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Hoch hinaus in Surfers Paradise

Ich habe einen fantastischen Überblick vom 20. Stock meines Hotelzimmers in Surfers Paradise in Australien. Links und rechts Küste soweit das Auge reicht. Vor mir schaut gerade die Sonne über…

Ich habe einen fantastischen Überblick vom 20. Stock meines Hotelzimmers in Surfers Paradise in Australien. Links und rechts Küste soweit das Auge reicht. Vor mir schaut gerade die Sonne über den Horizont. Wellen laufen lautstark und mit viel Schaum auf den beigen Sandstrand auf. In der Ferne versucht ein Surfer sein Board mit schnellen Armbewegungen auf Geschwindigkeit zu bringen, um mit einem kurzen Satz aufs Brett zu springen und die perfekte Welle zu surfen.

Eine geglückte Morning Session an einem Strand, den man in dieser Form eher selten irgendwo anders auf der Welt finden wird.  Es ist aber auch der Strand von Surfers Paradise, dem lebendigen Ort mit einer beeindruckenden Skyline und sehr vielen Möglichkeiten, seine Zeit nicht auf einem Surfbrett oder am Strand zu verbringen.

Gold Coast - Surfers Paradise - Australien - Joerg Pasemann (13 von 21)

Surfers Paradise bietet Gegensätze, wie kaum eine andere Stadt auf dieser Welt. Auf der einen Seite der Straße findet man tatsächlich ein Paradies: Klares, türkises Wasser mit den Wellen, die Surfer brauchen, um glücklich zu sein. Ein breiter, beiger Strand mit Sand, der sich durch die Fußzehen drängt und dabei quietscht, weil er so fein ist. Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge, die Gänsehaut produzieren, weil sie so schön sind. Und natürlich gibt es Sonne im Überfluss. Wer dem Ort einst den Namen gab, der muss genau dieses Paradies vorgefunden haben.

Ein Deutscher baute das erste Hotel in Surfers Paradise

Ausgerechnet ein Deutscher hat 1889 damit angefangen, auf der anderen Seite das erste Hotel zu eröffnen. Johann Meyer baute in Elston, wie der Ort früher hieß, das „Main Beach Hotel“. Durch den späteren Ausbau verschiedener Brücken und Straßen kamen immer mehr Touristen und Investoren nach Elston, und so wurde aus dem einstigen Paradies ein lebendiger Ort, der seit 1933 den Namen Surfers Paradise trägt.

Und so gilt die Stadt an der Gold Coast heute als Australiens heimliche Hauptstadt der Unterhaltung. Und das nicht ohne Grund: Zahlreiche Attraktionen sind in den letzten Jahren in der Stadt entstanden, die neben dem eher langweiligen Treiben am paradiesischem Strand auf der einen Straßenseite für Abwechslung auf der anderen Seite sorgen. Von dem quirligen Nachtleben ganz zu schweigen. Viele Backpacker machen auf der Durchreise gerne halt in Surfers Paradise, um nach dem anstrengendem  Work & Travel endlich mal wieder die Sau rauszulassen.

Atemberaubender Ausblick aus 270 Metern Höhe

Sicherlich das markanteste Gebäude an der Gold Coast ist der Q1 Tower, der erst 2005 gebaut wurde. Es handelt sich hierbei um eines der höchsten Wohngebäude der Welt, das gleichzeitig mit den schnellsten Aufzügen Australiens ausgestattet ist. Mit 9 Metern pro Sekunde schrauben sich die zehn Aufzüge bis ans obere Ende des Gebäudes. Wer lieber zu Fuß geht, kann sich auf 1.330 Treppen freuen, um die 230 Meter bis zur 78. Etage zu erklimmen. Dort befindet sich ein Café und eine Lounge, von der man einen fantastischen Ausblick hat.

Wer es noch höher mag, der muss die letzten 40 Meter ohnehin zu Fuß gehen: Abgesichert mit professioneller Kletterausrüstung, einem speziellen Anzug sowie zwei Gurten, die bis zu 5 Tonnen aushalten. „Skypoint Climb“ heißt das Abenteuer und verspricht neben jeder Menge Adrenalin einen atemberaubenden Ausblick aus 270 Metern Höhe über Surfers Paradise und die gesamte Gold Coast.

I belive i can fly – Abheben mit iFly

Ein weiteres Highlight in Surfers Paradise heißt „iFly“. Es handelt sich dabei um Indoor Skydiving, quasi Fallschirmspringen ohne Fallschirm. In einer Art gläsernem Tunnel wird ein bis zu 286 km/h schneller Luftstrom erzeugt, mit dem ein realer Fallschirmsprung simuliert werden kann. Doch bevor man sich in den Schwebezustand begibt, bedarf es einiger Vorbereitung. So wird einem zuerst erklärt, mit welcher Körperhaltung man als Anfänger in den Tunnel kommen sollte: Kinn nach oben, Arme nach vorne ausgebreitet, Knie leicht angezogen. Wer mit Unterstützung der „Fluglehrer“ tatsächlich zum Schweben kommt, kann sich auf ein unglaubliches Gefühl freuen. Gesteuert wird mit den Händen, vor uns zurück geht’s mit den Beinen. Als Kleidung dient ein Overall, ein Helm inklusive Ohrstöpseln und eine Schutzbrille, die die Augen vor dem starken Wind schützt.


Wer die horizontale Lage ein Meter über dem Boden geschafft hat, der durchlebt ein Wechselbad der Gefühle: Konzentriert, möglichst nicht gegen die Tunnelwände zu stoßen und glücklich. Immerhin hat man nicht nur das Gefühl, dass man fliegt. Man fliegt tatsächlich. Ohne Hilfsmittel. Nur mit der Luft, die einem brutal ins Gesicht bläst. Nach einer Minute ist der Zauber vorbei und man lechzt danach, möglichst schnell wieder dieses Fluggefühl zu bekommen. Großartig.

Gold Coast - Surfers Paradise - Australien - Joerg Pasemann (10 von 21)

(c) all Images by Joerg Pasemann

 

Hinweis: Der Autor wurde von Tourism Australia auf diese Reise eingeladen!

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Schwer am Feiern: Ein „Dorf“ als heimliche Partyhochburg von Kuba

Es ist schwülheiß. Der Deckenventilator wälzt die verbrauchte Luft um. Zigarettenrauch vernebelt die Blicke in der schwach beleuchteten Bar. Das „El Cambio“ ist der Insider- und Intellektuellentreff von Camagüey. Vor…

Es ist schwülheiß. Der Deckenventilator wälzt die verbrauchte Luft um. Zigarettenrauch vernebelt die Blicke in der schwach beleuchteten Bar. Das „El Cambio“ ist der Insider- und Intellektuellentreff von Camagüey. Vor allem am Wochenende schaut Jung und Alt herein, um zu debattieren und den neuesten Tratsch auszutauschen.

In dem angeregten Stimmengewirr versteht man fast sein eigenes Wort nicht. Geschweige denn das des Nebenmanns. Der schwergewichtige Typ mit dem weißen Bart am Tresen, dessen voluminöser Bauch an die runden Tonkrüge (tinajones) erinnert, die überall in Camagüey herumstehen und Wahrzeichen der Stadt sind, versucht es trotzdem: „Woher kommst du?“ „Deutschland.“ „Wie geht’s?“ „Gut.“ „Zahlst du mir ein Bier?“

Drei Fragen wie aus dem Effeff. Von der ersten bis zur letzten hat es keine fünf Sekunden gedauert. Die Reihenfolge ist ein Evergreen auf Kuba. Schnorren eine Art Volkssport. Weil nämlich auch Kubaner allzu menschliche Züge zeigen – und vor allem das begehren, was sie kaum oder nur schwer kriegen können. Zum Beispiel süffiges, kubanisches Bier statt billigeren Rum. Gegen harte Pesos, versteht sich. Aber den CUC (peso convertible), die Zweitwährung, hat nicht jeder im Portemonnaie. Je nach Laune zahlt man als Tourist ein Bier und hat dann – eventuell – seine Ruhe. Oder nicht. Weil es dann erst richtig losgeht. Nämlich kopfüber ins Nachtleben. Wie mit Pepe, dem schwergewichtigen Bärtigen vom Tresen.

Pepe ist ein lebendiges Nightlife-Inventar von Camagüey

Pepe ist eine Nachteule. Ein lebendes Nightlife-Inventar von Camagüey. Er weiß, wo was los ist. Und das ist in der drittgrößten Stadt Kubas nicht gerade wenig.

