Für Australier ist das indonesische Bali das „europäische Mallorca“, für Hochzeitsreisende ein Traumurlaub und für Wellenreiter und Golfspieler ein Eldorado. Bekannt ist Bali zudem für seine tiefe Spiritualität, seine heiligen Tempelanlagen und seine üppig-grünen Reisterrassen. Bei den Sehnsuchtszielen dieser Welt gehört das Eiland mit seinen 3,9 Millionen freundlichen Menschen zu den Top Ten.

 

Auch wenn der Flug via Dubai mit Emirates lang war, schon der Anblick des Flughafens – ein architektonisch einmaliges  Zweckensemble im balinesischen Stil –  ist eine Freude für meine müden Augen. Einen schöneren Flughafen hab ich noch nicht gesehen. Die Fahrt zum Mövenpick Jimbaran Resort & Spa ist kurz. Dort erwartet uns ebenfalls eine beeindruckende Architektur mit einer offenen Lobby im typisch balinesischen Stil, die Zimmer sind großräumig und sehr geschmackvoll. Ein Absacker in der Rooftop Bar mit Blick auf das nächtliche Jimbaran  sorgt für einen gelungenen Ausklang des Tages.

DREI TEMPEL PRO DORF

Sonne pur am nächsten Morgen und ein Blick auf Pool und Meer wie gemalt. Die Auswahl beim Frühstück ist  groß. Neben internationaler Vielfalt gibt es balinesische Spezialitäten wie z. B Chilieier, die man unbedingt probieren sollte. Am späten Nachmittag fahren wir zum berühmten  Uluwatutempel, nur eine halbe Stunde von  Jimbaran entfernt,  um einen der schönsten Sonnenuntergänge von Bali zu erleben. Unser Guide Sutaba (48) stammt aus der Bauernkaste, erzählt er stolz. 3,9 Millionen Menschen leben auf Bali (davon 93 Prozent Hindus), und jedes Dorf besitzt drei Tempel. Hinzu kommen noch zahlreiche Haustempel  mit Opferschreinen. Die Balinesen opfern ihren zahlreichen Göttern gern. Mindestens dreimal am Tag zu jeder Mahlzeit. „Wer gibt, zu dem kommt das Glück“, sagt Sutaba. Vielleicht sind die Menschen auf Bali deshalb so zufrieden und freundlich.

DER AFFENTANZ

 

Auf der Hinfahrt warnt Sutaba uns vor den berühmt-berüchtigten  Affen, die gerne Brillen, Ohrringe und alles, was nicht niet- und nagelfest ist, klauen.  Am Tempel angekommen müssen Besucher mit kurzen Röcken und Hosen sich einen tieflila Sarong umbinden, ein orangefarbener Stoffgürtel  aus Rohseide ist für alle Pflicht, denn jetzt betreten wir einen heiligen Ort. Das Warten auf den berühmten Sonnenuntergang wird durch eine Tanzshow mit Kultstatus in einer halbkreisförmigen, voll besetzten Arena verkürzt: 70 Tänzer, etliche in prachtvollen Kostümen reich geschmückt, tanzen den Kechak (Affentanz), die alte hinduistische Legende des Ramayana.

Ein kulinarisches Menü der Extraklasse im Mövenpick-Anarasa-Restaurant mit einem Tatar aus Avocados und Tomaten sowie Jakobsmuscheln, einem delikaten Seafood Casimir mit Reis, Hummer und Jakobsmuscheln und einem Dessert sind der perfekte Abschluss für einen perfekten Tag.

[nextpage title=”Geheimnisvolles Bali”]

 

Der nächste Tag wird lang. Von Jimbaran bis nach Mas, dem Zentrum der Steinmetze, dauert die Fahrt eine Stunde. Von Generation zu Generation wird dieses Kunsthandwerk weiter gegeben. Auf dem Weg dorthin legen wir am Tempel Pura Dalem noch eine kurze Pause ein.  Frauen und Männer  bereiten dort  zu tausenden kleine Körbchen mit Opfergaben für die Götter vor, die dann weiter verkauft werden. Vom Duran Dalem Tempel aus hat man einen guten Blick über die Reisfelder zum Vulkan Mount Agun, der Ende 2017 mit seinen Ausbrüchen für einige Unruhe gesorgt hatte.

BERÜHMTER KATZENKAFFEE

 

Nach einem Besuch der Holzmaskenschnitzer genießen wir unsere mitgebrachten Lunchpakete auf einer Farm, die Agrartourismus betreibt.  Vor 18 Jahren hat Ikt Ngemben  (42) von seinem Vater den Betrieb übernommen. Seitdem werden Gewürze wie Pfeffer und Muskatnuss, Kaffee und Kakao nicht mehr nur auf dem Markt verkauft, sondern auch im eigenen Betrieb verarbeitet und verkostet. So kommen wir z.B. in den  Genuss von Kakao mit Ingwer oder Kaffee mit Vanille. Auch verschiedene Teesorten wie der rote Rossolo werden uns zum Picknick von Ikts Schwester Ni und seinen fünf Kindern serviert. Auf der Farm gibt es auch Coffee Luwak (Katzenkaffee),  den wohl besten und teuersten Kaffee der Welt zu kosten und kaufen. Die grünen  Kaffeebohnen werden von  wilden Mungos gefressen und unverdaut wieder ausgeschieden, bevor sie eingesammelt und verarbeitet werden.

„Bali first“ ist die Devise,  die von der Regierung und der Hotellerie gefördert wird, um die einheimische Landwirtschaft und Industrie zu unterstützen. Auch das Mövenpick Jimbaran kauft bei einheimischen Fischern. Ebenso stammen die Pflegeprodukte wie Shampoo und Bodylotion auf den Zimmern oder im Spa aus Bali. „Einheimische Produkte sind angesagt“, betont Daniela Hartati, stellvertretende Marketing-Chefin.

