Johnny Weissmüller war echt klasse. Nicht nur als Schwimm-Olympiasieger – auch auf der Kinoleinwand. „Ich Tarzan. Du Jane?“ An seinen Abenteuern konnte man sich als Kind nicht sattsehen. Jetzt aber ist die Gelegenheit da. Einmal für ein paar Stunden selbst zu Tarzan zu werden. Nicht im afrikanischen Dschungel, aber im fränkischen Fichtelgebirge. Am Ochsenkopf kann man sich in schwindelerregender Höhe von Baum zum Baum schwingen. Nicht an Lianen, aber an Stahlseilen. Und man darf als Mann auf die Bewunderung seiner Jane hoffen.

Eine wärmende Jacke? „Nicht nötig“, sagt Andreas Munder, der die sechsköpfige Gruppe zusammen mit Guide Gerd im Ortsteil Fleckl in Warmensteinach am „Bullheadhouse“ begrüßt. Hier ist die Talstation an der Südseite des Ochsenkopfs. „Oben am Gipfel sind es satte 16 Grad. Euch wird garantiert schnell warm“, ergänzt der Geschäftsführer der Tourismus & Marketing GmbH Ochsenkopf mit andeutungsvollem Lächeln. Wie Recht der Mann haben sollte, wird sich später schnell herausstellen. Es geht darum, den „Zipline-Park“ mit Erfolg zu meistern, sich auf drei spannende Stunden – und auf jede Menge Adrenalin zu freuen. Doch zunächst geht’s einmal rein in den Sessellift – und hoch zum Gipfel.

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Fotos: Wilfried Geiselhart

Ochsenkopf ist zweithöchster Berg des Fichtelgebirges

Der sagenumwobene Ochsenkopf ist mit 1.024 Metern der zweithöchste Berg des Fichtelgebirges. Der benachbarte Schneeberg ist mit 1.053 Metern geringfügig höher. Nur gut 20 Kilometer von der oberfränkischen Regierungsstadt Bayreuth entfernt, zieht der Ochsenkopf  im Sommer wie im Winter viele Besucher an, gerade auch weil hier schon seit fast 50 Jahren vom Norden wie vom Süden Sessellifte auf den Berg führen, der in früheren Jahrhunderten als  „der Hohe Vichtelberg“ oder auch Fichtelberg bekannt war. Erstmals wird der Name Ochsenkopf 1495 in Bergwerksakten genannt, als Lorenz von Ploben aus Nürnberg das Bergwerk auf dem Fichtelberge „bei dem Ochsenkopf“ zu Lehen erhält. Das in Fels eingemeißelte Stierhaupt auf dem Berggipfel ist noch heute zu sehen.

Wandern ist im Fichtelgebirge viel, aber nicht alles: Beim Urlaub am Ochsenkopf kann man auch zum erfolgreichen Abseiler werden

In dessen unmittelbarer Nähe soll ein inzwischen eingestürzter Stolleneingang, das so genannte Schneeloch, gelegen haben. Bis heute ist die Herkunft des Namens jedoch nicht eindeutig geklärt. Der Tierkopf könnte der Überlieferung nach ein Symbol für den slawischen Gott Radegast sein, der vielleicht auf dem Berg geopfert wurde. Eine andere Sage wiederum erzählt, dass früher an den Hängen des Berges Ochsen und Kühe weideten. Ein hiesiger Bauer soll einst einen Ochsen verloren und erst Jahre später dessen abgenagten Schädel gefunden haben. Zur Erinnerung soll dann das Bild in den Stein geschlagen worden sein. Am wahrscheinlichsten erscheint die Theorie, dass der Tierkopf ein Zeichen der Alchemisten ist, die dem Planeten Merkur Quecksilber zuordneten. Schließlich wurde in den Bergwerken am Ochsenkopf schon im 15. Jahrhundert Gold, Silber, Zinn, Eisen, aber auch Quecksilber abgebaut. Wie auch immer: Es gilt als sicher, dass das Ochsenkopfbildnis in der Felsgruppe am Schneeloch ausschlaggebend für den heutigen Bergnamen war.