Mit der Bierdose in der Hand stapft Pepe über die Independencia. „Komm’ mit“, winkt er. Die Straße und der angrenzende Parque Agramonte sind voller Menschen. In der Mitte hat einer einen CD-Player platziert. Es läuft Salsa, ein paar Paare tanzen. Die Nacht ist schwarz, die Straßenbeleuchtung schummrig. Im gegenüberliegenden „Disko Café“ ist es kaum heller. Aber schön kühl. Wer es sich leisten kann zahlt ein paar CUC Eintritt. Drinnen läuft ein internationaler Mix aus House und Reggaeton. Ein paar wenige Touristen verlieren sich in dem Tanzschuppen. Der große Rest besteht aus Einheimischen.

Camagüey steht in erster Linie bei kulturinteressierten Kubabesuchern auf der Agenda. Kein Wunder, das Zentrum von Camagüey ist eines von vier Altstadtzentren auf der Karibikinsel, das zum Unesco-Weltkulturerbe zählt. Camagüey sticht vor allem wegen der vielen Kirchen aus Kolonialzeit heraus.

Dabei ist die Ausgehkultur auch nicht zu verachten. Sie steht unter jungen Kubanern hoch im Kurs. Wie bei Angel, der im Disko Café herumsteht. Er sei eigentlich aus Havanna, doch ihn ziehe es immer wieder nach Camagüey. „Hier macht es Spaß auszugehen, die Leute sind nicht so versnobt wie in Havanna“, sagt der 33-Jährige, der sich mit seinem martialischem T-Shirt und seinen langen Haaren eher als Hard-Rock- denn als Disko-Fan outet. „Klar“, sagt er, aber die Rockszene auf Kuba sei eher überschaubar, deshalb tanze er auch zu anderen Rhythmen. Sein größter Wunsch: einmal das Wacken-Festival live in Deutschland erleben.

Die Einwohner von Camagüey gelten als Feierbiester

Doch vorher wird in Camagüey gefeiert. Die Einwohner gelten als Feierbiester. „Vergiss Havanna!“, befiehlt Pepe. Und das obwohl die populäre noche camagüeyana, die in jedem Reiseführer angepriesen wird, vor einiger Zeit abgeschafft wurde. Samstags bevölkerten die Massen die Innenstadt. Doch wegen Lärm- und Geruchsbelästigung der Anwohner wurde die Stadtparty gestrichen – ganz bürokratisch. „Eine Schande“, sagt Pepe.

Doch das hält die Einwohner von Camagüey nicht vom Feiern ab. Schließlich gibt es noch genügend Plätze, Bars und Cafés. Vor allem entlang und etwas abseits der Republica, einer hübsch restaurierten Fußgängerzone mitten im historischen Stadtzentrum. Und vor allem spätabends. Dann sind die Temperaturen erträglich. Im Landesinneren von Kuba staut sich des Öfteren die Hitze, es fehlt die Meeresbrise. Ausladende Sonnenschirme gehören tagsüber wie die vielen Kirchtürme untrennbar zum Stadtbild. Und natürlich die Tonkrüge, die tinajones. Sie dienten einst als Regenauffangbehälter in der trockenen Region.

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Camagüey ist Hochschulstadt, die Bevölkerung ist jung und …

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… gibt sich hip und modern. (Artikelfotos: Martin Cyris)

Heutzutage geht es in Camagüey zumeist feuchtfröhlich zu. Und Pepe geht voran, mit einer weiteren gesponserten Bierdose in der Hand. Am Plaza de la Soledad kommt eine Gruppe von rund 30 Menschen jeden Alters entgegen, im Gänsemarsch. Der erste trägt das Party-Equipment vor sich her: einen Kassettenrekorder, Baujahr 1985, und eine Flasche Rum. Die anderen folgen. Tanzend, singend und wippend. Zwei Mittdreißiger, sie und er, scheren aus und reiben im Takt der Musik ihre Unterkörper aneinander. Polonaise camagüenese.

Feierwütig – diesen Ruf beansprucht irgendwie ganz Kuba. Doch Camagüey ist anders. Weil die drittgrößte Stadt des Landes die Infrastruktur einer Großstadt bietet, aber einen dörflichen Charakter bewahrt hat – und dadurch recht unkompliziert daherkommt.

Aus dem Café „Dolce Vita“ dringt Sixties-Musik. Beatles & Co. sind auf Kuba erstaunlich präsent. In größeren Städten gibt es Beatles-Bars. Seit ein paar Monaten steht auch eine in Camagüey namens „Yesterday“. „Das ist was für Ältere“, sagt Pepe verächtlich, der altersmäßig eigentlich selbst zur Oldies-Zielgruppe zählt, „komm’ weiter!“ Für ihn zählt nicht das Gestern, sondern das Hier und Jetzt.

Mojito und Bier fließen in Strömen

Und das tobt an diesem Abend auch in der Open-Air-Bar El Bambú auf der Republica. Eine Reggaeton-Band heizt live ein, Mojito und Bier fließen in Strömen. Da muss Pepe nicht zwei Mal bitten. Touristen sind kaum zu sehen, die kulturbeflissenen Camagüey-Besucher haben sich längst in die Altstadthotels zurückgezogen.

Ein Teil der Menge gibt sich ausgelassen und tanzt verschwitzt in den Morgen hinein. Der andere macht einen auf extravagantes Clubbing und chillt im Lounge-Bereich – Küsschen links, Küsschen rechts.

Die besten Küsschen gibt’s allerdings nicht im El Bambú sondern bei Josef. Nämlich Kokosbusserl, eine Nascherei aus Kokosflocken und viel Zucker. Der Österreicher betreibt in der Altstadt von Camagüey ein Restaurant mit Konditorei und Zimmervermietung. Es gibt Wiener Schnitzel, Sisi-Devotionalien und ein großes Wandgemälde vom Geburtshaus Mozarts, davor liegt ein kugelrunder tinajón. Die „Casa Austria“ ist eine echte Rarität, da es für Ausländer auf Kuba noch immer schwer ist ein eigenes Geschäft zu betreiben.

Doch Josef Haderer hat’s geschafft. Weil er mit einer Kubanerin verheiratet war und weil er sich in die lokale Szene „eingearbeitet“ hat, wie er sagt. Im überschaubaren Camagüey sicherlich kein Nachteil. „Hier kennt fast jeder jeden“, sagt Haderer, „Camagüey ist wie ein großes Dorf.“ Aber ein feierwütiges.

 

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Hinweis: Die Reise erfolgte mit Unterstützung von Condor.

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Badebuchten & Töpferkunst auf Mallorca

Wir sind noch mittendrin, in unserem Familienabenteuer: “Fincaurlaub auf Mallorca”. Für zwei Wochen sind wir nun hier mit Freunden und Kindern. Da wir nicht die klassischen Badeurlauber sind, nutzen wir…

Wir sind noch mittendrin, in unserem Familienabenteuer: “Fincaurlaub auf Mallorca”. Für zwei Wochen sind wir nun hier mit Freunden und Kindern. Da wir nicht die klassischen Badeurlauber sind, nutzen wir jeden zweiten Tag, um mit unserem Mietwagen die Insel zu erkunden. Ein bischen Kultur ist für uns genauso wichtig, wie das Planschen im Meer oder am Pool. Trotzdem belohnen wir uns und die Kinder am Ende unserer spannenden Tagesausflüge, zum Beispiel nach Sineu oder Felenitx, mit einem Bad an den Stränden von Mallorca. Auf das Gleichgewicht kommt es an.

So abwechslungsreich wie die Mallorca, sind auch die Badebuchten der Insel. Am breiten, gesichtslosen Strand von Palma haben wir viel Platz und tummeln uns im 28 Grad warmen Meer, der „Kinderstrand“ in Alcúdia präsentiert sich flach aber leider stinkend. Vor Es Trenc stehen wir auf einer sehr schmalen Straße im Stau, um dann zu erfahren, dass es wegen giftiger Algen nicht möglich ist, zu baden und die Buchten beim „Cala Mondragó“ sind wirklich wunderschön – dies wissen jetzt zur Hauptreisezeit auch tausende andere Touristen. Uns Erwachsenen gefällt es an der Westküste in Estellences am besten. Völlig entspannt lässt es sich hier sehr gut aushalten.

