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Hexen vor der Haustüre

Wie spanisch ist eigentlich Galicien? Auf diese Frage bekommt man meist nur die orakelhafte Antwort: Sehr spanisch, nur anders. Das macht uns neugierig, den nordwestlichen Teil der iberischen Halbinsel, seine sprudelnden Heilquellen und das berühmte Pilgerziel zu entdecken.

Wie spanisch ist eigentlich Galicien? Auf diese Frage bekommt man meist nur die orakelhafte Antwort: Sehr spanisch, nur anders. Das macht uns neugierig, den nordwestlichen Teil der iberischen Halbinsel, seine sprudelnden Heilquellen und das berühmte Pilgerziel zu entdecken.

Nicht wie im übrigen Spanien lacht hier die Sonne immer vom blauen Himmel und statt Flamenco Musik, lieben die Galicier den Dudelsack. Von September bis Mai ist der Regenschirm das wichtigste Utensil. Doch dafür grünt und blüht es überall. Wälder mit Eukalyptusbäumen nehmen 30 Prozent des spanischen Waldbestandes ein. Und rund 8.000 verschiedene Kameliensorten blühen und gedeihen prächtig vor allem in den Wintermonaten. Unser Guide Tommi Alvarellos Laine, gebürtiger Galicier, ist von seiner Heimat voll und ganz überzeugt. „Von hier stammen berühmte Männer wie Fidel Castro, Francisco Franco und der Politiker Mariano Rajoy, ist sogar in der galizischen Hauptstadt Santiago di Campostela geboren“, zählt er auf.

„Unser Land ist eigentlich ein Paradies,“ fährt er fort. „Wir haben rund 1.300 km Küste. Neben 800 km Steilküste sind 300 km Strand“. Nicht zu vergessen die fjordähnlichen Meeresarme, die sogenannten Rias, sind ganz etwas Besonderes. Sie dringen tief ins Land ein und prägen die Küstenlandschaft zum Atlantik, machen sie abwechslungsreich mit einer Menge Kur-, Thalasso oder Spa-Hotels, die diese besondere geographische Formation nutzen. Das ist auch der Grund, warum das galizische Thermalangebot in Spanien unbestritten auf Platz eins liegt. Vom bescheidenen Kurbad, bis zur topmodernen Gesundheitsbehandlung inklusive Wellness, Beauty und landestypischer Kulinarik, kann man wählen. Wir testen mal das Angebot und lassen uns auf der Insel la Toja überraschen. Dort empfängt uns eine ganz besondere Atmosphäre.

Aalglattes Wasser des Riasfjords umgibt das moderne Kurhotel Eurostars. Ein besonderer Hingucker ist die kleine nahegelegene Kirche zum Hl. Sebastian, deren Fassade ganz und gar mit Muscheln verziert ist. Feinen Duft verströmt das traditionsreiche Seifengeschäft, wo man aus einem breiten Sortiment für jeden Zweck ein ganz besonderes Seifenstück wählen kann. Wirkungsvoll bei dermatologischen Problemen, so sagt man uns, sei eine schwarze Seife, die nur auf Insel la Toja hergestellt werde.

Heilbaden im Freien

In Ourense, eine Stadt im Landesinneren, mit einer bemerkenswerten, historischen Altstadt und bedeutenden Kathedrale mit ausdrucksvollem Skulpturenschmuck und goldgefasster Apsis, sprudelt das Heilwasser sogar direkt heiß aus den alten Brunnen von As Burgas, die bereits die Römer benutzten. Denn zu dieser Zeit war Ourense sehr begehrt, da man im Fluss Mino Gold schürfen konnte. Noch heute besitzt die Regierungsstadt von Galicien ihre eigene Thermalzone in der Stadtmitte, wo schwefelhaltiges Mineralwasser kostenfrei für Jedermann zugänglich ist. Wir staunen nicht schlecht, als wir mitten in der Stadt Damen und Herren im Badeanzug im dampfenden Schwefelbad erblicken.

Eine ähnliche, öffentliche Anlage, die Termas de Outariz, sind die Flussbäder am Mino. Bis zu 180 Personen können hier maximal zwei Stunden für ca. 6,00 Euro baden, entspannen und die herrlich grüne Flusslandschaft genießen. Das von 67 Grad auf Körperwärme herunter gekühlte Wasser ist besonders heilsam bei Hautproblemen und hohem Blutdruck.

„Das Bad mit all seinen zusätzlichen Angeboten, wie japanische Onzen oder einem Calidarium ist ganzjährig geöffnet,“ so die Geschäftsführerin Sandra Sanjiao. „Zwischen 9,00 Euro und 40,00 Euro kosten die Anwendungen. Obwohl Outariz kein Kurort ist, haben wir nur diplomierte Masseure, was unsere Gäste vornehmlich aus Galicien, Asturien und Madrid sehr schätzen“.

Speicher aus Granit

Abgesehen von den heilsamen Badeoasen, mal luxuriös und mal rustikal, ist der Besuch der kleinen, typischen galizischen Orte ein unbedingtes Muss. Hier findet man ganz eigenwillige Bauten, besondere Plätze und alte, bäuerliche Traditionen. Wir besuchen Combarro, der Fischerort liegt direkt am Meer, wo uns Tommi auch die Getreidespeicher, die Hórreos, zeigt. Wie kleine Kapellen mit einem Steinkreuz im Giebel sind diese rechteckigen Granithäuser einst von den Vorfahren auf Stelzen gebaut worden. Eine Holzverkleidung mit schmalen Schlitzen sorgt für den Luftaustausch, damit das gelagerte Getreide, Mais oder Fisch trocken bleibt und nicht verdirbt.

Mäuse und sonstige Nagetiere und Schädlinge hatten somit auch keine Chance an das Erntegut heranzukommen. Im typisch galizische Ort mit Häusern aus Granitstein führt unser Weg durch schmale Gassen, die es dort sicher schon vor 200 Jahren gab. Vor mancher Haustüre steht eine „Meigas“, die gute galizische Hexe, die seit Generationen besonders für das Glück und die Gesundheit der Frauen sorgt.

Pontevedra hingegen, Hauptstadt des portugiesischen Jakobweges, präsentiert eher den urbanen galizischen Stil. Während des 15. Und 16. Jahrhunderts war sie der Haupthafen von Galicien. Silberschmiede kreierten zur Zeit der spanischen Renaissance den sogenannten plateresken Stil. Ein bedeutendes Beispiel dafür zeigt die Fassade der Basilika Santa Maria Major. Wie eine filigrane Silberarbeit sind die Darstellungen zu Ehren der Fischer und der Schifffahrt gearbeitet. Die Altstadt von Pontevedra kann mit einer Opernkulisse verglichen werden. Kleine Plätze arrangieren sich lauschig aneinander. Säulen tragen Balkone, die als Veranden mit Fenstern verkleidet sind. Die etwas verspielte Architektur wird aber dennoch gehalten von dem massiven Mauerwerk aus Granit, das dazu einen stabilen Akzent setzt.

Kandierte Veilchen zur Pastete

Auf dem Hauptplatz von Pontevedra, im Restaurant Eirado da Lena herrscht bereits reges Treiben. Es ist Mittagszeit und die Plätze draußen sind schon alle besetzt. Doch der gut gelaunte Chefkoch persönlich, Inaki Brental, macht uns drinnen im Gastraum einen Tisch frei. Er ist in der Welt der Kulinarik in Spanien schon lange kein Unbekannter mehr. Mit einem Begrüßungsschluck vom typischen Albarinho, dem galizischen Weißwein von der Rias Baixas, dazu selbstgebackenem Weißbrot mit Salz und Olivennöl, bekommen wir Appetit auf seine Kochkünste. Es folgen kleine Portionen mit Leckereien vom Tintenfisch, serviert auf einem Granitstein, gefolgt von Taschenmessermuscheln mit Mango und Algenblume.

Mit weißen Bohnen und Hummer in Tomatensoße und Gänseleberpastete mit Vanille, verziert mit kandierten Veilchen setzt er die Geschmackslatte schon ziemlich hoch. Eine Käseauswahl von Ziege, Schaf und Kuh, danach noch ein fluffiges Dessert von Maracujaschaum und Waldfrüchten beschließt die köstliche mediterrane, galizische Speisefolge mit raffinierten Geschmackskombinationen.

Und das Beste kommt ja bekanntlich zum Schluss – in unserem Fall ist es die berühmte Pilger- und galizische Hauptstadt Santiago de Compostela, die den Schlusspunkt unserer Reise setzt. Bei strömenden Regen bahnen wir uns auf alten, holprigen Quadersteinen durch die Pilgerschar einen Weg zur Kathedrale, die ab dem Jahr 1075 auf Überresten von Gebäuden früherer Epochen erbaut wurde. „Hier befindet sich das Grab des Hl. Jakobus“, erklärt Tommi“, „nach den vielen verschiedenen Stilepochen dominiert heute der Barock, den wir sowohl außen an der Fassade, wie auch im Inneren sehen können“. Hier glänzt und glitzert es in Gold und Silber von den Altären, den Decken und den Wänden.

Im riesigen 96 m langen Hauptschiff, dem 20 m hohen Kirchenraum erkennen wir auch das berühmte, überdimensionale „Botafumeiro“ (Weihrauchfass), das bei Beginn der Messe und zu den Andachten in einem großen Bogen von zwei Messdienern hin- und hergeschwungen wird. Pilger aus aller Welt haben bereits in der Kathedrale Platz genommen, um bei der Hl. Messe dabeizusein. Denn jetzt und hier ist das Ziel ihrer langen, mühsamen Reise erreicht.

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung.  | Titelfoto by Fotolia.de #155544667

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Abenteuer Arktis – Auge in Auge mit dem Eisbär

Das Flugzeug ruckelt langsam hin und her. Mein Herz pocht und meine Nervosität steigt von Minute zu Minute. In Kürze erreichen wir die Arktis und starten von dort aus in…

Das Flugzeug ruckelt langsam hin und her. Mein Herz pocht und meine Nervosität steigt von Minute zu Minute. In Kürze erreichen wir die Arktis und starten von dort aus in eine 13 Tages Expedition rund um Baffin Island. Der Blick aus dem Flugzeug lässt meine Freude ins unermessliche steigen. Unberührte Natur so weit das Auge reicht. Das Abenteuer Arktis beginnt genau jetzt!

Der erste Tag auf hoher See

Die Sonne scheint und das Meer ist angenehm ruhig. Wir durchqueren mit unseren Zodiacs Landschaften, die einer Mond oder Marslandschaft ähneln. Felsen, Steinbrocken und einzigartige Farben. Absolut unberührte Natur. Die meiste Zeit des Jahres im Schnee, im Eis versunken enthüllt es besonders zu dieser Jahreszeit eine schier unglaubliche Farbpracht und Vielfalt.  Das Fernglas stetig in der einen, die Kamera in der anderen Hand stets auf dem Auslöser. Manchmal hat man nur Sekunden, um genau diesen einen besonderen Moment einzufangen.

Und plötzlich ist er da….Durchs Funkgerät dröhnt es “Polar Bear at 3 o´clock” Mein Blick schärft sich erneut und siehe da. Vor mir ca. 300 Meter entfernt schwimmt ein Eisbär auf die vor uns liegende Felswand zu. Um uns herum klickt es wie in einem Hagelregen. Alle Kameras scheinen sich automatisch auf das Motiv zu schärfen und wie um die Wette zu klicken. Die folgenden 30 Minuten sind unwirklich. Der Eisbär scheint nichts gegen unsere Anwesenheit zu haben und stolziert absolut friedlich über die vor uns liegende Felsformationen. Zeit genug – Hunderte – nein Tausende Fotos und Aufnahmen von diesem wunderbaren Tier zu machen. Ein Blick in die Gesichter der anderen Teilnehmer lässt nur allzu gut erahnen wie groß die Freude bei jedem Einzelnen sein muss. Allesamt Honigkuchenpferde und mit glänzenden Augen. Yes!!! Wir haben es geschafft.

Ein neuer Tag – neues Glück.

Direkt nach dem Aufstehen geht es für mich zum Yoga. Ein idealer Start in diesen Tag. Voller Energie atme ich ein und aus und lasse diesen Moment auf mich wirken. Nach einem leckeren Frühstück geht es an Deck zum Observieren. Immer mit der Frage im Kopf – was werden wir heute sehen? Wie nah kommen wir dran? Es dauert auch nicht lange, dann gibt es schon direkt die erste Durchsage. „Polar Bear on a kill at 12 o´clock”. Man muss dazu sagen, dass wir heute auf hoher See inmitten von zahlreichen Eisschollen schippern. Somit ist dieser Eisbär nicht an Land, sondern auf einer Eisscholle unterwegs und hat wohl kurz vorher eine Seerobbe gefangen. Ein irres Szenario bietet sich uns, sobald wir näher an die Scholle fahren. Blut färbt das weiße Eis rot. Kaum vorstellbar, wie der Fang wohl ausgesehen haben muss. Ein Glück gibt es an Bord dieses Schiffes zahlreiche Experten. Dr. Nick Pilfold unser Eisbär Experte ist direkt zur Stelle und beantwortet ruhig jede ihm gestellte Frage. Wir beobachten den hungrigen Eisbär, während er genüsslich seinen Fang hinunterschlingt. Immer wieder hebt er seinen Kopf und seine Nase in die Höhe, um die Gegend zu inspizieren. Doch er bleibt ruhig. Dr. Nick Pilfold beobachtet die ganze Situation durch sein Fernglas und gibt dem Kapitän die Info, dass der Bär keine Anzeichen von Nervösität aufweist und wir uns ihm ruhig noch ein wenig nähern könnten. Wer glaubt, diese Situationen sind alltäglich – der irrt gewaltig. Es ist stets eine Besonderheit – keiner weiß was einen heute – hier und jetzt – erwartet. Es können auch Tage vergehen an denen nichts gesichtet wird. Man bedenke, das Meer ist groß und weit und absolut nicht berechenbar.

Atemberaubendes Naturschauspiel

Am Nachmittag steht eine weitere Zodiac Exkursion auf dem Plan. Diesmal durch die zahlreichen Eisschollen, die um uns herum liegen. Ein unglaubliches Bild voller Tiefe. Einzelne Eisflächen haben eine Länge von mehreren Metern und eine Tiefe von bis zu 50 Metern. Mit dem Schlauchboot geht es hindurch – manchmal langsamer manchmal mit ein wenig Fahrt. Die Luft hier draußen ist kalt, obwohl die Sonne mit voller Kraft scheint. Das Wasser hat knapp 0 Grad und das Farbspiel der Eisflächen, die von der Sonne geküsst werden lässt die einzelnen Teilnehmer gebannt umherblicken. Insgesamt 2 Stunden erleben wir ein atemberaubendes Naturschauspiel.

Schnell wird klar – Wasser ist nicht nur blau und Eis hat auch tausende Facetten. Durchgefroren geht es zurück an Bord, wo uns an diesem Abend ein Barbecue an Deck erwartet. Im Hintergrund ertönt Jon Bon Jovi und trällert “Living on a Prayer” und wir schauen der Sonne dabei zu, wie sie langsam am Horizont verschwindet. Kann es etwas Schöneres geben? Für mich garantiert nicht – nicht in diesem Moment. Ich genieße die frische Luft und die Sonne, schließe meine Augen und ertappe mich dabei, wie ich leise mit Bon Jovi mitsinge. Kreuzfahrtfeeling lässt grüßen!

Jackpot auf hoher See

Ein weiterer Tag auf hoher See. Routiniert, wie an jedem Tag, nehme ich meine Sachen und gehe hinauf zur Brücke zu gehen. Hier an Bord gibt es eine offene Brücke – bedeutet man kann sie jederzeit besuchen und den Offizieren und dem Kapitän über die Schultern schauen. Ich schlendere also auf der Brücke entlang und richte meinen Blick in die Ferne. Auf einmal sehe ich am Horizont eine Wasserlinie, als ob etwas im Meer schwimmen würde. Im ersten Moment sieht es aus wie eine Seerobbe. Da ich kein Fernglas zur Hand habe, sage ich nur. „Ich glaube, da schwimmt eine Seerobbe“.  Stolz überhaupt etwas gesehen zu haben. Ein anderer Passagier nimmt sein Fernglas und meint – „Nein das sind keine Seerobben – es sind Vögel.“ Ich schaue ein wenig genauer hin uns sage – „Nein das müssen Seerobben sein.“ In diesem Moment schaut er ein wenig genauer in die Richtung und schreit nur noch „OMG – Es ist ein Eisbär mit 3 Babys!„

Mein Herz poltert und meine Sinne sind erneut absolut geschärft. Mein Blick durch die Kamera und der enorme Zoom bestätigen die Aussage. Es sind wirklich 4 Eisbären auf offener See. Unfassbar. Wir beobachten sie, während sie ca. 45 Minuten um uns herum schwimmen. Stille liegt über dem Schiff. Nur das Motorgeräusch ist zu hören. Jeder ist gefesselt von diesem Anblick und wie wir im Nachhinein erfahren, ist dies ein doppelter Jackppot. Dr. Nick der Bärexeperte meint, er hätte noch nie eine Bärin mit 3 Jungs auf offener See gesehen. Normalerweise werden vielleicht 3 geboren doch nur 2 überleben. WOW!

