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Naher & Mittlerer Osten

Naher & Mittlerer Osten – Traumziele erreichen mit einer Fernreise, mit Reisen nach Abu Dhabi, Dubai oder in alle Welt. Immer noch nicht sicher, wohin der nächste Urlaub gehen soll? Bei uns gibt’s die besten Urlaubstipps und Reportagen über Traumreisen und Kreuzfahrten. Zu den Frühbucher Angeboten



Tel Aviv übt eine ungeheure Strahlkraft aus

 

“Wir sind immer in Angst, dass morgen der nächste Krieg beginnt. Deshalb leben wir im Hier und Jetzt, genießen jeden Tag, als sei es der letzte in Frieden.” Der Taxi-Fahrer, der uns vom Flughafen Ben Gurion zu unserem Hotel fährt, ist 55, 58, vielleicht 60 Jahre alt. Ähnlich fatalistisch hören sich viele Israelis an, mit denen wir in den zehn Tagen Anfang Mai sprechen.

 

Wir sind immer in Angst, dass morgen der nächste Krieg beginnt. Deshalb leben wir im Hier und Jetzt, genießen jeden Tag, als sei es der letzte in Frieden.” Der Taxi-Fahrer, der uns vom Flughafen Ben Gurion zu unserem Hotel fährt, ist 55, 58, vielleicht 60 Jahre alt. Ähnlich fatalistisch hören sich viele Israelis an, mit denen wir in den zehn Tagen Anfang Mai sprechen.

Viele von ihnen, ältere und junge, insbesondere jüdischen Glaubens empfinden ihr Leben im Heiligen Land, das seit 70 Jahren von Unruhen und Bedrohungen, Raketen und Panzern geprägt ist, als Geschenk. Touristen werden mit Freundlichkeit, Interesse und Stolz empfangen. Selbst in diesen Tagen, an denen im Westjordanland wie im Gazastreifen gekämpft und getötet wird, ist Israel eine Reise wert.

Die Ausgangssituation war die wohl schwierigste in der Geschichte eines Staates überhaupt: Am Nachmittag des 14. Mai 1948 ruft der Politiker Ben Gurion im Stadtmuseum von Tel Aviv den Staat Israel aus, nur ein paar Stunden später wird das Land von Ägypten, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien angegriffen.

tel aviv urlaub - juergen hoffmann (2 von 2)

Der Umbau der Strandpromenade in Tel Aviv verschlingt mehr als 150 Millionen Schekel. (Fotos im Text: Jürgen Hoffmann | Titelbild (c) Fotolia – Stanislav Samoylik #164495244)

Israel hat keine natürlichen Ressourcen

Israel befindet sich direkt nach seiner „Geburt“ im Krieg. Das Land, das keine natürlichen Ressourcen besitzt, weder Erdöl noch Erdgas, Eisen, Gold, Kohle, Holz oder Wasser, muss seine finanziellen Mittel statt in den Aufbau seiner Wirtschaft und des Fremdenverkehrs in seine Verteidigung stecken. Erst nach und nach entwickelt sich der Tourismus, dann aber mit großem Erfolg.

Vor allem die junge, erst 1909 gegründete kosmopolitische Metropole Tel Aviv, auf Hebräisch “Hügel des Frühlings”, ist heute eine Touristen-Hochburg. Der Rothschild-Boulevard ist eine repräsentative Prachtmeile, die Sheinkin Street die interessanteste Adresse für Mode, Schmuck und Lederwaren und die Promenade am kilometerlangen Pulversand-Strand, die seit zwei Jahren aufwendig umgebaut wird, der Laufsteg der hippen, jungen Bewohner der Stadt, von denen gefühlt jeder zweite mit einem E-Bike unterwegs ist. Die Gastronomie- und Club-Szene ist bunt und laut. Juden, Araber und Palästinenser leben in der Metropole meist friedlich und fröhlich zusammen. Aber: Tel Aviv ist nicht Israel, sondern ein Land für sich. Hier herrscht Lebenslust, unpolitischer Hedonismus. Die Bewohner gehen eher an den Strand als in die Synagoge.



Tel Aviv ist attraktiv wie New York oder London

Kamen vor zehn Jahren noch sechs von zehn Touristen mit organisierten Gruppenreisen nach Tel Aviv, sind es heute nur noch 15 oder 20 Prozent. Für Individualreisende ist die Stadt am Mittelmeer so attraktiv wie New York oder London. Es gibt sehr gute Hotels – teuer! – und unzählige private Airbnb-Apartments, trendige Bars und Cafés an jeder Ecke. Ein Muss ist ein Besuch der Altstadt. In Old-Jaffa stand die Wiege Tel Avivs. Von hier zogen vor 110 Jahren die ersten Einwohner in die vor den Mauern der Siedlung liegenden Dünen.

Ein Bummel über den berühmten Flohmarkt, durch die Galerien und Boutiquen in Old-Jaffa macht Spaß und inspiriert. Und in einem Restaurant wie dem „The Old Man & The Sea“ im Hafen zu speisen kommt einer Orgie für den Gaumen gleich. 15 bis 20 kleine Schüsseln mit Hummus und Falafel, Medjool-Datteln und Schakschuka, ein Gericht aus Eiern mit frischen Tomaten und Gewürzen, werden schon vor der Bestellung des Gastes auf den Tisch gestellt. Dann erst fragt der Kellner, ob man dazu Fisch oder Fleisch essen möchte. Es sind die frischen Zutaten und die Art der Zubereitung, die Israels Küche und die der ganzen Region einzigartig machen.

Die nettesten Leute lernen wir im “Weißen Viertel” kennen

Die nettesten Leute lernen wir im „Port Sa´id“ in der Har Sinai Street 5 im „Weißen Viertel“ Tel Avivs kennen. Das Restaurant landet bei Befragungen regelmäßig unter den fünf oder zehn besten Esslokalen der Stadt. In diesem Quartier stehen rund 4.000 Häuser, die vorwiegend in den 1930er Jahren im Internationalen Stil (viele Bauhaus-Elemente) errichtet worden sind. Ein Großteil der Architekten waren deutschstämmige Juden, die nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten Deutschland Richtung Israel verließen. Die Bezeichnung „Weißes Viertel“ rührt aus den weiß getünchten Fassaden, die sich deutlich von den vorhandenen Baustilen der damaligen Zeit unterschieden. 2003 wurde der Stadtteil zum Unesco-Welterbe ernannt.

Während unserer Reise blieb es ruhig in Tel Aviv

Während unserer Reise blieb es ruhig in Tel Aviv. Von den aktuellen Unruhen, ausgelöst durch die Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem, die viele Araber als Provokation empfinden, und den 70. Jahrestag des „Nakba“ – der 15. Mai 1948 gilt als Beginn der Flucht und Vertreibung von rund 700.000 arabischen Palästinensern aus dem früheren britischen Mandatsgebiet – war in der Metropole am Meer nichts zu spüren. Doch das leichte, schöne Leben hier kann sich schnell verändern. 2014 flogen Raketen aus dem Gazastreifen auf die Stadt. Wenn Alarm ertönt, bleiben den Menschen, Bewohnern wie Touristen, 60 Sekunden, um sich in Sicherheit zu bringen. Im Sommer 2016 erschossen zwei Palästinenser im Viertel Sarona vier Israelis.



