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Costa Rica: Pures Leben im Tortuguero Nationalpark

Tortuguero Nationalpark: Heißer Kaffee dampft, frische Früchte in knalligen Farben stapeln sich auf meinem Teller und ich blinzle den Sonnenstrahlen entgegen, die sich ihren Weg durch die Palmenblätter bahnen. Irgendwo…

Tortuguero Nationalpark: Heißer Kaffee dampft, frische Früchte in knalligen Farben stapeln sich auf meinem Teller und ich blinzle den Sonnenstrahlen entgegen, die sich ihren Weg durch die Palmenblätter bahnen. Irgendwo unterhalten sich zwei Menschen auf Spanisch. Das gedämpfte Gelächter klingt zu mir herüber. „Pura Vida!“ Es ist Frühstückszeit in der Mawamba Lodge im Tortuguero Nationalpark. Plötzlich wird die Atmosphäre unterbrochen: „Look, Look, Look!“ – mit zügigem Schritt kommt unser Guide und Biologe Alex auf uns zu und winkt uns heran. Das Frühstück kann jetzt warten. Wir verlieren keine Zeit und folgen ihm denn wir wissen, dass es wieder etwas zu entdecken gibt. Einen Vogel, oder eine Schlange? Dieses Mal zeigt Alex uns ein Stachelschwein. Ganz entspannt hängt es an einem Ast im Baum und schaut auf uns herab. Tier müsste man sein. Wir befinden uns mitten im Nationalpark Tortuguero in Costa Rica und entdecken das Land von seiner puren und wilden Seite. Eine echte Begegnung zwischen Mensch und Natur. Spannender kann eine Reise nicht sein!

Der Tortuguero Nationalpark

Costa Rica - Tortuguero Nationalpark - von oben

Der Tortuguero Nationalpark aus der Vogelperspektive – durchzogen von Flußarmen und saftig grünem Regenwald.

Der Platz an den die Schildkröten kommen – Tortuguero Nationalpark

Der Park ist besonders, denn hier findet jedes Jahr Unglaubliches statt: Schildkröten kommen in den Tortuguero Nationalpark, um ihre Eier abzulegen. Diesem tollen Naturschauspiel verdankt der Tortuguero Nationalpark auch seinen Namen. „Tortuga“ bedeutet auf Spanisch „Schildkröte“. Auch den ständig wachsenden Tourismus haben die Einwohner den Meeresschildkröten zu verdanken. Im Nordosten von Costa Rica liegt der Tortuguero Nationalpark auf etwas 20.000 Hektar und steht seit 1975 unter Naturschutz. Seit dieser Zeit dient der Nationalpark den Einheimischen als zuverlässige Einkommensquelle. Aber nicht nur Schildkörten sind hier heimisch: Krokodile, Faultiere, Kaimane, Affen, Pfeilgiftfrösche, Flußschildkröten und Gewehrkugelameisen gibt es im Dschungel von Tortuguero zu entdecken. Außerdem fühlen sich hier unterschiedlichste Vogelarten sehr wohl. Knapp die Hälfte der in Costa Rica verzeichneten Reptilien- und Vogelarten erwarten mich auf meiner Reise durch Costa Rica.

Costa Rica - Tortuguero Nationalpark - Schildkroetenstrand-2

An diesen Strand in Tortuguero kommen jedes Jahr die Schildkröten zur Eiablage

Mit dem Flugzeug, Auto und Boot geht’s Richtung Tortuguero Nationalpark

Zurück zum Anfang meiner Reise. Noch in Deutschland entdecke ich am Sonntag morgen, dass mein Zubringerflug von Hamburg nach Frankfurt gecancelt ist. Trotz aller Bemühungen lässt sich auch keine Flugverbindung für den Tag buchen. So geht es recht spontan fünf Stunden früher für mich mit der Bahn Richtung Frankfurt los. Am Flughafen Frankfurt treffe ich die ersten Mitreisenden und um 22 Uhr deutscher Zeit hebt mein Condor-Flieger ab, um dann nach neun Stunden Flug pünktlich zum Sonnenaufgang auf dem Airport Alajuela in der Nähe von San Jóse zu landen.Tortuguero ist ausschließlich auf dem Wasser- oder Luftweg zu erreichen

Hier empfängt uns Alex (Alejandro) Castro. „Pura Vida!“ ruft er uns entgegen und begrüßt uns mit dem typischen Spruch und Lebensgefühl der Menschen in Costa Rica. Als studierter Fachmann begleitet er uns die nächsten Tage und bringt uns die Tier- und Pflanzenwelt von Costa Rica näher. „Pura Vida“ – das wird hier zu allem gesagt. Bitte! Danke! Toll! Das gefällt mir – Pures Leben!

Alex verliert keine Zeit und macht sich mit uns von Alajuela mit dem Auto direkt auf den Weg in Richtung Tortuguero. Vom westlichen Rand von San José fahren wir in Richtung Karibik. Dafür durchqueren wir einmal San José. Danach geht es auf den Highway 32, der uns in einem Bogen nach Nordosten bringen wird. Wir durchfahren den Nationalpark Braulio Carrillo mit seinen beeindruckendem Wald und enlos wirkende Bananenplantagen ziehen an uns vorbei. Einmal stoppen wir zwangsläufig, um den Bananenseilzug durchzulassen, der von einem Arbeiter mit purer Muskelkraft gezogen wird. Bananen sind eines der Top-Export Produkte in Costa Rica.

Nach etwa zweieinhalb Stunden erreichen wir La Pavona. Die beliebteste und günstigste Route nach Tortuguero führt über Cariari und La Pavona. Für uns endet hier die Reise mit dem Auto, denn wer die Natur im Nationalpark exklusiv erleben möchte, der erreicht diesen nur mit dem Boot.  Ab La Pavona (Rancho La Suerte) fahren Boote etwa um 07:30, 13:30 sowie 16:30 Uhr. Allerdings empfiehlt es sich hier, immer genau mit dem Anbieter der Tour vorher abzustimmen.

Boote werden ab jetzt das Transportmittel der nächsten zwei Tage für uns sein. In La Pavona warten sie bereits auf Urlauber, Naturforscher, Einheimische und uns. Die nächsten ein bis zwei Stunden tauche ich bereits komplett in die Natur von Costa Rica ein. Der Weg zur Mawamba Lodge führt uns durch das Flusssystem von Tortuguero. Unfassbar und schön ist die Natur hier. „Look!, Look!, Look!“ – rechts sehen wir einen Barethroated Tiger Heron, links wartet ein Kaiman auf uns. Fledermäuse sind so gut getarnt, dass wir sie mit bloßem Auge kaum erkennen.

 

Mein Bett mitten im Tortuguero Nationalpark – die Mawamba Lodge

Unser Ziel, die Mawamba Lodge ist erreicht. Das besondere an unserer Unterkunft ist die Lage, denn zu beiden Seiten ist die Lodge von Wasser umgeben. Während der Boots-Anleger an dem Flussarm liegt, grenzt das Gelände der Loge auf der anderen Seite an den Strand. Hierher kommen von Juli bis Oktober die Meeresschildkröten zur Eierablage. Dann ist in der Mawamba Lodge und im Tortuguero Nationalpark Hochsaison. Mit speziellen Nachtlampen machen sich die Guides dann in sehr kleinen Gruppen mit den Besuchern auf den Weg zum Strand und beobachten die Tiere.

Wir freuen uns, dass wir in der Nebensaison hier sind und die Ruhe genießen dürfen. Zwar sehen wir keine Meeresschildkröten, dafür entdecken wir auch in der Lodge viele Tiere. Das Stachelschwein hängt im Baum, der Elefantenkäfer klammert sich an einen Ast und riesige Leguane stehen regungslos im Schatten der Palmen. Nachts habe ich das Gefühl, mein Bett steht direkt in der Natur. Überall höre ich die Geräusche der Tiere im Dschungel.

Begegnung mit dem Regenwald im Tortuguero Nationalpark

Am nächsten Morgen starten wir unseren Tag um fünf Uhr noch direkt vor dem Frühstück. Durch die Zeitverschiebung (minus acht Stunden) macht es uns nichts aus so früh auf den Beinen zu sein. Laut Alex ist jetzt die beste Zeit, um die Natur beim Erwachen zu beobachten. Wir legen mit dem Boot ab. Bereits die Boots-Tour zu den kleineren Nebenflüssen im Tortuguero Nationalpark ist ein Erlebnis. Das Boot gleitet auf dem breiten Flussarm dahin, nur begleitet vom Rauschen des Wassers und Summen des Elektromotors. Die meisten von uns schließen die Augen und genießen den Fahrtwind im Gesicht. Spätestens jetzt sind wir wach. Zielgerichtet bringt uns der Fahrer zu den kleineren Flussarmen im Tortuguero Nationalpark. Mir wird erst jetzt die Gewaltigkeit des Regenwaldes richtig bewusst. Riesige Bäume, Farne und Lianen bilden ein undurchdringliches Dickicht aus Pflanzen. „Look! Look! Look!“ – Wir sehen die ersten Affen, danach gleich einen American Anhinga (Schlangenvogel), der neben einer Black River Turtle (Schwarze Flussschildkröte) das Gefieder trocknet.

Darf`s ein bischen touristischer sein? Ausflug ins kleine Dorf Tortuguero

Das Dorf Tortuguero liegt auf dem schmalen Landstreifen zwischen dem karibischen Strand und dem breiten Urwaldfluss, der parallel zum Strand verläuft. Nur etwa 500 Menschen leben im Dorf. Während früher viele von ihnen vom Fischfang lebten, widmen sie sich jetzt dem ständig wachsenden Tourismus. Auch die Einheimischen erledigen alles auf dem Wasserweg und damit ist das Boot das wichtigste Transportmittel. Braucht man ein Boot, stellt man sich einfach ans Ufer und winkt ein Wassertaxi herbei.

Tortuguero ist der einzige Ort im Nationalpark und deshalb wundert es mich nicht, dass ein Ausflug in das Dorf bei vielen Urlaubern mit auf dem Programm steht. Von unserer Lodge aus ist der Ort nur 20 Gehminuten entfernt und so schlendern wir über den Strand dorthin, bummeln entspannt die Promenade im Dorf entlang und lauschen der Musik, die hier und da gespielt wird. Irgendwo sitzen zwei Männer rauchend auf der Terrasse ihres bunten Hauses. Woanders im Dorf werden Kokosnüsse verkauft und am Ende der Straße vergnügen sich die Affen auf einem Baum. Jetzt, außerhalb der Hochsaison lässt es sich hier entspannt bummeln. In der Hochsaison schieben sich die Menschenmassen durch die kleine Straße im Dorf.

