Reisen & Kreuzfahrten

Reisemagazin breitengrad53

Glitzerwelt Katar: Ideal für den Stopover

„Unsere Türme sind die schönsten am Arabischen Golf“, erklärt Tourguide Saif selbstbewusst und weist auf die schimmernde Skyline jenseits der Bucht von Doha. Da blinkert der Tornado-Tower wie mit einem Netz blauer Lichter überzogen. Daneben glänzt golden der Burj Qatar, der wegen seiner Form hinter vorgehaltener Hand „Kondom-Tower“ genannt wird.

„Unsere Türme sind die schönsten am Arabischen Golf“, erklärt Tourguide Saif selbstbewusst und weist auf die schimmernde Skyline jenseits der Bucht von Doha. Da blinkert der Tornado-Tower wie mit einem Netz blauer Lichter überzogen. Daneben glänzt golden der Burj Qatar, der wegen seiner Form hinter vorgehaltener Hand „Kondom-Tower“ genannt wird.

Doch nicht die Türme allein machen Katar zu einem lohnenswerten Kurztrip-Ziel. Das Emirat am Golf zeigt eine außergewöhnliche Kunstszene, lädt zum Paddeln in den Mangrovenwäldern und bietet den stimmungsvollsten Souk der Region. Ob für ein paar Stunden, einen Tag oder einen Wochenendtrip: Das Emirat mit den reichen Erdöl- und Erdgasvorkommen lockt mit Highlights und Geheimtipps.

Skyline an der West Bay

Ein Maler hätte die Skyline von Doha nicht besser in Szene setzen können. Wer sich mit der hölzernen Dhau über die Bucht von Doha nähert, genießt den besten Blick auf diese perfekte Komposition aus glitzernden Türmen. Sofort ins Auge fällt der Burj Qatar – mit 242 Metern nicht der höchste, aber der eindrucksvollste Wolkenkratzer. Die Außenhaut zeigt ein filigranes Muster und leuchtet in der Dunkelheit golden.  Nur der Beiname des Bauwerk von Jean Nouvel ist den Katari ein wenig peinlich: Kondom-Tower. Etwas außerhalb lockt „The Torch“, der Fackel-Turm. Das mit 300 Metern höchste Gebäude in Katar wurde als Wahrzeichen des Asian Games von 2006 gebaut und beherbergt heute ein 5-Sterne-Hotel und das Restaurant „Three Sixty“, ein Drehrestaurant, das einen einzigartigen Blick über Doha bietet.

Souk im alten Stil

Souks gibt es im arabischen Raum überall, doch nur wenige geben sich so stilvoll wie der Souq Waqif in der Altstadt von Doha. Schon seit Jahrhunderten feilschten Händler an dieser Stelle um Gold, Kamele und Gewürze. Der heutige Souk zeigt traditionelle Lehmhäuser und ist doch neu. Er wurde nach einem Großbrand 2003 wieder aufgebaut. Neben dem Gold-Souk und dem Falken-Souk finden sich viele kleine Shops für traditionelle Stoffe, gehämmerte Lampen, Parfüm und das beliebte „Oud“, ein Duftöl aus dem Harz des Adlerholzbaums. Zentraler Treffpunkt des Souks ist die alte Polizeistation, in der die Ordnungshüter auch heute noch Uniformen aus den 1940er-Jahren tragen. Besondere Tipps: das persische Restaurant Kebab Al Tayeb und das Asheerej, ein traditionelles Lokal mit arabischer Küche.

Museum mit Gesichtsschleier

Ein architektonischer Geniestreich ist das „MIA – Museum of Islamic Art“. Das sandfarbene Gebäude des Starchitekten I.M. Pei erinnert an eine arabisch gekleidete Frau mit Gesichtsschleier. Die eigentliche Schönheit des Bauwerks zeigt sich im Inneren. Eine weitläufige, spiralförmige Treppe führt bis unters Dach und erlaubt Blicke ins lichtdurchflutete Atrium. Wer dort im Café sitzt, genießt eine wunderbare Aussicht auf die Wolkenkratzer-Skyline Dohas. Die Ausstellung lässt Kunstfreunde frohlocken, denn das MIA zeigt eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen islamischer Kunst. Keramiken, Textilien, Waffen und Dokumente werden in großzügig gestalteten und raffiniert ausgeleuchteten Ausstellungsräumen wie kostbare Schätze präsentiert. Nicht verpassen: den tollen Blick auf Doha von der Außenterrasse des MIA.

Stopover in Katar - Jutta Lemcke (11 von 18)

Paddeltrip durch die Mangroven

Wer dem städtischen Leben Katars entfliehen möchte, kann bei einem Paddeltrip der Natur ganz nahe kommen. Ausgerüstet mit Schwimmwesten geht es in stabilen Kajaks erst über die türkisschimmernde Lagune und dann in die Mangrovenwälder von Al Thakira nördlich der Stadt Al Khor. Die üppig grüne Vegetation bietet dem Auge einen erholsamen Gegensatz zu der faszinierenden, aber kargen Wüstenlandschaft des Emirats. Die knorrigen Mangroven, deren Holz seit jeher als Deckenbalken in den Lehmhäusern genutzt wird, bieten Flamingos, Reihern und einer Vielzahl kleiner, laut zwitschernder Vögel einen Lebensraum. Paddelkenntnisse sind übrigens nicht nötig: Die Lagune ist flach wie eine Badewanne, so dass Aussteigen während der Fahrt durchaus erlaubt ist.

Tradition trifft Technik

Die verschachtelten Lehmgebäude der Msheireb-Museen laden in vergangene Zeiten ein – und bieten dennoch den Luxus modernster Technik. Die Klimaanlage summt leise, es stehen eisgekühlte Getränke bereit und die Beamer projizieren 3-D-Animationen auf die Leinwände. Verschleierte Frauen huschen als Schattenrisse über die Wände und Gipsfiguren zeigen die Mühsal früherer Arbeiter. Vier historische Gebäude werden genutzt, um Erbe und Kultur Katars zu präsentieren. Besonders spannend ist das Company House, das die Entwicklung des Emirats vom Wüstenland zum superreichen Ölstaat anschaulich dokumentiert. Verantwortlich für den Museen-Komplex ist übrigens eine Frau: Her Highness Sheikha Moza Bint Nasser, Mutter des derzeitigen Emirs von Katar und für ihren großen Einfluss auf Politik und Wirtschaft des Landes bekannt.

Pool für Pferde

Wer denkt, die Katari fahren entweder Ferrari oder reiten auf Kamelen, liegt falsch. Im Emirat am Golf spielen Pferde eine bedeutende Rolle. Den edlen Vierbeiner hat das Land eine luxuriöse Heimstatt gebaut: das Al Shaqab. Das Gestüt beherbergt rund 1000 Araberpferde – gut 100 gehören dem Emir persönlich. In Al Shaqab wird gezüchtet, medizinisch versorgt und für Pferderennen trainiert. Bei allem genießen die teuren Tiere 5-Sterne-Luxus. Gipfel des Komforts: ein Schwimmbad für die vierbeinigen Araber.

Weitere Informationen

Anreise: Qatar Airways bietet Flüge nach Doha und ist die richtige Wahl für einen Stopover in Katar (www.qatarairways.com).

Unterkunft: Eine stilvolle Unterkunft bieten die Souq Waqif Boutique Hotels. Die neun Häuser sind zum Teil in alten Souk-Gebäuden untergebracht. Sie bieten Luxus und traditionelles Ambiente mitten im Souk (www.swbh.com). Wer an der West Bay und damit direkt im Wolkenkratzer-Viertel wohnen möchte, kann das Intercontinental Doha – The City wählen. Intercontinental bietet auch, wie viele der anderen Hotelketten, ein Strandhotel mit großem Pool (www.intercontinental.com).

Vor Ort: Ein engagiertes Unternehmen für Aktivitäten vor Ort ist Middle East Adventures (E-Mail: [email protected])

Auskünfte: Ausführliche Informationen zu Geschichte, Sehenswürdigkeiten und aktuellen kulturellen Events finden sich auf der offiziellen Website von Qatar Tourism (www.qatar-tourism.com).

Hinweis: Die Reise fand auf Einladung statt.

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Auf Sightseeing in Europa mit der AIDAperla

Eintauchen in eine andere Welt, den Luxus eines Hotels genießen und dabei jeden Morgen in einem anderen Land und in einer anderen Stadt aufwachen. Nur eine Kreuzfahrt kann all das bieten. Vielleicht auch ein Grund, warum der Kreuzfahrtmarkt so boomt. Auch wir machen uns auf den Weg zum Hamburger Hafen. Die AIDAperla ist längst da. Das neueste Schiff der Reederei AIDA Cruises startet in dieser Saison regelmäßig von Hamburg.

