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Weit weg von allem – Stopover in Finnland

Mit dem Rad eine Runde durch die Schären drehen, Nordlichter jagen in Lappland oder sich durch die Gourmettempel Helsinkis schlemmen: Die vielen Gesichter Finnlands zu erkunden ist jetzt noch einfacher….

Mit dem Rad eine Runde durch die Schären drehen, Nordlichter jagen in Lappland oder sich durch die Gourmettempel Helsinkis schlemmen: Die vielen Gesichter Finnlands zu erkunden ist jetzt noch einfacher. Finnair hat in Zusammenarbeit mit den staatlichen und regionalen Tourismusbehörden Stopover-Programme aufgelegt, die vor allem Langstreckenreisende aus und in Richtung Asien zu einem Aufenthalt im Land der 1000 Seen animieren sollen.

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Nur für Hartgesottene: Eisbaden. (Foto: visitturku)

Bäume, nichts als Bäume und dazwischen hin und wieder ein buntes Holzhaus an einer grünen Wiese: Schon bei der zweistündigen Fahrt von Helsinki zum südwestlichsten Zipfel Finnlands verlangsamt sich der Herzschlag. Kein Stau, keine Raser und Drängler fordern Aufmerksamkeit, die menschenleere Landschaft breitet ihre Arme aus und ummantelt den Ankömmling mit ihrer Ruhe und Gelassenheit. Was es heißt, Platz zu haben, war bislang nur eine Zahl im Kopf: 5,4 Millionen Menschen verteilen sich in Finnland auf eine Fläche, die nur unwesentlich kleiner als Deutschland ist. Und die meisten von ihnen haben wir gerade in Helsinki hinter uns gelassen.

Stopover ohne Aufpreis in Finnland

Der zweitägige Ausflug von der finnischen Hauptstadt Richtung Baltisches Meer nach Turku und Naantali gehört zu den Stopover-Programmen, die Finnair zusammen mit den Tourismusorganisationen des Landes aufgelegt hat, um Finnland als Urlaubsziel zu promoten. Die Idee: Passagiere, die mit Finnair über Helsinki zu anderen Destinationen reisen, sollen ohne Aufpreis einen Aufenthalt in Finnland einlegen können. Pakete reichen vom fünfstündigen Rundgang durch die Hauptstadt bis zur fünftägigen Reise ganz in den Norden, nach Lappland.

Die älteste Stadt: Naantali

Geschichte, Kultur, Wellness, Outdoor-Aktivitäten und reichlich gutes Essen vereint die bedeutendste Urlaubsregion Finnlands im Süden. Naantali, die älteste Stadt des Landes, ist um ein mittelalterliches Kloster gewachsen. Es entwickelte sich erst zum Wallfahrtsort, Mitte des 19. Jahrhunderts entstand um eine Heilquelle ein noch heute beliebter Kurort. Naantali ist auch als die Sonnenstadt Finnlands bekannt.

Die Sonne ist beim Spaziergang durch die Altstadt allerdings dicken Wolken gewichen, aus denen hin und wieder ein Schauer niedergeht. Kein Mensch wagt sich aus den hübschen, in Naturfarben gestrichenen 200 Jahre alten Holzhäusern im Hafenviertel.

Stopover Finnland - Gabriele Kuester (1 von 22)

Der Schiffbau hat große Tradition in Finnland. Die deutsche Meyer Werft baut hier heute ihre Ozeanriesen. (Foto: Turku Stadt)

Sommerresidenz des Präsidenten

Das Wasser ist allgegenwärtig und der Schiffbau hat eine lange Tradition in dieser Region. Die deutsche Meyer Werft baut hier Kreuzfahrtschiffe und ist mit ihren Großprojekten ein wichtiger Arbeitgeber. Ansonsten sind die meisten Menschen in Dienstleitungs- und Technologiebetrieben oder im Tourismus beschäftigt. Die Arbeitslosenquote liegt etwa bei zehn Prozent.

Wenn es nach den Tourismusbetrieben der Region geht, könnte das ganze Jahr über ein wenig mehr Betrieb sein. Denn die Hochsaison ist allzu kurz. Vor der Mittsommerwende, wenn die Nacht in diesen Breitengraden zum Tag wird, verwandelt sich der beschauliche 19.000-Seelen-Ort für ein paar Wochen in eine lebendige Hafenstadt. Der Präsident verlagert dann den Regierungssitz in seine Sommerresidenz in Naantali. Segelboote tummeln sich in der Bucht, bevor sie zu ihren Törns durch das Reich der rund 25.000 Inseln aufbrechen, die Finnland und Schweden lose verbinden. Dann kommt Leben in die  Gassen der wunderhübschen historischen City.

Mumins sind Kult

Die meisten asiatischen Besucher haben ein anderes Ziel:  die Muminwelt auf der Kailo-Insel – ein Freizeitpark, in dem sich alles um die Zeichenfiguren dreht, die von der finnlandschwedischen Schriftstellerin Tove Jansson erfunden wurden. Wie groß der Hype um die freundlichen, runden Mitglieder der Muminfamie ist, zeigt sich auch im Hotel. Dort ist ein Teil der Zimmer mit den Kultfiguren dekoriert.

Stopover Finnland - Gabriele Kuester (19 von 22)Die Besucher aus dem Osten sind im Kommen: Während die Zahl der russischen Urlauber in Finnland wegen der Ukraine-Krise in den vergangenen Jahren rückläufig war, ist die Zahl der Übernachtungen asiatischer Touristen von 400.000 im Jahr 2010 auf 730.000 im Jahr 2015 gestiegen. Zum Vergleich: Die Deutschen, bislang nach den Finnen selbst, den Schweden und Briten der viertstärkste Quellmarkt, schlugen im vergangenen Jahr mit rund 550.000 Übernachtungen zu Buche.

Eine Sauna darf nicht fehlen

Sie könnten aber vor allem in der Nebensaison für Wachstum sorgen: „Weit weg vom allem“ sein zu wollen sei im Trend, sagt Stadtführerin Olga vom regionalen Fremdenverkehrsbüro. Die Finnen selbst sind da selbst ganz vorne dabei. Während der Ortskern vor allem von älteren Menschen bevölkert wird, leben die meisten Familien mit Kindern in den freistehenden Häusern der Umgebung, weil sie so mehr Platz und Nähe zur Natur haben. Und im Sommer zieht es auch aus den umliegenden Orten viele Menschen in die 4600 Sommercottages von Naantali. „Die sind oft ganz einfach und ohne Strom“, erzählt Olga. Nur eine Sauna darf in der Regel nicht fehlen. Statistisch gesehen kommt in Finnland fast auf jeden zweiten Bürger ein Schwitzhaus: Das Saunieren ist oft schon ab dem Babyalter fester Bestandteil der finnischen Lebensart.

Auch die Haut entspannt

Heute ist die finnische Spa-Kultur ein Pluspunkt für den Ganzjahrestourismus. Die hat sich natürlich auch im Wellness-Angebot der Hotels niedergeschlagen. Nach dem Relaxen im badewannenwarmen Whirlpool verordne ich der vom Winter gestressten Haut eine Verjüngungskur. Während Elsa mit wunderbar geschickten Händen ein Fluid in meine Haut einarbeitet, lerne ich, dass auch empfindliche Typen keine Angst vor Peelings haben müssen.  Mit enzymatischen Produkten geht´s ganz ohne Rubbeln und rote Stellen nach der Behandlung. Das Ergebnis ist zumindest für eine Weile ein frischerer Teint und ein wunderbar entspanntes Hautgefühl.

Kneipenkultur in Turku

Die richtige Vorbereitung für das Abendprogramm in Turku! Die etwa 20 Autominuten entfernte sechstgrößte Stadt Finnlands (128.000 Einwohner) lockt mit witzigen Kneipen, viele sind in alten  Gebäuden untergebracht. „Ich gehe in die Apotheke“ ist in einheimischen Familien offenbar ein geflügeltes Wort. Die Bierbrauerei Koulu entpuppt sich als ehemalige Schule, in der die alten Pulte noch als Tische dienen. Hier stellt ein Familienbetrieb mit viel Leidenschaft und nach deutschen Reinheitsgebot verschiedene Sorten her.

Apropos Bier: Alkoholische Getränke gehören zu den hoch besteuerten Luxusgütern in Finnland. So kann ein Glas Wein oder Bier gut und gerne sieben Euro kosten. Ansonsten sind die Preise in den Restaurants mit denen in deutschen Städten vergleichbar. Wo auch immer Urlauber hinkommen, werden sie in aller Regel sehr freundlich und auf Englisch bedient – außer jemand spricht Finnisch oder die zweite offizielle Amtssprache Schwedisch.

Stopover Finnland - Gabriele Kuester (9 von 22)

In einer ehemaligen Schule ist heute eine Bierbrauerei untergebracht.

Essen gut, Urlaub gut

Nach Umfragen der finnischen Tourismusbehörden ist gutes Essen für die Mehrheit der Touristen eines der wichtigsten Merkmale eines gelungenen Urlaubs. Das Fremdenverkehrsamt von Turku hat sich daraufhin mit den Gastronomen der Stadt an einen Tisch gesetzt und einen Foodwalk kreiert: Für 44 Euro kann man in fünf von zehn ausgewählten Cafés, Kneipen und Restaurants Station machen und überall eine bestimmte Speise probieren.

Einen wunderbaren Einblick in die Esskultur der Finnen bietet auch ein Rundgang durch die alte Markthalle von Turku: Hier ein Häppchen Lachs mit viel Dill, Brot mit Fischpastete oder Krabben, frittierte Sardellen, dort ein Stück Blaubeerkuchen, … Und zwischendurch ein kleines Schwätzchen mit dem Fischhändler. Ganz entspannt, versteht sich. Ist ja Finnland.

Hinweis: Die Autorin wurde von Finnair auf diese Reise eingeladen.

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Schwer am Feiern: Ein „Dorf“ als heimliche Partyhochburg von Kuba

Es ist schwülheiß. Der Deckenventilator wälzt die verbrauchte Luft um. Zigarettenrauch vernebelt die Blicke in der schwach beleuchteten Bar. Das „El Cambio“ ist der Insider- und Intellektuellentreff von Camagüey. Vor…

Es ist schwülheiß. Der Deckenventilator wälzt die verbrauchte Luft um. Zigarettenrauch vernebelt die Blicke in der schwach beleuchteten Bar. Das „El Cambio“ ist der Insider- und Intellektuellentreff von Camagüey. Vor allem am Wochenende schaut Jung und Alt herein, um zu debattieren und den neuesten Tratsch auszutauschen.

In dem angeregten Stimmengewirr versteht man fast sein eigenes Wort nicht. Geschweige denn das des Nebenmanns. Der schwergewichtige Typ mit dem weißen Bart am Tresen, dessen voluminöser Bauch an die runden Tonkrüge (tinajones) erinnert, die überall in Camagüey herumstehen und Wahrzeichen der Stadt sind, versucht es trotzdem: „Woher kommst du?“ „Deutschland.“ „Wie geht’s?“ „Gut.“ „Zahlst du mir ein Bier?“

Drei Fragen wie aus dem Effeff. Von der ersten bis zur letzten hat es keine fünf Sekunden gedauert. Die Reihenfolge ist ein Evergreen auf Kuba. Schnorren eine Art Volkssport. Weil nämlich auch Kubaner allzu menschliche Züge zeigen – und vor allem das begehren, was sie kaum oder nur schwer kriegen können. Zum Beispiel süffiges, kubanisches Bier statt billigeren Rum. Gegen harte Pesos, versteht sich. Aber den CUC (peso convertible), die Zweitwährung, hat nicht jeder im Portemonnaie. Je nach Laune zahlt man als Tourist ein Bier und hat dann – eventuell – seine Ruhe. Oder nicht. Weil es dann erst richtig losgeht. Nämlich kopfüber ins Nachtleben. Wie mit Pepe, dem schwergewichtigen Bärtigen vom Tresen.

Pepe ist ein lebendiges Nightlife-Inventar von Camagüey

Pepe ist eine Nachteule. Ein lebendes Nightlife-Inventar von Camagüey. Er weiß, wo was los ist. Und das ist in der drittgrößten Stadt Kubas nicht gerade wenig.

Mit der Bierdose in der Hand stapft Pepe über die Independencia. „Komm’ mit“, winkt er. Die Straße und der angrenzende Parque Agramonte sind voller Menschen. In der Mitte hat einer einen CD-Player platziert. Es läuft Salsa, ein paar Paare tanzen. Die Nacht ist schwarz, die Straßenbeleuchtung schummrig. Im gegenüberliegenden „Disko Café“ ist es kaum heller. Aber schön kühl. Wer es sich leisten kann zahlt ein paar CUC Eintritt. Drinnen läuft ein internationaler Mix aus House und Reggaeton. Ein paar wenige Touristen verlieren sich in dem Tanzschuppen. Der große Rest besteht aus Einheimischen.

Camagüey steht in erster Linie bei kulturinteressierten Kubabesuchern auf der Agenda. Kein Wunder, das Zentrum von Camagüey ist eines von vier Altstadtzentren auf der Karibikinsel, das zum Unesco-Weltkulturerbe zählt. Camagüey sticht vor allem wegen der vielen Kirchen aus Kolonialzeit heraus.

Dabei ist die Ausgehkultur auch nicht zu verachten. Sie steht unter jungen Kubanern hoch im Kurs. Wie bei Angel, der im Disko Café herumsteht. Er sei eigentlich aus Havanna, doch ihn ziehe es immer wieder nach Camagüey. „Hier macht es Spaß auszugehen, die Leute sind nicht so versnobt wie in Havanna“, sagt der 33-Jährige, der sich mit seinem martialischem T-Shirt und seinen langen Haaren eher als Hard-Rock- denn als Disko-Fan outet. „Klar“, sagt er, aber die Rockszene auf Kuba sei eher überschaubar, deshalb tanze er auch zu anderen Rhythmen. Sein größter Wunsch: einmal das Wacken-Festival live in Deutschland erleben.

Die Einwohner von Camagüey gelten als Feierbiester

Doch vorher wird in Camagüey gefeiert. Die Einwohner gelten als Feierbiester. „Vergiss Havanna!“, befiehlt Pepe. Und das obwohl die populäre noche camagüeyana, die in jedem Reiseführer angepriesen wird, vor einiger Zeit abgeschafft wurde. Samstags bevölkerten die Massen die Innenstadt. Doch wegen Lärm- und Geruchsbelästigung der Anwohner wurde die Stadtparty gestrichen – ganz bürokratisch. „Eine Schande“, sagt Pepe.

Doch das hält die Einwohner von Camagüey nicht vom Feiern ab. Schließlich gibt es noch genügend Plätze, Bars und Cafés. Vor allem entlang und etwas abseits der Republica, einer hübsch restaurierten Fußgängerzone mitten im historischen Stadtzentrum. Und vor allem spätabends. Dann sind die Temperaturen erträglich. Im Landesinneren von Kuba staut sich des Öfteren die Hitze, es fehlt die Meeresbrise. Ausladende Sonnenschirme gehören tagsüber wie die vielen Kirchtürme untrennbar zum Stadtbild. Und natürlich die Tonkrüge, die tinajones. Sie dienten einst als Regenauffangbehälter in der trockenen Region.

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Camagüey ist Hochschulstadt, die Bevölkerung ist jung und …

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… gibt sich hip und modern. (Artikelfotos: Martin Cyris)

Heutzutage geht es in Camagüey zumeist feuchtfröhlich zu. Und Pepe geht voran, mit einer weiteren gesponserten Bierdose in der Hand. Am Plaza de la Soledad kommt eine Gruppe von rund 30 Menschen jeden Alters entgegen, im Gänsemarsch. Der erste trägt das Party-Equipment vor sich her: einen Kassettenrekorder, Baujahr 1985, und eine Flasche Rum. Die anderen folgen. Tanzend, singend und wippend. Zwei Mittdreißiger, sie und er, scheren aus und reiben im Takt der Musik ihre Unterkörper aneinander. Polonaise camagüenese.

Feierwütig – diesen Ruf beansprucht irgendwie ganz Kuba. Doch Camagüey ist anders. Weil die drittgrößte Stadt des Landes die Infrastruktur einer Großstadt bietet, aber einen dörflichen Charakter bewahrt hat – und dadurch recht unkompliziert daherkommt.

Aus dem Café „Dolce Vita“ dringt Sixties-Musik. Beatles & Co. sind auf Kuba erstaunlich präsent. In größeren Städten gibt es Beatles-Bars. Seit ein paar Monaten steht auch eine in Camagüey namens „Yesterday“. „Das ist was für Ältere“, sagt Pepe verächtlich, der altersmäßig eigentlich selbst zur Oldies-Zielgruppe zählt, „komm’ weiter!“ Für ihn zählt nicht das Gestern, sondern das Hier und Jetzt.

Mojito und Bier fließen in Strömen

Und das tobt an diesem Abend auch in der Open-Air-Bar El Bambú auf der Republica. Eine Reggaeton-Band heizt live ein, Mojito und Bier fließen in Strömen. Da muss Pepe nicht zwei Mal bitten. Touristen sind kaum zu sehen, die kulturbeflissenen Camagüey-Besucher haben sich längst in die Altstadthotels zurückgezogen.

Ein Teil der Menge gibt sich ausgelassen und tanzt verschwitzt in den Morgen hinein. Der andere macht einen auf extravagantes Clubbing und chillt im Lounge-Bereich – Küsschen links, Küsschen rechts.

Die besten Küsschen gibt’s allerdings nicht im El Bambú sondern bei Josef. Nämlich Kokosbusserl, eine Nascherei aus Kokosflocken und viel Zucker. Der Österreicher betreibt in der Altstadt von Camagüey ein Restaurant mit Konditorei und Zimmervermietung. Es gibt Wiener Schnitzel, Sisi-Devotionalien und ein großes Wandgemälde vom Geburtshaus Mozarts, davor liegt ein kugelrunder tinajón. Die „Casa Austria“ ist eine echte Rarität, da es für Ausländer auf Kuba noch immer schwer ist ein eigenes Geschäft zu betreiben.

Doch Josef Haderer hat’s geschafft. Weil er mit einer Kubanerin verheiratet war und weil er sich in die lokale Szene „eingearbeitet“ hat, wie er sagt. Im überschaubaren Camagüey sicherlich kein Nachteil. „Hier kennt fast jeder jeden“, sagt Haderer, „Camagüey ist wie ein großes Dorf.“ Aber ein feierwütiges.

 

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Hinweis: Die Reise erfolgte mit Unterstützung von Condor.

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Urlaub in Ägypten: Manchmal nicht wie aus 1000 und einer Nacht

Urlaub wie aus 1000 und einer Nacht: Sonnenschein, exotisches Essen, Tauchen und Schnorcheln im Roten Meer oder hochklassige Hotels mit perfektem Service – Urlaub in Ägypten verspricht Erholung, Kultur, Abenteuer…

Urlaub wie aus 1000 und einer Nacht: Sonnenschein, exotisches Essen, Tauchen und Schnorcheln im Roten Meer oder hochklassige Hotels mit perfektem Service – Urlaub in Ägypten verspricht Erholung, Kultur, Abenteuer und Exotik. Doch die Realität sieht in einigen Regionen oftmals anders aus: Wer Urlaub in der Sonne sucht und dafür in Kauf nimmt, das Hotelgelände nicht zu verlassen, ist zumindest in der Makadi Bay am Roten Meer genau richtig: Kultur, schöne Landschaften oder Exotik? Fehlanzeige!

Der Reiseleiter der Reisegruppe schwört die gerade angekommen Gäste auf die nächsten Urlaubstage in Makadi Bay, einer Bucht am Roten Meer, etwa 30 Kilometer von Hurghada entfernt, ein. “Es gibt hier drei Arten von Religionen”, sagt Ahmed schmunzelnd. “Moslems, Christen und Verkäufer.” Hier sei handeln Volkssport und niemand zahlt den Preis, den ein Verkäufer in Ägypten zuerst nennt. “Eher ein Viertel des Preises ist gerechtfertigt.” Selbst in der Apotheke sind die Preise verhandelbar, was bei vielen Gästen aus Deutschland ein ungläubiges Kopfschütteln hervorruft. Das gelte auch für das Durchfallmittel “Antinal”, dass hier in Ägypten fast jeder Urlauber irgendwann brauche. “Bakterien!”, sagt Ahmed, “Wir haben hier andere Bakterien als in Europa. Das Gemüse und Obst in der Küche wird nicht immer mit Trinkwasser gewaschen, so dass der Durchfall irgendwann sicher kommt.” Und da hilft eben dieses Mittel, dass in der Apotheke in Makadi Bay rund 25€ kostet, in Hurghada selbst allerdings nur 5€. Auch den Grund kennt der Reiseleiter nur zu gut: “Die Ladenbesitzer hier im Resort zahlen rund 5.000€ Miete für die kleinen Parzellen pro Monat.” In der Stadt seien die Läden deutlich günstiger. Und wie gesagt: Hier wird um alles gehandelt.