Regenzeit und trotzdem nach Costa Rica? Ein Statement zum Reisen in der Nebensaison

Jetzt ist Anfang Juni und die Regenzeit hat bereits begonnen. Das sollte niemanden davon abhalten noch Costa Rica zu kommen, denn jetzt ist hier Nebensaison und in allen Hotels und Lodges hat man Ruhe vor großen Menschenmengen. Tiere lassen sich leichter beobachten und die Preise sind generell günstiger als in der Hochsaison. Einmal am Tag regnet es jetzt in der Regel. Der Schauer ist kurz aber heftig. Und danach kann man weiter warme Temperaturen zwischen 27 und 30 Grad genießen. Die Hotels haben sich auf die Regengüsse eingestellt und bieten Schirme an. Wir hatten jetzt im Juni sogar Glück und es gab nur einen kurzen Schauer innerhalb von drei Tagen, die wir im Tortuguero Nationalpark waren.

Die Saison für die Beobachtung der Schildkröten

Wer unbedingt die Schildkröten beobachten möchte für den lohnt sich eine Reise zwischen Juli und September in den Tortuguero Nationalpark. In dieser Zeit füllt sich der Park mit Touristen und Naturliebhabern. Dann kommen die Schildkröten aus dem Meer, um am Strand in Tortuguero ihre Eier abzulegen. Früher wurde die Grüne Meeresschildkröte von den Einheimischen gejagt und verarbeitet. Da die Schildkröte vom Aussterben bedroht ist, wurde sie 1975 unter Naturschutz gestellt. Selbst heute sind die Einheimischen bemüht die Population der Schildkröten zu schützen. Während der Brutzeit kommen freiwille Helfer nachts an die Strände und patrollieren, um Feinde der Schildkröte fernzuhalten. Wer sich für eine freiwillige Mithilfe interessiert, findet bei den Costa Rica Volunteers Informationen zu Naturschutz-Projekten. Auch die Besichtigung durch Touristen wird streng kontrolliert. Das faszinierende Ereignis der Eiablage erfolgt nur in Begleitung eines offiziellen Guides. Dabei erhalten alle Beobachter spezielle Nachtlampen und auch das Fotografieren ist verboten. Die unnatürliche Lichtquelle könnte die Schildkröte während der Eiablage stören und sind nicht erwünscht. Die Chancen den Schildkröten bei der Eiablage zuzuschauen sind kurz nach dem Sonnenaufgang am besten. Sind die jungen Schildkröten dann geschlüpft, beginnen sie ihren beschwerlichen Weg zum Meer. Dort warten zur Brutzeit bereits Haie auf die kleinen Schildkröten und nur ein Bruchteil der geschlüften Tiere schafft den Weg ins offene Meer. Im Park gibt es eine wissenschaftliche Forschungsstation, die sich darauf spezialisiert hat das Verhalten der Schildkröten zu untersuchen.

Warum es sich lohnt einen Guide zu buchen

Ein Guide ist für den Besuch von Nationalparks sehr empfehlenswert. Mit ihm zusammen wird die Tour mit dem Boot oder der Walk durch den Nationalpark erst zu einem richtigen Erlebnis. Man lernt nicht nur die Tier- und Pflanzenwelt besser kennen, man taucht auch viel tiefer in das Land und die Kultur ein.

  • Der Guide hat Tipps für die besten Regionen im Land und in den Nationalparks parat und damit steigt die Wahrscheinlichkeit interessante Tiere und Pflanzen zu entdecken.
  • Mit Kenntnissen über die Tier- und Pflanzenwelt veranschaulicht der Guide die komplexen Zusammenhänge in den Ökosystemen der Nationalparks.
  • Mit dem Guide kann man zielgerichtet nach Tieren und Pflanzen suchen, die man gern sehen möchte, da er Plätze, Nistplätze und das Verhalten kennt.
  • Er hilft die Augen zu schulen und die anderen Sinne zu schärfen. Man lernt selbst, Tiere und Pflanzen in den Nationalparks zu entdecken.
  • Er kennt die Orte und Plätze an denen giftige Tiere leben und kann Dich damit vor Bissen und Stichen schützen.
  • Er kennt Land und Leute und kann das Lebensgefühl transportieren.
  • Der Guide hat viele Kontakte und kann diese nutzen, um die Tour noch interessanter zu gestalten.
  • Er gibt viele Hintergrundinformationen zum Naturschutz und kennt die Regeln des Landes.
  • Er hat Kenntnis über das Wetter des Landes und kann vor jedem Ausflug in die Natur die entsprechende Empfehlung für Kleidung geben.
  • Er ist meistens mit hochwertigen Ferngläsern ausgestattet und so sieht man auch Tiere ganz nah, die eigentlich weit entfernt sind.

Hier kommen noch ein paar Impressionen von der Reise zusammengefasst von der lieben Andrea Morgenstern, die mit unserer Gruppe unterwegs war.

Weitere Nationalparks in Costa Rica

Neben dem Tortuguero Nationalpark gibt es in Costa Rica noch 25 weitere Nationalparks, die eine Reise wert sind.

  • Arenal Volcano National Park
  • Barbilla National Park
  • Barra Honda National Park
  • Braulio Carrillo National Park
  • Cahuita National Park
  • Carara National Park
  • Chirripó National Park
  • Cocos Island National Park
  • Corcovado National Park
  • Diria National Park
  • Guanacaste National Park
  • Irazú Volcano National Park
  • Juan Castro Blanco National Park
  • La Amistad International Park
  • La Cangreja National Park
  • Las Baulas National Marine Park
  • Los Quetzales National Park
  • Manuel Antonio National Park
  • Maquenque National Park
  • Palo Verde National Park
  • Piedras Blancas National Park
  • Poás Volcano National Park
  • Rincón de la Vieja Volcano National Park
  • Santa Rosa National Park
  • Tapantí National Park
  • Tenorio Volcano National Park
  • Turrialba Volcano National Park

Tipps für die Reise durch Costa Rica

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Hinweis: Die Reise in den Tortuguero Nationalpark Costa Rica erfolgte in Kooperation mit Visit Costa Rica.

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Durch die Alpen mit dem Range Rover Evoque

Der Kofferraum ist bis zur Unterkante voll bepackt, das Navigationssystem ist auf “Allgäu” programmiert und der iPod mit der besten Reisemusik ist am Soundsystem angeschlossen – der Range Rover Evoque…

Der Kofferraum ist bis zur Unterkante voll bepackt, das Navigationssystem ist auf “Allgäu” programmiert und der iPod mit der besten Reisemusik ist am Soundsystem angeschlossen – der Range Rover Evoque ist startklar. Die Reise zum Oberjoch im Allgäu kann starten, vor uns liegen 911 Kilometer, eine Fahrt von Nord- nach Süddeutschland.

„Geil!“ – Die Bewertung von Kindern kann so einfach sein und ist manchmal auch zutreffend. Auch bei Autos. Obwohl der Range Rover Evoque aussieht, wie ein bulliger Geländewagen, so ist es eigentlich ein SUV (Sport Utility Vehicle – Geländelimusine). Die Designer von Land Rover haben ganze Arbeit beim Bau des „kleinen“ Range Rovers geleistet, denn immer noch drehen sich die Menschen auf der Straße um, wenn ein Evoque an ihnen vorbeifährt. Und das obwohl der SUV schon einige Zeit auf dem Markt ist.

Range Rover Evogue begeistert Kinder und Fahrer

Oft sind es bei Kindern die spielerischen Elemente, die sie begeistern. Beim Range Rover Evoque ist es vor allem die Ambiente-Innenraumbeleuchtung, die in den verschiedensten Farben eingestellt werden kann. Die Kinder haben sich auf der Hinfahrt für lila entschieden, auf der Rückfahrt für grün. Auch der wie von Zauberhand selbst öffnende und schließende Kofferraum bringt die Kinder zum Staunen. Star Wars lässt grüßen.

Vor allem auch bei den nagelneuen adaptiven Voll-LED-Scheinwerfern, die bei Nacht für eine optimale Ausleuchtung der Fahrbahn sorgen sollen. Die Automatik-Einstellung sorgt dafür, dass das Fernlicht automatisch an- und ausgeschaltet wird, sobald ein Fahrzeug vor einem fährt oder entgegenkommt. Auf den Serpentinen im Allgäu blinkt die optimale Ausleuchtung der Strasse wie eine Lichtorgel: Kurve links, Licht geht an der linken Wagenseite an, Kurve recht, Licht geht links aus und rechts an. So geht es rund sieben Kilometer bergauf, von Bad Hindelang bis zu unserem Ziel, dem “Kinderhotel Oberjoch“.

„Auf die Straße Du dich konzentrieren sollst!“ So ähnlich muss der Befehl an die Designer von Land Rover im Jedi Ritter-Stil geklungen haben, als sie den Range Rover Evoque geplant haben. Denn es gibt zahlreiche solcher kleinen Goodies, die den Fahrer des Wagens schnell vergessen lassen, in einem SUV zu sitzen. Wie zum Beispiel auch die unterschiedlichsten Einstellungen der Außenkameras. Vor allem die Sicht von oben auf das Auto begeistert Kinder und Fahrer. Wie von einer Drohne gefilmt, sieht der Fahrer auf dem Display des Acht-Zoll-Touchscreen seinen Range Rover Evoque von oben und kann in Echtzeit ziemlich detailliert sehen, was um sein Fahrzeug passiert. “Viel zu sehen, Du noch hast!”

“InControl Touch” ist das Herzstück

Apropos Touchscreen: Auch das Infotainmentsystem “InControl Touch”, mit dem Audio, Video, Telefon, Navigationssystem, Kameras und viele andere Dinge des Fahrzeugs eingestellt und gesteuert werden, sorgt für einige Aha-Effekte. So wurde das vom Smartphone bekannte „Wischen“ für einen Seitenwechsel auf dem Touchscreen übernommen. Über die Funktion “InControl Apps” lassen sich zahlreiche Smartphone-Apps über den mittig am Armaturenbrett platzierten Touchscreen steuern.

Bei so viel Technik wird man leicht vom eigentlichen Sinn eines Autos abgelenkt, denn es dient der Menschheit vor allem immer noch dazu, um von A nach B zu kommen. Und so wundert es kaum, dass der Range Rover Evoque auch auf der Straße eine gute Figur macht. Wer mit 195 km/h über die Autobahn donnert, vergisst ganz schnell, in einem Geländewagen oder SUV zu sitzen. Der Range Rover muss sich vor keiner Mittel- oder Oberklasse verstecken. Ganz im Gegenteil: Der Wagen ist hervorragend verarbeitet, alle verbauten Materialen sind edel, praktisch und dezent platziert. Einzig und alleine der kleine Tank ist bei längeren Touren etwas lästig. Mehr als 500 Kilometer sind bei flotter Geschwindigkeit kaum drin.

Doch auch abseits der befestigten Straßen macht der Range Rover richtig viel Spaß. Wie seine größeren Brüder von Land Rover hat der Evoque das Terrain Response System an Bord. Auf der Mittelkonsole können per Tastendruck die Bodenverhältnisse (Asphalt, Schlamm, Sand und Gras/Schnee) ausgewählt werden und das System regelt automatisch die Schaltcharakteristik, Gasannahme und die Funktion des ESP.

