Das neue 4-Sterne Hotel AMERON Speicherstadt Hamburg, ist das einzige Hotel in dem historischen Lagerhausviertel im Herzen Hamburgs. Reiseautorin Tina Engler blieb dort über Nacht und begab sich auf eine Zeitreise zwischen 60-er Jahren und Moderne…

Als Kind hatte ich einen Traum: Ich wollte, als echte Hamburger Deern, unbedingt in der Speicherstadt wohnen, dort, wo es damals noch nach Kaffee und Tee roch, sich Brücken über die Elbarme spannten und ich das Gefühl hatte, um Jahrhunderte zurück versetzt zu sein, wenn ich durch die Kopfsteingepflasterten Straßen lief.

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Blick auf das Hotel AMERON Hotel Speicherstadt in Hamburg. (Foto: Ameron)

Dream on…

Manchmal muss man einfach nur ganz fest an seinen Traum glauben, dann wird er wahr. Es hat zugegeben ein paar Jahrzehnte gedauert, aber das Warten hat sich gelohnt. Ich gönne mir eine Nacht im einzigen und vor Kurzem eröffneten Hotel des denkmalgeschützten Viertels, dem „AMERON Hotel Speicherstadt“ und meine Kindheitserinnerungen werden wieder lebendig. Mehr Hamburg geht nicht. Mittendrin in der Jahrhundertealten Speicherstadt, vis a vis der neuen Hafencity. Ein sehr besonderes und ungewohntes Gefühl, zu Gast in der eigenen Stadt zu sein und für 24 Stunden Tourist zu spielen. Altbekanntes und Vertrautes wird plötzlich spannend. Neugierig öffnen sich alle meine Sinne.

Speicherstadt Hamburg

Immer wieder ein Besuch wert: Die Speicherstadt in Hamburg.

Nostalgische Moderne

Seit Anfang September hat das AMERON Hotel Speicherstadt seine Pforten für Besucher geöffnet und ist jetzt schon Sehnsuchtsort vieler internationaler Gäste. 192 Zimmer und Suiten stehen zur Verfügung. Wer eincheckt, wählt je nach Vorliebe den Blick auf die moderne Hafencity oder auf die historische Speicherstadt. Nostalgiefeeling auch in den Zimmern. Contemporary und zeitgenössisches Design treffen auf den Stil der 50-er/ 60-er Jahre. Parkettböden, viel Holz, Glas, Granit und warme Farben dominieren. Ein sehr stylishes und chices Ambiente, dabei aber so gemütlich, dass es mir schwer fällt, mein Zimmer im sechsten Stock überhaupt zu verlassen, um die nähere Umgebung zu erkunden. Der Standort ist ideal, Hamburg leicht zu Fuß zu erlaufen. Nur gute zehn Minuten sind es bis zur Außenalster und zur edlen Einkaufsmeile Jungfernstieg, 15 Minuten zu den Landungsbrücken, ebenso kurz ist der Fußmarsch zum Hamburger Hauptbahnhof und für weitere Strecken bieten sich die hauseigenen Fahrräder an.

Kindheitserinnerungen

Mein Zuhause auf Zeit, zeigt sich pur und wie es sich für die Hafenstadt gehört, ohne Chi Chi. Hanseatisches Understatement im ehemaligen Bürogebäude aus den 50-er Jahren, einem Denkmal geschütztem Haus, das in den letzten zwei Jahren Luxus saniert und zu einem edlen 4-Sterne-Hotel umfunktioniert wurde. Elegant und modern, mit viel Liebe zum Detail und von lässiger, unprätentiöser Atmosphäre geprägt. Die Mischung aus historischer Architektur und einem modernen, internationalen Design-Hotel ist für Hamburg neu. Ein echter Wohlfühlort und mein Eckzimmer, mit Blick auf Fleet, St. Katharinenkirche und den Fernsehturm, bietet mit rund 34 qm viel Platz zum sein. Das schwarze Wählscheibentelefon funktioniert zwar zeitgemäß auf Tastendruck, lässt mich aber gleich wieder in Kindheitserinnerungen schwelgen. So eines hatten wir nämlich auch mal, manuell versteht sich.

Die eher einem sehr großzügigen Wohnzimmer nachempfundene Lobby ist in dunklen, warmen Farben gehalten. Sitzkojen, Sessel, Wand und Lichtelemente sind klar und pur von der Formgebung. Anleihen an die alte Hansezeit, sind auf moderne Weise interpretiert. Eine kleine Library lädt zum Verweilen ein. Coffeetable-Books liegen bereit, maritime Fotobände, Kunstbände aus aller Welt. Ein besonderer Schwerpunkt im AMERON wird auf die Kunst gelegt. Überall im Haus, finden sich spannende Exponate aus dem Internationalen Maritimen Museum Hamburg, riesige Wandfotos und Gemälde, wechselnde Ausstellungen internationaler Künstler sind geplant. Laut Generalmanager Michael Lutz, soll das Kunstkonzept eine Geschichte erzählen, die auf den Ort und die Historie eingeht. Spielerisch interpretiert. Erlaubt ist, was gefällt.