Die Menschen in Tel Aviv feiern das Leben

Fazit: Tel Aviv übt eine ungeheure Strahlkraft aus. Die Menschen – wie unser Taxi-Fahrer- feiern das Leben, obwohl sie das Chaos umgibt. Acht oder zehn Tage auf dem „Hügel des Frühlings“ wirken inspirierend und entspannend. Um sich ein Bild vom gesamten Land machen zu können, muss man aber mindestens auch die Altstadt von Jerusalem und die Hafenstadt Haifa besuchen, auf den Tafelberg von Masada klettern, auf dem sich die Festung von König befindet, und sich einmal im Toten Meer (Salzgehalt: bis zu 33 Prozent. Mittelmeer: 3,8 Prozent) treiben lassen. Mindestens.

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Glitzerwelt Katar: Ideal für den Stopover

 

„Unsere Türme sind die schönsten am Arabischen Golf“, erklärt Tourguide Saif selbstbewusst und weist auf die schimmernde Skyline jenseits der Bucht von Doha. Da blinkert der Tornado-Tower wie mit einem Netz blauer Lichter überzogen. Daneben glänzt golden der Burj Qatar, der wegen seiner Form hinter vorgehaltener Hand „Kondom-Tower“ genannt wird.

 

„Unsere Türme sind die schönsten am Arabischen Golf“, erklärt Tourguide Saif selbstbewusst und weist auf die schimmernde Skyline jenseits der Bucht von Doha. Da blinkert der Tornado-Tower wie mit einem Netz blauer Lichter überzogen. Daneben glänzt golden der Burj Qatar, der wegen seiner Form hinter vorgehaltener Hand „Kondom-Tower“ genannt wird.

Doch nicht die Türme allein machen Katar zu einem lohnenswerten Kurztrip-Ziel. Das Emirat am Golf zeigt eine außergewöhnliche Kunstszene, lädt zum Paddeln in den Mangrovenwäldern und bietet den stimmungsvollsten Souk der Region. Ob für ein paar Stunden, einen Tag oder einen Wochenendtrip: Das Emirat mit den reichen Erdöl- und Erdgasvorkommen lockt mit Highlights und Geheimtipps.

Skyline an der West Bay

Ein Maler hätte die Skyline von Doha nicht besser in Szene setzen können. Wer sich mit der hölzernen Dhau über die Bucht von Doha nähert, genießt den besten Blick auf diese perfekte Komposition aus glitzernden Türmen. Sofort ins Auge fällt der Burj Qatar – mit 242 Metern nicht der höchste, aber der eindrucksvollste Wolkenkratzer. Die Außenhaut zeigt ein filigranes Muster und leuchtet in der Dunkelheit golden.  Nur der Beiname des Bauwerk von Jean Nouvel ist den Katari ein wenig peinlich: Kondom-Tower. Etwas außerhalb lockt „The Torch“, der Fackel-Turm. Das mit 300 Metern höchste Gebäude in Katar wurde als Wahrzeichen des Asian Games von 2006 gebaut und beherbergt heute ein 5-Sterne-Hotel und das Restaurant „Three Sixty“, ein Drehrestaurant, das einen einzigartigen Blick über Doha bietet.

Souk im alten Stil

Souks gibt es im arabischen Raum überall, doch nur wenige geben sich so stilvoll wie der Souq Waqif in der Altstadt von Doha. Schon seit Jahrhunderten feilschten Händler an dieser Stelle um Gold, Kamele und Gewürze. Der heutige Souk zeigt traditionelle Lehmhäuser und ist doch neu. Er wurde nach einem Großbrand 2003 wieder aufgebaut. Neben dem Gold-Souk und dem Falken-Souk finden sich viele kleine Shops für traditionelle Stoffe, gehämmerte Lampen, Parfüm und das beliebte „Oud“, ein Duftöl aus dem Harz des Adlerholzbaums. Zentraler Treffpunkt des Souks ist die alte Polizeistation, in der die Ordnungshüter auch heute noch Uniformen aus den 1940er-Jahren tragen. Besondere Tipps: das persische Restaurant Kebab Al Tayeb und das Asheerej, ein traditionelles Lokal mit arabischer Küche.

Museum mit Gesichtsschleier

Ein architektonischer Geniestreich ist das „MIA – Museum of Islamic Art“. Das sandfarbene Gebäude des Starchitekten I.M. Pei erinnert an eine arabisch gekleidete Frau mit Gesichtsschleier. Die eigentliche Schönheit des Bauwerks zeigt sich im Inneren. Eine weitläufige, spiralförmige Treppe führt bis unters Dach und erlaubt Blicke ins lichtdurchflutete Atrium. Wer dort im Café sitzt, genießt eine wunderbare Aussicht auf die Wolkenkratzer-Skyline Dohas. Die Ausstellung lässt Kunstfreunde frohlocken, denn das MIA zeigt eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen islamischer Kunst. Keramiken, Textilien, Waffen und Dokumente werden in großzügig gestalteten und raffiniert ausgeleuchteten Ausstellungsräumen wie kostbare Schätze präsentiert. Nicht verpassen: den tollen Blick auf Doha von der Außenterrasse des MIA.

Stopover in Katar - Jutta Lemcke (11 von 18)

Paddeltrip durch die Mangroven

Wer dem städtischen Leben Katars entfliehen möchte, kann bei einem Paddeltrip der Natur ganz nahe kommen. Ausgerüstet mit Schwimmwesten geht es in stabilen Kajaks erst über die türkisschimmernde Lagune und dann in die Mangrovenwälder von Al Thakira nördlich der Stadt Al Khor. Die üppig grüne Vegetation bietet dem Auge einen erholsamen Gegensatz zu der faszinierenden, aber kargen Wüstenlandschaft des Emirats. Die knorrigen Mangroven, deren Holz seit jeher als Deckenbalken in den Lehmhäusern genutzt wird, bieten Flamingos, Reihern und einer Vielzahl kleiner, laut zwitschernder Vögel einen Lebensraum. Paddelkenntnisse sind übrigens nicht nötig: Die Lagune ist flach wie eine Badewanne, so dass Aussteigen während der Fahrt durchaus erlaubt ist.

