Hamburg ist immer eine Reise wert. Das gilt für mich noch mehr seit wir mit der Familie ins eigene Haus Richtung Lübeck gezogen sind. Du kriegst mich zwar aus Hamburg raus, aber Hamburg eben nicht aus mir. Deswegen haben meine Frau und ich uns fest vorgenommen, von Zeit zu Zeit kurze Stippvisiten in der schönsten Stadt der Welt einzulegen. Nur für uns. Ohne Kinder. Die perfekte Möglichkeit, Ecken in Hamburg zu entdecken, die wir in mehr als zehn Jahren in Hamburg nur am Rande kennengelernt haben.

Und da für mich die Elbe ganz klar die Alster sticht war schnell klar, dass der nächste „Ausflug“ wiederum eine Runde durch den Hamburger Hafen sein wird. Diesmal ging es in die Hamburger HafenCity und die angrenzende Speicherstadt. Wer Architektur liebt, der ist in diesen Stadtteilen der Hansestadt genau richtig. Besonders reizvoll finde ich, die Symbiose von Alt und Neu in HafenCity und Speicherstadt. Natürlich kann man in knapp zwei Tagen nicht alles sehen, ich habe aber einmal ein paar besonders interessante Aspekte dieses Teils von Hamburg herausgesucht.

Architektur-Highlights in der HafenCity

Seit 2003 entsteht mit dem größten innerstädtischen Stadtentwicklungsprojekt Europas ein ganz neuer Stadtteil. Berühmte Architekten haben ihre Handschrift hinterlassen. Zaha Hadid, Gerkan, Marg und Partner oder Tehrani sind nur einige der nicht nur Architektur-Fans bekannten Namen. Resultat: ein ganz eigener Charme. Kein Gebäude ist wie das andere und dennoch hat man das Gefühl, dass alles irgendwie stimmig zusammenpasst. Zumindest ist das meine Meinung. Es gibt auch Stimmen, die die HafenCity als kalt, austauschbar und banal bezeichnen. Zum Glück ist Geschmack ja bekanntlich eine ganz persönliche Sache.

Hafencity Städtereise Hamburg

Die Hamburger HafenCity von oben (Quelle: HafenCity Hamburg GmbH)

In der HafenCity scheint das Motto vielerorts „Der historische Hamburger Hafen trifft auf moderne Stadtentwicklung“ zu sein. Höhepunkt dieses Zusammenwachsens ist sicherlich die Elbphilharmonie – seit 2016 das neue Wahrzeichen der Hansestadt an der Elbe. Das rund 110 Meter hohe Gebäude besteht aus dem älteren unteren Teil (dem 1963 errichteten Kaispeicher A) und dem modernen oberen Teil. Dieser wird von einer prägnanten Glasfassade, die an eine Kombination aus Wellen und Eisbergen erinnert, dominiert.

Torben_Heidi - Staedtereise Hamburg - Torben Knye - Reisemagazin breitengrad53

Ein beliebtes Selfie Motiv: Die Hamburger Elbphilharmonie

Das Gebäude enthält neben den Konzertsälen ein Hotel und mehrere Luxuswohnungen (mit Kaufpreisen von bis zu 12 Millionen Euro). Die Elbphilharmonie oder kurz „Elphi“ wurde im Wesentlichen vom Architekturbüro Herzog & de Meuron entworfen und geplant. Von der Besucherplattform hat man einen perfekten Blick auf den Hamburger Hafen die Elbe hinunter.

Weitere markante Punkte im Stadtteilbild finden sich nur wenige Gehminuten von der Elbphilharmonie entfernt. Dazu gehören sicherlich der historische Sandtorhafen. Inmitten von modernen Wohnhäusern liegen hier im Traditionsschiffhafen alte Schlepper, Segelschiffe und Dampfschiffe. Ein paar Hundert Meter weiter am Sandtorkai kommt man zu den mediterranen Marco-Polo-Terrassen. Größte Blickfänge sind hier der Marco-Polo-Tower und das Unilever Haus. Diese beiden gläsernen Gebäude gehören zu den ersten Gebäuden der HafenCity direkt an der Elbe.

Hamburg: HafenCity, Dalmannkai

Der Marco Polo Tower am Sandtorkai (Quelle: HafenCity Hamburg GmbH)

Ein Stück weiter (vor dem Internationalen Maritimen Museum) findet man die Statue des berühmten Freibeuters Klaus Störtebeker. Der Pirat gilt als eine Art Robin Hood der maritimen Welt, der angeblich seine Beute mit den Armen der Hansestadt teilte. Von hier aus ist es dann nur noch ein Katzensprung in die Speicherstadt.

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Das Störtebeker Denkmal auf der Uferpromennade am Magdeburger Hafen (Quelle: HafenCity Hamburg GmbH)

Die historische Hamburger Speicherstadt

Beeindruckend. Das ist eigentlich das beste Wort, was mir zur zum UNESCO-Weltkulturerbe Speicherstadt einfällt. Wenn man auf einer der zahlreichen Brücken steht, inmitten von Speichergebäuden und Fleeten (die Hamburger Wasserwege), kann man förmlich spüren, wie hier damals Hamburgs finanzielle Lebensader schlug. Apropos Fleete und Brücken: Davon besitzt Hamburg weit mehr als Venedig und Amsterdam zusammen. Allerdings ist Hamburg auch größer als beide Städte zusammen. Trotzdem ein netter kleiner Fun Fact.

