde, ist New York mit dem Bau der Wolkenkratzer in die Höhe geschossen. Manhattan (der kleinste der fünf New Yorker Stadtteile), ist von einer unglaublichen Dichte. In den Häuserschluchten gibt es wenig Sonne, das Leben findet in den Geschäften, den Jazzclubs und Theatern sowie auf der Straße statt. Was nicht verwundert, kostet ein 40-Quadratmeter- Apartment doch über 3000 Dollar Miete im Monat.  In 45 Minuten reist man mit der Subway „rund um die Welt“: vom Times Square bis nach Chinatown. Kaum sonst irgendwo erlebt man so viele unterschiedliche Kulturen auf engstem Raum. Egal ob Harlem, Little Italy und Chinatown (besser wäre Asiatown, denn heute leben dort Menschen aus ganz Asien), jedes Viertel hat seine ganz eigene Atmosphäre.

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Christmas-Shopping in New York. (Fotos: Liane Ehlers)

Die längste Straße ist der Broadway. Mit 25 Kilometern ist sie die   älteste und gleichzeitig längste Nord-Süd-Durchquerung. Die Orientierung in der Stadt fällt leicht, denn die Straßen sind wie ein Schachbrettmuster angelegt. Ein zentraler Punkt ist der Times Square. Das Glitzerdreieck nördlich der Kreuzung von Broadway, 7th Avenue/ 42nd Street ist weltberühmt und bekannt für seine Leuchtreklamen, die die Nacht zum Tag machen. Viele der Geschäfte am Times Square haben bis Mitternacht geöffnet.

Grüne Lungen im Betondschungel

Die zahlreichen Parks der City, besonders der große Central Park entlang der Luxus-Meile Fifth Avenue, sind die grünen Lungen im Betondschungel. Am Wochenende sind dort die Straßen für Autos gesperrt.   Jogger, Radfahrer, Fahrrad-Rikschas und Pferdekutschen drehen dann  ihre Runden.  An der Central Park West/72nd Street  liegt das exklusive Dakota-Building, von dort  hat man einen atemberaubenden Blick auf den Park. Hier steht zurzeit für 26 Millionen Dollar das Luxus-Apartment der kürzlich verstorbenen Hollywood-Legende Lauren Bacall zum Verkauf. Im Park befindet sich die Gedenkstätte „Strawberry Fields“, die Yoko Ono nach John Lennons Tod gestaltet hat.

Donald’s Welt

Weiter südlich, auf der Ostseite an der 5th Ave, steht der Trump Tower. Vor der Eingangstür tun schwer bewaffnete Polizisten ihren Dienst. Im Untergeschoss gibt es ein Bistro und Geschäfte mit allen möglichen Trump-Souvenirs sowie die schicksten Toiletten von Manhattan. Sie sind öffentlich und kostenlos, denn so kann ihr  Besitzer sie von der Steuer absetzen.

Highlights ohne High Heels

Highheels sollte Frau fürs Christmas-Shopping in New York  besser zuhause lassen. In der Stadt, die niemals schläft, sind Turnschuhe die bessere Wahl, um zu Fuß von einem Geschäft zum anderen, von einer  Attraktion zur nächsten  zu gelangen. Und davon besitzt New York unzählige: American Museum of Natural History, das Metropolitan Museum of Art, Empire State Building, Top of the Rock,  Guggenheim Museum, Statue of Liberty & Ellis Island, und das 9/11 Memorial & Museum, um nur einige zu nennen. Am besten und schnellsten entdeckt man sechs der Top-Sehenswürdigkeiten mit dem New York CityPASS. Hier kann man bis zu 42 Prozent gegenüber den regulären Eintrittspreisen sparen, und vor allem muss man nicht an den Kassen endlos Schlange stehen.

Exklusive Bahnhöfe

Auf der To-do-Liste sollte auch Lower Manhattan stehen. Vom neuen One World Trade Center („Freedom Tower“, 541 m) mit seiner Aussichtsplattform hat man einen tollen Rundblick über die Stadt. Ebenfalls einen Besuch wert ist der daneben liegende Jahrhundertbahnhof „The Oculus“ vom spanischen Architekten Santiago Calatrava – mit fast vier Milliarden Dollar Baukosten ist er einer der teuersten der Welt. Sein weißes Gerüst aus Stahl und Glas mit den beiden weit auseinander liegenden, flügelähnlichen Dächern scheint sich wie ein Phönix aus der Asche zu erheben. Auf den unteren Ebenen liegen die Bahnsteige verschiedener U-Bahn-Linien und 35.000 Quadratmeter Verkaufsfläche. Die Besichtigung kostet ebenso wenig wie die des Grand Central Terminals (von 1871) mit seinen zehn Kronleuchtern, der zahlreiche Kostbarkeiten beherbergt. Dank Jackie Kennedy wurde er vor zwei Jahrzehnten vor dem Abriss bewahrt und renoviert.

Souvenirs mit Kultstatus

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New York hat seinen ganz eigenen, faszinierenden Rhythmus. Es kann extrem teuer sein, muss aber nicht. Outlet-Center wie das 21 Centuries am Ground Zero oder die großen Outlets vor den Toren der Stadt machen’s möglich. Menschen mit  kleinerem Geldbeutel können Designermode zu erschwinglichen Preisen auch in den zahlreichen kleinen Geschäften in SoHo erstehen. Ein Blick lohnt  auch in die Shops vom Museum of Modern Art (MoMA), dem Guggenheim-Museum oder der Metropolitan-Opera. Hier findet Frau zu zivilen Preisen attraktive Geschenke für Daheimgebliebene.

Weihnachtsbeleuchtung am Saks

Abends strömen die Besucher in die Musical-Theater in Jeans und Turnschuhen. In den Händen halten sie Einkaufstüten vom Nobel-Kaufhaus Saks gegenüber dem Rockefeller Center, wo sich die Menschen wegen der Weihnachts-Deko an den Schaufenstern die Nasen platt drücken,  oder vom Kaufhaus Macy‘s , 7th Ave. Andere tragen Designertüten von Viktoria Secret, Armani, Tommy Hilfiger und Co. Die 45 Musiktheater entlang des Broadways sind Abend für Abend gut besucht, einige gar auf Monate ausverkauft, wie das angesagte „Hamilton“ am Times Square.

Dinner in der Keksfabrik

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Wer dann noch den Black Friday nach Thanks Giving Ende November nutzt, kehrt vielleicht stolz wie Carrie Bradshaw in der TV-Erfolgsserie  „Sex and the City“ in sein Hotel zurück, nachdem er zuvor in einer der angesagtesten Gegenden im Meatpacking District (frühere Schlachthöfe) oder im  Chelsea Market (ehemalige Keksfabfik) nahe Ground Zero gut gespeist hat.

New York bedeutet Veränderung: Die Ausstellungen in den Museen auf der „Museumsmeile“ – ein Teil der Fifth Avenue beim Central Park – wechseln monatlich, und irgendwo entsteht trotz engster  Bebauung immer wieder ein neuer Wolkenkratzer, wie z.B. das „RIU Plaza New York Times Square“ im Herzen Manhattans, das vor gut einem Jahr eröffnet hat. Weil das  Stadthotel mit 647 modernen Zimmern gut gebucht ist, baut die spanische Hotelkette jetzt das zweite Hotel am Times Square.

Die Touristendichte nimmt ständig zu, über 60 Millionen waren es im vergangenen Jahr. Kein Wunder, dass die Stadt niemals schläft! Nur morgens, wenn die Sonne aufgeht und die Skyline in ein goldenes Licht taucht, dann hat man am an den Brooklyn-Hights neben der bekannten Brookly-Bridge für einen kurzen Augenblick das Gefühl „diese Stadt gehört mir allein“.

Reise-Informationen zum Christmas-Shopping in New York

Anreise: Direktflüge (ca. 9 Stunden) gibt es ab Frankfurt bei verschiedenen Airlines.

Hoteltipp: Das 4* RIU Plaza Hotel Times Square liegt zentral zwischen Times Square und der 5th Avenue. Eine Übernachtung ist ab 67,50 Euro pro Person im Doppelzimmer buchbar. Infos: www.riu.com

New York CityPASS: Hier kann man sechs Top-Sehenswürdigkeiten ansehen und  spart bis zu 42 Prozent gegenüber den regulären Eintrittspreisen. Vor allem muss man nicht an den Kassen endlos Schlange stehen. 107,78 Dollar Erw., 86,58 für Kinder ab 7 Jahren. https://de.citypass.com/new-york

Infos zu Musicals: Alles über Musicals und Tickets gibt es unter www.broadwaycollection.com

Reiseführer: Mehr Infos im Reiseführer „New York“ mit Karte, 120 S., Sebastian Moll, Dumont, 11,99 Euro.

Mehr Infos unter: www.nycgo.com

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung

 

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Fliegen im Dreivierteltakt

Mein Kurztrip nach Wien ist eine Reise in die Vergangenheit und die Moderne. Im Flieger von Austrian Airlines erklingt zu Begrüßung, Österreichs heimliche Nationalhymne, der Donauwalzer von Johann Strauss, der in diesem Jahr 150. Jubiläum feiert. Beim Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker erwartet mich nicht nur Klassik, sondern auch Filmmusik von John Williams aus dem Harry-Potter-Film.

Mein Kurztrip nach Wien ist eine Reise in die Vergangenheit und die Moderne. Im Flieger von Austrian Airlines erklingt zu Begrüßung, Österreichs heimliche Nationalhymne, der Donauwalzer von Johann Strauss, der in diesem Jahr 150. Jubiläum feiert. Beim Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker erwartet mich nicht nur Klassik, sondern auch Filmmusik von John Williams aus dem Harry-Potter-Film.

Wien lebt nicht nur von der Kultur und der Musik, Wien ist Musik: ob im Opernhaus oder in den Räumen des Musikvereins. Das Sommer-Highlight ist das eintrittsfreie  Sommernachtskonzert der Wiener  Philharmoniker  in den Barockgärten von Schloss Schönbrunn, zu dem jährlich 100.000 Musikliebhaber kommen.

Junge Musikszene und urbane Stadtoasen

Auch wenn klassische Musik und Dreivierteltakt in der Donaumetropole noch immer die größte Rolle spielen, so hat sich doch Jenseits von Musikverein und Opernhaus eine junge Musikszene etabliert. Sei es in den berühmten Kaffeehäusern, im  Musical-Theater, im Jazzclub „Porgy & Bess“ – dem besten der Stadt – oder in Wiens hipper Nachtclub-Szene im Dinner Club Albertinaplatz, einer ehemaligen U-Bahn-Station. Urbane Stadtoasen und Kulinarik aus aller Welt gibt es am Donaukanal, der direkt in die Wiener Altstadt führt. Die ehemals grauen Kanalmauern sind mit Graffitis besprüht und bieten Platz für trendige Lokale, Bars und Sandstrände wie der Strandbar Urania. In  Szene-Clubs wie Flex oder Grelle Forelle strömt abends das junge  Party-Publikum. Aber auch beim Heurigen im „Mayer am Pfarrplatz“ in Heiligenstadt trifft man viele junge Leute.

Der Chef-Concierge und die Promis

Mein Hotel, das „Imperial“ am Kärntner Ring, gehört zu den angesehensten der Stadt. Das historische Palais aus dem 19. Jahrhundert ist seit jeher Treffpunkt der feinen Gesellschaft. Der ehemalige Chef-Concierge Michael  Moser  brennt noch immer für seinen  Beruf, und das obwohl er im (Un-)Ruhestand ist. Fast 30 Jahre hat Moser die Prominenten dieser Welt begrüßt, beim Erfüllen ausgefallener Wünsche oder auch nur bei der Beschaffung einer Opernkarte geholfen. Darunter waren u.a.   Herbert von Karajan, Altbundeskanzler  Helmut Kohl, Michael Jackson, Sir Elton John, Madonna, Karl Lagerfeld, die Rolling Stones, Lady Gaga und  Phil Collins. Vom Hotel bis zum Opernhaus sind es zu Fuß nur fünf Minuten, bis zum Konzertsaal des Wiener Musikvereins, in dem u.a. jedes Jahr das Neujahrskonzert stattfindet, nur ein paar Schritte.

Schloss Schönnbrunn in Rot und Blau

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Unter Leitung von Christoph Eschenbach erklingen unter dem Motto „Märchen und Mythen“ Werke von Dvořák, Tschaikowsky, Rachmaninow, Strawinsky,  Humperdinck und John Williams, der durch seine Filmmusik zu „Harry Potter“ bekannt ist.  Ganz im Rhythmus der Musik wird die Schlossfassade  mit rotem, blauem oder orangem  Scheinwerferlicht kunstvoll illuminiert. Die Solistin des Abends, Starsopranistin  Renée Fleming,  treffen wir gegen Mitternacht noch in der Hotellobby des „Imperial“. Wie so viele   andere   berühmte Künstler ist auch die US-Amerikanerin  Stammgast.

Über Stardirigent Riccardo Muti erzählt Michael Moser in einer kleinen Anekdote zum Neujahrskonzert 2000, wie er zum Frühstück die Treppe herunter an die Rezeption gekommen sei und ihn gefragt habe: „Muss ich da hingehen…?“ Woraufhin er geantwortet habe: „Maestro, wenn Sie 50 Millionen  Menschen nicht warten lassen wollen, ja. Sonst können Sie gerne hier bleiben und mit mir plaudern.“  Muti wird 2018 zum fünften Mal nach Wien kommen, um  das Neujahrskonzert zu dirigieren.

Michael Jackson und der Airbag

Natürlich geht bei den Gästen Diskretion über alles,  aber da gibt es dennoch diese lustige Geschichte über Michael Jackson, der ein Schloss kaufen und Burgen besichtigen wollt – selbstverständlich unerkannt. Concierge Michale Moser vermittelte ihm eine Fahrt im Privatwagen eines gut beleibten Kochs. Michael Jackson sprang zu ihm in den kleinen, quietsch-orangen Opel, der vor dem Eingang wartete, schaute ihm auf den Bauch, und fragte: „Hast Du einen Airbag eingebaut?“ Nach einigen Stunden kehrte Jackson unerkannt zurück.

Grund zum Feiern gibt  es 2017/18 in der Donaumetropole  reichlich: Kaiserin Maria Theresia – die größten Reformerin ihrer Zeit – wäre 300 Jahre alt geworden, die 1498 gegründeten Wiener Sängerknaben feiern Jubiläum, die Wiener Philharmoniker bestehen 175 Jahre, und der Donauwalzer von Johann Strauss – Österreichs inoffizielle Nationalhymne – erlebte vor 150 Jahren am 15. Februar 1867 seine Uraufführung.  Er darf bei keinem der 450 Bälle, die jedes Jahr in Wien stattfinden, fehlen.