Range Rover Evoque kann mehr als mancher Geländewagen

Der Range Rover Evoque kann mehr als viele SUV und auch mehr als manche Geländewagen. Selbst als Familienkutsche hat sich der Wagen ausgezeichnet: Hinten sitzt man einigermaßen komfortabel, der Kofferraum fasst 550 bis 1.445 Liter. Wer – wie wir – mit zwei kleinen Kindern reist, für den ist das kein Problem. Der Range Rover Evoque startet preislich bei 34.500 Euro und ist damit kein Schnäppchen. Man muss sich den SUV aus dem Hause Land Rover leisten können. Am Ende gibt es aber nur wenige Fahrzeuge in dieser Kategorie, die dem Rang Rover Evoque das Wasser reichen können.

[toggle title=”Unser Fahrzeug”]Der Range Rover Evoque HSE, den wir für unseren Roadtrip zur Verfügung gestellt bekommen haben, war ein TD4 Diesel mit 132 kW (180 PS), 4 Zylinder, 1.999 cm3 Hubraum und 9 Gang Automatikgetriebe. [/toggle]

Bilder der Tour mit dem Range Rover Evoque auf Instagram

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Hinweis: Vielen Dank an Land Rover Deutschland, die uns den Range Rover Evoque zur Verfügung gestellt haben.

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Von einer die auszog, das Chillen zu lernen

Eigentlich hatte breitengrad53.de – Autorin Tina Engler mit Beachclubs nie viel im Sinn, bis sie zufällig im „Purobeach“ in Andalusien landete – eine Art Selbstversuch… In meiner Heimat Hamburg gießt…

Eigentlich hatte breitengrad53.de – Autorin Tina Engler mit Beachclubs nie viel im Sinn, bis sie zufällig im „Purobeach“ in Andalusien landete – eine Art Selbstversuch…

In meiner Heimat Hamburg gießt es seit Tagen wie aus Eimern. Das ist an sich nichts Neues, aber beim Gedanken daran, dass der Sommer endgültig vorbei zu sein scheint, schlägt das ziemlich auf mein Gemüt. Gegen emotionale Verdunkelungsanfälle hilft bei mir nur eines: ein spontaner Kurztrip. Ich kenne mich, sommerliche Temperaturen und blaues Meer wirken Wunder. Draußen ist es schlichtweg zu grau, um zu bleiben. Ich will nicht weit fliegen, brauche Sonnengarantie und habe nur ein verlängertes Wochenende Zeit.

Spontan packe ich meine Tasche und fahre zum Flughafen. „Andalusien“ empfiehlt mir die nette Dame am Last Minute Schalter. Das klingt gut. Der wilde, ungestüme Süden Spaniens, genauer gesagt Estepona, rund 80 km von Malaga entfernt, ist mein Ziel. Marbella die internationale Jetset-Hochburg, mit ihren Luxusyachten, Edeldiscos und Designer-Boutiquen, ist gerade mal 20 Kilometer entfernt und gilt als Zufluchtsort der Schönen und Reichen. Dass ich mal freiwillig an die Costa del Sol fliege hätte ich nicht gedacht, aber manchmal muss man eben zu seinem Glück gezwungen werden.

Andalusian sky

Als ich nach 2,5 Stunden in Malaga lande, küsst mich die Sonne. Es duftet nach Rosmarin, wildem Thymian und süßlichen Bougainvillea. Grünes Hinterland und andalusische Hitze zaubern mir ein Lächeln ins Gesicht. Eine Explosion aller Sinne. Alles scheint dramatischer im tiefsten Süden. Das Licht ist intensiver, die Farben greller, karge Landschaft wechselt sich mit verschwenderischer Natur ab. Die Häuser der Dörfer sind weiß getüncht und bilden einen starken Kontrast zum tiefblauen Postkartenhimmel. Aus dem Radiolautsprecher dudeln feurige Flamenco-Rhythmen und mein Fahrer klopft den Takt dazu. Meine Laune steigt, genau genommen komme ich aus dem Strahlen gar nicht mehr raus. Während der Taxifahrt lese ich die verschiedenen Abzweigschilder, die mir irgendwie vertraut vorkommen. José, der Fahrer erzählt mir, was ich in drei Tagen machen soll. José, der Fahrer erzählt mir, in einer wilden Mischung aus englisch, spanisch und deutsch begeistert, was ich in den drei Tagen alles machen sollte, die „must do’s“ der Region sozusagen. Von Estepona aus könne ich Tagesausflüge nach Sevilla, Granada oder Tarifa unternehmen oder sogar mit der Fähre einen Abstecher ins marokkanische Tanger machen. Klingt verlockend, will ich aber nicht. Mir steht der Sinn danach, nichts zu tun und einfach ein paar relaxte Tage am Meer zu verbringen. Ich will seinen Enthusiasmus nicht bremsen. Dem Abstecher in den Hafen von Marbella, nach Puerto Banus stimme ich gern zu. Ich bin neugierig und irgendwie muss ich José ja für seine Passion als Reiseführer belohnen. Das ist ein Kompromiss. Schließlich liegt es mir fern ihn in seinem Stolz zu kränken.

Luxusyachten locken viele Touristen

Besonders die unzähligen Luxusyachten locken viele Touristen der „Sonnenküste“ in den Nobelort. Bis zu 1000 edle Boote haben hier gleichzeitig Platz. So richtig passen die Tagesbesucher, die meist mit Reisebussen von umliegenden Badeorten wie Torremolinos und Benidorm für ein paar Stunden her gefahren werden, in ihrer anscheinend nach den Kriterien bunt und praktisch ausgewählten Kleidung nicht ins edle Ambiente des Yachthafens. Sie treffen vor Ort auf die etwas feinere Fraktion, die lässig die neuesten Modelle der Louis-Vuitton- und Hermès-Kollektionen präsentiert und durch Versace-,  Armani- oder Dolce & Gabbana-Boutiquen bummelt. Maseratis, Ferraris und Bentleys werden spazieren gefahren, um in zweiter Reihe vor dem „News Cafe“, direkt an der schmalen Hafenpromenade, der Flaniermeile des Ortes, zu parken Auf der voll besetzten Terrasse funkeln sehr junge und sehr geliftete Damen mit ihren Diamant beringten Fingern mit der Sonne um die Wette. „Sehen und gesehen werden“ gilt hier noch mehr, als anderswo, ein Jahrmarkt der Eitelkeiten, ein herrliches Schauspiel für die Zaungäste, die vielleicht gern dazu gehören würden, denen jedoch der Zugang zu den oberen Zehntausend, der „High society“ verwehrt bleibt. Mir auch, zugegeben. Ich habe genug gesehen und lasse mich von José am Hotel absetzen.

Es liegt in einer weitläufigen Parkähnlichen Anlage direkt am Strand, verfügt über alle Annehmlichkeiten, die ein 5-Sterne-Hotel so mit sich bringt, ist sehr chic und hat, wie mir die junge Rezeptionistin euphorisch gleich beim Check-in erklärt, noch einen weiteren, unschlagbaren Vorteil. Fußläufig ist der hippste Beachclub von ganz Andalusien zu finden: Purobeach! Sie ist sichtlich irritiert, weil ich nicht gleich in einen Freudentaumel verfalle. Dazu muss ich vielleicht vorab etwas erklären: Eigentlich bin ich eher der Typ für den verschwiegenen Strandflecken, den man erst stundenlang suchen muss. Von dem man nicht mal weiß, ob er nur als Gerücht existiert. Für den ich mich durchs Gebüsch schlage oder sogar ein Boot miete, weil es nicht mal einen ausgetretenen Pfad dorthin gibt. Ein absoluter Geheimtipp. So geheim, dass ich ihn kaum finde und schlimmstenfalls den ganzen Tag umher irre. Mich von Moskitos zerstechen lasse und fast verdurste. Denn natürlich gibt es weit und breit keine Infrastruktur. Dafür aber eine ganze Menge andere „Abenteurer“, weil der Geheimtipp sich dann doch als nicht ganz so „top secret“ entpuppt und viele Andere vor mir im Finden etwas schneller waren. Kaum bin ich da, muss ich auch schon wieder los. Dabei kann es doch so einfach sein den perfekten Strandtag zu genießen. Beachlife heute geht anders. Schon länger. Ich habe nur etwas gebraucht, dahinter zu kommen. Gut Ding will wohl Weile haben.

Wer etwas auf sich hält, chillt im Beachclub

Wer etwas auf sich hält, geht heutzutage nicht einfach nur schwimmen oder an den Strand, sondern chillt im Beachclub. Dieser ist die Quintessenz des modernen, komfortablen Strandlebens. Ich spreche an dieser Stelle von den echten Beachclubs  mit Möwengeschrei, salziger Luft und kitzelndem Sand unter den Füßen, nicht von urbanen Oasen auf Parkdächern in Großstädten. Wahre Kosmopoliten pilgern mittlerweile von einem zum Anderen, die Fangemeinde wird immer größer und weltweit werden ständig Neue eröffnet. International  ist diese Art entspannten Müßiggangs im Vormarsch. Das „Rundum Sorglos-Paket“ für Strandhungrige- und für mich, bis zu meinem „ersten Mal“ der Inbegriff dessen, was ich nicht wollte… Die Bilder in meinem Kopf von gigantischen Magnum-Champagnerflaschen und Beinahe-Orgien im Pool verschreckten mich eher. Schließlich hatte ich diese schon zu häufig in einschlägigen Hochglanzmagazinen gesehen. Und jetzt liegt also einer dieser angesagten Orte direkt nebenan. Höchste Zeit eine für mich ganz neue Erfahrung zu machen. Diesmal siegt die Neugier.

 

Vom Meer ziehen Loungeklänge zu meiner Liege hinüber. Ich laufe am Meer entlang und nach knapp 200 Metern stehe ich dann tatsächlich vor dem Puro Beach. Schneeweiße Liegen im Bali-Style, Cabanas, in denen vier Personen locker Platz haben, orientalisch anmutende Sonnenschirme. Ein paar Palmen spenden wohltuenden Schatten. Eine leichte Brise weht, das Meer glitzert, die Wellen plätschern und die Eiswürfel im süffigen Cocktail schlagen den Takt dazu. Puro Beach ist etwas salopp gesagt, die „Mutter aller Beachclubs“. Der Wegbereiter eines vor zehn Jahren aufkommenden neuen Lifestyletrends hat, bedingt durch den großen Erfolg, mittlerweile viele Nachahmer gefunden. Jetzt, in der Nachsaison habe ich Glück und es ist leicht, eine freie Liege zu bekommen. Unaufgefordert reichen mir dienstbare Geister kalte Tücher, Wasser, frisches Obst. Statt Heerscharen feierwütiger und Champagner trinkender Touristen, wie ich es meinem Klischeebild entsprechend immer vermutete, wirken die Gäste im Alter zwischen 18 und 50 Jahren eher vollkommen tiefenentspannt.  Sie aalen sich auf ihren schneeweißen Daybeds, chillen zu relaxten Klängen von „Moby“ am- oder im 25 Meter langem  Pool und fahnden in der angrenzenden Shoppingpassage nach den neuesten Strandoutfits. Keine Magnumflaschen, kein Gekreische. Im Gegenteil. In einer Ecke findet eine Yogasession statt. „Ommmm“…  Die sanften Klänge Mobys vermischen sich mit den Stimmen der Yogis und dem Rauschen des Meeres.