Bummeln: Von Töpferkunst und Touri-Allerlei

Bei unseren Shopping-Ausflügen finden wir schnell den Unterschied zwischen Geheimtipp und touristischen Märkten heraus. Der vielgepriesene Mittwochsmarkt in Sineu stellt sich für uns eher als Enttäuschung heraus. Hier reihen sich fliegende Händler aneinander, die alle ähnliche Ware feilbieten. Strandkleidung, Leder und Schmuck, nur vereinzelt gibt es Stände mit echten mallorquinischen Waren. Es schieben sich so viele Menschen durch die Gänge, dass uns zum Ende die Kraft und die Geduld fehlt noch den bekannten Tiermarkt zu besuchen. Deutlich entspannter bummeln wir auf dem kleineren Samstagsmarkt in Felanitx. Wir schauen dem Geflügel-Händler beim feilschen zu und genießen das bunte Treiben. Hier finden wir auch ein nettes kleines Café und in der Markthalle in der Nähe der Kirche Sant Miquel und kaufen bei den einheimischen Händlern, Oliven, Fleisch und Gemüse. Wenige Touristen verirren sich in die Halle.

Noch besser einkaufen lässt es sich in den Markthallen „Mercat de`Olivar“ von Palma. Frischer Fisch, Meeresfrüchte, Obst und Gemüse, Käse und Fleisch werden in allen Variationen angeboten. Das bunte Treiben macht gute Laune, hier kaufen auch die Mallorquiner ihren Fisch und treffen sich zum Tapasessen in der „Bar de Peixe“ am Ende der Halle.

Am vorletzten Tag unserer Reise machen wir uns gezielt auf den Weg zu einer der acht „Ollerias“ in Portol. Hier werden die typischen mallorquinischen Keramikgefäße und Geschirr hergestellt. Vom Verkaufsraum gelangt man direkt in die Werkstätten und kann den mallorquinischen Arbeitern beim Töpfern über die Schulter schauen.

Keramik in Portòl

Keramikgefäße in einer Olleria in Portòl

 

Mich bei so vielen tollen und kunstvoll verzierten Gefäßen zu entscheiden, fällt mir schwer. Ich schwanke zwischen Tassen, Schüsseln und wunderhübsch bemalten Tellerchen. Der gutgelaunte Verkäufer überzeugt mich schließlich davon, dass es schade wäre etwas nicht zu nehmen. Der kleine Rabatt tut sein Übriges. Ich nehme einfach alles mit, in der Hoffnung, dass ich nicht nicht zusätzliches Übergepäck im Flieger zahlen muss.

Glücklich und vollbeladen mit Tellern und Schüsseln mache ich mich auf den Weg zum Auto. Mein Mann wartet schon seit einigen Minuten hier. Während ich meine Beute verstaue, klingt der Song unseres Urlaubs einmal mehr vom Band. Helge Schneider trällert gutgelaunt „Sommer Sonne Kaktus“. Wir und die Kinder singen kichernd mit.

 

Zum ersten Teil der Reise: “Fincaurlaub auf Mallorca”

Ich empfehle jedem sich für die Zeit auf Mallorca einen Mietwagen zu buchen. Gerade, wenn man sich für Land und Leute interessiert oder Fincaurlaub plant, dann ist man damit flexibel und muss sich im Urlaub nicht einschränken. Für unseren zweiwöchigen Finca-Urlaub hat uns Goldcar unterstützt und uns einen Mietwagen zur Verfügung gestellt. Problemlos haben wir diesen direkt nach der Ankunft um 21.30 Uhr am Flughafen von Palma am Goldcar-Schalter in Empfang genommen und konnten damit sofort die Anreise zur Finca antreten. Auch die Abwicklung bei der Abreise war vollkommen entspannt. Wagen ausladen und Schlüssel in den Briefkasten in der Garage stecken. Fertig! 

 

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Eine Schneefahrt, die ist lustig

Die ersten vier Tage im „Kinderhotel Oberjoch“ liegen hinter uns und es geht weiter in die zweite Region unseres „Familien-Winter-Urlaubs 2015“. Wir sind auf dem Weg zur längsten Rodelpartie unseres…

Die ersten vier Tage im „Kinderhotel Oberjoch“ liegen hinter uns und es geht weiter in die zweite Region unseres „Familien-Winter-Urlaubs 2015“. Wir sind auf dem Weg zur längsten Rodelpartie unseres Lebens.

Vom Allgäu fahren wir über einen kleinen Umweg am „Schloss Neuschwanstein“ vorbei und erreichen nach knapp einer Stunde die wunderschöne Alpenlandschaft am Grubigstein in Lermoos in Österreich. Bisher haben mich meine Reisen nur ein einziges Mal durch Österreich geführt. Doch wie auch beim letzten Mal hinterlassen die niedlichen Häuser mit den liebevoll gestalteten Holzreliefs, den Fensterläden und die Menschen mit ihrer Mundart ein warmes Gefühl in mir. Im Hotel „Alpenrose“ werden wir sehr herzlich begrüßt, beziehen unser traditionell eingerichtetes Zimmer, genießen den ersten Blick auf die Zugspitze und den Grubigstein und starten in den zweiten Teil unseres Familienabenteuers.

Erkundungstour Piratenland

Der erste Tag im Hotel Alpenrose wird zur Erkundungstour genutzt. Links der Eingang zum Piraten-Badeland. (Fotos: Pasemann)

Wir finden eine Badelandschaft mit Piratenschiff

Die restlichen Stunden des Anreisetages nutzen wir dazu, Hotel und Umgebung besser kennen zu lernen. Das Hotel „Alpenrose“ bietet in der unteren Etage viele tolle Freizeit-Möglichkeiten für Kinder. So gibt es ein riesiges Kinderspielland mit Kletter- und „Tobemöglichkeiten“. Mein Sohn ruft freudig „das ist ja wie im ‚Sum Sum’“ (unser Indoorspielpark in Kiel). Für die größeren Kinder gibt es einen separaten Playstation-Raum. Wir finden auf unserem Rundgang einen lebensgroßen Ritter, der den Kinosaal „bewacht“ und spielen Fußball in der hauseigenen Turnhalle. Außerdem entdecken wir das Piraten-Badeland, eine Badelandschaft mit Piratenschiff und mehreren kleinen Rutschen. Natürlich müssen wir unseren Kindern sofort versprechen, dass wir das Badeland am nächsten Tag besuchen.

Nach unserem Rundgang gibt’s für uns zur Stärkung die erste österreichische Brotzeit im kunstvoll eingerichteten Café mit gemütlichen Clubsesseln und Sonnenterasse. Während die Kinder die Zeit nutzen, um das Außengelände zu erkunden, gönnen wir uns einen Kaffee auf der Terrasse im Sonnenschein und beobachten die Skifahrer auf den gegenüberliegenden Pisten. So kann der zweite Urlaubsabschnitt gerne beginnen und bevor alle müde ins Bett fallen, gibt’s im Restaurant leckeres Abendessen und – für die Erwachsenen – ein Glas Wein.

Unsere Jungs sind von der Rodelbahn begeistert

Am nächsten Tag machen wir uns gleich nach dem Frühstück auf den Weg zur Gondelbahn, die direkt gegenüber vom Hotel liegt. Im Gepäck haben wir zwei Schlitten, die uns Gästen des Hotels kostenlos zur Verfügung stehen. Wir starten die erste gemeinsame Gondelfahrt unserer Familiengeschichte. Ein Abenteuer. Unsere Jungs sind begeistert. Wir haben Respekt…

Mittelstation Grubigberg

Wer Rodeln möchte, muss an der Mittelstation auf dem Grubigberg aussteigen.

Rodeln am Grubigberg

Respekt vor dem Berg, Freude im Gesicht der Kinder. Der Anfang der Rodelbahn hat es in sich.

Der Startpunkt der Rodelabfahrt liegt auf der Mittelstation der Grubigbahn. Wir sind die ersten, die die Talabfahrt an diesem Morgen wagen. Während Mama und Papa bei der recht steilen und anfangs glatten Abfahrt eine ordentliche Portion “Respekt” haben, schreien die Kinder vor Freude und feuern uns an, schneller zu fahren. Jörg meistert die Abfahrt mit unserem Kleinsten mühelos. Ich versuche tapfer den Schlitten unter Kontrolle zu halten – wäre da nicht mein großer Sohn, der mich ständig anfeuert, doch „endlich mal aufzuholen.“

Dreieinhalb Kilometer talabwärts

Wir pflügen mit beiden Schlitten und den Kindern die gesamten dreieinhalb Kilometer talabwärts, immer hoffend und bangend, dass wir jede Kurve erwischen und nicht über die Abhänge im Wald hinausschießen. Nach knapp 20 Minuten erreichen wir das Tal. Unsere Gesichter glühen vor Freude. Und wir starten sofort unseren Weg zurück auf den Berg. Wäre es nach den Kindern gegangen, wir hätten nichts anderes machen müssen, als ununterbrochen mit dem Schlitten diesen Berg runter zu fahren.

