Reisen & Kreuzfahrten

Ozeanien

Ozeanien – Traumziele erreichen mit einer Fernreise nach Australien, Neuseeland oder Tasmanien. Ozeanien ist die Bezeichnung für die Inselwelt des Pazifiks nördlich und östlich von Australien. Hier finden Sie Tipps für die nächste Reise nach Down Under. Günstige Frühbucher Angebote für den nächsten Urlaub gibt’s hier!



Hoch hinaus in Surfers Paradise

 

 Ich habe einen fantastischen Überblick vom 20. Stock meines Hotelzimmers in Surfers Paradise in Australien. Links und rechts Küste soweit das Auge reicht. Vor mir schaut gerade die Sonne über…

 

Ich habe einen fantastischen Überblick vom 20. Stock meines Hotelzimmers in Surfers Paradise in Australien. Links und rechts Küste soweit das Auge reicht. Vor mir schaut gerade die Sonne über den Horizont. Wellen laufen lautstark und mit viel Schaum auf den beigen Sandstrand auf. In der Ferne versucht ein Surfer sein Board mit schnellen Armbewegungen auf Geschwindigkeit zu bringen, um mit einem kurzen Satz aufs Brett zu springen und die perfekte Welle zu surfen.

Eine geglückte Morning Session an einem Strand, den man in dieser Form eher selten irgendwo anders auf der Welt finden wird.  Es ist aber auch der Strand von Surfers Paradise, dem lebendigen Ort mit einer beeindruckenden Skyline und sehr vielen Möglichkeiten, seine Zeit nicht auf einem Surfbrett oder am Strand zu verbringen.

Gold Coast - Surfers Paradise - Australien - Joerg Pasemann (13 von 21)

Surfers Paradise bietet Gegensätze, wie kaum eine andere Stadt auf dieser Welt. Auf der einen Seite der Straße findet man tatsächlich ein Paradies: Klares, türkises Wasser mit den Wellen, die Surfer brauchen, um glücklich zu sein. Ein breiter, beiger Strand mit Sand, der sich durch die Fußzehen drängt und dabei quietscht, weil er so fein ist. Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge, die Gänsehaut produzieren, weil sie so schön sind. Und natürlich gibt es Sonne im Überfluss. Wer dem Ort einst den Namen gab, der muss genau dieses Paradies vorgefunden haben.

Ein Deutscher baute das erste Hotel in Surfers Paradise

Ausgerechnet ein Deutscher hat 1889 damit angefangen, auf der anderen Seite das erste Hotel zu eröffnen. Johann Meyer baute in Elston, wie der Ort früher hieß, das „Main Beach Hotel“. Durch den späteren Ausbau verschiedener Brücken und Straßen kamen immer mehr Touristen und Investoren nach Elston, und so wurde aus dem einstigen Paradies ein lebendiger Ort, der seit 1933 den Namen Surfers Paradise trägt.

Und so gilt die Stadt an der Gold Coast heute als Australiens heimliche Hauptstadt der Unterhaltung. Und das nicht ohne Grund: Zahlreiche Attraktionen sind in den letzten Jahren in der Stadt entstanden, die neben dem eher langweiligen Treiben am paradiesischem Strand auf der einen Straßenseite für Abwechslung auf der anderen Seite sorgen. Von dem quirligen Nachtleben ganz zu schweigen. Viele Backpacker machen auf der Durchreise gerne halt in Surfers Paradise, um nach dem anstrengendem  Work & Travel endlich mal wieder die Sau rauszulassen.

Atemberaubender Ausblick aus 270 Metern Höhe

Sicherlich das markanteste Gebäude an der Gold Coast ist der Q1 Tower, der erst 2005 gebaut wurde. Es handelt sich hierbei um eines der höchsten Wohngebäude der Welt, das gleichzeitig mit den schnellsten Aufzügen Australiens ausgestattet ist. Mit 9 Metern pro Sekunde schrauben sich die zehn Aufzüge bis ans obere Ende des Gebäudes. Wer lieber zu Fuß geht, kann sich auf 1.330 Treppen freuen, um die 230 Meter bis zur 78. Etage zu erklimmen. Dort befindet sich ein Café und eine Lounge, von der man einen fantastischen Ausblick hat.

Wer es noch höher mag, der muss die letzten 40 Meter ohnehin zu Fuß gehen: Abgesichert mit professioneller Kletterausrüstung, einem speziellen Anzug sowie zwei Gurten, die bis zu 5 Tonnen aushalten. „Skypoint Climb“ heißt das Abenteuer und verspricht neben jeder Menge Adrenalin einen atemberaubenden Ausblick aus 270 Metern Höhe über Surfers Paradise und die gesamte Gold Coast.

I belive i can fly – Abheben mit iFly

Ein weiteres Highlight in Surfers Paradise heißt „iFly“. Es handelt sich dabei um Indoor Skydiving, quasi Fallschirmspringen ohne Fallschirm. In einer Art gläsernem Tunnel wird ein bis zu 286 km/h schneller Luftstrom erzeugt, mit dem ein realer Fallschirmsprung simuliert werden kann. Doch bevor man sich in den Schwebezustand begibt, bedarf es einiger Vorbereitung. So wird einem zuerst erklärt, mit welcher Körperhaltung man als Anfänger in den Tunnel kommen sollte: Kinn nach oben, Arme nach vorne ausgebreitet, Knie leicht angezogen. Wer mit Unterstützung der „Fluglehrer“ tatsächlich zum Schweben kommt, kann sich auf ein unglaubliches Gefühl freuen. Gesteuert wird mit den Händen, vor uns zurück geht’s mit den Beinen. Als Kleidung dient ein Overall, ein Helm inklusive Ohrstöpseln und eine Schutzbrille, die die Augen vor dem starken Wind schützt.

Wer die horizontale Lage ein Meter über dem Boden geschafft hat, der durchlebt ein Wechselbad der Gefühle: Konzentriert, möglichst nicht gegen die Tunnelwände zu stoßen und glücklich. Immerhin hat man nicht nur das Gefühl, dass man fliegt. Man fliegt tatsächlich. Ohne Hilfsmittel. Nur mit der Luft, die einem brutal ins Gesicht bläst. Nach einer Minute ist der Zauber vorbei und man lechzt danach, möglichst schnell wieder dieses Fluggefühl zu bekommen. Großartig.

Gold Coast - Surfers Paradise - Australien - Joerg Pasemann (10 von 21)

(c) all Images by Joerg Pasemann

 

Hinweis: Der Autor wurde von Tourism Australia auf diese Reise eingeladen!

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Mit der Iceberg direkt ins Paradies

 

Die Gischt spritzt über die Reeling, der Vollmond zieht Steuerbord an uns vorbei und der Wind spannt die Segel voll aus, die “Iceberg” ist an diesem späten Abend voll in ihrem Element. Seit neun Uhr ist die zwölfköpfige Gast-Besatzung sowie die Crew an Bord dieses umfunktionierten Rennschiffes, das zweimal in der Woche für zwei Tage die Whitsundays umsegelt, an Bord.

 

Die Gischt spritzt über die Reeling, der Vollmond zieht Steuerbord an uns vorbei und der Wind spannt die Segel. Die “Iceberg” ist an diesem späten Abend voll in ihrem Element. Seit neun Uhr ist die zwölfköpfige Gast-Besatzung sowie die Crew an Bord dieses umfunktionierten Rennschiffes, das zweimal pro Woche für zwei Tage die Whitsundays am Great Barrier Reef umsegelt.

Die Inselgruppe gehört zu den Naturweltwundern und ist das schönste Segelrevier in Australien. Ausgangspunkt für die Segeltörns ist der kleine Ort Airlie Beach in Queensland, ein absolutes Muss für alle Australien-Reisenden. “Iceberg, anyone Iceberg?” Die raue Stimme von Jessie durchbricht die morgendliche Ruhe am Hafen von Airlie Beach. Dort am Sammelpunkt herrscht ruhiges, aber reges Treiben denn der große Hafen der kleinen Stadt ist der Ausgangspunkt fast aller Segeltouren um die Whitsundays.

Jessie umgibt ein Hauch von Jack Sparrow, dem berühmten Piraten aus dem Film “Fluch der Karibik”. Er gehört zur zweiköpfigen Crew dieses rund 16m langen Segelschiffs und ist an Bord das Mädchen für alles. Nachdem er alle Passagiere namentlich aufgerufen und mit seiner markanten Stimme begrüßt hat, heißt es Sachen packen und ab an Bord. Mehr als das Notwendige dürfen die Gäste nicht mitnehmen, schließlich ist dort nicht viel Platz und so müssen sich sogar mehrere “Gastsegler” eine Kajüte teilen. Wer etwas mehr zahlt hat ein Doppelzimmer, aber nicht unbedingt mehr Platz.

Bevor es aufs Schiff geht, werden alle Schuhe eingesammelt und in einen Sack getan. “Sand”, so Jessie, “ist an Bord verboten!” Endlich sieht man auch das zweite Crewmitglied. Der Skipper heißt Tristan und ist gleichzeitig Eigentümer dieses Schiffes. Nachdem alle Kojen zugeordnet worden sind, heißt es “Leinen los!” und ab geht es in Richtung “Hamilton Island”.