Musik spielt ohnehin eine große Rolle im Purobeach. DJ’s stehen Tag und Nacht live an den Reglern, um je nach Uhrzeit, die passende Musik zu spielen.  Vormittags werden ruhige, fast schon meditative  Töne angeschlagen, der Nachmittag ist in softe Lounge-Sounds eingehüllt und ab dem Sonnenuntergang wird feinster Elektropop und House gespielt.  Nach dem Dinner drehen die DJs die Regler am Mischpult höher. Partytime. Weil ich ein wenig Puro  mit nach Hause nehmen möchte, um mich in grauen Herbsttagen zumindest mental an diesen Ort zurück zu beamen, erstehe ich die „Purobeach CD, mittlerweile schon die 11. Ausgabe. Entspanntes Lebensgefühl zum kaufen.  „Instant happiness“ sozusagen.

Das „Purobeach“ ist lässig und ein Hotspot für urbane Nomaden aus aller Welt. Da reihe ich mich doch gerne mit ein. Ein bisschen kosmopolitisch, mit internationalem Flair. Der Dresscode:  viel weiß, Bohemian-Hippie-Style. Unaufgeregt, chic – ein Hauch von St.Tropez. Kein Chi Chi, wenig Glitzer, eher pur, „puro“, der Name ist Programm.

 

Estepona BeachDer lässige Club ist nicht nur ein edler Hangout für Stilbewusste. Dahinter steht ein erfolgreiches  Imperium. Eine spanische Lifestyle-Marke, die mit viel Herzblut und Leidenschaft zum Leben erwachte und bis heute weltweit immer weiter expandiert.

Der erste „Purobeach“ wurde vom schwedischen Unternehmer Mats Wahlström bereits 2005 auf Mallorca eröffnet, fast zeitgleich zum stylishen Boutique-Hotel „Puro“ in Palmas Altstadt. Marbella öffnete 2006 als zweiter Club in Spanien seine Tore. Ende Mai dieses Jahres wurde das große Opening der „Urban Oasis“ inmitten von Barcelona gefeiert,. Längst schon ist Puro Beach in vielen anderen Ländern vertreten, u.a. in Dubai, in Italien und am Schwarzen Meer in Rumänien. Noch in diesem Jahr wird ein weiterer „Purobeach“ in Dubai seine Pforten öffnen, zwei werden demnächst in Ägypten eröffnet.

Tagsüber relaxen, abends Party.  Die nächsten Tage pilgere ich immer wieder in meine neu entdeckte Oase und auch wenn es mir anfangs, wahrscheinlich aus Imagegründen schwerfällt, mir das einzugestehen, entwickle ich mich innerhalb kürzester Zeit zum echten Beachclub-Fan. Für die, im wahrsten Sinne des Wortes „Liege-Gebühr“, bekomme ich eine Menge geboten. Frühmorgens geht es los mit Yogakursen, Meditation oder Tai-Chi. Mittags gönne ich mir eine Massage im angeschlossenen Spa. Perfekte Tage am Meer. Ein Lebensgefühl, nicht nur ein idealer Ort zum Sein. Auch verhungern muss ich hier nicht. Zwei Restaurants sorgen mit einer spannenden Fusionküche aus Miami, Marokko und Melbourne für Abhilfe. Tag und Nacht werden leckere Snacks, Salate und Sushi serviert. Die Klassiker sind der „Puro Burger“ und das Kobe-Beef-Carpaccio, das absolutes Suchtpotential in sich trägt. Zudem gibt es sündige Desserts und Smoothies zum Niederknien. Am Nachbartisch stapeln sich die gegrillten Lobster und der Champagner fließt. Ein bisschen Wahres liegt eben in jedem Klischee.

Einsamkeit vor spektakulärer Naturszenerie

Bevor es zum Flughafen zurück geht, will ich das pure Andalusien noch mal auf mich wirken lassen. José, der mich auch wieder vom Hotel abholt, weiß dafür den perfekten Ort. Eine gute Stunde vom beschaulichen Fischerort Estepona entfernt, liegt oberhalb von Zahara de la Sierra ein maurisches Kastell. Statt Chillout-Rhythmen der Luxus der Stille. Nur ein paar Menschen haben sich hierher, in die Provinz von Cadiz, verirrt. Einsamkeit vor spektakulärer Naturszenerie. Wie ein Adlerhorst klebt das schneeweiße Dorf am Hang. In allen Blaustufen ergießt sich der See unter mir, frische Bergluft in 500 Metern Höhe und eine malerische Komposition aus dem leuchtenden Gelb des Ginsters, dem satten Grün der Ölbäume und den bizarren Strukturen der Feigenkakteen öffnen alle Sinne. Ziegen blöken in der Nähe, ein Glöckchen rasselt, ich höre den Flügelschlag eines Adlers. Ein Hirte kommt mit seinem Maultier vorbei. Chillout auf andalusische Art. Egal ob im „Purobeach“ am Strand, oder hier ein paar Tage wirken Wunder gegen aufkommenden Herbstblues.

Infos Purobeach: Daybeds, je nach Lage und Saison zwischen 25 und 50 Euro. „Nomad Beds“ für bis zu 4 Personen zwischen 70 und 250 Euro. Im Preis inklusive sind Handtücher, frische Früchte, ein Smoothie, Wasser und After Sun Lotion. Einem Selfie-Post auf den Liegen steht nichts im Wege: WiFi ist in allen Purobeach-Clubs kostenlos.

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Hinweis: Die Reise fand auf freundliche Einladung des Purobeach und des Kemoinski Hotel Bahia Estepona statt.

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Tina’s Nacht in Hamburgs Speicherstadt

Das neue 4-Sterne Hotel AMERON Speicherstadt Hamburg, ist das einzige Hotel in dem historischen Lagerhausviertel im Herzen Hamburgs. Reiseautorin Tina Engler blieb dort über Nacht und begab sich auf eine…

Das neue 4-Sterne Hotel AMERON Speicherstadt Hamburg, ist das einzige Hotel in dem historischen Lagerhausviertel im Herzen Hamburgs. Reiseautorin Tina Engler blieb dort über Nacht und begab sich auf eine Zeitreise zwischen 60-er Jahren und Moderne…

Als Kind hatte ich einen Traum: Ich wollte, als echte Hamburger Deern, unbedingt in der Speicherstadt wohnen, dort, wo es damals noch nach Kaffee und Tee roch, sich Brücken über die Elbarme spannten und ich das Gefühl hatte, um Jahrhunderte zurück versetzt zu sein, wenn ich durch die Kopfsteingepflasterten Straßen lief.

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Blick auf das Hotel AMERON Hotel Speicherstadt in Hamburg. (Foto: Ameron)

Dream on…

Manchmal muss man einfach nur ganz fest an seinen Traum glauben, dann wird er wahr. Es hat zugegeben ein paar Jahrzehnte gedauert, aber das Warten hat sich gelohnt. Ich gönne mir eine Nacht im einzigen und vor Kurzem eröffneten Hotel des denkmalgeschützten Viertels, dem „AMERON Hotel Speicherstadt“ und meine Kindheitserinnerungen werden wieder lebendig. Mehr Hamburg geht nicht. Mittendrin in der Jahrhundertealten Speicherstadt, vis a vis der neuen Hafencity. Ein sehr besonderes und ungewohntes Gefühl, zu Gast in der eigenen Stadt zu sein und für 24 Stunden Tourist zu spielen. Altbekanntes und Vertrautes wird plötzlich spannend. Neugierig öffnen sich alle meine Sinne.

Speicherstadt Hamburg

Immer wieder ein Besuch wert: Die Speicherstadt in Hamburg.

Nostalgische Moderne

Seit Anfang September hat das AMERON Hotel Speicherstadt seine Pforten für Besucher geöffnet und ist jetzt schon Sehnsuchtsort vieler internationaler Gäste. 192 Zimmer und Suiten stehen zur Verfügung. Wer eincheckt, wählt je nach Vorliebe den Blick auf die moderne Hafencity oder auf die historische Speicherstadt. Nostalgiefeeling auch in den Zimmern. Contemporary und zeitgenössisches Design treffen auf den Stil der 50-er/ 60-er Jahre. Parkettböden, viel Holz, Glas, Granit und warme Farben dominieren. Ein sehr stylishes und chices Ambiente, dabei aber so gemütlich, dass es mir schwer fällt, mein Zimmer im sechsten Stock überhaupt zu verlassen, um die nähere Umgebung zu erkunden. Der Standort ist ideal, Hamburg leicht zu Fuß zu erlaufen. Nur gute zehn Minuten sind es bis zur Außenalster und zur edlen Einkaufsmeile Jungfernstieg, 15 Minuten zu den Landungsbrücken, ebenso kurz ist der Fußmarsch zum Hamburger Hauptbahnhof und für weitere Strecken bieten sich die hauseigenen Fahrräder an.

Kindheitserinnerungen

Mein Zuhause auf Zeit, zeigt sich pur und wie es sich für die Hafenstadt gehört, ohne Chi Chi. Hanseatisches Understatement im ehemaligen Bürogebäude aus den 50-er Jahren, einem Denkmal geschütztem Haus, das in den letzten zwei Jahren Luxus saniert und zu einem edlen 4-Sterne-Hotel umfunktioniert wurde. Elegant und modern, mit viel Liebe zum Detail und von lässiger, unprätentiöser Atmosphäre geprägt. Die Mischung aus historischer Architektur und einem modernen, internationalen Design-Hotel ist für Hamburg neu. Ein echter Wohlfühlort und mein Eckzimmer, mit Blick auf Fleet, St. Katharinenkirche und den Fernsehturm, bietet mit rund 34 qm viel Platz zum sein. Das schwarze Wählscheibentelefon funktioniert zwar zeitgemäß auf Tastendruck, lässt mich aber gleich wieder in Kindheitserinnerungen schwelgen. So eines hatten wir nämlich auch mal, manuell versteht sich.

