Urlauber, die Ruhe und mediterrane Atmosphäre zu schätzen wissen, sind auf dieser Insel genau richtig. Gozo ist Maltas kleine, grüne und beschauliche Schwester. Hier ticken die Uhren langsamer und der Begriff „Hektik“ ist ein Fremdwort. Und noch einen Vorteil hat Gozo: Die Insel hat milde und sonnige Winter. Wenn es im übrigen Europa kalt, trüb und verschneit ist, verwöhnt Maltas kleine Schwesterinsel mit Wärme und hellen Tagen.

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Foto von Nick Bugeja

Das ist Gozo

Maltas kleine Schwesterinsel Gozo bildet zusammen mit Comino und der Hauptinsel den maltesischen Archipel und ist eine ursprüngliche Oase der Ruhe. Malta – und Gozo – sind von vielen deutschen Flughäfen mit Direktflügen in rund drei Stunden bequem zu erreichen und daher auch bestens für einen Kurzurlaub geeignet. Malta ist der kleinste EU-Staat und befindet sich rund 95 Kilometer südlich von Sizilien im Mittelmeer.

Gozo eignet sich ideal für einen abwechslungsreichen Tagesausflug oder einen „Urlaub innerhalb des Malta-Urlaubs“. Gozo ist von Malta aus einfach und bequem an Bord moderner Autofähren in 25 Minuten zu erreichen und der Charme des Inselchens erschließt sich sofort nach der Ankunft im kleinen Hafen von Mgarr: Gozo ist grüner, ländlicher und auch kleiner (14 km lang, 7 km breit, ca. 30.000 Einwohner – die Gesamtbevölkerung der Maltesischen Inseln beträgt rund 400.000 Einwohner).

Gozo wurde – wie Malta – schon ab dem 5. Jahrtausend v. Chr. besiedelt. Die Tempelanlage „Ggantija“ in der kleinen Ortschaft Xaghra ist eine der ersten von Menschenhand erschaffenen, freistehenden Konstruktionen der Welt. Wie auch auf der Hauptinsel wurden in Gozo bronzezeitliche, phönizische und römische Relikte entdeckt. Die Insel ist ebenfalls sagenumwoben und wird als die legendäre Insel „Ogygia“ der homerischen Odyssee betrachtet, auf der Odysseus sieben Jahre lang von der Nymphe Kalypso gefangen gehalten wurde. Gozo litt im Mittelalter stark unter Angriffen von Piraten und Osmanen, da die kleine Insel nur schlecht verteidigt werden konnte. Die Einwohner Gozos wurden oftmals versklavt und verschleppt und Mitte des 16. Jhdts. fast ausgerottet. Im 17. Jhdt. erfolgte eine erneute Besiedlung von Malta und Sizilien aus und mit der Erbauung von Wachtürmen durch die Malteserritter ließen die Angriffe nach. Glücklicherweise blieb Gozo im Zweiten Weltkrieg von Bombenangriffen verschont. Der Name der Insel „Gozo“ – auf Maltesisch „Ghawdex“ (sprich „Audesch“) – entwickelte sich über die Jahrtausende aus dem phönizischen „Gwl“, dem griechischen „Gaulos“, dem römischen „Gaulus“, dem byzantinischen „Gaudes“ und dem arabischen „Ghawdex“. Letztere Bezeichnung wurde im Mittelalter zu „Gaudisium“ – „Freude“ – latinisiert und unter spanischer Herrschaft ins Kastilische als „Gozo“ übersetzt.

Urlauber können sich in den zahlreichen Hotels der Insel  – einige mit erstklassigen Spa-, Ayurveda- und Wellnessoasen – verwöhnen lassen oder eines der für Gozo typischen „Farmhouses“ anmieten. Dies sind mit allem Komfort umgebaute alte Bauernhäuser, die in jeglicher Größe, Kategorie und Ausstattung bei lokalen, aber auch deutschen Anbietern gebucht werden können. Sie eignen sich ideal für einen „Selbstversorger-Urlaub“ mit der Familie oder Freunden. Viele der Häuser verfügen im geschützten Innenhof über einen großen Swimmingpool-Bereich mit Gartenmöbeln – ideal für ein sonniges Frühstück oder eine entspannte Pool-BBQ-Party an lauen Sommerabenden. Fortbewegen kann man sich auf Gozo mit öffentlichen Bussen oder einem Mietwagen. Es können zudem Fahrräder und Motorräder ausgeliehen werden.