Tradition trifft Technik

Die verschachtelten Lehmgebäude der Msheireb-Museen laden in vergangene Zeiten ein – und bieten dennoch den Luxus modernster Technik. Die Klimaanlage summt leise, es stehen eisgekühlte Getränke bereit und die Beamer projizieren 3-D-Animationen auf die Leinwände. Verschleierte Frauen huschen als Schattenrisse über die Wände und Gipsfiguren zeigen die Mühsal früherer Arbeiter. Vier historische Gebäude werden genutzt, um Erbe und Kultur Katars zu präsentieren. Besonders spannend ist das Company House, das die Entwicklung des Emirats vom Wüstenland zum superreichen Ölstaat anschaulich dokumentiert. Verantwortlich für den Museen-Komplex ist übrigens eine Frau: Her Highness Sheikha Moza Bint Nasser, Mutter des derzeitigen Emirs von Katar und für ihren großen Einfluss auf Politik und Wirtschaft des Landes bekannt.

Pool für Pferde

Wer denkt, die Katari fahren entweder Ferrari oder reiten auf Kamelen, liegt falsch. Im Emirat am Golf spielen Pferde eine bedeutende Rolle. Den edlen Vierbeiner hat das Land eine luxuriöse Heimstatt gebaut: das Al Shaqab. Das Gestüt beherbergt rund 1000 Araberpferde – gut 100 gehören dem Emir persönlich. In Al Shaqab wird gezüchtet, medizinisch versorgt und für Pferderennen trainiert. Bei allem genießen die teuren Tiere 5-Sterne-Luxus. Gipfel des Komforts: ein Schwimmbad für die vierbeinigen Araber.

Weitere Informationen

Anreise: Qatar Airways bietet Flüge nach Doha und ist die richtige Wahl für einen Stopover in Katar (www.qatarairways.com).

Unterkunft: Eine stilvolle Unterkunft bieten die Souq Waqif Boutique Hotels. Die neun Häuser sind zum Teil in alten Souk-Gebäuden untergebracht. Sie bieten Luxus und traditionelles Ambiente mitten im Souk (www.swbh.com). Wer an der West Bay und damit direkt im Wolkenkratzer-Viertel wohnen möchte, kann das Intercontinental Doha – The City wählen. Intercontinental bietet auch, wie viele der anderen Hotelketten, ein Strandhotel mit großem Pool (www.intercontinental.com).

Vor Ort: Ein engagiertes Unternehmen für Aktivitäten vor Ort ist Middle East Adventures (E-Mail: [email protected])

Auskünfte: Ausführliche Informationen zu Geschichte, Sehenswürdigkeiten und aktuellen kulturellen Events finden sich auf der offiziellen Website von Qatar Tourism (www.qatar-tourism.com).

Hinweis: Die Reise fand auf Einladung statt.

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Eine Metropole zwischen Wüstensand und Meer

 

 Zwischen dem Arabischen Golf und der Wüste „Rub Al Khali“ hat man vor vierzig Jahren vereinzelt Nomadenstämme gefunden. Die Einwohner lebten in einfachen Bauten, die weder Kanalisation noch Elektrik besaßen….

 

Zwischen dem Arabischen Golf und der Wüste „Rub Al Khali“ hat man vor vierzig Jahren vereinzelt Nomadenstämme gefunden. Die Einwohner lebten in einfachen Bauten, die weder Kanalisation noch Elektrik besaßen. Geld wurde bis in die 60er Jahre mit Fischfang, Perlentauchen oder Dattelanbau verdient. Nur vier Jahrzehnte später hat sich das Leben in Abu Dhabi dramatisch verändert: Die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) definiert in vielen Bereichen „Luxus“ neu. Geld gibt’s wie Sand am Meer.

Das ist Abu Dhabi

Abu Dhabi ist eine der reichsten Städte der Welt. Und wo Geld ist, da wird nicht gespart. Waren es zur Zeit des „Wilden Westens“ die Goldgräberstädte, die schneller als normal wuchsen, so war es im Fall von Abu Dhabi nicht Gold sondern Erdöl, also flüssiges Gold. Die Stadt wurde zu Beginn der 70er-Jahre nach einem schachbrettartigem Masterplan für 600.000 Einwohner ausgebaut. Eine unvorstellbare hohe Zahl an Einwohnern damals, doch nur 20 Jahre später war die Stadt schon zu klein.

Da Geld in vielen Punkten keine Rolle spielt, wurden künstliche Inseln geschaffen, auf denen Häuser gebaut werden konnten. Scheich Zayed Bin Sultan al-Nahyan ließ 100 Millionen Bäume und 47 Millionen Palmen pflanzen. Eine Stadt auf Sand ist nicht wirklich komfortabel und modern. Und so könnte das wertvollste Gut in der Stadt bald Wasser heißen. Immerhin verbraucht ein Einwohner im Durchschnitt 550 Liter Wasser pro Tag. In Deutschland sind es 125 Liter. Aber auch hier hilft die Technik: Über 150 Entsalzungsanlagen sorgen für Trinkwasser in dem Emirat. Bis 2030 will Abu Dhabi bis auf drei Millionen Einwohner wachsen. Phantasie und Reichtum kennt dabei keine Grenzen.

Und so baut man in Abu Dhabi immer luxuriöser, immer höher, immer schöner. Dabei wirkt das höchste Gebäude der Stadt, der „Burj Mohammed Bin Rashid Tower“, mit 381 Metern eher mickrig im Gegensatz zum „Burj Khalifa“ in der Nachbarstadt Dubai mit seinen 839 Metern Höhe und ist damit auch nur auf Platz 26 der größten Gebäude der Welt gelistet. Dennoch trägt der Wolkenkratzer in Dubai den Namen von Scheich Chalifa bin Zayid Al Nahyan aus Abu Dhabi, der mit einer kräftigen Finanzspritze dafür gesorgt hat, dass der „Burj Khalifa“ überhaupt fertig gestellt werden konnte.

Abu Dhabi’s kulturelles Highlight: Scheich-Zayid-Moschee

Überhaupt nicht hoch, dafür sehr beeindruckend ist die Scheich-Zayid-Moschee, in der über 40.000 Gläubige Platz haben. Sie gehört zu den größten Moscheen der Welt. 80 Kuppeln, fast 1.000 Säulen, riesige Kronleuchter aus 24 Karat Gold, der Größte wiegt 12 Tonnen, und der größte handgeknüpfte Teppich der Welt sind für Besucher aller Religionen in der Moschee zu sehen. Das rund 545 Millionen US$ teure Bauwerk wurde von Emir Zayid bin Sultan Al Nahyan geplant, der die Eröffnung im Ramadan 2007 nicht mehr miterlebt hat. Seine Beerdigung war die erste abgehaltene Zeremonie der Moschee, die sich 2004 noch im Bau befand. An seinem Grab werden seitdem rund um die Uhr Verse aus dem Koran gelesen.