Die eher einem sehr großzügigen Wohnzimmer nachempfundene Lobby ist in dunklen, warmen Farben gehalten. Sitzkojen, Sessel, Wand und Lichtelemente sind klar und pur von der Formgebung. Anleihen an die alte Hansezeit, sind auf moderne Weise interpretiert. Eine kleine Library lädt zum Verweilen ein. Coffeetable-Books liegen bereit, maritime Fotobände, Kunstbände aus aller Welt. Ein besonderer Schwerpunkt im AMERON wird auf die Kunst gelegt. Überall im Haus, finden sich spannende Exponate aus dem Internationalen Maritimen Museum Hamburg, riesige Wandfotos und Gemälde, wechselnde Ausstellungen internationaler Künstler sind geplant. Laut Generalmanager Michael Lutz, soll das Kunstkonzept eine Geschichte erzählen, die auf den Ort und die Historie eingeht. Spielerisch interpretiert. Erlaubt ist, was gefällt.

Von der Bar im Erdgeschoss mit großzügigen Sitznischen auf Emporen und einer Außenterrasse, blicke ich beim Rumtasting (der Barkeeper ist spezialisiert auf Rum) über die Bauten und Kanäle der Speicherstadt. Hier spielte sich im vergangenen Jahrhundert der internationale Gewürz- und Kaffeehandel ab, die umliegenden Speicherhäuser, die mittlerweile zumeist als chice Büros oder Showrooms genutzt werden, verströmen noch den Hauch der alten Zeit.

Vitality Spa Ameron Hamburg

Spa mit Traumblick

Surreale Szenerie der Superlative

Früher bin ich oft hierher gepilgert, um Touristin zu spielen, damals war ich ungefähr zehn Jahre alt. „Bewaffnet“ mit Stadtplan, Kamera und Fernglas, habe ich jeden Winkel meiner Heimatstadt erkundet. Auf meinen Spuren der Vergangenheit ziehe ich los und entdecke dabei ganz viel Neues. Wohl kaum ein anderer Stadtteil der Hansestadt hat sich so sehr verändert, wie das riesige Hafengebiet. Rund 26 Hektar umfasst der gigantische Lagerhauskomplex und ist damit der weltgrößte seiner Art. Futuristische Neubauten entstehen allerorts. Vom 7. Stock des Hauses, in dem auch die Suiten untergebracht sind, schweift der Blick vom Wellnessbereich, mit Dachterrasse und Fitnessraum bis hin zur Elbphilharmonie. Vom Hafen tönen Schiffshupen dumpf zu mir herüber. Chice Geschäfte haben sich direkt gegenüber dem Hotel angesiedelt. Boutiquen und Galerien, wechseln sich mit Cafes und Restaurants ab. Weiter runter die Straße geht es im dämmernden Abendlicht an die Magellanterrassen. Ein Stimmen-Wirr-Warr aller Kontinente zieht sich über die lang gestreckte Elbuferpromenade. Noch jetzt im Herbst, sind alle Terrassencafes besetzt, in Wolldecken eingekuschelt warten Touristen aus aller Welt und ich, die Hamburgerin, die auf Touristin mimt, auf den Sonnenuntergang. Vom Farbspiel her eine fast surreale Szenerie, wie gemalt. In schönsten Rot- und Orangetönen wird die Elbe in sanftes Licht getaucht. Mein Heimathafen, den ich plötzlich wieder mit ganz anderen Augen betrachte. Ich verstehe die Begeisterung der Gäste um mich herum und bin selbst ganz beseelt in diesem Augenblick. Als Gast in der eigenen Stadt nehme ich Alltägliches plötzlich ganz anders wahr.

Eldorado für Freunde italienischer Küche

Die frische Brise, die vom Fluss herüber weht, macht Hunger. Natürlich beherbergt das AMERON Hotel Speicherstadt auch ein hauseigenes Restaurant, das über eine historische Eisenbrücke zu erreichen ist. Vorbei an der ehemaligen “Kaffeebörse”, in der früher eifrig gehandelt wurde und die jetzt als Börsensaal für Events mit bis zu 200 Gästen dient, führt mein Weg in das Restaurant „cantinetta ristorante & bar“. Untergebracht, ist es im einzigen Neubauelement des Hauses. Durch die Panoramafenster biete sich mir ein fantastischer Blick auf das Brooksfleet, während ich genüsslich mein Steinpilz-Risotto esse. Alle Speisen werden in der offenen Showküche vorbereitet, wer will, hat als Gast den Werdegang seiner Speisen klar im Blick. Ehrliche, italienische Küche, inspiriert von den Köchen der Althoff-Hotels, zu deren Hotelkollektion neben den AMERON Hotels, auch das legendäre Schloss Bensberg in der Nähe von Köln zählt. Auf der Speisekarte ist authentische Küche zu finden, der Schwerpunkt liegt auf leckerer Pasta, frischen Salaten und Focaccia-Spezialitäten, natürlich ergänzt mit Tagesgerichten, je nachdem, was der Markt gerade hergibt. Die Zutaten für die landestypischen Gerichte der „cucina casalinga“ werden ausschließlich aus der Region- oder direkt aus Italien bezogen. Schon jetzt hat sich das Ristorante zu einem beliebten Lunch-Treff für Hamburger entwickelt, denn es werden auch preisgünstige Mittagsgerichte angeboten, die bei den Angestellten umliegender Agenturen und Büros auf positives Feedback stoßen. Kein Wunder, denn das AMERON Hotel Speicherstadt ist eine der schönsten Adressen der Stadt und hat groß Chancen, auch bei den Locals zum „place to be“ zu avancieren. Um wieder zu kommen, brauche ich diesmal also nicht wieder Jahrzehnte warten!

Hinweis: Die Produktion erfolgte mit freundlicher Unterstützung der Althoff-Hotelgruppe und dem AMERON Speicherstadt Hamburg.

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Pippi goes Design – Eine sommerliche Entdeckungsreise durch Småland

Es riecht nach Pilzen, feuchtem Moos, frischen Beeren und Nadelwald. Märchenwelt! Und irgendwie kommt mir das hier alles sehr vertraut vor. Die Geschichten von Astrid Lindgren scheinen plötzlich real und…

Es riecht nach Pilzen, feuchtem Moos, frischen Beeren und Nadelwald. Märchenwelt! Und irgendwie kommt mir das hier alles sehr vertraut vor. Die Geschichten von Astrid Lindgren scheinen plötzlich real und das Lebensgefühl, was ihre Bücher widerspiegeln, mit nicht Ende wollenden,  hellen Sommernächten voller Unbeschwertheit und Freiheit, ist überall spürbar.

Entschleunigung im Pippi-Land

Durch die Region Småland zu reisen, bedeutet für mich Reisen im klassischen Sinne. Entschleunigung. Ich reduziere das Tempo automatisch, weil ich nichts verpassen will und mich nicht satt sehen kann, an dieser Bilderbuch-Idylle. Ich halte immer wieder an, weil ich von der Szenerie die sich mir bietet, fast benommen bin. Gefühlt jeden zweiten Kilometer, passiere ich einen See. Kein Wunder, denn hier im tiefsten Südschweden, gibt es über 5000 davon. Glasklar und eingebettet in pure Natur. Diese Weite, flaches Land, mit überbordender Natur, fast surreal, wie auf einem Gemälde. Das Licht, die Farben, im ständigen Wechsel zwischen Blau und Grün, dazwischen üppige Sonnenblumenfelder, greller Klatschmohn und als Akzente die kleinen knallroten Holzhäuser, die „Stugas“. Typisch skandinavische Sommerhäuser, klassisch, mit weißen Fensterläden und Fahnenmast vor der Tür. An manchen Tagen fahre ich endlos lange mit meinem Auto, ohne einem Menschen zu begegnen. Und wenn ich dann doch einen treffe, etwa in einem Cafe am Straßenrand, das mich schon von weitem mit dem Duft frisch gebackener Waffeln lockt, dann sind die Einheimischen so Tiefen entspannt und fröhlich, dass ich mich unweigerlich frage, ob in dieser reinen, unverbrauchten Luft pure Endorphine mit enthalten sind. Vielleicht sind diese auch im Essen zu finden? Bio ist hier an der Tagesordnung, fast alles, was in den Restaurants und Gasthöfen auf den Teller kommt, stammt aus lokalem Anbau. Kulinarisch hat das Land übrigens weitaus mehr zu bieten, als die bekannten „Köttbullar“ oder Lachs in allen Varianten. Die jungen Köche sind ausgesprochen experimentierfreudig und „Organic Food“ steht (fast) überall auf der Speisekarte.

Zuckerstangen aus Schweden

Die Qual der Wahl: Rund 100 Sorten “Polkagrisar” werden hergestellt.

Zeitmaschine

Schweden, bietet viel Platz zum Sein und  Småland, das „kleine Land“, entspricht jedem skandinavischen Klischee. Die einsame Wildnis teilt sich der Besucher mit ein paar imposanten Elchen, die vornehmlich in der Dämmerung als natürliche Roadblocks fungieren – und beschauliche Orte, wie Gränna, die Hauptstadt der Zuckerbäcker, deren sündig-leckere „Polkagriskokeri“ (Zuckerstangen) weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt sind- oder Mariannenlund, Heimat von Astrid Lindgrens kindlichen Protagonisten Michel aus Lönneberga, verströmen ein herrlich nostalgisches Flair. Sie wirken, als wären sie liebevoll dekorierte Filmsets, sind aber real. Ähnlich, sieht es auch in der kleinen Stadt Eksjö aus, deren bunte, windschiefe Holzhäuschen zum Teil noch aus dem 16. Jahrhundert stammen. Während ich über die engen, Kopfsteingepflasterten Gassen laufe, fühle ich mich, als wäre ich in eine Zeitmaschine geraten. Dazu passen auch die prächtigen Herrenhäuser, „Herregård“ , auf riesigen, Parkähnlichen Anwesen, die am Wegesrand versteckt hinter prächtigen Hecken liegen und heutzutage oftmals  zu charmanten „Bed & Breakfasts“ (besonders schön: www.grimsnas.se) umfunktioniert wurden und im weißen, skandinavischen Stil, mit viel Holz und Glas eingerichtet sind. Mehr Schweden geht dann auch beim Träumen nicht.

Mehr Schweden geht nicht: Jönköping am Vättern-See

Place to be: Die Uferpromenade in Jönköping am Vättern-See

Phantasie und Realität „in the mix“

“Alle großen Dinge”, sagte die bekannte Kinderbuchautorin Astrid Lindgren einmal, “passieren zuerst in der Phantasie eines Menschen”. Und jetzt bin ich mittendrin, in der Welt meiner Kindheitsträume. So habe ich mir Bullerbü immer vorgestellt… oder auch Lönneberga… Ortsschilder verweisen auf die Plätze, die mir vom Namen her schon Jahrzehnte so vertraut sind. Es würde mich nicht überraschen, wenn Pippi Langstrumpf, mit ihren lustig wippenden, roten Zöpfen gleich um die Ecke biegen würde- oder Ronja Räubertochter. Starke Frauenpersönlichkeiten, die Vorreiter waren für den Feminismus und die auch heute noch Groß und Klein faszinieren. Unabhängig, freigeistig, unkonventionell, etwas verrückt… eigentlich eine gute Mischung, um durchs Leben zu kommen.

