Alle Artikel von Liane Ehlers

Redaktion Reisemagazin breitengrad53.deLiane Ehlers war fast 20 Jahre verantwortliche Redakteurin für das Wochenendjournal der Nordwestzeitung in Oldenburg, der größten Tageszeitung im Weser-Ems-Gebiet. Neben Lifestyle, Wellness, Medizin und Ratgeber gehörte auch Reise dazu, ihr Lieblingsressort. Sie hat ihren Traum verwirklicht. Jetzt ist sie als freie Reisejournalistin für die NWZ und andere Medien unterwegs.

PARADIES FÜR ROSS UND REITER – SCHLOSSHOTEL WENDORF

Der weiße Pferdekopf vor dem Haupteingang zum Schlosshotel Wendorf vermittelte dem Neuankömmling schon auf den ersten Blick, was den Eigentümer bewogen hat, dieses herrliche Anwesen zu kaufen. Udo M. Chistée, selbst leidenschaftlicher Reiter und Pferdezüchter, hat vor zehn Jahren sein ursprünglich als Altersruhesitz gekauftes Anwesen zum Fünf-Sterne-Hotel ausbauen lassen. Ross und Reiter finden in den Stallungen und im Schloss ein erstklassiges Quartier.

Der weiße Pferdekopf vor dem Haupteingang zum Schlosshotel  Wendorf vermittelte dem Neuankömmling schon auf den ersten Blick, was den Eigentümer bewogen hat, dieses herrliche Anwesen zu kaufen. Udo M. Chistée, selbst leidenschaftlicher Reiter und Pferdezüchter, hat vor zehn Jahren sein ursprünglich als Altersruhesitz gekauftes Anwesen zum Fünf-Sterne-Hotel ausbauen lassen. Ross und Reiter finden in den Stallungen und im Schloss ein erstklassiges Quartier.
SCHLOSSHOTEL WENDORF - Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern - Liane Ehlers--2

SCHLOSSHERR AUF ZEIT

Nirgendwo sonst in Norddeutschland gibt es so viele alte Schlösser, Guts- und Herrenhäuser wie in Mecklenburg-Vorpommern. Viele von ihnen wurden nach der Wende  liebevoll restauriert. Einige bieten Urlaubern jetzt die Möglichkeit, sich einmal als Schlossherr oder Burgfräulein auf Zeit zu fühlen.

Was Theodor Fontane schon 1896 wusste, als er einem Freund in einem Brief von der Müritz über Mecklenburg-Vorpommern schrieb, haben nach der Wende Ost- und Westdeutsche, aber auch Holländer und Skandinavier gleichermaßen für sich entdeckt: „Ich kann Ihnen auf der ganzen Gotteswelt keinen besseren Platz empfehlen.“ Bei meinem Besuch im  5*-Sterne-Schlosshotel Wendorf  zeigte sich das Land der Dichter, Fürsten und Ritter mit seiner Hauptstadt Schwerin, die im 12. Jahrhundert von Heinrich dem Löwen gegründet wurde, vonseiner besten Seite.

KULTURZEIT IN SCHWERIN

Der Sommer in Mecklenburg-Vorpommern ist immer auch Kulturzeit. Kaum ein Tag vergeht ohne Veranstaltungsmarathon in dem Flächenstaat, dem die mecklenburgischen Herzöge in den vergangenen Jahrhunderten ihren Stempel aufgedrückt haben. Das monumentale Schweriner Schloss mit seinen 635 Zimmern – eine Symphonie in Ocker und im Stil des Historismus erbaut – ist das Herzstück der Stadt und der Sieben-Seen-Landschaft.

Vor dem Schloss finden die Schlossfestspiele mit großen Klassik-Open-Air-Konzerten statt. Im Schloss hat der Landtag seinen Sitz. Vor allem aber das Museum auf drei Etagen ist ein großer Besuchermagnet. Dabei ist das Märchenschloss, so wie man es heute sieht – mit seinen 15 Türmen, seiner glitzernden Goldkuppel und dem fotogenen Erzengel Michael – gerade mal 150 Jahre alt. „Ein ambitionierter Bürgerverein arbeitet seit einigen Jahren darauf hin, dass das gesamte Residenzensemble – dazu gehören insgesamt 40 Gebäude – in die UNESCO-Weltkulturerbe-Liste aufgenommen wird“, erzählt Fremdenführerin Teresa Beck.

LANDSCHAFT IN BLAU UND GELB

Etwas ruhiger als in der Hauptstadt geht es auf dem Land an der mecklenburgischen Seenplatte zu. Dies ist ein Eldorado für Golfer, Radfahrer, Wanderer, Reit- und Wassersportler. Im ländlichen Idyll mit den weiten Waldflächen und Flusstälern erleben Reiter das Gefühl von grenzenloser Freiheit. Die sanfte Hügellandschaft ist vor allem durch die Farben Blau, Gelb und Grün geprägt: blau die Seen; grün die Nationalparks und die Blätterdächer der Alleen mit ihren knorrigen, alten Bäumen; strahlend gelb im Frühjahr die Rapsfelder und im Spätsommer die Sonnenblumen, die in der Sonne leuchten.

IDYLLISCHE HERRENHÄUSER

SCHLOSSHOTEL WENDORF - Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern - Liane Ehlers-12schlosswendorf

Mitten in diesem Idyll stehen die alten Schlösser und Herrenhäuser mit ihrer bewegten Vergangenheit. Rund 300 werden touristisch genutzt. Ambitionierte Menschen mit und ohne Kapital  haben vor Jahren ihre Leidenschaft für die abgewirtschafteten Edel-Immobilien entdeckt, sich von ihrer Architektur, Geschichte und Lage  faszinieren lassen. Um sich ihren Traum vom Gutsherrn zu erfüllen, haben die Eigentümer die Anwesen mit hohem persönlichen Einsatz und viel Geld restaurieren lassen. Dazu gehört auch das Schlosshotel Wendorf  im kleinen Ort Kuhlen-Wendorf, 30 Autominuten östlich  von  Schwerin. Seit 2009 ist es das einzige 5*-Sterne-Schlosshotel in Mecklenburg-Vorpommern.

Als Udo M. Chistée und seine Frau Monika 1999 erstmals Kontakt mit der zu DDR-Zeiten heruntergekommenen Immobilie hatten, wurde das Ehepaar aus Österreich von eben dieser „Leidenschaft“ erfasst.  2004 kauften die beiden das Anwesen mit der bewegten Vergangenheit: Wendorf  hatte von 1202 bis 1895 den Grafen von Schack als Ritterburg gedient. Dann wurde die Burg abgetragen. Im Auftrag von Otto Schondorf kreierte der Architekt Paul Korff auf den Fundamenten der Burg das heutige Schloss mit großem Park, Seen und angrenzendem Wald. In Zeiten des DDR-Sozialismus wurde es als Sanatorium, Waisenhaus und Heim für schwer erziehbare Kinder genutzt.

HANDBESTICKTE TAPETEN

Eigentlich wollten der Geschäftsführer der österreichischen Amedia Hotel Group und seine Frau Monika das Anwesen als Ruhesitz selbst bewohnen. Doch sehr schnell stellten sie fest: zu viel Platz für zwei Personen und zu hohe Betriebskosten. Deshalb beschlossen sie, ein paar Millionen in die Hand zu nehmen, und das Haus zu einer Luxusherberge zu machen – mit handbestickten seidenen Tapeten, edlen Antiquitäten im Barock- und Jugendstil in den acht großen Suiten, die alle statt Nummern einen adligen Namen an der Tür tragen.

Im Erdgeschoss befinden sich Rezeption, großzügige Lobby, eine Zigarrenlounge, ein Salon mit einer edlen Auswahl an Spirituosen, eine Bibliothek, der für Hochzeitfeiern prädestinierte Frühstücksalon mit Orangerie sowie eine Schlossterrasse mit Blick auf den ausgedehnten Schlosspark, den Reitplatz und die dahinter liegenden Stallungen. Dort werden erstklassige Springpferde gezüchtet. Fürstlich fein präsentiert sich der hauseigene Spa-Bereich mit direktem Zugang zum Schlosspark.

GOURMET-RESTAURANT

Jede der Suiten im Schloss ist mit einer Küchenzeile ausgestattet, doch davon benutzen die Gäste in der Regel nur den Kühlschrank mit der Minibar. Nur einen Steinwurf  vom Schloss entfernt befindet sich die Residenz, mit  weiteren sechs Suiten, sechs Doppelzimmern Deluxe und dem Gourmet Restaurant „Cheval Blanc“ mit 35 Plätzen. Im Sommer kommt ein großer Biergarten dazu. Der Küchenchef  legt großen Wert auf hochwertige regionale Produkte, veredelt mit Kräutern aus dem eigenen Garten.

Rund drei Monate im Jahr verbringt das Ehepaar Chistée auf Schloss Wendorf. Hausherr und Gestütsinhaber Udo M. Chistée hat ein Faible für edle Vierbeiner. Deshalb ist das Gelände rund um das Schlosshotel Wendorf perfekt auf Pferde ausgerichtet und bietet mit 30 neu errichteten Pferdeboxen für mitgebrachte Lieblinge, Paddocks, Reithalle und Pferdesportarena ideale Voraussetzungen für einen privaten Reiturlaub.

45-LOCH-GOLFPLATZ

SCHLOSSHOTEL WENDORF - Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern - Liane Ehlers-18 schloss wendorf

Und wenn Udo M. Chistée nicht gerade bei den Pferden ist? Dann geht er mit Ehefrau Monika golfen auf der WINSTONgolf-Anlage mit 45 Löchern, die nur acht Kilometer vom Schlosshotel entfernt liegt. Der Golfplatz WINSTONlinks (Par 72) ist ein 18-Löcher-Meisterschaftsplatz im Linksland-Stil. Er wurde 2011 nach schottischem Vorbild angelegt. „Viele Golfer aus halb Europa reisen nur an, um diesen Links-Course zu spielen“, sagt Udo M. Chistée.

Weitere Infos zur Reise nach MV

Ausflugstipps: Das Café Naschwerk, Kritzowerstr. 7, 19412 Weberin, überrascht mit kreativen und herzhaften Tortenkreationen und Kunstausstellungen.

Interessant ist auch ein Besuch der Sanddorn-Manufaktur in Ludwigslust , den man gut mit einer Besichtigung des barocken Schloss Ludwigslust verbinden kann.

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung.

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Lady in White – Mit der „Star Clipper“ in Thailand

Für die einen ist es die Erfüllung eines Kindheitstraums, für die anderen ein großer Wunsch auf der „Löffelliste“: eine Reise mit einem Großsegler. Die Reederei Star Clippers betreibt gleich drei Passagier-Segelschiffe, die Tradition und Komfort auf einzigartige Weise verbinden. Ich durfte jetzt an Bord der „Star Clipper“ durch Thailands Inselwelt segeln.

Für die einen ist es die Erfüllung eines Kindheitstraums, für die anderen ein großer Wunsch auf der „Löffelliste“: eine Reise mit einem Großsegler. Die Reederei Star Clippers betreibt gleich drei Passagier-Segelschiffe, die Tradition und Komfort auf einzigartige Weise verbinden. Ich durfte jetzt an Bord der „Star Clipper“ durch Thailands Inselwelt segeln.

 

Meine Nachbarin zur Linken wischt sich leicht verschämt eine Träne aus den Augen, als beim Auslaufen die Segel gehisst werden. Aus dem Lautsprecher schallt Conquest Of Paradise (Die Eroberung des Paradieses; Vangelis 1492). Fünf Jahre ist es her, dass ich mit der „Star Clipper“ in der Karibik unterwegs war. Dieses Mal bin ich in der Bucht von Patong auf Phuket (Thailand ) an Bord der Viermast-Barkentine gegangen. Die elegante Lady mit ihren weißen Segeln und dem Bugsprietnetz fasziniert mich noch immer.

Star Clipper Thailand - Liane Ehlers - 2astarDas Herz des Großseglers ist die Tropical Bar, wo sich Passagiere aus aller Welt treffen. Schon zur Begrüßung hat Kapitän Yuriy Slastenin angekündigt, dass wir, wann immer es möglich ist, segeln werden. Sanft gleitet der Viermaster nach einem orangeroten Sonnenuntergang über leichte Wellen in die Dunkelheit der Nacht. Die Lichter von Patongs Skyline verschwinden schon bald in der Ferne. Die Schwüle des Festlands weicht einer angenehmen, leichten Brise.

Weil nur 68 Passagiere an Bord sind (maximal 170), hat die Szene viel Privatsphäre. Dieses fast private Feeling zu ermöglichen, war auch die Intention von Eigner und Reeder Mikael Krafft, als er vor 26  Jahren mit der „Star Flyer“ seinen ersten Großsegler in Auftrag gab.Es folgten das Schwesterschiff „Star Clipper“ und der Fünfmaster „Royal Clipper“, das zurzeit größte Segelschiff der Welt für 227 Passagiere. Allerdings wird der Nachbau der „Preußen“ diesen Titel nicht mehr lange beanspruchen können, denn  auf einer kroatischen  Werft in Split befindet sich ein noch größeres, die „Flying Clipper“, im Bau. Sie ist ein Nachbau der „France“, das größte Vollmast-Segelschiff, das je gebaut wurde.

