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Der perfekte Strandurlaub

Entspannen und einfach mal die Seele baumeln lassen…wer möchte das nicht ?! Also Koffer packen, Familie ab ins Auto und auf in den Urlaub. Holland stand als Urlaubsdestination noch nie…

Entspannen und einfach mal die Seele baumeln lassen…wer möchte das nicht ?! Also Koffer packen, Familie ab ins Auto und auf in den Urlaub. Holland stand als Urlaubsdestination noch nie auf meiner Agenda. Warum eigentlich nicht? Holland und Urlaub? Besser wäre doch das Mittelmeer oder noch besser die Karibik. Dachte ich bis dato auch…doch dann kam Holland und wie sagt man so schön „….und es hat Zoom gemacht“ 🙂

Allein die Fahrt nach Holland, genauer gesagt Hoek van Holland war absolut problemlos. Von meinem Wohnort aus waren wir in knapp 380 km und knapp 4 Stunden Fahrt genau da, wo Entschleunigung, Erholung und pure Lebensfreude die nächsten 7 Tage mein Leben bestimmen sollten. Das Ziel: Die Landal Beach Villas in Hoek van Holland.

Seit April 2016 existieren diese wunderschönen kleinen Ferienhäuser direkt am Meer und lassen sogar die Herzen eingefleischter Hollandfans höher schlagen.

Der erste Blick aufs Meer – ein Gedicht

Als ich meinen Wagen auf dem Parkplatz abstelle, die Tür öffne und meine Füße aus dem Auto schwinge, fühle ich schon den ersten Sand unter meinen Schuhen. Die Sonne scheint. Ich schließe meine Augen und höre im Hintergrund das Rauschen des Meeres. Ein Gefühl von Glück überkommt mich.

Direkt am Parkplatz gelegen befindet sich die Rezeption der Landal Beach Villas. Der Service – freundlich und absolut hilfsbereit. „Sie können Ihre Koffer gerne in den Gepäckraum stellen. Wir bringen diese dann direkt zu ihrer Wohnung“ sagt uns die nette Mitarbeiterin am Service. Ein weiteres Lächeln huscht über mein Gesicht. Kein Schleppen, kein Hieven…einfach nur den Schlüssel in die Hand nehmen und der Urlaub kann starten!

Vorbei an den Dünen und dem feinen Sand gehen wir einen kleinen Weg in Richtung Meer. Die Häuser liegen in unmittelbarer Entfernung zur Rezeption. Also keine langen Wege.

Und nach nur wenigen Schritten ist er da …der Moment, dieser Anblick, den ich von da an in mich aufsaugen werde. Ein kilometerlanger Strand und das endlose Meer – das alles direkt vor meiner Haustür. Wirklich ein wahr gewordener Traum.

Moderner Landhausstil á la IKEA

Von außen betrachtet wirken die Landal Beach Villas eher schlicht und unscheinbar. Doch im Inneren findet man alles, was das Herz begehrt.

In unteren Stockwerk gibt es neben einem gemütlichen Schlafsofa einen Esstisch, eine voll ausgestattete Küche sowie einen großen Kühlschrank.

Die Küche verfügt über einen Gasherd, eine Mikrowelle, eine Spülmaschine sowie einen Wasserkocher und mein absolutes Highlight „eine Nespressomaschine“. An Kochutensilien hat mir eigentlich nichts gefehlt. Von Besteck, Geschirr, Kochlöffeln sowie Kartoffelstampfer 🙂 bis hin zu genügend Töpfen und Pfannen war alles ausreichend vorhanden. Neben der Küche befindet sich das Bad mit Toilette und Dusche. Im oberen Stockwerk gibt es ein Schlafzimmer mit einem atemberaubenden Blick auf das Meer sowie ein weiteres Schlafzimmer mit 2 getrennten Betten.

Und wenn man so durch die Zimmer geht fühlt man sich fast wie in einer perfekten IKEA Wohnlandschaft. Alles ist bis ins kleinste Detail aufeinander abgestimmt. Nicht zu kitschig und absolut funktional. Nebeneinander gereiht stehen den Gästen aktuell 74 Ferienwohnung zu Verfügung. Auf knapp 60 qm können hier 4-6 Personen übernachten.

Wir waren mit 5 Personen – 2 Erwachsene, 3 Kinder sowie 1 Hund unterwegs. Aktuell sind 20 Wohneinheiten nämlich auch mit Hund beziehbar. Diese Wohneinheiten liegen direkt an einem Hundestrand. Ideal also für einen unbeschwerten Urlaub mit Kind und Kegel.

Urlaub direkt am Strand – ein Traum geht in Erfüllung

Mein Traum war es schon immer direkt am Strand zu übernachten. Morgens von den ersten Sonnenstrahlen gekitzelt zu werden und noch aus dem Bett heraus das Meer und den Strand zu erblicken. Na…wer hat auch schonmal davon geträumt ? 🙂

Doch seit unseren Tagen in Hoek van Holland weiß ich … dieser Traum kann wahr werden und muss noch nicht mal horrend viel kosten! Genau das war damals nämlich meine Befürchtung. So eine Lage und dieser Komfort müssen doch ein Vermögen kosten.In der Nebensaison kosten die Villas für insgesamt 7 Tage zwischen 700-900 Euro. Hier kommt es immer auf den Tag der Ankunft an. Es gibt aber auch die Möglichkeit nur ein Wochenende, eine Kurzwoche oder eben auch 2 Wochen zu buchen. In den Ferien sind die Preise natürlich teurer. Aber auch hier kann man hier und da ein Schnäppchen ergattern.

Schlemmen und Genießen in unmittelbarer Nähe

Was gehört zu einem guten Urlaub? Neben einem bequemen Bett natürlich das gute Essen. Zumindest für mich. Wer mag, kann sich den kompletten Urlaub über verwöhnen lassen und braucht dabei noch nicht einmal den Kochlöffel zu schwingen. Knapp 250 m von den Villas entfernt gibt es eine Vielzahl an Beach Clubs. Hier ist für jeden Geldbeutel etwas dabei. Schlemmen und genießen ist hier überhaupt kein Problem.

Meine Favoriten waren:

Beachclub Royal – dieser Strandclub wurde schon mehrfach zum „besten Strandclub der Niederlande gewählt“

Villa on the Beach – gemütlicher Treffpunkt mit köstlichem Essen und einer großen Auswahl an holländischem Bier!

Wer jedoch auch mal gerne kochen möchte, findet in unmittelbarer Nähe der Villas, knapp 1,5 km entfernt, das Zentrum von Hoek van Holland mit genügend Einkaufsmöglichkeiten. Und wer Holland kennt, weiß – auch Sonntags kann man hier einkaufen!

Morgens kann man sich unter anderem bequem die am Vortag bis 11 Uhr bestellten Brötchen an der Rezeption abholen und so genussvoll in den Tag starten. Die Preise sind hier natürlich ein wenig teurer wie beim Bäcker – aber dafür muss man eben nicht ins Auto steigen und durch die Gegend düsen 🙂

Hoek van Holland und Umgebung

Dieser Küstenort ist nicht nur wegen des schönes 250 Meter breiten und 3,5 km langen Strandes bekannt. Pro Jahr fahren hier ungefähr 70.000 Schiffe auf dem Nieuwe Waterweg entlang in Richtung Rotterdam. Von Segelschiffen, großen Kreuzfahrtschiffen wie aktuell auch wöchentlich die AIDAPrima , kleinen Frachtern bis zu Mammuttankern und sogar Bohrinseln.

Von den Villas aus kann man diese Schiffe wunderbar beobachten – ohne jegliche Lärm oder Geruchsstörung. Zudem ist dieser wunderbare Strand ideal für kleine und große Drachenjäger. Was für Kitesurfer ein wahres Paradies ist war auch für meine Kids der Himmel auf Erden. Sie haben innerhalb der 7 Tage ein neues Hobby entdeckt und täglich ihre Drachen gen Himmel fliegen lassen. Egal wie stark der Wind wehte.

Wer die Tage nicht nur am Strand verbringen möchte, kann rund um Hock van Holland natürlich so Einges erleben.

Rotterdam & Hafen

Knapp 30 km entfernt liegt Rotterdam und bietet neben dem modernsten Hafen Europas zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten. Ideal für einen Tagesausflug!

Fort 1881 – Historische Pantzerfort

Das Fort 1881 gilt als am besten erhaltene Küstenbefestigung der Niederlande. Es wurde zur Verteidigung des Großraums Rotterdam gebaut. Vor Ort findet Ihr Fotos aus der deutschen Besatzungszeit sowie Dokumentationen zum Thema Atlantikwall.
Weitere Ausflugsmöglichkeiten findet Ihr auf der offiziellen Website von Hoek van Holland.

Mein Fazit: Die Landal Beach Villas sind der ideale Ort für ein paar Tage Erholung. Egal ob als Paar oder als Familie. Der Strand, die Lage, die Villas, die Beach Clubs, das Essen….einfach alles war stimmig.

Selten habe ich so einen entspannten und wunderbaren Urlaub mit der kompletten Familie verlebt. Es war einfach perfekt…die Kids konnten toben und spielen während wir die Sonne genossen haben. Hatten die Kids Hunger…kein Problem. Der Kühlschrank stand in unmittelbarer Nähe 🙂

 

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Abenteuer Arktis – Auge in Auge mit dem Eisbär

Das Flugzeug ruckelt langsam hin und her. Mein Herz pocht und meine Nervosität steigt von Minute zu Minute. In Kürze erreichen wir die Arktis und starten von dort aus in…

Das Flugzeug ruckelt langsam hin und her. Mein Herz pocht und meine Nervosität steigt von Minute zu Minute. In Kürze erreichen wir die Arktis und starten von dort aus in eine 13 Tages Expedition rund um Baffin Island. Der Blick aus dem Flugzeug lässt meine Freude ins unermessliche steigen. Unberührte Natur so weit das Auge reicht. Das Abenteuer Arktis beginnt genau jetzt!

Der erste Tag auf hoher See

Die Sonne scheint und das Meer ist angenehm ruhig. Wir durchqueren mit unseren Zodiacs Landschaften, die einer Mond oder Marslandschaft ähneln. Felsen, Steinbrocken und einzigartige Farben. Absolut unberührte Natur. Die meiste Zeit des Jahres im Schnee, im Eis versunken enthüllt es besonders zu dieser Jahreszeit eine schier unglaubliche Farbpracht und Vielfalt.  Das Fernglas stetig in der einen, die Kamera in der anderen Hand stets auf dem Auslöser. Manchmal hat man nur Sekunden, um genau diesen einen besonderen Moment einzufangen.

Und plötzlich ist er da….Durchs Funkgerät dröhnt es “Polar Bear at 3 o´clock” Mein Blick schärft sich erneut und siehe da. Vor mir ca. 300 Meter entfernt schwimmt ein Eisbär auf die vor uns liegende Felswand zu. Um uns herum klickt es wie in einem Hagelregen. Alle Kameras scheinen sich automatisch auf das Motiv zu schärfen und wie um die Wette zu klicken. Die folgenden 30 Minuten sind unwirklich. Der Eisbär scheint nichts gegen unsere Anwesenheit zu haben und stolziert absolut friedlich über die vor uns liegende Felsformationen. Zeit genug – Hunderte – nein Tausende Fotos und Aufnahmen von diesem wunderbaren Tier zu machen. Ein Blick in die Gesichter der anderen Teilnehmer lässt nur allzu gut erahnen wie groß die Freude bei jedem Einzelnen sein muss. Allesamt Honigkuchenpferde und mit glänzenden Augen. Yes!!! Wir haben es geschafft.

Ein neuer Tag – neues Glück.

Direkt nach dem Aufstehen geht es für mich zum Yoga. Ein idealer Start in diesen Tag. Voller Energie atme ich ein und aus und lasse diesen Moment auf mich wirken. Nach einem leckeren Frühstück geht es an Deck zum Observieren. Immer mit der Frage im Kopf – was werden wir heute sehen? Wie nah kommen wir dran? Es dauert auch nicht lange, dann gibt es schon direkt die erste Durchsage. „Polar Bear on a kill at 12 o´clock”. Man muss dazu sagen, dass wir heute auf hoher See inmitten von zahlreichen Eisschollen schippern. Somit ist dieser Eisbär nicht an Land, sondern auf einer Eisscholle unterwegs und hat wohl kurz vorher eine Seerobbe gefangen. Ein irres Szenario bietet sich uns, sobald wir näher an die Scholle fahren. Blut färbt das weiße Eis rot. Kaum vorstellbar, wie der Fang wohl ausgesehen haben muss. Ein Glück gibt es an Bord dieses Schiffes zahlreiche Experten. Dr. Nick Pilfold unser Eisbär Experte ist direkt zur Stelle und beantwortet ruhig jede ihm gestellte Frage. Wir beobachten den hungrigen Eisbär, während er genüsslich seinen Fang hinunterschlingt. Immer wieder hebt er seinen Kopf und seine Nase in die Höhe, um die Gegend zu inspizieren. Doch er bleibt ruhig. Dr. Nick Pilfold beobachtet die ganze Situation durch sein Fernglas und gibt dem Kapitän die Info, dass der Bär keine Anzeichen von Nervösität aufweist und wir uns ihm ruhig noch ein wenig nähern könnten. Wer glaubt, diese Situationen sind alltäglich – der irrt gewaltig. Es ist stets eine Besonderheit – keiner weiß was einen heute – hier und jetzt – erwartet. Es können auch Tage vergehen an denen nichts gesichtet wird. Man bedenke, das Meer ist groß und weit und absolut nicht berechenbar.

Atemberaubendes Naturschauspiel

Am Nachmittag steht eine weitere Zodiac Exkursion auf dem Plan. Diesmal durch die zahlreichen Eisschollen, die um uns herum liegen. Ein unglaubliches Bild voller Tiefe. Einzelne Eisflächen haben eine Länge von mehreren Metern und eine Tiefe von bis zu 50 Metern. Mit dem Schlauchboot geht es hindurch – manchmal langsamer manchmal mit ein wenig Fahrt. Die Luft hier draußen ist kalt, obwohl die Sonne mit voller Kraft scheint. Das Wasser hat knapp 0 Grad und das Farbspiel der Eisflächen, die von der Sonne geküsst werden lässt die einzelnen Teilnehmer gebannt umherblicken. Insgesamt 2 Stunden erleben wir ein atemberaubendes Naturschauspiel.

Schnell wird klar – Wasser ist nicht nur blau und Eis hat auch tausende Facetten. Durchgefroren geht es zurück an Bord, wo uns an diesem Abend ein Barbecue an Deck erwartet. Im Hintergrund ertönt Jon Bon Jovi und trällert “Living on a Prayer” und wir schauen der Sonne dabei zu, wie sie langsam am Horizont verschwindet. Kann es etwas Schöneres geben? Für mich garantiert nicht – nicht in diesem Moment. Ich genieße die frische Luft und die Sonne, schließe meine Augen und ertappe mich dabei, wie ich leise mit Bon Jovi mitsinge. Kreuzfahrtfeeling lässt grüßen!

Jackpot auf hoher See

Ein weiterer Tag auf hoher See. Routiniert, wie an jedem Tag, nehme ich meine Sachen und gehe hinauf zur Brücke zu gehen. Hier an Bord gibt es eine offene Brücke – bedeutet man kann sie jederzeit besuchen und den Offizieren und dem Kapitän über die Schultern schauen. Ich schlendere also auf der Brücke entlang und richte meinen Blick in die Ferne. Auf einmal sehe ich am Horizont eine Wasserlinie, als ob etwas im Meer schwimmen würde. Im ersten Moment sieht es aus wie eine Seerobbe. Da ich kein Fernglas zur Hand habe, sage ich nur. „Ich glaube, da schwimmt eine Seerobbe“.  Stolz überhaupt etwas gesehen zu haben. Ein anderer Passagier nimmt sein Fernglas und meint – „Nein das sind keine Seerobben – es sind Vögel.“ Ich schaue ein wenig genauer hin uns sage – „Nein das müssen Seerobben sein.“ In diesem Moment schaut er ein wenig genauer in die Richtung und schreit nur noch „OMG – Es ist ein Eisbär mit 3 Babys!„

Mein Herz poltert und meine Sinne sind erneut absolut geschärft. Mein Blick durch die Kamera und der enorme Zoom bestätigen die Aussage. Es sind wirklich 4 Eisbären auf offener See. Unfassbar. Wir beobachten sie, während sie ca. 45 Minuten um uns herum schwimmen. Stille liegt über dem Schiff. Nur das Motorgeräusch ist zu hören. Jeder ist gefesselt von diesem Anblick und wie wir im Nachhinein erfahren, ist dies ein doppelter Jackppot. Dr. Nick der Bärexeperte meint, er hätte noch nie eine Bärin mit 3 Jungs auf offener See gesehen. Normalerweise werden vielleicht 3 geboren doch nur 2 überleben. WOW!

Manchmal hat Nebel auch was Gutes

Der Nebel hellt sich wacker und lässt keine Sicht auf die umliegende Landschaft zu. Zeit sich ein wenig Gedanken zu machen. Keine Ablenkung – nur du, das Schiff und das Meer. Mich erreichen Mails meiner Liebsten, die mich immer wieder fragen ” Kannst du die Ruhe noch aushalten?”  Und leider muss ich dies zu meiner Verwunderung bestätigen. Ja – es ist sehr angenehm in dieser heutigen meist sehr schnelllebigen Zeit nicht alle 5 Minuten aufs Handy blicken zu müssen. Hier an Bord steht etwas viel wichtiger im Vordergrund. Der Mensch, das Gespräch, die Unterhaltung. Menschen aus den verschiedensten Ecken der Welt lernen sich näherzukommen. Sie unterhalten sich und haben sichtlich Spaß dabei. Doch wer macht solch eine Expedition? Da gibt es z.B. Menschen, die jahrelang auf diese Reise hingespart haben. Andere wiederum sind schon das x-mal an Bord der One Ocean Expedition. Entweder Antarktis oder eben Arktis. Eigentlich ist das Ziel gar nicht so wichtig. Hauptsache der Spaß und das Abenteuer stehen im Vordergrund.  Doch im Gespräch sind sie sich alle gleich. Lachen, machen Scherze und helfen sich gegenseitig, wenn es darum geht das beste Motiv zu bekommen. Die Crew ist stets bemüht einem das Gefühl zu geben man würde dazugehören. Stets ein Lächeln auf den Lippen.