Alles über die Strauss-Dynastie

Seit zwei Jahren gibt es in der Müllergasse 3  ein liebevoll gestaltetes Strauss-Museum www.strauss-museum.at , das vom Kulturverein Wiener Blut betrieben wird. Dort erfährt man nicht nur etwas über den Walzerkönig,  sondern auch über die  ganze Strauss-Dynastie.   Als Freiberufler gehörten die Brüder Johann Sohn, Josef und Eduard schon damals zu den Großverdienern ihrer Zeit. Johann Strauss Sohn bekam für fünf Konzerte in New York und Boston auf heute umgerechnet zwei Millionen Dollar. Besucht man das Museum, sollte man sich als Gruppe unbedingt für einen Vortrag von Professor Helmut Reichenbauer, Präsident des Vereins, anmelden – ein musikalisches Geschichtserlebnis erster Klasse!

Üben für den Wiener Opernball

Bei 450 Bällen im Jahr wird auch viel getanzt. Die beliebteste Tanzschule ist „Elmayer“ https://elmayer.at/, vom Großvater des heutigen Besitzers in einer ehemaligen Reithalle 1919 im Palais Pallavicini gegründet. Bereits in der dritten Generation führt Thomas Schäfer-Elmayer das Unternehmen. Neuem gegenüber aufgeschlossen, wird dennoch die Alt-Wiener Tradition vermittelt. Studenten aus aller Welt lernen dort ebenso Wiener Walzer wie die Debütanten/innen des Wiener Opernballs. Und wer mal unverhofft in Wien zu einem Ball muss, findet das passende Leih-Kleid oder den Smoking bei „Flossmann“  http://www.flossmann.at/ in der Riemergasse 11.

Reiseinformationen in Kürze zum Sightseeing Wien

Anreise:  Mit Auto, Bahn oder Flugzeug. Lufthansa fliegt z.B.  Bremen über München. Vom Flughafen Wien-Schwechat geht’s mit der  S 7 nach Wien-Mitte. Von dort gibt es eine U-Bahn-Anbindung, 23 Min. Fahrtzeit, Ticket 2,40/1,30 Euro. Nur wenig schneller mit 16 Minuten ist der City Airport Train (CAT), 11 Euro, Kinder bis 14 Jahre frei.

Tipp: Preisgünstig erleben kann man Wien mit der „Vienna City Card“ für 24, 48 oder 72 Stunden ab 13,90 Euro. Man kann sie online kaufen oder bei Ankunft bei der Tourist-Info am Flughafen, Hauptbahnhof oder Albertinerplatz. – Stehplatzkarten in der Staatsoper gibt es während der Spielzeit schon ab drei Euro.

Termine: Das nächste eintrittsfreie Sommernachtskonzert Schönbrunn findet am 31. Mai 2018 statt. Dirigent: Valery Gergiev; Yefim Bronfman, Klavier. www.sommernachtskonzert.at

Reiseliteratur: Dumont Direkt Reiseführer Wien, Anita Ericson, 120 S., 11,99 Euro

Mehr Infos unter: https://www.wien.info/de

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung

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Inselhopping in Kroatien

Tourismus hat in Kroatien schon seit Ende des 19. Jahrhunderts eine lange Tradition, seit einigen Jahren erfährt er eine großartige Renaissance. Türkisblaues, klares Wasser und flache Kiesel-/Sandstrände machen die Kvarner Bucht zu einem beliebten Ziel für Familien. Wer dem Rummel am Strand entgehen will, findet im Inselhüpfen mit einem Motorsegler von I.D. Riva Tours eine abwechslungsreiche Alternative.

Tourismus hat in Kroatien schon seit Ende des 19. Jahrhunderts eine lange Tradition, seit einigen Jahren erfährt er eine großartige Renaissance. Türkisblaues, klares Wasser und flache Kiesel-/Sandstrände machen die Kvarner Bucht zu einem beliebten Ziel für Familien. Wer dem Rummel am Strand entgehen will, findet im Inselhüpfen mit einem Motorsegler von I.D. Riva Tours eine abwechslungsreiche Alternative. Die Entdeckung der vielen Gesichter von Kroatiens märchenhafter Inselwelt lässt sich auf einer Kreuzfahrt in Kroatien mit einem Tauch- und Badeurlaub auf kongeniale Weise verbinden. Mit einem Mini-Cruiser wie der „M/Y Vita“ hat man das schwimmende Hotel stets dabei.

Badespaß für Jung und Alt bei einer Kreuzfahrt in Kroatien

Kapitän Silvio Vukovic (54) kennt  das Segelrevier an der kroatischen Adriaküste wie seine Westentasche. Der große, dunkelhaarige Mann mit den strahlenden Augen liebt und lebt seinen Job, den er seit über 30 Jahren macht – früher auf der „MS Mirabela“, einem Motorsegler,  und seit 2014 auf der „M/Y Vita“, die nach seinen und den Vorstellungen seiner Gäste gebaut wurde.

Silvio Vukovic ist nicht nur Kapitän, sondern auch Eigner der 37-Meter-Yacht, die mit 18 klimatisierten Kabinen Platz für 38 Gäste bietet.  Auch die Söhne Branimir und Petar packen fleißig mit an, wenn es heißt, in einer Bucht den Anker auszuwerfen und mit der Leine ans gegenüberliegende Ufer zu schwimmen, um das Schiff sicher zu vertäuen. Danach werden die beiden Badeleitern am Heck ins Wasser gelassen. Erwachsene und Kinder stehen dann gleichermaßen in den Startlöchern, um sich bei 38 Grad Lufttemperatur ins kristallklare, türkisblaue Wasser der Adria zu stürzen. Mit knapp fünf Jahren sind die Zwillinge Emilia und Konstantin aus Passau die jüngsten, Annelie (78) und Bodo (80) aus München die ältesten Passagiere.

Männer werden wieder zu Kindern im Wettkampf um den weitesten „Köpper“ über eine Schwimmnudel. Sie haben ebenso ihren Spaß daran wie die ganz Kleinen und älteren Jugendlichen. Neueste Schnorchel-Masken werden zur Erprobung ausgetauscht, über Seeigel, Seegurken und Fischschwärme wird gefachsimpelt. In der familiären Atmosphäre an Bord werden auch die Gäste, die für sieben Tage an Bord bleiben, schnell zu einer großen Familie auf Zeit.

Festival-Stadt Rijeka

Begonnen hat unsere Reise durch die Kvarner Bucht – eine Melange aus Inseln, Küste und Gebirge – im Hafen von Rijeka, der drittgrößten Stadt Kroatiens, die für ihre Altstadt, ihr Nachtleben, ihren Karneval und ihre zahlreichen Festivals bekannt ist. Wer der Sommerhitze der Küste einmal entfliehen will, ist in kürzester Zeit in einem Wald und in den Bergen im Ucka-Gebirge, im Platak-Gebirge oder auf der Hochbene Gorski mit ihren Nationalparks.

Sonnabendmittag heißt es in Rijeka Leinen los, und die „M/Y Vita“ bringt uns zwei Stunden später in die erste einsame Badebucht. Die große Hitze tangiert uns nicht, denn auf dem Wasser weht immer ein leichter Fahrtwind und das Sonnendeck  mit den bequemen  Rattan-Liegen ist durch ein leicht transparentes Dach geschützt. Mit einem kühlen Drink lässt sich auch die größte Hitze gut ertragen. Der erste Seetag endet am Abend im Hafen der rummeligen Insel Krk. In einer Konoba (kleines Restaurant) genießen wir frische Meeresfrüchte und kroatischen Wein.

Zauberhaftes Rab

Mit dem Frühstück um 8 Uhr läuft die „M/Y Vita“ am nächsten Morgen aus, um an diesem Seetag zweimal in einer Badebucht Halt zu machen. Es ist früher Abend, als wir den Hafen von Rab erreichen. Die Altstadt mit ihren Bauten aus der Frühromanik und  den vier Glockentürmen gleicht einem Viermaster. Der höchste Glockenturm misst 26 Meter und gehört zur ehemaligen Kathedrale der heiligen Maria zur Himmelfahrt. Seinen Zwillingsbruder werden wir in Zadar entdecken, das wir auf unserer siebentägigen Tour ebenfalls besuchen.

Im 2000 Jahre alten Rab bringt uns Guide Janna die Geschichte und die Sehenswürdigkeiten der durch die Venezianer geprägten Stadt näher, die auf der gleichnamigen Insel liegt. Zu ungewöhnlicher Berühmtheit gelangte Rab 1936, als der britische Ex-König Edward bei einem Besuch mit seiner Geliebten Wallis Simpson auf der Liebesinsel einen Nacktbadestrand eröffnete. FKK kam allerdings erst zu Titos Zeiten so richtig in Mode, genießt aber bis heute in Kroatien einen hohen Stellenwert.

Gute Stimmung an Bord

Die Stimmung an Bord ist blendend. Es kommt keine Langeweile auf, die größeren Kinder spielen mit den kleinen Puzzle oder ein Ratespiel, wenn sie nicht gerade im azurblauen Wasser der Adria  herumtoben.  Ein kleines, engagiertes Team schmeißt den Laden an Bord, und jeden Morgen um 8 Uhr läutet die Glocke zum Frühstücksbuffet, um 12.30 Uhr noch einmal zum Mittagessen. Dazwischen gibt es Obst nach Lust und Laune bis wir die nächste geschützte Badebucht anlaufen.

Täglich zaubert der Koch in der kleinen Kombüse erstaunlich leckere Drei-Gänge-Menüs, die von den Kellnern Kruno und Gloria an schön gedeckten Tischen serviert werden. Die beiden sorgen auch für den Getränkenachschub von der Bar, die sich zwischen klimatisiertem Salon und überdachtem Outdoor-Restaurant befindet. Jeden Abend liegt das Schiff in einem anderen Hafen, und die Gäste können die Städtchen und die landestypische Küche in einer Konoba entdecken. Neben Rab und Krk haben wir Gelegenheit, reizvolle Städtchen wie Cres, Sali oder Mali Losinj zu erkunden.

Kornati-Nationalpark

Zu den Höhepunkten der Reise, die auch in Rijeka endet, gehört sicherlich die Durchquerung des Nationalparks Kornati, mit 147 Inseln die größte und dichteste Inselansammlung im Adriatischen Meer. Schon Nobelpreisträger George Bernhard Shaw schrieb: „Am letzten Schöpfungstag wollte Gott sein Werk krönen, so schuf er aus Tränen, Sternen und Atem die Kornaten.“

Reiseinfos in Kürze zur Kreuzfahrt in Kroatien

Anreise: Mit dem Auto oder Zug. Direktflüge ab Hamburg und Düsseldorf (ca. 1.15 Std.) nach Krk-Rijeka gibt es mit Germanwings. Der Transfer nach Rijeka dauert je nach Verkehrslage ca. 30 bis 40 Minuten. Die Ein- und Ausschiffung erfolgt immer sonnabends von 11 bis 13 Uhr. Pkws können ab 9 Uhr für diese Woche in einer Tiefgarage untergestellt werden.

Veranstalter: Die „MY Vita“ gehört zur I.D. Riva-Flotte und ist das neueste und komfortabelste Schiff von Riva Tours. Die Saison dauert  von April bis Oktober. Gebucht werden können diese und ähnliche  Kreuzfahrten – auch in Verbindung mit Radfahren und Wandern – in Reisebüros, bei I.D. Riva Tours, Neuhauser Str.27, 80331 München, Tel. 089/2311000 oder im Internet. www.idriva.de Preise: Badefahrten für 7 Tage inkl. 5 Tage HP, 2 Tage VP, Captains-Dinner und Ausflügen kosten pro Person im September von € 369,- bis € 799,-Euro.

Hotel-Tipps: Luxus beim Vorübernachten bietet das 4-Sterneplus-Hotel „Kvarner Palace“ www.kvarnerpalace.info

in Crikvenica mit einen Blick auf die Kvarner Bucht und die umliegende Inselwelt, es ist in 30 Minuten zu erreichen. – Das „Botel Marina“ www.botel-marina.com/de/botel st ein Hostel, es liegt im Zentrum von Rijeka, nur wenige Gehminuten vom Riva-Tours-Anleger entfernt.

Reiseliteratur: „Kroatien“, Hubert Beyerle, Dumont, 440 S., 24,99 Euro

Mehr zu Kroatien findet man auf http://www.visit-croatia.eu/de/

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung

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Im Land der Trolle

Eines sollten Sie bei einer Kreuzfahrt mit der „Costa Magica“ ins norwegische Fjordland getrost vergessen: Hektik und Alltagslärm. Denn auf einer der landschaftlich schönsten Seereisen der Welt spielt die Natur die Hauptrolle. Auch das Kalorienzählen sollte tunlichst bis nach der Reise vertagt werden: Eine leckere Küche in vier verschiedenen Restaurants und zehn Bars sorgen für italienische Lebensfreude an Bord.

Eines sollten Sie bei einer Kreuzfahrt mit der „Costa Magica“ ins norwegische Fjordland getrost vergessen: Hektik und Alltagslärm. Denn auf einer der landschaftlich schönsten Seereisen der Welt spielt die Natur die Hauptrolle. Auch das Kalorienzählen sollte tunlichst bis nach der Reise vertagt werden: Eine leckere Küche in vier verschiedenen Restaurants und zehn Bars sorgen für italienische Lebensfreude an Bord. Selbst die Anreise nach Bremerhaven, das von Costa 2017 erstmals angelaufen wurde, ist entspannt, weil es ausreichend Parkplätze und eine gute Zuganbindung gibt. Im nächsten Jahr kommt Costa zurück, diesmal mit der „Mediterranea“.

Neuer Heimathafen

Für den jungen Brasilianer Yuri Paess ist es „wie eine Rückkehr nach Hause“,  als die „Costa Magica“ zum ersten Mal in  Bremerhaven anlegt, um von dort auf  Norwegen-Kreuzfahrt zu gehen. Der Blick auf Klimahaus und Columbus Cruise Center erinnert den 21-jährigen, der an der Rezeption arbeitet, an seine Zeit als  Austauschschüler. Eine Premiere ist es für die Reederei und die Stadt Bremerhaven: Erstmals gehen 2017 dort deutsche Gäste und einige Franzosen an Bord eines Costa-Schiffes.

Stop in Amsterdam

Doch zunächst führt die Fahrt nach Amsterdam, wo weitere Passagiere  an Bord kommenden. Holländer, Italiener, Franzosen und Engländer: Das Publikum auf der „Costa Magica“ ist international, die Anreise nach Amsterdam eine ganz spezielle: Als der Ozeanriese die  Schleuse des „Nordzeekanals“  passiert, ist das Millimeterarbeit. Zwischen Schiffsrumpf  und Mauer passt nur eine Handbreit. In Amsterdam liegt die „Costa Magica“ nur zehn Gehminuten vom Zentrum entfernt. Ein Besuch des Blumenmarktes und des van-Gogh-Museums sind ein absolutes Muss. Auf keinen Fall versäumen sollte man eine Grachten-Fahrt, denn vom Wasser aus erschließt sich die holländische Geschichte am besten: Die Häuser der einst reichen Kaufleute sind mit eindrucksvollen Dachgiebeln verziert.