Eintauchen in eine andere Welt, den Luxus eines Hotels genießen und dabei jeden Morgen in einem anderen Land und in einer anderen Stadt aufwachen. Nur eine Kreuzfahrt kann all das bieten. Vielleicht auch ein Grund, warum der Kreuzfahrtmarkt so boomt. Auch wir machen uns auf den Weg zum Hamburger Hafen. Die AIDAperla ist längst da. Das neueste Schiff der Reederei AIDA Cruises startet in dieser Saison regelmäßig von Hamburg. Die Kreuzfahrt „Metropolen mit AIDAperla“ ist aber nicht nur eine Tour zu großen Städten, es ist mit den Zielen Southampton, Le Havre, Zeebrügge, Hamburg und Rotterdam auch eine Zeitreise in die Geschichte der Seefahrt und der Häfen.

Gegen 19 Uhr lässt Kapitän Jens Janauscheck die Leinen lösen, nachdem das gewaltige Schiffshorn den Hamburger Hafen zum Vibrieren bringt und die Auslaufmusik „Orinoco Flow“ erklingt. Die AIDAperla zieht bei schönstem Sonnenschein ihre Bahn auf der Elbe in Richtung Nordsee. Auf dem Programm der 7-tägigen Reise stehen Besuche in Großbritannien, Frankreich, Belgien und den Niederlanden an.

 

Der erste Tag auf dem Schiff ist ein Seetag

Der erste Tag auf dem Schiff ist ein Seetag. Zeit, um die AIDAperla ausgiebig zu erkunden und absolut notwendig, denn es dauert ein wenig, um sich auf dem Schiff mit 18 Decks zurecht zu finden. Insgesamt 14 Cafés und Bars sowie zwölf Restaurants beherrbergt die AIDAperla. Dazu gehören fünf Buffet-Restaurants, drei Spezialitäten-Restaurants sowie vier A-la-carte-Restaurants.



Die AIDAperla erreicht Southampton gegen neun Uhr

Zurück zur Reiseroute. Unseren ersten Hafen, Southampton, erreichen wir gegen neun Uhr. Die AIDAperla macht am QE2 Cruise Terminal, Berth 38, fest. „Wir liegen heute mit der AIDAperla genau gegenüber des Piers, von dem aus die Titanic vor 106 Jahren in Southampton in See stach“, sagt Kapitän Janauscheck über die Lautsprecheranlage des Schiffs. Sein Kollege Edward John Smith gab dort am 10. April 1912 den Befehl, die Leinen der Titanic zu lösen.

Einige Passagiere der AIDAperla bleiben an Bord, gehen in die Stadt oder bleiben im Hafen, den pro Jahr mehr als 200 Kreuzfahrtschiffe anlaufen. Unter ihnen auch die berühmte Queen Mary 2, die in Southampton ihren Heimathafen hat. Wir haben den Landausflug “London auf eigene Faust” gebucht und machen uns mit dem Bus auf den Weg nach London. Die Busfahrt dauert etwas mehr als zwei Stunden.


Metropolen ab Hamburg 1 mit AIDAperla
Juni bis Oktober 2018
7 Tage ab/bis Hamburg
ab 599 €* p. P.
An- und Abreise mit der Bahn ab 94 €** p. P.

* AIDA VARIO Preis pro Person bei 2er-Belegung (Innenkabine), limitiertes Kontingent
** 2. Klasse ohne BahnCard im Streckennetz der Deutschen Bahn


London ist mit acht Millionen Einwohnern die drittgrößte Stadt Europas. Insgesamt werden in der Stadt mehr als 300 Sprachen gesprochen. Es gibt über 40 Universitäten, vier UNESCO-Weltkulturerbe-Stätten, acht königliche Parks, die älteste U-Bahn und einige der besten Museen und Kunstgalerien der Welt. Eine lange Liste, wenn man nur vier Stunden Zeit hat, die riesige Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Wir gehen vorbei am Wellington Arch in Richtung Buckingham Palace.

Das Wellington Arch wurde ursprünglich als Eingang zum Buckingham Palace erbaut. Von dort aus geht’s mit der U-Bahn zum Picadilly Circus. Zur Freude der Kinder, die sich dort vor allem den riesigen Lego-Store anschauen. Leider zeigt sich London mit dem Wetter bei unserem Besuch sehr authentisch: Nieselregen und 10 Grad. Zu kalt, um draußen den Trubel der Großstadt in einem Café zu beobachten. Und vier Stunden sind für so eine Stadt wahrlich viel zu kurz.

 

Um 21 Uhr müssen alle Passagiere wieder an Bord sein, denn Kapitän Jens Janauscheck bringt die AIDAperla auf Kurs Frankreich. Rund 114 Seemeilen oder 211 Kilometer ist Le Havre von Southampton weg, eine weitere Hafenstadt mit viel Geschichte auf der Route dieser Kreuzfahrt.

Muscheln essen am Strand von Le Havre

Le Havre wurde 1940 im Zweiten Weltkrieg von deutschen Truppen besetzt und der Hafen wurde zu einer Festung umgebaut. Rund 40.000 Soldaten waren hier stationiert und erst im September 1944, nach der Landung der Alliierten in der Normandie, konnten die Franzosen die Stadt wieder zurückerobern. Knapp eine Woche davor wurde die Stadt allerdings durch massive Bombenangriffe komplett zerstört.

aida bewertungen bord cruises deck eur hamburg kabine kreuzfahrten minuten position preis reise reisen rotterdam schiffe service aidaDer Stadtkern von Le Havre wurde nach dem Krieg wieder aufgebaut. Vor allem der Architekt Auguste Perret entwarf mit seinem Team die heute charakteristischen langen Straßenachsen und die breiten Boulevards. Die großen Mehrfamilienhäuser erinnern ein wenig an ostdeutsche Plattenbauarchitektur. Der Stadtkern wurde 2005 in das UNESCO-Welterbe aufgenommen.

Wer nach dem Stadtbummel noch etwas Erholung braucht, der kann am Strand von Le Havre eines der vielen kleinen Strandrestaurants besuchen, die in nur wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen sind. Mein Tipp: Muscheln probieren. Gegen 20 Uhr verlässt die AIDAperla den Quai Roger Meunier in Le Havre. Das nächste Ziel ist Zeebrügge in Belgien.

Schokolade und Waffeln in Belgien genießen

Der Hafen von Zeebrügge ist nach Antwerpen der zweitgrößte Hafen Belgiens. Die Stadt ist vor allem wegen der Schokolade bekannt, die Brügge den Namen „Welthauptstadt der Schokolade“ gebracht hat. Von Zeebrügge kann man mit dem Taxi für 50 € nach Brügge fahren oder einen der zahlreichen Ausflüge der AIDA nutzen. Dort angekommen empfängt ein riesiger Marktplatz die Besucher. Das mittelalterliche Stadtzentrum mit dem großen Burgplatz und der Heilig-Blut-Basilika gleicht einem Ameisenhaufen. Neben Pferdekutschen, die die vielen Touristen durch die Stadt fahren, gibt es jede Menge Reisegruppen, die sich die sehenswerte Stadt anschauen. Gemütlich wird es bei einer Grachtenfahrt, auf der die Stadt aus einer anderen Perspektive besichtigt werden kann. Nicht entgehen lassen sollte man sich die, neben der Schokolade, ebenfalls weltberühmten Pommes Frites.

Rotterdam ist Europas größter Seehafen

Ein richtiges Highlight der Reise ist Rotterdam. Die holländische Stadt, die oft im Schatten von Amsterdam steht, muss sich keinesfalls verstecken. Die AIDAperla macht am Pier „Holland Amerikakade“ fest. Das Schiff wird über Nacht hier liegen bleiben und erst am kommenden Morgen zur letzten Fahrt zurück nach Hamburg in See stechen.

Rotterdam ist mit 134.000 Schiffen, die hier jährlich festmachen, Europas größter Seehafen. Waren aus aller Welt werden hier umgeschlagen. Und auch der Stadtkern von Rotterdam kann sich sehen lassen. Ein Besuch in der Markthalle lohnt sich auf jeden Fall. Vom Pier bringt ein kostenloses Shuttle die Gäste in die Nähe der Markthalle, die ein einzigartiges Design in der Form eines riesigen Flugzeughangars hat. Im Inneren sind zahlreiche Geschäfte, Cafés und Restaurants zu finden. Die Wände und die Decke der Markthalle sind dekoriert mit riesigen bunten Tafeln, die Obst und Gemüse zeigen.

Den Hafen mit einem Wassertaxi erkunden

Gleich gegenüber sind die weltberühmten Kubushäuser, auch Würfelwohnungen genannt, zu sehen. Die würfelförmigen Häuser sind um 45 Grad geneigt und auf einen sechseckigen Kegel gestellte. Die Häuser haben im Inneren keine geraden Wände. Jedes einzelne dieser Häuser stellt einen Baum dar. Alle 38 Würfelhäuser zusammen ergeben einen Wald.