Es passiert mir dann auch tatsächlich, dass ich fast über die leibhaftige Pippi stolpere. Als Teil einer Gesamtinszenierung. Mit dem Freizeitpark „Astrid Lindgrens Welt“, haben drei Familien des Städtchens Vimmerby schon 1981 der berühmtesten Tochter ihres Städtchens ein lebendiges Denkmal gesetzt. Im größten Freizeitpark Schwedens taucht man live in die Geschichten von Astrid Lindgren ein.  Behutsam und so gar nicht amerikanisiert, sind die Kulissen ihrer Romane in ein riesiges Naturareal integriert  Ich laufe durch die „Krachmacherstrasse“, besuche die Räuber auf der „Mattisburg“ und mache einen Abstecher nach Bullerbü. Achtzig junge Schauspieler inszenieren täglich aufs Neue die Geschichten von Karlsson vom Dach, Pippi Langstrumpf und all den anderen Kinderhelden. Die Bühne ist da, wo sie sich gerade befinden, egal ob auf dem Piratenschiff, vor der Villa Kunterbunt oder einfach mitten im Gelände.  Nach ein paar Stunden verlasse ich ganz beseelt das Märchendorf und fahre auf der Rückfahrt noch im „Barnfilmbyn“ vorbei. Hier in der Umgebung, wurden die meisten der Astrid Lindgren Filme gedreht und in den Ausstellungsräumen des Kinderfilm-Zentrums tauche ich, anhand vieler Requisiten und alter Fotos, in die Entstehung der Filme ein.

Auf ins Glasreich…

Um noch mal mit den Worten der Grand-Dame der skandinavischen Literaturszene zu sprechen: „Ich wohne in dem schönsten Land der Welt … Hier gibt es alles, vom Lichten und Lächelnden bis zum Dunklen und Ernsten, oft auf die bezauberndste Weise gemischt”. Wie Recht sie hat, denke ich, während ich mich von Vimmerby aus in Richtung „Glasriket“ dem Glasreich, der Region, in der schon seit Jahrhunderten Glasbläser außergewöhnliches Design entwerfen, aufmache. Vorbei an tiefen Wäldern, unberührter Wildnis und durch Dörfer, die aussehen, als wären sie die Vorlagen für Puppenstuben, fahre ich nach Kosta. Gelassen zieht i die Landschaft an mir vorbei. Keine Hektik, nur Ruhe und Einsamkeit.

Glasblaeserei in Smaland

Weltberühmt: Glasbläserei in Smaland. (Foto: Tina Stafrén/imagebank.sweden.se)

Im Landesinneren wirkt das Land unendlich weit. Knapp 720.000 Einwohner teilen sich eine Fläche von rund 29.400 Quadratkilometern. Sie sind nicht nur naturverbunden, sondern haben von Kindheit an ein starkes Bewusstsein für Naturschutz. Schweden vergessen nicht, dass sie der Natur ihren Wohlstand verdanken. Wasserkraft aus den reißenden Flüssen des Nordens, Holz und Bodenschätze wie Silber, Eisenerz und Kupfer haben das Land einst reich gemacht. Davon profitieren sie heute noch. Das „Glasreich“ mit seiner unnachahmlichen Designkunst und den vielen Glashütten und Studios,  wurde Gerüchteweise schon häufig als untergegangen eingestuft. Zu Unrecht, denn in den letzten Jahren sind viele der Hütten, wie Boda Glasbruk oder Orrefors, reanimiert worden. Die Region ist lebendiger, denn je.  Wer sich etwas ganz Besonderes gönnen will, bucht sich im „Kosta Boda Art Hotel“ ein. Bei einem Tauchgang im Indoor-Pool des künstlerisch ambitionierten Design-Hotels lässt sich unter Wasser eine wechselnde Kunstausstellung mit verschiedensten Exponaten der benachbarten Kosta Boda-Glashütte entdecken. Wer nicht ins SPA möchte, bestellt sich einen Drink in der „Glass Bar“ der extravaganten Bleibe. Sie ist komplett in blaues Glas gefasst und Gäste werden Teil des Gesamtkunstwerkes.  Auch auf den Zimmern findet sich ungewöhnliche Glaskunst. Diese kann bei Gefallen auch gleich im Hotel-Shop erstanden werden. Weil hier noch diverse andere Glasmanufakturen ihre Outletstores haben, ist der kleine Ort Kosta das Eldorado für Designfans schlechthin. Mir gefällt ganz besonders das schlichte Design von „Orrefors“, für das auch Modezar Karl Lagerfeld eine exklusive Trinkglas-Edition kreiert hat. In Kosta wurde auch die erste Glashütte Smålands eröffnet. Das war bereits 1742!

Rote Häuserzeile in Eksjö in Schweden

Filmkulisse: Das Städtchen Eksjö mit seinen Holzhäusern.

Eksjoe bei Nacht

Eksjö bei Nacht. (Foto: Göran Assner/imagebank.sweden.se)

next generation…

Heute ist es eine ganz neue Generation, die sich um den Erhalt des alten Handwerks kümmert. Eine davon ist die heute 39-jährige Geschäftsführerin der „Glass Factory“ in Emmaboda, Maia Heuer. Seit sie drei Jahre alt ist, ist sie von Glas fasziniert. Ihr Onkel gilt als einer der größten Glassammler der Welt und so entdeckte sie früh ihre Liebe zum Kristall. Die gebürtige Lübeckerin machte ihr Hobby zum Beruf und landete in Schweden.  Suchte Sponsoren und hauchte der brach liegenden „Glass Factory“ neues Leben ein. Heute ist der Ort ein lebendiges Museum, mit ständig wechselnden, internationalen Ausstellungen, Live-Ateliers und eine Begegnungsstätte internationaler Glaskünstler in einem. Es werden Workshops zu verschiedensten Themen abgehalten und natürlich kann man den Glasbläsern bei der Arbeit zuschauen. Rund um Emmaboda lohnt es sich, den kleinen Hinweisschildern am Straßenrand zu folgen, die zu weiteren Werkstätten führen. Besonders idyllisch liegt „Transjö hytta“.

Chillig: Feierabend auf schwedische Art (Jönköping)

Chillig: Feierabend auf schwedische Art (Jönköping)

Außergewöhnliche Exponate schwedischer Glaskunst sind in ganz Småland zu finden. Beeindruckend ist der Glasaltar der Domkirche des quirligen Studentenstädchens Växjö. In mehrjähriger Arbeit hat der „grand old man“ der schwedischen Designszene, der Glaskünstler Bertil Vallien, den 5 Meter hohen und 4 Meter breiten Glasaltar zusammen mit der Glashütte in Åfors geschaffen. Pures Glas, in dem sich das Licht durch Millionen kleinster Kristalle bricht. Växjö ist jedoch nicht nur zentraler Mittelpunkt des „Glasriket“ und die „grünste Stadt Europas“ sondern auch ein Sehnsuchtsort für Genussmenschen wie mich. Schönster Platz zum sein: Das erste Gastro und Designhotel Schwedens, das „PM & Vänner“, mit verglastem Pool auf der chilligen Dachterrasse, Loft ähnlichen Zimmern und kulinarischen Hochgenüssen, im gleichnamigen Restaurant. Es wurde erst kürzlich zu einem der neun besten Restaurants Schwedens gewählt und der Mittagstisch ist mit ca. 12 Euro für das Hauptgericht nahezu entwaffnend günstig. Womit es an dieser Stelle gilt, ein Vorurteil auszuräumen: Die Preise für Gastronomie und Übernachtungen sind keinesfalls überteuert, sondern den hiesigen Preisen sehr ähnlich, so ist ein Urlaub in Skandinavien mittlerweile, Euro sei Dank, erschwinglich.

Die Kalorien vom Lunch trainiere ich mir gleich auf einer Radtour um den vom schattigen Grün umgebenen Växjö-See ab. Er liegt mitten in der Stadt und nach einer für Schweden typischen Kaffeepause, der für Schweden unumgänglichen „Fika“, mache ich einen Abstecher in den „Linné-Garten“ am Ufer. Ein Ort, der mit seinem fast Zen-artigen Charakter herrlich entspannend ist. Eine Oase, in der sich Studenten zum lernen zurück ziehen, Liebespaare auf den Bänken knutschen und Ruhe suchende Menschen wie ich einfach nur verweilen, gebannt von der Schönheit der Blüten und Pflanzen, die mich umgeben. Bereits im 18. Jahrhundert beschäftigte sich Namensgeber Carl von Linné mit der Katalogisierung von Pflanzen und Tieren und wurde damit international berühmt.  Viele Gärten und Parks in der Region sind „Mr. Flower Power“, wie er liebevoll im Volksmund genannt wird, gewidmet. Universitäten wurden nach ihm benannt und jede Stadt, die in Schweden was auf sich hält, hat sicher einen „Linnégatan“.

Naschkatzen-Hochburg: Die Bonbonstadt Gränna.

Naschkatzen-Hochburg: Die Bonbonstadt Gränna.

Möbel für alle

Am nächsten Tag stolpere ich, auf den Spuren eines weiteren großen Visionärs aus dem kleinen Småland, schon wieder über ihn. Im Kulturreservat „Linnés Rashuit“, dem ehemaligen Bauernhof des Botanikers und Biologen, halte ich zum vegetarischen Lunchbüffet und sitze unter schattigen Obstbäumen im Garten. Um mich herum nichts als Blütenmeer und jungfräuliche Wiesen und Felder. Nicht von dieser Welt, erscheint mir dieser Platz, so schön und friedlich ist es hier. Inspirierend. Diese unverbrauchte Szenerie  scheint auf jeden Fall den Geist zu beflügeln und Impulse für kreative Denkansätze  zu geben.  Unweit dieser Traumkulisse entstand auch die Idee für ein Familien-Möbelunternehmen, das heute Weltruf genießt: IKEA! Ingvar Kamprad, der Gründer, wollte chices Möbeldesign erschwinglich machen. Seine Vision lautete „Einen besseren Alltag für viele Menschen machen“. Seinen ersten Shop startete er bereits 1958 im heimischen Almhuit. Dort steht heute das IKEA-Hotel und das Museum, was mit der Ausstellung „IKEA im Laufe der Zeit“ einen amüsanten Einblick in die Geschichte des Erfolgskonzeptes und die Wohnwelten der vergangenen Jahrzehnte seit Gründung gibt. Verblüffend, wie viele IKEA-Klassiker auch heute noch aktuell sind. Wohl jeder hat ein kleines Stück Schweden zuhause – natürlich. Viele haben sicher auch a „touch of Småland“ im Garten. Nach der vielschichtig aufgestellten Fabrik „Husquarna“, die von Rasenmäher, über Motorräder bis hin zu Kettensägen das ganze Sortiment von Motorgeräten abdeckt, wurde sogar eine ganze Stadt benannt. Huskvarna liegt nur 15 km von Jönköping entfernt. Hier verbringe ich meinen letzten Tag am Vättern-See, bevor es per Charterflug direkt nach Hamburg zurück geht. Aller Stress ist von mir gewichen, der Alltag ganz weit weg. Danke Pippi, relaxter war ich nach einer Woche Urlaub noch nie. Einfach Märchenhaft!