Sailing - Segeln Whitsundays - Iceberg - Joerg Pasemann-2-3

Tristan and Jassie at work. (All pictures by Joerg Pasemann)

Kurz nach dem Auslaufen werden die Segel gesetzt

Jessie takelt inzwischen alle Segel auf und sucht sich einen Passagier zur Hilfe, denn schließlich heißt es hier nicht nur mitsegeln sondern auch mithelfen. Nachdem die Hafenausfahrt passiert ist, werden alle Segel gehisst und langsam legt sich das bullige Schiff auf die Seite. Während der Skipper das riesige Steuerrad bedient, wischt sich Jessie den ersten Schweiß von der Stirn, die schwerste Arbeit ist getan.

Tristan nennt sich selbst einen ambitionierten Segler. “Ich segele solange ich Segeln kann, erst dann wird der Motor angeworfen”, erklärt er den Gästen, die in der Sonne braten. Wichtigstes Gebot sei jedoch, so der Skipper, sich genügend vor Sonne zu schützen und sich regelmäßig einzucremen. “Die Sonne ist hier nicht zu unterschätzen”, so Tris, wie ihn die Gäste bald alle nennen, weiter.

Langsam nimmt die “Iceberg” an Fahrt zu

Langsam nimmt die “Iceberg” an Fahrt zu. Der Wind hat gedreht und bringt das Schiff zum ersten Mal richtig in Schräglage. Während die einen unter Deck in der Koje liegen, genießt die Mehrzahl das Gefühl des Segelns an Bord. Hamilton Island, die größte aller Inseln der Whitsundays, ist gegen 15 Uhr erreicht. “We are late”, so der Kapitän und so wird das Mittagessen, von Jessie, Smutje, Steuermann und Leichtmatrose zugleich, zubereitet, bei voller Fahrt serviert. “Ich versuche das Boot waagerecht zu halten, damit das Essen nicht vom Teller rutscht”, so der Skipper, was ihm jedoch nur schwer gelingt.

Gegen 16 Uhr erreichen wir unseren ersten Ankerplatz. Pause zum Schnorcheln ist angesagt, denn die Inselgruppe gehört zum Great Barrier Reef und ist daher hervorragend zum Tauchen und zum Schnorcheln geeignet. Nach rund einer Stunde wechseln wir die Bucht und ankern an einem weiteren Platz. Wer will kann auch hier Maske und Schnorchel aufsetzen und das Riff bewundern.

Es wird später und die Dämmerung setzt ein. Jetzt heißt es Kurs auf “Turtle Bay” nehmen, unserem Ziel und Schlafplatz des heutigen Tages. Bei Vollmond und unter halben Segeln zieht die “Iceberg” ihre Bahn durch das Wasser und erreicht gegen 20.30 Uhr die Bucht, die vom Wind geschützt, eine ruhiges Nachtlager verspricht.

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Die Bar am Ende der Welt

 

 Der Mann auf dem Quad zieht eine Staubwolke wie eine Herde Büffel hinter sich her. Nachdem er sein Gefährt mit einer filmreifen Vollbremsung zum Stehen gebracht hat, steigt er lässig…

 

Der Mann auf dem Quad zieht eine Staubwolke wie eine Herde Büffel hinter sich her. Nachdem er sein Gefährt mit einer filmreifen Vollbremsung zum Stehen gebracht hat, steigt er lässig vom Motorrad, mustert seine neuen Gäste, tippt sich kurz an den Cowboyhut und bringt im breitesten australischen Dialekt ein kaum verständliches „G’day“ über die Lippen. Wow! Steve Price, der Besitzer der Asses Ears Wilderness Lodge, sieht tatsächlich genauso aus wie man sich Crocodile Dundee vorstellt, seitdem Paul Hogan den Job als Krokodilsfänger an den Nagel gehängt hat.

Stahlblaue Augen funkeln uns aus einem braungebrannten, wettergegerbten Gesicht entgegen. „Wie wär’s mit einem Bier?“, fragt Steve, der zum Glück bemerkt hat, dass uns allen schon die Zunge aus dem Hals hängt. Bei Temperaturen von gut 36 Grad im Schatten kein Wunder. Unsere kleine Gruppe von Rucksacktouristen und Individualurlaubern könnte es glatt mit den drei Australian Sheperds aufnehmen, die inzwischen um uns herum hecheln. Also schmeißen wir nur kurz unsere Klamotten in die Hütten, die Steve an Touristen vermietet, und finden uns schnell an seiner gut sortierten Bar ein.

Grampians sind drei Stunden von Melbourne entfernt

Steves Refugium liegt in den Grampians, drei Autostunden von Melbourne entfernt. Der 167.000 Hektar große Nationalpark gilt als Paradies für Naturfans, Wanderer, Kletterer, Mountainbiker, Fotografen und Tierliebhaber. Wälder, Felsen und Wasserfälle soweit das Auge reicht. „Ich bin seit 35 Jahren mit meiner Familie hier“, erzählt uns Steve. „Vorher bin ich ein bisschen durch Europa und Asien getravelt, hab in Kanada und Neuseeland gelebt.“

Und wie kommt man dann zu dieser Lodge in the middle of nowhere, fragen wir entgeistert. Steve zuckt mit den Schultern. „Ich hab das Land bei einer Auktion gekauft. Aus Versehen. Als ich es gesehen habe, wollte ich es gleich wieder loswerden, schließlich gab es hier keinen Schnee wie in Kanada, und irgendwie war es mir auch viel zu heiß. Tja, und dann bin ich doch geblieben.“

Der Australier zählt zu den Tourismus-Pionieren in den Grampians. Er startete mit Übernachtungen für einheimische Urlauber, Rucksacktouristen und Schulklassen, bot geführte Wanderungen und Tierbeobachtungen an. Inzwischen besitzt er ein eigenes Rollfeld für kleine Flugzeuge, einen Fuhrpark an Quads, und die Urlauber kommen mittlerweile aus der ganzen Welt. „Mein nächster Nachbar wohnt etwa vier Kilometer entfernt von mir. Der lebt zusammen mit 3000 Schafen.“ Steve schüttelt grinsend den Kopf. „Da sind mir die Urlauber doch lieber. Ich mag es, nette Leute kennenzulernen!“

“Feuerbrunst rollte auf uns zu”

Etwas zu erzählen gibt es immer. Die ganze Familie Price – sechs Kinder gehören dazu – scheint das Abenteuer im Blut zu liegen. Steves aus England stammende Frau trainiert Rennpferde, einer seiner Söhne nutzte seinen Europa-Trip dazu, im spanischen Pamplona als Stierläufer mitzurennen. „Gib niemals auf!“, scheint das Motto dieser Familie zu lauten. Dieser unbezwingbare Wille – und etwas Glück – bewahrten sie auch davor, im Jahre 2014 alles zu verlieren. „Es war der 3. Januar und ich schaute gerade die Australian Open im Fernsehen, als die Feuerbrunst auf uns zurollte“, erzählt Steve und zeigt uns Fotos, auf denen seine Lodge von riesigen, schwarzen Rauchwolken umgeben ist. „Das Feuer hat uns überrollt wie in einem Bruce Willis-Film, aber wir haben es geschafft, es uns vom Hals zu halten. Wir konnten alle Gebäude retten“, erzählt er stolz und nimmt noch einen Schluck von seinem Bier. Erst nach Stunden können wir uns von Steves spannenden Geschichten losreißen. Draußen zirpen die Grillen, die Nacht ist warm. Über uns funkelt ein Sternenhimmel von einzigartiger Schönheit. Das Kreuz des Südens leuchtet uns den Weg zu den Hütten. „Stolpert nicht über die Kängurus!“, warnt uns Steve noch, bevor er seine kleine Bar am Ende der Welt schließt.