Von der Bar im Erdgeschoss mit großzügigen Sitznischen auf Emporen und einer Außenterrasse, blicke ich beim Rumtasting (der Barkeeper ist spezialisiert auf Rum) über die Bauten und Kanäle der Speicherstadt. Hier spielte sich im vergangenen Jahrhundert der internationale Gewürz- und Kaffeehandel ab, die umliegenden Speicherhäuser, die mittlerweile zumeist als chice Büros oder Showrooms genutzt werden, verströmen noch den Hauch der alten Zeit.

Vitality Spa Ameron Hamburg

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Surreale Szenerie der Superlative

Früher bin ich oft hierher gepilgert, um Touristin zu spielen, damals war ich ungefähr zehn Jahre alt. „Bewaffnet“ mit Stadtplan, Kamera und Fernglas, habe ich jeden Winkel meiner Heimatstadt erkundet. Auf meinen Spuren der Vergangenheit ziehe ich los und entdecke dabei ganz viel Neues. Wohl kaum ein anderer Stadtteil der Hansestadt hat sich so sehr verändert, wie das riesige Hafengebiet. Rund 26 Hektar umfasst der gigantische Lagerhauskomplex und ist damit der weltgrößte seiner Art. Futuristische Neubauten entstehen allerorts. Vom 7. Stock des Hauses, in dem auch die Suiten untergebracht sind, schweift der Blick vom Wellnessbereich, mit Dachterrasse und Fitnessraum bis hin zur Elbphilharmonie. Vom Hafen tönen Schiffshupen dumpf zu mir herüber. Chice Geschäfte haben sich direkt gegenüber dem Hotel angesiedelt. Boutiquen und Galerien, wechseln sich mit Cafes und Restaurants ab. Weiter runter die Straße geht es im dämmernden Abendlicht an die Magellanterrassen. Ein Stimmen-Wirr-Warr aller Kontinente zieht sich über die lang gestreckte Elbuferpromenade. Noch jetzt im Herbst, sind alle Terrassencafes besetzt, in Wolldecken eingekuschelt warten Touristen aus aller Welt und ich, die Hamburgerin, die auf Touristin mimt, auf den Sonnenuntergang. Vom Farbspiel her eine fast surreale Szenerie, wie gemalt. In schönsten Rot- und Orangetönen wird die Elbe in sanftes Licht getaucht. Mein Heimathafen, den ich plötzlich wieder mit ganz anderen Augen betrachte. Ich verstehe die Begeisterung der Gäste um mich herum und bin selbst ganz beseelt in diesem Augenblick. Als Gast in der eigenen Stadt nehme ich Alltägliches plötzlich ganz anders wahr.

Eldorado für Freunde italienischer Küche

Die frische Brise, die vom Fluss herüber weht, macht Hunger. Natürlich beherbergt das AMERON Hotel Speicherstadt auch ein hauseigenes Restaurant, das über eine historische Eisenbrücke zu erreichen ist. Vorbei an der ehemaligen “Kaffeebörse”, in der früher eifrig gehandelt wurde und die jetzt als Börsensaal für Events mit bis zu 200 Gästen dient, führt mein Weg in das Restaurant „cantinetta ristorante & bar“. Untergebracht, ist es im einzigen Neubauelement des Hauses. Durch die Panoramafenster biete sich mir ein fantastischer Blick auf das Brooksfleet, während ich genüsslich mein Steinpilz-Risotto esse. Alle Speisen werden in der offenen Showküche vorbereitet, wer will, hat als Gast den Werdegang seiner Speisen klar im Blick. Ehrliche, italienische Küche, inspiriert von den Köchen der Althoff-Hotels, zu deren Hotelkollektion neben den AMERON Hotels, auch das legendäre Schloss Bensberg in der Nähe von Köln zählt. Auf der Speisekarte ist authentische Küche zu finden, der Schwerpunkt liegt auf leckerer Pasta, frischen Salaten und Focaccia-Spezialitäten, natürlich ergänzt mit Tagesgerichten, je nachdem, was der Markt gerade hergibt. Die Zutaten für die landestypischen Gerichte der „cucina casalinga“ werden ausschließlich aus der Region- oder direkt aus Italien bezogen. Schon jetzt hat sich das Ristorante zu einem beliebten Lunch-Treff für Hamburger entwickelt, denn es werden auch preisgünstige Mittagsgerichte angeboten, die bei den Angestellten umliegender Agenturen und Büros auf positives Feedback stoßen. Kein Wunder, denn das AMERON Hotel Speicherstadt ist eine der schönsten Adressen der Stadt und hat groß Chancen, auch bei den Locals zum „place to be“ zu avancieren. Um wieder zu kommen, brauche ich diesmal also nicht wieder Jahrzehnte warten!

Hinweis: Die Produktion erfolgte mit freundlicher Unterstützung der Althoff-Hotelgruppe und dem AMERON Speicherstadt Hamburg.