Manchmal hat Nebel auch was Gutes

Der Nebel hellt sich wacker und lässt keine Sicht auf die umliegende Landschaft zu. Zeit sich ein wenig Gedanken zu machen. Keine Ablenkung – nur du, das Schiff und das Meer. Mich erreichen Mails meiner Liebsten, die mich immer wieder fragen ” Kannst du die Ruhe noch aushalten?”  Und leider muss ich dies zu meiner Verwunderung bestätigen. Ja – es ist sehr angenehm in dieser heutigen meist sehr schnelllebigen Zeit nicht alle 5 Minuten aufs Handy blicken zu müssen. Hier an Bord steht etwas viel wichtiger im Vordergrund. Der Mensch, das Gespräch, die Unterhaltung. Menschen aus den verschiedensten Ecken der Welt lernen sich näherzukommen. Sie unterhalten sich und haben sichtlich Spaß dabei. Doch wer macht solch eine Expedition? Da gibt es z.B. Menschen, die jahrelang auf diese Reise hingespart haben. Andere wiederum sind schon das x-mal an Bord der One Ocean Expedition. Entweder Antarktis oder eben Arktis. Eigentlich ist das Ziel gar nicht so wichtig. Hauptsache der Spaß und das Abenteuer stehen im Vordergrund.  Doch im Gespräch sind sie sich alle gleich. Lachen, machen Scherze und helfen sich gegenseitig, wenn es darum geht das beste Motiv zu bekommen. Die Crew ist stets bemüht einem das Gefühl zu geben man würde dazugehören. Stets ein Lächeln auf den Lippen.

Ein Tag mit Rosie auf Pond Inlet

Nach einem stärkenden Frühstück geht es mit den Zodiacs an Land. In Pond Inlet wohnen ca. 1600 Einwohner. Am Strand angekommen erwartet uns schon Rosie. Sie trägt einen Mantel aus Seerobbenfell sowie Schuhe aus Seerobbenfell. In einem wirklich guten Englisch geht sie dann mit einer Gruppe von ca. 15 Teilnehmern durch Ihr Dorf. Hier und da bleiben wir stehen uns schauen uns besondere und vor allem für die Inuit wichtige Merkmale ihrer Kultur an. Während wir langsam durch den Ort gehen erzählt sie uns wie hart es ist während der Wintermonate keine Sonne zu sehen. Aber man gewöhnt sich dran. Irgendwie scheint es für sie schon zur Normalität zu gehören. Ich persönlich stelle es mir unmöglich vor. Die 2 Tage an Bord an denen der Nebel uns komplett eingeschlossen hat haben mir schon derbe aufs Gemüt geschlagen. Aber ganze 3 Monate ohne die Sonne überhaupt nur ansatzweise zu sehen. Unmöglich. Nach insgesamt 4 Stunden an Land geht es wieder zurück aufs Schiff. In unsere kleine heile Welt. Während ich auf dem Zodiac dem Schiff entgegenbrause, blicke ich zurück und denke an Rosi und an all die anderen Einwohner. Ich hoffe, dass mir diese Begegnung lange in Erinnerung bleiben wird.

Ein Meer aus Seerobben

Der Nachmittag verläuft eher ruhig. Einige der Passagiere nutzen die Zeit für einen kleinen Mittagsschlaf oder einen kleinen Plausch in der Lounge. Während wir in der Bar sitzen und uns über die Ereignisse der vergangenen Tage austauschen, stürmt ein Passagier in die Bar und ruft „ Tausende Vögel auf dem Meer gesichtet“. Man könnte im ersten Moment meinen dies wäre nichts Besonderes. Doch dem ist nicht so. Nicht hier in der Arktis. Wo Tausende Vögel auf offener See sind, ist das Futter nicht fern und somit auch weitere Meeresbewohner. Jeder stürmt hinaus und schärft seinen Blick – Und siehe da vor uns präsentiert sich ein gewaltiges Naturschauspiel. Tausende Seerobben scheinen gemeinsam mit den Vögeln auf Nahrungssuche zu sein. Es plätschert nur so. Plötzlich ruft ein weiterer Passagier das auf der anderen Seite des Schiffes ein ähnliches Schauspiel gesichtet wurde. Und wirklich – Um uns herum scheint es nur so von Seerobben zu wimmeln. Das Zählen der Robben haben wir aufgegeben. Es müssen mehrere Tausend sein. Einzigartig! Alle Teilnehmer vergessen Zeit und Raum und lassen sich komplett von dieser Situation einfangen. Ein weiteres Highlight auf unserer tollen Reise. WOW!!

Ein Meer voller Seerobben

Knisterndes Eis und ein Blick in die Zukunft

Als ob wir in den vergangenen Tagen nicht schon genug erlebt hätten, steuern wir heute ein weiteres Highlight an. Wir fahren nach Dundas Harbour. Vor uns – ein riesiger Gletscher. Umso näher wir kommen, umso gigantischer wird der Anblick. Knapp 500 Meter vor dem Gletscher kommt das Schiff zum Stillstand. Zeit für unsere Zodiacs. Mit Ihnen steuern wir direkt auf die riesigen Eisformationen zu. Das Eis knistert um uns herum. Irgendwie erinnert mich das Geräusch an Knisterbrause, die ich als Kind immer toll fand.

Vor dem Gletscher schwimmen zahlreiche Eisberge im Wasser. Manche davon mehrere Meter hoch. Hierzu muss man wissen – nur 1/3 der Eismasse zeigt sich an der Oberfläche. 2/3 sind unter dem Wasser verborgen und können somit mehrere Meter tief in das Meer hineinragen. Durch die Sonne bietet sich uns ein faszinierendes Schauspiel. Doch so schön dieses Naturschauspiel auch ist – wie lange werden solche Eismassen noch sichtbar sein? Gedankenverloren blicke ich um mich herum und frage mich, ob dieser Teil der Erde auch noch in 20-30 Jahren so aussehen wird. Welche Meeresbewohner werden hier noch leben? Wie wird die Natur sich allgemein verändern? Das es dazu kommen wird ist klar – doch in welchem Ausmaß?

Ein tolles Erlebnis – Kajakfahren in der Arktis

Zum Ende meiner Reise wird mir deutlich – unsere Natur ist ein Geschenk, das es lohnt zu hüten. Neben all der Industrialisierung und Modernisierung, die unser Leben jeden Tag aufs Neue mit sich bringt, gilt es stets das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren. Unsere Natur und die damit verbundenen Schätze!  Das, was ich in den vergangenen Tagen und Wochen erleben durfte, war und ist nicht selbstverständlich – es war kein Zoo oder gar eine eingezäunte Landschaft, die es uns ermöglicht hat, Eisbären, Wale usw. in Aktion zu erleben. Es war ihr Zuhause – ihre natürliches Umfeld. Ich werde auf jeden Fall versuchen sensibilisiert durchs Leben zu gehen und Menschen auf diesen Teil der Erde aufmerksam zu machen in der Hoffnung gemeinsam mit meiner Familie auch noch in Zukunft solch faszinierende Momente erleben zu können. Denn eins steht fest – unsere Erde ist wunderschön und einzigartig!

Weitere Informationen zu One Ocean Expeditions.

Hinweis: Die Reise fand auf Einladung statt!

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Ayurveda Kur im Ostseebad Binz

Ayurveda Kur und Sturm? Das passt gut! Das Meer tobt und der Wind peitscht kraftvoll über die Strandpromenade im Ostseebad Binz auf Rügen. Der Herbst ist jetzt im Oktober da…

Ayurveda Kur und Sturm? Das passt gut! Das Meer tobt und der Wind peitscht kraftvoll über die Strandpromenade im Ostseebad Binz auf Rügen. Der Herbst ist jetzt im Oktober da – intensiv, lebendig, kraftvoll. Während es draußen tobt, liege ich entspannt auf meiner Liege im Thai Bali SPA des Grand Hotel Binz. Leise Klänge, gedämpfte Farben und Kerzenschein umgeben mich – irgendwo höre ich das Plätschern eines Wasserfalls. Meine Nase nimmt angenehme Geruchsnuancen wahr. Entspannt liege ich auf einer Liege und genieße die Zeremonie der ayurvedischen Abhyanga Ganzkörperölmassage.

“Namaste” – Dr. Shetty wartet bereits

Das Wetter ist der perfekte Gegensatz zu meiner dreitägigen Wellness-Ayurveda-Kur. Schon während meiner Anreise nach Binz auf der Insel Rügen werde ich im Auto ordentlich durchgeschüttelt. Für die nächsten Tage haben die Meteorologen eine Sturmflut für die Ostseeküste angesagt. Doch das stört mich nicht, ich freue mich auf meine allererste Ayurveda-Erfahrung und möchte diese mit allen Sinnen genießen. Meine Begrüßung im Grand Hotel Binz ist sehr herzlich und gleich am ersten Nachmittag stellt sich mein behandelnder Arzt Dr. Shetty vor. Mit einem inneren Strahlen, blendend weißen Zähnen und einem freundlichen „Namaste“ begrüßt er mich mit gefalteten Händen. Seine Ruhe überträgt sich sofort auf mich. Dr. Shetty, der in Indien aufwuchs, hat dort auch den größten Teil seiner ayurvedischen Ausbildung absolviert. Seit 2013 gibt er sein Wissen an die Gäste im Grand Hotel Binz weiter. Dr. Shetty nimmt sich viel Zeit für mein Erstgespräch und erklärt mir in Ruhe den Ayurveda-Gedanken.

Die Wissenschaft von einem langen, gesunden Leben

Ayurveda ist die älteste Wissenschaft vom Leben. Tausende Generationen wenden Ayurveda seit mehr als viertausend Jahren an. Der Gedanke von Ayurveda liegt im Namen selbst. „Ayua“ ist das Leben und „Veda“ die Wissenschaft, also „das Wissen von der Lebensführung“. Ayurveda betrachtet den Menschen ganzheitlich und untrennbar mit der Natur verbunden. Das Wohlbefinden des Einzelnen ist vom Wohl aller Lebewesen untrennbar. „Jeder Mensch ist individuell und wird speziell behandelt, um Glück, Gesundheit und geistiges Wachstum zu erlangen. Jeder kann sich mit Ayurveda Wissen aneignen und somit selbst heilen“ sagt Dr. Shetty.  Durch Ayurveda kann man sich selbst ins Gleichgewicht bringen und Krankheiten und Verschleißerscheinungen minimieren oder aufheben.

Ganzheitlicher Ansatz mit Ayurveda:

  • Ayurveda-Massagen
  • Reinigungstechniken
  • Ernährungslehre
  • spirituelle Yogapraxis
  • Pflanzenheilkunde
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Gedämpftes Licht sorgt für Wohlbefinden – Körper und Geist kommen ins Gleichgewicht – Bild Kurverwaltung Binz, Konrad Nickel

Mein Dosha: „Pitta-Vata Typ“

Ein wichtiger Baustein zur individuellen Ayurveda-Behandlung ist die Bestimmung des Dosha-Typen. Dieser beruht auf den drei unterschiedlichen Lebensenergien, die möglichst im Gleichgewicht sein sollten:

  • Vata (Wind, Luft und Äther), Bewegung
  • Pitta (Feuer und Wasser), Feuer- bzw. Stoffwechsel
  • Kapha (Erde und Wasser), Struktur

Um meinen Typen zu bestimmen, stellt Dr. Shetty mir etwa 30 Fragen über meinen Charakter, Geburtsumstände, Freundeskreis und Vorlieben in der Ernährung. Sogar mein Geburtsort spielt eine Rolle bei der Bestimmung. Im Anschluss untersucht er sorgfältig meine Hände, Fingernägel, meine Haut, die Farbe meiner Augen und meine Zunge. Abschließend stellt er mir ein paar Fragen zu meiner Kindheit und kommt zu dem Ergebnis: „Sie sind der Pitta-Vata Typ“. In der heutigen Welt ist dieser Typ keine Seltenheit erklärt mir Dr. Shetty. Dabei sieht er die hohe Pitta-Energie bei mir mit Sorge. Die Pitta-Anteile sorgen bei mir für die ständige Unruhe und die viel Energie in meinem Inneren. Ja, ich erkenne mich in meinem Dosha-Typ sofort wieder. Der Vata-Anteil erklärt meine Kreativität und auch meine manchmal auftretende Vergesslichkeit und Nervosität. Ich fühle mich ertappt. Wichtig für mich sei, erklärt mir Dr. Shetty, dass die Dominanz des Pitta-Anteils verringert werde, um mehr Harmonie zu erreichen. Den ausgewogenen Ideal-Typen aus Vata-Pitta-Kapha werde ich wohl nie erreichen. Einer aus 100.000 Menschen hat nur das Glück, so ausgeglichen zu sein. Bei mir sollen Ayurvedische Massagen, Yoga und Atemtechniken eine Verbesserung des Pitta bringen. Zusätzlich erhalte ich eine umfassende Ernährungsempfehlung.

Chai und lauwarmer Gerstenbrei zum Frühstück

„Wir könnten theoretisch 300 Wassersorten am Geschmack erkennen, aber wir haben verlernt wie etwas schmeckt“, erzählt mir Heiko Phillip. Er ist Restaurantchef im „Grand Hotel Binz“ und ayurvedischer Koch. Ein bischen verrückt sei er, insofern hätte sich niemand gewundert, als er mit der Ayurveda-Idee um die Ecke kam. Er erzählt mir lebhaft und anschaulich, was Ayurveda aus Ernährungssicht bedeutet. Und auch er strahlt von innen, so dass ich mich frage was an Ayurveda tatsächlich dran ist.

Als Frühstück hat er einen lang gekochten Gerstenbrei mit Pitta-Gewürzen für mich individuell zubereitet. Dazu gibt es Chai-Tee. Ich habe mich verliebt. Der Tee ist so lecker, dass ich sogar meinen geliebten Kaffee zuhause ersetzen werde.

Am Abend wird mir gekochtes Gemüse und Mung Dal Kitchadi, ein ayurvedisches Bohnengericht serviert. Der Kellner schaut mich mitleidig an. Der Geschmack ist eher neutral, aber mein Bauch fühlt sich rundum wohl und zufrieden an. Mein „inneres Pitta Feuer“ ist etwas beruhigt. Generell sollte der Pitta-Typ auf salziges, scharfes und saures Essen verzichten.

Lecker wie ein Keks? Massagen entschlacken und harmonisieren

Am nächsten Tag steht als erstes eine Kopfmassage auf dem Programm. Dr. Shetty massiert warmes Öl auf meinem Kopf. Es riecht nach Keks, denn das Öl hat eine besondere aromatische Zusammensetzung. Dieses wird mal kreisend, mal klopfend auf den Kopf aufgetragen. Durch den sanften Druck auf bestimmte Punkte an meinem Schädel nehme ich meine Sinne anders war. Mein Blick richtet sich nach innen. Ich bin ganz bei mir. Während der anschließenden Abhyanga Ganzkörperölmassage genieße ich die fließenden Bewegungen. Dr. Shetty massiert alle Körperteile, auch Gelenke und Druckpunkte mit dem warmen Öl. Tiefenentspannung setzt ein.

Am dritten Tag genieße ich einen Stirnölguss bei Dr. Bahti. Diese Behandlungsmethode soll gut und beruhigend auf die Nerven wirken. Während der Behandlung wird das Öl erst in streichenden Bewegungen auf der Stirn massiert und dann läuft das Öl direkt auf die Stirn. Ich schließe die Augen und genieße.

Atemübungen füllen meinen Energie-Tank auf

Entspannung und tiefe Ruhe finde ich auch bei den Atemübungen mit Dr. Bahti, dem zweiten ayurvedischen Arzt im Grand Hotel. Er zeigt mir, wie ich unterschiedliche Atemtechniken gezielt einsetzen kann. Sie helfen bei der Behandlung von Nervenkrankheiten, bei der Linderung von Burnout-Symptomen oder auch bei Problemen mit der Verdauung. Atemübungen morgens vor dem Frühstück, bei geöffnetem Fenster, geben mir die nötige Luft-Energie für den ganzen Tag. Auch Yoga sollte man in die morgendliche Routine mit einbauen. Dr. Shetty, der für Yoga zuständig ist, bringt meine Yoga-Kenntnisse noch einmal auf den neuesten Stand. „Namaste!“

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Stärkung der Bänder und Verbesserung der Beweglichkeit – Yoga-Stunde mit Dr. Shetty

Nach jeder Behandlung genieße ich in aller Ruhe einen Tee, der meine Pitta-Energie senken soll. Ich genieße außerdem die Ruhe, gehe spazieren, schlafe viel und schaue von meinem Hotelzimmer auf die stürmische See. Langsam verstehe ich, wie Ayurveda funktioniert. Am Ende meiner dreitägigen Auszeit fühle ich mich komplett ruhig, bin bei mir selbst und tiefenentspannt. Ich trete raus an die stürmische Ostsee, lasse mir den kräftigen Wind um die Nase wehen und genieße das Meer mit allen Sinnen.

Weitere Infos zur Ayurveda Wellness Kur in Binz

Anreise: Die Anreise nach Binz kann per Bahn, Auto oder Mietwagen erfolgen. Besonders beeindruckend ist die Überquerung des Rügendamms.


Geld im Urlaub

In Binz habe ich zwei Geldautomaten von der Sparkasse und VR-Bank entdeckt. Einige Geschäfte akzeptieren EC- und Kreditkarten. Wer die Abhebegebühren umgehen möchte, für den lohnt sich die Anschaffung einer kostenlosen Kreditkarte. Mehr Tipps zur Zahlung im Urlaub gibt es auf unserer Service-Seite: Geld im Urlaub.


Reiseführer & Weiterführende Informationen

Eine Auswahl an Reiseführern Binz finden Sie hier.

Weiterführende Informationen zum Thema Ayurveda finden Sie hier.


Weitere Artikel zum Thema Ayurveda

 

Hinweis: Die Reise in das Grand Hotel Binz erfolgte in Kooperation mit der Kurverwaltung Binz.

Bildquelle: Alle Bilder aus dem Thai Bali Spa, Massagesituationen wurden freundlicherweise von der Kurverwaltung Binz, Konrad Nickel zur Verfügung gestellt.