 

Grampians bieten Natur und Kultur

In den Grampians entdecken Australien-Urlauber endlose Wälder, skurrile Felsen, Wasserfälle (z.B. die MacKenzie Falls) und weite Ausblicke. Man kann aber auch die Kultur der Aborigines erfahren, so gibt es z.B. einige Höhlenmalereien im Nationalpark. Wer mehr über die Aborigines wissen möchte, sollte das „Brambuk National Park and Cultural Centre“ in Halls Gap besuchen. Mit fünf Känguru- und Wallaby-Arten bieten die Grampians die größte Vielfalt dieser Spezies im australischen Bundesstaat Victoria. Außerdem gibt es jede Menge Koalas, Emus, Opossums und sogar die seltenen Schnabeltiere. Mehr Infos zu Steves Lodge Allgemeine Infos zu Victoria (auf Deutsch): http://de.visitmelbourne.com/

[alert style=”grey”]Lesetipp: Ein geheimnisvoller Stein der Aborigines, magische Träume, ein altes Familiengeheimnis und eine neue Liebe: Der Reise-Roman „Der Stein der Schildkröte“ von Susan de Winter vereint dies alles und macht Lust darauf, die Koffer zu packen und nach Australien zu fliegen. Die Schauplätze des neuen Buches befinden sich in Victoria und werden im Anhang näher beschrieben. „Sehr kurzweilig geschriebener Reise- und Lebensroman. Die Erzählerin schafft es perfekt, tolle Landschafts- mit witzigen Situationsbeschreibungen zu kombinieren.“ (Leser-Meinung, 16 Rezensionen/5,0 Sterne). Hier geht es direkt zum Buch „Der Stein der Schildkröte“ [/alert]

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Die Ostküste Australiens mit dem Countrylink entdecken

 

 Die „Central-Station“ in Sydney liegt in der morgendlichen Sonne auf einem Hügel in der Innenstadt und ist der Ausgangspunkt für eine abenteuervolle Reise mit dem Zug nach Byron Bay. Mit…

 

Die „Central-Station“ in Sydney liegt in der morgendlichen Sonne auf einem Hügel in der Innenstadt und ist der Ausgangspunkt für eine abenteuervolle Reise mit dem Zug nach Byron Bay. Mit dem „Countrylink“ geht es entlang der Ostküste und führt knapp 13 Stunden lang durch eindrucksvolle Landschaften Australiens. Gegenden, die mit dem Auto kaum zu erreichen sind. Eine ungewöhnliche Reise beginnt…

Um 7.15 Uhr morgens startet der „Countrylink XPT“ die Fahrt in Richtung Gold Coast. Vorher heißt es allerdings Gepäck einchecken. Bis 30 Minuten vor Abfahrt muss das Gepäck am „Luggage-Check-In“ auf dem Bahnhof abgegeben werden. Die Mitarbeiter dort strahlen selbst zu der frühen Uhrzeit Ruhe aus und nehmen das Gepäck der Reisenden gelassen entgegen. Die Ticketreservierung nimmt man am besten rechtzeitig online vor. So spart man sich den Stress am Schalter und erhält auch gleich seine Sitzplätze zugewiesen. Anders als in Deutschland kostet dies kein Cent mehr, und man hat die Auswahl zwischen „Economy-“ und „First Class-Sitzen“.

Countrylink-Australien

Komfortable Sitze. (Fotos: Jörg Pasemann)

An Bord befindet sich auch ein Bistro, in dem es leckeres Frühstück und den ein oder anderen Snack gibt. Untypisch für Australien: Auch Bier ist erhältlich, für New South Wales allerdings nur in der leichten Version. Ansonsten herrscht absolutes Alkoholverbot im Zug, was der Schaffner auch gleich zu Beginn der Fahrt durchsagt. Missbrauch wird mit Strafe von 200$ geahndet.

Der Countrylink fährt 850 Kilometer mit Tempo 80

Die Diesellok stampft mühevoll die rund 850 Kilometer lange Strecke entlang. Mit rund 80km/h ist die Fahrt relativ langsam, bedeutet aber eine gemütliche Sightseeing-Tour durch die traumhafte und abwechslungsreiche Landschaft Australiens. Vereinzelt sind Kühe oder Pferde auf Wiesen zu sehen, Menschen sieht man zumindest außerhalb der Ortschaften so gut wie nie. Erst hier wird dem Besucher erst klar, wie grün Australien, zumindest in diesem Gebiet, ist. Der Zug schlängelt sich weiter durch saftige grüne Wiesen und entlang an großen abgelegenen Seen.

Hinter uns weint eine junge Frau, die sich mit ihrer Freundin gestritten hat. Ein älterer Herr aus Australien setzt sich zu ihr, versucht sie zu trösten. Auch das ist Australien. Die Bewohner sind freundlich, hilfsbereit und immer offen für alles um sie herum. Da nicht nur Alkohol sondern auch das Rauchen auf der Fahrt verboten ist, treffen sich alle Raucher bei den gelegentlichen Halten auf dem Bahnhof und unterhalten sich. Wenn Zeit dazu bleibt! Denn länger als drei Minuten bleiben wir auf keinem Bahnhof stehen und so kann es schon vorkommen, dass nur Zeit für zwei, drei Züge an der Zigarette bleibt. Nach vier Stunden erreichen wir Taree, „Gateway to the Holiday Coast“, wie das Bahnhofsschild verrät. Die Stadt dient den Farmen aus Manning Vally, einem großen fruchtbaren Gebiet rund um den Ort, als Einkaufszentrum. Ein Fluss schlängelt sich auf der weiteren Strecke entlang der Schiene an uns vorbei und begleitet uns mehrere Kilometer weit. Immer wieder überqueren wir Täler auf urig aussehenden stählernen Brücken. Langsam geht es bergauf. Die blau-silberne Lok zieht die sechs Waggons ruhig den Anstieg nach oben. Ein letztes Mal überqueren wir den Fluss, dann sieht man nur noch Wald. Handys funktionieren hier in dieser Gegend schon lange nicht mehr, man fühlt sich von der Außenwelt abgeschnitten. Draußen scheint es mucksmäuschenstill zu sein, drinnen hört man nur leise die Klimaanlage rauschen.

Nach knapp acht Stunden erreichen wir Macksville und damit wieder die Küste. Inzwischen haben sich die überwiegend jungen Raucher auf ihren gelegentlichen Rauchtreffs angefreundet und teilen ihr Leid, die Zigaretten nach kurzen Zügen wieder ausmachen zu müssen. Die Zugverbindung von Sydney zur Gold Coast wird auch von vielen jungen Backpackern genutzt, da diese Strecke für rund 95$ relativ günstig aber dennoch komfortabel ist.

Das saftige Grün der Wiesen und Wälder wirkt inzwischen nicht mehr so saftig. Kein Wunder, denn hier ist es schon deutlich wärmer als in der Region um Sydney, und je mehr wir in Richtung Norden fahren, scheint die Sonne erbarmungslos auf den Zug herab. Gegen 16 Uhr erreichet der Countrylink das beschauliche Hafenstädtchen Coffs Harbour. Hier lebt die Bevölkerung nicht nur vom Tourismus sondern auch vom Bananenanbau, wie ein großer Stahbetonbau, die „Big Banana“ mitten im Ort plastisch verrät. Um 1880 wurden hier die ersten Bananen angebaut, aber erst als um 1910 der Ort einen Bahnanschluss bekam, wurde damit auch Geld verdient.

Kurz vor Sonnenuntergang schauen uns die Kängurus an

Kurz vor Sonnenuntergang gegen 17.40 Uhr sehen wir die ersten kleinen Kängurus an der Fahrtstrecke, bevor wir pünktlich um 18.30 Uhr den Endbahnhof Casino erreichen. Von hier aus fahren „Coaches“ – moderne Reisebusse – zu den unterschiedlichen Orten und befördern die Gäste zu ihren Endstationen. Ein langer Tag für die Backpacker, die erst einen langen Flug hinter sich haben und dann noch diese Bahnfahrt machen müssen, um ans Ziel zu kommen. Es gibt keine Schienen mehr, um an die Küstenorte zu gelangen. Wieder ist alles perfekt organisiert, die Koffer werden von den Zugbegleitern zu den jeweiligen Bussen gebracht und auch hier sind Sitze bereits reserviert. Vom „Countrylink XPT“ heißt es nun Abschied nehmen. Wer Naturliebhaber ist und Zug fahren mag, für den ist die Tour von Sydney nach Casino ein echtes Erlebnis. Für alle anderen eine Tour durch die unterschiedlichste Gegenden Australiens. Gegen 20.10 Uhr erreichen wir Byron Bay, ein eindrucksvoller Tag geht zu Ende.

[alert style=”blue”]Die staatliche Bahngesellschaft in Australien heißt Countrylink (www.countrylink.nsw.gov) und fährt die meisten großen Bahnhöfe des Landes an. Ist kein Bahnhof vorhanden werden sogenannte „Coaches“, moderne Reisebusse, eingesetzt. Tickets müssen vor Antritt der Reise gebucht werden. Dies ist online, telefonisch (Telef. 13 22 32) oder direkt am Bahnschalter möglich. Tickets gibt es für die 1. Klasse und in der Economy Class.[/alert]

Titelfoto: Fotolia/Pavel Losevsky

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Heiße Wüste und kühler Ozean

 

 Australien hat mehr zu bieten als Backpacking und Sydney: Der australische Westen wird oft unterschätzt, fasst aber die ganze Bandbreite des Kontinents zusammen: Von der Wüste bis in den Ozean…

 

Australien hat mehr zu bieten als Backpacking und Sydney: Der australische Westen wird oft unterschätzt, fasst aber die ganze Bandbreite des Kontinents zusammen: Von der Wüste bis in den Ozean sind es nur wenige Schritte. Und wer sich traut und etwas Glück hat, trifft im Meer auf den größten Fisch der Welt: den Walhai.

Australien_Katja Wille--Sunset Shark bay

Sonnenuntergang an der Shark Bay an Australiens Westküste.

