Deutschland

Deutschland – Traumziele erreichen mit einer Fernreise, mit Reisen nach Thailand, China oder in alle Welt. Immer noch nicht sicher, wohin der nächste Urlaub gehen soll? Bei uns gibt’s die besten Urlaubstipps und Reportagen über Traumreisen und Kreuzfahrten. Zu den Frühbucher Angeboten



PARADIES FÜR ROSS UND REITER – SCHLOSSHOTEL WENDORF

Der weiße Pferdekopf vor dem Haupteingang zum Schlosshotel Wendorf vermittelte dem Neuankömmling schon auf den ersten Blick, was den Eigentümer bewogen hat, dieses herrliche Anwesen zu kaufen. Udo M. Chistée, selbst leidenschaftlicher Reiter und Pferdezüchter, hat vor zehn Jahren sein ursprünglich als Altersruhesitz gekauftes Anwesen zum Fünf-Sterne-Hotel ausbauen lassen. Ross und Reiter finden in den Stallungen und im Schloss ein erstklassiges Quartier.

Der weiße Pferdekopf vor dem Haupteingang zum Schlosshotel  Wendorf vermittelte dem Neuankömmling schon auf den ersten Blick, was den Eigentümer bewogen hat, dieses herrliche Anwesen zu kaufen. Udo M. Chistée, selbst leidenschaftlicher Reiter und Pferdezüchter, hat vor zehn Jahren sein ursprünglich als Altersruhesitz gekauftes Anwesen zum Fünf-Sterne-Hotel ausbauen lassen. Ross und Reiter finden in den Stallungen und im Schloss ein erstklassiges Quartier.
SCHLOSSHOTEL WENDORF - Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern - Liane Ehlers--2

SCHLOSSHERR AUF ZEIT

Nirgendwo sonst in Norddeutschland gibt es so viele alte Schlösser, Guts- und Herrenhäuser wie in Mecklenburg-Vorpommern. Viele von ihnen wurden nach der Wende  liebevoll restauriert. Einige bieten Urlaubern jetzt die Möglichkeit, sich einmal als Schlossherr oder Burgfräulein auf Zeit zu fühlen.

Was Theodor Fontane schon 1896 wusste, als er einem Freund in einem Brief von der Müritz über Mecklenburg-Vorpommern schrieb, haben nach der Wende Ost- und Westdeutsche, aber auch Holländer und Skandinavier gleichermaßen für sich entdeckt: „Ich kann Ihnen auf der ganzen Gotteswelt keinen besseren Platz empfehlen.“ Bei meinem Besuch im  5*-Sterne-Schlosshotel Wendorf  zeigte sich das Land der Dichter, Fürsten und Ritter mit seiner Hauptstadt Schwerin, die im 12. Jahrhundert von Heinrich dem Löwen gegründet wurde, vonseiner besten Seite.

KULTURZEIT IN SCHWERIN

Der Sommer in Mecklenburg-Vorpommern ist immer auch Kulturzeit. Kaum ein Tag vergeht ohne Veranstaltungsmarathon in dem Flächenstaat, dem die mecklenburgischen Herzöge in den vergangenen Jahrhunderten ihren Stempel aufgedrückt haben. Das monumentale Schweriner Schloss mit seinen 635 Zimmern – eine Symphonie in Ocker und im Stil des Historismus erbaut – ist das Herzstück der Stadt und der Sieben-Seen-Landschaft.

Vor dem Schloss finden die Schlossfestspiele mit großen Klassik-Open-Air-Konzerten statt. Im Schloss hat der Landtag seinen Sitz. Vor allem aber das Museum auf drei Etagen ist ein großer Besuchermagnet. Dabei ist das Märchenschloss, so wie man es heute sieht – mit seinen 15 Türmen, seiner glitzernden Goldkuppel und dem fotogenen Erzengel Michael – gerade mal 150 Jahre alt. „Ein ambitionierter Bürgerverein arbeitet seit einigen Jahren darauf hin, dass das gesamte Residenzensemble – dazu gehören insgesamt 40 Gebäude – in die UNESCO-Weltkulturerbe-Liste aufgenommen wird“, erzählt Fremdenführerin Teresa Beck.

LANDSCHAFT IN BLAU UND GELB

Etwas ruhiger als in der Hauptstadt geht es auf dem Land an der mecklenburgischen Seenplatte zu. Dies ist ein Eldorado für Golfer, Radfahrer, Wanderer, Reit- und Wassersportler. Im ländlichen Idyll mit den weiten Waldflächen und Flusstälern erleben Reiter das Gefühl von grenzenloser Freiheit. Die sanfte Hügellandschaft ist vor allem durch die Farben Blau, Gelb und Grün geprägt: blau die Seen; grün die Nationalparks und die Blätterdächer der Alleen mit ihren knorrigen, alten Bäumen; strahlend gelb im Frühjahr die Rapsfelder und im Spätsommer die Sonnenblumen, die in der Sonne leuchten.