GOTTHEIT GANESHA

 

Unser nächstes Ziel ist die Elefantenhöhle Goa Gajah. Sie  stammt aus dem 9. Jahrhundert und wird bis heute  als Heiligtum verehrt.  Ihren Namen verdankt sie vermutlich der hinduistischen Gottheit Ganesha, denn Elefanten gab es in früheren Jahrhunderten auf Bali nicht.
[nextpage title=”Die Sorgen abwaschen”]

 

Der Wassertempel Pura Tirta Empul zählt zu den wichtigsten und heiligsten Tempelanlagen Balis. Sie gehört zu den neun Staatstempeln. Hier pulsiert das Leben im wahrsten Sinne des Wortes. Aus etlichen Rohren in der Tempelwand sprudelt heiliges Quellwasser in Fontänen ins Becken. Hinduistische Gläubige kommen regelmäßig dort hin, um sich von Krankheiten und andren Problemen frei zu waschen. Asiatische Touristengruppen schießen Selfies ohne Ende.

BEZAUBERNDE REISTERRASSEN

 

Mystisch und beeindruckend sind die Ruinen der Tempelanlage Gunung Kawi. Die im 11. Jahrhundert in den Berg gehauene Tempelanlage ist nur über 150 Stufen zu Fuß zu erreichen, die bis zum Beginn der wunderschönen Reisterrassen zu  beiden Seiten von Souvenirshops eingerahmt werden. Zur Belohnung erwartet die Besucher am Fuße des Berges eine relativ touristenfreie Zone. Der Aufstieg zurück ist anstrengend, aber der Mühe wert.

MYTHOS UBUD

 

Am  Ende des Tages geht es nach Ubud. Die in Reisfelder eingebettete Kleinstadt ist seit den 1930er Jahren eine wahre Künstlerkolonie. Maler, Musiker, Tänzer, Holzschnitzer und Steinmetze verleihen dem Zehntausend-Seelenort ein ganz besonderes Flair. Kenner behaupten, „wer nicht in Ubud war, kennt Bali nicht“. Das beste Kokos-Eis Balis darf man auf keinen Fall versäumen. Wir essen es im Tukies Cafe, das wir nach langer Suche in der Market Road Nr. 3 finden. 

Die Amerikaner haben mit dem erfolgreichen Hollywood-Blockbuster  „Eat, Pray, Love!“ (2010) mit Julia Roberts ihre  Liebe zur Insel entdeckt. Seit der Sinnsuche der schönen Amerikanerin, die sie u.a. auch nach Bali führte, hat sich Ubuds Status als magischer Ort weiter verfestigt.  

[nextpage title=”Früh auf den Fischmarkt”]

 

Wer am nächsten Morgen den Fisch- und Gemüsemarkt in Jimbaran erleben will, muss früh aufstehen. Um sechs Uhr landen die Fischer in ihren bunten Auslegerbooten ihren Fang direkt bei den Markthallen an. Von den „antiken“ Waagen aus werden sie zu den  Verkaufsständen oder direkt zu den Hotelküchen gebracht.

An einem Red Snapper demonstriert uns Koch Kamayuda (25), woran man frischen Fisch erkennt. Später werden wir unter seiner Anleitung  im Hotel beim Kochen mit Gästen Red Snapper zu einer Farce  verarbeiten und  um ein Bambusstäbchen geformt auf dem Grill garen. Dazu gibt es Grüne-Bohnen-Salat und Reis. Und dann geht‘s endlich ins große Spa- und Wellness-Center. Für 90 Minuten sorgen das Sandelholzöl und  die Zauberhände von Desri  (21) bei einer balinesischen Ganzkörpermassage für Entspannung pur.

TEMPEL IM MEER 

 

Das wohl meist fotografierte Objekt auf Bali ist der geheimnisvolle Tanah Lot („Tempel der Erde im Meer“), der von hinduistischen Priestern bewacht wird. Das kleine Heiligtum auf dem einsamen Felsen in der Brandung gehört zu den Höhepunkten einer Bali-Reise. Allabendlich  klicken tausende Auslöser im Akkord, wenn die Sonne hinter dem Heiligtum blutrot im Meer versinkt. Gegen eine Spende darf man heiliges Wasser aus der Quelle trinken, die aus dem Felsen sprudelt und sich damit Hände und Gesicht waschen. 

Die Insel der Götter und Dämonen ist geheimnisvoll, heiß, feucht und faszinierend. Sie ist leise im Hinterland, doch laut und rummelig in den Centren. Auf den Straßen sind es die Autos und Motorräder, rund um die heiligen Stätten der Kommerz mit seinen bunten Ständen  und die Touristen in ihrer babylonischen Sprachenvielfalt. Bali ist eine andere Welt, vielseitig und verwirrend schön.

Reiseinfos in Kürze

Anreise: Flüge nach Denpasar werden von Emirates (via Dubai) und von Singapore Airlines (via Singapur) angeboten. 

Hoteltipp: Fünf-Sterne-Mövenpick Resort & Spa Jimbaran Bali. Inspiriert durch die fünf Elemente und im balinesischen Design erbaut,  bietet das Hotel 297 komfortabel und geschmackvoll eingerichtete Zimmer und Suiten mit Balkon sowie freies W-LAN; fünf Restaurants, Kids-Club, Wassersport- und Golf-Möglichkeiten. 

Reiseliteratur: „Bali“, von Roland Dusik, 120 S., 11,99 Euro, Dumont.

Mehr Infos gibt es beim Fremdenverkehrsamt von Indonesien.

Hinweis: Werbung, da Orts- und Markennennung. Die Reise erfolgte auf Einladung