Von Katja Wille

Eins, zwei, drei – weiter zählen die Aborigines, wie die australischen Ureinwohner genannt werden, nicht. Für weitere Zahlen haben sie schlichtweg keine Wörter; alles, was über drei hinausgeht, ist einfach „viele“. Was man sich als pünktlicher, durchorganisierter Deutscher (und damit meine ich nicht mich) kaum vorstellen kann, scheint im heißen australischen Busch gut zu funktionieren. So erklärt es mir zumindest Darren Capewell (45), Capes genannt, ein echter Aborigine, der in seiner Heimat Shark Bay (eine Meeresbucht 826 Kilometer von Perth entfernt und Teil des UNESCO-Welterbes) an der westaustralischen Küste Touren durch den Busch anbietet.

Capes Zuhause zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass es der einzige Ort Australiens ist, in dem die Wüste direkt ins Meer übergeht. Ihm ist seine Heimat und der Umgang mit der Natur sehr wichtig – das merkt man an seinen leidenschaftlichen Erzählungen, denen ich stundenlang lauschen könnte. Selten habe ich jemanden erlebt, der so lebendig von seiner Kultur erzählt. Aber bei Capes geht es nicht nur ums Zuhören: Ob Camping, Kayak fahren im Indischen Ozean, fischen nach alter Tradition oder das Spielen des Didgeridoos – Capes Touren sind sowohl für Kinder als auch auf Senioren zugeschnitten. „Ich biete diese Touren nicht an, um damit reich zu werden“, sagt Capes. „Ich möchte den Leuten die Natur näher bringen und sie auf eine Reise mitnehmen, die auch meine Vorfahren gemacht haben.“

Das Eden-Projekt schützt die einheimische Tierwelt

Wir streifen mit Capes durch den Francois-Peron Nationalpark (rund 525 Quadratkilometer groß) in Shark Bay. Um hier voranzukommen, braucht man ein Fahrzeug mit All-Rad-Antrieb – die Straßen sind nicht geteert. Unterwegs steigen wir öfters aus, deuten Spuren im Sand (meistens Kängurus oder Emus), probieren essbare Pflanzen (die „native flax“ etwa schmeckt leicht nussig) und wir lernen einiges über die Natur Westaustraliens. Ich wurde stutzig, dass uns so viele „Achtung, Gift“-Schilder begegneten – Capes hatte die Erklärung für uns. Ausgelegte Giftköder sollen den Bestand der eingeschleppten Arten, vorallem wilde Katzen und Füchse, verringern. Diese fressen zum Beispiel die kleinen Bilbies (Kaninchennasenbeutler), von denen es in Australien kaum noch welche gibt. Das ausgelegte Gift wird aus einheimischen Pflanzen gewonnen, das bedeutet, australische Tiere können es fressen, merken aber nichts davon. Gleichzeitig werden bedrohte Arten, wie Bilbies, nachgezüchtet und ausgesetzt.

Capes Prinzip für den Umgang mit der Natur ist einfach (trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich es mir öfter ins Gedächtnis rufen muss): „Wir nehmen uns, was wir brauchen – nicht, was wir wollen.“ Der Erhalt der natürlichen Flora und Fauna seiner Heimat ist ihm wichtig, er engagiert er sich ebenfalls für das Projekt Eden und möchte mit seiner Tour besonders zwei Dinge lehren – „Respekt für Natur, Respekt für Kultur.“

Auge in Auge mit einem Riesen in Australien

Nur wenige Schritte trennen die Wüste von Shark Bay vom Indischen Ozean. Dort setzt sich die Artenvielfalt Australiens fort: 28 verschiedene Haiarten sind in der Bucht heimisch, außerdem kann man mit etwas Glück die selten gewordenen Dugongs (auch: Gabelschwanzseekuh) beobachten. Der Bestand vor Australien ist der größte dieser scheuen Tiere. Weniger scheu sind die Delfine: In Monkey Mia, dem Zentrum des Delfintourimus in Shark Bay, kommen jeden Morgen einige Delfine an den Strand, um sich von Rangern der Naturschutzbehörde füttern zu lassen. Ein tolles Schauspiel, bei dem man den niedlichen Tieren besonders nahe kommt. Die Gewässer vor der westaustralischen Küste, insbesondere das 250 Kilometer lange Ningaloo Reef, sind aber auch – zumindest zeitweise – die Heimat des größten Fischs der Welt. Von April bis Ende Juli ist der Walhai hier unterwegs und man kann das friedliche Tier ganz aus der Nähe beobachten und sogar neben ihm schwimmen.

Ganz im Ernst: Australien beheimatet viele tolle, aber auch viele giftige Tiere. Spinnen oder Schlangen an Land, Quallen, Seeschlangen oder Steinfische im Meer. Etwas mulmig war mir schon, durch den Busch zu streifen oder im Ozean zu baden. Aber egal ob ich mit Capes oder der erfahrenen Crew vom Exmouth Diving Center unterwegs war, wenn man sich an die Anleitung dieser Experten hält, kann nichts passieren. Und hätte ich mich nicht ins Wasser getraut, hätte ich den schönsten Moment meines Lebens verpasst.

“Schließlich tauchen wilde Tiere nicht sofort dort auf, wo man sie haben möchte”Um einem Walhai zu begegnen, fahren wir nach Exmouth (684 Kilometer von Shark Bay entfernt) wo man den größten Fisch auch Ende Juli noch beobachten kann. So richtig glauben konnte es keiner von uns: schließlich tauchen wilde Tiere nicht sofort dort auf, wo man sie haben möchte. Doch kaum waren wir auf dem Boot, der „Mahi Mahi“ vom Exmouth Diving Center, kommt auch schon die Durchsage, dass die „Spotter“ in den Flugzeugen, die für uns auf der Suche nach Walhaien sind, auch schon welche gesichtet haben. Schnell rein in den Neoprenanzug, Taucherbrille, Schnorchel und Flossen parat und das Adrenalin rauscht durch den Körper. Da sind wir nun, mitten im Ozean, und sollen gleich ins Wasser, um mit einem Walhai zu schwimmen – Wahnsinn. Nico, unser Guide, gibt das Startsignal und wir springen mit ihm ins Wasser, das mit 22 Grad schon recht kühl ist – das merke ich aber erst später. Ich schwimme so schnell ich kann Nico hinterher, halte immer Ausschau in die Ferne – wo ist er denn nun, dieser Fisch? Bis ich einen Blick nach rechts riskiere und dort ist er – auf Armlänge, direkt neben mir und unter der Wasseroberfläche, gleitet er majestätisch dahin. Ich bin sprachlos (aber unter Wasser merkt das sowieso niemand). Etwas erschrocken schwimme ich ein Stück zurück, aber der Walhai lässt sich gar nicht von mir stören. Mit offenem Mund gleitet er dahin, filtert Plankton aus dem Wasser und scheint mich gar nicht wahrzunehmen. Gut 7 Meter ist er lang, ein beeindruckendes Tier, das Maul so breit wie die abgeflachte Schnauze. Das Adrenalin ist weg und zurück bleibt nur das pure Glücksgefühl, diesem Tier so nah zu sein.

Nachdem ich in Westaustralien an Land und auf dem Wasser so viele Abenteuer erlebt habe, bin ich mir sicher, dass ich wiederkomme. Als hätten die Aborigines es geahnt, dass man sich von ihrem Land nicht trennen kann: in ihrer Sprache gibt es kein Wort für „Lebewohl“. Zur Verabschiedung heißt es immer: „Auf Wiedersehen, bis zum nächsten Mal.“

Das

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Hinweis: Die Autorin wurde von Tourism Western Australia zu dieser Reise eingeladen.

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Neuseelands Wiege und Hundertwassers Kunst-Klo

 

Delphin-Show zum Frühstück – wo gibt es das schon gratis? Während wir im „Lido“ auf Deck 9 in aller Ruhe unseren Kaffee trinken, beobachten wir ein halbes Dutzend der verspielten Meeressäuger, die sich nahe der „MS Oosterdam“, die in der „Bay of Islands“ vor Waitangi auf Reede liegt, tummeln.

 

Delphin-Show zum Frühstück – wo gibt es das schon gratis? Während wir im „Lido“ auf Deck 9 in aller Ruhe unseren Kaffee trinken, beobachten wir ein halbes Dutzend der verspielten Meeressäuger, die sich nahe der „MS Oosterdam“, die in der „Bay of Islands“ vor Waitangi auf Reede liegt, tummeln.

Mit der Durchsage von der Brücke „Delphine an Backbord“ ruht ein Teil des Frühstücksbetriebs kurzfristig, weil die Gäste zu den Panoramafenstern strömen. Als wir etwas später mit dem Tender nach Paihia Wharf übersetzen, wo sich Cafe´s, Restaurants und Souvenirshops dicht aneinander reihen, begleiten uns die kommunikativen Tiere noch eine Weile.

