Sich im Wilden Westen mal wie ein richtiger Cowboy fühlen. Die wechselvolle Geschichte der Indianer und der ersten Siedler reflektieren. Entlang der rauen Pazifikküste atemberaubende Ausblicke genießen. Im Landesinnern fernab jedes Massentourismus unberührte Landschaften und Naturwunder auf sich wirken lassen. Ja, es gab sicher viele Gründe, sich im Frühsommer 2016 auf eine Rundreise durch den US-Staat Oregon zu machen. Einer davon war nicht zuletzt die vergleichsweise unproblematische Anreisemöglichkeit. Der Direktflug mit Condor von Frankfurt nach Portland dauert knapp elf Stunden. Wenn man die neunstündige Zeitverschiebung mit einbezieht, kommt man also zwei Stunden später an, als man abgeflogen ist – und kann noch am selben Abend sein erstes Bier genießen.

Portland ist so etwas wie die Welt-Bier-Hauptstadt

Kaum zu glauben, aber Portland ist so etwas wie die Welt-Bier-Hauptstadt. Hier sind 53 Brauereien angesiedelt – mehr als in jeder anderen Stadt der Welt – und es kommen ständig neue dazu. „Die Portlander sind echte Bierkenner“, sagt der gebürtige Freiburger Tobias Hahn. „Umso mehr weiß man also ein gutes deutsches Bier zu schätzen.“ Der promovierte Mikrobiologe und Immunologe hat inzwischen sein ursprüngliches Hobby zum Beruf gemacht – und ist zusammen mit seinem Geschäftspartner Nick Greiner – Bierbrauer geworden. Vor neun Monaten haben die beiden ihr Bier „Rosenstadt“ auf den Markt gebracht. Rosenstadt ist übrigens ein überaus passender Name, schließlich ist Portland auch als „City of Roses“ bekannt. Dass er sich in der 600 000 Einwohner zählenden Wirtschaftsmetropole des Landes, die sich ihr typisches kleinstädtisches Flair bewahrt hat, so richtig wohl fühlt, das glaubt man Tobias Hahn gerne. Als idealer Ausgangspunkt für eine Stadterkundung erweist sich das stilvolle Hotel Monaco in Downtown Portland.

Als nächste Station wird Astoria angesteuert – nahe der Mündung des Columbia-River. Start einer traumhaften Küstenfahrt. Keine schlechte Idee, ein wenig für Bewegung zu sorgen, zu Fuß den 200 Meter über der Stadt thronenden „Astoria Column“ zu erklimmen und sich anschließend im luxuriösen Cannery Pier Hotel & Spa bei einer Massage ein wenig verwöhnen zu lassen. Am nächsten Tag geht es entlang dem „Highway 101“ in Richtung Süden. Stopp am „Ecola State Park“ – ein absolutes Muss. Ein- und Ausblicke auf die schroffe Küstenlandschaft, die man sich wirklich nicht entgehen lassen darf. Frisch gebackene Kekse am Abend eines aufregenden Tages als Appetitanreger? Keine Seltenheit in amerikanischen Hotels und eine nette Geste – auch im „Elizabeth Inn“ in Newport.

Toketee Falls – ein spektakulärer Wasserfall

„Ihr werdet es mir nicht glauben, aber von den Leuten, mit denen ich hier spreche, sind höchstens zehn Prozent aus Oregon“, sagt am nächsten Morgen Senior Ranger John Mare, der am „Cape Perpetua“ – etwa drei Kilometer südlich von Yachats gelegen – Freiwilligendienst leistet. „Viele Besucher kommen aus Kanada, aber auch aus Europa und allen anderen Teilen der Welt.“ Warum sie alle hierherkommen, ist beim Blick über unzählige Kilometer der Oregon-Küstenlinie selbsterklärend. Fast alleine darf sich der Tourist bei der wunderschönen kleinen Wanderung zu den „Toketee Falls“ fühlen – ein spektakulärer Wasserfall von knapp 40 Meter Höhe in einer Schlucht des „North Umpqua River“. Gut hundert Treppenstufen werden da allzu gerne in Kauf genommen. Ende einer spannenden Küstenfahrt in North Bend – zur Ruhe kommen im außergewöhnlichen Ambiente eines „Tower Room“ des „Mill Casino Hotel“.

Es geht ins Landesinnere. Die Straßen werden ruhiger, die Autos seltener. Tagesziel ist der kristallklare „Crater Lake“, ein vulkanisches Becken, das sich bildete, als der „Mount Mazama“ vor 7 700 Jahren eruptierte. Überraschung: Es schneit auf einer Meereshöhe von etwa 2 000 Metern – und wie. Und das Mitte Juni. Wer war darauf schon eingestellt. Nicht wenige der Touristen posieren gut gelaunt in kurzen Hosen. Bei der Einkehr im „Crater Lake Lodge“ darf man sich am Feuer des offenen Kamins aufwärmen und sich für eine Nacht wie in einem noblen Schweizer Chalet fühlen.