Bergen: Tor zu den Fjorden

Nach einem erholsamen Seetag läuft die „Costa Magica“ in Bergen, Norwegens Tor zu den Fjorden, ein. www.fjordnorway.com Mehrfach abgebrannt und immer wieder aufgebaut, hat die Handelsstadt aus dem 13. Jahrhundert nichts von ihrem Charme verloren. Im Weltkulturerbe Bryggen mit seinen bunten Holzhäuschen gibt es viele kleine Geschäfte und (Kunst-)Handwerksbetriebe. Die Standseilbahn gegenüber dem Fischmarkt bringt Besucher in wenigen Minuten auf den Fløyen (320 Meter), einer von sieben Bergen, die die Stadt umgeben. Ein Park Mit Troll-Skulpturen hat auf Kinder und Erwachsene eine magische Anziehungskraft und inspiriert zu lustigen Selfies. Der Panoramablick über Stadt und Fjord ist atemberaubend.

Tosende Wasserfälle

Wir fahren weiter nach Norden, ab jetzt wird es nachts nicht mehr dunkel. Grün bewaldete oder schroffe Felswände, schneebedeckte Berggipfel und  wilde Wasserfälle bestimmen das Landschaftsbild. Tief hängen die Wolken über den Bergen, als am nächsten Morgen in Hellesylt etliche Passagiere für eine Überlandtour ausgebootet werden. Die Fahrt durch das tiefblaue Wasser des Geiranger-Fjords ist wie eine Fahrt durch ein wildromantisches Gemälde. Berge, Gletscher und Wasserfälle – unter anderem die berühmten „Sieben Schwestern“ -, die sich aus 300 Metern senkrecht in die Tiefe stürzen, passieren wir.

Am späten Vormittag erreicht die „Costa Magica“ Geiranger. Wie von Zauberhand reißt der Himmel auf. Im Hafen angekommen, lohnt sich ein Blick auf den Fjord von oben. Langsam schlängelt sich der Bus über die steilen Berghänge. Von der Adlerkehre oder dem 1.500 Meter hohen Berg Dalsnibba mit dem „Geiranger Skywalk“, ein garantiert luftiges Erlebnis in 1500 Metern, hat man spektakuläre Ausblicke auf die Berglandschaft und den Geirangerfjord. Empfehlenswert ist auch eine Bootsfahrt vorbei an den berühmten Wasserfällen. Dort zeigt sich die Natur von ihrer ungezähmten und schönsten Seite.

Königliche Sportfischer

In der Gemeinde Åndalsnes  überrascht  uns am nächsten Tag nicht nur ein architektonisch interessantes Tourismus-Center mit einem phantastischen Drei-D-Kino, sondern auch die Raumabahn, die durch eine der wildesten Landschaften führt, die Westnorwegen zu bieten hat. Die kleine Hafenstadt am Ufer des Raumaflusses ist berühmt für ihre Lachse. Jedes Jahr zieht sie begeisterte Sportfischer aus der ganzen Welt an. Regelmäßig erhält die Stadt sogar königlichen Besuch: Den englischen Royals  – allen voran Prinz Charles – haben es die riesigen Lachse des Rauma angetan. Das Dorf ist außerdem Ausgangspunkt für Wanderungen zum Trollstigen. Viele der Gebirgsgipfel haben Namen von Trollen, die der Sage nach zu Stein erstarrten, als die Sonne sie traf

Spektakuläre Flåmbahn

Am Aurlandsfjord liegt der 450-Seelen-Ort Flåm. Klein, aber weltberühmt, weil dort die spektakuläre Flåmbahn beginnt, die sich mit der Bergenbahn fortsetzt. Die Flåmbahn gehört zu den steilsten Bahnstrecken der Welt auf Normalspur. Die einstündige Zugfahrt nach Myrdal führt durch 20 Tunnel, vorbei an imposanten Wasserfällen, steil abfallenden Felswänden und beeindruckenden Landschaften.

127 Seemeilen weiter südlich liegt Stavanger, die letzte Station, bevor die Heimreise beginnt. Bekanntestes Bauwerk ist der Dom am Marktplatz, mit dessen Errichtung bereits 1125 begonnen wurde. Ganz großes Landschafts-Kino gibt es zum Abschluss unserer  Nordlandreise noch einmal im Großraum Stavanger. Auf Boot und Bus folgt eine Wanderung zum Preikestolen, die allerdings nicht für Fußkranke geeignet ist: 330 Höhenmeter müssen bis zur berühmten Felsenplattform überwunden werden. Stavanger selbst ist eine Stadt zum Shoppen und Norwegens erste Adresse für kulinarische Genüsse und Kultur.

Reiseinformationen in Kürze

Anreise: Nach Bremerhaven mit Zug oder Auto, dort gibt es reichlich Parkplätze. Am Bahnhof fahren bei An- und Abreise für Kreuzfahrtgäste kostenlose Shuttlebusse zum Terminal. 2017 läuft Costa bis Anfang September Bremerhaven an. 2018 wird die „Costa Mediterranea“ 14mal am Columbus Kai festmachen, das erste Mal am 12. Mai, von dort geht es für eine Woche zu Europas Metropolen. Insgesamt siebenmal geht die „Mediterranea“ 2018 auf die Fjordland-Tour, das erste Mal am 9. Juni.

Währung: Norwegische Kronen.

Warnhinweis: Auf Märkten und in Supermärkten wird Walsalami verkauft, oft als Geschenkpackung zusammen mit Rentier- und Elchsalami. In Norwegen sind Verkauf und Verzehr legal, die Einfuhr in die EU ist allerdings strafbar.

Tipps: Ausflüge auf eigene Faust:  Amsterdam:  Eine Stunde Grachten-Rundfahrt gibt es für 11 Euro bei „Reedery P. Kooy“. Bergen mit der 24-Stunden-Bergen Card erkunden  (ca. 25,93 Euro). Es gibt sie in der Touristen-Info beim Fischmarkt. Geiranger: Fahrt mit dem Panorama-Bus (ca. 22 Euro) und mit dem Boot (ab 230 Kronen/ca. 24,85 Euro). Bahnfahrten auf eigene Faust sollten vorab übers Internet gebucht werden, weil sie schnell ausverkauft sind.

Literatur: Norwegen – Das Fjordland, Marie Helen Banck, Dumont, 292 S.,17,90 Euro

Mehr Infos unter: www.costakreuzfahrten.de und www.fjordnorway.com

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung

 

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Entschleunigung auf der Oder

Die Oder, Deutschlands fünftlängster Strom, ist anders als Rhein und Elbe für viele noch immer eine Wasserader, mit der sie fremdeln. Vermutlich liegt es daran, dass der deutsch-polnische Grenzfluss fast ein halbes Jahrhundert nicht zugänglich war. Dabei hat die 866 Kilometer lange Wasserader, von der 717 Kilometer schiffbar sind, viel zu bieten: jede Menge Kultur und Geschichte, eine zauberhafte Wasserlandschaft mit vielen Nebenarmen, wo Schwarzstörche und Seeadler zu Hause sind. Ich gehe in Stralsund an Bord und auf Entdeckungstour.

Die Oder, Deutschlands fünftlängster Strom, ist anders als Rhein und Elbe für viele noch immer eine Wasserader, mit der sie fremdeln. Vermutlich liegt es daran, dass der deutsch-polnische Grenzfluss fast ein halbes Jahrhundert nicht zugänglich war. Dabei hat die 866  Kilometer  lange Wasserader,  von der 717 Kilometer schiffbar sind, viel zu bieten: jede Menge Kultur und Geschichte,  eine zauberhafte Wasserlandschaft mit vielen Nebenarmen, wo Schwarzstörche und Seeadler zu Hause sind. Ich gehe in Stralsund an Bord und auf Entdeckungstour mit einer Flusskreuzfahrt.

Stralsund –  Das Klappern der Hufe von Nora und Mireille  auf dem Asphalt   der  „A20“ von Hiddensee hat etwas  fast Einschläferndes. Nur die laute, alles durchdringende Stimme  von Kutscher  Fredi, der den Planwagen lenkt,  reißt uns aus  der  morgendlichen Lethargie. Um 8 Uhr haben wir die „Katharina von Bora“, die für eine Woche unser schwimmendes Hotel sein wird,  verlassen, um die autofreie Insel zu erkunden. 1000 Menschen leben hier, hinzu kommen 4000 Gäste-Betten in der Sommersaison. Die Natur und die endlosen Strände spielen die Hauptrolle. Zu den Hauptsehenswürdigkeiten der Insel gehört das Sommerhaus von Gerhart Hauptmann, der auf dem kleinen Friedhof neben der Kirche begraben liegt. Bis um 10 Uhr die erste Fähre mit Tagesgästen ankommt, herrscht noch  himmlische  Ruhe, doch da sind wir längst  wieder fort.

Begonnen hat unsere achttägige Reise am Vortag in Stralsund, Weltkulturerbe und für seine Altstadt mit norddeutscher Backsteingotik berühmt.  Seit das futuristische Ozeaneum 2008 eröffnet hat, kommen jährlich fast eine halbe Million Besucher. Vis-à-vis der 1933  gebauten „Gorch Fock I“ sind wir an Bord der „Katharina von Bora“, die ja eigentlich ein Flusskreuzfahrtschiff ist, gegangen. „Aber wir können auch Meer, zumindest in der flachen Boddenlandschaft bis nach Rügen und im Stettiner Haff“, sagt Kapitän Joachim Schramm (57).

Seit einem Jahr hat er auf der 17 Jahre alten, eleganten Lady das Kommando. Die Ausstattung  im Art-Deco-Stil in Restaurant,   Salon und  Kabine ist hochwertig. Sogar im Bad sind Lampen und Fliesen  Art-Deco. Der Geschmack des verstorbenen Reeders  Peter Deilmann, der auch das Traumschiff „Deutschland“ bauen ließ, ist unverkennbar. Noch vor dem Konkurs der Deilmann-Reederei wurde die „Katharina von Bora“ verkauft. Zurzeit fährt sie unter Schweizer Flagge für den Veranstalter Nicko Cruises auf  Elbe und Oder.

 

Rügens Kreidefelsen

Das Fischerdorf  Lauterbach  am Greifwalder Bodden auf  Rügen ist unser nächstes Ziel. Als Fürst Wilhelm Malte zu Putbus  im 19. Jahrhundert auf Rügen den Bädertourismus einführte,  konnte er mit einer derartigen Entwicklung nicht rechnen. Sicherlich hätte er sonst die wundervollen Alleen mit ihren  Eichen und Buchen, die sternförmig auf die Residenzstadt Putbus  zulaufen,  erheblich breiter bauen lassen. Für die Kutschen der  vornehmen  Gesellschaft waren sie mit ihren Baumkronen auf den Wegen zum Strand die perfekten Schattenspender.

Binz und Sellin mit ihrer Bäderarchitektur haben sich seit der Wende bis auf wenige Bausünden  zu wahren Schmuckstücken entwickelt. Die Seebrücke von Sellin ist eine feine Dame in Weiß. Die architektonischen  Scheußlichkeiten  von Prora am weißen Sandstrand – acht insgesamt 4,5 Kilometer lange Blöcke für 20.000 Urlauber, von  Hitlers Kraft durch Freude errichtet – wandeln allmählich ihr Gesicht.

Rügens Kreidefelsen, die bereits im 18. Jahrhundert durch Caspar David Friedrichs Gemälde berühmt wurden, haben sich durch Abbrüche verändert, ziehen jedoch zigtausende Besucher an. Der sagenumwobene Königsstuhl ist  mit 118 Metern die höchste Erhebung. Statt Kutschen fahren heute Busse und der „Rasende Roland“, eine fast 100 Jahre alte Dampfschmalspurbahn, verbindet Lauterbach über Putbus und Binz mit Göhren.

Von Lauterbach fahren wir nach Greifswald, das im 13. Jahrhundert rund um das Kloster Eldena von Kaufleuten und Handwerkern gegründet wurde und mit der 1456 gegründeten Universität eine der ältesten Deutschlands besitzt.  Der Romantiker Caspar  David Friedrich, der dort geboren wurde, hat die Ruine  von Eldena ebenso wie die  Kreidefelsen von Rügen viele Male in Öl festgehalten.

Usedoms Kaiserbäder

Peenemünde auf Usedom (Usedom = Menschen an der Mündung) ist unser nächstes Ziel. Der erste Blick aus dem Kabinenfenster fällt auf ein U-Boot aus dem Zweiten Weltkrieg, das heute Museum ist. Wie ein Sandwich liegt die Zweiländer-Insel (Deutschland/Polen), auf der es auf deutscher Seite zehn Seebäder und acht Reha-Kliniken gibt, zwischen Ostsee und Peene. An ihrer schmalsten Stelle ist sie nur 300 Meter breit.  Seit 1999 hat die gesamte Insel den Status eines Naturparks, weshalb es auch keine Windräder gibt.

In den berühmten Kaiserbädern Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck ist die weiße Bäderarchitektur – vorne eine elegante Mischung aus aller Welt und hinten „egal“ – noch im Original erhalten und liebevoll restauriert worden. Die Apotheke des Meeres aus Aerosol und Sonne hatte schon zu Kaiser Wilhelms Zeiten die vornehme Gesellschaft nach Usedom gelockt. Nur ging man damals nicht baden, sondern flanieren. „Sehen und gesehen werden“ war das Motto, weshalb die Promenade mit 13 Kilometern auch die längste Europas ist.

Über die Peene geht’s ins Stettiner Haff und in die Oder nach Stettin im polnischen Westpommern. Historisch  ist die Stadt hoch  interessant, doch optisch wenig ansprechend. Nur mit einem guten Guide wie Bogdan (54) erschließen sich dem touristischen Auge die Sehenswürdigkeiten der ehemals deutschen, im Krieg fast völlig zerstörten City, in der „tausende Häuserfassaden sich seit Jahrzehnten nach einer Maurerkelle sehnen“, wie Bogdan treffend bemerkt. Kirchen und öffentliche Gebäude sind allerdings schön restauriert worden.