Mit dem Shuttlebus geht’s dann auch zurück zum Schiff. Wer noch keine Lust hat, zurück an Bord zu gehen, der kann den Hafen mit einem Wassertaxi erkunden oder noch auf einen Drink in das wahrscheinlich berühmteste Hotel in Rotterdam gehen, das nur wenige Schritte vom Liegeplatz der AIDAperla entfernt ist. Das Gebäude des Hotels “New York” diente in der Vergangenheit als Hauptsitz der Holland – America Line und stammt aus den Jahren 1901 bis 1917, damals noch eine Unterkunft für Amerika-Emigranten.

Die letzte Etappe der Tour ist 320 Seemeilen lang und führt zurück nach Hamburg. Bis dahin ist aber noch genug Zeit, das hervorragende Entertainmentprogramm der AIDAperla zu besuchen und am Ende der Kreuzfahrt im Beachclub auf Deck 15 den Urlaub ausklingen zu lassen. Die sehr gute Liveband „Correcto“ hilft dabei mit der richtigen Musik.

 

Hinweis: Die Reise fand auf Einladung statt.

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Aufgepäppelt und poliert in Summerland

Unter meinen Schuhen knirscht der Sand. Links und rechts von mir stehen halb zugedeckte, komplett mit einer weißen Staubschicht bedeckte alte Autos. In den grauen Regalen stapeln sich alte Spiegel, Radkappen, überdimensionierte Radios und zerrissene Sitzpolster. Die Luft ist geschwängert mit Benzin, altem Öl und frischer Farbe. Ich fühle mich zurückversetzt in die Zeit von Elvis, Rock’n Roll und Oldsmobil.

Unter meinen Schuhen knirscht der Sand. Links und rechts von mir stehen halb zugedeckte, komplett mit einer weißen Staubschicht bedeckte alte Autos. In den grauen Regalen stapeln sich alte Spiegel, Radkappen, überdimensionierte Radios und zerrissene Sitzpolster. Die Luft ist geschwängert mit Benzin, altem Öl und frischer Farbe. Ich fühle mich zurückversetzt in die Zeit von Elvis, Rock’n Roll und Oldsmobil. Keine Spur von moderner Technik, kein Fahrspur-Assistent, keine geschönten Abgaswerte: Was aus diesen Oldtimern rauskommt, ist der pure Sound der 50er und 60er-Jahre. Und den hört man in Kanada noch sehr oft.

Für Fans von alten Autos der Marken Ford, Lincoln, Oldsmobile oder Plymouth ist Summerland in British Columbia in Kanada ein Paradies. Versteckt in einer alten Fabrikhalle, abseits der Hauptstraße, befindet sich die Oldtimersammlung von Garnet Nixdorf, einem 81 Jahre altem Kanadier, der über 100 dieser alten Fahrzeuge besitzt. Rund 80 davon stehen in Summerland bei „Nixdorf Classic Cars“, der Rest verteilt in der ganzen Welt. Und die Bandbreite ist groß: Autos von 1936 bis 1970 sind in der Halle für 20 kanadische Dollar Eintritt zu besichtigen.

Das zerlegte Auto muss ein Oldtimer sein

Kanada - Summerland - BC - Joerg Baldin (19 von 29)

Rick Schertner (64) weiß, wie Oldtimer wieder zusammengesetzt werden.

Hinter einer vergilbten Folie, die als Schutz vor einem Durchgang in eine weitere Halle hängt, steht ein zerlegtes, rotes Auto. Der Motor liegt vollkommen frei und funkelt teilweise mit neuen lackierten Bestandteilen. Die Karosserie wurde frisch lackiert und unterscheidet sich durch ihre runde Formen von den heutigen Autos. Auch das muss ein Oldtimer sein. Damals haben sich die Ingenieure beim Bau der Fahrzeuge noch mit wunderschönen Formen und nicht mit Strömungswerten auseinandergesetzt. Der Begriff “Strömungswiderstandskoeffizient” oder “cw-Wert” wurde erst in den 80er Jahren zum wichtigsten Wert der Automobilhersteller.

Vor dem Auto an einer Werkbank aus Holz steht Rick Schertner. Der 64-jährige Kanadier aus Penticton in Okanagan ist derjenige, der die Autos wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt. Mit ölverschmierten Händen und schmutzigem Overall schraubt er jedes Teil wieder da an, wo es ursprünglich hingehört. Viele Autos, die hier stehen, waren in einem sehr schlechten Zustand, bevor sie in Ricks Obhut kamen, sei es durch Unfall oder einfach nur durch Rost. Was es an Ersatzteilen nicht mehr gibt, wird entweder selbst hergestellt oder von anderen Modellen passend gemacht. Rick kann das. Er ist seit seiner Jugend dabei, Autos zu reparieren. Seine erste Frage, als er hört, dass ich aus Deutschland komme, handelt natürlich von dem Autothema dieser Tage: „Was ist eigentlich mit Volkswagen los?“, und schüttelt dabei fassunglos den Kopf.

Er selbst habe in seinen jungen Jahren insgesamt drei VW Käfer gefahren. Bei seinem letzten “Volkswagen” hat er den 34 PS-Motor gegen einen 150 PS-Motor aus einem amerikanischen Wagen getauscht und musste dabei einige Änderungen an Karosserie und Motorhaube vornehmen. „Aber der Wagen hat richtig Spaß gemacht“, sagt Rick. Seine Augen leuchten, als er von dem alten  „Beetle“ spricht. Alle aus seiner Familie haben irgendwann mal einen Volkswagen gefahren.

Für den Chevrolet benötigt Rick acht Monate

Für den roten Chevrolet aus dem Jahr 1960, der komplett zerlegt wurde und nun von Rick Stück für Stück wieder montiert wird, benötigt er rund acht Monate und es wird wohl sein letztes Fahrzeug sein. „Im Mai gehe ich in Rente“, so der Kanadier. „Dann habe ich mehr Zeit dafür mit den Autos zu fahren anstatt sie auseinanderzunehmen oder wieder zusammen zu schrauben.“ Bis dahin kann Rick sich aus dem Fundus der Werkstatt bedienen, die so aussieht, als sei die Zeit irgendwann zwischen 1950 und 1960 stehen geblieben. Zu der Zeit gehören auch die „Black and Decker 11/16 Super Service Calve Refacer“, einer Art Schleifmaschine aus den frühen 60er Jahren oder die drei Musikboxen, die man mit 25ct Stücken füttert, um dann dem Klang und dem Rauschen der Schallplatten zu folgen, die noch mechanisch vom Plattenarm der Anlage aufgelegt wird. Auch das war das Gefühl der 60er Jahre.

Hinweis: Die Reise fand auf Einladung statt. Der Artikel ist bereits 2015 erschienen und wurde neu überarbeitet.

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Digitale Briefkästen für Vielreisende

Wer viel reist, kennt das Problem: Der Post-Berg wächst. Nicht nur der aus Briefen, die auf herkömmliche Weise von der Gelben Post gebracht werden, sondern auch der der elektronischen Briefe. Viele der rund sechs Millionen Deutschen, die privat oder geschäftlich viel auf Reisen sind, lassen sich ihre Post aufwendig nachschicken – und verpassen dennoch wichtige Termine.

Wer viel reist, kennt das Problem: Der Post-Berg wächst. Nicht nur der aus Briefen, die auf herkömmliche Weise von der Gelben Post gebracht werden, sondern auch der der elektronischen Briefe. Viele der rund sechs Millionen Deutschen, die privat oder geschäftlich viel auf Reisen sind, lassen sich ihre Post aufwendig nachschicken – und verpassen dennoch wichtige Termine. Kein Wunder, dass der Markt der Dienstleister wächst, die helfen wollen, die Post-Berge abzubauen.

Sie heißen Caya oder Condecco, Digitalkasten, Dropscan, Movinga, myDropmail oder SubmitBox – fast zwei Dutzend Anbieter tummeln sich auf dem Markt der Digitalisierung von Briefpost. Die meisten ähneln sich in ihrer Arbeitsweise: Sie werden vom Reisenden beauftragt und informieren die Deutsche Post per Nachsendeauftrag, dass ihre Briefe für die zwei, vier oder sechs Monate der Abwesenheit beim Dienstleister abgegeben werden. Der scannt die Schriftstücke und sendet sie dem Kunden innerhalb weniger Stunden als pdf-Datei via E-Mail-Account oder App zu.

Der Vorteil: Der Reisende muss nicht ständig jemanden bitten, den Briefkasten regelmäßig zu leeren und wichtige Korrespondenz zu öffnen oder nachzusenden, damit man keine Fristen versäumt. Stattdessen kann er von unterwegs aus über sein Smartphone selbst reagieren, wenn er es für notwendig hält – vom Strand auf Mallorca, von der Lodge in Südafrika oder vom Hafen in Piräus aus.