Aufwärmen ist am nächsten Abend in der Sauna des wunderschön im Boutique-Stil gehaltenden „Oxford Hotel“ in Bend angesagt. Und sich der Vorfreude einer durchaus anspruchsvollen Wanderung auf den „Smith Rock“ hingeben. Er gehört zu den sogenannten „Sieben Wundern Oregons“, ebenso wie die „Painted Hills“, deren unglaubliches Farbenspiel in der Nachmittagssonne ganz besondere Facetten von gelb, gold, schwarz oder rot preisgeben und dem Betrachter nichts als ehrfürchtiges Staunen abverlangen. Übernachtung in der Einsamkeit des Gästehauses der Wilson Ranch in Fossil. Man fühlt sich wie auf dem Oregon-Trail 2.0 und glaubt die Situation der ersten Farmer, die sich im Westen eine bessere Zukunft versprachen, fast erahnen zu können. Familiäre Atmosphäre dann beim Frühstück am kommenden Morgen, das die Farmchefs Nancy und Phil Wilson persönlich vorbereiten. Eier, Speck und frisch gebackene Muffins sind eine gute Grundlage für das, was anschließend kommt: Rauf aufs Pferd und zeigen, was man drauf hat – beim Reiten und wenn es darum geht, den richtigen Cowboys bei ihrer Arbeit über die Schulter zu schauen oder vielleicht sogar ein wenig beim Zusammentreiben der Rinderherde unter die Arme zu greifen. „Für mich ist das wie eine Rückkehr zu meinen Wurzeln“, sagt Michelle aus Seattle. „Und für meine Kinder eine ganz spezielle Erfahrung.“

Pendleton wird zum Nabel der Rodeo-World

Vorletzte Station: Die Kleinstadt Pendleton, die jedes Jahr Anfang September beim „Pendleton Round-Up“ zum Nabel der Rodeo-World wird. Das „Pendleton House Bed and Breakfast“, das 1917 im italienischen Renaissance Stil erbaut wurde, ist zentral gelegen und strahlt einen Charme aus, dem sich der Besucher kaum entziehen kann. Besonderer Höhepunkt: Das Frühstück wird Punkt 8.30 Uhr vom Chef nicht nur serviert, sondern zelebriert. Heute ein Kirschtörtchen als Entrée, perfekte Eier „Benedikt“ – von glücklichen, selbst gehaltenen Hühnern – und nicht zuletzt viele gut erzählte Geschichten. „What a lovely place“, sagt Layne aus Portland, die hier zusammen mit ihrem Mann Ross ihren Geburtstag gefeiert hat. Treffen mit Bobbie Conner. Sie ist indianisch-stämmig und Direktorin des „Tamastslikt Cultural Institute“ – ein Museum, das an historischer und damit genau an der richtigen Stelle steht, um auf die oft leidvolle Geschichte der ursprünglichen Besitzer dieses weiten Landes aufmerksam zu machen und sie auch für die kommenden Generationen zu bewahren.

Rundreise Oregon USA - Wilfried Geiselhart - Reiseblog Breitengrad53-00926

Die Kleinstadt Pendleton wird jedes Jahr Anfang September beim „Pendleton Round-Up“ zum Nabel der Rodeo-World. (Fotos: Geiselhart)

Es wird Zeit, die vergangenen elf Tage Revue passieren, Körper und Geist ein wenig zur Ruhe kommen zu lassen, bevor am nächsten Tag der Rückflug von Portland nach Frankfurt auf dem Programm steht. Ein Appartement in den großzügigen „Columbia Cliff Villas“ in Hood River bietet dazu genügend Gelegenheit. Noch einmal das unvergleichliche Panorama von Bergen und Tälern, von Klippen und rauschenden Flüssen genießen. Es heißt Abschied zu nehmen von einem faszinierenden Land, das soviel Abwechslung zu bieten hat. Ein Land, in das man allzu gerne zurückkehren möchte.

Weitere Infos zur Rundreise Oregon

Anreise: Condor fliegt im Sommer 2016 viermal wöchentlich ab Frankfurt nonstop nach Portland.

Weitere Informationen: Weitere Informationen und Kontakt: www.condor.de, www.travelportland.de, www.TravelOregon.de, E-Mail: [email protected], Telefon +49 89 6890638-42

Geld im Urlaub: Gesetzliches Zahlungsmittel in den USA ist der US$. Geld kann an jedem Bankschalter in Island gewechselt werden. Die meisten Geschäfte akzeptieren EC- und Kreditkarten. Geldautomaten stehen fast überall zur Verfügung. Mehr Tipps zur Zahlung im Ausland im Urlaub gibt es auf unserer Service-Seite: Geld im Urlaub.

Hinweis: Die Reise fand auf Einladung statt!