Flusskreuzfahrt Oder - Liane Ehlers - 31 Schiffshebewerk

Schiffshebewerk Niederfinow

Gemächlich mäandert die „Katharina von“ Bora über Oder und Oder- Havel-Kanal  bis zum    76 Jahre alten  Schiffshebewerk Niederfinow,  das 36 Meter Höhenunterschied  überwinden hilft.  150.000 Besucher jährlich lassen sich von diesem Wunderwerk der Technik faszinieren. Direkt nebenan entsteht das neue Schiffshebewerk Niederfinow, 54 Meter hoch und 133 Meter lang,  mit dem auch moderne große Motorgüterschiffe  ihre Landung Richtung Ostsee bringen können. Von Niederfinow fahren wir über den Oder-Finow-Kanal  durch die Mark Brandenburg  zur    fast mystischen Klosterruine Chorin,  ein Beispiel norddeutscher Backsteingotik.

Endstation der Flusskreuzfahrt ist Potsdam, wo die „Katharina von Bora“ nur zehn Gehminuten vom Zentrum entfernt liegt. Früher wohnten in der Residenzstadt von Friedrich dem Großen Ufa-Stars wie Asta Nielsen und Marlene Dietrich, heute Prominente wie Günther Jauch und Wolfgang Joop. Durch Millionen-Spenden reicher Privatleute für Denkmalschutz hat Potsdam relativ schnell zu seinem alten Glanz zurückgefunden. Selbst die Häuser im ehemaligen Sperrgebiet des sowjetischen KGB-Hauptquartiers wurden zu schmucken Einfamilienhäusern  umgestaltet – bis auf eins. Mit seinem mausgrauen DDR-Charme soll es auch in Zukunft als Mahnmal an die Vergangenheit erinnern.

Reiseinfos zur Flusskreuzfahrt Oder in Kürze

Das Schiff: Die „Katharina von Bora“ ist 83 Meter lang und 9,5 Meter breit. Sie kann 80 Passagiere aufnehmen. Alle Kabinen sind Außenkabinen und stil­voll eingerichtet. Auf dem Oberdeck sind alle Kabinen mit großen, bis zum Boden reichenden Panoramafenstern zum Öffnen ausgestattet (französischer Balkon). Die Hauptdeck-Kabinen haben nicht zu öffnende Fenster. Tagsüber ist das Sonnendeck ein beliebter Treffpunkt.

Reiseliteratur: „Ostseeküste – Mecklenburg-Vorpommerns“, Claudia Banck, Dumont, 296 S.

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung von Nicko Cruises.

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Kaiser Franz-Josef reloaded

Das kroatische Opatija, das zu Zeiten der k.u.k.-Monarchie noch Abbazia hieß und zu Österreich-Ungarn gehörte, bietet Urlaub auf hohem Niveau. Viel Geld wurde in die Renovierung der Villen aus der Gründerzeit gesteckt. Auch im Heilbad Crikvenica wurde kräftig investiert. Es hat sich gelohnt, der Tourismus an der Kvarner Bucht boomt wie nie.

Das kroatische Opatija, das zu Zeiten der k.u.k.-Monarchie noch Abbazia hieß und zu Österreich-Ungarn gehörte, bietet Urlaub auf hohem Niveau. Viel Geld wurde in die Renovierung der Villen aus der Gründerzeit gesteckt. Auch im Heilbad Crikvenica wurde kräftig investiert. Es hat sich gelohnt, der Tourismus an der Kvarner Bucht boomt wie nie.

Mit dem Flieger ab Hamburg dauert die Anreise nur eindreiviertel Stunden. Der Ausblick auf die azurblaue Adria ist grandios, bevor die Eurowings-Maschine auf dem kleinen Flughafen Rijeka-Krk landet. Der Urlaub in Kroatien kann beginnen. Kaiser Franz-Josef hatte nicht zu viel versprochen, als er – damals noch mit dem Luxus-Zug – seine Sisi zum ersten Mal nach Abbazia, dem heutigen Opatija, brachte. Das schöne Ambiente und das mediterrane Klima am Rande des Ucka-Gebirges ließen keine Wünsche offen.

Jugendstil-Villen prägen Stadtbild

In der kurzen  Epoche zwischen Mitte des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts prägte der Habsburger Adel die Kvarner Bucht nachhaltig. Doch nicht nur Aristokraten, auch Künstler und die Bourgeoisie kurten damals im Winter an der altösterreichischen Riviera. Noch heute atmet man in Abbazia auf Schritt und Tritt k.u.k.-Atmosphäre.

In keinem anderen der einst mondänen Seebäder sind so viele Prachtbauten  erhalten geblieben wie in Opatija, nur wenige  verfallen wegen ungeklärter Eigentümerverhältnisse leider immer noch. Mehr als 30 Villen im Jugendstil und im Historismus prägen das Stadtbild des 12.000-Einwohner-Ortes. Fast jede hat ihre ganz eigene Geschichte. Seit einigen Jahren kehrt der Glanz der Habsburger zurück. Mit viel Geld wurden die „alten Kästen“ renoviert, um sie auf ein hohes  Niveau zu bringen.

Sauna mit „Kaiserin Sisi“

Ein gutes Beispiel dafür ist das Vier-Sterne-Plus-Hotel Miramar, das  jetzt einer österreichischen Hotelier-Familie gehört. Als Herzstück des Miramar-Resorts thront die 1890 erbaute, fast zur Ruine verkommene und 2004 kernsanierte Villa Neptun direkt über der Kaiser-Franz-Josef-Promenade am Meer. Rund um die Villa Neptun gruppieren sich  in einem mediterranen Park fünf weitere Gäste-Villen. Das einstige Traumschloss der Gräfin Laura Henckel-Donnersmark war ein beliebtes Ziel prominenter Gäste, die zwar zentral, aber abseits der Massen residieren wollten.

Das abwechslungsreiche Unterhaltungsprogramm für erwachsene Gäste, das exquisite Essen von Küchenchef Arthur Berger und der große Spa-Bereich – mit drei Schwimmbädern und mehreren Saunen – sorgen dafür, dass das Miramar zehn Monate im Jahr gut besucht ist. Da wundert es mich nicht, in der Sauna auf „Kaiserin Sisi“ zu treffen. Wo sonst könnte die österreichische Staatsmeisterin im Saunaaufguss, Liane Murlasits, einen Sisi-Aufguss mit vier verschiedenen Düften und Musik passender zelebrieren als dort.

Urlaub in Kroatien: Treffpunkt der Reichen und Schönen 

„Lungomare“ nennen die Einheimischen die Flaniermeile entlang der Felsenküste, die um die Jahrhundertwende gebaut wurde. Der zwölf Kilometer lange Weg mit Blick aufs türkisblaue Meer verbindet die fünf idyllischen Küstenorte Volosko, Opatija, Ičići, Ika und Lovran. 1996 wurde er als Hommage an die Blütezeit unter den Habsburgern offiziell nach dem österreichischen Kaiser „Promenade Franz Josef I.“ benannt. Trotz deutlicher Spuren einer wenig romantischen politischen Ära in den darauf folgenden Jahrzehnten hat der „Lungomare“ nicht an Reiz verloren, er gilt noch immer als eine der schönsten Meerespromenaden der Welt.

Begonnen hatte Abbazias Karriere als Winterkurort der Reichen und Schönen mit der Villa Angiolina, die in den Park Angiolina eingebettet liegt.  1844  hatte der Reeder Iginio Scarpa die eher schmucklose Villa in ein hübsches Sommerschlösschen verwandelt. Er lud namhafte Freunde ein, und immer mehr Prominente kamen  in den Ort – 1860 auch die österreichische Kaiserin Maria Anna. Jetzt befindet sich in der Villa Angiolina das Stadtmuseum mit einer Touristeninformation. Im Park Angiolina haben seit 1855 mehr als 150 Pflanzen aus aller Welt eine neue Heimat gefunden – darunter auch die Kamelie, Wahrzeichen Opatijas, die die Stadt im Frühjahr in ein rosa Blütenmeer taucht.

Das vermutlich älteste Hotel in Abbazia ist das Hotel Kvarner (früher  Quarnero), das ursprünglich ein Lungensanatorium war. 1884 nach einem Brand als Luxushotel wiedereröffnet, ist der Kristallsaal ist bis heute ein glanzvoller Treffpunkt der Stadt. Die Villa Amalia wurde 1890  als Dependance des Hotel Quarnero eigens „für die besseren Gäste“ errichtet, zu denen die deutsche Kaiserfamilie ebenso zählte, wie die berühmte amerikanische Tänzerin Isadora Duncan und der Schriftsteller Thomas Bernhard.

Obwohl der Tourismus in Opatija mehr denn je boomt, sind „von den 28 Hotels 23 im Winter geschlossen“, hat mir Fahrer Ivo schon auf dem Transfer vom Flughafen KrK erzählt. Neue Hotels in der Kvarner Bucht und in Opatija werden jetzt mit einem größeren Spa- und Freizeitbereich für Familien mit Kindern gebaut, um so die Saison zu verlängern.

K.u.k.-Atmosphäre im Kvarner Palace

Einem Bruder-Zwist verdankt der 45 Kilometer entfernte einstige Fischerort Crikvenica seine Entwicklung zum Luftkurort:  Weil er sich mit seinem Bruder, dem Kaiser Franz-Josef, zerstritten hatte und nicht mehr nach Abbazia wollte, erwarb Erzherzog Joseph Karl Ludwig 1897 das damalige Hotel „Erzherzog Joseph“, das heutige Vier-Sterne-Plus-Hotel Kvarner Palace. www.kvarnerpalace.info  Nach mehrmaligem Besitzerwechsel und einer Komplettrenovierung vor drei Jahren befindet sich das oben am Berg gelegene Jugendstil-Gebäude mit der hohen Renaissance-Fassade jetzt wieder in österreichischer Hand.  Vom Restaurant auf der Hotelterrasse hat man einen traumhaften Blick auf die vorgelagerte Inselwelt von Krk.

Wegen seiner Architektur gehört dieses  Bauwerk  zu den schönsten der Adriaküste. Bereits beim ersten Betreten fühlt man sich in eine andere Welt zurückversetzt. Kaum ein anderes Hotel vermittelt von außen und innen so viel  k.u.k.-Atmosphäre wie die 1895 erbaute Villa. Erzherzog Josef Karl Ludwig hätte sicher seine Freude daran gehabt. Er glaubte an die Zukunft von Crikvenica und ließ das Dorf zum Heilbad ausbauen. Bis heute ist Crikvenica für einen Urlaub in Kroatien mit seinen langen Sandstränden für Familien mit Kindern ein beliebtes Ferienziel.

Opatija 121- Liane Ehlers-Opatija-Kroatien

Reise-Infos in Kürze

Anreise:  Mit dem Auto oder Zug über Wien. Direktflüge von Hamburg und Köln (1.45 Std) nach Rijeka-Krk mit Germanwings. Der Transfer bis Opatija dauert ca. 40 Minuten, der nach Crikvenica ebenfalls. Möglich ist auch eine Anreise von norddeutschen Städten über die Flughäfen Triest und Pula mit Weiterreise im Leihwagen oder Shuttle.

Ausflüge: Von Opatija aus gibt es viele Ausflugmöglichkeiten, etwa ins Wanderparadies des Ucka-Gebirges (1400m), zu den nahe gelegenen Inseln Krk und Cres und zu den Plitvicer Seen. Aber auch Radfahrer, Surfer und Kulturinteressierte kommen auf ihre Kosten. Leinen los heißt es mit der „Tornado Blue“, dem 1899 als Fischerboot erbauten Holzschiff für zwölf Personen. Liliana Stipanic bietet auch Kochkurse auf See mit Spezialiäten der Fischerfamilien an.

Übernachtung: Das Hotel „Miramar“ in Opatija hat von Mitte März bis Anfang Januar geöffnet. Das
Hotel Kvarner Palace in Crikvenica www.kvarnerpalace.info  hat von Mitte März bis Ende Oktober geöffnet.

Reiseliteratur: „Istrien – Kvarner Bucht“, Daniela Schetar, Dumont, 120 S., 9,99 Euro.

Hinweis: Die Reise fand auf Einladung statt.

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Safari-Abenteuer in der Masai Mara

Mit einem Massai als Guide die „Big Migration“ zu erleben, ist schon etwas Besonderes. Drei Millionen Tiere wandern jährlich von der Serengeti in Tansania nach Kenia in die Masai Mara…

Mit einem Massai als Guide die „Big Migration“ zu erleben, ist schon etwas Besonderes. Drei Millionen Tiere wandern jährlich von der Serengeti in Tansania nach Kenia in die Masai Mara und zurück. Breitengrad53-Autorin Liane Ehlers war beim großen Tiertreck dabei und fühlte sich wie Tanja Blixen (Meryl Streep) im Oscar-prämierten Film „Jenseits von Afrika“.

Wer kratzt da an meiner Balkontür im ersten Stock, morgens um 6 Uhr? Eine Affenmutter mit Kind hat es sich auf dem Geländer gemütlich gemacht und lässt mich bei der Morgentoilette nicht aus den Augen. Die beiden hoffen wohl auf eine Banane aus dem Obstkorb in meinem Zimmer im “Neptune Palm Beach Resort & Spa” am Diani Beach in Ukunda. Das Füttern ist streng verboten, doch viele Gäste der stilvollen Anlage im Swahili-Baustil mit Bungalows und Reetdächern, direkt am weißen Korallensandstrand, halten sich nicht daran. Die Balkontür sollte man in diesem Moment besser nicht öffnen, sonst könnten die Affen das Zimmer erobern.

Es ist ein Tag wie gemalt: der Himmel blau, das Wasser türkisfarben und warm. Hohe Palmen wiegen sich leicht im Wind. Kenia ist ein Paradies für Badeurlaub und Safaris. Am Vortag sind wir mit Condor in Mombasa gelandet – ein 2,5 Millionen-Moloch auf einer Insel. Täglich müssen vom Festland tausende Fahrzeuge und 250.000 Menschen mit vier Fähren übersetzen, um zur Arbeit oder zum Flughafen zu gelangen. 2017 soll die von den Chinesen gebaut Brücke endlich fertig werden, die Afrikas zweitgrößte Hafenstadt Mombasa und den Flughafen mit dem kenianischen Festland verbindet. Auch sonst engagieren sich die Chinesen stark in Kenia. Sie bauen auch die neue Eisenbahnstrecke von Mombasa in die Hauptstadt Nairobi.

Mountainbike-Tour durch Dörfer

„Jambo“ („Hallo“ auf Swahili), schallt es uns freundlich  entgegen.  Auf der Straße,  im Hotel und während der Mountainbike-Tour, die wir unter Leitung von zwei Guides und dem Manager Masha Kantana (im Begleitauto) unternehmen – ganz nah dran an Natur und Mensch. Seit sechs Jahren fördert die Regierung das Projekt, das Touristen den kenianischen Alltag näher bringen soll. Dazu gehören auch der Besuch einer Schule, in der die Kinder uns stolz das Erlernte vorführen, sowie ein Abstecher ins Dorf Mwamanga, wo uns der Medizinmann ausgiebig die Wirkung der zahlreichen Heilkräuter erklärt.