Tarzan lässt grüßen

Zurück zur Gegenwart. Und zurück zu den modernen Abenteurern des 21. Jahrhunderts, die sich heute einer ganz speziellen Herausforderung stellen. Nein, das Herz rutscht (noch) nicht in die Hose. Aber etwas Anspannung ist schon vorhanden angesichts der Tatsache, dass man sich mit Seilrollen an dünnen Stahlseilen in ungeahnte Tiefen stürzen will. Immerhin soll es sich um 16 Teilstrecken handeln, die bis zu 300 Meter lang sind. Immerhin soll man sich später immer wieder an recht überschaubar großen Baumplattformen und auf etwa 20 Meter Höhe befinden. Und immerhin sollen zahlreiche exotische Abseilaktionen verlangt werden. Tarzan lässt also grüßen. Aber das wurde ja bereits gesagt.

Keine Panik. Zuerst das Equipment mit den nötigen Gurten am Körper anpassen. Alles gut verzurren. Guide Gerd hat alles im Griff. Und er erklärt detailliert das gut ausgefeilte Sicherheitskonzept. Man sichert sich also mit zwei Haken, wobei der eine nur zu öffnen ist, wenn der andere verriegelt ist. Wird der eine Haken entriegelt, ist der andere automatisch verschlossen. Das leuchtet ein. Will aber geübt werden. Genauso wie das Einhängen der Seilrolle. Gut, dass es einen Übungshang uns eine kleine Teststrecke gibt. „Learning by doing“ ist die Devise. Na also, geht doch. Noch eins ist wichtig: Einer für alle, alle für einen. Großes Musketier-Ehrenwort. Bevor der Vordermann oder die Vorderfrau sich auf die nächste Etappe macht, klopft er oder sie kräftig auf das Stahlseil – als Startsignal für den Nächsten. Und man wartet auf dessen Ankunft, gibt gegebenenfalls Hilfestellung. Schließlich ist auf der vielleicht einen Quadratmeter großen Holzplattform locker Platz für zwei Leute. Sollte man aus irgendwelchen Gründen in Schwierigkeiten geraten, dann gibt’s unterwegs kaum übersehbare rote Signalpfeifen. Und notfalls ist ja immer noch Gerd da.

Erste Fahrt geglückt – erste Landung auch

Geht’s endlich los? Aber ja. Nach unten schauen? Muss nicht unbedingt sein. Es gilt, die Konzentration hoch zu halten. Schließlich will Tarzan seiner Jane in nichts nachstehen. Wäre ja noch schöner. Haken eins entriegeln und einhängen. Jetzt Haken zwei entriegeln und ebenfalls einhängen. Haken eins ist damit wieder automatisch verriegelt. Die Seilrolle auf das Stahlseil. Beide Haken darauf einhängen. Daran denken, während der Fahrt zur Stabilisierung beide Hände auf der Rolle zu lassen. Und nach gut zwei Drittel der Strecke ein wenig bremsen, indem man mit einer behandschuhten Hand gefühlvoll auf das Stahlseil hinter der Rolle drückt. Erste Fahrt geglückt. Erste Landung auch. Schade, man hätte die legendären Tarzan-Schrei vorher besser üben sollen. Rasant geht es weiter. Beim nächsten Mal darf man sich zur nächsten Station abseilen. Rückwärts, bei Bedarf immer wieder die Beine am Baumstamm leicht abstoßen.