Viele Frühaufsteher

Am nächsten Morgen nähern wir uns der Ko Butang Inselgruppe im Tarutaro Marine National Park. Unsere Route führt durch die Andamanensee. Mit zarten Pinktönen taucht die Sonne um 6.15 Uhr aus dem  Meer auf und wandelt sich langsam in ein Orangegelb. Auf dem Sonnendeck treffe ich ein gutes Dutzend Frühaufsteher, die sich das Schauspiel dieses grandiosen Sonnenaufgangs auch nicht entgehen lassen wollen. Die friedliche Stille wird nur durch das leichte  Knarren der Seilwinde durchbrochen, als die Crew die Rahsegel setzt. Für Tom (64) – ein Kalifornier, der schon zum dritten Mal an Bord ist – „hat der Moment etwas Magisches“. Ein Kaffee vom Earlybird- Frühstücksbuffet macht den Start in den Tag perfekt.



Nach einer nassen Anlandung mit dem Tenderboot gehört der Strand am Nachmittag uns und einem Affenpärchen, das sich aber vertreiben lässt. Cruise-Direktor Peter hatte uns vor den Affen, die alles  stehlen, gewarnt. Aber die Crew passt auf.  Im Indischen Ozean ist es so warm wie in einer Badewanne. Beim Schnorcheln am Korallenriff gibt es bunte Fischschwärme zu sehen, doch leider auch  Plastikmüll im Meer. Das Equipment haben wir für die ganze Woche kostenlos an Bord ausgeliehen. Stand-up-Paddeln, Kajakfahren und Wasserskilaufen sind ebenfalls inkludiert. Mit den Tenderbooten, die halbstündlich verkehren, geht‘s nach einem entspannten Strand- und Schnorcheltag zurück zur „Star Clipper“. Wie jeden Abend holt die Crew zur Melodie von „Conquest Of Paradise“ den Anker ein.

Klettern ins Krähennest

„Vergessen Sie alles, was Sie je über Kreuzfahrten gehört haben“, fordert Kreuzfahrtdirektor Peter Kisner. Das Urgestein ist bereits seit 1995 an Bord der Starclippers-Schiffe und dienstältester Offizier der  Reederei. „Hier gibt es kein Casino und keine Tanzshows. Das wollen wir auch nicht haben. Wir machen eher eine Expeditionsreise. Dafür dürfen Sie zu fast jeder Zeit auf die Brücke, ans Steuerrad, ins Bugsprietnetz oder ins Krähennest. Auch den Maschinenraum können Sie in Begleitung besichtigen. Wir möchten Ihnen etwas vom Großseglertum nahe bringen“, erklärt Kisner.

Malaysias Erbe

Beim Segelsetzen fassen die Gäste mit an, als die Star Clippers Kurs auf Penang, das ehemalige Georgetown (Malaysia) nimmt. Am nächsten Morgen blicken wir bei Sonnenaufgang auf die Skyline der zweitgrößten malaysischen Großstadt. Der einzige Hafen, in dem wir anlegen. Große Container-Schiffe kommen uns entgegen. Das historische Zentrum ist nah. Dort gibt es viele Häuser und Geschäfte aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Ihre Architektur wird auch als „Straits Electric“ bezeichnet und ist eine Mischung aus europäischem, arabischem, chinesischem, indischem und malaysischem Einfluss. Penang war die erste britische Niederlassung in Malaysia, bis heute gibt es dort eine große englische Enklave.

Für uns steht ein Ausflug zur Orang-Utan-Aufzuchtstation auf dem Programm. Es ist wie in einem Zoo, nur  sind wir hinter Gittern – in einem überdachten Käfiggang – und die Affen  draußen auf  der kleinen Insel.  Interessant am Festland ist der Besuch einer industriellen Köhlerhütte. In mehreren meterhohen Iglus wird dort Holzkohle aus Mangrovenholz hergestellt. „Die beste der Welt“, wie unser Guide Chua Knee Sin erklärt, „und ein wichtiges Exportprodukt Malaysias.“



Zurück an Bord gibt es wie jeden Spätnachmittag ein Minibuffet für hungrige Heimkehrer und einen Vortrag von Kreuzfahrtdirektor Peter zu Themen rund ums Schiff und die Geschichte des Großseglertums. Wir erfahren u.a. etwas über die Entwicklung der Clipper-Schiffe und dass fast alles Wasser an Bord aus Salzwasser aufbereitet wird.

Nach dem Dinner ist allabendlich Tropical Bar angesagt, wo Jerby mit seinem Keyboard für Unterhaltung sorgt. Wer es ruhiger mag, geht eine Etage höher aufs Sonnendeck und genießt den Blick in den Sternenhimmel und die Segel. Am liebsten würde ich auf der Liege  übernachten, aber ein paar Regentropfen vertreiben mich in meine Kabine.

Erster Marine Nationalpark

Star Clipper Thailand - Liane Ehlers - 12star

Alle Fotos (c) Liane Ehlers

Der große Regen und das Gewitter kommen in der Nacht. Die Monsunzeit beginnt. Als wir am nächsten Morgen Ko Adang ansteuern, sind die Hügel von Wolken verhangen, es schüttet aus Kübeln. Erst mittags klart es auf, und wir können übersetzen. Das Barbecue am Strand muss leider ausfallen, es findet auf Deck statt. Ko Adang gehört zum Tarutao-Nationalpark, bestehend aus einem Archipel von 51 Inseln. Der erste Marine Nationalpark Thailands ist nach wie vor eine der schönsten Küstenregionen. Vermutlich, weil er nur schwer zu erreichen ist. Wasserfälle, verschlungene Flussläufe und eine Vielzahl geschützter Tiere gibt es dort. Die Anlandung ist nass, wie jedes Mal.

Prinzessin als Schutzherrin

Star Clipper Thailand - Liane Ehlers - 16star

Nach dem Segelsetzen am Abend nehmen wir Kurs auf Ko Rok Nok. Die Insel gehört zur Lanta Gruppe und ist seit 1990 Nationalpark. Die thailändische Prinzessin Kayana hatte in den 1990er Jahren dafür gesorgt, dass die maritimen Parks zum Schutze der Natur eingerichtet wurden. Über jeden wacht ein Ranger. „Die ,Star Clipper‘ wurde durch die  Prinzessin sozusagen zur königlichen Yacht. Bis heute ist sie das einzige kommerzielle Schiff, das in Nationalparkgewässer einfahren und dort ankern darf“, erzählt uns Kreuzfahrtdirektor Peter Kisner.

Ko Rok Nok empfängt uns mit smaragdgrünem Wasser, einem gelb-weißem Strand und einer üppigen Vegetation. Der Gewitterregen vom Vormittag hat der Sonne Platz gemacht. Abends ist Captains Dinner angesagt, und nach der Crew-Show an der Tropical Bar tanzen die Gäste begeistert mit.

Enttäuschter James Bond

Der nächste Morgen bringt uns in eine andere Welt. Das Wasser in der flachen Bucht Ao Phang Nga ist spiegelglatt. Ähnlich wie in der vietnamesischen Halong Bucht ragen  steile Kalkfelsen, die von einer wilden, tropischen Vegetation überwuchert sind, aus dem Meer. Dunkle Höhlen und Grotten mit herabhängenden Stalaktiten machen das Ko Hong Archipel, eine kleine Inselgruppe zwischen Krabi und der nördlichen Phang  Nga Bucht,  zu einem der schönsten tropischen Inselparadiese der Welt. Für Ausflügler gibt es mit dem Speedboot zum James Bond Felsen, am dem Roger Moore „Der Mann mit dem goldenen Colt“ (1974) gedreht hat.

„Als Roger Moore mit seiner schwedischen Ehefrau Christina Tholstrup  und der königlichen Familie an Bord war, besuchte er  von der Star Clippers aus den berühmtesten Felsen der Filmgeschichte“, erzählt Kreuzfahrtdirektor Peter Kisner. Aber dort habe ihn niemand erkannt. Der Schauspieler sei darüber wohl ein wenig enttäuscht gewesen.

Absoluter Höhepunkt der Reise ist die Tour rund ums Schiff.  Mit dem  Zodiak (Schlauchboot) steuert Kisner uns durch die Felsenwelt von Ko Hong. Die Insel verdankt ihren Namen der großen Lagune (The Hole), die durch ein Felsentor nur bei Hochwasser über ein flaches Riff hinweg erreichbar ist. Kapitän Yuriy Slastenin hat zur Freude der Gäste alle Segel setzen lassen. Die Crew grüßt vom Bugsprietmast. Die  Fotomotive sind atemberaubend.

Chinesische Invasion

Der schönste aller Strände erwartet uns am siebenten Tag auf Ko Similan. Die Similan Inseln bestehen aus neun durchnummerierten, unbewohnten Eilanden. Sie haben einen schneeweißen Sandstrand und dschungelbedeckte Hügel. Das Wasser ist so klar, dass Taucher bis zu 25 Meter weit die tropische Unterwasserwelt mit ihren Korallenbänken sehen können. Zwischen 11 und 15 Uhr sollte man die Insel allerdings besser meiden. In dieser Zeit kann es zu einer „chinesischen Invasion“ durch Touristen aus dem Reich der Mitte kommen. Danach ist sie  wieder zauberhaft und ruhig.

Ein letztes Mal auf dieser Reise werden um 18 Uhr die Segel gesetzt. Die „Star Clipper“ nimmt Kurs auf Phuket, von dort geht sie nach Singapur und Bali. Dieser Sonnenuntergang ist der schönste aller Abende, und diesmal kommen zum Abschied auch mir die Tränen.   

Reiseinformationen in Kürze

Termine und Preise

Die „Star Clipper“ segelt 2019 noch zweimal auf der identischen südlichen Route jeweils sieben Tage entlang der Küsten von Thailand und Malaysia (6.-13.4. und 20.-27.4.2019). Sieben Nächte inkl. Vollverpflegung an Bord und Wassersportaktivitäten, Doppel-Außenkabine ab 2195 Euro/Person. Die „Star Clipper“ hat 18 verschiedene Asienrouten im Programm. Im Mai und Oktober 2019 steuert sie erstmals das Sultanat Brunei an. Buchungen unter: www.star-clippers.de

Schiffsdaten

Die „Star Clipper“ hat 84 komfortable Kabinen, zwei Swimmingpools, ein elegantes Restaurant, Tropical Bar und Bibliothek. Länge 115,5 Meter/ 170 Passagiere/ 74 Besatzungsmitglieder, 16 Segel und 3365 qm Segelfläche.

Routen

Die drei Star Clippers-Schiffe fahren auf Routen in der Karibik, Panama-Kanal, Atlantik-Überquerungen, Asien und Mittelmeer. Informationen unter Tel.: 00800/78272547 (gebührenfrei).

Hoteltipp

Wer bei der weiten Anreise vorab oder danach ein paar Tage im Hotel verbringen möchte: Stadthotel Nap Patong (zentral, fünf Minuten zum Strand, nahe Einschiffung) oder Strandhotel Renaissance Phuket Resort & Spa (20 Minuten bis zum Flughafen).

Reiseliteratur

„Thailand“, Renate Lose, Dumont, 416 S., 24,99 Euro

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Christmas-Shopping in New York

New York macht süchtig, genauer gesagt sehnsüchtig. Egal, wie oft man in die Stadt am Hudson und East River reist, „hier gibt es immer etwas Neues zu entdecken“, wie eingefleischte New York-Fans von der City schwärmen. Nach 18 Jahren Abstinenz habe auch ich bei einem vorweihnachtlichen Besuch meine Liebe zur Stadt, die niemals schläft, neu entdeckt. Der Beamte bei der Einreisekontrolle am JFK-Airport ist freundlich, und die Kontrolle geht zügig voran. Jetzt kann das Abenteuer New York beginnen.

New York macht süchtig, genauer gesagt sehnsüchtig. Egal, wie oft man in die Stadt am Hudson und East River reist, „hier gibt es immer etwas Neues zu entdecken“, wie eingefleischte New York-Fans von der City schwärmen. Nach 18 Jahren Abstinenz habe auch ich bei einem vorweihnachtlichen Besuch meine Liebe zur Stadt, die niemals schläft, neu entdeckt. Der Beamte bei der Einreisekontrolle am JFK-Airport ist freundlich, und die Kontrolle geht zügig voran. Jetzt kann das Abenteuer Christmas-Shopping in New York beginnen.