Ein Tag mit Rosie auf Pond Inlet

Nach einem stärkenden Frühstück geht es mit den Zodiacs an Land. In Pond Inlet wohnen ca. 1600 Einwohner. Am Strand angekommen erwartet uns schon Rosie. Sie trägt einen Mantel aus Seerobbenfell sowie Schuhe aus Seerobbenfell. In einem wirklich guten Englisch geht sie dann mit einer Gruppe von ca. 15 Teilnehmern durch Ihr Dorf. Hier und da bleiben wir stehen uns schauen uns besondere und vor allem für die Inuit wichtige Merkmale ihrer Kultur an. Während wir langsam durch den Ort gehen erzählt sie uns wie hart es ist während der Wintermonate keine Sonne zu sehen. Aber man gewöhnt sich dran. Irgendwie scheint es für sie schon zur Normalität zu gehören. Ich persönlich stelle es mir unmöglich vor. Die 2 Tage an Bord an denen der Nebel uns komplett eingeschlossen hat haben mir schon derbe aufs Gemüt geschlagen. Aber ganze 3 Monate ohne die Sonne überhaupt nur ansatzweise zu sehen. Unmöglich. Nach insgesamt 4 Stunden an Land geht es wieder zurück aufs Schiff. In unsere kleine heile Welt. Während ich auf dem Zodiac dem Schiff entgegenbrause, blicke ich zurück und denke an Rosi und an all die anderen Einwohner. Ich hoffe, dass mir diese Begegnung lange in Erinnerung bleiben wird.

Ein Meer aus Seerobben

Der Nachmittag verläuft eher ruhig. Einige der Passagiere nutzen die Zeit für einen kleinen Mittagsschlaf oder einen kleinen Plausch in der Lounge. Während wir in der Bar sitzen und uns über die Ereignisse der vergangenen Tage austauschen, stürmt ein Passagier in die Bar und ruft „ Tausende Vögel auf dem Meer gesichtet“. Man könnte im ersten Moment meinen dies wäre nichts Besonderes. Doch dem ist nicht so. Nicht hier in der Arktis. Wo Tausende Vögel auf offener See sind, ist das Futter nicht fern und somit auch weitere Meeresbewohner. Jeder stürmt hinaus und schärft seinen Blick – Und siehe da vor uns präsentiert sich ein gewaltiges Naturschauspiel. Tausende Seerobben scheinen gemeinsam mit den Vögeln auf Nahrungssuche zu sein. Es plätschert nur so. Plötzlich ruft ein weiterer Passagier das auf der anderen Seite des Schiffes ein ähnliches Schauspiel gesichtet wurde. Und wirklich – Um uns herum scheint es nur so von Seerobben zu wimmeln. Das Zählen der Robben haben wir aufgegeben. Es müssen mehrere Tausend sein. Einzigartig! Alle Teilnehmer vergessen Zeit und Raum und lassen sich komplett von dieser Situation einfangen. Ein weiteres Highlight auf unserer tollen Reise. WOW!!

Ein Meer voller Seerobben

Knisterndes Eis und ein Blick in die Zukunft

Als ob wir in den vergangenen Tagen nicht schon genug erlebt hätten, steuern wir heute ein weiteres Highlight an. Wir fahren nach Dundas Harbour. Vor uns – ein riesiger Gletscher. Umso näher wir kommen, umso gigantischer wird der Anblick. Knapp 500 Meter vor dem Gletscher kommt das Schiff zum Stillstand. Zeit für unsere Zodiacs. Mit Ihnen steuern wir direkt auf die riesigen Eisformationen zu. Das Eis knistert um uns herum. Irgendwie erinnert mich das Geräusch an Knisterbrause, die ich als Kind immer toll fand.

Vor dem Gletscher schwimmen zahlreiche Eisberge im Wasser. Manche davon mehrere Meter hoch. Hierzu muss man wissen – nur 1/3 der Eismasse zeigt sich an der Oberfläche. 2/3 sind unter dem Wasser verborgen und können somit mehrere Meter tief in das Meer hineinragen. Durch die Sonne bietet sich uns ein faszinierendes Schauspiel. Doch so schön dieses Naturschauspiel auch ist – wie lange werden solche Eismassen noch sichtbar sein? Gedankenverloren blicke ich um mich herum und frage mich, ob dieser Teil der Erde auch noch in 20-30 Jahren so aussehen wird. Welche Meeresbewohner werden hier noch leben? Wie wird die Natur sich allgemein verändern? Das es dazu kommen wird ist klar – doch in welchem Ausmaß?

Ein tolles Erlebnis – Kajakfahren in der Arktis

Zum Ende meiner Reise wird mir deutlich – unsere Natur ist ein Geschenk, das es lohnt zu hüten. Neben all der Industrialisierung und Modernisierung, die unser Leben jeden Tag aufs Neue mit sich bringt, gilt es stets das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren. Unsere Natur und die damit verbundenen Schätze!  Das, was ich in den vergangenen Tagen und Wochen erleben durfte, war und ist nicht selbstverständlich – es war kein Zoo oder gar eine eingezäunte Landschaft, die es uns ermöglicht hat, Eisbären, Wale usw. in Aktion zu erleben. Es war ihr Zuhause – ihre natürliches Umfeld. Ich werde auf jeden Fall versuchen sensibilisiert durchs Leben zu gehen und Menschen auf diesen Teil der Erde aufmerksam zu machen in der Hoffnung gemeinsam mit meiner Familie auch noch in Zukunft solch faszinierende Momente erleben zu können. Denn eins steht fest – unsere Erde ist wunderschön und einzigartig!

Weitere Informationen zu One Ocean Expeditions.

Hinweis: Die Reise fand auf Einladung statt!

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Ab in den Wohnmobilurlaub: Tipps & Tricks

Wohnmobilurlaub – Schon darüber nachgedacht? Wer gern spontan und flexibel reisen möchte, für den ist Campen mit dem Wohnmobil eine tolle Möglichkeit den Urlaub zu verbringen. Auf Komfort braucht niemand…

Wohnmobilurlaub – Schon darüber nachgedacht? Wer gern spontan und flexibel reisen möchte, für den ist Campen mit dem Wohnmobil eine tolle Möglichkeit den Urlaub zu verbringen. Auf Komfort braucht niemand verzichten. Das Mini-Zuhause lässt sich gemütlich einrichten und macht unabhängig. Individueller kann man kaum reisen. Fernab vom Massentourismus und Pauschalurlaub entdeckt man mit dem Wohnmobil versteckte Orte und nette Hotels. Damit wird der Wohnmobilurlaub zu einem unvergesslichen Erlebnis. Im folgenden Artikel gibt es Tipps und Tricks für den Urlaub mit dem Wohnmobil. Wie finde ich das passende Wohnmobil? Was muss ich bei der Miete beachten? Hier beantworten wir diese Fragen. Viel Spaß beim Lesen!

Das passende Fahrzeug für den Wohnmobilurlaub finden

Für den ersten Urlaub mit dem Wohnmobil braucht man nicht gleich ein Eignes kaufen. Es empfiehlt sich erst einmal ein Fahrzeug zu mieten. Damit kann die Art des Reisens getestet werden. Auch wenn es manchmal so klingt – Campen ist nicht jedermanns Sache. Mit dem Mieten eines Reisemobiles geht man kein Risiko ein und kann sich in Ruhe vom Camping zu überzeugen.

Firmen, die Wohnmobile zum Camping verleihen, gibt es viele. Entweder entscheidet man sich für die lokal ansässigen Fahrzeugvermietungen oder informiert sich im Internet. Auf einigen Portalen kann man sich weltweit über Wohnmobile informieren. So ist es kein Problem sein Wohnmobil direkt am gewünschten Zielort im Ausland zu reservieren. Die Mietpreise bewegen sich zwischen rund 80 und 170 Euro pro Tag. Die Kosten hängen von Modell und der Saison ab. Die Saison in Deutschland sieht so aus:

  • Vorsaison: Januar bis März
  • Nachsaison: Oktober bis Dezember
  • Nebensaison: April
  • Zwischensaison: Mai und Juni
  • Hauptsaison: Juli bis September

Die Saisonangaben variieren von Vermieter zu Vermieter, können aber als Orientierung dienen. Wer sparen möchte und nicht an Ferienzeiten gebunden ist, der macht vor allen Dingen in der Vor- und Nachsaison gute Schnäppchen. In Zwischen- und Hauptsaison hingegen sind die Preise höher, da Wohnmobile jetzt deutlich mehr nachgefragt werden.

Wohnmobilurlaub Tipps Tricks - © Memorycatcher pixabay.com

Überzeugte Wohnmobil-Liebhaber, die entschlossen sind, sich ein Fahrzeug anzuschaffen, sparen besonders bei Gebrauchtfahrzeugen. Ähnlich wie bei Pkws sinkt der Wert von Wohnmobilen relativ schnell, so dass sich die Investition in ein nagelneues Fahrzeug nicht lohnt. In Schleswig-Holstein bietet beispielsweise die „Wohnmobil-Galerie“ Gebrauchtfahrzeuge an. Hier findet man über 200 gebrauchte Wohnmobile. Für jeden Bedarf gibt`s passende Modelle. Und sollte beim Händler nicht das perfekte Fahrzeug zu finden sein, lohnt es sich im Internet die Fahrzeugmärkte zu durchsuchen.

Welche Art von Wohnmobil ist eigentlich ideal und passt zu mir? Diese Frage stellen sich Käufer bei der Anschaffung. Welche Größe und welche Extras benötige ich? Paare mit Kindern sind mit einem Alkoven oder vollintegrierten Wohnmobil gut beraten. Sie bieten Platz für vier Personen. Besonders komfortabel sind die vollintegrierten Ausführungen. Für zwei bis drei Reisende reicht ein teilintegriertes Modell. Weniger anspruchsvolle Touristen kommen auch mit einem kompakten Camping-Bus aus. Zwei Personen reisen damit gut, allerdings lässt der Komfort in Sachen Wohnraum zu wünschen übrig. Für mehrwöchige Touren lohnt es sich über ein richtiges Wohnmobil nachzudenken.

Achtung Preisfallen – Wohnmobilurlaub gut vorbereiten!

Einer der häufigsten Stolpersteine beim Mieten eines Wohnmobils sind die inkludierten Frei-Kilometer. Reichen diese nicht aus, kann der Urlaub schnell sehr teuer werden. Eventuell muss man mit dem Vermieter sprechen, um diese anzupassen. Auch das nicht angemeldete Mitnehmen von Haustieren kann Probleme verursachen. Stellen Vermieter bei der Abgabe des Wohnmobils einen erhöhten Verschmutzungsgrad durch Tierhaare fest, dürfen sie Zusatzkosten für die aufwändigere Reinigung verlangen.

Hinweise zu Versicherungen für den Wohnmobilurlaub

Bei Mietfahrzeugen sind Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung üblich. Damit der Versicherungsschutz auch bei mehreren Fahrern gilt, sind alle Fahrer beim Vermieter anzugeben. Die Selbstbeteiligung sollte nicht zu hoch sein. Oft beträgt sie über 1.000 Euro. Beim Kauf eines eigenen Wohnmobils hängt der Versicherungsschutz von Alter und Zustand ab. Eine ergänzende Verkehrsrechtschutzversicherung kann bei Streitigkeiten hilfreich sein, ist aber kein Muss.

Stellplätze reservieren im Wohnmobilurlaub

Da Campingplätze in der Haupt- und Zwischensaison oft überfüllt sind, sollte im Vorfeld ein Stellplatz reserviert werden. So vermeidet man unnötiges Warten oder die Suche nach einem neuen Campingplatz. In der heutigen Zeit bieten viele Campingplatz-Verwaltungen die Online-Reservierung an. Somit ist die Buchung im Vorfeld sehr entspannt. Wer auf seiner Wohnmobiltour gern flexibel bleibt, der sollte sich darauf einstellen, dass der Campingplatz ausgebucht sein kann. Dann ist es sinnvoll eine Liste im Plätzen in der näheren Umgebung parat zu haben, um eine Alternative zu haben.

Wild Campen, das Campen außerhalb von ausgewiesenen Campingplätzen, ist an den meisten Orten verboten und kann zu hohen Bußgeldern führen. Besonders in Naturschutzgebieten und auf landwirtschaftlich genutzten Flächen ist das Campen nicht gestattet. Die gesetzlichen Regelungen sind länderspezifisch unterschiedlich. Auf dem CamperDays Blog gibt es zum Wildcamping einen informativen Beitrag.

Wohnmobilurlaub was beachten, © LaBailif pixabay.com

Der Führerschein-Check

In Deutschland, Europa oder auf weltweit: Vor Reiseantritt muss geprüft werden, ob der Führerschein für das Fahren eines Fahrzeuges im Wohnmobilurlaub ausreicht. „Die Führerscheinklasse B ist für Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis 3.500 kg geeignet und für die Fahrzeuge mit mehr als 3.500 kg zulässigen Gesamtgewicht wird die Führerscheinklasse C1 benötigt“, schreibt der ADAC auf seiner Internetseite. Beim Mieten spielt auch das Alter des Fahrers eine Rolle. Viele Vermieter verlangen Fahrpraxis.

Wohnmobil richtig beladen

Beim Beladen des Wohnmobils ist das maximale Gesamtgewicht, welches im Fahrzeugschein aufgeführt ist, von großer Bedeutung. Bei Unfällen kann ein überschrittenes Gesamtgewicht dazu führen, dass die Versicherung die Regulierung von Schäden verweigert oder von einer Mitschuld aufgrund des längeren Bremsweges ausgegangen wird. Um Personen- und Sachschäden vorzubeugen, muss das Gepäck für den Wohnmobilurlaub zuverlässig gesichert werden. Zwei Tipps:

  1. Während der Fahrt muss Gepäck mit Fixiergurten festgezurrt oder in verschließbare Schränke verstaut werden.
  2. Schwere Lasten immer tief platzieren, Leichtes oberhalb, um eine optimale Lastenverteilung zu gewährleisten.

Testfahrten mit dem Wohnmobil machen

Testfahrten sollten mit leerem und mit beladenem Fahrzeug gemacht werden. Das Gewicht hat entscheidende Auswirkungen auf das Fahrverhalten. Auf Testfahrten bekommt man ein gutes Gefühl dafür, wie sich das Wohnmobil in Kurven, auf Autobahnen und bei Wind verhält. Auch die Sichtverhältnisse und der Bremsweg lernt man besser einzuschätzen. Testfahrten geben Sicherheit und sollten selbstverständlich sein.

Sicheres Fahren mit dem Wohnmobil

Weitere Urlaubstipps zum Campen im Überblick:

© Fotos: pixabay.com, MemoryCatcher Foto 1 und 2, LaBailif Foto 3
Kooperationsartikel

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Costa Rica: Pures Leben im Tortuguero Nationalpark

Tortuguero Nationalpark: Heißer Kaffee dampft, frische Früchte in knalligen Farben stapeln sich auf meinem Teller und ich blinzle den Sonnenstrahlen entgegen, die sich ihren Weg durch die Palmenblätter bahnen. Irgendwo…

Tortuguero Nationalpark: Heißer Kaffee dampft, frische Früchte in knalligen Farben stapeln sich auf meinem Teller und ich blinzle den Sonnenstrahlen entgegen, die sich ihren Weg durch die Palmenblätter bahnen. Irgendwo unterhalten sich zwei Menschen auf Spanisch. Das gedämpfte Gelächter klingt zu mir herüber. „Pura Vida!“ Es ist Frühstückszeit in der Mawamba Lodge im Tortuguero Nationalpark. Plötzlich wird die Atmosphäre unterbrochen: „Look, Look, Look!“ – mit zügigem Schritt kommt unser Guide und Biologe Alex auf uns zu und winkt uns heran. Das Frühstück kann jetzt warten. Wir verlieren keine Zeit und folgen ihm denn wir wissen, dass es wieder etwas zu entdecken gibt. Einen Vogel, oder eine Schlange? Dieses Mal zeigt Alex uns ein Stachelschwein. Ganz entspannt hängt es an einem Ast im Baum und schaut auf uns herab. Tier müsste man sein. Wir befinden uns mitten im Nationalpark Tortuguero in Costa Rica und entdecken das Land von seiner puren und wilden Seite. Eine echte Begegnung zwischen Mensch und Natur. Spannender kann eine Reise nicht sein!

Der Tortuguero Nationalpark

Costa Rica - Tortuguero Nationalpark - von oben

Der Tortuguero Nationalpark aus der Vogelperspektive – durchzogen von Flußarmen und saftig grünem Regenwald.

Der Platz an den die Schildkröten kommen – Tortuguero Nationalpark

Der Park ist besonders, denn hier findet jedes Jahr Unglaubliches statt: Schildkröten kommen in den Tortuguero Nationalpark, um ihre Eier abzulegen. Diesem tollen Naturschauspiel verdankt der Tortuguero Nationalpark auch seinen Namen. „Tortuga“ bedeutet auf Spanisch „Schildkröte“. Auch den ständig wachsenden Tourismus haben die Einwohner den Meeresschildkröten zu verdanken. Im Nordosten von Costa Rica liegt der Tortuguero Nationalpark auf etwas 20.000 Hektar und steht seit 1975 unter Naturschutz. Seit dieser Zeit dient der Nationalpark den Einheimischen als zuverlässige Einkommensquelle. Aber nicht nur Schildkörten sind hier heimisch: Krokodile, Faultiere, Kaimane, Affen, Pfeilgiftfrösche, Flußschildkröten und Gewehrkugelameisen gibt es im Dschungel von Tortuguero zu entdecken. Außerdem fühlen sich hier unterschiedlichste Vogelarten sehr wohl. Knapp die Hälfte der in Costa Rica verzeichneten Reptilien- und Vogelarten erwarten mich auf meiner Reise durch Costa Rica.

Costa Rica - Tortuguero Nationalpark - Schildkroetenstrand-2

An diesen Strand in Tortuguero kommen jedes Jahr die Schildkröten zur Eiablage

Mit dem Flugzeug, Auto und Boot geht’s Richtung Tortuguero Nationalpark

Zurück zum Anfang meiner Reise. Noch in Deutschland entdecke ich am Sonntag morgen, dass mein Zubringerflug von Hamburg nach Frankfurt gecancelt ist. Trotz aller Bemühungen lässt sich auch keine Flugverbindung für den Tag buchen. So geht es recht spontan fünf Stunden früher für mich mit der Bahn Richtung Frankfurt los. Am Flughafen Frankfurt treffe ich die ersten Mitreisenden und um 22 Uhr deutscher Zeit hebt mein Condor-Flieger ab, um dann nach neun Stunden Flug pünktlich zum Sonnenaufgang auf dem Airport Alajuela in der Nähe von San Jóse zu landen.Tortuguero ist ausschließlich auf dem Wasser- oder Luftweg zu erreichen

Hier empfängt uns Alex (Alejandro) Castro. „Pura Vida!“ ruft er uns entgegen und begrüßt uns mit dem typischen Spruch und Lebensgefühl der Menschen in Costa Rica. Als studierter Fachmann begleitet er uns die nächsten Tage und bringt uns die Tier- und Pflanzenwelt von Costa Rica näher. „Pura Vida“ – das wird hier zu allem gesagt. Bitte! Danke! Toll! Das gefällt mir – Pures Leben!