Apropos Stadt, Hurghada ist laut Ahmed auf jeden Fall eine Reise wert und auch da gibt es zwei Möglichkeiten für die Gäste. Entweder man fährt mit dem Shuttlebus vom Hotel für 6€ pro Person oder mit dem Taxi. “Das kostet vom Hotel zur Stadt knapp 20€ und von der Stadt vom Hotel knapp 10€.” Vorausgesetzt man handelt gut mit dem Taxifahrer. Der größte Teil der Reisegruppe entscheidet sich für den Shuttlebus, der um 15.10 Uhr am Hotel wartet. Die Fahrt dauert etwa 30 Minuten und ist eher abschreckend. Außer ein paar Sicherheitskontrollen sieht man viel Sand und jede Menge Dreck am Wegesrand. Hier ein paar leere Häuser, Zäune und vereinzelt der Versuch, für Touristen etwas aufzubauen. So sieht die “Delphin World” im nirgendwo am Straßenrand nach Hurghada ebenso absurd aus, wie die “Aqua World”, zu der die Touristen aus den Hotels der Makadi Bay in der Regel kostenlos gefahren werden. Der Eintritt ist in den All-Inklusive-Angeboten der Hotels meistens inbegriffen.

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Typisches Bild in Hurhgada

Highlight an der Endstation ist ein leeres Einkaufszentrum

Nach rund 35 Minuten Fahrtzeit erscheint die Silhouette von Hurghada. Dort angekommen fühlen sich die Touristen, als würden sie eine große Baustelle besichtigen. Allerdings wird hier offensichtlich seit Jahren nicht mehr gebaut und so ist es auch nicht verwunderlich, dass nirgendwo ein Bauarbeiter dafür aber viel Dreck und Bauschutt zu sehen ist. “Das sieht hier schon seit Jahren so aus”, weiß Walter aus Köln, der ebenfalls im Bus sitzt und schon ewig zum Tauchen hierher kommt. Große Rohbauten zeigen von einer regen Bautätigkeit, die aus welchen Gründen auch immer, abrupt beendet worden sind. Auf die meisten Urlauber ist der Anblick eher abschreckend als einladend und der Eindruck wird auch nicht besser, als die Gruppe den Busbahnhof in Hurghada erreicht hat und jetzt den rund dreistündigen Aufenthalt startet.

Das Highlight gleich vorweg: Genau gegenüber vom Busbahnhof ist ein großes Einkaufszentrum, dass allerdings nur zu einem Viertel mit Ramsch-Läden gefüllt ist. Warum die Reisegruppe ausgerechnet an diesen Fleck in Hurghada gefahren worden ist, bleibt das Geheimnis der Veranstalter. Ansonsten bietet die Stadt in diesem Teil nicht mehr, als der Stadtrand: Schmutz, leere Rohbauten und pausenlos hupende Taxen.

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Viele Bauten am Stadtrand von Hurghada sind Ruinen. (Fotos: Jörg Pasemann)

Die Makadi Bay ist ein gutes Gebiet zum Schnorcheln

Während der eine Teil der Gruppe vergeblich versucht, irgendetwas Schönes zu finden, steigen einige in ein Taxi, um nach “Downtown” von Hurghada gefahren zu werden oder zurück ins Hotel. Für 100 Ägyptische Pfund hat Walter einen Taxifahrer gefunden, der ihn zurück ins Hotel fährt. Auch hier schwanken die Preise von 350 bis 100 Pfund, die natürlich auch Verhandlungssache sind. Vom Taxifahrer erfährt er, dass das schöne Hurghada eher in der Altstadt, also in “Downtown” zu finden ist. Gerade aus dieser Sicht stellt sich die Frage, warum die Touristen ausgerechnet hier abgeladen werden. Nach einem kurzen Zwischenstopp des Taxifahrers irgendwo in der Stadt, geht es dann zurück auf die Straße in Richtung Makadi Bay.

Das Fazit für diese Reise fällt Walter zum Schluss ganz leicht: “Um Urlaub am Meer zu machen und Sonne zu tanken, ist Makadi Bay in Ägypten im Moment relativ günstig und richtig – für mehr aber auch nicht.”

Abenteuer Taxi in Hurghada

In Hurghada müssen Sie kein Taxi suchen, das Taxi findet sie! Wer am Straßenrand steht oder geht, wird ununterbrochen an gehupt und von den Taxifahrern gerufen. Handeln ist oberste Pflicht, aber auch Vorsicht ist geboten: Oft tauschen unseriöse Taxifahrer beim Bezahlen größere Geldscheine unbemerkt in kleinere Noten ein, und ehe sich die Fahrgäste versehen, wird unter lautem Geschrei die angeblich fehlende Menge an vereinbartem Geld verlangt. So wird die Fahrt dann deutlich teurer, als ursprünglich verhandelt.

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Camargue: Im Reich der rosa Flamingos

Halb Land, halb Meer: Das Reich der rosa Flamingos, schwarzen Stiere und weißen Pferde in der Camargue hat das Potenzial, die „Sehnsucht nach mehr“ zu stillen. Unsere Radtour führt uns…

Halb Land, halb Meer: Das Reich der rosa Flamingos, schwarzen Stiere und weißen Pferde in der Camargue hat das Potenzial, die „Sehnsucht nach mehr“ zu stillen. Unsere Radtour führt uns fernab großer Touristenströme von Arles entlang der Rhône, durch Wasserlandschaften, Salzwiesen, Reisfelder und Weingärten. Der Mistral, der uns begleitet, hat auch seine guten Seiten. Mit voller Kraft fegt er die Wolken vom Firmament, sorgt für einen blauen Himmel und vertreibt die in der Camargue gefürchteten Mücken ins Nirgendwo.

Ganz besonders: der Vin de Sable

Von Arles aus fahren wir an der Rhône entlang Richtung Süden. Unser Weg führt uns durch die nördlichsten Reisanbaugebiete der Welt – verblühte Landschaften mit Sonnenblumenfeldern und Weingärten auf sandigem Boden in der Camargue. Die Salzkristalle der Luft haben sich weißfunkelnd auf den süßen, blauen Trauben abgesetzt. Friedlich grast eine Herde schwarzer Stiere auf einer Wiese, weiße Pferde kommen neugierig auf uns zu. Der Mistral weht so stark, dass ich Mühe habe, meine Kamera ruhig zu halten.

Leuchtende Salzwiesen im Nationalpark Camargue

Wie aus dem Nichts taucht plötzlich rechterhand das Meer auf. Im Licht der grün-lila-pink leuchtenden Salzwiesen entdecken wir die erste Flamingo-Gruppe, die im Wasser nach Nahrung sucht. Ich komme mir vor wie ein Jäger auf der Pirsch, allerdings mit einer Kamera, als ich im Aussichtsturm vom Info-Zentrum des Nationalparks verweile. Über einen Damm radeln wir durch die Camargue – geboren aus dem Fluss und dem Meer -, auf deren salziger Erde sich eine einzigartige Flora und Fauna entwickelt hat. Flamingos und andere Wasservögel begleiten uns auf dem Weg zum Leuchtturm „Phare de la Gacholle“, der sich einsam in der Ferne erhebt. Dort wartet unser Guide Pit von „Die Landpartie“ mit dem mittäglichen, leckeren Picknick auf uns.

Surfen mit dem Mistral

Den Duft von Salz und Meer in der Nase erreichen wir schließlich einen 50 Meter breiten Endlosstrand, wo Kitesurfer den Mistral geschickt nutzen. Einige ganz mutige aus unserer Gruppe gehen im Mittelmeer baden, die anderen genießen einfach nur die herrliche Luft, die Sonne und das Rauschen der Brandung. Von hier ist es nicht mehr weit bis zum Bade- und Wallfahrtsort Les-Saintes-Marie-de-la Mer, wo wir im Landhotel „La Montrane“ eine zauberhafte Herberge in der Camargue finden. Hier werden wir mit einem exzellenten Dinner und köstlichem Vin de Sable verwöhnt.

Auf dem Jakobsweg

Am siebenten und letzten Tag gilt es, noch einmal mehr als 60 Kilometer zu bewältigen. Wir queren einen Fluss auf einer kleinen Fähre gemeinsam mit Reitern und Pferden, durchradeln die stille Wasserlandschaft und Rebstöcke auf Sanddünen, auf denen der ganz besondere Vin de Sable, der Sandwein, wächst. Unser nächstes Ziel ist Saint-Gille, das andere Tor zur Camargue. Die Stadt, die am Jakobsweg liegt, verzaubert mit ihrem morbiden Charme. Das Benediktinerkloster wurde im 8. Jahrhundert erbaut, die Fassade ist ein Meisterwerk romanischer Baukunst und Weltkulturerbe. Die Kirche besitzt eine hervorragende Orgel, und wir haben das Glück, Schülern der Meisterklasse lauschen zu dürfen, die während der Orgelwochen dort Konzerte geben. Bereits seit dem 12. Jahrhundert bewohnten Mönche den Felsberg. Schnell wurde die Abtei Montmajour ein Wallfahrtsort, der jährlich etwa 150.000 Pilger anzieht. Einer von ihnen ist Helmut Mayer aus Stuttgart, der seit vier Wochen allein mit dem Fahrrad auf dem Weg nach Santiago de Compostela unterwegs ist und sich über unsere Gesellschaft freut. Ein letztes Mal freuen wir uns aufs Picknick, das Pit bei strahlendem Sonnenschein in einem alten Olivenhain vorbereitet hat.

Nîmes: Das französische Rom

Am späten Nachmittag erreichen wir Nîmes – Hauptstadt des Stierkampfs und das „französische Rom“. Hier müssen wir unsere Fahrräder zurückgeben. Die Bewohner von Nîmes sind stolz darauf, dass ihre Stadt ein unvergleichlicher Tresor antiker Monumente ist. Bei einem abendlichen Bummel durch die Parkanlage „Les Jardin de La Fonatine“ aus dem 18. Jahrhundert treffen wir Menschen beim Boule spielen. In der Altstadt begegnet uns noch einmal Kaiser Augustus, der Nîmes im 5. Jahrhundert v. Chr. gegründet hat, als Statue.

Heimat der Jeans

Die Arena und das Maison Carrée, gehören zu den besterhaltensten Monumenten römischer Zeit. Das Maison Carrée wurde dem Apollo-Tempel in Rom nachgebaut, später war es Kapitol und Versammlungsort der Richter. Heute beherbergt es ein archäologisches Museum. Direkt gegenüber steht das Carrée d‘Art, das neue Kunstmuseum, von Star-Architekt Sir Norman Foster erbaut. Seinen wirtschaftlichen Erfolg im 19. Jahrhundert verdankte Nîmes unter anderem Levi Strauss, dem Erfinder der Jeans. Nîmes war seit jeher für seine feinen Stoffe bekannt. Als Strauss, der stets auf der Suche nach Verbesserungen war, neues Material suchte, erinnerte er sich an den indigoblauen Stoff aus Nîmes, der seiner Herkunft entsprechend Denim (von „de Nîmes“) genannt wird – unzerreißbar und unverwüstlich. Fürs letzte festliche Diner unserer mehrtägigen Radtour auch an diesem Abend ein durchaus adäquates Kleidungsstück.

Die Autorin wurde von „Die Landpartie“ auf diese Reise eingeladen. © alle Bilder der Reise: von Liane Ehlers

> Teil 1 der Reise: Fliegen mit dem Mistral
> Teil 2 der Reise: Sur le pont d’ Avignon

Reise-Infos in Kürze

Die geführten Radreisen von „Die Landpartie“ folgen nicht ausgeschilderten Radwegen. Streckenwahl, Begegnungen, Hotels, Besichtigungen und Führungen sind gut aufeinander abgestimmt. Ein Reiseleiter per Rad sowie einer im Begleitfahrzeug sorgen für den Gepäckservice und das Mittagspicknick. Der Oldenburger Veranstalter bietet auch individuelle Radreisen, geführte Wanderradreisen und Silvesterreisen an. Tel: 0441/ 5706830

Reiseliteratur: Reise-Handbuch „Provence Côte d’Azur“, Dumont, 456 Seiten, 22,95 Euro

 

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Moin moin: Rundreise durch Norddeutschland

Wir Deutschen reisen immer noch gerne durch unser eigenes Land, das so vielfältig ist. Der Norden erfüllt mit den Küsten, seinen Ost- und Nordfriesischen Inseln und seinen belebten Städten vielfältige…

Wir Deutschen reisen immer noch gerne durch unser eigenes Land, das so vielfältig ist. Der Norden erfüllt mit den Küsten, seinen Ost- und Nordfriesischen Inseln und seinen belebten Städten vielfältige Bedürfnisse. Ob Tradition, Glamour oder Natur, in Norddeutschland haben Besucher die Wahl.

 

Nordische Tradition: Ostfriesland

Ostfriesland ist der nordwestlichste Fleck in Deutschland und umfasst drei Landkreise in Niedersachsen sowie die sechs ostfriesischen Nordseeinseln. Hier ticken die Uhren noch etwas langsamer. Die Insulaner und die Ostfriesen auf dem Festland legen noch großen Wert auf ihre traditionelle Teetied” (Teezeit). Diese kleine Auszeit lässt sich am besten in einem der alten Reetdachhäuser mit Blick auf die Nordsee genießen. Dabei wird der Ostfriesentee auf die Klüntje in der Teetasse gegossen so dass man dem Knacken der Zuckerwürfel dabei zuhören kann. Danach wird der Löffel mit der Sahne am Rand der Tasse langsam eingetaucht bis eine Wolke entsteht. Diese Zeremonie lässt sich am besten außerhalb der Saisonzeiten genießen, da es mit der Ruhe schnell vorbei sein. Spitzenreiter Norderney begrüßt pro Jahr um die 500.000 Gäste. Gerade in den Sommermonaten und Ferienzeiten erfreut sich die Insel großer Beliebtheit.

Kultur in der Großstadt

Der Norden Deutschlands kann neben dem ländlichen Leben auch einen Hauch der weiten Welt vorweisen. Wo ginge das besser als in Hamburg! Die zweitgrößte Stadt Deutschlands, mit ihrem Hafen an der Elbe, wird zu Recht als “Tor zur Welt” bezeichnet. Hier locken zum einen fabelhafte Einkaufsmöglichkeiten am Gänsemarkt oder am Jungfernstieg. Andererseits bietet die Stadt eine breite Auswahl an berühmten Theatern, z.B. das Thalia Theater oder das Schauspielhaus. Spektakuläre Musicals, wie Z.B. Andrew Lloyd Webbers Musical LIEBE STIRBT NIE – PHANTOM II, sind hier zuhause. Internationale Superstars zeigen auf den Bühnen der Hansestadt ihr Können und kaum ein Nachtleben, wie das von Hamburg bietet so viel Abwechslung. Spaß bis in die frühen Morgenstunden ist hier garantiert.

Wer es lieber etwas kleiner mag, für den ist Bremen, die Heimat der Stadtmusikanten, genau richtig. Die gut erhaltene Altstadt lädt mit ihren verwinkelten Gassen und kleinen Geschäften zu einen entspannten Bummel ein.

Ein Besuch in Norddeutschland lohnt sich in jedem Fall. Ob man sich eine steife Brise um die Nase wehen lassen oder ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm ausnutzen möchte, für Jeden hat der Norden etwas zu bieten. Und eines haben alle Orte gemeinsam: Mit “Moin” begrüßt man Unbekannte und Bekannte hier höflichst zu jeder Tageszeit.

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Foto: © istock.com/Rike_
Koop

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Von einer die auszog, das Chillen zu lernen

Eigentlich hatte breitengrad53.de – Autorin Tina Engler mit Beachclubs nie viel im Sinn, bis sie zufällig im „Purobeach“ in Andalusien landete – eine Art Selbstversuch… In meiner Heimat Hamburg gießt…

Eigentlich hatte breitengrad53.de – Autorin Tina Engler mit Beachclubs nie viel im Sinn, bis sie zufällig im „Purobeach“ in Andalusien landete – eine Art Selbstversuch…

In meiner Heimat Hamburg gießt es seit Tagen wie aus Eimern. Das ist an sich nichts Neues, aber beim Gedanken daran, dass der Sommer endgültig vorbei zu sein scheint, schlägt das ziemlich auf mein Gemüt. Gegen emotionale Verdunkelungsanfälle hilft bei mir nur eines: ein spontaner Kurztrip. Ich kenne mich, sommerliche Temperaturen und blaues Meer wirken Wunder. Draußen ist es schlichtweg zu grau, um zu bleiben. Ich will nicht weit fliegen, brauche Sonnengarantie und habe nur ein verlängertes Wochenende Zeit.

Spontan packe ich meine Tasche und fahre zum Flughafen. „Andalusien“ empfiehlt mir die nette Dame am Last Minute Schalter. Das klingt gut. Der wilde, ungestüme Süden Spaniens, genauer gesagt Estepona, rund 80 km von Malaga entfernt, ist mein Ziel. Marbella die internationale Jetset-Hochburg, mit ihren Luxusyachten, Edeldiscos und Designer-Boutiquen, ist gerade mal 20 Kilometer entfernt und gilt als Zufluchtsort der Schönen und Reichen. Dass ich mal freiwillig an die Costa del Sol fliege hätte ich nicht gedacht, aber manchmal muss man eben zu seinem Glück gezwungen werden.

Andalusian sky

Als ich nach 2,5 Stunden in Malaga lande, küsst mich die Sonne. Es duftet nach Rosmarin, wildem Thymian und süßlichen Bougainvillea. Grünes Hinterland und andalusische Hitze zaubern mir ein Lächeln ins Gesicht. Eine Explosion aller Sinne. Alles scheint dramatischer im tiefsten Süden. Das Licht ist intensiver, die Farben greller, karge Landschaft wechselt sich mit verschwenderischer Natur ab. Die Häuser der Dörfer sind weiß getüncht und bilden einen starken Kontrast zum tiefblauen Postkartenhimmel. Aus dem Radiolautsprecher dudeln feurige Flamenco-Rhythmen und mein Fahrer klopft den Takt dazu. Meine Laune steigt, genau genommen komme ich aus dem Strahlen gar nicht mehr raus. Während der Taxifahrt lese ich die verschiedenen Abzweigschilder, die mir irgendwie vertraut vorkommen. José, der Fahrer erzählt mir, was ich in drei Tagen machen soll. José, der Fahrer erzählt mir, in einer wilden Mischung aus englisch, spanisch und deutsch begeistert, was ich in den drei Tagen alles machen sollte, die „must do’s“ der Region sozusagen. Von Estepona aus könne ich Tagesausflüge nach Sevilla, Granada oder Tarifa unternehmen oder sogar mit der Fähre einen Abstecher ins marokkanische Tanger machen. Klingt verlockend, will ich aber nicht. Mir steht der Sinn danach, nichts zu tun und einfach ein paar relaxte Tage am Meer zu verbringen. Ich will seinen Enthusiasmus nicht bremsen. Dem Abstecher in den Hafen von Marbella, nach Puerto Banus stimme ich gern zu. Ich bin neugierig und irgendwie muss ich José ja für seine Passion als Reiseführer belohnen. Das ist ein Kompromiss. Schließlich liegt es mir fern ihn in seinem Stolz zu kränken.

Luxusyachten locken viele Touristen

Besonders die unzähligen Luxusyachten locken viele Touristen der „Sonnenküste“ in den Nobelort. Bis zu 1000 edle Boote haben hier gleichzeitig Platz. So richtig passen die Tagesbesucher, die meist mit Reisebussen von umliegenden Badeorten wie Torremolinos und Benidorm für ein paar Stunden her gefahren werden, in ihrer anscheinend nach den Kriterien bunt und praktisch ausgewählten Kleidung nicht ins edle Ambiente des Yachthafens. Sie treffen vor Ort auf die etwas feinere Fraktion, die lässig die neuesten Modelle der Louis-Vuitton- und Hermès-Kollektionen präsentiert und durch Versace-,  Armani- oder Dolce & Gabbana-Boutiquen bummelt. Maseratis, Ferraris und Bentleys werden spazieren gefahren, um in zweiter Reihe vor dem „News Cafe“, direkt an der schmalen Hafenpromenade, der Flaniermeile des Ortes, zu parken Auf der voll besetzten Terrasse funkeln sehr junge und sehr geliftete Damen mit ihren Diamant beringten Fingern mit der Sonne um die Wette. „Sehen und gesehen werden“ gilt hier noch mehr, als anderswo, ein Jahrmarkt der Eitelkeiten, ein herrliches Schauspiel für die Zaungäste, die vielleicht gern dazu gehören würden, denen jedoch der Zugang zu den oberen Zehntausend, der „High society“ verwehrt bleibt. Mir auch, zugegeben. Ich habe genug gesehen und lasse mich von José am Hotel absetzen.

Es liegt in einer weitläufigen Parkähnlichen Anlage direkt am Strand, verfügt über alle Annehmlichkeiten, die ein 5-Sterne-Hotel so mit sich bringt, ist sehr chic und hat, wie mir die junge Rezeptionistin euphorisch gleich beim Check-in erklärt, noch einen weiteren, unschlagbaren Vorteil. Fußläufig ist der hippste Beachclub von ganz Andalusien zu finden: Purobeach! Sie ist sichtlich irritiert, weil ich nicht gleich in einen Freudentaumel verfalle. Dazu muss ich vielleicht vorab etwas erklären: Eigentlich bin ich eher der Typ für den verschwiegenen Strandflecken, den man erst stundenlang suchen muss. Von dem man nicht mal weiß, ob er nur als Gerücht existiert. Für den ich mich durchs Gebüsch schlage oder sogar ein Boot miete, weil es nicht mal einen ausgetretenen Pfad dorthin gibt. Ein absoluter Geheimtipp. So geheim, dass ich ihn kaum finde und schlimmstenfalls den ganzen Tag umher irre. Mich von Moskitos zerstechen lasse und fast verdurste. Denn natürlich gibt es weit und breit keine Infrastruktur. Dafür aber eine ganze Menge andere „Abenteurer“, weil der Geheimtipp sich dann doch als nicht ganz so „top secret“ entpuppt und viele Andere vor mir im Finden etwas schneller waren. Kaum bin ich da, muss ich auch schon wieder los. Dabei kann es doch so einfach sein den perfekten Strandtag zu genießen. Beachlife heute geht anders. Schon länger. Ich habe nur etwas gebraucht, dahinter zu kommen. Gut Ding will wohl Weile haben.

