Schlagwort: Fotos

Der perfekte Strandurlaub

Entspannen und einfach mal die Seele baumeln lassen…wer möchte das nicht ?! Also Koffer packen, Familie ab ins Auto und auf in den Urlaub. Holland stand als Urlaubsdestination noch nie…

Entspannen und einfach mal die Seele baumeln lassen…wer möchte das nicht ?! Also Koffer packen, Familie ab ins Auto und auf in den Urlaub. Holland stand als Urlaubsdestination noch nie auf meiner Agenda. Warum eigentlich nicht? Holland und Urlaub? Besser wäre doch das Mittelmeer oder noch besser die Karibik. Dachte ich bis dato auch…doch dann kam Holland und wie sagt man so schön „….und es hat Zoom gemacht“ 🙂

Allein die Fahrt nach Holland, genauer gesagt Hoek van Holland war absolut problemlos. Von meinem Wohnort aus waren wir in knapp 380 km und knapp 4 Stunden Fahrt genau da, wo Entschleunigung, Erholung und pure Lebensfreude die nächsten 7 Tage mein Leben bestimmen sollten. Das Ziel: Die Landal Beach Villas in Hoek van Holland.

Seit April 2016 existieren diese wunderschönen kleinen Ferienhäuser direkt am Meer und lassen sogar die Herzen eingefleischter Hollandfans höher schlagen.

Der erste Blick aufs Meer – ein Gedicht

Als ich meinen Wagen auf dem Parkplatz abstelle, die Tür öffne und meine Füße aus dem Auto schwinge, fühle ich schon den ersten Sand unter meinen Schuhen. Die Sonne scheint. Ich schließe meine Augen und höre im Hintergrund das Rauschen des Meeres. Ein Gefühl von Glück überkommt mich.

Direkt am Parkplatz gelegen befindet sich die Rezeption der Landal Beach Villas. Der Service – freundlich und absolut hilfsbereit. „Sie können Ihre Koffer gerne in den Gepäckraum stellen. Wir bringen diese dann direkt zu ihrer Wohnung“ sagt uns die nette Mitarbeiterin am Service. Ein weiteres Lächeln huscht über mein Gesicht. Kein Schleppen, kein Hieven…einfach nur den Schlüssel in die Hand nehmen und der Urlaub kann starten!

Vorbei an den Dünen und dem feinen Sand gehen wir einen kleinen Weg in Richtung Meer. Die Häuser liegen in unmittelbarer Entfernung zur Rezeption. Also keine langen Wege.

Und nach nur wenigen Schritten ist er da …der Moment, dieser Anblick, den ich von da an in mich aufsaugen werde. Ein kilometerlanger Strand und das endlose Meer – das alles direkt vor meiner Haustür. Wirklich ein wahr gewordener Traum.

Moderner Landhausstil á la IKEA

Von außen betrachtet wirken die Landal Beach Villas eher schlicht und unscheinbar. Doch im Inneren findet man alles, was das Herz begehrt.

In unteren Stockwerk gibt es neben einem gemütlichen Schlafsofa einen Esstisch, eine voll ausgestattete Küche sowie einen großen Kühlschrank.

Die Küche verfügt über einen Gasherd, eine Mikrowelle, eine Spülmaschine sowie einen Wasserkocher und mein absolutes Highlight „eine Nespressomaschine“. An Kochutensilien hat mir eigentlich nichts gefehlt. Von Besteck, Geschirr, Kochlöffeln sowie Kartoffelstampfer 🙂 bis hin zu genügend Töpfen und Pfannen war alles ausreichend vorhanden. Neben der Küche befindet sich das Bad mit Toilette und Dusche. Im oberen Stockwerk gibt es ein Schlafzimmer mit einem atemberaubenden Blick auf das Meer sowie ein weiteres Schlafzimmer mit 2 getrennten Betten.

Und wenn man so durch die Zimmer geht fühlt man sich fast wie in einer perfekten IKEA Wohnlandschaft. Alles ist bis ins kleinste Detail aufeinander abgestimmt. Nicht zu kitschig und absolut funktional. Nebeneinander gereiht stehen den Gästen aktuell 74 Ferienwohnung zu Verfügung. Auf knapp 60 qm können hier 4-6 Personen übernachten.

Wir waren mit 5 Personen – 2 Erwachsene, 3 Kinder sowie 1 Hund unterwegs. Aktuell sind 20 Wohneinheiten nämlich auch mit Hund beziehbar. Diese Wohneinheiten liegen direkt an einem Hundestrand. Ideal also für einen unbeschwerten Urlaub mit Kind und Kegel.

Urlaub direkt am Strand – ein Traum geht in Erfüllung

Mein Traum war es schon immer direkt am Strand zu übernachten. Morgens von den ersten Sonnenstrahlen gekitzelt zu werden und noch aus dem Bett heraus das Meer und den Strand zu erblicken. Na…wer hat auch schonmal davon geträumt ? 🙂

Doch seit unseren Tagen in Hoek van Holland weiß ich … dieser Traum kann wahr werden und muss noch nicht mal horrend viel kosten! Genau das war damals nämlich meine Befürchtung. So eine Lage und dieser Komfort müssen doch ein Vermögen kosten.In der Nebensaison kosten die Villas für insgesamt 7 Tage zwischen 700-900 Euro. Hier kommt es immer auf den Tag der Ankunft an. Es gibt aber auch die Möglichkeit nur ein Wochenende, eine Kurzwoche oder eben auch 2 Wochen zu buchen. In den Ferien sind die Preise natürlich teurer. Aber auch hier kann man hier und da ein Schnäppchen ergattern.

Schlemmen und Genießen in unmittelbarer Nähe

Was gehört zu einem guten Urlaub? Neben einem bequemen Bett natürlich das gute Essen. Zumindest für mich. Wer mag, kann sich den kompletten Urlaub über verwöhnen lassen und braucht dabei noch nicht einmal den Kochlöffel zu schwingen. Knapp 250 m von den Villas entfernt gibt es eine Vielzahl an Beach Clubs. Hier ist für jeden Geldbeutel etwas dabei. Schlemmen und genießen ist hier überhaupt kein Problem.

Meine Favoriten waren:

Beachclub Royal – dieser Strandclub wurde schon mehrfach zum „besten Strandclub der Niederlande gewählt“

Villa on the Beach – gemütlicher Treffpunkt mit köstlichem Essen und einer großen Auswahl an holländischem Bier!

Wer jedoch auch mal gerne kochen möchte, findet in unmittelbarer Nähe der Villas, knapp 1,5 km entfernt, das Zentrum von Hoek van Holland mit genügend Einkaufsmöglichkeiten. Und wer Holland kennt, weiß – auch Sonntags kann man hier einkaufen!

Morgens kann man sich unter anderem bequem die am Vortag bis 11 Uhr bestellten Brötchen an der Rezeption abholen und so genussvoll in den Tag starten. Die Preise sind hier natürlich ein wenig teurer wie beim Bäcker – aber dafür muss man eben nicht ins Auto steigen und durch die Gegend düsen 🙂

Hoek van Holland und Umgebung

Dieser Küstenort ist nicht nur wegen des schönes 250 Meter breiten und 3,5 km langen Strandes bekannt. Pro Jahr fahren hier ungefähr 70.000 Schiffe auf dem Nieuwe Waterweg entlang in Richtung Rotterdam. Von Segelschiffen, großen Kreuzfahrtschiffen wie aktuell auch wöchentlich die AIDAPrima , kleinen Frachtern bis zu Mammuttankern und sogar Bohrinseln.

Von den Villas aus kann man diese Schiffe wunderbar beobachten – ohne jegliche Lärm oder Geruchsstörung. Zudem ist dieser wunderbare Strand ideal für kleine und große Drachenjäger. Was für Kitesurfer ein wahres Paradies ist war auch für meine Kids der Himmel auf Erden. Sie haben innerhalb der 7 Tage ein neues Hobby entdeckt und täglich ihre Drachen gen Himmel fliegen lassen. Egal wie stark der Wind wehte.

Wer die Tage nicht nur am Strand verbringen möchte, kann rund um Hock van Holland natürlich so Einges erleben.

Rotterdam & Hafen

Knapp 30 km entfernt liegt Rotterdam und bietet neben dem modernsten Hafen Europas zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten. Ideal für einen Tagesausflug!

Fort 1881 – Historische Pantzerfort

Das Fort 1881 gilt als am besten erhaltene Küstenbefestigung der Niederlande. Es wurde zur Verteidigung des Großraums Rotterdam gebaut. Vor Ort findet Ihr Fotos aus der deutschen Besatzungszeit sowie Dokumentationen zum Thema Atlantikwall.
Weitere Ausflugsmöglichkeiten findet Ihr auf der offiziellen Website von Hoek van Holland.

Mein Fazit: Die Landal Beach Villas sind der ideale Ort für ein paar Tage Erholung. Egal ob als Paar oder als Familie. Der Strand, die Lage, die Villas, die Beach Clubs, das Essen….einfach alles war stimmig.

Selten habe ich so einen entspannten und wunderbaren Urlaub mit der kompletten Familie verlebt. Es war einfach perfekt…die Kids konnten toben und spielen während wir die Sonne genossen haben. Hatten die Kids Hunger…kein Problem. Der Kühlschrank stand in unmittelbarer Nähe 🙂

 

Keine Kommentare zu Der perfekte Strandurlaub

Ab in den Wohnmobilurlaub: Tipps & Tricks

Wohnmobilurlaub – Schon darüber nachgedacht? Wer gern spontan und flexibel reisen möchte, für den ist Campen mit dem Wohnmobil eine tolle Möglichkeit den Urlaub zu verbringen. Auf Komfort braucht niemand…

Wohnmobilurlaub – Schon darüber nachgedacht? Wer gern spontan und flexibel reisen möchte, für den ist Campen mit dem Wohnmobil eine tolle Möglichkeit den Urlaub zu verbringen. Auf Komfort braucht niemand verzichten. Das Mini-Zuhause lässt sich gemütlich einrichten und macht unabhängig. Individueller kann man kaum reisen. Fernab vom Massentourismus und Pauschalurlaub entdeckt man mit dem Wohnmobil versteckte Orte und nette Hotels. Damit wird der Wohnmobilurlaub zu einem unvergesslichen Erlebnis. Im folgenden Artikel gibt es Tipps und Tricks für den Urlaub mit dem Wohnmobil. Wie finde ich das passende Wohnmobil? Was muss ich bei der Miete beachten? Hier beantworten wir diese Fragen. Viel Spaß beim Lesen!

Das passende Fahrzeug für den Wohnmobilurlaub finden

Für den ersten Urlaub mit dem Wohnmobil braucht man nicht gleich ein Eignes kaufen. Es empfiehlt sich erst einmal ein Fahrzeug zu mieten. Damit kann die Art des Reisens getestet werden. Auch wenn es manchmal so klingt – Campen ist nicht jedermanns Sache. Mit dem Mieten eines Reisemobiles geht man kein Risiko ein und kann sich in Ruhe vom Camping zu überzeugen.

Firmen, die Wohnmobile zum Camping verleihen, gibt es viele. Entweder entscheidet man sich für die lokal ansässigen Fahrzeugvermietungen oder informiert sich im Internet. Auf einigen Portalen kann man sich weltweit über Wohnmobile informieren. So ist es kein Problem sein Wohnmobil direkt am gewünschten Zielort im Ausland zu reservieren. Die Mietpreise bewegen sich zwischen rund 80 und 170 Euro pro Tag. Die Kosten hängen von Modell und der Saison ab. Die Saison in Deutschland sieht so aus:

  • Vorsaison: Januar bis März
  • Nachsaison: Oktober bis Dezember
  • Nebensaison: April
  • Zwischensaison: Mai und Juni
  • Hauptsaison: Juli bis September

Die Saisonangaben variieren von Vermieter zu Vermieter, können aber als Orientierung dienen. Wer sparen möchte und nicht an Ferienzeiten gebunden ist, der macht vor allen Dingen in der Vor- und Nachsaison gute Schnäppchen. In Zwischen- und Hauptsaison hingegen sind die Preise höher, da Wohnmobile jetzt deutlich mehr nachgefragt werden.

Wohnmobilurlaub Tipps Tricks - © Memorycatcher pixabay.com

Überzeugte Wohnmobil-Liebhaber, die entschlossen sind, sich ein Fahrzeug anzuschaffen, sparen besonders bei Gebrauchtfahrzeugen. Ähnlich wie bei Pkws sinkt der Wert von Wohnmobilen relativ schnell, so dass sich die Investition in ein nagelneues Fahrzeug nicht lohnt. In Schleswig-Holstein bietet beispielsweise die „Wohnmobil-Galerie“ Gebrauchtfahrzeuge an. Hier findet man über 200 gebrauchte Wohnmobile. Für jeden Bedarf gibt`s passende Modelle. Und sollte beim Händler nicht das perfekte Fahrzeug zu finden sein, lohnt es sich im Internet die Fahrzeugmärkte zu durchsuchen.

Welche Art von Wohnmobil ist eigentlich ideal und passt zu mir? Diese Frage stellen sich Käufer bei der Anschaffung. Welche Größe und welche Extras benötige ich? Paare mit Kindern sind mit einem Alkoven oder vollintegrierten Wohnmobil gut beraten. Sie bieten Platz für vier Personen. Besonders komfortabel sind die vollintegrierten Ausführungen. Für zwei bis drei Reisende reicht ein teilintegriertes Modell. Weniger anspruchsvolle Touristen kommen auch mit einem kompakten Camping-Bus aus. Zwei Personen reisen damit gut, allerdings lässt der Komfort in Sachen Wohnraum zu wünschen übrig. Für mehrwöchige Touren lohnt es sich über ein richtiges Wohnmobil nachzudenken.

Achtung Preisfallen – Wohnmobilurlaub gut vorbereiten!

Einer der häufigsten Stolpersteine beim Mieten eines Wohnmobils sind die inkludierten Frei-Kilometer. Reichen diese nicht aus, kann der Urlaub schnell sehr teuer werden. Eventuell muss man mit dem Vermieter sprechen, um diese anzupassen. Auch das nicht angemeldete Mitnehmen von Haustieren kann Probleme verursachen. Stellen Vermieter bei der Abgabe des Wohnmobils einen erhöhten Verschmutzungsgrad durch Tierhaare fest, dürfen sie Zusatzkosten für die aufwändigere Reinigung verlangen.

Hinweise zu Versicherungen für den Wohnmobilurlaub

Bei Mietfahrzeugen sind Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung üblich. Damit der Versicherungsschutz auch bei mehreren Fahrern gilt, sind alle Fahrer beim Vermieter anzugeben. Die Selbstbeteiligung sollte nicht zu hoch sein. Oft beträgt sie über 1.000 Euro. Beim Kauf eines eigenen Wohnmobils hängt der Versicherungsschutz von Alter und Zustand ab. Eine ergänzende Verkehrsrechtschutzversicherung kann bei Streitigkeiten hilfreich sein, ist aber kein Muss.

Stellplätze reservieren im Wohnmobilurlaub

Da Campingplätze in der Haupt- und Zwischensaison oft überfüllt sind, sollte im Vorfeld ein Stellplatz reserviert werden. So vermeidet man unnötiges Warten oder die Suche nach einem neuen Campingplatz. In der heutigen Zeit bieten viele Campingplatz-Verwaltungen die Online-Reservierung an. Somit ist die Buchung im Vorfeld sehr entspannt. Wer auf seiner Wohnmobiltour gern flexibel bleibt, der sollte sich darauf einstellen, dass der Campingplatz ausgebucht sein kann. Dann ist es sinnvoll eine Liste im Plätzen in der näheren Umgebung parat zu haben, um eine Alternative zu haben.

Wild Campen, das Campen außerhalb von ausgewiesenen Campingplätzen, ist an den meisten Orten verboten und kann zu hohen Bußgeldern führen. Besonders in Naturschutzgebieten und auf landwirtschaftlich genutzten Flächen ist das Campen nicht gestattet. Die gesetzlichen Regelungen sind länderspezifisch unterschiedlich. Auf dem CamperDays Blog gibt es zum Wildcamping einen informativen Beitrag.

Wohnmobilurlaub was beachten, © LaBailif pixabay.com

Der Führerschein-Check

In Deutschland, Europa oder auf weltweit: Vor Reiseantritt muss geprüft werden, ob der Führerschein für das Fahren eines Fahrzeuges im Wohnmobilurlaub ausreicht. „Die Führerscheinklasse B ist für Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis 3.500 kg geeignet und für die Fahrzeuge mit mehr als 3.500 kg zulässigen Gesamtgewicht wird die Führerscheinklasse C1 benötigt“, schreibt der ADAC auf seiner Internetseite. Beim Mieten spielt auch das Alter des Fahrers eine Rolle. Viele Vermieter verlangen Fahrpraxis.

Wohnmobil richtig beladen

Beim Beladen des Wohnmobils ist das maximale Gesamtgewicht, welches im Fahrzeugschein aufgeführt ist, von großer Bedeutung. Bei Unfällen kann ein überschrittenes Gesamtgewicht dazu führen, dass die Versicherung die Regulierung von Schäden verweigert oder von einer Mitschuld aufgrund des längeren Bremsweges ausgegangen wird. Um Personen- und Sachschäden vorzubeugen, muss das Gepäck für den Wohnmobilurlaub zuverlässig gesichert werden. Zwei Tipps:

  1. Während der Fahrt muss Gepäck mit Fixiergurten festgezurrt oder in verschließbare Schränke verstaut werden.
  2. Schwere Lasten immer tief platzieren, Leichtes oberhalb, um eine optimale Lastenverteilung zu gewährleisten.

Testfahrten mit dem Wohnmobil machen

Testfahrten sollten mit leerem und mit beladenem Fahrzeug gemacht werden. Das Gewicht hat entscheidende Auswirkungen auf das Fahrverhalten. Auf Testfahrten bekommt man ein gutes Gefühl dafür, wie sich das Wohnmobil in Kurven, auf Autobahnen und bei Wind verhält. Auch die Sichtverhältnisse und der Bremsweg lernt man besser einzuschätzen. Testfahrten geben Sicherheit und sollten selbstverständlich sein.