Alex verliert keine Zeit und macht sich mit uns von Alajuela mit dem Auto direkt auf den Weg in Richtung Tortuguero. Vom westlichen Rand von San José fahren wir in Richtung Karibik. Dafür durchqueren wir einmal San José. Danach geht es auf den Highway 32, der uns in einem Bogen nach Nordosten bringen wird. Wir durchfahren den Nationalpark Braulio Carrillo mit seinen beeindruckendem Wald und enlos wirkende Bananenplantagen ziehen an uns vorbei. Einmal stoppen wir zwangsläufig, um den Bananenseilzug durchzulassen, der von einem Arbeiter mit purer Muskelkraft gezogen wird. Bananen sind eines der Top-Export Produkte in Costa Rica.

Nach etwa zweieinhalb Stunden erreichen wir La Pavona. Die beliebteste und günstigste Route nach Tortuguero führt über Cariari und La Pavona. Für uns endet hier die Reise mit dem Auto, denn wer die Natur im Nationalpark exklusiv erleben möchte, der erreicht diesen nur mit dem Boot.  Ab La Pavona (Rancho La Suerte) fahren Boote etwa um 07:30, 13:30 sowie 16:30 Uhr. Allerdings empfiehlt es sich hier, immer genau mit dem Anbieter der Tour vorher abzustimmen.

Boote werden ab jetzt das Transportmittel der nächsten zwei Tage für uns sein. In La Pavona warten sie bereits auf Urlauber, Naturforscher, Einheimische und uns. Die nächsten ein bis zwei Stunden tauche ich bereits komplett in die Natur von Costa Rica ein. Der Weg zur Mawamba Lodge führt uns durch das Flusssystem von Tortuguero. Unfassbar und schön ist die Natur hier. „Look!, Look!, Look!“ – rechts sehen wir einen Barethroated Tiger Heron, links wartet ein Kaiman auf uns. Fledermäuse sind so gut getarnt, dass wir sie mit bloßem Auge kaum erkennen.

 

Mein Bett mitten im Tortuguero Nationalpark – die Mawamba Lodge

Unser Ziel, die Mawamba Lodge ist erreicht. Das besondere an unserer Unterkunft ist die Lage, denn zu beiden Seiten ist die Lodge von Wasser umgeben. Während der Boots-Anleger an dem Flussarm liegt, grenzt das Gelände der Loge auf der anderen Seite an den Strand. Hierher kommen von Juli bis Oktober die Meeresschildkröten zur Eierablage. Dann ist in der Mawamba Lodge und im Tortuguero Nationalpark Hochsaison. Mit speziellen Nachtlampen machen sich die Guides dann in sehr kleinen Gruppen mit den Besuchern auf den Weg zum Strand und beobachten die Tiere.

Wir freuen uns, dass wir in der Nebensaison hier sind und die Ruhe genießen dürfen. Zwar sehen wir keine Meeresschildkröten, dafür entdecken wir auch in der Lodge viele Tiere. Das Stachelschwein hängt im Baum, der Elefantenkäfer klammert sich an einen Ast und riesige Leguane stehen regungslos im Schatten der Palmen. Nachts habe ich das Gefühl, mein Bett steht direkt in der Natur. Überall höre ich die Geräusche der Tiere im Dschungel.

Begegnung mit dem Regenwald im Tortuguero Nationalpark

Am nächsten Morgen starten wir unseren Tag um fünf Uhr noch direkt vor dem Frühstück. Durch die Zeitverschiebung (minus acht Stunden) macht es uns nichts aus so früh auf den Beinen zu sein. Laut Alex ist jetzt die beste Zeit, um die Natur beim Erwachen zu beobachten. Wir legen mit dem Boot ab. Bereits die Boots-Tour zu den kleineren Nebenflüssen im Tortuguero Nationalpark ist ein Erlebnis. Das Boot gleitet auf dem breiten Flussarm dahin, nur begleitet vom Rauschen des Wassers und Summen des Elektromotors. Die meisten von uns schließen die Augen und genießen den Fahrtwind im Gesicht. Spätestens jetzt sind wir wach. Zielgerichtet bringt uns der Fahrer zu den kleineren Flussarmen im Tortuguero Nationalpark. Mir wird erst jetzt die Gewaltigkeit des Regenwaldes richtig bewusst. Riesige Bäume, Farne und Lianen bilden ein undurchdringliches Dickicht aus Pflanzen. „Look! Look! Look!“ – Wir sehen die ersten Affen, danach gleich einen American Anhinga (Schlangenvogel), der neben einer Black River Turtle (Schwarze Flussschildkröte) das Gefieder trocknet.

Darf`s ein bischen touristischer sein? Ausflug ins kleine Dorf Tortuguero

Das Dorf Tortuguero liegt auf dem schmalen Landstreifen zwischen dem karibischen Strand und dem breiten Urwaldfluss, der parallel zum Strand verläuft. Nur etwa 500 Menschen leben im Dorf. Während früher viele von ihnen vom Fischfang lebten, widmen sie sich jetzt dem ständig wachsenden Tourismus. Auch die Einheimischen erledigen alles auf dem Wasserweg und damit ist das Boot das wichtigste Transportmittel. Braucht man ein Boot, stellt man sich einfach ans Ufer und winkt ein Wassertaxi herbei.

Tortuguero ist der einzige Ort im Nationalpark und deshalb wundert es mich nicht, dass ein Ausflug in das Dorf bei vielen Urlaubern mit auf dem Programm steht. Von unserer Lodge aus ist der Ort nur 20 Gehminuten entfernt und so schlendern wir über den Strand dorthin, bummeln entspannt die Promenade im Dorf entlang und lauschen der Musik, die hier und da gespielt wird. Irgendwo sitzen zwei Männer rauchend auf der Terrasse ihres bunten Hauses. Woanders im Dorf werden Kokosnüsse verkauft und am Ende der Straße vergnügen sich die Affen auf einem Baum. Jetzt, außerhalb der Hochsaison lässt es sich hier entspannt bummeln. In der Hochsaison schieben sich die Menschenmassen durch die kleine Straße im Dorf.

Regenzeit und trotzdem nach Costa Rica? Ein Statement zum Reisen in der Nebensaison

Jetzt ist Anfang Juni und die Regenzeit hat bereits begonnen. Das sollte niemanden davon abhalten noch Costa Rica zu kommen, denn jetzt ist hier Nebensaison und in allen Hotels und Lodges hat man Ruhe vor großen Menschenmengen. Tiere lassen sich leichter beobachten und die Preise sind generell günstiger als in der Hochsaison. Einmal am Tag regnet es jetzt in der Regel. Der Schauer ist kurz aber heftig. Und danach kann man weiter warme Temperaturen zwischen 27 und 30 Grad genießen. Die Hotels haben sich auf die Regengüsse eingestellt und bieten Schirme an. Wir hatten jetzt im Juni sogar Glück und es gab nur einen kurzen Schauer innerhalb von drei Tagen, die wir im Tortuguero Nationalpark waren.

Die Saison für die Beobachtung der Schildkröten

Wer unbedingt die Schildkröten beobachten möchte für den lohnt sich eine Reise zwischen Juli und September in den Tortuguero Nationalpark. In dieser Zeit füllt sich der Park mit Touristen und Naturliebhabern. Dann kommen die Schildkröten aus dem Meer, um am Strand in Tortuguero ihre Eier abzulegen. Früher wurde die Grüne Meeresschildkröte von den Einheimischen gejagt und verarbeitet. Da die Schildkröte vom Aussterben bedroht ist, wurde sie 1975 unter Naturschutz gestellt. Selbst heute sind die Einheimischen bemüht die Population der Schildkröten zu schützen. Während der Brutzeit kommen freiwille Helfer nachts an die Strände und patrollieren, um Feinde der Schildkröte fernzuhalten. Wer sich für eine freiwillige Mithilfe interessiert, findet bei den Costa Rica Volunteers Informationen zu Naturschutz-Projekten. Auch die Besichtigung durch Touristen wird streng kontrolliert. Das faszinierende Ereignis der Eiablage erfolgt nur in Begleitung eines offiziellen Guides. Dabei erhalten alle Beobachter spezielle Nachtlampen und auch das Fotografieren ist verboten. Die unnatürliche Lichtquelle könnte die Schildkröte während der Eiablage stören und sind nicht erwünscht. Die Chancen den Schildkröten bei der Eiablage zuzuschauen sind kurz nach dem Sonnenaufgang am besten. Sind die jungen Schildkröten dann geschlüpft, beginnen sie ihren beschwerlichen Weg zum Meer. Dort warten zur Brutzeit bereits Haie auf die kleinen Schildkröten und nur ein Bruchteil der geschlüften Tiere schafft den Weg ins offene Meer. Im Park gibt es eine wissenschaftliche Forschungsstation, die sich darauf spezialisiert hat das Verhalten der Schildkröten zu untersuchen.

Warum es sich lohnt einen Guide zu buchen

Ein Guide ist für den Besuch von Nationalparks sehr empfehlenswert. Mit ihm zusammen wird die Tour mit dem Boot oder der Walk durch den Nationalpark erst zu einem richtigen Erlebnis. Man lernt nicht nur die Tier- und Pflanzenwelt besser kennen, man taucht auch viel tiefer in das Land und die Kultur ein.

  • Der Guide hat Tipps für die besten Regionen im Land und in den Nationalparks parat und damit steigt die Wahrscheinlichkeit interessante Tiere und Pflanzen zu entdecken.
  • Mit Kenntnissen über die Tier- und Pflanzenwelt veranschaulicht der Guide die komplexen Zusammenhänge in den Ökosystemen der Nationalparks.
  • Mit dem Guide kann man zielgerichtet nach Tieren und Pflanzen suchen, die man gern sehen möchte, da er Plätze, Nistplätze und das Verhalten kennt.
  • Er hilft die Augen zu schulen und die anderen Sinne zu schärfen. Man lernt selbst, Tiere und Pflanzen in den Nationalparks zu entdecken.
  • Er kennt die Orte und Plätze an denen giftige Tiere leben und kann Dich damit vor Bissen und Stichen schützen.
  • Er kennt Land und Leute und kann das Lebensgefühl transportieren.
  • Der Guide hat viele Kontakte und kann diese nutzen, um die Tour noch interessanter zu gestalten.
  • Er gibt viele Hintergrundinformationen zum Naturschutz und kennt die Regeln des Landes.
  • Er hat Kenntnis über das Wetter des Landes und kann vor jedem Ausflug in die Natur die entsprechende Empfehlung für Kleidung geben.
  • Er ist meistens mit hochwertigen Ferngläsern ausgestattet und so sieht man auch Tiere ganz nah, die eigentlich weit entfernt sind.

Hier kommen noch ein paar Impressionen von der Reise zusammengefasst von der lieben Andrea Morgenstern, die mit unserer Gruppe unterwegs war.

Weitere Nationalparks in Costa Rica

Neben dem Tortuguero Nationalpark gibt es in Costa Rica noch 25 weitere Nationalparks, die eine Reise wert sind.

  • Arenal Volcano National Park
  • Barbilla National Park
  • Barra Honda National Park
  • Braulio Carrillo National Park
  • Cahuita National Park
  • Carara National Park
  • Chirripó National Park
  • Cocos Island National Park
  • Corcovado National Park
  • Diria National Park
  • Guanacaste National Park
  • Irazú Volcano National Park
  • Juan Castro Blanco National Park
  • La Amistad International Park
  • La Cangreja National Park
  • Las Baulas National Marine Park
  • Los Quetzales National Park
  • Manuel Antonio National Park
  • Maquenque National Park
  • Palo Verde National Park
  • Piedras Blancas National Park
  • Poás Volcano National Park
  • Rincón de la Vieja Volcano National Park
  • Santa Rosa National Park
  • Tapantí National Park
  • Tenorio Volcano National Park
  • Turrialba Volcano National Park

Tipps für die Reise durch Costa Rica

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Hinweis: Die Reise in den Tortuguero Nationalpark Costa Rica erfolgte in Kooperation mit Visit Costa Rica.

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Entschädigung bei Flugverspätung

Reisenden steht eine Entschädigung bei Flugverspätung oder Annulierungen von bis zu 600 Euro zu. Trotzdem verzichten viele Fluggäste auf die Durchsetzung ihrer Rechte. Verspätete oder ausgefallene Flüge sind mit viel…

Reisenden steht eine Entschädigung bei Flugverspätung oder Annulierungen von bis zu 600 Euro zu. Trotzdem verzichten viele Fluggäste auf die Durchsetzung ihrer Rechte. Verspätete oder ausgefallene Flüge sind mit viel Ärger und einem großen Zeitverlust verbunden. Kein Wunder, dass da auch die Entspannung und Freude über den Urlaub auf der Strecke bleiben.

Zum Glück gibt es seit 2004 jedoch eine entsprechende EU-Richtlinie, die Fluggästen in vielen Fällen eine Entschädigung bei Flugverspätung zusichert. Dabei ist klar geregelt, wann und in welcher Höhe diese ausbezahlt wird. Viele Betroffene verzichten jedoch trotzdem auf das Geld, das ihnen zusteht. FairPlane hat es sich jedoch zum Ziel gesetzt, genau das in Zukunft zu verhindern.

Bis zu 600 EUR Entschädigung bei Flugverspätung

Flugverspaetung Schadenersatz

Die Fluggastrechteverordnung der EU beinhaltet eine klare Regelung der Entschädigungen bei Flugverspätung und Annulierung für Passagiere. In Abhängigkeit von der Flugdistanz liegt der Betrag dabei zwischen 250 und 600 Euro pro Passagier. Für Flüge mit einer Wegstrecke von bis zu 1.500 Kilometern ist eine Zahlung von 250 Euro zu erwarten. Eine Summe von 400 Euro gibt es für Flugstrecken zwischen 1.500 und 3.500 Kilometern und die maximale Entschädigung von 600 Euro wird bei einer Entfernung von über 3.500 Kilometern gezahlt. Dies gilt bei Reisen mit EU-Fluglinien oder bei Flügen, die an einem EU-Flughafen starten. Stets zu beachten ist, dass die Entschädigungssummen unabhängig von jenem Preis gelten, der für das jeweilige Flugticket bezahlt wurde! So kann es also durchaus vorkommen, dass Sie für einen Billigflug um 99 Euro von Hamburg nach Lissabon mit ganzen 400 Euro entschädigt werden.

Professionelle Hilfe bei Entschädigungsforderungen

Trotz klarer Regelungen verzichten viele Fluggäste noch immer auf Ihre Ansprüche. Dies liegt zum einen an der noch immer herrschenden Unkenntnis über die Rechtslage, zum anderen aber auch an den nicht selten erfolgreichen „Abwimmel-Strategien“ der Fluggesellschaften. So kommt es immer wieder vor, dass Airlines auf Forderungen der Reisenden lediglich mit knappen Standardschreiben reagieren. Dabei berufen sie sich auf sogenannte außergewöhnliche Umstände und “höhere Gewalt” und weisen die Entschädigungsansprüche deshalb zurück. Aus Unsicherheit oder Angst vor einem langwierigen Gerichtsverfahren geben viele Fluggäste an dieser Stelle auf und lassen die Angelegenheit auf sich beruhen. Gut beraten ist daher, wer seine Ansprüche von vornherein durch einen professionellen Anbieter wie FairPlaine prüfen lässt, der sich auf die Durchsetzung von Entschädigungen nach der Fluggastrechteverordnung spezialisiert hat.

Vorsicht bei Kulanzangeboten!

Neben faulen Ausreden werden von Fluglinien auch immer wieder Kulanzangebote herangezogen, um sich aus der Affäre ziehen zu können. Beispielsweise werden “großzügige” Beträge von 100 Euro oder Wertgutscheine für einen weiteren Flug mit der Airline angeboten. Fluggästen mit Entschädigungsanspruch, die sich auf ein solches Angebot einlassen, entgeht mit großer Wahrscheinlichkeit eine Menge Geld. Die angebotenen Zahlungen liegen nämlich in aller Regel weit unter dem Betrag, der den Betroffenen rechtlich zusteht. Ein derartiges Kulanzangebot ist zudem ein deutliches Zeichen dafür, dass der Entschädigungsanspruch tatsächlich berechtigt ist und keine außergewöhnlichen Umstände vorliegen, die die Airline von einer Zahlung befreien. Deshalb sollte auch die volle Entschädigungssumme beansprucht werden. Um die Forderung schnell, erfolgreich und risikofrei durchsetzen zu können, ist das Beauftragen des erfahrenen Experten-Teams von FairPlane ratsam. Durch das vorhandene juristische Know-How und den Zugang zu spezifischen Flug- und Wetterdaten sind die Erfolgschancen viel höher, als bei dem Versuch, die Forderung im Alleingang geltend zu machen. Während die Profis am Werk sind, können Sie sich getrost zurücklehnen und sich auf die wohlverdiente Entschädigungszahlung freuen!

Allen Lesern von breitengrad53.de bietet Fairplane jetzt einen Gutschein von 5 Euro für das Paket FairPlane Standard an. Einfach gleich auf die Seite von FairPlane schauen und den Code BG061605 mit eingeben.

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Auf den Spuren der Römer

Norwegian Epic – Der Gedanke, dass ich mit 4.099 weiteren Kreuzfahrtgästen von Barcelona über Neapel nach Rom fahren, lies mich kurz nachdenklich werden. Die Kleinstadt, in der ich groß geworden…

Norwegian Epic – Der Gedanke, dass ich mit 4.099 weiteren Kreuzfahrtgästen von Barcelona über Neapel nach Rom fahren, lies mich kurz nachdenklich werden. Die Kleinstadt, in der ich groß geworden bin, hat rund 7.000 Einwohner. Knapp zwei Drittel davon würden also auf das Schiff passen! Ich war gespannt auf den dicken Pott der Norwegian Cruise Line (NCL) und bin am Ende der Tour doch recht entspannt von Bord gegangen.

Im Hafen von Barcelona herrschte reges Treiben, denn neben der Norwegian Epic lagen noch fünf weitere Kreuzfahrtschiffe im Hafen. Auf den ersten Blick ist die Epic kein besonders schönes Schiff. Es scheint eher so, als hätten die Konstrukteure bei der Planung einen Teil vergessen, der dann einfach als Quadrat oben auf den Bug aufgesetzt wurde. Das genau dieses Quadrat der exklusive Teil „The Haven“ ist, ist wahrscheinlich die Ironie des Schicksals, doch dazu später mehr.

Kreuzfahrten - Norwegian Cruise Line - NCL - Norwegian Epic

Die Norwegian Epic. (Foto: NCL)

Barcelona ist auf dieser Mittelmeertour ein Ein- und Ausstiegshafen, und so hatte die Crew alle Hände voll zu tun, um die neuen Gäste einzuchecken und das Gepäck auf Schiff zu bringen. Wer erst einmal an Bord war, der konnte schon die „Bordluft“ schnuppern und die spanische Sonne genießen. NCL verspricht unter dem Motto „Feel Free“ ein besonderes Kreuzfahrterlebnis. Keine Kleiderordnung, keine festen Essenzeiten, keine reservierten Tische (außer bei Reservierungen in den Themenrestaurants) und – nur für deutsche Gäste – kein Stress mit der Auswahl der Getränke. Mit dem exklusiven „Premium All Inclusive“ sind alle Getränke bis 15 US$ und das sonst obligatorische Trinkgeld für die Crew inkludiert.