Wer etwas auf sich hält, chillt im Beachclub

Wer etwas auf sich hält, geht heutzutage nicht einfach nur schwimmen oder an den Strand, sondern chillt im Beachclub. Dieser ist die Quintessenz des modernen, komfortablen Strandlebens. Ich spreche an dieser Stelle von den echten Beachclubs  mit Möwengeschrei, salziger Luft und kitzelndem Sand unter den Füßen, nicht von urbanen Oasen auf Parkdächern in Großstädten. Wahre Kosmopoliten pilgern mittlerweile von einem zum Anderen, die Fangemeinde wird immer größer und weltweit werden ständig Neue eröffnet. International  ist diese Art entspannten Müßiggangs im Vormarsch. Das „Rundum Sorglos-Paket“ für Strandhungrige- und für mich, bis zu meinem „ersten Mal“ der Inbegriff dessen, was ich nicht wollte… Die Bilder in meinem Kopf von gigantischen Magnum-Champagnerflaschen und Beinahe-Orgien im Pool verschreckten mich eher. Schließlich hatte ich diese schon zu häufig in einschlägigen Hochglanzmagazinen gesehen. Und jetzt liegt also einer dieser angesagten Orte direkt nebenan. Höchste Zeit eine für mich ganz neue Erfahrung zu machen. Diesmal siegt die Neugier.

 

Vom Meer ziehen Loungeklänge zu meiner Liege hinüber. Ich laufe am Meer entlang und nach knapp 200 Metern stehe ich dann tatsächlich vor dem Puro Beach. Schneeweiße Liegen im Bali-Style, Cabanas, in denen vier Personen locker Platz haben, orientalisch anmutende Sonnenschirme. Ein paar Palmen spenden wohltuenden Schatten. Eine leichte Brise weht, das Meer glitzert, die Wellen plätschern und die Eiswürfel im süffigen Cocktail schlagen den Takt dazu. Puro Beach ist etwas salopp gesagt, die „Mutter aller Beachclubs“. Der Wegbereiter eines vor zehn Jahren aufkommenden neuen Lifestyletrends hat, bedingt durch den großen Erfolg, mittlerweile viele Nachahmer gefunden. Jetzt, in der Nachsaison habe ich Glück und es ist leicht, eine freie Liege zu bekommen. Unaufgefordert reichen mir dienstbare Geister kalte Tücher, Wasser, frisches Obst. Statt Heerscharen feierwütiger und Champagner trinkender Touristen, wie ich es meinem Klischeebild entsprechend immer vermutete, wirken die Gäste im Alter zwischen 18 und 50 Jahren eher vollkommen tiefenentspannt.  Sie aalen sich auf ihren schneeweißen Daybeds, chillen zu relaxten Klängen von „Moby“ am- oder im 25 Meter langem  Pool und fahnden in der angrenzenden Shoppingpassage nach den neuesten Strandoutfits. Keine Magnumflaschen, kein Gekreische. Im Gegenteil. In einer Ecke findet eine Yogasession statt. „Ommmm“…  Die sanften Klänge Mobys vermischen sich mit den Stimmen der Yogis und dem Rauschen des Meeres.

Musik spielt ohnehin eine große Rolle im Purobeach. DJ’s stehen Tag und Nacht live an den Reglern, um je nach Uhrzeit, die passende Musik zu spielen.  Vormittags werden ruhige, fast schon meditative  Töne angeschlagen, der Nachmittag ist in softe Lounge-Sounds eingehüllt und ab dem Sonnenuntergang wird feinster Elektropop und House gespielt.  Nach dem Dinner drehen die DJs die Regler am Mischpult höher. Partytime. Weil ich ein wenig Puro  mit nach Hause nehmen möchte, um mich in grauen Herbsttagen zumindest mental an diesen Ort zurück zu beamen, erstehe ich die „Purobeach CD, mittlerweile schon die 11. Ausgabe. Entspanntes Lebensgefühl zum kaufen.  „Instant happiness“ sozusagen.

Das „Purobeach“ ist lässig und ein Hotspot für urbane Nomaden aus aller Welt. Da reihe ich mich doch gerne mit ein. Ein bisschen kosmopolitisch, mit internationalem Flair. Der Dresscode:  viel weiß, Bohemian-Hippie-Style. Unaufgeregt, chic – ein Hauch von St.Tropez. Kein Chi Chi, wenig Glitzer, eher pur, „puro“, der Name ist Programm.

 

Estepona BeachDer lässige Club ist nicht nur ein edler Hangout für Stilbewusste. Dahinter steht ein erfolgreiches  Imperium. Eine spanische Lifestyle-Marke, die mit viel Herzblut und Leidenschaft zum Leben erwachte und bis heute weltweit immer weiter expandiert.

Der erste „Purobeach“ wurde vom schwedischen Unternehmer Mats Wahlström bereits 2005 auf Mallorca eröffnet, fast zeitgleich zum stylishen Boutique-Hotel „Puro“ in Palmas Altstadt. Marbella öffnete 2006 als zweiter Club in Spanien seine Tore. Ende Mai dieses Jahres wurde das große Opening der „Urban Oasis“ inmitten von Barcelona gefeiert,. Längst schon ist Puro Beach in vielen anderen Ländern vertreten, u.a. in Dubai, in Italien und am Schwarzen Meer in Rumänien. Noch in diesem Jahr wird ein weiterer „Purobeach“ in Dubai seine Pforten öffnen, zwei werden demnächst in Ägypten eröffnet.

Tagsüber relaxen, abends Party.  Die nächsten Tage pilgere ich immer wieder in meine neu entdeckte Oase und auch wenn es mir anfangs, wahrscheinlich aus Imagegründen schwerfällt, mir das einzugestehen, entwickle ich mich innerhalb kürzester Zeit zum echten Beachclub-Fan. Für die, im wahrsten Sinne des Wortes „Liege-Gebühr“, bekomme ich eine Menge geboten. Frühmorgens geht es los mit Yogakursen, Meditation oder Tai-Chi. Mittags gönne ich mir eine Massage im angeschlossenen Spa. Perfekte Tage am Meer. Ein Lebensgefühl, nicht nur ein idealer Ort zum Sein. Auch verhungern muss ich hier nicht. Zwei Restaurants sorgen mit einer spannenden Fusionküche aus Miami, Marokko und Melbourne für Abhilfe. Tag und Nacht werden leckere Snacks, Salate und Sushi serviert. Die Klassiker sind der „Puro Burger“ und das Kobe-Beef-Carpaccio, das absolutes Suchtpotential in sich trägt. Zudem gibt es sündige Desserts und Smoothies zum Niederknien. Am Nachbartisch stapeln sich die gegrillten Lobster und der Champagner fließt. Ein bisschen Wahres liegt eben in jedem Klischee.

Einsamkeit vor spektakulärer Naturszenerie

Bevor es zum Flughafen zurück geht, will ich das pure Andalusien noch mal auf mich wirken lassen. José, der mich auch wieder vom Hotel abholt, weiß dafür den perfekten Ort. Eine gute Stunde vom beschaulichen Fischerort Estepona entfernt, liegt oberhalb von Zahara de la Sierra ein maurisches Kastell. Statt Chillout-Rhythmen der Luxus der Stille. Nur ein paar Menschen haben sich hierher, in die Provinz von Cadiz, verirrt. Einsamkeit vor spektakulärer Naturszenerie. Wie ein Adlerhorst klebt das schneeweiße Dorf am Hang. In allen Blaustufen ergießt sich der See unter mir, frische Bergluft in 500 Metern Höhe und eine malerische Komposition aus dem leuchtenden Gelb des Ginsters, dem satten Grün der Ölbäume und den bizarren Strukturen der Feigenkakteen öffnen alle Sinne. Ziegen blöken in der Nähe, ein Glöckchen rasselt, ich höre den Flügelschlag eines Adlers. Ein Hirte kommt mit seinem Maultier vorbei. Chillout auf andalusische Art. Egal ob im „Purobeach“ am Strand, oder hier ein paar Tage wirken Wunder gegen aufkommenden Herbstblues.

Infos Purobeach: Daybeds, je nach Lage und Saison zwischen 25 und 50 Euro. „Nomad Beds“ für bis zu 4 Personen zwischen 70 und 250 Euro. Im Preis inklusive sind Handtücher, frische Früchte, ein Smoothie, Wasser und After Sun Lotion. Einem Selfie-Post auf den Liegen steht nichts im Wege: WiFi ist in allen Purobeach-Clubs kostenlos.

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Hinweis: Die Reise fand auf freundliche Einladung des Purobeach und des Kemoinski Hotel Bahia Estepona statt.

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Lagerfelds Laufsteg und eine Burg, die lacht

Eine Reisebeschreibung ist in erster Linie für den Beschreiber charakteristisch, nicht für die Reise – heißt es bei Kurt Tucholsky. Österreichs „Schlosshotels & Herrenhäuser“, die 2015 ihren 50-jährigen Zusammenschluss feiern,…

Eine Reisebeschreibung ist in erster Linie für den Beschreiber charakteristisch, nicht für die Reise – heißt es bei Kurt Tucholsky. Österreichs „Schlosshotels & Herrenhäuser“, die 2015 ihren 50-jährigen Zusammenschluss feiern, sind ein Füllhorn und kein Pauschalangebot. Ihr stilvolles Ambiente hätte dem wortgewaltigen Publizisten vermutlich gefallen – nicht zuletzt, weil jede Herberge ihre eigene, ganz besondere Geschichte hat.

Ob nobles Schlosshotel, Landhaus, kleines Boutique-Hotel, mittelalterliche Burg oder alteingesessenes Weingut, fast alle sind familiengeführt – das älteste bereits in der siebenten Generation. Vor allem aber leiten die Gastgeber ihre Häuser aus Leidenschaft und Freude am Erbe und Beruf.

50 Jahre „The Sound of Music“

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Die Felsenreitschule: Durch diese Gänge flüchtete die singende Trapp-Familie vor 50 Jahren im Film „Sound of Music“ in die Freiheit. Bilder: Liane Ehlers

Unsere Reise beginnt in Salzburg, „Die Bühne der Welt“, wie ein geschicktes Salzburg-Marketing die Mozart-Stadt bezeichnet. In der Tat ist Salzburg nicht nur Weltkulturerbe und Stadt der Festspiele, sondern auch des Films. 50 Jahre nach der Premiere des mit fünf Oscars ausgezeichneten Musicals „The Sound of Music“ ist die touristische Anziehungskraft im Jubiläumsjahr 2015 noch immer ungebrochen. 300 000 Amerikaner kamen bisher jährlich, um sich die Kulissen, in denen Flucht und Leben der singenden Trapp-Familie gedreht wurden, anzuschauen. Die Zahl der Set-Touristen steigt sogar, seit Lady Gaga bei der Oscar-Gala 2014 vor einem Milliarden-TV-Publikum ein fünfminütiges Medley der bekanntesten Songs gesungen hat.

Schloss Leopoldskron: Drehort und Modenschau

Einer der originalen Drehorte von „Sound of Music“ war das im 18. Jahrhundert erbaute Schloss Leopoldskron, Geburtsort der Salzburger Festspiele und erst seit 2014 ein öffentliches Schlosshotel. Dennoch dürfen die meisten Touristen das Schloss nur von der gegenüberliegenden Seite des Weihers betrachten, das Gittertor bleibt geschlossen und die sieben Hektar große Parkanlage den Hotelgästen vorbehalten, die die Privatsphäre zu schätzen wissen.

Eine Ausnahme bilden da nur die Sommerabende von „Shakespeare im Park“, das als Stationen-Drama mit Picknick-Möglichkeiten angelegt ist. Ab Mai bis September wird das Schauspiel mit Elfen und Feen bei gutem Wetter in bester Max-Reinhardt-Tradition von Landestheater und Schlosshotel angeboten. Theater-Impresario Max Reinhardt, Gründer der Salzburger Festspiele, war der vorletzte Besitzer. Er hatte das Anwesen 1918 gekauft, um es über Jahre zu restaurieren und zu einem internationalen Treffpunkt der Kunst- und Kulturszene zu machen, bis er 1938 wegen des Naziregimes in die Vereinigten Staaten emigrierte.

Stardesigner Karl Lagerfeld präsentierte hier seine ModeDie Liste der Vorbesitzer ist lang, sie reicht vom Erbauer Fürsterzbischof Leopold Anton Freiherr von Firmian bis zu König Ludwig I. von Bayern, der dort 1853 im Familienkreis eine Verlobungsfeier für Sissi mit Kaiser Franz Josef von Österreich veranstaltete. Seit 1947 gehört das Rokoko-Juwel der US-Stiftung „Salzburg Global Seminar“, die das hohe Gittertor bis vor gut einem Jahr nur für spezielle Tagungen und hochrangige Gäste wie Hillary Clinton und Kofi Annan öffnete. Seit den umfangreichen Renovierungsarbeiten stehen im Meierhof 55 Zimmer und zwölf Suiten im Schloss zur Verfügung, das oftmals exklusive Kulisse für Events ist.

Erst im November wurde Leopoldskron noch einmal geadelt: durch „König Karl“. Stardesigner Karl Lagerfeld hatte das Schloss für die Präsentation der Chanel-Show mit Alpenfolklore ausgewählt. Keine Haute Couture mit Einzelanfertigungen, aber eine hochwertige „Métiers D’Art“-Kollektion mit „Ready-To-Wear“-Entwürfen für diesen Spätsommer. Bei den Locations bezieht sich Lagerfeld stets auf die Biografie der legendären Modeschöpferin. Die Uniformjacke eines Liftboys in einem Salzburger Luxus-Hotel soll die Grande Dame der Modewelt zur typischen Chanel-Jacke inspiriert haben.

„Vier Wochen vor dem Termin waren Spezialisten angerückt. Chanel hatte das ganze Anwesen gemietet, und alles wurde nach Karl Lagerfelds Vorstellungen hergerichtet“, erzählt Generalmanager Daniel Szelényi (38), der Max Reinhardts Refugium zu einem Hotel umgestaltet hat. „Das Gittertor musste grün gestrichen werden, und die bodenlangen Fenstervorhänge wurden extra in Paris angefertigt. Sogar die Feuermelder an der Decke wurden mit einer Blumenrosette verkleidet“, berichtet Szelényi. „Es gab im Vertrag zwar die Auflage zum Rückbau, aber alles, was uns gut gefallen hat, haben wir behalten“, sagt der 38-Jährige mit einem Augenzwinkern und zeigt auf Vorhänge, Blumenrosetten und Kerzen im Kamin.

Öko-Wohlfühlhotel in der Altstadt

 

 

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Oase der Ruhe: Innenhofgarten und Dachterrassen-Spa des Boutique-Hotels Auersperg. Bilder: Liane Ehlers

Ein Refugium der ganz anderen Art ist das Boutique-Hotel Auersperg an der Auersperger Straße. Nur ein paar Geh-Minuten von Salzburgs Weltkulturerbe Altstadt entfernt, bietet das Stadthotel mit seinem zauberhaften Garten im Innenhof und dem Dachterrassen-Spa eine Oase der Ruhe. „1900 erbaut, war es zunächst Privathaus und Familienwohnsitz“, erzählt Hotelchefin Bettina Wiesinger. Nach dem frühen Tod des Großvaters begann seine Witwe, eine Mutter von vier kleinen Kindern, mit der Vermietung von Zimmern. Seit drei Generationen befindet es sich jetzt im Familienbesitz.

Über die Jahre wurden das Stammhaus und die nebenan gelegene Villa zu einem Vier-Sterne-Hotel. Ehemann Mark, von Beruf Architekt, hat Bettinas Visionen von einem „Öko-Wohlfühlhotel“ umgesetzt, die Zimmer sind mit Liebe zum Detail stilsicher in einem Mix von klassisch bis modern eingerichtet sind. Der Tag startet mit einen Frühstücksbuffet, auf dem alles bio ist, und der Gugelhupf aus Vollkornzutaten ist einmalig gut.

Burg Oberranna: Wohnen wie die Ritter

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Burg Oberranna: Charmante Burgherrin, Lydia Nemetz

Eine Reise in eine andere Welt beginnt in Mühldorf mit dem Besuch der geschichtsträchtigen Burg Oberranna in einem Seitental der Wachau. An der massiven Eisentür der um 1000 erbauten märchenhaften Ritterburg empfängt uns mit strahlendem Lächeln Lydia Nemetz (61), die das Vier-Sterne-Hotel seit 1984 führt. Auch sie legt bei der Jause in der Burgschänke und beim Frühstück im Rittersaal Wert auf Bio-Produkte, Selbstgemachtes und Weine aus der Region.

„Der Anfang war schaurig“, erinnert sie sich. 1981 hatte die Familie die von Burggraben und Ringmauern umgebene Burg gekauft, ohne zu wissen, was sie damit anfangen wollte. Zunächst einmal mussten jedoch neun Container a 19 Tonnen Abfall abgefahren werden, ohne den späteren Bauschutt. „Wir sind nicht reich genug, um einfach nur eine Burg haben zu können. Und so ein Haus braucht eine Funktion, damit es lebt. Das sieht man auch ganz deutlich im Herbst, wenn die Burg schlafen geht, und wie sie im Frühling lacht, wenn sie geputzt und zu neuem Leben erweckt wird“, strahlt die Hausherrin.

 

Der friedlichste Ort der Welt

„Da wir touristisch vorbelastet waren, und schon ein Hotel hatten, haben wir uns zu einem etwas anderen Hotel entschlossen.“ In den zwölf stilvoll eingerichteten Zimmern gibt es Kochnischen, „damit auch Familien mit kleineren Kindern sich dort wohlfühlen“, erklärt die Mutter von drei Töchtern. Außerdem besitzt die Burganlage eine große Kirche aus dem 12. Jahrhundert, in der Gottesdienste und Hochzeiten stattfinden können, sowie eine beeindruckende Krypta. Für Lydia Nemetz ist ihre Burg „der friedlichsten Ort der Welt“. Das schönste Kompliment, das ihr je ein Gast gemacht habe war, dass er „in unserem Familienbetrieb zur Familie gehört“, freut sich die charmante Burgherrin.

[toggle title=”Informationen”]Der kostenlose Schlosshotelführer „Schlosshotels & Herrenhäuser“ kann bestellt werden unter Tel: +43 (0) 62 45 / 90 123. Rund 90 Häuser gehören dem Verbund an. E-Mail: [email protected], www.schlosshotels.co.at – Infos über Niederösterreich unter Tel.  +43 2713 / 300 60 24, [email protected], www.donau.com[/toggle]

[toggle title=”Weitere sehenswerte Häuser”]

Romantikhotel Gmachl Elixhausen, Dorfstrasse 14,
5161 Elixhausen, Tel. +43 662 480212, Ansprechpartner: Familie Hirnböck-Gmachl; [email protected], www.gmachl.com

Hotel Schloss Leopoldskron, Leopoldskronstraße 56-58, 5020 Salzburg, Tel. +43 662 83983-0, Ansprechpartner: Daniel Szelényi (Direktor), Karin Schiller (Marketing); [email protected], www.schloss-leopoldskron.com

Heritage Hotel Hallstatt, Landungsplatz 101, 4830 Hallstatt
Tel. +43 6134 200 36 0, Ansprechpartnerin: Sabine Geiger (Direktorin); [email protected], www.hotel-hallstatt.com

Hotel Landhaus Koller, Paßgschüttstrasse 353, 4824 Gosau am Dachstein, Tel. +43 6136 8841, Ansprechpartner: Manuela und Gottfried Koller, [email protected], www.hotel-koller.com

Weingut Holzapfel/Prandtauerhof, Prandtauerplatz 36, 3610 Joching, Ansprechpartner: Barbara & Karl Holzapfel, Tel. +43 2715 2310, [email protected], www.holzapfel.at

Barock-Landhof Burkhardt, Kremser Straße 19, 3620 Spitz an der Donau, Tel. + 43 27 13 23 56, Ansprechpartner: Dr. Michael und Gisela Burkhardt, [email protected] , www.burkhardt.at

Renaissancehotel Raffelsberger Hof, Nr. 54, 3610 Weissenkirchen, Tel. +43 2715 2201, Ansprechpartnerin: Claudia Anton-Krupp, [email protected], www.raffelsbergerhof.at

Weingut FJ GRITSCH Mauritiushof, Kirchenplatz 13, 3620 Spitz, Tel.: +43 (0) 2713 2450, Ansprechpartner: Franz-Josef und Maria Theresia Gritsch; [email protected], www.mauritiushof.at;

Hotel Richard Löwenherz, Dürnstein 8, 3601 Dürnstein, Tel. +43 2711 222, Ansprechpartnerin: Franziska Thiery, [email protected], www.richardloewenherz.at

Hotel Altstadt Vienna, Kirchengasse 41, 1070 Wien, Tel. +43 1 522 66 66, Ansprechpartner: Otto Wiesenthal (Besitzer), Philipp Patzel (Geschäftsführer), [email protected], www.altstadt.at

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Das

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Hinweis: Die Autorin wurde von A.R.T. und „Schlosshotels & Herrenhäuser“ zu der Reise eingeladen.

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Wer hat´s erfunden, das Bier?

Wer hat’s erfunden, Bamberg oder Kulmbach? Beide Orte behaupten von sich, die heimliche Hauptstadt des Bieres zu sein. Erfunden wurde das Bier dort aber nicht. Die ältesten Nachweise von Bier…

Wer hat’s erfunden, Bamberg oder Kulmbach? Beide Orte behaupten von sich, die heimliche Hauptstadt des Bieres zu sein. Erfunden wurde das Bier dort aber nicht. Die ältesten Nachweise von Bier stammen aus dem heutigen West-Iran aus einer Zeit von 3.500–2.900 v. Chr. Heute herrscht in Franken allerdings die größte Brauerei-Dichte der Welt, in Bamberg die größte in Europa. Ein durstiger Streifzug durch die Heimat der Biere.

Diese Brauerei-Dichte ist in Europa einzigartig

Bierakademie, Bier-Feen, Biermuseum – bei einer Reise durch Bamberg und Kulmbach trifft man unausweichlich auf das, worauf die Franken – neben dem Wein – besonders stolz sind: Bier. Das Getränk aus Hopfen, Wasser und Malz ist eine der Attraktionen in den beiden Städten, die allerdings ungleicher nicht sein können. Während Bamberg mit vielen kleinen Brauereien, dem Weltmarktführer von Bier-Malz und der deutschen Bierakademie trumpfen kann, scheint sich Kulmbach fast geschlagen zu geben. Lediglich die große und deutschlandweit bekannte Kulmbacher Brauerei mit dem „Mönchhofsbräu“ sowie das „Bayerische Brauereimuseum“ halten die Bier-Fahne Kulmbachs noch nach oben. Genauso eine kleine aber feine Brauerei, die sich „Komunbräu“ nennt und die fränkische Bier- und Wirtshauskultur pflegt.

Alleine in der Stadt von Bamberg gibt es neun Brauereien, die 50 unterschiedliche Biere herstellen. Im Landkreis Bamberg kommen nochmal 58 Brauereien dazu, die etwa 400 unterschiedliche „Gerstensäfte“ herstellen – Diese Brauerei-Dichte ist in Europa einzigartig, für Franken mit insgesamt 300 Brauereien sogar weltweit einmalig. Berühmt ist die Gegend vor allem für sein Rauchbier, ein herb-würziges dunkel- bis schwarzbraunes Bier, das man mögen muss. Aber für Freunde des „flüssigen Goldes“ gibt es hier alles, was man als Braumeister herstellen kann, sollte einem das rauchige Bier nicht schmecken.

Das UNESCO als Weltkulturerbe

Doch nicht nur wegen des Bieres ist Bamberg bekannt. Die Altstadt – die alle Kriege nahezu unbeschadet überstanden hat – wurde 1993 von der UNESCO als Weltkulturerbe eingestuft. Zu Recht, denn die Stadt beinhaltet viele historische Gebäude auf dem frühmittelalterlich zurückgehenden Grundriss der Stadtteile Bergstadt, Inselstadt und Gärtnerstadt. So ist von Weitem der

Bamberger Kaiserdom zu sehen, in dem der berühmte Bamberger Reiter zu finden ist. Oder das Alte Rathaus, das auf einer künstlichen Insel im Fluss Regnitz Ende des 14. Jahrhunderts errichtet wurde. Besonders stolz sind die Bamberger auf die Gärtnerstadt, die auf frühmittelalterliche Ursprünge zurückblicken kann und ein echter Geheimtipp für Besucher ist. Hier findet man erntefrische Produkte direkt „ab Gärtnerei“.

Wer sich Bamberg aus der Luft ansehen möchte, der sollte der auf die Altenburg gehen. Die Burg wird 1109 zum ersten mal erwähnt und diente früher als Flieh- und Trutzburg. Später im 15. Jahrhundert wohnten hier die Bamberger Bischöfe bis 1553 von Markgraf Alfred Alcibiades von Brandenberg-Kulmbach die Mauern fast vollständig zerstört wurden. E.T.A. Hoffmann bewohnte 1812 in der Mauertürme.

Bier mit Käse, Schokolade oder Whisky

Aber zurück zum Bier: Die Bamberger Brauereien-Dichte und die Vielfalt an Bierspezialitäten machen die Stadt einzigartig in der Welt. Ein Schlaraffenland also für die Liebhaber der “Hopfenkaltschale“. Wer tiefer in die Materie einsteigen möchte, der kann an einem Bierseminar der Deutschen Bierakademie mit ausgebildetem Sommelier teilnehmen. Besonders interessant sind hier die Spezialseminare, die das Zusammenspiel von Bier mit anderen Leckereien aus der Welt von Käse, Schokolade und Whisky verdeutlichen. Ein Besuch einer Bierdegustation lohnt sich auch für nicht so intensive Biertrinker. In der legendären Bamberger Bierstube „Schlenkerla“ erklärt Markus Raupach, Biersommelier, Gründer der Bierakademie, Träger des Bamberger Bierordens und Verleger von über 30 Fachtiteln, warum welches Bier wie schmeckt und wie man es am besten trinken soll. Neben den „normalen“ fränkischen Bieren zaubert Markus Raupach oftmals einige seltene Biere aus seinem „Hut“, die sonst nicht so erhältlich sind, wie zum Beispiel Bier gemischt mit Champagner aus einer Champagnerflasche.

Ebenfalls interessant und sehenswert ist die Mälzerei Weyermann, die Weltmarktführer in der Herstellung von Malzen unterschiedlichster Art ist und am 4. Oktober 1879 in Bamberg gegründet wurde. Wer möchte, kann an einer Führung durch das Traditionsunternehmen teilnehmen und mehr über die Herstellung der wichtigen Zutat fürs Bier erfahren.

Zinnfiguren soweit das Auge reicht

Rund 60 Kilometer entfernt liegt Kulmbach, eine weitere Stadt mit Biertradition, der Plassenburg und dem wohl bekanntesten deutschen Sohn, Thomas Gottschalk, der hier in Kulmbach aufgewachsen ist. Das Wahrzeichen der Stadt ist die aber Plassenburg, eine von Befestigungen der Renaissancezeit umgebenen Höhenburg, die als eines der imposantesten und größten Renaissancebauwerke Deutschlands gilt und 1135 das erste Mal erwähnt wurde. Sie war über lange Zeit das Vorbild im Festungsbau. Ein Besuch der Burg lohnt sich vor allem für die Freunde von Zinnfiguren, denn in ihren Mauern beherbergt die Burg das Deutsche Zinnfigurenmuseum und damit die größte Zinnfigurensammlung der Welt. Das Museum wurde im Jahr 1929 gegründet und enthält heute über 300.000 Einzelfiguren. Rund 150 Dioramen lassen auf der Plassenburg Geschichte lebendig werden. Darunter auch das größte Diorama der Welt, das einen Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde schaffte: 19.385 bemalte Zinnfiguren stellen das tragische Ereignis des Conraditages am 26. November 1553 dar, als Kulmbach von feindlichen Truppen beinahe völlig zerstört wurde.

Ein weiteres Museum in der Stadt ist das Bayerische Brauereimuseum, das 1994 eröffnet wurde und sich von einem kleinen Spezialmuseum zu einem Bierkulturzentrum entwickelt hat. Auf über 3.000 Quadratmeter wird alles zur Entstehung, Herstellung und Vermarktung des Bieres erklärt. Vor allem die herausragende Bedeutung des “flüssigen Goldes” in Bayern und vor allem in Oberfranken wird in den einzelnen Abteilungen des Museums eindrucksvoll inszeniert. Wer am Ende Durst bekommen hat, der kann dem Braumeister des Museums bei seiner Arbeit in der kleinen „Gläsernen Brauerei“ über die Schulter sehen und einen frisch gezwickelten Probierschluck von seinem köstlichen Museumsbier trinken.

Holladiebierfee

Wer abends traditionell in den Biergarten gehen möchte, der sollte das „Kommunbräu Kulmbach“ aufsuchen, das 1992 als Gegenbewegung zur Industrialisierung der fränkischen Bierlandschaft und zur Pflege der echten fränkischen Wirtshauskultur gegründet wurde. Über 400 Genossenschafter halten die kleine Braustätte am Leben, die von Brauer Frank Stübinger und Familie bewirtet wird. Wer es etwas größer mag, geht in die Brauerei-Gaststätte „Mönchshof Bräuhaus“.

In dem einstigen Männerberuf des Braumeisters ist längst die Emanzipation eingezogen; auch in Kulmbach. Unter dem Pseudonym „Bierfeen“ haben sich vier Braumeisterinnen der Region zusammengetan und eigens für den „weiblichen“ Gaumen ein Bier kreiert, das „Holladiebierfee“. Entstanden ist die Idee im Sommer 2012 am der vier jungen Braumeisterinnen aus Oberfranken. „Wir wollten eine Alternative zu Aperol-Spritz erstellen“, sagt Yvonne Wernlein, eine der vier Bierfeen, die das Handwerk von der Pike auf gelernt hat: Brauerlehre in der Rhön, Besuch der Meisterschule in München, Kronenbrauerei in Offenburg. Jetzt ist sie seit vier Jahren wieder in die Brauerei ihrer Eltern zurückgekehrt.

Die größte Brauerei der Stadt ist die „Kulmbacher Brauerei AG“, die 1846 als „Kulmbacher Reichelbräu“ gegründet wurde. 150 Jahre später wurden die ehemals eigenständigen Brauereien Reichelbräu, Sandlerbräu, Mönchshof und EKU unter dem Dach der Kulmbacher Brauerei vereint. Heute kommen noch die Biersorten Kulmbacher, EKU, Mönchshof sowie das Weißbier Kapuziner aus der Brauerei.

Hinweis: Der Autor wurden von Franken Tourismus zu dieser Reise eingeladen.

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Tour Royal mit dem Märchenschiff

Die Ostsee mit ihren vielen Anrainerstaaten ist vom Frühjahr bis in den Spätsommer eines der beliebtesten Kreuzfahrtziele der Deutschen, liegen die touristischen Highlights doch dicht beieinander. Neben den großen Fähren…

Die Ostsee mit ihren vielen Anrainerstaaten ist vom Frühjahr bis in den Spätsommer eines der beliebtesten Kreuzfahrtziele der Deutschen, liegen die touristischen Highlights doch dicht beieinander. Neben den großen Fähren nach Skandinavien, St. Petersburg und ins Baltikum sind dann auch zahlreiche Luxusliner verschiedener Reedereien auf der „Ostseeautobahn“ unterwegs. Kopenhagen, Stockholm, Tallinn und St. Petersburg sind unsere Stationen auf der einwöchigen Fahrt mit der „Costa Favolosa”, deren Sommerhafen in diesem Jahr erstmals Warnemünde ist.

Atrium Costa Fabulosa

Eine Märchenwelt: das Atrium der „Costa Favolosa“ im gotischen Stil mit strahlenden Rhomben und Panorama-Aufzügen, Bilder: Liane Ehlers

Italienische Lebensart

Wenn man auf einem „Costa“-Schiff reist, fährt immer auch ein Stück Italien mit. La Dolce Vita ist ein bisschen bunter, ein bisschen fröhlicher, ein bisschen eleganter. Italienisches Design und originale Kunstwerke machen die „Favolosa“ zum „Märchenschloss auf hoher See“. Jeden Abend werden im Hauptrestaurant Spezialitäten einer anderen italienischen Region als mehrgängiges Menu angeboten. Die Gäste auf dieser Kreuzfahrt sind international, ein Drittel Deutsche – darunter viele Familien, denn Kinder bis zu 18 Jahren in der Kabine der Eltern fahren kostenfrei (bis aufs Serviceentgelt). Und damit Eltern Ausflüge ohne den Nachwuchs genießen können, bietet der farbenfrohe Squok-Kinder-Club auch während der Liegezeit liebevolle Betreuung.

So unterschiedlich wie die Gäste, so unterschiedlich sind auch die historischen Städte, in denen die „Costa Favolosa“ anlegt. In Warnemünde, dem gemütlichen Rostocker Vorort mit maritimem Flair, gehen wir bei strahlendem Sonnenschein an Bord. Zum abendlichen Auslaufen erklingt Andrea Bocellis Version von „Time to Say Goodbye“, das uns ab jetzt begleiten wird.

Royal Copenhagen

Kopenhagens Kanäle

Beliebt bei Einheimischen und Touristen: Eine Fahrt auf Kopenhagens Kanälen

Bereits am nächsten Morgen legt die „Costa Favolosa“ in Kopenhagen – Hauptstadt der Radfahrer und der ältesten Monarchie Europas – an. „Dank der Leihfahrräder, die an zahlreichen Stationen bereitstehen, kommen ca. vier bis fünf Fahrräder auf jeden Einwohner“, erzählt Eva Diekmann von ShowMeCopenhagen über die Radfahrerstadt mit den alten Kanälen, königlichen Schlössern und tausend Gesichtern, die ein wenig an Amsterdam erinnert.

Kopenhagens meistbesuchte Attraktion ist wohl das Tivoli, aber bei einem Tagestrip nicht zu schaffen, wenn man noch anderes sehen möchte. Die Metropole ist auch die Stadt von Hans-Christian Andersen und der „Kleinen Meerjungfrau“, Symbol einer unglücklichen Liebe und vieler ungeweinter Tränen. Dabei sind die Dänen, denen wir in den stylischen neuen Markthallen der Stadt begegnen, gutgelaunt, fröhlich und „die glücklichsten Menschen der Welt“, wie sie von sich behaupten. Vor allem, wenn sie ein köstliches Smørrebrød verspeisen, das es in vielfältiger Auswahl gibt.

Pfingst-Karneval lässt keinen kalt

Wir erkunden die Altstadt mit Eva zu Fuß und glauben, uns in Rio de Janeiro zu befinden, denn durch die Straßen nahe dem 35 Meter hohen „Runden Turm“, hallen laute Samba-Klänge. „Es ist Pfingst-Karneval“, erklärt Eva den Umzug der leicht bekleideten Tänzerinnen. Von oben haben wir einen wunderbaren 360-Grad-Blick über alle Sehenswürdigkeiten. Früher fuhren im „Runden Turm“ – wie in einem Parkhaus – königliche Kutschen die von dicken Mauern umgebene Auffahrt hoch, heute brauchen Touristen zu Fuß einen langen Atem.

Ein weiterer beliebter Treffpunkt ist der Storchenbrunnen in der Altstadt, nahe dem sehenswerten Royal Copenhagen-Haus, eines der ältesten und schönsten Gebäude der Stadt mit prächtiger Fassade, Stufengiebel und einem Cafe´ im obersten Stockwerk, dort werden Kaffee und Kuchen auf königlichem Porzellan serviert.

Königliche Hochzeit

Nach einem entspannten Seetag auf der „Costa Favolosa“ mit kurzem Schlaf und einem atemberaubenden Blick auf die schwedische Schärenlandschaft im nächtlichen, samtweichen Sommerlicht des Nordens folgt das nächste königliche Ziel: Stockholm. Seit Monaten steht die Metropole durch die Hochzeit von Schwedens Prinz Carl Philip mit der Bürgerlichen Sofia Hellqvist im Blickpunkt der Weltöffentlichkeit.

Mit ihrem historischen Stadtkern Gamla, verwinkelten Gassen, bunten Bürgerhäusern, Designer-Läden und dem im italienischen Barock erbauten Schloss gilt die grüne Stadt, die auf 14 Inseln errichtet wurde, als eine der attraktivsten Hauptstädte der Welt. Eintrittsfrei royale Luft schnuppern können wir in der prachtvollen Schlosskirche von 1754, dem Ort der jüngsten königlichen Hochzeit.

Tallinn – ein mittelalterliches Schmuckstück

Königlich geht es am nächsten Tag in Tallinn weiter. Auch wenn es in Estland keine Monarchie gibt, so haben doch dänische Könige und russische Zaren wie Peter der Große und Katharina II. in der ehemaligen Hansestadt ihre Spuren hinterlassen. Vom Schiffsanleger zum Zentrum sind es zu Fuß nur zehn Minuten, und wir können schon von weitem die Stadtmauer mit ihren imposanten Türmen sehen.

Ein Spaziergang durch die malerischen Gassen der Altstadt bis zur Aussichtsplattform Patkuli auf dem Domberg entpuppt sich als visueller Glücksgriff in ein mittelalterliches Schatzkästchen. Handwerker und Künstler bieten in zauberhaften kleinen Werkstätten und Läden ihre Ware zu günstigen Preisen an. Die russisch-orthodoxe Alexander-Newski-Kathedrale auf dem Domberg mit ihren Zwiebeltürmen, die an die St. Petersburger Blutskirche erinnert, gehört zu den spektakulärsten Gebäuden der Hauptstadt.

Goldene Kuppeln im Zarenreich

Die Krönung kommt zum Schluss: St. Petersburg mit seinen vergoldeten Kuppeln, Schlössern und Kirchen –, Schaufenster des Zarenreichs, Unesco-Weltkulturerbe und Aushängeschild für den Glanz vergangener Zeiten. Seit Putin und Medwedjew, beide aus St. Petersburg gebürtig, abwechselnd an der Macht sind, fließt das Geld für Renovierungsarbeiten nicht mehr nur nach Moskau, sondern auch in die ehemals royale Hauptstadt an der Newa-Mündung.

Nur zwölf Stunden in St. Petersburg zur Verfügung zu haben, erfordert eine schwere Entscheidung. Um 7 Uhr morgens geht es mit einem gebuchten „Costa“-Ausflug nach Puschkin zum Katharinenpalast mit Bernsteinzimmer, der Sommerresidenz der Zaren; ab mittags mit Anastasiya Komarets von „Petersburg-hautnah“, ins historische Zentrum. Die Eremitage mit ihren unglaublichen 2,8 Millionen Kunstschätzen von innen anschauen, das dauert Tage, oder lieber das meiste doch nur von außen betrachten? Wir müssen wiederkommen, um die Eremitage in Ruhe zu besuchen! Das meint auch Nastja (22), die perfekt Deutsch spricht und uns die Metropole in ihrem ganzen Facettenreichtum erspüren lässt: zu Fuß und mit der U-Bahn mit ihren kunstvoll gestalteten Bahnhöfen, so wie wir es uns gewünscht haben.

Im Newskij Prospekt pulsiert das Leben. Der 4,5 Kilometer lange Boulevard besticht durch Aussichten auf Wasserstraßen, aufwendig renovierte Adelspaläste und schöne Cafe´s. Eins erinnert an den Literaten Alexander Puschkin (1799-1837), der dort regelmäßig verkehrte.

Auf keinen Fall versäumen sollte man einen Besuch der ältesten Buchhandlung „Dom Knigi“, direkt gegenüber der Kasaner-Kathedrale (eine typisch russisch-orthodoxe Kirche), des ältesten Feinkostgeschäfts mit Cafe´ und des historischen „Belmond Grand Hotel Europe“, Newski Prospekt/Ecke Mikhailovkaya Ulitsa 1/7. Kein anderes Hotel in St. Petersburg spiegelt die wechselvolle Geschichte der Stadt und den Glanz der Zarenzeit so wider wie dieses. 1824/25 erbaut, war es im Laufe der Jahrhunderte Hotel, Waisenhaus, Krankenhaus und wieder Hotel. Die Gästeliste liest sich wie ein „Who ist Who der Weltgeschichte“: Queen Elizabeth II., Bill Clinton, Jacque Chirac, Michael Douglas und Elton John und andere. Die mehr als 300 Zimmer und Suiten sind zum Teil mit antikem Interieur ausgestattet.

Romanow-Suite

Jede Suite trägt einen berühmten Namen: Blick in die Romanow-Suite

Die Lokalitäten stehen auch Nicht-Hotelgästen offen. Im Mezzanine Cafe´ gibt es feinste hauseigene Patisserie, die Lobby & Piano Bar sind mittags und abends Treffpunkt der St. Petersburger Gesellschaft auf einen Aperitif. Im prachtvollen Art-Nouveau-Restaurant „L’Europe“ findet zum Dinner jeden Freitag eine Tschaikowsky-Nacht mit einem Pas de deux aus „Schwanensee“ statt. – St. Petersburg, wir müssen wiederkommen . . .

[toggle title=”Reiseinformationen in Kürze”]Die „Costa Favolosa“ wird noch bis September 2015 von Warnemünde aus auf zwei verschiedenen Routen jeweils wöchentlich nach Norwegen und ins Baltikum unterwegs sein. Die „Costa Pacifica“ läuft bis September ab Kiel die Metropolen des Nordens an, und das Slow Cruise Schiff „Costa neoRomantica“ geht bis September ab Hamburg Richtung Nordkap und Lofoten auf Kreuzfahrt. Bordsprache ist Englisch, es gibt aber deutsche Ansprechpartner. Borddurchsagen und Speisekarten gibt es auch auf Deutsch. „Costa Favolosa“: 3800 Passagiere, 1110 Mann Besatzung, 1508 Kabinen, davon 91 mit direktem Zugang zum Spa, 466 mit privatem Balkon, 122 Suiten mit privatem Balkon und 12 Suiten mit direktem Zugang zum Spa. Fünf Restaurants, 13 Bars, vier Swimmingpools und fünf Whirpools, eine Wasserrutsche mit Märchenpark für die Kleinen, Fitness und Wellness auf 6000 Quadratmetern Samsara-Spa für die Großen, Tanz- und Kochkurse, internationale Shows im dreigeschossigen Theatersaal, Grand-Prix-Rennnwagen-Simulator, Disco, Kasino, 4D-Kino, PlayStation Erlebniswelt und Squok Kinder-Club. www.costakreuzfahrten.de[/toggle]
[toggle title=”Visa”]Für über „Costa“ gebuchte Gruppen-Ausflüge ist in St. Petersburg kein Visum erforderlich, wer sich jedoch individuell in St. Petersburg frei bewegen will, sollte es rechtzeitig in Deutschland beantragen. Wer über „Petersburg-hautnah“ im Internet einen Ausflug bucht, für den erledigt die Agentur nach Absprache alle Formalitäten. Der Pass sollte noch sechs Monate gültig sein.[/toggle]
[toggle title=”Reiseliteratur-Tipp”]„Ostseekreuzfahrt“ mit 23 Cityplänen und Koordinaten-Angaben für den separaten Faltplan, 144 S., Dumont, 12,99 Euro. [/toggle]

Hinweis: Die Autorin wurde freundlicherweise zu dieser Kreutfahrt von Costa Kreuzfahrten eingeladen.

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Dubrovnik, die „Perle der Adria“

Es ist die drittgrößte Handelsflotte des Mittelmeeres: 5.000 Matrosen befahren auf 160 Schiffen die Meere. Der Schiffbau hat die Republik, die von rund 70 Konsulaten in aller Welt vertreten wird,…

Es ist die drittgrößte Handelsflotte des Mittelmeeres: 5.000 Matrosen befahren auf 160 Schiffen die Meere. Der Schiffbau hat die Republik, die von rund 70 Konsulaten in aller Welt vertreten wird, reich gemacht. Die Kaufleute verkaufen Salz und exportieren Silber aus Bosnien und Serbien. Aus Angst vor räuberischen Venezianern und Türken mauern sich die Einwohner in ihrem Hafen ein. Die steinerne Burg der Festung Sveti Ivan gibt ihnen Sicherheit.

Ein halbes Jahrtausend ist es her, dass Dubrovnik die „Perle der Adria“ war. Zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert erlebte die Metropole, damals als Republik Ragusa bekannt, ihre erste Blütezeit. Sie war eine der wichtigsten Handelszentren in der Region. Diese Hochzeit endete 1667 nach einem verheerenden Erdbeben, das die Wirtschaft des „stolzen Schönen“ am südlichen Ende Kroatiens nachhaltig schädigte. Mit der Aufnahme der Altstadt Dubrovniks in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes 1979 rückte sie erstmals wieder in den Fokus der breiten Öffentlichkeit, durch ihre Belagerung und Bombardierung durch die Jugoslawische Volksarmee während des Kroatienkrieges Anfang der 90er Jahre ein zweites Mal. Die Wiederentdeckung der Stadt durch die Tourismusindustrie in den Jahren danach und schließlich der Beitritt Kroatiens zur EU 2013 haben der dalmatische Metropole am Wasser mehr Leben zurückgegeben, als diese an schönen Sommertagen vertragen kann.

„Dubrovnik wird von Feriengästen regelrecht besetzt”„Dubrovnik wird von Feriengästen regelrecht besetzt”, klagt Djuro Capor, der sich in einer Bürgerinitiative gegen die tägliche Urlauber-Invasion engagiert. Hunderte Busse umkreisen zwischen Juni und September Tag für Tag die autofreie Altstadt, zwischen 25.000 und 30.000 Touristen drängen sich vom frühen Morgen bis Mitternacht durch deren Gassen. So mancher Fremder zahlt extra dafür, dass er auf den 1.940 Meter langen und bis zu sechs Meter breiten Stadtmauern von Dubrovnik spazieren gehen darf. Die größten Wellen an Feriengästen ergießen sich aus den Kreuzfahrtschiffen, die Dubrovnik in immer kürzeren Intervallen anlaufen.

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Die kroatische Adriaküste zählt zu den saubersten Gewässern im gesamten Mittelmeerraum.

Wir sind im Mai hierhergekommen. Und wir erleben eine zauberhafte Reise in die Vergangenheit – nicht nur in der Altstadt Dubrovniks, sondern entlang der gesamten Küste Richtung Süden bis zur Grenze zu Montenegro. Diese Region wird auf einer Breite von etwa drei Kilometern durch die zu Bosnien und Herzegowina gehörende Gemeinde Neum vom übrigen Kroatien getrennt. Elf Kilometer südlich von Dubrovnik liegt Mlini – ein glänzender Edelstein im schmalen kroatischen Gürtel entlang des Meeres. Uns fällt zuerst die üppige mediterrane Vegetation auf. Mlini hat flache Stein- und Steinstrände, Blumengärten und Promenaden, Hotels, Villen und Ferienhäuser. Der Name Mlini kommt von den Mühlen, die in der Vergangenheit benutzt wurden um das Wasser aus dem Fluß Zavrelje zu heben. Wir springen ins Meer. Es ist jetzt noch kühl, vielleicht 19, 20 Grad, aber klar und herrlich erfrischend. Die kroatische Adriaküste zählt zu den saubersten Gewässern im gesamten Mittelmeerraum.

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An den Stränden von Dubrovnik.

Hier ist es sauber – im Wasser und an Land

Wir fahren weiter nach Cavtat – eine Landzunge, auf der man sich wie in Italien fühlt, am Gardasee, in Salo, oder an der italienischen Adria, in Rimini. Aber hier ist es sauberer als dort – im Wasser und an Land. Keine leere Tüte oder Dose, kein Papier, keine Zigarettenkippe liegt auf der wunderschönen Promenade entlang des kleinen Hafens. „Fast so sauber wie in der Schweiz“, sagt ein Münchener Urlauber lächelnd zu seinem Begleiter. Liebevoll angelegte Blumenbeete, weiße Decken auf den Tischen der Terrassen der Restaurants vor historischen Häusern, die sorgfältig und mit „feinem Pinsel“ restauriert wurden, machen die 2.000-Einwohner-Verwaltungssitz der Kommune Konavle zu einem zauberhaften Ferienort. Auch in vielen anderen Dörfern an den meist steinigen Buchten entlang der Küste und auf den nur wenige hundert Meter vorgelagerten Inseln spürt man, dass die Kroaten sich um Feriengäste bemühen, kein Wunder, trägt der Tourismus doch weit mehr als die Hälfte zum Bruttoinlandsprodukt des Staates bei. Abseits der beliebten Pfade jedoch stößt man auch in Dalmatien auf Bauruinen, noch nicht ganz abgerissene oder noch nicht ganz fertiggestellte Gebäude, auf Müllhalden und löchrige Straßen.

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Vom Boot aus ins Wasser springen, tauchen, schnorcheln – Urlaub pur an den Stränden vor Dubrovnik. (Fotos: Jürgen Hoffmann)

Einen Tag reservieren wir für einen Ausflug in die Inselwelt vor Dubrovnik. Wir fahren mit einem Fischerboot zur Insel Kolocep – im traumhaft schönen Hafen Donje Celo muss man eine Pause machen – und weiter zum Eiland Lopud, das eine der schönsten Badestrände Kroatiens besitzt, vor dem im Sommer jeden Tag bis zu 100 Yachten, Ausflugsdampfer und kleine Speedboote Anker werfen. Vom Boot aus ins Wasser springen, tauchen, schnorcheln – Urlaub pur. In den blauen Himmel schauen, Freiheit fühlen. Am Abend dann eine gemischte Fischplatte am Strand „Copacabana“ auf der Halbinsel Lapad. Nicht puderfeiner Sand wie in Brasilien empfängt uns hier, sondern ein Kiesstrand mit betonierter Liegefläche. Als Entschädigung nehmen wir die schöne Aussicht auf die Inseln Daksa und Elafiten auf einer Seite und auf die halbhängende Brücke, die einzigartig in der Welt ist, auf der anderen Seite.

Dass in dieser Region vor kaum 25 Jahren Krieg herrschte, Bomben flogen und Häuser brannten – kaum vorstellbar. Heute wird im malerischen Dubrovnik nur noch zum Spaß und vor allem zum Geldverdienen gekämpft: Wenn das Filmteam des US-Fernsehsenders HBO eine neue Folge der Serie „Game of Thrones“ dreht, weht auf der historischen Stadtmauer die Flagge des Hauses Baratheon, werden im ehemaligen Kloster auf der Insel Lokrum neue Ränke geschmiedet und lernt im Botanischen Garten des Dorfes Trsteno der “Königsmörder” Jaime Lannister sein Schwert mit der linken Hand zu führen. Dann erleben die Einwohner von Dubrovnik wieder einmal eine Zeitreise ins Mittelalter.

Das

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(Titelfoto: aarstudio / fotolia.de)

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Der Fisch, der aus der Tiefe kommt

Der ewige Frühling, das wohltuende Klima, die üppige Flora und Fauna, das Wanderparadies – es gibt viele gute Gründe, diese Insel ins touristische Herz zu schließen. Ein weiterer kommt aus…

Der ewige Frühling, das wohltuende Klima, die üppige Flora und Fauna, das Wanderparadies – es gibt viele gute Gründe, diese Insel ins touristische Herz zu schließen. Ein weiterer kommt aus den Untiefen des Atlantiks. Mit Angelhaken wird er stolze 1 500 Meter nach oben befördert, so wie es seit vielen Jahrzehnten gute Fischertradition ist: Der Schwarze Degenfisch. Ein sagenumwobener und räuberischer Tiefseebewohner, der – zumindest innerhalb Europas – nirgendwo anders als hier zuhause ist. Mit scharfen Zähnen ist er bewaffnet und mit seiner dunklen Lederhaut alles andere als hübsch anzuschauen, fachgerecht zubereitet ist er allerdings ungemein lecker und für den kulinarisch interessierten Madeira-Besucher ein absolutes Muss. Aber nicht nur er: Als Fischliebhaber kommt man auf der portugiesischen Atlantikinsel in jeder Hinsicht auf seine Kosten.

Madeira Degenfisch

Der mittlerweile weltbekannte schwarze Degenfisch ist einer von rund 290 Tiefseefischarten, die vor Madeira in den vergangenen. Jahrhunderten gefangen wurden. (Fotos: Brigitte Geiselhart)

Abendessen im Restaurant „Estalagem do Vale“ in São Vicente. Roberto Mendonça serviert Schwarzen Degenfisch – nicht mit Bananen wie auf Madeira in der Regel üblich, sondern mit Passionsfrucht. Dazu wird ein Bouquet aus Mango, Tomaten, Apfel und Zucchini gereicht. Ein Gericht, das wie auf der Zunge zergeht. „Die Zubereitung ist wirklich einfach. In Mehl und Ei panieren, ein wenig Zitrone darüber träufeln und frittieren“, wie der 40-jährige Chefkoch erklärt. „Mir ist diese Variante am liebsten. Weil der Fisch dabei sehr saftig bleibt. Außerdem empfinde ich die geschmackliche Ergänzung durch die Passionsfrucht sehr reizvoll. Besonders wichtig ist mir aber, dass alle Zutaten direkt aus Madeira stammen.“ Roberto Mendonça ist Koch aus Leidenschaft, so wie seine Brüder auch – das nimmt man ihm gerne ab. „Kochen, das ist einfach mein Ding“„Kochen, das ist einfach mein Ding“, so sein Credo. Zuhause hat er allerdings meist keine Zeit dafür – höchstens wenn er Urlaub hat. Dann freuen sich auch seine Frau und seine Kinder ganz besonders darauf, wenn der Ehemann und Papa Madeirensische Spezialitäten serviert. In seinem Restaurant kocht Mendonça auch gerne live vor seinen Gästen und unterhält sich ganz nebenbei mit ihnen, was natürlich gut ankommt. Und wenn die Gäste gerne selbst kochen möchten, dann dürfen sie das auch. Bei Gruppen mit rund zehn Personen ist das besonders beliebt. „Das geht beim Grillen auf der Terrasse genauso wie in der Indoor-Küchenzeile. Ich gebe dann nur ein paar Anweisungen. Den Rest müssen die Leute selbst erledigen“, sagt er verschmitzt.

Der mittlerweile weltbekannte schwarze Degenfisch ist einer von rund 290 Tiefseefischarten, die vor Madeira in den vergangenen Jahrhunderten gefangen wurden. Bewundert werden kann er natürlich auch auf dem berühmten Fischmarkt der Inselhauptstadt Funchal. Kaum zu glauben, dass er eher zufällig entdeckt worden sein soll. Der Sage nach war ein Fischer aus dem Dorf Camara de Lobos in seinem Boot eingeschlafen – weil er dem einheimischen Wein ein wohl überreichlich zugesprochen hatte. Seiner glücklicherweise sehr langen Angelschnur und dem bleibeschwerten Haken war das aber egal, und so drangen beide zusammen mit dem Tintenfischköder in immer tiefere Meeresregionen vor. Aus seinem Nickerchen erwacht, staunte der Fischer offenbar nicht schlecht, als er seine Schnur wieder aufwickelte und nicht wie beabsichtigt eine Makrele, sondern einen fremdartigen Raubfisch mit einer Länge von knapp eineinhalb Meter am Haken hatte.

Soviel zur Geschichte. Heute ist der „Espada“ – wie er in der Landessprache genannt wird – neben der traditionellen Stickerei und Korbflechterei und dem Madeirawein längst zum Markenzeichen der portugiesischen Atlantikinsel geworden und auf der Speisekarte jedes renommierten Restaurants natürlich nicht wegzudenken. Auch nicht das gegrillte Thunfisch-Steak oder der Oktopus. In Wein mariniert und gegrillt, mit Rosmarin, Karotten, Peperoni und Zwiebeln kann man diesen im Restaurant Apolo in Funchals Altstadt genießen. „Erst mal den Tintenfisch kochen, bis er weich wird – nicht zu lange, nicht zu kurz“, lässt Küchenchef Michael Garcèz ein wenig in seine ganz spezielle Zubereitungsart blicken. „Zwiebeln in Olivenöl dünsten, Oliven dazu und natürlich Knoblauch. Peperoni in Scheiben schneiden, rösten schälen und auf den Fisch legen, so dass es bedeckt ist und somit weich bleibt. Im Ofen alles fertig backen.“ Und weiter? „Alles kann ich natürlich nicht verraten. Der Rest bleibt mein Geheimnis“, lächelt der 26-Jährige, der vorher bei einer großen Hotelkette angestellt war und in einem der ältesten Lokale der Insel neue berufliche Herausforderungen sucht.

Hat man als Nicht-Fischesser ein Problem auf Madeira?

Bleibt die Frage, ob man als Nicht-Fischesser ein Problem auf Madeira hat? Keineswegs. Michael Garcèz ganz persönliches Lieblingsgericht ist „Espetada em pau de louro“. Rindfleisch am Spieß – genauer gesagt am Lorbeerstock. Gewürzt mit Salz und Lauch, am Holzfeuer gegart. Dazu gebratene Polentawürfel. Und „Bolo do caco“ – gegrilltes Brot mit Knoblauchbutter passt sowieso überall dazu. Schmeckt alles klasse und vor allem authentisch. Zur Verdauung gibt’s übrigens „Poncha“ – wie die Einheimischen sagen „Medizin“. Nach Madeira-Art. Besteht aus Orangensaft, Zucker und ordentlich weißem Rum. Wird mit einem Holzlöffel verrührt und kalt getrunken. Und wirkt. Hundertprozentig.

Das

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Hinweis: Die Autorin wurde von Alltours auf diese Reise eingeladen.

 

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Viva la Nostalgia – Sizilien für Fortgeschrittene

Wie in einer Zeitmaschine, fühle ich mich zurück versetzt in den unbeschwerten Sommer, in dem ich gerade mal 20 war… Mit meinem Freund mietete ich mir einen klapperigen Fiat und…

Wie in einer Zeitmaschine, fühle ich mich zurück versetzt in den unbeschwerten Sommer, in dem ich gerade mal 20 war… Mit meinem Freund mietete ich mir einen klapperigen Fiat und erkundete Sizilien. Wir hatten keinen Plan, viel Zeit und fuhren einfach über die Insel. Wir landeten an Dünenstränden, in verwinkelten Gassen uralter Städtchen, pflückten herabhängende Zitronen von den Bäumen und bekamen Bauchschmerzen, weil wir an keiner Eisdiele vorbeigehen konnten, ohne ein Gelati zu kaufen.

Das Geld war knapp, wir schliefen im Auto oder im Schlafsack im Sand. Es war heiß, wir waren glücklich und diese Insel erschien uns als der Nabel der Welt, die Quintessenz purer Lebensfreude. „Che nostalgia“ sagt man dazu auf italienisch, die sanfte Erinnerung, die einem mit leiser Wehmut erfüllt. Tief innen berührt. Sie fühlt sich an, als wäre es gestern gewesen. Es kann ein Duft sein, ein Geschmack, ein Lied, das einen unverhofft trifft. Alles ist wieder da. Plötzlich, aus dem Nichts.

Vor allem bin ich wieder da. Endlich. Auf „meiner“ Insel, diesem Ort, den ich in diesem süßen Sommer in den Achtzigern, eigentlich nie mehr verlassen wollte. Endlich!

„Primavera“ empfängt mich. Die Luft ist warm und weich, wie ein sanftes Versprechen. Der viel besungene Frühling, ist die beste Zeit, um die größte Insel Italiens zu genießen. Überall duftet es nach herben Kräutern, die sich mit dem sanften Blütenduft des Flieders vermischen. Aus den Boxen des Taxis schallen italienische Liebeslieder. Intensiv, voller „Amore“ und „Baci“ … Italien ist der ideale Ort zum Schwelgen. Wer immer als weibliches Wesen sein angeschlagenes Selbstbewusstsein wieder aufpeppen möchte, dem empfehle ich dringend die Flucht in den Süden. Das „Ciao Bella“ klingt süß im Ohr, der Duft von Rosmarin, Thymian und Oregano weckt alle Sinne, die leichte Brise, die vom Meer hinüber weht, küsst die Seele.

Diesmal brauche ich kein “Remmidemmi”

Diesmal schlafe ich nicht im Auto. Die Zeiten ändern sich, ich bin anspruchsvoller geworden und habe nichts gegen ein wenig Luxus. Ich brauche kein „Remmidemmi“, sondern viel Natur und einfach Ruhe. Also Taormina, den traumhaften, aber quirligen Urlaubsort meiden und auf in den tiefsten Süden, in die Region Ragusa. Die Südspitze der Insel ist ursprünglich und vom Tourismus weitestgehend verschont. Hierher reisen Menschen, die tief in die kulturelle Vergangenheit des Eilands eintauchen wollen. Maurische, griechische, römische und normannische Einflüsse treffen aufeinander, ein Schmelztiegel der Kulturen und UNESCO-Welterbe-Städte, wie Modica, Ragusa und Scigli, liegen dicht beieinander. >> Weiter auf Seite 2

[nextpage title=”Donnafugata – Die ‘geflohene Frau'”]

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„Donnafugata“ oder die „Geflohene Frau”

Das 5-Sterne Hotel „Donnafugata Golfresort & SPA“ erscheint mir der rechte Platz für meine Inselflucht zu sein. Wobei mich bei der Buchung ehrlich gesagt eher das Wörtchen „SPA“ angesprochen hat, denn meine wenigen Schnuppergolfversuche endeten bis dato damit, dass ich das „green“ umpflügte und man mir charmant, aber bestimmt, von weiteren Stunden abriet. Ironie des Schicksals, nun lande ausgerechnet ich in einem Hotel, das jedes Golferherz höher schlagen lässt.

Das „Donnafugata“ übrigens treffenderweise mit „Geflohene Frau“ zu übersetzen, ist auch ohne Schläger der perfekte Ort für entspannte Tage. Umgeben von zwei 18-Loch-Golfplätzen (designt von Gary Player und Franco Piras), die sich völlig natürlich in die hügelige Landschaft einfügen, liegt das traumhafte, ehemalige Herrengut einsam und ruhig, inmitten einer malerischen Landschaft. 202 Zimmer verteilen sich auf mehrere einstöckige Gebäude. Das Refugium strahlt mediterrane Leichtigkeit und Großzügigkeit aus. viel Platz zum Sein. Von meinem Balkon kann ich, hinter knorrigen Johannisbeerbäumen, den Golfern beim Abschlag zuschauen. Zum Glück bin ich außer Schussweite.

Zunächst flüchte ich, wie es sich für eine echte „Donna“ gehört, ins SPA. Werde von der kleinen drallen Rosalla geknetet, gedrückt und eingeölt. Entschwinde mental in andere Sphären. Tiefenentspannt wandle ich ins „Clubhouse 19th hole“. Wie zu Erwarten, treffe ich dort hauptsächlich auf Golfer, die hier nach der ersten Platzrunde ihr Lunch-Büffet genießen. Lässig-sportliches Flair. Die Sonne brennt auf meiner Haut, für April ist es, mit 26 Grad selbst für Sizilien ungewöhnlich warm. Ich ordere im gebrochenen Italienisch einen Rossini, Prosecco mit frischem Blutorangensaft, der meine Lebensgeister beschwingt und labe mich am Büffet an den Köstlichkeiten. „Arancini“, kleine gefüllte Reisbällchen, mit Spinat und Ricotta, paniert und in heißem Öl gegart, „Parmigiana di Melanzane“, Auberginenauflauf zum Niederknien landen auf meinem Teller. Als Nachtisch passen die „Fiocci di Neve“ perfekt zum Cappuccino.

Vorsicht, die Schneeflöckchen machen süchtig!

Die luftigen Schneeflöckchen, sind ein Gebäck aus frischen Mandeln, bestäubt mit Puderzucker. Aber Vorsicht, die machen süchtig! Die sizilianische Küche ist eine der vielseitigsten und ältesten Regionalküchen des Landes, „Kilometro 0“ ist hier die Norm, alles, was auf den Teller kommt, ist wahrscheinlich gerade beim Bauern nebenan gepflückt worden, das Lamm hat eben noch sein letztes „Mäh“ von sich gegeben, ehe es hübsch drapiert und in Rosmarin eingebettet auf dem Teller landet und der Fisch hat eben noch gezappelt.

Aber wo haben sie den eigentlich heraus geholt? Ich bin auf einer Insel und sehe kein Meer. Es ist „in viscino“, in Sichtweite, erklärt mir der Concierge und hält auch gleich ein „Bici“, ein nostalgisch anmutendes Fahrrad für mich bereit. 8 km sind nichts, denke ich, bis ich den ersten Hügel erklimme. Das ist Schwerstarbeit, denn mein Fahrrad hat leider keine Gangschaltung. Voller Vorfreude auf ein kleines Bad im Mittelmeer, trete ich in die Pedale. Mir kommen auf der schmalen Landstraße kaum Autos entgegen. Die Insel, ein einziges Blütenmeer, „50 shades of green and yellow“, mit immergrünen Stein- und Korkeichenwäldern, Klatschmohn und Ginster, wie gemalt. Die Grillen zirpen, ich passiere duftende Orangenhaine und Weinreben. >> Weiter auf Seite 3

[nextpage title=”Die ‘geflohene Frau’ will am Ende nicht von der Insel rollen”]

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Ein Morgen voller mediterraner Leichtigkeit

Der süffige „Nero d’Avola“, der dunkle Rote kommt von hier, aber auch der leicht-moussierende Sommerwein „Frappato“, perfekt für einen sommerlich anmutenden Tag wie diesen. Irgendwann erreiche ich dann das Örtchen Scoglitti. Die kleine Bar am Hafen eignet sich bestens, um das mediterrane Leben an einem Samstagvormittag zu beobachten. Während ich in „Pistacchio“ und „Cioccolato con Peperoncino“- Eis schwelge, schaue ich den Kindern zu, die mit bunten Luftballons über den Platz laufen, sehe die alten Männer auf der Hafenmauer, die ins Kartenspiel vertieft sind und muss über die Teenager, schmunzeln, die sich gegenseitig in schönsten Macho-Posen mit ihren Smartphones ablichten. Ein Morgen voller mediterraner Leichtigkeit.

Gleich neben dem kleinen Yachthafen liegt ein Sandstrand. Vorsichtig tappe ich mit meinen Füßen ins glasklare Wasser, aber irgendwie ist mir das selbst als Nordlicht noch zu frisch. Auf dem Rückweg hupen und winken die LKW-Fahrer, ein paar Mal überlege ich, ob ich mir nicht einfach einen Lift zurück geben lasse, aber dann denke ich an die vielen „Cannolo“, Ricotta-Röllchen, die so sündhaft lecker sind, dass ich ihnen nie widerstehen kann und strampele tapfer weiter. Schließlich will die geflohene Frau nicht am Ende des Kurzurlaubs von der Insel rollen.

Drei Städte in zwei Tagen, das muss mir erstmal Jemand nachmachen. Und was für Märchenorte! Ich verfalle in einen regelrechten Kulturtaumel. Das „Donnafugata“ ist ein idealer Ausgangspunkt für Touren in die nähere Umgebung. Da das öffentliche Verkehrssystem am Inselzipfel eher unerschlossen ist, nehme ich mir einen Leihwagen. Mit dem Fiat 500 nehme ich rasant die Kurven und laufe zudem nicht Gefahr, in den engen Altstadtgassen an barocken Häuserwänden hängen zu bleiben. Meine erste Tour führt mich nach Scicli. Kleine Jungs spielen auf dem Vorplatz der barocken San Bartolomeo-Kirche Fußball, in ehemaligen Höhlen haben Handwerker und Galerien ihr Quartier bezogen und posieren für Touristen und ansonsten ist das zauberhafte Kleinod herrlich unaufgeregt und sehr romantisch. Ein Ort, um einfach von Cafe zu Cafe zu spazieren und herauszufinden, an welchem Platz es den besten Cappuccino gibt. Natürlich darf man den eigentlich nur morgens trinken, weil die Einheimischen sagen, dass er durch den Milchschaum eine ganze Mahlzeit ersetzt, aber ich bin ja keine Italienerin. Mein Favorit ist übrigens die „Pasticceria Basile“, aber das nur am Rande.

Modica ist für mich als Chocaholic ein „must“, denn die UNESCO-Welterbe-Stadt ist bekannt für ihre Schokolade. Die zweitgrößte Stadt der Provinz Ragusa wurde 1697 durch ein Erdbeben fast völlig zerstört und danach im spätbarocken Stil wieder neu errichtet. Welch’ perfekte Kulisse. Bella Italia, wie aus den schwarz-weiß Filmen der 50-er Jahre. Es würde mich nicht wundern, wenn gleich Sophia Loren auf einer Vespa um die Ecke biegt. Herrlich nostalgisches Flair, überall kleine Kirchen, Türmchen, Plätze, es wirkt wie ein lebendiges Freilichtmuseum und ich bin mittendrin. Ich teste mich durch die Familiengeführten Manufakturen, die dicht aneinander im kleinen Stadtzentrum liegen. In die „L’Antica Dolceria Bonajuto“, möchte ich mich am liebsten einschließen lassen. Rund 30 verschiedene Sorten werden in dem kleinen Eckladen seit 1880 hergestellt. Eine Sünde wert: „Canela“, mit Zimtgeschmack und „Xocoatl“, mit rotem Chilipfeffer, mit krustigen Schokoladenkrumen, nach alter Azteken-Rezeptur. Die landen dann auch gleich in meiner Tasche. Wegzehrung für meine letzte Etappe. >> Weiter auf Seite 4

[nextpage title=”Marina di Ragusa erinnert mich an meine Kindheit”]

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Ein botanischer Garten voller Liebespaare

Die Hauptstadt der Provinz, Ragusa ist so schön, dass ich vor meiner Rückreise von Catania gen Heimat, gleich eine Nacht dortbleibe. Ich buche mir ein charmantes B&B, mit eigener Terrasse über den Dächern der Stadt. In die historische Altstadt, sind es über viele Treppchen und durch kleine Gassen nur 20 Minuten zu Fuß. Eine fast unwirklich schöne Szenerie. Ragusa Ibla strahlt im schönsten Sonnenlicht. Am späten Nachmittag putzt sich jung und alt heraus. Der botanische Garten ist voller Liebespaare.

Es ist die Stunde des „Aperitivo“, die in den Bars den Abend einläutet. Ein Campari, ein paar leckere Snacks und dann weiterziehen, zum Beispiel in die Eisdiele „Gelati del Vini“, um hausgemachte Eiscreme mit Marsala-Wein oder Oliveneis zu kosten. Oder um im „4 Gatti“ im lauschigen Innenhof, einem italienischen Sänger zu verfallen, dessen melancholische Melodien sich in mein Herz brennen. Weinselig den Weg zurück anzutreten, im Taumel des Glücksgefühls, fast betäubt vom Duft des Oleanders.

Den letzten Tag verbringe ich am Meer. Das Seebad Marina di Ragusa ist in 30 Minuten erreicht. Die Luft ist salzig, die Möwen kreischen. Es ist ein herrlich altmodisches Seebad, das mich an das Italien meiner Kindheit erinnert. Ich setze mich an den Strand und fröne dem „dolce far niente“, dem süßen Nichtstun. Eine sanfte Wehmut beschleicht mich. Che nostalgia. Vielleicht sollte ich diesmal einfach bleiben…

Hinweis: Wir danken dem Donnafugata Golfresort & SPA für die freundliche Unterstützung der Reise. 

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Eine Wirtschaftsmetropole, die niemals schläft

Nach Asien zieht es mich immer wieder: Bangkok, Kuala Lumpur, Luang Prabang, Peking und jetzt Macau, das zu einer der spannendsten Boomtowns Asiens gehört. Auf knapp 30 Quadratkilometern verbindet die…

Nach Asien zieht es mich immer wieder: Bangkok, Kuala Lumpur, Luang Prabang, Peking und jetzt Macau, das zu einer der spannendsten Boomtowns Asiens gehört. Auf knapp 30 Quadratkilometern verbindet die ehemalige portugiesische Kolonie, die am 20. Dezember 1999 nach 442-jähriger Herrschaft an die Volksrepublik China zurückgegeben wurde, fernöstliches und europäisches Kulturerbe mit Weltstadtflair, Mega-Hotelresorts für anspruchsvolle Gäste und Glitzer-Casinos wie in Las Vegas.

Anfang Dezember durfte ich einige Tage als Gast im noblen „Sofitel Macau at Ponte 16“ verbringen. Das Fünf-Sterne-Haus liegt am Rande der UNESCO-geadelten historischen Altstadt, die ein beliebtes Ziel für Touristen ist. Im vorweihnachtlichen Macau, oft auch „Klein-Lissabon“ oder „Las Vegas Asiens“ genannt, bin ich dem Charme des Zaubermix aus Tradition und Moderne erlegen.

 

Hongkong-Macau

Hunderttausende Festland-Chinesen kommen täglich im unterirdischen Busbahnhof des „Bordergate“ an, um in Macau zu arbeiten oder zu spielen.

Feier zum 15. Jahrestag der Rückgabe an China

Wenn Macau am 20. Dezember den 15. Jahrestag der Rückgabe von Portugal an die Volksrepublik China mit einem großen Jubiläumsprogramm feiert (siehe Infobox), blickt die Stadt am Südchinesischen Meer auf eine wohl einmalige Erfolgsgeschichte zurück. Wie für Hongkong, das 1997 von den Briten an China zurückgegeben wurde, gilt auch für das weitgehend autonome Sonderverwaltungsgebiet am westlichen Ufer des Perlfluss-Deltas: „Ein Land, zwei Systeme“, festgeschrieben auf mindestens 50 Jahre. Macau zieht aus dem Prinzip seinen Nutzen.

Von den Unruhen im 60 Kilometer entfernten  Hong Kong ist in der ehemals portugiesischen Kolonie nichts zu spüren. Eigentlich wollten wir im Transit mit der Fähre direkt vom Internationalen Airport Hongkong nach Macau fahren, aber die Fahrt fällt wegen Maschinenschadens aus. So müssen wir zunächst nach Hong Kong-City, vorbei am größten Container-Terminal der Welt, um eine der roten Schnellfähren nach Macau zu nehmen.

Hongkong-Macau

Soll 2016 eröffnet werden: die Y-Brückenkonstruktion die Hongkong mit Macau und Zhuhai verbindet.

Neue Y-Brücke verkürzt Fahrtzeit nach Hongkong

Ab 2016 wird eine bereits gut erkennbare, beindruckende Y-Brückenkonstruktion zwischen Hongkong, Macau und Zhuhai den roten und blauen Fähren Konkurrenz machen. Statt 45 Minuten mit dem Boot dauert die Fahrt über die längste Brücke der Welt (50 km) mit dem Auto dann nur halb so lange. Die benötigte Infrastruktur inklusive Einreiseschalter und Parkplätzen entsteht derzeit auf einer künstlich aufgeschütteten Insel östlich der Stadt. Die Regierung beziffert allein die Kosten für die Landgewinnung ca. 97 Mio. Euro. Die Brückenkonstruktion wird auf insgesamt 10,7 Milliarden US-Dollar veranschlagt.

Portugiesische und chinesische Küche

„Man biegt ums Eck, und dann steht dort etwas, was nie da war“, sagt Julia Steinle, stellvertretende Food- und Beverage-Direktorin im „Sofitel Macau at Ponte 16“. Die 30jährige Deutsche aus der Nähe von Augsburg lebt seit einem Jahr in Macau, in dem die Mieten Münchner Niveau haben, und fühlt sich dort sehr wohl. Die Südostasien-Kennerin liebt die Mischung aus portugiesischem und chinesischem Flair, die dazugehörigen Küchen und das macanesisch-kulinarische Erbe. Im 18. Stock des „Sofitel“ bietet das „Chinois Cantonese Restaurant“ eine exzellente authentisch-kantonesische Küche mit Blick auf Hafen und Skyline von Macau.

Hongkong-Macau

Essen in Macau ist nicht teuer: in den Garküchen ist alles frisch. Es kommt vom Red Market. (Fotos: Liane Ehlers)

Einzigartiges architektonisches Erbe

In Macau triff Orient auf Okzident in einem einzigartigen architektonischen Erbe. Auf dem Weg in die Altstadt komme ich vorbei an einem Pfandhaus, das nur noch als Museum dient. Das Geschäft der Pfandleiher hat seit dem 17. Jahrhundert in Macau eine lange Tradition. Die neuen, schicken Pfandhäuser befinden sich allerdings in der Nähe der Casino-Glitzerwelten. Architektonisch ist Macau vom portugiesischen Einfluss geprägt. Nicht umsonst hieß die hügelige Stadt früher liebevoll auch „Klein Lissabon“. Bunte portugiesische Paläste und altehrwürdige Kirchen und Priesterseminare, von wo aus die Jesuiten als Missionare nach China gingen, stehen neben grauen chinesischen Stadthäusern mit stilvollem Interieur oder neben buddhistischen und taoistischen Tempeln. Das ganze historische Zentrum ist ein riesiges Museum und seit 2005 Weltkulturerbe der UNESCO. Die Sonderverwaltungszone ist reich, und die Verantwortlichen investieren, um die Tradition zu bewahren.

Pflicht für jeden Macau-Besucher sind die Ruinen von St. Paul und der A-Ma-Tempel, der der Seefahrer-Göttin A-Ma (Macaus Namensgeberin) gewidmet ist. Auch der Lou Lim Leoc-Garten mit dem Teekultur-Haus, der Red-Market (wo Fische und Hühner frisch geschlachtet werden), die Festung und der Senatsplatz mit der St. Dominik-Kirche sind ein absolutes Muss. In den kleinen Gassen um den Senatsplatz gibt es viele Geschäfte, in denen vor allem die Einheimischen einkaufen. In den Seitenstraßen mit ihren Garküchen, kleinen Gemüseständen oder Friseurgeschäften wird nicht nur Handel getrieben, sondern auch gezockt.

Kathedrale von St. Paul

Absolutes Muss bei einem Stadtrundgang: die Ruinen der Kathedrale von St. Paul. (Foto: Jörg Pasemann)

Glitzerwelten und Glücksspielindustrie

„Landaufschüttung“ und „Glücksspielindustrie“ sind die Zauberworte, die Macaus Wirtschaft seit Jahren blühen lassen. Macau besitzt einen internationalen Flughafen und die umsatzstärksten Casinos der Welt, die rund um die Uhr geöffnet haben. Sie sind eine scheinbar unerschöpfliche Goldgrube. Schon mittags herrscht an den Spieltischen Gedränge. Bündelweise ziehen Männer und Frauen in Alltagskleidung Geld aus Handtaschen, Plastiktüten oder Jacketts, um es an den Schaltern in Jetons umzutauschen. Mein Einsatz von 200 Macau Patacas (ca. 20 Euro) am Spieltisch wird – so scheint mir – nur mitleidig belächelt, aber man muss es unbedingt erlebt haben. In den „VIP-Suites“ in den oberen Etagen mit separatem Eingang verspielen superreiche Chinesen in einer Nacht schon mal Millionen.

In Macau macht’s die Masse. 70.000 Spieler täglich kommen allein ins „Venetian Macau Resort Hotel“ auf dem Cotai Strip, der seit der Erdaufschüttung die ehemaligen Inseln Coloane und Taipa verbindet. Kostenlose Hotel-Shuttle-Busse bringen täglich hunderttausende Spieler und Pendler  von den Fähranlegern und den beiden Bordergates (Grenzübergängen) zu China in die  Spielcasinos der Hotelkomplexe. In Macau und auf den vorgelagerten Inseln verkehren auch zahlreiche Buslinien.

Macau ist die einzige chinesische Stadt, in der Glücksspiel staatlich erlaubt ist. Nachdem die Regierung dem Glücksspiel-Tycoon Dr. Stanley Ho (94), unter anderem Inhaber des „Grand Lisboa“ und gebürtiger Hongkong-Chinese, das Monopol aberkannt und insgesamt sechs Lizenzen auch an ausländische Investoren versteigert hatte, schießen seit 2002 auf dem neu gewonnen Land des „Cotai-Strip“ nach Las Vegas-Vorbild ständig neue Mega-Casinos und -Hotels mit Unterhaltungsshows und luxuriösen Shopping-Malls in die Höhe. Luxusgüter sind aufgrund der Freihandelszone günstiger als im restlichen Asien.

Lisboa Palace

„Lisboa Palace“ heißt das drei Milliarden teure Cotai-Projekt von SJM mit Pariser Flair und dem ersten „Karl Lagerfeld“-Hotel. Es soll 2017 fertig sein.

Bauboom am Cotai-Strip geht weiter

Die Chinesen lieben das Spiel und Macau lebt vom Glücksspiel. Längst hat Macau Las Vegas überholt. Für das Jahr 2013 vermeldete die Glücksspielindustrie Gesamteinnahmen von ca. 32,91 Mrd. Euro. Der Umsatz an einem Tag ist so hoch wie in Las Vegas in einer Woche. 40 Prozent des Gewinns gehen an den Staat, wie viel Peking davon bekommt ist nicht bekannt. Mehr als 29 Millionen Besucher kommen pro Jahr nach Macau, darunter 30.000 Deutsche, vor allem Männer unter 45. Mehr als 50 Prozent der Besucher sind Festlandchinesen, die meist nur einen Tag bleiben.

Der Boom am Cotai-Strip geht weiter. Neue Mega-Resorts sind im Bau oder geplant. Bereits 2015 eröffnet dort Phase 2 des Mega-Resorts „Galaxy Macau“ mit dem weltgrößten „JW Marriott“ und einem „Ritz-Carlton“ mit insgesamt 1300 Zimmern und Suiten. Gegenüber geht ein „St. Regis“ an den Start. Einer der Höhepunkte des Chinesischen Neujahrs 2016 wird die Eröffnung des vier Milliarden US-Dollar teuren „Wynn Palace“. „Lisboa Palace“ heißt das drei Milliarden Euro teure Cotai-Projekt des lokalen Big Players, der Sociedade de Jogos de Macau (SJM), dessen Eröffnung für 2017 vorgesehen ist. Die Architektur ist beinflusst von historischen Pariser Gebäuden wie Louvre oder Opernhaus. Neben einem „Lisboa Palace Hotel“ und dem ersten „Palazzo Versace“ Asiens entsteht dort auch das erste „Karl-Lagerfeld“-Hotel. Ein Ende des Baubooms ist nicht in Sicht.

Reiseinformationen in Kürze

[toggle title=”Anreise”]Cathay Pacific und Lufthansa fliegen von Frankfurt direkt nach Hong Kong. Die Weiterreise findet im Transit statt. Vom internationalen Airport Hongkong gibt es Fähren, die in 45 Minuten Macau erreichen. Der Flug mit dem Helikopter dauert 15 Minuten. Besucher aus Deutschland, Österreich und Schweiz brauchen kein Visum für Macau, es genügt ein gültiger Reisepass. Alle großen Hotels bieten einen Abholservice. Taxifahrten sind preiswert. Weitere Infos beim Fremdenverkehrsbüro Macau, Schenkendorfstr. 1, 65187 Wiesbaden, Telefon: + 49-(0) 611/2 67 67 30, Fax: + 49-(0) 611/2 67 67 60, E-Mail: [email protected] ; oder auf der deutschsprachigen Internetseite: www.macau-info.de[/toggle]

[toggle title=”Essen gehen in Macau”]Im „Guide Michelin Hong Kong/Macau 2015“ zeigen die elf mit insgesamt 17 Sternen ausgezeichneten Restaurants die Vielfalt an erlesenen Gaumenfreuden in der ehemals portugiesischen und heute chinesischen Stadt. Über eine Bestätigung ihres Drei-Sterne Status dürfen sich der Gourmettempel „Robuchon au Dôme“ – französische Küche – sowie das chinesische Restaurant „The Eight“ im Grand Lisboa freuen. Zwei Sterne gingen erneut an die Lokale „Golden Flower“ und „Zi Yat Heen“. Neu hinzugekommen sind das „Café Leon“ mit portugiesischer und das „Temptations“ mit europäischer Speisekarte. Auch die macanesischen Spezialitäten im „IFT Educational Restaurant“ der Tourismus-Schule erhielten eine Bib Gourmand-Empfehlung. Gutes Essen und ordentlicher Service sind auch das Anliegen von „Yummy Macau“ mit 30 getesteten Restaurants (www.yummymacau.com) .[/toggle]

Jubiläumsprogramm zum Handover

[toggle title=”Feuerwerk und Fahnenparade”]Zu den Höhepunkten am Jubiläumstag, dem 20. Dezember, zählen die Fahnenzeremonie auf dem Lotus Platz um 8 Uhr (die Lotusblume ist das Symbol der Stadt) sowie Gesang- und Tanzvorführungen lokaler Künstler bei der Sports und Art Show um 14 Uhr im Olympic Sports Centre auf Taipa. Der Festtag endet mit einem spektakulären Feuerwerk rund um den Macau Tower und den Nam Van See.[/toggle]

[toggle title=”Lichtershows in 3D”]Lichtershows in 3D auf Gebäuden mit Symbolkraft lassen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verschmelzen. Projiziert wird auf das Handover Gifts Museum auf der Halbinsel Macau, die Kirche Our Lady of Carmel im alten Ort Taipa auf der gleichnamigen Insel sowie die Kapelle St. Francis Xavier auf der zweiten vorgelagerten Insel Coloane. Die Show ist bis 31. Dezember allabendlich kostenfrei von 20:30 bis 22:30 Uhr zu erleben.[/toggle]

[toggle title=”Eiskalter Spaß im Venetian Macao”]Bis 8. März 2015 lädt Ice World, Asiens größtes gefrorenes Wunderland, im Resort „The Venetian Macao“ in seine gekühlten Ausstellungsräume ein. Auf 1.600 Quadratmetern sind dort die beliebten Figuren der DreamWorks-Filme als Eisskulpturen zu bestaunen. Skipper und die Pinguin-Bande aus „Madagascar“ stimmen die Besucher auf ihre supergeheime Mission ein. Täglich zwischen 11 und 20 Uhr; der Eintritt für Personen ab 3 Jahren beträgt 120 MOP (ca. 12 Euro), www.venetianmacao.com[/toggle]

Hinweis: Zu der Reise wurde die Autorin von Noble Kommunikation und Macau Government Tourist Office eingeladen. Vielen Dank!