Sicheres Fahren mit dem Wohnmobil

Weitere Urlaubstipps zum Campen im Überblick:

© Fotos: pixabay.com, MemoryCatcher Foto 1 und 2, LaBailif Foto 3
Kooperationsartikel

1 Kommentar zu Ab in den Wohnmobilurlaub: Tipps & Tricks

Urlaub auf Teneriffa – Balsam für die Seele

Im Süden von Teneriffa, der einst nur durch Bettenburgen und schönes Wetter glänzte, hat sich viel getan. Die „Insel des ewigen Frühlings“, die geografisch auf der Höhe von Süd-Marokko und…

Im Süden von Teneriffa, der einst nur durch Bettenburgen und schönes Wetter glänzte, hat sich viel getan. Die „Insel des ewigen Frühlings“, die geografisch auf der Höhe von Süd-Marokko und West-Sahara liegt, bietet das ganze Jahr über ein ozeanisch-tropisches Klima ohne extreme Ausschläge. Durch den beständig wehenden Passatwind ist der Inselnorden grüner, aber auch regenreicher.

Adeje – Der Blick aufs Meer ist Balsam für die Seele, die frische Seeluft gut für die Gesundheit. Teneriffas Südwestküste ist ein verlockender Ort, um in der dunklen Jahreszeit Sonne zu tanken. Nicht umsonst gehört die größte der Kanaren-Inseln zu den beliebtesten Urlaubszielen der Deutschen.

Urlaub auf Teneriffa - Liane Ehlers-003

Spaziergang am Strand. (Fotos: Liane Ehlers)

Erst mal tief durchatmen und das Rauschen der Wellen genießen: So habe ich mir den perfekten Urlaub erträumt. Leise knirscht am Strand der schwarze Lavasand unter meinen Schuhen, als ich Richtung La Caleta gehe, um die Kalorien vom leckeren Essen abzulaufen. Auf einer Felsenplattform übt sich eine Yogagruppe in Atemtechnik und Gelassenheit. Pärchen sitzen am Strand, machen Selfies, und einige Angler geben die Hoffnung nicht auf, doch noch etwas fürs Abendessen zu fangen. Aus einer Strandbar dröhnt richtig gute Tanzmusik von einer Live-Band herüber. La Caleta, das ehemalige Fischerdorf, hat sich durch den Tourismus stark gewandelt, sich aber trotzdem einen gewissen Charme bewahrt. Noch heute gibt es dort einige hervorragende Fischrestaurants.

Hervorragende Rotweine locken beim Urlaub auf Teneriffa

Während die rote Sonne hinter der Nachbarinsel La Gomera im Meer versinkt und die grünste unter den sieben Kanaren-Inseln langsam von der Dämmerung umhüllt wird, genieße ich auf der großen Dach-Terrasse des „RIU Palace Tenerife“ den Sonnenuntergang und einen der hervorragenden Rotweine, die im Inselnorden angebaut werden. Selten hat mir ein spanischer Wein so gut geschmeckt.

Das Hotel, das nach umfangreichen Umbauarbeiten als Fünf-Sterne-Haus wiedereröffnet wurde, verfügt über eine 21.000 Quadratmeter große Gartenanlage mit Sandstrand und drei Pools, einer davon mit Blick aufs Meer, wo die manchmal stürmische Brandung durch künstliche Riffe gebremst wird. Schräg dahinter liegt das ebenfalls komplett renovierte Vier-Sterne-Schwester-Hotel „RIU Arecas“.

Farbenprächtige Promenade

Grün und bunt ist die Promenade mit ihren Palmen, Agaven und Bougainvilleen, die sich von der Playa de la Enramada bis zur Playa del Duque (Strand des Fürsten) zwischen Strand und Hotelbauten vorbeischlängelt. Dort pulsiert das Leben. Der hinter gelagerte Ort lässt in punkto Shoppen und Lokalitäten keine Wünsche offen. Wer beim Laufen genug Kondition hat, gelangt schließlich zum Jachthafen Puerto Colon mit seinen Katamaranen und Segelbooten, die von dort zum Delfin- und Whale-Watching starten. Auch das ist Urlaub auf Teneriffa.

Moby Dicks Heimat

Schon seit Jahrzehnten ist Teneriffas Südwesten ein Eldorado für diese Tourismusindustrie. Mehr als 20 verschiedene Walarten tummeln sich unweit der Küste im Atlantik. So ist es auch kein Zufall, dass der Film „Moby Dick“ (1956) über Kapitän Ahabs besessene Jagd nach dem „Weißen Wal“ in den kanarischen Gewässern gedreht wurde. Heute gibt es dort keine Walfänger mehr, den Tieren drohen jedoch andere Gefahren, z. B. durch Schnellfähren und U-Boot-Ortung, die die Tiere wie ein akustischer Blitzschlag trifft. Die Kritik von Umweltschützern am hemmungslosen Ausflugstourismus versucht die Regierung durch Regeln und eine Limitierung der Walfahrten zu begrenzen.

Urlaub auf Teneriffa bietet einmaligen Sternenhimmel

Wer Teneriffa besucht, kommt am Pico del Teide nicht vorbei, denn alle Wege führen dorthin. Seinen Namen bekam der Berg von den Ureinwohnern, den Guanchen, die den Berg „Echeyde“ nannten, was so viel wie „Höllenschlund“ bedeutet. Im Laufe der Zeit wurde im Spanischen daraus „El Teide“. Der vulkanische „Teide Nationalpark“ mit seinen spektakulären Landschaften, der vor mehr als 300.000 Jahren entstand, ist bei Wanderern sehr beliebt und zieht jährlich über drei Millionen Besucher an.

„Mit 3.718 Metern ist der Teide nicht nur der höchste Berg Spaniens, sondern auch der dritthöchste Inselvulkan der Welt“, erzählt Guide Jose Sanchez Garcia, der uns über einen Weg von der oberen Seilbahnstation (3.555 Meter hoch) zum Aussichtspunkt „Fortaleza“ führt, um dort den Sonnenuntergang auf Teneriffa zu erleben. Einen weiteren Superlativ, der Balsam für die Seele sein kann, hat der Pico del Teide zu bieten: einen Nachthimmel, der – vorausgesetzt es gibt keine Wolken – wegen seiner optimalen Bedingungen von der Unesco zur „Starlight Destination“ (Sternenlichtort) ernannt wurde. Astronomen bieten Nachtexkursionen mit mobilen Teleskopen an, allerdings sollte man sich winter-warm anziehen, um das in 2356 Metern Höhe genießen zu können.

[toggle title=”Anreise”]Verschiedene Airlines fliegen den Flughafen Teneriffa Süd an. Transferzeit zum RIU-Hotel ca. 20 Minuten. Delfin-und Wal-Watching: Boote für Walbeobachtungs-Touren starten auf Teneriffa ab Puerto Colon, Los Gigantos und Los Christianos. Die Touren dauern zwei bis drei Stunden. http://www.maritimaacantilados.com/[/toggle]

[toggle title=”Teide”]Die Seilbahn „Teleférico de Teide“ fährt täglich von 9 bis 16 Uhr in acht Minuten hinauf zum Gipfel des Berges und hinunter. Sie beginnt bei 2.356 Metern an der Landstraße TF-21 und führt zu einer Bergstation auf 3.555 Metern Höhe. Auf den Gipfeln von Teneriffa befinden sich einige der wichtigsten Sternwarten der Welt. „Volcano Life Experience“ bietet Sonderveranstaltungen zum Sonnenuntergang und zur Sternenbeobachtung. www.telefericoteide.com[/toggle]

[toggle title=”Reiseliteratur”]Gute Tipps gibt der Reiseführer „Teneriffa“, Dieter Schulz, Dumont, 296 S., 17,99 Euro.[/toggle]

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung!

Keine Kommentare zu Urlaub auf Teneriffa – Balsam für die Seele

Sri Lanka: Ayurveda bringt Doshas ins Gleichgewicht

Hupende Busse, knatternde „Tuk Tuks“, scheinbar lebensmüde Radfahrer, Kühe auf den Straßen, Frauen in leuchtenden Saris, weiße Dagobas und bunte Hindutempel, wilde Affen und Buddha-Figuren – so bunt ist Sri…

Hupende Busse, knatternde „Tuk Tuks“, scheinbar lebensmüde Radfahrer, Kühe auf den Straßen, Frauen in leuchtenden Saris, weiße Dagobas und bunte Hindutempel, wilde Affen und Buddha-Figuren – so bunt ist Sri Lanka. Das entspannende Kontrast-Programm ist eine Ayurveda-Kur im Siddhalepa Health Resort in Wadduwa, bei der Körper, Geist und Seele entgiften und erholsam in Fluss kommen. Ein angenehmer Nebeneffekt: Die Haut wird straffer und ganz nebenbei purzeln die Kilos, ohne Hungern und Selbstkasteiung. BREITENGRAD53-Autorin Liane Ehlers hat es ausprobiert.

Die Fahrt von Colombos Flughafen nach Wadduwa dauert eineinhalb Stunden. Dann plötzlich diese Stille. Wir sind von der Hauptstraße auf einen unscheinbaren Weg abgebogen, erreichen nach zehn Minuten das Siddhalepa Ayurveda Health Resort, das direkt am Indischen Ozean liegt, eingebettet in einen Park aus 300 verschiedenen tropischen Bäumen, die sonst nirgendwo an den Küsten wachsen. Es gibt nur noch das Zwitschern der Vögel, das Quieken der Streifenhörnchen, Endlosstrände und den Sound der Wellen. Ganz gelegentlich mal das Rauschen des Zuges von Colombo nach Galle, das man aber kaum wahrnimmt.

Hatha-Yoga am Pool

Ommmmm…… Alles fließt. In der Ruhe und im tiefen Durchatmen liegt die Kraft, morgens um sieben Uhr beim Hatha-Yoga am Pool unter Palmen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich jeden Morgen so früh dazu aufraffen könnte. Aber wenn ich’s weglasse, fehlt mir was. Aus dem deutschen Winter kommend, nach kalorienreichen Weihnachts- und Karnevalstagen, ist besonders in der Fastenzeit eine Ayurveda-Kur im feucht-warmen Klima Sri Lankas genau das Richtige, um Körper, Geist und Seele eine Entgiftung und Erholungspause zu gönnen.

Sri Lanka - Ayurveda - Liane Ehlers-019

Hatha-Yoga am Pool (c) Fotos: Liane Ehlers

Ayurveda ist Anamnese mit Pulsdiagose

Ayurveda, das ist das „Wissen vom langen Leben“. Jeder Mensch sei ein Abbild des Kosmos, erfahre ich. Wie er bestehe auch der Mensch aus Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum. Zur Gesundung gilt es, die drei Doshas (Bio-Energien) Vata, Pitta und Kapha auszugleichen. Die müssen jedem Typ entsprechend in ein harmonisches  Gleichgewicht gebracht werden. Vata steht für leicht gestresst, Pitta ist eher ein feuriger Typ. Europäer haben meistens einen hohen Kapha-Anteil. Das heißt, sie sind leicht träge und für asiatische Verhältnisse ein wenig zu dick. Nachdem meine  Ayurveda-Ärztin Dr. Arunakanthi (38) das nach einer gründlichen Anamnese mit  Puls-Diagnose und sehr persönlicher Befragung  geklärt hat, legt sie die Behandlung fest.

Ayurvedisch essen mit Genuss

Körper-, Kopf- und Fuß-Massagen mit Kräuterölen für Reinigungs- und Verjüngungskuren, ayurvedische Medikamente und ein von Dr. Arunakanthi verordneter Speiseplan sorgen dafür, dass alles erholsam in Fluss kommt.  In dem mit zahlreichen „Green Awards“  ausgezeichneten Resort kann man am ayurvedischen Buffet zwischen Fisch- und vielen Gemüse-Curries, Dhal-Curry aus gelben Linsen frischem Obst und süßen Sesambällchen wählen. Dieser Dosha-Ausgleich ist ein Genuss und so gut wie fettfrei, was der Chefkoch bei einem Kochkurs demonstriert.

Die flinken Hände von Therapeutin Semirha (44) lockern beim Massieren mit reichlich Kräuteröl und Säckchen voll Kräuterreis die Muskulatur. Kräuterbäder sorgen für Entspannung. Shirodhara (Öl-Stirnguss) und sonntägliche Meditation bringen Ruhe ins Gehirn. Wer kein Ayurveda im „Siddhalepa“ macht, meist sind das mitgereiste Ehemänner,  kann im  Strandrestaurant am gleich daneben aufgebauten Buffet die leckere internationale Küche genießen.

Männer entdecken heilsame Kraft

Aber immer mehr Männer entdecken auch die heilsame Kraft des Ayurveda für sich. Lag ihr Anteil vor zehn Jahren noch  unter zehn Prozent, steigt er jetzt  kontinuierlich. Holger (42), Eventmanager aus Düsseldorf, und Jan (51), Zahnarzt aus Köln, sind begeistert. Sie haben sich auf die Kur, zu der auch ein Verzicht auf Alkohol, Kaffee und Zigaretten gehört, voll eingelassen und wollen auf jeden Fall wiederkommen.

Kein Quecksilber in der Medizin

Fünf Ayurveda-Ärztinnen und 16 Therapeuten (fünf männliche) arbeiten im Therapiezentrum. Der Spa-Manager spricht fließend Deutsch und kann bei Bedarf Übersetzungshilfe leisten, denn Umgangssprache ist Englisch. Dr. Arunakanthi hat, wie ihre Kolleginnen sechs Jahre studiert. Zwei Tage die Woche arbeitet sie auch im Siddhalepea Hospital in Colombo. Die Eigentümerfamilie des Resorts blickt auf eine über 200jährige ärztliche Tradition zurück. In diesem Resort muss man keine Angst haben, durch Quecksilber oder Schwermetalle vergiftet zu werden.

Seit dem Gesundheits-Skandal, der Ende 2015 durch die deutschen Medien ging, haben die Ayurveda-Resorts in Sri Lanka einen Rücklauf verspürt. Das habe das Gesundheitsministerium veranlasst, sichere Resorts zu zertifizieren, wie Marketingchef Ushan Edirisinghe  bei einem Besuch der Produktionsstätten am Stadtrand von Colombo erklärt. Einmal die Woche bietet das Resort eine kostenlose Besichtigung an. „Wir verwenden hier kein Quecksilber“, erklärt er. „Die Produktion findet unter ständiger Aufsicht eines Arztes statt.“

Beim Besuch in der Fabrik erfahre ich viel über die Herstellung ayurvedischer Medizin aus Blüten, Blättern, Rinden und Wurzeln.  Aralu, Bulu und Nelli heißen die „Zaubermittel“ aus der Natur, die Dr. Arunakanthi mir verordnet hat. Sie entgiften den Körper und lassen die Pfunde in Verbindung mit den wohltuenden Massagen von  Semirha ganz nebenbei schmelzen: Fünf Kilo in 14 Tagen! Gut gelaunt und total entspannt kann ich jetzt in den kommenden Frühling heimfliegen.


[toggle title=”Anreise”]Emirates fliegt ab Hamburg, Düsseldorf und Frankfurt via Dubai nach Colombo. SriLankan Airlines fliegt ab Frankfurt direkt nach Colombo. Allgemeine Auskünfte gibt es auf der Länderseite des Auswärtigen Amtes. Für die Einreise besteht Visumpflicht. Vorab die Adresse www.eta.gov.lk nutzen.[/toggle]

[toggle title=”Lage”]Das Siddhalepa Ayurveda Health Resort hat 50 Zimmer in Bungalow-Form und liegt direkt am Strand von, etwa 65 km südlich vom Flughafen Colombo. Im Strand-Restaurant bietet es Mahlzeiten (ayurvedisch und international) als HP. Bei Zubuchung einer Ayurveda-Kur ist auch das Mittagessen darin enthalten. Die Anlage verfügt über einen Swimmingpool. Getränke (Ayurveda-Tee und warmes Wasser sind kostenlos) gibt es den ganzen Tag über im Restaurant neben der Empfangshalle. Siddhalepa hat Dependancen in Berlin, Bad Homburg und Bad Schandau.[/toggle]

[toggle title=”Fit und aktiv”]Hatha-Yoga täglich um 7 und 17 Uhr, sonntags geführte Meditation, Fitnessraum. Einmal wöchentlich: Kochkurs, Führung durch den Gemüse- und Kräutergarten, Besichtigung der Medizinfabrik. Buchbar bei Dertour-Reisebüros: Preisbeispiel: Siddhalepa Ayurveda Resort in Wadduwa (4 Sterne), 1 Übernachtung/DZ/HP, ab 42 Euro/ Person. Die Ayurveda-Kur kann zugebucht werden. Ermäßigungen für Ayurveda-Kur: ab 6 Tagen 5%, ab 13 Tagen 8%, ab 21 Tagen 11 %. Für Dertour-Gäste gibt es zudem 55+ und 60+ und Single-Vorteile.[/toggle]

[toggle title=”Reise-Lektüre”]„Sri Lanka“, Reise-Know how-Verlag, 22,50 Euro. „Sri Lanka“, Reise-Taschenbuch von Martin H. Petrich, Dumont, 17,99 Euro.[/toggle]

 

[mappress mapid=”84″]

Keine Kommentare zu Sri Lanka: Ayurveda bringt Doshas ins Gleichgewicht

Die Bar am Ende der Welt

Der Mann auf dem Quad zieht eine Staubwolke wie eine Herde Büffel hinter sich her. Nachdem er sein Gefährt mit einer filmreifen Vollbremsung zum Stehen gebracht hat, steigt er lässig…

Der Mann auf dem Quad zieht eine Staubwolke wie eine Herde Büffel hinter sich her. Nachdem er sein Gefährt mit einer filmreifen Vollbremsung zum Stehen gebracht hat, steigt er lässig vom Motorrad, mustert seine neuen Gäste, tippt sich kurz an den Cowboyhut und bringt im breitesten australischen Dialekt ein kaum verständliches „G’day“ über die Lippen. Wow! Steve Price, der Besitzer der Asses Ears Wilderness Lodge, sieht tatsächlich genauso aus wie man sich Crocodile Dundee vorstellt, seitdem Paul Hogan den Job als Krokodilsfänger an den Nagel gehängt hat.