Drei Wasserrutschen an Bord der Norwegian Epic

Was auf den ersten Blick auch auffällt: Die Reederei hat viele Ideen umgesetzt, um die Gäste während des Aufenthalts an Bord zu beschäftigen. Auf der Epic befinden sich ein Aqua Park mit drei Wasserrutschen, Fitnesscenter, Außen-Whirlpools, eine Kletter- und Abseilwand, Bowlingbahnen, Kid’s Centre, Teen Disco und ein riesiger Casino-Bereich.

Vom Entertainmentprogramm, das abends in den verschiedenen Bars und in den Theatern aufgeführt wird, können sich viele Etablissements auf dem Festland eine Scheibe von abschneiden. Vor allem das „Cirque Dreams® & Dinner“ würde von mir das Prädikat „Weltklasse“ erhalten. Keine Animateure, die tagsüber die Gäste bespaßen, müssen sich auf der Epic auch um das Entertainment abends kümmern. Hier treten Weltklasse-Artisten auf, die 90 Minuten lang für so viel Spannung sorgen, dass die Gäste fast das Essen vergessen. Das Ganze findet in einer Art rundem Zelt statt, in dem in der Mitte die Artisten Ihre Kunsttücke zeigen. „Pomp Duck and Circumstance“ und „Cirque du Soleil“ lassen grüßen und die Show auf der Norwegian Epic spielt da in der gleichen Liga mit.

Kreuzfahrt - Norwegian Epic - Burn the Floor

Burn the Floor – Ein unterhaltsamer Abend im Theater der Norwegian Epic. (Foto: Norwegian Epic)

[dropcapss]E[/dropcapss]Ein Highlight an Bord ist die Eisbar auf Deck 7 des Schiffes. Zwar bekommt man vor Eintritt in die Bar, die komplett aus Eis gebaut wurde, ein wärmendes Cape und Handschuhe, doch kaum jemand hält es bei minus 11 Grad länger als 15 Minuten dort aus. Gerade genug Zeit, um zwei frisch gemixte Cocktails zu schlürfen. Wem es gar langweilig ist, der kann auf dem TV in der Eisbar dem Sportprogramm folgen oder sich andere warme Gedanken machen.

Wer auf improvisierte Musik steht, der kann mehrfach in der Woche in die Bar „Headliners“ gehen und sich „Howl at the Moon“ anhören. Zwei Klaviere duellieren sich, begleitet von einem Schlagzeuger, zu den verschiedensten Rockklassikern der 70er Jahre bis hin zum Hip Hop. Die Zuschauer können auf kleinen Zetteln ihre Wünsche weitergeben und die Musiker interpretieren diese in ihrer besonderen Art und Weise. Ein Musikspektakel der besonderen Art.

„The Haven“ – VIP-Feeling auf der Norwegian Epic

Mit dem Bereich „The Haven“ auf der Norwegian Epic befindet sich ein Schiff-im-Schiff-Komplex an Bord, der exklusiv für die Gäste reserviert ist und die damit VIP-Feeling an Bord genießen. Andere Passagiere haben keinen Zugang zu dem Bereich, der über einen eigenen Pool, Whirlpool, Fitnessbereich, verschiedenste Essbereiche und den Service vom Courtyard Butler verfügt. Die Suiten und Villen von „The Haven“ gibt es in unterschiedlichster Größe und Art und alle verfügen über einen Balkon.  Wer auf der Epic Ruhe sucht und dafür gerne etwas tiefer ins Portemonnaie greift, der ist im „The Haven“ sicherlich gut aufgehoben.


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Ein Küchenbereich für 4.100 Gäste

Mit 23 Restaurants steht auch die Küche täglich vor großen Herausforderungen. Vom eleganten Abendessen über Buffets bis zu Live-Cooking-Stationen – es gibt viele Möglichkeiten an Bord zu Essen. Vor allem die exklusiven Spezialitätenrestaurants (gegen Aufpreis) bieten eine erstaunliche Qualität. Eine riesige Herausforderung für die Küche, die auf dem Schiff einen großen Bereich einnimmt. Alle 23 Restaurants werden aus einem einzigen Bereich bedient, in dem nahezu den ganzen Tag hektisches Treiben herrscht und der eine eigene Bäckerei und Konditorei enthält.

Singles reisen nicht lange alleine

Für Alleinreisende hat die Norwegian Epic einen besonderen Bereich eingerichtet, der auch nur von Gästen, die in den innenliegenden Studios wohnen, betreten werden kann. Es gibt eine eigene Lounge mit kleiner Bar und mit Schwarzem Brett, in dem sich die Passagiere eintragen können, um den richtigen Partner für das Theater, fürs Essen oder für die Disco zu finden.

Erster und einziger Landausflug – Neapel

Der erste Hafen auf dieser kurzen Kreuzfahrt ist Neapel. Die Norwegian Epic erreicht den Hafen der drittgrößten Stadt in Italien in den frühen Morgenstunden. Während die meisten Gäste um diese Zeit noch schlafen, genießen die Frühaufsteher einen wunderschönen Sonnenaufgang über Neapel. Die Hauptstadt von Kampanien bietet jede Menge Kultur, Restaurants und Shoppingläden (Tipp: Via Toledo). Ich entscheide mich bei meinem einzigen Landausflug dieser kurzen Reise für eine Tour nach Pompeji. Die einstige Stadt am Golf von Neapel wurde am 24. August 79 von einem Vulkanausbruch des Vesuvs vollständig von der Lava vergraben und damit gut konserviert.

Erst im 16. Jahrhundert wurde aus der damaligen Legende Realität, als zufällig einige Münzen und Marmorstücke gefunden wurden. Dennoch dauerte es bis ins 18. Jahrhundert, bis man mit den ursprünglichen Ausgrabungen und damit der Freilegung der Stadt begonnen hat. Heute sind etwa vier Fünftel des damaligen Stadtgebiets von der Lava befreit worden. Freunde der Archäologie kommen hier voll auf ihre Kosten, denn in Pompeji wimmelt es nur so von Ruinen. Rund drei Millionen Besucher kommen jährlich in die Stadt, in der derzeit viele Gebäude restauriert werden. Regen, Wind und Sonne haben offensichtlich den Ruinen in den letzten Jahrzehnten stark zugesetzt.

Wer noch Zeit hat, der sollte eine typische Pizzeria in Neapel aufsuchen, denn die heutige Variante mit Tomatensauce und Käse stammt vermutlich aus der Stadt. Nirgendwo auf der Welt schmeckt die Pizza Napoletana so, wie hier in Italien.

Zurück vom Landausflug und von Pompeji heißt es gegen 18 Uhr schon wieder Abschied nehmen. Die Norwegian Epic nimmt Kurs auf den Hafen von Rom, der Civitavecchia heißt und etwa eine Stunde vom Flughafen entfernt liegt.

[toggle title=”Schiffsfakten”]

  • Passagiere (Doppelbelegung): 4.100
  • BRZ: 155.873
  • Länge: 329,49 m
  • Breite: 40,54 m
  • Maschinen: Dieselmotoren
  • Reisegeschwindigkeit: 24 Knoten
  • Besatzung: 1.753

[/toggle]

Info: We thank Norwegian Cruise Line for the kind invitation!

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Weit weg von allem – Stopover in Finnland

Mit dem Rad eine Runde durch die Schären drehen, Nordlichter jagen in Lappland oder sich durch die Gourmettempel Helsinkis schlemmen: Die vielen Gesichter Finnlands zu erkunden ist jetzt noch einfacher….

Mit dem Rad eine Runde durch die Schären drehen, Nordlichter jagen in Lappland oder sich durch die Gourmettempel Helsinkis schlemmen: Die vielen Gesichter Finnlands zu erkunden ist jetzt noch einfacher. Finnair hat in Zusammenarbeit mit den staatlichen und regionalen Tourismusbehörden Stopover-Programme aufgelegt, die vor allem Langstreckenreisende aus und in Richtung Asien zu einem Aufenthalt im Land der 1000 Seen animieren sollen.

Stopover Finnland - Gabriele Kuester (5 von 22)

Nur für Hartgesottene: Eisbaden. (Foto: visitturku)

Bäume, nichts als Bäume und dazwischen hin und wieder ein buntes Holzhaus an einer grünen Wiese: Schon bei der zweistündigen Fahrt von Helsinki zum südwestlichsten Zipfel Finnlands verlangsamt sich der Herzschlag. Kein Stau, keine Raser und Drängler fordern Aufmerksamkeit, die menschenleere Landschaft breitet ihre Arme aus und ummantelt den Ankömmling mit ihrer Ruhe und Gelassenheit. Was es heißt, Platz zu haben, war bislang nur eine Zahl im Kopf: 5,4 Millionen Menschen verteilen sich in Finnland auf eine Fläche, die nur unwesentlich kleiner als Deutschland ist. Und die meisten von ihnen haben wir gerade in Helsinki hinter uns gelassen.

Stopover ohne Aufpreis in Finnland

Der zweitägige Ausflug von der finnischen Hauptstadt Richtung Baltisches Meer nach Turku und Naantali gehört zu den Stopover-Programmen, die Finnair zusammen mit den Tourismusorganisationen des Landes aufgelegt hat, um Finnland als Urlaubsziel zu promoten. Die Idee: Passagiere, die mit Finnair über Helsinki zu anderen Destinationen reisen, sollen ohne Aufpreis einen Aufenthalt in Finnland einlegen können. Pakete reichen vom fünfstündigen Rundgang durch die Hauptstadt bis zur fünftägigen Reise ganz in den Norden, nach Lappland.

Die älteste Stadt: Naantali

Geschichte, Kultur, Wellness, Outdoor-Aktivitäten und reichlich gutes Essen vereint die bedeutendste Urlaubsregion Finnlands im Süden. Naantali, die älteste Stadt des Landes, ist um ein mittelalterliches Kloster gewachsen. Es entwickelte sich erst zum Wallfahrtsort, Mitte des 19. Jahrhunderts entstand um eine Heilquelle ein noch heute beliebter Kurort. Naantali ist auch als die Sonnenstadt Finnlands bekannt.

Die Sonne ist beim Spaziergang durch die Altstadt allerdings dicken Wolken gewichen, aus denen hin und wieder ein Schauer niedergeht. Kein Mensch wagt sich aus den hübschen, in Naturfarben gestrichenen 200 Jahre alten Holzhäusern im Hafenviertel.

Stopover Finnland - Gabriele Kuester (1 von 22)

Der Schiffbau hat große Tradition in Finnland. Die deutsche Meyer Werft baut hier heute ihre Ozeanriesen. (Foto: Turku Stadt)

Sommerresidenz des Präsidenten

Das Wasser ist allgegenwärtig und der Schiffbau hat eine lange Tradition in dieser Region. Die deutsche Meyer Werft baut hier Kreuzfahrtschiffe und ist mit ihren Großprojekten ein wichtiger Arbeitgeber. Ansonsten sind die meisten Menschen in Dienstleitungs- und Technologiebetrieben oder im Tourismus beschäftigt. Die Arbeitslosenquote liegt etwa bei zehn Prozent.

Wenn es nach den Tourismusbetrieben der Region geht, könnte das ganze Jahr über ein wenig mehr Betrieb sein. Denn die Hochsaison ist allzu kurz. Vor der Mittsommerwende, wenn die Nacht in diesen Breitengraden zum Tag wird, verwandelt sich der beschauliche 19.000-Seelen-Ort für ein paar Wochen in eine lebendige Hafenstadt. Der Präsident verlagert dann den Regierungssitz in seine Sommerresidenz in Naantali. Segelboote tummeln sich in der Bucht, bevor sie zu ihren Törns durch das Reich der rund 25.000 Inseln aufbrechen, die Finnland und Schweden lose verbinden. Dann kommt Leben in die  Gassen der wunderhübschen historischen City.

Mumins sind Kult

Die meisten asiatischen Besucher haben ein anderes Ziel:  die Muminwelt auf der Kailo-Insel – ein Freizeitpark, in dem sich alles um die Zeichenfiguren dreht, die von der finnlandschwedischen Schriftstellerin Tove Jansson erfunden wurden. Wie groß der Hype um die freundlichen, runden Mitglieder der Muminfamie ist, zeigt sich auch im Hotel. Dort ist ein Teil der Zimmer mit den Kultfiguren dekoriert.

Stopover Finnland - Gabriele Kuester (19 von 22)Die Besucher aus dem Osten sind im Kommen: Während die Zahl der russischen Urlauber in Finnland wegen der Ukraine-Krise in den vergangenen Jahren rückläufig war, ist die Zahl der Übernachtungen asiatischer Touristen von 400.000 im Jahr 2010 auf 730.000 im Jahr 2015 gestiegen. Zum Vergleich: Die Deutschen, bislang nach den Finnen selbst, den Schweden und Briten der viertstärkste Quellmarkt, schlugen im vergangenen Jahr mit rund 550.000 Übernachtungen zu Buche.

Eine Sauna darf nicht fehlen

Sie könnten aber vor allem in der Nebensaison für Wachstum sorgen: „Weit weg vom allem“ sein zu wollen sei im Trend, sagt Stadtführerin Olga vom regionalen Fremdenverkehrsbüro. Die Finnen selbst sind da selbst ganz vorne dabei. Während der Ortskern vor allem von älteren Menschen bevölkert wird, leben die meisten Familien mit Kindern in den freistehenden Häusern der Umgebung, weil sie so mehr Platz und Nähe zur Natur haben. Und im Sommer zieht es auch aus den umliegenden Orten viele Menschen in die 4600 Sommercottages von Naantali. „Die sind oft ganz einfach und ohne Strom“, erzählt Olga. Nur eine Sauna darf in der Regel nicht fehlen. Statistisch gesehen kommt in Finnland fast auf jeden zweiten Bürger ein Schwitzhaus: Das Saunieren ist oft schon ab dem Babyalter fester Bestandteil der finnischen Lebensart.

Auch die Haut entspannt

Heute ist die finnische Spa-Kultur ein Pluspunkt für den Ganzjahrestourismus. Die hat sich natürlich auch im Wellness-Angebot der Hotels niedergeschlagen. Nach dem Relaxen im badewannenwarmen Whirlpool verordne ich der vom Winter gestressten Haut eine Verjüngungskur. Während Elsa mit wunderbar geschickten Händen ein Fluid in meine Haut einarbeitet, lerne ich, dass auch empfindliche Typen keine Angst vor Peelings haben müssen.  Mit enzymatischen Produkten geht´s ganz ohne Rubbeln und rote Stellen nach der Behandlung. Das Ergebnis ist zumindest für eine Weile ein frischerer Teint und ein wunderbar entspanntes Hautgefühl.

Kneipenkultur in Turku

Die richtige Vorbereitung für das Abendprogramm in Turku! Die etwa 20 Autominuten entfernte sechstgrößte Stadt Finnlands (128.000 Einwohner) lockt mit witzigen Kneipen, viele sind in alten  Gebäuden untergebracht. „Ich gehe in die Apotheke“ ist in einheimischen Familien offenbar ein geflügeltes Wort. Die Bierbrauerei Koulu entpuppt sich als ehemalige Schule, in der die alten Pulte noch als Tische dienen. Hier stellt ein Familienbetrieb mit viel Leidenschaft und nach deutschen Reinheitsgebot verschiedene Sorten her.

Apropos Bier: Alkoholische Getränke gehören zu den hoch besteuerten Luxusgütern in Finnland. So kann ein Glas Wein oder Bier gut und gerne sieben Euro kosten. Ansonsten sind die Preise in den Restaurants mit denen in deutschen Städten vergleichbar. Wo auch immer Urlauber hinkommen, werden sie in aller Regel sehr freundlich und auf Englisch bedient – außer jemand spricht Finnisch oder die zweite offizielle Amtssprache Schwedisch.

Stopover Finnland - Gabriele Kuester (9 von 22)

In einer ehemaligen Schule ist heute eine Bierbrauerei untergebracht.

Essen gut, Urlaub gut

Nach Umfragen der finnischen Tourismusbehörden ist gutes Essen für die Mehrheit der Touristen eines der wichtigsten Merkmale eines gelungenen Urlaubs. Das Fremdenverkehrsamt von Turku hat sich daraufhin mit den Gastronomen der Stadt an einen Tisch gesetzt und einen Foodwalk kreiert: Für 44 Euro kann man in fünf von zehn ausgewählten Cafés, Kneipen und Restaurants Station machen und überall eine bestimmte Speise probieren.

Einen wunderbaren Einblick in die Esskultur der Finnen bietet auch ein Rundgang durch die alte Markthalle von Turku: Hier ein Häppchen Lachs mit viel Dill, Brot mit Fischpastete oder Krabben, frittierte Sardellen, dort ein Stück Blaubeerkuchen, … Und zwischendurch ein kleines Schwätzchen mit dem Fischhändler. Ganz entspannt, versteht sich. Ist ja Finnland.

Hinweis: Die Autorin wurde von Finnair auf diese Reise eingeladen.

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So tauchen Sie im Urlaub richtig!

(PM) Farbenprächtige Korallenriffe, bunte Meerestiere und faszinierende Tiefen – für Viele ist es ein lang gehegter Traum die Unterwasserwelt schwerelos zu entdecken. Dennoch löst der tatsächliche Gedanke daran oft Unbehagen…

Tauchen Urlaub ratgeber

So tauchen Sie im Urlaub richtig. Foto: © ERV / istock.com/ultramarinfoto, Vladan Milisavljevic

(PM) Farbenprächtige Korallenriffe, bunte Meerestiere und faszinierende Tiefen – für Viele ist es ein lang gehegter Traum die Unterwasserwelt schwerelos zu entdecken. Dennoch löst der tatsächliche Gedanke daran oft Unbehagen aus, denn unter Wasser zu sein, ist für die meisten ein ungewohntes Gefühl. So scheuen viele aus Angst den ersten Schritt. Mit der richtigen Vorbereitung und dank einer guten Ausrüstung ist Tauchen heute aber nicht gefährlicher als Schwimmen, Segeln oder Surfen. Wer einmal die Leidenschaft für den Tauchsport entdeckt hat, wird vom Anfänger sicher ganz schnell zum Wiederholungstäter. Die ERV (Europäische Reiseversicherung) gibt einige Tipps für den Unterwassersport.