Die Postscan-Services erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Selbst die Deutsche Post fährt mit auf dem Zug. Ihre digitale Ergänzung zum Briefkasten an der Haustür heißt E-Postscan und kostet 24,99 Euro pro Monat. Alle Originale werden verwahrt und nach der Rückkehr von der Reise auf die analoge Weise ausgeliefert. Zum Vergleich: Die im vergangenen Jahr gegründete Firma Digitalkasten erhebt von Privatpersonen eine monatliche Gebühr von 20 Euro. Darin enthalten ist zwar die unbegrenzte Digitalisierung der Post, wer die Originale aber länger als 30 Tage im Safe archivieren möchte, muss 50 Cent pro Brief und Monat extra berappen. Will der Kunde die Originale haben, zahlt er für jede bis zu 15 Dokumente umfassende Sammelsendung 2,50 Euro plus Versandkosten.

Das Kölner Startup Evy Solutions geht mit seiner App Companion einen Schritt weiter als andere Anbieter: Neben der täglichen Post, die spätestens 24 Stunden nach Eingang aufbereitet in der App zur Verfügung steht, fließen auch E-Mails inklusive PDF-Anhängen in den mobilen Assistenten ein. Damit kann die gesamte Post – unabhängig von der Quelle – zentral verwaltet werden. Evy nutzt dafür eine im eigenen Haus entwickelte künstliche Intelligenz. Sie wertet die Inhalte sämtlicher Dokumente aus, verschlagwortet sie und gibt dem Nutzer Handlungsempfehlungen.

Wichtige Termine und Fristen werden erkannt und in den persönlichen Kalender übernommen. Benachrichtigungen (per Push-Funktion oder SMS) halten über wichtige Ereignisse und Vorgänge auf dem Laufenden. Michael Vogel, einer der beiden Firmengründer, ist auf diese Idee gekommen, als er als selbständiger Unternehmensberater es leid war, bei Zwischenstopps im Büro Berg an Briefpost durchzugehen, „um festzustellen, dass die Hälfte Werbung war und ich wichtige Termine verpasst hatte“. Vogel betont, dass durch das Scannen allein der Dokumentenberg lediglich digitalisiert wird, „Nutzer aber weiterhin jedes Dokument öffnen, auf Relevanz prüfen und bearbeiten muss“. Der

Software-Experte Arian Storch entwickelte die neue App für Android Geräte und Apples iOS. Wichtig: Die digitalisierten Dokumente werden mit modernen Verschlüsselungstechniken verarbeitet. Gespeichert werden sie direkt in der App und stehen damit – anders als bei den reinen Scan-Diensten – auch ohne Internet zur Verfügung. Die Preise beginnen bei zehn Euro im Monat. Für monatlich 20 Euro gibt es eine Flatrate für die gesamte Briefpost. Demnächst soll es auch eine Bezahlfunktion geben. Dann kann der Reisende Rechnungen direkt via App bezahlen – und anschließend an seinen Steuerberater weiterleiten.

 

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Mit diesen Apps wirst Du zum Experten für die Reiseplanung

Der nächste Urlaub oder ein Wochenendtrip mit Freunden steht vor der Tür? Die liebe Familie wartet sehnsüchtig auf einen Besuch? Das bedeutet erstmal: Die Reiseplanung muss erledigt werden. Immer mehr Menschen nutzen dafür das Internet als Recherche- und Buchungstool. 2016 haben 43 Prozent der Deutschen im Internet eine Reise gebucht, Tendenz steigend. Zum Vergleich: 2001 waren es nur vier Prozent.

Der nächste Urlaub oder ein Wochenendtrip mit Freunden steht vor der Tür? Die liebe Familie wartet sehnsüchtig auf einen Besuch? Das bedeutet erstmal: Die Reiseplanung muss erledigt werden. Immer mehr Menschen nutzen dafür das Internet als Recherche- und Buchungstool. 2016 haben 43 Prozent der Deutschen im Internet eine Reise gebucht, Tendenz steigend. Zum Vergleich: 2001 waren es nur vier Prozent. 

Online-Reiseplanung – viele Wege führen ans Ziel

Es gibt verschiedene Plattformen und Angebote, die bei der Reiseplanung helfen und versprechen, die jeweils besten Routen mit den verschiedenen Verkehrsmitteln zu liefern. Am Ende der Suche hat man die Wahl zwischen Fernbus, Zug oder Flug, manchmal werden auch Sharing-Dienste mit in die Suche einbezogen.

Häufig wird aber mehr als ein Verkehrsmittel benötigt, um ans Ziel zu kommen. Die Ergebnisse müssen also im nächsten Schritt vom Suchenden selbst kombiniert werden. Ein Puzzle-Spiel, das zuweilen sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Denn nicht jeder hat das Glück (oder Pech) einen Flughafen in direkter Nähe zu haben. Bei Reisen zu weiter entfernten Zielen heißt es dann meist, erstmal einen Flug raussuchen und dann schauen, wie man rechtzeitig zum Flughafen kommt. Gibt es mehrere Flughäfen in der Nähe, wird diese Suche so lange wiederholt, bis die besten Optionen gefunden sind. Klingt kompliziert?! Ist es bisweilen auch. Gut zu wissen, welche Apps bei der Reiseplanung helfen können.

Welche App kann was?

Soviel vorweg: es gibt zahlreiche Routenplaner im Internet. Wir werfen einen Blick auf die, die sich auf die Planung von weiteren Reisen spezialisiert haben. Da wären zum Beispiel GoEuro, fromAtoB, Rome2Rio und Qixxit. GoEuro und fromAtoB vergleichen verschiedene Verkehrsmittel für die gewünschte Route und listen diese als Alternativen auf. Rome2Rio und Qixxit gehen einen Schritt weiter. Wir haben das mal für die Reisesuche von Wolfsburg nach Palma de Mallorca ausprobiert und stellen euch die Ergebnisse hier vor.

GoEuro findet Flüge ab Hannover und Hamburg und bietet die Zusatzoption “Inklusive Flughafenanbindung” an. Gut, denn die Reise soll ja in Wolfsburg starten. Schaut man sich dann die Ergebnisse der Suche an, leider die Enttäuschung: In der App erscheint der Hinweis, dass man mit dem PKW/Taxi 3 Stunden und 38 Minuten nach Hamburg benötigt, jedoch ohne weitere Detailinfos oder Alternativen zum Auto. Also wieder eine neue Suche auf einer anderen Webseite starten.

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GoEuro bietet an, Anreiseoptionen zum Flughafen anzuzeigen. Wir bekommen aber nur die Info, wie lange die Fahrt mit dem PKW zum Flughafen Hamburg dauert. (Quelle: Screenshot GoEuro Android App)

Nächster Versuch: fromAtoB. Hier bekommen wir ausschließlich Flüge ab Hannover angezeigt ohne Hinweis auf die Anreisemöglichkeiten zum Flughafen. Würden wir Emojis in unseren Texten verwenden, käme jetzt der Smiley mit dem geraden, schmalen Strich als Mund…

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fromAtoB zeigt uns nur die Flugergebnisse an, ohne Anreiseoptionen oder die Zeit, die man für die Anreise benötigt. (Quelle: Screenshot fromAtoB Android App)

Bei Rome2Rio, einem Anbieter mit Sitz in Melbourne, Australien, wird es auf den ersten Blick etwas konkreter. Gleiche Suchanfrage und binnen kürzester Zeit spuckt die App verschiedene Optionen von mehreren Flughäfen aus und zeigt die Reisekette an. Sehr informativ. Aber: Preise werden nur geschätzt und die Verkehrsmittel nicht logisch zu einer Reisekette miteinander kombiniert. Also folgt auch hier weiteres Suchen und Vergleichen. Und wieder kommt mir dieser Smiley in den Sinn…

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Rome2Rio gefällt uns schon besser. Hier wird ein möglicher Reiseverlauf angezeigt, allerdings ohne konkrete Preise und Reisezeiten. (Quelle: Screenshot Rome2Rio Android App)

Qixxit, kombinieren Sie!

Dies wäre kein Ratgebertext, wenn er keine Lösung präsentieren würde. Deshalb stellen wir euch zu guter Letzt den Reiseplaner Qixxit vor. Qixxit vergleicht Fernbus, Zug und Flüge und – jetzt kommt’s – kombiniert sie bei Bedarf miteinander.

Was heißt das konkret an unserem Beispiel Wolfsburg-Palma? Wir erhalten Routenvorschläge für die Flughäfen Hannover, Hamburg, Bremen, Berlin und Leipzig. In der App werden auf einer Karte die besten Optionen direkt mit Gesamtpreis und Dauer der Reise angeteasert. Das gibt sofort einen guten Überblick. Wie lange man allein dafür mit der eigene Suche gebraucht hätte! Über die Filter lassen sich die Ergebnisse nach Dauer, Umstiegen, Preis, Abfahrtszeit, etc. filtern und eingrenzen. Und das beste: Die gesamte Reisekette wird angezeigt. Man weiß also sofort, welchen Zug oder Fernbus man nehmen muss, um rechtzeitig am Flughafen zu sein.