Stahlblaue Augen funkeln uns aus einem braungebrannten, wettergegerbten Gesicht entgegen. „Wie wär’s mit einem Bier?“, fragt Steve, der zum Glück bemerkt hat, dass uns allen schon die Zunge aus dem Hals hängt. Bei Temperaturen von gut 36 Grad im Schatten kein Wunder. Unsere kleine Gruppe von Rucksacktouristen und Individualurlaubern könnte es glatt mit den drei Australian Sheperds aufnehmen, die inzwischen um uns herum hecheln. Also schmeißen wir nur kurz unsere Klamotten in die Hütten, die Steve an Touristen vermietet, und finden uns schnell an seiner gut sortierten Bar ein.

Grampians sind drei Stunden von Melbourne entfernt

Steves Refugium liegt in den Grampians, drei Autostunden von Melbourne entfernt. Der 167.000 Hektar große Nationalpark gilt als Paradies für Naturfans, Wanderer, Kletterer, Mountainbiker, Fotografen und Tierliebhaber. Wälder, Felsen und Wasserfälle soweit das Auge reicht. „Ich bin seit 35 Jahren mit meiner Familie hier“, erzählt uns Steve. „Vorher bin ich ein bisschen durch Europa und Asien getravelt, hab in Kanada und Neuseeland gelebt.“

Und wie kommt man dann zu dieser Lodge in the middle of nowhere, fragen wir entgeistert. Steve zuckt mit den Schultern. „Ich hab das Land bei einer Auktion gekauft. Aus Versehen. Als ich es gesehen habe, wollte ich es gleich wieder loswerden, schließlich gab es hier keinen Schnee wie in Kanada, und irgendwie war es mir auch viel zu heiß. Tja, und dann bin ich doch geblieben.“

Der Australier zählt zu den Tourismus-Pionieren in den Grampians. Er startete mit Übernachtungen für einheimische Urlauber, Rucksacktouristen und Schulklassen, bot geführte Wanderungen und Tierbeobachtungen an. Inzwischen besitzt er ein eigenes Rollfeld für kleine Flugzeuge, einen Fuhrpark an Quads, und die Urlauber kommen mittlerweile aus der ganzen Welt. „Mein nächster Nachbar wohnt etwa vier Kilometer entfernt von mir. Der lebt zusammen mit 3000 Schafen.“ Steve schüttelt grinsend den Kopf. „Da sind mir die Urlauber doch lieber. Ich mag es, nette Leute kennenzulernen!“

“Feuerbrunst rollte auf uns zu”

Etwas zu erzählen gibt es immer. Die ganze Familie Price – sechs Kinder gehören dazu – scheint das Abenteuer im Blut zu liegen. Steves aus England stammende Frau trainiert Rennpferde, einer seiner Söhne nutzte seinen Europa-Trip dazu, im spanischen Pamplona als Stierläufer mitzurennen. „Gib niemals auf!“, scheint das Motto dieser Familie zu lauten. Dieser unbezwingbare Wille – und etwas Glück – bewahrten sie auch davor, im Jahre 2014 alles zu verlieren. „Es war der 3. Januar und ich schaute gerade die Australian Open im Fernsehen, als die Feuerbrunst auf uns zurollte“, erzählt Steve und zeigt uns Fotos, auf denen seine Lodge von riesigen, schwarzen Rauchwolken umgeben ist. „Das Feuer hat uns überrollt wie in einem Bruce Willis-Film, aber wir haben es geschafft, es uns vom Hals zu halten. Wir konnten alle Gebäude retten“, erzählt er stolz und nimmt noch einen Schluck von seinem Bier. Erst nach Stunden können wir uns von Steves spannenden Geschichten losreißen. Draußen zirpen die Grillen, die Nacht ist warm. Über uns funkelt ein Sternenhimmel von einzigartiger Schönheit. Das Kreuz des Südens leuchtet uns den Weg zu den Hütten. „Stolpert nicht über die Kängurus!“, warnt uns Steve noch, bevor er seine kleine Bar am Ende der Welt schließt.

 

Grampians bieten Natur und Kultur

In den Grampians entdecken Australien-Urlauber endlose Wälder, skurrile Felsen, Wasserfälle (z.B. die MacKenzie Falls) und weite Ausblicke. Man kann aber auch die Kultur der Aborigines erfahren, so gibt es z.B. einige Höhlenmalereien im Nationalpark. Wer mehr über die Aborigines wissen möchte, sollte das „Brambuk National Park and Cultural Centre“ in Halls Gap besuchen. Mit fünf Känguru- und Wallaby-Arten bieten die Grampians die größte Vielfalt dieser Spezies im australischen Bundesstaat Victoria. Außerdem gibt es jede Menge Koalas, Emus, Opossums und sogar die seltenen Schnabeltiere. Mehr Infos zu Steves Lodge Allgemeine Infos zu Victoria (auf Deutsch): http://de.visitmelbourne.com/

[alert style=”grey”]Lesetipp: Ein geheimnisvoller Stein der Aborigines, magische Träume, ein altes Familiengeheimnis und eine neue Liebe: Der Reise-Roman „Der Stein der Schildkröte“ von Susan de Winter vereint dies alles und macht Lust darauf, die Koffer zu packen und nach Australien zu fliegen. Die Schauplätze des neuen Buches befinden sich in Victoria und werden im Anhang näher beschrieben. „Sehr kurzweilig geschriebener Reise- und Lebensroman. Die Erzählerin schafft es perfekt, tolle Landschafts- mit witzigen Situationsbeschreibungen zu kombinieren.“ (Leser-Meinung, 16 Rezensionen/5,0 Sterne). Hier geht es direkt zum Buch „Der Stein der Schildkröte“ [/alert]

[mappress mapid=”81″]

 

Keine Kommentare zu Die Bar am Ende der Welt

Urlaub in Ägypten: Manchmal nicht wie aus 1000 und einer Nacht

Urlaub wie aus 1000 und einer Nacht: Sonnenschein, exotisches Essen, Tauchen und Schnorcheln im Roten Meer oder hochklassige Hotels mit perfektem Service – Urlaub in Ägypten verspricht Erholung, Kultur, Abenteuer…

Urlaub wie aus 1000 und einer Nacht: Sonnenschein, exotisches Essen, Tauchen und Schnorcheln im Roten Meer oder hochklassige Hotels mit perfektem Service – Urlaub in Ägypten verspricht Erholung, Kultur, Abenteuer und Exotik. Doch die Realität sieht in einigen Regionen oftmals anders aus: Wer Urlaub in der Sonne sucht und dafür in Kauf nimmt, das Hotelgelände nicht zu verlassen, ist zumindest in der Makadi Bay am Roten Meer genau richtig: Kultur, schöne Landschaften oder Exotik? Fehlanzeige!

Der Reiseleiter der Reisegruppe schwört die gerade angekommen Gäste auf die nächsten Urlaubstage in Makadi Bay, einer Bucht am Roten Meer, etwa 30 Kilometer von Hurghada entfernt, ein. “Es gibt hier drei Arten von Religionen”, sagt Ahmed schmunzelnd. “Moslems, Christen und Verkäufer.” Hier sei handeln Volkssport und niemand zahlt den Preis, den ein Verkäufer in Ägypten zuerst nennt. “Eher ein Viertel des Preises ist gerechtfertigt.” Selbst in der Apotheke sind die Preise verhandelbar, was bei vielen Gästen aus Deutschland ein ungläubiges Kopfschütteln hervorruft. Das gelte auch für das Durchfallmittel “Antinal”, dass hier in Ägypten fast jeder Urlauber irgendwann brauche. “Bakterien!”, sagt Ahmed, “Wir haben hier andere Bakterien als in Europa. Das Gemüse und Obst in der Küche wird nicht immer mit Trinkwasser gewaschen, so dass der Durchfall irgendwann sicher kommt.” Und da hilft eben dieses Mittel, dass in der Apotheke in Makadi Bay rund 25€ kostet, in Hurghada selbst allerdings nur 5€. Auch den Grund kennt der Reiseleiter nur zu gut: “Die Ladenbesitzer hier im Resort zahlen rund 5.000€ Miete für die kleinen Parzellen pro Monat.” In der Stadt seien die Läden deutlich günstiger. Und wie gesagt: Hier wird um alles gehandelt.

Apropos Stadt, Hurghada ist laut Ahmed auf jeden Fall eine Reise wert und auch da gibt es zwei Möglichkeiten für die Gäste. Entweder man fährt mit dem Shuttlebus vom Hotel für 6€ pro Person oder mit dem Taxi. “Das kostet vom Hotel zur Stadt knapp 20€ und von der Stadt vom Hotel knapp 10€.” Vorausgesetzt man handelt gut mit dem Taxifahrer. Der größte Teil der Reisegruppe entscheidet sich für den Shuttlebus, der um 15.10 Uhr am Hotel wartet. Die Fahrt dauert etwa 30 Minuten und ist eher abschreckend. Außer ein paar Sicherheitskontrollen sieht man viel Sand und jede Menge Dreck am Wegesrand. Hier ein paar leere Häuser, Zäune und vereinzelt der Versuch, für Touristen etwas aufzubauen. So sieht die “Delphin World” im nirgendwo am Straßenrand nach Hurghada ebenso absurd aus, wie die “Aqua World”, zu der die Touristen aus den Hotels der Makadi Bay in der Regel kostenlos gefahren werden. Der Eintritt ist in den All-Inklusive-Angeboten der Hotels meistens inbegriffen.

Makadi Bay_2

Typisches Bild in Hurhgada

Highlight an der Endstation ist ein leeres Einkaufszentrum

Nach rund 35 Minuten Fahrtzeit erscheint die Silhouette von Hurghada. Dort angekommen fühlen sich die Touristen, als würden sie eine große Baustelle besichtigen. Allerdings wird hier offensichtlich seit Jahren nicht mehr gebaut und so ist es auch nicht verwunderlich, dass nirgendwo ein Bauarbeiter dafür aber viel Dreck und Bauschutt zu sehen ist. “Das sieht hier schon seit Jahren so aus”, weiß Walter aus Köln, der ebenfalls im Bus sitzt und schon ewig zum Tauchen hierher kommt. Große Rohbauten zeigen von einer regen Bautätigkeit, die aus welchen Gründen auch immer, abrupt beendet worden sind. Auf die meisten Urlauber ist der Anblick eher abschreckend als einladend und der Eindruck wird auch nicht besser, als die Gruppe den Busbahnhof in Hurghada erreicht hat und jetzt den rund dreistündigen Aufenthalt startet.

Das Highlight gleich vorweg: Genau gegenüber vom Busbahnhof ist ein großes Einkaufszentrum, dass allerdings nur zu einem Viertel mit Ramsch-Läden gefüllt ist. Warum die Reisegruppe ausgerechnet an diesen Fleck in Hurghada gefahren worden ist, bleibt das Geheimnis der Veranstalter. Ansonsten bietet die Stadt in diesem Teil nicht mehr, als der Stadtrand: Schmutz, leere Rohbauten und pausenlos hupende Taxen.

Makadi Bay_3

Viele Bauten am Stadtrand von Hurghada sind Ruinen. (Fotos: Jörg Pasemann)

Die Makadi Bay ist ein gutes Gebiet zum Schnorcheln

Während der eine Teil der Gruppe vergeblich versucht, irgendetwas Schönes zu finden, steigen einige in ein Taxi, um nach “Downtown” von Hurghada gefahren zu werden oder zurück ins Hotel. Für 100 Ägyptische Pfund hat Walter einen Taxifahrer gefunden, der ihn zurück ins Hotel fährt. Auch hier schwanken die Preise von 350 bis 100 Pfund, die natürlich auch Verhandlungssache sind. Vom Taxifahrer erfährt er, dass das schöne Hurghada eher in der Altstadt, also in “Downtown” zu finden ist. Gerade aus dieser Sicht stellt sich die Frage, warum die Touristen ausgerechnet hier abgeladen werden. Nach einem kurzen Zwischenstopp des Taxifahrers irgendwo in der Stadt, geht es dann zurück auf die Straße in Richtung Makadi Bay.

Das Fazit für diese Reise fällt Walter zum Schluss ganz leicht: “Um Urlaub am Meer zu machen und Sonne zu tanken, ist Makadi Bay in Ägypten im Moment relativ günstig und richtig – für mehr aber auch nicht.”

Abenteuer Taxi in Hurghada

In Hurghada müssen Sie kein Taxi suchen, das Taxi findet sie! Wer am Straßenrand steht oder geht, wird ununterbrochen an gehupt und von den Taxifahrern gerufen. Handeln ist oberste Pflicht, aber auch Vorsicht ist geboten: Oft tauschen unseriöse Taxifahrer beim Bezahlen größere Geldscheine unbemerkt in kleinere Noten ein, und ehe sich die Fahrgäste versehen, wird unter lautem Geschrei die angeblich fehlende Menge an vereinbartem Geld verlangt. So wird die Fahrt dann deutlich teurer, als ursprünglich verhandelt.

[mappress mapid=”76″]

Keine Kommentare zu Urlaub in Ägypten: Manchmal nicht wie aus 1000 und einer Nacht

Dubrovnik, die „Perle der Adria“

Es ist die drittgrößte Handelsflotte des Mittelmeeres: 5.000 Matrosen befahren auf 160 Schiffen die Meere. Der Schiffbau hat die Republik, die von rund 70 Konsulaten in aller Welt vertreten wird,…

Es ist die drittgrößte Handelsflotte des Mittelmeeres: 5.000 Matrosen befahren auf 160 Schiffen die Meere. Der Schiffbau hat die Republik, die von rund 70 Konsulaten in aller Welt vertreten wird, reich gemacht. Die Kaufleute verkaufen Salz und exportieren Silber aus Bosnien und Serbien. Aus Angst vor räuberischen Venezianern und Türken mauern sich die Einwohner in ihrem Hafen ein. Die steinerne Burg der Festung Sveti Ivan gibt ihnen Sicherheit.

Ein halbes Jahrtausend ist es her, dass Dubrovnik die „Perle der Adria“ war. Zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert erlebte die Metropole, damals als Republik Ragusa bekannt, ihre erste Blütezeit. Sie war eine der wichtigsten Handelszentren in der Region. Diese Hochzeit endete 1667 nach einem verheerenden Erdbeben, das die Wirtschaft des „stolzen Schönen“ am südlichen Ende Kroatiens nachhaltig schädigte. Mit der Aufnahme der Altstadt Dubrovniks in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes 1979 rückte sie erstmals wieder in den Fokus der breiten Öffentlichkeit, durch ihre Belagerung und Bombardierung durch die Jugoslawische Volksarmee während des Kroatienkrieges Anfang der 90er Jahre ein zweites Mal. Die Wiederentdeckung der Stadt durch die Tourismusindustrie in den Jahren danach und schließlich der Beitritt Kroatiens zur EU 2013 haben der dalmatische Metropole am Wasser mehr Leben zurückgegeben, als diese an schönen Sommertagen vertragen kann.

„Dubrovnik wird von Feriengästen regelrecht besetzt”„Dubrovnik wird von Feriengästen regelrecht besetzt”, klagt Djuro Capor, der sich in einer Bürgerinitiative gegen die tägliche Urlauber-Invasion engagiert. Hunderte Busse umkreisen zwischen Juni und September Tag für Tag die autofreie Altstadt, zwischen 25.000 und 30.000 Touristen drängen sich vom frühen Morgen bis Mitternacht durch deren Gassen. So mancher Fremder zahlt extra dafür, dass er auf den 1.940 Meter langen und bis zu sechs Meter breiten Stadtmauern von Dubrovnik spazieren gehen darf. Die größten Wellen an Feriengästen ergießen sich aus den Kreuzfahrtschiffen, die Dubrovnik in immer kürzeren Intervallen anlaufen.

Dubrovnik-0060

Die kroatische Adriaküste zählt zu den saubersten Gewässern im gesamten Mittelmeerraum.

Wir sind im Mai hierhergekommen. Und wir erleben eine zauberhafte Reise in die Vergangenheit – nicht nur in der Altstadt Dubrovniks, sondern entlang der gesamten Küste Richtung Süden bis zur Grenze zu Montenegro. Diese Region wird auf einer Breite von etwa drei Kilometern durch die zu Bosnien und Herzegowina gehörende Gemeinde Neum vom übrigen Kroatien getrennt. Elf Kilometer südlich von Dubrovnik liegt Mlini – ein glänzender Edelstein im schmalen kroatischen Gürtel entlang des Meeres. Uns fällt zuerst die üppige mediterrane Vegetation auf. Mlini hat flache Stein- und Steinstrände, Blumengärten und Promenaden, Hotels, Villen und Ferienhäuser. Der Name Mlini kommt von den Mühlen, die in der Vergangenheit benutzt wurden um das Wasser aus dem Fluß Zavrelje zu heben. Wir springen ins Meer. Es ist jetzt noch kühl, vielleicht 19, 20 Grad, aber klar und herrlich erfrischend. Die kroatische Adriaküste zählt zu den saubersten Gewässern im gesamten Mittelmeerraum.

Dubrovnik-0114

An den Stränden von Dubrovnik.