Die Reise erfolgte auf Einladung von Smålands Turism und Destination Småland.

Titelfoto: Tina Stafrén/imagebank.sweden.se

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Rhodos: Geheimtipp mitten in der Eurokrise

[dropcapss]H[/dropcapss]ier riecht es gut! Ein bisschen nach Tannen und nach Kräutern der Provence.” Meine ersten Worte auf der Insel Rhodos kurz nach der Landung auf dem Flughafen Diagoras lassen meinen…

[dropcapss]H[/dropcapss]ier riecht es gut! Ein bisschen nach Tannen und nach Kräutern der Provence.” Meine ersten Worte auf der Insel Rhodos kurz nach der Landung auf dem Flughafen Diagoras lassen meinen Gastgeber schmunzeln: “Das sagt fast jeder, der das erste Mal hier ist. Rhodos hat ein eigenes Aroma. Würzig, frisch, mit einer Prise Salz.”

Lahania - Blick aufs Meer

Sehnsuchtsort Lahania im Süden der Insel mit Blick aufs Meer

Beitrag von Anja SteinbuchGeorg Petras ist ein Sohn der Insel. Der Deutsch-Grieche ist zwar in Stuttgart aufgewachsen, aber sein Herz schlägt hier auf diesem Eiland, das einst der Sonnengott Helios als Geschenk aus den Händen Zeus’ erhielt. 300 Sonnentage im Jahr versprechen Petras und die Reiseveranstalter. Flink brausen wir in knapp 20 Minuten vom Flughafen ins Hotel nach Rhodos-Stadt. Hier wohnt die Hälfte der Insulaner – im Norden des knapp 90 Kilometer langen und 45 Kilometer breiten Eilands. Geschäftiges Treiben auf den Straßen, volle Taxistände, erleuchtete Geschäfte, Restaurants und Cafés sind gut besucht. Auf meine Frage nach der Krise antwortet Petras: “Auf Rhodos hat die Wirtschaftskrise nur wenige wirklich hart getroffen. Weder Tourismus noch Immobilienmarkt haben massive Einbrüche erlitten, als 2010 der Staatsbankrott ausgerufen wurde.”

“Ola kala!” Das heißt soviel wie “alles in Ordnung”. Ja wirklich?

Der Beweis: Mitten in der Rezession hat Petras ein Büro des Maklerunternehmens Engel & Völkers in Rhodos Stadt eröffnet und sich als Franchisenehmer finanziell ins Zeug gelegt. “Viele haben mich damals für verrückt erklärt”, erinnert sich Petras. 2012 kam dann die Regierungskrise, Neuwahlen, Unsicherheit. Keiner wollte Häuser kaufen. Heute klingelt sein Telefon Sturm. Ein Ehepaar aus Süddeutschland bezieht gerade ein Ferienhaus im Süden der Insel. Ein Möbeldesigner aus England hat im Januar eine Villa in Lindos für drei Millionen Euro gekauft. Die Geschäfte laufen gut im Frühjahr 2014. “Das liegt an den gesunden Strukturen auf der Insel”, erklärt Petras. Fast alle Hotels sind in Besitz von griechischen Familien, das heißt, das Geld bleibt hier und der Immobilienmarkt ist nicht durch Investment-Blasen wie in Spanien zerstört worden.

Im Hotel Mediterranean mit Strand- und Meerblick spricht man Griechisch, Englisch und Hebräisch. Zwischen vielen griechischen Gästen sitzen ein paar wetterfest gekleidete Deutsche neben einer Reihe israelischer Familiengesellschaften im Frühstücksraum. Draußen peitschen schäumend Wellen an den weißen Strand. Die israelischen Charterflieger sind die ersten, die im Frühjahr auf Rhodos landen. Dann kommen die Engländer und ab Ostern auch die Deutschen. Von allen großen Flughäfen kann man dann direkt auf die Insel fliegen. In vier Stunden ist man von Deutschland aus da.

Ein Sonnenaufgang weckt mich am ersten Morgen

Ein Sonnenaufgang wie von Helios geschaffen, weckt mich am ersten Morgen. Sieben Uhr – und im Meer plantschen…. Engländer. Sie schwimmen bei 16 Grad Wassertemperatur. Die Luft ist ähnlich warm und weich und würzig. So richtig zum tief einatmen.

Haus auf Rhodos für 50 Cent

Ein Haus auf Rhodos für 50 Cent

Mein erster Stadtrundgang führt mich zum Hafen. Hier soll der Koloss von Rhodos – eine 300 Meter hohe Bronzestatue in der Antike gestanden haben, bis ein Erdbeben das Abbild Helios’ straucheln lies. Historiker bezweifeln das inzwischen und vermuten den einstigen Standort der kolossalen Standbildes eher weiter oben in der Altstadt. Zwei viel zu kleine Hirsche, das Wahrzeichen der Insel, zieren heute auf zwei mächtigen Säulen die Hafeneinfahrt. Hier legen in der Saison die Kreuzfahrer an. Wenn man vom Mandraki-Hafen aus in die Altstadt (UNESCO Weltkulturerbe) geht, stößt man ziemlich schnell auf der rechten Seite auf die Ritterstraße. Im 14. und 15. Jahrhundert hatten die Ordensritter zu beiden Seiten der Gasse die Herbergen für die einzelnen Landsmannschaften. Mehrere der Häuser tragen noch die steinernen Wappen der Landsmannschaften und der verschiedenen Großmeister. In dieser Gasse befindet sich außerdem das Ordenshospital. Hinter dem zweiten Bogen, der die Gasse überspannt, endet die Ritterstraße und man befindet sich auf dem Kleoboulos-Platz. Zur rechten Seite befindet sich dann der Durchgang zum Großmeisterpalast. Dieses Gebäude wurde von den Italienern während der Besatzungszeit vollständig neu aufgebaut, da der ursprüngliche Bau aus dem 14. Jahrhundert einer gewaltigen Explosion im Jahre 1856 zum Opfer fiel (ein vergessenes Pulvermagazin flog in die Luft). Über 800 Menschen kamen dabei ums Leben. Die Außenmauern entsprechen noch dem mittelalterlichen Stil, innen wurde aber nicht viel Wert auf einen originalgetreuen Nachbau gelegt. Ein Besuch lohnt trotzdem, denn es gibt viele Bodenmosaike (hauptsächlich von der Insel Kos) zu bewundern.

Eine griechisch-orthodoxe Hochzeit empfängt mich auf dem Kirchenvorplatz

Der Palast ist in der Vorsaison geschlossen, aber die Großmeisterliche Kirche an der Strandpromenade ist offen. Lautes Hupen empfängt mich auf dem Kirchenvorplatz. Eine Hochzeit. Eine griechisch-orthodoxe Hochzeit. Das Gotteshaus hat alle Schleusen geöffnet und flutet seine Insassen mit Kronleuchtern, Ikonen, Gold, Brokat und funkelnden Gemälden. Ein Pater empfängt die Hochzeitsgesellschaft mit sakralen Gesängen und Gebeten. Mehr als 100 Menschen haben sich versammelt, um dem Spektakel beizuwohnen. Ein Kamerateam mit Licht und Mikrofon dokumentiert das Geschehen vor dem Altar. Nach einer knappen Stunde frage ich meinen Nachbarn im Gang, wie lange das wohl noch so geht. “Eine halbe Stunde brauchen die noch”, sagt mir der Freund des Bräutigams. Es sei heute nur die kleine Feier geplant für Familie und engste Freunde. Was machen die Griechen dann für die Maxi-Version?

Hochzeit auf Rhodos

Hochzeit auf Rhodos

Berauscht von der opulenten Andacht stärke ich mit im Koykos. Das heißt Kuckuck und ist der Name einer Taverne im Zentrum von Rhodos Stadt – ein Lokal das immer voll ist. Sogar in der Vorsaison. Traditionelle griechische Fleisch- und Fischgerichte sowie Gebäck und guter Kaffee sind die Spezialitäten des Restaurants, das nebenbei eine kleine Ausstellung der Telekommunikation zeigt. Steckverbindungen und alte mechanische Telefone zieren den Empfangsbereich. Draußen prangt eine überdimensionale Kuckucksuhr. “In den Bergen im Landesinneren der Insel ist es wie in Tirol”, sagte mir ein Griechenlandfan vor meiner Reise und ich lächelte damals nur ungläubig: “Klar, Tirol mitten in der Ägäis.” Doch tatsächlich eröffnet sich jenseits der kilometerlangen Strände ein Gebirge bis in die 1000er Grenze. Serpentinenstraßen führen zu urigen Ausflugslokalen und Gebirgsbäche plätschern eifrig. Sie versorgen Rhodos und zwei Nachbarinseln mit Trinkwasser.

Rhodos ist mit 1.400 Quadratmetern die viertgrößte Insel Griechenlands

Rhodos ist mit 1.400 Quadratmetern die viertgrößte Insel Griechenlands und Hauptinsel der griechischen Inselgruppe Dodekanes in der Südost-Ägäis. Nach der Volkszählung von 2011 hatte die Insel 115.490 Einwohner, davon fast die Hälfte in der Stadt Rhodos, dem Hauptort und touristischen Zentrum im Norden der Insel. Schätzungen zufolge kommen auf das Jahr verteilt zwei Millionen Touristen auf die Insel.

Anja Steinbuch auf Rhodos

Anja Steinbuch in Lahania

Die Landschaft von Rhodos ist insbesondere im Inneren sehr gebirgig. Die höchsten Erhebungen sind der Attavyros mit 1215 Meter über dem Meer sowie der Akramitis mit 825 Meter über dem Meer. Die bis an die Küsten reichenden Berge fallen meist steil zum Meer ab. Der Süd- und Nordteil der Insel sind deutlich flacher. Das Südende der Insel geht in die Halbinsel Prasonisi über.

Der nächste Tag führt mich gen Süden. Das Dorf Koskinou ist nur fünf Kilometer von Rhodos Stadt entfernt, liegt leicht erhöht und eröffnet einige malerische Blicke auf das Meer. Yiorgros Stavridis hat hier mit seiner holländischen Frau ein paar hübsche Stadthäuser saniert, restauriert und vermietet sie an Deutsche und Skandinavier. “Hauptsächlich Stammgäste kommen hierher und suchen Ruhe und die Geborgenheit in einem griechischen Dorf”, erzählt Stavridis. Seine Häuser sind für diesen Sommer bereits ausgebucht.