Die Buchung der Tickets ist ebenfalls unkompliziert: Zugtickets für die Deutsche Bahn kann man direkt in der App buchen, hat man die FlixBus App installiert, “springt” man für die Buchung direkt dorthin und Flugtickets bekommt man direkt bei der Airline oder dem Provider des Angebots. Wir finden: Eine super Lösung, die langes Suchen auf zig Webseiten der Vergangenheit angehören lässt. Dafür gäbe es als Emoji einen Smiley mit einem breiten Grinsen.

qixxit-Reiseplaner

Klarer Favorit: Qixxit. Vergleicht verschiedene Abflughäfen, sagt uns, wie und wann wir dorthin kommen und was die gesamte Reise kostet. (Quelle: Screenshot Qixxit Android App)

Die App wurde erst vor Kurzem komplett überarbeitet. Auf Nachfrage teilte man uns mit, dass weitere Features und Verkehrsanbieter hinzukommen und die Apps für Android und iOS schon etwas weiter sind als die Webseite. Und es stimmt, die Apps machen derzeit mehr Spaß als die Webseite. Wir sind jedenfalls gespannt, wie es mit Qixxit weitergeht und behalten die Berliner im Auge.

Und jetzt: Viel Spaß bei der Planung eurer nächsten Reise!

Egal wohin eure nächste Reise geht: Wir wünschen euch viel Spaß bei der Reiseplanung und hoffen, euch mit diesem Text ein paar gute Tipps an die Hand gegeben zu haben. Es gibt natürlich noch weitere digitale Reiseplaner, sie alle vorzustellen, hätte den Rahmen hier gesprengt. Unsere Auswahl erhebt also keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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Hangzhou – Zwischen Legenden und Traditionen

China stand schon lange auf meiner Reise-To-Do-Liste. Für viele kein typisches Reiseziel. Doch was treibt jemanden dazu, das Reich der Mitte zu erkunden? In meinem Fall die Neugierde Land und Leute kennenzulernen, landestypische Gegebenheiten zu erkunden und eventuell mit einigen Vorurteilen aufzuräumen. Erstes Ziel meiner Reise – Hangzhou!

China stand schon lange auf meiner Reise-To-Do-Liste. Für viele kein typisches Reiseziel. Doch was treibt jemanden dazu, das Reich der Mitte zu erkunden? In meinem Fall die Neugierde Land und Leute kennenzulernen, landestypische Gegebenheiten zu erkunden und eventuell mit einigen Vorurteilen aufzuräumen. Erstes Ziel meiner Reise – Hangzhou!

Von der Sonne geweckt zu werden entpuppt sich an meinem ersten Morgen in Hangzhou als unmöglich. Der Nebel hängt tief über der Hauptstadt der chinesischen Provinz Zheijang, und verdeckt komplett die Sonne, die es auch mit größter Anstrengung nicht schafft, sich ihren Weg zu bahnen.

Ich schaue hinaus aus meinem Hotelzimmer auf die zahlreichen Dächer und Strassen der pulsierenden Stadt, mit seinen mehr als 9 Millionen Einwohnern. Wie kleine bunte Ameisen bahnen sie sich ihren Weg. Bei der Masse an Menschen, Mofas und Co. müsste man nun einen ohrenbetäubenden Lärm vermuten – doch dem ist nicht so. Die meisten Mofas sind mit einem Elektromotor ausgerüstet. Perfekt für die Geräuschkulisse – gefährlich für alle Verkehrsteilnehmer und Fußgänger. Besonders in der Nacht. Da kann es schon mal vorkommen, das plötzlich aus dem Nichts ein Mofa an Dir vorbeirast.

Hangzhou liegt knapp 190 km süd-südwestlich von Shanghai und wurde einst von Marco Polo höchstpersönlich als „schönste Stadt der Welt“ bezeichnet. Ob dem wirklich so ist – wir werden sehen. Ich lasse mich überraschen.

Der Westsee

Die wohl berühmteste und beliebteste Sehenswürdigkeit in Hangzhou ist der Westsee. Ein knapp 6 qkm großer See, der an drei Seiten von Hügeln umschlossen ist. Ich entschließe mich dazu, eine Bootstour zu machen. Auch wenn die Bootstour bei Sonnenschein garantiert malerischer gewesen wäre, unterstreicht der heutige Nebel die magische und verwunschene Stimmung des Sees, der schon in der Vergangenheit zahlreiche Dichter und Maler der chinesischen Geschichte inspiriert hat. Eine der wohl berühmtesten Legenden ist die „Legende der weißen Schlange“. Der Westsee gehört seit 2011 zum UNESCO Weltkulturerbe.

Grüne Idylle außerhalb des Großstadttrubels

Entlang des Sees gibt es zahlreiche Gärten, Pagoden und Tempel. So z.B. den Lingyin Tempel, ein zen-buddihistischer Tempel. Im 10Jhr. erbaut wurde die Anlage aufgrund von Plünderungen mehr als 16 mal neu aufgebaut. Das heutige Gebäude ist eine moderne Restauration der späteren Qing-Architektur. Wer den Tempel betreten möchte, muss zuerst an den Feilai Feng Grotten vorbei.

Mehr als 400 in Stein gemeißelte oder zum Teil aufgestellte Skulpturen sind hier inmitten der wunderbaren Natur zu finden. Ein überwältigender Anblick. Der Duft von Weihrauch und Räucherstäbchen kommt uns entgegen. Menschenmassen bahnen sich ihren Weg durch die einzelnen Tempelgebäude. Ein Ort an dem sich die Menschen gerne zurückziehen, um zu beten und Kraft zu tanken. Grüne Idylle außerhalb des Großstadttrubels.

Drachenbaumtee aus Hangzhou

Ein weiteres Highlight in Hangzhou, und besonders für Teeliebhaber ein Muss, der Ausflug zu den wohl berühmtesten Teeplantagen Chinas. Die Meixu Teeplantage im Meijiawu Hangzhou beherbergt den berühmtesten grünen Tee, den Drachenbaumtee, den China zu bieten hat. Wer mag, kann den Arbeitern auf den Feldern zusehen, wie sie sorgfältig nur die obersten drei Blättchen für die weitere Verarbeitung abschneiden. Eine präzise und zeitintensive Arbeit.

XiXi Wetland Park – auf den Spuren der chinesischen Geschichte

Wer sich noch intensiver mit der Geschichte von Hangzhou befassen möchte,und die wunderbare Natur erleben will, sollte auf jeden Fall den Xixi Wetland Park, den ersten und einzigen Feuchtgebiet-Park in China besuchen. Hier kann man inmitten eines ca. 11,5 Quadratkilometer großen Geländes z.B. eine Bootstour auf den insgesamt 6 durch den Park fließenden Flüssen machen, vorbei an historischen Gebäuden und Sehenswürdigkeiten. Fernab vom Großstadttrubel.

Farbenfrohes Hangzhou

Nach so viel Kultur und Natur entschließe ich mich, abends durch Hangzhou zu schlendern. Wie vermutet scheinen die großen Städte in China niemals zu schlafen. Die Innenstadt ist hell erleuchtet. Egal ob durch die bunten Lichtinstallationen die die großen Wolkenkratzer schmücken oder durch die zusätzlichen Lichter, die entlang der Strassen, im Park oder auch auf den Schiffen in den buntesten Farben schillern.

Egal wohin man schaut, tummeln sich die Menschen auf den Strassen oder in den Parks. Meist für einen kleinen Plausch mit Freunden oder auch zum allabendlichen Tanz auf dem Vorplatz. In China keine seltene Begebenheit. Abends kommen die Menschen aus ihren zum Teil kleinen Wohnungen heraus um die verbleibenden abendlichen Stunden zu genießen. Tai-Chi im Park, entweder allein oder mit Freunden, ein kleiner Spaziergang durch die Parkanlage oder gar ein Shoppingtrip durch die zahlreichen Geschäfte. Hangzhou pulsiert, egal ob bei Tag oder Nacht.

Video über die Reise nach Hangzhou

Hinweis: Die Reise fand auf Einladung statt.

 

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Die Gärten von Suzhou

Unzählige Wasserstrassen, verwinkelte kleine Gassen, farbenfrohe Seide und blühende Gärten so weit das Auge reicht. Das würde ich wohl sagen, wenn man mich nach der Kurzfassung meiner Eindrücke aus Suzhou fragen würde. Für all diejenigen, die lieber die Langfassung lesen möchte – Voilá!

Unzählige Wasserstrassen, verwinkelte kleine Gassen, farbenfrohe Seide und blühende Gärten so weit das Auge reicht. Das würde ich wohl sagen, wenn man mich nach der Kurzfassung meiner Eindrücke aus Suzhou fragen würde. Für all diejenigen, die lieber die Langfassung lesen möchten – Voilá! Die Gärten von Suzhou.