 

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Ab in den Wohnmobilurlaub: Tipps & Tricks

Wohnmobilurlaub – Schon darüber nachgedacht? Wer gern spontan und flexibel reisen möchte, für den ist Campen mit dem Wohnmobil eine tolle Möglichkeit den Urlaub zu verbringen. Auf Komfort braucht niemand…

Wohnmobilurlaub – Schon darüber nachgedacht? Wer gern spontan und flexibel reisen möchte, für den ist Campen mit dem Wohnmobil eine tolle Möglichkeit den Urlaub zu verbringen. Auf Komfort braucht niemand verzichten. Das Mini-Zuhause lässt sich gemütlich einrichten und macht unabhängig. Individueller kann man kaum reisen. Fernab vom Massentourismus und Pauschalurlaub entdeckt man mit dem Wohnmobil versteckte Orte und nette Hotels. Damit wird der Wohnmobilurlaub zu einem unvergesslichen Erlebnis. Im folgenden Artikel gibt es Tipps und Tricks für den Urlaub mit dem Wohnmobil. Wie finde ich das passende Wohnmobil? Was muss ich bei der Miete beachten? Hier beantworten wir diese Fragen. Viel Spaß beim Lesen!

Das passende Fahrzeug für den Wohnmobilurlaub finden

Für den ersten Urlaub mit dem Wohnmobil braucht man nicht gleich ein Eignes kaufen. Es empfiehlt sich erst einmal ein Fahrzeug zu mieten. Damit kann die Art des Reisens getestet werden. Auch wenn es manchmal so klingt – Campen ist nicht jedermanns Sache. Mit dem Mieten eines Reisemobiles geht man kein Risiko ein und kann sich in Ruhe vom Camping zu überzeugen.

Firmen, die Wohnmobile zum Camping verleihen, gibt es viele. Entweder entscheidet man sich für die lokal ansässigen Fahrzeugvermietungen oder informiert sich im Internet. Auf einigen Portalen kann man sich weltweit über Wohnmobile informieren. So ist es kein Problem sein Wohnmobil direkt am gewünschten Zielort im Ausland zu reservieren. Die Mietpreise bewegen sich zwischen rund 80 und 170 Euro pro Tag. Die Kosten hängen von Modell und der Saison ab. Die Saison in Deutschland sieht so aus:

  • Vorsaison: Januar bis März
  • Nachsaison: Oktober bis Dezember
  • Nebensaison: April
  • Zwischensaison: Mai und Juni
  • Hauptsaison: Juli bis September

Die Saisonangaben variieren von Vermieter zu Vermieter, können aber als Orientierung dienen. Wer sparen möchte und nicht an Ferienzeiten gebunden ist, der macht vor allen Dingen in der Vor- und Nachsaison gute Schnäppchen. In Zwischen- und Hauptsaison hingegen sind die Preise höher, da Wohnmobile jetzt deutlich mehr nachgefragt werden.

Wohnmobilurlaub Tipps Tricks - © Memorycatcher pixabay.com

Überzeugte Wohnmobil-Liebhaber, die entschlossen sind, sich ein Fahrzeug anzuschaffen, sparen besonders bei Gebrauchtfahrzeugen. Ähnlich wie bei Pkws sinkt der Wert von Wohnmobilen relativ schnell, so dass sich die Investition in ein nagelneues Fahrzeug nicht lohnt. In Schleswig-Holstein bietet beispielsweise die „Wohnmobil-Galerie“ Gebrauchtfahrzeuge an. Hier findet man über 200 gebrauchte Wohnmobile. Für jeden Bedarf gibt`s passende Modelle. Und sollte beim Händler nicht das perfekte Fahrzeug zu finden sein, lohnt es sich im Internet die Fahrzeugmärkte zu durchsuchen.

Welche Art von Wohnmobil ist eigentlich ideal und passt zu mir? Diese Frage stellen sich Käufer bei der Anschaffung. Welche Größe und welche Extras benötige ich? Paare mit Kindern sind mit einem Alkoven oder vollintegrierten Wohnmobil gut beraten. Sie bieten Platz für vier Personen. Besonders komfortabel sind die vollintegrierten Ausführungen. Für zwei bis drei Reisende reicht ein teilintegriertes Modell. Weniger anspruchsvolle Touristen kommen auch mit einem kompakten Camping-Bus aus. Zwei Personen reisen damit gut, allerdings lässt der Komfort in Sachen Wohnraum zu wünschen übrig. Für mehrwöchige Touren lohnt es sich über ein richtiges Wohnmobil nachzudenken.

Achtung Preisfallen – Wohnmobilurlaub gut vorbereiten!

Einer der häufigsten Stolpersteine beim Mieten eines Wohnmobils sind die inkludierten Frei-Kilometer. Reichen diese nicht aus, kann der Urlaub schnell sehr teuer werden. Eventuell muss man mit dem Vermieter sprechen, um diese anzupassen. Auch das nicht angemeldete Mitnehmen von Haustieren kann Probleme verursachen. Stellen Vermieter bei der Abgabe des Wohnmobils einen erhöhten Verschmutzungsgrad durch Tierhaare fest, dürfen sie Zusatzkosten für die aufwändigere Reinigung verlangen.

Hinweise zu Versicherungen für den Wohnmobilurlaub

Bei Mietfahrzeugen sind Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung üblich. Damit der Versicherungsschutz auch bei mehreren Fahrern gilt, sind alle Fahrer beim Vermieter anzugeben. Die Selbstbeteiligung sollte nicht zu hoch sein. Oft beträgt sie über 1.000 Euro. Beim Kauf eines eigenen Wohnmobils hängt der Versicherungsschutz von Alter und Zustand ab. Eine ergänzende Verkehrsrechtschutzversicherung kann bei Streitigkeiten hilfreich sein, ist aber kein Muss.

Stellplätze reservieren im Wohnmobilurlaub

Da Campingplätze in der Haupt- und Zwischensaison oft überfüllt sind, sollte im Vorfeld ein Stellplatz reserviert werden. So vermeidet man unnötiges Warten oder die Suche nach einem neuen Campingplatz. In der heutigen Zeit bieten viele Campingplatz-Verwaltungen die Online-Reservierung an. Somit ist die Buchung im Vorfeld sehr entspannt. Wer auf seiner Wohnmobiltour gern flexibel bleibt, der sollte sich darauf einstellen, dass der Campingplatz ausgebucht sein kann. Dann ist es sinnvoll eine Liste im Plätzen in der näheren Umgebung parat zu haben, um eine Alternative zu haben.

Wild Campen, das Campen außerhalb von ausgewiesenen Campingplätzen, ist an den meisten Orten verboten und kann zu hohen Bußgeldern führen. Besonders in Naturschutzgebieten und auf landwirtschaftlich genutzten Flächen ist das Campen nicht gestattet. Die gesetzlichen Regelungen sind länderspezifisch unterschiedlich. Auf dem CamperDays Blog gibt es zum Wildcamping einen informativen Beitrag.

Wohnmobilurlaub was beachten, © LaBailif pixabay.com

Der Führerschein-Check

In Deutschland, Europa oder auf weltweit: Vor Reiseantritt muss geprüft werden, ob der Führerschein für das Fahren eines Fahrzeuges im Wohnmobilurlaub ausreicht. „Die Führerscheinklasse B ist für Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis 3.500 kg geeignet und für die Fahrzeuge mit mehr als 3.500 kg zulässigen Gesamtgewicht wird die Führerscheinklasse C1 benötigt“, schreibt der ADAC auf seiner Internetseite. Beim Mieten spielt auch das Alter des Fahrers eine Rolle. Viele Vermieter verlangen Fahrpraxis.

Wohnmobil richtig beladen

Beim Beladen des Wohnmobils ist das maximale Gesamtgewicht, welches im Fahrzeugschein aufgeführt ist, von großer Bedeutung. Bei Unfällen kann ein überschrittenes Gesamtgewicht dazu führen, dass die Versicherung die Regulierung von Schäden verweigert oder von einer Mitschuld aufgrund des längeren Bremsweges ausgegangen wird. Um Personen- und Sachschäden vorzubeugen, muss das Gepäck für den Wohnmobilurlaub zuverlässig gesichert werden. Zwei Tipps:

  1. Während der Fahrt muss Gepäck mit Fixiergurten festgezurrt oder in verschließbare Schränke verstaut werden.
  2. Schwere Lasten immer tief platzieren, Leichtes oberhalb, um eine optimale Lastenverteilung zu gewährleisten.

Testfahrten mit dem Wohnmobil machen

Testfahrten sollten mit leerem und mit beladenem Fahrzeug gemacht werden. Das Gewicht hat entscheidende Auswirkungen auf das Fahrverhalten. Auf Testfahrten bekommt man ein gutes Gefühl dafür, wie sich das Wohnmobil in Kurven, auf Autobahnen und bei Wind verhält. Auch die Sichtverhältnisse und der Bremsweg lernt man besser einzuschätzen. Testfahrten geben Sicherheit und sollten selbstverständlich sein.

Sicheres Fahren mit dem Wohnmobil

Weitere Urlaubstipps zum Campen im Überblick:

© Fotos: pixabay.com, MemoryCatcher Foto 1 und 2, LaBailif Foto 3
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Entschädigung bei Flugverspätung

Reisenden steht eine Entschädigung bei Flugverspätung oder Annulierungen von bis zu 600 Euro zu. Trotzdem verzichten viele Fluggäste auf die Durchsetzung ihrer Rechte. Verspätete oder ausgefallene Flüge sind mit viel…

Reisenden steht eine Entschädigung bei Flugverspätung oder Annulierungen von bis zu 600 Euro zu. Trotzdem verzichten viele Fluggäste auf die Durchsetzung ihrer Rechte. Verspätete oder ausgefallene Flüge sind mit viel Ärger und einem großen Zeitverlust verbunden. Kein Wunder, dass da auch die Entspannung und Freude über den Urlaub auf der Strecke bleiben.

Zum Glück gibt es seit 2004 jedoch eine entsprechende EU-Richtlinie, die Fluggästen in vielen Fällen eine Entschädigung bei Flugverspätung zusichert. Dabei ist klar geregelt, wann und in welcher Höhe diese ausbezahlt wird. Viele Betroffene verzichten jedoch trotzdem auf das Geld, das ihnen zusteht. FairPlane hat es sich jedoch zum Ziel gesetzt, genau das in Zukunft zu verhindern.

Bis zu 600 EUR Entschädigung bei Flugverspätung

Flugverspaetung Schadenersatz

Die Fluggastrechteverordnung der EU beinhaltet eine klare Regelung der Entschädigungen bei Flugverspätung und Annulierung für Passagiere. In Abhängigkeit von der Flugdistanz liegt der Betrag dabei zwischen 250 und 600 Euro pro Passagier. Für Flüge mit einer Wegstrecke von bis zu 1.500 Kilometern ist eine Zahlung von 250 Euro zu erwarten. Eine Summe von 400 Euro gibt es für Flugstrecken zwischen 1.500 und 3.500 Kilometern und die maximale Entschädigung von 600 Euro wird bei einer Entfernung von über 3.500 Kilometern gezahlt. Dies gilt bei Reisen mit EU-Fluglinien oder bei Flügen, die an einem EU-Flughafen starten. Stets zu beachten ist, dass die Entschädigungssummen unabhängig von jenem Preis gelten, der für das jeweilige Flugticket bezahlt wurde! So kann es also durchaus vorkommen, dass Sie für einen Billigflug um 99 Euro von Hamburg nach Lissabon mit ganzen 400 Euro entschädigt werden.

Professionelle Hilfe bei Entschädigungsforderungen

Trotz klarer Regelungen verzichten viele Fluggäste noch immer auf Ihre Ansprüche. Dies liegt zum einen an der noch immer herrschenden Unkenntnis über die Rechtslage, zum anderen aber auch an den nicht selten erfolgreichen „Abwimmel-Strategien“ der Fluggesellschaften. So kommt es immer wieder vor, dass Airlines auf Forderungen der Reisenden lediglich mit knappen Standardschreiben reagieren. Dabei berufen sie sich auf sogenannte außergewöhnliche Umstände und “höhere Gewalt” und weisen die Entschädigungsansprüche deshalb zurück. Aus Unsicherheit oder Angst vor einem langwierigen Gerichtsverfahren geben viele Fluggäste an dieser Stelle auf und lassen die Angelegenheit auf sich beruhen. Gut beraten ist daher, wer seine Ansprüche von vornherein durch einen professionellen Anbieter wie FairPlaine prüfen lässt, der sich auf die Durchsetzung von Entschädigungen nach der Fluggastrechteverordnung spezialisiert hat.

Vorsicht bei Kulanzangeboten!

Neben faulen Ausreden werden von Fluglinien auch immer wieder Kulanzangebote herangezogen, um sich aus der Affäre ziehen zu können. Beispielsweise werden “großzügige” Beträge von 100 Euro oder Wertgutscheine für einen weiteren Flug mit der Airline angeboten. Fluggästen mit Entschädigungsanspruch, die sich auf ein solches Angebot einlassen, entgeht mit großer Wahrscheinlichkeit eine Menge Geld. Die angebotenen Zahlungen liegen nämlich in aller Regel weit unter dem Betrag, der den Betroffenen rechtlich zusteht. Ein derartiges Kulanzangebot ist zudem ein deutliches Zeichen dafür, dass der Entschädigungsanspruch tatsächlich berechtigt ist und keine außergewöhnlichen Umstände vorliegen, die die Airline von einer Zahlung befreien. Deshalb sollte auch die volle Entschädigungssumme beansprucht werden. Um die Forderung schnell, erfolgreich und risikofrei durchsetzen zu können, ist das Beauftragen des erfahrenen Experten-Teams von FairPlane ratsam. Durch das vorhandene juristische Know-How und den Zugang zu spezifischen Flug- und Wetterdaten sind die Erfolgschancen viel höher, als bei dem Versuch, die Forderung im Alleingang geltend zu machen. Während die Profis am Werk sind, können Sie sich getrost zurücklehnen und sich auf die wohlverdiente Entschädigungszahlung freuen!

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“Hitlers Inselwahn” auf Jersey

Jersey ist ein Urlaubsziel für Inselsüchtige. Wind, weiße Sandstrände, ein azurblaues Meer, mal tosend im Nordwesten oder sanft und spiegelglatt in den kleinen Buchten und Häfen. Der Golfstrom begünstigt die…

Jersey ist ein Urlaubsziel für Inselsüchtige. Wind, weiße Sandstrände, ein azurblaues Meer, mal tosend im Nordwesten oder sanft und spiegelglatt in den kleinen Buchten und Häfen. Der Golfstrom begünstigt die üppige Vegetation, die von Palmen bis zum Weinbau reicht. Aber es gibt noch die anderer, weniger bekannte Seite: Bunker und Wachtürme, Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg. Mit Schauspieler John Nettles (TV-„Inspector Barnaby“) war Liane Ehlers auf den Spuren  von „Hitlers Inselwahn“ auf Jersey unterwegs.

St. Aubin –  Seine stahlblauen Augen blitzen. In Jeans, blauem Hemd und weißen Turnschuhen sitzt er mir bei einem Pint of „Liberation Ale“ (Befreiungsbier) im Pub „Old Courthouse“ in St. Aubin gegenüber – John Nettles (73), der beim deutschen TV-Publikum als „Inspector Barnaby“ bekannt und beliebt ist, mag die Insel sehr. Während der zwölfjährigen Dreharbeiten zur TV-Serie „Jim Bergerac ermittelt“ hat der Schauspieler in den 1980er/-90er-Jahren dort sogar gelebt. Dabei ist der studierte Historiker auch mit der dunklen Seite der Inselgeschichte in Berührung gekommen.

Nie wieder Inspector Barnaby

John Nettles hat 2012 „Inspector Barnaby“ ade gesagt, um sich einer dreiteiligen TV-Dokumentation über die Besatzungszeit von 1940 bis 1945 zuzuwenden. Dem folgte nach jahrelanger Recherche das Buch über „Hitlers Inselwahn“, das 2013 unter dem englischen Titel „Jewels & Jackboots“ erschien, und seit Oktober 2015  auch auf Deutsch im Handel ist. Ins Fernsehen will der Schauspieler nicht mehr zurückkehren, „höchstens mit Dokumentarfilmen“, erklärt er und frozzelt mit trockenem, englischen Humor: „Tom Barnaby hat den Sexappeal eines wandelnden Verhütungsmittels.“

Der bekennende Arsenal-Fan („Arsenal-Fan sein ist ein lebenslanger, langsamer Nervenzusammenbruch“), möchte weg vom „Barnaby“-Image, freut sich aber dennoch, wenn man ihn erkennt. Selbst die Queen schaut „Midsomer Murders“, sagt er über die Königin, die er viele Male getroffen hat. „Und Angela Merkel auch“, habe er gehört.

In Zukunft will John Nettles nur noch Doku-Filme drehen, Bücher schreiben und sich um die kleine Operngruppe in seiner Heimat Cornwall kümmern.  Dort besitzt der Schauspieler ein Anwesen, „weit weg von London“, mit acht geretteten Pferden, zwei irischen Eseln, Hennen, Gänsen und jede Menge anderem Viehzeug.

Traumhaft schöne Landschaft

Nach Jersey kommt der Nettles  mehrmals im Jahr.  Für ihn gibt es drei gute Gründe, um dort Urlaub zu machen: „Eine traumhaft schöne Landschaft, eine exzellente Küche und ganz viel Geschichte.“ Außerdem sind es starke Familienbande, die ihn dort hinziehen – seine Tochter Emma und ihre Familie leben auf der Insel.