Artenreiche Tierwelt

Das große Safari-Abenteuer beginnt am nächsten Morgen mit dem Flug in die Masai Mara, die Zwillingsschwester der Serengeti in Tansania, nur durch den Mara-River getrennt. Wie mit dem Lineal auf der Landkarte haben die englischen Kolonialherren – etwa 20 Kilometer südwestlich vom Mara-Fluss – eine Grenze gezogen und so die Serengeti in einen tansanischen und einen kenianischen Bereich (die Mara) unterteilt. Den fast drei Millionen wilden Tieren ist das bei ihrer „Big Migration“, der großen Wanderung von Ende Juni bis Oktober, in die eine wie in die andere Richtung egal. Sie folgen ihrem Instinkt, gehen dorthin, wo das Gras grünt und der Regen fällt. Über 2.900 Kilometer führt die Suche nach Nahrung jedes Jahr. Immer müssen sie durch den Mara-River mit seinen beschwerlichen, steilen Ufern, in dem riesige Krokodile auf ihre Beute warten.

Raubtiere warten am Mara-River

Die gefährliche Reise beginnt in Tansania im Süden der Serengeti, nachdem zwischen Januar und März eine halbe Million Kälber geboren wurden. Wenn im Mai die Regenzeit endet, machen sich 1,5 Millionen Gnus, begleitet von 200.000 Zebras und 500.000 Gazellen sowie vielen anderen Tieren, auf den Weg nach Norden. Oft sind es die Zebras, die voran gehen. Die Mara ist besonders reich an Löwen, aber auch für andere Großkatzen sind die Tiere am Mara-River eine leichte Beute. Im Oktober kehren die Herden nach Tansania zurück.

Es ist ein großartiges Schauspiel, das jedes Jahr vor allem amerikanische Touristen anzieht, und wir dürfen es miterleben. Aber auch immer mehr Deutsche finden wieder den Weg nach Kenia, wie Thomas-Cook-Manager Roland Junker erklärt. Innere Unruhen, Dürre, Hungerkrisen und Ebola, „das von Kenia genauso weit weg war wie von Europa“, so Junker, hatten in den vergangen Jahren zu Einbrüchen im Kenia-Tourismus geführt. „Jetzt erholt sich das Land“, sagt der Afrika-Spezialist.

Kein Schnee am Kilimandscharo

Elf Passagiere und zwei Piloten nimmt die kleine Cessna auf. In meinen Ohren dröhnt der Lärm der Motoren. Gleich hebt der kleine Flieger ab, in zwei Stunden werde ich die Masai Mara aus der Vogelperspektive sehen. Der Flug führt vorbei am Kilimandscharo, auf dem trotz des afrikanischen Winters fast kein Schnee liegt. Am Flughafen Mara Nord, mit seiner unbetonierten Natur-Landebahn und einer halboffenen Bretterbude als Unterstand, wartet unser Guide Daniel (33) mit dem Toyota Land Cruiser auf uns.

Unterwegs mit einem Massai

Der große Massai begrüßt uns mit einem fröhlichen „Jambo, Jambo“. Mit dem permanenten Allradantrieb und dem Multi-Terrain-Management-System ist ein Geländewagen auf Safaris in Afrika ein absolutes Muss. Schon auf der Fahrt zum Fünf-Sterne-„Neptune Mara Rianta Luxury Camp“  am Mara-River beginnt die erste Safari-Tour. Giraffen, Zebras, Antilopen, Gnus, Warzenschweine und ein großer weißer Adler, der gerade ein Impala-Baby gerissen hat und frisst, kreuzen an diesem Morgen unseren Weg. Daniels geschultes Auge entdeckt plötzlich in einem Busch einen Löwen, der Mittagsschlaf hält. Wir fahren um den Busch herum und können die Großkatze jetzt gut erkennen.

Anders als in der südlichen Mara, die in staatlichem Besitz ist, dürfen wir im nördlichen Teil, wo das Land den Massai gehört, auch offroad fahren. Daniel tut das oft und sehr geschickt – „Hakuna Matata“ (Keine Sorgen) hören wir immer wieder. So bringt er uns ganz nah an die Wildtiere heran, immer mit der optimalen Perspektive für Fotos: Ein Gepard-Muttertier, das ein Impala-Baby gerissen hat und leise, fast zärtlich seine beiden Jungen ruft, um mit ihnen die Beute zu teilen; ein Leopard, der eine Antilopen-Keule in drei Meter Höhe auf den Baum geschleppt hat, um dort seinen Fang in Ruhe genießen zu können, sowie eine Löwenfamilie, die sich nach dem großen Fressen ausruht.

Flusspferde beim Camp

Der junge Massai ist ein wissendender und sehr empathischer Mensch. Nie fühlen wir uns in der Nähe von Giraffen, Löwen, Elefanten, Leopard, Geparden oder Hyänen unsicher. Daniel ist in der Mara aufgewachsen und kennt sich bestens aus. Bis heute hütet der Massai in seiner Freizeit die Kuh- und Schafherden seiner Familie. Zwei Jahre hat er in Nairobi studiert, um dann in seine Heimat zurückzukehren und Safari-Touristen zu führen. Seit 13 Jahren macht Daniel das, seit sechs Jahren für das „Neptune Mara Rianta Luxury Camp“ am Mara-River. Auf Sichtweite haben dort rund 50 Flusspferde ihr Dauer-Domizil. Ihr lautes Grunzen wird uns Tag und Nacht begleiten. Mit dem Weckruf zur Frühsafari um 5.30 Uhr bringt Butler Elfas heiße Schokolade, Kaffee oder Tee ans Bett.




Antilope auf der Landebahn

Drei Tage Safari im Mara Nationalpark sind gefühlte drei Wochen. Der Satz „Ich hatte eine Farm in Afrika . . .“ hat eine ganz neue Dimension bekommen, und die Bilder vom Kino im Kopf sind von der Schönheit der Savannen-Landschaft und der unglaublich reichen Tierwelt weit übertroffen worden. Seit der Oscar-prämierte Film „Jenseits von Afrika“  1985 ein Millionenpublikum verzaubert hat, gehört  der 1500 Quadratkilometer große Nationalpark, der 1961 gegründet wurde, zu den Sehnsuchtszielen dieser Welt. Auf dem Flug fühle ich mich wie Karen Blixen (Meryl Streep) und Denys Finch Hatton (Robert Redford) bei ihrem Flug im Doppeldecker.

Nach einer letzten Früh-Safari soll uns die kleine Cessna am Flughafen abholen. Die Maschine muss im Landeanflug durchstarten. Ehe wir es begriffen haben, gibt Daniel mit dem Land Cruiser Vollgas, dass es staubt. Eine Antilope hat die Landebahn blockiert. Der junge Massai vertreibt sie, der zweite Landeanflug gelingt. Bis wir abgehoben haben, bleibt Daniel stehen und winkt, immer bereit, uns auch für einen weiteren Fall der Fälle zu beschützen, zumal eine Elefantenherde hinten am Waldrand lauert und die Landebahn beobachtet.

Reiseinformationen für Kenia in Kürze

Vorbereitungen: Wer nach Ostafrika fliegt, wird erkennen, dass Reservierungen und gutes Timing sehr wichtig für eine stressfreie Reise sind, egal ob Gruppen- oder Individualreise. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln reisen will, ist in seiner Reichweite sehr eingeschränkt. Safaris sind so nicht möglich. Der Eintritt in die Nationalparks beträgt zwischen 80 und 100 Euro/Tag. Pauschalreisen haben in Kenia und Tansania ihre Berechtigung, denn Buschcamps brauchen ausreichend Vorlaufzeit für Einkäufe und Logistik.

Impfungen: Grundsätzlich sind bei Einreise aus der EU keine Schutzimpfungen vorgeschrieben. Ob ein Impfschutz angesagt ist, erfährt man bei Gesundheitsämtern und Tropeninstituten www.tropeninstitut.de

Anreise: Condor fliegt ab München nach Mombasa, Economy ab 349,99 Euro pro Strecke.

Veranstalter: z.B. mit Thomas Cook Signature, Kenia/Diani Beach, “Neptune Palm Beach Resort & Spa”, 4,5 Sterne, 1 Woche im Deluxe-Zimmer, All incl., inkl. Flug mit Condor, Rail & Fly 2. Klasse, Transfer und Reiseleitung p. P. ab 1246 Euro.

Safaris: Fly-in Neptune Mara Rianti Luxury Camp, 5 Sterne, 3 Tage/2 Nächte, All inclusiv, ab/bis Nairobi inkl. Flug in die Masai Mara, Transfer, Pirschfahrten, Nationalparkgebühren p.P. ab 1149 Euro (auch ab/bis Mombasa buchbar ab 1251 Euro). Preiswerter: Ab Mombasa 3 Tage/2 Übern. Kurzsafari mit Verpflegung lt. Programm mit dem Mini-Bus in den Nationalpark Tsavo Ost & Ngutuni, Eintritt in die Nationalparks, max. 7 Personen, ab 389,- Euro. www.thomascook.de

Reiseliteratur: Viele wertvolle Tipps gibt das Dumont-Reisehandbuch „Kenia-Tansania” von Daniela Eiletz-Kaube, Sabine Jorke, Steffi Kordy, 448 Seiten, 24,99 Euro.

Hinweis: Die Autorin wurde von Thomas Cook eingeladen

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Mythos und Magie am Loire-Radweg

Lebensader von Frankreich, königlicher Fluss, Symbol für die Einheit des Landes: Eine Reise an die Loire, die auf 1012 Kilometern von Ost nach West Frankreich durchströmt, ist auch immer eine Reise…

Lebensader von Frankreich, königlicher Fluss, Symbol für die Einheit des Landes: Eine Reise an die Loire, die auf 1012 Kilometern von Ost nach West Frankreich durchströmt, ist auch immer eine Reise in die Geschichte der „Grande Nation“. Besonders der 800 Kilometer lange Loire-Radweg lädt zu Entdeckungstouren ein. Breitengrad53 Autorin Liane Ehlers hat auf einer Strecke von 283 km mit dem Veranstalter  „Die Landpartie“ einen Teil der Loire in Frankreich erkundet. Dabei führte die Route von Angers bis Blois.

Der Loire-Radweg

20160614 Loire-Radweg breitengrad53 LEhlers

Wunderschöne Mohnfelder am Loire-Radweg

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Châteaus entlang des Loire-Radweges

20160614 Loire-Radweg breitengrad53 LEhlers (46 von 46)

Reiseroute mit einer Länge von 283 km: Château de Angers, Château de Saumur, Château de Chinon, Château de Villandry, Château de Tours, Château de Chenonceau, Château de` Amboise, Chateau de Blois, Château de Chambord

Angers – Könige, schöne Mätressen, starke Frauen, Intrigen und in Ungnade gefallene Beamte, die sich  abseits des Pariser Hofes ein kleines, aber feines Domizil errichtet haben: Das sind die perfekten Zutaten für Historien-Romane. Die Châteaus an der Loire und ihren Nebenflüssen  haben viel davon zu bieten.

Rund 300 der hellen Kalksandsteinbauten sind im breiten Loire-Tal, dem Lustgarten Frankreichs, zu finden. Da fällt die Auswahl nicht leicht. Doch unsere beiden Guides, Kornel Moravecz (38) und Anika Köhler (26) von „Die Landpartie“, haben ein gut geplantes  Programm. Wir beginnen in Angers mit einer Besichtigung der Altstadt, Schloss und frühgotischer Kathedrale. Dort übernehmen wir am nächsten Tag auch die Räder.

Wein, Sekt und Keller-Labyrinthe am Loire-Radweg

Flussaufwärts geht es im Anjou durch fruchtbares Gartenland, Weinberge, Roggen- und Mohnblumenfelder nach Saumur. Der Duft von Rosen, die an den weißen Kalksandstein-Hauswänden wachsen, durchströmt die Luft. Mit ihrem Schilf, Kiesbänken  und wild bewachsenen Inseln im Flusslauf bietet die nur wenig regulierte Loire das Bild eines sich selbst überlassenen Stroms von ursprünglicher Schönheit. Nach der ersten Etappe wartet Guide Anika, die den Transporter fährt, wie jeden Mittag an einem besonders idyllischen  Plätzchen mit einem lukullischen Picknick auf uns. Der Tag endet in Saumur mit dem Besuch der Sektkellerei „Bouvet Ladubay“, die im Jahr sechs Millionen Flaschen Crémant produziert.

Julie (28) führt uns durch die teilweise kunstvoll gestalteten Tuffsteinhöhlengänge,  in denen Eichenfässer und Sektflaschen lagern. Acht Kilometer Labyrinth, die mit dem Fahrrad befahren werden können,  gehören zu „Bouvet Ladubay“. In ganz Saumur gibt es 1500 Kilometer Höhlengänge. Entstanden, weil daraus die Steine für den Bau von Schlössern, Kirchen und Klöstern gewonnen wurden. Im Verlauf unserer Reise werden wir noch öfter auf derartige Höhlen treffen. Früher lebte dort die Bevölkerung, heute werden manche als Designer-Ferienwohnungen vermietet.

 

Die Macht der Frauen der Loire

Am nächsten Morgen werfen wir einen letzten Blick auf das wehrhafte Burgschloss von Saumur und die Loire,  bevor wir durch die Weinberge nach Chinon ins Tal der Vienne radeln, wo Jeanne d’Arc 1429 den Dauphin um ein Heer bat. Auf unserem Weg liegt die mittelalterliche Abtei Fontevraud, eine der größten Abteien Frankreichs. Heinrich II. von England, seine Frau Eleonore von Aquitanien und ihr Sohn Richard Löwenherz (1157-1199), König von England und Herzog von Aquitanien, sind dort begraben. „Das besondere an dieser Abtei ist, dass hier die Frauen das Sagen hatten. Die Äbtissinnen aus dem Hochadel verstanden es über Jahrhunderte, ihre Position zu verteidigen“, erzählt Guide Jürgen Bartelheimer (64).  Die Geschichte der Abtei sei unter anderem Grundlage für berühmte Romane, wie z.B.  Ken Folletts  „Die Säulen der Erde“ oder Tanja Kinkels „Die Löwin von Aquitanien“.

 

Von der Festung zum Palast – Azay-le-Rideau

Mit einem „geschliffenen Diamanten“ hat der große Schriftsteller Honoré de Balzac das Wasserschloss Azay-le-Rideau im Indre-Tal verglichen, das für einen Bürgerlichen (1519-1524) gebaut wurde, der es schon bald an König Franz I. (1494-1547) verlor. Mit dem Wandel von eckigen Wehrtürmen zu runden Ecktürmchen dokumentiert Azay-le-Rideau den Zeitgeist und den Wandel von der Wehr- zur Wohnarchitektur in der Renaissance.