Venedig des Ostens

Suzhou oder wie die Chinesen selbst sagen „Venedig des Ostens“, ist eine von zahlreichen Kanälen durchzogene Stadt. Kleine Gondeln ziehen auf den verschlungenen Wasserwegen entlang der kleinen Häuser. Hier und da kann man einen kleinen Blick in das Innere der Häuser erhaschen.

Neben den vielen Wasserwegen ist Suzhou für seine Gartenbaukunst berühmt. So ist es eigentlich unumgänglich den ein oder anderen Garten auch mal ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen.

Garten des Bescheidenen Beamten

Der wohl Schönste ist der Garten des Bescheidenen Beamten. Dieser, ca. 50.000 Quadratmeter große Garten, gehörte dem im Jahr 1513 aus dem Dienst des Kaisers entlassenen Beamten Wang. Eine verworrene Geschichte. Heutzutage kann man diesen und fünf weitere klassische Gärten, die seit 1997 zum UNESCO Weltkulturerbe gehören, in Suzhou besuchen. Die Gärten gleichen einem Labyrinth, die Wege sind verwinkelt und geheimnisvoll. Ein architektonisches Meisterwerk, das perfekt mit der umliegenden Natur verschmilzt. Ein Ort, an dem man locker einen kompletten Tag verbringen kann.

Heimat der Seide

Suzhou gilt als das Zentrum der Seidenproduktion in China. Unter anderem wurden die meisten hochwertigen Seidentexturen für die kaiserliche Familie in Suzhou hergestellt. Wer Seide liebt, muss unbedingt einen Besuch im Suzhou Seidenmuseum einplanen. Auf mehr als 10.000 qkm kann man hier alles über die Seideproduktion und die dazugehörige Geschichte erfahren. Das 1991 eröffnete Museum zeigt eindrucksvoll die einzelnen Schritte, von der Seidenraupen-Aufzucht bis hin zur Seidenweberei.

Wenn man Glück hat, kann man auch einen kleinen Blick in die Webzimmer erhaschen. Mit ruhiger Hand sitzen hier die Damen, umringt von Seidenfäden in den schönsten Farben, an wahren Kunstwerken.

Der Tigerhügel von Suzhou

Ein weiteres Highlight und auf jeden Fall ein Besuch wert ist der Tigerhügel mit dem angrenzenden Yunyan Tempel im Nordwesten der Altstadt von Suzhou. Der Tigerhügel ist eine Fundgrube für Kulturinteressierte. Zahlreiche Tempel, Klöster und Ahnentempel sind auf dem Gelände verstreut und geben eindrucksvoll einen Blick auf die mehr als 2500 Jahre alte Geschichte der Stadt wieder.

Die siebengeschossige Pagode des Yunyan Tempels ragt knapp 50 Meter in die Höhe, wobei sie leicht zur Seite gekippt aussieht. Beeindruckend und doch ein wenig Angst einflößend. Angrenzend an die Pagode kann man durch einen wunderbaren Garten mit zahlreichen Bonsai Bäumen spazieren. Manch einer davon ist ein Vermögen wert und wird von den Bonsai Gärtnern mit viel Liebe gepflegt. Mein Fazit: Suzhou hat mich mehr als begeistert. Eine wunderbare Stadt mit einer Fülle an Kultur und Natur.

Die Gärten von Suzhou im Video

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung

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Lachsangeln in der Skjern Au in Dänemark

Angeln ist für manche Menschen das langweiligste Hobby der Welt. Andere suchen beim Angeln die Ruhe, die Entspannung, die Nähe zur Natur und die Befriedigung des männlichen Jagdinstinktes. Für mich ist es ein unglaublich schöner Ausgleich zum stressigen Leben. Aus diesem Grund bin ich mit zwei Freunden nach Dänemark gefahren, um dort einen der schönsten Fische zu fangen, den Lachs.

Angeln ist für manche Menschen das langweiligste Hobby der Welt. Andere suchen beim Angeln die Ruhe, Entspannung, die Nähe zur Natur und die Befriedigung des männlichen Jagdinstinktes. Für mich ist es ein unglaublich schöner Ausgleich zum stressigen Leben. Aus diesem Grund bin ich mit zwei Freunden nach Dänemark gefahren, um dort einen der schönsten Fische zu fangen, den Lachs.

Die Skjern Au ist ein großer Fluss in Dänemark, der für sein Lachsvorkommen sehr berühmt ist. Der Fluss ist zugleich auch das wasserreichste Fließgewässersystem des Landes. Hier konnte sich durch intensive und langjährige Anstrengungen zur Renaturierung und Wiederherstellung der Wasserqualität Dänemarks ältester Lachsstamm erhalten. Um den Lachs- und Meerforellenbestand zu erhalten, wurden Lachskontingente ins Leben gerufen, die uns später noch zum Verhängnis wurden.

Tageskarten und weitere Scheine sind wichtig

Wer an der Skjern Au angeln will, macht zuerst eins: Er muss tief in die Tasche greifen. Gleich drei Angelscheine (Fischereischein Dänemark, Tageskarten für Skjern Au, Lachskontingentkarte) muss der Angler in einem dänischen Angelgeschäft erwerben. Der Preis dafür kann sich sehen lassen. Umgerechnet 30€ kostet das Fischen mit einer Rute pro Tag. Dazu kommen eventuell noch Kunstköder wie Fliegen oder die fangsicheren „Spinner mit Kondom“, wie der Angelladenbesitzer Kostas uns den Spinner erklärt hat. Eine „Blinker“ mit rotierendem Metallblatt in Silber oder Bronze und der Kern mit einem grellen Gummiüberzug (gelb, rot, organge) verkleidet. Herkömmliche Spinner oder Blinker funktionieren nicht problemlos in der Skjern Au. Das Gewässer hat eine sehr starke Fließgeschwindigkeit und normale Kunstköder würden mit dem geringen Gewicht schnell an die Oberfläche kommen. Deshalb hat man diese „Kondomspinner“ entwickelt, die im Kern so um die 20 Gramm wiegen und damit Skjern-tauglich sind. Mit 7€ / Stück auch nicht gerade billig, aber das ist eine andere Geschichte.

Angelfreunde müssen windfest sein

Will man erfolgreich fischen, muss man in Dänemark noch etwas berücksichtigen. Und ich will es mal mit den Worten unseres dänischen Vermieters erklären: „Wir haben hier 14 Tage starken Wind im Jahr, den Rest stürmt es!“ Und er sollte bis auf ein paar Stunden recht behalten. Bekleidet wie ein Yeti und gefühlt wie ein Sumo-Ringer – mit Wathose, langer Unterhose, Jogginghose, dickem Schal, zwei Mützen, zwei dicken Pullovern, regen- und winddichter Jacke – steht der Skjern-Angler am Flussrand und wartet auf den Biss der Lachse.

Da wir ja schlaue Kerlchen sind, haben wir uns gleich für den ersten Tag einen Angelguide gemietet. Heine stammt aus Skjern und kennt den Fluss wie seine rechte Westentasche. Und gleich der erste Angelplatz hat es in sich: Wir müssen, um zum Fluss zu kommen, durch hüfttiefes Wasser gehen. Wer nicht aufpasst, rutscht aus.

In rund 100 Meter Abstand platziert uns der Guide auseinander. Nach drei Würfen geht man drei Schritte flussabwärts und versucht erneut sein Glück. Angeln am Fluss ist anders, als fischen am Weiher. Die Herausforderung ist dabei immer wieder gegen den Wind und die starke Strömung anzukämpfen. Durch den vielen Regen der vergangenen Wochen ist die Uferböschung aufgeweicht und rutschig. Ein Sturz in den Fluss hätte fatale Folgen. Durch die viele Kleidung und die Wathose, die voll Wasser laufen würde, hätte man kaum eine Chance aus dem Fluss zu klettern. Die starke Strömung würde auch ihren Teil dazu beitragen und den Angler wie ein Korken mitziehen. Aber, alles ist gut gegangen.

Der erste Fisch lässt lange auf sich warten. Aber immerhin kommt der Fang irgendwann. Sascha winkt und ruft den Guide, der seine ganze Erfahrung am Fluss ausspielen kann. Mit einem gezielten Griff schnappt sich Heine den Schwanz des Lachses und zieht den Fisch an Land. Und der hat ein gutes Format: 85 cm werden gemessen, und damit heißt es auch gleich wieder Abschied nehmen.

„Catch & Release“ heißt die Zauberformel. Fangen und wieder freilassen, wenn der Fisch nicht ins Kontingent passt oder die Mindestmaße nicht erfüllt. Das Jahreskontingent für Lachse ab einer Länge von 75cm ist bereits voll und so muss Sascha ungläubig den Lachs wieder schwimmen lassen. Damit den Fischen nichts passiert, darf auch nur mit Haken ohne Widerhaken geangelt werden. Noch schnell ein Foto von dem großen Fisch und weg ist er wieder. In dem Rahmen stelle ich mir die Frage, warum man 30€ / Tag bezahlen muss und den Fang dann wieder schwimmen lassen darf?