Hier ist es sauber – im Wasser und an Land

Wir fahren weiter nach Cavtat – eine Landzunge, auf der man sich wie in Italien fühlt, am Gardasee, in Salo, oder an der italienischen Adria, in Rimini. Aber hier ist es sauberer als dort – im Wasser und an Land. Keine leere Tüte oder Dose, kein Papier, keine Zigarettenkippe liegt auf der wunderschönen Promenade entlang des kleinen Hafens. „Fast so sauber wie in der Schweiz“, sagt ein Münchener Urlauber lächelnd zu seinem Begleiter. Liebevoll angelegte Blumenbeete, weiße Decken auf den Tischen der Terrassen der Restaurants vor historischen Häusern, die sorgfältig und mit „feinem Pinsel“ restauriert wurden, machen die 2.000-Einwohner-Verwaltungssitz der Kommune Konavle zu einem zauberhaften Ferienort. Auch in vielen anderen Dörfern an den meist steinigen Buchten entlang der Küste und auf den nur wenige hundert Meter vorgelagerten Inseln spürt man, dass die Kroaten sich um Feriengäste bemühen, kein Wunder, trägt der Tourismus doch weit mehr als die Hälfte zum Bruttoinlandsprodukt des Staates bei. Abseits der beliebten Pfade jedoch stößt man auch in Dalmatien auf Bauruinen, noch nicht ganz abgerissene oder noch nicht ganz fertiggestellte Gebäude, auf Müllhalden und löchrige Straßen.

Dubrovnik-0103

Vom Boot aus ins Wasser springen, tauchen, schnorcheln – Urlaub pur an den Stränden vor Dubrovnik. (Fotos: Jürgen Hoffmann)

Einen Tag reservieren wir für einen Ausflug in die Inselwelt vor Dubrovnik. Wir fahren mit einem Fischerboot zur Insel Kolocep – im traumhaft schönen Hafen Donje Celo muss man eine Pause machen – und weiter zum Eiland Lopud, das eine der schönsten Badestrände Kroatiens besitzt, vor dem im Sommer jeden Tag bis zu 100 Yachten, Ausflugsdampfer und kleine Speedboote Anker werfen. Vom Boot aus ins Wasser springen, tauchen, schnorcheln – Urlaub pur. In den blauen Himmel schauen, Freiheit fühlen. Am Abend dann eine gemischte Fischplatte am Strand „Copacabana“ auf der Halbinsel Lapad. Nicht puderfeiner Sand wie in Brasilien empfängt uns hier, sondern ein Kiesstrand mit betonierter Liegefläche. Als Entschädigung nehmen wir die schöne Aussicht auf die Inseln Daksa und Elafiten auf einer Seite und auf die halbhängende Brücke, die einzigartig in der Welt ist, auf der anderen Seite.

Dass in dieser Region vor kaum 25 Jahren Krieg herrschte, Bomben flogen und Häuser brannten – kaum vorstellbar. Heute wird im malerischen Dubrovnik nur noch zum Spaß und vor allem zum Geldverdienen gekämpft: Wenn das Filmteam des US-Fernsehsenders HBO eine neue Folge der Serie „Game of Thrones“ dreht, weht auf der historischen Stadtmauer die Flagge des Hauses Baratheon, werden im ehemaligen Kloster auf der Insel Lokrum neue Ränke geschmiedet und lernt im Botanischen Garten des Dorfes Trsteno der “Königsmörder” Jaime Lannister sein Schwert mit der linken Hand zu führen. Dann erleben die Einwohner von Dubrovnik wieder einmal eine Zeitreise ins Mittelalter.

Das

[mappress mapid=”40″]

(Titelfoto: aarstudio / fotolia.de)

Keine Kommentare zu Dubrovnik, die „Perle der Adria“

Der Fisch, der aus der Tiefe kommt

Der ewige Frühling, das wohltuende Klima, die üppige Flora und Fauna, das Wanderparadies – es gibt viele gute Gründe, diese Insel ins touristische Herz zu schließen. Ein weiterer kommt aus…

Der ewige Frühling, das wohltuende Klima, die üppige Flora und Fauna, das Wanderparadies – es gibt viele gute Gründe, diese Insel ins touristische Herz zu schließen. Ein weiterer kommt aus den Untiefen des Atlantiks. Mit Angelhaken wird er stolze 1 500 Meter nach oben befördert, so wie es seit vielen Jahrzehnten gute Fischertradition ist: Der Schwarze Degenfisch. Ein sagenumwobener und räuberischer Tiefseebewohner, der – zumindest innerhalb Europas – nirgendwo anders als hier zuhause ist. Mit scharfen Zähnen ist er bewaffnet und mit seiner dunklen Lederhaut alles andere als hübsch anzuschauen, fachgerecht zubereitet ist er allerdings ungemein lecker und für den kulinarisch interessierten Madeira-Besucher ein absolutes Muss. Aber nicht nur er: Als Fischliebhaber kommt man auf der portugiesischen Atlantikinsel in jeder Hinsicht auf seine Kosten.

Madeira Degenfisch

Der mittlerweile weltbekannte schwarze Degenfisch ist einer von rund 290 Tiefseefischarten, die vor Madeira in den vergangenen. Jahrhunderten gefangen wurden. (Fotos: Brigitte Geiselhart)

Abendessen im Restaurant „Estalagem do Vale“ in São Vicente. Roberto Mendonça serviert Schwarzen Degenfisch – nicht mit Bananen wie auf Madeira in der Regel üblich, sondern mit Passionsfrucht. Dazu wird ein Bouquet aus Mango, Tomaten, Apfel und Zucchini gereicht. Ein Gericht, das wie auf der Zunge zergeht. „Die Zubereitung ist wirklich einfach. In Mehl und Ei panieren, ein wenig Zitrone darüber träufeln und frittieren“, wie der 40-jährige Chefkoch erklärt. „Mir ist diese Variante am liebsten. Weil der Fisch dabei sehr saftig bleibt. Außerdem empfinde ich die geschmackliche Ergänzung durch die Passionsfrucht sehr reizvoll. Besonders wichtig ist mir aber, dass alle Zutaten direkt aus Madeira stammen.“ Roberto Mendonça ist Koch aus Leidenschaft, so wie seine Brüder auch – das nimmt man ihm gerne ab. „Kochen, das ist einfach mein Ding“„Kochen, das ist einfach mein Ding“, so sein Credo. Zuhause hat er allerdings meist keine Zeit dafür – höchstens wenn er Urlaub hat. Dann freuen sich auch seine Frau und seine Kinder ganz besonders darauf, wenn der Ehemann und Papa Madeirensische Spezialitäten serviert. In seinem Restaurant kocht Mendonça auch gerne live vor seinen Gästen und unterhält sich ganz nebenbei mit ihnen, was natürlich gut ankommt. Und wenn die Gäste gerne selbst kochen möchten, dann dürfen sie das auch. Bei Gruppen mit rund zehn Personen ist das besonders beliebt. „Das geht beim Grillen auf der Terrasse genauso wie in der Indoor-Küchenzeile. Ich gebe dann nur ein paar Anweisungen. Den Rest müssen die Leute selbst erledigen“, sagt er verschmitzt.

Der mittlerweile weltbekannte schwarze Degenfisch ist einer von rund 290 Tiefseefischarten, die vor Madeira in den vergangenen Jahrhunderten gefangen wurden. Bewundert werden kann er natürlich auch auf dem berühmten Fischmarkt der Inselhauptstadt Funchal. Kaum zu glauben, dass er eher zufällig entdeckt worden sein soll. Der Sage nach war ein Fischer aus dem Dorf Camara de Lobos in seinem Boot eingeschlafen – weil er dem einheimischen Wein ein wohl überreichlich zugesprochen hatte. Seiner glücklicherweise sehr langen Angelschnur und dem bleibeschwerten Haken war das aber egal, und so drangen beide zusammen mit dem Tintenfischköder in immer tiefere Meeresregionen vor. Aus seinem Nickerchen erwacht, staunte der Fischer offenbar nicht schlecht, als er seine Schnur wieder aufwickelte und nicht wie beabsichtigt eine Makrele, sondern einen fremdartigen Raubfisch mit einer Länge von knapp eineinhalb Meter am Haken hatte.

Soviel zur Geschichte. Heute ist der „Espada“ – wie er in der Landessprache genannt wird – neben der traditionellen Stickerei und Korbflechterei und dem Madeirawein längst zum Markenzeichen der portugiesischen Atlantikinsel geworden und auf der Speisekarte jedes renommierten Restaurants natürlich nicht wegzudenken. Auch nicht das gegrillte Thunfisch-Steak oder der Oktopus. In Wein mariniert und gegrillt, mit Rosmarin, Karotten, Peperoni und Zwiebeln kann man diesen im Restaurant Apolo in Funchals Altstadt genießen. „Erst mal den Tintenfisch kochen, bis er weich wird – nicht zu lange, nicht zu kurz“, lässt Küchenchef Michael Garcèz ein wenig in seine ganz spezielle Zubereitungsart blicken. „Zwiebeln in Olivenöl dünsten, Oliven dazu und natürlich Knoblauch. Peperoni in Scheiben schneiden, rösten schälen und auf den Fisch legen, so dass es bedeckt ist und somit weich bleibt. Im Ofen alles fertig backen.“ Und weiter? „Alles kann ich natürlich nicht verraten. Der Rest bleibt mein Geheimnis“, lächelt der 26-Jährige, der vorher bei einer großen Hotelkette angestellt war und in einem der ältesten Lokale der Insel neue berufliche Herausforderungen sucht.

Hat man als Nicht-Fischesser ein Problem auf Madeira?

Bleibt die Frage, ob man als Nicht-Fischesser ein Problem auf Madeira hat? Keineswegs. Michael Garcèz ganz persönliches Lieblingsgericht ist „Espetada em pau de louro“. Rindfleisch am Spieß – genauer gesagt am Lorbeerstock. Gewürzt mit Salz und Lauch, am Holzfeuer gegart. Dazu gebratene Polentawürfel. Und „Bolo do caco“ – gegrilltes Brot mit Knoblauchbutter passt sowieso überall dazu. Schmeckt alles klasse und vor allem authentisch. Zur Verdauung gibt’s übrigens „Poncha“ – wie die Einheimischen sagen „Medizin“. Nach Madeira-Art. Besteht aus Orangensaft, Zucker und ordentlich weißem Rum. Wird mit einem Holzlöffel verrührt und kalt getrunken. Und wirkt. Hundertprozentig.

Das

[mappress mapid=”34″]

Hinweis: Die Autorin wurde von Alltours auf diese Reise eingeladen.

 

Keine Kommentare zu Der Fisch, der aus der Tiefe kommt

Aufregend schön: Eine Korbschlittenfahrt auf Madeira

Es geht bergab. Steil bergab. Bis zu knapp 50 Stundenkilometer sollen in den kommenden Minuten erreicht werden, wie zu hören ist. Zuvor aber heißt es Platz zu nehmen, in einem…

Es geht bergab. Steil bergab. Bis zu knapp 50 Stundenkilometer sollen in den kommenden Minuten erreicht werden, wie zu hören ist. Zuvor aber heißt es Platz zu nehmen, in einem etwas eigenartig anmutenden Gefährt – einem zweisitzigem Sessel, vielleicht auch einer Art Mischung aus Korbsofa und Wäschekorb auf Holzkufen. Und sich von der Vorstellung zu verabschieden, dass man Schlitten nur im Winter und auf eisigem Untergrund fahren kann. Schon Ernest Hemingway, der Europa zwischen den beiden Weltkriegen ausgiebig bereiste, soll diese Rutschpartie genossen und als eines der aufregendsten Erlebnisse seines Lebens beschrieben haben.

Eventuelle Angst ist also völlig unbegründet. Schließlich ist man in der Obhut von Antonio Rodriguez oder anderen ganz in weiß gekleideten und mit Strohhüten ausgestatteten Männern. „Bleibt cool“, sagt der 37-Jährige mit vertrauensvoller Miene. „Ihr werdet sehen, das wird ein Riesenspaß.“ Sich per Korbschlitten vom rund 600 Meter hochgelegenen Nobelort Monte in Richtung Inselhauptstadt Funchal fahren zu lassen, das gehört auch im 21. Jahrhundert für viele Madeira-Urlauber zu den „Must Do-s“ – der gewünschte Adrenalin-Ausstoß ist in jedem Fall gesichert.

Korbschlittenfahrt auf Madeira

Korbschlittenfahrt auf Madeira für die ganze Familie. (Fotos: B. Geiselhart)

Was für Touristen eine außergewöhnliche Attraktion ist, das ist für Antonio allerdings ein „ganz normaler“ Arbeitstag. Sechs Tage pro Woche geht er seinem Job als „Korbschlittenzieher,“ auch „Carreiros“ genannt, nach – außer, wenn sonntags ein Kreuzfahrtschiff im Hafen von Funchal anlegt. Dann ist auch am siebten Tag der Woche Dienst angesagt und dann kann es sein, dass für ihn und seine Kollegen nicht nur die sonst üblichen drei oder vier, sondern bis zu zehn Touren zu bewältigen sind. „Wir arbeiten im Team mit insgesamt 150 Männern und werden pro Fahrt bezahlt. Für jede Fahrt erhält jeder von uns zehn Euro – die restlichen fünf Euro pro Passagier gehen an das Unternehmen. Sie können sich also ausrechnen, dass man damit vielleicht gerade seine Familie ernähren kann, aber dabei sicher nicht reich wird“, erzählt Antonio. „Aus meiner Sicht dürften also gerne mehr Kreuzfahrtschiffe kommen“, fügt er schmunzelnd hinzu.

“Fußball? Ich brauche keinen Sport mehr!”

Früher hat Antonio in seiner Freizeit gerne Fußball gespielt. Heute schenkt er sich das. „Ich bin abends einfach zu müde und brauche keine sportliche Betätigung mehr“, sagt er. Unzufrieden ist er dennoch nicht. „Beruf ist eben Beruf“ heißt seine Devise. Carreiro zu sein, das ist in seiner Familie längst Usus. Der Großvater hat damit angefangen, dann sein Vater, jetzt er und seine Brüder. Und wenn er selbst einmal Kinder haben sollte? Dass seine Söhne auch in diese Fußstapfen treten, das kann sich Antonio durchaus vorstellen. „Eigentlich wollte ich Krankenpfleger werden – dann hätte ich auch weiße Arbeitskleidung tragen dürfen“, kommt Antonio ein wenig ins Plaudern. Doch dann starb sein Vater und der Sohn musste seine bereits angefangene Ausbildung abbrechen, um Geld für sich und seine Familie zu verdienen. Und so ist aus dem ursprünglichen beruflichen Traum eben nichts geworden.

Korbschlittenfahrt auf Madeira

Sechs Tage pro Woche gehen die „Korbschlittenzieher,“ auch „Carreiros“ genannt, ihrem Job nach, der durchaus anstrengend sein kann.

Jetzt geht’s aber endlich los. Startpunkt direkt an der Kirche Nossa Senhora do Monte. In flotter Geschwindigkeit werden bereits die ersten Kurven angesteuert. Keine Frage, der Spaßfaktor ist für die Korbschlittenpassagiere enorm. Meist sind die Schlitten mit zwei Personen besetzt, manchmal auch mit drei. Was für die Männer in Weiß natürlich mit noch größerer körperlicher Anstrengung verbunden ist. An flacheren Stellen müssen die beiden Lenker schon mal kräftig ziehen, in steileren Passagen mit bis zu 21 Prozent Gefälle heißt es auf dem glatten Asphalt eher zu bremsen und vor allem fachgerecht zu lenken. Also runter von den Kufen, abspringen, an den Seilen ziehen, Luft lassen – ganz sicher nichts für Anfänger. Gut, dass die Männer auf ihr solides Schuhwerk vertrauen können, in diesem Fall Lederschuhe mit ganz speziellen Gummisohlen. Lebensdauer der Sohlen: Nicht länger als zwei Monate.

„Ja, das Korbschlittenfahren auf Madeira ist wirklich was einzigartiges“, hatte Reiseleiterin Teresa Costa bereits im Vorfeld erzählt. Interessant zu erfahren, dass die „Carros de Cesto“ früher zu den ersten öffentlichen Verkehrsmitteln auf Madeira zählten – allerdings nur talwärts. Straßen gab es Anfang des 19. Jahrhunderts noch nicht auf Madeira, und für Pferd und Wagen waren die Wege aufgrund ihrer erdrückenden Enge und der Steilheit des Geländes ungeeignet. Alte Menschen, Kranke und wohlhabende Reisende, trug man in Hängematten oder Sänften von Monte in die Stadt hinunter. Bis ein schlauer Einwohner auf die geniale Idee der Korbschlitten kam. Das von zwei Männern angestoßene und gelenkte Gefährt auf Kufen war als Transportmittel eine große Erleichterung. Wieder nach oben ging es auf Ochsenkarren, sowohl für die Körbe, als auch für die Passagiere.

Korbschlittenfahrt auf Madeira

Der Spaßfaktor ist für die Korbschlittenpassagiere enorm, die Korbschlittenzieher leisten dabei harte Arbeit. Besonders in den Kurven…

Auch das mag dem Touristen von heute vielleicht in den Sinn kommen, wenn er bei der unbeschreiblich schönen Korbschlittenfahrt sich genüsslich zurücklehnen und die Gedanken ein wenig schweifen lassen darf. Nach rund 15 Minuten ist das Spektakel vorbei. Schön war’s und einzigartig – wie von Teresa Costa versprochen. Noch einmal durchschnaufen und dem Abenteuer ein wenig nachspüren. Der Bus wartet aber schon. Ein Abstecher nach Camacha könnte jetzt genau das Richtige sein. Dort darf man sich mit der für Madeira ebenfalls so berühmten Kunst des Korbflechtens ein wenig vertraut machen. Für die Korbschlittenzieher geht es hingegen wieder hinauf nach Monte – zu Fuß oder mit dem LKW. Der Tag ist noch jung. Die eine oder andere Tour sollte da schon noch herausspringen. Und für die abendliche Müdigkeit ist bei Antonio Rodriguez und seinen Kollegen mit Sicherheit gesorgt.