In 45 Minuten um die Welt

Seit Ende des 19. Jahrhunderts der Fahrstuhl erfunden wurde, ist New York mit dem Bau der Wolkenkratzer in die Höhe geschossen. Manhattan (der kleinste der fünf New Yorker Stadtteile), ist von einer unglaublichen Dichte. In den Häuserschluchten gibt es wenig Sonne, das Leben findet in den Geschäften, den Jazzclubs und Theatern sowie auf der Straße statt. Was nicht verwundert, kostet ein 40-Quadratmeter- Apartment doch über 3000 Dollar Miete im Monat.  In 45 Minuten reist man mit der Subway „rund um die Welt“: vom Times Square bis nach Chinatown. Kaum sonst irgendwo erlebt man so viele unterschiedliche Kulturen auf engstem Raum. Egal ob Harlem, Little Italy und Chinatown (besser wäre Asiatown, denn heute leben dort Menschen aus ganz Asien), jedes Viertel hat seine ganz eigene Atmosphäre.

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Christmas-Shopping in New York. (Fotos: Liane Ehlers)

Die längste Straße ist der Broadway. Mit 25 Kilometern ist sie die   älteste und gleichzeitig längste Nord-Süd-Durchquerung. Die Orientierung in der Stadt fällt leicht, denn die Straßen sind wie ein Schachbrettmuster angelegt. Ein zentraler Punkt ist der Times Square. Das Glitzerdreieck nördlich der Kreuzung von Broadway, 7th Avenue/ 42nd Street ist weltberühmt und bekannt für seine Leuchtreklamen, die die Nacht zum Tag machen. Viele der Geschäfte am Times Square haben bis Mitternacht geöffnet.

Grüne Lungen im Betondschungel

Die zahlreichen Parks der City, besonders der große Central Park entlang der Luxus-Meile Fifth Avenue, sind die grünen Lungen im Betondschungel. Am Wochenende sind dort die Straßen für Autos gesperrt.   Jogger, Radfahrer, Fahrrad-Rikschas und Pferdekutschen drehen dann  ihre Runden.  An der Central Park West/72nd Street  liegt das exklusive Dakota-Building, von dort  hat man einen atemberaubenden Blick auf den Park. Hier steht zurzeit für 26 Millionen Dollar das Luxus-Apartment der kürzlich verstorbenen Hollywood-Legende Lauren Bacall zum Verkauf. Im Park befindet sich die Gedenkstätte „Strawberry Fields“, die Yoko Ono nach John Lennons Tod gestaltet hat.

Donald’s Welt

Weiter südlich, auf der Ostseite an der 5th Ave, steht der Trump Tower. Vor der Eingangstür tun schwer bewaffnete Polizisten ihren Dienst. Im Untergeschoss gibt es ein Bistro und Geschäfte mit allen möglichen Trump-Souvenirs sowie die schicksten Toiletten von Manhattan. Sie sind öffentlich und kostenlos, denn so kann ihr  Besitzer sie von der Steuer absetzen.

Highlights ohne High Heels

Highheels sollte Frau fürs Christmas-Shopping in New York  besser zuhause lassen. In der Stadt, die niemals schläft, sind Turnschuhe die bessere Wahl, um zu Fuß von einem Geschäft zum anderen, von einer  Attraktion zur nächsten  zu gelangen. Und davon besitzt New York unzählige: American Museum of Natural History, das Metropolitan Museum of Art, Empire State Building, Top of the Rock,  Guggenheim Museum, Statue of Liberty & Ellis Island, und das 9/11 Memorial & Museum, um nur einige zu nennen. Am besten und schnellsten entdeckt man sechs der Top-Sehenswürdigkeiten mit dem New York CityPASS. Hier kann man bis zu 42 Prozent gegenüber den regulären Eintrittspreisen sparen, und vor allem muss man nicht an den Kassen endlos Schlange stehen.

Exklusive Bahnhöfe

Auf der To-do-Liste sollte auch Lower Manhattan stehen. Vom neuen One World Trade Center („Freedom Tower“, 541 m) mit seiner Aussichtsplattform hat man einen tollen Rundblick über die Stadt. Ebenfalls einen Besuch wert ist der daneben liegende Jahrhundertbahnhof „The Oculus“ vom spanischen Architekten Santiago Calatrava – mit fast vier Milliarden Dollar Baukosten ist er einer der teuersten der Welt. Sein weißes Gerüst aus Stahl und Glas mit den beiden weit auseinander liegenden, flügelähnlichen Dächern scheint sich wie ein Phönix aus der Asche zu erheben. Auf den unteren Ebenen liegen die Bahnsteige verschiedener U-Bahn-Linien und 35.000 Quadratmeter Verkaufsfläche. Die Besichtigung kostet ebenso wenig wie die des Grand Central Terminals (von 1871) mit seinen zehn Kronleuchtern, der zahlreiche Kostbarkeiten beherbergt. Dank Jackie Kennedy wurde er vor zwei Jahrzehnten vor dem Abriss bewahrt und renoviert.

Souvenirs mit Kultstatus

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New York hat seinen ganz eigenen, faszinierenden Rhythmus. Es kann extrem teuer sein, muss aber nicht. Outlet-Center wie das 21 Centuries am Ground Zero oder die großen Outlets vor den Toren der Stadt machen’s möglich. Menschen mit  kleinerem Geldbeutel können Designermode zu erschwinglichen Preisen auch in den zahlreichen kleinen Geschäften in SoHo erstehen. Ein Blick lohnt  auch in die Shops vom Museum of Modern Art (MoMA), dem Guggenheim-Museum oder der Metropolitan-Opera. Hier findet Frau zu zivilen Preisen attraktive Geschenke für Daheimgebliebene.

Weihnachtsbeleuchtung am Saks

Abends strömen die Besucher in die Musical-Theater in Jeans und Turnschuhen. In den Händen halten sie Einkaufstüten vom Nobel-Kaufhaus Saks gegenüber dem Rockefeller Center, wo sich die Menschen wegen der Weihnachts-Deko an den Schaufenstern die Nasen platt drücken,  oder vom Kaufhaus Macy‘s , 7th Ave. Andere tragen Designertüten von Viktoria Secret, Armani, Tommy Hilfiger und Co. Die 45 Musiktheater entlang des Broadways sind Abend für Abend gut besucht, einige gar auf Monate ausverkauft, wie das angesagte „Hamilton“ am Times Square.

Dinner in der Keksfabrik

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Wer dann noch den Black Friday nach Thanks Giving Ende November nutzt, kehrt vielleicht stolz wie Carrie Bradshaw in der TV-Erfolgsserie  „Sex and the City“ in sein Hotel zurück, nachdem er zuvor in einer der angesagtesten Gegenden im Meatpacking District (frühere Schlachthöfe) oder im  Chelsea Market (ehemalige Keksfabfik) nahe Ground Zero gut gespeist hat.

New York bedeutet Veränderung: Die Ausstellungen in den Museen auf der „Museumsmeile“ – ein Teil der Fifth Avenue beim Central Park – wechseln monatlich, und irgendwo entsteht trotz engster  Bebauung immer wieder ein neuer Wolkenkratzer, wie z.B. das „RIU Plaza New York Times Square“ im Herzen Manhattans, das vor gut einem Jahr eröffnet hat. Weil das  Stadthotel mit 647 modernen Zimmern gut gebucht ist, baut die spanische Hotelkette jetzt das zweite Hotel am Times Square.

Die Touristendichte nimmt ständig zu, über 60 Millionen waren es im vergangenen Jahr. Kein Wunder, dass die Stadt niemals schläft! Nur morgens, wenn die Sonne aufgeht und die Skyline in ein goldenes Licht taucht, dann hat man am an den Brooklyn-Hights neben der bekannten Brookly-Bridge für einen kurzen Augenblick das Gefühl „diese Stadt gehört mir allein“.

Reise-Informationen zum Christmas-Shopping in New York

Anreise: Direktflüge (ca. 9 Stunden) gibt es ab Frankfurt bei verschiedenen Airlines.

Hoteltipp: Das 4* RIU Plaza Hotel Times Square liegt zentral zwischen Times Square und der 5th Avenue. Eine Übernachtung ist ab 67,50 Euro pro Person im Doppelzimmer buchbar. Infos: www.riu.com

New York CityPASS: Hier kann man sechs Top-Sehenswürdigkeiten ansehen und  spart bis zu 42 Prozent gegenüber den regulären Eintrittspreisen. Vor allem muss man nicht an den Kassen endlos Schlange stehen. 107,78 Dollar Erw., 86,58 für Kinder ab 7 Jahren. https://de.citypass.com/new-york

Infos zu Musicals: Alles über Musicals und Tickets gibt es unter www.broadwaycollection.com

Reiseführer: Mehr Infos im Reiseführer „New York“ mit Karte, 120 S., Sebastian Moll, Dumont, 11,99 Euro.

Mehr Infos unter: www.nycgo.com

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung

 

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Fliegen im Dreivierteltakt

Mein Kurztrip nach Wien ist eine Reise in die Vergangenheit und die Moderne. Im Flieger von Austrian Airlines erklingt zu Begrüßung, Österreichs heimliche Nationalhymne, der Donauwalzer von Johann Strauss, der in diesem Jahr 150. Jubiläum feiert. Beim Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker erwartet mich nicht nur Klassik, sondern auch Filmmusik von John Williams aus dem Harry-Potter-Film.

Mein Kurztrip nach Wien ist eine Reise in die Vergangenheit und die Moderne. Im Flieger von Austrian Airlines erklingt zu Begrüßung, Österreichs heimliche Nationalhymne, der Donauwalzer von Johann Strauss, der in diesem Jahr 150. Jubiläum feiert. Beim Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker erwartet mich nicht nur Klassik, sondern auch Filmmusik von John Williams aus dem Harry-Potter-Film.

Wien lebt nicht nur von der Kultur und der Musik, Wien ist Musik: ob im Opernhaus oder in den Räumen des Musikvereins. Das Sommer-Highlight ist das eintrittsfreie  Sommernachtskonzert der Wiener  Philharmoniker  in den Barockgärten von Schloss Schönbrunn, zu dem jährlich 100.000 Musikliebhaber kommen.

Junge Musikszene und urbane Stadtoasen

Auch wenn klassische Musik und Dreivierteltakt in der Donaumetropole noch immer die größte Rolle spielen, so hat sich doch Jenseits von Musikverein und Opernhaus eine junge Musikszene etabliert. Sei es in den berühmten Kaffeehäusern, im  Musical-Theater, im Jazzclub „Porgy & Bess“ – dem besten der Stadt – oder in Wiens hipper Nachtclub-Szene im Dinner Club Albertinaplatz, einer ehemaligen U-Bahn-Station. Urbane Stadtoasen und Kulinarik aus aller Welt gibt es am Donaukanal, der direkt in die Wiener Altstadt führt. Die ehemals grauen Kanalmauern sind mit Graffitis besprüht und bieten Platz für trendige Lokale, Bars und Sandstrände wie der Strandbar Urania. In  Szene-Clubs wie Flex oder Grelle Forelle strömt abends das junge  Party-Publikum. Aber auch beim Heurigen im „Mayer am Pfarrplatz“ in Heiligenstadt trifft man viele junge Leute.

Der Chef-Concierge und die Promis

Mein Hotel, das „Imperial“ am Kärntner Ring, gehört zu den angesehensten der Stadt. Das historische Palais aus dem 19. Jahrhundert ist seit jeher Treffpunkt der feinen Gesellschaft. Der ehemalige Chef-Concierge Michael  Moser  brennt noch immer für seinen  Beruf, und das obwohl er im (Un-)Ruhestand ist. Fast 30 Jahre hat Moser die Prominenten dieser Welt begrüßt, beim Erfüllen ausgefallener Wünsche oder auch nur bei der Beschaffung einer Opernkarte geholfen. Darunter waren u.a.   Herbert von Karajan, Altbundeskanzler  Helmut Kohl, Michael Jackson, Sir Elton John, Madonna, Karl Lagerfeld, die Rolling Stones, Lady Gaga und  Phil Collins. Vom Hotel bis zum Opernhaus sind es zu Fuß nur fünf Minuten, bis zum Konzertsaal des Wiener Musikvereins, in dem u.a. jedes Jahr das Neujahrskonzert stattfindet, nur ein paar Schritte.

Schloss Schönnbrunn in Rot und Blau

Wien 02a - sightseeing wien - Liane Ehlers

Unter Leitung von Christoph Eschenbach erklingen unter dem Motto „Märchen und Mythen“ Werke von Dvořák, Tschaikowsky, Rachmaninow, Strawinsky,  Humperdinck und John Williams, der durch seine Filmmusik zu „Harry Potter“ bekannt ist.  Ganz im Rhythmus der Musik wird die Schlossfassade  mit rotem, blauem oder orangem  Scheinwerferlicht kunstvoll illuminiert. Die Solistin des Abends, Starsopranistin  Renée Fleming,  treffen wir gegen Mitternacht noch in der Hotellobby des „Imperial“. Wie so viele   andere   berühmte Künstler ist auch die US-Amerikanerin  Stammgast.