Gesundheit & Fitness sind Trumpf

Tauchen lernen kann eigentlich jeder. Dennoch sollte vor dem ersten Tauchgang der Besuch beim Arzt geplant werden. “Anfängern ist oft nicht bewusst, dass Tauchen eine physische sowie mentale Belastungsprobe bedeutet. Tauchen sollte daher nur, wer sich körperlich 100% fit fühlt und ist”, weiß Birgit Dreyer, Reiseexpertin der ERV (Europäischen Reiseversicherung). Der Arzt prüft bei einer sogenannten Tauchtauglichkeitsuntersuchung, ob der Körper den Belastungen standhält. Von einem Tauchgang absehen sollten Personen mit Asthma, Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes oder Epilepsie. Während der Schwangerschaft ist das Tauchen untersagt. Auch im Falle einer Erkältung empfiehlt es sich, an Land zu bleiben. Neben der Gesundheit spielt auch die persönliche Fitness eine wichtige Rolle. Dafür kann schon vor dem Urlaub einiges getan werden. Durch Joggen lässt sich die Kondition beispielsweise innerhalb kürzester Zeit deutlich steigern.

Gute Vorbereitung ist die halbe Miete

Tauchtauglichkeitsuntersuchung bestanden? Dann steht als nächstes die Ortswahl für das Abenteuer auf dem Programm. Der erste Tauchkurs kann natürlich in der Heimat absolviert werden, aber warum diesen nicht gleich mit dem nächsten Urlaub kombinieren? Gerade für Anfänger gilt es, sich die Wahl des Reiselandes wohl zu überlegen. “Es gibt viele wunderschöne Tauchgebiete mit einer beeindruckenden Unterwasserwelt, aber besonders Einsteiger sollten darauf achten, dass die Gewässer eher flach sind und über eine angenehme Wassertemperatur verfügen”, rät Birgit Dreyer. Das Great Barrier Reef vor der Küste Australiens ist für den ersten Tauchgang zum Beispiel perfekt geeignet. Aber auch das Rote Meer oder die Malediven versprechen ein unvergessliches Taucherlebnis.

Ist die Entscheidung für eine Urlaubsdestination gefallen, geht es an die Auswahl der richtigen Tauchschule. Anbieter sollten hinsichtlich Sicherheit und Professionalität sorgfältig miteinander verglichen werden. Auch die Gruppengröße ist ein wichtiges Kriterium. Die empfohlene maximale Gruppengröße liegt bei acht Teilnehmern. “Besonders bei größeren oder kostspieligeren Reisen – wie etwa einer Tauchreise – ist es ratsam eine entsprechende Reiseversicherung abzuschließen. Denn sollte etwas dazwischen kommen, bleibt man sonst auf den meist recht hohen Stornokosten sitzen”, empfiehlt Dreyer. Und für den Fall, dass während des Urlaubs etwas passiert, sollte auch eine Reisekrankenversicherung mit ins Gepäck.

Grundsätzlich ist der sogenannten “Dive Buddy” unter Wasser die wichtigste Person. Man sollte ihm vertrauen und sich mit ihm wohlfühlen. Also gleich den besten Freund mit zum Kurs anmelden, dann kann nichts schiefgehen.

Das gilt es unter & über Wasser zu beachten

Natürlich ist eine qualitativ hochwertige Tauchausrüstung das A und O. Aber eine eigene Ausrüstung ist nicht zwingend notwendig. Diese wird für gewöhnlich von der Tauchschule zur Verfügung gestellt. Der Kauf einer eigenen Tauchmaske schadet allerdings nicht. Ein kleiner Trick, um das Beschlagen der Maske unter Wasser zu verhindern, ist übrigens, diese mit ein wenig Zahnpasta einzureiben und mit Süßwasser abzuspülen. Gegen die Anfangsnervosität hilft es, vor dem ersten Tauchgang die wichtigsten Regeln, die während des Tauchkurses erlernt wurden, noch einmal durchzusprechen. Wichtig ist:

  • Wohlfühlen ist beim Tauchen das oberste Gebot
  • Ausreichend Trinken reduziert das Risiko einer Dekompressionskrankheit
  • Sorgfältiger Sicherheitscheck der Ausrüstung mit dem Tauchpartner
  • Handzeichen noch einmal durchgehen
  • Unter Wasser immer auf einen rechtzeitigen Druckausgleich achten
  • Verantwortungsvoller Umgang mit der Unterwasserflora und -fauna
  • Panik vermeiden
  • Aufstiegsgeschwindigkeit nicht überschreiten (10 m / min, die letzten 10 m noch langsamer)

Und danach?

Nach dem ersten Tauchgang ist Entspannen angesagt. Eine Ruhephase gilt es zwingend vor dem Rückflug zu beachten, damit die Sauerstoffsättigung im Körper wieder auf den Normalzustand gebracht werden kann. Diese liegt je Tauchintensität zwischen 24 und 48 Stunden. In der Zwischenzeit am besten schon über den nächsten Tauchurlaub nachdenken. Denn auch fürs Tauchen gilt: “Übung macht den Meister.”

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Südafrika – farbenfroh, traditionell, abenteuerlich

Bunt und abwechslungsreich, farbenfroh und lebenslustig, das sind die Begriffe die ich mit Südafrika verbinde. Vom Nervenkitzel den man auf der Spur der wilden Tieren erlebt, über die gut gelaunten…

Bunt und abwechslungsreich, farbenfroh und lebenslustig, das sind die Begriffe die ich mit Südafrika verbinde. Vom Nervenkitzel den man auf der Spur der wilden Tieren erlebt, über die gut gelaunten Menschen und die bunte Vielfalt der traditionellen und einheimischen Kunst. Ob Kapstadt, Johannesburg, Kruger Nationalpark oder Cape-Town – jedes Jahr reisen etwa 8-9 Mio. Touristen nach Südafrika. Das Land der Kontraste bietet nicht kulturelle Unterschiede und auch die „größten“ Tiere dieser Welt sind in Südafrika zuhause.

Big Five in freier Wildbahn erleben

Hier in Südafrika hat man die Chance die Big Five in freier Wildbahn zu erleben. Bei der Auswahl der fünf „großen“ Tiere spielte nicht ausschließlich die Körpergröße der Tiere eine Rolle, sondern in erster Linie die Schwierigkeiten und Herausforderungen bei der Jagd auf sie. Mit einem erfahrenen Ranger und einer Portion Glück begegnen einem auf der Safari Elefanten, Nashörner, Büffel, Löwen und Leoparden draußen in der Savanne von Südafrika.

Aber auch ein Tauchgang in Capetown zu den weißen Haien oder die Beobachtung der Wale von Juni bis November sind Ausflüge, die den Aufenthalt in Südafrika unvergesslich machen. Der Abenteuertourismus nimmt hierzulande im Vergleich zum Rest der Welt eine wichtige Rolle ein. Die Südafrikaner verbringen, so wie auch die Australier mehr Zeit draußen in der freien Natur als wir in Deutschland. Kein Wunder bei den einzigartigen Tieren, Landschaften und unvergesslichen Lichtverhältnissen.

Nachhaltigkeit gewinnt in Südafrika an Bedeutung

Inzwischen setzen einige Projekte in Südafrika vermehrt den Fokus auf den umweltschonenden und nachhaltigen Tourismus. Beispielsweise das Madikwe Game Reserve, eines der größten Wildreservate in Südafrika, hat sich auf Natur- und Tierschutz spezialisiert. Durch die Integration der Gemeinden vor Ort werden Arbeitsplätze geschaffen und so die lokale Bevölkerung gestärkt. Das zugehörige Thakadu River Camp und die Buffalo Ridge Lodge gehören dabei zu hundert Prozent den lokalen Gemeinden.

Mehr als nur Gast sein

Knysna Living Local bieten den Touristen in Südafrika die Chance für ein paar Tage inmitten der Einheimischen zu verbringen und so komplett in deren Kultur einzutauchen. Am Lagerfeuer teilt man neben den Geschichten das Essen mit den Gastgebern und lernt was es bedeutet die begrenzten Ressourcen mit anderen zu teilen: „Ubuntu“ heißt „Menschlichkeit“ und ist die Lebenseinstellung, die man als Tourist aus Südafrika wieder mit nach Hause nimmt.

© Bilder, Video South African Tourism (Südafrika Tourismus)

 

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Moin moin: Rundreise durch Norddeutschland

Wir Deutschen reisen immer noch gerne durch unser eigenes Land, das so vielfältig ist. Der Norden erfüllt mit den Küsten, seinen Ost- und Nordfriesischen Inseln und seinen belebten Städten vielfältige…

Wir Deutschen reisen immer noch gerne durch unser eigenes Land, das so vielfältig ist. Der Norden erfüllt mit den Küsten, seinen Ost- und Nordfriesischen Inseln und seinen belebten Städten vielfältige Bedürfnisse. Ob Tradition, Glamour oder Natur, in Norddeutschland haben Besucher die Wahl.

 

Nordische Tradition: Ostfriesland

Ostfriesland ist der nordwestlichste Fleck in Deutschland und umfasst drei Landkreise in Niedersachsen sowie die sechs ostfriesischen Nordseeinseln. Hier ticken die Uhren noch etwas langsamer. Die Insulaner und die Ostfriesen auf dem Festland legen noch großen Wert auf ihre traditionelle Teetied” (Teezeit). Diese kleine Auszeit lässt sich am besten in einem der alten Reetdachhäuser mit Blick auf die Nordsee genießen. Dabei wird der Ostfriesentee auf die Klüntje in der Teetasse gegossen so dass man dem Knacken der Zuckerwürfel dabei zuhören kann. Danach wird der Löffel mit der Sahne am Rand der Tasse langsam eingetaucht bis eine Wolke entsteht. Diese Zeremonie lässt sich am besten außerhalb der Saisonzeiten genießen, da es mit der Ruhe schnell vorbei sein. Spitzenreiter Norderney begrüßt pro Jahr um die 500.000 Gäste. Gerade in den Sommermonaten und Ferienzeiten erfreut sich die Insel großer Beliebtheit.

Kultur in der Großstadt

Der Norden Deutschlands kann neben dem ländlichen Leben auch einen Hauch der weiten Welt vorweisen. Wo ginge das besser als in Hamburg! Die zweitgrößte Stadt Deutschlands, mit ihrem Hafen an der Elbe, wird zu Recht als “Tor zur Welt” bezeichnet. Hier locken zum einen fabelhafte Einkaufsmöglichkeiten am Gänsemarkt oder am Jungfernstieg. Andererseits bietet die Stadt eine breite Auswahl an berühmten Theatern, z.B. das Thalia Theater oder das Schauspielhaus. Spektakuläre Musicals, wie Z.B. Andrew Lloyd Webbers Musical LIEBE STIRBT NIE – PHANTOM II, sind hier zuhause. Internationale Superstars zeigen auf den Bühnen der Hansestadt ihr Können und kaum ein Nachtleben, wie das von Hamburg bietet so viel Abwechslung. Spaß bis in die frühen Morgenstunden ist hier garantiert.

Wer es lieber etwas kleiner mag, für den ist Bremen, die Heimat der Stadtmusikanten, genau richtig. Die gut erhaltene Altstadt lädt mit ihren verwinkelten Gassen und kleinen Geschäften zu einen entspannten Bummel ein.

Ein Besuch in Norddeutschland lohnt sich in jedem Fall. Ob man sich eine steife Brise um die Nase wehen lassen oder ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm ausnutzen möchte, für Jeden hat der Norden etwas zu bieten. Und eines haben alle Orte gemeinsam: Mit “Moin” begrüßt man Unbekannte und Bekannte hier höflichst zu jeder Tageszeit.

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Foto: © istock.com/Rike_
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Reisevorbereitung und Sicherheit im Urlaub mit Kindern

Wohin soll es gehen – Australien, Asien oder Afrika? Kein Reiseland war mir zu fern und kein Abenteuer groß genug. Mit dem Surfbrett durch die Wellen gleiten, über Riffe, Steine,…

Wohin soll es gehen – Australien, Asien oder Afrika? Kein Reiseland war mir zu fern und kein Abenteuer groß genug. Mit dem Surfbrett durch die Wellen gleiten, über Riffe, Steine, mit Delphinen und Haien in einem Gewässer schwimmen. Mit Flipflops einen Berg auf Madeira besteigen oder mit Bauchschmerzen auf Bali den „Balibelly“ kurieren – das gehörte auf meinen Reisen dazu. Oft war ich bereits unterwegs als mir das ein oder andere Detail der fehlenden Reisevorbereitung auffiel. Hier fehlte eine Impfung, dort eine Kreditkarte oder eine Auslandreisekrankenversicherung. Kein Problem!

Ich war Studentin und auf mich allein gestellt. Keine Verpflichtungen, keine Ängste. Was fehlte, wurde einfach improvisiert und auf das Glück vertraut. Nette und hilfsbereite Menschen kreuzten meinen Weg und machten diese Momente sogar noch besonders. Von einem älteren Ehepaar wurde mir bei einem Kaffee in ihrer Wohnung Sydney erklärt, während ich auf den Reifenservice wartete, an einem einsamen Campingplatz wartete ich sieben Tage, bis endlich mein Geld aus Deutschland überwiesen wurde und ich die Weiterreise antreten konnte. In der Regel lief alles glatt.

All diese Erlebnisse in meinem Alter zwischen 20 und 30 möchte ich nicht missen und doch hat sich in den letzten acht Jahren etwas verändert. Inzwischen habe ich zwei wundervolle Kinder – meine Reiselust ist geblieben. Unsere Familienurlaube verlaufen inzwischen etwas „organisierter“ und die Sicherheit und Gesundheit der Familie nimmt heute in der Reisevorbereitung etwas mehr Raum ein.

Angstfrei die Welt erkunden

Natürlich übertreiben wir es nicht. Abenteuer, neue Eindrücke und Erlebnisse, andere Kulturen und Menschen, all das sollen auch meine Kinder kennenlernen. Angstfrei die Welt erkunden und in Kontakt mit neuen Themen kommen – das wünsche ich mir für die zwei Jungs. Als Eltern soll man auch loslassen und trotzdem die Basis an Sicherheit für einen geschützten Rahmen schaffen. Deshalb sind wir inzwischen recht routiniert unsere Reise-Vorbereitungen als Familie zu treffen. Für uns zusammenfassend können wir sagen, dass wir bei den Reisen mit den Kids immer eine Krankenversicherung hatten. Seit wir unseren Wien-Urlaub spontan wegen Krankheit eines Sohnes absagen mussten und auf Kosten in Höhe von 600 Euro sitzen geblieben sind, ist noch die Reiserücktrittsversicherung dazugekommen. Sonst sind aus meiner Sicht wirklich essentiell nur noch die Kreditkarte und vollständige Reiseunterlagen (Tickets, Pässe, Ausweise, Visum) mit Dokumentenkopien, falls diese verloren gehen oder entwendet werden) Alles andere kann zur Not vor Ort gekauft werden. Hin und wieder empfiehlt sich noch die Mitnahme eines Sicherheitssitzes für die Kinder und auch eine gut organisierte Reiseapotheke hat sich bei uns ebenfalls als sinnvoll herausgestellt.

Unsere persönliche Urlaubscheckliste der WICHTIGEN Dinge:

Geld

  • Kreditkarte
  • EC-Karte
  • Etwas Bargeld

Versicherungen

  • Auslandsreisekrankenversicherung
  • Reiserücktrittsversicherung

Reiseunterlagen

  • Visum
  • Ausweis und Reisepass noch gültig (mind. 6 Monate)
  • Auslandsführerschein
  • Tauchschein

TIPP: Alle Dokumente entweder kopieren oder ein Foto mit dem Handy machen und mitnehmen.

Gesundheit

  • Impfschutz/ Impfpass
  • Reisapotheke vollständig?

Technik (für den Reiseblogger unverzichtbar)

  • Handydatenpaket fürs Ausland aufstocken oder lokale Datenkarte vor Ort kaufen
  • Kamera aufladen, Ladekabel und Ersatzkarten (Akkus mitnehmen)
  • Notebook
  • Steckdosenadapter, Dreifachsteckdose

Da jeder Mensch andere Bedürfnisse an Sicherheit hat, empfehle ich Jedem, sich vorher eingehend Gedanken zum Urlaub zu machen. Was möchte man machen? Braucht man ein Auto? Wie gefährlich sind die Aktivitäten und möchte man sich und seine Familie absichern?

Infografik "Sicher im Urlaub"

 Kooperationsartikel

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Die Welle, die einen Namen trägt

Der Wind ist stürmisch und die Wellen drücken ununterbrochen an Land. Ich paddle den Wellenbergen entgegen, um nach draußen zu kommen. Dorthin wo die Wellen brechen zur perfekten Position ins…

Der Wind ist stürmisch und die Wellen drücken ununterbrochen an Land. Ich paddle den Wellenbergen entgegen, um nach draußen zu kommen. Dorthin wo die Wellen brechen zur perfekten Position ins Lineup. Sobald ich eine Welle überwinde, bläst mir der Wind die Gischt in meinen Nacken. Es gibt nur mich, mein Board und den Atlantik. Pure Natur. Ich bin lebendig. Glücksgefühle breiten sich aus. Ich wundere mich, dass das Surf-Rezept bei mir immer wieder aufgeht. Tiefe Zufriedenheit in mir macht sich breit.

Surfen auf Fuerteventura

Surfen am Nachmittag in El Cotillo auf Fuerteventura

Perfekte Bedingungen am Spot „El Cotillo“

Zusammen mit acht anderen Gleichgesinnten habe ich mich nachmittags auf den Weg zum Surfen gemacht. Von unserer Unterkunft in Corralejo auf Fuerteventura sind wir mit dem Surfbus über eine Offroadpiste zu den Stränden der Nordküste gestartet. Wir sind die „Intermediates“ unseres Surfcamps: alles Surfer, die bereits erste Erfahrungen mit dem Wellenreiten gemacht haben. Im anderen Bus sitzen unsere Surfbeginner. Zusammen suchen wir den richtigen Spot für unsere Surfsession und bleiben letztlich am Spot „El Cotillo“. Wir sind nicht die Ersten an diesem Nachmittag und genießen den Blick auf die Küste und die Surfer, die sich bereits im Wasser tummeln. Felsen aus Lavagestein umranden die Sandstrände und bilden die perfekte Kulisse für einen tollen Surftag. Die Wellen schlagen kraftvoll an die Felsen. Für unsere Sicherheit erklärt uns unser italienisch stämmiger Surflehrer Gabri bis ins Detail die Bedingungen vor Ort. Gala und Daniel, die spanischen Surflehrer, kümmern sich um die Beginner. Die Drei wissen genau wo die Strömungen verlaufen, wo Felsen unter Wasser sind und wo die „best position“ für den „takeoff“ ist. Immer wieder fragen sie „do you understand this?“ Alle nicken brav. Soweit die Theorie, es geht an die Umsetzung. Nach den Dehnübungen und Aufwärmspielen am Strand können wir es nicht erwarten mit den Boards ins Wasser zu kommen. “Ich taufe Dich auf den Namen: Andreas!”Heute ist einer von uns in besonderer Mission hier: Andreas. Er ist bereits seit 14 Tagen im Camp und hat sich über die letzten zehn Surflessons vom absoluten Anfänger zum Intermediate-Surfer verbessert. Seinen Aufenthalt auf Fuerteventura möchte er an seinem letzten Tag nun abschließend krönen. „Wenigstens eine grüne Welle möchte ich surfen und zur Belohnung bekommt sie meinen Namen“, berichtet er freudestrahlend. Voller Enthusiasmus springt er hoch und demonstriert uns: „Hiermit taufe ich Dich auf den Namen: ANDREAS!“. Wir amüsieren uns und witzeln darüber, dass dies ja ein kurzes Vergnügen wird. Umso mehr freuen wir uns, als er es im Wasser tatsächlich schafft, seine Welle zu surfen. Wir jubeln. Er grinst breit. Surfen verbindet uns alle.