[toggle title=”Anreise”]alltours bringt seine Gäste ab allen großen deutschen Flughäfen, wie Düsseldorf, Berlin, Hamburg, Frankfurt, München nach Funchal. Hauptverkehrstage sind dienstags, donnerstags, samstags und freitags. Angeboten werden Flüge mit Air Berlin, Condor, tuifly, Germania, TP und vielen weiteren Fluggesellschaften.[/toggle]

Das Ziel dieser Reise

[mappress mapid=”34″]

Hinweis: Die Autorin wurde von Alltours auf diese Reise eingeladen.

 

Keine Kommentare zu Aufregend schön: Eine Korbschlittenfahrt auf Madeira

Halldór Laxness: Ein Mann wie Island

Und dann das Fernglas, natürlich ist es da, wo es immer war, auf dem Fenstersims. Für Halldór Laxness war das Fernglas immer ganz wichtig. Jeden Tag, wenn er zuhause war,…

Und dann das Fernglas, natürlich ist es da, wo es immer war, auf dem Fenstersims. Für Halldór Laxness war das Fernglas immer ganz wichtig. Jeden Tag, wenn er zuhause war, stand er hier in seinem Wohnzimmer im ersten Stock und schaute hindurch und hinaus. Richtung Westen, über den Garten mit dem kleinen Pool und dem Pferdedenkmal hinaus in die große Weite des Mosfellstals, das bei guter Sicht weit hinten, nur ganz knapp vor dem Horizont, noch auf den Nordatlantik trifft.

Sicher, die Gegend zwischen den Bergen links und rechts sah jeden Tag gleich aus, karg, einsam, schroff, und doch entdeckte Halldór Laxness immer wieder eine neue Kleinigkeit, die ihn zum Nachdenken brachte. Einen Busch, einen Baum, einen Stein. Das reichte oft schon, als Inspiration für eine neue Erzählung, eine kleine Geschichte oder einen großen Roman.

Genau 60 Jahre sind vergangen, seit er 1955 den Literaturnobelpreis erhielt, als einziger Isländer bislang. Halldór Laxness, den sie in seiner Heimat heute noch als wichtigsten Autoren des Landes verehren – ein Mensch, der selbst aber mit all seinen Wendungen und Wandlungen doch so widersprüchlich war. Ein Mann, dessen Leben man sich hier nähern kann, im Laxness-Museum Gljúfrasteinn, seinem alten Wohnhaus im Südwesten Islands. An einem einsamen Ort, wo man sich am Ende der Welt fühlt. Und manchmal noch ein wenig dahinter.

Wie innig sich die Isländer ihren Schriftstellern verschrieben haben, das sieht man alleine bei einem Bummel durch Reykjavik, das 2011 von der Unesco als erst fünfte Stadt weltweit offiziell zur Literaturstadt ernannt wurde. Die Läden, in denen sich die meisten Einheimischen tummeln, das sind die Buchhandlungen in der Austurstræti und der Skólavörðustígur, den beiden Einkaufsstraßen der Hauptstadt, mit ihren Lesecafés und Schmökerecken. Freie Plätze an einem Samstagnachmittag, ein Glücksfall.

Halldór Laxness Gljúfrasteinn

Der Ort, in dem der einzige Literaturnobelpreisträger Islands gewohnt hat: Gljúfrasteinn.

Island, also nicht nur das Land der Trolle und der Vulkane, der Gletscher und Geysire. Sondern eben auch das Land des Halldór Laxness und vieler anderer Dichter, deren Geschichte keiner besser kennt als Arthúr Björgvin Bollason. Bollason ist 64, viele Jahre lebte er in Freiburg, Frankfurt, München, er arbeitete als Lehrer, Journalist und Deutschland-Korrespondent für das isländische Fernsehen und schrieb selbst viele Bücher. Eines davon handelt von einer Reise durch seine Heimat, auf den Spuren von Autoren und Literaten. Der Isländer sei ein Menschenschlag, der gerne Geschichten hört, aber auch gerne erzählt, sagt Bollason einmal während der gemeinsamen Fahrt zum Laxness-Haus durch den Süden Islands, wo es vorbei geht an dampfenden Quellen, hell erleuchteten Gewächshäusern und dem tosenden Gulfoss, dem bekanntesten Wasserfall des Landes.

Und wie ein Wasserfall redet auch Bollason, ein Schwall an Wortkaskaden.

Anekdoten, Episoden, Schmonzetten. Von einem halb erblindeten Scharfrichter berichtet er, der sich im 17. Jahrhundert bei der Hinrichtung eines Delinquenten so stümperhaft anstellte, dass er bis zur erfolgreich vollzogenen Enthauptung 36 Schläge brauchte und die Isländer schon damals ihrem Ruf als weltgrößte Dilettanten gerecht worden seien. So wie nun vor knapp sieben Jahren bei der katastrophalen Finanzkrise 2008.

Ob die Henker oder Banker, alles Versager.

Oder von dem ganz eigenen Humor seiner Landsleute, den auch Ronald Reagan nicht verstand, 1986. Reagan traf sich hier damals mit Michael Gorbatschow, der Gipfel von Reykjavik gilt heute als der entscheidende Wendepunkt im Kalten Krieg. Unter Begleitung von Staatspräsidentin Vigdís Finnbogadóttir unternahmen beide in einer freien Stunde einen Ausflug zum Thingvellir, dem Nationalpark mit der großen Grabenbruchzone zwischen amerikanischer und eurasischer Kontinentalplatte, als die Erste Frau Islands im Scherz zu Reagan sagte: „Jedes Jahr schieben sich die Platten mehr auseinander. Irgendwann müssen sich die Isländer entscheiden, ob sie zu Moskau oder Washington gehören wollen.“ Abends, viele Stunden später beim Staatsbankett, habe Reagan dann beunruhigt bei Finnbogadóttir nachgefragt: „Und wann, denken Sie, wird die Entscheidung fallen?“

Halldór Laxness hatte sich schon früh entschieden. Sein Haus Gljúfrasteinn, eine halbe Auto-Stunde vom Thingvellir entfernt, liegt im Westen auf der amerikanischen Seite. Und doch wandte er sich Moskau zu.

Halldór Laxness, geboren 1902, gestorben 1998, ein Leben im 20. Jahrhundert. in jungen Jahren reiste er viel durch Europa, in einem Kloster in Luxemburg konvertierte er zum Katholizismus. Dann, in den Dreißiger Jahren ging er nach Hollywood, in der naiven Überzeugung, seinen Roman „Salka Valka“ zu verfilmen, doch das Projekt scheiterte, was wollte Hollywood schon mit einem Isländer. Amerika enttäuschte ihn, mehr noch erschütterte ihn aber der Gegensatz zwischen Reich und Arm. Laxness wurde zum SozialistenLaxness wurde zum Sozialisten, bereiste die Sowjetunion, und als er sich 1945 zurück in seiner Heimat wieder in Gljúfrasteinn niederließ, wetterte er in seinem Roman „Atomstation“ mit Vehemenz gegen die Pläne der US-Amerikaner, die auf dem gerade von Dänemark unabhängig gewordenen Island für 99 Jahre einen Militärstützpunkt errichten wollten.

1955 dann der Literaturnobelpreis, in einer Zeit, in der sich seine Bücher schon wieder weniger als sozialistische Pamphlete lasen, sondern mehr als eine detaillierte und bildhafte Beschreibung der isländischen Gesellschaft. Es ging nicht mehr um das weltpolitische Universum, sondern um den heimischen Mikrokosmos, und doch blieb er immer auf der Seite der Schwachen, als ein literarischer Kämpfer für die Gerechtigkeit.

Halldór Laxness_pool

Ein Pool, der nie kalt wird. Dank der heißen Quellen ist auch der Pool am Haus von Halldor Laxness immer warm. (Fotos: Florian Kinast)

Immer öfters weilte Laxness mit den Jahren zuhause, spazierte alleine oder mit seiner Frau Audur Sveinsdóttir auf Wanderwegen durch die verlassene Landschaft des Mosfellstals, die Gegend seiner Kindheit, oder viele Kilometer entlang des Kaldakvísl, einem kleinen Gebirgsbach, der direkt am Haus vorbei plätschert. Immer mit einem Zettel in der Hand und einem Bleistift. Inspirationen sind unberechenbar, sie können jeden Moment vorbeikommen, da ist es gut, etwas zum Schreiben dabei zu haben. Als Halldór Laxness mit 96 Jahren starb, hinterließ er das Haus, in dem er ein halbes Jahrhundert lebte, wirkte und durchs Fernglas schaute.

Was blieb, war ein beeindruckendes Museum, am Rande zwischen Thingvellir nach Reykjavik. Mit Erinnerungsstücken wie der imposanten Standuhr in der Eingangshalle, über die Laxness einmal schrieb, die Sekunden würden hier nicht wie hektisch emsig herumkrabbelnde Käfer vergehen sondern in aller Gemächlichkeit wie Kühe, die nur so schnell gehen würden wie sie müssten. Mit dem großen Flügel, auf dem er regelmäßig spielte, auf dem es heute noch jeden Sonntag Klavier-Konzerte gibt. Mit dem winzigen und witzigen Globus inmitten der prall gefüllten Buchregale, auf dem Island als riesige Insel allein von einem winzigen Blau umgeben auf einem kleinen Weltmeer schwimmt. Und mit dem schmucken Jaguar vor der Tür, dem weißen Luxus-Auto Modell „Mark 2“ mit dem 3,4-Liter-Motor, den die Museumsbetreiber im Winter dann immer in der Garage parken.

Der alte Sozialist mit dem Luxusauto also

Als man mit Arthúr Bollason auf der Schnellstraße 36 durchs Mosfellstal nach Reykjavik zurückfährt, bleibt von Halldór Laxness das Bild eines Mannes voller Gegensätze. Irgendwie schien er doch wohl sehr zerrissen. Zerklüftet wie seine Heimat. Oft gärend wie der Boden, brodelnd wie die Vulkane. So wechselhaft wie das Wetter hier.

Ein Mann wie Island.

[toggle title=”Laxness Museum“]Gljúfrasteinn, Laxness Museum, 270 Mosfellsbaer, Island.
Telefon +354 5868066.
www.gljufrasteinn.is/de[/toggle]

[toggle title=”Öffnungszeiten“]Sommer (1. Juni bis 31. August)
Täglich von 9.00 – 17.00 Uhr.
Winter (1. September bis 31. Mai)
An allen Wochentagen außer Montags von 10-17 Uhr.[/toggle]

[toggle title=”Eintrittspreis“]Eintrittspreis: 800 Kronen (ca. fünf Euro)
Kinder unter 18 Jahre: Eintritt frei[/toggle]

[toggle title=”Anreise“]Nach Island kommen Sie unter anderem mit Icelandair, täglich ab Frankfurt, mehrmals wöchentlich Direktflüge ab Hamburg, München. Aktuelle Angebote: Vier Tage Kurzurlaub inklusive Flug und Hotel mit Frühstück ab 349 Euro. Weitere Infos unter www.icelandair.de[/toggle]
Das

[mappress mapid=”33″]

Hinweis: Der Autor wurde von Icelandair auf diese Reise eingeladen

Keine Kommentare zu Halldór Laxness: Ein Mann wie Island

New York aus der Vogelperspektive

New York – Der „Paradiesvogel“ aus Köln/Bonn ist sicher gelandet. Wer sich allerdings die wahren Paradiesvögel der Stadt ansehen möchte, der sollte sich etwas länger auf dem Times Square aufhalten….

New York – Der „Paradiesvogel“ aus Köln/Bonn ist sicher gelandet. Wer sich allerdings die wahren Paradiesvögel der Stadt ansehen möchte, der sollte sich etwas länger auf dem Times Square aufhalten. Hier trifft man Spiderman, Batman, Elvis, diverse Toy-Story-Figuren, das Times-Square-Baby, Iron Man oder die grüne Fee. Wer es allerdings lieber etwas ruhiger und höher mag, für den ist ein Blick aus der Vogelperspektive die bessere Wahl. Auf dem Rockefeller Center befindet sich eine Aussichtsplattform, die einen atemberaubenden Blick auf die pulsierende Stadt bietet.

Und ein – vor allem in Deutschland – bekannter Paradiesvogel stößt am zweiten Tag unserer Reise zu uns: Thomas Gottschalk. Gummibärchen-Botschafter von HARIBO, der auf dieser Tour natürlich nicht fehlen darf. Auf der Citytour mit dem offenen Doppeldeckerbus erklärt er auf seine humorvolle Art und Weise diese Großstadt. Erzählt von seinen Erlebnissen mit Prominenten, die hier in der Stadt wohnen oder von der Lebenseinstellung der Amerikaner. Gottschalk ist eben Gottschalk. Immer für einen Scherz zu haben. Auch wenn in New York einige Straßen wegen eines Umzugs gesperrt sind: Wer Gottschalk kennt, weiß, dass ihn das nicht daran hindert, die ernst blickenden Polizisten auf der Straße mit einem lockeren Spruch zu überreden. Doch in New York klappt das nicht. Niemand kennt hier den großen blonden Showmaster aus „Germany“. Und so muss der Bus brav weiter geradeaus fahren. „Egal! Dann machen wir die Stadtrundfahrt eben nur mit Rechts abbiegen, wenn links alles gesperrt ist…“, weist Tommy den Fahrer an. Die Gäste im Bus lachen und sind zufrieden, Thomas Gottschalk auch – Dafür liebt das deutsche Publikum den großen Showtitan: Nie um eine Ausrede verlegen.

New York bebt – Überall ist Lärm, überall Hektik

Wer Ruhe und Erholung sucht, der sollte New York weiträumig umfahren. Die Stadt lebt, nein bebt: Überall ist Lärm, überall blinkt es. In den Restaurants flimmern an jeder Ecke große Bildschirme mit Nachrichten- oder Sportsendungen. Der Times Square ist ein einziger riesiger Bildschirm. Menschen versammeln sich vor einer großen Leinwand auf dem Times Square und freuen sich, wenn sie sich auf einer Videowand sehen. Burn-Out-Shopping durch ständigen Lärm und visuelle Reizüberflutung. Wenn ich hier leben würde, ich wäre der erste Mensch mit dieser Krankheit. Oder man trifft eben diese „Filmfiguren“, die sich gerne mit Urlaubern fotografieren lassen und dafür Geld kassieren. Aufgrund der Vielzahl dieser Figuren scheint das ein lukratives Geschäft zu sein. Vor allem, wenn die Indios, die in Deutschland in den Fußgängerzonen „El cóndor pasa“ singen, in New York lieber als „Iron Man“ verkleidet als Fotomotiv herumlaufen.

Highline New York

Die “High Line Park” ist eine Art “Park auf Stelzen”. Eine alte Hochbahn-Trasse wurde 2009 zu einem Erholungspark umgebaut. (Fotos: Jörg Pasemann)

Aber es gibt auch wunderschöne Stellen in New York. Der „High Line Park“ im Meatpacking District zum Beispiel. Hier wurde 2009 eine alte Hochbahn-Trasse zu einer Art “Park auf Stelzen” umgebaut, der tolle Einblicke in die Stadt und auf den Hudson River bietet. Oder der „Central Park“, die Lunge der New Yorker, der mitten in der Stadt liegt. Neben den zahlreichen Wegen, auf denen die New Yorker spazieren gehen können, fanden hier schon legendäre Konzerte Stadt: Simon and Garfunkel haben hier zum Beispiel am 19. September 1981 vor einer halben Million Besuchern kostenlos gespielt. Ein weiterer Anziehungspunkt ist „Strawberry Fields“, die Gedenkstätte für John Lennon, die Yoko Ono errichtet hat. Zu finden ist diese Gedenkstätte unweit des Dakota Buildings, vor dem John Lennon am 8. Dezember 1980 einem Attentat zum Opfer fiel.

Top of the Rock bietet atemberaubenden Blick

Sehr gut zu sehen ist der gesamte Central Park von der Aussichtsplattform „Top oft the Rock“ auf dem Rockefeller Center. Diesen Anblick sollte sich jeder New York-Besucher gönnen, denn der Blick von da oben über die gesamte Stadt ist atemberaubend. Wer von dem anstrengenden Stadtbummel großen Appetit hat, den würde ein Essen im „Gallagher’s Steakhouse“ gefallen. Schon in der Schaufensterscheibe ist gut zu erkennen, welche Spezialitäten das Restaurant anbietet: Ein ganzer Kühlraum voller Rindersteaks.

Die kurze Zeit reich eigentlich nicht aus, um alle wichtigen Orte in New York zu sehen: “Ground Zero” zum Beispiel. Dort, wo am 11. September 2001 zwei Flugzeuge in die Zwillingstürme des World Trade Centers geflogen sind und 2.749 Menschen starben, befindet sich das “World Trade Center Memorial”, das an die Opfer und den Anschlag erinnern soll. Oder ein Spaziergang über die “Brooklyn Bridge”, das eigentliche Wahrzeichen der Stadt. Von der Brücke aus bietet sich ein toller Blick über den East River auf die Skyline der Stadt.

Nach drei Tagen New York heißt es Abschied nehmen von der Stadt, die niemals schläft. Der TUIfly-Tropifrutti-Flieger macht sich auf den Rückflug nach Deutschland. An Bord sind 60 zufriedene Gewinner, die New York bei schönem Wetter und Thomas Gottschalk kennengelernt haben und mit jeder Menge tollen Eindrücken nach Hause kommen. Und wie sagt Marco Alfter von HARIBO am Ende der Reise auf dem Flughafen in Köln/Bonn so schön: „Haribo macht Kinder froh und Erwachsene ebenso.“ Recht hat er!

 

Hinweis: Der Autor wurde von TUIfly und HARIBO auf diese Reise eingeladen.

Keine Kommentare zu New York aus der Vogelperspektive

Mit dem Paradiesvogel nach New York

Der bunte „Paradiesvogel“ kam wie ein begossener Pudel um die Ecke des Flughafens Köln/Bonn. Es war genau 12 Uhr und der Himmel hatte mit diesem schönen Flugzeug kein Erbarmen: Es…

Der bunte „Paradiesvogel“ kam wie ein begossener Pudel um die Ecke des Flughafens Köln/Bonn. Es war genau 12 Uhr und der Himmel hatte mit diesem schönen Flugzeug kein Erbarmen: Es regnete gnadenlos. Zur Taufe der neuen Boeing 737-800 hatten sich TUIfly und HARIBO eigentlich schöneres Wetter gewünscht. Mit auf dem Rollfeld des Flughafens standen rund 80 Gewinner, die eine Jungfernreise nach New York gewonnen hatten.

Und so war es eine schnelle, unspektakuläre Zeremonie, die Jan Hilrichs von TUIfly, Marco Alfter von HARIBO, Flugkapitän Andreas Helzel sowie der Goldbär von HARIBO, der natürlich nicht fehlen durfte, durchgeführt haben. Unter dem Applaus der inzwischen durchnässten Gäste wurde der „Paradiesvogel“ mit einer kräftigen Ladung Sekt getauft.

Nachdem der offizielle Teil beendet war, konnten die Gäste endlich einsteigen und die Reise nach New York starten. Der Flug X3 8122 führte – mit einem kleinen Tankstopp über Keflavik in Island – in die USA. Der Himmel klarte vor Island auf und so konnten die Fluggäste wunderbar den berühmteste Vulkan der Insel, den Eyjafjallajökull, oder die ebenfalls weltberühmte „Blue Lagoon“ sehen. In Island selbst musste Kapitän Helzel einige Minuten warten, bis die Versorgung vom Bodenpersonal gestartet wurde. „Die Mitarbeiter mussten das Flugzeug erst mal fotografieren“, sagte der Kapitän amüsiert über den Bordfunk.

Blue Lagoon_Island tuifly

Ein seltener Anblick: die weltberühmte “Blue Lagoon” auf Island aus der Vogelsperspektive. (Fotos: Jörg Pasemann)

Nach weitern fünf Stunden Flugzeit setzte die Maschine dann erstmals in New York auf. Nachdem die Formalitäten der Einreise erledigt waren, warteten zwei Busse am Flughafen, die die Gewinner ins Hotel brachten. Auch wenn der “Newark Liberty Airport” nur 26 Kilometer vom Hotel in der Innenstadt entfernt ist, waren auf der kurzen Strecke schon die ersten Ausläufer der Metropole zu spüren. Stau, soweit das Auge reicht. Gerade in der Rush Hour, in der wir in die Stadt fahren mussten, ging es nur im Schritttempo weiter. Auch die Idee unseres Busfahrers Hong, durch den „Holland Tunnel“ zu fahren, brachte keine Besserung. Es reihte sich Auto an Auto.

Das Hotel „Marriott Marquis New York“ liegt genau am Times Square in New York. Und wer von den Gästen vom langen Flug noch nicht übermüdet war, der machte sich am Abend auf eine Erkundungstour durch eine der verrücktesten Städte der Welt. Am Sonntag steht eine Citytour auf dem Programm. Und unser Reiseführer, wie sollte es bei HARIBO anders sein, ist kein geringerer als Thomas Gottschalk. Ich hoffe nur, er hat genug Gummibären in der Tasche.

 

Hinweis: Der Autor wurde von TUIfly und HARIBO auf diese Reise eingeladen.

Keine Kommentare zu Mit dem Paradiesvogel nach New York

Island – Im Land der Geysire und der heißen Quellen

Die fliegen heute nicht mehr! Das war mein erster Gedanke, der mir durch den Kopf schoss, als ich früh morgens am Flughafen in meinem Hotelzimmer aufgewacht bin. Die ganze Nacht…

Die fliegen heute nicht mehr! Das war mein erster Gedanke, der mir durch den Kopf schoss, als ich früh morgens am Flughafen in meinem Hotelzimmer aufgewacht bin. Die ganze Nacht schepperte mein Fenster. Der, der angeklopft hatte, war der Sturm. Und der kam noch nicht mal alleine. Er brachte jede Menge Schnee mit. So viel Schnee, dass ich mir am Vorabend noch nicht mal sicher war, das der Bus mich von der “Blue Lagoon” überhaupt zum Hotel bringen konnte. Island zeigte sich von der besten Seite.

Island stand bei mir ganz oben auf der Liste, der Länder, die ich unbedingt noch bereisen wollte. Gleich nach Norwegen, Neuseeland und noch vor Schottland. Irgendwie habe ich mir die Natur dieser Länder ähnlich vorgestellt. Gewaltige Landschaften, die auf ihre Art einzigartig sind. Und so trat ich meine Reise nach Island voller Vorfreude an. Vor allem, weil das Thema der Reise mit viel Wasser zu tun hat. Warmes Wasser. Island ist schließlich das Land der Geysire und der heißen Quellen.

Island Landschaft

Island empfängt mich grau-weiß. Die Insel besteht aus Lavagestein mit Moosbewuchs und ganz wenigen Bäumen. (Fotos: Jörg Pasemann)

Den ersten Isländer, den ich am Flughafen getroffen habe, war unser Guide Arthur Bollason, ein blonder Hüne mit perfekter deutscher Aussprache. Er war genau der Typ Mann, den ich mir als Isländer vorgestellt hatte: Groß und blond. Isländer, erklärte Arthur unserer Gruppe, neigen dazu, viele Geschichten zu erzählen. Und wie sich später herausstellte, war er offensichtlich der König der Isländer. “Arthur ist groß und blond – Isländer eben”Ein Reiseführer, wie er besser nicht hätte sein können: Schriftsteller, Autor, Journalist, Bote am Präsidialamt. Glaubt man seinen Erzählungen, wurden viele seiner Schüler berühmte isländische Persönlichkeiten, denn nach dem Abitur beim “Deutschen Akademischen Austauschdienst” war Arthur in Island auch als Lehrer am Gymnasium und als Lehrbeauftragter an der Universität tätig. Seine Mutter war Fotomodell, sein Vater Chef von Icelandair, der nationalen Fluglinie, die neben Flugzeugen auch viel Hotels besitzt. Er ist auf der Insel bekannt, wie ein bunter Hund und Arthur kennt alle. Island ist klein. Selbst Politiker wie Willy Brandt, Kurt Waldheim, Otto Schily und Daniel Cohn-Bendit waren vor seinen Interviews für das isländische Radio nicht sicher.

Björn spricht generell nicht viel

Den zweiten Isländer, den ich getroffen habe, war Björn Kjartansson. Auch ein „richtiger“ Isländer, der das historische Bad „Gamla Laugin“ in einem Jahr wieder zum Leben erweckt hat. Seit 1891 baden die Isländer in dieser heißen Lagune, die von mehreren kleineren Geysiren umgeben ist. Björn spricht generell nicht viel, arbeitet dafür umso mehr. Für mich, so viel vorweg, war das die schönste heiße Quelle, die wir auf Island besucht haben. Ein unglaublich tolles Gefühl, in Eiseskälte in die Badehose zu schlüpfen, um dann stundenlang in 40 Grad kaltem Wasser zu sitzen. Und Björn war mir auch irgendwie sympathisch, denn als wir am nächsten Morgen zum Fotostopp an seiner „Secret Lagoon“ erneut hielten, standen sieben Dosen Bier auf dem Tisch. Frühstück à la Island eben…

Die „Secret Lagoon“ liegt in dem kleinen Dorf Fludir, das rund zwei Stunden von Reykjavik entfernt ist. Wer – wie wir – am Abend nach Fludir kommt, könnte den Eindruck gewinnen, dass die Haupteinnahmequelle der Anbau von Hanff ist, Große, hell beleuchtete Gewächshäuser empfangen uns. Strom und heizen gehört zu den Dingen, die hier auf der Insel so gut wie nichts kosten. Beides wird aus der Erdwärme gewonnen und von der gibt’s hier ja reichlich. Überall qualmt es hier aus der Erde. Und so nutzen die Isländer diese Möglichkeit, um möglichst viel Gemüse in den Gewächshäusern anzubauen.

Nadelstiche prasselten auf mein Gesicht ein

Am nächsten Morgen geht’s ganz früh weiter. Unser Ziel ist Gullfoss, ein riesiger Wasserfall. Eine der Sehenswürdigkeiten, so Arthur, den jeder Islandbesucher gesehen haben muss. Auch bei minus 10 Grad. Und so rutschen wir mehr oder weniger den spiegelglatten Weg zum Wasserfall entlang, der wirklich sehenswert ist. Und wenn es nur die Kälte gewesen wäre, ich hätte mir die Natur dort ganz sicher noch länger angesehen, aber der Sturm peitsche in mein Gesicht und es fühlte sich so an, als wenn tausend kleine Nadelstiche über mich einprasselten. Arthur hingegen lächelte, als wäre heute der schönste Sommertag. Isländer eben…

Von Gullfoss aus fahren wir zum nächsten Highlight, den Geysiren. Sie sind die Namensgeber der Springquellen auf der ganzen Welt. Auch hierzu kann Arthur die wildesten Geschichten erzählen. Von einer dänischen Königin zum Beispiel, die zu Besuch auf der Insel war, und der Geysir auf einmal nicht mehr „explodieren“ wollte. Erst als die Delegation die Geysire verlassen hatte, schossen die Wasserfontänen wieder aus der Erde. Wer, wie ich, allerdings ein riesiges Naturschauspiel mit spektakulären Ausbrüchen erwartet, wird sich wundern. Der Schwall kommt mit einem leichten Knall aus der Erde, das Wasser spritzt etwa drei Meter hoch und nach wenigen Sekunden ist das Spektakel vorbei. Was bleibt ist viel Dampf und der Geruch von Schwefel, der überall auf der Insel zu riechen ist. Schwefel, so Arthur, sei das Lebenselixier der Isländer.

Das älteste Parlament der Welt stammt aus Island

Der Nachmittag steht ganz im Zeichen isländischer Geschichte. Wir sind in Thingvellier, dem alten historischen Thingplatz der Wikinger. Hier treffen die eurasische und die amerikanische Kontinentalplatte aufeinander. Einmal jährlich hielten die Einheimischen während zwei Wochen im Juni eine traditionelle gesetzgebende Versammlung ab. Es handelt sich damit um eines der ältesten Parlamente der Welt, das bis ins Jahr 1798 Bestand hatte.

Abends gehen wir in Reykjavik ins Restaurant Laekjarbrekka in der Nähe des Hafens und des Parlament. Natürlich speisen wir im Präsidentenzimmer. Und Arthur, der als kleiner Junge Bote des Präsidenten war, kann zu allen Portraits ehemaliger Staatsoberhäupter der Insel unzählige Geschichten erzählen.

Der nächste Tag gehört der Hauptstadt von Island. Reykjavik ist eine kleine Hafenstadt und gleichzeitig die am nördlichsten gelegene Hauptstadt der Welt. Hier wohnen rund 120.000 Einwohner, also knapp ein Drittel aller Inselbewohner. Die Stadt selbst lebt von den vielen kleinen Geschäften, von den Pubs und dem Hafen. Wir besuchen das „Harpa“, ein modernes Musik- und Konferenzgebäude sowie das größte Walmuseum der Welt, das kurz danach für die Öffentlichkeit geöffnet wurde. Arthur zeigt uns auch eine kleine Wurstbude, bei der einst US-Präsident Bill Clinton eine Currywurst verspeiste. Seitdem gibt es in der Bude eine Clinton-Wurst und die Schlange vor dem Laden wurde immer länger.

In Reykjavik gibt’s die Bill Clinton-Wurst

Wer Island besucht, der darf auf keinen Fall die weltberühmte Blaue Lagune verpassen, die in der Nähe von Reykjavik in Richtung Flughafen Keflavik liegt. Auch wir machen einen Halt dort und wechseln warme Kleidung gegen Badehose. Die „Blue Lagoon“ verdankt ihrem Namen dem blauen Wasser. In der Nähe des Sees liegt ein Kraftwerk, aus dem Kühlwasser auf das umliegende Lavafeld geleitet wird und dort einen Salzwassersee in der typisch blau-weißen Farbe bildet. Das Wasser im Thermalbad hat eine Temperatur von bis zu 42 Grad und hilft anerkanntermaßen gegen Schuppenflechte und andere Hautkrankheiten. Rund 750.000 Besucher kommen jedes Jahr zur „Blue Lagoon“. Unser Besuch wird – wie eingangs erwähnt – von einem eisigen Sturm begleitet, der den Körper in zwei Klimazonen aufteilt. Während der Teil unter Wasser angenehm gewärmt wird, wird der Kopf samt Haare schockgefroren. Da hilft auch meine Taktik, den Kopf nicht unter Wasser zu nehmen, gar nichts. Der Dampf des warmen Wasser macht meine Haare nass und damit zur Eisskulpturenzone.

Blue Lagoon

Die weltberühmte Blaue Lagune von oben gesehen. Das blaue Wasser entsteht durch Kieselalgen und ist sehr gut für kranke Haut.

Nach knapp zwei Stunden geht’s weiter in Richtung Flughafen. Inzwischen liegen zehn Zentimeter Neuschnee auf der Straße und der Bus muss aufgrund des Schneesturms mit der schlechten Sicht in der Nacht kämpfen. „Die fliegen morgen früh nie“, sagte ich zu Arthur, der allerdings nur müde lächelte. „Das sind die Piloten von Icelandair gewohnt“, so der Guide. „Für die macht es erst richtig Spaß, wenn denen der kalte Wind ums Cockpit fliegt.“ Offensichtlich sollte er Recht behalten. Isländer eben…

[toggle title=”Über Island”]Island ist der flächenmäßig zweitgrößte Inselstaat Europas (nach dem Vereinigten Königreich). Die Hauptinsel ist die größte Vulkaninsel der Erde und befindet sich knapp südlich des nördlichen Polarkreises. (Quelle: Wikipedia) [/toggle]

[toggle title=”Anreise”]Icelandair fliegt ganzjährig ab Frankfurt, München und Zürich sowie im Sommer zusätzlich ab Hamburg und Genf. Kurzreisen sind ab 349 Euro buchbar. Besonders interessant ist das Stopover-Angebot bei Flügen nach Kanada oder in die USA. Fluggäste von Icelandair können bis zu sieben Tage ohne Aufpreis auf der Insel bleiben. [/toggle]

[toggle title=”Unterkünfte”]In Fludir das Hotel “Fludir”, in Reykjavik das Hotel “Reykjavik Marina”, das einem Schiff nachempfunden wurde sowie in der Nähe des Flughafens das Hotel “Keflavik”. [/toggle]

[toggle title=”Warme Quellen”]Das historische Bad “Gamla Laugin” in Fludir ist ein nettes renoviertes Thermalbad, das 1891 erbaut wurde und im letzten Jahr restauriert. Um das Bad herum gibt es zahlreiche heiße Quellen, darunter einen Geysir. “Fontana” ist ein Wellnesszentrum am Seeufer von Laugarvatn mit heißen Quellen direkt am Wasser. Die weltberühmte “Blue Lagoon” darf bei keinem Besuch in Island fehlen.[/toggle]

 Das

[mappress mapid=”24″]

Hinweis: Der Autor wurde von Icelandair auf diese Reise eingeladen

Keine Kommentare zu Island – Im Land der Geysire und der heißen Quellen

Land Rover Experience: Übermüdet und durchnässt

Auch wenn das Wetter nicht gerade australische Verhältnisse „vorgetäuscht“ hat – Für die Teilnehmer der Endausscheidung zur Teilnahme an der „Land Rover Experience Tour 2015“ spielte das keine Rolle: Übermüdet,…

Auch wenn das Wetter nicht gerade australische Verhältnisse „vorgetäuscht“ hat – Für die Teilnehmer der Endausscheidung zur Teilnahme an der „Land Rover Experience Tour 2015“ spielte das keine Rolle: Übermüdet, durchnässt, durchgefroren – Die drei Tage in Wülfrath hatten es für die 60 Kandidaten wirklich in sich. Alle haben bis zum Ende durchgehalten, freuen konnten sich aber nur Sechs. Für sie startet am 17. Oktober der Flieger in Richtung Australien.

Land Rover Experience Wuelfrath_1

Wie viele Tiere im Duisburger Zoo stammen aus Australien? Die Teilnehmer, wie hier Michael Mitschke (50), hatten 30 Minuten Zeit, um möglichst viele Tiere zu finden. (Fotos: Jörg Pasemann)

Land Rover Experience Wuelfrath_2

Mit dem Mountainbike auf Orientierungsfahrt. Es galt, den richtigen Weg in der schnellsten Zeit zu finden. Wind und Regen waren zusätzliche Gegner von Katja Melches (15) und Australien-Gewinner Steffen Tabke (57).

Das Organisationsteam von Land Rover hatte ein hartes Programm auf die Beine gestellt. Schließlich sollten am Ende die sechs besten Teilnehmer mit nach Australien kommen. Dort wartet eine dreiwöchige Tour durchs Outback auf die Gewinner, die dann im Konvoi in Darwin starten und mit Offroader, Zelten und einer gehörigen Portion Mut in Richtung Ayers Rock fahren.

Alle Teilnehmer gingen bis an ihre Grenzen

Und so war es kein Wunder, dass alle 60 Teilnehmer immer wieder bis an ihre Grenzen gingen, um eines der begehrten Tickets zu ergattern. Nachdem der erste Tag noch relativ harmlos mit Parcours fahren und Einweisung der Autos begonnen hatte, wurde der Schlaf nach knapp einer Stunde abrupt beendet und mit einem nächtlichen Umzug in eine rund zwei Stunden entfernte Kieskuhle bei Balve um einige Stunden verlegt und verkürzt.

Land Rover Experience Tour 2015 - Wuelfrath_3

Eine der wenigen Pausen bei der Qualifikation zur Land Rover Experience Tour: Australien-Gewinnering Diane Arnold (links) und Michael Mitschke genießen ihr Outdoor-Mittag.

Land Rover Experience Tour 2015 - Wuelfrath_3

Bei schlechtem Wetter ein extreme Herausforderung: Wie baue ich ein Brücke, die einen Land Rover trägt?

Land Rover Experience Tour 2015 - Wuelfrath_3

Kanufahren auf dem Essener Baldeneysee hat bei Wind und Regen nicht wiklich Spaß gemacht, gehörte aber zu den Aufgaben, die die Teilnehmer erfüllen mussten.

Tag 2 und Tag 3 standen dann ganz im Zeichen der Teamarbeit. Wieder in neue Gruppen eingeteilt galt es, mehrere Aufgaben zu erfüllen und als Team zu funktionieren. Auf dem Programm standen Kanufahren, Mountainbike-Orientierungsfahrten, technische Aufgabenlösungen, Navigieren, erste Hilfe bei Unfällen oder auch australische Tiere im Duisburger Zoo zu finden. Das Wetter machte es den Teilnehmern dabei wirklich nicht leicht. Während in Australien sicherlich Temperaturen um 40 Grad herrschen, klapperten in Wülfrath und Umgebung die Zähne nicht nur wegen der kalten Temperaturen, sondern es regnete die ganzen beiden Tage ununterbrochen. Vor allem bei der Aufgabe, eine Brücke  zu bauen, über die am Ende ein Land Rover fahren sollte, hatte es bei diesem Wetter in sich.

Auch Interview stand auf dem Programm – DMAX fährt mit

Auch ein Interviewtraining durch das Organisationsteam stand auf dem Programm und musste von allen gemeistert werden. Während der Tour im Oktober begleitet ein Kamerateam von DMAX die Fahrt und erstellt drei einstündige Dokumentationen. Da ist natürlich auch wichtig, dass die Teilnehmer keine Berührungsängste mit der Kamera haben.

Am Ende der drei Tage waren alle Teilnehmer erschöpft aber glücklich, denn schon dieses Wochenende war ein Erlebnis der besonderen Art. Viele haben durch die Unterstützung der Instruktoren von Land Rover viel über Navigation, fahren im Gelände, Erste Hilfe oder das Überleben in der Wildnis gelernt.

Teilnehmer Land Rover Experience Tour 2015

Die Gewinner, die sich auf Australien freuen dürfen: Kai.Uwe Stoye (Nr. 43), Steffen Tabke (Nr. 57), Marc Binder (Nr. 45), Diane Arnold (oben rechts), Meike Schneider (oben links) und Kerstin Seele. (Foto: Land Rover)

Nach Auswertung aller Daten standen die sechs Glücklichen am Sonntag nachmittag fest, die am 17. Oktober mit der Land Rover Experience Tour durch das Northern Territory aufbrechen:

  • Diana Arnold (41), Industriekauffrau aus Bopfingen
  • Marc Binder (32), Unternehmer aus Leipzig
  • Meike Schneider (42), Unternehmerin aus Stuttgart
  • Kerstin Seele (26), E-Commerce Managerin aus Esslingen
  • Kai-Uwe Stoye (27), Ernährungs- und Gesundheitsberater aus Berlin
  • Steffen Tabke (28), Prüfingenieur aus Xanten

Christian Uhrig, Marketingleiter von Land Rover war am Ende der Veranstaltung restlos begeistert: „Wir hatten ein phantastisches Wochenende mit extrem engagierten und begeisterten Teilnehmern aus ganz Deutschland.“

Die Gewinner erwartet jetzt das Abenteuer ihres Lebens. Auf geht’s nach Australien…

Land Rover Experience Tour 2015 - Wuelfrath_3

Auch das gehörte zu den Aufgaben: Erste Hilfe bei Unfällen.

[toggle title=”Weitere Texte, Infos und Webseiten”]Wie der erste Tag für die Teilnehmer in Wülfrath war, lesen Sie hier…

Die Pressemitteilung von Land Rover über die Sieger finden Sie hier…

Die Webseite von Land Rover Deutschland finden Sie hier…

Die Webseite zu Land Rover Experience Tour finden Sie hier.[/toggle]

Und hier geht die Reise hin
[mappress mapid=”20″]

Hinweis: Der Autor wurde von Land Rover Deutschland auf diese Veranstaltung eingeladen.

Keine Kommentare zu Land Rover Experience: Übermüdet und durchnässt

Eine Schneefahrt, die ist lustig

Die ersten vier Tage im „Kinderhotel Oberjoch“ liegen hinter uns und es geht weiter in die zweite Region unseres „Familien-Winter-Urlaubs 2015“. Wir sind auf dem Weg zur längsten Rodelpartie unseres…

Die ersten vier Tage im „Kinderhotel Oberjoch“ liegen hinter uns und es geht weiter in die zweite Region unseres „Familien-Winter-Urlaubs 2015“. Wir sind auf dem Weg zur längsten Rodelpartie unseres Lebens.

Vom Allgäu fahren wir über einen kleinen Umweg am „Schloss Neuschwanstein“ vorbei und erreichen nach knapp einer Stunde die wunderschöne Alpenlandschaft am Grubigstein in Lermoos in Österreich. Bisher haben mich meine Reisen nur ein einziges Mal durch Österreich geführt. Doch wie auch beim letzten Mal hinterlassen die niedlichen Häuser mit den liebevoll gestalteten Holzreliefs, den Fensterläden und die Menschen mit ihrer Mundart ein warmes Gefühl in mir. Im Hotel „Alpenrose“ werden wir sehr herzlich begrüßt, beziehen unser traditionell eingerichtetes Zimmer, genießen den ersten Blick auf die Zugspitze und den Grubigstein und starten in den zweiten Teil unseres Familienabenteuers.

Erkundungstour Piratenland

Der erste Tag im Hotel Alpenrose wird zur Erkundungstour genutzt. Links der Eingang zum Piraten-Badeland. (Fotos: Pasemann)

Wir finden eine Badelandschaft mit Piratenschiff

Die restlichen Stunden des Anreisetages nutzen wir dazu, Hotel und Umgebung besser kennen zu lernen. Das Hotel „Alpenrose“ bietet in der unteren Etage viele tolle Freizeit-Möglichkeiten für Kinder. So gibt es ein riesiges Kinderspielland mit Kletter- und „Tobemöglichkeiten“. Mein Sohn ruft freudig „das ist ja wie im ‚Sum Sum’“ (unser Indoorspielpark in Kiel). Für die größeren Kinder gibt es einen separaten Playstation-Raum. Wir finden auf unserem Rundgang einen lebensgroßen Ritter, der den Kinosaal „bewacht“ und spielen Fußball in der hauseigenen Turnhalle. Außerdem entdecken wir das Piraten-Badeland, eine Badelandschaft mit Piratenschiff und mehreren kleinen Rutschen. Natürlich müssen wir unseren Kindern sofort versprechen, dass wir das Badeland am nächsten Tag besuchen.

Nach unserem Rundgang gibt’s für uns zur Stärkung die erste österreichische Brotzeit im kunstvoll eingerichteten Café mit gemütlichen Clubsesseln und Sonnenterasse. Während die Kinder die Zeit nutzen, um das Außengelände zu erkunden, gönnen wir uns einen Kaffee auf der Terrasse im Sonnenschein und beobachten die Skifahrer auf den gegenüberliegenden Pisten. So kann der zweite Urlaubsabschnitt gerne beginnen und bevor alle müde ins Bett fallen, gibt’s im Restaurant leckeres Abendessen und – für die Erwachsenen – ein Glas Wein.

Unsere Jungs sind von der Rodelbahn begeistert

Am nächsten Tag machen wir uns gleich nach dem Frühstück auf den Weg zur Gondelbahn, die direkt gegenüber vom Hotel liegt. Im Gepäck haben wir zwei Schlitten, die uns Gästen des Hotels kostenlos zur Verfügung stehen. Wir starten die erste gemeinsame Gondelfahrt unserer Familiengeschichte. Ein Abenteuer. Unsere Jungs sind begeistert. Wir haben Respekt…

Mittelstation Grubigberg

Wer Rodeln möchte, muss an der Mittelstation auf dem Grubigberg aussteigen.

Rodeln am Grubigberg

Respekt vor dem Berg, Freude im Gesicht der Kinder. Der Anfang der Rodelbahn hat es in sich.

Der Startpunkt der Rodelabfahrt liegt auf der Mittelstation der Grubigbahn. Wir sind die ersten, die die Talabfahrt an diesem Morgen wagen. Während Mama und Papa bei der recht steilen und anfangs glatten Abfahrt eine ordentliche Portion “Respekt” haben, schreien die Kinder vor Freude und feuern uns an, schneller zu fahren. Jörg meistert die Abfahrt mit unserem Kleinsten mühelos. Ich versuche tapfer den Schlitten unter Kontrolle zu halten – wäre da nicht mein großer Sohn, der mich ständig anfeuert, doch „endlich mal aufzuholen.“

Dreieinhalb Kilometer talabwärts

Wir pflügen mit beiden Schlitten und den Kindern die gesamten dreieinhalb Kilometer talabwärts, immer hoffend und bangend, dass wir jede Kurve erwischen und nicht über die Abhänge im Wald hinausschießen. Nach knapp 20 Minuten erreichen wir das Tal. Unsere Gesichter glühen vor Freude. Und wir starten sofort unseren Weg zurück auf den Berg. Wäre es nach den Kindern gegangen, wir hätten nichts anderes machen müssen, als ununterbrochen mit dem Schlitten diesen Berg runter zu fahren.

Blick auf den Grubigberg

Der Berg ist beliebt bei Paraglidern.

Blick vom Berg

Das Bergpanorama um Leermoos. Links ist die Zugspitze zu sehen. Bei schönem Wetter hat man einen sehr schönes Bergpanorama.

Paraglider Lermoos

Paraglider nutzen das gute Wetter.

Die nächsten Tage stehen dann aber doch ganz im Zeichen des Skifahrens. Wir Erwachsenen nutzen den Vormittag für uns und leihen Skier und Snowboard im Skiverleih im Hotel aus. Das Skigebiet bei Lermoos ist sehr beeindruckend, vor allem bei schönem Wetter. Es gibt viele schöne Pisten mit unterschiedlichem Schweregrat und einen wunderschönen Blick auf ein beeindruckendes Bergmassiv. Die Pausen verbringen wir bei Kaffee und Kaiserschmarrn auf der Hütte am Grubigstein in 2.200 m Höhe.

Zeit für Fitness und Massage

Die Kinder spielen am Vormittag mit ihren neugewonnenen Freunden im Kinder- und Babyclub. Es gibt im Hotel unterschiedliche Gruppen, die nach Alter aufgeteilt werden. So ist sichergestellt, dass die Kinder schnell Anschluss mit gleichaltrigen Spielkameraden bekommen. Nachmittags können wir deshalb die beiden kaum dazu bewegen, ihre Zeit mit uns zu verbringen. Ich nutze die ungeplante Zeit dazu, im Fitnesskursraum einen superanstrengenden TRX-Kurs auszuprobieren, während Jörg sich entspannt im Wellnessbereich massieren lässt. Die Abendessen genießen wir dann wahlweise mit den Kindern, sofern sie nicht mit dem „Miniclub“ essen waren und anschließend ins Kino gehen. Manchmal fehlen mir die kleinen Rabauken fast. Aber solange die Kinder glücklich sind, sind die Eltern es auch.

Unser Fazit für dieses Winter-Familien-Abenteuer. Es war landschaftlich sehr reizvoll. Wir haben uns sehr gut verstanden, was nicht zuletzt an der tollen Unterbringung in den beiden Kinderhotels lag. Es lohnt in jedem Fall, sich in die Hände von echten Profis zu begeben, um selbst einen entspannten Urlaub zu verleben. Wir wiederholen das auf jeden Fall im nächsten Jahr. Und… Kinderhotels stehen ab sofort mit auf unserer Urlaubsplanungsliste. Denn freut sich das Kind, sind die Eltern entspannt.

[toggle title=”Anfahrt”]Sie fahren mit dem Auto von Norden kommend die Autobahn Ulm-Kempten-Reutte-Lermoos oder München-Garmisch-Ehrwald-Lermoos.[/toggle]

[toggle title=”Unterkunft”]Das Kinderhotel Alpenrose bietet alles, was man für den Urlaub mit Baby, Kind oder Teenie benötigt: einen riesigen Spielbereichen, Kinder-und Aktivprogramm bis hin zu Wellness. Die Kinderbetreuung ist bereits ab dem 7. Lebenstag an sieben Tagen pro Woche möglich.[/toggle]

[toggle title=”Skigebiet”]Die Tiroler Zugspitz Arena liegt vor der Tür. Neben dem Zugspitzgletscher (5 Autominuten entfernt) und dem Hausberg „Skigebiet Grubigstein“ (Gondelbahn ca. 100 Meter entfernt) gehören noch fünf kleinere und größere Skigebiete zum beliebten Urlaubsdomizil Zugspitzarena. Auf 989 – 2.962 Höhenmetern befinden sich insgesamt 148 gut präparierte und abwechslungsreiche Pisten.[/toggle]

Hinweis: Die Autorin wurde vom Hotel Alpenrose zu dieser Reise eingeladen. In diesem Zusammenhang wird auf die Leitlinie der journalistischen Unabhängigkeit bei BREITENGRAD53 hingewiesen.

1 Kommentar zu Eine Schneefahrt, die ist lustig

Von entspannten Ski-Minis und Alpakas

Urlaub mit den lieben Kleinen ist immer etwas Besonderes und stellt uns Eltern regelmäßig vor neue Herausforderungen. Bevor die kleinen Zwerge mit in den Urlaub reisten, war aus heutiger Sicht…

Urlaub mit den lieben Kleinen ist immer etwas Besonderes und stellt uns Eltern regelmäßig vor neue Herausforderungen. Bevor die kleinen Zwerge mit in den Urlaub reisten, war aus heutiger Sicht vieles „einfach“ und „normal“. Aber was ist schon normal? Ausschlafen, in Ruhe ein gutes Buch lesen, das Abendessen ohne Unterbrechung ganz entspannt genießen oder einfach einmal auf der Terrasse sitzen und nur dem flirrenden Sonnenlicht hinterherschauen. Sich treiben lassen.

Blick vom Berg auf Oberjoch

Unser Ziel für die nächsten Tage: Oberjoch. Das Dorf liegt auf 1136m Höhe. Der Oberjochpass gilt mit 107 Kurven als die kurvenreichste Straße Deutschlands.

Auf der Suche nach einem kleinen Stückchen Urlaubsnormalität machten wir uns in diesem Jahr die Mühe und gaben der Winter-Urlaubs-Vorbereitung etwas mehr Raum. Mit dem Ziel, die kleinen Energiebündel zufriedenzustellen und auch uns Eltern ein Stückchen Erholung und Freizeit zu bescheren. Wir entschieden uns für ein Kinderhotel in Oberjoch und begaben uns damit in die Hände von echten „Familienprofis“.

Nach knapp acht Stunden sind Berge in Sicht

Mit unserem Auto starteten wir um 3 Uhr Nachts unsere achteinhalb Stunden lange Reise quer durch Deutschland auf der Suche nach dem ultimativen Familien-Winterurlaub. Bereits die Anreise ist ein Erlebnis, denn wir “Flachlandindianer” schlängeln uns in der letzten Stunde durch die Berge. Wir entdecken hier und da den Schnee auf den – noch entfernten – Spitzen. Unsere Vorfreude auf den ersten gemeinsamen Winterurlaub steigt. Nach vier Stunden Schlafen, vier Stunden „Sind-wir-bald-da-Fragen“ und vier längeren Bewegungspausen erreichten wir gegen 14 Uhr unser Hotel im Allgäu.

Terasse Oberjoch

Endlich am Ziel. Entspannung findet man auf der Terasse des Hotels mit Blick auf das Skigebiet. Der Deutsche Skiverband hat das Skigebiet Oberjoch zum besten Familien-Skigebiet der Alpen gekürt. (Alle Fotos: Greta Pasemann)

Das “Kinderhotel Oberjoch” macht seinem Namen alle Ehre, denn bereits im Eingangsbereich werden wir von märchenhaften Riesen-Fliegenpilzen und einer Spielelandschaft begrüßt. Unsere Kinder vergraben sich sofort unter Riesenbausteinen und wir können ganz in Ruhe einchecken.

Kind müsste man sein

Eine halbe Stunde später sitze ich bereits entspannt auf der großen Hotelterrasse mit Blick auf das Ski-Gebiet Oberjoch und lasse die Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht tanzen. Meine Kinder kundschaften inzwischen den Spielplatz an der Terrasse aus und schließen die ersten Freundschaften. So einfach ist es, Freunde zu finden: Kind müsste man sein.

Kinderskikurs

Skikurs für Kinder.

Direkt im Hotel leihen wir uns Skier, Snowboard & Co. für die nächsten Tage aus und melden die Kinder zum Test-Skikurs an. Unserem kleinen Mann (knapp 3 Jahre alt) sind die festen Schuhe und der Helm noch nicht ganz geheuer und sein erster Skiversuch endet in einer Wein- und Schluchz-Arie auf dem hoteleigenen Mini-Ski-Gelände. Wir melden ihn einfach wieder ab. Dem Großen (6 Jahre alt) gefällt es umso mehr und er fährt die nächsten Tage vormittags mit Kinder-Betreuung und Shuttle direkt in das „Schneekinderland“, während wir zu zweit auf die Pisten gehen. Der Kleine wird in der Zeit im Miniclub betreut. Den gesamten Tag pendelt ein Shuttle zwischen Hotel und Skigebiet hin und her. Praktisch und flexibel kommen wir so zum Hotel, für einen kurzen Besuch ins “Schneekinderland” oder zurück auf die Pisten. Ist der Kleine mit dabei, leihen wir uns einfach einen Buggy aus, den das Hotel kostenlos zur Verfügung stellt.

Normalität und Entspannung für die Eltern

Die Nachmittage und Abende verbringen wir im Pool, dem hauseigenen Kletterwald oder wir statten den beiden Alpakas „Picasso“ und „Puschkin“ einen Besuch ab. Die Kinder treffen ihre “Kumpels” zu den Essenszeiten im Restaurant oder verabreden sich zur Zaubershow mit ihren neuen Freunden. Abends gehen sie müde und zufrieden mit ihre Kuscheltier-Alpakas im separaten Kinderzimmer mit Doppelstockbett schlafen. Und wir Eltern schalten das Babyfon an, trinken in Ruhe ein Glas Wein an der Hotelbar und freuen uns über die schönen Urlaubstage – einfach ein bisschen Normalität und Zeit für uns.

In ein paar Tagen geht’s weiter nach Österreich zur längsten Rodelabfahrt meines Lebens.

Impressionen vom Hotel

Zimmer im Kinderhotel Oberjoch

Zimmer im Kinderhotel Oberjoch

Zimmer im Kinderhotel Oberjoch

Zimmer im Kinderhotel Oberjoch

Impressionen Kinderhotel Oberjoch

Schwimmbad mit tollem Außenbecken.

 

Impressionen Kinderhotel Oberjoch

Der Eingangsbereich des Hotels bietet viel Raum für die spielenden Kinder.

[toggle title=”Anfahrt”]Sie fahren mit dem Auto die Autobahn A7 bis zur Abfahrt Oy-Mittelberg. Folgen Sie dann der B 309 bis zur Abzweigung Nesselwang. Fahren Sie geradeaus weiter auf die B 310. Folgen Sie dem Straßenverlauf für ca. 20 km.
Am Ortseingang von Oberjoch fahren Sie geradeaus weiter auf der Bundesstraße bis Sie links eine kleine Tankstelle sehen. Biegen Sie hier rechts ab. Mit der Bahn fahren Sie bis Sonthofen und anschließend mit dem Bus nach Bad Hindelang / Oberjoch weiter. Mit dem Taxi fahren Sie ca. 15 Minuten bis zum Oberjoch. Mit dem Flugzeug können Sie bis zum Flughafen Memmingen anreisen (ca. eine Stunde vom Oberjoch entfernt, alternativ München, Stuttgart ca. 2 Stunden).[/toggle]

[toggle title=”Unterkunft”]Das “Kinderhotel Oberjoch” ist ein kinderfreundliches Hotel, das auf 1.200 m Höhe liegt – in Deutschlands höchstem Bergdorf. Es bietet eine Kombination von breitem kulinarischem Angebot, umfangreichen Sport- und Wellnesseinrichtungen sowie Spielmöglichkeiten und Kinderbetreuung. Alle Einrichtungen des Familienhotels sind auf Kinder abgestimmt – zum Beispiel der Sportbereich, der ein separates Kinderhallenbad bietet.[/toggle]

[toggle title=”Skigebiet”]Der Deutsche Skiverband hat das Skigebiet Oberjoch zum besten Familien-Skigebiet der Alpen gekürt.Es erwarten Sie 9 Lifte, 33 km präparierte Skipisten sowie das Schneekinderland auf über 20.000 qm. Der Skipass und das Schneekinderland sind gratis mit der Bad Hindelang PLUS Card.[/toggle]

Hinweis: Die Autorin wurde vom Kinderhotel Oberjoch zu dieser Reise eingeladen. In diesem Zusammenhang wird auf die Leitlinie der journalistischen Unabhängigkeit bei BREITENGRAD53 hingewiesen.

Keine Kommentare zu Von entspannten Ski-Minis und Alpakas

Höchste Eisenbahn für den Hogwarts – Express

Auf Bahnsteig Neundreiviertel herrscht dicke Luft. Dicke Rauchschwaden ziehen durch die riesige Bahnhofshalle, die Lokomotive lässt mächtig Dampf ab. Das scharlachrote Ungetüm, es zischt und pfeift und keucht, als wollte…

Auf Bahnsteig Neundreiviertel herrscht dicke Luft. Dicke Rauchschwaden ziehen durch die riesige Bahnhofshalle, die Lokomotive lässt mächtig Dampf ab. Das scharlachrote Ungetüm, es zischt und pfeift und keucht, als wollte es sich anstrengen, jeden Moment seine 75 Tonnen und die drei Waggons dahinter in Bewegung zu setzen. Die große schwere Bahnhofsuhr an der Mauer steht ja auch schon auf elf Uhr, laut Fahrplan Zeit zur Abfahrt.

Eigentlich höchste Eisenbahn für den Hogwarts-Express. Allein die Passagiere fehlen noch. Harry, Hermine, Ron. Und all die anderen mitreisenden Zauberschüler, die mit diesem Zug vom Londoner Bahnhof King’s Cross zu Schuljahresbeginn immer nach Hogwarts fahren, in ihr Internat in den schottischen Highlands. Aber die jungen Potters, Grangers und Weasleys, sie werden natürlich nie mehr hierher kommen. Dafür täglich tausende Besucher der Harry-Potter-Studiotour in Leavesden im Nordwesten Londons – dort, wo der original Hogwarts-Express nun ab 19. März als allerneueste Attraktion lockt, auf Plattform 9 ¾.

Zug nach Hogwarts startet auf Gleis 9 ¾

Es trifft sich ganz gut, dass die Macher der Filmstudios der Potter-Fangemeinde nun die alte schwere Dampflok mit ihren drei Waggons präsentieren, denn in einem Zug geschah schließlich auch der Urknall dieses Zauber-Universums, vor genau einem Vierteljahrhundert: Im Sommer 1990, als die damals 25-jährige Joanne K. Rowling mitten während einer Bahnfahrt von Manchester nach London die Figur des Harry Potter erfand, und beschloss, über die Abenteuer des jungen Magiers mit seinen Freunden und seinen Feinden genau sieben Buchbände zu schreiben.

Hogwarts Express (1)

Bereit zur Abfahrt: der Hogwarts-Express mit den voll beladenen Gepäckwagen der Zauberschüler auf Bahnsteig 9 3/4. Fotos: Florian Kinast

Dass sie damit die Welt verzaubern und Literatur-Geschichte schreiben würde, das ahnte sie nicht. Ihre Bücher veröffentlichte Rowling zwischen 1997 und 2007, bis heute verkauften sie sich rund 500 Millionen Mal. Die Filme, die weltweit rund 7,7 Milliarden Dollar einspielten sollten, entstanden dann ab dem Jahr 2000 hier in Leavesden, in den riesigen Hangars eines ausrangierten Flugzeugwerks, das 1994 zu einem Filmstudio umfunktioniert worden war, und das auch heute noch für Film- und TV-Produktionen genutzt wird, seit der Eröffnung der Studio-Tour 2012 aber vor allem ein Mekka für alle Fans ist, ein magisches Mausoleum. Wallfahrtsort, Kultstätte, das Stonehenge der Jünger Potters.

Mehr als eine Millionen Menschen kamen bisher nach Hogwarts

Mehr als eine Million Menschen schoben sich bislang durch die Große Halle, den Speise- und Festsaal von Hogwarts mit den unheimlichen steinernen Fabelwesen links und rechts an den Wänden, schlenderten vorbei am Arbeitszimmer von Albus Dumbledore, dem Oberoberweisen unter all den oberweisen Magiern, warfen einen Blick in die Hütte des Halbriesen Hagrid, dem etwas schlichten, aber gutmütigen Hausmeister von Hogwarts, klopften an der Tür am Privet Drive 4, wo Harry unter den Schikanen von Onkel Vernon, Tante Petunia und ihrem missratenen Sohn Dudley immer die Sommerferien verbringen musste, bummelten durch die Winkelgasse, vorbei an der Gringotts Bank und dem Ollivander, dem Fachgeschäft für Zauberstäbe schlechthin – oder ließen Erinnerungsfotos von sich schießen, auf einem Zauberbesen über der Themse oder im hellblauen Ford Anglia, mit dem Harry und Ron in Band Zwei über halb Britannien schwebten.

Hogwarts Express (8)

Neue Attraktion der Filmtour: Ab 19. März ist Harry Potters Zug in den Warner Bros. Studios in Leavesden zu sehen.

 

Und nun, nun also dürfen die Besucher endlich auch auf Bahnsteig 9 ¾. Zum Hogwarts-Express, über den Mark Williams sagt: „An impressive beast. Like a red dragon.“ Ein beeindruckendes Ungeheuer. Wie ein roter Drache.

Mark Williams ist ein bekannter englischer Schauspieler, derzeit spielt er gerade im Fernsehen Father Brown, den Priester und Hobby-Kriminaler. In den Potter-Filmen aber schlüpfte Williams in die Rolle des Arthur Weasley, dem Vater von Harrys besten Kumpel Ron und dessen sechs Geschwister Bill, Charlie, Percy, Fred, George und Ginny.

Williams wirkt ein wenig wehmütig, bei der Rückkehr in die Filmstudios von Leavesden, zur Vorstellung des Hogwarts-Zugs. Dass er diese neun Jahre am Set um nichts in der Welt missen möchte, sagt er, und wie sie, die Schauspieler der Weasley-Family, seit Jahren planen, sich an Weihnachten einmal zu einer großen Wiedersehens-Party zu treffen, aber sie es bis heute noch nicht auf die Reihe brachten. Vor allem aber erzählt Mark Williams von der langen Historie dieser so imposanten Maschine neben ihm, auf Gleis Nine and Three-Quarters.

Hogwarts Express (9)

Bitte Platz zu nehmen: Im Eiltempo rauschen auf einer Leinwand die grünen Wiesen und Hügel Englands hinter den Fenstern der Eisenbahnabteile vorbei.

 

Der Express ins Zauberinternat ist nämlich in der Tat ein Zug der guten alten Schule. Die Dampflok mit dem Namen „Olton Hall“, eine eiserne Legende auf Schienen, erbaut im Frühjahr 1937 in den Eisenbahnwerken von Swindon, Grafschaft Wiltshire, für die „Great Western Railway“. Eine bewegte Zeit in Britannien, König Edward VIII. dankt gerade der Liebe zu einer geschiedenen Amerikanerin wegen ab, sein Nachfolger wird George VI., der Vater der heutigen Queen Elizabeth, und Neville Chamberlain zieht als neuer Premierminister in die Downing Street ein.

Zweieinhalb Jahrzehnte lang rattert die „Olton Hall“ mit der Seriennummer 5972 durchs Land, durch die Wirren des Kriegs und die schwere Zeit danach, aber als sich England gerade auf die Swinging Sixties einstimmt, wird sie ausrangiert, nach ihrer letzten offiziellen Dienstfahrt im Jahre 1963 hat es sich ausgedampft.

Bei einigen Nostalgiefahrten heizt man ihr noch manchmal ein, ansonsten steht sie im nationalen Eisenbahn Museum in York herum – bis die Produzenten der Potter-Filme im Jahr 2000 auf der Suche nach einem geeigneten Zug für den Hogwarts-Express auf die gute alte „Olton Hall“ stoßen. Und so erlebt das alte Eisen ein unverhofftes Comeback, wird sie für die sieben Filme neu lackiert und frisch herausgeputzt.

Hogwarts Express (2)

Das Zugschild in der nachgebauten Mauer des Bahnhofs King’s Cross: Auch in die Filmstudios nach Leavesden kommt man am besten mit dem Zug.

 

Dazu gibt es ab 2004 private Fan-Fahrten im Hogwarts Express, manchmal sieht man den Zug zu besonderen Veranstaltungen wie eigens ausgerufenen Zauberwochenenden. Dann, 2014, macht die „Olton Hall“ ihre letzte eigene Reise, von Manchester nach York. Nach Leavesden fährt sie nicht mehr selbst, diese Strapaze wird ihr erspart. Dorthin wird sie gebracht, bequem auf einem Tieflader.

Insgesamt auf rund 1,6 Millionen Schienen-Kilometer kommt sie in ihren 78 Jahren, 40 Mal also fährt sie um die Welt. Und sieben Mal nach Hogwarts. Der rote Drache hat seinen Ruhestand nun verdient, auch wenn es sicher überhaupt nicht ruhig sein wird, nach der Eröffnung am 19. März wird hier viel Bahnhof sein. Aber zumindest fahren muss sie nicht mehr, ein bisschen pfeifen und zischen, so tun als ob, das reicht schon. Die „Olton Hall“ hat’s geschafft aufs finale Abstellgleis.

Leavesden ist für den Hogwarts-Express jetzt Endstation.

[toggle title=”Weitere Informationen”]Auf den Spuren von Harry Potter: Die Warner Bros. Studio Tour in Leavesden liegt 32 Kilometer nordwestlich vom Zentrum Londons. Anreise am besten mit dem Zug von London Euston bis Watford Junction, von dort verkehren Shuttle-Busse. Eintrittspreise: Erwachsene 33 Pfund (rund 45 Euro), Kinder 25,50 Pfund (35 Euro). Gruppenticket: Zwei Erwachsene und zwei Kinder 101 Pfund (139 Euro). Tickets müssen zuvor online reserviert werden. Bestellungen und weitere Infos unter www.wbstudiotour.co.uk/de/[/toggle]

Hinweis: Der Autor wurde von Uschi Liebl PR zu dieser Reise eingeladen. In diesem Zusammenhang wird auf die Leitlinie der journalistischen Unabhängigkeit bei BREITENGRAD53 hingewiesen.

Keine Kommentare zu Höchste Eisenbahn für den Hogwarts – Express

Augen auf: Fallstricke bei Airbnb und Co.

SERVICE – 27.02.15 – Es muss nicht immer ein Hotel oder eine Ferienwohnung sein: Viele Reisende steigen lieber in privaten Unterkünften ab. Gebucht wird über das Internet, in nur wenigen Minuten….

Foto: Wimdu

Foto: Wimdu

SERVICE – 27.02.15 – Es muss nicht immer ein Hotel oder eine Ferienwohnung sein: Viele Reisende steigen lieber in privaten Unterkünften ab. Gebucht wird über das Internet, in nur wenigen Minuten. Aber es gibt einige Fallstricke, die man beachten sollte.

Teilen und tauschen, dieser Trend hat sich auch beim Urlaub durchgesetzt: Vielen Touristen sind Hotels zu teuer und zu unpersönlich. Und Schlafsäle in Hostels und Jugendherbergen bieten wenig Privatsphäre. Dem Bedarf nach einer Alternative kommen die Vermittler von Privatunterkünften entgegen.

Gastgeber und Urlauber müssen sich auf den Seiten der Portale registrieren und ein Profil hinterlegen. Je schöner die Bilder der Unterkunft und je genauer die Beschreibung, umso begehrter sind die Objekte. Nach dem Aufenthalt können die Nutzer detailliert bewerten, wie ihnen die Unterkunft gefallen hat. Auch persönliche Kommentare sind möglich. Gleichzeitig kann der Gastgeber das Verhalten seiner Besucher beurteilen. «Wichtig ist, auf diese guten Bewertungen zu achten», sagt Axel Willmann, Reiserechtsexperte aus Brühl bei Köln.

Airbnb, Wimdu oder 9Flats: So heißen die Unternehmen, die weltweit Wohnungen, Villen, Boote, Baumhäuser und sogar Schlösser vermitteln. Generell sind die Portale nur Vermittler. Bezahlt wird bei der Buchung, das Geld wird aber erst 24 Stunden nach dem Einchecken an den Vermieter überwiesen – das soll die Sicherheit geben, dass alles so ist wie erwartet. Die Vermittler garantieren, dass sie bei der Bereitstellung einer Ersatzunterkunft helfen, wenn der Gast mit der gebuchten Bleibe unzufrieden ist oder sie nicht der Beschreibung entspricht. Es kann nicht sein, dass ein Gastgeber die gebuchte Wohnung nicht zur Verfügung stellen will. «Jede Buchung ist eine vertragliche Vereinbarung, an die sich Gast und Gastgeber halten müssen», erklärt Wimdu-Sprecherin Rebecca Pendleton.

Bei schmutziger Wohnung hilft nur aufräumen

Findet man allerdings eine schmutzige Wohnung vor, «hilft oft faktisch nur aufräumen – oder sich kommunikativ mit dem Vermieter auseinanderzusetzen», sagt Rechtsanwalt Willmann. «Eventuelle Gewährleistungsansprüche oder Minderungsrechte bestehen nur gegenüber dem Vermieter.» Die Durchsetzung kann sich vor allem schwierig gestalten, wenn man eine Unterkunft im Ausland gebucht hat: «Dann ist schon die erste Frage, welches Mietrecht Anwendung findet.»

Wer als Gast etwas kaputtmacht, kann den Schaden seiner Haftpflichtversicherung melden. Am besten dokumentiert man vorher und hinterher mit Fotos den Zustand der Unterkunft. Airbnb bietet aber eine Garantie, die Schäden von bis zu 700 000 Euro abdecken soll. 9flats und Wimdu bieten Versicherungen, die bis zu 500 000 Euro an Erstattung in Aussicht stellen.

Etwas anders funktioniert das Prinzip Haustausch: Dabei handelt es sich um einen seit vielen Jahren etablierten Weg, fremde Orte zu erkunden. Zahlreiche Plattformen bieten Haustausch-Partner an, etwa Haustauschferien, Haustausch, Intervac Homeexchange – oder Homelink.

Bei letzterem Anbieter zahlt der Nutzer 140 Euro Jahresbeitrag. Der Haustausch-Vermittler ist seit 1977 als eingetragener Verein tätig. «Man kann im Jahr so viel verreisen, wie man möchte», sagt Vorsitzender Manfred Lypold. Enthalten ist eine Tausch- und Rücktrittsgarantie. Ein Tauschvertrag regelt Rechte und Pflichten der Teilnehmer. Weltweit machen 13 500 Familien beim Haustausch über Homelink mit, in Deutschland sind es rund 1100.

Keine Kommentare zu Augen auf: Fallstricke bei Airbnb und Co.

Im unteren Feld den Suchbegriff eingeben und Enter drücken