MS Oosterdam auf Rede

Letzte Station in Neuseeland: Blick von Waitangi auf die „MS Oosterdam“, die in der „Bay of Islands“ vor Anker liegt. Bilder: Alexander Ehlers

Angel- und Wassersport-Paradies

Mit seinen langen Sandstränden ist Paihia, schon seit über 100 Jahren ein beliebter Badeort. Bereits 1823 gingen europäische Missionare an Land und bauten dort die erste Kirche auf neuseeländischem Boden. Heute ist Paihia Touristen-Zentrum und Ausgangspunkt für maritime Erlebnisse aller Art. Von hier starten Schiffe zur Wal- und Delphin-Beobachtung, zu Segelkreuzfahrten und Tauchausflügen sowie zum Hochseeangeln. Die Gewässer der Bay of Islands – ein Naturparadies mit weit verzweigten Meeresarmen, Sandstränden und unberührter Natur – sind reich an Delphinen, Hammerhaien und Thunfischen. Jedes Jahr kommen von September bis Dezember Sportfischer aus aller Welt zum „Big Game Fishing“ in die Bucht, um z. B. den gestreiften Marlin, der über vier Meter lang werden kann, zu angeln.

Wichtigster historischer Ort

An diesem Abend werden wir mit der „MS Oosterdam“ von Neuseeland Abschied nehmen, doch nicht, ohne zuvor die Geburtsstätte des Landes besucht zu haben: Waitangi, den historisch wichtigsten Ort des Insel-Staates im Südpazifik. Am Pier von Paihia wartet schon Karly Bent von Northland Inc. auf uns. Die hübsche Halb-Maori (32), die mit einem Kiwi verheiratet ist, fährt uns zu den „Waitangi Treaty Grounds“. Das historische Areal in der Mündung des Waitangi-River, zwei Kilometer nördlich von Paihia gelegen, ist ein absolutes Muss für jeden Neuseelandbesucher.

Vor 175 Jahren wurde dort der „Treaty of Waitangi“ (Vertrag von Waitangi) von Vertretern der britischen Krone und über 40 Maori-Häuptlingen am 6. Februar 1840 unterzeichnet. Seit 1973 ist der Waitangi-Tag auch Nationalfeiertag, der mit einem großen Volksfest begangen wird – manchmal noch von Maori-Demonstrationen begleitet.

„Marae Whare Runanga“ in Waitangi

„Marae Whare Runanga“ in Waitangi: Dieses Versammlungshaus gehört allen Maori und ihren Ahnen.

Wilde Gesellen: Maori-Kultur-Show vor dem „Marae Whare Runanga“ auf Waitangi.

Wilde Gesellen: Maori-Kultur-Show vor dem „Marae Whare Runanga“ auf Waitangi.

Querschnitt durch die Maori-Kultur

„Glück gehabt“, freut sich Karly, als wir schnell einen Parkplatz finden. „Vor ein paar Tagen haben hier zehntausende Menschen gefeiert.“ Wir eilen zum „Marae Whare Runanga“ (ein typisches Maori-Versammlungshaus, von denen es insgesamt 1300 in Neuseeland gibt), denn dort beginnt gleich die große Maori-Kultur-Show, die mehrmals täglich stattfindet. Das Gebäude wurde zum 100. Jahrestag der Vertragsunterzeichnung von Neuseelands besten Maori-Schnitzkünstlern erstellt und zeigt einen Querschnitt durch die Bildsprache aller Stämme.

„Ngatokimatawhaorua“: Das längste Kriegs-Kanu der Welt

„Ngatokimatawhaorua“: Das längste Kriegs-Kanu der Welt liegt am „Hobson Beach“ auf Waitangi.

Das längste Kriegs-Kanu der Welt

Beeindruckend ist auch das längste Kriegs-Kanu der Welt (37 m). Das „Ngatokimatawhaorua“ liegt zusammen mit einem anderen Kanu in einer offenen Bootshalle am Hobson Beach. Es wurde von Maori-Schnitzern aus drei Kauri-Baumstämmen gebaut, 80 Ruderer sind dafür erforderlich. Vor dem eher unscheinbaren „Treaty House“ – dem ehemaligen Wohnhaus des britischen Gesandten James Busby, das heute Museum ist – markiert ein Flaggenmast die Stelle, an der die ersten Unterschriften bzw. Mokos (Tätowierungen) unter den Vertrag gesetzt wurden.

Hundertwasser Toilette in Neuseeland

Typisch Hundertwasser: Die vielleicht meistbesuchten öffentlichen Toiletten der Südhalbkugel in Kawakawa

Toiletten als Touristen-Attraktion

Und dann hat Karly noch eine Überraschung für uns: Nur 20 Autominuten von Waitangi entfernt liegt Kawakawa. Ein paar Geschäfte, einige Cafés und Restaurants, eine nostalgische Dampf-Eisenbahn, die auf der Hauptstraße mitten durch den 1200-Seelen-Ort fährt: Nichts Besonderes, wären da nicht die öffentlichen Hundertwasser-Toiletten, die der österreichische Künstler und Architekt 1999 in der für ihn typischen Art gestaltet hat. Mehr als 80.000 Touristen aus aller Welt kommen jedes Jahr nach Kawakawa, um die Toiletten zu sehen und zu fotografieren. Mit dem Benutzen wird’s schon schwieriger, denn da kann man auf der Damen-Toilette auch mal auf Herren treffen oder umgekehrt.

„Frederik, so nannten ihn in Neuseeland alle, war sehr stolz, dass er die Toiletten gestalten durfte und hat täglich selbst am Bau mitgearbeitet“, erzählt sein langjähriger Freund Thomas Lauterbach (63). Der gebürtige Nürnberger hat mit Hundertwasser (1928-2000) auf dessen Schiff „Regentag“ viel Zeit auf dem Meer verbracht. Der Österreicher liebte Neuseeland und besaß seit den 1970er-Jahren in der Nähe von Kawakawa im „Kaurinui“-Tal ein fast 400 Hektar großes Anwesen, wo er seine Vorstellungen vom Leben und Arbeiten in Einklang mit der Natur verwirklichte. Dort wurde der in Neuseeland hoch verehrte Künstler nach seinen Wünschen auch begraben, auf dem Grab steht ein riesiger Tulpenbaum.

Bisher gibt es in ein kleines Museum gegenüber dem Toiletten-Haus und einige Repliken an umliegenden Geschäften. „Aber 80.000 Besuchern pro Jahr – mit steigender Tendenz – wollen in geordnete Bahnen gelenkt sein“, meint Thomas Lauterbach, der einer Initiative engagierter Bürger angehört, die ein Besucher- und Lehrzentrum plant. Dort sollen Hundertwassers Philosophie und seine ökologischen Bauvorstellungen anschaulich vermittelt werden. Ein Modell des Visitor-Centre, das bald im Hundertwasser-Park hinter dem Toilettenhaus entstehen soll, ist bereits in einem Schaufenster zu bewundern.

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Auckland: Leben auf dem Vulkan

 

Den Spitznamen „City of Sails“ hat sich Auckland, das an Neuseelands schmalster Stelle der Nordinsel liegt, eingebettet zwischen Pazifik im Osten und Tasmanischer See im Westen, in vielerlei Hinsicht verdient.

 

Den Spitznamen „City of Sails“ hat sich Auckland, das an Neuseelands schmalster Stelle der Nordinsel liegt, eingebettet zwischen Pazifik im Osten und Tasmanischer See im Westen, in vielerlei Hinsicht verdient.

Die 1,7 Millionen-Stadt, die Jahrhunderte vor den Kolonialherren von den Maori gegründet wurde, verbindet auf magische Weise moderne und kosmopolitische Einflüsse mit faszinierenden polynesischen Traditionen. Über 200.000 Seegelboote sind in Neuseelands größter Stadt, die auf einem Feld von 50 erloschenen Vulkanen errichtet wurde, offiziell registriert. Noch heute sind die Bewohner stolz darauf, Gastgeber für den America’s Cup im Hauraki-Golf, eines der schönsten Segelreviere im Pazifik, gewesen zu sein.

Princes-Warf MS Oosterdam

An der Princes-Warf: Blick von der „MS Oosterdam“ auf „Hilton“- Hotel und Harbour-Bridge. (Fotos: Ehlers)

Die „MS Oosterdam“ macht im Morgengrauen an der Princes Wharf fest. Gleich um die Ecke liegt das Maritime Museum und direkt gegenüber vom Schiff das Hilton-Hotel. „Seien Sie vorsichtig, wenn Sie Ihre Kabine auf der Steuerbordseite haben und morgen früh die Vorhänge aufziehen“, hatte uns Kapitän Peter Bos am Vorabend mit einem Augenzwinkern vor unverhofften Zuschauern auf den gegenüber liegenden Balkonen gewarnt. Er muss es geahnt haben – einige Gäste winken uns vom Balkon fröhlich zu.

Néill and Ceillhe Sperath

Néill and Ceillhe Sperath: Der Deutsch-Ire und die Maori bieten seit zehn Jahren individuelle Neuseeland-Touren an.

Maori-Häuptlinge als Ur-Ur-Ahnen

Am Pier warten schon Néill (45) and Ceillhe Sperath (43) mit ihrem silberfarbenen Mercedes-Sprinter auf uns. Der in Hamburg geborene Deutsch-Ire und die Maori sind ein Ehepaar und eingespieltes Team. Die beiden Inhaber von „Time unlimited Tours“ haben in den vergangenen zehn Jahren ein Unternehmen aufgebaut, das mittlerweile 15 Guides beschäftigt und für seine authentischen, individuellen Touren mit dem Global Tourism Award ausgezeichnet wurde. Ceillhe hat berühmte Ur-Ur-Ahnen. Ihre Wurzeln reichen über sieben Generationen in direkter Linie zu zwei Maori-Häuptlingen zurück, die 1840 den „Treaty of Waitangi“ (Vertrag von Waitangi) mit den Briten ausgehandelt haben.

Aucklands wilder Westen

Unsere Tagestour führt zunächst in Aucklands wilden Westen. Nur 40 Minuten von der Stadt entfernt beginnt nahe Titirangi der Waitakere Ranges Regional Park, der 16.000 Hektar Regenwald und rund 250 Kilometer Wanderwege umfasst. Das Arataki Visitor Centre mit seinem Naturlehrpfad, in das jedes Jahr u.a. 12.000 Schulkinder kommen, ist ein guter Ausgangspunkt, um mehr über Ausflugsziele und die Geschichte der Maori zu erfahren. Von der Höhe hat man bei Sonnenschein einen weiten Blick bis zu Aucklands Manukau Harbour in der Tasmanischen See.

Piha Beach

„Piha Beach“ mit dem „Lion Rock“.

Holzkunstwerke erzählen Geschichten

Für die imposanten Maori-Schnitzarbeiten an der Front und im Inneren des Besucherzentrums wurden Kauri-Bäume verwendet. Bis zu 50 Meter hoch werden die neuseeländischen Kauri-Fichten, die auch wir im Regenwald sehen. Tane Mahuta („Gott des Waldes“) nennen die Maori den ältesten, noch existierenden 2000 Jahre alten Baumriesen. Heute stehen die Kauri-Bäume unter Naturschutz und dürfen nur noch für rituelle Zwecke der Maori gefällt werden. „Die Maori hatten ursprünglich keine Schrift, die kam erst mit den Briten. Bis dahin konnten sie ihre Botschaften nur in Holzkunstwerken ausdrücken“, erklärt uns Néill die ausdrucksstarken Figuren mit ihren traditionellen Mokos (Tätowierungen).

Beim Arataki Visitor Centre beginnt auch der 70 Kilometer lange „Hillary Trail“, der 2010 zu Ehren von Neuseelands berühmtesten Bergsteiger, dem Mount-Everest-Bezwinger Sir Edmund Hillary, eröffnet wurde. Wer den Weg durch den hügeligen Regenwald, durch Tunnel und über atemberaubende Strände bis zum Muriwai Beach in vier bis fünf Tagen erwandern will, sollte top-fit und Camping-erfahren sein. Darauf weist ein großes Plakat vor dem Besucherzentrum ausdrücklich hin. Unser Guide Néill begleitet gelegentlich Kunden auf diesem Weg, aber wir haben zu wenig Zeit und ziehen das Auto vor.

Holly Hunter

Berühmter Strand der Filmgeschichte: Oscar-Preisträgerin Holly Hunter ging hier in „Das Piano“ an Land.

Berühmter Strand der Filmgeschichte

Unter Néills Führung laufen wir vom Zion Hill für eine Viertelstunde durch Regenwald, Dünen-Trampelpfade und schwarzen, feinen Sand an einen der berühmtesten Strände der Filmgeschichte: die Bucht von „Karekare“ („Bucht des wilden Wassers“). Unvergesslich, wie einst Oscar-Preisträgerin Holly Hunter im Film „Das Piano“ (1993) mit Tochter und Klavier von einem Maori-Kanu aus in stürmischer Brandung erstmals neuseeländischen Boden betritt. An diesem wolkenverhangenen Februar-Tag treffen wir allerdings nur auf ein paar Angler und Camper, was dem Zauber der zerklüfteten Landschaft aber keinen Abbruch tut.

Ebenfalls am Hillary Trail liegt, eingebettet in vulkanische Felsformationen, der berühmte Surf- und Badestrand „Piha Beach“ mit dem „Lion Rock“. „Die Maori haben ihn so getauft, weil der Felsen wie ein liegender Löwe aussieht“, erklärt Néill. Der Strand dahinter heiße „White Beach“, weil er der Familie White gehöre, „dabei ist der Vulkansand natürlich schwarz“, lacht unser Guide. Dort befinde sich auch das Ferienhaus von Edmund Hillarys Familie, in dem er einen Großteil seiner Jugend verbracht habe.

Mount Eden

Blick vom „Mount Eden“ („Maungawhau“) auf Aucklands Skyline und in einen 50 Meter tiefen grasbewachsenen Vulkankrater.

Grandioser Ausblick vom Mount Eden

Ein absolutes Muss für Auckland-Besucher ist der Ausblick vom „Mount Eden“, fünf Kilometer südlich der City. Der „Maungawhau“ („Berg des Whau-Baumes“), wie die Maori den erloschenen Vulkan nennen, an dem sie bis zur Ankunft der Kolonialherren über Jahrhunderte ihre Siedlungen hatten, ist mit 196 Metern die höchste Erhebung Aucklands. Von seinem Gipfel hat man den besten Blick auf die Skyline, einige Vulkankegel und in einen 50 Meter tiefen, grasbewachsenen Vulkankrater, der nicht betreten werden darf.

Neuseelands größtes Kunstmuseum

Bevor wir abends zur „MS Oosterdam“ zurückkehren müssen, machen wir mit Terry Hobin von Auckland Walks noch einen zweistündigen Spaziergang durch Aucklands Innenstadt, vorbei an schicken Luxus-Boutiquen, einladenden Cafe´s, der 1926 eröffneten Universität bis hin zur grünen Lunge der City, dem „Albert Park“ mit seinen modernen Skulpturen und einem Queen-Victoria-Denkmal. Ganz am Rande des „Albert Parks“ steht Neuseelands größtes und bedeutendstes Kunstmuseum, die Auckland Art Gallery („Toi o Tamaki“), die 2011 um einen Neubau erweitert wurde. In ihr sind alle wichtigen Künstler des Landes sowie internationale Künstler vertreten. Sehenswert sind nicht nur die 15.000 Kunstwerke, sondern auch der imposante Eingangsbereich. „Die Front und das Dach wurden aus dem Holz des Kauri-Baumes hergestellt“, erklärt Terry Hobin die Verbindung von Tradition und Moderne.

[tabs][tab title=Anreise]Flugverbindungen nach Sydney und Neuseeland gibt es von Deutschland aus über zahlreiche internationale Drehkreuze u.a. mit Air New Zealand, Singapore Airlines oder Emirates. Mehr Infos über Neuseeland unter: www.newzealand.com[/tab] [tab title=Schiff und Reederei]Die „MS Oosterdam“ ist ein klassisch-elegantes Kreuzfahrtschiff. Passagierkapazität: 1.916; Besatzung: 817. Sie verfügt über elf Passagierdecks. Bordsprache ist Englisch, aber es gibt Mitarbeiter an der Rezeption, die Deutsch sprechen und eine Speisekarte auf Deutsch. Holland America Line ist eine der großen Kreuzfahrtgesellschaften mit europäischen Wurzeln, deren Geschichte bis ins vorletzte Jahrhundert zurück reicht. Zur Flotte gehören 15 Premiumschiffe mittlerer Größe, die unter niederländischer Flagge fahren. Bei den Readers Choice Awards 2012 des renommierten „Porthole Cruise Magazins“ wurde Holland America Line in acht Kategorien ausgezeichnet, darunter „Beste Alaska-Routen“, „Beste Landausflüge“ und „Beste Privatinsel für Half Moon Cay“. Weitere Infos unter: www.hollandamerica.com[/tab] [tab title=Tipps]Reiseführer „Sydney“ mit City-Map von Dumont und „Reise-Handbuch Neuseeland“ von Dumont[/tab][/tabs]
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Hobbiton: Auf den Spuren von Bilbo und Frodo

 

Die neuseeländischen Schlepper-Kapitäne leisten auf unserer Reise ganz hervorragende Arbeit… Kapitän Peter Bos von Holland America Line lobt die Kollegen auf ihren kleinen „Kraftprotzen“ an Bug und Heck des Luxusliners, nachdem sie die „MS Oosterdam“ vom Liegeplatz zwischen zwei anderen Kreuzfahrtschiffen in Tauranga Harbour sicher ins offene Fahrwasser manövriert haben.

 

Die neuseeländischen Schlepper-Kapitäne leisten auf unserer Reise ganz hervorragende Arbeit… Kapitän Peter Bos von Holland America Line lobt die Kollegen auf ihren kleinen „Kraftprotzen“ an Bug und Heck des Luxusliners, nachdem sie die „MS Oosterdam“ vom Liegeplatz zwischen zwei anderen Kreuzfahrtschiffen in Tauranga Harbour sicher ins offene Fahrwasser manövriert haben. „Was nützt schon ein PS-starker Motor, wenn ein Affe am Steuer sitzt“, philosophiert unser Kapitän auf seine einmalig humorvolle Art, die uns bei guten und weniger guten Nachrichten immer wieder zum Lachen bringt.