Blick auf den Grubigberg

Der Berg ist beliebt bei Paraglidern.

Blick vom Berg

Das Bergpanorama um Leermoos. Links ist die Zugspitze zu sehen. Bei schönem Wetter hat man einen sehr schönes Bergpanorama.

Paraglider Lermoos

Paraglider nutzen das gute Wetter.

Die nächsten Tage stehen dann aber doch ganz im Zeichen des Skifahrens. Wir Erwachsenen nutzen den Vormittag für uns und leihen Skier und Snowboard im Skiverleih im Hotel aus. Das Skigebiet bei Lermoos ist sehr beeindruckend, vor allem bei schönem Wetter. Es gibt viele schöne Pisten mit unterschiedlichem Schweregrat und einen wunderschönen Blick auf ein beeindruckendes Bergmassiv. Die Pausen verbringen wir bei Kaffee und Kaiserschmarrn auf der Hütte am Grubigstein in 2.200 m Höhe.

Zeit für Fitness und Massage

Die Kinder spielen am Vormittag mit ihren neugewonnenen Freunden im Kinder- und Babyclub. Es gibt im Hotel unterschiedliche Gruppen, die nach Alter aufgeteilt werden. So ist sichergestellt, dass die Kinder schnell Anschluss mit gleichaltrigen Spielkameraden bekommen. Nachmittags können wir deshalb die beiden kaum dazu bewegen, ihre Zeit mit uns zu verbringen. Ich nutze die ungeplante Zeit dazu, im Fitnesskursraum einen superanstrengenden TRX-Kurs auszuprobieren, während Jörg sich entspannt im Wellnessbereich massieren lässt. Die Abendessen genießen wir dann wahlweise mit den Kindern, sofern sie nicht mit dem „Miniclub“ essen waren und anschließend ins Kino gehen. Manchmal fehlen mir die kleinen Rabauken fast. Aber solange die Kinder glücklich sind, sind die Eltern es auch.

Unser Fazit für dieses Winter-Familien-Abenteuer. Es war landschaftlich sehr reizvoll. Wir haben uns sehr gut verstanden, was nicht zuletzt an der tollen Unterbringung in den beiden Kinderhotels lag. Es lohnt in jedem Fall, sich in die Hände von echten Profis zu begeben, um selbst einen entspannten Urlaub zu verleben. Wir wiederholen das auf jeden Fall im nächsten Jahr. Und… Kinderhotels stehen ab sofort mit auf unserer Urlaubsplanungsliste. Denn freut sich das Kind, sind die Eltern entspannt.

[toggle title=”Anfahrt”]Sie fahren mit dem Auto von Norden kommend die Autobahn Ulm-Kempten-Reutte-Lermoos oder München-Garmisch-Ehrwald-Lermoos.[/toggle]

[toggle title=”Unterkunft”]Das Kinderhotel Alpenrose bietet alles, was man für den Urlaub mit Baby, Kind oder Teenie benötigt: einen riesigen Spielbereichen, Kinder-und Aktivprogramm bis hin zu Wellness. Die Kinderbetreuung ist bereits ab dem 7. Lebenstag an sieben Tagen pro Woche möglich.[/toggle]

[toggle title=”Skigebiet”]Die Tiroler Zugspitz Arena liegt vor der Tür. Neben dem Zugspitzgletscher (5 Autominuten entfernt) und dem Hausberg „Skigebiet Grubigstein“ (Gondelbahn ca. 100 Meter entfernt) gehören noch fünf kleinere und größere Skigebiete zum beliebten Urlaubsdomizil Zugspitzarena. Auf 989 – 2.962 Höhenmetern befinden sich insgesamt 148 gut präparierte und abwechslungsreiche Pisten.[/toggle]

Hinweis: Die Autorin wurde vom Hotel Alpenrose zu dieser Reise eingeladen. In diesem Zusammenhang wird auf die Leitlinie der journalistischen Unabhängigkeit bei BREITENGRAD53 hingewiesen.

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Rjukan und die Suche nach dem Licht

Wintersport in einem Tal, das ein halbes Jahr kein Sonnenlicht sieht? Kein schöner Gedanke. Noch weniger schön ist es aber, gleich sieben Monate ohne Sonne zu leben. Daher haben die…

Wintersport in einem Tal, das ein halbes Jahr kein Sonnenlicht sieht? Kein schöner Gedanke. Noch weniger schön ist es aber, gleich sieben Monate ohne Sonne zu leben. Daher haben die Einwohner von Rjukan seit jeher eine ganz besondere Beziehung zum Licht und sich ganz verschiedene und ganz besondere Wege an die Sonne gesucht. Unser Autor war vor Ort und hat mitgefunden.

Berge, Schnee, Eis – eigentlich hatte das Städtchen Rjukan in der norwegischen Region Telemark schon immer alles, was sich Winterurlauber wünschen. Nur mit der Sonne war es in der Vergangenheit schwierig. Gleich sieben Monate erreichte kein Sonnenstrahl das von Bergen umschlossene Tal. Seit einem Jahr sorgen drei Spiegel spektakulär für Abhilfe. Außer für Licht sollen sie auch für einen touristischen Schub sorgen und bei der Anerkennung als Weltkulturerbe durch die Unesco im kommenden Jahr helfen.

Seine erste Blütezeit erlebte Rjukan Anfang des 20. Jahrhunderts, als der kleine Ort zum führenden Industriestandort Skandinaviens wird. In wenigen Jahren explodiert die Zahl der Einwohner von 300 auf 10.000 und „Norsk Hydro“ betreibt in dem abgeschiedenen Tal mit der Kraft des Wassers aus dem Fjäll das größte Kraftwerk der Welt. Von zahlreichen großen Plänen des Industriellen Sam Eyde, Gründer von Norsk Hydro, sind die Spiegel, am Ende die einzigen nicht realisierten.

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Ein Geschenk an die Einwohner Rjukans: Die historische Krossobanen fährt seit 1928 aus dem dunkeln Talgrund an die Sonne. Fotos: Stefan Schwenke

Die Seilbahn zur Sonne

So sind Skifahrer in der winterlichen Telemark in der Krossobanen, 1928 die erste Drahtseilbahn Nordeuropas, auf historischen Spuren unterwegs. Die Bahn war damals ein Geschenk an die Einwohner Rjukans, um auch im Winterhalbjahr ins Sonnenlicht zu kommen. Im Sommer wie Winter ist die Bergstation heute Ausgangspunkt für Touren auf die Hochebene Hardangervidda – ein ganzer Fuhrpark von Schneemobilen, die neben dem Bergrestaurant parken, zeugt von der Bedeutung der Bahn bis heute.

Wer von Rjukan aus mit dem Auto an die Sonne will, landet entweder im Gaustablikk Skisenter mit seinen 34 Kilometer Pisten, geöffnet von November bis Ende April, oder auf der Reichsstraße 37 Richtung Westen bei Erik Øgarden im Hardangervidda Nationalparkcenter, das über das wohl grandioseste Aussichts-Café von ganz Südnorwegen verfügt. Mit etwas Glück, kann der Biologe die Rentiere direkt aus seinem Büro hoch über dem Møsvatn beobachten. Im Sommer verkehrt sogar ein Schiff auf dem See, im Winter muss, wer ans andere Ufer will, mit Schneeschuhen oder Skiern rüberstapfen – und im Gegensatz zum tief eingeschnittenen Mâna-Tal, an dessen Grund Rjukan liegt, stellt sich hier oben kein Berg mehr der Sonne in den Weg.

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Winterstimmung am Møsvatn: Mit etwas Glück kann man Rentiere sogar direkt aus dem warmen Hardangervidda Nationalparkcenter beobachten.

Viel Wasser und Winter, wenig Licht: Perfekt für Eiskletterer

Viel Wasser, viel Winter und wenig Sonne haben das Tal dagegen in der jüngeren Vergangenheit zu einem Eldorado für Eiskletterer gemacht, die in André Trondsen nicht nur einen absoluten Experten für die gut 200 Wasserfälle der Region, sondern in seinem Hostel „Climb Inn“ auch gleich die passende Unterkunft und Gleichgesinnte finden. Höhepunkt der Saison ist das „Rjukan Ice Festival“, in diesem Jahr vom 20. bis 22. Februar, das alljährlich hunderte Extremsportler in das abgelegene Tal lockt.