Mit seiner Eleganz und seinen klaren Proportionen kann es durchaus mit Chenonceau, dem „Schloss der Frauen“ im Tal der Cher konkurrieren, das Heinrich II. (1519-1559) von Frankreich seiner 20 Jahre älteren, bildschönen Geliebten Diana von Poitiers schenkte. Gebaut von einem in Ungnade gefallenen Beamten liest sich auch diese Schloss-Geschichte wie ein Historien-Roman. Erst nach Heinrichs Tod schlug die Stunde der Katharina von Medici, seiner Ehefrau, die die Geliebte verbannte und italienische Akzente setzte.

Im Château Villandry kommen vor allem Gartenliebhaber auf ihre Kosten. Um 1536 errichtet, ist es das letzte der großen Schlösser, die während der Renaissance an der Loire erbaut wurden. Wie mit der Nagelschere geschnitten  wirken nicht nur die die kunstvoll gestalteten Beete des Ziergartens, sondern auch die Kräuter- und Gemüsebeete der weltberühmten Gartenanlage.

Leonardo da Vincis Universum im Schloss Chambord

Wohl einzigartig ist Leonardo da Vincis (1452- 1519) Universum im Château  Le Clos Lucé. Als Gast von Franz I., der ihn verehrte und „Vater“ nannte, verbrachte das Genie seine letzten drei Lebensjahre in Amboise. Der Gang durch Schloss und Park ist ein Spaziergang durch Leonardos Ideenschmiede. Zeichnungen, nachgebaute Modelle und Drei-D-Animationen geben Einblick in seine unvorstellbare Schaffenskraft. Architektonisch soll er die berühmte achteckige Wendeltreppe von Schloss Chambord an der Cosson, das größte und prunkvollste aller Loire-Schlösser, beeinflusst haben. Unser Besuch dort fällt leider im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser – Chambord ist wegen der Unwetter, die über Europa niedergegangen sind, nicht zugänglich, der Radweg überflutet.

Die gute Laune der Radlergruppe leidet nicht darunter. Guide Kornel Moravecz ruft Taxis für alle, und Anika holt die Räder ab. Wir beziehen am letzten Abend im „Manoir Bel Air“ bei Blois, ein entzückendes Herrenhaus oberhalb der Loire, unsere Zimmer. Gemäß dem Landpartie-Motto „radeln und genießen“ hat die Küche des Hauses Sterne-Qualität und ist im Guide Michelin zu finden. Ein Fünf-Gänge-Menü sorgt für einen gelungen Ausklang einer eindrucksvollen Reise.

Tipps für die Reise entlang des Loire-Radweges

Anreise: Die Anreise kann mit dem Auto, Zug oder Flugzeug (via Paris, weiter mit Metro und TGV) nach Angers erfolgen.

Die  Radreisen von „Die Landpartie“ führen über fahrradfreundliche Straßen und Radwege. Streckenwahl, Hotels, Besichtigungen und Führungen sind aufeinander abgestimmt. Ein Reiseleiter per Rad sowie einer im Begleitfahrzeug sorgen für Gepäckservice und  Mittagspicknick. Der Veranstalter bietet auch individuelle Radreisen und führte Wanderreisen an. Infos: www.dieLandpartie.de, Tel: 0441/ 570 683 0

Reiseliteratur: Reise-Taschenbuch, „Tal der Loire“ mit Landkarte, Dumont, 292  S., 17,99 Euro, Dumont Kunst-Reiseführer „Tal der Loire“, 320 S., 25,90 Euro.

Geld im Urlaub: Der Loire-Radweg befindet sich in Frankreich und gehört damit zur Euro-Zone. Mehr Tipps zur Zahlung im Ausland im Urlaub gibt es auf unserer Service-Seite: Geld im Urlaub.

Weiterreise: Wen die Loire nicht loslässt, der kann mit seinem Vélo noch weiter in Richtung Orleans radeln.

Weitere Reiseempfehlungen auf BREITENGRAD53 für Radtouren in Frankreich

 

Unsere Autorin wurde von „Die Landpartie“ auf diese Reise eingeladen. © alle Bilder der Reise: von Liane Ehlers

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“Hitlers Inselwahn” auf Jersey

Jersey ist ein Urlaubsziel für Inselsüchtige. Wind, weiße Sandstrände, ein azurblaues Meer, mal tosend im Nordwesten oder sanft und spiegelglatt in den kleinen Buchten und Häfen. Der Golfstrom begünstigt die…

Jersey ist ein Urlaubsziel für Inselsüchtige. Wind, weiße Sandstrände, ein azurblaues Meer, mal tosend im Nordwesten oder sanft und spiegelglatt in den kleinen Buchten und Häfen. Der Golfstrom begünstigt die üppige Vegetation, die von Palmen bis zum Weinbau reicht. Aber es gibt noch die anderer, weniger bekannte Seite: Bunker und Wachtürme, Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg. Mit Schauspieler John Nettles (TV-„Inspector Barnaby“) war Liane Ehlers auf den Spuren  von „Hitlers Inselwahn“ auf Jersey unterwegs.

St. Aubin –  Seine stahlblauen Augen blitzen. In Jeans, blauem Hemd und weißen Turnschuhen sitzt er mir bei einem Pint of „Liberation Ale“ (Befreiungsbier) im Pub „Old Courthouse“ in St. Aubin gegenüber – John Nettles (73), der beim deutschen TV-Publikum als „Inspector Barnaby“ bekannt und beliebt ist, mag die Insel sehr. Während der zwölfjährigen Dreharbeiten zur TV-Serie „Jim Bergerac ermittelt“ hat der Schauspieler in den 1980er/-90er-Jahren dort sogar gelebt. Dabei ist der studierte Historiker auch mit der dunklen Seite der Inselgeschichte in Berührung gekommen.

Nie wieder Inspector Barnaby

John Nettles hat 2012 „Inspector Barnaby“ ade gesagt, um sich einer dreiteiligen TV-Dokumentation über die Besatzungszeit von 1940 bis 1945 zuzuwenden. Dem folgte nach jahrelanger Recherche das Buch über „Hitlers Inselwahn“, das 2013 unter dem englischen Titel „Jewels & Jackboots“ erschien, und seit Oktober 2015  auch auf Deutsch im Handel ist. Ins Fernsehen will der Schauspieler nicht mehr zurückkehren, „höchstens mit Dokumentarfilmen“, erklärt er und frozzelt mit trockenem, englischen Humor: „Tom Barnaby hat den Sexappeal eines wandelnden Verhütungsmittels.“

Der bekennende Arsenal-Fan („Arsenal-Fan sein ist ein lebenslanger, langsamer Nervenzusammenbruch“), möchte weg vom „Barnaby“-Image, freut sich aber dennoch, wenn man ihn erkennt. Selbst die Queen schaut „Midsomer Murders“, sagt er über die Königin, die er viele Male getroffen hat. „Und Angela Merkel auch“, habe er gehört.

In Zukunft will John Nettles nur noch Doku-Filme drehen, Bücher schreiben und sich um die kleine Operngruppe in seiner Heimat Cornwall kümmern.  Dort besitzt der Schauspieler ein Anwesen, „weit weg von London“, mit acht geretteten Pferden, zwei irischen Eseln, Hennen, Gänsen und jede Menge anderem Viehzeug.

Traumhaft schöne Landschaft

Nach Jersey kommt der Nettles  mehrmals im Jahr.  Für ihn gibt es drei gute Gründe, um dort Urlaub zu machen: „Eine traumhaft schöne Landschaft, eine exzellente Küche und ganz viel Geschichte.“ Außerdem sind es starke Familienbande, die ihn dort hinziehen – seine Tochter Emma und ihre Familie leben auf der Insel.

Besonders die Geschichte fasziniert den Historiker Nettles. „Eines Tages stand ich in den 1990er-Jahren während der Dreharbeiten zu ,Jim Bergerac‘ auf einem dieser Bunker und fragte mich ,wo stehe ich hier eigentlich?'”, erinnert er sich. Wohl nirgendwo sonst gibt es so viele Bunker und Burgen auf so wenigen Quadratkilometern wie auf der britischen Kanalinsel im Golf von St. Malo, direkt vor Frankreichs Haustür. Nettles liegt die Aufarbeitung dieses  dunklen Kapitels deutsch-englischer Geschichte sehr am Herzen.  Von den Deutschen besetzt, von der englischen Regierung verraten, so fühlten sich die Insulaner während der Besatzung, die nach fünf langen Jahren erst am 9. Mai 1945 enden sollte.

Zeitzeugen in den Jersey War-Tunnels

Nettles lässt in seinem Buch  „Hitlers Inselwahn“ Zeitzeugen zu Wort kommen, beleuchtet  die oft heiklen, zwischenmenschlichen Aspekte der Okkupation, den komplexen Fall der Kollaboration sowie das traurige Schicksal von Juden und Zwangsarbeitern. Am Ende des Krieges gab es auf Jersey 300 Bunker und 2000 Kinder mit deutschen Vätern. Gut nachvollziehen lassen sich die damaligen Ereignisse unter anderem in den „Jersey War Tunnels“, ein Anti-Kriegs-Museum, das mittlerweile zu den meistbesuchten Touristen-Attraktionen der Insel gehört. Während der deutschen Besatzungszeit wurde der kilometerlange Tunnelkomplex H08 als Lazarett gebaut, kam aber nie zum Einsatz, weil die Alliierten beim D-Day 1944 und auch später die Kanalinseln umgingen.  

Nach dem Krieg stellte sich die Frage: Was tun mit all diesen Bunkern  und Wachturmanlagen? Abreißen war zu gefährlich und teuer.  Die Jerseyaner fanden für zahlreiche Anlagen eine kreative Lösung. Tony Pike (52) von der „Channel Island Occupation Society“, ist einer von vielen Freiwilligen, die seit Ende der 1970er-Jahre    Bunkeranlagen  aufgeräumt und restauriert haben. Auf einer viereinhalbstündigen Führung bringen sie den Besuchern Jerseys Geschichte nahe.

Mit Tony besichtigen wir im Nordwesten auf dem Hochplateau von Les Landes die Ruine Groznes Castles (14. Jahrhundert), die unvollendete Batterie Moltke und besteigen den „Marine Peilstand 3“-Tower, ein Teil von Hitlers Atlantikwall-System. Die Aussicht aus 15 Metern Höhe durch die Bunkerscharten aufs azurblaue, wilde  Meer  und die steile Felsenküste ist atemberaubend. In Richtung Westen geht der Blick über Dünenwanderwege und leuchtend gelbe Ginsterfelder bis zum Leuchtturm La Corbiere, Jerseys  eigentliches Wahrzeichen. Von dort wandert er weiter bis zum  nächsten Wachturm, dem „Radio Tower“.

Bunkeranlage als Ferienwohnung

„Von einem Turm aus konnte man immer den nächsten sehen“, erklärt Tony Pike. Im „Radio Tower“  befindet  sich heute eine komfortable Ferienwohnung, die vom „Jersey Heritage Trust“  vermietet wird.  Der 360-Grad-Blick von Penthouse des Turms  auf die St. Quen’s Bucht mit ihrem feinen weißen Sandstrand  ist einmalig. Insgesamt 15 historisch interessante Bauwerke wurden im Lauf der Jahre restauriert und als Feriendomizile eingerichtet.

Auch die Batterie Lothringen  in St. Brélade mit Blick auf St.-Aubin-Bucht, Elizabeth Castle und die Häfen von Saint Helier ist heute zu besichtigen. Erst 2014 eröffnet wurde „The Wetland Interpretation Centre“, eine sehenswerte Ausstellung und Beobachtungsstation der artenreichen Tierwelt im Dünengebiet von Les Mielles. Durch einen Tunnel gelangt man in den Ausstellungsraum.

Austernzucht und Hummer

Besondere Gaumenfreuden bietet „Faulkners Fisheries“, das Sean Faulkner (62) 1980 in einem ehemaligen Bunker der Besatzer eingerichtet hat. Austern, Hummer und Königskrabben hält Faulkner dort in Becken mit bestem Atlantikwasser. Schon als Kind hatte ihn der Bunker  fasziniert. Als Erwachsener setzte er 1980 seine Träume in die Tat um und machte aus dem Bunker ein Fischgeschäft mit Outdoor-Restaurant. Bei strahlendem Sonnenschein und schönster Aussicht serviert uns der Chef persönlich nicht nur Austern vom Feinsten, sondern auch eine interessante Geschichte. John Nettles kannte diese Location noch nicht, ihm gefällt das Ambiente und das vorzügliche Essen. Er werde auf jeden Fall wiederkommen, verspricht der Autor und Schauspieler.

Tipps für die Reise auf Jersey

[tabs][tab title=Anreise]Non-Stop-Flüge in der Saison wöchentlich sonnabends: mit Airberlin ab Hannover und Düsseldorf, mit Eurowings ab Düsseldorf. Auf der Insel herrscht Linksverkehr. Am Flughafen kann man Leihwagen mieten. Der Sommerfahrplan der Busse ist gut auf Touristen abgestimmt. www.liberytbus.je[/tab] [tab title=Freizeit]Der zweithöchste Tidenhub weltweit mit bis zu zwölf Metern lässt die Insel zweimal täglich um fast das Doppelte wachsen. Die Strände werden unendlich, Forts und Leuchttürme sind zu Fuß erreichbar. Angler, Kajakfahrer, Kletterer, Golfer, Segler, Surfer und Wanderer finden viele Angebote.[/tab] [tab title=Buch]„Hitlers Inselwahn“ – Die britischen Kanalinseln unter deutscher Besetzung 1940-1945, John Nettles, 394 S., Übersetzung: Kalterina Latifi, Jakob Brüssermann, Osburg Verlag, 24 Euro. John Nettles ist auf Lesereise auf Englisch: Dienstag, 7. Juni, Lehmanns Media GmbH, Grimmaische Str. 10, 04109 Leipzig; Donnerstag, 9. Juni 2016, 20 Uhr, Buchhandlung Markus, Gütersloh, externe Location. | Reiseliteratur: „Kanalinseln“, 120 S. mit Faltplan, Dumont, 9,99 Euro[/tab] [tab title=Geld im Urlaub]Jersey gehört zu England. Die offizielle Währung in England sind Pfund Sterling. Wenn man nach England reist ist es nicht zwingend notwenidig im Vorfeld Geld abzuheben und dies mitzubringen. Wer dies allerdings möchte, kann das bei seiner Hausbank erledigen. In England gibt es ein gut ausgebautes Netz an Geldoutomaten, so dass man selbst mit der Maestro-Karte vor Ort Geld abheben kann. Man sollte im Vorfeld mit seiner Hausbank klären in welcher Höhe Gebühren anfallen, damit diese kein Loch in die Reisekasse reißen. Wer Gebühren umgehen möchte, für den lohnt sich die Anschaffung einer Reise-Kreditkarte. Auf unserer Seite Geld im Urlaub geben wir viele Hintergründe und Informationen zur Zahlung im Ausland.[/tab] [/tabs]

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Urlaub auf Teneriffa – Balsam für die Seele

Im Süden von Teneriffa, der einst nur durch Bettenburgen und schönes Wetter glänzte, hat sich viel getan. Die „Insel des ewigen Frühlings“, die geografisch auf der Höhe von Süd-Marokko und…

Im Süden von Teneriffa, der einst nur durch Bettenburgen und schönes Wetter glänzte, hat sich viel getan. Die „Insel des ewigen Frühlings“, die geografisch auf der Höhe von Süd-Marokko und West-Sahara liegt, bietet das ganze Jahr über ein ozeanisch-tropisches Klima ohne extreme Ausschläge. Durch den beständig wehenden Passatwind ist der Inselnorden grüner, aber auch regenreicher.