Über Stardirigent Riccardo Muti erzählt Michael Moser in einer kleinen Anekdote zum Neujahrskonzert 2000, wie er zum Frühstück die Treppe herunter an die Rezeption gekommen sei und ihn gefragt habe: „Muss ich da hingehen…?“ Woraufhin er geantwortet habe: „Maestro, wenn Sie 50 Millionen  Menschen nicht warten lassen wollen, ja. Sonst können Sie gerne hier bleiben und mit mir plaudern.“  Muti wird 2018 zum fünften Mal nach Wien kommen, um  das Neujahrskonzert zu dirigieren.

Michael Jackson und der Airbag

Natürlich geht bei den Gästen Diskretion über alles,  aber da gibt es dennoch diese lustige Geschichte über Michael Jackson, der ein Schloss kaufen und Burgen besichtigen wollt – selbstverständlich unerkannt. Concierge Michale Moser vermittelte ihm eine Fahrt im Privatwagen eines gut beleibten Kochs. Michael Jackson sprang zu ihm in den kleinen, quietsch-orangen Opel, der vor dem Eingang wartete, schaute ihm auf den Bauch, und fragte: „Hast Du einen Airbag eingebaut?“ Nach einigen Stunden kehrte Jackson unerkannt zurück.

Grund zum Feiern gibt  es 2017/18 in der Donaumetropole  reichlich: Kaiserin Maria Theresia – die größten Reformerin ihrer Zeit – wäre 300 Jahre alt geworden, die 1498 gegründeten Wiener Sängerknaben feiern Jubiläum, die Wiener Philharmoniker bestehen 175 Jahre, und der Donauwalzer von Johann Strauss – Österreichs inoffizielle Nationalhymne – erlebte vor 150 Jahren am 15. Februar 1867 seine Uraufführung.  Er darf bei keinem der 450 Bälle, die jedes Jahr in Wien stattfinden, fehlen.

Alles über die Strauss-Dynastie

Seit zwei Jahren gibt es in der Müllergasse 3  ein liebevoll gestaltetes Strauss-Museum www.strauss-museum.at , das vom Kulturverein Wiener Blut betrieben wird. Dort erfährt man nicht nur etwas über den Walzerkönig,  sondern auch über die  ganze Strauss-Dynastie.   Als Freiberufler gehörten die Brüder Johann Sohn, Josef und Eduard schon damals zu den Großverdienern ihrer Zeit. Johann Strauss Sohn bekam für fünf Konzerte in New York und Boston auf heute umgerechnet zwei Millionen Dollar. Besucht man das Museum, sollte man sich als Gruppe unbedingt für einen Vortrag von Professor Helmut Reichenbauer, Präsident des Vereins, anmelden – ein musikalisches Geschichtserlebnis erster Klasse!

Üben für den Wiener Opernball

Bei 450 Bällen im Jahr wird auch viel getanzt. Die beliebteste Tanzschule ist „Elmayer“ https://elmayer.at/, vom Großvater des heutigen Besitzers in einer ehemaligen Reithalle 1919 im Palais Pallavicini gegründet. Bereits in der dritten Generation führt Thomas Schäfer-Elmayer das Unternehmen. Neuem gegenüber aufgeschlossen, wird dennoch die Alt-Wiener Tradition vermittelt. Studenten aus aller Welt lernen dort ebenso Wiener Walzer wie die Debütanten/innen des Wiener Opernballs. Und wer mal unverhofft in Wien zu einem Ball muss, findet das passende Leih-Kleid oder den Smoking bei „Flossmann“  http://www.flossmann.at/ in der Riemergasse 11.

Reiseinformationen in Kürze zum Sightseeing Wien

Anreise:  Mit Auto, Bahn oder Flugzeug. Lufthansa fliegt z.B.  Bremen über München. Vom Flughafen Wien-Schwechat geht’s mit der  S 7 nach Wien-Mitte. Von dort gibt es eine U-Bahn-Anbindung, 23 Min. Fahrtzeit, Ticket 2,40/1,30 Euro. Nur wenig schneller mit 16 Minuten ist der City Airport Train (CAT), 11 Euro, Kinder bis 14 Jahre frei.

Tipp: Preisgünstig erleben kann man Wien mit der „Vienna City Card“ für 24, 48 oder 72 Stunden ab 13,90 Euro. Man kann sie online kaufen oder bei Ankunft bei der Tourist-Info am Flughafen, Hauptbahnhof oder Albertinerplatz. – Stehplatzkarten in der Staatsoper gibt es während der Spielzeit schon ab drei Euro.

Termine: Das nächste eintrittsfreie Sommernachtskonzert Schönbrunn findet am 31. Mai 2018 statt. Dirigent: Valery Gergiev; Yefim Bronfman, Klavier. www.sommernachtskonzert.at

Reiseliteratur: Dumont Direkt Reiseführer Wien, Anita Ericson, 120 S., 11,99 Euro

Mehr Infos unter: https://www.wien.info/de

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung

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Inselhopping in Kroatien

Tourismus hat in Kroatien schon seit Ende des 19. Jahrhunderts eine lange Tradition, seit einigen Jahren erfährt er eine großartige Renaissance. Türkisblaues, klares Wasser und flache Kiesel-/Sandstrände machen die Kvarner Bucht zu einem beliebten Ziel für Familien. Wer dem Rummel am Strand entgehen will, findet im Inselhüpfen mit einem Motorsegler von I.D. Riva Tours eine abwechslungsreiche Alternative.

Tourismus hat in Kroatien schon seit Ende des 19. Jahrhunderts eine lange Tradition, seit einigen Jahren erfährt er eine großartige Renaissance. Türkisblaues, klares Wasser und flache Kiesel-/Sandstrände machen die Kvarner Bucht zu einem beliebten Ziel für Familien. Wer dem Rummel am Strand entgehen will, findet im Inselhüpfen mit einem Motorsegler von I.D. Riva Tours eine abwechslungsreiche Alternative. Die Entdeckung der vielen Gesichter von Kroatiens märchenhafter Inselwelt lässt sich auf einer Kreuzfahrt in Kroatien mit einem Tauch- und Badeurlaub auf kongeniale Weise verbinden. Mit einem Mini-Cruiser wie der „M/Y Vita“ hat man das schwimmende Hotel stets dabei.

Badespaß für Jung und Alt bei einer Kreuzfahrt in Kroatien

Kapitän Silvio Vukovic (54) kennt  das Segelrevier an der kroatischen Adriaküste wie seine Westentasche. Der große, dunkelhaarige Mann mit den strahlenden Augen liebt und lebt seinen Job, den er seit über 30 Jahren macht – früher auf der „MS Mirabela“, einem Motorsegler,  und seit 2014 auf der „M/Y Vita“, die nach seinen und den Vorstellungen seiner Gäste gebaut wurde.

Silvio Vukovic ist nicht nur Kapitän, sondern auch Eigner der 37-Meter-Yacht, die mit 18 klimatisierten Kabinen Platz für 38 Gäste bietet.  Auch die Söhne Branimir und Petar packen fleißig mit an, wenn es heißt, in einer Bucht den Anker auszuwerfen und mit der Leine ans gegenüberliegende Ufer zu schwimmen, um das Schiff sicher zu vertäuen. Danach werden die beiden Badeleitern am Heck ins Wasser gelassen. Erwachsene und Kinder stehen dann gleichermaßen in den Startlöchern, um sich bei 38 Grad Lufttemperatur ins kristallklare, türkisblaue Wasser der Adria zu stürzen. Mit knapp fünf Jahren sind die Zwillinge Emilia und Konstantin aus Passau die jüngsten, Annelie (78) und Bodo (80) aus München die ältesten Passagiere.

Männer werden wieder zu Kindern im Wettkampf um den weitesten „Köpper“ über eine Schwimmnudel. Sie haben ebenso ihren Spaß daran wie die ganz Kleinen und älteren Jugendlichen. Neueste Schnorchel-Masken werden zur Erprobung ausgetauscht, über Seeigel, Seegurken und Fischschwärme wird gefachsimpelt. In der familiären Atmosphäre an Bord werden auch die Gäste, die für sieben Tage an Bord bleiben, schnell zu einer großen Familie auf Zeit.

Festival-Stadt Rijeka

Begonnen hat unsere Reise durch die Kvarner Bucht – eine Melange aus Inseln, Küste und Gebirge – im Hafen von Rijeka, der drittgrößten Stadt Kroatiens, die für ihre Altstadt, ihr Nachtleben, ihren Karneval und ihre zahlreichen Festivals bekannt ist. Wer der Sommerhitze der Küste einmal entfliehen will, ist in kürzester Zeit in einem Wald und in den Bergen im Ucka-Gebirge, im Platak-Gebirge oder auf der Hochbene Gorski mit ihren Nationalparks.

Sonnabendmittag heißt es in Rijeka Leinen los, und die „M/Y Vita“ bringt uns zwei Stunden später in die erste einsame Badebucht. Die große Hitze tangiert uns nicht, denn auf dem Wasser weht immer ein leichter Fahrtwind und das Sonnendeck  mit den bequemen  Rattan-Liegen ist durch ein leicht transparentes Dach geschützt. Mit einem kühlen Drink lässt sich auch die größte Hitze gut ertragen. Der erste Seetag endet am Abend im Hafen der rummeligen Insel Krk. In einer Konoba (kleines Restaurant) genießen wir frische Meeresfrüchte und kroatischen Wein.

Zauberhaftes Rab

Mit dem Frühstück um 8 Uhr läuft die „M/Y Vita“ am nächsten Morgen aus, um an diesem Seetag zweimal in einer Badebucht Halt zu machen. Es ist früher Abend, als wir den Hafen von Rab erreichen. Die Altstadt mit ihren Bauten aus der Frühromanik und  den vier Glockentürmen gleicht einem Viermaster. Der höchste Glockenturm misst 26 Meter und gehört zur ehemaligen Kathedrale der heiligen Maria zur Himmelfahrt. Seinen Zwillingsbruder werden wir in Zadar entdecken, das wir auf unserer siebentägigen Tour ebenfalls besuchen.

Im 2000 Jahre alten Rab bringt uns Guide Janna die Geschichte und die Sehenswürdigkeiten der durch die Venezianer geprägten Stadt näher, die auf der gleichnamigen Insel liegt. Zu ungewöhnlicher Berühmtheit gelangte Rab 1936, als der britische Ex-König Edward bei einem Besuch mit seiner Geliebten Wallis Simpson auf der Liebesinsel einen Nacktbadestrand eröffnete. FKK kam allerdings erst zu Titos Zeiten so richtig in Mode, genießt aber bis heute in Kroatien einen hohen Stellenwert.

Gute Stimmung an Bord

Die Stimmung an Bord ist blendend. Es kommt keine Langeweile auf, die größeren Kinder spielen mit den kleinen Puzzle oder ein Ratespiel, wenn sie nicht gerade im azurblauen Wasser der Adria  herumtoben.  Ein kleines, engagiertes Team schmeißt den Laden an Bord, und jeden Morgen um 8 Uhr läutet die Glocke zum Frühstücksbuffet, um 12.30 Uhr noch einmal zum Mittagessen. Dazwischen gibt es Obst nach Lust und Laune bis wir die nächste geschützte Badebucht anlaufen.

Täglich zaubert der Koch in der kleinen Kombüse erstaunlich leckere Drei-Gänge-Menüs, die von den Kellnern Kruno und Gloria an schön gedeckten Tischen serviert werden. Die beiden sorgen auch für den Getränkenachschub von der Bar, die sich zwischen klimatisiertem Salon und überdachtem Outdoor-Restaurant befindet. Jeden Abend liegt das Schiff in einem anderen Hafen, und die Gäste können die Städtchen und die landestypische Küche in einer Konoba entdecken. Neben Rab und Krk haben wir Gelegenheit, reizvolle Städtchen wie Cres, Sali oder Mali Losinj zu erkunden.

Kornati-Nationalpark

Zu den Höhepunkten der Reise, die auch in Rijeka endet, gehört sicherlich die Durchquerung des Nationalparks Kornati, mit 147 Inseln die größte und dichteste Inselansammlung im Adriatischen Meer. Schon Nobelpreisträger George Bernhard Shaw schrieb: „Am letzten Schöpfungstag wollte Gott sein Werk krönen, so schuf er aus Tränen, Sternen und Atem die Kornaten.“

Reiseinfos in Kürze zur Kreuzfahrt in Kroatien

Anreise: Mit dem Auto oder Zug. Direktflüge ab Hamburg und Düsseldorf (ca. 1.15 Std.) nach Krk-Rijeka gibt es mit Germanwings. Der Transfer nach Rijeka dauert je nach Verkehrslage ca. 30 bis 40 Minuten. Die Ein- und Ausschiffung erfolgt immer sonnabends von 11 bis 13 Uhr. Pkws können ab 9 Uhr für diese Woche in einer Tiefgarage untergestellt werden.

Veranstalter: Die „MY Vita“ gehört zur I.D. Riva-Flotte und ist das neueste und komfortabelste Schiff von Riva Tours. Die Saison dauert  von April bis Oktober. Gebucht werden können diese und ähnliche  Kreuzfahrten – auch in Verbindung mit Radfahren und Wandern – in Reisebüros, bei I.D. Riva Tours, Neuhauser Str.27, 80331 München, Tel. 089/2311000 oder im Internet. www.idriva.de Preise: Badefahrten für 7 Tage inkl. 5 Tage HP, 2 Tage VP, Captains-Dinner und Ausflügen kosten pro Person im September von € 369,- bis € 799,-Euro.