Am Strand von Tauranga

Am Strand von Tauranga: Im Hintergrund liegt die „MS Oosterdam“ zwischen zwei anderen Kreuzfahrtschiffen. Das Können der Schlepper-Kapitäne ist gefragt.

Der Kreuzfahrthafen von Tauranga, was auf Maori so viel wie Rast- oder Ankerplatz bedeutet, geht nahtlos in die langen breiten Badestrände der Bay of Plenty über, wo sich an diesem heißen Sommertag hunderte Erholungssuchende tummeln. Die 114.000-Einwohner-Stadt mit ihrem subtropischen Klima ist ein beliebter Badeort, umgeben von Neuseelands größten Kiwi-Anbaugebieten. Alle Schiffe, die vom Pazifik aus Tauranga Habour erreichen wollen, müssen sich durch Tauranga Entrance, eine etwa 500 Meter breite Meerenge zwischen Matakana Island und dem Vulkankegel Mount Maunganui, durchzwängen.

Meerenge Tauranga

Nur 500 Meter breit: Die Meerenge Tauranga Entrance ist ein Schlüsselloch für alle Schiffe.

Der bestbesuchte Pub der Südhalbkugel

Für Kreuzfahrer ist Tauranga auch Ausgangort für einen Tagesausflug zu den Geysiren im angrenzenden Roturua-Distrikt, das Zentrum der Maori-Kultur, oder zum Hobbiton-Filmset nahe Matamata. Wir haben uns für letzteres entschieden. Seit Regisseur Peter Jackson dort einen Teil seiner „Herr der Ringe“- und der „Hobbit“-Trilogien gedreht hat, ist Hobbiton (auf Deutsch Hobbingen) zum magischen Anziehungspunkt für Touristen geworden. 300 000 sollen es in Hobbiton im vergangenen Jahr gewesen sein. Das legendäre Wirtshaus „Green Dragon“ („Zum Grünen Drachen“) mit seinem Strohdach sei der bestbesuchte Pub auf der südlichen Halbkugel, erzählt Guide Nathan, der uns durch das Gelände führt.

Gasthaus „Zum Grünen Drachen

Blick von Beutelsend auf die Festwiese und den großen Baum. Im Hintergrund das Gasthaus „Zum Grünen Drachen“.

Als wir uns Hobbiton von oben mit dem Bus nähern, mit Blick auf Festwiese mit Baum, See und „Green Dragon“, frage ich mich, was haben Peter Jacksons „Hobbit“- und „Herr der Ringe“-Filme eigentlich mit Neuseeland und seiner Kultur zu tun? So gut wie gar nichts. Es gibt in den Filmen keine Maori, keinen Haka – den Ritualtanz der Maori, um ihren Gegnern Furcht einzuflößen – und keine neuseeländische Seele, die Rugby-verrückt ist und Lammbraten liebt. Dafür gibt es in Peter Jacksons Filmen furchterregende Orks, Zauberer, Elben und kleine Wesen mit viel zu großen behaarten Füßen, die gegen das Böse kämpfen, um dem Guten am Ende zum Sieg verhelfen. Der ewige Menschheitstraum vom Sieg Davids gegen Goliath – in J. R. R. Tolkiens Büchern wurde er nach langen Kämpfen wahr, und in Peter Jacksons Filmen mit Spezialeffekten in perfekter Hollywood-Manier umgesetzt. Viele Touristen kommen inzwischen speziell wegen der „Herr der Ringe“- und der „Hobbit“-Schauplätze nach Neuseeland.

Auenland – Paradies für Fans von Frodo und Co.

Die Hobbit-Fans im Auenland sind begeistert, am Ziel ihrer Träume zu sein. Das grüne Weideland und die sanften Hügel der Alexander-Farm bieten das perfekte Ambiente für Hobbingen. Eine alte Dame mit Gehhilfe, die Nathan bergauf und bergab auf der Film-Set-Tour kaum folgen kann, kennt sich perfekt aus und kann alle seine Fragen beantworten. Das Geheimnis ihres Wissens: Sie musste ihren Enkelkindern immer aus Tolkiens Büchern vorlesen.

Hobbit-Höhlen

Eine der zahlreichen, teils unterschiedlich groß skalierten Hobbit-Höhlen. (Fotos:: Alexander Ehlers)

Der Weg führt vorbei an den Fassaden von 44 gepflegten kleinen Hobbit-Höhlen mit runden Türen in Blau, Gelb und Rosa, an blühenden Vorgärten und Obstbäumen bis nach Beutelsend (Bilbos und Frodos Haus). Über die zweibogige Brücke geht es zum berühmten Festbaum. Die Tour endet am Gasthaus „Zum Grünen Drachen“, wo eigenes Hobbit-Bier und -Cidre gebraut werden. Jeder Besucher erhält ein kostenloses Getränk.

Der Baum über Beutelsend

Sieht echt aus, ist aber künstlich: Der Baum über Beutelsend.

Ein Grill für alle

Nach der Rückkehr in Tauranga bleibt uns bis zum Ablegen der „MS Oosterdam“ noch genügend Zeit für einen Strandbesuch, wo wir eine Überraschung erleben. Wir kommen ins Gespräch mit einer jungen Neuseeländerin und ihrem Sohn, die Bratwürste am Strand grillen – auf einem Elektro-Grill, der dort von der Kommune fest installiert worden ist und den jedermann nutzen kann. Das dient dem Umweltschutz und soll der Brandgefahr in Trockenzeiten vorbeugen helfen.

Ein Grill für alle Besucher

Am Strand fest installiert: Ein Grill für alle Besucher

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Abenteuer in den Marlborough Sounds

 

Nur 4.000 Einwohner zählt die kleine Hafenstadt Picton, aber sie ist das Eingangstor zur Südinsel mit den weit verzweigten Marlborough Sounds. Von hier starten auch die zahlreichen Fähren nach Wellington auf der Nordinsel. Die unzähligen Meeresarme an der zerklüfteten Nordostküste von South Islands sind umgeben von waldbedeckten Hügeln.

 

Nur 4.000 Einwohner zählt die kleine Hafenstadt Picton, aber sie ist das Eingangstor zur Südinsel mit den weit verzweigten Marlborough Sounds. Von hier starten auch die zahlreichen Fähren nach Wellington auf der Nordinsel. Die unzähligen Meeresarme an der zerklüfteten Nordostküste von South Islands sind umgeben von waldbedeckten Hügeln. Am nördlichsten Punkt der Südinsel liegt das Naturschutzgebiet Farewell Spit, wo vor einigen Tagen 200 Grindwale gestrandet sind. Die Ursachen für dieses Massenphänomen bereiten Wissenschaftlern noch immer Kopfzerbrechen.

Die „MS Oosterdam“ liegt im Industriehafen am Kai, wo zehntausende Baumstämme auf ihren Weitertransport warten. Weil Fußgänger hier gefährdet sein könnten, müssen wir mit dem Shuttle-Bus zum kleinen Pier in Picton fahren. Der 4.000-Seelen-Ort am Südende des Queen Charlotte Sounds ist Ausgangspunkt für Fahrten zur Ship Cove, in der Captain James Cook 1770 erstmals vor Anker ging.

Die "MS Oosterdam" liegt im Industriehafen von Picton

Die “MS Oosterdam” liegt im Industriehafen von Picton: Die
Holzindustrie ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Bilder: Ehlers

Mit dem Katamaran unterwegs

Mit dem Katamaran unterwegs

An Bord der „Delphinus“ begeben wir uns auf die Spuren des Seehelden und hoffen, auf dem Weg dorthin Delphine zu sehen. Mit hoher Geschwindigkeit düst der Katamaran durch die wild-romantische Wald- und Wasserlandschaft. Ailie (34) steht auf Deck mit einem Fernglas in der Hand und hält Ausschau nach Vögeln und Delphinen. Seit zwei Jahren arbeitet die 34-Jährige als Tour-Guide für Dolphine Watch Nature Tours. Endlich! Da sind die ersten Tiere. Es sind Hector-Delphine, die kleinsten und seltensten Vertreter ihrer Art, darunter eine Mutter mit einem gut zwei Wochen alten Jungtier. Sie kommen ausschließlich in Neuseelands Gewässern vor. „Ihre Rückenflosse sieht aus wie die Ohren von Mickymaus“, beschreibt Ailie ihr Erscheinungsbild trefflich.

Besuch an der Ship Cove Bay: Ein Stück Weltgeschichte

Besuch an der Ship Cove Bay: Ein Stück Weltgeschichte

Auf den Spuren von Captain Cook

Wir erreichen Ship Cove, davor liegt Motuara Island, ein offenes Vogelreservat, wo Captain Cook erstmals auf die Maori traf. Dort hisste der Brite den Union Jack, um den Anspruch der Krone auf die Südinsel zu proklamieren. Im Laufe der Jahre kehrte Cook mit seinen Männern mehrfach an seinen bevorzugten Rastplatz im Pazifik zurück. In den Hügeln von Ship Cove beginnt auch der Queen Charlotte Track nach Anakiwa, westlich von Picton gelegen (71 km, 3 bis 4 Tage), einer der beliebtesten Wanderwege Neuseelands, der von März bis November auch für Mountainbiker freigegeben ist.