Adeje – Der Blick aufs Meer ist Balsam für die Seele, die frische Seeluft gut für die Gesundheit. Teneriffas Südwestküste ist ein verlockender Ort, um in der dunklen Jahreszeit Sonne zu tanken. Nicht umsonst gehört die größte der Kanaren-Inseln zu den beliebtesten Urlaubszielen der Deutschen.

Urlaub auf Teneriffa - Liane Ehlers-003

Spaziergang am Strand. (Fotos: Liane Ehlers)

Erst mal tief durchatmen und das Rauschen der Wellen genießen: So habe ich mir den perfekten Urlaub erträumt. Leise knirscht am Strand der schwarze Lavasand unter meinen Schuhen, als ich Richtung La Caleta gehe, um die Kalorien vom leckeren Essen abzulaufen. Auf einer Felsenplattform übt sich eine Yogagruppe in Atemtechnik und Gelassenheit. Pärchen sitzen am Strand, machen Selfies, und einige Angler geben die Hoffnung nicht auf, doch noch etwas fürs Abendessen zu fangen. Aus einer Strandbar dröhnt richtig gute Tanzmusik von einer Live-Band herüber. La Caleta, das ehemalige Fischerdorf, hat sich durch den Tourismus stark gewandelt, sich aber trotzdem einen gewissen Charme bewahrt. Noch heute gibt es dort einige hervorragende Fischrestaurants.

Hervorragende Rotweine locken beim Urlaub auf Teneriffa

Während die rote Sonne hinter der Nachbarinsel La Gomera im Meer versinkt und die grünste unter den sieben Kanaren-Inseln langsam von der Dämmerung umhüllt wird, genieße ich auf der großen Dach-Terrasse des „RIU Palace Tenerife“ den Sonnenuntergang und einen der hervorragenden Rotweine, die im Inselnorden angebaut werden. Selten hat mir ein spanischer Wein so gut geschmeckt.

Das Hotel, das nach umfangreichen Umbauarbeiten als Fünf-Sterne-Haus wiedereröffnet wurde, verfügt über eine 21.000 Quadratmeter große Gartenanlage mit Sandstrand und drei Pools, einer davon mit Blick aufs Meer, wo die manchmal stürmische Brandung durch künstliche Riffe gebremst wird. Schräg dahinter liegt das ebenfalls komplett renovierte Vier-Sterne-Schwester-Hotel „RIU Arecas“.

Farbenprächtige Promenade

Grün und bunt ist die Promenade mit ihren Palmen, Agaven und Bougainvilleen, die sich von der Playa de la Enramada bis zur Playa del Duque (Strand des Fürsten) zwischen Strand und Hotelbauten vorbeischlängelt. Dort pulsiert das Leben. Der hinter gelagerte Ort lässt in punkto Shoppen und Lokalitäten keine Wünsche offen. Wer beim Laufen genug Kondition hat, gelangt schließlich zum Jachthafen Puerto Colon mit seinen Katamaranen und Segelbooten, die von dort zum Delfin- und Whale-Watching starten. Auch das ist Urlaub auf Teneriffa.

Moby Dicks Heimat

Schon seit Jahrzehnten ist Teneriffas Südwesten ein Eldorado für diese Tourismusindustrie. Mehr als 20 verschiedene Walarten tummeln sich unweit der Küste im Atlantik. So ist es auch kein Zufall, dass der Film „Moby Dick“ (1956) über Kapitän Ahabs besessene Jagd nach dem „Weißen Wal“ in den kanarischen Gewässern gedreht wurde. Heute gibt es dort keine Walfänger mehr, den Tieren drohen jedoch andere Gefahren, z. B. durch Schnellfähren und U-Boot-Ortung, die die Tiere wie ein akustischer Blitzschlag trifft. Die Kritik von Umweltschützern am hemmungslosen Ausflugstourismus versucht die Regierung durch Regeln und eine Limitierung der Walfahrten zu begrenzen.

Urlaub auf Teneriffa bietet einmaligen Sternenhimmel

Wer Teneriffa besucht, kommt am Pico del Teide nicht vorbei, denn alle Wege führen dorthin. Seinen Namen bekam der Berg von den Ureinwohnern, den Guanchen, die den Berg „Echeyde“ nannten, was so viel wie „Höllenschlund“ bedeutet. Im Laufe der Zeit wurde im Spanischen daraus „El Teide“. Der vulkanische „Teide Nationalpark“ mit seinen spektakulären Landschaften, der vor mehr als 300.000 Jahren entstand, ist bei Wanderern sehr beliebt und zieht jährlich über drei Millionen Besucher an.

„Mit 3.718 Metern ist der Teide nicht nur der höchste Berg Spaniens, sondern auch der dritthöchste Inselvulkan der Welt“, erzählt Guide Jose Sanchez Garcia, der uns über einen Weg von der oberen Seilbahnstation (3.555 Meter hoch) zum Aussichtspunkt „Fortaleza“ führt, um dort den Sonnenuntergang auf Teneriffa zu erleben. Einen weiteren Superlativ, der Balsam für die Seele sein kann, hat der Pico del Teide zu bieten: einen Nachthimmel, der – vorausgesetzt es gibt keine Wolken – wegen seiner optimalen Bedingungen von der Unesco zur „Starlight Destination“ (Sternenlichtort) ernannt wurde. Astronomen bieten Nachtexkursionen mit mobilen Teleskopen an, allerdings sollte man sich winter-warm anziehen, um das in 2356 Metern Höhe genießen zu können.

[toggle title=”Anreise”]Verschiedene Airlines fliegen den Flughafen Teneriffa Süd an. Transferzeit zum RIU-Hotel ca. 20 Minuten. Delfin-und Wal-Watching: Boote für Walbeobachtungs-Touren starten auf Teneriffa ab Puerto Colon, Los Gigantos und Los Christianos. Die Touren dauern zwei bis drei Stunden. http://www.maritimaacantilados.com/[/toggle]

[toggle title=”Teide”]Die Seilbahn „Teleférico de Teide“ fährt täglich von 9 bis 16 Uhr in acht Minuten hinauf zum Gipfel des Berges und hinunter. Sie beginnt bei 2.356 Metern an der Landstraße TF-21 und führt zu einer Bergstation auf 3.555 Metern Höhe. Auf den Gipfeln von Teneriffa befinden sich einige der wichtigsten Sternwarten der Welt. „Volcano Life Experience“ bietet Sonderveranstaltungen zum Sonnenuntergang und zur Sternenbeobachtung. www.telefericoteide.com[/toggle]

[toggle title=”Reiseliteratur”]Gute Tipps gibt der Reiseführer „Teneriffa“, Dieter Schulz, Dumont, 296 S., 17,99 Euro.[/toggle]

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung!

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Sri Lanka: Ayurveda bringt Doshas ins Gleichgewicht

Hupende Busse, knatternde „Tuk Tuks“, scheinbar lebensmüde Radfahrer, Kühe auf den Straßen, Frauen in leuchtenden Saris, weiße Dagobas und bunte Hindutempel, wilde Affen und Buddha-Figuren – so bunt ist Sri…

Hupende Busse, knatternde „Tuk Tuks“, scheinbar lebensmüde Radfahrer, Kühe auf den Straßen, Frauen in leuchtenden Saris, weiße Dagobas und bunte Hindutempel, wilde Affen und Buddha-Figuren – so bunt ist Sri Lanka. Das entspannende Kontrast-Programm ist eine Ayurveda-Kur im Siddhalepa Health Resort in Wadduwa, bei der Körper, Geist und Seele entgiften und erholsam in Fluss kommen. Ein angenehmer Nebeneffekt: Die Haut wird straffer und ganz nebenbei purzeln die Kilos, ohne Hungern und Selbstkasteiung. BREITENGRAD53-Autorin Liane Ehlers hat es ausprobiert.

Die Fahrt von Colombos Flughafen nach Wadduwa dauert eineinhalb Stunden. Dann plötzlich diese Stille. Wir sind von der Hauptstraße auf einen unscheinbaren Weg abgebogen, erreichen nach zehn Minuten das Siddhalepa Ayurveda Health Resort, das direkt am Indischen Ozean liegt, eingebettet in einen Park aus 300 verschiedenen tropischen Bäumen, die sonst nirgendwo an den Küsten wachsen. Es gibt nur noch das Zwitschern der Vögel, das Quieken der Streifenhörnchen, Endlosstrände und den Sound der Wellen. Ganz gelegentlich mal das Rauschen des Zuges von Colombo nach Galle, das man aber kaum wahrnimmt.

Hatha-Yoga am Pool

Ommmmm…… Alles fließt. In der Ruhe und im tiefen Durchatmen liegt die Kraft, morgens um sieben Uhr beim Hatha-Yoga am Pool unter Palmen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich jeden Morgen so früh dazu aufraffen könnte. Aber wenn ich’s weglasse, fehlt mir was. Aus dem deutschen Winter kommend, nach kalorienreichen Weihnachts- und Karnevalstagen, ist besonders in der Fastenzeit eine Ayurveda-Kur im feucht-warmen Klima Sri Lankas genau das Richtige, um Körper, Geist und Seele eine Entgiftung und Erholungspause zu gönnen.

Sri Lanka - Ayurveda - Liane Ehlers-019

Hatha-Yoga am Pool (c) Fotos: Liane Ehlers

Ayurveda ist Anamnese mit Pulsdiagose

Ayurveda, das ist das „Wissen vom langen Leben“. Jeder Mensch sei ein Abbild des Kosmos, erfahre ich. Wie er bestehe auch der Mensch aus Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum. Zur Gesundung gilt es, die drei Doshas (Bio-Energien) Vata, Pitta und Kapha auszugleichen. Die müssen jedem Typ entsprechend in ein harmonisches  Gleichgewicht gebracht werden. Vata steht für leicht gestresst, Pitta ist eher ein feuriger Typ. Europäer haben meistens einen hohen Kapha-Anteil. Das heißt, sie sind leicht träge und für asiatische Verhältnisse ein wenig zu dick. Nachdem meine  Ayurveda-Ärztin Dr. Arunakanthi (38) das nach einer gründlichen Anamnese mit  Puls-Diagnose und sehr persönlicher Befragung  geklärt hat, legt sie die Behandlung fest.

Ayurvedisch essen mit Genuss

Körper-, Kopf- und Fuß-Massagen mit Kräuterölen für Reinigungs- und Verjüngungskuren, ayurvedische Medikamente und ein von Dr. Arunakanthi verordneter Speiseplan sorgen dafür, dass alles erholsam in Fluss kommt.  In dem mit zahlreichen „Green Awards“  ausgezeichneten Resort kann man am ayurvedischen Buffet zwischen Fisch- und vielen Gemüse-Curries, Dhal-Curry aus gelben Linsen frischem Obst und süßen Sesambällchen wählen. Dieser Dosha-Ausgleich ist ein Genuss und so gut wie fettfrei, was der Chefkoch bei einem Kochkurs demonstriert.

Die flinken Hände von Therapeutin Semirha (44) lockern beim Massieren mit reichlich Kräuteröl und Säckchen voll Kräuterreis die Muskulatur. Kräuterbäder sorgen für Entspannung. Shirodhara (Öl-Stirnguss) und sonntägliche Meditation bringen Ruhe ins Gehirn. Wer kein Ayurveda im „Siddhalepa“ macht, meist sind das mitgereiste Ehemänner,  kann im  Strandrestaurant am gleich daneben aufgebauten Buffet die leckere internationale Küche genießen.

Männer entdecken heilsame Kraft

Aber immer mehr Männer entdecken auch die heilsame Kraft des Ayurveda für sich. Lag ihr Anteil vor zehn Jahren noch  unter zehn Prozent, steigt er jetzt  kontinuierlich. Holger (42), Eventmanager aus Düsseldorf, und Jan (51), Zahnarzt aus Köln, sind begeistert. Sie haben sich auf die Kur, zu der auch ein Verzicht auf Alkohol, Kaffee und Zigaretten gehört, voll eingelassen und wollen auf jeden Fall wiederkommen.

Kein Quecksilber in der Medizin

Fünf Ayurveda-Ärztinnen und 16 Therapeuten (fünf männliche) arbeiten im Therapiezentrum. Der Spa-Manager spricht fließend Deutsch und kann bei Bedarf Übersetzungshilfe leisten, denn Umgangssprache ist Englisch. Dr. Arunakanthi hat, wie ihre Kolleginnen sechs Jahre studiert. Zwei Tage die Woche arbeitet sie auch im Siddhalepea Hospital in Colombo. Die Eigentümerfamilie des Resorts blickt auf eine über 200jährige ärztliche Tradition zurück. In diesem Resort muss man keine Angst haben, durch Quecksilber oder Schwermetalle vergiftet zu werden.

Seit dem Gesundheits-Skandal, der Ende 2015 durch die deutschen Medien ging, haben die Ayurveda-Resorts in Sri Lanka einen Rücklauf verspürt. Das habe das Gesundheitsministerium veranlasst, sichere Resorts zu zertifizieren, wie Marketingchef Ushan Edirisinghe  bei einem Besuch der Produktionsstätten am Stadtrand von Colombo erklärt. Einmal die Woche bietet das Resort eine kostenlose Besichtigung an. „Wir verwenden hier kein Quecksilber“, erklärt er. „Die Produktion findet unter ständiger Aufsicht eines Arztes statt.“

Beim Besuch in der Fabrik erfahre ich viel über die Herstellung ayurvedischer Medizin aus Blüten, Blättern, Rinden und Wurzeln.  Aralu, Bulu und Nelli heißen die „Zaubermittel“ aus der Natur, die Dr. Arunakanthi mir verordnet hat. Sie entgiften den Körper und lassen die Pfunde in Verbindung mit den wohltuenden Massagen von  Semirha ganz nebenbei schmelzen: Fünf Kilo in 14 Tagen! Gut gelaunt und total entspannt kann ich jetzt in den kommenden Frühling heimfliegen.


