Ich habe einen fantastischen Überblick vom 20. Stock meines Hotelzimmers in Surfers Paradise in Australien. Links und rechts Küste soweit das Auge reicht. Vor mir schaut gerade die Sonne über den Horizont. Wellen laufen lautstark und mit viel Schaum auf den beigen Sandstrand auf. In der Ferne versucht ein Surfer sein Board mit schnellen Armbewegungen auf Geschwindigkeit zu bringen, um mit einem kurzen Satz aufs Brett zu springen und die perfekte Welle zu surfen.

Eine geglückte Morning Session an einem Strand, den man in dieser Form eher selten irgendwo anders auf der Welt finden wird.  Es ist aber auch der Strand von Surfers Paradise, dem lebendigen Ort mit einer beeindruckenden Skyline und sehr vielen Möglichkeiten, seine Zeit nicht auf einem Surfbrett oder am Strand zu verbringen.

Gold Coast - Surfers Paradise - Australien - Joerg Pasemann (13 von 21)

Surfers Paradise bietet Gegensätze, wie kaum eine andere Stadt auf dieser Welt. Auf der einen Seite der Straße findet man tatsächlich ein Paradies: Klares, türkises Wasser mit den Wellen, die Surfer brauchen, um glücklich zu sein. Ein breiter, beiger Strand mit Sand, der sich durch die Fußzehen drängt und dabei quietscht, weil er so fein ist. Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge, die Gänsehaut produzieren, weil sie so schön sind. Und natürlich gibt es Sonne im Überfluss. Wer dem Ort einst den Namen gab, der muss genau dieses Paradies vorgefunden haben.

Ein Deutscher baute das erste Hotel in Surfers Paradise

Ausgerechnet ein Deutscher hat 1889 damit angefangen, auf der anderen Seite das erste Hotel zu eröffnen. Johann Meyer baute in Elston, wie der Ort früher hieß, das „Main Beach Hotel“. Durch den späteren Ausbau verschiedener Brücken und Straßen kamen immer mehr Touristen und Investoren nach Elston, und so wurde aus dem einstigen Paradies ein lebendiger Ort, der seit 1933 den Namen Surfers Paradise trägt.

Und so gilt die Stadt an der Gold Coast heute als Australiens heimliche Hauptstadt der Unterhaltung. Und das nicht ohne Grund: Zahlreiche Attraktionen sind in den letzten Jahren in der Stadt entstanden, die neben dem eher langweiligen Treiben am paradiesischem Strand auf der einen Straßenseite für Abwechslung auf der anderen Seite sorgen. Von dem quirligen Nachtleben ganz zu schweigen. Viele Backpacker machen auf der Durchreise gerne halt in Surfers Paradise, um nach dem anstrengendem  Work & Travel endlich mal wieder die Sau rauszulassen.

Atemberaubender Ausblick aus 270 Metern Höhe

Sicherlich das markanteste Gebäude an der Gold Coast ist der Q1 Tower, der erst 2005 gebaut wurde. Es handelt sich hierbei um eines der höchsten Wohngebäude der Welt, das gleichzeitig mit den schnellsten Aufzügen Australiens ausgestattet ist. Mit 9 Metern pro Sekunde schrauben sich die zehn Aufzüge bis ans obere Ende des Gebäudes. Wer lieber zu Fuß geht, kann sich auf 1.330 Treppen freuen, um die 230 Meter bis zur 78. Etage zu erklimmen. Dort befindet sich ein Café und eine Lounge, von der man einen fantastischen Ausblick hat.

Wer es noch höher mag, der muss die letzten 40 Meter ohnehin zu Fuß gehen: Abgesichert mit professioneller Kletterausrüstung, einem speziellen Anzug sowie zwei Gurten, die bis zu 5 Tonnen aushalten. „Skypoint Climb“ heißt das Abenteuer und verspricht neben jeder Menge Adrenalin einen atemberaubenden Ausblick aus 270 Metern Höhe über Surfers Paradise und die gesamte Gold Coast.

I belive i can fly – Abheben mit iFly

Ein weiteres Highlight in Surfers Paradise heißt „iFly“. Es handelt sich dabei um Indoor Skydiving, quasi Fallschirmspringen ohne Fallschirm. In einer Art gläsernem Tunnel wird ein bis zu 286 km/h schneller Luftstrom erzeugt, mit dem ein realer Fallschirmsprung simuliert werden kann. Doch bevor man sich in den Schwebezustand begibt, bedarf es einiger Vorbereitung. So wird einem zuerst erklärt, mit welcher Körperhaltung man als Anfänger in den Tunnel kommen sollte: Kinn nach oben, Arme nach vorne ausgebreitet, Knie leicht angezogen. Wer mit Unterstützung der „Fluglehrer“ tatsächlich zum Schweben kommt, kann sich auf ein unglaubliches Gefühl freuen. Gesteuert wird mit den Händen, vor uns zurück geht’s mit den Beinen. Als Kleidung dient ein Overall, ein Helm inklusive Ohrstöpseln und eine Schutzbrille, die die Augen vor dem starken Wind schützt.


Wer die horizontale Lage ein Meter über dem Boden geschafft hat, der durchlebt ein Wechselbad der Gefühle: Konzentriert, möglichst nicht gegen die Tunnelwände zu stoßen und glücklich. Immerhin hat man nicht nur das Gefühl, dass man fliegt. Man fliegt tatsächlich. Ohne Hilfsmittel. Nur mit der Luft, die einem brutal ins Gesicht bläst. Nach einer Minute ist der Zauber vorbei und man lechzt danach, möglichst schnell wieder dieses Fluggefühl zu bekommen. Großartig.

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(c) all Images by Joerg Pasemann

 

Hinweis: Der Autor wurde von Tourism Australia auf diese Reise eingeladen!