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Beeindruckend: Die Hamburger Wasserwege – Fleete genannt (Quelle: Sebastian Liese)

Ein anderes ganz besonderes Gebäude in der Speicherstadt ist das Wasserschloss. Am Zusammenfluss vom Wandrahmsfleet und Holländischbrookfleet thront das vierstöckige Gebäude. Es wurde zwischen 1905 und 1907 erbaut uns zählt zu den bekanntesten Wahrzeichen und ältesten Gebäuden des historischen Lagerhauskomplexes in der Speicherstadt. Seit 1991 steht es unter Denkmalschutz. Dort, wo Anfang des 20. Jahrhunderts noch die Windenwärter und -wächter ihrer Arbeit nachgingen, ist heute ein Teekontor zu Hause. Perfekt für die Tea Time oder das Feierabend-Bier oder das gute Glas Wein.

Wasserschloss - Staedtereise Hamburg - Torben Knye - Reisemagazin breitengrad53

Ein echte Hingucker: Das illuminierte Wasserschloss in der Hamburger Speicherstadt (Quelle: Thomas Wolf, www.foto-tw.de /Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0)

Natürlich gibt es in der HafenCity und der Speicherstadt noch viel mehr zu sehen. Tipps für Veranstaltungen und Sehenswürdigkeiten findet man unter www.hafencity.com. Und natürlich ist der benachbarte Hamburger Hafen nicht weit.

Hotel-Tipp für die Hamburger HafenCity

Wer besondere Architektur bzw. Innenarchitektur liebt, kommt in der Hamburger HafenCity nicht am 25hours HafenCity vorbei. Maritim ist hier nicht nur Motto, sondern echtes Lebensgefühl. In jedem Winkel „atmet“ dieses Hotel das Seemanns-Flair Hamburgs.

25hours - Staedtereise Hamburg - Torben Knye - Reisemagazin breitengrad53

Typisch Hafencity: Auch das 25hours hat eine ganz eigenen Stil

Viele kleine Detail formen sich zu einem rundum stimmigen Gesamtbild. Dazu gehören die mit maritimen Motiven bedruckten Tapeten oder die Schreibtische in Form von Hochseekoffern in den Zimmern (auch maritim „Kojen“ genannt). Aber auch der nicht zu übersehene Konferenzraum im Lobbybereich, der in einem originalen Frachtcontainer untergebracht ist.

Tapete - Staedtereise Hamburg - Torben Knye - Reisemagazin breitengrad53

Schöne maritime Aussichten – Dekotapete im 25hours HafenCity

Und natürlich finden sich überall im Gebäude Anker- und Steuerradsymbole – die maritimen Zeichen schlechthin. Begrüßt wird man mit einem freundlichen und zackigen „Moin“. Stilecht eben.

Kulinarik-Tipps

Die kulinarische Vielfalt in der HafenCity ist vielfältig und international. Vom einfachen Snack bis zum Gourmet-Essen ist alles zu finden. In unseren kurzen zwei Tagen haben wir folgende Restaurants ausprobiert und können alle wärmstens empfehlen:

Die Oberhafenkantine

Auf der Kaimauer in der Stockmeyerstraße im Oberhafen liegt die Oberhafenkantine. Der kleine Imbiss ist eine Hamburger Institution und ist bei echten Hamburgern und Touristen gleichermaßen beliebt. Kulinarisch geht es hier eher deftig zu. Grünkohl, Labskaus, Frikadellen oder das Hamburger Rundstück (Braten auf Brötchen mit Soße übergossen) sind auf der Karte zu finden. Alles ist selbst gemacht und wird frisch zubereitet. Besonders lecker ist die hauseigene Hamburger Weißwurst. Ja, sie haben richtig gelesen. Weißwurst. Aus Hamburg. Denn was kaum jemand weiß: Schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts stand Weißwurst in der Hansestadt hoch im Kurs. Jahrzehnte bevor die Spezialität in Bayern ihren Siegeszug begann. Das Rezept haben übrigens die französischen Besatzer mit in die Stadt gebracht.

Die „Heimat“ im 25hours HafenCity

Das Gute liegt ja bekanntlich nah. Und deswegen führte uns das abendliche Dinner ins Restaurant „Heimat“ im Hotel 25hours HafenCity. Wer es gern gehoben, aber nicht abgehoben, mag, ist hier genau richtig.

Stylisches Ambiente in der „Heimat“

Stylisches Ambiente in der „Heimat“

Das stylische und gleichzeitig gemütliche Ambiente wird nur noch vom echt guten Essen getoppt. Mit Dominik Kirchhoff, Kolin Krüger-Heyden und Lars Mählmann sind drei ehemalige Mitarbeiter der Weinwirtschaft Kleines Jacob im Hotel Louis C. Jacob (einem der besten Hotels in Hamburg) für das Küchen- und Serviceteam verantwortlich. Das merkt man: der Service und Essen liegen im sehr guten Bereich. Alles in allem sehr empfehlenswert.

Essen_Heimat - Staedtereise Hamburg - Torben Knye - Reisemagazin breitengrad53

Lecker! Das Steak im Restaurant Heimat

Andronaco

Authentisches italienisches Essen findet man in der HafenCity Filiale von Andronaco. Hier gibt es alles, was die italienische Küche hergibt. Von der Ministrone über Lasagne und Pizza bis hin zur Panacotta. Und das alles abends und mittags zu moderaten Preisen und hoher Qualität. Angeschlossen an das Restaurant ist zudem ein kleiner, aber feiner italienischer Delikatessenladen.

Hinweis in eigener Sache: Die Reise für diesen Beitrag wurde zum Teil unterstützt von Veranstaltern, Hotels, Fluglinien und/oder Tourismus-Agenturen. Wir legen sehr großen Wert auf eine unabhängige und neutrale Berichterstattung, daher sind die Meinungen, Eindrücke und Erfahrungen der jeweiligen Autoren ihre eigenen.