Scheich Zayid war laut Forbes Magazin einer der reichsten Männer der Welt, der etwa 20 Milliarden Dollar besaß. Sein Reichtum ist vor allem durch die Ölmassen der VAE entstanden. Er war der Emir von Abu Dhabi und bis zu seinem Tod der erste Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Zayid gilt als Vater der Unabhängigkeit im Jahr 1971 und als Gründer der VAE. Scheich Zayid war tief entschlossen, die Emirate zu einer Föderation zu verbinden. Scheich Zayid galt als liberaler Herrscher und erlaubte den Untertanen viele Dinge, die den anderen arabischen Staaten oftmals ein Dorn im Auge war. Wie wichtig Zayid für die VAE war, zeigt, mit welchen Maßnahmen das Land nach seinem Tod getrauert hat: Es wurde eine dreitägige Staatstrauer für die Bürger angeordnet, staatliche Stellen ruhten acht Tage. Die Flaggen im Land wurden 40 Tage auf Halbmast geflaggt und die Radiosender spielten 20 Tage leichte klassische Musik und Koranverse.

Etihad Towers sind besonderes Wahrzeichen von Abu Dhabi

Fast so beeindruckend, nur viel luxuriöser und neuer sind die Etihad Towers, die zu den besonderen Wahrzeichen Abu Dhabis gehören. Dieser Bau besteht aus fünf Türmen und umfasst drei Wohntürme sowie den 280m hohen Turm, in dem das 5-Sterne-Hotel Jumeirah at Etihad Towers untergebracht ist. Ein Hotel der absoluten Spitzenklasse mit allem, was man sich als Hotelgast vorstellen kann. Direktor des Luxushotels ist Stefan Fuchs aus Deutschland, der in dem Hotel schon das Who-ist-Who der Promiszene begrüßen konnte. Kein Wunder, denn dort ist auch die Avenue at Etihad Towers zu finden, die teuerste und exklusivste Einkaufsstraße der Welt. Wer genug Geld hat, der kann dort in luxuriösen Privaträumen einkaufen.

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Etihad Towers sind besonderes Wahrzeichen von Abu Dhabi (Alle Fotos: Jörg Pasemann)

Segeln mit einer „Volvo 60 Ocean Race Yacht“

Wer es lieber luftiger und sportlicher mag, der kann mit einer „Volvo 60 Ocean Race Yacht“ in den Sonnenuntergang segeln, natürlich mit dem obligatorischem Glas Champagner an Bord. Das Schiff liegt am Steg des Hotels und wird von einem Weltklasseteam gesegelt. Skipper ist Philippe Falle, ein preisgekrönter Regattensegler, der auch ungeübte Gäste das Millionen-Schiff steuern lässt. Vom Wasser aus kann man die beeindruckende Skyline von Abu Dhabi sehen.

Mitten in der Wüste: Arabian Nights Village

Wer es etwas wärmer und trockener mag, der kann mit dem Auto in die größte Sandwüste der Welt fahren: „Rub Al Khali“. Nur rund eine Autostunde von Abu Dhabi entfernt, verschwinden nach und nach Bäume und Grünpflanzen. Roter Sand prägt das Landschaftsbild der Wüste, in der bis zu 300 Meter hohe Dünen und jede Menge Kamele zu finden sind. Wer etwas tiefer in die Wüste fährt, der vermutet zunächst eine Fata Morgana. Es handelt sich jedoch um das Resort „Arabian Nights Village“, das sich jede Menge Programm für die Gäste hat einfallen lassen. So gibt es die traditionellen Aktivitäten wie das Reiten auf einem Kamel oder Hennabemalung für die Frauen.

Aber auch Jeep- oder Quadtouren durch die Wüste sowie Sandsurfen stehen auf dem Programm. Wenn es dunkel wird, können die Besucher bei traditionellem Essen den klaren Sternenhimmel genießen und der Bauchtänzerin zusehen, die zu arabischer Musik zeigt, dass auch alleine tanzen gut aussehen kann. Wer mag, der kann die Nacht in der Wüste verbringen. Das Resort verfügt über kleine, landestypische Bungalows, die das Wüstenerlebnis vollenden.

Spaß und Motorsport auf Yas-Island

Yas ist eine der größeren natürlichen Inseln von Abu Dhabi, die mit einem Budget von rund 40 Milliarden Dollar grundlegend verändert und um knapp 25 Quadratkilometer vergrößert wurde. Auf der Insel Yas sind Wohnkomplexe mit Villen, Einzelhäusern und Apartmenthäusern sowie rund 20 Hotels entstanden. Ein Freizeitkomplex mit drei Themenparks (unter anderem die Ferarri-World) sowie Sport- und Hafenanlagen. Besonders bekannt ist die Motorsportrennstrecke (Yas Marina Circuit) auf der der Große Preis von Abu Dhabi in der Formel 1 gefahren wird. Thematisch dazu passt die Ferrari-World auf Yas. Auf 25 Hektar Gesamtfläche (8 Hektar davon sind überdacht (Weltrekord)) können die Besucher 20 Attraktionen ausprobieren, die sich ums schnelle Autofahren drehen. Yas ist quasi das Spieleparadies für große Kinder.

Ein Stück Geschichte in Abu Dhabi: Pearl Journeys

Wer auf der Suche nach historischen Punkten in Abu Dhabi ist, der wird in den meisten Fällen enttäuscht sein. Die Stadt ist – ähnlich wie Dubai – noch jung und viel zu schnell gewachsen. Da bis zum Öl Perlen das wichtigste Gut in dem Land waren, können Besucher sogenannte Pearl Journeys machen, auf denen die Lebens- und Arbeitsweise der Perlentaucher erklärt werden. Die Tour startet in einem traditionellen Dhow, einem Holzboot mit Teppich und Kissen, auf denen man während der Fahrt sitzt und – versorgt mit arabischen Kaffee und Datteln – den Erzählungen der Bootsführer folgt. So erfährt man, dass die Perlentaucher bis zu 100 mal pro Tag ohne Sauerstoff bis zu 30 Meter tief tauchen mussten, um die Austern zu finden. Diese enorme körperliche Belastung durch Druckausgleich, Salzwasser und Stress führten oft zu Lungenproblemen und frühen Toden. Perlentaucher wurden in der Regel nicht alt. Die heutigen Perlen werden überwiegend aus der Zucht geerntet. Auf der Tour mit dem Dhow können Gäste das Knacken der Austern selbst probieren. Wer Glück hat, der kann die Perle behalten.

Weitere Reiseinformationen zu Abu Dhabi

Anreise nach Abu Dhabi

Airberlin – Seit Januar 2012 fliegt airberlin von Deutschland aus nach Abu Dhabi. Inzwischen startet 21 Mal pro Woche ein Airbus A330-200 von Berlin und Düsseldorf aus in die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Wer aus anderen Teilen des Landes nach Abu Dhabi reisen möchte, kann ab Dresden, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, Karlsruhe/Baden-Baden, München, Nürnberg, Saarbrücken, Stuttgart und sogar ab Sylt einen Zubringer buchen. Der Langstrecken-Airbus ist mit 290 Sitzen ausgestattet. Davon 19 in der Business Class und 271 in der Economy Class. Mehr Beinfreiheit bekommt man bei airberlin in der Economy Class, wenn man einen der 46 XL Seats bucht. Für 79€ pro Flug gibt es 20 Prozent mehr Beinfreiheit, die während der relativ kurzen Flugzeit von knapp sechs Stunden nach Abu Dhabi für mehr Komfort sorgen. Zu den Last-Minute-Angeboten von airberlin nach Abu Dhabi.

Unser Fazit der airberlin-Businessclass: Die Business Class verfügt über 19 Sitzplätze, die in einer 1-2-1 Konfiguration angeordnet sind. So kann jeder Gast seinen Sitzplatz vom Gang aus direkt erreichen. Die FullFlat Sitze lassen sich zu einem Bett von 182cm Länge ausfahren. Das funktioniert auf Knopfdruck – genau wie die Massagefunktion. Jeder Sitz ist mit einem 15“-LED-Monitor mit Touchscreen, Fernbedienung und geräuschreduzierenden Kopfhörern ausgestattet. Last but not least serviert die Crew auf dem Flug ein exklusives Drei-Gänge-Menü, kleine Snacks, ausgewählte Weine, Champagner und den eigens für airberlin kreierten Mampe Cocktail.


Beste Reisezeit nach Abu Dhabi

In Abu Dhabi und den VAE herrscht subtropisch-trockenes Klima mit milden Wintern und heißen Sommern, Regen kennen die Bewohner der VAE so gut wie nicht. Lediglich in den kältesten Monaten des Jahres (Januar – März) kann es vereinzelt regnen. Die Durchschnittstemperatur im Januar beträgt immer noch 24 Grad. Die beste Reisezeit für Abu Dhabi ist daher von November bis März, da es in der Zeit nicht ganz so heiß wird. Die höchsten Temperaturen (35 – 40 Grad im Schatten) herrschen von März bis Oktober.


Übernachten in Abu Dhabi

Jumeirah at Etihad Towers – Das Hotel ist wahrlich ein Luxushotel der Extraklasse in Abu Dhabi. 382 Zimmer und Suiten beeindrucken durch Ausstattung und Lage. Der Blick aus dem Zimmer auf Abu Dhabi und den persischen Golf ist atemberaubend, der Preis für die Übernachtung auch. Dennoch, wer ein Luxushotel sucht, in dem alle Wünsche möglich sind, der ist hier genau richtig. Nicht ohne Grund steht ein Formel 1-Bolide vor dem Hoteleingang und auch die Fahrzeuge der Gäste sind mehr als luxoriös. Doch nicht nur das Wohnen im Hotel ist Luxus pur. Auch die Restaurants gehören zu den besten des Landes. Neuester Coup von Hoteldirektor Stefan Fuchs: Das gläserne Restaurant „Pearls“, das bis in Meer hineinreicht. Seit Oktober 2015 leitet der britischen Sternekoch Michael Caines das „Pearls“. Ein Besuch lohnt sich. Zu den Angeboten von Jumeirah at Etihad Towers.


Bezahlen in Abu Dhabi

Die Währung in Abu Dhabi ist Dirham. Wer eine Kreditkarte besitzt, kann Bargeld direkt am Geldautomaten abheben. Geldautomaten befinden sich in Abu Dhabi auf allen größeren Straßen und in den meisten Einkaufszentren. In den Restaurants und Geschäften werden Kreditkarten der Marken Visa und Mastercard akzeptiert. Benötigen Sie eine Kreditkarte, mit der Sie auch in Abu Dhabi kostenlos Geld beziehen können, finden Sie auf unserer Seite Geld im Urlaub eine Übersicht über kostenlose Kreditkarten.


Reiseführer für Abu Dhabi

Unser Tipp für einen Reiseführer von Abu Dhabi ist der Reiseführer von Lonely Planet Reiseführer Dubai & Abu Dhabi, der wertvolle Informationen über interessante Reiseziele in Abu Dhabi, Infos zur Einreise und zur Botschaft gibt. Außerdem sind hier auch Infos und Tipps über Dubai zu finden.


Alle Bilder über die Reise nach Abu Dhabi auf Instagram

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Hinweis: Die Reise fand auf Einladung von airberlin und Jumeirah at Etihad Towers statt.

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Heiliges Land auf schmalen Reifen

 

 Israel? Das ist ein Reiseziel für Studienreisen, für Pilger, die auf alte Steine stehen, auf Kultur und Wüste – und vielleicht noch auf ein bisschen Baden im Toten Meer. Aber…

 

Israel? Das ist ein Reiseziel für Studienreisen, für Pilger, die auf alte Steine stehen, auf Kultur und Wüste – und vielleicht noch auf ein bisschen Baden im Toten Meer. Aber zum Radfahren? Dafür fliegen die Deutschen lieber nach Mallorca – oder im Winter inzwischen bis nach Südafrika. Dabei fanden in Haifa im Jahr 2010 sogar schon die Europameisterschaften der Mountainbiker statt. Unser Autor hat sich für seine Entdeckungstour durch das Heilige Land aber das Rennrad ausgesucht und ist ganz vom Norden bis hinunter ans Rote Meer gerollt.

Ein warmer Wind zerrt heftig am Trikot. Jetzt einfach rollen lassen und geniessen. Während in Europa Schmuddelwetter herrscht, schicken wir den Sommer in die Verlängerung und jagen «kurz-kurz», mit kurzer Hose und kurzem Trikot, auf unseren Rennrädern eine breite Straße hinunter, die gar nicht enden will. Was für eine Abfahrt – so viele Meter ging es doch vorher nicht bergauf. Aber in Israel ist alles etwas anders. Der See Genezareth, in dessen Süden unser Etappenziel wartet, liegt gut 200 Meter unter Meeresniveau.

In vier Etappen bis ans Rote Meer

«Trans-Israel-Challenge» – in vier Etappen von der Nordgrenze des Landes bis ans Rote Meer – so das ehrgeizige Projekt, das uns vorbei an biblischen Stätten und einmaligen Naturdenkmälern durch ein eindrucksvolles Land führt. Auch wenn dabei für kulturelle Ausflüge oder Entdeckungstouren auf historischen Spuren kaum Zeit bleibt – viel intensiver als auf zwei Rädern kann man ein Land wohl nicht erleben. Das Land im wahrsten Sinne zu erfahren, ist das Ziel von Harel Nahmani, der die Tour organisiert hat. Dass er mit dem Versprechen für ein einmaliges Erlebnis nicht zu hoch gegriffen hat, wird schon am ersten Tag klar.

Als wir nach wenigen Kilometer von der Hauptstraße ins israelisch-libanesische Grenzgebirge abbiegen, bleibt der Autoverkehr schnell zurück. Unsere Route führt durch die Pinienwälder des Admit-Parks und am monumentalen Naturwunder des «Arch Cave», der mit seinem Felstor ein Paradies für Extremsportler ist. Dafür, dass auch der sportliche Anspruch nicht zu kurz kommt, sorgen die Höhenzüge Galiläas, die immer neue Steigungsprozete in den Weg stellen. «Genießt es, aber teilt Euch die Kräfte gut ein», hatte Harel gesagt, «am besten in dieser Reihenfolge».

