Auf der Suche nach schwarzen Finnen und Moby Dick gleitet unser Katamaran fast lautlos vor der Küste Teneriffas über den Atlantik. Zehn Meter vor mir schwimmen zwei dunkle Schatten im türkis-blauen Wasser und kommen langsam an die Wasseroberfläche: Wale. Endlich! Auch wenn es „nur“ die kleineren Grindwale sind, der Anblick ist sehr beeindruckend, schön und enttäuschend.

Ich bin ehrlich. Ich habe nicht daran geglaubt, als ich den Ausflug „Whale Watching“ im Hafen „Porto Colon“ an der Playa de las Americas auf Teneriffa angetreten bin. Wie oft habe ich gehört, dass auf solchen Ausflügen keine Tiere gesichtet worden sind? Unser Guide Mike macht mir kurz nach dem Start Hoffnung: „100% Wale, 60% Delfine!“, so sein zuversichtlicher Ausblick auf den knapp dreistündigen Turn.



Der Atlantik ist zwischen Teneriffa und La Gomera extrem tief. Bis zu 2.000 Meter tief fällt ein Stein, der von der Wasseroberfläche ins Wasser fällt. An keinem anderen küstennahen Ort der Welt sind so viele Wale beheimatet. Hier fühlen sich die Tiere wohl. Hier finden sie die Nahrung, die sie brauchen. Ein kleiner Grindwal benötigt über 50 Kilo Fisch pro Tag.

Mit dem Katamarn geht's auf Wale Watching

Mit dem Katamarn geht’s auf Wale Watching. Im Hintergrund die Playa de las Americas.

Der erste Wal nach 30 Minuten

Es dauert 30 Minuten bis wir tatsächlich die ersten Wal-Finnen sehen. Der Steuermann führte unser Boot in die Nähe der Tiere. Es ist gesetzlich vorgeschrieben, mehr als 60 Meter Abstand zu halten. Das Boot darf maximal 30 Minuten die Wale begleiten. Ein gemeinsames Bad im Atlantik steht unter Strafe und kann bis zu 20.000 Euro kosten. Hab ich meine Badehose umsonst eingepackt…

Ich will ehrlich sein. Die Grindwale sehen aus wie Delfine und ich war im ersten Moment enttäuscht. Wale waren für mich bisher große Säugetiere mit riesigen Schwanzflossen und meterhohen Fontänen, die aus mehreren Kilometern Entfernung zu sehen sind. Die Tiere, die hier entspannt im Wasser schwimmen, sehen aus wie die großen Geschwister von Flipper. Und das nicht ohne Grund.

Der Grindwal gehört tatsächlich zur Gattung der Delfine. Der männliche Wal wird bis zu acht Metern groß und zwei Tonnen schwer. „Die großen Finnwale sind hier im Frühjahr“, sagt Mike. Aha, sind wir im Oktober viel zu spät dran. Schade!

Die dicken Dinger sind vor Teneriffa im Frühjahr – Schade!

Ein paar Minuten später kommen immer mehr Grindwale an die Wasseroberfläche und damit mehrere Boote in unsere Nähe. Unser Skipper dreht ab und begibt sich auf die Suche nach Delfinen. Kurz vor Teneriffa gibt es eine Zuchtstation für Doraden. Hier halten sich Delfine oft auf. “Sie sind auf der Suche nach Nahrung”, weiß Guide Mike.

Und tatsächlich: Hier sind Delfine an der Wasseroberfläche. Also, 100 Prozent erreicht, zurück zum Hafen. Vielleicht komme ich im Frühjahr noch einmal her. „Richtige“ Wale sind noch beeindruckender. Ich habe kurz einen in der Karibik gesehen und erstarrte vor Glück. Und genau das will ich …

 

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung!