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Costa Rica: Pures Leben im Tortuguero Nationalpark

Tortuguero Nationalpark: Heißer Kaffee dampft, frische Früchte in knalligen Farben stapeln sich auf meinem Teller und ich blinzle den Sonnenstrahlen entgegen, die sich ihren Weg durch die Palmenblätter bahnen. Irgendwo…

Tortuguero Nationalpark: Heißer Kaffee dampft, frische Früchte in knalligen Farben stapeln sich auf meinem Teller und ich blinzle den Sonnenstrahlen entgegen, die sich ihren Weg durch die Palmenblätter bahnen. Irgendwo unterhalten sich zwei Menschen auf Spanisch. Das gedämpfte Gelächter klingt zu mir herüber. „Pura Vida!“ Es ist Frühstückszeit in der Mawamba Lodge im Tortuguero Nationalpark. Plötzlich wird die Atmosphäre unterbrochen: „Look, Look, Look!“ – mit zügigem Schritt kommt unser Guide und Biologe Alex auf uns zu und winkt uns heran. Das Frühstück kann jetzt warten. Wir verlieren keine Zeit und folgen ihm denn wir wissen, dass es wieder etwas zu entdecken gibt. Einen Vogel, oder eine Schlange? Dieses Mal zeigt Alex uns ein Stachelschwein. Ganz entspannt hängt es an einem Ast im Baum und schaut auf uns herab. Tier müsste man sein. Wir befinden uns mitten im Nationalpark Tortuguero in Costa Rica und entdecken das Land von seiner puren und wilden Seite. Eine echte Begegnung zwischen Mensch und Natur. Spannender kann eine Reise nicht sein!

Der Tortuguero Nationalpark

Costa Rica - Tortuguero Nationalpark - von oben

Der Tortuguero Nationalpark aus der Vogelperspektive – durchzogen von Flußarmen und saftig grünem Regenwald.

Der Platz an den die Schildkröten kommen – Tortuguero Nationalpark

Der Park ist besonders, denn hier findet jedes Jahr Unglaubliches statt: Schildkröten kommen in den Tortuguero Nationalpark, um ihre Eier abzulegen. Diesem tollen Naturschauspiel verdankt der Tortuguero Nationalpark auch seinen Namen. „Tortuga“ bedeutet auf Spanisch „Schildkröte“. Auch den ständig wachsenden Tourismus haben die Einwohner den Meeresschildkröten zu verdanken. Im Nordosten von Costa Rica liegt der Tortuguero Nationalpark auf etwas 20.000 Hektar und steht seit 1975 unter Naturschutz. Seit dieser Zeit dient der Nationalpark den Einheimischen als zuverlässige Einkommensquelle. Aber nicht nur Schildkörten sind hier heimisch: Krokodile, Faultiere, Kaimane, Affen, Pfeilgiftfrösche, Flußschildkröten und Gewehrkugelameisen gibt es im Dschungel von Tortuguero zu entdecken. Außerdem fühlen sich hier unterschiedlichste Vogelarten sehr wohl. Knapp die Hälfte der in Costa Rica verzeichneten Reptilien- und Vogelarten erwarten mich auf meiner Reise durch Costa Rica.

Costa Rica - Tortuguero Nationalpark - Schildkroetenstrand-2

An diesen Strand in Tortuguero kommen jedes Jahr die Schildkröten zur Eiablage

Mit dem Flugzeug, Auto und Boot geht’s Richtung Tortuguero Nationalpark

Zurück zum Anfang meiner Reise. Noch in Deutschland entdecke ich am Sonntag morgen, dass mein Zubringerflug von Hamburg nach Frankfurt gecancelt ist. Trotz aller Bemühungen lässt sich auch keine Flugverbindung für den Tag buchen. So geht es recht spontan fünf Stunden früher für mich mit der Bahn Richtung Frankfurt los. Am Flughafen Frankfurt treffe ich die ersten Mitreisenden und um 22 Uhr deutscher Zeit hebt mein Condor-Flieger ab, um dann nach neun Stunden Flug pünktlich zum Sonnenaufgang auf dem Airport Alajuela in der Nähe von San Jóse zu landen.Tortuguero ist ausschließlich auf dem Wasser- oder Luftweg zu erreichen

Hier empfängt uns Alex (Alejandro) Castro. „Pura Vida!“ ruft er uns entgegen und begrüßt uns mit dem typischen Spruch und Lebensgefühl der Menschen in Costa Rica. Als studierter Fachmann begleitet er uns die nächsten Tage und bringt uns die Tier- und Pflanzenwelt von Costa Rica näher. „Pura Vida“ – das wird hier zu allem gesagt. Bitte! Danke! Toll! Das gefällt mir – Pures Leben!

Alex verliert keine Zeit und macht sich mit uns von Alajuela mit dem Auto direkt auf den Weg in Richtung Tortuguero. Vom westlichen Rand von San José fahren wir in Richtung Karibik. Dafür durchqueren wir einmal San José. Danach geht es auf den Highway 32, der uns in einem Bogen nach Nordosten bringen wird. Wir durchfahren den Nationalpark Braulio Carrillo mit seinen beeindruckendem Wald und enlos wirkende Bananenplantagen ziehen an uns vorbei. Einmal stoppen wir zwangsläufig, um den Bananenseilzug durchzulassen, der von einem Arbeiter mit purer Muskelkraft gezogen wird. Bananen sind eines der Top-Export Produkte in Costa Rica.

Nach etwa zweieinhalb Stunden erreichen wir La Pavona. Die beliebteste und günstigste Route nach Tortuguero führt über Cariari und La Pavona. Für uns endet hier die Reise mit dem Auto, denn wer die Natur im Nationalpark exklusiv erleben möchte, der erreicht diesen nur mit dem Boot.  Ab La Pavona (Rancho La Suerte) fahren Boote etwa um 07:30, 13:30 sowie 16:30 Uhr. Allerdings empfiehlt es sich hier, immer genau mit dem Anbieter der Tour vorher abzustimmen.

Boote werden ab jetzt das Transportmittel der nächsten zwei Tage für uns sein. In La Pavona warten sie bereits auf Urlauber, Naturforscher, Einheimische und uns. Die nächsten ein bis zwei Stunden tauche ich bereits komplett in die Natur von Costa Rica ein. Der Weg zur Mawamba Lodge führt uns durch das Flusssystem von Tortuguero. Unfassbar und schön ist die Natur hier. „Look!, Look!, Look!“ – rechts sehen wir einen Barethroated Tiger Heron, links wartet ein Kaiman auf uns. Fledermäuse sind so gut getarnt, dass wir sie mit bloßem Auge kaum erkennen.

 

Mein Bett mitten im Tortuguero Nationalpark – die Mawamba Lodge

Unser Ziel, die Mawamba Lodge ist erreicht. Das besondere an unserer Unterkunft ist die Lage, denn zu beiden Seiten ist die Lodge von Wasser umgeben. Während der Boots-Anleger an dem Flussarm liegt, grenzt das Gelände der Loge auf der anderen Seite an den Strand. Hierher kommen von Juli bis Oktober die Meeresschildkröten zur Eierablage. Dann ist in der Mawamba Lodge und im Tortuguero Nationalpark Hochsaison. Mit speziellen Nachtlampen machen sich die Guides dann in sehr kleinen Gruppen mit den Besuchern auf den Weg zum Strand und beobachten die Tiere.

Wir freuen uns, dass wir in der Nebensaison hier sind und die Ruhe genießen dürfen. Zwar sehen wir keine Meeresschildkröten, dafür entdecken wir auch in der Lodge viele Tiere. Das Stachelschwein hängt im Baum, der Elefantenkäfer klammert sich an einen Ast und riesige Leguane stehen regungslos im Schatten der Palmen. Nachts habe ich das Gefühl, mein Bett steht direkt in der Natur. Überall höre ich die Geräusche der Tiere im Dschungel.

Begegnung mit dem Regenwald im Tortuguero Nationalpark

Am nächsten Morgen starten wir unseren Tag um fünf Uhr noch direkt vor dem Frühstück. Durch die Zeitverschiebung (minus acht Stunden) macht es uns nichts aus so früh auf den Beinen zu sein. Laut Alex ist jetzt die beste Zeit, um die Natur beim Erwachen zu beobachten. Wir legen mit dem Boot ab. Bereits die Boots-Tour zu den kleineren Nebenflüssen im Tortuguero Nationalpark ist ein Erlebnis. Das Boot gleitet auf dem breiten Flussarm dahin, nur begleitet vom Rauschen des Wassers und Summen des Elektromotors. Die meisten von uns schließen die Augen und genießen den Fahrtwind im Gesicht. Spätestens jetzt sind wir wach. Zielgerichtet bringt uns der Fahrer zu den kleineren Flussarmen im Tortuguero Nationalpark. Mir wird erst jetzt die Gewaltigkeit des Regenwaldes richtig bewusst. Riesige Bäume, Farne und Lianen bilden ein undurchdringliches Dickicht aus Pflanzen. „Look! Look! Look!“ – Wir sehen die ersten Affen, danach gleich einen American Anhinga (Schlangenvogel), der neben einer Black River Turtle (Schwarze Flussschildkröte) das Gefieder trocknet.

Darf`s ein bischen touristischer sein? Ausflug ins kleine Dorf Tortuguero

Das Dorf Tortuguero liegt auf dem schmalen Landstreifen zwischen dem karibischen Strand und dem breiten Urwaldfluss, der parallel zum Strand verläuft. Nur etwa 500 Menschen leben im Dorf. Während früher viele von ihnen vom Fischfang lebten, widmen sie sich jetzt dem ständig wachsenden Tourismus. Auch die Einheimischen erledigen alles auf dem Wasserweg und damit ist das Boot das wichtigste Transportmittel. Braucht man ein Boot, stellt man sich einfach ans Ufer und winkt ein Wassertaxi herbei.

Tortuguero ist der einzige Ort im Nationalpark und deshalb wundert es mich nicht, dass ein Ausflug in das Dorf bei vielen Urlaubern mit auf dem Programm steht. Von unserer Lodge aus ist der Ort nur 20 Gehminuten entfernt und so schlendern wir über den Strand dorthin, bummeln entspannt die Promenade im Dorf entlang und lauschen der Musik, die hier und da gespielt wird. Irgendwo sitzen zwei Männer rauchend auf der Terrasse ihres bunten Hauses. Woanders im Dorf werden Kokosnüsse verkauft und am Ende der Straße vergnügen sich die Affen auf einem Baum. Jetzt, außerhalb der Hochsaison lässt es sich hier entspannt bummeln. In der Hochsaison schieben sich die Menschenmassen durch die kleine Straße im Dorf.

Regenzeit und trotzdem nach Costa Rica? Ein Statement zum Reisen in der Nebensaison

Jetzt ist Anfang Juni und die Regenzeit hat bereits begonnen. Das sollte niemanden davon abhalten noch Costa Rica zu kommen, denn jetzt ist hier Nebensaison und in allen Hotels und Lodges hat man Ruhe vor großen Menschenmengen. Tiere lassen sich leichter beobachten und die Preise sind generell günstiger als in der Hochsaison. Einmal am Tag regnet es jetzt in der Regel. Der Schauer ist kurz aber heftig. Und danach kann man weiter warme Temperaturen zwischen 27 und 30 Grad genießen. Die Hotels haben sich auf die Regengüsse eingestellt und bieten Schirme an. Wir hatten jetzt im Juni sogar Glück und es gab nur einen kurzen Schauer innerhalb von drei Tagen, die wir im Tortuguero Nationalpark waren.

Die Saison für die Beobachtung der Schildkröten

Wer unbedingt die Schildkröten beobachten möchte für den lohnt sich eine Reise zwischen Juli und September in den Tortuguero Nationalpark. In dieser Zeit füllt sich der Park mit Touristen und Naturliebhabern. Dann kommen die Schildkröten aus dem Meer, um am Strand in Tortuguero ihre Eier abzulegen. Früher wurde die Grüne Meeresschildkröte von den Einheimischen gejagt und verarbeitet. Da die Schildkröte vom Aussterben bedroht ist, wurde sie 1975 unter Naturschutz gestellt. Selbst heute sind die Einheimischen bemüht die Population der Schildkröten zu schützen. Während der Brutzeit kommen freiwille Helfer nachts an die Strände und patrollieren, um Feinde der Schildkröte fernzuhalten. Wer sich für eine freiwillige Mithilfe interessiert, findet bei den Costa Rica Volunteers Informationen zu Naturschutz-Projekten. Auch die Besichtigung durch Touristen wird streng kontrolliert. Das faszinierende Ereignis der Eiablage erfolgt nur in Begleitung eines offiziellen Guides. Dabei erhalten alle Beobachter spezielle Nachtlampen und auch das Fotografieren ist verboten. Die unnatürliche Lichtquelle könnte die Schildkröte während der Eiablage stören und sind nicht erwünscht. Die Chancen den Schildkröten bei der Eiablage zuzuschauen sind kurz nach dem Sonnenaufgang am besten. Sind die jungen Schildkröten dann geschlüpft, beginnen sie ihren beschwerlichen Weg zum Meer. Dort warten zur Brutzeit bereits Haie auf die kleinen Schildkröten und nur ein Bruchteil der geschlüften Tiere schafft den Weg ins offene Meer. Im Park gibt es eine wissenschaftliche Forschungsstation, die sich darauf spezialisiert hat das Verhalten der Schildkröten zu untersuchen.

Warum es sich lohnt einen Guide zu buchen

Ein Guide ist für den Besuch von Nationalparks sehr empfehlenswert. Mit ihm zusammen wird die Tour mit dem Boot oder der Walk durch den Nationalpark erst zu einem richtigen Erlebnis. Man lernt nicht nur die Tier- und Pflanzenwelt besser kennen, man taucht auch viel tiefer in das Land und die Kultur ein.

  • Der Guide hat Tipps für die besten Regionen im Land und in den Nationalparks parat und damit steigt die Wahrscheinlichkeit interessante Tiere und Pflanzen zu entdecken.
  • Mit Kenntnissen über die Tier- und Pflanzenwelt veranschaulicht der Guide die komplexen Zusammenhänge in den Ökosystemen der Nationalparks.
  • Mit dem Guide kann man zielgerichtet nach Tieren und Pflanzen suchen, die man gern sehen möchte, da er Plätze, Nistplätze und das Verhalten kennt.
  • Er hilft die Augen zu schulen und die anderen Sinne zu schärfen. Man lernt selbst, Tiere und Pflanzen in den Nationalparks zu entdecken.
  • Er kennt die Orte und Plätze an denen giftige Tiere leben und kann Dich damit vor Bissen und Stichen schützen.
  • Er kennt Land und Leute und kann das Lebensgefühl transportieren.
  • Der Guide hat viele Kontakte und kann diese nutzen, um die Tour noch interessanter zu gestalten.
  • Er gibt viele Hintergrundinformationen zum Naturschutz und kennt die Regeln des Landes.
  • Er hat Kenntnis über das Wetter des Landes und kann vor jedem Ausflug in die Natur die entsprechende Empfehlung für Kleidung geben.
  • Er ist meistens mit hochwertigen Ferngläsern ausgestattet und so sieht man auch Tiere ganz nah, die eigentlich weit entfernt sind.

Hier kommen noch ein paar Impressionen von der Reise zusammengefasst von der lieben Andrea Morgenstern, die mit unserer Gruppe unterwegs war.

Weitere Nationalparks in Costa Rica

Neben dem Tortuguero Nationalpark gibt es in Costa Rica noch 25 weitere Nationalparks, die eine Reise wert sind.

  • Arenal Volcano National Park
  • Barbilla National Park
  • Barra Honda National Park
  • Braulio Carrillo National Park
  • Cahuita National Park
  • Carara National Park
  • Chirripó National Park
  • Cocos Island National Park
  • Corcovado National Park
  • Diria National Park
  • Guanacaste National Park
  • Irazú Volcano National Park
  • Juan Castro Blanco National Park
  • La Amistad International Park
  • La Cangreja National Park
  • Las Baulas National Marine Park
  • Los Quetzales National Park
  • Manuel Antonio National Park
  • Maquenque National Park
  • Palo Verde National Park
  • Piedras Blancas National Park
  • Poás Volcano National Park
  • Rincón de la Vieja Volcano National Park
  • Santa Rosa National Park
  • Tapantí National Park
  • Tenorio Volcano National Park
  • Turrialba Volcano National Park

Tipps für die Reise durch Costa Rica

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Hinweis: Die Reise in den Tortuguero Nationalpark Costa Rica erfolgte in Kooperation mit Visit Costa Rica.

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Entschädigung bei Flugverspätung

Reisenden steht eine Entschädigung bei Flugverspätung oder Annulierungen von bis zu 600 Euro zu. Trotzdem verzichten viele Fluggäste auf die Durchsetzung ihrer Rechte. Verspätete oder ausgefallene Flüge sind mit viel…

Reisenden steht eine Entschädigung bei Flugverspätung oder Annulierungen von bis zu 600 Euro zu. Trotzdem verzichten viele Fluggäste auf die Durchsetzung ihrer Rechte. Verspätete oder ausgefallene Flüge sind mit viel Ärger und einem großen Zeitverlust verbunden. Kein Wunder, dass da auch die Entspannung und Freude über den Urlaub auf der Strecke bleiben.

Zum Glück gibt es seit 2004 jedoch eine entsprechende EU-Richtlinie, die Fluggästen in vielen Fällen eine Entschädigung bei Flugverspätung zusichert. Dabei ist klar geregelt, wann und in welcher Höhe diese ausbezahlt wird. Viele Betroffene verzichten jedoch trotzdem auf das Geld, das ihnen zusteht. FairPlane hat es sich jedoch zum Ziel gesetzt, genau das in Zukunft zu verhindern.

Bis zu 600 EUR Entschädigung bei Flugverspätung

Flugverspaetung Schadenersatz

Die Fluggastrechteverordnung der EU beinhaltet eine klare Regelung der Entschädigungen bei Flugverspätung und Annulierung für Passagiere. In Abhängigkeit von der Flugdistanz liegt der Betrag dabei zwischen 250 und 600 Euro pro Passagier. Für Flüge mit einer Wegstrecke von bis zu 1.500 Kilometern ist eine Zahlung von 250 Euro zu erwarten. Eine Summe von 400 Euro gibt es für Flugstrecken zwischen 1.500 und 3.500 Kilometern und die maximale Entschädigung von 600 Euro wird bei einer Entfernung von über 3.500 Kilometern gezahlt. Dies gilt bei Reisen mit EU-Fluglinien oder bei Flügen, die an einem EU-Flughafen starten. Stets zu beachten ist, dass die Entschädigungssummen unabhängig von jenem Preis gelten, der für das jeweilige Flugticket bezahlt wurde! So kann es also durchaus vorkommen, dass Sie für einen Billigflug um 99 Euro von Hamburg nach Lissabon mit ganzen 400 Euro entschädigt werden.

Professionelle Hilfe bei Entschädigungsforderungen

Trotz klarer Regelungen verzichten viele Fluggäste noch immer auf Ihre Ansprüche. Dies liegt zum einen an der noch immer herrschenden Unkenntnis über die Rechtslage, zum anderen aber auch an den nicht selten erfolgreichen „Abwimmel-Strategien“ der Fluggesellschaften. So kommt es immer wieder vor, dass Airlines auf Forderungen der Reisenden lediglich mit knappen Standardschreiben reagieren. Dabei berufen sie sich auf sogenannte außergewöhnliche Umstände und “höhere Gewalt” und weisen die Entschädigungsansprüche deshalb zurück. Aus Unsicherheit oder Angst vor einem langwierigen Gerichtsverfahren geben viele Fluggäste an dieser Stelle auf und lassen die Angelegenheit auf sich beruhen. Gut beraten ist daher, wer seine Ansprüche von vornherein durch einen professionellen Anbieter wie FairPlaine prüfen lässt, der sich auf die Durchsetzung von Entschädigungen nach der Fluggastrechteverordnung spezialisiert hat.

Vorsicht bei Kulanzangeboten!

Neben faulen Ausreden werden von Fluglinien auch immer wieder Kulanzangebote herangezogen, um sich aus der Affäre ziehen zu können. Beispielsweise werden “großzügige” Beträge von 100 Euro oder Wertgutscheine für einen weiteren Flug mit der Airline angeboten. Fluggästen mit Entschädigungsanspruch, die sich auf ein solches Angebot einlassen, entgeht mit großer Wahrscheinlichkeit eine Menge Geld. Die angebotenen Zahlungen liegen nämlich in aller Regel weit unter dem Betrag, der den Betroffenen rechtlich zusteht. Ein derartiges Kulanzangebot ist zudem ein deutliches Zeichen dafür, dass der Entschädigungsanspruch tatsächlich berechtigt ist und keine außergewöhnlichen Umstände vorliegen, die die Airline von einer Zahlung befreien. Deshalb sollte auch die volle Entschädigungssumme beansprucht werden. Um die Forderung schnell, erfolgreich und risikofrei durchsetzen zu können, ist das Beauftragen des erfahrenen Experten-Teams von FairPlane ratsam. Durch das vorhandene juristische Know-How und den Zugang zu spezifischen Flug- und Wetterdaten sind die Erfolgschancen viel höher, als bei dem Versuch, die Forderung im Alleingang geltend zu machen. Während die Profis am Werk sind, können Sie sich getrost zurücklehnen und sich auf die wohlverdiente Entschädigungszahlung freuen!

Allen Lesern von breitengrad53.de bietet Fairplane jetzt einen Gutschein von 5 Euro für das Paket FairPlane Standard an. Einfach gleich auf die Seite von FairPlane schauen und den Code BG061605 mit eingeben.

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“Hitlers Inselwahn” auf Jersey

Jersey ist ein Urlaubsziel für Inselsüchtige. Wind, weiße Sandstrände, ein azurblaues Meer, mal tosend im Nordwesten oder sanft und spiegelglatt in den kleinen Buchten und Häfen. Der Golfstrom begünstigt die…

Jersey ist ein Urlaubsziel für Inselsüchtige. Wind, weiße Sandstrände, ein azurblaues Meer, mal tosend im Nordwesten oder sanft und spiegelglatt in den kleinen Buchten und Häfen. Der Golfstrom begünstigt die üppige Vegetation, die von Palmen bis zum Weinbau reicht. Aber es gibt noch die anderer, weniger bekannte Seite: Bunker und Wachtürme, Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg. Mit Schauspieler John Nettles (TV-„Inspector Barnaby“) war Liane Ehlers auf den Spuren  von „Hitlers Inselwahn“ auf Jersey unterwegs.

St. Aubin –  Seine stahlblauen Augen blitzen. In Jeans, blauem Hemd und weißen Turnschuhen sitzt er mir bei einem Pint of „Liberation Ale“ (Befreiungsbier) im Pub „Old Courthouse“ in St. Aubin gegenüber – John Nettles (73), der beim deutschen TV-Publikum als „Inspector Barnaby“ bekannt und beliebt ist, mag die Insel sehr. Während der zwölfjährigen Dreharbeiten zur TV-Serie „Jim Bergerac ermittelt“ hat der Schauspieler in den 1980er/-90er-Jahren dort sogar gelebt. Dabei ist der studierte Historiker auch mit der dunklen Seite der Inselgeschichte in Berührung gekommen.

Nie wieder Inspector Barnaby

John Nettles hat 2012 „Inspector Barnaby“ ade gesagt, um sich einer dreiteiligen TV-Dokumentation über die Besatzungszeit von 1940 bis 1945 zuzuwenden. Dem folgte nach jahrelanger Recherche das Buch über „Hitlers Inselwahn“, das 2013 unter dem englischen Titel „Jewels & Jackboots“ erschien, und seit Oktober 2015  auch auf Deutsch im Handel ist. Ins Fernsehen will der Schauspieler nicht mehr zurückkehren, „höchstens mit Dokumentarfilmen“, erklärt er und frozzelt mit trockenem, englischen Humor: „Tom Barnaby hat den Sexappeal eines wandelnden Verhütungsmittels.“

Der bekennende Arsenal-Fan („Arsenal-Fan sein ist ein lebenslanger, langsamer Nervenzusammenbruch“), möchte weg vom „Barnaby“-Image, freut sich aber dennoch, wenn man ihn erkennt. Selbst die Queen schaut „Midsomer Murders“, sagt er über die Königin, die er viele Male getroffen hat. „Und Angela Merkel auch“, habe er gehört.

In Zukunft will John Nettles nur noch Doku-Filme drehen, Bücher schreiben und sich um die kleine Operngruppe in seiner Heimat Cornwall kümmern.  Dort besitzt der Schauspieler ein Anwesen, „weit weg von London“, mit acht geretteten Pferden, zwei irischen Eseln, Hennen, Gänsen und jede Menge anderem Viehzeug.

Traumhaft schöne Landschaft

Nach Jersey kommt der Nettles  mehrmals im Jahr.  Für ihn gibt es drei gute Gründe, um dort Urlaub zu machen: „Eine traumhaft schöne Landschaft, eine exzellente Küche und ganz viel Geschichte.“ Außerdem sind es starke Familienbande, die ihn dort hinziehen – seine Tochter Emma und ihre Familie leben auf der Insel.

Besonders die Geschichte fasziniert den Historiker Nettles. „Eines Tages stand ich in den 1990er-Jahren während der Dreharbeiten zu ,Jim Bergerac‘ auf einem dieser Bunker und fragte mich ,wo stehe ich hier eigentlich?'”, erinnert er sich. Wohl nirgendwo sonst gibt es so viele Bunker und Burgen auf so wenigen Quadratkilometern wie auf der britischen Kanalinsel im Golf von St. Malo, direkt vor Frankreichs Haustür. Nettles liegt die Aufarbeitung dieses  dunklen Kapitels deutsch-englischer Geschichte sehr am Herzen.  Von den Deutschen besetzt, von der englischen Regierung verraten, so fühlten sich die Insulaner während der Besatzung, die nach fünf langen Jahren erst am 9. Mai 1945 enden sollte.

Zeitzeugen in den Jersey War-Tunnels

Nettles lässt in seinem Buch  „Hitlers Inselwahn“ Zeitzeugen zu Wort kommen, beleuchtet  die oft heiklen, zwischenmenschlichen Aspekte der Okkupation, den komplexen Fall der Kollaboration sowie das traurige Schicksal von Juden und Zwangsarbeitern. Am Ende des Krieges gab es auf Jersey 300 Bunker und 2000 Kinder mit deutschen Vätern. Gut nachvollziehen lassen sich die damaligen Ereignisse unter anderem in den „Jersey War Tunnels“, ein Anti-Kriegs-Museum, das mittlerweile zu den meistbesuchten Touristen-Attraktionen der Insel gehört. Während der deutschen Besatzungszeit wurde der kilometerlange Tunnelkomplex H08 als Lazarett gebaut, kam aber nie zum Einsatz, weil die Alliierten beim D-Day 1944 und auch später die Kanalinseln umgingen.  

Nach dem Krieg stellte sich die Frage: Was tun mit all diesen Bunkern  und Wachturmanlagen? Abreißen war zu gefährlich und teuer.  Die Jerseyaner fanden für zahlreiche Anlagen eine kreative Lösung. Tony Pike (52) von der „Channel Island Occupation Society“, ist einer von vielen Freiwilligen, die seit Ende der 1970er-Jahre    Bunkeranlagen  aufgeräumt und restauriert haben. Auf einer viereinhalbstündigen Führung bringen sie den Besuchern Jerseys Geschichte nahe.

Mit Tony besichtigen wir im Nordwesten auf dem Hochplateau von Les Landes die Ruine Groznes Castles (14. Jahrhundert), die unvollendete Batterie Moltke und besteigen den „Marine Peilstand 3“-Tower, ein Teil von Hitlers Atlantikwall-System. Die Aussicht aus 15 Metern Höhe durch die Bunkerscharten aufs azurblaue, wilde  Meer  und die steile Felsenküste ist atemberaubend. In Richtung Westen geht der Blick über Dünenwanderwege und leuchtend gelbe Ginsterfelder bis zum Leuchtturm La Corbiere, Jerseys  eigentliches Wahrzeichen. Von dort wandert er weiter bis zum  nächsten Wachturm, dem „Radio Tower“.

Bunkeranlage als Ferienwohnung

„Von einem Turm aus konnte man immer den nächsten sehen“, erklärt Tony Pike. Im „Radio Tower“  befindet  sich heute eine komfortable Ferienwohnung, die vom „Jersey Heritage Trust“  vermietet wird.  Der 360-Grad-Blick von Penthouse des Turms  auf die St. Quen’s Bucht mit ihrem feinen weißen Sandstrand  ist einmalig. Insgesamt 15 historisch interessante Bauwerke wurden im Lauf der Jahre restauriert und als Feriendomizile eingerichtet.

Auch die Batterie Lothringen  in St. Brélade mit Blick auf St.-Aubin-Bucht, Elizabeth Castle und die Häfen von Saint Helier ist heute zu besichtigen. Erst 2014 eröffnet wurde „The Wetland Interpretation Centre“, eine sehenswerte Ausstellung und Beobachtungsstation der artenreichen Tierwelt im Dünengebiet von Les Mielles. Durch einen Tunnel gelangt man in den Ausstellungsraum.

Austernzucht und Hummer

Besondere Gaumenfreuden bietet „Faulkners Fisheries“, das Sean Faulkner (62) 1980 in einem ehemaligen Bunker der Besatzer eingerichtet hat. Austern, Hummer und Königskrabben hält Faulkner dort in Becken mit bestem Atlantikwasser. Schon als Kind hatte ihn der Bunker  fasziniert. Als Erwachsener setzte er 1980 seine Träume in die Tat um und machte aus dem Bunker ein Fischgeschäft mit Outdoor-Restaurant. Bei strahlendem Sonnenschein und schönster Aussicht serviert uns der Chef persönlich nicht nur Austern vom Feinsten, sondern auch eine interessante Geschichte. John Nettles kannte diese Location noch nicht, ihm gefällt das Ambiente und das vorzügliche Essen. Er werde auf jeden Fall wiederkommen, verspricht der Autor und Schauspieler.

Tipps für die Reise auf Jersey

[tabs][tab title=Anreise]Non-Stop-Flüge in der Saison wöchentlich sonnabends: mit Airberlin ab Hannover und Düsseldorf, mit Eurowings ab Düsseldorf. Auf der Insel herrscht Linksverkehr. Am Flughafen kann man Leihwagen mieten. Der Sommerfahrplan der Busse ist gut auf Touristen abgestimmt. www.liberytbus.je[/tab] [tab title=Freizeit]Der zweithöchste Tidenhub weltweit mit bis zu zwölf Metern lässt die Insel zweimal täglich um fast das Doppelte wachsen. Die Strände werden unendlich, Forts und Leuchttürme sind zu Fuß erreichbar. Angler, Kajakfahrer, Kletterer, Golfer, Segler, Surfer und Wanderer finden viele Angebote.[/tab] [tab title=Buch]„Hitlers Inselwahn“ – Die britischen Kanalinseln unter deutscher Besetzung 1940-1945, John Nettles, 394 S., Übersetzung: Kalterina Latifi, Jakob Brüssermann, Osburg Verlag, 24 Euro. John Nettles ist auf Lesereise auf Englisch: Dienstag, 7. Juni, Lehmanns Media GmbH, Grimmaische Str. 10, 04109 Leipzig; Donnerstag, 9. Juni 2016, 20 Uhr, Buchhandlung Markus, Gütersloh, externe Location. | Reiseliteratur: „Kanalinseln“, 120 S. mit Faltplan, Dumont, 9,99 Euro[/tab] [tab title=Geld im Urlaub]Jersey gehört zu England. Die offizielle Währung in England sind Pfund Sterling. Wenn man nach England reist ist es nicht zwingend notwenidig im Vorfeld Geld abzuheben und dies mitzubringen. Wer dies allerdings möchte, kann das bei seiner Hausbank erledigen. In England gibt es ein gut ausgebautes Netz an Geldoutomaten, so dass man selbst mit der Maestro-Karte vor Ort Geld abheben kann. Man sollte im Vorfeld mit seiner Hausbank klären in welcher Höhe Gebühren anfallen, damit diese kein Loch in die Reisekasse reißen. Wer Gebühren umgehen möchte, für den lohnt sich die Anschaffung einer Reise-Kreditkarte. Auf unserer Seite Geld im Urlaub geben wir viele Hintergründe und Informationen zur Zahlung im Ausland.[/tab] [/tabs]

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Heiliges Land auf schmalen Reifen

Israel? Das ist ein Reiseziel für Studienreisen, für Pilger, die auf alte Steine stehen, auf Kultur und Wüste – und vielleicht noch auf ein bisschen Baden im Toten Meer. Aber…

Israel? Das ist ein Reiseziel für Studienreisen, für Pilger, die auf alte Steine stehen, auf Kultur und Wüste – und vielleicht noch auf ein bisschen Baden im Toten Meer. Aber zum Radfahren? Dafür fliegen die Deutschen lieber nach Mallorca – oder im Winter inzwischen bis nach Südafrika. Dabei fanden in Haifa im Jahr 2010 sogar schon die Europameisterschaften der Mountainbiker statt. Unser Autor hat sich für seine Entdeckungstour durch das Heilige Land aber das Rennrad ausgesucht und ist ganz vom Norden bis hinunter ans Rote Meer gerollt.

Ein warmer Wind zerrt heftig am Trikot. Jetzt einfach rollen lassen und geniessen. Während in Europa Schmuddelwetter herrscht, schicken wir den Sommer in die Verlängerung und jagen «kurz-kurz», mit kurzer Hose und kurzem Trikot, auf unseren Rennrädern eine breite Straße hinunter, die gar nicht enden will. Was für eine Abfahrt – so viele Meter ging es doch vorher nicht bergauf. Aber in Israel ist alles etwas anders. Der See Genezareth, in dessen Süden unser Etappenziel wartet, liegt gut 200 Meter unter Meeresniveau.

In vier Etappen bis ans Rote Meer

«Trans-Israel-Challenge» – in vier Etappen von der Nordgrenze des Landes bis ans Rote Meer – so das ehrgeizige Projekt, das uns vorbei an biblischen Stätten und einmaligen Naturdenkmälern durch ein eindrucksvolles Land führt. Auch wenn dabei für kulturelle Ausflüge oder Entdeckungstouren auf historischen Spuren kaum Zeit bleibt – viel intensiver als auf zwei Rädern kann man ein Land wohl nicht erleben. Das Land im wahrsten Sinne zu erfahren, ist das Ziel von Harel Nahmani, der die Tour organisiert hat. Dass er mit dem Versprechen für ein einmaliges Erlebnis nicht zu hoch gegriffen hat, wird schon am ersten Tag klar.

Als wir nach wenigen Kilometer von der Hauptstraße ins israelisch-libanesische Grenzgebirge abbiegen, bleibt der Autoverkehr schnell zurück. Unsere Route führt durch die Pinienwälder des Admit-Parks und am monumentalen Naturwunder des «Arch Cave», der mit seinem Felstor ein Paradies für Extremsportler ist. Dafür, dass auch der sportliche Anspruch nicht zu kurz kommt, sorgen die Höhenzüge Galiläas, die immer neue Steigungsprozete in den Weg stellen. «Genießt es, aber teilt Euch die Kräfte gut ein», hatte Harel gesagt, «am besten in dieser Reihenfolge».

Bei der «Trans-Israel» stehen Sport und Naturgenuss im Mittelpunkt

Knapp 40 Sportler aus den USA, Belgien, Großbritannien, Kanada, Irland, Südafrika, der Schweiz und natürlich Israel sind dabei, bei der zweiten Auflage der Tour. Gefahren wird in verschiedenen Gruppen, ganz nach Form und Lust. Und für alle Fälle sind nicht nur ein Mechaniker mit Auto, sondern auch ein Begleitbus dabei. Bei der «Trans-Israel» stehen Sport und Naturgenuss im Mittelpunkt. Um den Rest kümmert sich die fünfköpfige Begleitcrew.

Vielleicht ist Israel noch kein typisches Radfahrerland. Aber Mountainbiker haben die Region nicht erst seit den Europameisterschaften 2010 in Haifa als ihren Geheimtipp endteckt. Welches Potential das Land im Radtourismus sieht, lassen die zahlreichen Verkehrsschilder erkennen, die zu Rücksicht gegenüber Radfahrern mahnen. Nur für uns hat die hier niemand aufgestellt. Und in der Tat, die meisten Autofahrer, die uns hupend passieren, machen dies mit einem freundlichen Winken: «Hopp hopp, weiter so.»

Der See Genezareth, nicht nur Schauplatz biblischer Geschichte, sondern auch ein Naturparadies, der Jordangraben, der mehr als 400 Meter unter dem Meeresspiegel liegende Salzsee des Tote Meeres, das Naturschauspiel der Oase En Gedi nur wenige Kilometer entfernt vom tiefsten Punkt der Erde, die ehemalige jüdische Festung Masada, seit 2001 Weltkulturerbe, oder der Krater Machtesch Ramon in der Wüste Negev – es ist ein «best of» von historischen Stätten und Naturdenkmälern, das sich entlang der «Trans-Israel» aufreiht.

Längste Straße Israels ist 480 Kilometer lang

Am zweiten Tage dauert es nach wenigen Kilometern entlang der Landstraße 90, der mit 480 Kilometer längsten Straße Israels, eine ganze Weile Weile, bis wir auf der steilen Straße durch einen spärlich bewachsenen Hang das Schild mit der Aufschrift «Sea Level» passieren. Auf den Gipfeln der gut 500 Meter hohen Bergkette Gilboa mit Naturschutzgebieten und Nationalparks haben sich Vogelkundler postiert. Im Herbst und im Frühjahr ist Israel eine wichtige Zwischenstation für Zugvögel. Im Norden Israels überwintern jährlich mehr als 30.000 Kraniche.

Das Bad im Toten Meer ist natürlich Pflichttermin – und perfekt für müde Radfahrer-Muskeln. Schließlich brauchen wir Power für den nächsten Tag. Vom Fuss der Festung Masada geht’s mitten hinein in die Wüste Negev. Diese Trockenwüste macht rund 60 Prozent des Staatgesbietes aus. Bis zum Horizont reiht sich braune Hügelkette an braune Hügelkette. Manchmal dauert es eine halbe Stunde, bis wieder ein Auto auftaucht – dafür weiden unweit der Straße ein paar Kamele. Nur vereinzelt weisen Schilder Schotterpisten entlang ins Nirgendwo und darauf hin, dass es irgendwo da draußen noch mehr Leben geben muss. Gleichwohl ist die Wüste Negev auch ein Paradies für Wanderer – vorzugsweise mit einem ortskundigen Guide. Mit einem Minimum an Erfahrung sind aber auch selbstständige Touren möglich, dafür sorgt nicht zuletzt ein signalisiertes Wegnetz.

Nach wenigen Kilometer stürzt sich die Straße in die Tiefe

Die letzte Etappe der «Trans-Israel» beginnt früh. Schon in der Dämmerung sind wir auf dem Rad, stoppen aber bereits nach wenigen Kilometern, als sich die Straße vor uns unvermitteln in die Tiefe stürzt. Der Machtesch Ramon – fast 1000 Meter tief 40 Kilometer im Durchmesser – ist der größte Krater in der Wüste Negev. Es ist noch kühl am Morgen, während am Horizont über Jordanien die Sonne aufgeht. Als wie auf Kommando noch ein paar Nubische Steinböcke auftauchen, ist das Bild perfekt. Aber wir haben mit fast 170 Kilometer die längste Etappe der Woche vor uns – also nichts wie rein in die rasende Abfahrt zum Kratergrund. Beim nächsten Mal bringen wir mehr Zeit mit. Der gesamte Krater ist ein Natur- und Landschaftsschutzgebiet. Der Jahrhunderte dauernde Erosionsprozess hat urzeitliche Vulkankegel, versteinerte Baumstämme und Korallengriffe und Magmakammern freigelegt. Aber selbst von der Straße hinterlässt der Krater bleibenden Eindruck. Einfach gewaltig ist, was die Natur hier geschaffen hat.

Was ein Kontrast zum Finale. Noch eine Abfahrt, dann ist der südlichste Punkt Israels erreicht. Wie aus einem Backofen umspült uns die heiße Luft, die von den Felsen aufsteigt, als uns die Straße von den Eilat Mountains in den gleichnamigen Badeort mit seinen Hotels hinunter spült. Jetzt kühlt nicht einmal mehr der Fahrtwind. Dafür glitzert es plötzlich voraus: Das Rote Meer. Badezeit.

[tabs][tab title=”Anreise”]Der Tel Aviv Ben Gurion International Airport (TLV) ist Israels wichtigster und größter Flughafen und wird ab Deutschland Lufthansa oder die israelische Fluggesellschaft El Al beispielsweise via Frankfurt oder München bedient. Günstige Umsteigeverbindungen ab Düsseldorf bieten auch Turkish Airlines und Pegasus Airlines über die Türkei. Vom Flughafen ist der Ausgangspunkt der Tour bequem mit dem Zug zu erreichen. Ein Visum ist für Israel nicht erforderlich, ein Reisepass – ab Einreise noch mindestens sechs Monate gültig – genügt.[/tab] [tab title=”Information & Buchung”]Die Trans-Israel-Challenge ist eine Rennradtour mit vier Etappen, die von der Nordgrenze des Landes ans Rote Meer führt. Die Reise (fünf Nächte, Vollpension) kostet 1200 Euro (ohne Anreise). Die nächste Trans-Israel-Challenge findet vom 26. bis 29. Oktober statt. Individuelle oder geführte Verlängerungen – auch mit weiteren Rennrad-Etappen – sind ebenso möglich wie komplett individuelle Touren. Information und Buchung: http://www.trans-israel.co.il/en. Verschiedene Veranstalter bieten auch mehrtägige Touren mit dem Treckingrad oder Mountainbike an – zum Teil kombiniert mit Ausflügen und Begleitfahrzeug für besonders anspruchsvolle Abschnitte. Allgemeine Reiseinfos und Tipps zu Israel gibt‘s auch unter http://goisrael.de/ im Netz.[/tab] [tab title=”Service”]Bei der «Trans-Israel» sorgen zwei Begleitfahrzeuge, die in regelmäßigen Abständen mit eisgekühltem Wasser und kleinen Snacks bereit stehen, für die Teilnehmer. Jeweils zur Mittagszeit wird ganz groß aufgefahren und der mitgebrachte Campingtisch hat kaum Platz für zahlreiche einfache aber wunderbare israelische Köstlichkeiten. Immer dabei: Hummus, eine orientalische Spezialität aus pürierten Kichererbsen, Olivenöl und Gewürzen.[/tab][/tabs]

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Auf den Spuren der Römer

Norwegian Epic – Der Gedanke, dass ich mit 4.099 weiteren Kreuzfahrtgästen von Barcelona über Neapel nach Rom fahren, lies mich kurz nachdenklich werden. Die Kleinstadt, in der ich groß geworden…

Norwegian Epic – Der Gedanke, dass ich mit 4.099 weiteren Kreuzfahrtgästen von Barcelona über Neapel nach Rom fahren, lies mich kurz nachdenklich werden. Die Kleinstadt, in der ich groß geworden bin, hat rund 7.000 Einwohner. Knapp zwei Drittel davon würden also auf das Schiff passen! Ich war gespannt auf den dicken Pott der Norwegian Cruise Line (NCL) und bin am Ende der Tour doch recht entspannt von Bord gegangen.

Im Hafen von Barcelona herrschte reges Treiben, denn neben der Norwegian Epic lagen noch fünf weitere Kreuzfahrtschiffe im Hafen. Auf den ersten Blick ist die Epic kein besonders schönes Schiff. Es scheint eher so, als hätten die Konstrukteure bei der Planung einen Teil vergessen, der dann einfach als Quadrat oben auf den Bug aufgesetzt wurde. Das genau dieses Quadrat der exklusive Teil „The Haven“ ist, ist wahrscheinlich die Ironie des Schicksals, doch dazu später mehr.

Kreuzfahrten - Norwegian Cruise Line - NCL - Norwegian Epic

Die Norwegian Epic. (Foto: NCL)

Barcelona ist auf dieser Mittelmeertour ein Ein- und Ausstiegshafen, und so hatte die Crew alle Hände voll zu tun, um die neuen Gäste einzuchecken und das Gepäck auf Schiff zu bringen. Wer erst einmal an Bord war, der konnte schon die „Bordluft“ schnuppern und die spanische Sonne genießen. NCL verspricht unter dem Motto „Feel Free“ ein besonderes Kreuzfahrterlebnis. Keine Kleiderordnung, keine festen Essenzeiten, keine reservierten Tische (außer bei Reservierungen in den Themenrestaurants) und – nur für deutsche Gäste – kein Stress mit der Auswahl der Getränke. Mit dem exklusiven „Premium All Inclusive“ sind alle Getränke bis 15 US$ und das sonst obligatorische Trinkgeld für die Crew inkludiert.

Drei Wasserrutschen an Bord der Norwegian Epic

Was auf den ersten Blick auch auffällt: Die Reederei hat viele Ideen umgesetzt, um die Gäste während des Aufenthalts an Bord zu beschäftigen. Auf der Epic befinden sich ein Aqua Park mit drei Wasserrutschen, Fitnesscenter, Außen-Whirlpools, eine Kletter- und Abseilwand, Bowlingbahnen, Kid’s Centre, Teen Disco und ein riesiger Casino-Bereich.

Vom Entertainmentprogramm, das abends in den verschiedenen Bars und in den Theatern aufgeführt wird, können sich viele Etablissements auf dem Festland eine Scheibe von abschneiden. Vor allem das „Cirque Dreams® & Dinner“ würde von mir das Prädikat „Weltklasse“ erhalten. Keine Animateure, die tagsüber die Gäste bespaßen, müssen sich auf der Epic auch um das Entertainment abends kümmern. Hier treten Weltklasse-Artisten auf, die 90 Minuten lang für so viel Spannung sorgen, dass die Gäste fast das Essen vergessen. Das Ganze findet in einer Art rundem Zelt statt, in dem in der Mitte die Artisten Ihre Kunsttücke zeigen. „Pomp Duck and Circumstance“ und „Cirque du Soleil“ lassen grüßen und die Show auf der Norwegian Epic spielt da in der gleichen Liga mit.

Kreuzfahrt - Norwegian Epic - Burn the Floor

Burn the Floor – Ein unterhaltsamer Abend im Theater der Norwegian Epic. (Foto: Norwegian Epic)

[dropcapss]E[/dropcapss]Ein Highlight an Bord ist die Eisbar auf Deck 7 des Schiffes. Zwar bekommt man vor Eintritt in die Bar, die komplett aus Eis gebaut wurde, ein wärmendes Cape und Handschuhe, doch kaum jemand hält es bei minus 11 Grad länger als 15 Minuten dort aus. Gerade genug Zeit, um zwei frisch gemixte Cocktails zu schlürfen. Wem es gar langweilig ist, der kann auf dem TV in der Eisbar dem Sportprogramm folgen oder sich andere warme Gedanken machen.

Wer auf improvisierte Musik steht, der kann mehrfach in der Woche in die Bar „Headliners“ gehen und sich „Howl at the Moon“ anhören. Zwei Klaviere duellieren sich, begleitet von einem Schlagzeuger, zu den verschiedensten Rockklassikern der 70er Jahre bis hin zum Hip Hop. Die Zuschauer können auf kleinen Zetteln ihre Wünsche weitergeben und die Musiker interpretieren diese in ihrer besonderen Art und Weise. Ein Musikspektakel der besonderen Art.

„The Haven“ – VIP-Feeling auf der Norwegian Epic

Mit dem Bereich „The Haven“ auf der Norwegian Epic befindet sich ein Schiff-im-Schiff-Komplex an Bord, der exklusiv für die Gäste reserviert ist und die damit VIP-Feeling an Bord genießen. Andere Passagiere haben keinen Zugang zu dem Bereich, der über einen eigenen Pool, Whirlpool, Fitnessbereich, verschiedenste Essbereiche und den Service vom Courtyard Butler verfügt. Die Suiten und Villen von „The Haven“ gibt es in unterschiedlichster Größe und Art und alle verfügen über einen Balkon.  Wer auf der Epic Ruhe sucht und dafür gerne etwas tiefer ins Portemonnaie greift, der ist im „The Haven“ sicherlich gut aufgehoben.


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Ein Küchenbereich für 4.100 Gäste

Mit 23 Restaurants steht auch die Küche täglich vor großen Herausforderungen. Vom eleganten Abendessen über Buffets bis zu Live-Cooking-Stationen – es gibt viele Möglichkeiten an Bord zu Essen. Vor allem die exklusiven Spezialitätenrestaurants (gegen Aufpreis) bieten eine erstaunliche Qualität. Eine riesige Herausforderung für die Küche, die auf dem Schiff einen großen Bereich einnimmt. Alle 23 Restaurants werden aus einem einzigen Bereich bedient, in dem nahezu den ganzen Tag hektisches Treiben herrscht und der eine eigene Bäckerei und Konditorei enthält.

Singles reisen nicht lange alleine

Für Alleinreisende hat die Norwegian Epic einen besonderen Bereich eingerichtet, der auch nur von Gästen, die in den innenliegenden Studios wohnen, betreten werden kann. Es gibt eine eigene Lounge mit kleiner Bar und mit Schwarzem Brett, in dem sich die Passagiere eintragen können, um den richtigen Partner für das Theater, fürs Essen oder für die Disco zu finden.

Erster und einziger Landausflug – Neapel

Der erste Hafen auf dieser kurzen Kreuzfahrt ist Neapel. Die Norwegian Epic erreicht den Hafen der drittgrößten Stadt in Italien in den frühen Morgenstunden. Während die meisten Gäste um diese Zeit noch schlafen, genießen die Frühaufsteher einen wunderschönen Sonnenaufgang über Neapel. Die Hauptstadt von Kampanien bietet jede Menge Kultur, Restaurants und Shoppingläden (Tipp: Via Toledo). Ich entscheide mich bei meinem einzigen Landausflug dieser kurzen Reise für eine Tour nach Pompeji. Die einstige Stadt am Golf von Neapel wurde am 24. August 79 von einem Vulkanausbruch des Vesuvs vollständig von der Lava vergraben und damit gut konserviert.

Erst im 16. Jahrhundert wurde aus der damaligen Legende Realität, als zufällig einige Münzen und Marmorstücke gefunden wurden. Dennoch dauerte es bis ins 18. Jahrhundert, bis man mit den ursprünglichen Ausgrabungen und damit der Freilegung der Stadt begonnen hat. Heute sind etwa vier Fünftel des damaligen Stadtgebiets von der Lava befreit worden. Freunde der Archäologie kommen hier voll auf ihre Kosten, denn in Pompeji wimmelt es nur so von Ruinen. Rund drei Millionen Besucher kommen jährlich in die Stadt, in der derzeit viele Gebäude restauriert werden. Regen, Wind und Sonne haben offensichtlich den Ruinen in den letzten Jahrzehnten stark zugesetzt.

Wer noch Zeit hat, der sollte eine typische Pizzeria in Neapel aufsuchen, denn die heutige Variante mit Tomatensauce und Käse stammt vermutlich aus der Stadt. Nirgendwo auf der Welt schmeckt die Pizza Napoletana so, wie hier in Italien.

Zurück vom Landausflug und von Pompeji heißt es gegen 18 Uhr schon wieder Abschied nehmen. Die Norwegian Epic nimmt Kurs auf den Hafen von Rom, der Civitavecchia heißt und etwa eine Stunde vom Flughafen entfernt liegt.

[toggle title=”Schiffsfakten”]

  • Passagiere (Doppelbelegung): 4.100
  • BRZ: 155.873
  • Länge: 329,49 m
  • Breite: 40,54 m
  • Maschinen: Dieselmotoren
  • Reisegeschwindigkeit: 24 Knoten
  • Besatzung: 1.753

[/toggle]

Info: We thank Norwegian Cruise Line for the kind invitation!

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Urlaub auf Teneriffa – Balsam für die Seele

Im Süden von Teneriffa, der einst nur durch Bettenburgen und schönes Wetter glänzte, hat sich viel getan. Die „Insel des ewigen Frühlings“, die geografisch auf der Höhe von Süd-Marokko und…

Im Süden von Teneriffa, der einst nur durch Bettenburgen und schönes Wetter glänzte, hat sich viel getan. Die „Insel des ewigen Frühlings“, die geografisch auf der Höhe von Süd-Marokko und West-Sahara liegt, bietet das ganze Jahr über ein ozeanisch-tropisches Klima ohne extreme Ausschläge. Durch den beständig wehenden Passatwind ist der Inselnorden grüner, aber auch regenreicher.

Adeje – Der Blick aufs Meer ist Balsam für die Seele, die frische Seeluft gut für die Gesundheit. Teneriffas Südwestküste ist ein verlockender Ort, um in der dunklen Jahreszeit Sonne zu tanken. Nicht umsonst gehört die größte der Kanaren-Inseln zu den beliebtesten Urlaubszielen der Deutschen.

Urlaub auf Teneriffa - Liane Ehlers-003

Spaziergang am Strand. (Fotos: Liane Ehlers)

Erst mal tief durchatmen und das Rauschen der Wellen genießen: So habe ich mir den perfekten Urlaub erträumt. Leise knirscht am Strand der schwarze Lavasand unter meinen Schuhen, als ich Richtung La Caleta gehe, um die Kalorien vom leckeren Essen abzulaufen. Auf einer Felsenplattform übt sich eine Yogagruppe in Atemtechnik und Gelassenheit. Pärchen sitzen am Strand, machen Selfies, und einige Angler geben die Hoffnung nicht auf, doch noch etwas fürs Abendessen zu fangen. Aus einer Strandbar dröhnt richtig gute Tanzmusik von einer Live-Band herüber. La Caleta, das ehemalige Fischerdorf, hat sich durch den Tourismus stark gewandelt, sich aber trotzdem einen gewissen Charme bewahrt. Noch heute gibt es dort einige hervorragende Fischrestaurants.

Hervorragende Rotweine locken beim Urlaub auf Teneriffa

Während die rote Sonne hinter der Nachbarinsel La Gomera im Meer versinkt und die grünste unter den sieben Kanaren-Inseln langsam von der Dämmerung umhüllt wird, genieße ich auf der großen Dach-Terrasse des „RIU Palace Tenerife“ den Sonnenuntergang und einen der hervorragenden Rotweine, die im Inselnorden angebaut werden. Selten hat mir ein spanischer Wein so gut geschmeckt.

Das Hotel, das nach umfangreichen Umbauarbeiten als Fünf-Sterne-Haus wiedereröffnet wurde, verfügt über eine 21.000 Quadratmeter große Gartenanlage mit Sandstrand und drei Pools, einer davon mit Blick aufs Meer, wo die manchmal stürmische Brandung durch künstliche Riffe gebremst wird. Schräg dahinter liegt das ebenfalls komplett renovierte Vier-Sterne-Schwester-Hotel „RIU Arecas“.

Farbenprächtige Promenade

Grün und bunt ist die Promenade mit ihren Palmen, Agaven und Bougainvilleen, die sich von der Playa de la Enramada bis zur Playa del Duque (Strand des Fürsten) zwischen Strand und Hotelbauten vorbeischlängelt. Dort pulsiert das Leben. Der hinter gelagerte Ort lässt in punkto Shoppen und Lokalitäten keine Wünsche offen. Wer beim Laufen genug Kondition hat, gelangt schließlich zum Jachthafen Puerto Colon mit seinen Katamaranen und Segelbooten, die von dort zum Delfin- und Whale-Watching starten. Auch das ist Urlaub auf Teneriffa.

Moby Dicks Heimat

Schon seit Jahrzehnten ist Teneriffas Südwesten ein Eldorado für diese Tourismusindustrie. Mehr als 20 verschiedene Walarten tummeln sich unweit der Küste im Atlantik. So ist es auch kein Zufall, dass der Film „Moby Dick“ (1956) über Kapitän Ahabs besessene Jagd nach dem „Weißen Wal“ in den kanarischen Gewässern gedreht wurde. Heute gibt es dort keine Walfänger mehr, den Tieren drohen jedoch andere Gefahren, z. B. durch Schnellfähren und U-Boot-Ortung, die die Tiere wie ein akustischer Blitzschlag trifft. Die Kritik von Umweltschützern am hemmungslosen Ausflugstourismus versucht die Regierung durch Regeln und eine Limitierung der Walfahrten zu begrenzen.

Urlaub auf Teneriffa bietet einmaligen Sternenhimmel

Wer Teneriffa besucht, kommt am Pico del Teide nicht vorbei, denn alle Wege führen dorthin. Seinen Namen bekam der Berg von den Ureinwohnern, den Guanchen, die den Berg „Echeyde“ nannten, was so viel wie „Höllenschlund“ bedeutet. Im Laufe der Zeit wurde im Spanischen daraus „El Teide“. Der vulkanische „Teide Nationalpark“ mit seinen spektakulären Landschaften, der vor mehr als 300.000 Jahren entstand, ist bei Wanderern sehr beliebt und zieht jährlich über drei Millionen Besucher an.

„Mit 3.718 Metern ist der Teide nicht nur der höchste Berg Spaniens, sondern auch der dritthöchste Inselvulkan der Welt“, erzählt Guide Jose Sanchez Garcia, der uns über einen Weg von der oberen Seilbahnstation (3.555 Meter hoch) zum Aussichtspunkt „Fortaleza“ führt, um dort den Sonnenuntergang auf Teneriffa zu erleben. Einen weiteren Superlativ, der Balsam für die Seele sein kann, hat der Pico del Teide zu bieten: einen Nachthimmel, der – vorausgesetzt es gibt keine Wolken – wegen seiner optimalen Bedingungen von der Unesco zur „Starlight Destination“ (Sternenlichtort) ernannt wurde. Astronomen bieten Nachtexkursionen mit mobilen Teleskopen an, allerdings sollte man sich winter-warm anziehen, um das in 2356 Metern Höhe genießen zu können.

[toggle title=”Anreise”]Verschiedene Airlines fliegen den Flughafen Teneriffa Süd an. Transferzeit zum RIU-Hotel ca. 20 Minuten. Delfin-und Wal-Watching: Boote für Walbeobachtungs-Touren starten auf Teneriffa ab Puerto Colon, Los Gigantos und Los Christianos. Die Touren dauern zwei bis drei Stunden. http://www.maritimaacantilados.com/[/toggle]

[toggle title=”Teide”]Die Seilbahn „Teleférico de Teide“ fährt täglich von 9 bis 16 Uhr in acht Minuten hinauf zum Gipfel des Berges und hinunter. Sie beginnt bei 2.356 Metern an der Landstraße TF-21 und führt zu einer Bergstation auf 3.555 Metern Höhe. Auf den Gipfeln von Teneriffa befinden sich einige der wichtigsten Sternwarten der Welt. „Volcano Life Experience“ bietet Sonderveranstaltungen zum Sonnenuntergang und zur Sternenbeobachtung. www.telefericoteide.com[/toggle]

[toggle title=”Reiseliteratur”]Gute Tipps gibt der Reiseführer „Teneriffa“, Dieter Schulz, Dumont, 296 S., 17,99 Euro.[/toggle]

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung!

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Sri Lanka: Ayurveda bringt Doshas ins Gleichgewicht

Hupende Busse, knatternde „Tuk Tuks“, scheinbar lebensmüde Radfahrer, Kühe auf den Straßen, Frauen in leuchtenden Saris, weiße Dagobas und bunte Hindutempel, wilde Affen und Buddha-Figuren – so bunt ist Sri…

Hupende Busse, knatternde „Tuk Tuks“, scheinbar lebensmüde Radfahrer, Kühe auf den Straßen, Frauen in leuchtenden Saris, weiße Dagobas und bunte Hindutempel, wilde Affen und Buddha-Figuren – so bunt ist Sri Lanka. Das entspannende Kontrast-Programm ist eine Ayurveda-Kur im Siddhalepa Health Resort in Wadduwa, bei der Körper, Geist und Seele entgiften und erholsam in Fluss kommen. Ein angenehmer Nebeneffekt: Die Haut wird straffer und ganz nebenbei purzeln die Kilos, ohne Hungern und Selbstkasteiung. BREITENGRAD53-Autorin Liane Ehlers hat es ausprobiert.

Die Fahrt von Colombos Flughafen nach Wadduwa dauert eineinhalb Stunden. Dann plötzlich diese Stille. Wir sind von der Hauptstraße auf einen unscheinbaren Weg abgebogen, erreichen nach zehn Minuten das Siddhalepa Ayurveda Health Resort, das direkt am Indischen Ozean liegt, eingebettet in einen Park aus 300 verschiedenen tropischen Bäumen, die sonst nirgendwo an den Küsten wachsen. Es gibt nur noch das Zwitschern der Vögel, das Quieken der Streifenhörnchen, Endlosstrände und den Sound der Wellen. Ganz gelegentlich mal das Rauschen des Zuges von Colombo nach Galle, das man aber kaum wahrnimmt.

Hatha-Yoga am Pool

Ommmmm…… Alles fließt. In der Ruhe und im tiefen Durchatmen liegt die Kraft, morgens um sieben Uhr beim Hatha-Yoga am Pool unter Palmen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich jeden Morgen so früh dazu aufraffen könnte. Aber wenn ich’s weglasse, fehlt mir was. Aus dem deutschen Winter kommend, nach kalorienreichen Weihnachts- und Karnevalstagen, ist besonders in der Fastenzeit eine Ayurveda-Kur im feucht-warmen Klima Sri Lankas genau das Richtige, um Körper, Geist und Seele eine Entgiftung und Erholungspause zu gönnen.

Sri Lanka - Ayurveda - Liane Ehlers-019

Hatha-Yoga am Pool (c) Fotos: Liane Ehlers

Ayurveda ist Anamnese mit Pulsdiagose

Ayurveda, das ist das „Wissen vom langen Leben“. Jeder Mensch sei ein Abbild des Kosmos, erfahre ich. Wie er bestehe auch der Mensch aus Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum. Zur Gesundung gilt es, die drei Doshas (Bio-Energien) Vata, Pitta und Kapha auszugleichen. Die müssen jedem Typ entsprechend in ein harmonisches  Gleichgewicht gebracht werden. Vata steht für leicht gestresst, Pitta ist eher ein feuriger Typ. Europäer haben meistens einen hohen Kapha-Anteil. Das heißt, sie sind leicht träge und für asiatische Verhältnisse ein wenig zu dick. Nachdem meine  Ayurveda-Ärztin Dr. Arunakanthi (38) das nach einer gründlichen Anamnese mit  Puls-Diagnose und sehr persönlicher Befragung  geklärt hat, legt sie die Behandlung fest.

Ayurvedisch essen mit Genuss

Körper-, Kopf- und Fuß-Massagen mit Kräuterölen für Reinigungs- und Verjüngungskuren, ayurvedische Medikamente und ein von Dr. Arunakanthi verordneter Speiseplan sorgen dafür, dass alles erholsam in Fluss kommt.  In dem mit zahlreichen „Green Awards“  ausgezeichneten Resort kann man am ayurvedischen Buffet zwischen Fisch- und vielen Gemüse-Curries, Dhal-Curry aus gelben Linsen frischem Obst und süßen Sesambällchen wählen. Dieser Dosha-Ausgleich ist ein Genuss und so gut wie fettfrei, was der Chefkoch bei einem Kochkurs demonstriert.

Die flinken Hände von Therapeutin Semirha (44) lockern beim Massieren mit reichlich Kräuteröl und Säckchen voll Kräuterreis die Muskulatur. Kräuterbäder sorgen für Entspannung. Shirodhara (Öl-Stirnguss) und sonntägliche Meditation bringen Ruhe ins Gehirn. Wer kein Ayurveda im „Siddhalepa“ macht, meist sind das mitgereiste Ehemänner,  kann im  Strandrestaurant am gleich daneben aufgebauten Buffet die leckere internationale Küche genießen.

Männer entdecken heilsame Kraft

Aber immer mehr Männer entdecken auch die heilsame Kraft des Ayurveda für sich. Lag ihr Anteil vor zehn Jahren noch  unter zehn Prozent, steigt er jetzt  kontinuierlich. Holger (42), Eventmanager aus Düsseldorf, und Jan (51), Zahnarzt aus Köln, sind begeistert. Sie haben sich auf die Kur, zu der auch ein Verzicht auf Alkohol, Kaffee und Zigaretten gehört, voll eingelassen und wollen auf jeden Fall wiederkommen.

Kein Quecksilber in der Medizin

Fünf Ayurveda-Ärztinnen und 16 Therapeuten (fünf männliche) arbeiten im Therapiezentrum. Der Spa-Manager spricht fließend Deutsch und kann bei Bedarf Übersetzungshilfe leisten, denn Umgangssprache ist Englisch. Dr. Arunakanthi hat, wie ihre Kolleginnen sechs Jahre studiert. Zwei Tage die Woche arbeitet sie auch im Siddhalepea Hospital in Colombo. Die Eigentümerfamilie des Resorts blickt auf eine über 200jährige ärztliche Tradition zurück. In diesem Resort muss man keine Angst haben, durch Quecksilber oder Schwermetalle vergiftet zu werden.

Seit dem Gesundheits-Skandal, der Ende 2015 durch die deutschen Medien ging, haben die Ayurveda-Resorts in Sri Lanka einen Rücklauf verspürt. Das habe das Gesundheitsministerium veranlasst, sichere Resorts zu zertifizieren, wie Marketingchef Ushan Edirisinghe  bei einem Besuch der Produktionsstätten am Stadtrand von Colombo erklärt. Einmal die Woche bietet das Resort eine kostenlose Besichtigung an. „Wir verwenden hier kein Quecksilber“, erklärt er. „Die Produktion findet unter ständiger Aufsicht eines Arztes statt.“

Beim Besuch in der Fabrik erfahre ich viel über die Herstellung ayurvedischer Medizin aus Blüten, Blättern, Rinden und Wurzeln.  Aralu, Bulu und Nelli heißen die „Zaubermittel“ aus der Natur, die Dr. Arunakanthi mir verordnet hat. Sie entgiften den Körper und lassen die Pfunde in Verbindung mit den wohltuenden Massagen von  Semirha ganz nebenbei schmelzen: Fünf Kilo in 14 Tagen! Gut gelaunt und total entspannt kann ich jetzt in den kommenden Frühling heimfliegen.


[toggle title=”Anreise”]Emirates fliegt ab Hamburg, Düsseldorf und Frankfurt via Dubai nach Colombo. SriLankan Airlines fliegt ab Frankfurt direkt nach Colombo. Allgemeine Auskünfte gibt es auf der Länderseite des Auswärtigen Amtes. Für die Einreise besteht Visumpflicht. Vorab die Adresse www.eta.gov.lk nutzen.[/toggle]

[toggle title=”Lage”]Das Siddhalepa Ayurveda Health Resort hat 50 Zimmer in Bungalow-Form und liegt direkt am Strand von, etwa 65 km südlich vom Flughafen Colombo. Im Strand-Restaurant bietet es Mahlzeiten (ayurvedisch und international) als HP. Bei Zubuchung einer Ayurveda-Kur ist auch das Mittagessen darin enthalten. Die Anlage verfügt über einen Swimmingpool. Getränke (Ayurveda-Tee und warmes Wasser sind kostenlos) gibt es den ganzen Tag über im Restaurant neben der Empfangshalle. Siddhalepa hat Dependancen in Berlin, Bad Homburg und Bad Schandau.[/toggle]

[toggle title=”Fit und aktiv”]Hatha-Yoga täglich um 7 und 17 Uhr, sonntags geführte Meditation, Fitnessraum. Einmal wöchentlich: Kochkurs, Führung durch den Gemüse- und Kräutergarten, Besichtigung der Medizinfabrik. Buchbar bei Dertour-Reisebüros: Preisbeispiel: Siddhalepa Ayurveda Resort in Wadduwa (4 Sterne), 1 Übernachtung/DZ/HP, ab 42 Euro/ Person. Die Ayurveda-Kur kann zugebucht werden. Ermäßigungen für Ayurveda-Kur: ab 6 Tagen 5%, ab 13 Tagen 8%, ab 21 Tagen 11 %. Für Dertour-Gäste gibt es zudem 55+ und 60+ und Single-Vorteile.[/toggle]

[toggle title=”Reise-Lektüre”]„Sri Lanka“, Reise-Know how-Verlag, 22,50 Euro. „Sri Lanka“, Reise-Taschenbuch von Martin H. Petrich, Dumont, 17,99 Euro.[/toggle]

 

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Badebuchten & Töpferkunst auf Mallorca

Wir sind noch mittendrin, in unserem Familienabenteuer: “Fincaurlaub auf Mallorca”. Für zwei Wochen sind wir nun hier mit Freunden und Kindern. Da wir nicht die klassischen Badeurlauber sind, nutzen wir…

Wir sind noch mittendrin, in unserem Familienabenteuer: “Fincaurlaub auf Mallorca”. Für zwei Wochen sind wir nun hier mit Freunden und Kindern. Da wir nicht die klassischen Badeurlauber sind, nutzen wir jeden zweiten Tag, um mit unserem Mietwagen die Insel zu erkunden. Ein bischen Kultur ist für uns genauso wichtig, wie das Planschen im Meer oder am Pool. Trotzdem belohnen wir uns und die Kinder am Ende unserer spannenden Tagesausflüge, zum Beispiel nach Sineu oder Felenitx, mit einem Bad an den Stränden von Mallorca. Auf das Gleichgewicht kommt es an.

So abwechslungsreich wie die Mallorca, sind auch die Badebuchten der Insel. Am breiten, gesichtslosen Strand von Palma haben wir viel Platz und tummeln uns im 28 Grad warmen Meer, der „Kinderstrand“ in Alcúdia präsentiert sich flach aber leider stinkend. Vor Es Trenc stehen wir auf einer sehr schmalen Straße im Stau, um dann zu erfahren, dass es wegen giftiger Algen nicht möglich ist, zu baden und die Buchten beim „Cala Mondragó“ sind wirklich wunderschön – dies wissen jetzt zur Hauptreisezeit auch tausende andere Touristen. Uns Erwachsenen gefällt es an der Westküste in Estellences am besten. Völlig entspannt lässt es sich hier sehr gut aushalten.

Bummeln: Von Töpferkunst und Touri-Allerlei

Bei unseren Shopping-Ausflügen finden wir schnell den Unterschied zwischen Geheimtipp und touristischen Märkten heraus. Der vielgepriesene Mittwochsmarkt in Sineu stellt sich für uns eher als Enttäuschung heraus. Hier reihen sich fliegende Händler aneinander, die alle ähnliche Ware feilbieten. Strandkleidung, Leder und Schmuck, nur vereinzelt gibt es Stände mit echten mallorquinischen Waren. Es schieben sich so viele Menschen durch die Gänge, dass uns zum Ende die Kraft und die Geduld fehlt noch den bekannten Tiermarkt zu besuchen. Deutlich entspannter bummeln wir auf dem kleineren Samstagsmarkt in Felanitx. Wir schauen dem Geflügel-Händler beim feilschen zu und genießen das bunte Treiben. Hier finden wir auch ein nettes kleines Café und in der Markthalle in der Nähe der Kirche Sant Miquel und kaufen bei den einheimischen Händlern, Oliven, Fleisch und Gemüse. Wenige Touristen verirren sich in die Halle.

Noch besser einkaufen lässt es sich in den Markthallen „Mercat de`Olivar“ von Palma. Frischer Fisch, Meeresfrüchte, Obst und Gemüse, Käse und Fleisch werden in allen Variationen angeboten. Das bunte Treiben macht gute Laune, hier kaufen auch die Mallorquiner ihren Fisch und treffen sich zum Tapasessen in der „Bar de Peixe“ am Ende der Halle.

Am vorletzten Tag unserer Reise machen wir uns gezielt auf den Weg zu einer der acht „Ollerias“ in Portol. Hier werden die typischen mallorquinischen Keramikgefäße und Geschirr hergestellt. Vom Verkaufsraum gelangt man direkt in die Werkstätten und kann den mallorquinischen Arbeitern beim Töpfern über die Schulter schauen.

Keramik in Portòl

Keramikgefäße in einer Olleria in Portòl

 

Mich bei so vielen tollen und kunstvoll verzierten Gefäßen zu entscheiden, fällt mir schwer. Ich schwanke zwischen Tassen, Schüsseln und wunderhübsch bemalten Tellerchen. Der gutgelaunte Verkäufer überzeugt mich schließlich davon, dass es schade wäre etwas nicht zu nehmen. Der kleine Rabatt tut sein Übriges. Ich nehme einfach alles mit, in der Hoffnung, dass ich nicht nicht zusätzliches Übergepäck im Flieger zahlen muss.

Glücklich und vollbeladen mit Tellern und Schüsseln mache ich mich auf den Weg zum Auto. Mein Mann wartet schon seit einigen Minuten hier. Während ich meine Beute verstaue, klingt der Song unseres Urlaubs einmal mehr vom Band. Helge Schneider trällert gutgelaunt „Sommer Sonne Kaktus“. Wir und die Kinder singen kichernd mit.

 

Zum ersten Teil der Reise: “Fincaurlaub auf Mallorca”

Ich empfehle jedem sich für die Zeit auf Mallorca einen Mietwagen zu buchen. Gerade, wenn man sich für Land und Leute interessiert oder Fincaurlaub plant, dann ist man damit flexibel und muss sich im Urlaub nicht einschränken. Für unseren zweiwöchigen Finca-Urlaub hat uns Goldcar unterstützt und uns einen Mietwagen zur Verfügung gestellt. Problemlos haben wir diesen direkt nach der Ankunft um 21.30 Uhr am Flughafen von Palma am Goldcar-Schalter in Empfang genommen und konnten damit sofort die Anreise zur Finca antreten. Auch die Abwicklung bei der Abreise war vollkommen entspannt. Wagen ausladen und Schlüssel in den Briefkasten in der Garage stecken. Fertig! 

 

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Von einer die auszog, das Chillen zu lernen

Eigentlich hatte breitengrad53.de – Autorin Tina Engler mit Beachclubs nie viel im Sinn, bis sie zufällig im „Purobeach“ in Andalusien landete – eine Art Selbstversuch… In meiner Heimat Hamburg gießt…

Eigentlich hatte breitengrad53.de – Autorin Tina Engler mit Beachclubs nie viel im Sinn, bis sie zufällig im „Purobeach“ in Andalusien landete – eine Art Selbstversuch…

In meiner Heimat Hamburg gießt es seit Tagen wie aus Eimern. Das ist an sich nichts Neues, aber beim Gedanken daran, dass der Sommer endgültig vorbei zu sein scheint, schlägt das ziemlich auf mein Gemüt. Gegen emotionale Verdunkelungsanfälle hilft bei mir nur eines: ein spontaner Kurztrip. Ich kenne mich, sommerliche Temperaturen und blaues Meer wirken Wunder. Draußen ist es schlichtweg zu grau, um zu bleiben. Ich will nicht weit fliegen, brauche Sonnengarantie und habe nur ein verlängertes Wochenende Zeit.

Spontan packe ich meine Tasche und fahre zum Flughafen. „Andalusien“ empfiehlt mir die nette Dame am Last Minute Schalter. Das klingt gut. Der wilde, ungestüme Süden Spaniens, genauer gesagt Estepona, rund 80 km von Malaga entfernt, ist mein Ziel. Marbella die internationale Jetset-Hochburg, mit ihren Luxusyachten, Edeldiscos und Designer-Boutiquen, ist gerade mal 20 Kilometer entfernt und gilt als Zufluchtsort der Schönen und Reichen. Dass ich mal freiwillig an die Costa del Sol fliege hätte ich nicht gedacht, aber manchmal muss man eben zu seinem Glück gezwungen werden.

Andalusian sky

Als ich nach 2,5 Stunden in Malaga lande, küsst mich die Sonne. Es duftet nach Rosmarin, wildem Thymian und süßlichen Bougainvillea. Grünes Hinterland und andalusische Hitze zaubern mir ein Lächeln ins Gesicht. Eine Explosion aller Sinne. Alles scheint dramatischer im tiefsten Süden. Das Licht ist intensiver, die Farben greller, karge Landschaft wechselt sich mit verschwenderischer Natur ab. Die Häuser der Dörfer sind weiß getüncht und bilden einen starken Kontrast zum tiefblauen Postkartenhimmel. Aus dem Radiolautsprecher dudeln feurige Flamenco-Rhythmen und mein Fahrer klopft den Takt dazu. Meine Laune steigt, genau genommen komme ich aus dem Strahlen gar nicht mehr raus. Während der Taxifahrt lese ich die verschiedenen Abzweigschilder, die mir irgendwie vertraut vorkommen. José, der Fahrer erzählt mir, was ich in drei Tagen machen soll. José, der Fahrer erzählt mir, in einer wilden Mischung aus englisch, spanisch und deutsch begeistert, was ich in den drei Tagen alles machen sollte, die „must do’s“ der Region sozusagen. Von Estepona aus könne ich Tagesausflüge nach Sevilla, Granada oder Tarifa unternehmen oder sogar mit der Fähre einen Abstecher ins marokkanische Tanger machen. Klingt verlockend, will ich aber nicht. Mir steht der Sinn danach, nichts zu tun und einfach ein paar relaxte Tage am Meer zu verbringen. Ich will seinen Enthusiasmus nicht bremsen. Dem Abstecher in den Hafen von Marbella, nach Puerto Banus stimme ich gern zu. Ich bin neugierig und irgendwie muss ich José ja für seine Passion als Reiseführer belohnen. Das ist ein Kompromiss. Schließlich liegt es mir fern ihn in seinem Stolz zu kränken.

Luxusyachten locken viele Touristen

Besonders die unzähligen Luxusyachten locken viele Touristen der „Sonnenküste“ in den Nobelort. Bis zu 1000 edle Boote haben hier gleichzeitig Platz. So richtig passen die Tagesbesucher, die meist mit Reisebussen von umliegenden Badeorten wie Torremolinos und Benidorm für ein paar Stunden her gefahren werden, in ihrer anscheinend nach den Kriterien bunt und praktisch ausgewählten Kleidung nicht ins edle Ambiente des Yachthafens. Sie treffen vor Ort auf die etwas feinere Fraktion, die lässig die neuesten Modelle der Louis-Vuitton- und Hermès-Kollektionen präsentiert und durch Versace-,  Armani- oder Dolce & Gabbana-Boutiquen bummelt. Maseratis, Ferraris und Bentleys werden spazieren gefahren, um in zweiter Reihe vor dem „News Cafe“, direkt an der schmalen Hafenpromenade, der Flaniermeile des Ortes, zu parken Auf der voll besetzten Terrasse funkeln sehr junge und sehr geliftete Damen mit ihren Diamant beringten Fingern mit der Sonne um die Wette. „Sehen und gesehen werden“ gilt hier noch mehr, als anderswo, ein Jahrmarkt der Eitelkeiten, ein herrliches Schauspiel für die Zaungäste, die vielleicht gern dazu gehören würden, denen jedoch der Zugang zu den oberen Zehntausend, der „High society“ verwehrt bleibt. Mir auch, zugegeben. Ich habe genug gesehen und lasse mich von José am Hotel absetzen.

Es liegt in einer weitläufigen Parkähnlichen Anlage direkt am Strand, verfügt über alle Annehmlichkeiten, die ein 5-Sterne-Hotel so mit sich bringt, ist sehr chic und hat, wie mir die junge Rezeptionistin euphorisch gleich beim Check-in erklärt, noch einen weiteren, unschlagbaren Vorteil. Fußläufig ist der hippste Beachclub von ganz Andalusien zu finden: Purobeach! Sie ist sichtlich irritiert, weil ich nicht gleich in einen Freudentaumel verfalle. Dazu muss ich vielleicht vorab etwas erklären: Eigentlich bin ich eher der Typ für den verschwiegenen Strandflecken, den man erst stundenlang suchen muss. Von dem man nicht mal weiß, ob er nur als Gerücht existiert. Für den ich mich durchs Gebüsch schlage oder sogar ein Boot miete, weil es nicht mal einen ausgetretenen Pfad dorthin gibt. Ein absoluter Geheimtipp. So geheim, dass ich ihn kaum finde und schlimmstenfalls den ganzen Tag umher irre. Mich von Moskitos zerstechen lasse und fast verdurste. Denn natürlich gibt es weit und breit keine Infrastruktur. Dafür aber eine ganze Menge andere „Abenteurer“, weil der Geheimtipp sich dann doch als nicht ganz so „top secret“ entpuppt und viele Andere vor mir im Finden etwas schneller waren. Kaum bin ich da, muss ich auch schon wieder los. Dabei kann es doch so einfach sein den perfekten Strandtag zu genießen. Beachlife heute geht anders. Schon länger. Ich habe nur etwas gebraucht, dahinter zu kommen. Gut Ding will wohl Weile haben.

Wer etwas auf sich hält, chillt im Beachclub

Wer etwas auf sich hält, geht heutzutage nicht einfach nur schwimmen oder an den Strand, sondern chillt im Beachclub. Dieser ist die Quintessenz des modernen, komfortablen Strandlebens. Ich spreche an dieser Stelle von den echten Beachclubs  mit Möwengeschrei, salziger Luft und kitzelndem Sand unter den Füßen, nicht von urbanen Oasen auf Parkdächern in Großstädten. Wahre Kosmopoliten pilgern mittlerweile von einem zum Anderen, die Fangemeinde wird immer größer und weltweit werden ständig Neue eröffnet. International  ist diese Art entspannten Müßiggangs im Vormarsch. Das „Rundum Sorglos-Paket“ für Strandhungrige- und für mich, bis zu meinem „ersten Mal“ der Inbegriff dessen, was ich nicht wollte… Die Bilder in meinem Kopf von gigantischen Magnum-Champagnerflaschen und Beinahe-Orgien im Pool verschreckten mich eher. Schließlich hatte ich diese schon zu häufig in einschlägigen Hochglanzmagazinen gesehen. Und jetzt liegt also einer dieser angesagten Orte direkt nebenan. Höchste Zeit eine für mich ganz neue Erfahrung zu machen. Diesmal siegt die Neugier.

 

Vom Meer ziehen Loungeklänge zu meiner Liege hinüber. Ich laufe am Meer entlang und nach knapp 200 Metern stehe ich dann tatsächlich vor dem Puro Beach. Schneeweiße Liegen im Bali-Style, Cabanas, in denen vier Personen locker Platz haben, orientalisch anmutende Sonnenschirme. Ein paar Palmen spenden wohltuenden Schatten. Eine leichte Brise weht, das Meer glitzert, die Wellen plätschern und die Eiswürfel im süffigen Cocktail schlagen den Takt dazu. Puro Beach ist etwas salopp gesagt, die „Mutter aller Beachclubs“. Der Wegbereiter eines vor zehn Jahren aufkommenden neuen Lifestyletrends hat, bedingt durch den großen Erfolg, mittlerweile viele Nachahmer gefunden. Jetzt, in der Nachsaison habe ich Glück und es ist leicht, eine freie Liege zu bekommen. Unaufgefordert reichen mir dienstbare Geister kalte Tücher, Wasser, frisches Obst. Statt Heerscharen feierwütiger und Champagner trinkender Touristen, wie ich es meinem Klischeebild entsprechend immer vermutete, wirken die Gäste im Alter zwischen 18 und 50 Jahren eher vollkommen tiefenentspannt.  Sie aalen sich auf ihren schneeweißen Daybeds, chillen zu relaxten Klängen von „Moby“ am- oder im 25 Meter langem  Pool und fahnden in der angrenzenden Shoppingpassage nach den neuesten Strandoutfits. Keine Magnumflaschen, kein Gekreische. Im Gegenteil. In einer Ecke findet eine Yogasession statt. „Ommmm“…  Die sanften Klänge Mobys vermischen sich mit den Stimmen der Yogis und dem Rauschen des Meeres.

Musik spielt ohnehin eine große Rolle im Purobeach. DJ’s stehen Tag und Nacht live an den Reglern, um je nach Uhrzeit, die passende Musik zu spielen.  Vormittags werden ruhige, fast schon meditative  Töne angeschlagen, der Nachmittag ist in softe Lounge-Sounds eingehüllt und ab dem Sonnenuntergang wird feinster Elektropop und House gespielt.  Nach dem Dinner drehen die DJs die Regler am Mischpult höher. Partytime. Weil ich ein wenig Puro  mit nach Hause nehmen möchte, um mich in grauen Herbsttagen zumindest mental an diesen Ort zurück zu beamen, erstehe ich die „Purobeach CD, mittlerweile schon die 11. Ausgabe. Entspanntes Lebensgefühl zum kaufen.  „Instant happiness“ sozusagen.

Das „Purobeach“ ist lässig und ein Hotspot für urbane Nomaden aus aller Welt. Da reihe ich mich doch gerne mit ein. Ein bisschen kosmopolitisch, mit internationalem Flair. Der Dresscode:  viel weiß, Bohemian-Hippie-Style. Unaufgeregt, chic – ein Hauch von St.Tropez. Kein Chi Chi, wenig Glitzer, eher pur, „puro“, der Name ist Programm.

 

Estepona BeachDer lässige Club ist nicht nur ein edler Hangout für Stilbewusste. Dahinter steht ein erfolgreiches  Imperium. Eine spanische Lifestyle-Marke, die mit viel Herzblut und Leidenschaft zum Leben erwachte und bis heute weltweit immer weiter expandiert.

Der erste „Purobeach“ wurde vom schwedischen Unternehmer Mats Wahlström bereits 2005 auf Mallorca eröffnet, fast zeitgleich zum stylishen Boutique-Hotel „Puro“ in Palmas Altstadt. Marbella öffnete 2006 als zweiter Club in Spanien seine Tore. Ende Mai dieses Jahres wurde das große Opening der „Urban Oasis“ inmitten von Barcelona gefeiert,. Längst schon ist Puro Beach in vielen anderen Ländern vertreten, u.a. in Dubai, in Italien und am Schwarzen Meer in Rumänien. Noch in diesem Jahr wird ein weiterer „Purobeach“ in Dubai seine Pforten öffnen, zwei werden demnächst in Ägypten eröffnet.

Tagsüber relaxen, abends Party.  Die nächsten Tage pilgere ich immer wieder in meine neu entdeckte Oase und auch wenn es mir anfangs, wahrscheinlich aus Imagegründen schwerfällt, mir das einzugestehen, entwickle ich mich innerhalb kürzester Zeit zum echten Beachclub-Fan. Für die, im wahrsten Sinne des Wortes „Liege-Gebühr“, bekomme ich eine Menge geboten. Frühmorgens geht es los mit Yogakursen, Meditation oder Tai-Chi. Mittags gönne ich mir eine Massage im angeschlossenen Spa. Perfekte Tage am Meer. Ein Lebensgefühl, nicht nur ein idealer Ort zum Sein. Auch verhungern muss ich hier nicht. Zwei Restaurants sorgen mit einer spannenden Fusionküche aus Miami, Marokko und Melbourne für Abhilfe. Tag und Nacht werden leckere Snacks, Salate und Sushi serviert. Die Klassiker sind der „Puro Burger“ und das Kobe-Beef-Carpaccio, das absolutes Suchtpotential in sich trägt. Zudem gibt es sündige Desserts und Smoothies zum Niederknien. Am Nachbartisch stapeln sich die gegrillten Lobster und der Champagner fließt. Ein bisschen Wahres liegt eben in jedem Klischee.

Einsamkeit vor spektakulärer Naturszenerie

Bevor es zum Flughafen zurück geht, will ich das pure Andalusien noch mal auf mich wirken lassen. José, der mich auch wieder vom Hotel abholt, weiß dafür den perfekten Ort. Eine gute Stunde vom beschaulichen Fischerort Estepona entfernt, liegt oberhalb von Zahara de la Sierra ein maurisches Kastell. Statt Chillout-Rhythmen der Luxus der Stille. Nur ein paar Menschen haben sich hierher, in die Provinz von Cadiz, verirrt. Einsamkeit vor spektakulärer Naturszenerie. Wie ein Adlerhorst klebt das schneeweiße Dorf am Hang. In allen Blaustufen ergießt sich der See unter mir, frische Bergluft in 500 Metern Höhe und eine malerische Komposition aus dem leuchtenden Gelb des Ginsters, dem satten Grün der Ölbäume und den bizarren Strukturen der Feigenkakteen öffnen alle Sinne. Ziegen blöken in der Nähe, ein Glöckchen rasselt, ich höre den Flügelschlag eines Adlers. Ein Hirte kommt mit seinem Maultier vorbei. Chillout auf andalusische Art. Egal ob im „Purobeach“ am Strand, oder hier ein paar Tage wirken Wunder gegen aufkommenden Herbstblues.

Infos Purobeach: Daybeds, je nach Lage und Saison zwischen 25 und 50 Euro. „Nomad Beds“ für bis zu 4 Personen zwischen 70 und 250 Euro. Im Preis inklusive sind Handtücher, frische Früchte, ein Smoothie, Wasser und After Sun Lotion. Einem Selfie-Post auf den Liegen steht nichts im Wege: WiFi ist in allen Purobeach-Clubs kostenlos.

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Hinweis: Die Reise fand auf freundliche Einladung des Purobeach und des Kemoinski Hotel Bahia Estepona statt.

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New York aus der Vogelperspektive

New York – Der „Paradiesvogel“ aus Köln/Bonn ist sicher gelandet. Wer sich allerdings die wahren Paradiesvögel der Stadt ansehen möchte, der sollte sich etwas länger auf dem Times Square aufhalten….

New York – Der „Paradiesvogel“ aus Köln/Bonn ist sicher gelandet. Wer sich allerdings die wahren Paradiesvögel der Stadt ansehen möchte, der sollte sich etwas länger auf dem Times Square aufhalten. Hier trifft man Spiderman, Batman, Elvis, diverse Toy-Story-Figuren, das Times-Square-Baby, Iron Man oder die grüne Fee. Wer es allerdings lieber etwas ruhiger und höher mag, für den ist ein Blick aus der Vogelperspektive die bessere Wahl. Auf dem Rockefeller Center befindet sich eine Aussichtsplattform, die einen atemberaubenden Blick auf die pulsierende Stadt bietet.

Und ein – vor allem in Deutschland – bekannter Paradiesvogel stößt am zweiten Tag unserer Reise zu uns: Thomas Gottschalk. Gummibärchen-Botschafter von HARIBO, der auf dieser Tour natürlich nicht fehlen darf. Auf der Citytour mit dem offenen Doppeldeckerbus erklärt er auf seine humorvolle Art und Weise diese Großstadt. Erzählt von seinen Erlebnissen mit Prominenten, die hier in der Stadt wohnen oder von der Lebenseinstellung der Amerikaner. Gottschalk ist eben Gottschalk. Immer für einen Scherz zu haben. Auch wenn in New York einige Straßen wegen eines Umzugs gesperrt sind: Wer Gottschalk kennt, weiß, dass ihn das nicht daran hindert, die ernst blickenden Polizisten auf der Straße mit einem lockeren Spruch zu überreden. Doch in New York klappt das nicht. Niemand kennt hier den großen blonden Showmaster aus „Germany“. Und so muss der Bus brav weiter geradeaus fahren. „Egal! Dann machen wir die Stadtrundfahrt eben nur mit Rechts abbiegen, wenn links alles gesperrt ist…“, weist Tommy den Fahrer an. Die Gäste im Bus lachen und sind zufrieden, Thomas Gottschalk auch – Dafür liebt das deutsche Publikum den großen Showtitan: Nie um eine Ausrede verlegen.

New York bebt – Überall ist Lärm, überall Hektik

Wer Ruhe und Erholung sucht, der sollte New York weiträumig umfahren. Die Stadt lebt, nein bebt: Überall ist Lärm, überall blinkt es. In den Restaurants flimmern an jeder Ecke große Bildschirme mit Nachrichten- oder Sportsendungen. Der Times Square ist ein einziger riesiger Bildschirm. Menschen versammeln sich vor einer großen Leinwand auf dem Times Square und freuen sich, wenn sie sich auf einer Videowand sehen. Burn-Out-Shopping durch ständigen Lärm und visuelle Reizüberflutung. Wenn ich hier leben würde, ich wäre der erste Mensch mit dieser Krankheit. Oder man trifft eben diese „Filmfiguren“, die sich gerne mit Urlaubern fotografieren lassen und dafür Geld kassieren. Aufgrund der Vielzahl dieser Figuren scheint das ein lukratives Geschäft zu sein. Vor allem, wenn die Indios, die in Deutschland in den Fußgängerzonen „El cóndor pasa“ singen, in New York lieber als „Iron Man“ verkleidet als Fotomotiv herumlaufen.

Highline New York

Die “High Line Park” ist eine Art “Park auf Stelzen”. Eine alte Hochbahn-Trasse wurde 2009 zu einem Erholungspark umgebaut. (Fotos: Jörg Pasemann)

Aber es gibt auch wunderschöne Stellen in New York. Der „High Line Park“ im Meatpacking District zum Beispiel. Hier wurde 2009 eine alte Hochbahn-Trasse zu einer Art “Park auf Stelzen” umgebaut, der tolle Einblicke in die Stadt und auf den Hudson River bietet. Oder der „Central Park“, die Lunge der New Yorker, der mitten in der Stadt liegt. Neben den zahlreichen Wegen, auf denen die New Yorker spazieren gehen können, fanden hier schon legendäre Konzerte Stadt: Simon and Garfunkel haben hier zum Beispiel am 19. September 1981 vor einer halben Million Besuchern kostenlos gespielt. Ein weiterer Anziehungspunkt ist „Strawberry Fields“, die Gedenkstätte für John Lennon, die Yoko Ono errichtet hat. Zu finden ist diese Gedenkstätte unweit des Dakota Buildings, vor dem John Lennon am 8. Dezember 1980 einem Attentat zum Opfer fiel.

Top of the Rock bietet atemberaubenden Blick

Sehr gut zu sehen ist der gesamte Central Park von der Aussichtsplattform „Top oft the Rock“ auf dem Rockefeller Center. Diesen Anblick sollte sich jeder New York-Besucher gönnen, denn der Blick von da oben über die gesamte Stadt ist atemberaubend. Wer von dem anstrengenden Stadtbummel großen Appetit hat, den würde ein Essen im „Gallagher’s Steakhouse“ gefallen. Schon in der Schaufensterscheibe ist gut zu erkennen, welche Spezialitäten das Restaurant anbietet: Ein ganzer Kühlraum voller Rindersteaks.

Die kurze Zeit reich eigentlich nicht aus, um alle wichtigen Orte in New York zu sehen: “Ground Zero” zum Beispiel. Dort, wo am 11. September 2001 zwei Flugzeuge in die Zwillingstürme des World Trade Centers geflogen sind und 2.749 Menschen starben, befindet sich das “World Trade Center Memorial”, das an die Opfer und den Anschlag erinnern soll. Oder ein Spaziergang über die “Brooklyn Bridge”, das eigentliche Wahrzeichen der Stadt. Von der Brücke aus bietet sich ein toller Blick über den East River auf die Skyline der Stadt.

Nach drei Tagen New York heißt es Abschied nehmen von der Stadt, die niemals schläft. Der TUIfly-Tropifrutti-Flieger macht sich auf den Rückflug nach Deutschland. An Bord sind 60 zufriedene Gewinner, die New York bei schönem Wetter und Thomas Gottschalk kennengelernt haben und mit jeder Menge tollen Eindrücken nach Hause kommen. Und wie sagt Marco Alfter von HARIBO am Ende der Reise auf dem Flughafen in Köln/Bonn so schön: „Haribo macht Kinder froh und Erwachsene ebenso.“ Recht hat er!

 

Hinweis: Der Autor wurde von TUIfly und HARIBO auf diese Reise eingeladen.

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Mit dem Paradiesvogel nach New York

Der bunte „Paradiesvogel“ kam wie ein begossener Pudel um die Ecke des Flughafens Köln/Bonn. Es war genau 12 Uhr und der Himmel hatte mit diesem schönen Flugzeug kein Erbarmen: Es…

Der bunte „Paradiesvogel“ kam wie ein begossener Pudel um die Ecke des Flughafens Köln/Bonn. Es war genau 12 Uhr und der Himmel hatte mit diesem schönen Flugzeug kein Erbarmen: Es regnete gnadenlos. Zur Taufe der neuen Boeing 737-800 hatten sich TUIfly und HARIBO eigentlich schöneres Wetter gewünscht. Mit auf dem Rollfeld des Flughafens standen rund 80 Gewinner, die eine Jungfernreise nach New York gewonnen hatten.

Und so war es eine schnelle, unspektakuläre Zeremonie, die Jan Hilrichs von TUIfly, Marco Alfter von HARIBO, Flugkapitän Andreas Helzel sowie der Goldbär von HARIBO, der natürlich nicht fehlen durfte, durchgeführt haben. Unter dem Applaus der inzwischen durchnässten Gäste wurde der „Paradiesvogel“ mit einer kräftigen Ladung Sekt getauft.

Nachdem der offizielle Teil beendet war, konnten die Gäste endlich einsteigen und die Reise nach New York starten. Der Flug X3 8122 führte – mit einem kleinen Tankstopp über Keflavik in Island – in die USA. Der Himmel klarte vor Island auf und so konnten die Fluggäste wunderbar den berühmteste Vulkan der Insel, den Eyjafjallajökull, oder die ebenfalls weltberühmte „Blue Lagoon“ sehen. In Island selbst musste Kapitän Helzel einige Minuten warten, bis die Versorgung vom Bodenpersonal gestartet wurde. „Die Mitarbeiter mussten das Flugzeug erst mal fotografieren“, sagte der Kapitän amüsiert über den Bordfunk.

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Ein seltener Anblick: die weltberühmte “Blue Lagoon” auf Island aus der Vogelsperspektive. (Fotos: Jörg Pasemann)

Nach weitern fünf Stunden Flugzeit setzte die Maschine dann erstmals in New York auf. Nachdem die Formalitäten der Einreise erledigt waren, warteten zwei Busse am Flughafen, die die Gewinner ins Hotel brachten. Auch wenn der “Newark Liberty Airport” nur 26 Kilometer vom Hotel in der Innenstadt entfernt ist, waren auf der kurzen Strecke schon die ersten Ausläufer der Metropole zu spüren. Stau, soweit das Auge reicht. Gerade in der Rush Hour, in der wir in die Stadt fahren mussten, ging es nur im Schritttempo weiter. Auch die Idee unseres Busfahrers Hong, durch den „Holland Tunnel“ zu fahren, brachte keine Besserung. Es reihte sich Auto an Auto.

Das Hotel „Marriott Marquis New York“ liegt genau am Times Square in New York. Und wer von den Gästen vom langen Flug noch nicht übermüdet war, der machte sich am Abend auf eine Erkundungstour durch eine der verrücktesten Städte der Welt. Am Sonntag steht eine Citytour auf dem Programm. Und unser Reiseführer, wie sollte es bei HARIBO anders sein, ist kein geringerer als Thomas Gottschalk. Ich hoffe nur, er hat genug Gummibären in der Tasche.

 

Hinweis: Der Autor wurde von TUIfly und HARIBO auf diese Reise eingeladen.

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Parken am Flughafen – So kommen Sie günstig weg

SERVICE – 17.04.15 – Die Koffer sind gepackt und im Auto verstaut. Der Urlaub kann beginnen. Damit die Parkplatzsuche am Flughafen nicht zum Stress-Faktor wird, ist es ratsam, sich vorab…

SERVICE – 17.04.15 – Die Koffer sind gepackt und im Auto verstaut. Der Urlaub kann beginnen. Damit die Parkplatzsuche am Flughafen nicht zum Stress-Faktor wird, ist es ratsam, sich vorab über Stellplatzmöglichkeiten am Terminal zu informieren. Schon seit Jahren herrschen an deutschen Flughäfen paradiesische Umstände für Parkplatzbetreiber: Die Anreise mit dem eigenen Auto wird immer beliebter. Wer hingegen online vergleicht und im Voraus reserviert, vermeidet ewiges Herumkurven in überfüllten Parkhäusern und überteuerte Preise.

Eine Online-Stichprobe für den Airport Nürnberg liefert Parkplatz-Angebote ab 5,- € pro Tag. Darunter finden sich private Anbieter in Flughafennähe mit gratis Shuttle-Service zum Terminal genauso wie flughafeneigene Parkhäuser. Der Unterschied liegt zum einen beim Preis, zum anderen im Service. Private Parkplatzbetreiber bieten häufig noch Zusatzleistungen, wie einen Waschservice oder Werkstattdienste an.

Ein anderer Trend ist das Valet Parking. Hier wird das Auto bei Ankunft am Flughafen an einen Servicemitarbeiter übergeben und auf einem bereits reservierten Parkplatz abgestellt. Nach dem Urlaub steht das Auto dann wieder direkt am Terminal bereit.

Parken am Terminal ist teuer

Dank Geld-zurück-Garantien, Frühbucherrabatten und saisonalen Specials bestätigt sich die alte Faustregel, dass Parkplätze näher am Terminal teurer sind als abgelegenere, übrigens nicht zwangsläufig.

Ein praktischer Tipp: Mit der richtigen App lässt sich selbst noch in letzter Sekunde ein verhältnismäßig günstiger Parkplatz finden. Vergleichs-Portale à la Parkopedia erweisen sich als sehr hilfreich. Mittlerweile hat auch fast jeder Flughafen eine eigene App mit nützlichen Informationen – Parkinfos eingeschlossen.

Für Frühflieger und Weitgereiste lohnt es sich eine Übernachtung im Flughafen-Hotel mit gratis Parkplatz zu buchen. Viele Hotels verfügen über ein nicht voll ausgeschöpftes Stellplatz-Kontingent. Das Auto bleibt einfach während der Abwesenheit, in den Übernachtungsgebühren für bis zu 2 Wochen inklusive, auf dem hoteleigenen Parkplatz stehen.

Wem das alles zu viel der Reiseplanung ist, dem sei der Gang in ein Reisebüro seines Vertrauens empfohlen. Die Vermittlung und Beratung zu Flughafen-Parkplätzen ist auch für Reisebüro-Mitarbeiter schon lange kein Neuland mehr. (Foto: Holiday Extras)

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Island – Im Land der Geysire und der heißen Quellen

Die fliegen heute nicht mehr! Das war mein erster Gedanke, der mir durch den Kopf schoss, als ich früh morgens am Flughafen in meinem Hotelzimmer aufgewacht bin. Die ganze Nacht…

Die fliegen heute nicht mehr! Das war mein erster Gedanke, der mir durch den Kopf schoss, als ich früh morgens am Flughafen in meinem Hotelzimmer aufgewacht bin. Die ganze Nacht schepperte mein Fenster. Der, der angeklopft hatte, war der Sturm. Und der kam noch nicht mal alleine. Er brachte jede Menge Schnee mit. So viel Schnee, dass ich mir am Vorabend noch nicht mal sicher war, das der Bus mich von der “Blue Lagoon” überhaupt zum Hotel bringen konnte. Island zeigte sich von der besten Seite.

Island stand bei mir ganz oben auf der Liste, der Länder, die ich unbedingt noch bereisen wollte. Gleich nach Norwegen, Neuseeland und noch vor Schottland. Irgendwie habe ich mir die Natur dieser Länder ähnlich vorgestellt. Gewaltige Landschaften, die auf ihre Art einzigartig sind. Und so trat ich meine Reise nach Island voller Vorfreude an. Vor allem, weil das Thema der Reise mit viel Wasser zu tun hat. Warmes Wasser. Island ist schließlich das Land der Geysire und der heißen Quellen.

Island Landschaft

Island empfängt mich grau-weiß. Die Insel besteht aus Lavagestein mit Moosbewuchs und ganz wenigen Bäumen. (Fotos: Jörg Pasemann)

Den ersten Isländer, den ich am Flughafen getroffen habe, war unser Guide Arthur Bollason, ein blonder Hüne mit perfekter deutscher Aussprache. Er war genau der Typ Mann, den ich mir als Isländer vorgestellt hatte: Groß und blond. Isländer, erklärte Arthur unserer Gruppe, neigen dazu, viele Geschichten zu erzählen. Und wie sich später herausstellte, war er offensichtlich der König der Isländer. “Arthur ist groß und blond – Isländer eben”Ein Reiseführer, wie er besser nicht hätte sein können: Schriftsteller, Autor, Journalist, Bote am Präsidialamt. Glaubt man seinen Erzählungen, wurden viele seiner Schüler berühmte isländische Persönlichkeiten, denn nach dem Abitur beim “Deutschen Akademischen Austauschdienst” war Arthur in Island auch als Lehrer am Gymnasium und als Lehrbeauftragter an der Universität tätig. Seine Mutter war Fotomodell, sein Vater Chef von Icelandair, der nationalen Fluglinie, die neben Flugzeugen auch viel Hotels besitzt. Er ist auf der Insel bekannt, wie ein bunter Hund und Arthur kennt alle. Island ist klein. Selbst Politiker wie Willy Brandt, Kurt Waldheim, Otto Schily und Daniel Cohn-Bendit waren vor seinen Interviews für das isländische Radio nicht sicher.

Björn spricht generell nicht viel

Den zweiten Isländer, den ich getroffen habe, war Björn Kjartansson. Auch ein „richtiger“ Isländer, der das historische Bad „Gamla Laugin“ in einem Jahr wieder zum Leben erweckt hat. Seit 1891 baden die Isländer in dieser heißen Lagune, die von mehreren kleineren Geysiren umgeben ist. Björn spricht generell nicht viel, arbeitet dafür umso mehr. Für mich, so viel vorweg, war das die schönste heiße Quelle, die wir auf Island besucht haben. Ein unglaublich tolles Gefühl, in Eiseskälte in die Badehose zu schlüpfen, um dann stundenlang in 40 Grad kaltem Wasser zu sitzen. Und Björn war mir auch irgendwie sympathisch, denn als wir am nächsten Morgen zum Fotostopp an seiner „Secret Lagoon“ erneut hielten, standen sieben Dosen Bier auf dem Tisch. Frühstück à la Island eben…

Die „Secret Lagoon“ liegt in dem kleinen Dorf Fludir, das rund zwei Stunden von Reykjavik entfernt ist. Wer – wie wir – am Abend nach Fludir kommt, könnte den Eindruck gewinnen, dass die Haupteinnahmequelle der Anbau von Hanff ist, Große, hell beleuchtete Gewächshäuser empfangen uns. Strom und heizen gehört zu den Dingen, die hier auf der Insel so gut wie nichts kosten. Beides wird aus der Erdwärme gewonnen und von der gibt’s hier ja reichlich. Überall qualmt es hier aus der Erde. Und so nutzen die Isländer diese Möglichkeit, um möglichst viel Gemüse in den Gewächshäusern anzubauen.

Nadelstiche prasselten auf mein Gesicht ein

Am nächsten Morgen geht’s ganz früh weiter. Unser Ziel ist Gullfoss, ein riesiger Wasserfall. Eine der Sehenswürdigkeiten, so Arthur, den jeder Islandbesucher gesehen haben muss. Auch bei minus 10 Grad. Und so rutschen wir mehr oder weniger den spiegelglatten Weg zum Wasserfall entlang, der wirklich sehenswert ist. Und wenn es nur die Kälte gewesen wäre, ich hätte mir die Natur dort ganz sicher noch länger angesehen, aber der Sturm peitsche in mein Gesicht und es fühlte sich so an, als wenn tausend kleine Nadelstiche über mich einprasselten. Arthur hingegen lächelte, als wäre heute der schönste Sommertag. Isländer eben…

Von Gullfoss aus fahren wir zum nächsten Highlight, den Geysiren. Sie sind die Namensgeber der Springquellen auf der ganzen Welt. Auch hierzu kann Arthur die wildesten Geschichten erzählen. Von einer dänischen Königin zum Beispiel, die zu Besuch auf der Insel war, und der Geysir auf einmal nicht mehr „explodieren“ wollte. Erst als die Delegation die Geysire verlassen hatte, schossen die Wasserfontänen wieder aus der Erde. Wer, wie ich, allerdings ein riesiges Naturschauspiel mit spektakulären Ausbrüchen erwartet, wird sich wundern. Der Schwall kommt mit einem leichten Knall aus der Erde, das Wasser spritzt etwa drei Meter hoch und nach wenigen Sekunden ist das Spektakel vorbei. Was bleibt ist viel Dampf und der Geruch von Schwefel, der überall auf der Insel zu riechen ist. Schwefel, so Arthur, sei das Lebenselixier der Isländer.

Das älteste Parlament der Welt stammt aus Island

Der Nachmittag steht ganz im Zeichen isländischer Geschichte. Wir sind in Thingvellier, dem alten historischen Thingplatz der Wikinger. Hier treffen die eurasische und die amerikanische Kontinentalplatte aufeinander. Einmal jährlich hielten die Einheimischen während zwei Wochen im Juni eine traditionelle gesetzgebende Versammlung ab. Es handelt sich damit um eines der ältesten Parlamente der Welt, das bis ins Jahr 1798 Bestand hatte.

Abends gehen wir in Reykjavik ins Restaurant Laekjarbrekka in der Nähe des Hafens und des Parlament. Natürlich speisen wir im Präsidentenzimmer. Und Arthur, der als kleiner Junge Bote des Präsidenten war, kann zu allen Portraits ehemaliger Staatsoberhäupter der Insel unzählige Geschichten erzählen.

Der nächste Tag gehört der Hauptstadt von Island. Reykjavik ist eine kleine Hafenstadt und gleichzeitig die am nördlichsten gelegene Hauptstadt der Welt. Hier wohnen rund 120.000 Einwohner, also knapp ein Drittel aller Inselbewohner. Die Stadt selbst lebt von den vielen kleinen Geschäften, von den Pubs und dem Hafen. Wir besuchen das „Harpa“, ein modernes Musik- und Konferenzgebäude sowie das größte Walmuseum der Welt, das kurz danach für die Öffentlichkeit geöffnet wurde. Arthur zeigt uns auch eine kleine Wurstbude, bei der einst US-Präsident Bill Clinton eine Currywurst verspeiste. Seitdem gibt es in der Bude eine Clinton-Wurst und die Schlange vor dem Laden wurde immer länger.

In Reykjavik gibt’s die Bill Clinton-Wurst

Wer Island besucht, der darf auf keinen Fall die weltberühmte Blaue Lagune verpassen, die in der Nähe von Reykjavik in Richtung Flughafen Keflavik liegt. Auch wir machen einen Halt dort und wechseln warme Kleidung gegen Badehose. Die „Blue Lagoon“ verdankt ihrem Namen dem blauen Wasser. In der Nähe des Sees liegt ein Kraftwerk, aus dem Kühlwasser auf das umliegende Lavafeld geleitet wird und dort einen Salzwassersee in der typisch blau-weißen Farbe bildet. Das Wasser im Thermalbad hat eine Temperatur von bis zu 42 Grad und hilft anerkanntermaßen gegen Schuppenflechte und andere Hautkrankheiten. Rund 750.000 Besucher kommen jedes Jahr zur „Blue Lagoon“. Unser Besuch wird – wie eingangs erwähnt – von einem eisigen Sturm begleitet, der den Körper in zwei Klimazonen aufteilt. Während der Teil unter Wasser angenehm gewärmt wird, wird der Kopf samt Haare schockgefroren. Da hilft auch meine Taktik, den Kopf nicht unter Wasser zu nehmen, gar nichts. Der Dampf des warmen Wasser macht meine Haare nass und damit zur Eisskulpturenzone.

Blue Lagoon

Die weltberühmte Blaue Lagune von oben gesehen. Das blaue Wasser entsteht durch Kieselalgen und ist sehr gut für kranke Haut.

Nach knapp zwei Stunden geht’s weiter in Richtung Flughafen. Inzwischen liegen zehn Zentimeter Neuschnee auf der Straße und der Bus muss aufgrund des Schneesturms mit der schlechten Sicht in der Nacht kämpfen. „Die fliegen morgen früh nie“, sagte ich zu Arthur, der allerdings nur müde lächelte. „Das sind die Piloten von Icelandair gewohnt“, so der Guide. „Für die macht es erst richtig Spaß, wenn denen der kalte Wind ums Cockpit fliegt.“ Offensichtlich sollte er Recht behalten. Isländer eben…

[toggle title=”Über Island”]Island ist der flächenmäßig zweitgrößte Inselstaat Europas (nach dem Vereinigten Königreich). Die Hauptinsel ist die größte Vulkaninsel der Erde und befindet sich knapp südlich des nördlichen Polarkreises. (Quelle: Wikipedia) [/toggle]

[toggle title=”Anreise”]Icelandair fliegt ganzjährig ab Frankfurt, München und Zürich sowie im Sommer zusätzlich ab Hamburg und Genf. Kurzreisen sind ab 349 Euro buchbar. Besonders interessant ist das Stopover-Angebot bei Flügen nach Kanada oder in die USA. Fluggäste von Icelandair können bis zu sieben Tage ohne Aufpreis auf der Insel bleiben. [/toggle]

[toggle title=”Unterkünfte”]In Fludir das Hotel “Fludir”, in Reykjavik das Hotel “Reykjavik Marina”, das einem Schiff nachempfunden wurde sowie in der Nähe des Flughafens das Hotel “Keflavik”. [/toggle]

[toggle title=”Warme Quellen”]Das historische Bad “Gamla Laugin” in Fludir ist ein nettes renoviertes Thermalbad, das 1891 erbaut wurde und im letzten Jahr restauriert. Um das Bad herum gibt es zahlreiche heiße Quellen, darunter einen Geysir. “Fontana” ist ein Wellnesszentrum am Seeufer von Laugarvatn mit heißen Quellen direkt am Wasser. Die weltberühmte “Blue Lagoon” darf bei keinem Besuch in Island fehlen.[/toggle]

 Das

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Hinweis: Der Autor wurde von Icelandair auf diese Reise eingeladen

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Mauritius: Alles in Zucker – oder was?

Nach Mauritius willst Du? Da gibt es doch nur Zuckerrohrfelder und Luxushotels“, sagt eine Freundin, als ich ihr erzähle, dass ich zum dritten Mal auf die von Vulkanismus geprägte Insel…

Nach Mauritius willst Du? Da gibt es doch nur Zuckerrohrfelder und Luxushotels“, sagt eine Freundin, als ich ihr erzähle, dass ich zum dritten Mal auf die von Vulkanismus geprägte Insel vor Afrikas Ostküste fliege. Sicherlich ist die Zuckerindustrie auch heute noch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, aber die „Perle im Indischen Ozean“ hat weitaus mehr zu bieten.

Kite-Lagune von Le Morne

Die Kite-Lagune von Le Morne ist Kult. Bilder: Liane Ehlers

Wind- und Kitesurfern ist Le Morne schon lange ein Begriff, gehört die Bucht doch zu den angesagtesten Spots der Welt. Ideal für Anfänger ist das smaragdgrüne, knietiefe Flachwasser in der Kite-Lagune, eine Herausforderung ­– selbst für Könner – ist der berühmte Hardcore-Wavespot „One Eye“.

Tauchschule Mauritius

Für Anfänger und Fortgeschrittene: die „Club Mistral“-Tauch- und Surfschulen am Le Morne Brabant

Zwei „Club Mistral“-Stationen mit Tauch-, Surfer- und Kite-Surfer-Schule auf dem Gelände eines neu eröffneten RIU-Resorts bieten Urlaubern die Möglichkeit, diese und andere Wassersportarten, wie z.B. Stand Up Paddling zu erlernen. Wegen der Nähe des Korallenriffs sind Badeschuhe allerdings für jeden Wassersportler empfehlenswert.

Unser Urlaubsdomizil liegt im tiefen Südwesten, eine Autostunde vom Flughafen entfernt, auf der zerklüfteten Halbinsel Le Morne, die mit ihrer exotischen Flora und Fauna zu den schönsten und außergewöhnlichsten Regionen auf Mauritius gehört. Neben zwei anspruchsvollen Golfplätzen gibt es dort auch einige Luxus-Ferienanlagen.

Blick von einem Pool des RIU-Resorts

Traumhaft: Blick von einem Pool des RIU-Resorts auf den Indischen Ozean

Vier-Sterne-Haus mit 24-Stunden-All-Inclusive

Ganz am Ende der idyllischen Bucht, dort, wo keine Straße mehr weiter führt, hat die RIU-Hotelgruppe nach umfangreichen Renovierungsarbeiten im Februar ein Vier-Sterne-Resort eröffnet: Das Adults-only-Haus „RIU Le Morne“, sowie das „RIU Coral“ und das „RIU Creole“, in denen Familien mit Kindern herzlich willkommen sind. Ungewöhnlich für Mauritius‘ Luxus-Hotellerie ist das 24-Stunden-All-Inclusiv-Angebot. Damit will das Management den Urlaub auf der exotischen Insel auch für Familien attraktiv und kalkulierbar machen. Die dreigeschossigen Häuser mit ihren reetgedeckten Dächern fügen sich harmonisch ins tropische Landschaftsbild. Schon seit jeher gilt auf Mauritius, dass kein Haus höher sein darf als die höchste Palme. Dank dieser rigiden Regel sind der kleinen Insel in Äquatornähe viele Bausünden erspart geblieben.

Le Morne Brabant – Schicksalsberg der Sklaven

Atemberaubend ist der Blick auf die schroffen, steil abfallenden Wände des Le Morne Brabant (556 m). Seit 2008 gehört der Tafelberg zum Weltkulturerbe der UNESCO. Der ehemalige Zufluchtsort der afrikanischen Sklaven, die den französischen Kolonialherren und der Knochenarbeit auf den Zuckerrohrfeldern entflohen waren, spielt bis heute eine historisch bedeutsame Rolle. Drei bis vier Stunden dauert die geführte Wanderung zum Gipfelkreuz, das an die Familien erinnert, die sie sich am 1. Februar 1835 in den kollektiven Tod stürzten. Auslöser für die Tragödie war ein sprachliches Missverständnis – die Sklaven hatten die sich nähernden Engländer, die ihnen die Botschaft vom Ende der Sklaverei überbringen wollten, nicht verstanden.

Grand Bassin

Grand Bassin: der heiliger See der Hindus mit Shiva-Statue

Rundflug mit dem Helikopter

Die ganze Schönheit der „Perle im Indischen Ozean“ offenbart sich erst aus der Vogelperspektive bei einem Hubschrauber-Rundflug. Aus dem kleinen rot-weißen Helikopter von Air Mauritius blicken wir auf endlose Tee- und Zuckerrohrplantagen, Grand Bassin – den heiligen See der Hindus, die siebenfarbige Erde von Chamarel und vulkanische Berglandschaften, wo Wasserfälle in die Tiefe donnern. Fast nahtlos – wie Perlen an einer Schnur – umschließt der Korallengürtel die ganze Insel und schützt so Schwimmer vor Haien.

Silberweiß glänzende Wellen brechen sich am Riff im tiefen Blau des Indischen Ozeans. Türkisfarbene Lagunen und einsame Buchten mit hellen Korallensandstränden sind von einem dunkelgrünen Dschungel umgeben, in dem sich schicke Luxus-Hotelanalagen verstecken, deren Ausmaße nur aus der Luft erkennbar sind. Zum Greifen nah fliegen wir an bizarren Berggipfeln vorbei, bevor unser Pilot uns am Flughafen wieder absetzt. Es muss wohl ein Tag wie dieser gewesen sein, an dem Mark Twain, der von den Einheimischen und in fast jedem Reiseführer gern zitiert wird, geschrieben hat: „Erst gab es Mauritius, und dann hat Gott nach seinem Vorbild das Paradies erschaffen, aber es ist nur eine Kopie.“

Katamaran-Fahrten Mauritius

Bei halb- oder ganztägigen Katamaran-Fahrten entlang der Westküste kann auf dem Boot auch gegrillt werden.

Schwimmen mit Delfinen

Wer schon immer davon geträumt hat, Delfine in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten oder mit ihnen zu schwimmen, kann das bei einer Katamaran-Tour oder bei einer Fahrt mit einem der kleinen Schnellboote tun. Die starten nach Sonnenaufgang in der Black-River-Bucht, die an den Black-River-Nationalpark angrenzt. Schwimmflossen und Schnorchel-Ausrüstung gibt es an Bord. Und dann heißt es nur noch: ab ins Meer und mit Flipper schwimmen. Ein ganzes Rudel von 50 bis 60 Tieren ist am diesem Morgen zur Nahrungssuche in die geschützte Bucht gekommen. Die Tiere lassen sich von den Booten und Schnorchlern, die zu Dutzenden im Wasser unterwegs sind, nicht stören. Sie gleiten hinter, vor, neben und unter uns. Unter Wasser hört man ständig Pfeiftöne der kommunikativen Meeressäuger, die sich so verständigen. Erst gegen Mittag schwimmen die Tiere ins offene Meer hinaus.

[toggle title=”Anreise“]Mauritius liegt elfeinhalb Flugstunden von Deutschland entfernt. Condor fliegt ab Frankfurt direkt, Emirates über Dubai, Air Mauritius über Paris. Für die Einreise muss der Reisepass noch mindestens sechs Monate gültig sein. Offizielle Landessprache ist Englisch, die Mauritier sprechen Creole und Französisch. [/toggle]

[toggle title=”Ausflugstipps“]Besuchen sollten Mauritius-Urlauber im Norden Cap Malheureux, Grand Baie, die Hauptstadt Port Louis, die Villa Eureka am Fuß der Moka-Berge und „Pamplemousses Gardens“, der für seine prächtigen exotischen Pflanzen und Riesen-Seerosenblätter berühmt ist. Ein Besuch lohnt sich auch im „L‘Aventure du Sucre“, das einzige Museum auf Mauritius, das sich der Geschichte des Zuckers widmet. Den Charme der Kolonialzeit erleben kann, wer sich auf der Tee-Route nach Saint Aubin begibt. Eine Teeprobe im Chalet von Bois Cherie gehört dazu. Ein Tagesausflug in den Süden führt zur Siebenfarbigen Erde, zum Wasserfall von Chamarel und zum Grand Bassin, dem heiligen See der Hindus, wo im Februar/März das größte Hindu-Fest außerhalb Indiens stattfindet. [/toggle]

[toggle title=”Weitere Infos“]Weitere Infos finden Sie auf folgenden Seiten…

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Das Ziel dieser Reise

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Hinweis: Die Autorin wurde zu dieser Reise von der RIU-Hotelgruppe und Mauritius Tourism Promotion Authority (MTPA) eingeladen

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Von entspannten Ski-Minis und Alpakas

Urlaub mit den lieben Kleinen ist immer etwas Besonderes und stellt uns Eltern regelmäßig vor neue Herausforderungen. Bevor die kleinen Zwerge mit in den Urlaub reisten, war aus heutiger Sicht…

Urlaub mit den lieben Kleinen ist immer etwas Besonderes und stellt uns Eltern regelmäßig vor neue Herausforderungen. Bevor die kleinen Zwerge mit in den Urlaub reisten, war aus heutiger Sicht vieles „einfach“ und „normal“. Aber was ist schon normal? Ausschlafen, in Ruhe ein gutes Buch lesen, das Abendessen ohne Unterbrechung ganz entspannt genießen oder einfach einmal auf der Terrasse sitzen und nur dem flirrenden Sonnenlicht hinterherschauen. Sich treiben lassen.

Blick vom Berg auf Oberjoch

Unser Ziel für die nächsten Tage: Oberjoch. Das Dorf liegt auf 1136m Höhe. Der Oberjochpass gilt mit 107 Kurven als die kurvenreichste Straße Deutschlands.

Auf der Suche nach einem kleinen Stückchen Urlaubsnormalität machten wir uns in diesem Jahr die Mühe und gaben der Winter-Urlaubs-Vorbereitung etwas mehr Raum. Mit dem Ziel, die kleinen Energiebündel zufriedenzustellen und auch uns Eltern ein Stückchen Erholung und Freizeit zu bescheren. Wir entschieden uns für ein Kinderhotel in Oberjoch und begaben uns damit in die Hände von echten „Familienprofis“.

Nach knapp acht Stunden sind Berge in Sicht

Mit unserem Auto starteten wir um 3 Uhr Nachts unsere achteinhalb Stunden lange Reise quer durch Deutschland auf der Suche nach dem ultimativen Familien-Winterurlaub. Bereits die Anreise ist ein Erlebnis, denn wir “Flachlandindianer” schlängeln uns in der letzten Stunde durch die Berge. Wir entdecken hier und da den Schnee auf den – noch entfernten – Spitzen. Unsere Vorfreude auf den ersten gemeinsamen Winterurlaub steigt. Nach vier Stunden Schlafen, vier Stunden „Sind-wir-bald-da-Fragen“ und vier längeren Bewegungspausen erreichten wir gegen 14 Uhr unser Hotel im Allgäu.

Terasse Oberjoch

Endlich am Ziel. Entspannung findet man auf der Terasse des Hotels mit Blick auf das Skigebiet. Der Deutsche Skiverband hat das Skigebiet Oberjoch zum besten Familien-Skigebiet der Alpen gekürt. (Alle Fotos: Greta Pasemann)

Das “Kinderhotel Oberjoch” macht seinem Namen alle Ehre, denn bereits im Eingangsbereich werden wir von märchenhaften Riesen-Fliegenpilzen und einer Spielelandschaft begrüßt. Unsere Kinder vergraben sich sofort unter Riesenbausteinen und wir können ganz in Ruhe einchecken.

Kind müsste man sein

Eine halbe Stunde später sitze ich bereits entspannt auf der großen Hotelterrasse mit Blick auf das Ski-Gebiet Oberjoch und lasse die Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht tanzen. Meine Kinder kundschaften inzwischen den Spielplatz an der Terrasse aus und schließen die ersten Freundschaften. So einfach ist es, Freunde zu finden: Kind müsste man sein.

Kinderskikurs

Skikurs für Kinder.

Direkt im Hotel leihen wir uns Skier, Snowboard & Co. für die nächsten Tage aus und melden die Kinder zum Test-Skikurs an. Unserem kleinen Mann (knapp 3 Jahre alt) sind die festen Schuhe und der Helm noch nicht ganz geheuer und sein erster Skiversuch endet in einer Wein- und Schluchz-Arie auf dem hoteleigenen Mini-Ski-Gelände. Wir melden ihn einfach wieder ab. Dem Großen (6 Jahre alt) gefällt es umso mehr und er fährt die nächsten Tage vormittags mit Kinder-Betreuung und Shuttle direkt in das „Schneekinderland“, während wir zu zweit auf die Pisten gehen. Der Kleine wird in der Zeit im Miniclub betreut. Den gesamten Tag pendelt ein Shuttle zwischen Hotel und Skigebiet hin und her. Praktisch und flexibel kommen wir so zum Hotel, für einen kurzen Besuch ins “Schneekinderland” oder zurück auf die Pisten. Ist der Kleine mit dabei, leihen wir uns einfach einen Buggy aus, den das Hotel kostenlos zur Verfügung stellt.

Normalität und Entspannung für die Eltern

Die Nachmittage und Abende verbringen wir im Pool, dem hauseigenen Kletterwald oder wir statten den beiden Alpakas „Picasso“ und „Puschkin“ einen Besuch ab. Die Kinder treffen ihre “Kumpels” zu den Essenszeiten im Restaurant oder verabreden sich zur Zaubershow mit ihren neuen Freunden. Abends gehen sie müde und zufrieden mit ihre Kuscheltier-Alpakas im separaten Kinderzimmer mit Doppelstockbett schlafen. Und wir Eltern schalten das Babyfon an, trinken in Ruhe ein Glas Wein an der Hotelbar und freuen uns über die schönen Urlaubstage – einfach ein bisschen Normalität und Zeit für uns.

In ein paar Tagen geht’s weiter nach Österreich zur längsten Rodelabfahrt meines Lebens.

Impressionen vom Hotel

Zimmer im Kinderhotel Oberjoch

Zimmer im Kinderhotel Oberjoch

Zimmer im Kinderhotel Oberjoch

Zimmer im Kinderhotel Oberjoch

Impressionen Kinderhotel Oberjoch

Schwimmbad mit tollem Außenbecken.

 

Impressionen Kinderhotel Oberjoch

Der Eingangsbereich des Hotels bietet viel Raum für die spielenden Kinder.

[toggle title=”Anfahrt”]Sie fahren mit dem Auto die Autobahn A7 bis zur Abfahrt Oy-Mittelberg. Folgen Sie dann der B 309 bis zur Abzweigung Nesselwang. Fahren Sie geradeaus weiter auf die B 310. Folgen Sie dem Straßenverlauf für ca. 20 km.
Am Ortseingang von Oberjoch fahren Sie geradeaus weiter auf der Bundesstraße bis Sie links eine kleine Tankstelle sehen. Biegen Sie hier rechts ab. Mit der Bahn fahren Sie bis Sonthofen und anschließend mit dem Bus nach Bad Hindelang / Oberjoch weiter. Mit dem Taxi fahren Sie ca. 15 Minuten bis zum Oberjoch. Mit dem Flugzeug können Sie bis zum Flughafen Memmingen anreisen (ca. eine Stunde vom Oberjoch entfernt, alternativ München, Stuttgart ca. 2 Stunden).[/toggle]

[toggle title=”Unterkunft”]Das “Kinderhotel Oberjoch” ist ein kinderfreundliches Hotel, das auf 1.200 m Höhe liegt – in Deutschlands höchstem Bergdorf. Es bietet eine Kombination von breitem kulinarischem Angebot, umfangreichen Sport- und Wellnesseinrichtungen sowie Spielmöglichkeiten und Kinderbetreuung. Alle Einrichtungen des Familienhotels sind auf Kinder abgestimmt – zum Beispiel der Sportbereich, der ein separates Kinderhallenbad bietet.[/toggle]

[toggle title=”Skigebiet”]Der Deutsche Skiverband hat das Skigebiet Oberjoch zum besten Familien-Skigebiet der Alpen gekürt.Es erwarten Sie 9 Lifte, 33 km präparierte Skipisten sowie das Schneekinderland auf über 20.000 qm. Der Skipass und das Schneekinderland sind gratis mit der Bad Hindelang PLUS Card.[/toggle]

Hinweis: Die Autorin wurde vom Kinderhotel Oberjoch zu dieser Reise eingeladen. In diesem Zusammenhang wird auf die Leitlinie der journalistischen Unabhängigkeit bei BREITENGRAD53 hingewiesen.

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Schneewalzer mit Miss Chiemgau

Chiemgau? Das klingt nach Chiemsee, Seniorenferien und Kururlaub fand unser Autor. Dabei sind dort – nicht zuletzt dank exzellenter Wintersportbedingungen und Trainingsstätten dort einige der besten deutschen Leistungssportler zu Hause….

Chiemgau? Das klingt nach Chiemsee, Seniorenferien und Kururlaub fand unser Autor. Dabei sind dort – nicht zuletzt dank exzellenter Wintersportbedingungen und Trainingsstätten dort einige der besten deutschen Leistungssportler zu Hause. Wer im Chiemgau auf Langlaufski oder Kufen unterwegs ist, wandelt in den Spuren von Olympiasiegern – und mit etwas Glück läuft man ihnen sogar über den Weg. Wir haben‘s ausprobiert.

Es schneit aus tief liegenden Wolken während Arbeiter auf den riesigen Tribünen herumklettern und zerlegen, wo vor wenigen Tagen noch bis zu 12.000 Gäste Biathlon gefeiert haben. Eigentlich mögen sie Schnee aus Flocken hier gar nicht, in der Chiemgau-Arena von Ruhpolding. Er macht die Strecke unberechenbar und langsam, auf der die besten Biathleten der Welt um Weltcup-Punkte jagen. Auch um unabhängig zu sein von der Witterung wird die knapp sechs Kilometer lange Runde im Chiemgau seit Jahren aus Kunstschnee produziert, der von bis zu 25 Schneekanonen ausgespuckt und dann zu einer bestenfalls 50 Zentimeter dicken Piste gewalzt wird.

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Unterwegs auf der “Romantik-Loipe” von Reit im Winkl: Miss Chiemgau Bettina Scheiwein gefällt es offenbar – sie gibt das Tempo vor.

Im Moment sind es nur knapp 30 Zentimeter, also kann ein bisschen Nachschub nicht schaden. Auch wenn der Höhepunkt der Saison in dem vor vier Jahren für 16 Millionen Euro renovierten Ski-Stadion vorbei ist – der Winter ist noch lang und die Anlage gehört zu den wichtigsten Trainings-Zentren für Deutschlands Biathlon-Elite. Es sind imposante Zahlen, mit denen Otto Steinbacher bei einer Führung durch die Arena beeindruckt. Bis zu 32.000 Fans sorgen bei der Groß-Events hier für Stimmung – jetzt spielt die Musik aus den Lautsprechern nur für die „Roadies“, die die Anlage wieder auf normale Größe zurückbauen.

In Ruhpolding kann sich jeder mal als Biathlet fühlen

Gelegenheit, sich auf den Spuren der Stars einmal selbst als Biathlet zu fühlen. Biathlon-Legende Fritz Fischer hat zwei Kleinkaliber-Gewehre mitgebracht und zeigt, dass er auch mehr als 20 Jahre nach dem Ende seiner Karriere nichts verlernt hat. “Jetzt Ihr.” Für das Erfolgserlebnis lässt der Olympiasieger seine Gäste liegend auf die deutlich größeren Stehendscheiben schießen. Fünf Schuss, fünf Treffer. Gar nicht so schlecht. Allerdings wird beim Gästeschießen auch vorher nicht gelaufen – und der heute 58-jährige Fischer hat seine Scheiben deutlich schneller abgeräumt als seine Gäste. Jetzt ist der Ehrgeiz geweckt, sind für Anfänger auch die viel kleineren Liegendscheiben zu treffen? Sie sind – aber mit nur mit weitaus geringerer Trefferquote und vor allem viel Geduld. Bis zumindest mal drei Scheiben gefallen sind, wären Fritz Fischer und Co längst über alle Berge.

Da sind auch die Heerscharen von Serviceleuten längst, die bei den Profis für schnelle Ski sorgen – nach Ruhpolding und Antholz machen die Biathleten in Nove Mesto, Oslo, Kontiolathi und Khanty Mansiysk Station. Während in der Chiermgau-Arena ihr riesiges Containerdorf abgebaut und auf Tieflader gehievt wird, steht Robert Hochreiter in Inzell mit seinem Expertenwissen auch Hobby-Langläufern zur Verfügung.

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Winteridylle pur: Die St. Anna Kapelle wurde 1906 von den Bauern der Hemmersuppenalm erbaut.

Wer freundlich fragt, darf mit etwas Glück sogar ins Allerheiligste, den Wachsraum im Hinterzimmer seines Sportgeschäftes. Dort nimmt sich Hochreiter für einen guten Service den Langlaufski von Gästen wie Rennläufern auch von Hand an. Abhängig von Witterung und Schnee sorgen verschiedene Wachse und Techniken dafür, dass die Ski perfekt laufen. “Eigentlich alles relativ einfach, aber man hat natürlich auch so seine Tricks, die man niemals verrät”, sagt der 45-Jährige, während er mit geübten Handgriffen Wachs auf die Lauffläche der Ski tropft und mit einem speziellen Bügeleisen glattzieht. Erst wenn gar nichts mehr geht, geht er mit einer Maschine an die empfindlichen Beläge. Mit einem rotierenden Schleifstein kann Hochreiter der Lauffläche eine filigrane kaum sichbtbare neue Struktur verpassen, die verbunden mit dem richtigen Wachs dem Ski erst richtig Fahrt verleiht.

Höchste Zeit, endlich selbst auf die schmalen Bretter zu steigen, die in Chiemgaus Winterwunderland Welt bedeuten. Auf der Hemmersuppenalm wartet Tobias Angerer, elffacher Weltcup-Sieger im Skilanglauf mit Tipps für Langlauf-Anfänger. Am Vormittag gab’s ein Fotoshooting mit potentiellen Kandidatinnen zur Wahl der “Miss Chiemgau”. Im dichten Schneetreiben sind allerdings nur vier von neun Kandidatinnen angetreten. Die anderen bereiten sich lieber daheim auf die abendliche Wahl vor statt sicht mit dem Profi durch den Schnee zu kämpfen – und minimieren damit ihre Chancen auf die Krone. Logisch, sollte eine “Miss Chiemgau” doch auch auf wackeligen Brettern eine gute Figur machen. Und eigentlich ist es auch gar nicht so schwer.

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Schießtraining mit dem Profi: Olympiasieger Fritz Fischer zeigt heute auch Gästen den Umgang mit Ski und Biathlon-Gewehr.

“Vor allem locker auf dem Ski stehen”, sagt der Profi

“Skating, das ist irgendwie wie Walzertanzen im Schnee”, hatte Fritz Fischer gesagt. “Vor allem locker auf dem Ski stehen”, sagt Tobias Angerer – und was bei ersten Skatingversuchen noch arg wackelig aussieht, entwickelt sich unter Anleitung des zweifachen Olympischen Silbermedaillengewinners schnell zu einer veritablen Vorwärtsbewegung. Wer die Technik beherrscht oder in klassischer Spur Kilometer machen will, findet auf der Hemmersuppenalm übrigens eine großartige Panoramaloipe – außer es schneit in dichten Flocken wie beim Langlauf mit Angerer, was der Winterlandschaft dafür eine ganz eigene Stimmung verleiht.

Der 37-Jährige, der seine Karriere nach den Olympischen Spielen in Sotschi beendet hat, kommt aus Traunstein und gehört zu den sportlichen Aushängeschildern einer Region, die nicht zuletzt dank ihrer Sportstätten die vielleicht höchste Wintersportprominenz-Dichte Deutschlands hat. Nach Angerer ist sogar eine eigene Loipe benannt, mit Rait im Winkl und der Winklmoosalm ist untrennbar der Name Rosi Mittermaiers verbunden. Die sportliche Heimat der dreifachen Olympiasiegerin Anni Friesinger liegt nur wenige Kilometer entfernt – die “Max Aicher Arena” in Inzell gilt als die modernste Eislaufhalle der Welt.

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Eine Challenge: Beim Stehendschießen bringt der gesamte Schwarze Bereich einen Treffern, beim Liegendschießen sind die Trefferflächen deutlich kleiner, zeigt Biathlon-Olympiasieger Fritz Fischer.

In Inzell steht die modernste Eishalle der Welt

Szenenwechsel unters Dach. Wo früher Anni Friesinger ihre Runden drehte, trainieren heute die Stars von morgen. Gleichmäßig gleiten sie über die Runde, einige laufen kurze Intervalle. Auf dem Eisfeld im Innenraum ist mehr Action. Der Eishockey-Nachwuchs übt Torschüsse derweil Hubert Graf über Eistemperatur und Luftfeuchtigkeit referiert. Der Mann ist nicht nur Vorsitzender des DEC Inzell-Frillensee, des heimischen Eissportvereins, sondern vor allem Chef der “Max-Aicher-Arena”. In der Halle, zuletzt 2011 Austragungsort von Eisschnelllauf-Weltmeisterschaften, arbeitet eine ganze Mannschaft an Wissenschaft von schnellem Eis beschäftigt. Nicht zu kalt darf es sein, aber auch nicht zu warm. Und je nach Disziplin dann doch wieder anders. “Sprinter lieben es eher weich, Langstreckler eher hart”, erklärt Graf. Und nebenbei hat er auch ganz alltägliche Sorgen: Die steigenden Kosten für Energie belasten das Budget. “Da müssen wir uns mittelfristig was einfallen lassen”, so Graf.

Der Stolz auf “seine” Arena ist dem Herrn des Eises deutlich anzumerken. Noch besser, als den Eismeistern bei einer Führung auch hinter die Kulissen der Anlage zu folgen, die vor vier Jahren mit dem Architekturpreis “World Sport Building of the Year” ausgezeichnet worden ist, wäre es nur, das legendäre Eis einmal selbst zu fühlen. In Inzell kein Problem: Jeden Mittwoch gibt es eine öffentliche “Eiszeit”, bei der auch Gäste auf wackeligen Kufen über die die spektakuläre 400 Meter lange Rundbahn jagen dürfen.

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Die vielleicht weltweit modernste Halle ihrer Art: Die “Max-Aicher-Arena” in Inzell, zuletzt 2011 Austragungsort der Eisschnellauf-Weltmeisterschaften.

Für die neue Miss Chiemgau wahrscheinlich ein sportliches Heimspiel. Mit sympatischer Ausstrahlung und sportlichem Auftritt hat Bettina Scheiwein sogar das Manko wett gemacht, dass sie gar nicht aus der Region, sondern aus Franken stammt und nicht einmal Bayerisch spricht. “Aber ich habe mich in die Region verliebt”, sagt die 28-Jähige mit einem Lächeln – und präsentiert sich wenige Stunden nach der Wahl auch als perfekte Sportbotschafterin.

Dafür, dass sie in ihrem Leben erst drei Mal auf Langlaufski stand, gleitet sie beeindruckend sauber und ausdauernd über die “Romantik-Loipe” von Reit im Winkl. Ganz einfach eigentlich – wie Fritz Fischer gesagt hat. Das Winterprogramm im Chiemgau muss unbedingt ergänzt werden. Denn was ist Biathlon mit Fritz Fischer oder Langlaufen mit Tobias Angerer schon gegen Walzertanzen im Schnee mit Miss Chiemgau?

[tabs][tab title=Anreise]Mit dem Auto ist das Chiemgau über die A8 München-Salzburg erreichbar – abhängig vom Reiseziel über die Ausfahrten Bernau oder Siegsdorf. Bei An- und Abreise einplanen, dass das Chiemgau am Wochenende zwar nicht ganz so viele Tagesgäste hat wie beispielsweise Garmisch, aber doch zur erweiterten Auswahl der Münchner Ausflugsziele gehört und die A8 ohnehin schon staugefährdet ist. Auf der Schiene ist über die Verbindung München-Salzburg des Meridian zum Beispiel Ruhpolding von München aus in knapp zwei Stunden zu erreichen. Bester Flughafen für die Anreise ins Chiemgau ist Salzburg mit Anschluss ans Netz von Lufthansa und Air Berlin sowie Verbindungen von unter anderem Köln, Düsseldorf und Frankfurt. Alternativ bietet sich eine Anreise ab München an – der allerdings rund 140 Kilometer und damit doppelt so weit entfernt liegt wie Salzburg.[/tab] [tab title=Loipen und Skigebiete]Die Region um Inzell, Ruhpolding und Reit im Winkl bietet mehr als 330 Kilometer landschaftlich abwechslungsreiche Loipen für Anfänger wie Profis – darunter auf der Winklmoosalm und mit der Panoramaloipe auf der Hemmersuppenalm auch zwei schneesichere Höhenloipen. Wer Alpin-Ski fahren will, kommt in verschiedenen Kleinskigebieten und auf der Winklmoosalm auf seine Kosten. Tageskarten die Winklmoosalm gibt es abhängig von der Saison ab 24 Euro (12,50 Euro für Kinder), Karten für den Tarifverbund mit dem Skigebiet Steinplatte in Tirol kosten ab 44 Euro (23 Euro), Übernachtungsgäste der Region bekommen die Skipässe ab 21,50 und 35,50 Euro – ab drei Tagen gilt der Skipass für alle Skigebiete im so genannten “Schneewinkel”.[/tab] [tab title=Chiemgau-Arena]Der Besuch des Biathlon-Zentrums zwischen Ruhpolding und Reit im Winkl ist für Sportfans ein Muss. In der Regel jeden Dienstag und Donnerstag finden dort öffentliche Führungen mit Gästeschießen statt. Montags bis freitags können Langläufer von 17 bis 20 Uhr unter Flutlicht in der Arena trainieren. Wer sich richtig von der Faszination Biathlon anstecken lassen will, kann bei Olympiasieger und Biathlon-Legende Fritz Fischer auch gleich zweitägiges Biathlon-Camp mit allen Facetten des Langlauf- und Biathlontrainings buchen. Weitere Infos unter www.biathloncamp.de[/tab][tab title=Unterkunft und Buchung]Auf einem Hochpleateau am Fuße der Sprungschanzen und gut zwei Kilometer vom Ort entfernt ist “Gut Steinbach” ein perfekter Rückzugsort für ruhesuchende Reisende – und direkt am umfangreichen Loipennetz des Chiemgaus gelegen gleichzeitig idealer Ausgangsort für Langläufer. Für ein Haus der Kategorie Vier Sterne plus präsentieren das Gut entspannt, angenehm unprätentiös und ganz ohne Schickimicki. Im Zentrum aller Entscheidungen bei der Entwicklung des Hotels steht das Thema Nachhaltigkeit. Angeschlossen an das Bioheizkraftwerk von Reit im Winkl waren bei den umfangreichen Renovierungen des Gebäudes ausschließlich Handwerker aus der näheren Umgebung im Einsatz und bis auf wenige Ausnahmen stammen alle in Haus und Küche verwendeten Materialien und Nahrungsmitteln aus einem Umkreis von weniger 80 Kilometern. Für diese Einstellung und seine Arbeit ist Klaus-Dieter Graf von Moltke im aktuellen “Bertelsmann-Guide” sogar zum Hotelier des Jahres ausgezeichnet worden. Abhängig von der Saison kostet die Übernachtung mit Frühstück im Doppelzimmer im “Gut Steinbach” ab 74 Euro. In der gesamten Region gibt es darüber hinaus Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen in allen Kategorien und Preisklassen. Infos und Buchung: www.gutsteinbach.de, [email protected], sowie www.chiemgau-tourismus.de.[/tab][tab title=Chiemgau Team Trophy]Künftig sollen Inzell, Ruhpolding und Reit im Winkl durch die ein Langlaufrennen miteinander verbunden werden. Der Lauf ohne Zeitnahme, bei dem die rund 40 Kilometer komplett oder in Abschnitten gelaufen werden können, war bereits für Ende Januar geplant, aber auf einigen Teilstücken fehlte schlicht der Schnee und die Veranstaltung musste kurzfristig verschoben werden. Neuer Termin ist nun der 1. März. Anmeldungen sind noch möglich.[/tab][/tabs]

Hinweis: Der Autor wurde von Chiemgau Tourismus auf diese Reise eingeladen.

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Eine Wirtschaftsmetropole, die niemals schläft

Nach Asien zieht es mich immer wieder: Bangkok, Kuala Lumpur, Luang Prabang, Peking und jetzt Macau, das zu einer der spannendsten Boomtowns Asiens gehört. Auf knapp 30 Quadratkilometern verbindet die…

Nach Asien zieht es mich immer wieder: Bangkok, Kuala Lumpur, Luang Prabang, Peking und jetzt Macau, das zu einer der spannendsten Boomtowns Asiens gehört. Auf knapp 30 Quadratkilometern verbindet die ehemalige portugiesische Kolonie, die am 20. Dezember 1999 nach 442-jähriger Herrschaft an die Volksrepublik China zurückgegeben wurde, fernöstliches und europäisches Kulturerbe mit Weltstadtflair, Mega-Hotelresorts für anspruchsvolle Gäste und Glitzer-Casinos wie in Las Vegas.

Anfang Dezember durfte ich einige Tage als Gast im noblen „Sofitel Macau at Ponte 16“ verbringen. Das Fünf-Sterne-Haus liegt am Rande der UNESCO-geadelten historischen Altstadt, die ein beliebtes Ziel für Touristen ist. Im vorweihnachtlichen Macau, oft auch „Klein-Lissabon“ oder „Las Vegas Asiens“ genannt, bin ich dem Charme des Zaubermix aus Tradition und Moderne erlegen.

 

Hongkong-Macau

Hunderttausende Festland-Chinesen kommen täglich im unterirdischen Busbahnhof des „Bordergate“ an, um in Macau zu arbeiten oder zu spielen.

Feier zum 15. Jahrestag der Rückgabe an China

Wenn Macau am 20. Dezember den 15. Jahrestag der Rückgabe von Portugal an die Volksrepublik China mit einem großen Jubiläumsprogramm feiert (siehe Infobox), blickt die Stadt am Südchinesischen Meer auf eine wohl einmalige Erfolgsgeschichte zurück. Wie für Hongkong, das 1997 von den Briten an China zurückgegeben wurde, gilt auch für das weitgehend autonome Sonderverwaltungsgebiet am westlichen Ufer des Perlfluss-Deltas: „Ein Land, zwei Systeme“, festgeschrieben auf mindestens 50 Jahre. Macau zieht aus dem Prinzip seinen Nutzen.

Von den Unruhen im 60 Kilometer entfernten  Hong Kong ist in der ehemals portugiesischen Kolonie nichts zu spüren. Eigentlich wollten wir im Transit mit der Fähre direkt vom Internationalen Airport Hongkong nach Macau fahren, aber die Fahrt fällt wegen Maschinenschadens aus. So müssen wir zunächst nach Hong Kong-City, vorbei am größten Container-Terminal der Welt, um eine der roten Schnellfähren nach Macau zu nehmen.

Hongkong-Macau

Soll 2016 eröffnet werden: die Y-Brückenkonstruktion die Hongkong mit Macau und Zhuhai verbindet.

Neue Y-Brücke verkürzt Fahrtzeit nach Hongkong

Ab 2016 wird eine bereits gut erkennbare, beindruckende Y-Brückenkonstruktion zwischen Hongkong, Macau und Zhuhai den roten und blauen Fähren Konkurrenz machen. Statt 45 Minuten mit dem Boot dauert die Fahrt über die längste Brücke der Welt (50 km) mit dem Auto dann nur halb so lange. Die benötigte Infrastruktur inklusive Einreiseschalter und Parkplätzen entsteht derzeit auf einer künstlich aufgeschütteten Insel östlich der Stadt. Die Regierung beziffert allein die Kosten für die Landgewinnung ca. 97 Mio. Euro. Die Brückenkonstruktion wird auf insgesamt 10,7 Milliarden US-Dollar veranschlagt.

Portugiesische und chinesische Küche

„Man biegt ums Eck, und dann steht dort etwas, was nie da war“, sagt Julia Steinle, stellvertretende Food- und Beverage-Direktorin im „Sofitel Macau at Ponte 16“. Die 30jährige Deutsche aus der Nähe von Augsburg lebt seit einem Jahr in Macau, in dem die Mieten Münchner Niveau haben, und fühlt sich dort sehr wohl. Die Südostasien-Kennerin liebt die Mischung aus portugiesischem und chinesischem Flair, die dazugehörigen Küchen und das macanesisch-kulinarische Erbe. Im 18. Stock des „Sofitel“ bietet das „Chinois Cantonese Restaurant“ eine exzellente authentisch-kantonesische Küche mit Blick auf Hafen und Skyline von Macau.

Hongkong-Macau

Essen in Macau ist nicht teuer: in den Garküchen ist alles frisch. Es kommt vom Red Market. (Fotos: Liane Ehlers)

Einzigartiges architektonisches Erbe

In Macau triff Orient auf Okzident in einem einzigartigen architektonischen Erbe. Auf dem Weg in die Altstadt komme ich vorbei an einem Pfandhaus, das nur noch als Museum dient. Das Geschäft der Pfandleiher hat seit dem 17. Jahrhundert in Macau eine lange Tradition. Die neuen, schicken Pfandhäuser befinden sich allerdings in der Nähe der Casino-Glitzerwelten. Architektonisch ist Macau vom portugiesischen Einfluss geprägt. Nicht umsonst hieß die hügelige Stadt früher liebevoll auch „Klein Lissabon“. Bunte portugiesische Paläste und altehrwürdige Kirchen und Priesterseminare, von wo aus die Jesuiten als Missionare nach China gingen, stehen neben grauen chinesischen Stadthäusern mit stilvollem Interieur oder neben buddhistischen und taoistischen Tempeln. Das ganze historische Zentrum ist ein riesiges Museum und seit 2005 Weltkulturerbe der UNESCO. Die Sonderverwaltungszone ist reich, und die Verantwortlichen investieren, um die Tradition zu bewahren.

Pflicht für jeden Macau-Besucher sind die Ruinen von St. Paul und der A-Ma-Tempel, der der Seefahrer-Göttin A-Ma (Macaus Namensgeberin) gewidmet ist. Auch der Lou Lim Leoc-Garten mit dem Teekultur-Haus, der Red-Market (wo Fische und Hühner frisch geschlachtet werden), die Festung und der Senatsplatz mit der St. Dominik-Kirche sind ein absolutes Muss. In den kleinen Gassen um den Senatsplatz gibt es viele Geschäfte, in denen vor allem die Einheimischen einkaufen. In den Seitenstraßen mit ihren Garküchen, kleinen Gemüseständen oder Friseurgeschäften wird nicht nur Handel getrieben, sondern auch gezockt.

Kathedrale von St. Paul

Absolutes Muss bei einem Stadtrundgang: die Ruinen der Kathedrale von St. Paul. (Foto: Jörg Pasemann)

Glitzerwelten und Glücksspielindustrie

„Landaufschüttung“ und „Glücksspielindustrie“ sind die Zauberworte, die Macaus Wirtschaft seit Jahren blühen lassen. Macau besitzt einen internationalen Flughafen und die umsatzstärksten Casinos der Welt, die rund um die Uhr geöffnet haben. Sie sind eine scheinbar unerschöpfliche Goldgrube. Schon mittags herrscht an den Spieltischen Gedränge. Bündelweise ziehen Männer und Frauen in Alltagskleidung Geld aus Handtaschen, Plastiktüten oder Jacketts, um es an den Schaltern in Jetons umzutauschen. Mein Einsatz von 200 Macau Patacas (ca. 20 Euro) am Spieltisch wird – so scheint mir – nur mitleidig belächelt, aber man muss es unbedingt erlebt haben. In den „VIP-Suites“ in den oberen Etagen mit separatem Eingang verspielen superreiche Chinesen in einer Nacht schon mal Millionen.

In Macau macht’s die Masse. 70.000 Spieler täglich kommen allein ins „Venetian Macau Resort Hotel“ auf dem Cotai Strip, der seit der Erdaufschüttung die ehemaligen Inseln Coloane und Taipa verbindet. Kostenlose Hotel-Shuttle-Busse bringen täglich hunderttausende Spieler und Pendler  von den Fähranlegern und den beiden Bordergates (Grenzübergängen) zu China in die  Spielcasinos der Hotelkomplexe. In Macau und auf den vorgelagerten Inseln verkehren auch zahlreiche Buslinien.

Macau ist die einzige chinesische Stadt, in der Glücksspiel staatlich erlaubt ist. Nachdem die Regierung dem Glücksspiel-Tycoon Dr. Stanley Ho (94), unter anderem Inhaber des „Grand Lisboa“ und gebürtiger Hongkong-Chinese, das Monopol aberkannt und insgesamt sechs Lizenzen auch an ausländische Investoren versteigert hatte, schießen seit 2002 auf dem neu gewonnen Land des „Cotai-Strip“ nach Las Vegas-Vorbild ständig neue Mega-Casinos und -Hotels mit Unterhaltungsshows und luxuriösen Shopping-Malls in die Höhe. Luxusgüter sind aufgrund der Freihandelszone günstiger als im restlichen Asien.

Lisboa Palace

„Lisboa Palace“ heißt das drei Milliarden teure Cotai-Projekt von SJM mit Pariser Flair und dem ersten „Karl Lagerfeld“-Hotel. Es soll 2017 fertig sein.

Bauboom am Cotai-Strip geht weiter

Die Chinesen lieben das Spiel und Macau lebt vom Glücksspiel. Längst hat Macau Las Vegas überholt. Für das Jahr 2013 vermeldete die Glücksspielindustrie Gesamteinnahmen von ca. 32,91 Mrd. Euro. Der Umsatz an einem Tag ist so hoch wie in Las Vegas in einer Woche. 40 Prozent des Gewinns gehen an den Staat, wie viel Peking davon bekommt ist nicht bekannt. Mehr als 29 Millionen Besucher kommen pro Jahr nach Macau, darunter 30.000 Deutsche, vor allem Männer unter 45. Mehr als 50 Prozent der Besucher sind Festlandchinesen, die meist nur einen Tag bleiben.

Der Boom am Cotai-Strip geht weiter. Neue Mega-Resorts sind im Bau oder geplant. Bereits 2015 eröffnet dort Phase 2 des Mega-Resorts „Galaxy Macau“ mit dem weltgrößten „JW Marriott“ und einem „Ritz-Carlton“ mit insgesamt 1300 Zimmern und Suiten. Gegenüber geht ein „St. Regis“ an den Start. Einer der Höhepunkte des Chinesischen Neujahrs 2016 wird die Eröffnung des vier Milliarden US-Dollar teuren „Wynn Palace“. „Lisboa Palace“ heißt das drei Milliarden Euro teure Cotai-Projekt des lokalen Big Players, der Sociedade de Jogos de Macau (SJM), dessen Eröffnung für 2017 vorgesehen ist. Die Architektur ist beinflusst von historischen Pariser Gebäuden wie Louvre oder Opernhaus. Neben einem „Lisboa Palace Hotel“ und dem ersten „Palazzo Versace“ Asiens entsteht dort auch das erste „Karl-Lagerfeld“-Hotel. Ein Ende des Baubooms ist nicht in Sicht.

Reiseinformationen in Kürze

[toggle title=”Anreise”]Cathay Pacific und Lufthansa fliegen von Frankfurt direkt nach Hong Kong. Die Weiterreise findet im Transit statt. Vom internationalen Airport Hongkong gibt es Fähren, die in 45 Minuten Macau erreichen. Der Flug mit dem Helikopter dauert 15 Minuten. Besucher aus Deutschland, Österreich und Schweiz brauchen kein Visum für Macau, es genügt ein gültiger Reisepass. Alle großen Hotels bieten einen Abholservice. Taxifahrten sind preiswert. Weitere Infos beim Fremdenverkehrsbüro Macau, Schenkendorfstr. 1, 65187 Wiesbaden, Telefon: + 49-(0) 611/2 67 67 30, Fax: + 49-(0) 611/2 67 67 60, E-Mail: [email protected] ; oder auf der deutschsprachigen Internetseite: www.macau-info.de[/toggle]

[toggle title=”Essen gehen in Macau”]Im „Guide Michelin Hong Kong/Macau 2015“ zeigen die elf mit insgesamt 17 Sternen ausgezeichneten Restaurants die Vielfalt an erlesenen Gaumenfreuden in der ehemals portugiesischen und heute chinesischen Stadt. Über eine Bestätigung ihres Drei-Sterne Status dürfen sich der Gourmettempel „Robuchon au Dôme“ – französische Küche – sowie das chinesische Restaurant „The Eight“ im Grand Lisboa freuen. Zwei Sterne gingen erneut an die Lokale „Golden Flower“ und „Zi Yat Heen“. Neu hinzugekommen sind das „Café Leon“ mit portugiesischer und das „Temptations“ mit europäischer Speisekarte. Auch die macanesischen Spezialitäten im „IFT Educational Restaurant“ der Tourismus-Schule erhielten eine Bib Gourmand-Empfehlung. Gutes Essen und ordentlicher Service sind auch das Anliegen von „Yummy Macau“ mit 30 getesteten Restaurants (www.yummymacau.com) .[/toggle]

Jubiläumsprogramm zum Handover

[toggle title=”Feuerwerk und Fahnenparade”]Zu den Höhepunkten am Jubiläumstag, dem 20. Dezember, zählen die Fahnenzeremonie auf dem Lotus Platz um 8 Uhr (die Lotusblume ist das Symbol der Stadt) sowie Gesang- und Tanzvorführungen lokaler Künstler bei der Sports und Art Show um 14 Uhr im Olympic Sports Centre auf Taipa. Der Festtag endet mit einem spektakulären Feuerwerk rund um den Macau Tower und den Nam Van See.[/toggle]

[toggle title=”Lichtershows in 3D”]Lichtershows in 3D auf Gebäuden mit Symbolkraft lassen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verschmelzen. Projiziert wird auf das Handover Gifts Museum auf der Halbinsel Macau, die Kirche Our Lady of Carmel im alten Ort Taipa auf der gleichnamigen Insel sowie die Kapelle St. Francis Xavier auf der zweiten vorgelagerten Insel Coloane. Die Show ist bis 31. Dezember allabendlich kostenfrei von 20:30 bis 22:30 Uhr zu erleben.[/toggle]

[toggle title=”Eiskalter Spaß im Venetian Macao”]Bis 8. März 2015 lädt Ice World, Asiens größtes gefrorenes Wunderland, im Resort „The Venetian Macao“ in seine gekühlten Ausstellungsräume ein. Auf 1.600 Quadratmetern sind dort die beliebten Figuren der DreamWorks-Filme als Eisskulpturen zu bestaunen. Skipper und die Pinguin-Bande aus „Madagascar“ stimmen die Besucher auf ihre supergeheime Mission ein. Täglich zwischen 11 und 20 Uhr; der Eintritt für Personen ab 3 Jahren beträgt 120 MOP (ca. 12 Euro), www.venetianmacao.com[/toggle]

Hinweis: Zu der Reise wurde die Autorin von Noble Kommunikation und Macau Government Tourist Office eingeladen. Vielen Dank!

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Der Wörthersee – die Karibik der Alpen

Ein Blick nach unten, das Wasser des Sees ist klar und leuchtet im Sonnenschein türkis. Jetzt ist auch mir klar: Nicht ohne Grund wird die Landschaft rund um den Wörthersee…

Ein Blick nach unten, das Wasser des Sees ist klar und leuchtet im Sonnenschein türkis. Jetzt ist auch mir klar: Nicht ohne Grund wird die Landschaft rund um den Wörthersee in Kärnten auch die Karibik der Alpen genannt. Das Wasser lädt Besucher zum Baden ein, aber auch Abenteurer kommen hier voll auf ihre Kosten. Tauchen, Wasserski und Speedboot-Fahren sind nur einige der Angebote. Wer es lieber romantisch mag, leiht sich ein Tret- oder Elektroboot, lässt sich langsam über das Wasser treiben und genießt die Ruhe.

Märchenhafter Wörthersee

Der Wörthersee liegt in einer der sonnigsten Regionen Österreichs. Mit einer Länge von 16,5km und einer Gesamtgröße von über 19km² ist er der größte See Kärntens. Es herrscht ein mildes Klima vor und die Durchschnittstemperatur des Wasser liegt im Sommer bei 25°C. Aber alleine schon die Kulisse des Sees ist eine Reise wert; die umgebenden Berggipfel sind auch im Sommer mit Schnee bedeckt und durch die Wälder, die teilweise bis zum Ufer des Sees reichen, wirkt die alles beinahe Märchenhaft. Direkt am Wasser und am Hang wurden bildschöne Hotels und Apartments gebaut und laden zum verweilen ein. Wer es lieber spartanisch mag oder einfach Geld sparen möchte, kann sich in einem der vielen Campingplätze einquartieren. Aber Vorsicht, sogar diese sind im Sommer schnell ausgebucht, denn das jährlich stattfindende Beachvolleyball Grand Slam zieht rund 150.000 Besucher an.

Ausflüge rund um den See

Für Ausflüge eignen sich die charmanten Dörfer Keutschach oder Schiefling oder es wird gleich eine Radtour um den gesamten See geplant. Auf den ausgeschilderten Routen gibt es viele tolle Rast- und Schwimmmöglichkeiten zum entspannen. Direkt am Wörthersee liegt auch die Stadt Klagenfurt. Sie ist die Hauptstadt des Bundeslandes Kärnten und zählt ungefähr 100.000 Einwohner. Da sich eine Universität in der Stadt befindet, ist dort immer was zu erleben und gibt es viele schöne Cafés, Restaurants und Ausgehmöglichkeiten. In der Nähe liegt der Flughafen von Klagenfurt, der z.B. die Anreise über Billigflüge möglich macht. Das Symbol und bekannteste Denkmal der Stadt ist der Lindwurmbrunnen auf dem Neuen Platz. Laut einer Legende musste dieser Lindwurm, ein drachenartiges Fabelwesen, von den Männern der Stadt besiegt werden und ist darum auch auf dem Stadtwappen abgebildet. Die Altstadt von Klagenfurt lädt die Besucher zu Entdeckungstouren zu ihrer über 800 Jahre alten Geschichte ein. Dazu gehören unter anderem das alte Rathaus aus dem Jahre 1650 und das älteste Haus der Stadt, das „Haus zur Goldenen Gans“ von 1489, das Kaiser Friedrich III der Stadt schenkte. Also, auf an den Wörthersee und die Badehose nicht vergessen…

Foto: © roedi3 – Fotolia.com

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