Französische Törtchen mitten im nirgendwo

Auf dem Rückweg ins Surfcamp, als Gabri vor einem unscheinbaren Haus irgendwo im nirgendwo anhält, ahnen wir nicht, welche Leckereien hier auf uns warten. In der kleinen französischen „Pasteleria El Goloso de Lajaresbekommen wir neben dem typischen „Café con Leche“ eine erlesene Auswahl an feinsten Törtchen und Gebäckstücken. Von der Dachterrasse mit urigen Möbeln aus Baumstämmen genieße ich nun – nach zweieinhalb Stunden Surfen – mit nassen Haaren den Blick über die Landschaft der Insel und kann mich ganz in Ruhe der Geschmacksexplosion hingeben – Praline-Mousse-au-Chocolat mit einem überraschenden Crisp-Erlebnis. Hm. Ein echter Geheimtipp. Das sollte sich niemand entgehen lassen. Augen schließen und genießen.

Surfhouse, Essen, Feiern

Zwischen den Surfsessions treffen sich alle Gruppen – vom Beginner zum Intermediate – im Surfcamp in Corralejo. Unsere Surflehrer Gabri plant die nächsten Tage. Die Erlebnisse des Tages werden ausgetauscht, essen gekocht oder einfach nur entspannt. An manchen Tagen reißt jemand die Musik auf und lässt alle Mitbewohner an seinem Musikgeschmack teilhaben. Andere Tage plätschern bei ruhigen Gesprächen, Gitarrenmusik oder einer Runde Tischtennis gemächlich dahin. Einige reisen alleine, andere sind mit Freunden da. Wie unterschiedlich die Leute im Camp auch sind, eins verbindet alle, sie wollen surfen lernen oder sich verbessern. Man lernt immer wieder neue Leute kennen und kleine Gruppe finden sich zusammen, um gemeinsam die Insel zu erkunden, essen zu gehen oder abends die Clubs unsicher zu machen.

Oft haben diejenigen, die schon länger im Camp sind, gute Tipps und so lerne ich in Corralejo zwei tolle spanische Restaurants kennen. In der Tapasbar „Casa Domingo“ verbringe ich nette Stunden bei „Boquerones Fritos“ (Frittierte Sardellen) und Weißwein zwischen Spaniern, die hier zum Mittag einkehren. Am Abend gehen wir Campbewohner mehr als einmal ins „Avendia“. Die Familie Ruiz bietet hier die echte spanische Küche an. Neben leckeren Fischgerichten gibt es auch Paella zum moderaten Preis. Unbedingt probieren!

Den Abschluss des einwöchigen Trips mit Surfen, Ruhe und Entspannung und netten Leuten, feiern wir im „Avenida“. Nach ein paar Gläsern Wein und Surfgesprächen sind wir uns einig: es gibt einen nächsten Surf-Besuch auf Fuerteventura. Wer weiß, vielleicht bekommt eine Welle dann auch meinen Namen.

Hinweis: Die Autorin wurde von Planet Surfcamps eingeladen.

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Viva la Nostalgia – Sizilien für Fortgeschrittene

Wie in einer Zeitmaschine, fühle ich mich zurück versetzt in den unbeschwerten Sommer, in dem ich gerade mal 20 war… Mit meinem Freund mietete ich mir einen klapperigen Fiat und…

Wie in einer Zeitmaschine, fühle ich mich zurück versetzt in den unbeschwerten Sommer, in dem ich gerade mal 20 war… Mit meinem Freund mietete ich mir einen klapperigen Fiat und erkundete Sizilien. Wir hatten keinen Plan, viel Zeit und fuhren einfach über die Insel. Wir landeten an Dünenstränden, in verwinkelten Gassen uralter Städtchen, pflückten herabhängende Zitronen von den Bäumen und bekamen Bauchschmerzen, weil wir an keiner Eisdiele vorbeigehen konnten, ohne ein Gelati zu kaufen.

Das Geld war knapp, wir schliefen im Auto oder im Schlafsack im Sand. Es war heiß, wir waren glücklich und diese Insel erschien uns als der Nabel der Welt, die Quintessenz purer Lebensfreude. „Che nostalgia“ sagt man dazu auf italienisch, die sanfte Erinnerung, die einem mit leiser Wehmut erfüllt. Tief innen berührt. Sie fühlt sich an, als wäre es gestern gewesen. Es kann ein Duft sein, ein Geschmack, ein Lied, das einen unverhofft trifft. Alles ist wieder da. Plötzlich, aus dem Nichts.

Vor allem bin ich wieder da. Endlich. Auf „meiner“ Insel, diesem Ort, den ich in diesem süßen Sommer in den Achtzigern, eigentlich nie mehr verlassen wollte. Endlich!

„Primavera“ empfängt mich. Die Luft ist warm und weich, wie ein sanftes Versprechen. Der viel besungene Frühling, ist die beste Zeit, um die größte Insel Italiens zu genießen. Überall duftet es nach herben Kräutern, die sich mit dem sanften Blütenduft des Flieders vermischen. Aus den Boxen des Taxis schallen italienische Liebeslieder. Intensiv, voller „Amore“ und „Baci“ … Italien ist der ideale Ort zum Schwelgen. Wer immer als weibliches Wesen sein angeschlagenes Selbstbewusstsein wieder aufpeppen möchte, dem empfehle ich dringend die Flucht in den Süden. Das „Ciao Bella“ klingt süß im Ohr, der Duft von Rosmarin, Thymian und Oregano weckt alle Sinne, die leichte Brise, die vom Meer hinüber weht, küsst die Seele.

Diesmal brauche ich kein “Remmidemmi”

Diesmal schlafe ich nicht im Auto. Die Zeiten ändern sich, ich bin anspruchsvoller geworden und habe nichts gegen ein wenig Luxus. Ich brauche kein „Remmidemmi“, sondern viel Natur und einfach Ruhe. Also Taormina, den traumhaften, aber quirligen Urlaubsort meiden und auf in den tiefsten Süden, in die Region Ragusa. Die Südspitze der Insel ist ursprünglich und vom Tourismus weitestgehend verschont. Hierher reisen Menschen, die tief in die kulturelle Vergangenheit des Eilands eintauchen wollen. Maurische, griechische, römische und normannische Einflüsse treffen aufeinander, ein Schmelztiegel der Kulturen und UNESCO-Welterbe-Städte, wie Modica, Ragusa und Scigli, liegen dicht beieinander. >> Weiter auf Seite 2

[nextpage title=”Donnafugata – Die ‘geflohene Frau'”]

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„Donnafugata“ oder die „Geflohene Frau”

Das 5-Sterne Hotel „Donnafugata Golfresort & SPA“ erscheint mir der rechte Platz für meine Inselflucht zu sein. Wobei mich bei der Buchung ehrlich gesagt eher das Wörtchen „SPA“ angesprochen hat, denn meine wenigen Schnuppergolfversuche endeten bis dato damit, dass ich das „green“ umpflügte und man mir charmant, aber bestimmt, von weiteren Stunden abriet. Ironie des Schicksals, nun lande ausgerechnet ich in einem Hotel, das jedes Golferherz höher schlagen lässt.

Das „Donnafugata“ übrigens treffenderweise mit „Geflohene Frau“ zu übersetzen, ist auch ohne Schläger der perfekte Ort für entspannte Tage. Umgeben von zwei 18-Loch-Golfplätzen (designt von Gary Player und Franco Piras), die sich völlig natürlich in die hügelige Landschaft einfügen, liegt das traumhafte, ehemalige Herrengut einsam und ruhig, inmitten einer malerischen Landschaft. 202 Zimmer verteilen sich auf mehrere einstöckige Gebäude. Das Refugium strahlt mediterrane Leichtigkeit und Großzügigkeit aus. viel Platz zum Sein. Von meinem Balkon kann ich, hinter knorrigen Johannisbeerbäumen, den Golfern beim Abschlag zuschauen. Zum Glück bin ich außer Schussweite.

Zunächst flüchte ich, wie es sich für eine echte „Donna“ gehört, ins SPA. Werde von der kleinen drallen Rosalla geknetet, gedrückt und eingeölt. Entschwinde mental in andere Sphären. Tiefenentspannt wandle ich ins „Clubhouse 19th hole“. Wie zu Erwarten, treffe ich dort hauptsächlich auf Golfer, die hier nach der ersten Platzrunde ihr Lunch-Büffet genießen. Lässig-sportliches Flair. Die Sonne brennt auf meiner Haut, für April ist es, mit 26 Grad selbst für Sizilien ungewöhnlich warm. Ich ordere im gebrochenen Italienisch einen Rossini, Prosecco mit frischem Blutorangensaft, der meine Lebensgeister beschwingt und labe mich am Büffet an den Köstlichkeiten. „Arancini“, kleine gefüllte Reisbällchen, mit Spinat und Ricotta, paniert und in heißem Öl gegart, „Parmigiana di Melanzane“, Auberginenauflauf zum Niederknien landen auf meinem Teller. Als Nachtisch passen die „Fiocci di Neve“ perfekt zum Cappuccino.

Vorsicht, die Schneeflöckchen machen süchtig!

Die luftigen Schneeflöckchen, sind ein Gebäck aus frischen Mandeln, bestäubt mit Puderzucker. Aber Vorsicht, die machen süchtig! Die sizilianische Küche ist eine der vielseitigsten und ältesten Regionalküchen des Landes, „Kilometro 0“ ist hier die Norm, alles, was auf den Teller kommt, ist wahrscheinlich gerade beim Bauern nebenan gepflückt worden, das Lamm hat eben noch sein letztes „Mäh“ von sich gegeben, ehe es hübsch drapiert und in Rosmarin eingebettet auf dem Teller landet und der Fisch hat eben noch gezappelt.

Aber wo haben sie den eigentlich heraus geholt? Ich bin auf einer Insel und sehe kein Meer. Es ist „in viscino“, in Sichtweite, erklärt mir der Concierge und hält auch gleich ein „Bici“, ein nostalgisch anmutendes Fahrrad für mich bereit. 8 km sind nichts, denke ich, bis ich den ersten Hügel erklimme. Das ist Schwerstarbeit, denn mein Fahrrad hat leider keine Gangschaltung. Voller Vorfreude auf ein kleines Bad im Mittelmeer, trete ich in die Pedale. Mir kommen auf der schmalen Landstraße kaum Autos entgegen. Die Insel, ein einziges Blütenmeer, „50 shades of green and yellow“, mit immergrünen Stein- und Korkeichenwäldern, Klatschmohn und Ginster, wie gemalt. Die Grillen zirpen, ich passiere duftende Orangenhaine und Weinreben. >> Weiter auf Seite 3

[nextpage title=”Die ‘geflohene Frau’ will am Ende nicht von der Insel rollen”]

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Ein Morgen voller mediterraner Leichtigkeit

Der süffige „Nero d’Avola“, der dunkle Rote kommt von hier, aber auch der leicht-moussierende Sommerwein „Frappato“, perfekt für einen sommerlich anmutenden Tag wie diesen. Irgendwann erreiche ich dann das Örtchen Scoglitti. Die kleine Bar am Hafen eignet sich bestens, um das mediterrane Leben an einem Samstagvormittag zu beobachten. Während ich in „Pistacchio“ und „Cioccolato con Peperoncino“- Eis schwelge, schaue ich den Kindern zu, die mit bunten Luftballons über den Platz laufen, sehe die alten Männer auf der Hafenmauer, die ins Kartenspiel vertieft sind und muss über die Teenager, schmunzeln, die sich gegenseitig in schönsten Macho-Posen mit ihren Smartphones ablichten. Ein Morgen voller mediterraner Leichtigkeit.

Gleich neben dem kleinen Yachthafen liegt ein Sandstrand. Vorsichtig tappe ich mit meinen Füßen ins glasklare Wasser, aber irgendwie ist mir das selbst als Nordlicht noch zu frisch. Auf dem Rückweg hupen und winken die LKW-Fahrer, ein paar Mal überlege ich, ob ich mir nicht einfach einen Lift zurück geben lasse, aber dann denke ich an die vielen „Cannolo“, Ricotta-Röllchen, die so sündhaft lecker sind, dass ich ihnen nie widerstehen kann und strampele tapfer weiter. Schließlich will die geflohene Frau nicht am Ende des Kurzurlaubs von der Insel rollen.

Drei Städte in zwei Tagen, das muss mir erstmal Jemand nachmachen. Und was für Märchenorte! Ich verfalle in einen regelrechten Kulturtaumel. Das „Donnafugata“ ist ein idealer Ausgangspunkt für Touren in die nähere Umgebung. Da das öffentliche Verkehrssystem am Inselzipfel eher unerschlossen ist, nehme ich mir einen Leihwagen. Mit dem Fiat 500 nehme ich rasant die Kurven und laufe zudem nicht Gefahr, in den engen Altstadtgassen an barocken Häuserwänden hängen zu bleiben. Meine erste Tour führt mich nach Scicli. Kleine Jungs spielen auf dem Vorplatz der barocken San Bartolomeo-Kirche Fußball, in ehemaligen Höhlen haben Handwerker und Galerien ihr Quartier bezogen und posieren für Touristen und ansonsten ist das zauberhafte Kleinod herrlich unaufgeregt und sehr romantisch. Ein Ort, um einfach von Cafe zu Cafe zu spazieren und herauszufinden, an welchem Platz es den besten Cappuccino gibt. Natürlich darf man den eigentlich nur morgens trinken, weil die Einheimischen sagen, dass er durch den Milchschaum eine ganze Mahlzeit ersetzt, aber ich bin ja keine Italienerin. Mein Favorit ist übrigens die „Pasticceria Basile“, aber das nur am Rande.

Modica ist für mich als Chocaholic ein „must“, denn die UNESCO-Welterbe-Stadt ist bekannt für ihre Schokolade. Die zweitgrößte Stadt der Provinz Ragusa wurde 1697 durch ein Erdbeben fast völlig zerstört und danach im spätbarocken Stil wieder neu errichtet. Welch’ perfekte Kulisse. Bella Italia, wie aus den schwarz-weiß Filmen der 50-er Jahre. Es würde mich nicht wundern, wenn gleich Sophia Loren auf einer Vespa um die Ecke biegt. Herrlich nostalgisches Flair, überall kleine Kirchen, Türmchen, Plätze, es wirkt wie ein lebendiges Freilichtmuseum und ich bin mittendrin. Ich teste mich durch die Familiengeführten Manufakturen, die dicht aneinander im kleinen Stadtzentrum liegen. In die „L’Antica Dolceria Bonajuto“, möchte ich mich am liebsten einschließen lassen. Rund 30 verschiedene Sorten werden in dem kleinen Eckladen seit 1880 hergestellt. Eine Sünde wert: „Canela“, mit Zimtgeschmack und „Xocoatl“, mit rotem Chilipfeffer, mit krustigen Schokoladenkrumen, nach alter Azteken-Rezeptur. Die landen dann auch gleich in meiner Tasche. Wegzehrung für meine letzte Etappe. >> Weiter auf Seite 4

[nextpage title=”Marina di Ragusa erinnert mich an meine Kindheit”]

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Ein botanischer Garten voller Liebespaare

Die Hauptstadt der Provinz, Ragusa ist so schön, dass ich vor meiner Rückreise von Catania gen Heimat, gleich eine Nacht dortbleibe. Ich buche mir ein charmantes B&B, mit eigener Terrasse über den Dächern der Stadt. In die historische Altstadt, sind es über viele Treppchen und durch kleine Gassen nur 20 Minuten zu Fuß. Eine fast unwirklich schöne Szenerie. Ragusa Ibla strahlt im schönsten Sonnenlicht. Am späten Nachmittag putzt sich jung und alt heraus. Der botanische Garten ist voller Liebespaare.

Es ist die Stunde des „Aperitivo“, die in den Bars den Abend einläutet. Ein Campari, ein paar leckere Snacks und dann weiterziehen, zum Beispiel in die Eisdiele „Gelati del Vini“, um hausgemachte Eiscreme mit Marsala-Wein oder Oliveneis zu kosten. Oder um im „4 Gatti“ im lauschigen Innenhof, einem italienischen Sänger zu verfallen, dessen melancholische Melodien sich in mein Herz brennen. Weinselig den Weg zurück anzutreten, im Taumel des Glücksgefühls, fast betäubt vom Duft des Oleanders.

Den letzten Tag verbringe ich am Meer. Das Seebad Marina di Ragusa ist in 30 Minuten erreicht. Die Luft ist salzig, die Möwen kreischen. Es ist ein herrlich altmodisches Seebad, das mich an das Italien meiner Kindheit erinnert. Ich setze mich an den Strand und fröne dem „dolce far niente“, dem süßen Nichtstun. Eine sanfte Wehmut beschleicht mich. Che nostalgia. Vielleicht sollte ich diesmal einfach bleiben…

Hinweis: Wir danken dem Donnafugata Golfresort & SPA für die freundliche Unterstützung der Reise. 

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Norwegen – Nicht träumen, selbst entdecken!

Norwegen gehört landschaftlich mit absoluter Sicherheit zu den schönsten Ländern der Welt: Umwerfende Fjord-Landschaften, weite Fjells sowie das magische Licht der Mitternachtssonne. Die Bilder, die aus dem hohen Norden kommen,…

Norwegen gehört landschaftlich mit absoluter Sicherheit zu den schönsten Ländern der Welt: Umwerfende Fjord-Landschaften, weite Fjells sowie das magische Licht der Mitternachtssonne. Die Bilder, die aus dem hohen Norden kommen, lassen Naturfreunde nicht mehr los. Wer bisher noch nicht in Norwegen war, der kann am besten mit den Fährschiffen von DFDS Seaways reisen: Einfach in Kopenhagen an Bord gehen und von Oslo aus einige der schönsten Ziele im Norden entdecken!

Kaum ein Land hält so vielfältige Eindrücke bereit wie das Königreich Norwegen. Im Süden glitzern die Schären vor der Küste und an der Westküste haben Fjorde die Landschaft geprägt. Bis ins Landesinnere reichen die Meeresarme, mal ausgestreckt wie der mächtige Sognefjord, mal schmal zwischen steilen Felswänden versteckt wie der Nærøyfjord. Der wurde sogar zum UNESCO Welterbe gekürt. Und was wäre Norwegen ohne die taghellen Sommernächte? Jenseits des Polarkreises sorgt die Mitternachtssonne für helle Nächte. Am Nordkap scheint die Mitternachtssonne sogar von Mitte Mai bis Ende Juli. Ein Erlebnis der besonderen Art.