Besonders die Geschichte fasziniert den Historiker Nettles. „Eines Tages stand ich in den 1990er-Jahren während der Dreharbeiten zu ,Jim Bergerac‘ auf einem dieser Bunker und fragte mich ,wo stehe ich hier eigentlich?'”, erinnert er sich. Wohl nirgendwo sonst gibt es so viele Bunker und Burgen auf so wenigen Quadratkilometern wie auf der britischen Kanalinsel im Golf von St. Malo, direkt vor Frankreichs Haustür. Nettles liegt die Aufarbeitung dieses  dunklen Kapitels deutsch-englischer Geschichte sehr am Herzen.  Von den Deutschen besetzt, von der englischen Regierung verraten, so fühlten sich die Insulaner während der Besatzung, die nach fünf langen Jahren erst am 9. Mai 1945 enden sollte.

Zeitzeugen in den Jersey War-Tunnels

Nettles lässt in seinem Buch  „Hitlers Inselwahn“ Zeitzeugen zu Wort kommen, beleuchtet  die oft heiklen, zwischenmenschlichen Aspekte der Okkupation, den komplexen Fall der Kollaboration sowie das traurige Schicksal von Juden und Zwangsarbeitern. Am Ende des Krieges gab es auf Jersey 300 Bunker und 2000 Kinder mit deutschen Vätern. Gut nachvollziehen lassen sich die damaligen Ereignisse unter anderem in den „Jersey War Tunnels“, ein Anti-Kriegs-Museum, das mittlerweile zu den meistbesuchten Touristen-Attraktionen der Insel gehört. Während der deutschen Besatzungszeit wurde der kilometerlange Tunnelkomplex H08 als Lazarett gebaut, kam aber nie zum Einsatz, weil die Alliierten beim D-Day 1944 und auch später die Kanalinseln umgingen.  

Nach dem Krieg stellte sich die Frage: Was tun mit all diesen Bunkern  und Wachturmanlagen? Abreißen war zu gefährlich und teuer.  Die Jerseyaner fanden für zahlreiche Anlagen eine kreative Lösung. Tony Pike (52) von der „Channel Island Occupation Society“, ist einer von vielen Freiwilligen, die seit Ende der 1970er-Jahre    Bunkeranlagen  aufgeräumt und restauriert haben. Auf einer viereinhalbstündigen Führung bringen sie den Besuchern Jerseys Geschichte nahe.

Mit Tony besichtigen wir im Nordwesten auf dem Hochplateau von Les Landes die Ruine Groznes Castles (14. Jahrhundert), die unvollendete Batterie Moltke und besteigen den „Marine Peilstand 3“-Tower, ein Teil von Hitlers Atlantikwall-System. Die Aussicht aus 15 Metern Höhe durch die Bunkerscharten aufs azurblaue, wilde  Meer  und die steile Felsenküste ist atemberaubend. In Richtung Westen geht der Blick über Dünenwanderwege und leuchtend gelbe Ginsterfelder bis zum Leuchtturm La Corbiere, Jerseys  eigentliches Wahrzeichen. Von dort wandert er weiter bis zum  nächsten Wachturm, dem „Radio Tower“.

Bunkeranlage als Ferienwohnung

„Von einem Turm aus konnte man immer den nächsten sehen“, erklärt Tony Pike. Im „Radio Tower“  befindet  sich heute eine komfortable Ferienwohnung, die vom „Jersey Heritage Trust“  vermietet wird.  Der 360-Grad-Blick von Penthouse des Turms  auf die St. Quen’s Bucht mit ihrem feinen weißen Sandstrand  ist einmalig. Insgesamt 15 historisch interessante Bauwerke wurden im Lauf der Jahre restauriert und als Feriendomizile eingerichtet.

Auch die Batterie Lothringen  in St. Brélade mit Blick auf St.-Aubin-Bucht, Elizabeth Castle und die Häfen von Saint Helier ist heute zu besichtigen. Erst 2014 eröffnet wurde „The Wetland Interpretation Centre“, eine sehenswerte Ausstellung und Beobachtungsstation der artenreichen Tierwelt im Dünengebiet von Les Mielles. Durch einen Tunnel gelangt man in den Ausstellungsraum.

Austernzucht und Hummer

Besondere Gaumenfreuden bietet „Faulkners Fisheries“, das Sean Faulkner (62) 1980 in einem ehemaligen Bunker der Besatzer eingerichtet hat. Austern, Hummer und Königskrabben hält Faulkner dort in Becken mit bestem Atlantikwasser. Schon als Kind hatte ihn der Bunker  fasziniert. Als Erwachsener setzte er 1980 seine Träume in die Tat um und machte aus dem Bunker ein Fischgeschäft mit Outdoor-Restaurant. Bei strahlendem Sonnenschein und schönster Aussicht serviert uns der Chef persönlich nicht nur Austern vom Feinsten, sondern auch eine interessante Geschichte. John Nettles kannte diese Location noch nicht, ihm gefällt das Ambiente und das vorzügliche Essen. Er werde auf jeden Fall wiederkommen, verspricht der Autor und Schauspieler.

Tipps für die Reise auf Jersey

[tabs][tab title=Anreise]Non-Stop-Flüge in der Saison wöchentlich sonnabends: mit Airberlin ab Hannover und Düsseldorf, mit Eurowings ab Düsseldorf. Auf der Insel herrscht Linksverkehr. Am Flughafen kann man Leihwagen mieten. Der Sommerfahrplan der Busse ist gut auf Touristen abgestimmt. www.liberytbus.je[/tab] [tab title=Freizeit]Der zweithöchste Tidenhub weltweit mit bis zu zwölf Metern lässt die Insel zweimal täglich um fast das Doppelte wachsen. Die Strände werden unendlich, Forts und Leuchttürme sind zu Fuß erreichbar. Angler, Kajakfahrer, Kletterer, Golfer, Segler, Surfer und Wanderer finden viele Angebote.[/tab] [tab title=Buch]„Hitlers Inselwahn“ – Die britischen Kanalinseln unter deutscher Besetzung 1940-1945, John Nettles, 394 S., Übersetzung: Kalterina Latifi, Jakob Brüssermann, Osburg Verlag, 24 Euro. John Nettles ist auf Lesereise auf Englisch: Dienstag, 7. Juni, Lehmanns Media GmbH, Grimmaische Str. 10, 04109 Leipzig; Donnerstag, 9. Juni 2016, 20 Uhr, Buchhandlung Markus, Gütersloh, externe Location. | Reiseliteratur: „Kanalinseln“, 120 S. mit Faltplan, Dumont, 9,99 Euro[/tab] [tab title=Geld im Urlaub]Jersey gehört zu England. Die offizielle Währung in England sind Pfund Sterling. Wenn man nach England reist ist es nicht zwingend notwenidig im Vorfeld Geld abzuheben und dies mitzubringen. Wer dies allerdings möchte, kann das bei seiner Hausbank erledigen. In England gibt es ein gut ausgebautes Netz an Geldoutomaten, so dass man selbst mit der Maestro-Karte vor Ort Geld abheben kann. Man sollte im Vorfeld mit seiner Hausbank klären in welcher Höhe Gebühren anfallen, damit diese kein Loch in die Reisekasse reißen. Wer Gebühren umgehen möchte, für den lohnt sich die Anschaffung einer Reise-Kreditkarte. Auf unserer Seite Geld im Urlaub geben wir viele Hintergründe und Informationen zur Zahlung im Ausland.[/tab] [/tabs]

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Weit weg von allem – Stopover in Finnland

Mit dem Rad eine Runde durch die Schären drehen, Nordlichter jagen in Lappland oder sich durch die Gourmettempel Helsinkis schlemmen: Die vielen Gesichter Finnlands zu erkunden ist jetzt noch einfacher….

Mit dem Rad eine Runde durch die Schären drehen, Nordlichter jagen in Lappland oder sich durch die Gourmettempel Helsinkis schlemmen: Die vielen Gesichter Finnlands zu erkunden ist jetzt noch einfacher. Finnair hat in Zusammenarbeit mit den staatlichen und regionalen Tourismusbehörden Stopover-Programme aufgelegt, die vor allem Langstreckenreisende aus und in Richtung Asien zu einem Aufenthalt im Land der 1000 Seen animieren sollen.

Stopover Finnland - Gabriele Kuester (5 von 22)

Nur für Hartgesottene: Eisbaden. (Foto: visitturku)

Bäume, nichts als Bäume und dazwischen hin und wieder ein buntes Holzhaus an einer grünen Wiese: Schon bei der zweistündigen Fahrt von Helsinki zum südwestlichsten Zipfel Finnlands verlangsamt sich der Herzschlag. Kein Stau, keine Raser und Drängler fordern Aufmerksamkeit, die menschenleere Landschaft breitet ihre Arme aus und ummantelt den Ankömmling mit ihrer Ruhe und Gelassenheit. Was es heißt, Platz zu haben, war bislang nur eine Zahl im Kopf: 5,4 Millionen Menschen verteilen sich in Finnland auf eine Fläche, die nur unwesentlich kleiner als Deutschland ist. Und die meisten von ihnen haben wir gerade in Helsinki hinter uns gelassen.

Stopover ohne Aufpreis in Finnland

Der zweitägige Ausflug von der finnischen Hauptstadt Richtung Baltisches Meer nach Turku und Naantali gehört zu den Stopover-Programmen, die Finnair zusammen mit den Tourismusorganisationen des Landes aufgelegt hat, um Finnland als Urlaubsziel zu promoten. Die Idee: Passagiere, die mit Finnair über Helsinki zu anderen Destinationen reisen, sollen ohne Aufpreis einen Aufenthalt in Finnland einlegen können. Pakete reichen vom fünfstündigen Rundgang durch die Hauptstadt bis zur fünftägigen Reise ganz in den Norden, nach Lappland.

Die älteste Stadt: Naantali

Geschichte, Kultur, Wellness, Outdoor-Aktivitäten und reichlich gutes Essen vereint die bedeutendste Urlaubsregion Finnlands im Süden. Naantali, die älteste Stadt des Landes, ist um ein mittelalterliches Kloster gewachsen. Es entwickelte sich erst zum Wallfahrtsort, Mitte des 19. Jahrhunderts entstand um eine Heilquelle ein noch heute beliebter Kurort. Naantali ist auch als die Sonnenstadt Finnlands bekannt.

Die Sonne ist beim Spaziergang durch die Altstadt allerdings dicken Wolken gewichen, aus denen hin und wieder ein Schauer niedergeht. Kein Mensch wagt sich aus den hübschen, in Naturfarben gestrichenen 200 Jahre alten Holzhäusern im Hafenviertel.

Stopover Finnland - Gabriele Kuester (1 von 22)

Der Schiffbau hat große Tradition in Finnland. Die deutsche Meyer Werft baut hier heute ihre Ozeanriesen. (Foto: Turku Stadt)

Sommerresidenz des Präsidenten

Das Wasser ist allgegenwärtig und der Schiffbau hat eine lange Tradition in dieser Region. Die deutsche Meyer Werft baut hier Kreuzfahrtschiffe und ist mit ihren Großprojekten ein wichtiger Arbeitgeber. Ansonsten sind die meisten Menschen in Dienstleitungs- und Technologiebetrieben oder im Tourismus beschäftigt. Die Arbeitslosenquote liegt etwa bei zehn Prozent.

Wenn es nach den Tourismusbetrieben der Region geht, könnte das ganze Jahr über ein wenig mehr Betrieb sein. Denn die Hochsaison ist allzu kurz. Vor der Mittsommerwende, wenn die Nacht in diesen Breitengraden zum Tag wird, verwandelt sich der beschauliche 19.000-Seelen-Ort für ein paar Wochen in eine lebendige Hafenstadt. Der Präsident verlagert dann den Regierungssitz in seine Sommerresidenz in Naantali. Segelboote tummeln sich in der Bucht, bevor sie zu ihren Törns durch das Reich der rund 25.000 Inseln aufbrechen, die Finnland und Schweden lose verbinden. Dann kommt Leben in die  Gassen der wunderhübschen historischen City.

Mumins sind Kult

Die meisten asiatischen Besucher haben ein anderes Ziel:  die Muminwelt auf der Kailo-Insel – ein Freizeitpark, in dem sich alles um die Zeichenfiguren dreht, die von der finnlandschwedischen Schriftstellerin Tove Jansson erfunden wurden. Wie groß der Hype um die freundlichen, runden Mitglieder der Muminfamie ist, zeigt sich auch im Hotel. Dort ist ein Teil der Zimmer mit den Kultfiguren dekoriert.

Stopover Finnland - Gabriele Kuester (19 von 22)Die Besucher aus dem Osten sind im Kommen: Während die Zahl der russischen Urlauber in Finnland wegen der Ukraine-Krise in den vergangenen Jahren rückläufig war, ist die Zahl der Übernachtungen asiatischer Touristen von 400.000 im Jahr 2010 auf 730.000 im Jahr 2015 gestiegen. Zum Vergleich: Die Deutschen, bislang nach den Finnen selbst, den Schweden und Briten der viertstärkste Quellmarkt, schlugen im vergangenen Jahr mit rund 550.000 Übernachtungen zu Buche.

Eine Sauna darf nicht fehlen

Sie könnten aber vor allem in der Nebensaison für Wachstum sorgen: „Weit weg vom allem“ sein zu wollen sei im Trend, sagt Stadtführerin Olga vom regionalen Fremdenverkehrsbüro. Die Finnen selbst sind da selbst ganz vorne dabei. Während der Ortskern vor allem von älteren Menschen bevölkert wird, leben die meisten Familien mit Kindern in den freistehenden Häusern der Umgebung, weil sie so mehr Platz und Nähe zur Natur haben. Und im Sommer zieht es auch aus den umliegenden Orten viele Menschen in die 4600 Sommercottages von Naantali. „Die sind oft ganz einfach und ohne Strom“, erzählt Olga. Nur eine Sauna darf in der Regel nicht fehlen. Statistisch gesehen kommt in Finnland fast auf jeden zweiten Bürger ein Schwitzhaus: Das Saunieren ist oft schon ab dem Babyalter fester Bestandteil der finnischen Lebensart.

Auch die Haut entspannt

Heute ist die finnische Spa-Kultur ein Pluspunkt für den Ganzjahrestourismus. Die hat sich natürlich auch im Wellness-Angebot der Hotels niedergeschlagen. Nach dem Relaxen im badewannenwarmen Whirlpool verordne ich der vom Winter gestressten Haut eine Verjüngungskur. Während Elsa mit wunderbar geschickten Händen ein Fluid in meine Haut einarbeitet, lerne ich, dass auch empfindliche Typen keine Angst vor Peelings haben müssen.  Mit enzymatischen Produkten geht´s ganz ohne Rubbeln und rote Stellen nach der Behandlung. Das Ergebnis ist zumindest für eine Weile ein frischerer Teint und ein wunderbar entspanntes Hautgefühl.

Kneipenkultur in Turku

Die richtige Vorbereitung für das Abendprogramm in Turku! Die etwa 20 Autominuten entfernte sechstgrößte Stadt Finnlands (128.000 Einwohner) lockt mit witzigen Kneipen, viele sind in alten  Gebäuden untergebracht. „Ich gehe in die Apotheke“ ist in einheimischen Familien offenbar ein geflügeltes Wort. Die Bierbrauerei Koulu entpuppt sich als ehemalige Schule, in der die alten Pulte noch als Tische dienen. Hier stellt ein Familienbetrieb mit viel Leidenschaft und nach deutschen Reinheitsgebot verschiedene Sorten her.

Apropos Bier: Alkoholische Getränke gehören zu den hoch besteuerten Luxusgütern in Finnland. So kann ein Glas Wein oder Bier gut und gerne sieben Euro kosten. Ansonsten sind die Preise in den Restaurants mit denen in deutschen Städten vergleichbar. Wo auch immer Urlauber hinkommen, werden sie in aller Regel sehr freundlich und auf Englisch bedient – außer jemand spricht Finnisch oder die zweite offizielle Amtssprache Schwedisch.

Stopover Finnland - Gabriele Kuester (9 von 22)

In einer ehemaligen Schule ist heute eine Bierbrauerei untergebracht.

Essen gut, Urlaub gut

Nach Umfragen der finnischen Tourismusbehörden ist gutes Essen für die Mehrheit der Touristen eines der wichtigsten Merkmale eines gelungenen Urlaubs. Das Fremdenverkehrsamt von Turku hat sich daraufhin mit den Gastronomen der Stadt an einen Tisch gesetzt und einen Foodwalk kreiert: Für 44 Euro kann man in fünf von zehn ausgewählten Cafés, Kneipen und Restaurants Station machen und überall eine bestimmte Speise probieren.

Einen wunderbaren Einblick in die Esskultur der Finnen bietet auch ein Rundgang durch die alte Markthalle von Turku: Hier ein Häppchen Lachs mit viel Dill, Brot mit Fischpastete oder Krabben, frittierte Sardellen, dort ein Stück Blaubeerkuchen, … Und zwischendurch ein kleines Schwätzchen mit dem Fischhändler. Ganz entspannt, versteht sich. Ist ja Finnland.

Hinweis: Die Autorin wurde von Finnair auf diese Reise eingeladen.

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Urlaub auf Teneriffa – Balsam für die Seele

Im Süden von Teneriffa, der einst nur durch Bettenburgen und schönes Wetter glänzte, hat sich viel getan. Die „Insel des ewigen Frühlings“, die geografisch auf der Höhe von Süd-Marokko und…

Im Süden von Teneriffa, der einst nur durch Bettenburgen und schönes Wetter glänzte, hat sich viel getan. Die „Insel des ewigen Frühlings“, die geografisch auf der Höhe von Süd-Marokko und West-Sahara liegt, bietet das ganze Jahr über ein ozeanisch-tropisches Klima ohne extreme Ausschläge. Durch den beständig wehenden Passatwind ist der Inselnorden grüner, aber auch regenreicher.