Hotel-Tipps: Luxus beim Vorübernachten bietet das 4-Sterneplus-Hotel „Kvarner Palace“ www.kvarnerpalace.info

in Crikvenica mit einen Blick auf die Kvarner Bucht und die umliegende Inselwelt, es ist in 30 Minuten zu erreichen. – Das „Botel Marina“ www.botel-marina.com/de/botel st ein Hostel, es liegt im Zentrum von Rijeka, nur wenige Gehminuten vom Riva-Tours-Anleger entfernt.

Reiseliteratur: „Kroatien“, Hubert Beyerle, Dumont, 440 S., 24,99 Euro

Mehr zu Kroatien findet man auf http://www.visit-croatia.eu/de/

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung

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Im Land der Trolle

Eines sollten Sie bei einer Kreuzfahrt mit der „Costa Magica“ ins norwegische Fjordland getrost vergessen: Hektik und Alltagslärm. Denn auf einer der landschaftlich schönsten Seereisen der Welt spielt die Natur die Hauptrolle. Auch das Kalorienzählen sollte tunlichst bis nach der Reise vertagt werden: Eine leckere Küche in vier verschiedenen Restaurants und zehn Bars sorgen für italienische Lebensfreude an Bord.

Eines sollten Sie bei einer Kreuzfahrt mit der „Costa Magica“ ins norwegische Fjordland getrost vergessen: Hektik und Alltagslärm. Denn auf einer der landschaftlich schönsten Seereisen der Welt spielt die Natur die Hauptrolle. Auch das Kalorienzählen sollte tunlichst bis nach der Reise vertagt werden: Eine leckere Küche in vier verschiedenen Restaurants und zehn Bars sorgen für italienische Lebensfreude an Bord. Selbst die Anreise nach Bremerhaven, das von Costa 2017 erstmals angelaufen wurde, ist entspannt, weil es ausreichend Parkplätze und eine gute Zuganbindung gibt. Im nächsten Jahr kommt Costa zurück, diesmal mit der „Mediterranea“.

Neuer Heimathafen

Für den jungen Brasilianer Yuri Paess ist es „wie eine Rückkehr nach Hause“,  als die „Costa Magica“ zum ersten Mal in  Bremerhaven anlegt, um von dort auf  Norwegen-Kreuzfahrt zu gehen. Der Blick auf Klimahaus und Columbus Cruise Center erinnert den 21-jährigen, der an der Rezeption arbeitet, an seine Zeit als  Austauschschüler. Eine Premiere ist es für die Reederei und die Stadt Bremerhaven: Erstmals gehen 2017 dort deutsche Gäste und einige Franzosen an Bord eines Costa-Schiffes.

Stop in Amsterdam

Doch zunächst führt die Fahrt nach Amsterdam, wo weitere Passagiere  an Bord kommenden. Holländer, Italiener, Franzosen und Engländer: Das Publikum auf der „Costa Magica“ ist international, die Anreise nach Amsterdam eine ganz spezielle: Als der Ozeanriese die  Schleuse des „Nordzeekanals“  passiert, ist das Millimeterarbeit. Zwischen Schiffsrumpf  und Mauer passt nur eine Handbreit. In Amsterdam liegt die „Costa Magica“ nur zehn Gehminuten vom Zentrum entfernt. Ein Besuch des Blumenmarktes und des van-Gogh-Museums sind ein absolutes Muss. Auf keinen Fall versäumen sollte man eine Grachten-Fahrt, denn vom Wasser aus erschließt sich die holländische Geschichte am besten: Die Häuser der einst reichen Kaufleute sind mit eindrucksvollen Dachgiebeln verziert.

Bergen: Tor zu den Fjorden

Nach einem erholsamen Seetag läuft die „Costa Magica“ in Bergen, Norwegens Tor zu den Fjorden, ein. www.fjordnorway.com Mehrfach abgebrannt und immer wieder aufgebaut, hat die Handelsstadt aus dem 13. Jahrhundert nichts von ihrem Charme verloren. Im Weltkulturerbe Bryggen mit seinen bunten Holzhäuschen gibt es viele kleine Geschäfte und (Kunst-)Handwerksbetriebe. Die Standseilbahn gegenüber dem Fischmarkt bringt Besucher in wenigen Minuten auf den Fløyen (320 Meter), einer von sieben Bergen, die die Stadt umgeben. Ein Park Mit Troll-Skulpturen hat auf Kinder und Erwachsene eine magische Anziehungskraft und inspiriert zu lustigen Selfies. Der Panoramablick über Stadt und Fjord ist atemberaubend.

Tosende Wasserfälle

Wir fahren weiter nach Norden, ab jetzt wird es nachts nicht mehr dunkel. Grün bewaldete oder schroffe Felswände, schneebedeckte Berggipfel und  wilde Wasserfälle bestimmen das Landschaftsbild. Tief hängen die Wolken über den Bergen, als am nächsten Morgen in Hellesylt etliche Passagiere für eine Überlandtour ausgebootet werden. Die Fahrt durch das tiefblaue Wasser des Geiranger-Fjords ist wie eine Fahrt durch ein wildromantisches Gemälde. Berge, Gletscher und Wasserfälle – unter anderem die berühmten „Sieben Schwestern“ -, die sich aus 300 Metern senkrecht in die Tiefe stürzen, passieren wir.

Am späten Vormittag erreicht die „Costa Magica“ Geiranger. Wie von Zauberhand reißt der Himmel auf. Im Hafen angekommen, lohnt sich ein Blick auf den Fjord von oben. Langsam schlängelt sich der Bus über die steilen Berghänge. Von der Adlerkehre oder dem 1.500 Meter hohen Berg Dalsnibba mit dem „Geiranger Skywalk“, ein garantiert luftiges Erlebnis in 1500 Metern, hat man spektakuläre Ausblicke auf die Berglandschaft und den Geirangerfjord. Empfehlenswert ist auch eine Bootsfahrt vorbei an den berühmten Wasserfällen. Dort zeigt sich die Natur von ihrer ungezähmten und schönsten Seite.

Königliche Sportfischer

In der Gemeinde Åndalsnes  überrascht  uns am nächsten Tag nicht nur ein architektonisch interessantes Tourismus-Center mit einem phantastischen Drei-D-Kino, sondern auch die Raumabahn, die durch eine der wildesten Landschaften führt, die Westnorwegen zu bieten hat. Die kleine Hafenstadt am Ufer des Raumaflusses ist berühmt für ihre Lachse. Jedes Jahr zieht sie begeisterte Sportfischer aus der ganzen Welt an. Regelmäßig erhält die Stadt sogar königlichen Besuch: Den englischen Royals  – allen voran Prinz Charles – haben es die riesigen Lachse des Rauma angetan. Das Dorf ist außerdem Ausgangspunkt für Wanderungen zum Trollstigen. Viele der Gebirgsgipfel haben Namen von Trollen, die der Sage nach zu Stein erstarrten, als die Sonne sie traf

Spektakuläre Flåmbahn

Am Aurlandsfjord liegt der 450-Seelen-Ort Flåm. Klein, aber weltberühmt, weil dort die spektakuläre Flåmbahn beginnt, die sich mit der Bergenbahn fortsetzt. Die Flåmbahn gehört zu den steilsten Bahnstrecken der Welt auf Normalspur. Die einstündige Zugfahrt nach Myrdal führt durch 20 Tunnel, vorbei an imposanten Wasserfällen, steil abfallenden Felswänden und beeindruckenden Landschaften.

127 Seemeilen weiter südlich liegt Stavanger, die letzte Station, bevor die Heimreise beginnt. Bekanntestes Bauwerk ist der Dom am Marktplatz, mit dessen Errichtung bereits 1125 begonnen wurde. Ganz großes Landschafts-Kino gibt es zum Abschluss unserer  Nordlandreise noch einmal im Großraum Stavanger. Auf Boot und Bus folgt eine Wanderung zum Preikestolen, die allerdings nicht für Fußkranke geeignet ist: 330 Höhenmeter müssen bis zur berühmten Felsenplattform überwunden werden. Stavanger selbst ist eine Stadt zum Shoppen und Norwegens erste Adresse für kulinarische Genüsse und Kultur.

Reiseinformationen in Kürze

Anreise: Nach Bremerhaven mit Zug oder Auto, dort gibt es reichlich Parkplätze. Am Bahnhof fahren bei An- und Abreise für Kreuzfahrtgäste kostenlose Shuttlebusse zum Terminal. 2017 läuft Costa bis Anfang September Bremerhaven an. 2018 wird die „Costa Mediterranea“ 14mal am Columbus Kai festmachen, das erste Mal am 12. Mai, von dort geht es für eine Woche zu Europas Metropolen. Insgesamt siebenmal geht die „Mediterranea“ 2018 auf die Fjordland-Tour, das erste Mal am 9. Juni.

Währung: Norwegische Kronen.

Warnhinweis: Auf Märkten und in Supermärkten wird Walsalami verkauft, oft als Geschenkpackung zusammen mit Rentier- und Elchsalami. In Norwegen sind Verkauf und Verzehr legal, die Einfuhr in die EU ist allerdings strafbar.

Tipps: Ausflüge auf eigene Faust:  Amsterdam:  Eine Stunde Grachten-Rundfahrt gibt es für 11 Euro bei „Reedery P. Kooy“. Bergen mit der 24-Stunden-Bergen Card erkunden  (ca. 25,93 Euro). Es gibt sie in der Touristen-Info beim Fischmarkt. Geiranger: Fahrt mit dem Panorama-Bus (ca. 22 Euro) und mit dem Boot (ab 230 Kronen/ca. 24,85 Euro). Bahnfahrten auf eigene Faust sollten vorab übers Internet gebucht werden, weil sie schnell ausverkauft sind.

Literatur: Norwegen – Das Fjordland, Marie Helen Banck, Dumont, 292 S.,17,90 Euro

Mehr Infos unter: www.costakreuzfahrten.de und www.fjordnorway.com

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung

 

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Entschleunigung auf der Oder

Die Oder, Deutschlands fünftlängster Strom, ist anders als Rhein und Elbe für viele noch immer eine Wasserader, mit der sie fremdeln. Vermutlich liegt es daran, dass der deutsch-polnische Grenzfluss fast ein halbes Jahrhundert nicht zugänglich war. Dabei hat die 866 Kilometer lange Wasserader, von der 717 Kilometer schiffbar sind, viel zu bieten: jede Menge Kultur und Geschichte, eine zauberhafte Wasserlandschaft mit vielen Nebenarmen, wo Schwarzstörche und Seeadler zu Hause sind. Ich gehe in Stralsund an Bord und auf Entdeckungstour.

Die Oder, Deutschlands fünftlängster Strom, ist anders als Rhein und Elbe für viele noch immer eine Wasserader, mit der sie fremdeln. Vermutlich liegt es daran, dass der deutsch-polnische Grenzfluss fast ein halbes Jahrhundert nicht zugänglich war. Dabei hat die 866  Kilometer  lange Wasserader,  von der 717 Kilometer schiffbar sind, viel zu bieten: jede Menge Kultur und Geschichte,  eine zauberhafte Wasserlandschaft mit vielen Nebenarmen, wo Schwarzstörche und Seeadler zu Hause sind. Ich gehe in Stralsund an Bord und auf Entdeckungstour mit einer Flusskreuzfahrt.

Stralsund –  Das Klappern der Hufe von Nora und Mireille  auf dem Asphalt   der  „A20“ von Hiddensee hat etwas  fast Einschläferndes. Nur die laute, alles durchdringende Stimme  von Kutscher  Fredi, der den Planwagen lenkt,  reißt uns aus  der  morgendlichen Lethargie. Um 8 Uhr haben wir die „Katharina von Bora“, die für eine Woche unser schwimmendes Hotel sein wird,  verlassen, um die autofreie Insel zu erkunden. 1000 Menschen leben hier, hinzu kommen 4000 Gäste-Betten in der Sommersaison. Die Natur und die endlosen Strände spielen die Hauptrolle. Zu den Hauptsehenswürdigkeiten der Insel gehört das Sommerhaus von Gerhart Hauptmann, der auf dem kleinen Friedhof neben der Kirche begraben liegt. Bis um 10 Uhr die erste Fähre mit Tagesgästen ankommt, herrscht noch  himmlische  Ruhe, doch da sind wir längst  wieder fort.

Begonnen hat unsere achttägige Reise am Vortag in Stralsund, Weltkulturerbe und für seine Altstadt mit norddeutscher Backsteingotik berühmt.  Seit das futuristische Ozeaneum 2008 eröffnet hat, kommen jährlich fast eine halbe Million Besucher. Vis-à-vis der 1933  gebauten „Gorch Fock I“ sind wir an Bord der „Katharina von Bora“, die ja eigentlich ein Flusskreuzfahrtschiff ist, gegangen. „Aber wir können auch Meer, zumindest in der flachen Boddenlandschaft bis nach Rügen und im Stettiner Haff“, sagt Kapitän Joachim Schramm (57).