Urlaub in Norwegen

Norwegen gehört landschaftlich zu den schönsten Ländern der Welt. (Foto: © Sverre Hjørnevik / www.fjordnorway.com)

So entspannt wie das Leben in Norwegen ist, so angenehm ist auch die Anreise. Mit den DFDS Seaways Fähren CROWN SEAWAYS und PEARL SEAWAYS geht’s ganz entspannt in den hohen Norden. Ob mit oder ohne eigenes Fahrzeug – auf der Überfahrt vom Kopenhagen nach Oslo erleben die Gäste alle Annehmlichkeiten einer Seereise. Neben der Fährüberfahrt von Kopenhagen nach Oslo bietet DFDS Seaways auch eine interessante Rundreise durch Norwegen an. Die Reise „Im Land der Fjorde“ verbindet die Höhepunkte Norwegens miteinander. In 11 Tagen geht es von Oslo nach Lillehammer, Geiranger über den spektakulären Bergpass nach Trollstigen und Vossestrand bevor es wieder auf die Fähre in Richtung Kopenhagen geht.

 

[toggle title=”Weitere Infos”]www.visitnorway.com/aufgeweckt www.dfdsseaways.de/partner/innovation_norway[/toggle]

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Eine Schneefahrt, die ist lustig

Die ersten vier Tage im „Kinderhotel Oberjoch“ liegen hinter uns und es geht weiter in die zweite Region unseres „Familien-Winter-Urlaubs 2015“. Wir sind auf dem Weg zur längsten Rodelpartie unseres…

Die ersten vier Tage im „Kinderhotel Oberjoch“ liegen hinter uns und es geht weiter in die zweite Region unseres „Familien-Winter-Urlaubs 2015“. Wir sind auf dem Weg zur längsten Rodelpartie unseres Lebens.

Vom Allgäu fahren wir über einen kleinen Umweg am „Schloss Neuschwanstein“ vorbei und erreichen nach knapp einer Stunde die wunderschöne Alpenlandschaft am Grubigstein in Lermoos in Österreich. Bisher haben mich meine Reisen nur ein einziges Mal durch Österreich geführt. Doch wie auch beim letzten Mal hinterlassen die niedlichen Häuser mit den liebevoll gestalteten Holzreliefs, den Fensterläden und die Menschen mit ihrer Mundart ein warmes Gefühl in mir. Im Hotel „Alpenrose“ werden wir sehr herzlich begrüßt, beziehen unser traditionell eingerichtetes Zimmer, genießen den ersten Blick auf die Zugspitze und den Grubigstein und starten in den zweiten Teil unseres Familienabenteuers.

Erkundungstour Piratenland

Der erste Tag im Hotel Alpenrose wird zur Erkundungstour genutzt. Links der Eingang zum Piraten-Badeland. (Fotos: Pasemann)

Wir finden eine Badelandschaft mit Piratenschiff

Die restlichen Stunden des Anreisetages nutzen wir dazu, Hotel und Umgebung besser kennen zu lernen. Das Hotel „Alpenrose“ bietet in der unteren Etage viele tolle Freizeit-Möglichkeiten für Kinder. So gibt es ein riesiges Kinderspielland mit Kletter- und „Tobemöglichkeiten“. Mein Sohn ruft freudig „das ist ja wie im ‚Sum Sum’“ (unser Indoorspielpark in Kiel). Für die größeren Kinder gibt es einen separaten Playstation-Raum. Wir finden auf unserem Rundgang einen lebensgroßen Ritter, der den Kinosaal „bewacht“ und spielen Fußball in der hauseigenen Turnhalle. Außerdem entdecken wir das Piraten-Badeland, eine Badelandschaft mit Piratenschiff und mehreren kleinen Rutschen. Natürlich müssen wir unseren Kindern sofort versprechen, dass wir das Badeland am nächsten Tag besuchen.

Nach unserem Rundgang gibt’s für uns zur Stärkung die erste österreichische Brotzeit im kunstvoll eingerichteten Café mit gemütlichen Clubsesseln und Sonnenterasse. Während die Kinder die Zeit nutzen, um das Außengelände zu erkunden, gönnen wir uns einen Kaffee auf der Terrasse im Sonnenschein und beobachten die Skifahrer auf den gegenüberliegenden Pisten. So kann der zweite Urlaubsabschnitt gerne beginnen und bevor alle müde ins Bett fallen, gibt’s im Restaurant leckeres Abendessen und – für die Erwachsenen – ein Glas Wein.

Unsere Jungs sind von der Rodelbahn begeistert

Am nächsten Tag machen wir uns gleich nach dem Frühstück auf den Weg zur Gondelbahn, die direkt gegenüber vom Hotel liegt. Im Gepäck haben wir zwei Schlitten, die uns Gästen des Hotels kostenlos zur Verfügung stehen. Wir starten die erste gemeinsame Gondelfahrt unserer Familiengeschichte. Ein Abenteuer. Unsere Jungs sind begeistert. Wir haben Respekt…

Mittelstation Grubigberg

Wer Rodeln möchte, muss an der Mittelstation auf dem Grubigberg aussteigen.

Rodeln am Grubigberg

Respekt vor dem Berg, Freude im Gesicht der Kinder. Der Anfang der Rodelbahn hat es in sich.

Der Startpunkt der Rodelabfahrt liegt auf der Mittelstation der Grubigbahn. Wir sind die ersten, die die Talabfahrt an diesem Morgen wagen. Während Mama und Papa bei der recht steilen und anfangs glatten Abfahrt eine ordentliche Portion “Respekt” haben, schreien die Kinder vor Freude und feuern uns an, schneller zu fahren. Jörg meistert die Abfahrt mit unserem Kleinsten mühelos. Ich versuche tapfer den Schlitten unter Kontrolle zu halten – wäre da nicht mein großer Sohn, der mich ständig anfeuert, doch „endlich mal aufzuholen.“

Dreieinhalb Kilometer talabwärts

Wir pflügen mit beiden Schlitten und den Kindern die gesamten dreieinhalb Kilometer talabwärts, immer hoffend und bangend, dass wir jede Kurve erwischen und nicht über die Abhänge im Wald hinausschießen. Nach knapp 20 Minuten erreichen wir das Tal. Unsere Gesichter glühen vor Freude. Und wir starten sofort unseren Weg zurück auf den Berg. Wäre es nach den Kindern gegangen, wir hätten nichts anderes machen müssen, als ununterbrochen mit dem Schlitten diesen Berg runter zu fahren.

Blick auf den Grubigberg

Der Berg ist beliebt bei Paraglidern.

Blick vom Berg

Das Bergpanorama um Leermoos. Links ist die Zugspitze zu sehen. Bei schönem Wetter hat man einen sehr schönes Bergpanorama.

Paraglider Lermoos

Paraglider nutzen das gute Wetter.

Die nächsten Tage stehen dann aber doch ganz im Zeichen des Skifahrens. Wir Erwachsenen nutzen den Vormittag für uns und leihen Skier und Snowboard im Skiverleih im Hotel aus. Das Skigebiet bei Lermoos ist sehr beeindruckend, vor allem bei schönem Wetter. Es gibt viele schöne Pisten mit unterschiedlichem Schweregrat und einen wunderschönen Blick auf ein beeindruckendes Bergmassiv. Die Pausen verbringen wir bei Kaffee und Kaiserschmarrn auf der Hütte am Grubigstein in 2.200 m Höhe.

Zeit für Fitness und Massage

Die Kinder spielen am Vormittag mit ihren neugewonnenen Freunden im Kinder- und Babyclub. Es gibt im Hotel unterschiedliche Gruppen, die nach Alter aufgeteilt werden. So ist sichergestellt, dass die Kinder schnell Anschluss mit gleichaltrigen Spielkameraden bekommen. Nachmittags können wir deshalb die beiden kaum dazu bewegen, ihre Zeit mit uns zu verbringen. Ich nutze die ungeplante Zeit dazu, im Fitnesskursraum einen superanstrengenden TRX-Kurs auszuprobieren, während Jörg sich entspannt im Wellnessbereich massieren lässt. Die Abendessen genießen wir dann wahlweise mit den Kindern, sofern sie nicht mit dem „Miniclub“ essen waren und anschließend ins Kino gehen. Manchmal fehlen mir die kleinen Rabauken fast. Aber solange die Kinder glücklich sind, sind die Eltern es auch.

Unser Fazit für dieses Winter-Familien-Abenteuer. Es war landschaftlich sehr reizvoll. Wir haben uns sehr gut verstanden, was nicht zuletzt an der tollen Unterbringung in den beiden Kinderhotels lag. Es lohnt in jedem Fall, sich in die Hände von echten Profis zu begeben, um selbst einen entspannten Urlaub zu verleben. Wir wiederholen das auf jeden Fall im nächsten Jahr. Und… Kinderhotels stehen ab sofort mit auf unserer Urlaubsplanungsliste. Denn freut sich das Kind, sind die Eltern entspannt.

[toggle title=”Anfahrt”]Sie fahren mit dem Auto von Norden kommend die Autobahn Ulm-Kempten-Reutte-Lermoos oder München-Garmisch-Ehrwald-Lermoos.[/toggle]

[toggle title=”Unterkunft”]Das Kinderhotel Alpenrose bietet alles, was man für den Urlaub mit Baby, Kind oder Teenie benötigt: einen riesigen Spielbereichen, Kinder-und Aktivprogramm bis hin zu Wellness. Die Kinderbetreuung ist bereits ab dem 7. Lebenstag an sieben Tagen pro Woche möglich.[/toggle]

[toggle title=”Skigebiet”]Die Tiroler Zugspitz Arena liegt vor der Tür. Neben dem Zugspitzgletscher (5 Autominuten entfernt) und dem Hausberg „Skigebiet Grubigstein“ (Gondelbahn ca. 100 Meter entfernt) gehören noch fünf kleinere und größere Skigebiete zum beliebten Urlaubsdomizil Zugspitzarena. Auf 989 – 2.962 Höhenmetern befinden sich insgesamt 148 gut präparierte und abwechslungsreiche Pisten.[/toggle]

Hinweis: Die Autorin wurde vom Hotel Alpenrose zu dieser Reise eingeladen. In diesem Zusammenhang wird auf die Leitlinie der journalistischen Unabhängigkeit bei BREITENGRAD53 hingewiesen.

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I want to ride my bike!

Der Frühling lässt sich bereits erahnen und langsam erwache ich aus meinem gemütlichen Winterschlaf. Die Couchabende neigen sich dem Ende zu und die frühlingshafte Luft draußen macht Lust auf Entdeckungen…

Der Frühling lässt sich bereits erahnen und langsam erwache ich aus meinem gemütlichen Winterschlaf. Die Couchabende neigen sich dem Ende zu und die frühlingshafte Luft draußen macht Lust auf Entdeckungen und neue Erlebnisse. Geht es Euch auch so?

Zufällig bin ich vor einigen Tagen im Gespräch mit einer Freundin beim Thema Reisen hängengeblieben und wir sind vom Kurztrip über Skiurlaub dann zum Thema Städtetrip gekommen. Dabei ging es darum, wie man einen solchen Trip erstens möglich spannend und zweitens auch noch klimaneutral gestaltet. Hamburg zum Beispiel macht es bereits vor. Überall in der Stadt findet man die roten Citybikes mit denen man sich mit eigener Muskelkraft von A nach B bewegen kann. Ziemlich komfortabel.

Landungsbruecken

St. Pauli Landungsbrücken – weltberühmt und absolut sehenswert.

Klimaneutrale Stadtrundfahrt

Wieso sollte man dieses Modell nicht einfach nur im Alltag sondern auch auf Reisen nutzen? Auf dem Bike durch die Stadt – das ist die klimaneutrale, figurfreundliche und entspanntere Alternative zur Bustour. Es gibt einige Anbieter die inzwischen neben den klassischen Bustouren auch ausgefallenere Arten anbieten eine Stadt zu entdecken. Stadtrundfahrten in Hamburg bei Regiondo wäre zum Beispiel so ein Anbieter. Inzwischen kümmern sich sogar bereits schon erfahrene Guides um die Gäste und versorgen diese mit ausführlichen Informationen. Fahrrad und Helm inklusive.

Hamburg Hafenrundfahrt

Eine Hafenrundfahrt sollte auf keiner Stadtrundfahrt fehlen und in Hamburg, dank ÖPNV, so einfach.

Gerade für Hamburg kann ich diese Art der Stadtrundfahrt nur empfehlen. Wie sonst kann man die Atmosphäre dieser wunderschönen Hansestadt aufnehmen, die leichte Brise wahrnehmen, die alten Wasserpfade und Fleeten entdecken und ganz nebenbei das turbulente Treiben der Fähren an den Landungsbrücken bestaunen? Im Bereich des Hafens gibt es so nette Ecken und Cafés zu entdecken, die einem beim Bus-Sightseeing verborgen blieben. Also, beim nächsten Städtetrip, einfach aufs Fahrrad umsteigen.

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In the Mix – Malaysia

Einsame Inseln und glamouröse Städte… Das asiatische Land mit spannender Ethno-Vielfalt, bietet die perfekte Mischung für Reisende, die Abwechslung suchen. Breitengrad53-Autorin Tina Engler hat die schönsten Plätze des asiatischen Multi-Kulti-Staates…

Einsame Inseln und glamouröse Städte… Das asiatische Land mit spannender Ethno-Vielfalt, bietet die perfekte Mischung für Reisende, die Abwechslung suchen. Breitengrad53-Autorin Tina Engler hat die schönsten Plätze des asiatischen Multi-Kulti-Staates erkundet.

Schrille indische Klänge in tropisch-schwüler Hitze, die mir fast den Atem nimmt. Es ist fast Mitternacht, doch das Thermometer zeigt immer noch 30 Grad. Trompeten mischen sich mit lauten Trommeln. Ganz Malakka scheint auf den Beinen zu sein, die Stadt vibriert und erstrahlt im hellsten Lichterglanz. Aufwendig geschminkte Inderinnen in farbenfrohen Saris, tanzen im Schein des Feuerwerkes. Bunte Raketen erleuchten den Fluss. Über mir regnet es glitzerndes Konfetti. Ich werde zum Teil einer Kulisse, die jedem kitschigen Filmset locker die Schau stehlen würde. Die überschäumende Freude der Tanzenden springt auf mich über. Ich kann mich nicht entziehen.

Bollywood lässt grüßen

Ich erlebe eine gigantische Show zu Ehren der indischen Gottheiten. Gern lasse ich mich in diese fremde, exotische Welt entführen. Mehr Bollywood geht nicht! Deepawali (oder auch Diwali), ist so eine Art hinduistisches Weihnachten, das mit einer großen mythologischen Bedeutung behaftet ist. Das Gute siegt über das Böse, das Licht über die Dunkelheit. Ein schöner Gedanke, gerade in unserer heutigen Zeit. Das größte indische Fest wird nirgends in Malaysia so groß und pompös gefeiert, wie an der Südwestküste des Landes. Die kleine Hafenstadt verströmt das charmante Flair längst vergangener Zeiten. Ein Hauch Indochine weht durch die engen, mit Kopfstein bepflasterten Gassen. Es fällt leicht sich vorzustellen, wie es damals war, als Malakka noch als florierende Handelsstadt galt. Ein Ort, wie aus dem Bilderbuch, gelegen an einer der wichtigsten Handelsrouten zwischen China, Indien und dem Mittleren Osten und vor Jahrhunderten der größte Hafen der ganzen Region.

Malakka River

Der Name Malakka bezeichnet auch die Meerenge, den gleichnamigen Fluss und einen Berg.

Zeitmaschine

Der Atem der Geschichte weht noch heute wie eine frische Brise vom Meer. Ein Platz, an dem sich einst die Wege von Seide und Gewürzen kreuzten und viele Schriftsteller auf Inspiration hofften, indem sie einfach nur in das atmosphärische Treiben eintauchten. Chinesische und hinduistische Tempel säumen die engen Gassen. Hinter Jahrhundertealten Gemäuern sind chice Bed & Breakfasts entstanden, Cafes, Galerien und Boutiquen. Das ist der touristische Teil, der viele Besucher aus aller Welt herzieht. In anderen Gassen, nur ein paar Meter weiter, wird noch echtes Handwerk geboten und vom Gefühl her, reise ich wie in einer Zeitmaschine um Epochen zurück, während ich den bunten Alltag der Stadt auf mich wirken lasse. Über den Dächern erschallt der Ruf des Muezzins. Der ehemalige Piratenstützpunkt ist eine islamisch geprägte Stadt mit Raum für alle großen Religionen Asiens. In friedlicher Eintracht leben sie auf kleinem Raum miteinander.

Der Name Malakka bezeichnet auch die Meerenge, den gleichnamigen Fluss und einen Berg. Im frühen 15. Jahrhundert blühte der Handel mit Seide, Gewürzen und Keramik. Zur damaligen Zeit erstreckte sich Malakka von der Ostküste Sumatras bis zur Ostküste der Malaiischen Halbinsel. In den folgenden Jahrhunderten stritten sich dann Portugiesen, Holländer und Franzosen um die Stadt, die geografisch ausgesprochen günstig liegt.

Mit der Zeit entwickelte sich das benachbarte Singapur immer mehr zum Handelsmittelpunkt und stellte Malakka schon bald in den Schatten. Doch der Dornröschenschlaf, in den der Ort dann versank, währte nur kurz. Ab dem 19. Jahrhundert wurde das vom Opiumqualm verhangene Provinzstädtchen, getrieben durch den Ehrgeiz der Babas (an der Meerenge von Malakka geborene Chinesen) zum größten Kautschukproduzenten der Welt, was der Stadt erneut immensen Reichtum verschaffte.

Nachts zieht eine phantasievolle Fahrrad-Rickschaflotte durch die Straßen. Alles blinkt, Hello Kitty und Winnetou geben sich als wilde Dekorationen auf den Gefährten ein fröhlich-lautes Stelldichein, Musik wummert aus den kleinen Lautsprechern. Von der verschlafenen Verträumtheit des Tages keine Spur mehr, jetzt zeigt sich Malakka als lebenslustiger Touristenmagnet, von dem jedes Jahr Hunderttausende von Besuchern aus aller Welt angezogen werden.

Bright light – big city

Nur vier Autostunden von Malakka entfernt, liegt die Hauptstadt des Landes, Kuala Lumpur. Die 1,6 Millionen Einwohner zählende Stadt, gilt unter Trendsettern als eine der hippsten Destinationen in Asien und fasziniert mich auf Anhieb. Alt und neu, Moderne und Tradition, malaiische, chinesische und indische Kultur liegen dicht beieinander. Unübersehbar zeigt sich der kulturelle Dreiklang in den engen Gassen rund um den Central Market. Das grüne Gebäude aus den Zwanziger Jahren verströmt noch heute orientalische Sinnlichkeit. Überall duftet es verführerisch. Knallrote Tandoori-Chicken schauen, von den Haken baumelnd auf mich herab, während ich mein „Teppan Mee“, Nudeln mit Gemüse für einen Euro verzehre und frischen Mangosaft schlürfe.