Die einzelnen Wegstrecken werden länger. Das Tempo höher. Das mit dem Bremsen will noch nicht in gewünschter Weise klappen. Und so kommt es, wie es kommen muss. Die Landung scheitert, es geht wieder rückwärts – um anschließend in der Mitte der Strecke zum Stillstand zu kommen. Was nun? Eine rote Pfeife suchen? Gerd um Hilfe bitten? Blödsinn. Selbst ist der Mann. Mit ein paar Muckis und der nötigen Armkraft ist es kein Problem, sich schlappe hundert Meter bis zur Plattform zu ziehen. Also kann es weiter gehen und weiter und weiter. Und es wird immer wärmer. Andreas Munder war mit seiner Vorhersage, keine Jacke zu benötigen, wohl doch auf dem richtigen Dampfer.

Nach zweieinhalb Stunden ist die Talstation erreicht

Komisch, aber jetzt läuft alles wie am Schnürchen. Als ob man nie etwas anderes gemacht hätte. Was, schon vorbei? Nach zweieinhalb Stunden ist die Talstation wieder erreicht. Irgendwie fühlt man sich größer als vorher. Zufriedenes Abklatschen mit allen anderen Teammitgliedern, natürlich auch mit Gerd – und vor allem mit Jane. „Ich bin stolz auf dich. Eigentlich hätte ich nicht gedacht, dass du das so problemlos packst“, sagt sie mit großen Augen.

Weitere zwei Stunden später: Jeglicher Stress ist von Tarzan und Jane abgefallen. Sie entspannen sich im wunderschönen Wellness-Bereich des Landhauses Preißinger und genießen im Ruheraum der Sauna den beschaulichen Blick über die Dächer von Warmensteinach. Beim anschließenden Abendessen schmecken die fränkischen Spezialitäten des Hauses noch besser als sonst. Und das Bier der regionalen Brauerei sowieso. Natürlich sucht Tarzan das Gespräch mit dem Wirt und der Wirtin, um von seinen Heldentaten zu schwärmen. Und er spricht davon, dass es morgen auf die Nordseite des Ochsenkopfs geht, um es auf dem „Alpine Coaster“, einer neuen, schienengeführten Sommerrodelbahn, richtig krachen zu lassen. Das könnte Riesenspaß machen, weiß Tarzan. Aber auch der vom Landhaus leicht zu erreichende „Jägersteig“ will noch erwandert werden. Nicht zu vergessen die bereits fest eingeplante Mountainbike-Radtour. Sie führt vom Gipfel des Ochsenkopfs zu den Quellen von Weißmain und Naab, rund um den Fichtelsee bis zum Naturmoorbad. „Ich habe sicherheitshalber E-Bikes geordert“, sagt Tarzan zu Jane, der ein erleichtertes Lächeln um die Mundwinkel zu huschen scheint. Gut so, schließlich müssen die strapazierten Muskeln zwischendurch auch mal geschont werden.

Tipp der Reiseredaktion

Handyhülle selbst gestalten

Wer solche Abenteuer auf Reisen macht, der möchte auch die wichtigsten Momente auf einem Bild festhalten. Deshalb ist es wichtig, das Smartphone mit der richtigen Smartphonehülle zu versehen, um mögliche Schäden am Handy zu vermeiden. Dafür gibt es unzählige Anbieter, die für die verschiedensten Smartphonetypen Hüllen anbieten. Ein besonderen Service bietet das niederländische Unternehmen GoCustomized. Hier kann man seine Handyhüllen selbst gestalten. Einfach auf der Webseite, wie in meinem Fall, Huawei Hülle selbst gestalten auswählen, Bild hochladen fertig. Wer möchte, der kann auch noch einen Text auf die Hülle schreiben. Nach zwei Werktagen lag die neue Smartphonehülle mit dem individuellen Design im Briefkasten.

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Hinweis in eigener Sache: Die Reise für diesen Beitrag wurde zum Teil unterstützt von Veranstaltern, Hotels, Fluglinien und/oder Tourismus-Agenturen. Wir legen sehr großen Wert auf eine unabhängige und neutrale Berichterstattung, daher sind die Meinungen, Eindrücke und Erfahrungen der jeweiligen Autoren ihre eigenen.