Bei der «Trans-Israel» stehen Sport und Naturgenuss im Mittelpunkt

Knapp 40 Sportler aus den USA, Belgien, Großbritannien, Kanada, Irland, Südafrika, der Schweiz und natürlich Israel sind dabei, bei der zweiten Auflage der Tour. Gefahren wird in verschiedenen Gruppen, ganz nach Form und Lust. Und für alle Fälle sind nicht nur ein Mechaniker mit Auto, sondern auch ein Begleitbus dabei. Bei der «Trans-Israel» stehen Sport und Naturgenuss im Mittelpunkt. Um den Rest kümmert sich die fünfköpfige Begleitcrew.

Vielleicht ist Israel noch kein typisches Radfahrerland. Aber Mountainbiker haben die Region nicht erst seit den Europameisterschaften 2010 in Haifa als ihren Geheimtipp endteckt. Welches Potential das Land im Radtourismus sieht, lassen die zahlreichen Verkehrsschilder erkennen, die zu Rücksicht gegenüber Radfahrern mahnen. Nur für uns hat die hier niemand aufgestellt. Und in der Tat, die meisten Autofahrer, die uns hupend passieren, machen dies mit einem freundlichen Winken: «Hopp hopp, weiter so.»

Der See Genezareth, nicht nur Schauplatz biblischer Geschichte, sondern auch ein Naturparadies, der Jordangraben, der mehr als 400 Meter unter dem Meeresspiegel liegende Salzsee des Tote Meeres, das Naturschauspiel der Oase En Gedi nur wenige Kilometer entfernt vom tiefsten Punkt der Erde, die ehemalige jüdische Festung Masada, seit 2001 Weltkulturerbe, oder der Krater Machtesch Ramon in der Wüste Negev – es ist ein «best of» von historischen Stätten und Naturdenkmälern, das sich entlang der «Trans-Israel» aufreiht.

Längste Straße Israels ist 480 Kilometer lang

Am zweiten Tage dauert es nach wenigen Kilometern entlang der Landstraße 90, der mit 480 Kilometer längsten Straße Israels, eine ganze Weile Weile, bis wir auf der steilen Straße durch einen spärlich bewachsenen Hang das Schild mit der Aufschrift «Sea Level» passieren. Auf den Gipfeln der gut 500 Meter hohen Bergkette Gilboa mit Naturschutzgebieten und Nationalparks haben sich Vogelkundler postiert. Im Herbst und im Frühjahr ist Israel eine wichtige Zwischenstation für Zugvögel. Im Norden Israels überwintern jährlich mehr als 30.000 Kraniche.

Das Bad im Toten Meer ist natürlich Pflichttermin – und perfekt für müde Radfahrer-Muskeln. Schließlich brauchen wir Power für den nächsten Tag. Vom Fuss der Festung Masada geht’s mitten hinein in die Wüste Negev. Diese Trockenwüste macht rund 60 Prozent des Staatgesbietes aus. Bis zum Horizont reiht sich braune Hügelkette an braune Hügelkette. Manchmal dauert es eine halbe Stunde, bis wieder ein Auto auftaucht – dafür weiden unweit der Straße ein paar Kamele. Nur vereinzelt weisen Schilder Schotterpisten entlang ins Nirgendwo und darauf hin, dass es irgendwo da draußen noch mehr Leben geben muss. Gleichwohl ist die Wüste Negev auch ein Paradies für Wanderer – vorzugsweise mit einem ortskundigen Guide. Mit einem Minimum an Erfahrung sind aber auch selbstständige Touren möglich, dafür sorgt nicht zuletzt ein signalisiertes Wegnetz.

Nach wenigen Kilometer stürzt sich die Straße in die Tiefe

Die letzte Etappe der «Trans-Israel» beginnt früh. Schon in der Dämmerung sind wir auf dem Rad, stoppen aber bereits nach wenigen Kilometern, als sich die Straße vor uns unvermitteln in die Tiefe stürzt. Der Machtesch Ramon – fast 1000 Meter tief 40 Kilometer im Durchmesser – ist der größte Krater in der Wüste Negev. Es ist noch kühl am Morgen, während am Horizont über Jordanien die Sonne aufgeht. Als wie auf Kommando noch ein paar Nubische Steinböcke auftauchen, ist das Bild perfekt. Aber wir haben mit fast 170 Kilometer die längste Etappe der Woche vor uns – also nichts wie rein in die rasende Abfahrt zum Kratergrund. Beim nächsten Mal bringen wir mehr Zeit mit. Der gesamte Krater ist ein Natur- und Landschaftsschutzgebiet. Der Jahrhunderte dauernde Erosionsprozess hat urzeitliche Vulkankegel, versteinerte Baumstämme und Korallengriffe und Magmakammern freigelegt. Aber selbst von der Straße hinterlässt der Krater bleibenden Eindruck. Einfach gewaltig ist, was die Natur hier geschaffen hat.

Was ein Kontrast zum Finale. Noch eine Abfahrt, dann ist der südlichste Punkt Israels erreicht. Wie aus einem Backofen umspült uns die heiße Luft, die von den Felsen aufsteigt, als uns die Straße von den Eilat Mountains in den gleichnamigen Badeort mit seinen Hotels hinunter spült. Jetzt kühlt nicht einmal mehr der Fahrtwind. Dafür glitzert es plötzlich voraus: Das Rote Meer. Badezeit.

[tabs][tab title=”Anreise”]Der Tel Aviv Ben Gurion International Airport (TLV) ist Israels wichtigster und größter Flughafen und wird ab Deutschland Lufthansa oder die israelische Fluggesellschaft El Al beispielsweise via Frankfurt oder München bedient. Günstige Umsteigeverbindungen ab Düsseldorf bieten auch Turkish Airlines und Pegasus Airlines über die Türkei. Vom Flughafen ist der Ausgangspunkt der Tour bequem mit dem Zug zu erreichen. Ein Visum ist für Israel nicht erforderlich, ein Reisepass – ab Einreise noch mindestens sechs Monate gültig – genügt.[/tab] [tab title=”Information & Buchung”]Die Trans-Israel-Challenge ist eine Rennradtour mit vier Etappen, die von der Nordgrenze des Landes ans Rote Meer führt. Die Reise (fünf Nächte, Vollpension) kostet 1200 Euro (ohne Anreise). Die nächste Trans-Israel-Challenge findet vom 26. bis 29. Oktober statt. Individuelle oder geführte Verlängerungen – auch mit weiteren Rennrad-Etappen – sind ebenso möglich wie komplett individuelle Touren. Information und Buchung: http://www.trans-israel.co.il/en. Verschiedene Veranstalter bieten auch mehrtägige Touren mit dem Treckingrad oder Mountainbike an – zum Teil kombiniert mit Ausflügen und Begleitfahrzeug für besonders anspruchsvolle Abschnitte. Allgemeine Reiseinfos und Tipps zu Israel gibt‘s auch unter http://goisrael.de/ im Netz.[/tab] [tab title=”Service”]Bei der «Trans-Israel» sorgen zwei Begleitfahrzeuge, die in regelmäßigen Abständen mit eisgekühltem Wasser und kleinen Snacks bereit stehen, für die Teilnehmer. Jeweils zur Mittagszeit wird ganz groß aufgefahren und der mitgebrachte Campingtisch hat kaum Platz für zahlreiche einfache aber wunderbare israelische Köstlichkeiten. Immer dabei: Hummus, eine orientalische Spezialität aus pürierten Kichererbsen, Olivenöl und Gewürzen.[/tab][/tabs]
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Einzigartige Erlebnisse in Dubai