Leben auf Gozo

Das Leben hier verläuft gemächlich; der Lebensrhythmus wird bestimmt durch die Jahreszeiten, die Fischerei und die Landwirtschaft. Im Winter und Frühjahr bedeckt ein dichter Teppich aus duftenden Kräutern und üppiger Flora die Insel. Im Sommer blühen Oleander, Bougainvillea und Geranien. Barockkirchen und alte Bauernhäuser aus Stein sind die typischen Bauten und prägen das Gesicht der Insel. Gozo-Besucher können die raue Landschaft und spektakuläre Küste erkunden. Das Meer lädt zu vielfältigen Aktivitäten ein: Man hat die „Qual der Wahl“ zwischen Badespaß an felsigen Buchten, roten Sandstränden, Segeltörns oder Schnorchel- und Tauchgängen. Auf Gozo finden sich einige der besten Tauchplätze des Mittelmeers!

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Foto: Chris Davies

Aber auch Wander-, Kletter-, Mountainbike-, Segway- und Kajakfans kommen hier voll auf ihre Kosten – besonders im milden Frühling, Herbst und Winter. Wanderer erwarten auf Gozo kleine Dörfer und Wege gesäumt von alten Kirchen, barocken Steinhäusern, prächtigen Oleanderbüschen, wildem Fenchel und Thymian, Feigenkakteen, Johannisbrot- und Zitronenbäumen, historischen Salzpfannen, Schafherden… Das Inselchen verzaubert mit Bildern, Düften und Farben, die mediterraner nicht sein könnten. Die Routen ohne große Höhenunterschiede – und viele mit herrlichem Blick auf’s Meer – sind für Wanderer aller Altersgruppen geeignet.

Alle Straßen Gozos führen in die Hauptstadt Victoria oder „Rabat“, wie sie die Gozitaner auf Maltesisch nennen. Victorias imposante Zitadelle erhebt sich auf einem Hügel steil über der Landschaft. Von ihren beeindruckenden Bastionen bietet sich ein herrlicher Ausblick über die ganze Insel. Jahrhundertelang bot die Zitadelle Schutz vor nordafrikanischen Korsaren und Sarazenen, von denen die Bevölkerung Gozos im Lauf der Geschichte mehrfach versklavt wurde. Victoria ist heutzutage nicht nur geographisches Zentrum der Insel, sondern auch ihr Lebensmittelpunkt. Hier verbindet sich das pulsierende Leben der Märkte und Geschäfte mit einer entspannten, geselligen Atmosphäre. Man kann in Victoria hervorragend beobachten, wie die Inselbewohner den Tag verbringen – besonders dann, wenn der kleine Marktplatz „It-Tokk“ an jedem Morgen zu neuem Leben erwacht. Auf dem Markt und in den engen, gewundenen Gassen Victorias findet sich alles, was das Herz begehrt: köstliche, frische Lebensmittel – vor allem Ziegenkäse, getrocknete Tomaten, Meersalz und Wein – Antiquitäten, Handwerkserzeugnisse, Fischernetze und Strickwaren. Zudem besitzt die Stadt ein eigenes pulsierendes Kulturleben, zu dessen überraschenden Attraktionen zwei Opernhäuser, aber auch am Tag der „Festa“ Pferderennen auf der Hauptstraße gehören.

Wie auf der Hauptinsel Malta sprechen auch die Gozitaner Maltesisch („Malti“) – die einzig semitische Sprache der Welt, die mit lateinischen Buchstaben geschrieben wird und wahrscheinlich heutzutage das einzige „Überbleibsel“ der phönizischen Sprache ist. Neben Malti ist Englisch jedoch die zweite offizielle Amtssprache auf Gozo und Malta – ein unschlagbarer Vorteil für Urlauber, die sich so problemlos verständigen können.

Fangfrischer Fisch in Gozos Küchen

Fangfrischer Fisch und in Salzpfannen handgefegtes Meersalz spielen eine besonders große Rolle in Gozos Küchen. Unbedingt probieren: Die pizza-ähnlichen Fladen „Ftira“, der pikante Ziegenkäse „Gbejna“ – der zumeist mit Kapern, Oliven und getrockneten Tomaten serviert wird – sowie das Nationalgericht „Fenek“; ein deftiges Kaninchenragout. Dazu passt ein Glas gozitanischer Rot- oder Weißwein.

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Foto: viewingmalta

Gozo ist – wie Malta – ein begehrter Drehort der internationalen Filmindustrie. Die kleine Insel stellte unter anderem die Kulisse für „Game of Thrones“, „By the Sea“ mit Angelina Jolie und Brad Pitt, „Wickie und die starken Männer“ von Michael „Bully“ Herbig, „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“ mit Sean Connery oder „Montecristo“ mit Guy Pearce.


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Auf Gozo ist Hektik ein Fremdwort
Im Frühling blüht Gozo auf
Im Winter nach Gozo


Weitere Informationen zu Gozo

Fremdenverkehrsamt Malta

Tel.: +49-69-247503-130

E-Mail: [email protected]

Webseiten:

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  • www.malta-app.com

Hinweis: Kooperationsartikel

Foto: Titelbild von Ted Attard