Seekrankheit

Sommerzeit ist Reisezeit. Die einen machen sich mit dem Auto auf den Weg in den Urlaub, andere fliegen in ihr Urlaubsland und wieder andere machen statt am Meer Urlaub auf dem Meer. Für Kreuzfahrer ist der Weg auch gleichzeitig das Ziel, egal ob auf einer Mittelmeer-, Karibik- oder Donaukreuzfahrt.

Leider kann es im Auto, im Flieger sowohl als auch auf dem Schiff passieren, dass man plötzlich einen unangenehmen Begleiter an Bord hat – die Reisekrankheit. Während die betroffenen im Flieger und Auto meist nach ein Paar stunden wieder festen Boden unter den Füßen haben und sich damit auch die Reisekrankheit vorerst wieder verabschiedet, leidet so mancher Schiffsreisende manchmal Tagelang. Grund hierfür sind die besonders widersprüchlichen Signale, die der Körper Wahrnimmt. In unruhigen Gewässern wirkt sich dieses Reizchaos besonders heftig aus. Das auf und ab des Schiffes steht im Widerspruch zum optisch stabilen Raum. Der Gleichgewichtssinn nimmt eine Bewegung wahr, die das Auge nicht sieht. Gleichzeitig spüren die Drucksensoren des Körpers, dass er sich im Raum bewegt. Diese sich widersprechenden Signale versetzen den Körper in Alarmbereitschaft. Warum der Körper darauf mit Übelkeit, Müdigkeit und Kopfschmerz reagiert, verrät Netdoktor auf seiner Infoseite zur Seekrankheit.

Die heilende Kraft des Horizontes

Prinzipiell kann jeder Mensch einmal von der Seekrankheit betroffen sein, selbst Tiere leiden mitunter darunter. Babys sind weitestgehend immun gegen die widersprüchlichen Sinneseindrücke auf Reisen, ihr Körper kennt ein ähnliches Szenario noch aus dem Mutterleib. Warum Frauen häufiger als Männer betroffen sind, ist noch nicht eindeutig geklärt. Migränepatienten gehören ebenfalls oftmals zur Risikogruppe. Warum ist auch hier weitestgehend ungeklärt. Fakt ist: meist verschwindet das unangenehme Gefühl in der Magengegend nach wenigen Stunden bis Tagen von allein. Man kann jedoch gegen die plötzlich eintretende Übelkeit vorbeugen bzw. das Ganze etwas entschärfen. Wer merkt, dass er auf See plötzlich von leichtem Kopfschmerz und Müdigkeit geplagt wird, wird meist an Deck geschickt, um den Horizont im Auge behalten zu können. Die optischen Signale stimmen wieder mit dem Gleichgewichtssinn überein, der Körper stellt wieder auf Normalbetrieb um. Hilft das nicht, legt man sich am besten hin und schließt die Augen. Schläft man dabei ein, umso besser. Im Schlaf wird der Gleichgewichtssinn deaktiviert und man fühlt sich nach dem Aufwachen besser. Um der Übelkeit vorzubeugen, kann man auf rezeptfreie Mittel aus der Apotheke zurückgreifen. Die muss man aber rechtzeitig vor Reiseantritt einnehmen.

Übrigens: auf großen Kreuzfahrtschiffen ist die Wahrscheinlichkeit, seekrank zu werden, relativ gering, denn die großen Schiffe sind heutzutage mit Stabilisatoren ausgestattet, wodurch sie sich auch bei aufgewühlter See kaum bewegen. Auf Fährschiffen und Segelbooten ist die Gefahr deutlich höher. Aber auch das lässt sich aushalten, denn nach einiger Zeit stellt sich der Körper auf die widersprüchlichen Reize ein, die Symptome verschwinden und nach anfänglichen Startschwierigkeiten kann die Reise endlich genossen werden.

Bildquelle: von Oliver Ruhm © CC BY 2.0