Skifahrer und Freerider schwören seit 2004 auf einen anderen Hotspot: Die 1959 eröffnete Gaustabahn, die unterirdisch zum Gipfel des 1883 Meter hohen Gipfel des Gaustatoppen führt. Das von der NATO finanzierte Projekt am höchsten Berg der Region Telemark war fast ein halbes Jahrhundert so geheim, dass es bis heute in kaum einer Landkarte verzeichnet ist. Im Kalten Krieg war der Gaustatoppen durch seine strategische Lage eine wichtige Funk- und Radarstation der Militärs. Erst seit einigen Jahren sind die für eine Million Dollar in den Berg getriebenen Stollen nicht mehr ganz so geheim. Seitdem können auch Touristen mit der einfachen U-Bahn bis kurz unter den Gipfel fahren.

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Streng geheim: Die Gaustabahn war Teil eines NATO-Projektes – bis heute ist die unterirdische Bergbahn in kaum einer Karte verzeichnet.

Skifahrer dürfen jetzt auch die «Nato-U-Bahn» nutzen

Mit dem ersten Teil der „Geheimbahn“ geht es auf rumpeligen Schienen fast einen Kilometer horizontal in den Berg, dann übernimmt eine etwas herunter gekommene kleine Standseilbahn den Transport. Der Sonnenschein und das Ziel von Freeriders Träumen liegt schließlich 650 Meter höher am Ende eines weiteren Stollens hinter einer dicken Stahltür, an der ein überdimensionales Schild darauf hinweist, dass sich Bergsteiger und Skifahrer außerhalb der Tür „Off-Pist“ und auf eigene Gefahr bewegen.

Der Gaustatoppen ist steil und spektakulär und bei Freeridern entsprechend beliebt. Aber auch ohne Ski lohnt sich eine Fahrt mit der Berg-U-Bahn: Bei guter Sicht lässt sich vom Gipfel ein Sechstel Norwegens überblicken – von der schwedischen Grenze im Osten bis zum Meer im Süden.

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Antrieb: Der Maschinenraum der Gaustabahn liegt im Gipfel des gleichnamigen Berges.

[tabs][tab title=Informationen]Umfangreiche Informationen zu Rjukan inklusive Anreisehinweisen zum 180 Kilometer westlich von Oslo gelegenen Städtchen gibt es unter www.visitnorway.com (auch in deutscher Sprache) im Netz. Die Gaustabahn (www.gaustabanen.no) fährt vom 15. Februar bis 2. März sowie vom 13. bis 21. April, die Krossobanen (www.krossobanen.no) fährt täglich. Wer auch im Winter Sonne sehen möchte, übernachtet im Gaustablikk Høyfjellshotell (www.gaustablikk.no) nur 50 Meter vom Skigebiet oder im Skinnarbu Høyfjell Hotel Hotel (www.skinnarbu.no) mit Blick auf den See Møsvatn.[/tab][/tabs]

Hinweis: Der Autor wurde von Visit Norway und VisitRjukan auf diese Reise eingeladen. In diesm Zusammenhang wird auf die Leitlinie der journalistischen Unabhängigkeit bei BREITENGRAD53 hingewiesen.

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In 24 Stunden bis ans Ende der Welt?

Das hätte ich mir nicht träumen lassen, dass es auch 24 Stunden dauern kann, bis man am ersehnten Ziel seiner Wintersportträume eintreffen kann, die laut Google nur dreizehn Stunden entfernt…

Das hätte ich mir nicht träumen lassen, dass es auch 24 Stunden dauern kann, bis man am ersehnten Ziel seiner Wintersportträume eintreffen kann, die laut Google nur dreizehn Stunden entfernt liegen. Alles begann (wie so oft) mit einer spontanen Idee. Mein Studium befand sich in den letzten Zügen und zwischen Gummibärchen, Klausuren und den Wänden meines WG-Zimmers hatte ich plötzlich das dringende Bedürfnis diese Tristesse zu verlassen und ein bisschen frische Luft und Energie zu tanken.

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Nach ein paar Telefonaten waren auch zwei Mitstreiter gefunden, die – so wie ich – sehr viel Lust auf Snowboardurlaub dafür aber wenig Geld in der Tasche hatten. Wir buchten unsere Reise bei einem berüchtigten dafür aber günstigen Reiseanbieter, den ich hier aus Rücksicht auf die bereits abgewickelte Insolvenz nicht benennen möchte.

Unsere Bus-Tour nach Valmorel Doucy (Südfrankreich) startete an einem grauen Tag in Hamburg und wir freuten uns schon sehr darauf, bald den ersten Schneeengel im Schnee zu hinterlassen. Doch einige Überraschungen warteten auf uns. Aus Kostengründen fuhren wir quer durch die Republik, um drei verschiedene Sammelstationen für Mitreisende anzulaufen, auf halber Strecke blieben wir liegen, wir warteten eine Stunde auf den Reifenwechsel und abschließend gab es noch Feueralarm im Bus. Da hatte jemand versucht auf der Toilette zu rauchen. Hervorragende Idee! Meine Vorfreude hielt trotz aller Widrigkeiten an und so erreichten wir endlich mit elf Stunden Verspätung unsere Unterkunft in Valmorel Doucy.

Das Glück ist mit den Reisenden, denn in Frankreich wartete bereits ein wunderschönes Zimmer mit kleiner Terrasse und dem direkten Blick auf das Tal auf uns. Die Luft draußen: frühlingshaft. Den Schnee können wir schon riechen und auch auf den Berg-Spitzen sehen. Erst einmal gibt`s einen leckeren „Café au lait“ während ich im T-Shirt draußen sitze. Der Schnee-Engel muss noch warten.

Valmorel Doucy _2

Zwanzig Minuten später halten wir es nicht mehr aus. Klamotten werden übergezogen, Snowboard unter den Arm geklemmt und nach nur fünf Minuten Fußweg sind wir bereits am Lift. Welcher Luxus! Der Tag kann starten. Wir genießen die klare Luft und den tollen Ausblick auf dem Weg nach oben. Ich bin aufgeregt, da ich kaum Erfahrungen im Snowboarden habe und nun auf die guten Ratschläge meines Privatlehrers angewiesen bin. Den Ausstieg aus dem Lift meistere ich mit Bravour und wir stehen oben im Schnee. Ich übe den gesamten Tag auf grünen und blauen Pisten. Einmal traue ich mich ganz langsam eine Rote hinunter. Eine Schrecksekunde gibt’s auch, als ich mit dem Schlepplift nach oben fahre und in der Nähe eines Abhangs komplett aus der Spur komme. Doch in fange mich und es geht weiter. Die Pausen überbrücken wir gemeinsam oder jeder für sich in den Liegestühlen auf den Hütten bei leckerem Baguette und Café. Am Ende der Reise gibt`s noch meinen Schnee-Engel.

Valmorel Doucy _3

„La vie est belle“ – Das Leben ist schön! Im März 2015 geht es wieder los. Dieses Mal fahre ich nicht mit Studentenfreunden, sondern das erste Mal mit Jörg und unseren beiden Söhnen (2 und 6 Jahre) gemeinsam in den Skiurlaub. Damit wir von Anfang an Spaß haben, werden wir alle gemeinsam einen Ski- und Snowboardkurs bei www.sportscheck.com besuchen. Ich wette die Kinder werden uns vormachen, wie das Fahren richtig funktioniert. Und am Ende gibt es unsere Schnee-Engel. 🙂

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Zwischen geballter Lebenslust und sanfter Melancholie

Das klangvolle, portugiesische Wort „Saudade“, steht für Melancholie und tiefste Sehnsucht und prägt das Lebensgefühl der Lissabonner genauso, wie ihre nahezu unbändige Sucht nach Leben! Tina’s letzter Teil über ihren…

Das klangvolle, portugiesische Wort „Saudade“, steht für Melancholie und tiefste Sehnsucht und prägt das Lebensgefühl der Lissabonner genauso, wie ihre nahezu unbändige Sucht nach Leben! Tina’s letzter Teil über ihren Besuch in Lissabon.

Der Abend beginnt in den Gassen des Bairro Alto und sehr spät in der Nacht oder am frühen Morgen werden die ehemaligen Docks unter der Tejo-Brücke oder am Bahnhof Santa Apolónia. angesteuert. Tagsüber sind sie triste Ansammlungen von Lagerschuppen am Kai, doch in der Dunkelheit verwandelt sich das Viertel zum “Place to be” für das chice Szenevolk.

Wer will, kann dort auch nach Mitternacht zum Friseur gehen, Kunstgalerien besuchen und natürlich tanzen, bis der Morgennebel den Fluss in ein surreales Licht taucht. US-Schauspieler John Malkovich ist Betreiber eines der schönsten Etablissements, dem “Bica do Sapato” Stilecht im 60er-Jahre-Design beim Hollywoodstar essen und sich stärken für den anschließenden Besuch im Club “LuxFragil”, einer Intuition für Nachtschwärmer seit Jahren, so könnte der perfekte Abend aussehen.