Delphine-Show in den Marlborough Sounds

Delphine-Show in den Marlborough Sounds

Große Show und wilde Sprünge

Auf dem Rückweg tauchen plötzlich wie aus dem Nichts ein Dutzend Bottlenose-Delfine auf, darunter auch eine Mutter mit Baby. Die Tiere begleiten unser Boot mit den wildesten Sprüngen und ziehen eine Show ab, wie man es sich spannender nicht wünschen könnte. „Sie sind sehr neugierig, aber da ist auch ganz viel Paarungsverhalten dabei“, erklärt Ailie die Aktion. Zwischen den Delphinen tummelt sich ein Seehund. „Das ist ein Solphin“, sagt Ailie. „Solphin setzt sich aus Seal und Dolphin zusammen. Der hat ein Identifikationsproblem mit sich selbst und versucht, mit den Delphinen zu schwimmen“, erklärt sie mit einem Augenzwinkern sein Verhalten. Das komme gelegentlich vor.

Ein "Solphine" sucht Gesellschaft

Ein “Solphine” sucht Gesellschaft

Intelligente Robben

Über die Intelligenz der Robben erfahren wir von Ailie auch noch etwas, als wir an einer Fischfarm vorbeikommen. „Lange Zeit wusste niemand wie, aber die Tiere haben es geschafft, Fische aus dem abgedichteten Bassins zu holen“, erzählt sie. „Sie warteten sogar immer, bis die Arbeiter zur Mittagspause gegangen sind, und dann holten sie sich ihre Beute“, lacht die 34-Jährige. „Später stellte sich dann heraus, dass sie es geschafft hatten, die Öffnungsmechanismen für die Gatter zu bedienen.“

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Hollywood-Flair trifft auf Maori-Kultur

 

Die MS Oosterdam hält in Wellington, der Stadt mit den vielen Gesichtern: Für die einen, ist es die coolste kleine Hauptstadt der Welt, mit einer lebhaften Kneipen-, Kunst- und Kulturszene. Für die anderen ist es ein „heiliger Ort“, denn Regisseur Sir Peter Jackson hat in der Stadt die ersten Szenen zu „Herr der Ringe“ gedreht.

 

Die MS Oosterdam hält in Wellington, der Stadt mit den vielen Gesichtern: Für die einen, ist es die coolste kleine Hauptstadt der Welt, mit einer lebhaften Kneipen-, Kunst- und Kulturszene. Für die anderen ist es ein „heiliger Ort“, denn Regisseur Sir Peter Jackson hat in der Stadt die ersten Szenen zu „Herr der Ringe“ gedreht und mit den „Weta Cave Studios“ Hollywood-Flair nach Neuseeland gebracht. Seitdem kommen zigtausende Touristen zur Mitte von Mittelerde, um Drehorte, Studios und Mini-Museum zu besichtigen.

Te Papa – Alle unsere Schätze

Alles über Neuseelands Geschichte erfahren Besucher im „Te Papa“-Nationalmuseum. „Te Papa“ bedeutet „Alle unsere Schätze“. Das imposante Gebäude am Hafen ist mehr als ein Museum, es ist eine Mischung aus historischen Schätzen und zeitgenössischer Kunst. Sein Zauber beruht auf der einzigartigen bikulturellen Partnerschaft, die die Maori als tangata whenua (Ureinwohner des Landes) anerkennt und ehrt. Interaktive Ausstellungen auf sechs Ebenen führen durch Neuseelands Flora und Fauna, Wohn- und Lebenskultur der Maori, das Zeitalter der Entdecker und ein „Erdbeben-Haus“.

Mike the Guide

Mike the Guide zeigt eine berühmte Szene aus „Herr der Ringe“, die in Wellington gedreht wurde. (Fotos: Ehlers)

Mit der MS Osterdam auf den Spuren von „Herr der Ringe“

In Wellington treffen wir „Mike the Guide“. Der 37-Jährige ist bekennender „Herr der Ringe“-Fan und ein wandelndes Lexikon auf diesem Gebiet. Noch heute ist er stolz darauf, im ersten Film einen Ork, genauer gesagt einen Uruk-hai, gespielt zu haben. „Sechs Drehtage und dann war ich zwölf Sekunden im Film zu sehen“, erzählt er lachend, als er uns in seinem silbernen 500er Mercedes durch die Straßen der Reichen und Schönen zum Mount Victoria (197 Meter), dem Panoramablick von Wellington, chauffiert.

„Hier stehen Villen, die eine Million Dollar kosten, und davor Autos für tausend Dollar, weil die Straßen so eng sind, dass ein Crash nur eine Frage der Zeit ist“, frotzelt Mike. Wellington, das eingebettet zwischen zwei Weinbauregionen liegt, ist nicht nur Film- und Hauptstadt, sondern auch die Stadt der Cable Cars. Es gibt nicht nur die große rote Bahn, die Besucher zum Botanischen Garten, Lady Norwoods Rose Garden und zum Carter Observatorium hinauf bringt, sondern über 400 kleine private. Weil die Häuser wie Adlernester in den Berg gebaut sind, kann man sie oft nur so erreichen.

Gollum und Co. lassen grüßen

Im Weta Cave-Shop: Gollum und Co. lassen grüßen.

Blick hinter die Kulissen

Auf dem Rückweg besuchen wir den Ort, an dem die ersten Szenen zu „Herr der Ringe“ gedreht wurden. Während der Fahrt zum ehemaligen „Chocolate Fish Cafe´“ (heute „Scorch-o-Rama“), dem Treffpunkt von Stars und Filmcrew in den Drehpausen, kommen wir auch an Peter Jacksons Haus am Scorching Bay vorbei. Ein Besuch im Multimedia-Mini-Museum „Weta Cave“ mit Souvenir-Shop erlaubt uns einen Blick hinter die Kulissen von „Weta Workshop“.

Er raubt uns die Film-Illusionen: Rüstungen, Schwerter, Kettenhemden und Super-Waffen – alles nur aus Plastik. „Unter einer 60-Kilo-Ritterrüstung aus Metall würde jeder Darsteller schnell zusammenbrechen“, erklärt unser Guide.

Neuseeländer feiern den Waitangi Day

Neuseeländer feiern den Waitangi Day.

Feiern am Waitangi-Day

Zurück in der City lenken laute Musik und schrill geschminkte Menschen in bunten Kostümen unsere Schritte in den Waitangi Park. Der 6. Februar ist „Waitangi Day“, ein Gedenk- und nationaler Feiertag. Am 6. Februar 1840 setzten in Waitangi auf der Bay of Islands 43 Maori-Häuptlinge ihre Unterschrift oder ihr „moko“ – das der Gesichtstätowierung nachempfundene Häuptlingssiegel – unter einen vom späteren britischen Gouverneur William Hobsen vorgelegten Vertrag, den „Treaty of Waitangi“. Fünf Monate später wurde Neuseeland Kronkolonie. Doch der englische und der maori-Vertrag hatten nicht denselben Inhalt. Die Briten hatten die Maori gelinkt. Erst ab 1975 arbeitete das Waitangi-Tribunal das gegen die Maori begangene koloniale Unrecht der Vergangenheit auf.

[tabs][tab title=Anreise]Flugverbindungen nach Sydney und Neuseeland gibt es von Deutschland aus über zahlreiche internationale Drehkreuze u.a. mit Air New Zealand, Singapore Airlines oder Emirates. Mehr Infos über Neuseeland unter: www.newzealand.com[/tab] [tab title=Schiff und Reederei]Die MS Oosterdam ist ein klassisch-elegantes Kreuzfahrtschiff. Passagierkapazität: 1.916; Besatzung: 817. Sie verfügt über elf Passagierdecks. Bordsprache ist Englisch, aber es gibt Mitarbeiter an der Rezeption, die Deutsch sprechen und eine Speisekarte auf Deutsch. Holland America Line ist eine der großen Kreuzfahrtgesellschaften mit europäischen Wurzeln, deren Geschichte bis ins vorletzte Jahrhundert zurück reicht. Zur Flotte gehören 15 Premiumschiffe mittlerer Größe, die unter niederländischer Flagge fahren. Bei den Readers Choice Awards 2012 des renommierten „Porthole Cruise Magazins“ wurde Holland America Line in acht Kategorien ausgezeichnet, darunter „Beste Alaska-Routen“, „Beste Landausflüge“ und „Beste Privatinsel für Half Moon Cay“. Weitere Infos unter: www.hollandamerica.com[/tab] [tab title=Hilfreiche Tipps]Reiseführer „Sydney“ mit City-Map von Dumont und „Reise-Handbuch Neuseeland“ von Dumont[/tab][/tabs]
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