Adeje – Der Blick aufs Meer ist Balsam für die Seele, die frische Seeluft gut für die Gesundheit. Teneriffas Südwestküste ist ein verlockender Ort, um in der dunklen Jahreszeit Sonne zu tanken. Nicht umsonst gehört die größte der Kanaren-Inseln zu den beliebtesten Urlaubszielen der Deutschen.

Urlaub auf Teneriffa - Liane Ehlers-003

Spaziergang am Strand. (Fotos: Liane Ehlers)

Erst mal tief durchatmen und das Rauschen der Wellen genießen: So habe ich mir den perfekten Urlaub erträumt. Leise knirscht am Strand der schwarze Lavasand unter meinen Schuhen, als ich Richtung La Caleta gehe, um die Kalorien vom leckeren Essen abzulaufen. Auf einer Felsenplattform übt sich eine Yogagruppe in Atemtechnik und Gelassenheit. Pärchen sitzen am Strand, machen Selfies, und einige Angler geben die Hoffnung nicht auf, doch noch etwas fürs Abendessen zu fangen. Aus einer Strandbar dröhnt richtig gute Tanzmusik von einer Live-Band herüber. La Caleta, das ehemalige Fischerdorf, hat sich durch den Tourismus stark gewandelt, sich aber trotzdem einen gewissen Charme bewahrt. Noch heute gibt es dort einige hervorragende Fischrestaurants.

Hervorragende Rotweine locken beim Urlaub auf Teneriffa

Während die rote Sonne hinter der Nachbarinsel La Gomera im Meer versinkt und die grünste unter den sieben Kanaren-Inseln langsam von der Dämmerung umhüllt wird, genieße ich auf der großen Dach-Terrasse des „RIU Palace Tenerife“ den Sonnenuntergang und einen der hervorragenden Rotweine, die im Inselnorden angebaut werden. Selten hat mir ein spanischer Wein so gut geschmeckt.

Das Hotel, das nach umfangreichen Umbauarbeiten als Fünf-Sterne-Haus wiedereröffnet wurde, verfügt über eine 21.000 Quadratmeter große Gartenanlage mit Sandstrand und drei Pools, einer davon mit Blick aufs Meer, wo die manchmal stürmische Brandung durch künstliche Riffe gebremst wird. Schräg dahinter liegt das ebenfalls komplett renovierte Vier-Sterne-Schwester-Hotel „RIU Arecas“.

Farbenprächtige Promenade

Grün und bunt ist die Promenade mit ihren Palmen, Agaven und Bougainvilleen, die sich von der Playa de la Enramada bis zur Playa del Duque (Strand des Fürsten) zwischen Strand und Hotelbauten vorbeischlängelt. Dort pulsiert das Leben. Der hinter gelagerte Ort lässt in punkto Shoppen und Lokalitäten keine Wünsche offen. Wer beim Laufen genug Kondition hat, gelangt schließlich zum Jachthafen Puerto Colon mit seinen Katamaranen und Segelbooten, die von dort zum Delfin- und Whale-Watching starten. Auch das ist Urlaub auf Teneriffa.

Moby Dicks Heimat

Schon seit Jahrzehnten ist Teneriffas Südwesten ein Eldorado für diese Tourismusindustrie. Mehr als 20 verschiedene Walarten tummeln sich unweit der Küste im Atlantik. So ist es auch kein Zufall, dass der Film „Moby Dick“ (1956) über Kapitän Ahabs besessene Jagd nach dem „Weißen Wal“ in den kanarischen Gewässern gedreht wurde. Heute gibt es dort keine Walfänger mehr, den Tieren drohen jedoch andere Gefahren, z. B. durch Schnellfähren und U-Boot-Ortung, die die Tiere wie ein akustischer Blitzschlag trifft. Die Kritik von Umweltschützern am hemmungslosen Ausflugstourismus versucht die Regierung durch Regeln und eine Limitierung der Walfahrten zu begrenzen.

Urlaub auf Teneriffa bietet einmaligen Sternenhimmel

Wer Teneriffa besucht, kommt am Pico del Teide nicht vorbei, denn alle Wege führen dorthin. Seinen Namen bekam der Berg von den Ureinwohnern, den Guanchen, die den Berg „Echeyde“ nannten, was so viel wie „Höllenschlund“ bedeutet. Im Laufe der Zeit wurde im Spanischen daraus „El Teide“. Der vulkanische „Teide Nationalpark“ mit seinen spektakulären Landschaften, der vor mehr als 300.000 Jahren entstand, ist bei Wanderern sehr beliebt und zieht jährlich über drei Millionen Besucher an.

„Mit 3.718 Metern ist der Teide nicht nur der höchste Berg Spaniens, sondern auch der dritthöchste Inselvulkan der Welt“, erzählt Guide Jose Sanchez Garcia, der uns über einen Weg von der oberen Seilbahnstation (3.555 Meter hoch) zum Aussichtspunkt „Fortaleza“ führt, um dort den Sonnenuntergang auf Teneriffa zu erleben. Einen weiteren Superlativ, der Balsam für die Seele sein kann, hat der Pico del Teide zu bieten: einen Nachthimmel, der – vorausgesetzt es gibt keine Wolken – wegen seiner optimalen Bedingungen von der Unesco zur „Starlight Destination“ (Sternenlichtort) ernannt wurde. Astronomen bieten Nachtexkursionen mit mobilen Teleskopen an, allerdings sollte man sich winter-warm anziehen, um das in 2356 Metern Höhe genießen zu können.

[toggle title=”Anreise”]Verschiedene Airlines fliegen den Flughafen Teneriffa Süd an. Transferzeit zum RIU-Hotel ca. 20 Minuten. Delfin-und Wal-Watching: Boote für Walbeobachtungs-Touren starten auf Teneriffa ab Puerto Colon, Los Gigantos und Los Christianos. Die Touren dauern zwei bis drei Stunden. http://www.maritimaacantilados.com/[/toggle]

[toggle title=”Teide”]Die Seilbahn „Teleférico de Teide“ fährt täglich von 9 bis 16 Uhr in acht Minuten hinauf zum Gipfel des Berges und hinunter. Sie beginnt bei 2.356 Metern an der Landstraße TF-21 und führt zu einer Bergstation auf 3.555 Metern Höhe. Auf den Gipfeln von Teneriffa befinden sich einige der wichtigsten Sternwarten der Welt. „Volcano Life Experience“ bietet Sonderveranstaltungen zum Sonnenuntergang und zur Sternenbeobachtung. www.telefericoteide.com[/toggle]

[toggle title=”Reiseliteratur”]Gute Tipps gibt der Reiseführer „Teneriffa“, Dieter Schulz, Dumont, 296 S., 17,99 Euro.[/toggle]

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung!

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So tauchen Sie im Urlaub richtig!

(PM) Farbenprächtige Korallenriffe, bunte Meerestiere und faszinierende Tiefen – für Viele ist es ein lang gehegter Traum die Unterwasserwelt schwerelos zu entdecken. Dennoch löst der tatsächliche Gedanke daran oft Unbehagen…

Tauchen Urlaub ratgeber

So tauchen Sie im Urlaub richtig. Foto: © ERV / istock.com/ultramarinfoto, Vladan Milisavljevic

(PM) Farbenprächtige Korallenriffe, bunte Meerestiere und faszinierende Tiefen – für Viele ist es ein lang gehegter Traum die Unterwasserwelt schwerelos zu entdecken. Dennoch löst der tatsächliche Gedanke daran oft Unbehagen aus, denn unter Wasser zu sein, ist für die meisten ein ungewohntes Gefühl. So scheuen viele aus Angst den ersten Schritt. Mit der richtigen Vorbereitung und dank einer guten Ausrüstung ist Tauchen heute aber nicht gefährlicher als Schwimmen, Segeln oder Surfen. Wer einmal die Leidenschaft für den Tauchsport entdeckt hat, wird vom Anfänger sicher ganz schnell zum Wiederholungstäter. Die ERV (Europäische Reiseversicherung) gibt einige Tipps für den Unterwassersport.

Gesundheit & Fitness sind Trumpf

Tauchen lernen kann eigentlich jeder. Dennoch sollte vor dem ersten Tauchgang der Besuch beim Arzt geplant werden. “Anfängern ist oft nicht bewusst, dass Tauchen eine physische sowie mentale Belastungsprobe bedeutet. Tauchen sollte daher nur, wer sich körperlich 100% fit fühlt und ist”, weiß Birgit Dreyer, Reiseexpertin der ERV (Europäischen Reiseversicherung). Der Arzt prüft bei einer sogenannten Tauchtauglichkeitsuntersuchung, ob der Körper den Belastungen standhält. Von einem Tauchgang absehen sollten Personen mit Asthma, Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes oder Epilepsie. Während der Schwangerschaft ist das Tauchen untersagt. Auch im Falle einer Erkältung empfiehlt es sich, an Land zu bleiben. Neben der Gesundheit spielt auch die persönliche Fitness eine wichtige Rolle. Dafür kann schon vor dem Urlaub einiges getan werden. Durch Joggen lässt sich die Kondition beispielsweise innerhalb kürzester Zeit deutlich steigern.

Gute Vorbereitung ist die halbe Miete

Tauchtauglichkeitsuntersuchung bestanden? Dann steht als nächstes die Ortswahl für das Abenteuer auf dem Programm. Der erste Tauchkurs kann natürlich in der Heimat absolviert werden, aber warum diesen nicht gleich mit dem nächsten Urlaub kombinieren? Gerade für Anfänger gilt es, sich die Wahl des Reiselandes wohl zu überlegen. “Es gibt viele wunderschöne Tauchgebiete mit einer beeindruckenden Unterwasserwelt, aber besonders Einsteiger sollten darauf achten, dass die Gewässer eher flach sind und über eine angenehme Wassertemperatur verfügen”, rät Birgit Dreyer. Das Great Barrier Reef vor der Küste Australiens ist für den ersten Tauchgang zum Beispiel perfekt geeignet. Aber auch das Rote Meer oder die Malediven versprechen ein unvergessliches Taucherlebnis.

Ist die Entscheidung für eine Urlaubsdestination gefallen, geht es an die Auswahl der richtigen Tauchschule. Anbieter sollten hinsichtlich Sicherheit und Professionalität sorgfältig miteinander verglichen werden. Auch die Gruppengröße ist ein wichtiges Kriterium. Die empfohlene maximale Gruppengröße liegt bei acht Teilnehmern. “Besonders bei größeren oder kostspieligeren Reisen – wie etwa einer Tauchreise – ist es ratsam eine entsprechende Reiseversicherung abzuschließen. Denn sollte etwas dazwischen kommen, bleibt man sonst auf den meist recht hohen Stornokosten sitzen”, empfiehlt Dreyer. Und für den Fall, dass während des Urlaubs etwas passiert, sollte auch eine Reisekrankenversicherung mit ins Gepäck.

Grundsätzlich ist der sogenannten “Dive Buddy” unter Wasser die wichtigste Person. Man sollte ihm vertrauen und sich mit ihm wohlfühlen. Also gleich den besten Freund mit zum Kurs anmelden, dann kann nichts schiefgehen.

Das gilt es unter & über Wasser zu beachten

Natürlich ist eine qualitativ hochwertige Tauchausrüstung das A und O. Aber eine eigene Ausrüstung ist nicht zwingend notwendig. Diese wird für gewöhnlich von der Tauchschule zur Verfügung gestellt. Der Kauf einer eigenen Tauchmaske schadet allerdings nicht. Ein kleiner Trick, um das Beschlagen der Maske unter Wasser zu verhindern, ist übrigens, diese mit ein wenig Zahnpasta einzureiben und mit Süßwasser abzuspülen. Gegen die Anfangsnervosität hilft es, vor dem ersten Tauchgang die wichtigsten Regeln, die während des Tauchkurses erlernt wurden, noch einmal durchzusprechen. Wichtig ist:

  • Wohlfühlen ist beim Tauchen das oberste Gebot
  • Ausreichend Trinken reduziert das Risiko einer Dekompressionskrankheit
  • Sorgfältiger Sicherheitscheck der Ausrüstung mit dem Tauchpartner
  • Handzeichen noch einmal durchgehen
  • Unter Wasser immer auf einen rechtzeitigen Druckausgleich achten
  • Verantwortungsvoller Umgang mit der Unterwasserflora und -fauna
  • Panik vermeiden
  • Aufstiegsgeschwindigkeit nicht überschreiten (10 m / min, die letzten 10 m noch langsamer)

Und danach?

Nach dem ersten Tauchgang ist Entspannen angesagt. Eine Ruhephase gilt es zwingend vor dem Rückflug zu beachten, damit die Sauerstoffsättigung im Körper wieder auf den Normalzustand gebracht werden kann. Diese liegt je Tauchintensität zwischen 24 und 48 Stunden. In der Zwischenzeit am besten schon über den nächsten Tauchurlaub nachdenken. Denn auch fürs Tauchen gilt: “Übung macht den Meister.”

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Agios Georgios Pagi – kristallklares Wasser

Mit kräftigen Zügen schwimme ich durch das türkise Wasser – kristallklar und angenehm warm umschließt mich an diesem Morgen das Meer in unserer Bucht. Am heutigen Morgen konnte ich nicht…

Mit kräftigen Zügen schwimme ich durch das türkise Wasser – kristallklar und angenehm warm umschließt mich an diesem Morgen das Meer in unserer Bucht. Am heutigen Morgen konnte ich nicht anders, als ein einfach mein Handtuch zu schnappen um sofort ins erfrischende Nass zu springen. Am endlosen Sandstrand der Bucht Agios Georgios Pagi suche ich vergebens nach Menschenansammlungen oder den üblichen Anzeichen von Massentourismus. Dieser erste Tag auf der Insel Korfu lädt mich zu einer entspannten Urlaubswoche ein.

Die Grüne Insel Korfu

Nicht ohne Grund ist Korfu auch als grüne Insel bekannt. Durch das mediterran ausgeglichene Klima entdecke ich auf Korfu eine vielfältige Pflanzenwelt. Der Geruch von Zypressen steigt mir in die Nase und auch Olivenbäume sind hier allgegenwärtig. Rund um die Bucht finde ich kleine Zypressen und Olivenhaine mit jahrhundertealten Bäumen. Die Inhaberin unserer Lieblingstaverne erzählt mir, dass über die Hälfte der Insel mit Olivenbäumen bepflanzt ist – Olivenöl ist eines der wichtigsten Produkte, das von der Insel stammt und sich weltweit großer Beliebtheit erfreut. Auch Orchideen sind hier zuhause und gedeihen das gesamte Jahr.

Traumstrand Agios Georgios Pagi

Bucht von Agios Georgias Pagi

Bucht von Agios Georgias Pagi

Unsere traumhafte Bucht liegt im Nordwesten der Insel Korfu. Umschlossen von zwei Hügeln liegt sie direkt am Mittelmeer. Die europäische Umweltbehörde hat das Wasser in der Bucht Agios Georgios Pagi für seine perfekte Wasserqualität ausgezeichnet. Wenn das so ist, dann kann ja nichts mehr schief gehen, denke ich mir und entdecke bei einem Spaziergang am drei-kilometer-langen Sandstrand die Umgebung. Hier kann ich Tauch-, Segel- oder Paragliding-Kurse buchen. Auch Mountainbikes könnte ich hier leihen – vielleicht später. Ich lege mich mit meinem Buch unter eines der Schirmchen an der Bucht und genieße einen herrlichen Vormittag am Strand. Zur Mittagszeit gönne ich mir ein Glas Weinschorle in der Beachlounge direkt am Strand.

Agios Georgios wurde 2010 in die neu gegründete Großgemeinde Korfu integriert. Hier leben etwa fünftausend Menschen, die in erster Linie vom Tourismus und der Landwirtschaft leben. In den Supermärkten der Umgebung finden wir leckerste Lebensmittel – biologischer Anbau wird hier groß geschrieben. Für das erste Abendessen hole ich aus dem Supermarkt um die Ecke unseres kleinen Appartements frisches Obst und Gemüse, Schinken, einen leckeren Wein und natürlich Oliven. Wir machen uns auf unserem Balkon gemütlich und genießen den Sonnenuntergang bei entspannten Gesprächen und einem leckeren Essen.

Haus Vistonia in Agios Georgias Pari

Unsere Unterkunft direkt am Meer

“kafé ellinikó” im kleinen Ort Makrades

Gestärkt und erholt wollen wir in den nächsten Tagen die Umgebung erkunden. In näherer Entfernung ist das Honigtal zu erreichen und die beiden kleinen Dörfer Afionas und Makrades stehen auf unserem Ausflugsplan. Wir bummeln durch die Gassen der beiden Städtchen und genießen das Nichtstun in einem kleinen Cafés bei griechischem Mokka dem „kafé ellinikó“. Hier lernen wir, dass wir bei griechischem Kaffee gleich den gewünschten Süßegrad mit angeben müssen. Das Wasser wird hier zusammen mit dem Kaffeepulver und dem Zucker aufgekocht. Abends finden wir uns in einer der vielen netten Tavernen ein und essen köstliches „bekri mezé“, einen typischen Schweinegulasch und Sardellen „marídes“. Daran komme ich nie vorbei.

Beim Urlaub im Ferienappartement findet jeder seine individuelle Freiheit. Entweder wird selbst gekocht oder man nutzt die vielfältigen Angebote der Umgebung. Ohne Stress und Hektik des Alltags kann man sich einfach treiben lassen. Schöne Unterkünfte gibt es hier: Ferienwohnung Korfu.