Überhaupt ist Sascha das Glückskind heute, denn er ist es auch, der den zweiten Lachs an der Angel hat. Doch Glück im Unglück für den Fisch. Auch dieser entspricht nicht ganz der Quote, ist mit rund 55cm länge zu klein (Mindestmaß ist 60cm), Foto und ab in die Skjern Au. 5 cm mehr und wir hätten einen leckeren Fisch mit nach Hause gebracht. So bleibt uns nur die Erinnerung an den Fluss, an den Sturm, an einen wundervollen Sonnenuntergang, an zwei tolle Lachse und an das leere Portemonnaie – und an den „Salon Ogge“, aber das ist ein anderes Thema. Das Leben eines Anglers kann so gemein sein…

Infos zum Angeln in der Skjern Au

Angelfreunde benötigen für das Angeln in der Skjern Au einen Fischereischein für Dänemark, Tageskarten für die Skjern Au und Lachskontingentkarte, die alle im Angelfachgeschäft gekauft werden können.

Das Video zum Lachsangeln in Dänemark

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Interview mit Sternekoch Johan Lafer: “Meine Neugier treibt mich an!”

Johann Lafer ist immer auf Achse. Heute in Hamburg zur Produktion einer TV Sendung, morgen in seinem Restaurant Stromburg und übermorgen im Flieger, um für sein Magazin “Lafer” neue Orte und kulinarische Highlights zu entdecken. Reisen gehört für den Spitzenkoch zum Alltag. Von Zeit zu Zeit ist er auch als Gastkoch auf einem Kreuzfahrtschiff unterwegs.

Johann Lafer ist immer auf Achse. Heute in Hamburg zur Produktion einer TV Sendung, morgen in seinem Restaurant Stromburg und übermorgen im Flieger, um für sein Magazin “Lafer” neue Orte und kulinarische Highlights zu entdecken. Reisen gehört für den Spitzenkoch zum Alltag. Von Zeit zu Zeit ist er auch als Gastkoch auf einem Kreuzfahrtschiff unterwegs. Hier hat ihn auch Autor Torben Knye getroffen und die Chance genutzt, ihn zum Thema Reisen zu interviewen.

Zur Person Johan Lafer

Johan Lafer (Jahrgang 1957, verheiratet, 2 Kinder) wurde in der Steiermark geboren und absolvierte eine Koch-Lehre in Graz. Seine erste Station nach dem Bundesheer in Österreich war das Berliner Hotel Schweizer Hof. Es folgten das Le Canard in Hamburg sowie die Schweizer Stuben in Wertheim und das Münchner Restaurant Aubergine von Eckart Witzigmann. Lafer hat seit Jahren einen Micheln Stern für sein eigenes Restaurant auf der Stromburg im Hunsrück.

Interview mit Johan Lafer (2 von 3)

Autor Torben Knye (links) im Interview mit Starkoch Johan Lafer. (Fotos: TK)

breitengrad53: Johan Lafer, warum reisen Sie gern?

Johan Lafer: Immer nur zu Hause zu sein, ist auf Dauer langweilig. Reisen öffnet den eigenen Horizont. Andere Länder und Städte zu sehen sowie neue (Essens-)Kulturen kennenzulernen – das verschafft mir neue Inspiration. Gerade für mich als Koch ist es sehr wichtig und bereichernd immer neue Anreize zu bekommen, um neue Gerichte zu entwickeln.

breitengrad53: Wohin reisen Sie besonders gern?

Lafer: Malaysia ist mein Lieblingsreiseland. Ich liebe die Natur, die Inseln und Strände, aber vor allem die Märkte und Garküchen. Mit meinem Freund und Chefkoch Wai Look Chow erkunde ich mit dem Moped die Gegend und mache immer wieder neue kulinarische Entdeckungen.

“Geschmack ist ein weltweit verbindendes Element”

breitengrad53: Man spricht oft von „kulinarischen Reisen“. Warum gehören Essen und Reisen zusammen?

Lafer: Ich glaube, dass der Geschmack ein weltweit verbindendes Element ist. Beim Reisen in fremde Länder werden die Sinne geschult, über die Nase und den Gaumen und auch über das Berühren seltener Früchte und Gemüse nähern wir uns dem Fremden. Das inspiriert auf der einen Seite und lädt ein, sich in fremde Kulturen einzufühlen.

breitengrad53: Reisen und arbeiten – schließt sich das aus?

Lafer: Jein. Einerseits braucht man sicherlich auch mal Urlaub, wo man alles andere hinter sich lässt und einfach die Akkus auflädt. Andererseits gehört Arbeit und das Vergnügen für mich oft zusammen. Wenn ich zum Beispiel auf einem Kreuzfahrtschiff als Gastkoch unterwegs bin, lasse ich es mir nicht nehmen, auch meine Freizeit zu genießen. Zum Beispiel liege ich gern mal zwei Stunden am Pool, entspanne auf dem Sonnendeck, gehe in das Fitnessstudio oder sitze an der Bar. Aber in erster Linie ist Reisen für mich auch immer Inspiration, meine Neugier treibt mich an.

breitengrad53: Dann ist es ja sehr praktisch, dass Sie für ihr Printmagazin „Lafer“ viel unterwegs sind?

Lafer: Natürlich! Für die Reportagen und Geschichten reise ich um die halbe Welt und entdecke kulinarische Geschichten, die wirklich außergewöhnlich sind. Von der Olivenernte über die Trüffel-„Jagd“ bis hin zu Streifzügen über asiatische Märkte ist einiges dabei.  So bringt die Arbeit doppelt Spaß.

Steiermark und Malaysia ziehen Lafer immer wieder an

breitengrad53: Sie sprechen von außergewöhnlichen Erlebnissen. Gibt es ein Reiseerlebnis, an welches Sie sich besonders gern erinnern?

Lafer: Da fällt mir die Entscheidung wirklich schwer, es gibt viele Orte, an denen ich Menschen getroffen habe, die mich sehr berührt haben. Ob das die Pflücker bei der Olivenernte in der Toskana oder die Weinbauern an der Nahe waren… Es gibt zwei Orte, an die es mich immer wieder zieht: meine Heimat Steiermark und Malaysia.

breitengrad53: Und welches würden Sie lieber vergessen?

Lafer: Ich bin begeistert über die Gastfreundschaft, die ich überall auf der Welt erleben durfte, daher wäre es sehr unhöflich, hier über vermeintlich nicht so schöne kulinarische Erlebnisse zu berichten. Nur so viel, der Genuss von Schafsaugen hat mich mal eine Nacht wach gehalten …

Johan Lafer, bitte ergänzen Sie…

breitengrad53: Berge oder Meer? Und warum?

Lafer: Beides – Meer im Sommer, die Berge im Winter

breitengrad53: Mein letztes Reiseziel war…

Lafer: San Sebastian für eine Reportage in meinem Magazin

breitengrad53: Wohin ich gerne noch einmal reisen und würde und warum…

Lafer: Immer wieder in die Steiermark, weil es meine Heimat ist.

breitengrad53: Natur oder Wellnesshotel?

Lafer: Unbedingt Natur!

breitengrad53: Was sollte jeder in seinem Leben einmal gesehen haben?

Lafer: Das Meer und die Berge – egal wo.

Johan Lafer – Das Journal für den guten Geschmack

Interview mit Johan Lafer (3 von 3)Das Magazin lädt ein in die Welt von Johann Lafers. Es nimmt Leserinnen und Leser mit auf neue, inspirierende und spannende Reisen in die kreative, sich stets erneuernde Welt des guten Geschmacks. Mit ca. 40 exquisiten, saisonal abgestimmten und vom Chef selbst kommentierten Rezepten bietet es ein verführerisches, integriertes Kochbuch und wird damit zum Sammlerobjekt. Jede Ausgabe erhält zusätzlich ein inhaltliches Leitmotiv. Johann Lafer präsentiert sich authentisch und zeitgemäß – überraschend, überzeugend, sympathisch. Für 2018 sind vier Ausgaben geplant (Jahreszeiten-Verlag, Hamburg, im Handel für 5,- Euro).

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Hexen vor der Haustüre

Wie spanisch ist eigentlich Galicien? Auf diese Frage bekommt man meist nur die orakelhafte Antwort: Sehr spanisch, nur anders. Das macht uns neugierig, den nordwestlichen Teil der iberischen Halbinsel, seine sprudelnden Heilquellen und das berühmte Pilgerziel zu entdecken.

Wie spanisch ist eigentlich Galicien? Auf diese Frage bekommt man meist nur die orakelhafte Antwort: Sehr spanisch, nur anders. Das macht uns neugierig, den nordwestlichen Teil der iberischen Halbinsel, seine sprudelnden Heilquellen und das berühmte Pilgerziel zu entdecken.