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Zwischen geballter Lebenslust und sanfter Melancholie

Das klangvolle, portugiesische Wort „Saudade“, steht für Melancholie und tiefste Sehnsucht und prägt das Lebensgefühl der Lissabonner genauso, wie ihre nahezu unbändige Sucht nach Leben! Tina’s letzter Teil über ihren…

Das klangvolle, portugiesische Wort „Saudade“, steht für Melancholie und tiefste Sehnsucht und prägt das Lebensgefühl der Lissabonner genauso, wie ihre nahezu unbändige Sucht nach Leben! Tina’s letzter Teil über ihren Besuch in Lissabon.

Der Abend beginnt in den Gassen des Bairro Alto und sehr spät in der Nacht oder am frühen Morgen werden die ehemaligen Docks unter der Tejo-Brücke oder am Bahnhof Santa Apolónia. angesteuert. Tagsüber sind sie triste Ansammlungen von Lagerschuppen am Kai, doch in der Dunkelheit verwandelt sich das Viertel zum “Place to be” für das chice Szenevolk.

Wer will, kann dort auch nach Mitternacht zum Friseur gehen, Kunstgalerien besuchen und natürlich tanzen, bis der Morgennebel den Fluss in ein surreales Licht taucht. US-Schauspieler John Malkovich ist Betreiber eines der schönsten Etablissements, dem “Bica do Sapato” Stilecht im 60er-Jahre-Design beim Hollywoodstar essen und sich stärken für den anschließenden Besuch im Club “LuxFragil”, einer Intuition für Nachtschwärmer seit Jahren, so könnte der perfekte Abend aussehen.

Strassenverkaeufer Lissabon

Nur nicht zu lange in den Federn bleiben, auch wenn meine kleine Altbauwohnung so heimelig ist, dass ich sie am liebsten gar nicht verlassen möchte. Doch es gibt so vieles zu entdecken. Spannend und berauschend ist der Mix der Stadt, denn Lissabon ist kosmopolitisch. Menschen unterschiedlichster Kulturen leben wie in einem bunten Schmelztiegel, friedlich miteinander, Egal ob in der Mode, in der Musikszene, bei Design, Kunst, Theater, Küche oder im Nachtleben, hier herrscht ein afrikanisch-lateinamerikanischer Stilmix, der 24 Stunden lang vibriert- und das überall. Lissabons Altstadt ist bequem zu erlaufen, doch gemütlicher und mit leicht nostalgischem Flair gewürzt, ist eine Fahrt mit der historischen Straßenbahn, Linie 28, die am Prachtplatz “Rossio” startet und auch nach über 100 Jahren Betrieb noch die steilsten Steigungen meistert.

Lissabon ist eine romantische Stadt

Mit ratternden Sound schraubt sich die hölzerne Tram immer weiter nach oben und gewährt stets neue Aussichten und Einblicke, in das alltägliche Leben. Je weiter sich die Bahn ins Graça-Viertel hocharbeitet, desto abenteuerlicher wird es. Die Straßen werden immer enger, es wäre ein Leichtes, durch das heruntergekurbelte Fenster nach den Auslagen zu greifen, die liebevoll aufgetürmt vor der Obstläden liegen.

Oben und unten bestimmten schon immer das Leben in der Stadt. Ende des 19. Jahrhunderts konstruierten findige Ingenieure drei Schrägaufzüge, um Ober- und Unterstadt miteinander zu verbinden und schufen mit dem Elevador de Santa Justa auch gleich das Wahrzeichen des modernen Zeitalters. Die 32 Meter hohe Stahlkonstruktion, unweit des Rossio, diente zur damaligen Zeit als Transportmittel. Heute ist der Aufzug eher ein beliebtes Fotomotiv der Touristen und beherbergt ein winziges Freiluft-Café auf der obersten Plattform, mit spektakulärem Ausblick auf die Stadt. Ganz besonders schön ist es bei Sonnenuntergang, wenn der Tejo in sanftes Rosa getaucht wird und die Liebespaare auf den klapprigen Stühlen Platz nehmen.

dorade in lissabon

Lissabon ist eine romantische Stadt, das ist auch am nächsten Morgen im Alfama-Viertel zu spüren, es liegt ein Hauch von Wehmut und Nostalgie in der Luft, der das Herz berührt. Käfige mit Kanarienvögel hängen vor den typischen Häusern, im maruelinischen Stil, mit farbigen Azulejo-Kacheln. Sehnsüchtige Fado-Weisen klingen aus weit geöffneten Fenstern, der dicke Fischhändler sortiert seine Ware in der Auslage. Der Blick bleibt an einem übergroßen Plakat hängen, “Alfama é fácil de amar” – Alfama ist leicht zu lieben. Das gilt für ganz Lissabon, die gefühlvollen Melodien des Fado und der Wunsch, ganz schnell wieder dorthin zurückzukehren, werden mich nie wieder loslassen. Und jetzt habe ich hier sogar ein richtiges Zuhause gefunden!

[toggle title=”Sightseeing-Tipps”]Castelo Sáo Jorge: Hoch über der Stadt thront die Burg. Der Blick über die Stadt und den Tejo wird Sie verzaubern und die Gärten laden zu romantischen Spaziergängen ein.
Torre de Belém: Das Wahrzeichen der Stadt liegt etwas außerhalb. In der frühen Abenddämmerung leuchtet der weiß schimmernde Turm am eindrucksvollsten. Belém.
Eléctrico Nr. 28: Die altersschwache, hölzerne Bahn, passiert auf ihrer regulären Strecke, alle wichtigen Sehenswürdigkeiten. ab Prazeres- oder Martin Moniz
Miradouro de Santa Luzia: Einer der besten Aussichtspunkte, mitten im alten Viertel Alfama. Am schönsten bei Sonnenaufgang! Tram 28 bis Santa Luzia
Stadtteil Alfama – ein undurchsichtiges Labyrinth aus Plätzen, Gassen und Treppen
Elevador de Santa Justa – der eiserne Aufzug verbindet Ober- und Unterstadt
Parque das Nacoes – Das futuristische Expogelände aus dem Jahre 1998 – ist heute ein Freizeitpark mit großer Shoppingmall und Aquarium – ein gelungener Kontrast zur Altstadt.
Fado-Museum – Klangvolll durch die Geschichte des Fado. Hier kann man wunderbar einen verregneten Nachmittag verbringen und den melancholischen Weisen lauschen.
Lisboa Story Center – Lissabons Geschichte für alle Sinne, zum riechen, hören, fühlen… interaktives Museum mit überraschenden Momenten. Terreiro do Paco 78 www.lisboastorycentre.pt[/toggle]

[toggle title=”Ausgehen”]O Faia – Edler Fadoclub mit traditionellem Fado und leckerem Menü – Rua da Barroca, 56 – Bairro Alto – www.ofaia.com

Maria da Mouraria – Wie ein Wohnzimmer wirkt das familiäre Fado-Restaurant. Hier singen viele junge Talente, kein Wunder, Inhaber xx ist vom Hauptberuf Musikproduzent. Largo da Severa, 2 – Mouraria www.mariadamouraria.pt
Lux-Frágil: Toller Flussblick von der Terrasse, wechselnde, internationale DJ’s, cooles, modisches Publikum und gut gemixte Drinks. Di.- So. 18-6 Uhr, Av. Infante D. Henrique, Armazém. www.luxfragil.com
Cafe Suave: Statt Kaffee, gibt es hier leckere Longdrinks, Bier und Wein. Das „Suave“ ist das ausgelagerte Wohnzimmer der hippen Lissabonner Musiker- und Literatenszene. http://www.lisbonlux.com/lisbon-bars/cafe-suave.html
Hot Clube de Portugal: Der schummerige Jazzclub ist eine Institution. In dem kleinen Kellergewölbe traten schon Jazzgrößen wie Pat Metheny auf. Di. und Mi. finden Jamsessions statt. Pr. Da Alagria 39/ Restauradores www.isa.utl.pt/HCP/ushome.html
Noobai Café – Bis Mitternacht kann man in dieser Outdoor-Lounge mit zwei Terrassen sitzen und den spektakulären Blick auf die rote Brücke Ponte 25 de Abril und die andere Tejo-Seite bewundern – bei DJ Musik und guten Drinks. Rua de Santa Catarina21 www.noobaicafe.com[/toggle]

[toggle title=”Genuss”]Mercado da Ribeira – Lissabons größter Wochenmarkt und Gourmet-Foodtempel in einem, mit Dependancen der besten Küchenchefs Lissabons. Cais do Sodre
Manteicaria Londrina – Leckere, portugiesische Spezialitäten, z.B. Portwein, Rohmilchkäse aus der Serra de Estrella u.a. für zuhause. Rua das Portas de Santo Antao 55/ Restauradores
Bica do Sapato: Das In-Restaurant, ist in einem ehemaligen Speicher direkt am Tejo untergebracht. Probieren Sie unbedingt die Ravioli mit Krebsfüllung, ein Genuss! . Avenida Infante Dom Henrique, Armazem 8, www.bicadosapato.com
Panadaria das Mercés: Die Bäckerei im Bairro Alto, ist bis auf Samstag, jede Nacht durchgehend geöffnet – und immer voll! Alles frisch, direkt aus dem Ofen. Unbedingt die „Pao com Chourico“ testen! Travessa das Mercés 12, Tel. +351/21 3463054
Royale Cafe: Bei frisch gepressten Säften und hausgemachten Scones lässt es sich perfekt in den Tag starten. Largo Raphael Bordallo Pinheiro 29
Estufa Real: Lunch im Gewächshaus, ein entspannter Spot für einen Sightseeing-Break, mitten im Botanischen Garten. Calcada do Galvao, Jardim Botanico da Ajuda www.estufareal.com
Bota Alta: Kunst, wohin das Auge blickt, dazu vorzügliche, rustikale Küche aus dem Alentejo. Das „Bota“ ist immer gut besucht und frühes Kommen (ab 19 Uhr) sichert die besten Plätze. Travessa de Queimada 37/ Baixa, Tel. +351/21 3427959[/toggle]

[toggle title=”Allgemeine Infos”]http://www.visitlisboa.com

http://www.golisbon.com[/toggle]

Die beiden Teile von Tina’s Reise durch Lissabon

Teil 1: Lissabon – Die Melodie der Lebenslust als Local entdecken
Teil 2: Zwischen geballter Lebenslust und sanfter Melancholie

Hinweis: Die Reise fand mit freundlicher Unterstützung von “Visit Lisboa” – www.visitlisboa.com, der portugiesischen Airline TAP Portugal www.flytap.com und der internationalen Apartmentvermittlung Only Apartments, www.only-apartments.de statt.

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Lissabon – Die Melodie der Lebenslust als Local entdecken

Das klangvolle, portugiesische Wort „Saudade“, steht für Melancholie und tiefste Sehnsucht und prägt das Lebensgefühl der Lissabonner genauso, wie ihre nahezu unbändige Sucht nach Leben! Tina’s erster Teil über ihren…

Das klangvolle, portugiesische Wort „Saudade“, steht für Melancholie und tiefste Sehnsucht und prägt das Lebensgefühl der Lissabonner genauso, wie ihre nahezu unbändige Sucht nach Leben! Tina’s erster Teil über ihren Besuch in Lissabon.

Immer wieder zieht es mich in die portugiesische Metropole… che saudade… kaum bin ich weg, befällt mich so etwas wie ein leises Heimweh, den Wunsch zurückzukehren, einfach zu bleiben, dort zu leben, zumindest auf Zeit. Diesmal mache ich alles richtig und buche mir ein Apartment, mitten Im Amüsiervierteil Bairro Alto. Die Stadt, die mir so vertraut ist zu erleben, als würde ich wirklich dort leben, ist meine Devise für ein langes Wochenende. Mein kleiner französischer Balkon, geht auf die enge Gasse hinaus. Mehr Lissabon geht nicht! Die kuschelige Zweizimmerwohnung ist nur wenige Schritte vom Aussichtspunkt Miradouro de São Pedro de Alcântara und der “Funicular”, einer Jahrhunderte alten Bahn, die Ober- mit Unterstadt verbindet, entfernt. Im Haus gegenüber baumelt die Wäsche auf der Leine. Eine Katze hat sich malerisch im Fenster gegenüber drapiert.

Lissabon Praça do Comércio

Blick auf den Praça do Comércio. In der Mitte des Platzes steht die Reiterstatue von José I. (Foto: Greta Pasemann)

Damit ich mich auch gleich Zuhause fühle, erklärt mir der Besitzer Jorge, der bei meiner Ankunft schon auf mich wartet, allerhand Praktisches. Der nächste Supermarkt? Nur 250 Meter entfernt. Snacks “to go” soll ich mir im “Vitaminos” in der Rua Garrett der portugiesischen Fast Food-Variante, mit leckeren Salaten und frisch gepressten Säften besorgen- und die besten Natas, die sündigen Vanilleplunder-Teilchen in der berühmten “Cafeteria A Brasileira” im Chiado. Das edle Viertel grenzt direkt ans Bairro Alto an. Hier naschte schon der bekannte Schriftsteller Fernando Pessoa. Ein würdiger Ort für eine reisende Autorin, um sich Inspirationen für die nächsten Geschichten zu besorgen. Die werden hier automatisch geliefert, denn das legendäre Cafe im Art Deco-Stil, das schon im Jahre 1907 seine Pforten öffnete, ist “place to be” für halb Lissabon- und natürlich auch für die Touristen aus aller Welt.

Im Herbst ist Lissabon ideal für einen Kurztrip

Mit vielen weiteren Tipps ausgerüstet, mache ich mich auf, Neues zu entdecken und Altbekanntes wieder zu finden. Gerade im Herbst ist die Stadt am Tejo ideal für einen Kurztrip. Die Hitze des Sommers ist aus den dicken Mauern der Häuser gewichen, die Tage sind angenehm mediterran, die Abende sind von weicher, lauer Luft erfüllt und statt Pauschaltouristen, treffen Besucher allerorts auf herzliche Einheimische, die sich und das Leben feiern. Einige Anbieter fliegen inzwischen direkt ab München nach Lissabon.

Lissabon vereint Gegensätze auf faszinierende Weise: Mondäne Prachtbauten längst vergangener Zeiten, treffen auf futuristische Glaspaläste, Tradition und Moderne leben in trauter Eintracht miteinander und nirgendwo ist die Seefahrer-Geschichte so spürbar, wie in den Kopfsteingepflasterten Gassen am Hafen. Nostalgisches Flair weht durch die Stadt, doch hinter den alten Fassaden schlägt das moderne Herz der Lisboas. Die Stadt ist trendy, ohne Zweifel!

Standseilbahnen in Lissabon

Die Standseilbahnen in Lissabon (Ascensores de Lisboa) verbinden die tiefer gelegene Teile der Altstadt mit den höheren Teilen. (Foto: Greta Pasemann)

Die Altstadtviertel, wie meine neue Heimat, das Bairro Alto, der Chiado oder Alfama lassen sich wunderbar zu Fuß erkunden. Etwas Kondition braucht man dafür schon, denn es geht ständig hoch und runter, doch es lohnt sich, denn links und rechts, in den engen Altstadtgassen, verstecken sich tolle Boutiquen, coole Designshops, quirlige Bars und zahlreiche Restaurants, zum Teil so diskret, dass man sie erst auf dem zweiten Blick entdeckt.

Auf den sieben Stadthügeln, zwischen Ober- und Unterstadt, pulsiert das Leben. Gerade 500.000 Einwohner zählt das Zentrum Lissabons, mit Außenbezirken liegt die Bevölkerung allerdings bei rund 2,7 Millionen.

Der Zauber der Stadt erschließt sich über alle Sinne. Lissabon zu entdecken heißt sehen, riechen, fühlen, schmecken- und hören. Die Seele Lissabons liegt im Fado begründet, jene melancholisch-schönen Lieder die kleine Geschichten erzählen, vom Alltagsleben vor Ort. Von Liebe und Leid, Trauer und Glück. So traurig der Fado für unsere Ohren manchmal auch klingen mag, eigentlich, so erzählt eine der bekanntesten, modernen Fado Sängerinnen, Mafalda Arnauth, die sogar von der New York Times als spannendste Entdeckung des modernen Fado gefeiert wurde, ist dieser Gesang letztendlich nur pure Lebensfreude, die geballte Ladung Leben. Und diese Stadt ist voll davon. Momente, die berühren, festgehalten in Liedern, die die Seele öffnen. Besungen wird, was nahe liegt. Ob der Sonnenaufgang über dem Castelo São Jorge, der alten Festung, die erhaben über der Stadt thront, das Alfama-Viertel mit seinem engen Gassen-Gewirr, der Fluss Tejo, der unaufhaltsam dem atlantischen Ozean entgegen strömt… Die ganz spezielle Melodie Lissabons, vermischt sich dem Geschrei der Möwen und dem salzigen Geruch des Meeres.

“Bom dia” in Bairro Alto

Im Viertel Bairro Alto ein paar Muße-Stunden zu verbringen bedeutet, durch unterschiedlichste Epochen zu wandeln, vor einer Kulisse, die jedes opulente Filmset blass erscheinen lässt. Die Vormittage gehören der älteren Generation. Alles wirkt ein wenig verschlafen, entschleunigt. Im Zeitlupentempo bewegen sich die Anwohner durch ihre vertraute Umgebung, erledigen ihren Einkauf, verweilen auf einen Bico, fast beißenden Espresso in der Bar, plaudern mit ihren Nachbarn hängen Wäsche auf oder genießen einfach nur selbstzufrieden den Sonnenschein auf ihrem Balkon- und grüßen mit einem herzlichen “Bom dia”, all’ die, die vorbeischlendern.

Lissabon - Cafe

Trendige Boutiquen, Cafés, Buchläden, Friseure und Musikshops öffnen in Lissabon ihre Pforten – und das bis weit nach Mitternacht.

Am späten Nachmittag verändert sich die Szenerie. Mit knarrenden Geräuschen werden die dunklen Rolläden der Geschäfte hoch gezogen, hinter denen sich die Parallelwelt des Bairro Alto verbirgt: Trendige Boutiquen, Cafés, Buchläden, Friseure und Musikshops öffnen ihre Pforten – und das bis weit nach Mitternacht. Abends strömen die jüngeren Lissabonner in “mein” Viertel. Die Bars schließen nicht vor drei Uhr morgens. Handgemalte Schilder weisen den Weg zu Designer-Shops mit integrierter Disco und zu den derzeit angesagtesten Nachtclubs. Vieles, was eben noch einer privaten Wohnung aussah, entpuppt sich plötzlich als Mini-Cafe oder Private-Bar mit internationalen DJ’s..

Gleich um die Ecke liegt der perfekte Ort für Musikfans, der “Hot Clube”, der berühmteste Jazz-Club der Stadt und das “O Faia”, ein Fado-Restaurant, in dem die crème de la crème der Fado-Szene auftritt. Wohlfühlorte, von denen es in Lissabon unzählige gibt, herrlich unprätentiös und entspannt. Vielleicht ist es gerade diese Unaufgeregtheit, die “Lisboa” diese etwas entrückte, verzauberte Atmosphäre verleiht.

Die beiden Teile von Tina’s Reise durch Lissabon

Teil 1: Lissabon – Die Melodie der Lebenslust als Local entdecken
Teil 2: Zwischen geballter Lebenslust und sanfter Melancholie

Hinweis: Die Reise fand mit freundlicher Unterstützung von “Visit Lisboa” – www.visitlisboa.com, der portugiesischen Airline TAP Portugal www.flytap.com und der internationalen Apartmentvermittlung Only Apartments, www.only-apartments.de statt.

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Der Wörthersee – die Karibik der Alpen

Ein Blick nach unten, das Wasser des Sees ist klar und leuchtet im Sonnenschein türkis. Jetzt ist auch mir klar: Nicht ohne Grund wird die Landschaft rund um den Wörthersee…

Ein Blick nach unten, das Wasser des Sees ist klar und leuchtet im Sonnenschein türkis. Jetzt ist auch mir klar: Nicht ohne Grund wird die Landschaft rund um den Wörthersee in Kärnten auch die Karibik der Alpen genannt. Das Wasser lädt Besucher zum Baden ein, aber auch Abenteurer kommen hier voll auf ihre Kosten. Tauchen, Wasserski und Speedboot-Fahren sind nur einige der Angebote. Wer es lieber romantisch mag, leiht sich ein Tret- oder Elektroboot, lässt sich langsam über das Wasser treiben und genießt die Ruhe.

Märchenhafter Wörthersee

Der Wörthersee liegt in einer der sonnigsten Regionen Österreichs. Mit einer Länge von 16,5km und einer Gesamtgröße von über 19km² ist er der größte See Kärntens. Es herrscht ein mildes Klima vor und die Durchschnittstemperatur des Wasser liegt im Sommer bei 25°C. Aber alleine schon die Kulisse des Sees ist eine Reise wert; die umgebenden Berggipfel sind auch im Sommer mit Schnee bedeckt und durch die Wälder, die teilweise bis zum Ufer des Sees reichen, wirkt die alles beinahe Märchenhaft. Direkt am Wasser und am Hang wurden bildschöne Hotels und Apartments gebaut und laden zum verweilen ein. Wer es lieber spartanisch mag oder einfach Geld sparen möchte, kann sich in einem der vielen Campingplätze einquartieren. Aber Vorsicht, sogar diese sind im Sommer schnell ausgebucht, denn das jährlich stattfindende Beachvolleyball Grand Slam zieht rund 150.000 Besucher an.

Ausflüge rund um den See

Für Ausflüge eignen sich die charmanten Dörfer Keutschach oder Schiefling oder es wird gleich eine Radtour um den gesamten See geplant. Auf den ausgeschilderten Routen gibt es viele tolle Rast- und Schwimmmöglichkeiten zum entspannen. Direkt am Wörthersee liegt auch die Stadt Klagenfurt. Sie ist die Hauptstadt des Bundeslandes Kärnten und zählt ungefähr 100.000 Einwohner. Da sich eine Universität in der Stadt befindet, ist dort immer was zu erleben und gibt es viele schöne Cafés, Restaurants und Ausgehmöglichkeiten. In der Nähe liegt der Flughafen von Klagenfurt, der z.B. die Anreise über Billigflüge möglich macht. Das Symbol und bekannteste Denkmal der Stadt ist der Lindwurmbrunnen auf dem Neuen Platz. Laut einer Legende musste dieser Lindwurm, ein drachenartiges Fabelwesen, von den Männern der Stadt besiegt werden und ist darum auch auf dem Stadtwappen abgebildet. Die Altstadt von Klagenfurt lädt die Besucher zu Entdeckungstouren zu ihrer über 800 Jahre alten Geschichte ein. Dazu gehören unter anderem das alte Rathaus aus dem Jahre 1650 und das älteste Haus der Stadt, das „Haus zur Goldenen Gans“ von 1489, das Kaiser Friedrich III der Stadt schenkte. Also, auf an den Wörthersee und die Badehose nicht vergessen…

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Ansbach: Zeitreise ins fränkische Rokoko

Jedes Jahr weht Anfang Juli ein Hauch von Puder und Parfum durch die Stadt. Dann finden im Hofgarten die Rokoko-Festspiele statt. Der Markgräfliche Hofstaat erwacht zu neuem Leben mit Musik…

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Das Markgrafen-Museum am Kaspar-Hauser-Platz: Es befindet sich in einem Teilstück der alten Stadtmauer.

Jedes Jahr weht Anfang Juli ein Hauch von Puder und Parfum durch die Stadt. Dann finden im Hofgarten die Rokoko-Festspiele statt. Der Markgräfliche Hofstaat erwacht zu neuem Leben mit Musik und Tanz. Ein zweiter Saison-Höhe-Punkt in Ansbach sind die Kaspar-Hauser-Festspiele.

Ansbach – Am Eingang zum weitläufigen Hofgarten wartet schon die Markgräfin Friederike Luise von Brandenburg-Ansbach (1714-1784), die kleine Schwester von Friedrich dem Großen, in einem entzückenden grünen Taftkleid, das mit Goldfäden bestickt ist, auf uns. Im bürgerlichen Leben heißt unsere charmante Begleitung, die uns durch Hofgarten und Orangerie führen wird, Renate Weinmann und tanzt Rokoko.

Aufwändige Kreationen

„Sieben Meter Stoff sind in diesem Kostüm verarbeitet, 100 Stunden Handarbeit stecken in der feinen Stickerei“, erzählt sie. Der 300. Geburtstag der Markgräfin wird in Ansbach das ganze Jahr über gefeiert. Vom 4. bis 8. Juli wird auch in diesem Jahr wieder mit den „Ansbacher Rokoko-Festspielen“ der große markgräfliche Hofstaat in der imposanten Kulisse von Orangerie und Hofgarten mit festlichen Kostümen, Konzerten und Feuerwerk zu neuem Leben erweckt.

Ansbach gilt als die „Stadt des fränkischen Rokoko“ schlechthin. Italienische Baumeister wie Gabriel de Gabrieli und Leopoldo Retty haben die verspielte Architektur der Stadt geprägt. Die historische Altstadt blieb im Zweiten Weltkrieg verschont, allerdings gingen auf Orangerie, Hof- und Fuchsgarten etliche Bomben nieder.

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Gräfin Friederike Luise von Brandenburg-Ansbach gibt sich die Ehre: Im Hintergrund die Orangerie.

Alraune – Zauberpflanze des Mittelalters

Die Anfänge des Gartens reichen ins 16. Jahrhundert zurück. Der Hofgarten wurde schon von Leonart Fuchs (1501-1566) erwähnt, der sechs Jahre als Leibarzt für den Markgrafen Georg von Brandenburg-Ansbach (1484-1543) tätig war. Fuchs gilt als einer der „Väter der Botanik“, nach ihm wurde auch die Fuchsie benannt. In seiner Ansbacher Zeit begann Fuchs, sein berühmtes Kräuterbuch „Historia Stirpium commentarii insignes“(deutsche Ausgabe: New Kreüterbuch;1543) zu schreiben. Es zählt zu den klassischen Werken der botanischen Literatur. Etliche der 500 von Fuchs beschriebenen Heilpflanzen sind in der Neuanlage des Fuchs-Gartens, einem ehemaligen Rosengarten, der an einen mittelalterlichen Klostergarten erinnert, zu sehen. Dazu gehört auch die Alraune, die klassische Zauberpflanze des Altertums, die Betriebsleiterin Silvia Grabs uns zeigt.

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Der Leonhart-Fuchs-Garten: Fuchs war Leibarzt und Botaniker. Er ist der Namensgeber der „Fuchsie“.

Doppelte Lindenallee und Orangerie

Mittelpunkt des barocken Hofgartens ist die 102 Meter lange Orangerie. Im 18. Jahrhundert wurde der Hofgarten nach französischem Gartenideal neu gestaltet. Markgräfin Christiane Charlotte (1694-1729) hat mit der 1724 angelegten doppelten Lindenallee, auch „Lindendom“ genannt, seine Grundstruktur bis zum heutigen Tag vorgegeben. Auch eine vorübergehende Umgestaltung zum englischen Landschaftsgarten hat er durch Rückbau gut überstanden.

In den 1950er Jahren wurde die im zweiten Weltkrieg beschädigte Orangerie wieder aufgebaut. Heute befinden sich Tagungs- und Konzertsäle sowie ein Restaurant mit exzellenter Küche in dem stimmungsvollen Gartenschloss. Das mit Blumen bepflanzte Rasenparterre vermittelt einen Eindruck davon, wie die prächtige Anlage im 18. Jahrhundert gewirkt haben muss. Die Frühjahrs- und Sommerbepflanzung erfolgt noch heute in Anlehnung an barocke Musterbücher.

300 Pflanzen in „Versailler Kübeln“

Bereits in Zeiten des Barock war der Ansbacher Hofgarten berühmt für seine 180 großen Kübelpflanzen, darunter Citrus-, Orangen- und Olivenbäumchen. Zwei Wochen dauert es jedes Jahr, bis Mitte Mai alle 300 Pflanzen in „Versailler Kübeln“ ausgeräumt und vor der Orangerie platziert sind. Eine Gärtnerin ist ganzjährig nur für ihre Pflege abgestellt. Das 2002 erbaute neue Citrus-Haus wird den Sommer über für Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt.

Kaspar-Hauser-Denkmal

Über Ansbachs Gartenzauber sollten seine berühmten Söhne nicht vergessen werden. In der Stadt und im Hofgarten steht ein Denkmal für Kaspar Hauser – das vermutlich adlige Findelkind, das 1828 aus dem Nichts in Nürnberg auftauchte und 1833 als ehrbarer Bürger im Ansbacher Hofgarten niedergestochen wurde. Ansbach ist auch Geburtsstadt des Dichters Friedrich Wilhelm Güll (1812-1879), dessen Reime wie „Gefroren hat es heuer…“ und „Das ist der Daumen, der schüttelt die Pflaumen…“ viele Menschen in Ihrer Kindheit begleitet haben. Nicht weniger berühmt ist das Hermanns-Denkmal im Teutoburger Wald, das vom gebürtigen Ansbacher Ernst von Bandel (1800-1876) erbaut wurde.

Hinweis: Die Autorin wurde von Franken-Tourismus auf diese Reise eingeladen.

[tabs slidertype=”top tabs”] [tabcontainer] [tabtext]Anreise[/tabtext] [tabtext]Sehenswürdigkeiten[/tabtext] [tabtext]Gastro-Tipps[/tabtext] [tabtext]Weitere Infos[/tabtext] [/tabcontainer] [tabcontent] [tab]Mit der Bahn oder dem Auto. Ansbach liegt ca.100 Kilometer südlich von Würzburg an der B 13.[/tab] [tab]Markgräfliche Residenz mit 27 Prunkräumen

– Markgrafen-Museum am Kaspar-Hauser-Platz mit umfangreichen Sammlungen zur Markgrafenzeit und einer spannenden Kaspar-Hauser-Abteilung sowie Kaspar Hausers Wohnhaus

– St. Gumbertus-Kirche mit der größten rekonstruierten Barockorgel Frankens, Schwanenritterkapelle der Spätgotik und Fürstengruft mit 26 Sarkophagen des 17. und 18. Jahrhunderts.[/tab] [tab]Fränkische Bratwurststube im Hotel Bürgerpalais, Neustadt 48

Orangerie im Hofgarten

Stegmeier frümittagundabend, Pfarrstraße 9

Green § Bean, Reitbahn 1: In der Pfarrstraße 6 befindet sich die Kaffeeschule Green § Bean von Thomas Schweiger, Deutscher Barista-Meister von 2010 und 2012.[/tab] [tab]www.ansbach.de

www.hotel-buerger-palais.de

www.greenandbean.de

www.orangerie-ansbach.de[/tab] [/tabcontent] [/tabs]

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Sissi reloaded meets Bohemian Flair…

Man kombiniere Wien mit Bratislava, heraus kommt ein unvergesslicher Kurztrip, den ich dringend zum Nachahmen empfehle. Gleich zwei Städte an nur einem Wochenende? Dank modernster Verkehrsmittel ist das völlig entspannt…

Man kombiniere Wien mit Bratislava, heraus kommt ein unvergesslicher Kurztrip, den ich dringend zum Nachahmen empfehle. Gleich zwei Städte an nur einem Wochenende? Dank modernster Verkehrsmittel ist das völlig entspannt zu bewältigen. Zwei Tage die österreichische Metropole Wien auf Kaiserin Sisis Spuren entdecken- und danach in 70 Minuten im Highspeed auf der Donau mit dem „Twin City Liner“, für eine weitere Nacht den Hauch vergangener Zeiten in der slowakischen Hauptstadt Bratislava einatmen. Gerade mal 70 km liegen zwischen den „Schwesternstädten“, doch für mich sind es gefühlte Welten.

Schloss Belvedere in Wien

Das Schloss Belvedere in Wien wurde von 1668 bis 1745 erbaut.

Wien, die alte Kaiserstadt, wirbt schon bei der Anfahrt durch die Peripherie etwas schräg und bestätigt auf Anhieb mein Klischeebild, dass die Wiener doch ein bisschen anders sind. Große Reklametafeln auf dem Weg vom Flughafen in die City weisen darauf hin, dass die Stadt 1,7 Millionen Hirne hat, ebenso viele, wie Einwohner gezählt sind. Das muss wohl mal gesagt werden. Der Wiener scheint stolz auf sein Hirn – zu Recht, denn schaut man sich die Liste berühmter Stadtsöhne an, so ist zu lesen, dass die Stadt im Laufe der vergangenen Jahrhunderte, erstaunlich viele Dichter, Denker und Visionäre hervorgebracht hat. Großhirne sozusagen. Ob ehrwürdige Komponisten wie Johann Strauß und Franz Schubert, die Maler Schindler und Klimt, der unvergessliche Falco oder der Autor Stefan Zweig, sie alle sind weit über die Grenzen ihrer Heimat bekannt geworden.

Auch die Architekten vergangener Epochen waren mit ihren Bauten echte Visionäre und haben heute noch meine höchste Anerkennung verdient. Die breiten Alleen der Altstadt sind von herrschaftlichen Palästen gesäumt, ehemalige Wohnhäuser der oberen Zehntausend, muten wie Schlösser an. Die Prachtboulevards, wie die legendäre Ringstraße, haben sich heraus geputzt. Mit ihrer imposanten Architektur kann die österreichische Hauptstadt locker mit Madrid, London und Paris mithalten. Kaiserzeit und 21. Jahrhundert treffen aufeinander. Hinter uralten Gemäuern befinden sich heute Clubs, stylishe Boutiquen, Restaurants, Bars und Designhotels. Den Wienern gelingt mühelos der Spagat zwischen Tradition und Moderne. Trotz aller Veränderungen bleiben sie immer Originale, die eines verbindet: Sie alle lieben den ganz großen Auftritt. Sisi reloaded sozusagen, denn der Wiener an sich vergöttert die kaiserliche Vergangenheit seiner Stadt, Sisi und Kaiser Franz Joseph sind allgegenwärtig.

Wien wirkt im ersten Moment wie ein Freiluftmusem

Im ersten Moment wirkt Wien, wie ein gigantisches, nostalgisches Freiluftmuseum. In den kleinen Gassen rund um den Stephansdom und der Hofburg, in der heute u.a. das Sisi-Museum untergebracht ist, weht der Hauch der alten Zeit. Das „Sisi Museum“ ist ein „Must“. Es hat erstaunlich wenig Zuckerbäcker-Guss und zeigt eher die verletzliche, tiefsinnige und freigeistige Kaiserin, die mit ihrer extremen Individualität und Abenteuerlust, so eine Art historische Pippi Langstrumpf hätte sein können. Draußen fahren die Pferdekutschen, die „Fiaker“ über das holperige Kopfsteinpflaster. Heute steigen eher gut betuchte Touristen in den Wagen, denn eine 30-minütige Fahrt kostet ab 80 Euro aufwärts. Ich bevorzuge es, meine Sneakers anzuziehen und die Stadt zu Fuß zu entdecken. Mein Domizil, das „Lindner Hotel Belvedere“, liegt direkt am Schloss Belvedere.

Sissi in Wien

Elisabeth Amalie Eugenie, besser bekannt als Sissi, war von 1854 bis 1898 Kaiserin von Österreich.

Um gleich morgens sportlich in den Tag zu starten, lockt der Schlosspark. Bei schlechtem Wetter bietet sich aus dem Fitnesscenter des Hotels im 7. Stock, ein fantastischer Blick auf Wien. Vom modernen 4-Sterne-Hotel komme ich in nur zehn Gehminuten zur Einkaufsmeile Kärntner Straße, in 20 Minuten bin ich an der Hofburg, in der gleichen Zeit gelange ich auch zum Stephansdom oder zum Naschmarkt. Der tägliche Open-Air-Markt, verwöhnt alle Sinne. In den liebevoll dekorierten Auslagen stapeln sich Berge von Obst-, Gemüse- und Delikatessen. Es herrscht Basaratmosphäre. Man kann den ganzen Tag damit verbringen, sich durch die Köstlichkeiten zu naschen. Kalorien zählen sollte man tunlichst vermeiden, denn in Wien locken überall sündige Leckereien. Im „Demel“, der Hofzuckerbäckerei am Kohlmarkt, zergeht die „Sachertorte“ auf der Zunge. Unter riesigen Lüstern tummelt sich im barocken Ambiente ein internationales Publikum. Man befindet sich in bester Gesellschaft. Schon Kaiserin Sisi war süchtig nach den handgemachten Veilchen-Pastillen, Schauspieler Nicholas Cage schwört auf die Mohntorte.

Modischer Sisi-Kult (unbedingt in der Boutique „Sisi Vienna“ in der Annagasse 6 vorbei schauen), Opernball, Kaffeehäuser – all’ das gehört zu der modernen Großstadt dazu, genau so, wie die besten Elektromusik-Clubs Europas (z.B. das „On Market“ in der Linken Wienzeile 36) oder die Heurigen, gemütliche Weinlokale, in denen man mit den Einheimischen schnell ins Gespräch kommt (mein Tipp: der „Reinprecht“ im Herzen von Grinzing).

Kaffeehäuser als erweitertes Wohnzimmer

Apropos Kaffeehäuser. Die legendären Begegnungsstätten, sind das erweiterte Wohnzimmer der Einheimischen und wunderbare Spots, um das typische Wiener Leben zu studieren. Das „Cafe Sperl“ (Gumpendorfer Str. 15), das „Cafe Central“ (Herrengasse 14) oder das Literatencafe „Hawelka“ (Dorotheergasse 6) sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Ihre traditionelle Melange aus Kaffee, Topfenstrudel, Zeitungen und Thonet-Stühlen, zählt mittlerweile sogar zum immateriellen UNESCO Weltkulturerbe.

Café Central in Wien

Das Café Central in Wien wurde 1876 eröffnet und eröffnet den Besuchern im Inneraum einen herrlichen Blick auf die alte Kaffeehaustradition. (Fotos: Tina Engler)

Während die Wiener noch ihren Kaiserschmarrn in ihren geliebten Kaffeehäusern verzehren, hat sich die gesamte Lokalszene von Bratislava bereits nach draußen verlagert. Sobald der Frühling in die 500.000 Einwohner zählende, slowakische Hauptstadt einzieht, stellen alle Bars und Restaurants ihre Tische auf die Straße.

Bratislava wirkt wie eine kleine Puppenstadt

Bratislava wirkt wie eine kleine Puppenstadt, doch die Anzahl an Cafés, Bars, kleinen Privatbrauereien und Restaurants entspricht gefühlt der der Bewohner. Zwischen dem mittelalterlichen Michaelertor, der quirligen Michalska und der eleganten Venturska, mit ihren stolzen Stadtpalästen, bis hin zum Platz vor dem slowakischen Nationaltheater, heißt es sehen und gesehen werden, am Wochenende bis in den frühen Morgen.

In den engen Straßen der Altstadt herrscht ein baylonisches Sprachgewirr. Unter der Woche, gegen Abend, wenn die Heerscharen der Touristen nach ihrem Tagesausflug die Stadt wieder verlassen haben, kehrt Ruhe ein. In den Gassen hallen meine Schritte noch lange nach, ich begegne Kapuzinermönchen auf dem Weg in die Abendmesse und Katzen streunen durch die malerischen Hinterhöfe.

Geschäfte sind sieben Tage die Woche geöffnet

Gut, dass ich mich entschieden habe, über Nacht zu bleiben. Das „Lindner Bratislava“ mit Rooftop-Bar im 13. Stock und grandiosem Ausblick bis zur Burg, die majestätisch auf einem Hügel über der Stadt thront, ist direkt an ein ultramodernes Einkaufszentrum angeschlossen. Gefährlich für mich, weil ich einen Hang zum Shoppen habe. Vieles ist günstiger und die Geschäfte sind sieben Tage die Woche geöffnet.

Ost-Chick in Bratislava

Wechselspiel: In Bratislava wechseln sich Plattenbauten mit Jugendstilfassaden und futuristischen Neubauten ab.

Das Hotel ist nur vier Straßenbahnstationen von der Altstadt entfernt, doch die 10-minütige Fahrt fühlt sich an, wie eine Zeitreise. Plattenbauten wechseln sich mit Jugendstilfassaden und futuristischen Neubauten ab, ein faszinierender Mix durch verschiedenste Epochen. Nach dem Zusammenbruch des Sozialismus hat die junge Metropole zu ihrer neuen Identität gefunden. Die Altstadt mit ihren trutzigen Klöstern, Barockkirchen, den verwunschenen Konventen und den Zuckerbäcker-Palästen der Adligen ist lebendig und vollkommen auf den Tourismus eingestellt. Bohemian-Flair durchströmt die alten Gemäuer. In den restaurierten Hinterhöfen haben sich Second-Hand-Shops, Modedesigner, Galerien, Bildhauer und Maler angesiedelt.

Macht süchtig: Milchschokolade mit Pfeffer und Chili

Als bekennender Schokaholic, habe ich mein neues Sehnsuchtsziel gefunden. Viele kleine Cafés haben sich auf die zart schmelzenden süßen Sünden spezialisiert. Auf vielen Karten ist heiße Schokolade in über 20 Variationen zu haben. Mein Favorit: „Mexico“im „Schokocafe Maximilian“ am Markt. Milchschokolade mit Pfeffer und Chili. Dickflüssig und zum Niederknien lecker. Schon beim ersten schluck spüre ich: Das süffige Gebräu kann süchtig machen… Grund genug, ganz schnell wieder zu kommen!

Hinweis: Die Autorin wurde von Lindner Hotels AG zu dieser Reise eingeladen.

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