 

 Dubai und ich hatten anfangs ein wenig Startschwierigkeiten, dennoch schmälerte das im Nachhinein mein Interesse an dieser Stadt nicht. Während klassische Touristentouren und Ausflüge für Dubaireisen oftmals nur die wirklich…

 

Dubai und ich hatten anfangs ein wenig Startschwierigkeiten, dennoch schmälerte das im Nachhinein mein Interesse an dieser Stadt nicht. Während klassische Touristentouren und Ausflüge für Dubaireisen oftmals nur die wirklich typischen Sehenswürdigkeiten abklappern, interessiere ich mich mittlerweile mehr für die Dinge, die tatsächlich zeigen, wie und was Dubai eigentlich ist.

Markt in Dubai

Ein Markt (Souks) mit Gewürzen in Dubai. Hier trifft man in der Regel auf Touristen.

Die Orte, an denen man die Einwohner der Arabischen Emirate treffen und kennenlernen kann, sind zweifellos nicht nur Hochhäuser und künstlich angelegte Inseln – viel mehr vom Geist der Stadt lässt sich auf Veranstaltungen wie Kamelrennen oder einem Besuch in einer Falknerei entdecken.

Eine Reise in die Vergangenheit

Wichtig an Dubai ist nicht nur, dass es sich um eine Stadt handelt, die heute ein stets stärker werdender Touristenmagnet ist. Auch die Vergangenheit der Stadt an sich ist durchaus interessant und sollte von Urlaubern nicht vernachlässigt werden. Doch Dubai macht es seinen Besuchern leicht wenn es um Reisen in vergangene Zeiten geht. Der Stadtteil Bastakiya nämlich ist in seiner Art einzigartig und mit keinem Museum zu vergleichen. Wandelt man durch die Gassen und Straßen in Bastakiya, so wird man eine reiche und vielseitige Architektur vorfinden. Von antik anmutenden Säulen bis hin zu imposanten Windtürmen ist alles vertreten, was sich seit Ende des 19. Jahrhunderts hier angesammelt hat. Der wirkliche Zauber des Orients, den viele auf Souks oder in der Innenstadt Dubais suchen, ist hier in seiner Reinform zu finden. Zu finden ist Bastakiya auf der östlichen Seite des Dubai Creeks, nahe des Britischen Konsulats. Für einen Besuch in diesem kleinen Stadtviertel sollte man schon einen guten Tag einplanen, denn zu entdecken gibt es hier unglaublich viel. Empfohlen wird ein Frühstück direkt vor Ort im Sheikh Mohammed Centre for Cultural Understanding, denn keine Gelegenheit ist besser, um Einheimische kennenzulernen. Wer zudem noch keine Souvenirs für die Daheimgebliebenen hat, wird diese in Bastakiya sicherlich finden.

Tierische Traditionen

In der Luft und auf dem Boden umfasst Dubais Tradition auch den Sport mit Tieren. Ein Ausflug außerhalb Dubais erweist sich hier als besonders lohnenswert. Die Falkenklinik im benachbarten Abu.Dhabi nämlich macht deutlich, welchen Stellenwert die Falken für die Menschen in der Arabischen Emirate haben. Speziell für Touristen ausgelegte Touren durch die Klinik sollten vorher gebucht werden, um einen sicheren Platz gewährleisten zu können.

Wer Falken nicht viel abgewinnen kann, Kamele jedoch zu schätzen weiß, sollte unbedingt einem Kamelrennen beiwohnen. An der Rennbahn in Dubai finden zwischen Oktober und April stets Mittwochen Rennen statt. Genaue Zeiten lassen sich jedoch auch in den Touristinformationen erfragen. In jedem Fall bietet ein Kamelrennen turbulente Action und wirklich aufgebrachte Araber, die hier oft um sehr viel Geld wetten.

Blick auf Dubai

Sieht aus wie eine Miniaturstadt: Dubai von der Aussichtsplattform des Burj Khalifa, die in 452 Metern Höhe liegt.

Nach dem Flug sofort mitten in die Stadt

Die Flugzeit von Deutschland nach Dubai beträgt etwa sechs Stunden. Kurz genug, um hinterher nicht schlapp und müde zu sein, wie es bei einem Langstreckenflug gerne einmal der Fall ist. Mit der Dubai Metro wählt man hier den wohl schnellsten Weg direkt in das Zentrum Dubais, wo die Stadt sich in all ihrer Vielfalt darbietet. Haltestellen gibt es am Dubai International Airport sowohl an Terminal 1 als auch an Terminal 3, der ausschließlich für ausschließlich für Passagiere der Fluggesellschaft Emirates reserviert ist. Wer in Dubai lediglich einen Zwischenstop einlegt, kann sich je nach Fluggesellschaft ebenfalls für einige Stunden in das Dubaier Stadtleben wagen.

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Auf der Suche nach der Seele von Dubai

 

Dubai ist eine Stadt der Superlative und offensichtlich auch eine Stadt mit der größten Angst vor Spionage. Kaum war ich am Flughafen in Dubai angekommen, landete ich auch schon in den Fängen der Polizei. Ich wurde als ein westlicher Spion entlarvt. Eine ungewöhnliche Reise hatte begonnen. Ich war auf der Suche nach der Seele von Dubai.

 

Dubai ist eine Stadt der Superlative und offensichtlich auch eine Stadt mit der größten Angst vor Spionage. Kaum war ich am Flughafen in Dubai angekommen, landete ich auch schon in den Fängen der Polizei. Ich wurde als ein westlicher Spion entlarvt. Eine ungewöhnliche Reise hatte begonnen. Ich war auf der Suche nach der Seele von Dubai.