Seit einem Jahr hat er auf der 17 Jahre alten, eleganten Lady das Kommando. Die Ausstattung  im Art-Deco-Stil in Restaurant,   Salon und  Kabine ist hochwertig. Sogar im Bad sind Lampen und Fliesen  Art-Deco. Der Geschmack des verstorbenen Reeders  Peter Deilmann, der auch das Traumschiff „Deutschland“ bauen ließ, ist unverkennbar. Noch vor dem Konkurs der Deilmann-Reederei wurde die „Katharina von Bora“ verkauft. Zurzeit fährt sie unter Schweizer Flagge für den Veranstalter Nicko Cruises auf  Elbe und Oder.

 

Rügens Kreidefelsen

Das Fischerdorf  Lauterbach  am Greifwalder Bodden auf  Rügen ist unser nächstes Ziel. Als Fürst Wilhelm Malte zu Putbus  im 19. Jahrhundert auf Rügen den Bädertourismus einführte,  konnte er mit einer derartigen Entwicklung nicht rechnen. Sicherlich hätte er sonst die wundervollen Alleen mit ihren  Eichen und Buchen, die sternförmig auf die Residenzstadt Putbus  zulaufen,  erheblich breiter bauen lassen. Für die Kutschen der  vornehmen  Gesellschaft waren sie mit ihren Baumkronen auf den Wegen zum Strand die perfekten Schattenspender.

Binz und Sellin mit ihrer Bäderarchitektur haben sich seit der Wende bis auf wenige Bausünden  zu wahren Schmuckstücken entwickelt. Die Seebrücke von Sellin ist eine feine Dame in Weiß. Die architektonischen  Scheußlichkeiten  von Prora am weißen Sandstrand – acht insgesamt 4,5 Kilometer lange Blöcke für 20.000 Urlauber, von  Hitlers Kraft durch Freude errichtet – wandeln allmählich ihr Gesicht.

Rügens Kreidefelsen, die bereits im 18. Jahrhundert durch Caspar David Friedrichs Gemälde berühmt wurden, haben sich durch Abbrüche verändert, ziehen jedoch zigtausende Besucher an. Der sagenumwobene Königsstuhl ist  mit 118 Metern die höchste Erhebung. Statt Kutschen fahren heute Busse und der „Rasende Roland“, eine fast 100 Jahre alte Dampfschmalspurbahn, verbindet Lauterbach über Putbus und Binz mit Göhren.

Von Lauterbach fahren wir nach Greifswald, das im 13. Jahrhundert rund um das Kloster Eldena von Kaufleuten und Handwerkern gegründet wurde und mit der 1456 gegründeten Universität eine der ältesten Deutschlands besitzt.  Der Romantiker Caspar  David Friedrich, der dort geboren wurde, hat die Ruine  von Eldena ebenso wie die  Kreidefelsen von Rügen viele Male in Öl festgehalten.

Usedoms Kaiserbäder

Peenemünde auf Usedom (Usedom = Menschen an der Mündung) ist unser nächstes Ziel. Der erste Blick aus dem Kabinenfenster fällt auf ein U-Boot aus dem Zweiten Weltkrieg, das heute Museum ist. Wie ein Sandwich liegt die Zweiländer-Insel (Deutschland/Polen), auf der es auf deutscher Seite zehn Seebäder und acht Reha-Kliniken gibt, zwischen Ostsee und Peene. An ihrer schmalsten Stelle ist sie nur 300 Meter breit.  Seit 1999 hat die gesamte Insel den Status eines Naturparks, weshalb es auch keine Windräder gibt.

In den berühmten Kaiserbädern Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck ist die weiße Bäderarchitektur – vorne eine elegante Mischung aus aller Welt und hinten „egal“ – noch im Original erhalten und liebevoll restauriert worden. Die Apotheke des Meeres aus Aerosol und Sonne hatte schon zu Kaiser Wilhelms Zeiten die vornehme Gesellschaft nach Usedom gelockt. Nur ging man damals nicht baden, sondern flanieren. „Sehen und gesehen werden“ war das Motto, weshalb die Promenade mit 13 Kilometern auch die längste Europas ist.

Über die Peene geht’s ins Stettiner Haff und in die Oder nach Stettin im polnischen Westpommern. Historisch  ist die Stadt hoch  interessant, doch optisch wenig ansprechend. Nur mit einem guten Guide wie Bogdan (54) erschließen sich dem touristischen Auge die Sehenswürdigkeiten der ehemals deutschen, im Krieg fast völlig zerstörten City, in der „tausende Häuserfassaden sich seit Jahrzehnten nach einer Maurerkelle sehnen“, wie Bogdan treffend bemerkt. Kirchen und öffentliche Gebäude sind allerdings schön restauriert worden.

Flusskreuzfahrt Oder - Liane Ehlers - 31 Schiffshebewerk

Schiffshebewerk Niederfinow

Gemächlich mäandert die „Katharina von“ Bora über Oder und Oder- Havel-Kanal  bis zum    76 Jahre alten  Schiffshebewerk Niederfinow,  das 36 Meter Höhenunterschied  überwinden hilft.  150.000 Besucher jährlich lassen sich von diesem Wunderwerk der Technik faszinieren. Direkt nebenan entsteht das neue Schiffshebewerk Niederfinow, 54 Meter hoch und 133 Meter lang,  mit dem auch moderne große Motorgüterschiffe  ihre Landung Richtung Ostsee bringen können. Von Niederfinow fahren wir über den Oder-Finow-Kanal  durch die Mark Brandenburg  zur    fast mystischen Klosterruine Chorin,  ein Beispiel norddeutscher Backsteingotik.

Endstation der Flusskreuzfahrt ist Potsdam, wo die „Katharina von Bora“ nur zehn Gehminuten vom Zentrum entfernt liegt. Früher wohnten in der Residenzstadt von Friedrich dem Großen Ufa-Stars wie Asta Nielsen und Marlene Dietrich, heute Prominente wie Günther Jauch und Wolfgang Joop. Durch Millionen-Spenden reicher Privatleute für Denkmalschutz hat Potsdam relativ schnell zu seinem alten Glanz zurückgefunden. Selbst die Häuser im ehemaligen Sperrgebiet des sowjetischen KGB-Hauptquartiers wurden zu schmucken Einfamilienhäusern  umgestaltet – bis auf eins. Mit seinem mausgrauen DDR-Charme soll es auch in Zukunft als Mahnmal an die Vergangenheit erinnern.

Reiseinfos zur Flusskreuzfahrt Oder in Kürze

Das Schiff: Die „Katharina von Bora“ ist 83 Meter lang und 9,5 Meter breit. Sie kann 80 Passagiere aufnehmen. Alle Kabinen sind Außenkabinen und stil­voll eingerichtet. Auf dem Oberdeck sind alle Kabinen mit großen, bis zum Boden reichenden Panoramafenstern zum Öffnen ausgestattet (französischer Balkon). Die Hauptdeck-Kabinen haben nicht zu öffnende Fenster. Tagsüber ist das Sonnendeck ein beliebter Treffpunkt.

Reiseliteratur: „Ostseeküste – Mecklenburg-Vorpommerns“, Claudia Banck, Dumont, 296 S.

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung von Nicko Cruises.

Keine Kommentare zu Entschleunigung auf der Oder

Kaiser Franz-Josef reloaded

Das kroatische Opatija, das zu Zeiten der k.u.k.-Monarchie noch Abbazia hieß und zu Österreich-Ungarn gehörte, bietet Urlaub auf hohem Niveau. Viel Geld wurde in die Renovierung der Villen aus der Gründerzeit gesteckt. Auch im Heilbad Crikvenica wurde kräftig investiert. Es hat sich gelohnt, der Tourismus an der Kvarner Bucht boomt wie nie.

Das kroatische Opatija, das zu Zeiten der k.u.k.-Monarchie noch Abbazia hieß und zu Österreich-Ungarn gehörte, bietet Urlaub auf hohem Niveau. Viel Geld wurde in die Renovierung der Villen aus der Gründerzeit gesteckt. Auch im Heilbad Crikvenica wurde kräftig investiert. Es hat sich gelohnt, der Tourismus an der Kvarner Bucht boomt wie nie.

Mit dem Flieger ab Hamburg dauert die Anreise nur eindreiviertel Stunden. Der Ausblick auf die azurblaue Adria ist grandios, bevor die Eurowings-Maschine auf dem kleinen Flughafen Rijeka-Krk landet. Der Urlaub in Kroatien kann beginnen. Kaiser Franz-Josef hatte nicht zu viel versprochen, als er – damals noch mit dem Luxus-Zug – seine Sisi zum ersten Mal nach Abbazia, dem heutigen Opatija, brachte. Das schöne Ambiente und das mediterrane Klima am Rande des Ucka-Gebirges ließen keine Wünsche offen.

Jugendstil-Villen prägen Stadtbild

In der kurzen  Epoche zwischen Mitte des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts prägte der Habsburger Adel die Kvarner Bucht nachhaltig. Doch nicht nur Aristokraten, auch Künstler und die Bourgeoisie kurten damals im Winter an der altösterreichischen Riviera. Noch heute atmet man in Abbazia auf Schritt und Tritt k.u.k.-Atmosphäre.

In keinem anderen der einst mondänen Seebäder sind so viele Prachtbauten  erhalten geblieben wie in Opatija, nur wenige  verfallen wegen ungeklärter Eigentümerverhältnisse leider immer noch. Mehr als 30 Villen im Jugendstil und im Historismus prägen das Stadtbild des 12.000-Einwohner-Ortes. Fast jede hat ihre ganz eigene Geschichte. Seit einigen Jahren kehrt der Glanz der Habsburger zurück. Mit viel Geld wurden die „alten Kästen“ renoviert, um sie auf ein hohes  Niveau zu bringen.

Sauna mit „Kaiserin Sisi“

Ein gutes Beispiel dafür ist das Vier-Sterne-Plus-Hotel Miramar, das  jetzt einer österreichischen Hotelier-Familie gehört. Als Herzstück des Miramar-Resorts thront die 1890 erbaute, fast zur Ruine verkommene und 2004 kernsanierte Villa Neptun direkt über der Kaiser-Franz-Josef-Promenade am Meer. Rund um die Villa Neptun gruppieren sich  in einem mediterranen Park fünf weitere Gäste-Villen. Das einstige Traumschloss der Gräfin Laura Henckel-Donnersmark war ein beliebtes Ziel prominenter Gäste, die zwar zentral, aber abseits der Massen residieren wollten.

Das abwechslungsreiche Unterhaltungsprogramm für erwachsene Gäste, das exquisite Essen von Küchenchef Arthur Berger und der große Spa-Bereich – mit drei Schwimmbädern und mehreren Saunen – sorgen dafür, dass das Miramar zehn Monate im Jahr gut besucht ist. Da wundert es mich nicht, in der Sauna auf „Kaiserin Sisi“ zu treffen. Wo sonst könnte die österreichische Staatsmeisterin im Saunaaufguss, Liane Murlasits, einen Sisi-Aufguss mit vier verschiedenen Düften und Musik passender zelebrieren als dort.

Urlaub in Kroatien: Treffpunkt der Reichen und Schönen 

„Lungomare“ nennen die Einheimischen die Flaniermeile entlang der Felsenküste, die um die Jahrhundertwende gebaut wurde. Der zwölf Kilometer lange Weg mit Blick aufs türkisblaue Meer verbindet die fünf idyllischen Küstenorte Volosko, Opatija, Ičići, Ika und Lovran. 1996 wurde er als Hommage an die Blütezeit unter den Habsburgern offiziell nach dem österreichischen Kaiser „Promenade Franz Josef I.“ benannt. Trotz deutlicher Spuren einer wenig romantischen politischen Ära in den darauf folgenden Jahrzehnten hat der „Lungomare“ nicht an Reiz verloren, er gilt noch immer als eine der schönsten Meerespromenaden der Welt.

Begonnen hatte Abbazias Karriere als Winterkurort der Reichen und Schönen mit der Villa Angiolina, die in den Park Angiolina eingebettet liegt.  1844  hatte der Reeder Iginio Scarpa die eher schmucklose Villa in ein hübsches Sommerschlösschen verwandelt. Er lud namhafte Freunde ein, und immer mehr Prominente kamen  in den Ort – 1860 auch die österreichische Kaiserin Maria Anna. Jetzt befindet sich in der Villa Angiolina das Stadtmuseum mit einer Touristeninformation. Im Park Angiolina haben seit 1855 mehr als 150 Pflanzen aus aller Welt eine neue Heimat gefunden – darunter auch die Kamelie, Wahrzeichen Opatijas, die die Stadt im Frühjahr in ein rosa Blütenmeer taucht.