© alle Bilder: Spyridon Konstantis

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So vielseitig sind die Kanaren

Die Kanaren liegen im Atlantischen Ozean vor der Nordwestküste Afrikas, nur wenige Hundert Kilometer von Marokko entfernt. Jede der sieben Hauptinseln hat ihre eigene Charakteristik. Gemeinsam ist ihnen allen das…

Die Kanaren liegen im Atlantischen Ozean vor der Nordwestküste Afrikas, nur wenige Hundert Kilometer von Marokko entfernt. Jede der sieben Hauptinseln hat ihre eigene Charakteristik. Gemeinsam ist ihnen allen das ausgeglichene, mediterran-subtropische Klima, die Tagestemperaturen steigen selten über 25 Grad. Damit gehören die Kanaren zu den beliebtesten Urlaubsinseln der Deutschen. Wir haben uns die Inseln genauer angeschaut und geben Tipps für den nächsten Kanaren Urlaub.

Die Vegetation der Inseln wird – je nach Standort und Niederschlagsmenge – von Kiefer- und Lorbeerwäldern, Palmen, Sukkulenten, Weihnachtssternen, Hibiskus, Oleander und anderen mediterranen Gewächsen geprägt.

Teneriffa – die vielseitige Insel

Das Wahrzeichen Teneriffas ist der Pico del Teide, der mit 3.718 Metern höchste Berg Spaniens. Er befindet sich am nördlichen Rand der auf 2.000 Metern Höhe liegenden Hochebene Las Cañadas, die in der Inselmitte den Parque Nacional del Teide bildet. Mittelpunkt der Nordküste ist das quirlige Touristenzentrum Puerto de la Cruz. Der gebirgige Nordwesten bietet mit dem Teno-Gebirge dem Wanderer unzählige Möglichkeiten. Schwer zugängliche Bergdörfer wechseln sich mit tiefen Schluchten ab. Der im nördlichen Inselteil eher felsigen Küste stehen im Süden lange Sandstrände gegenüber.

Gran Canaria – die lebhafte Insel

Das Inselinnere der nahezu kreisrunden Insel wird vom 1.949 Meter hohen, erloschenen Vulkan Pico de las Nieves überragt. Der südliche Inselteil ist mit mehreren lebhaften Badeorten, wie beispielsweise Playa del Inglés, touristisch ausgezeichnet erschlossen. Eine beeindruckende Dünenlandschaft mit einer Länge von sechs Kilometern ist bei Maspalomas zu bewundern. Besuchenswert ist Puerto de Mogán, ein Hafenort, durch den sich mehrere Kanäle, gesäumt von engen Gassen ziehen, weshalb er auch “Venedig des Südens” genannt wird.

Lanzarote – die dunkle Insel

Vulkanausbrüche begruben im 18. Jahrhundert große Teile der Insel unter einer schwarzen Lavaschicht. Die durch diese Naturereignisse einzigartig geformte Landschaft kann im Nationalpark Timanfaya mit Bussen – oder auch auf Dromedaren – erkundet werden. Einen wesentlichen Beitrag zur Gestaltung der Insel leistete der Künstler und Umweltschützer César Manrique. Nach seiner Vorgabe durften keine Gebäude mit mehr als drei Stockwerken errichtet werden. Die Häuser mussten weiß, Fensterläden, Türen und Zäune blau oder grün gestrichen sein. Auf der Insel ist ein enormer Fundus seiner künstlerischen Arbeiten zu bewundern. Touristische Zentren mit langen Sandstränden sind Puerto del Carmen und Costa Teguise.

Reiseblog BREITENGRAD53 Traumstrände mitten im Atlantik 7

Ideales Revier für Kiteurfer – Fuerteventura

Fuerteventura – die erholsame Insel

Bedingt durch die nicht allzu hohen Berge ist Fuerteventura die niederschlagsärmste Insel des Archipels. Die Insel ist an ihrer schmalsten Stelle nur fünf Kilometer breit, sodass man im Rahmen einer Wanderung über den Inselrücken sowohl die Wildheit der westlichen Steilküste bei La Pared mit ihrer gefährlichen Brandung als auch die puderzuckerartigen Sandstrände bei Costa Calma an der Ostküste erleben kann. Von Costa Calma aus erstreckt sich der Strand 17 Kilometer nach Süden bis nach Morro Jable. Ein Paradies für Wind- und Kitesurfer sowie für Strandwanderer. Der im äußersten Nordosten, bei Corralejo gelegene, unter Naturschutz stehende Dünenpark erinnert an die Sahara.

La Palma – die schöne Insel

Mit ihrer üppigen Vegetation ist La Palma ein Anziehungspunkt für Naturliebhaber und für einen reinen Badeurlaub fast zu schade. Aus der recht kleinen Grundfläche der Insel steigen Gebirge bis über 2.400 Meter Höhe auf. In der Inselmitte will der Nationalpark Caldera de Taburiente erwandert werden, in dem große Flächen von der Kanarischen Kiefer bedeckt sind, die die Fähigkeit besitzt, nach Waldbränden wieder neu auszutreiben. Nicht versäumen sollte man einen Besuch der Hauptstadt Santa Cruz de La Palma, deren Altstadtviertel eine Fülle Bauwerke im kanarischen und kolonialen Stil, mit kunstvoll verzierten Erkern und Holzbalkonen, aufweist.

La Gomera – die wilde Insel

Mit ihrem als Weltnaturerbe unter dem Schutz der UNESCO stehenden Nationalpark Garagonay gilt der Besuch der Insel als großes Naturerlebnis. Immergrüne Nebelwälder mit über zwei Metern hohen Farnen kennzeichnen das Landschaftsbild im Nationalpark. Touristisch gut erschlossen ist das Valle Gran Rey – ein von Palmen und Bananenplantagen geprägter Inselabschnitt.

El Hierro – die unbekannte Insel

Die kleinste und westlichste Insel der Kanaren ist zwar von ähnlicher landschaftlicher Vielfalt wie seine Schwesterinseln, spielt jedoch aufgrund seiner Abgelegenheit touristisch nur eine untergeordnete Rolle. Wer jedoch Ruhe und Abgeschiedenheit am westlichsten Ende Europas sucht, der ist hier genau richtig.

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Urlaub in Ägypten: Manchmal nicht wie aus 1000 und einer Nacht

Urlaub wie aus 1000 und einer Nacht: Sonnenschein, exotisches Essen, Tauchen und Schnorcheln im Roten Meer oder hochklassige Hotels mit perfektem Service – Urlaub in Ägypten verspricht Erholung, Kultur, Abenteuer…

Urlaub wie aus 1000 und einer Nacht: Sonnenschein, exotisches Essen, Tauchen und Schnorcheln im Roten Meer oder hochklassige Hotels mit perfektem Service – Urlaub in Ägypten verspricht Erholung, Kultur, Abenteuer und Exotik. Doch die Realität sieht in einigen Regionen oftmals anders aus: Wer Urlaub in der Sonne sucht und dafür in Kauf nimmt, das Hotelgelände nicht zu verlassen, ist zumindest in der Makadi Bay am Roten Meer genau richtig: Kultur, schöne Landschaften oder Exotik? Fehlanzeige!

Der Reiseleiter der Reisegruppe schwört die gerade angekommen Gäste auf die nächsten Urlaubstage in Makadi Bay, einer Bucht am Roten Meer, etwa 30 Kilometer von Hurghada entfernt, ein. “Es gibt hier drei Arten von Religionen”, sagt Ahmed schmunzelnd. “Moslems, Christen und Verkäufer.” Hier sei handeln Volkssport und niemand zahlt den Preis, den ein Verkäufer in Ägypten zuerst nennt. “Eher ein Viertel des Preises ist gerechtfertigt.” Selbst in der Apotheke sind die Preise verhandelbar, was bei vielen Gästen aus Deutschland ein ungläubiges Kopfschütteln hervorruft. Das gelte auch für das Durchfallmittel “Antinal”, dass hier in Ägypten fast jeder Urlauber irgendwann brauche. “Bakterien!”, sagt Ahmed, “Wir haben hier andere Bakterien als in Europa. Das Gemüse und Obst in der Küche wird nicht immer mit Trinkwasser gewaschen, so dass der Durchfall irgendwann sicher kommt.” Und da hilft eben dieses Mittel, dass in der Apotheke in Makadi Bay rund 25€ kostet, in Hurghada selbst allerdings nur 5€. Auch den Grund kennt der Reiseleiter nur zu gut: “Die Ladenbesitzer hier im Resort zahlen rund 5.000€ Miete für die kleinen Parzellen pro Monat.” In der Stadt seien die Läden deutlich günstiger. Und wie gesagt: Hier wird um alles gehandelt.

Apropos Stadt, Hurghada ist laut Ahmed auf jeden Fall eine Reise wert und auch da gibt es zwei Möglichkeiten für die Gäste. Entweder man fährt mit dem Shuttlebus vom Hotel für 6€ pro Person oder mit dem Taxi. “Das kostet vom Hotel zur Stadt knapp 20€ und von der Stadt vom Hotel knapp 10€.” Vorausgesetzt man handelt gut mit dem Taxifahrer. Der größte Teil der Reisegruppe entscheidet sich für den Shuttlebus, der um 15.10 Uhr am Hotel wartet. Die Fahrt dauert etwa 30 Minuten und ist eher abschreckend. Außer ein paar Sicherheitskontrollen sieht man viel Sand und jede Menge Dreck am Wegesrand. Hier ein paar leere Häuser, Zäune und vereinzelt der Versuch, für Touristen etwas aufzubauen. So sieht die “Delphin World” im nirgendwo am Straßenrand nach Hurghada ebenso absurd aus, wie die “Aqua World”, zu der die Touristen aus den Hotels der Makadi Bay in der Regel kostenlos gefahren werden. Der Eintritt ist in den All-Inklusive-Angeboten der Hotels meistens inbegriffen.

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Typisches Bild in Hurhgada

Highlight an der Endstation ist ein leeres Einkaufszentrum

Nach rund 35 Minuten Fahrtzeit erscheint die Silhouette von Hurghada. Dort angekommen fühlen sich die Touristen, als würden sie eine große Baustelle besichtigen. Allerdings wird hier offensichtlich seit Jahren nicht mehr gebaut und so ist es auch nicht verwunderlich, dass nirgendwo ein Bauarbeiter dafür aber viel Dreck und Bauschutt zu sehen ist. “Das sieht hier schon seit Jahren so aus”, weiß Walter aus Köln, der ebenfalls im Bus sitzt und schon ewig zum Tauchen hierher kommt. Große Rohbauten zeigen von einer regen Bautätigkeit, die aus welchen Gründen auch immer, abrupt beendet worden sind. Auf die meisten Urlauber ist der Anblick eher abschreckend als einladend und der Eindruck wird auch nicht besser, als die Gruppe den Busbahnhof in Hurghada erreicht hat und jetzt den rund dreistündigen Aufenthalt startet.

Das Highlight gleich vorweg: Genau gegenüber vom Busbahnhof ist ein großes Einkaufszentrum, dass allerdings nur zu einem Viertel mit Ramsch-Läden gefüllt ist. Warum die Reisegruppe ausgerechnet an diesen Fleck in Hurghada gefahren worden ist, bleibt das Geheimnis der Veranstalter. Ansonsten bietet die Stadt in diesem Teil nicht mehr, als der Stadtrand: Schmutz, leere Rohbauten und pausenlos hupende Taxen.

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Viele Bauten am Stadtrand von Hurghada sind Ruinen. (Fotos: Jörg Pasemann)

Die Makadi Bay ist ein gutes Gebiet zum Schnorcheln

Während der eine Teil der Gruppe vergeblich versucht, irgendetwas Schönes zu finden, steigen einige in ein Taxi, um nach “Downtown” von Hurghada gefahren zu werden oder zurück ins Hotel. Für 100 Ägyptische Pfund hat Walter einen Taxifahrer gefunden, der ihn zurück ins Hotel fährt. Auch hier schwanken die Preise von 350 bis 100 Pfund, die natürlich auch Verhandlungssache sind. Vom Taxifahrer erfährt er, dass das schöne Hurghada eher in der Altstadt, also in “Downtown” zu finden ist. Gerade aus dieser Sicht stellt sich die Frage, warum die Touristen ausgerechnet hier abgeladen werden. Nach einem kurzen Zwischenstopp des Taxifahrers irgendwo in der Stadt, geht es dann zurück auf die Straße in Richtung Makadi Bay.

Das Fazit für diese Reise fällt Walter zum Schluss ganz leicht: “Um Urlaub am Meer zu machen und Sonne zu tanken, ist Makadi Bay in Ägypten im Moment relativ günstig und richtig – für mehr aber auch nicht.”

Abenteuer Taxi in Hurghada

In Hurghada müssen Sie kein Taxi suchen, das Taxi findet sie! Wer am Straßenrand steht oder geht, wird ununterbrochen an gehupt und von den Taxifahrern gerufen. Handeln ist oberste Pflicht, aber auch Vorsicht ist geboten: Oft tauschen unseriöse Taxifahrer beim Bezahlen größere Geldscheine unbemerkt in kleinere Noten ein, und ehe sich die Fahrgäste versehen, wird unter lautem Geschrei die angeblich fehlende Menge an vereinbartem Geld verlangt. So wird die Fahrt dann deutlich teurer, als ursprünglich verhandelt.

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Badebuchten & Töpferkunst auf Mallorca

Wir sind noch mittendrin, in unserem Familienabenteuer: “Fincaurlaub auf Mallorca”. Für zwei Wochen sind wir nun hier mit Freunden und Kindern. Da wir nicht die klassischen Badeurlauber sind, nutzen wir…

Wir sind noch mittendrin, in unserem Familienabenteuer: “Fincaurlaub auf Mallorca”. Für zwei Wochen sind wir nun hier mit Freunden und Kindern. Da wir nicht die klassischen Badeurlauber sind, nutzen wir jeden zweiten Tag, um mit unserem Mietwagen die Insel zu erkunden. Ein bischen Kultur ist für uns genauso wichtig, wie das Planschen im Meer oder am Pool. Trotzdem belohnen wir uns und die Kinder am Ende unserer spannenden Tagesausflüge, zum Beispiel nach Sineu oder Felenitx, mit einem Bad an den Stränden von Mallorca. Auf das Gleichgewicht kommt es an.

So abwechslungsreich wie die Mallorca, sind auch die Badebuchten der Insel. Am breiten, gesichtslosen Strand von Palma haben wir viel Platz und tummeln uns im 28 Grad warmen Meer, der „Kinderstrand“ in Alcúdia präsentiert sich flach aber leider stinkend. Vor Es Trenc stehen wir auf einer sehr schmalen Straße im Stau, um dann zu erfahren, dass es wegen giftiger Algen nicht möglich ist, zu baden und die Buchten beim „Cala Mondragó“ sind wirklich wunderschön – dies wissen jetzt zur Hauptreisezeit auch tausende andere Touristen. Uns Erwachsenen gefällt es an der Westküste in Estellences am besten. Völlig entspannt lässt es sich hier sehr gut aushalten.

Bummeln: Von Töpferkunst und Touri-Allerlei

Bei unseren Shopping-Ausflügen finden wir schnell den Unterschied zwischen Geheimtipp und touristischen Märkten heraus. Der vielgepriesene Mittwochsmarkt in Sineu stellt sich für uns eher als Enttäuschung heraus. Hier reihen sich fliegende Händler aneinander, die alle ähnliche Ware feilbieten. Strandkleidung, Leder und Schmuck, nur vereinzelt gibt es Stände mit echten mallorquinischen Waren. Es schieben sich so viele Menschen durch die Gänge, dass uns zum Ende die Kraft und die Geduld fehlt noch den bekannten Tiermarkt zu besuchen. Deutlich entspannter bummeln wir auf dem kleineren Samstagsmarkt in Felanitx. Wir schauen dem Geflügel-Händler beim feilschen zu und genießen das bunte Treiben. Hier finden wir auch ein nettes kleines Café und in der Markthalle in der Nähe der Kirche Sant Miquel und kaufen bei den einheimischen Händlern, Oliven, Fleisch und Gemüse. Wenige Touristen verirren sich in die Halle.

Noch besser einkaufen lässt es sich in den Markthallen „Mercat de`Olivar“ von Palma. Frischer Fisch, Meeresfrüchte, Obst und Gemüse, Käse und Fleisch werden in allen Variationen angeboten. Das bunte Treiben macht gute Laune, hier kaufen auch die Mallorquiner ihren Fisch und treffen sich zum Tapasessen in der „Bar de Peixe“ am Ende der Halle.

Am vorletzten Tag unserer Reise machen wir uns gezielt auf den Weg zu einer der acht „Ollerias“ in Portol. Hier werden die typischen mallorquinischen Keramikgefäße und Geschirr hergestellt. Vom Verkaufsraum gelangt man direkt in die Werkstätten und kann den mallorquinischen Arbeitern beim Töpfern über die Schulter schauen.

Keramik in Portòl

Keramikgefäße in einer Olleria in Portòl

 

Mich bei so vielen tollen und kunstvoll verzierten Gefäßen zu entscheiden, fällt mir schwer. Ich schwanke zwischen Tassen, Schüsseln und wunderhübsch bemalten Tellerchen. Der gutgelaunte Verkäufer überzeugt mich schließlich davon, dass es schade wäre etwas nicht zu nehmen. Der kleine Rabatt tut sein Übriges. Ich nehme einfach alles mit, in der Hoffnung, dass ich nicht nicht zusätzliches Übergepäck im Flieger zahlen muss.

Glücklich und vollbeladen mit Tellern und Schüsseln mache ich mich auf den Weg zum Auto. Mein Mann wartet schon seit einigen Minuten hier. Während ich meine Beute verstaue, klingt der Song unseres Urlaubs einmal mehr vom Band. Helge Schneider trällert gutgelaunt „Sommer Sonne Kaktus“. Wir und die Kinder singen kichernd mit.