Nicht wie im übrigen Spanien lacht hier die Sonne immer vom blauen Himmel und statt Flamenco Musik, lieben die Galicier den Dudelsack. Von September bis Mai ist der Regenschirm das wichtigste Utensil. Doch dafür grünt und blüht es überall. Wälder mit Eukalyptusbäumen nehmen 30 Prozent des spanischen Waldbestandes ein. Und rund 8.000 verschiedene Kameliensorten blühen und gedeihen prächtig vor allem in den Wintermonaten. Unser Guide Tommi Alvarellos Laine, gebürtiger Galicier, ist von seiner Heimat voll und ganz überzeugt. „Von hier stammen berühmte Männer wie Fidel Castro, Francisco Franco und der Politiker Mariano Rajoy, ist sogar in der galizischen Hauptstadt Santiago di Campostela geboren“, zählt er auf.

„Unser Land ist eigentlich ein Paradies,“ fährt er fort. „Wir haben rund 1.300 km Küste. Neben 800 km Steilküste sind 300 km Strand“. Nicht zu vergessen die fjordähnlichen Meeresarme, die sogenannten Rias, sind ganz etwas Besonderes. Sie dringen tief ins Land ein und prägen die Küstenlandschaft zum Atlantik, machen sie abwechslungsreich mit einer Menge Kur-, Thalasso oder Spa-Hotels, die diese besondere geographische Formation nutzen. Das ist auch der Grund, warum das galizische Thermalangebot in Spanien unbestritten auf Platz eins liegt. Vom bescheidenen Kurbad, bis zur topmodernen Gesundheitsbehandlung inklusive Wellness, Beauty und landestypischer Kulinarik, kann man wählen. Wir testen mal das Angebot und lassen uns auf der Insel la Toja überraschen. Dort empfängt uns eine ganz besondere Atmosphäre.

Aalglattes Wasser des Riasfjords umgibt das moderne Kurhotel Eurostars. Ein besonderer Hingucker ist die kleine nahegelegene Kirche zum Hl. Sebastian, deren Fassade ganz und gar mit Muscheln verziert ist. Feinen Duft verströmt das traditionsreiche Seifengeschäft, wo man aus einem breiten Sortiment für jeden Zweck ein ganz besonderes Seifenstück wählen kann. Wirkungsvoll bei dermatologischen Problemen, so sagt man uns, sei eine schwarze Seife, die nur auf Insel la Toja hergestellt werde.

Heilbaden im Freien

In Ourense, eine Stadt im Landesinneren, mit einer bemerkenswerten, historischen Altstadt und bedeutenden Kathedrale mit ausdrucksvollem Skulpturenschmuck und goldgefasster Apsis, sprudelt das Heilwasser sogar direkt heiß aus den alten Brunnen von As Burgas, die bereits die Römer benutzten. Denn zu dieser Zeit war Ourense sehr begehrt, da man im Fluss Mino Gold schürfen konnte. Noch heute besitzt die Regierungsstadt von Galicien ihre eigene Thermalzone in der Stadtmitte, wo schwefelhaltiges Mineralwasser kostenfrei für Jedermann zugänglich ist. Wir staunen nicht schlecht, als wir mitten in der Stadt Damen und Herren im Badeanzug im dampfenden Schwefelbad erblicken.

Eine ähnliche, öffentliche Anlage, die Termas de Outariz, sind die Flussbäder am Mino. Bis zu 180 Personen können hier maximal zwei Stunden für ca. 6,00 Euro baden, entspannen und die herrlich grüne Flusslandschaft genießen. Das von 67 Grad auf Körperwärme herunter gekühlte Wasser ist besonders heilsam bei Hautproblemen und hohem Blutdruck.

„Das Bad mit all seinen zusätzlichen Angeboten, wie japanische Onzen oder einem Calidarium ist ganzjährig geöffnet,“ so die Geschäftsführerin Sandra Sanjiao. „Zwischen 9,00 Euro und 40,00 Euro kosten die Anwendungen. Obwohl Outariz kein Kurort ist, haben wir nur diplomierte Masseure, was unsere Gäste vornehmlich aus Galicien, Asturien und Madrid sehr schätzen“.

Speicher aus Granit

Abgesehen von den heilsamen Badeoasen, mal luxuriös und mal rustikal, ist der Besuch der kleinen, typischen galizischen Orte ein unbedingtes Muss. Hier findet man ganz eigenwillige Bauten, besondere Plätze und alte, bäuerliche Traditionen. Wir besuchen Combarro, der Fischerort liegt direkt am Meer, wo uns Tommi auch die Getreidespeicher, die Hórreos, zeigt. Wie kleine Kapellen mit einem Steinkreuz im Giebel sind diese rechteckigen Granithäuser einst von den Vorfahren auf Stelzen gebaut worden. Eine Holzverkleidung mit schmalen Schlitzen sorgt für den Luftaustausch, damit das gelagerte Getreide, Mais oder Fisch trocken bleibt und nicht verdirbt.

Mäuse und sonstige Nagetiere und Schädlinge hatten somit auch keine Chance an das Erntegut heranzukommen. Im typisch galizische Ort mit Häusern aus Granitstein führt unser Weg durch schmale Gassen, die es dort sicher schon vor 200 Jahren gab. Vor mancher Haustüre steht eine „Meigas“, die gute galizische Hexe, die seit Generationen besonders für das Glück und die Gesundheit der Frauen sorgt.

Pontevedra hingegen, Hauptstadt des portugiesischen Jakobweges, präsentiert eher den urbanen galizischen Stil. Während des 15. Und 16. Jahrhunderts war sie der Haupthafen von Galicien. Silberschmiede kreierten zur Zeit der spanischen Renaissance den sogenannten plateresken Stil. Ein bedeutendes Beispiel dafür zeigt die Fassade der Basilika Santa Maria Major. Wie eine filigrane Silberarbeit sind die Darstellungen zu Ehren der Fischer und der Schifffahrt gearbeitet. Die Altstadt von Pontevedra kann mit einer Opernkulisse verglichen werden. Kleine Plätze arrangieren sich lauschig aneinander. Säulen tragen Balkone, die als Veranden mit Fenstern verkleidet sind. Die etwas verspielte Architektur wird aber dennoch gehalten von dem massiven Mauerwerk aus Granit, das dazu einen stabilen Akzent setzt.

Kandierte Veilchen zur Pastete

Auf dem Hauptplatz von Pontevedra, im Restaurant Eirado da Lena herrscht bereits reges Treiben. Es ist Mittagszeit und die Plätze draußen sind schon alle besetzt. Doch der gut gelaunte Chefkoch persönlich, Inaki Brental, macht uns drinnen im Gastraum einen Tisch frei. Er ist in der Welt der Kulinarik in Spanien schon lange kein Unbekannter mehr. Mit einem Begrüßungsschluck vom typischen Albarinho, dem galizischen Weißwein von der Rias Baixas, dazu selbstgebackenem Weißbrot mit Salz und Olivennöl, bekommen wir Appetit auf seine Kochkünste. Es folgen kleine Portionen mit Leckereien vom Tintenfisch, serviert auf einem Granitstein, gefolgt von Taschenmessermuscheln mit Mango und Algenblume.

Mit weißen Bohnen und Hummer in Tomatensoße und Gänseleberpastete mit Vanille, verziert mit kandierten Veilchen setzt er die Geschmackslatte schon ziemlich hoch. Eine Käseauswahl von Ziege, Schaf und Kuh, danach noch ein fluffiges Dessert von Maracujaschaum und Waldfrüchten beschließt die köstliche mediterrane, galizische Speisefolge mit raffinierten Geschmackskombinationen.

Und das Beste kommt ja bekanntlich zum Schluss – in unserem Fall ist es die berühmte Pilger- und galizische Hauptstadt Santiago de Compostela, die den Schlusspunkt unserer Reise setzt. Bei strömenden Regen bahnen wir uns auf alten, holprigen Quadersteinen durch die Pilgerschar einen Weg zur Kathedrale, die ab dem Jahr 1075 auf Überresten von Gebäuden früherer Epochen erbaut wurde. „Hier befindet sich das Grab des Hl. Jakobus“, erklärt Tommi“, „nach den vielen verschiedenen Stilepochen dominiert heute der Barock, den wir sowohl außen an der Fassade, wie auch im Inneren sehen können“. Hier glänzt und glitzert es in Gold und Silber von den Altären, den Decken und den Wänden.

Im riesigen 96 m langen Hauptschiff, dem 20 m hohen Kirchenraum erkennen wir auch das berühmte, überdimensionale „Botafumeiro“ (Weihrauchfass), das bei Beginn der Messe und zu den Andachten in einem großen Bogen von zwei Messdienern hin- und hergeschwungen wird. Pilger aus aller Welt haben bereits in der Kathedrale Platz genommen, um bei der Hl. Messe dabeizusein. Denn jetzt und hier ist das Ziel ihrer langen, mühsamen Reise erreicht.

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung.  | Titelfoto by Fotolia.de #155544667

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