Stavros (44) steuert den Landrover durch die unberührte Natur im Hinterland von Rhodos. Vom ersten Moment an erinnert er mich an Alexis Sorbas. Jenen gastfreundlichen Griechen, den Anthony Quinn im gleichnamigen Film so genial gespielt hat. Mit seinem breiten Lachen, seinem Humor und seiner Unbekümmertheit verkörpert er viel von dem, was Griechenland, seine Menschen und ihre Gastfreundschaft ausmacht.
Das traditionelle kretische Caique-Holzboot schaukelt sanft auf dem Meer. Die 1589 erbaute venezianische Festung auf der winzigen Insel Spinalonga wird nun deutlicher sichtbar, hebt sich von der kargen Landschaft ab. Nach dem Anlegen passiere ich wie alle Besucher einen dunklen Tunnel, bevor ich plötzlich im grellen Sonnenlicht eine griechische Dorfstraße mit blau gestrichenen Krämerläden vor mir sehe, eine Geisterstadt, verwildert und einsam wie ein verlassenes Western-Örtchen. Ein pittoresker, aber todtrauriger Ort.