Im Dunkeln sind alle Katzen grau. Und im Regen sind alle Städte blöd. Irgendwie auch Vancouver. Die Stadt glänzte heute vor allem mit einem: Regen. Trotzdem habe ich mich in einen dieser Hop-on-Hop-off-Busse gesetzt und bin damit einmal quer durch die Stadt gefahren. Und siehe da. Es gibt auch bei Regen durchaus schöne Seiten der kanadischen Stadt. Man muss nur genauer danach suchen. So I walk out in the rain…

Hafenansicht aus Hotelfenster

Morgens halb sieben in Vancouver. Der Anblick war großartig, versprach aber nichts Gutes aus Sicht des Wetters.

Vancouver erinnert mich irgendwie an Sydney: Die Skyline, die Nähe zum Wasser und auch der Aufbau der Straßen ähneln sehr der Stadt in Australien. Vancouver hat etwas mehr als 600.000 Einwohner und ist erst 1860 entstanden (Sydney 1788). Schuld war natürlich das liebe Gold und mit dem Fraser-Canyon-Goldrausch, bei dem innerhalb eines Monats über 30.000 Menschen in die Region einfielen und dem Bau der Eisenbahn wuchs die Stadt von einer kleinen Sägewerkssiedlung zu der Metropole, die sie jetzt ist. Heute lebt die Stadt hauptsächlich vom Handel und vom Tourismus. Mit der Weltausstellung „Expo“ 1986 und den olympischen Winterspielen 2010 wurde Vancouver weltbekannt und besitzt inzwischen den größten Hafen Nordamerikas und ist drittwichtigster Standort der nordamerikanischen Filmindustrie, nach Los Angeles und New York. Hier wurden Filme gedreht wie „2012“, „Ein Vogel auf dem Drahtseil“ oder „Breaking Down – Bis(s) zum Ende der Nacht“.

Skyline von Vancouver

Die Skyline von Vancouver erinnert sehr an die von Sydney in Australien.

Erste Station ist „Fly over Canada“

Doch zurück zu meinem verregneten Stadtbummel. Die erste Station heißt „Fly over Canada“, einer virtuellen Flug-Show mit allen fünf Sinnen, die wirklich sehr sehens- und erlebenswert ist. Während der knapp 15 Minuten hat man das Gefühl, man fliegt über die einzelnen Regionen und Länder des Landes und erlebt hautnah, wie das gesamte Land aus der Vogelperspektive aussieht, inklusive fühlen und riechen. In dem Film werden praktisch alle Regionen und Städte gezeigt, die Kanada so attraktiv machen. Zu finden ist „Fly over Canada“ direkt am Canada Place an der Waterfront. Prädikat: Anschnallen und Gurte fest ziehen! Sehr empfehlenswert.

Mit dem Bus geht es dann weiter durch die Stadt in Richtung Stanley Park. Der knapp 405 Quadratkilometer große Park ist vor allem im Sommer ein Anziehungspunkt für Einheimische und Urlauber. Mit dem Beaver Lake, dem Vancouver Aquarium, der vorgelagerten Insel „Deadman’s Island“ oder dem Siwash Rock (ein 18 Meter hoher monolithartiger Felsen) sind auch die „Totem Pole“ sehr sehenswert. Doch leider macht mir auch hier der Regen einen Strich durch die Rechnung. Also ab in den Bus und weiter zum nächsten – überdachten – Ziel.

Granville Island Public Market

Der Granville Island Public Market dient vor allem den Einheimischen als Einkaufsquelle frischer Waren.

Granville Island Public Market - Obst

Frisches Obst, soweit das Auge reicht: Der Granville Island Public Market.

Der „Granville Island Public Market“ ist eine relativ große Markthalle, in der es vor allem frische Waren gibt und der überwiegend von Einheimischen zum einkaufen genutzt wird: Gemüse, Fleisch oder Fisch. Rund um die Markhalle haben sich viele kleine Handwerksbetriebe angesiedelt. Wer beim Anblick der ganzen frischen Waren Hunger bekommt, sollte auf jeden Fall eine der tollen Küchen ausprobieren, die es dort auch in großer Auswahl gibt.

Erstes Lokal wurde 1867 in Vancouver eröffnet

Weiter geht’s mit dem Bus durch Chinatown in Richtung Gastown, dem historischen Stadtteil der Stadt, der seinen Namen von einem Gastwirt hat, der 1867 das erste Lokal in Vancouver eröffnet hat: John „Gassy Jack“ Deighton. Dort steht auch die älteste dampfbetriebene Uhr der Welt, die mächtig aus vier Rohren qualmt und die vor allem von vielen Asiaten als Bildmotiv genutzt wird. Sie gilt als Wahrzeichen des Stadtteils.

Die Steamclock von Gastown

Die „Steamclock“ von Gastown gilt als Wahrzeichen des Stadtteils und ist die älteste dampfbetriebene Uhr der Welt.

Feuerwehr in Vancouver

Typisches Feuerwehrfahrzeug für Kanada. Hier machen die Jungs Pause in Gastown.

Mein erster Tag in British Columbia neigt sich damit dem Ende zu. Und ich halte es da einfach wie der britische Singer-Songwriter Passenger in seinem Lied „Walk in the Rain“: „Walking alone with these legs made of stone. And I’m almost dry and I’m almost home. Where the photographs smile. And I’m still someone’s child. And my place it is set. So I’ll stay for a while.“ Stimmt nicht ganz: Um halb sieben geht’s am nächsten Morgen zum Rocky Mountaineer.

Hinweis: Ich wurde von Air Transat, Rocky Mountaineer und Uschi Liebl PR zu dieser Reise eingeladen. Vielen Dank!

 

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