Kuala Lumpur

Kuala Lumpur bei Nacht. (Foto: Hasselkuss PR)

Die besten Mitbringsel erstehe ich auf dem Nachtmarkt in Chinatown, rund um die Petaling Street. Schon von Weitem leuchten mir die roten Neonschriftzeichen entgegen. Auf dem Markt ist Feilschen ein „must“ und ganz einfach, denn die Amtssprache ist Englisch. Es gelingt mir eine grüne Ledertasche für umgerechnet zehn Euro zu kaufen, ein echtes Schnäppchen! Auch hier in Chinatown ist bunter Multi-Kulti Mix zu finden. Der Duft von Hibiskus weht durch die Straßen. Indische Frauen beten vor den vielarmigen Götterfresken des Sri Maha Mariamman Tempels. Neblige Räucherstäbchenschwaden ziehen aus dem chinesischen Guandi Tempel herüber und verschleierte Teenager hantieren mit ihren Smartphones vor Mc Donalds.

Nightfever in KL

Zur Einstimmung auf die Nacht schlürfe ich einen leckeren „Mai Tai“ in der Bar im 21.Stock des Traders Hotels, genau gegenüber der 485 Meter hohen Zwillingstürme, den „Petronas Towers“. Sie werden mit Tausenden von Watt angestrahlt und leuchten silbern in der Dunkelheit. Es fällt mir schwer, mich von diesem Blick auf die Stadt zu lösen, doch schließlich möchte ich noch das Nachtleben erkunden. Mit dem Taxi fahre ich in den angesagtesten Club der Stadt, dem „Zouk KL“. Hunderte von edel gestylten Partygängern haben sich vor dem Eingang gruppiert, um Einlass zu finden. Heute Nacht legt Resident– DJ Shazz auf. Seinem grooviger Mix aus House, Soul und  Electronic, kann auch ich mich nicht entziehen und finde erst bei Morgengrauen zurück zum Hotel. Nur einige Stunden später muss ich schlaftrunken wieder raus aus den Federn, denn schon am Vortag habe ich mir ein Ticket für die „Petronas Towers“ besorgt.

Mutprobe in schwindelnder Höhe

Mit dem Fahrstuhl fahre ich in den 83. Stock und wandle über die gläserne Brücke zwischen den Zwillingstürmen. 304 Meter Vollverglasung sind nichts für schwache Nerven. Es ist verdammt hoch und mir wird schon etwas flau im Magen, aber die Aussicht belohnt mich. Spektakulär! Im Anschluss bummele ich durch die riesige Mall „KLCC“, die zu Füßen der Türme liegt. Hier sind alle Labels angesiedelt. Da viele internationale Marken in Malaysia produzieren lassen, sind die Preise für unsere Verhältnisse günstig. Nachmittags erkunde ich den historischen Stadtkern. Rund um den Merdeka Square ist die britische Vergangenheit der Stadt spürbar und viele koloniale Prachtbauten reihen sich aneinander. Nur ein paar Straßen weiter und ich befinde mich in „Little India“, gleich daran schließt sich „Little Arab“, Klein Arabien an. Wo sonst kann man binnen eines Tages eine Weltreise machen?

Malaysia: Teepflücker bei der Arbeit

Teepflücker bei der Arbeit. (Foto: Dr. Bernd Kregel)

High Tea in den Bergen

Nach soviel Stadtluft steht mir der Sinn nach purer Natur und Entspannung. Die finde ich, gerade mal drei Stunden von KL entfernt, in den Cameron Highlands. Das große Teeanbaugebiet ist eine grüne Oase für Stadtneurotiker. Kleine Dörfer, in denen die Zeit still steht, inmitten eines gigantischen Urwalds. Nur an einigen Stellen hat der Bauboom der vergangenen Jahre deutliche Spuren hinterlassen und stört die Idylle. Ansonsten fühle ich mich, als wäre ich in einem riesigen Naturpark. Bunte Schmetterlinge kitzeln meine Nase und kleine Cafes am Wegesrand, im typisch britischen Kolonialstil, verströmen englisches Flair, fernab der europäischen Heimat. Mein Guide ist ein echtes Naturkind. Er ist hier aufgewachsen und steht der Modernisierung des Gebietes ausgesprochen kritisch gegenüber. Kein Wunder, denn er kennt diese Welt noch aus seinen Kindertagen, als es nichts gab, außer wilden Wasserfällen, Waldpfaden, Orchideen und Tieren, die versteckt im Dschungel lebten. Vom Cafe der „Boh Teaplantation“ , schaue ich auf ein Meer aus sanften, plüschigen Hügel. Der Tee wuchert in allen Grünschattierungen und schmeckt köstlich. Hier wird noch der klassisch britische High Tea zelebriert. Die Scones mit Clodded Cream sind ein Gedicht. Der Platz eine Wohltat für alle Sinne.

Cameron Highland 2

Cameron Highland 2

Leg dich nicht mit Affen an!

Die Halbinsel Penang ist die nächste Station meiner Reise. Purer Dschungel, lange Sandstrände und mittendrin die quirlige Kleinstadt Georgetown. Im kolonialen Stadtkern des Insel-Hauptortes, haben in den ehemaligen chinesischen Handelshäusern Boutiquehotels, Galerien und Restaurants eröffnet. Die Atmosphäre ist entspannt. Ich nehme mir für umgerechnet 2 Euro eine Fahrradrikscha und lasse mich durch die engen Gassen kutschieren. Der Hauch längst vergangener Zeiten ist auf jedem Meter zu spüren. Garküchen, „Hawker Stalls“ verbreiten köstlichen Duft. Eine Wahrsagerin liest mir die Hand und sagt mir viele Reisen und spannende Begegnungen voraus. Sie trifft voll ins Schwarze, denn Letztere habe ich dann gleich danach ein paar Kilometer von Georgetown entfernt, im Botanischen Garten. In dem großangelegten Park springen zahlreiche Affen durch die Bäume und schäkern mit den Besuchern. Als ich mich einer Brücke nähere, gruppiert sich eine Affenfamile so davor, dass ich diese nicht passieren kann. Ich nähere mich vorsichtig und sie fletschen ihre Zähne. Wenn einen plötzlich 20 Affen ihr Gebiss zeigen, macht das ganz schön Eindruck. Voller Respekt ziehe ich mich zurück und die Affen lachen sich kaputt. Sie wollten mich einfach nur ärgern. Danke dafür!

Beachlife Penang

Beachlife Penang

Ein kurzer Abstecher auf die „Tropical Fruit Farm“ macht mich als Vegetarierin schlichtweg glücklich. Auf dem riesigen Areal unweit des Hauptbadeortes Batu Feringghi, werden rund 130 verschiedene Früchte und Gemüsearten angebaut. Nach dem kleinen Rundgang über die Farm teste ich mich bei einem gigantischen Früchtebüffet durch die verschiedensten Aromen. Drachenfrüchte, Ananas, Mango und selbst Durian, die berühmt-berüchtigte Stinkfrucht, schmecken so lecker und intensiv, dass es mir in Zukunft schwer fallen wird, in europäischen Gefilden exotische Früchte zu genießen. Hier werden sie direkt von Sträuchern und Bäumen geerntet. Was für ein Unterschied. Maracuja, „Passionfruit“ ist mein persönliches Highlight, absolutes Suchtpotential – so köstlich!

Vom Penang Hill, auf den mich eine altersschwache Cablecar durch dichten Urwald bringt, genieße ich aus luftigen 783 Metern Höhe, die Aussicht auf das grüne Eiland.

Nach drei Tagen Sightseeing auf Penang, bin ich reif für die nächste Insel und fliege nach Langkawi. Der rund 100 Kalksteininseln zählende Archipel ist, aufgrund seiner ursprünglichen Natur, von der UNESCO zum Welt-Geopark erklärt worden und ein Wander- und Unterwasserparadies.

Insel der Traumstrände- Langkawi

langkawi

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Weltweit berühmt geworden, ist Langkawi jedoch wegen ihrer vielen Traumstrände. Im Norden, am einsamen Strand von Tanjung Rhu, einem der, laut Lonely Planet, zehn schönsten Strände der Welt, beziehe ich mein Quartier. Ursprünglich hatte ich vor, die Insel zu erkunden, doch dieser Ort entspricht dem perfekten Tropenparadies und lädt zum süßen Nichtstun ein. Herrlich entspannt verbringe ich die letzten Tage zwischen Hängematte und Liegestuhl- oder lasse mich von einem der Taxiboote für ein paar Euro zu einem der anderen Bilderbuch-Strände fahren. Sightseeing auf Langkawi verschiebe ich auf meinen nächsten Besuch. Es stehen eine Menge unerledigter Punkte auf meiner Liste. Macht nichts, schließlich hat mir die weise Frau in Georgetown viele Reisen prophezeit. Ich komme sicher schnell wieder.

[toggle title=”Infos”]www.tourismmalaysia.com[/toggle]

[toggle title=”Veranstalter”]Der private Reiseveranstalter Tischler Reisen, bietet maßgeschneiderte Individualreisen und interessante Gruppenreisen an, so z.B. die 7-tägige Rundreise „Malaysia deluxe“ www.tischler-reisen.de[/toggle]

[toggle title=”Shopping”]KL ist ein Eldorado für Shoppingsüchtige. Trendy Boutiquen und moderne Einkaufszentren konzentrieren sich an der Jalan Tuanku Abdul Rahman, der Jalan Masijd India und im „Golden Triangle“ an der Jalan Bukit Bintang, Jalan Sultan Ismail und Jalan Ampang. Im „Fahrenheit 88“, einer supermodernen Mall, unbedingt das „Factory Outlet“ aufsuchen. Diesel, Mango, Hilfiger etc. zu Tiefstpreisen. Asiatische Designer-Boutiquen mit der neuesten Mode findet man im „Pavillon“, an der Bukit Bintang. Chinatown ist perfekt für Schnäppchenjäger. An der Jalan Petaling und Jalan Hang Lekir ist jeden Abend Kleider- und Warenmarkt (17-22 Uhr). Im malaiischen Stadtteil Kampung Bahru ist der Straßenmarkt Pasar Minggu ein Erlebnis (Sa 18-23 Uhr, Sonntags 6-13 Uhr | Jalan Raja Muda). Die Jalan Kia Peng ist eine hippe Wohngegend mit vielen Galerien, Boutiquen, Restaurants und Nachtclubs. Georgetown auf Penang lockt mit vielen kleinen Boutiquen. Exotische Secondhand-Mode findet man in der Lebuh Chulia und Lebuh Bishop, das chicste Einkaufszentrum ist das Guernsey Plaza.[/toggle]

[toggle title=”Food”]In den kleinen Garküchen an den Straßen in Kuala Lumpur und Penang werden die leckersten Gerichte gebraten. Für ein bis zwei Euro bekommt man eine komplette Mahlzeit. Unbedingt probieren: Yam Put, leckere Blätterteigpasteten mit Huhn, Gemüse oder Fisch, Oyster Omelette, Omelette mit frischen Austern und das Erbe britischer Vergangenheit, den Carrot Cake, leckerer Karottenkuchen. Eine günstige Alternative zu den Restaurants sind auch die Foodcourts in den Einkaufszentren. Im KLCC und im Pavillon ist die Auswahl riesig und von Indisch, bis hin zu Sushi oder Pizza ist für Jeden was dabei. Auf Penang ist der Guernsey Drive am Abend die beste Adresse für leckere Garküchen- und so ganz nebenbei bekommt man viel vom lokalen Leben mit.[/toggle]

Hinweis: Die Reise erfolgte mit freundlicher Unterstützung von Tourism Malaysia und Turkish Airlines 

Fotos: Tina Engler, Hasselkuss PR, Dr. Bernd Kregel

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Antike Fundgrube Türkei: Liebesaffäre mit Aphrodite

Kusadasi ist in ein Flaggenmeer von roten Fahnen mit weißem Halbmond und Stern getaucht. Am Nationalfeiertag, 29. Oktober, sind auch Plakate mit Bildern von Kemal Atatürk, dem Gründer der Republik,…

Kusadasi ist in ein Flaggenmeer von roten Fahnen mit weißem Halbmond und Stern getaucht. Am Nationalfeiertag, 29. Oktober, sind auch Plakate mit Bildern von Kemal Atatürk, dem Gründer der Republik, allgegenwärtig. Banken und Behörden sind geschlossen, die Geschäfte haben trotzdem geöffnet, denn Kusadasi ist auch zum Ende der Saison noch voller Touristen. Die Türkei ist eine Fundgrube für archäologische Kostbarkeiten. Griechen und Römer haben dort ihre Spuren hinterlassen. Die Hafenstadt Kusadasi ist ein Ausgangsort für Fahrten nach Ephesus und Aphrodisias.

3.500 antike Stätten lokalisiert – Mitnehmen verboten

Erol Sevgen (54) lebt für die Archäologie. Seit 28 Jahren führt der Philologe Touristen durch antike Stätten – und davon gibt es in der Türkei reichlich. „3.500 wurden bisher gefunden und zum Teil erforscht, 3.500 weitere sind noch nicht lokalisiert“, berichtet der Guide. Seine Begeisterung hat auch auf seine Tochter abgefärbt, die studiert Archäologie. „Die Türkei ist eine Fundgrube für archäologische Kostbarkeiten, aber es ist unter Strafe verboten, sie mitzunehmen“, betont der 54jährige. „Aphrodisias, das 3.000 vor Christus entstand, wurde von den Einheimischen ausgeraubt“, erzählt er. „Um diese und andere antike Stätten vor Hobbysammlern mit Detektoren zu schützen, streuen Archäologen dort tonnenweise Nägel aus“, hat Erol Sevgen von seiner Tochter erfahren.

Theater in Ephesus

Beindruckend: das Theater in Ephesus

Kusadasi: Ausgangsort für Kulturtouristen

Der Kurort Kusadasi ist neben Izmir einer der Hauptausgangspunkte zu den antiken Stätten, denn die größte Ausgrabungsstätte Ephesus liegt nur 20 Kilometer entfernt. Tourismus hat in Kusadasi, was auf Deutsch „Vogelinsel“ bedeutet, eine lange Tradition. Klares Wasser, 18 Kilometer Sandstrand bis nach Güzelcamli und ein kleiner Badestrand im Zentrum: Eingerahmt von Yachthafen und Kreuzfahrtterminal liegt eine der schönsten Buchten der türkischen Ägäis. Die 70.000-Einwohner-Stadt ist ein beliebtes Reiseziel für einheimische und ausländische Touristen.

Seit in Ephesus die ersten Ausgrabungen begannen, strömten auch die Kultur-Touristen. Durch den Zweiten Weltkrieg kam der Tourismus vorübergehend zum Erliegen. Erst in den 1960er Jahren besann man sich wieder darauf. Eine osmanische Prinzessin baute das „Kismet“-Hotel („Schicksal“-Hotel), eines der ältesten in Kusadasi. Es befindet sich oberhalb des Yachthafens und wird zurzeit renoviert. In den 1970er-Jahren machten Prominente wie Englands Prinzessin Margaret und US-Präsident Richard Nixon auf ihrem Weg nach Ephesus dort Station, während deren Staats-Yachten im Hafen pausierten.

Blick auf die Hadrians-Thermen

Blick auf die Hadrians-Thermen

Idyllischer Blick auf die Bucht

Die vorgelagerte Taubeninsel ist heute durch einen Damm mit dem Festland verbunden. Auf der Halbinsel thront eine renovierte genuesische Festung aus dem 14./15. Jahrhundert, in der sich ein kleines Museum befindet. Von dort hat man einen idyllischen Blick auf die Bucht von Kusadasi. Kleine Fischer- und Ausflugsboote reihen sich aneinander, Kreuzfahrtriesen spucken mehrmals wöchentlich ein paar tausend Touristen aus. An der von Palmen gesäumten Stadt-Promenade stehen tagtäglich Angler, die ihre Köder auswerfen. Im Zentrum gibt es viele kleine Cafe´s und Restaurants. „Einheimische und Touristen können dort ihren frisch gefangenen oder auf dem Fischmarkt gekauften Fisch gegen einen Obulus zu einer köstlichen Mahlzeit zubereiten lassen“, erzählt Erol Sevgen.

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Gut erhalten: das Stadion für fast 40.000 Zuschauer in Aphrodisias

Aphrodisias: Stadt der Göttin

Etwa 150 Kilometer entfernt, im Landesinneren, aber nicht weniger interessant als die ehemalige Hafenstadt Ephesus, befindet sich das antike Aphrodisias nahe der heutigen Stadt Geyre. Das wohl wichtigste Gebäude, der Tempel der Göttin Aphrodite, wurde im 1. Jahrhundert nach Christi im ionischen Stil errichtet. Noch heute stehen 14 Säulen, die einst das Tempeldach trugen.

Die Ausgrabungen dort hatten Anfang der 1960er-Jahre unter Leitung von Prof. Dr. Kenan T. Erim (1929-1990), der an der Universität von New York lehrte, begonnen. Als Anerkennung für seine Verdienste um die antike Stätte genehmigte die türkische Regierung Erims Beisetzung in einem Marmorgrab, nur einen Steinwurf vom Aphrodite-Tempel entfernt. 30 Jahre hatte sich Prof. Erim mit den Ausgrabungen von Aphrodisias und mit der Beschaffung von Geldern für das Projekt, das er selber als „Liebesaffäre mit Aphrodite“ bezeichnete, beschäftigt.

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Das Tetrapylon führte zum Aphrodite-Tempel: In Sichtweite befindet sich das Grab von Prof. Dr. Kenan T. Erim

Filigrane Steinmetzarbeiten

Besonders schön in Aphrodisias sind die filigranen Steinmetzarbeiten, Sarkophage und Statuen. „Künstler aus Pergamon, die dafür berühmt waren, die natürliche Haltung in Stein zu meißeln, waren 133 v. Christus nach Aphrodisias geflohen, weil sie nicht unter römischer Herrschaft stehen wollten. Ihr Wissen brachten sie mit und gründeten eine Schule“, berichtet Erol Sevgen. Doch Roms Machthunger war grenzenlos und hinterließ in späteren Jahrhunderten mit Hadrians-Bad, Sebasteion, Tetrapylon, großem Theater und Stadion für fast 40.000 Zuschauer auch in Aphrodisias seine beeindruckenden Spuren.

[toggle title=”Anreise”]

Von zahleichen Flughäfen in Deutschland gibt es Direktflüge nach Izmir. Der Transfer nach Kusadasi dauert ca. 45 Minuten. Preisbeispiel: Sieben Übernachtungen mit HP im Sentido Marina Suites (Adults Only-Hotel, vier Sterne), inklusive Flug, Zug zum Flug und Transfer gibt es bei Thomas Cook ab 427 Euro/pro Person.

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Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung von Thomas Cook und Neckermann Reisen.

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