Das vermutlich älteste Hotel in Abbazia ist das Hotel Kvarner (früher  Quarnero), das ursprünglich ein Lungensanatorium war. 1884 nach einem Brand als Luxushotel wiedereröffnet, ist der Kristallsaal ist bis heute ein glanzvoller Treffpunkt der Stadt. Die Villa Amalia wurde 1890  als Dependance des Hotel Quarnero eigens „für die besseren Gäste“ errichtet, zu denen die deutsche Kaiserfamilie ebenso zählte, wie die berühmte amerikanische Tänzerin Isadora Duncan und der Schriftsteller Thomas Bernhard.

Obwohl der Tourismus in Opatija mehr denn je boomt, sind „von den 28 Hotels 23 im Winter geschlossen“, hat mir Fahrer Ivo schon auf dem Transfer vom Flughafen KrK erzählt. Neue Hotels in der Kvarner Bucht und in Opatija werden jetzt mit einem größeren Spa- und Freizeitbereich für Familien mit Kindern gebaut, um so die Saison zu verlängern.

K.u.k.-Atmosphäre im Kvarner Palace

Einem Bruder-Zwist verdankt der 45 Kilometer entfernte einstige Fischerort Crikvenica seine Entwicklung zum Luftkurort:  Weil er sich mit seinem Bruder, dem Kaiser Franz-Josef, zerstritten hatte und nicht mehr nach Abbazia wollte, erwarb Erzherzog Joseph Karl Ludwig 1897 das damalige Hotel „Erzherzog Joseph“, das heutige Vier-Sterne-Plus-Hotel Kvarner Palace. www.kvarnerpalace.info  Nach mehrmaligem Besitzerwechsel und einer Komplettrenovierung vor drei Jahren befindet sich das oben am Berg gelegene Jugendstil-Gebäude mit der hohen Renaissance-Fassade jetzt wieder in österreichischer Hand.  Vom Restaurant auf der Hotelterrasse hat man einen traumhaften Blick auf die vorgelagerte Inselwelt von Krk.

Wegen seiner Architektur gehört dieses  Bauwerk  zu den schönsten der Adriaküste. Bereits beim ersten Betreten fühlt man sich in eine andere Welt zurückversetzt. Kaum ein anderes Hotel vermittelt von außen und innen so viel  k.u.k.-Atmosphäre wie die 1895 erbaute Villa. Erzherzog Josef Karl Ludwig hätte sicher seine Freude daran gehabt. Er glaubte an die Zukunft von Crikvenica und ließ das Dorf zum Heilbad ausbauen. Bis heute ist Crikvenica für einen Urlaub in Kroatien mit seinen langen Sandstränden für Familien mit Kindern ein beliebtes Ferienziel.

Opatija 121- Liane Ehlers-Opatija-Kroatien

Reise-Infos in Kürze

Anreise:  Mit dem Auto oder Zug über Wien. Direktflüge von Hamburg und Köln (1.45 Std) nach Rijeka-Krk mit Germanwings. Der Transfer bis Opatija dauert ca. 40 Minuten, der nach Crikvenica ebenfalls. Möglich ist auch eine Anreise von norddeutschen Städten über die Flughäfen Triest und Pula mit Weiterreise im Leihwagen oder Shuttle.

Ausflüge: Von Opatija aus gibt es viele Ausflugmöglichkeiten, etwa ins Wanderparadies des Ucka-Gebirges (1400m), zu den nahe gelegenen Inseln Krk und Cres und zu den Plitvicer Seen. Aber auch Radfahrer, Surfer und Kulturinteressierte kommen auf ihre Kosten. Leinen los heißt es mit der „Tornado Blue“, dem 1899 als Fischerboot erbauten Holzschiff für zwölf Personen. Liliana Stipanic bietet auch Kochkurse auf See mit Spezialiäten der Fischerfamilien an.

Übernachtung: Das Hotel „Miramar“ in Opatija hat von Mitte März bis Anfang Januar geöffnet. Das
Hotel Kvarner Palace in Crikvenica www.kvarnerpalace.info  hat von Mitte März bis Ende Oktober geöffnet.

Reiseliteratur: „Istrien – Kvarner Bucht“, Daniela Schetar, Dumont, 120 S., 9,99 Euro.

Hinweis: Die Reise fand auf Einladung statt.

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Safari-Abenteuer in der Masai Mara

Mit einem Massai als Guide die „Big Migration“ zu erleben, ist schon etwas Besonderes. Drei Millionen Tiere wandern jährlich von der Serengeti in Tansania nach Kenia in die Masai Mara…

Mit einem Massai als Guide die „Big Migration“ zu erleben, ist schon etwas Besonderes. Drei Millionen Tiere wandern jährlich von der Serengeti in Tansania nach Kenia in die Masai Mara und zurück. Breitengrad53-Autorin Liane Ehlers war beim großen Tiertreck dabei und fühlte sich wie Tanja Blixen (Meryl Streep) im Oscar-prämierten Film „Jenseits von Afrika“.

Wer kratzt da an meiner Balkontür im ersten Stock, morgens um 6 Uhr? Eine Affenmutter mit Kind hat es sich auf dem Geländer gemütlich gemacht und lässt mich bei der Morgentoilette nicht aus den Augen. Die beiden hoffen wohl auf eine Banane aus dem Obstkorb in meinem Zimmer im “Neptune Palm Beach Resort & Spa” am Diani Beach in Ukunda. Das Füttern ist streng verboten, doch viele Gäste der stilvollen Anlage im Swahili-Baustil mit Bungalows und Reetdächern, direkt am weißen Korallensandstrand, halten sich nicht daran. Die Balkontür sollte man in diesem Moment besser nicht öffnen, sonst könnten die Affen das Zimmer erobern.

Es ist ein Tag wie gemalt: der Himmel blau, das Wasser türkisfarben und warm. Hohe Palmen wiegen sich leicht im Wind. Kenia ist ein Paradies für Badeurlaub und Safaris. Am Vortag sind wir mit Condor in Mombasa gelandet – ein 2,5 Millionen-Moloch auf einer Insel. Täglich müssen vom Festland tausende Fahrzeuge und 250.000 Menschen mit vier Fähren übersetzen, um zur Arbeit oder zum Flughafen zu gelangen. 2017 soll die von den Chinesen gebaut Brücke endlich fertig werden, die Afrikas zweitgrößte Hafenstadt Mombasa und den Flughafen mit dem kenianischen Festland verbindet. Auch sonst engagieren sich die Chinesen stark in Kenia. Sie bauen auch die neue Eisenbahnstrecke von Mombasa in die Hauptstadt Nairobi.

Mountainbike-Tour durch Dörfer

„Jambo“ („Hallo“ auf Swahili), schallt es uns freundlich  entgegen.  Auf der Straße,  im Hotel und während der Mountainbike-Tour, die wir unter Leitung von zwei Guides und dem Manager Masha Kantana (im Begleitauto) unternehmen – ganz nah dran an Natur und Mensch. Seit sechs Jahren fördert die Regierung das Projekt, das Touristen den kenianischen Alltag näher bringen soll. Dazu gehören auch der Besuch einer Schule, in der die Kinder uns stolz das Erlernte vorführen, sowie ein Abstecher ins Dorf Mwamanga, wo uns der Medizinmann ausgiebig die Wirkung der zahlreichen Heilkräuter erklärt.

Artenreiche Tierwelt

Das große Safari-Abenteuer beginnt am nächsten Morgen mit dem Flug in die Masai Mara, die Zwillingsschwester der Serengeti in Tansania, nur durch den Mara-River getrennt. Wie mit dem Lineal auf der Landkarte haben die englischen Kolonialherren – etwa 20 Kilometer südwestlich vom Mara-Fluss – eine Grenze gezogen und so die Serengeti in einen tansanischen und einen kenianischen Bereich (die Mara) unterteilt. Den fast drei Millionen wilden Tieren ist das bei ihrer „Big Migration“, der großen Wanderung von Ende Juni bis Oktober, in die eine wie in die andere Richtung egal. Sie folgen ihrem Instinkt, gehen dorthin, wo das Gras grünt und der Regen fällt. Über 2.900 Kilometer führt die Suche nach Nahrung jedes Jahr. Immer müssen sie durch den Mara-River mit seinen beschwerlichen, steilen Ufern, in dem riesige Krokodile auf ihre Beute warten.

Raubtiere warten am Mara-River

Die gefährliche Reise beginnt in Tansania im Süden der Serengeti, nachdem zwischen Januar und März eine halbe Million Kälber geboren wurden. Wenn im Mai die Regenzeit endet, machen sich 1,5 Millionen Gnus, begleitet von 200.000 Zebras und 500.000 Gazellen sowie vielen anderen Tieren, auf den Weg nach Norden. Oft sind es die Zebras, die voran gehen. Die Mara ist besonders reich an Löwen, aber auch für andere Großkatzen sind die Tiere am Mara-River eine leichte Beute. Im Oktober kehren die Herden nach Tansania zurück.

Es ist ein großartiges Schauspiel, das jedes Jahr vor allem amerikanische Touristen anzieht, und wir dürfen es miterleben. Aber auch immer mehr Deutsche finden wieder den Weg nach Kenia, wie Thomas-Cook-Manager Roland Junker erklärt. Innere Unruhen, Dürre, Hungerkrisen und Ebola, „das von Kenia genauso weit weg war wie von Europa“, so Junker, hatten in den vergangen Jahren zu Einbrüchen im Kenia-Tourismus geführt. „Jetzt erholt sich das Land“, sagt der Afrika-Spezialist.

Kein Schnee am Kilimandscharo

Elf Passagiere und zwei Piloten nimmt die kleine Cessna auf. In meinen Ohren dröhnt der Lärm der Motoren. Gleich hebt der kleine Flieger ab, in zwei Stunden werde ich die Masai Mara aus der Vogelperspektive sehen. Der Flug führt vorbei am Kilimandscharo, auf dem trotz des afrikanischen Winters fast kein Schnee liegt. Am Flughafen Mara Nord, mit seiner unbetonierten Natur-Landebahn und einer halboffenen Bretterbude als Unterstand, wartet unser Guide Daniel (33) mit dem Toyota Land Cruiser auf uns.

Unterwegs mit einem Massai

Der große Massai begrüßt uns mit einem fröhlichen „Jambo, Jambo“. Mit dem permanenten Allradantrieb und dem Multi-Terrain-Management-System ist ein Geländewagen auf Safaris in Afrika ein absolutes Muss. Schon auf der Fahrt zum Fünf-Sterne-„Neptune Mara Rianta Luxury Camp“  am Mara-River beginnt die erste Safari-Tour. Giraffen, Zebras, Antilopen, Gnus, Warzenschweine und ein großer weißer Adler, der gerade ein Impala-Baby gerissen hat und frisst, kreuzen an diesem Morgen unseren Weg. Daniels geschultes Auge entdeckt plötzlich in einem Busch einen Löwen, der Mittagsschlaf hält. Wir fahren um den Busch herum und können die Großkatze jetzt gut erkennen.

Anders als in der südlichen Mara, die in staatlichem Besitz ist, dürfen wir im nördlichen Teil, wo das Land den Massai gehört, auch offroad fahren. Daniel tut das oft und sehr geschickt – „Hakuna Matata“ (Keine Sorgen) hören wir immer wieder. So bringt er uns ganz nah an die Wildtiere heran, immer mit der optimalen Perspektive für Fotos: Ein Gepard-Muttertier, das ein Impala-Baby gerissen hat und leise, fast zärtlich seine beiden Jungen ruft, um mit ihnen die Beute zu teilen; ein Leopard, der eine Antilopen-Keule in drei Meter Höhe auf den Baum geschleppt hat, um dort seinen Fang in Ruhe genießen zu können, sowie eine Löwenfamilie, die sich nach dem großen Fressen ausruht.

Flusspferde beim Camp

Der junge Massai ist ein wissendender und sehr empathischer Mensch. Nie fühlen wir uns in der Nähe von Giraffen, Löwen, Elefanten, Leopard, Geparden oder Hyänen unsicher. Daniel ist in der Mara aufgewachsen und kennt sich bestens aus. Bis heute hütet der Massai in seiner Freizeit die Kuh- und Schafherden seiner Familie. Zwei Jahre hat er in Nairobi studiert, um dann in seine Heimat zurückzukehren und Safari-Touristen zu führen. Seit 13 Jahren macht Daniel das, seit sechs Jahren für das „Neptune Mara Rianta Luxury Camp“ am Mara-River. Auf Sichtweite haben dort rund 50 Flusspferde ihr Dauer-Domizil. Ihr lautes Grunzen wird uns Tag und Nacht begleiten. Mit dem Weckruf zur Frühsafari um 5.30 Uhr bringt Butler Elfas heiße Schokolade, Kaffee oder Tee ans Bett.




