Der Wind ist stürmisch und die Wellen drücken ununterbrochen an Land. Ich paddle den Wellenbergen entgegen, um nach draußen zu kommen. Dorthin wo die Wellen brechen zur perfekten Position ins Lineup. Sobald ich eine Welle überwinde, bläst mir der Wind die Gischt in meinen Nacken. Es gibt nur mich, mein Board und den Atlantik. Pure Natur. Ich bin lebendig. Glücksgefühle breiten sich aus. Ich wundere mich, dass das Surf-Rezept bei mir immer wieder aufgeht. Tiefe Zufriedenheit in mir macht sich breit.

Surfen auf Fuerteventura

Surfen am Nachmittag in El Cotillo auf Fuerteventura

Perfekte Bedingungen am Spot „El Cotillo“

Zusammen mit acht anderen Gleichgesinnten habe ich mich nachmittags auf den Weg zum Surfen gemacht. Von unserer Unterkunft in Corralejo auf Fuerteventura sind wir mit dem Surfbus über eine Offroadpiste zu den Stränden der Nordküste gestartet. Wir sind die „Intermediates“ unseres Surfcamps: alles Surfer, die bereits erste Erfahrungen mit dem Wellenreiten gemacht haben. Im anderen Bus sitzen unsere Surfbeginner. Zusammen suchen wir den richtigen Spot für unsere Surfsession und bleiben letztlich am Spot „El Cotillo“. Wir sind nicht die Ersten an diesem Nachmittag und genießen den Blick auf die Küste und die Surfer, die sich bereits im Wasser tummeln. Felsen aus Lavagestein umranden die Sandstrände und bilden die perfekte Kulisse für einen tollen Surftag. Die Wellen schlagen kraftvoll an die Felsen. Für unsere Sicherheit erklärt uns unser italienisch stämmiger Surflehrer Gabri bis ins Detail die Bedingungen vor Ort. Gala und Daniel, die spanischen Surflehrer, kümmern sich um die Beginner. Die Drei wissen genau wo die Strömungen verlaufen, wo Felsen unter Wasser sind und wo die „best position“ für den „takeoff“ ist. Immer wieder fragen sie „do you understand this?“ Alle nicken brav. Soweit die Theorie, es geht an die Umsetzung. Nach den Dehnübungen und Aufwärmspielen am Strand können wir es nicht erwarten mit den Boards ins Wasser zu kommen. “Ich taufe Dich auf den Namen: Andreas!”Heute ist einer von uns in besonderer Mission hier: Andreas. Er ist bereits seit 14 Tagen im Camp und hat sich über die letzten zehn Surflessons vom absoluten Anfänger zum Intermediate-Surfer verbessert. Seinen Aufenthalt auf Fuerteventura möchte er an seinem letzten Tag nun abschließend krönen. „Wenigstens eine grüne Welle möchte ich surfen und zur Belohnung bekommt sie meinen Namen“, berichtet er freudestrahlend. Voller Enthusiasmus springt er hoch und demonstriert uns: „Hiermit taufe ich Dich auf den Namen: ANDREAS!“. Wir amüsieren uns und witzeln darüber, dass dies ja ein kurzes Vergnügen wird. Umso mehr freuen wir uns, als er es im Wasser tatsächlich schafft, seine Welle zu surfen. Wir jubeln. Er grinst breit. Surfen verbindet uns alle.

Französische Törtchen mitten im nirgendwo

Auf dem Rückweg ins Surfcamp, als Gabri vor einem unscheinbaren Haus irgendwo im nirgendwo anhält, ahnen wir nicht, welche Leckereien hier auf uns warten. In der kleinen französischen „Pasteleria El Goloso de Lajaresbekommen wir neben dem typischen „Café con Leche“ eine erlesene Auswahl an feinsten Törtchen und Gebäckstücken. Von der Dachterrasse mit urigen Möbeln aus Baumstämmen genieße ich nun – nach zweieinhalb Stunden Surfen – mit nassen Haaren den Blick über die Landschaft der Insel und kann mich ganz in Ruhe der Geschmacksexplosion hingeben – Praline-Mousse-au-Chocolat mit einem überraschenden Crisp-Erlebnis. Hm. Ein echter Geheimtipp. Das sollte sich niemand entgehen lassen. Augen schließen und genießen.

Surfhouse, Essen, Feiern

Zwischen den Surfsessions treffen sich alle Gruppen – vom Beginner zum Intermediate – im Surfcamp in Corralejo. Unsere Surflehrer Gabri plant die nächsten Tage. Die Erlebnisse des Tages werden ausgetauscht, essen gekocht oder einfach nur entspannt. An manchen Tagen reißt jemand die Musik auf und lässt alle Mitbewohner an seinem Musikgeschmack teilhaben. Andere Tage plätschern bei ruhigen Gesprächen, Gitarrenmusik oder einer Runde Tischtennis gemächlich dahin. Einige reisen alleine, andere sind mit Freunden da. Wie unterschiedlich die Leute im Camp auch sind, eins verbindet alle, sie wollen surfen lernen oder sich verbessern. Man lernt immer wieder neue Leute kennen und kleine Gruppe finden sich zusammen, um gemeinsam die Insel zu erkunden, essen zu gehen oder abends die Clubs unsicher zu machen.

Oft haben diejenigen, die schon länger im Camp sind, gute Tipps und so lerne ich in Corralejo zwei tolle spanische Restaurants kennen. In der Tapasbar „Casa Domingo“ verbringe ich nette Stunden bei „Boquerones Fritos“ (Frittierte Sardellen) und Weißwein zwischen Spaniern, die hier zum Mittag einkehren. Am Abend gehen wir Campbewohner mehr als einmal ins „Avendia“. Die Familie Ruiz bietet hier die echte spanische Küche an. Neben leckeren Fischgerichten gibt es auch Paella zum moderaten Preis. Unbedingt probieren!

Den Abschluss des einwöchigen Trips mit Surfen, Ruhe und Entspannung und netten Leuten, feiern wir im „Avenida“. Nach ein paar Gläsern Wein und Surfgesprächen sind wir uns einig: es gibt einen nächsten Surf-Besuch auf Fuerteventura. Wer weiß, vielleicht bekommt eine Welle dann auch meinen Namen.

Hinweis: Die Autorin wurde von Planet Surfcamps eingeladen.