Zusammen mit zahlreichen Reisejournalisten und acht weiteren Reisebloggern flog ich – auf Einladung der TUI Deutschland, nach Dubai, um dort das neue Sommerprogramm 2013 kennenzulernen. Bei der Ankunft in Dubai wurden wir am Flughafen einer normalen Sicherheitskontrolle unterzogen und so wurde der unglaubliche Skandal aufgedeckt: Ich hatte – unbewusst – einen sogenannten Spionagestift in meinem Koffer. Dass ist ein Stift, der mit einer Minikamera ausgestattet und offensichtlich in Dubai verboten ist. Nach einer kurzen Kontrolle wurde ich in einen kleinen Raum „abgeführt“ und musste dort meinen Reisepass abgeben und warten… und warten… und warten. Nach Aufnahme der Personalien wurde ich in kaum verständlichem Englisch gezwungen ein Papier („Detained Items receipt“) zu unterschreiben, das den Behörden erlaubt, meinen Stift zu zerstören („1 Pcs of Camera-Pen for destroy“). Nach der Unterschrift erhielt ich meinen Pass, eine Kopie des Schriftstückes und durfte ohne Stift wieder gehen. Ehrlich gesagt hatte ich ganz schön die Hosen voll, aber jetzt konnte die Reise beginnen…

Gewürzmarkt in Dubai

Gewürzmarkt in Dubai

Ja, Dubai und ich, wir hatten also einen holperigen Start. Mein erster Eindruck von der Stadt selbst war, dass vieles irgendwie unfertig wirkte. Sicherlich lag es an den unzähligen Baustellen und den vielen Gebäuden, Straßen oder Brücken, die sich noch im Bau befinden. Auf der anderen Seite fasziniert die Stadt aber auch mit vielen Spielereien und imposanten Bauwerken. Auf mich wirkte es manchmal so, als hätte ein kleiner Junge mit Lego eine Stadt erschaffen und ist mit anderen Ländern oder Städten in eine Art Wettkampf gestartet. Hochhäuser soweit das Auge reicht, teilweise wurden Bauten aus anderen Städten kopiert, dafür aber noch ein Stück höher oder größer gebaut. Wenn da mal nicht jemand aus Dubai mit einer Minikamera in anderen Städten der Welt unterwegs war!?



Am zweiten Tag hatte ich mich für eine Tour mit dem Namen „Dubai – das Emirat der Kontraste“ entschieden. Ziel für mich war, die Stadt innerhalb eines Tages kennenzulernen. Ein hochgestecktes Ziel, wenn es überhaupt erreichbar war. Die Tour startete pünktlich um halb neun und der Bus fuhr mit uns die touristischen Highlights ab. Leider. Der richtige Funke mochte so irgendwie nicht zu mir überspringen. Klar, es ist absolut beeindruckend, in welcher Geschwindigkeit die riesigen Häuser erbaut worden sind. Aber mir fehlt da ein wenig Geschichte und „richtige“ Altstadt. Die moderne Architektur von Dubai ist wirklich atemberaubend, aber für mich ohne Seele.

Dubai wirkt nicht authentisch

Ich mag Städte, die beides vereinen: Moderne und Geschichte. Auch wenn die Regierung der Stadt offensichtlich alles dafür tut, genau dieses in das Bewusstsein der Touristen zu bekommen, so wirkt auch dieses nicht authentisch auf mich. Extra dafür eingerichtet und mit dem treffenden Slogan “Open your Mind” ausgestattet, gibt es das „Sheikh Mohammeds Centre for Cultural Understanding“, in dem wir bei einem wirklich sehr leckeren, traditionellen Mittagessen, mehr über die Geschichte der Stadt und der Tradition erfahren sollten. Das CCU versucht Besuchern die Werte, Traditionen und die Kultur der Muslime der Emirate näherzubringen, was bei mir allerdings nicht zu 100 Prozent gelang.

Burj al ArabWeiter ging es zum “Burj al Arab”, einem der luxuriösesten Hotels der Welt und sicher auch ein Wahrzeichen Dubais. Weitere sehenswerte Punkte der Stadt waren die “Jumeirah Moschee”, die künstlich angelegte Insel „Palm Jumeirah“ (wer’s mag) und der “Dubai Creek”, einem elf Kilometer langen Meeresarm des Persischen Golfs. Wer Mut und Zeit hat, sollte hier mit den Wassertaxis fahren und sich die Skyline von der Wasserseite anschauen. Auf diesem Arm wird Dubai von altertümlichen Dhaus auch mit unzähligen Gewürzen für den Gewürz-Souqs in der Altstadt bedient. Die Ware stapelt sich kistenweise am Ufer.

Das absolute Highlight war aber ein Besuch auf dem höchsten Gebäude der Welt, dem “Burj Khalifa”. Mit 828m thront das Gebäude noch auf dem obersten Platz der Wolkenkratzer. Die Aussichtsplattform ist im 124. Stockwerk und der Fahrstuhl befördert die Besucher in einer Minute auf die 442 m Höhe. Leider war der Ausblick bei meinem Besuch sehr diesig, dennoch erscheinen die anderen Wolkenkratzer wie Spielzeuge. Da den Bauherren irgendwann in der knapp sechsjährigen Bauzeit das Geld ausging (1,8 Mrd. Dollar sind ja auch kein Pappenstil) hat Sheikh Kalifa, Herrscher von Abu Dhabi, kurzerhand den Bau aus seinem Privatvermögen bezahlt und deshalb ist der Turm von Burji Dubai und Burji Khalifa umbenannt worden. Na, das kann man sich dann ja auch mal knapp zwei Milliarden Dollar kosten lassen.

Burj Khalifa

Das Burj Khalifa ist mit 828m Höhe das höchste Gebäude der Welt.

Apropos kosten lassen: Wir waren auch zu Gast im “Hotel Atlantis”, das am Ende der Palm Jumeirah liegt, aussieht wie ein riesiger Palast und 2008 mit einem spektakulärem Feuerwerk eröffnet wurde. Drinnen findet man riesige Aquarien und sehr viel Luxus. Die größte Suite ist lächerliche 950 Quadratmeter groß und fast das ganze Jahr über ausgebucht. Kein Wunder, dass selbst das Eröffnungsfeuerwerk 20 Millionen Dollar gekostet hat. Interessanterweise wird das Hotel von vielen Familien gebucht.

Ein Besuch in Dubai lohnt sich also genau aus den oben genannten Gründen. Wer im Urlaub Wert auf warmes Wetter, tolle Hotelanlagen, saubere, feine Sandstrände und vor allem auf Shopping legt, ist hier genau richtig. Nicht umsonst hat die TUI in dieser Region in der letzten Saison ein Umsatzplus von 58 Prozent erzielt. Und ein weiterer Aspekt scheint für die deutschen Urlauber in Dubai sehr wichtig zu sein: Sicherheit. Dubai hat keine Arbeitslosigkeit und eine extrem niedrige Kriminalitätsrate. In der heutigen Zeit nicht unwichtig bei der Wahl seines Urlaubsortes.

Vielleicht komme ich nochmal zurück nach Dubai. Jeder hat ja bekanntlich eine zweite Chance verdient, und ich muss ganz ehrlich sagen, dass zwei Tage viel zu kurz sind, um in eine Großstadt wie Dubai einzutauchen.

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung!

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