[toggle title=”Anreise”]Emirates fliegt ab Hamburg, Düsseldorf und Frankfurt via Dubai nach Colombo. SriLankan Airlines fliegt ab Frankfurt direkt nach Colombo. Allgemeine Auskünfte gibt es auf der Länderseite des Auswärtigen Amtes. Für die Einreise besteht Visumpflicht. Vorab die Adresse www.eta.gov.lk nutzen.[/toggle]

[toggle title=”Lage”]Das Siddhalepa Ayurveda Health Resort hat 50 Zimmer in Bungalow-Form und liegt direkt am Strand von, etwa 65 km südlich vom Flughafen Colombo. Im Strand-Restaurant bietet es Mahlzeiten (ayurvedisch und international) als HP. Bei Zubuchung einer Ayurveda-Kur ist auch das Mittagessen darin enthalten. Die Anlage verfügt über einen Swimmingpool. Getränke (Ayurveda-Tee und warmes Wasser sind kostenlos) gibt es den ganzen Tag über im Restaurant neben der Empfangshalle. Siddhalepa hat Dependancen in Berlin, Bad Homburg und Bad Schandau.[/toggle]

[toggle title=”Fit und aktiv”]Hatha-Yoga täglich um 7 und 17 Uhr, sonntags geführte Meditation, Fitnessraum. Einmal wöchentlich: Kochkurs, Führung durch den Gemüse- und Kräutergarten, Besichtigung der Medizinfabrik. Buchbar bei Dertour-Reisebüros: Preisbeispiel: Siddhalepa Ayurveda Resort in Wadduwa (4 Sterne), 1 Übernachtung/DZ/HP, ab 42 Euro/ Person. Die Ayurveda-Kur kann zugebucht werden. Ermäßigungen für Ayurveda-Kur: ab 6 Tagen 5%, ab 13 Tagen 8%, ab 21 Tagen 11 %. Für Dertour-Gäste gibt es zudem 55+ und 60+ und Single-Vorteile.[/toggle]

[toggle title=”Reise-Lektüre”]„Sri Lanka“, Reise-Know how-Verlag, 22,50 Euro. „Sri Lanka“, Reise-Taschenbuch von Martin H. Petrich, Dumont, 17,99 Euro.[/toggle]

 

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Camargue: Im Reich der rosa Flamingos

Halb Land, halb Meer: Das Reich der rosa Flamingos, schwarzen Stiere und weißen Pferde in der Camargue hat das Potenzial, die „Sehnsucht nach mehr“ zu stillen. Unsere Radtour führt uns…

Halb Land, halb Meer: Das Reich der rosa Flamingos, schwarzen Stiere und weißen Pferde in der Camargue hat das Potenzial, die „Sehnsucht nach mehr“ zu stillen. Unsere Radtour führt uns fernab großer Touristenströme von Arles entlang der Rhône, durch Wasserlandschaften, Salzwiesen, Reisfelder und Weingärten. Der Mistral, der uns begleitet, hat auch seine guten Seiten. Mit voller Kraft fegt er die Wolken vom Firmament, sorgt für einen blauen Himmel und vertreibt die in der Camargue gefürchteten Mücken ins Nirgendwo.

Ganz besonders: der Vin de Sable

Von Arles aus fahren wir an der Rhône entlang Richtung Süden. Unser Weg führt uns durch die nördlichsten Reisanbaugebiete der Welt – verblühte Landschaften mit Sonnenblumenfeldern und Weingärten auf sandigem Boden in der Camargue. Die Salzkristalle der Luft haben sich weißfunkelnd auf den süßen, blauen Trauben abgesetzt. Friedlich grast eine Herde schwarzer Stiere auf einer Wiese, weiße Pferde kommen neugierig auf uns zu. Der Mistral weht so stark, dass ich Mühe habe, meine Kamera ruhig zu halten.

Leuchtende Salzwiesen im Nationalpark Camargue

Wie aus dem Nichts taucht plötzlich rechterhand das Meer auf. Im Licht der grün-lila-pink leuchtenden Salzwiesen entdecken wir die erste Flamingo-Gruppe, die im Wasser nach Nahrung sucht. Ich komme mir vor wie ein Jäger auf der Pirsch, allerdings mit einer Kamera, als ich im Aussichtsturm vom Info-Zentrum des Nationalparks verweile. Über einen Damm radeln wir durch die Camargue – geboren aus dem Fluss und dem Meer -, auf deren salziger Erde sich eine einzigartige Flora und Fauna entwickelt hat. Flamingos und andere Wasservögel begleiten uns auf dem Weg zum Leuchtturm „Phare de la Gacholle“, der sich einsam in der Ferne erhebt. Dort wartet unser Guide Pit von „Die Landpartie“ mit dem mittäglichen, leckeren Picknick auf uns.

Surfen mit dem Mistral

Den Duft von Salz und Meer in der Nase erreichen wir schließlich einen 50 Meter breiten Endlosstrand, wo Kitesurfer den Mistral geschickt nutzen. Einige ganz mutige aus unserer Gruppe gehen im Mittelmeer baden, die anderen genießen einfach nur die herrliche Luft, die Sonne und das Rauschen der Brandung. Von hier ist es nicht mehr weit bis zum Bade- und Wallfahrtsort Les-Saintes-Marie-de-la Mer, wo wir im Landhotel „La Montrane“ eine zauberhafte Herberge in der Camargue finden. Hier werden wir mit einem exzellenten Dinner und köstlichem Vin de Sable verwöhnt.

Auf dem Jakobsweg

Am siebenten und letzten Tag gilt es, noch einmal mehr als 60 Kilometer zu bewältigen. Wir queren einen Fluss auf einer kleinen Fähre gemeinsam mit Reitern und Pferden, durchradeln die stille Wasserlandschaft und Rebstöcke auf Sanddünen, auf denen der ganz besondere Vin de Sable, der Sandwein, wächst. Unser nächstes Ziel ist Saint-Gille, das andere Tor zur Camargue. Die Stadt, die am Jakobsweg liegt, verzaubert mit ihrem morbiden Charme. Das Benediktinerkloster wurde im 8. Jahrhundert erbaut, die Fassade ist ein Meisterwerk romanischer Baukunst und Weltkulturerbe. Die Kirche besitzt eine hervorragende Orgel, und wir haben das Glück, Schülern der Meisterklasse lauschen zu dürfen, die während der Orgelwochen dort Konzerte geben. Bereits seit dem 12. Jahrhundert bewohnten Mönche den Felsberg. Schnell wurde die Abtei Montmajour ein Wallfahrtsort, der jährlich etwa 150.000 Pilger anzieht. Einer von ihnen ist Helmut Mayer aus Stuttgart, der seit vier Wochen allein mit dem Fahrrad auf dem Weg nach Santiago de Compostela unterwegs ist und sich über unsere Gesellschaft freut. Ein letztes Mal freuen wir uns aufs Picknick, das Pit bei strahlendem Sonnenschein in einem alten Olivenhain vorbereitet hat.

Nîmes: Das französische Rom

Am späten Nachmittag erreichen wir Nîmes – Hauptstadt des Stierkampfs und das „französische Rom“. Hier müssen wir unsere Fahrräder zurückgeben. Die Bewohner von Nîmes sind stolz darauf, dass ihre Stadt ein unvergleichlicher Tresor antiker Monumente ist. Bei einem abendlichen Bummel durch die Parkanlage „Les Jardin de La Fonatine“ aus dem 18. Jahrhundert treffen wir Menschen beim Boule spielen. In der Altstadt begegnet uns noch einmal Kaiser Augustus, der Nîmes im 5. Jahrhundert v. Chr. gegründet hat, als Statue.

Heimat der Jeans

Die Arena und das Maison Carrée, gehören zu den besterhaltensten Monumenten römischer Zeit. Das Maison Carrée wurde dem Apollo-Tempel in Rom nachgebaut, später war es Kapitol und Versammlungsort der Richter. Heute beherbergt es ein archäologisches Museum. Direkt gegenüber steht das Carrée d‘Art, das neue Kunstmuseum, von Star-Architekt Sir Norman Foster erbaut. Seinen wirtschaftlichen Erfolg im 19. Jahrhundert verdankte Nîmes unter anderem Levi Strauss, dem Erfinder der Jeans. Nîmes war seit jeher für seine feinen Stoffe bekannt. Als Strauss, der stets auf der Suche nach Verbesserungen war, neues Material suchte, erinnerte er sich an den indigoblauen Stoff aus Nîmes, der seiner Herkunft entsprechend Denim (von „de Nîmes“) genannt wird – unzerreißbar und unverwüstlich. Fürs letzte festliche Diner unserer mehrtägigen Radtour auch an diesem Abend ein durchaus adäquates Kleidungsstück.

Die Autorin wurde von „Die Landpartie“ auf diese Reise eingeladen. © alle Bilder der Reise: von Liane Ehlers

> Teil 1 der Reise: Fliegen mit dem Mistral
> Teil 2 der Reise: Sur le pont d’ Avignon

Reise-Infos in Kürze

Die geführten Radreisen von „Die Landpartie“ folgen nicht ausgeschilderten Radwegen. Streckenwahl, Begegnungen, Hotels, Besichtigungen und Führungen sind gut aufeinander abgestimmt. Ein Reiseleiter per Rad sowie einer im Begleitfahrzeug sorgen für den Gepäckservice und das Mittagspicknick. Der Oldenburger Veranstalter bietet auch individuelle Radreisen, geführte Wanderradreisen und Silvesterreisen an. Tel: 0441/ 5706830

Reiseliteratur: Reise-Handbuch „Provence Côte d’Azur“, Dumont, 456 Seiten, 22,95 Euro

 

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Sur le Pont d’ Avignon

Die Lebensader des Südens, die Rhône, wird uns die kommenden Tage begleiten. Am Fluss radeln wir durch kleine Dörfer, Obstplantagen und Weingärten. Wir besuchen Avignon, die Stadt der Päpste, und Arles, das…

Die Lebensader des Südens, die Rhône, wird uns die kommenden Tage begleiten. Am Fluss radeln wir durch kleine Dörfer, Obstplantagen und Weingärten. Wir besuchen Avignon, die Stadt der Päpste, und Arles, das Tor zur Camargue, Stadt des Stierkampfs und Vincent van Goghs. Stellenweise bekommen wir Unterstützung vom Mistral und “fliegen” buchstäblich auf unseren eBikes durch die Landschaften.

Avignon: Die Stadt der Päpste

Gut gelaunt haben wir uns am dritten Tag nach einem opulenten Frühstück auf den Sattel geschwungen, einen gut bestückten Markt besucht und genießen mittags mit Blick auf den Papst-Palast und die Brücke von Avignon ein leckeres Picknick, das Pit, einer unserer beiden Guides von „Die Landpartie“ vorbereitet hat. In der einstigen Welthauptstadt des Christentums steht eine der berühmtesten Brücken, die Pont Saint-Bénézet aus dem 12. Jahrhundert. Bekannt wurde das Bauwerk, das die wie ein abgebrochener Arm vom Dom-Felsen in die Rhône ragt, besonders durch das französische Volkslied „Sur le Pont d’Avignon, l‘on y danse“ aus dem 15. Jahrhundert. Vermutlich hat nie jemand auf dieser Brücke getanzt, aber auf der darunter liegenden Insel gab es damals Jahrmärkte und Vergnügungsviertel.

Höhepunkt des Tages ist der Besuch des Papst-Palastes aus dem 14. Jahrhundert. Vom Aussichtpunkt in den Dom-Gartenanlagen haben wir einen guten Blick auf den Marktplatz, die legendäre Brücke und das gegenüberliegende Villeneuve-les-Avignon, die Stadt des französischen Königs mit dem Fort Saint-André – ein mittelalterlicher Festungsbau. Von 1309 bis 1415 dauerte die Herrschaft der Päpste in Avignon, die erst mit dem Konzil von Konstanz endete; bis heute ist Avignon Bischofssitz.

Beim Stadtbummel schauen wir uns auch die mittelalterliche Stadtmauer an, eine der besterhaltensten Frankreichs, sowie das repräsentative Rathaus und das Theater aus dem 19. Jahrhundert. Noch einmal geht‘s aufs Fahrrad. Zwölf Kilometer sind es bis zu unserem idyllischen Landhotel „Le Moulin D’Aure“, das in einem Olivenhain liegt. Hier verwöhnen uns unsere Gastgeber beim Dinner mit der marktfrischen Küche der Provence.

Meisterwerk römischer Architektur

Tag vier unserer Radtour: Ein stolzer, bunter Hahn schreitet durch den Olivenhain, während wir beim Frühstück auf der Hotel-Terrasse das unvergleichliche Licht des Südens und die warmen Sonnenstrahlen des Herbstes genießen. Der Pont du Gard (die Gard-Brücke), der über den Fluss Gardon führt, ist unser Tagesziel. Doch zuvor radeln wir durch die graziöse und nach Kräutern duftende Montagnette – ein kleiner Höhenzug – zur Abtei Notre-Dame Saint-Michel de Frigolet. Im 12. Jahrhundert diente das Kloster als Erholungsort für die Mönche von Montmajour, heute lebt hier nur noch ein halbes Dutzend. In der Klosterschule verweilte einst auch der Dichter und Literatur-Nobelpreisträger Frédéric Mistral, der in die Vorhalle lyrische Worte eingravieren ließ. Nach 55 Kilometern haben wir am späten Nachmittag unser Ziel erreicht: den Pont du Gard, das fast 50 Meter hohe und 272 Meter lange Aquädukt, über das Nîmes in der gallisch-römischen Zeit mit Frischwasser versorgt wurde. Die schönste Art, sich dem Pont du Gard anzunähern, ist allerdings eine Kanufahrt.

Fliegen mit dem Mistral

Am nächsten Morgen „fliegen“ wir mit dem Mistral im Rücken nach Montfrin, wo ein sensationeller, kürzlich eröffneter Radweg beginnt: Die ehemalige, geteerte Eisenbahntrasse führt uns durch beleuchtete Tunnel, fruchtbare Rhône-Ebenen und die von Kräutern und Sträuchern bewachsene Garrigue zur Höhlenabtei St. Roman, einem Felsenkloster aus dem 5. Jahrhundert – ein einzigartiges Monument der Provence. Eine steile Wendeltreppe führt zu den Schlafzellen und aufs Plateau, von wo wir einen fantastischen 360-Grad-Blick auf Rhône-Landschaft und Alpillen, die letzten Erhebungen der Alpenkette, haben. Unten wartet schon Pit auf uns – mit einem herrlichen Picknick unter Pinien. Gut gestärkt machen wir uns auf den Weg nach Arles, der Stadt Vincent van Goghs, die Stadt des Stierkampfs und das Tor zur Camargue. Dort trennt sich der Fluss in Grand und Petit Rhône und entfaltet sich zu einem breiten Delta bis ans Mittelmeer.

Vincent van Goghs Vermächtnis