Strassenverkaeufer Lissabon

Nur nicht zu lange in den Federn bleiben, auch wenn meine kleine Altbauwohnung so heimelig ist, dass ich sie am liebsten gar nicht verlassen möchte. Doch es gibt so vieles zu entdecken. Spannend und berauschend ist der Mix der Stadt, denn Lissabon ist kosmopolitisch. Menschen unterschiedlichster Kulturen leben wie in einem bunten Schmelztiegel, friedlich miteinander, Egal ob in der Mode, in der Musikszene, bei Design, Kunst, Theater, Küche oder im Nachtleben, hier herrscht ein afrikanisch-lateinamerikanischer Stilmix, der 24 Stunden lang vibriert- und das überall. Lissabons Altstadt ist bequem zu erlaufen, doch gemütlicher und mit leicht nostalgischem Flair gewürzt, ist eine Fahrt mit der historischen Straßenbahn, Linie 28, die am Prachtplatz “Rossio” startet und auch nach über 100 Jahren Betrieb noch die steilsten Steigungen meistert.

Lissabon ist eine romantische Stadt

Mit ratternden Sound schraubt sich die hölzerne Tram immer weiter nach oben und gewährt stets neue Aussichten und Einblicke, in das alltägliche Leben. Je weiter sich die Bahn ins Graça-Viertel hocharbeitet, desto abenteuerlicher wird es. Die Straßen werden immer enger, es wäre ein Leichtes, durch das heruntergekurbelte Fenster nach den Auslagen zu greifen, die liebevoll aufgetürmt vor der Obstläden liegen.

Oben und unten bestimmten schon immer das Leben in der Stadt. Ende des 19. Jahrhunderts konstruierten findige Ingenieure drei Schrägaufzüge, um Ober- und Unterstadt miteinander zu verbinden und schufen mit dem Elevador de Santa Justa auch gleich das Wahrzeichen des modernen Zeitalters. Die 32 Meter hohe Stahlkonstruktion, unweit des Rossio, diente zur damaligen Zeit als Transportmittel. Heute ist der Aufzug eher ein beliebtes Fotomotiv der Touristen und beherbergt ein winziges Freiluft-Café auf der obersten Plattform, mit spektakulärem Ausblick auf die Stadt. Ganz besonders schön ist es bei Sonnenuntergang, wenn der Tejo in sanftes Rosa getaucht wird und die Liebespaare auf den klapprigen Stühlen Platz nehmen.

dorade in lissabon

Lissabon ist eine romantische Stadt, das ist auch am nächsten Morgen im Alfama-Viertel zu spüren, es liegt ein Hauch von Wehmut und Nostalgie in der Luft, der das Herz berührt. Käfige mit Kanarienvögel hängen vor den typischen Häusern, im maruelinischen Stil, mit farbigen Azulejo-Kacheln. Sehnsüchtige Fado-Weisen klingen aus weit geöffneten Fenstern, der dicke Fischhändler sortiert seine Ware in der Auslage. Der Blick bleibt an einem übergroßen Plakat hängen, “Alfama é fácil de amar” – Alfama ist leicht zu lieben. Das gilt für ganz Lissabon, die gefühlvollen Melodien des Fado und der Wunsch, ganz schnell wieder dorthin zurückzukehren, werden mich nie wieder loslassen. Und jetzt habe ich hier sogar ein richtiges Zuhause gefunden!

[toggle title=”Sightseeing-Tipps”]Castelo Sáo Jorge: Hoch über der Stadt thront die Burg. Der Blick über die Stadt und den Tejo wird Sie verzaubern und die Gärten laden zu romantischen Spaziergängen ein.
Torre de Belém: Das Wahrzeichen der Stadt liegt etwas außerhalb. In der frühen Abenddämmerung leuchtet der weiß schimmernde Turm am eindrucksvollsten. Belém.
Eléctrico Nr. 28: Die altersschwache, hölzerne Bahn, passiert auf ihrer regulären Strecke, alle wichtigen Sehenswürdigkeiten. ab Prazeres- oder Martin Moniz
Miradouro de Santa Luzia: Einer der besten Aussichtspunkte, mitten im alten Viertel Alfama. Am schönsten bei Sonnenaufgang! Tram 28 bis Santa Luzia
Stadtteil Alfama – ein undurchsichtiges Labyrinth aus Plätzen, Gassen und Treppen
Elevador de Santa Justa – der eiserne Aufzug verbindet Ober- und Unterstadt
Parque das Nacoes – Das futuristische Expogelände aus dem Jahre 1998 – ist heute ein Freizeitpark mit großer Shoppingmall und Aquarium – ein gelungener Kontrast zur Altstadt.
Fado-Museum – Klangvolll durch die Geschichte des Fado. Hier kann man wunderbar einen verregneten Nachmittag verbringen und den melancholischen Weisen lauschen.
Lisboa Story Center – Lissabons Geschichte für alle Sinne, zum riechen, hören, fühlen… interaktives Museum mit überraschenden Momenten. Terreiro do Paco 78 www.lisboastorycentre.pt[/toggle]

[toggle title=”Ausgehen”]O Faia – Edler Fadoclub mit traditionellem Fado und leckerem Menü – Rua da Barroca, 56 – Bairro Alto – www.ofaia.com

Maria da Mouraria – Wie ein Wohnzimmer wirkt das familiäre Fado-Restaurant. Hier singen viele junge Talente, kein Wunder, Inhaber xx ist vom Hauptberuf Musikproduzent. Largo da Severa, 2 – Mouraria www.mariadamouraria.pt
Lux-Frágil: Toller Flussblick von der Terrasse, wechselnde, internationale DJ’s, cooles, modisches Publikum und gut gemixte Drinks. Di.- So. 18-6 Uhr, Av. Infante D. Henrique, Armazém. www.luxfragil.com
Cafe Suave: Statt Kaffee, gibt es hier leckere Longdrinks, Bier und Wein. Das „Suave“ ist das ausgelagerte Wohnzimmer der hippen Lissabonner Musiker- und Literatenszene. http://www.lisbonlux.com/lisbon-bars/cafe-suave.html
Hot Clube de Portugal: Der schummerige Jazzclub ist eine Institution. In dem kleinen Kellergewölbe traten schon Jazzgrößen wie Pat Metheny auf. Di. und Mi. finden Jamsessions statt. Pr. Da Alagria 39/ Restauradores www.isa.utl.pt/HCP/ushome.html
Noobai Café – Bis Mitternacht kann man in dieser Outdoor-Lounge mit zwei Terrassen sitzen und den spektakulären Blick auf die rote Brücke Ponte 25 de Abril und die andere Tejo-Seite bewundern – bei DJ Musik und guten Drinks. Rua de Santa Catarina21 www.noobaicafe.com[/toggle]

[toggle title=”Genuss”]Mercado da Ribeira – Lissabons größter Wochenmarkt und Gourmet-Foodtempel in einem, mit Dependancen der besten Küchenchefs Lissabons. Cais do Sodre
Manteicaria Londrina – Leckere, portugiesische Spezialitäten, z.B. Portwein, Rohmilchkäse aus der Serra de Estrella u.a. für zuhause. Rua das Portas de Santo Antao 55/ Restauradores
Bica do Sapato: Das In-Restaurant, ist in einem ehemaligen Speicher direkt am Tejo untergebracht. Probieren Sie unbedingt die Ravioli mit Krebsfüllung, ein Genuss! . Avenida Infante Dom Henrique, Armazem 8, www.bicadosapato.com
Panadaria das Mercés: Die Bäckerei im Bairro Alto, ist bis auf Samstag, jede Nacht durchgehend geöffnet – und immer voll! Alles frisch, direkt aus dem Ofen. Unbedingt die „Pao com Chourico“ testen! Travessa das Mercés 12, Tel. +351/21 3463054
Royale Cafe: Bei frisch gepressten Säften und hausgemachten Scones lässt es sich perfekt in den Tag starten. Largo Raphael Bordallo Pinheiro 29
Estufa Real: Lunch im Gewächshaus, ein entspannter Spot für einen Sightseeing-Break, mitten im Botanischen Garten. Calcada do Galvao, Jardim Botanico da Ajuda www.estufareal.com
Bota Alta: Kunst, wohin das Auge blickt, dazu vorzügliche, rustikale Küche aus dem Alentejo. Das „Bota“ ist immer gut besucht und frühes Kommen (ab 19 Uhr) sichert die besten Plätze. Travessa de Queimada 37/ Baixa, Tel. +351/21 3427959[/toggle]

[toggle title=”Allgemeine Infos”]http://www.visitlisboa.com

http://www.golisbon.com[/toggle]

Die beiden Teile von Tina’s Reise durch Lissabon

Teil 1: Lissabon – Die Melodie der Lebenslust als Local entdecken
Teil 2: Zwischen geballter Lebenslust und sanfter Melancholie

Hinweis: Die Reise fand mit freundlicher Unterstützung von “Visit Lisboa” – www.visitlisboa.com, der portugiesischen Airline TAP Portugal www.flytap.com und der internationalen Apartmentvermittlung Only Apartments, www.only-apartments.de statt.