 

Zum ersten Teil der Reise: “Fincaurlaub auf Mallorca”

Ich empfehle jedem sich für die Zeit auf Mallorca einen Mietwagen zu buchen. Gerade, wenn man sich für Land und Leute interessiert oder Fincaurlaub plant, dann ist man damit flexibel und muss sich im Urlaub nicht einschränken. Für unseren zweiwöchigen Finca-Urlaub hat uns Goldcar unterstützt und uns einen Mietwagen zur Verfügung gestellt. Problemlos haben wir diesen direkt nach der Ankunft um 21.30 Uhr am Flughafen von Palma am Goldcar-Schalter in Empfang genommen und konnten damit sofort die Anreise zur Finca antreten. Auch die Abwicklung bei der Abreise war vollkommen entspannt. Wagen ausladen und Schlüssel in den Briefkasten in der Garage stecken. Fertig! 

 

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Lagerfelds Laufsteg und eine Burg, die lacht

Eine Reisebeschreibung ist in erster Linie für den Beschreiber charakteristisch, nicht für die Reise – heißt es bei Kurt Tucholsky. Österreichs „Schlosshotels & Herrenhäuser“, die 2015 ihren 50-jährigen Zusammenschluss feiern,…

Eine Reisebeschreibung ist in erster Linie für den Beschreiber charakteristisch, nicht für die Reise – heißt es bei Kurt Tucholsky. Österreichs „Schlosshotels & Herrenhäuser“, die 2015 ihren 50-jährigen Zusammenschluss feiern, sind ein Füllhorn und kein Pauschalangebot. Ihr stilvolles Ambiente hätte dem wortgewaltigen Publizisten vermutlich gefallen – nicht zuletzt, weil jede Herberge ihre eigene, ganz besondere Geschichte hat.

Ob nobles Schlosshotel, Landhaus, kleines Boutique-Hotel, mittelalterliche Burg oder alteingesessenes Weingut, fast alle sind familiengeführt – das älteste bereits in der siebenten Generation. Vor allem aber leiten die Gastgeber ihre Häuser aus Leidenschaft und Freude am Erbe und Beruf.

50 Jahre „The Sound of Music“

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Die Felsenreitschule: Durch diese Gänge flüchtete die singende Trapp-Familie vor 50 Jahren im Film „Sound of Music“ in die Freiheit. Bilder: Liane Ehlers

Unsere Reise beginnt in Salzburg, „Die Bühne der Welt“, wie ein geschicktes Salzburg-Marketing die Mozart-Stadt bezeichnet. In der Tat ist Salzburg nicht nur Weltkulturerbe und Stadt der Festspiele, sondern auch des Films. 50 Jahre nach der Premiere des mit fünf Oscars ausgezeichneten Musicals „The Sound of Music“ ist die touristische Anziehungskraft im Jubiläumsjahr 2015 noch immer ungebrochen. 300 000 Amerikaner kamen bisher jährlich, um sich die Kulissen, in denen Flucht und Leben der singenden Trapp-Familie gedreht wurden, anzuschauen. Die Zahl der Set-Touristen steigt sogar, seit Lady Gaga bei der Oscar-Gala 2014 vor einem Milliarden-TV-Publikum ein fünfminütiges Medley der bekanntesten Songs gesungen hat.

Schloss Leopoldskron: Drehort und Modenschau

Einer der originalen Drehorte von „Sound of Music“ war das im 18. Jahrhundert erbaute Schloss Leopoldskron, Geburtsort der Salzburger Festspiele und erst seit 2014 ein öffentliches Schlosshotel. Dennoch dürfen die meisten Touristen das Schloss nur von der gegenüberliegenden Seite des Weihers betrachten, das Gittertor bleibt geschlossen und die sieben Hektar große Parkanlage den Hotelgästen vorbehalten, die die Privatsphäre zu schätzen wissen.

Eine Ausnahme bilden da nur die Sommerabende von „Shakespeare im Park“, das als Stationen-Drama mit Picknick-Möglichkeiten angelegt ist. Ab Mai bis September wird das Schauspiel mit Elfen und Feen bei gutem Wetter in bester Max-Reinhardt-Tradition von Landestheater und Schlosshotel angeboten. Theater-Impresario Max Reinhardt, Gründer der Salzburger Festspiele, war der vorletzte Besitzer. Er hatte das Anwesen 1918 gekauft, um es über Jahre zu restaurieren und zu einem internationalen Treffpunkt der Kunst- und Kulturszene zu machen, bis er 1938 wegen des Naziregimes in die Vereinigten Staaten emigrierte.

Stardesigner Karl Lagerfeld präsentierte hier seine ModeDie Liste der Vorbesitzer ist lang, sie reicht vom Erbauer Fürsterzbischof Leopold Anton Freiherr von Firmian bis zu König Ludwig I. von Bayern, der dort 1853 im Familienkreis eine Verlobungsfeier für Sissi mit Kaiser Franz Josef von Österreich veranstaltete. Seit 1947 gehört das Rokoko-Juwel der US-Stiftung „Salzburg Global Seminar“, die das hohe Gittertor bis vor gut einem Jahr nur für spezielle Tagungen und hochrangige Gäste wie Hillary Clinton und Kofi Annan öffnete. Seit den umfangreichen Renovierungsarbeiten stehen im Meierhof 55 Zimmer und zwölf Suiten im Schloss zur Verfügung, das oftmals exklusive Kulisse für Events ist.

Erst im November wurde Leopoldskron noch einmal geadelt: durch „König Karl“. Stardesigner Karl Lagerfeld hatte das Schloss für die Präsentation der Chanel-Show mit Alpenfolklore ausgewählt. Keine Haute Couture mit Einzelanfertigungen, aber eine hochwertige „Métiers D’Art“-Kollektion mit „Ready-To-Wear“-Entwürfen für diesen Spätsommer. Bei den Locations bezieht sich Lagerfeld stets auf die Biografie der legendären Modeschöpferin. Die Uniformjacke eines Liftboys in einem Salzburger Luxus-Hotel soll die Grande Dame der Modewelt zur typischen Chanel-Jacke inspiriert haben.

„Vier Wochen vor dem Termin waren Spezialisten angerückt. Chanel hatte das ganze Anwesen gemietet, und alles wurde nach Karl Lagerfelds Vorstellungen hergerichtet“, erzählt Generalmanager Daniel Szelényi (38), der Max Reinhardts Refugium zu einem Hotel umgestaltet hat. „Das Gittertor musste grün gestrichen werden, und die bodenlangen Fenstervorhänge wurden extra in Paris angefertigt. Sogar die Feuermelder an der Decke wurden mit einer Blumenrosette verkleidet“, berichtet Szelényi. „Es gab im Vertrag zwar die Auflage zum Rückbau, aber alles, was uns gut gefallen hat, haben wir behalten“, sagt der 38-Jährige mit einem Augenzwinkern und zeigt auf Vorhänge, Blumenrosetten und Kerzen im Kamin.

Öko-Wohlfühlhotel in der Altstadt

 

 

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Oase der Ruhe: Innenhofgarten und Dachterrassen-Spa des Boutique-Hotels Auersperg. Bilder: Liane Ehlers

Ein Refugium der ganz anderen Art ist das Boutique-Hotel Auersperg an der Auersperger Straße. Nur ein paar Geh-Minuten von Salzburgs Weltkulturerbe Altstadt entfernt, bietet das Stadthotel mit seinem zauberhaften Garten im Innenhof und dem Dachterrassen-Spa eine Oase der Ruhe. „1900 erbaut, war es zunächst Privathaus und Familienwohnsitz“, erzählt Hotelchefin Bettina Wiesinger. Nach dem frühen Tod des Großvaters begann seine Witwe, eine Mutter von vier kleinen Kindern, mit der Vermietung von Zimmern. Seit drei Generationen befindet es sich jetzt im Familienbesitz.

Über die Jahre wurden das Stammhaus und die nebenan gelegene Villa zu einem Vier-Sterne-Hotel. Ehemann Mark, von Beruf Architekt, hat Bettinas Visionen von einem „Öko-Wohlfühlhotel“ umgesetzt, die Zimmer sind mit Liebe zum Detail stilsicher in einem Mix von klassisch bis modern eingerichtet sind. Der Tag startet mit einen Frühstücksbuffet, auf dem alles bio ist, und der Gugelhupf aus Vollkornzutaten ist einmalig gut.

Burg Oberranna: Wohnen wie die Ritter

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Burg Oberranna: Charmante Burgherrin, Lydia Nemetz

Eine Reise in eine andere Welt beginnt in Mühldorf mit dem Besuch der geschichtsträchtigen Burg Oberranna in einem Seitental der Wachau. An der massiven Eisentür der um 1000 erbauten märchenhaften Ritterburg empfängt uns mit strahlendem Lächeln Lydia Nemetz (61), die das Vier-Sterne-Hotel seit 1984 führt. Auch sie legt bei der Jause in der Burgschänke und beim Frühstück im Rittersaal Wert auf Bio-Produkte, Selbstgemachtes und Weine aus der Region.

„Der Anfang war schaurig“, erinnert sie sich. 1981 hatte die Familie die von Burggraben und Ringmauern umgebene Burg gekauft, ohne zu wissen, was sie damit anfangen wollte. Zunächst einmal mussten jedoch neun Container a 19 Tonnen Abfall abgefahren werden, ohne den späteren Bauschutt. „Wir sind nicht reich genug, um einfach nur eine Burg haben zu können. Und so ein Haus braucht eine Funktion, damit es lebt. Das sieht man auch ganz deutlich im Herbst, wenn die Burg schlafen geht, und wie sie im Frühling lacht, wenn sie geputzt und zu neuem Leben erweckt wird“, strahlt die Hausherrin.

 

Der friedlichste Ort der Welt

„Da wir touristisch vorbelastet waren, und schon ein Hotel hatten, haben wir uns zu einem etwas anderen Hotel entschlossen.“ In den zwölf stilvoll eingerichteten Zimmern gibt es Kochnischen, „damit auch Familien mit kleineren Kindern sich dort wohlfühlen“, erklärt die Mutter von drei Töchtern. Außerdem besitzt die Burganlage eine große Kirche aus dem 12. Jahrhundert, in der Gottesdienste und Hochzeiten stattfinden können, sowie eine beeindruckende Krypta. Für Lydia Nemetz ist ihre Burg „der friedlichsten Ort der Welt“. Das schönste Kompliment, das ihr je ein Gast gemacht habe war, dass er „in unserem Familienbetrieb zur Familie gehört“, freut sich die charmante Burgherrin.

[toggle title=”Informationen”]Der kostenlose Schlosshotelführer „Schlosshotels & Herrenhäuser“ kann bestellt werden unter Tel: +43 (0) 62 45 / 90 123. Rund 90 Häuser gehören dem Verbund an. E-Mail: [email protected], www.schlosshotels.co.at – Infos über Niederösterreich unter Tel.  +43 2713 / 300 60 24, [email protected], www.donau.com[/toggle]

[toggle title=”Weitere sehenswerte Häuser”]

Romantikhotel Gmachl Elixhausen, Dorfstrasse 14,
5161 Elixhausen, Tel. +43 662 480212, Ansprechpartner: Familie Hirnböck-Gmachl; [email protected], www.gmachl.com

Hotel Schloss Leopoldskron, Leopoldskronstraße 56-58, 5020 Salzburg, Tel. +43 662 83983-0, Ansprechpartner: Daniel Szelényi (Direktor), Karin Schiller (Marketing); [email protected], www.schloss-leopoldskron.com

Heritage Hotel Hallstatt, Landungsplatz 101, 4830 Hallstatt
Tel. +43 6134 200 36 0, Ansprechpartnerin: Sabine Geiger (Direktorin); [email protected], www.hotel-hallstatt.com

Hotel Landhaus Koller, Paßgschüttstrasse 353, 4824 Gosau am Dachstein, Tel. +43 6136 8841, Ansprechpartner: Manuela und Gottfried Koller, [email protected], www.hotel-koller.com

Weingut Holzapfel/Prandtauerhof, Prandtauerplatz 36, 3610 Joching, Ansprechpartner: Barbara & Karl Holzapfel, Tel. +43 2715 2310, [email protected], www.holzapfel.at

Barock-Landhof Burkhardt, Kremser Straße 19, 3620 Spitz an der Donau, Tel. + 43 27 13 23 56, Ansprechpartner: Dr. Michael und Gisela Burkhardt, [email protected] , www.burkhardt.at

Renaissancehotel Raffelsberger Hof, Nr. 54, 3610 Weissenkirchen, Tel. +43 2715 2201, Ansprechpartnerin: Claudia Anton-Krupp, [email protected], www.raffelsbergerhof.at

Weingut FJ GRITSCH Mauritiushof, Kirchenplatz 13, 3620 Spitz, Tel.: +43 (0) 2713 2450, Ansprechpartner: Franz-Josef und Maria Theresia Gritsch; [email protected], www.mauritiushof.at;

Hotel Richard Löwenherz, Dürnstein 8, 3601 Dürnstein, Tel. +43 2711 222, Ansprechpartnerin: Franziska Thiery, [email protected], www.richardloewenherz.at

Hotel Altstadt Vienna, Kirchengasse 41, 1070 Wien, Tel. +43 1 522 66 66, Ansprechpartner: Otto Wiesenthal (Besitzer), Philipp Patzel (Geschäftsführer), [email protected], www.altstadt.at

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Das

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Hinweis: Die Autorin wurde von A.R.T. und „Schlosshotels & Herrenhäuser“ zu der Reise eingeladen.

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Reisevorbereitung und Sicherheit im Urlaub mit Kindern

Wohin soll es gehen – Australien, Asien oder Afrika? Kein Reiseland war mir zu fern und kein Abenteuer groß genug. Mit dem Surfbrett durch die Wellen gleiten, über Riffe, Steine,…

Wohin soll es gehen – Australien, Asien oder Afrika? Kein Reiseland war mir zu fern und kein Abenteuer groß genug. Mit dem Surfbrett durch die Wellen gleiten, über Riffe, Steine, mit Delphinen und Haien in einem Gewässer schwimmen. Mit Flipflops einen Berg auf Madeira besteigen oder mit Bauchschmerzen auf Bali den „Balibelly“ kurieren – das gehörte auf meinen Reisen dazu. Oft war ich bereits unterwegs als mir das ein oder andere Detail der fehlenden Reisevorbereitung auffiel. Hier fehlte eine Impfung, dort eine Kreditkarte oder eine Auslandreisekrankenversicherung. Kein Problem!

Ich war Studentin und auf mich allein gestellt. Keine Verpflichtungen, keine Ängste. Was fehlte, wurde einfach improvisiert und auf das Glück vertraut. Nette und hilfsbereite Menschen kreuzten meinen Weg und machten diese Momente sogar noch besonders. Von einem älteren Ehepaar wurde mir bei einem Kaffee in ihrer Wohnung Sydney erklärt, während ich auf den Reifenservice wartete, an einem einsamen Campingplatz wartete ich sieben Tage, bis endlich mein Geld aus Deutschland überwiesen wurde und ich die Weiterreise antreten konnte. In der Regel lief alles glatt.

All diese Erlebnisse in meinem Alter zwischen 20 und 30 möchte ich nicht missen und doch hat sich in den letzten acht Jahren etwas verändert. Inzwischen habe ich zwei wundervolle Kinder – meine Reiselust ist geblieben. Unsere Familienurlaube verlaufen inzwischen etwas „organisierter“ und die Sicherheit und Gesundheit der Familie nimmt heute in der Reisevorbereitung etwas mehr Raum ein.

Angstfrei die Welt erkunden

Natürlich übertreiben wir es nicht. Abenteuer, neue Eindrücke und Erlebnisse, andere Kulturen und Menschen, all das sollen auch meine Kinder kennenlernen. Angstfrei die Welt erkunden und in Kontakt mit neuen Themen kommen – das wünsche ich mir für die zwei Jungs. Als Eltern soll man auch loslassen und trotzdem die Basis an Sicherheit für einen geschützten Rahmen schaffen. Deshalb sind wir inzwischen recht routiniert unsere Reise-Vorbereitungen als Familie zu treffen. Für uns zusammenfassend können wir sagen, dass wir bei den Reisen mit den Kids immer eine Krankenversicherung hatten. Seit wir unseren Wien-Urlaub spontan wegen Krankheit eines Sohnes absagen mussten und auf Kosten in Höhe von 600 Euro sitzen geblieben sind, ist noch die Reiserücktrittsversicherung dazugekommen. Sonst sind aus meiner Sicht wirklich essentiell nur noch die Kreditkarte und vollständige Reiseunterlagen (Tickets, Pässe, Ausweise, Visum) mit Dokumentenkopien, falls diese verloren gehen oder entwendet werden) Alles andere kann zur Not vor Ort gekauft werden. Hin und wieder empfiehlt sich noch die Mitnahme eines Sicherheitssitzes für die Kinder und auch eine gut organisierte Reiseapotheke hat sich bei uns ebenfalls als sinnvoll herausgestellt.

Unsere persönliche Urlaubscheckliste der WICHTIGEN Dinge:

Geld

  • Kreditkarte
  • EC-Karte
  • Etwas Bargeld

Versicherungen

  • Auslandsreisekrankenversicherung
  • Reiserücktrittsversicherung

Reiseunterlagen

  • Visum
  • Ausweis und Reisepass noch gültig (mind. 6 Monate)
  • Auslandsführerschein
  • Tauchschein

TIPP: Alle Dokumente entweder kopieren oder ein Foto mit dem Handy machen und mitnehmen.

Gesundheit

  • Impfschutz/ Impfpass
  • Reisapotheke vollständig?

Technik (für den Reiseblogger unverzichtbar)

  • Handydatenpaket fürs Ausland aufstocken oder lokale Datenkarte vor Ort kaufen
  • Kamera aufladen, Ladekabel und Ersatzkarten (Akkus mitnehmen)
  • Notebook
  • Steckdosenadapter, Dreifachsteckdose

Da jeder Mensch andere Bedürfnisse an Sicherheit hat, empfehle ich Jedem, sich vorher eingehend Gedanken zum Urlaub zu machen. Was möchte man machen? Braucht man ein Auto? Wie gefährlich sind die Aktivitäten und möchte man sich und seine Familie absichern?