Über Faliraki dem so genannten Ballermann von Rhodos, der allerdings sehr gemäßigt scheint, geht es über Lardos, wo übrigens Hans.W Geisendörfer, der Erfinder der Fernsehserie Lindenstraße, seit 30 Jahren mit seiner Familie lebt, geht es über Lindos, die unverwechselbaren Schönheit an der Akropolis, über Pefkos und Vlicha, wo die Schönen und Reichen urlauben, nach Lahania. Hier haben sich viele deutsche Auswanderer niedergelassen. Viele Künstler leben hier. Maler schätzen das Licht, die Farben. Alles ist intensiver als auf dem Festland.

Mein Ziel ist ein Ort zu dem es keine Straßenschilder gibt, von wo aus man einen Blick über den ganzen Süden der Insel hat. Auch einen Namen hat dieser Ort noch nicht. Ein Ehepaar aus Süddeutschland hat das im traditionellen Stil errichtete Anwesen einer Engländerin abgekauft und pflanzt hier Olivenbäume. Ein echter Platz an der Sonne. Der Süden der Insel ist ein Surferparadies. Wind- und Kitesurfing ist hier Pflichtprogramm

Der Süden der Insel ist ein Surferparadies

Hafeneinfahrt von Rhodos. Hier soll der Koloss von Rhodos gestanden haben.

Mit dem Auto geht es zurück gen Norden nach Rhodos-Stadt. Eine Stunde Schnellstraße und ich stehe wieder vor der Stadtmauer. Im Ta Kioupia stärke ich mich am Kamin mit traditionellen Köstlichkeiten wie Lamm mit Oregano gegrillt und köstlichem Pitabrot und gutem Wein. Viel frischer Salat mit Oliven darf nicht fehlen.  Das Lokal wird in zweiter Generation geführt und ist ein echter Geheimtipp. Gäste sind meist Einheimische nur wenige Touristen finden die Menekleous Straße 22 im Herzen der Altstadt. Ein Wochenende auf Rhodos ist Urlaub für Geist und Sinne – für alle? Marianna Minou verkauft am Hafen Lebensmittel, Kräuter und Souvenirs. Wir kommen ins Gespräch. Sie hat drei Jobs. Ihr Mann hat das Geschäft von seinem Vater übernommen. Dann kam die Krise. Von ihrem Schulleiterinnengehalt konnte sie die Familie nicht mehr ernähren. Sie nahm Lehraufträge an der Uni an. Am Wochenende hilft sie ihrem Mann im Laden, damit er sich nachmittags hinlegen kann. Morgens früh ist er auf dem Großmarkt. Das hört sich anstrengend an. “Viele Geschäfte in der Stadt sind leer”, erzählt Minou. Das war vor der Krise anders. “Hohe Steuern und niedrige Löhne zwingen viele in die Knie.” Doch in Rhodos soll es wieder aufwärts gehen: Die Marina soll bald fertig werden, und Segler und Yachtbesitzer anlocken. Kreuzfahrer bringen schubweise Touristenscharen. Die Bürokratie, zum Beispiel, um ein Geschäft zu eröffnen, wurde abgebaut. Die Grunderwerbssteuer von zehn auf drei Prozent gesenkt. Das macht Immobilienkäufe günstiger.

Am Flughafen werden die Ryanair-Schilder in Position gebracht. Massentourismus ist für Rhodos keine Lösung, aber ein Weg, um eine Marke zu werden, ein Sehnsuchtsort mit Aroma wie Sylt, Mallorca, oder Tirol – von allem etwas.

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Aruba: Wieder einer dieser Morgen, der nie enden soll

Ich stehe kurz nach Sonnenaufgang an einem wunderschönen Morgen barfuß im weißen Sand. Unglaublich schöne Farben leuchten mir ins Gesicht.  Es ist einer dieser Morgen, der niemals enden soll. Ich…

Ich stehe kurz nach Sonnenaufgang an einem wunderschönen Morgen barfuß im weißen Sand. Unglaublich schöne Farben leuchten mir ins Gesicht.  Es ist einer dieser Morgen, der niemals enden soll. Ich bin auf der karibischen Insel Aruba und träume vom Paradies, von Sonne und von badewannenwarmen, türkisfarbenem Wasser. Für einen Moment ist der Traum real geworden.

„Bonbini“ ruft uns Jonathan Boekhoudt, unser Guide für die nächsten Tage, am Flughafen von Aruba zu. Auf Papiamento heißt das „Willkommen“. Die offizielle Sprache der Insel ist eine Mischung aus Holländisch, Spanisch, Portugiesisch und noch einigen anderen afrikanischen und südamerikanischen Sprachen. Neben Papiamento ist auch Holländisch eine offizielle Sprache von Aruba, schließlich gehört die Insel seit 1636 zum Königreich der Niederlande.

Wer jetzt allerdings denkt, die Insel steht voller Wohnwagen und alle laufen mit orangefarbenem Hemd oder Holzbotten durch die Straßen liegt vollkommen falsch. Zwar hört man an vielen Ecken durchaus die Sprache unserer Nachbarn, dennoch ist Aruba eine Insel mit einem ganz eigenen Charakter. Aruba hat so viel mit Holland zu tun, wie ein Fahrrad mit einem Fußball. Zu groß ist der Einfluss der vielen verschiedenen Einwohnern. Offiziell spricht man von 79 unterschiedlichen Nationen, die auf Aruba derzeit leben. Sichtbar wird diese Multikulti vor allem in der Haupstadt Oranjestad. Die Stadt ist wegen ihrer einzigartiken Architektur bekannt, die einen holländisch-karibischen Flair verbreitet. Überall sieht man bunte und reich verzierte Gebäude.

Bunte Häuser in Oranjestad

Bunte Häuser im Zentrum der Hauptstadt Oranjestad.

Jonathan ist auf Aruba geboren. Er kennt jede Ecke aus dem Effeff. Stolz zeigt er uns die wunderbaren Strände der Insel, die immer wieder von den Urlaubern zu den besten Stränden der Welt gewählt werden.

Allen voran der Eagle Beach, ein Traum eines weißen Strandes mit dem wohl berühmtesten Motiv der Insel: Zwei landestypische Fofoti-Bäume, die vom starken Passatwind wie frisiert aussehen. Erholung und Baden sind somit die typischen Beschäftigungen der Urlauber, die die Insel in der Karibik besuchen. Und sonst?

Es gibt unzählige Möglichkeiten auf Aruba aktiv zu sein. Golfen, Wandern, Klettern und vor allem jede Menge Wassersport sind auf der Insel möglich. Ich bin mit einem großen Katamaran aufs Meer gefahren, um gleich drei Schnorchel-Punkte zu testen. Rund um Aruba gibt es unzählige solcher Spots, bei denen sich es wirklich lohnt Brille, Schnorchel und Flossen anzuziehen und durchs 25 Grad warme Wasser zu gleiten. Die Unterwasserwelt ist voll von farbenfrohen Fischen und einigen Schiffswracks, die auch für Taucher richtig interessant sein können.

Jörg Baldin beim Schnorcheln auf Aruba

Jörg Baldin auf dem Sprung vom Katamaran ins Wasser. (Foto: Bärbel Dähling)

So liegt die Pedernales, ein gesunkener Tanker, in elf Metern Tiefe vor der Küste. Der Tanker ist von einem deutschem U-Boot im 2. Weltkrieg versenkt worden. Aber auch das Wrack der „SS California“ liegt vor Aruba. Es ist ein Schiff mit makabrer Geschichte und ähnlichem Ende. Die „SS California“ überhörte 1912 die Hilferufe der „RMS Titanic“ und sank ein paar Jahre später selbst. Viele Wracks sind vom Ufer aus erreichbar. Einfacher ist es natürlich mit einem Schiff. So sind auch wir mit dem riesigen Katamaran an einem der Wracks geankert und ins Wasser gesprungen.

Wer lieber auf als unter dem Wasser ist, für den empfiehlt sich die niederländische Antilleninsel als Surf, Kitesurf oder Paragliding-Paradies. Der stete Passatwind sorgt für das notwendige Lüftchen.

Sonnenuntergang auf Aruba

Traumhafter Sonnenuntergang am Strand von Aruba.

Carribean Sea Jazzfestival 2013 auf Aruba

Carribean Sea Jazzfestival 2013 auf Aruba

Wenn’s dunkel wird, wacht Aruba auf. Jonathan lädt uns zum Essen ein und zeigt zwei wirklich sehenswerteste Orte. Wo sonst als in der Karibik kann man hochwertige Küche barfuß am Strand und in kurzärmligen Hemden genießen? Oder gar Haute cuisine in einem Restaurant auf Holzstelzen auf dem Meer erleben? Alles ist möglich auf dieser Insel.

Einmal im Jahr findet das „Carribean Sea Jazz Festival“ auf der Insel statt, bei dem hochkarätige Musiker auftreten und Jazzklänge mit karibischer Musik vermischen. In diesem Jahr startete der Eröffnungstag leider mit Starkregen und Gewitter. Während die Arubianer den seltenen warmen Regen genießen und einfach ungestört weiter zu den karibischen Klängen tanzten, suchte ich Schutz unter einem Zelt und staunte über die tollen Blitze über der Karibik. Schließlich müssen die 60 Zentimeter Regen, die durchschnittlich pro Jahr auf dieser Insel fallen, ja irgendwann kommen. Im Jahr 2013 war es am 4. Oktober um 21:43 Uhr. Da schüttelte selbst Jonathan ungläubig den Kopf, schaute kurz in den Himmel und tanzte weiter. Auch das ist Aruba…

Tunnel am Meer auf Aruba Strand auf Aruba Schnorcheln auf Aruba Entspannung am Pool

Infos zur Reise

Unterkunft

Klein aber fein ist das Hotel “The Mill“, unmittelbar an einer holländischen Windmühle gelegen und etwa zehn Minuten vom Strand entfernt. Die Zimmer sind super, ansonsten ist das Hotel eher einfach. Wer es etwas etwas komfortabler, größer und idealerweise mit direktem Golfplatz und Meer vor der Tür haben möchte, kann sich im Hotel “Divi Resorts” einquartieren.

Essen

Aruba bietet traumhafte Plätze fürs Abendessen. Getestet und für gut befunden: “Passion’s on the Beach” – Hochwertige Küche, die barfuß am Strand des Eagle Beachs in angemessener Atmosphäre gegessen werden kann. Fast noch besser fand ich das “Pincho’s Grill and Bar” – Ein Restaurant auf dem Wasser. Tolle Küche, noch bessere Atmosphäre.

Anreise

KLM fliegt täglich von Amsterdam nach Aruba.

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Aruba: Wieder einer dieser Morgen, der nie enden soll

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Hinweis: Ich wurde von Aruba Tourism Authority und noble kommunikation GmbH auf diese Reise eingeladen.

 

8 Kommentare zu Aruba: Wieder einer dieser Morgen, der nie enden soll

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