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Sissi reloaded meets Bohemian Flair…

Man kombiniere Wien mit Bratislava, heraus kommt ein unvergesslicher Kurztrip, den ich dringend zum Nachahmen empfehle. Gleich zwei Städte an nur einem Wochenende? Dank modernster Verkehrsmittel ist das völlig entspannt…

Man kombiniere Wien mit Bratislava, heraus kommt ein unvergesslicher Kurztrip, den ich dringend zum Nachahmen empfehle. Gleich zwei Städte an nur einem Wochenende? Dank modernster Verkehrsmittel ist das völlig entspannt zu bewältigen. Zwei Tage die österreichische Metropole Wien auf Kaiserin Sisis Spuren entdecken- und danach in 70 Minuten im Highspeed auf der Donau mit dem „Twin City Liner“, für eine weitere Nacht den Hauch vergangener Zeiten in der slowakischen Hauptstadt Bratislava einatmen. Gerade mal 70 km liegen zwischen den „Schwesternstädten“, doch für mich sind es gefühlte Welten.

Schloss Belvedere in Wien

Das Schloss Belvedere in Wien wurde von 1668 bis 1745 erbaut.

Wien, die alte Kaiserstadt, wirbt schon bei der Anfahrt durch die Peripherie etwas schräg und bestätigt auf Anhieb mein Klischeebild, dass die Wiener doch ein bisschen anders sind. Große Reklametafeln auf dem Weg vom Flughafen in die City weisen darauf hin, dass die Stadt 1,7 Millionen Hirne hat, ebenso viele, wie Einwohner gezählt sind. Das muss wohl mal gesagt werden. Der Wiener scheint stolz auf sein Hirn – zu Recht, denn schaut man sich die Liste berühmter Stadtsöhne an, so ist zu lesen, dass die Stadt im Laufe der vergangenen Jahrhunderte, erstaunlich viele Dichter, Denker und Visionäre hervorgebracht hat. Großhirne sozusagen. Ob ehrwürdige Komponisten wie Johann Strauß und Franz Schubert, die Maler Schindler und Klimt, der unvergessliche Falco oder der Autor Stefan Zweig, sie alle sind weit über die Grenzen ihrer Heimat bekannt geworden.

Auch die Architekten vergangener Epochen waren mit ihren Bauten echte Visionäre und haben heute noch meine höchste Anerkennung verdient. Die breiten Alleen der Altstadt sind von herrschaftlichen Palästen gesäumt, ehemalige Wohnhäuser der oberen Zehntausend, muten wie Schlösser an. Die Prachtboulevards, wie die legendäre Ringstraße, haben sich heraus geputzt. Mit ihrer imposanten Architektur kann die österreichische Hauptstadt locker mit Madrid, London und Paris mithalten. Kaiserzeit und 21. Jahrhundert treffen aufeinander. Hinter uralten Gemäuern befinden sich heute Clubs, stylishe Boutiquen, Restaurants, Bars und Designhotels. Den Wienern gelingt mühelos der Spagat zwischen Tradition und Moderne. Trotz aller Veränderungen bleiben sie immer Originale, die eines verbindet: Sie alle lieben den ganz großen Auftritt. Sisi reloaded sozusagen, denn der Wiener an sich vergöttert die kaiserliche Vergangenheit seiner Stadt, Sisi und Kaiser Franz Joseph sind allgegenwärtig.

Wien wirkt im ersten Moment wie ein Freiluftmusem

Im ersten Moment wirkt Wien, wie ein gigantisches, nostalgisches Freiluftmuseum. In den kleinen Gassen rund um den Stephansdom und der Hofburg, in der heute u.a. das Sisi-Museum untergebracht ist, weht der Hauch der alten Zeit. Das „Sisi Museum“ ist ein „Must“. Es hat erstaunlich wenig Zuckerbäcker-Guss und zeigt eher die verletzliche, tiefsinnige und freigeistige Kaiserin, die mit ihrer extremen Individualität und Abenteuerlust, so eine Art historische Pippi Langstrumpf hätte sein können. Draußen fahren die Pferdekutschen, die „Fiaker“ über das holperige Kopfsteinpflaster. Heute steigen eher gut betuchte Touristen in den Wagen, denn eine 30-minütige Fahrt kostet ab 80 Euro aufwärts. Ich bevorzuge es, meine Sneakers anzuziehen und die Stadt zu Fuß zu entdecken. Mein Domizil, das „Lindner Hotel Belvedere“, liegt direkt am Schloss Belvedere.

Sissi in Wien

Elisabeth Amalie Eugenie, besser bekannt als Sissi, war von 1854 bis 1898 Kaiserin von Österreich.

Um gleich morgens sportlich in den Tag zu starten, lockt der Schlosspark. Bei schlechtem Wetter bietet sich aus dem Fitnesscenter des Hotels im 7. Stock, ein fantastischer Blick auf Wien. Vom modernen 4-Sterne-Hotel komme ich in nur zehn Gehminuten zur Einkaufsmeile Kärntner Straße, in 20 Minuten bin ich an der Hofburg, in der gleichen Zeit gelange ich auch zum Stephansdom oder zum Naschmarkt. Der tägliche Open-Air-Markt, verwöhnt alle Sinne. In den liebevoll dekorierten Auslagen stapeln sich Berge von Obst-, Gemüse- und Delikatessen. Es herrscht Basaratmosphäre. Man kann den ganzen Tag damit verbringen, sich durch die Köstlichkeiten zu naschen. Kalorien zählen sollte man tunlichst vermeiden, denn in Wien locken überall sündige Leckereien. Im „Demel“, der Hofzuckerbäckerei am Kohlmarkt, zergeht die „Sachertorte“ auf der Zunge. Unter riesigen Lüstern tummelt sich im barocken Ambiente ein internationales Publikum. Man befindet sich in bester Gesellschaft. Schon Kaiserin Sisi war süchtig nach den handgemachten Veilchen-Pastillen, Schauspieler Nicholas Cage schwört auf die Mohntorte.

Modischer Sisi-Kult (unbedingt in der Boutique „Sisi Vienna“ in der Annagasse 6 vorbei schauen), Opernball, Kaffeehäuser – all’ das gehört zu der modernen Großstadt dazu, genau so, wie die besten Elektromusik-Clubs Europas (z.B. das „On Market“ in der Linken Wienzeile 36) oder die Heurigen, gemütliche Weinlokale, in denen man mit den Einheimischen schnell ins Gespräch kommt (mein Tipp: der „Reinprecht“ im Herzen von Grinzing).

Kaffeehäuser als erweitertes Wohnzimmer

Apropos Kaffeehäuser. Die legendären Begegnungsstätten, sind das erweiterte Wohnzimmer der Einheimischen und wunderbare Spots, um das typische Wiener Leben zu studieren. Das „Cafe Sperl“ (Gumpendorfer Str. 15), das „Cafe Central“ (Herrengasse 14) oder das Literatencafe „Hawelka“ (Dorotheergasse 6) sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Ihre traditionelle Melange aus Kaffee, Topfenstrudel, Zeitungen und Thonet-Stühlen, zählt mittlerweile sogar zum immateriellen UNESCO Weltkulturerbe.

Café Central in Wien

Das Café Central in Wien wurde 1876 eröffnet und eröffnet den Besuchern im Inneraum einen herrlichen Blick auf die alte Kaffeehaustradition. (Fotos: Tina Engler)

Während die Wiener noch ihren Kaiserschmarrn in ihren geliebten Kaffeehäusern verzehren, hat sich die gesamte Lokalszene von Bratislava bereits nach draußen verlagert. Sobald der Frühling in die 500.000 Einwohner zählende, slowakische Hauptstadt einzieht, stellen alle Bars und Restaurants ihre Tische auf die Straße.