Infografik "Sicher im Urlaub"

 Kooperationsartikel

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Dubrovnik, die „Perle der Adria“

Es ist die drittgrößte Handelsflotte des Mittelmeeres: 5.000 Matrosen befahren auf 160 Schiffen die Meere. Der Schiffbau hat die Republik, die von rund 70 Konsulaten in aller Welt vertreten wird,…

Es ist die drittgrößte Handelsflotte des Mittelmeeres: 5.000 Matrosen befahren auf 160 Schiffen die Meere. Der Schiffbau hat die Republik, die von rund 70 Konsulaten in aller Welt vertreten wird, reich gemacht. Die Kaufleute verkaufen Salz und exportieren Silber aus Bosnien und Serbien. Aus Angst vor räuberischen Venezianern und Türken mauern sich die Einwohner in ihrem Hafen ein. Die steinerne Burg der Festung Sveti Ivan gibt ihnen Sicherheit.

Ein halbes Jahrtausend ist es her, dass Dubrovnik die „Perle der Adria“ war. Zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert erlebte die Metropole, damals als Republik Ragusa bekannt, ihre erste Blütezeit. Sie war eine der wichtigsten Handelszentren in der Region. Diese Hochzeit endete 1667 nach einem verheerenden Erdbeben, das die Wirtschaft des „stolzen Schönen“ am südlichen Ende Kroatiens nachhaltig schädigte. Mit der Aufnahme der Altstadt Dubrovniks in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes 1979 rückte sie erstmals wieder in den Fokus der breiten Öffentlichkeit, durch ihre Belagerung und Bombardierung durch die Jugoslawische Volksarmee während des Kroatienkrieges Anfang der 90er Jahre ein zweites Mal. Die Wiederentdeckung der Stadt durch die Tourismusindustrie in den Jahren danach und schließlich der Beitritt Kroatiens zur EU 2013 haben der dalmatische Metropole am Wasser mehr Leben zurückgegeben, als diese an schönen Sommertagen vertragen kann.

„Dubrovnik wird von Feriengästen regelrecht besetzt”„Dubrovnik wird von Feriengästen regelrecht besetzt”, klagt Djuro Capor, der sich in einer Bürgerinitiative gegen die tägliche Urlauber-Invasion engagiert. Hunderte Busse umkreisen zwischen Juni und September Tag für Tag die autofreie Altstadt, zwischen 25.000 und 30.000 Touristen drängen sich vom frühen Morgen bis Mitternacht durch deren Gassen. So mancher Fremder zahlt extra dafür, dass er auf den 1.940 Meter langen und bis zu sechs Meter breiten Stadtmauern von Dubrovnik spazieren gehen darf. Die größten Wellen an Feriengästen ergießen sich aus den Kreuzfahrtschiffen, die Dubrovnik in immer kürzeren Intervallen anlaufen.

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Die kroatische Adriaküste zählt zu den saubersten Gewässern im gesamten Mittelmeerraum.

Wir sind im Mai hierhergekommen. Und wir erleben eine zauberhafte Reise in die Vergangenheit – nicht nur in der Altstadt Dubrovniks, sondern entlang der gesamten Küste Richtung Süden bis zur Grenze zu Montenegro. Diese Region wird auf einer Breite von etwa drei Kilometern durch die zu Bosnien und Herzegowina gehörende Gemeinde Neum vom übrigen Kroatien getrennt. Elf Kilometer südlich von Dubrovnik liegt Mlini – ein glänzender Edelstein im schmalen kroatischen Gürtel entlang des Meeres. Uns fällt zuerst die üppige mediterrane Vegetation auf. Mlini hat flache Stein- und Steinstrände, Blumengärten und Promenaden, Hotels, Villen und Ferienhäuser. Der Name Mlini kommt von den Mühlen, die in der Vergangenheit benutzt wurden um das Wasser aus dem Fluß Zavrelje zu heben. Wir springen ins Meer. Es ist jetzt noch kühl, vielleicht 19, 20 Grad, aber klar und herrlich erfrischend. Die kroatische Adriaküste zählt zu den saubersten Gewässern im gesamten Mittelmeerraum.

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An den Stränden von Dubrovnik.

Hier ist es sauber – im Wasser und an Land

Wir fahren weiter nach Cavtat – eine Landzunge, auf der man sich wie in Italien fühlt, am Gardasee, in Salo, oder an der italienischen Adria, in Rimini. Aber hier ist es sauberer als dort – im Wasser und an Land. Keine leere Tüte oder Dose, kein Papier, keine Zigarettenkippe liegt auf der wunderschönen Promenade entlang des kleinen Hafens. „Fast so sauber wie in der Schweiz“, sagt ein Münchener Urlauber lächelnd zu seinem Begleiter. Liebevoll angelegte Blumenbeete, weiße Decken auf den Tischen der Terrassen der Restaurants vor historischen Häusern, die sorgfältig und mit „feinem Pinsel“ restauriert wurden, machen die 2.000-Einwohner-Verwaltungssitz der Kommune Konavle zu einem zauberhaften Ferienort. Auch in vielen anderen Dörfern an den meist steinigen Buchten entlang der Küste und auf den nur wenige hundert Meter vorgelagerten Inseln spürt man, dass die Kroaten sich um Feriengäste bemühen, kein Wunder, trägt der Tourismus doch weit mehr als die Hälfte zum Bruttoinlandsprodukt des Staates bei. Abseits der beliebten Pfade jedoch stößt man auch in Dalmatien auf Bauruinen, noch nicht ganz abgerissene oder noch nicht ganz fertiggestellte Gebäude, auf Müllhalden und löchrige Straßen.

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Vom Boot aus ins Wasser springen, tauchen, schnorcheln – Urlaub pur an den Stränden vor Dubrovnik. (Fotos: Jürgen Hoffmann)

Einen Tag reservieren wir für einen Ausflug in die Inselwelt vor Dubrovnik. Wir fahren mit einem Fischerboot zur Insel Kolocep – im traumhaft schönen Hafen Donje Celo muss man eine Pause machen – und weiter zum Eiland Lopud, das eine der schönsten Badestrände Kroatiens besitzt, vor dem im Sommer jeden Tag bis zu 100 Yachten, Ausflugsdampfer und kleine Speedboote Anker werfen. Vom Boot aus ins Wasser springen, tauchen, schnorcheln – Urlaub pur. In den blauen Himmel schauen, Freiheit fühlen. Am Abend dann eine gemischte Fischplatte am Strand „Copacabana“ auf der Halbinsel Lapad. Nicht puderfeiner Sand wie in Brasilien empfängt uns hier, sondern ein Kiesstrand mit betonierter Liegefläche. Als Entschädigung nehmen wir die schöne Aussicht auf die Inseln Daksa und Elafiten auf einer Seite und auf die halbhängende Brücke, die einzigartig in der Welt ist, auf der anderen Seite.

Dass in dieser Region vor kaum 25 Jahren Krieg herrschte, Bomben flogen und Häuser brannten – kaum vorstellbar. Heute wird im malerischen Dubrovnik nur noch zum Spaß und vor allem zum Geldverdienen gekämpft: Wenn das Filmteam des US-Fernsehsenders HBO eine neue Folge der Serie „Game of Thrones“ dreht, weht auf der historischen Stadtmauer die Flagge des Hauses Baratheon, werden im ehemaligen Kloster auf der Insel Lokrum neue Ränke geschmiedet und lernt im Botanischen Garten des Dorfes Trsteno der “Königsmörder” Jaime Lannister sein Schwert mit der linken Hand zu führen. Dann erleben die Einwohner von Dubrovnik wieder einmal eine Zeitreise ins Mittelalter.

Das

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(Titelfoto: aarstudio / fotolia.de)

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Der Fisch, der aus der Tiefe kommt

Der ewige Frühling, das wohltuende Klima, die üppige Flora und Fauna, das Wanderparadies – es gibt viele gute Gründe, diese Insel ins touristische Herz zu schließen. Ein weiterer kommt aus…

Der ewige Frühling, das wohltuende Klima, die üppige Flora und Fauna, das Wanderparadies – es gibt viele gute Gründe, diese Insel ins touristische Herz zu schließen. Ein weiterer kommt aus den Untiefen des Atlantiks. Mit Angelhaken wird er stolze 1 500 Meter nach oben befördert, so wie es seit vielen Jahrzehnten gute Fischertradition ist: Der Schwarze Degenfisch. Ein sagenumwobener und räuberischer Tiefseebewohner, der – zumindest innerhalb Europas – nirgendwo anders als hier zuhause ist. Mit scharfen Zähnen ist er bewaffnet und mit seiner dunklen Lederhaut alles andere als hübsch anzuschauen, fachgerecht zubereitet ist er allerdings ungemein lecker und für den kulinarisch interessierten Madeira-Besucher ein absolutes Muss. Aber nicht nur er: Als Fischliebhaber kommt man auf der portugiesischen Atlantikinsel in jeder Hinsicht auf seine Kosten.

Madeira Degenfisch

Der mittlerweile weltbekannte schwarze Degenfisch ist einer von rund 290 Tiefseefischarten, die vor Madeira in den vergangenen. Jahrhunderten gefangen wurden. (Fotos: Brigitte Geiselhart)

Abendessen im Restaurant „Estalagem do Vale“ in São Vicente. Roberto Mendonça serviert Schwarzen Degenfisch – nicht mit Bananen wie auf Madeira in der Regel üblich, sondern mit Passionsfrucht. Dazu wird ein Bouquet aus Mango, Tomaten, Apfel und Zucchini gereicht. Ein Gericht, das wie auf der Zunge zergeht. „Die Zubereitung ist wirklich einfach. In Mehl und Ei panieren, ein wenig Zitrone darüber träufeln und frittieren“, wie der 40-jährige Chefkoch erklärt. „Mir ist diese Variante am liebsten. Weil der Fisch dabei sehr saftig bleibt. Außerdem empfinde ich die geschmackliche Ergänzung durch die Passionsfrucht sehr reizvoll. Besonders wichtig ist mir aber, dass alle Zutaten direkt aus Madeira stammen.“ Roberto Mendonça ist Koch aus Leidenschaft, so wie seine Brüder auch – das nimmt man ihm gerne ab. „Kochen, das ist einfach mein Ding“„Kochen, das ist einfach mein Ding“, so sein Credo. Zuhause hat er allerdings meist keine Zeit dafür – höchstens wenn er Urlaub hat. Dann freuen sich auch seine Frau und seine Kinder ganz besonders darauf, wenn der Ehemann und Papa Madeirensische Spezialitäten serviert. In seinem Restaurant kocht Mendonça auch gerne live vor seinen Gästen und unterhält sich ganz nebenbei mit ihnen, was natürlich gut ankommt. Und wenn die Gäste gerne selbst kochen möchten, dann dürfen sie das auch. Bei Gruppen mit rund zehn Personen ist das besonders beliebt. „Das geht beim Grillen auf der Terrasse genauso wie in der Indoor-Küchenzeile. Ich gebe dann nur ein paar Anweisungen. Den Rest müssen die Leute selbst erledigen“, sagt er verschmitzt.

Der mittlerweile weltbekannte schwarze Degenfisch ist einer von rund 290 Tiefseefischarten, die vor Madeira in den vergangenen Jahrhunderten gefangen wurden. Bewundert werden kann er natürlich auch auf dem berühmten Fischmarkt der Inselhauptstadt Funchal. Kaum zu glauben, dass er eher zufällig entdeckt worden sein soll. Der Sage nach war ein Fischer aus dem Dorf Camara de Lobos in seinem Boot eingeschlafen – weil er dem einheimischen Wein ein wohl überreichlich zugesprochen hatte. Seiner glücklicherweise sehr langen Angelschnur und dem bleibeschwerten Haken war das aber egal, und so drangen beide zusammen mit dem Tintenfischköder in immer tiefere Meeresregionen vor. Aus seinem Nickerchen erwacht, staunte der Fischer offenbar nicht schlecht, als er seine Schnur wieder aufwickelte und nicht wie beabsichtigt eine Makrele, sondern einen fremdartigen Raubfisch mit einer Länge von knapp eineinhalb Meter am Haken hatte.

Soviel zur Geschichte. Heute ist der „Espada“ – wie er in der Landessprache genannt wird – neben der traditionellen Stickerei und Korbflechterei und dem Madeirawein längst zum Markenzeichen der portugiesischen Atlantikinsel geworden und auf der Speisekarte jedes renommierten Restaurants natürlich nicht wegzudenken. Auch nicht das gegrillte Thunfisch-Steak oder der Oktopus. In Wein mariniert und gegrillt, mit Rosmarin, Karotten, Peperoni und Zwiebeln kann man diesen im Restaurant Apolo in Funchals Altstadt genießen. „Erst mal den Tintenfisch kochen, bis er weich wird – nicht zu lange, nicht zu kurz“, lässt Küchenchef Michael Garcèz ein wenig in seine ganz spezielle Zubereitungsart blicken. „Zwiebeln in Olivenöl dünsten, Oliven dazu und natürlich Knoblauch. Peperoni in Scheiben schneiden, rösten schälen und auf den Fisch legen, so dass es bedeckt ist und somit weich bleibt. Im Ofen alles fertig backen.“ Und weiter? „Alles kann ich natürlich nicht verraten. Der Rest bleibt mein Geheimnis“, lächelt der 26-Jährige, der vorher bei einer großen Hotelkette angestellt war und in einem der ältesten Lokale der Insel neue berufliche Herausforderungen sucht.

Hat man als Nicht-Fischesser ein Problem auf Madeira?

Bleibt die Frage, ob man als Nicht-Fischesser ein Problem auf Madeira hat? Keineswegs. Michael Garcèz ganz persönliches Lieblingsgericht ist „Espetada em pau de louro“. Rindfleisch am Spieß – genauer gesagt am Lorbeerstock. Gewürzt mit Salz und Lauch, am Holzfeuer gegart. Dazu gebratene Polentawürfel. Und „Bolo do caco“ – gegrilltes Brot mit Knoblauchbutter passt sowieso überall dazu. Schmeckt alles klasse und vor allem authentisch. Zur Verdauung gibt’s übrigens „Poncha“ – wie die Einheimischen sagen „Medizin“. Nach Madeira-Art. Besteht aus Orangensaft, Zucker und ordentlich weißem Rum. Wird mit einem Holzlöffel verrührt und kalt getrunken. Und wirkt. Hundertprozentig.

Das

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Hinweis: Die Autorin wurde von Alltours auf diese Reise eingeladen.

 

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Parken am Flughafen – So kommen Sie günstig weg

SERVICE – 17.04.15 – Die Koffer sind gepackt und im Auto verstaut. Der Urlaub kann beginnen. Damit die Parkplatzsuche am Flughafen nicht zum Stress-Faktor wird, ist es ratsam, sich vorab…

SERVICE – 17.04.15 – Die Koffer sind gepackt und im Auto verstaut. Der Urlaub kann beginnen. Damit die Parkplatzsuche am Flughafen nicht zum Stress-Faktor wird, ist es ratsam, sich vorab über Stellplatzmöglichkeiten am Terminal zu informieren. Schon seit Jahren herrschen an deutschen Flughäfen paradiesische Umstände für Parkplatzbetreiber: Die Anreise mit dem eigenen Auto wird immer beliebter. Wer hingegen online vergleicht und im Voraus reserviert, vermeidet ewiges Herumkurven in überfüllten Parkhäusern und überteuerte Preise.

Eine Online-Stichprobe für den Airport Nürnberg liefert Parkplatz-Angebote ab 5,- € pro Tag. Darunter finden sich private Anbieter in Flughafennähe mit gratis Shuttle-Service zum Terminal genauso wie flughafeneigene Parkhäuser. Der Unterschied liegt zum einen beim Preis, zum anderen im Service. Private Parkplatzbetreiber bieten häufig noch Zusatzleistungen, wie einen Waschservice oder Werkstattdienste an.

Ein anderer Trend ist das Valet Parking. Hier wird das Auto bei Ankunft am Flughafen an einen Servicemitarbeiter übergeben und auf einem bereits reservierten Parkplatz abgestellt. Nach dem Urlaub steht das Auto dann wieder direkt am Terminal bereit.

Parken am Terminal ist teuer

Dank Geld-zurück-Garantien, Frühbucherrabatten und saisonalen Specials bestätigt sich die alte Faustregel, dass Parkplätze näher am Terminal teurer sind als abgelegenere, übrigens nicht zwangsläufig.

Ein praktischer Tipp: Mit der richtigen App lässt sich selbst noch in letzter Sekunde ein verhältnismäßig günstiger Parkplatz finden. Vergleichs-Portale à la Parkopedia erweisen sich als sehr hilfreich. Mittlerweile hat auch fast jeder Flughafen eine eigene App mit nützlichen Informationen – Parkinfos eingeschlossen.

Für Frühflieger und Weitgereiste lohnt es sich eine Übernachtung im Flughafen-Hotel mit gratis Parkplatz zu buchen. Viele Hotels verfügen über ein nicht voll ausgeschöpftes Stellplatz-Kontingent. Das Auto bleibt einfach während der Abwesenheit, in den Übernachtungsgebühren für bis zu 2 Wochen inklusive, auf dem hoteleigenen Parkplatz stehen.

Wem das alles zu viel der Reiseplanung ist, dem sei der Gang in ein Reisebüro seines Vertrauens empfohlen. Die Vermittlung und Beratung zu Flughafen-Parkplätzen ist auch für Reisebüro-Mitarbeiter schon lange kein Neuland mehr. (Foto: Holiday Extras)

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