Antilope auf der Landebahn

Drei Tage Safari im Mara Nationalpark sind gefühlte drei Wochen. Der Satz „Ich hatte eine Farm in Afrika . . .“ hat eine ganz neue Dimension bekommen, und die Bilder vom Kino im Kopf sind von der Schönheit der Savannen-Landschaft und der unglaublich reichen Tierwelt weit übertroffen worden. Seit der Oscar-prämierte Film „Jenseits von Afrika“  1985 ein Millionenpublikum verzaubert hat, gehört  der 1500 Quadratkilometer große Nationalpark, der 1961 gegründet wurde, zu den Sehnsuchtszielen dieser Welt. Auf dem Flug fühle ich mich wie Karen Blixen (Meryl Streep) und Denys Finch Hatton (Robert Redford) bei ihrem Flug im Doppeldecker.

Nach einer letzten Früh-Safari soll uns die kleine Cessna am Flughafen abholen. Die Maschine muss im Landeanflug durchstarten. Ehe wir es begriffen haben, gibt Daniel mit dem Land Cruiser Vollgas, dass es staubt. Eine Antilope hat die Landebahn blockiert. Der junge Massai vertreibt sie, der zweite Landeanflug gelingt. Bis wir abgehoben haben, bleibt Daniel stehen und winkt, immer bereit, uns auch für einen weiteren Fall der Fälle zu beschützen, zumal eine Elefantenherde hinten am Waldrand lauert und die Landebahn beobachtet.

Reiseinformationen für Kenia in Kürze

Vorbereitungen: Wer nach Ostafrika fliegt, wird erkennen, dass Reservierungen und gutes Timing sehr wichtig für eine stressfreie Reise sind, egal ob Gruppen- oder Individualreise. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln reisen will, ist in seiner Reichweite sehr eingeschränkt. Safaris sind so nicht möglich. Der Eintritt in die Nationalparks beträgt zwischen 80 und 100 Euro/Tag. Pauschalreisen haben in Kenia und Tansania ihre Berechtigung, denn Buschcamps brauchen ausreichend Vorlaufzeit für Einkäufe und Logistik.

Impfungen: Grundsätzlich sind bei Einreise aus der EU keine Schutzimpfungen vorgeschrieben. Ob ein Impfschutz angesagt ist, erfährt man bei Gesundheitsämtern und Tropeninstituten www.tropeninstitut.de

Anreise: Condor fliegt ab München nach Mombasa, Economy ab 349,99 Euro pro Strecke.

Veranstalter: z.B. mit Thomas Cook Signature, Kenia/Diani Beach, “Neptune Palm Beach Resort & Spa”, 4,5 Sterne, 1 Woche im Deluxe-Zimmer, All incl., inkl. Flug mit Condor, Rail & Fly 2. Klasse, Transfer und Reiseleitung p. P. ab 1246 Euro.

Safaris: Fly-in Neptune Mara Rianti Luxury Camp, 5 Sterne, 3 Tage/2 Nächte, All inclusiv, ab/bis Nairobi inkl. Flug in die Masai Mara, Transfer, Pirschfahrten, Nationalparkgebühren p.P. ab 1149 Euro (auch ab/bis Mombasa buchbar ab 1251 Euro). Preiswerter: Ab Mombasa 3 Tage/2 Übern. Kurzsafari mit Verpflegung lt. Programm mit dem Mini-Bus in den Nationalpark Tsavo Ost & Ngutuni, Eintritt in die Nationalparks, max. 7 Personen, ab 389,- Euro. www.thomascook.de

Reiseliteratur: Viele wertvolle Tipps gibt das Dumont-Reisehandbuch „Kenia-Tansania” von Daniela Eiletz-Kaube, Sabine Jorke, Steffi Kordy, 448 Seiten, 24,99 Euro.

Hinweis: Die Autorin wurde von Thomas Cook eingeladen

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Mythos und Magie am Loire-Radweg

Lebensader von Frankreich, königlicher Fluss, Symbol für die Einheit des Landes: Eine Reise an die Loire, die auf 1012 Kilometern von Ost nach West Frankreich durchströmt, ist auch immer eine Reise…

Lebensader von Frankreich, königlicher Fluss, Symbol für die Einheit des Landes: Eine Reise an die Loire, die auf 1012 Kilometern von Ost nach West Frankreich durchströmt, ist auch immer eine Reise in die Geschichte der „Grande Nation“. Besonders der 800 Kilometer lange Loire-Radweg lädt zu Entdeckungstouren ein. Breitengrad53 Autorin Liane Ehlers hat auf einer Strecke von 283 km mit dem Veranstalter  „Die Landpartie“ einen Teil der Loire in Frankreich erkundet. Dabei führte die Route von Angers bis Blois.

Der Loire-Radweg

20160614 Loire-Radweg breitengrad53 LEhlers

Wunderschöne Mohnfelder am Loire-Radweg

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Châteaus entlang des Loire-Radweges

20160614 Loire-Radweg breitengrad53 LEhlers (46 von 46)

Reiseroute mit einer Länge von 283 km: Château de Angers, Château de Saumur, Château de Chinon, Château de Villandry, Château de Tours, Château de Chenonceau, Château de` Amboise, Chateau de Blois, Château de Chambord

Angers – Könige, schöne Mätressen, starke Frauen, Intrigen und in Ungnade gefallene Beamte, die sich  abseits des Pariser Hofes ein kleines, aber feines Domizil errichtet haben: Das sind die perfekten Zutaten für Historien-Romane. Die Châteaus an der Loire und ihren Nebenflüssen  haben viel davon zu bieten.

Rund 300 der hellen Kalksandsteinbauten sind im breiten Loire-Tal, dem Lustgarten Frankreichs, zu finden. Da fällt die Auswahl nicht leicht. Doch unsere beiden Guides, Kornel Moravecz (38) und Anika Köhler (26) von „Die Landpartie“, haben ein gut geplantes  Programm. Wir beginnen in Angers mit einer Besichtigung der Altstadt, Schloss und frühgotischer Kathedrale. Dort übernehmen wir am nächsten Tag auch die Räder.

Wein, Sekt und Keller-Labyrinthe am Loire-Radweg

Flussaufwärts geht es im Anjou durch fruchtbares Gartenland, Weinberge, Roggen- und Mohnblumenfelder nach Saumur. Der Duft von Rosen, die an den weißen Kalksandstein-Hauswänden wachsen, durchströmt die Luft. Mit ihrem Schilf, Kiesbänken  und wild bewachsenen Inseln im Flusslauf bietet die nur wenig regulierte Loire das Bild eines sich selbst überlassenen Stroms von ursprünglicher Schönheit. Nach der ersten Etappe wartet Guide Anika, die den Transporter fährt, wie jeden Mittag an einem besonders idyllischen  Plätzchen mit einem lukullischen Picknick auf uns. Der Tag endet in Saumur mit dem Besuch der Sektkellerei „Bouvet Ladubay“, die im Jahr sechs Millionen Flaschen Crémant produziert.

Julie (28) führt uns durch die teilweise kunstvoll gestalteten Tuffsteinhöhlengänge,  in denen Eichenfässer und Sektflaschen lagern. Acht Kilometer Labyrinth, die mit dem Fahrrad befahren werden können,  gehören zu „Bouvet Ladubay“. In ganz Saumur gibt es 1500 Kilometer Höhlengänge. Entstanden, weil daraus die Steine für den Bau von Schlössern, Kirchen und Klöstern gewonnen wurden. Im Verlauf unserer Reise werden wir noch öfter auf derartige Höhlen treffen. Früher lebte dort die Bevölkerung, heute werden manche als Designer-Ferienwohnungen vermietet.

 

Die Macht der Frauen der Loire

Am nächsten Morgen werfen wir einen letzten Blick auf das wehrhafte Burgschloss von Saumur und die Loire,  bevor wir durch die Weinberge nach Chinon ins Tal der Vienne radeln, wo Jeanne d’Arc 1429 den Dauphin um ein Heer bat. Auf unserem Weg liegt die mittelalterliche Abtei Fontevraud, eine der größten Abteien Frankreichs. Heinrich II. von England, seine Frau Eleonore von Aquitanien und ihr Sohn Richard Löwenherz (1157-1199), König von England und Herzog von Aquitanien, sind dort begraben. „Das besondere an dieser Abtei ist, dass hier die Frauen das Sagen hatten. Die Äbtissinnen aus dem Hochadel verstanden es über Jahrhunderte, ihre Position zu verteidigen“, erzählt Guide Jürgen Bartelheimer (64).  Die Geschichte der Abtei sei unter anderem Grundlage für berühmte Romane, wie z.B.  Ken Folletts  „Die Säulen der Erde“ oder Tanja Kinkels „Die Löwin von Aquitanien“.

 

Von der Festung zum Palast – Azay-le-Rideau

Mit einem „geschliffenen Diamanten“ hat der große Schriftsteller Honoré de Balzac das Wasserschloss Azay-le-Rideau im Indre-Tal verglichen, das für einen Bürgerlichen (1519-1524) gebaut wurde, der es schon bald an König Franz I. (1494-1547) verlor. Mit dem Wandel von eckigen Wehrtürmen zu runden Ecktürmchen dokumentiert Azay-le-Rideau den Zeitgeist und den Wandel von der Wehr- zur Wohnarchitektur in der Renaissance.

Mit seiner Eleganz und seinen klaren Proportionen kann es durchaus mit Chenonceau, dem „Schloss der Frauen“ im Tal der Cher konkurrieren, das Heinrich II. (1519-1559) von Frankreich seiner 20 Jahre älteren, bildschönen Geliebten Diana von Poitiers schenkte. Gebaut von einem in Ungnade gefallenen Beamten liest sich auch diese Schloss-Geschichte wie ein Historien-Roman. Erst nach Heinrichs Tod schlug die Stunde der Katharina von Medici, seiner Ehefrau, die die Geliebte verbannte und italienische Akzente setzte.

Im Château Villandry kommen vor allem Gartenliebhaber auf ihre Kosten. Um 1536 errichtet, ist es das letzte der großen Schlösser, die während der Renaissance an der Loire erbaut wurden. Wie mit der Nagelschere geschnitten  wirken nicht nur die die kunstvoll gestalteten Beete des Ziergartens, sondern auch die Kräuter- und Gemüsebeete der weltberühmten Gartenanlage.

Leonardo da Vincis Universum im Schloss Chambord

Wohl einzigartig ist Leonardo da Vincis (1452- 1519) Universum im Château  Le Clos Lucé. Als Gast von Franz I., der ihn verehrte und „Vater“ nannte, verbrachte das Genie seine letzten drei Lebensjahre in Amboise. Der Gang durch Schloss und Park ist ein Spaziergang durch Leonardos Ideenschmiede. Zeichnungen, nachgebaute Modelle und Drei-D-Animationen geben Einblick in seine unvorstellbare Schaffenskraft. Architektonisch soll er die berühmte achteckige Wendeltreppe von Schloss Chambord an der Cosson, das größte und prunkvollste aller Loire-Schlösser, beeinflusst haben. Unser Besuch dort fällt leider im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser – Chambord ist wegen der Unwetter, die über Europa niedergegangen sind, nicht zugänglich, der Radweg überflutet.

Die gute Laune der Radlergruppe leidet nicht darunter. Guide Kornel Moravecz ruft Taxis für alle, und Anika holt die Räder ab. Wir beziehen am letzten Abend im „Manoir Bel Air“ bei Blois, ein entzückendes Herrenhaus oberhalb der Loire, unsere Zimmer. Gemäß dem Landpartie-Motto „radeln und genießen“ hat die Küche des Hauses Sterne-Qualität und ist im Guide Michelin zu finden. Ein Fünf-Gänge-Menü sorgt für einen gelungen Ausklang einer eindrucksvollen Reise.

Tipps für die Reise entlang des Loire-Radweges

Anreise: Die Anreise kann mit dem Auto, Zug oder Flugzeug (via Paris, weiter mit Metro und TGV) nach Angers erfolgen.

Die  Radreisen von „Die Landpartie“ führen über fahrradfreundliche Straßen und Radwege. Streckenwahl, Hotels, Besichtigungen und Führungen sind aufeinander abgestimmt. Ein Reiseleiter per Rad sowie einer im Begleitfahrzeug sorgen für Gepäckservice und  Mittagspicknick. Der Veranstalter bietet auch individuelle Radreisen und führte Wanderreisen an. Infos: www.dieLandpartie.de, Tel: 0441/ 570 683 0

Reiseliteratur: Reise-Taschenbuch, „Tal der Loire“ mit Landkarte, Dumont, 292  S., 17,99 Euro, Dumont Kunst-Reiseführer „Tal der Loire“, 320 S., 25,90 Euro.

Geld im Urlaub: Der Loire-Radweg befindet sich in Frankreich und gehört damit zur Euro-Zone. Mehr Tipps zur Zahlung im Ausland im Urlaub gibt es auf unserer Service-Seite: Geld im Urlaub.

Weiterreise: Wen die Loire nicht loslässt, der kann mit seinem Vélo noch weiter in Richtung Orleans radeln.

Weitere Reiseempfehlungen auf BREITENGRAD53 für Radtouren in Frankreich

 

Unsere Autorin wurde von „Die Landpartie“ auf diese Reise eingeladen. © alle Bilder der Reise: von Liane Ehlers

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