Bratislava wirkt wie eine kleine Puppenstadt

Bratislava wirkt wie eine kleine Puppenstadt, doch die Anzahl an Cafés, Bars, kleinen Privatbrauereien und Restaurants entspricht gefühlt der der Bewohner. Zwischen dem mittelalterlichen Michaelertor, der quirligen Michalska und der eleganten Venturska, mit ihren stolzen Stadtpalästen, bis hin zum Platz vor dem slowakischen Nationaltheater, heißt es sehen und gesehen werden, am Wochenende bis in den frühen Morgen.

In den engen Straßen der Altstadt herrscht ein baylonisches Sprachgewirr. Unter der Woche, gegen Abend, wenn die Heerscharen der Touristen nach ihrem Tagesausflug die Stadt wieder verlassen haben, kehrt Ruhe ein. In den Gassen hallen meine Schritte noch lange nach, ich begegne Kapuzinermönchen auf dem Weg in die Abendmesse und Katzen streunen durch die malerischen Hinterhöfe.

Geschäfte sind sieben Tage die Woche geöffnet

Gut, dass ich mich entschieden habe, über Nacht zu bleiben. Das „Lindner Bratislava“ mit Rooftop-Bar im 13. Stock und grandiosem Ausblick bis zur Burg, die majestätisch auf einem Hügel über der Stadt thront, ist direkt an ein ultramodernes Einkaufszentrum angeschlossen. Gefährlich für mich, weil ich einen Hang zum Shoppen habe. Vieles ist günstiger und die Geschäfte sind sieben Tage die Woche geöffnet.

Ost-Chick in Bratislava

Wechselspiel: In Bratislava wechseln sich Plattenbauten mit Jugendstilfassaden und futuristischen Neubauten ab.

Das Hotel ist nur vier Straßenbahnstationen von der Altstadt entfernt, doch die 10-minütige Fahrt fühlt sich an, wie eine Zeitreise. Plattenbauten wechseln sich mit Jugendstilfassaden und futuristischen Neubauten ab, ein faszinierender Mix durch verschiedenste Epochen. Nach dem Zusammenbruch des Sozialismus hat die junge Metropole zu ihrer neuen Identität gefunden. Die Altstadt mit ihren trutzigen Klöstern, Barockkirchen, den verwunschenen Konventen und den Zuckerbäcker-Palästen der Adligen ist lebendig und vollkommen auf den Tourismus eingestellt. Bohemian-Flair durchströmt die alten Gemäuer. In den restaurierten Hinterhöfen haben sich Second-Hand-Shops, Modedesigner, Galerien, Bildhauer und Maler angesiedelt.

Macht süchtig: Milchschokolade mit Pfeffer und Chili

Als bekennender Schokaholic, habe ich mein neues Sehnsuchtsziel gefunden. Viele kleine Cafés haben sich auf die zart schmelzenden süßen Sünden spezialisiert. Auf vielen Karten ist heiße Schokolade in über 20 Variationen zu haben. Mein Favorit: „Mexico“im „Schokocafe Maximilian“ am Markt. Milchschokolade mit Pfeffer und Chili. Dickflüssig und zum Niederknien lecker. Schon beim ersten schluck spüre ich: Das süffige Gebräu kann süchtig machen… Grund genug, ganz schnell wieder zu kommen!

Hinweis: Die Autorin wurde von Lindner Hotels AG zu dieser Reise eingeladen.

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Segeln Sie direkt nach Madeira!

Wenn es einen Wettergott in diesem Universum gibt, er liebt mich definitiv nicht! Da bin ich schon mal mit einem Traumschiff zum Segeln in den Azoren und was hat das…

Wenn es einen Wettergott in diesem Universum gibt, er liebt mich definitiv nicht! Da bin ich schon mal mit einem Traumschiff zum Segeln in den Azoren und was hat das Wetter? Richtig schlechte Laune: Wolken, Regen, viel Sturm – sogar zwei Tiefdruckgebiete. Diese Kombination mag eigentlich niemand. Schon gar nicht der Kapitän eines Segelschiffes. Also treten wir mit der Sea Cloud II jetzt die Flucht nach vorne an. Wenn erst mal der Wurm drin ist…

Die Sea Cloud 2 im Hafen von Horta

Die Sea Cloud 2 im Hafen von Horta

„Segeln sie direkt nach Madeira und halten sie sich nirgendwo mehr unnötig auf!“ So oder ähnlich muss der Befehl der Reederei an den Kapitän der Sea Cloud II, Immo von Schnurbein, gewesen sein, nachdem der Wetterbericht für die nächsten Tage ausgewertet worden war. Schweres Tiefdruckgebiet auf der einen Seite, großes Sturm- und Regengebiet auf der anderen Seite und in der Mitte ein kleiner Pfad, durch den wir jetzt mit dem Großsegler hindurch wollen. Geradewegs zurück nach Madeira. Drei Tage auf der Flucht vor dem schlechten Wetter. Na Bravo!

Segelsetzen auf der Sea Cloud 2 nach traditioneller Art. Matrosen klettern in die Masten und setzen das Segel.

Segelsetzen auf der Sea Cloud 2 nach traditioneller Art. Matrosen klettern in die Masten und setzen das Segel.

Segel gesetzt: Die Sea Cloud 2 nimmt Kurs auf Horta

Segel gesetzt: Die Sea Cloud 2 nimmt Kurs auf Horta

Dabei hatte der Tag so vielversprechend angefangen. Nachdem wir die Nacht durchgefahren sind, war in der Dämmerung Land in Sicht. Das Ziel, Horta auf der Insel Faial. Die kleine Stadt ist der Treffpunkt aller Segler, die mit ihren Schiffen über den Atlantik segeln. Die Kaimauer im Hafen ist ein einziges Kunstwerk mit hunderten Gemälden von Skippern, die sie vor der Überquerung an den Beton gemalt haben. Aberglaube, aber sehr schön. Es gibt dem Hafen einen mystischen Touch, erzählen doch die Gemälde Geschichten vieler hundert Segler der letzten Jahre.

Das Café Sport, besser bekannt unter “Peter’s Sports Bar”, unmittelbar am Hafen ist eine kleine Bar, die ebenfalls Treffpunkt vieler Atlantik-Segler ist. Hier lassen sich viele Skipper die Post von zuhause hinschicken. Hier trifft man sich auch und erzählt von den Erfahrungen der letzten Segeltouren. Hier wird Seemannsgarn gesponnen. Es herrscht eine sehr schöne Atmosphäre mit vielen Schiffswimpeln und Aufklebern an der Wand. Zufälligerweise saß ich direkt an einem Aufkleber der „Thor Heyerdahl“, einem sehr schönen Segelschiff aus Kiel. Wie klein die Welt doch ist.

Treffpunkt vieler Azorensegler ist "Peter's Sports Bar" in Horta.

Treffpunkt vieler Azorensegler ist “Peter’s Sports Bar” in Horta.

Wir machen uns jetzt gegen Mitternacht auf den Weg in Richtung Madeira. Ein Blick aus dem Fenster lässt leider keinen Zweifel aufkommen: Es regnet stark und der Himmel ist dunkel, so dass ausnahmsweise jetzt mal der Wetterbericht stimmen sollte. Gerade kommt von der Brücke die Info, dass der Wind für die Azoren um diese Jahreszeit sehr untypisch ist. Warum überrascht mich diese Aussage nicht? Ich sag ja, wenn mal der Wurm drin ist.

Wenn der Kapitän nicht so ein alter Seewolf wäre, würde ich mir vielleicht langsam Sorgen machen. Aber sowohl das Schiff als auch die Crew sind super, und so freue ich mich auf die nächsten drei Tage auf See. Wir wollen viel Segeln, dafür bin ich schließlich auch hier… Und für das Wetter kann auch niemand etwas, außer…? Wenn es einen Wettergott geben sollte, jetzt ist noch Zeit, mich von Dir zu überzeugen. Ich tanze Dir auch meinen Namen, notfalls im Regen…

Bilder von Horta

Gemälde vieler hundert Segler zieren die Kaimauer vom Hafen in Horta

Gemälde vieler hundert Segler zieren die Kaimauer vom Hafen in Horta

Wo Platz ist, werden die Gemälde auf den Beton gemalt.

Wo Platz ist, werden die Gemälde auf den Beton gemalt.

Der

Der “neue” Teil des Hafens von Horta.

Heinrich der Seefahrer und Hein Daddel, Jörg Baldin.

Heinrich der Seefahrer und Hein Daddel, Jörg Pasemann.



Tagebuch über die Reise mit der Sea Cloud 2


Hinweis: Ich wurde von der Reederei Sea Cloud Cruises auf diese Reise eingeladen. Vielen Dank!

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