IDYLLISCHE HERRENHÄUSER

SCHLOSSHOTEL WENDORF - Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern - Liane Ehlers-12schlosswendorf

Mitten in diesem Idyll stehen die alten Schlösser und Herrenhäuser mit ihrer bewegten Vergangenheit. Rund 300 werden touristisch genutzt. Ambitionierte Menschen mit und ohne Kapital  haben vor Jahren ihre Leidenschaft für die abgewirtschafteten Edel-Immobilien entdeckt, sich von ihrer Architektur, Geschichte und Lage  faszinieren lassen. Um sich ihren Traum vom Gutsherrn zu erfüllen, haben die Eigentümer die Anwesen mit hohem persönlichen Einsatz und viel Geld restaurieren lassen. Dazu gehört auch das Schlosshotel Wendorf  im kleinen Ort Kuhlen-Wendorf, 30 Autominuten östlich  von  Schwerin. Seit 2009 ist es das einzige 5*-Sterne-Schlosshotel in Mecklenburg-Vorpommern.

Als Udo M. Chistée und seine Frau Monika 1999 erstmals Kontakt mit der zu DDR-Zeiten heruntergekommenen Immobilie hatten, wurde das Ehepaar aus Österreich von eben dieser „Leidenschaft“ erfasst.  2004 kauften die beiden das Anwesen mit der bewegten Vergangenheit: Wendorf  hatte von 1202 bis 1895 den Grafen von Schack als Ritterburg gedient. Dann wurde die Burg abgetragen. Im Auftrag von Otto Schondorf kreierte der Architekt Paul Korff auf den Fundamenten der Burg das heutige Schloss mit großem Park, Seen und angrenzendem Wald. In Zeiten des DDR-Sozialismus wurde es als Sanatorium, Waisenhaus und Heim für schwer erziehbare Kinder genutzt.

HANDBESTICKTE TAPETEN

Eigentlich wollten der Geschäftsführer der österreichischen Amedia Hotel Group und seine Frau Monika das Anwesen als Ruhesitz selbst bewohnen. Doch sehr schnell stellten sie fest: zu viel Platz für zwei Personen und zu hohe Betriebskosten. Deshalb beschlossen sie, ein paar Millionen in die Hand zu nehmen, und das Haus zu einer Luxusherberge zu machen – mit handbestickten seidenen Tapeten, edlen Antiquitäten im Barock- und Jugendstil in den acht großen Suiten, die alle statt Nummern einen adligen Namen an der Tür tragen.

Im Erdgeschoss befinden sich Rezeption, großzügige Lobby, eine Zigarrenlounge, ein Salon mit einer edlen Auswahl an Spirituosen, eine Bibliothek, der für Hochzeitfeiern prädestinierte Frühstücksalon mit Orangerie sowie eine Schlossterrasse mit Blick auf den ausgedehnten Schlosspark, den Reitplatz und die dahinter liegenden Stallungen. Dort werden erstklassige Springpferde gezüchtet. Fürstlich fein präsentiert sich der hauseigene Spa-Bereich mit direktem Zugang zum Schlosspark.

GOURMET-RESTAURANT

Jede der Suiten im Schloss ist mit einer Küchenzeile ausgestattet, doch davon benutzen die Gäste in der Regel nur den Kühlschrank mit der Minibar. Nur einen Steinwurf  vom Schloss entfernt befindet sich die Residenz, mit  weiteren sechs Suiten, sechs Doppelzimmern Deluxe und dem Gourmet Restaurant „Cheval Blanc“ mit 35 Plätzen. Im Sommer kommt ein großer Biergarten dazu. Der Küchenchef  legt großen Wert auf hochwertige regionale Produkte, veredelt mit Kräutern aus dem eigenen Garten.

Rund drei Monate im Jahr verbringt das Ehepaar Chistée auf Schloss Wendorf. Hausherr und Gestütsinhaber Udo M. Chistée hat ein Faible für edle Vierbeiner. Deshalb ist das Gelände rund um das Schlosshotel Wendorf perfekt auf Pferde ausgerichtet und bietet mit 30 neu errichteten Pferdeboxen für mitgebrachte Lieblinge, Paddocks, Reithalle und Pferdesportarena ideale Voraussetzungen für einen privaten Reiturlaub.

45-LOCH-GOLFPLATZ

SCHLOSSHOTEL WENDORF - Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern - Liane Ehlers-18 schloss wendorf

Und wenn Udo M. Chistée nicht gerade bei den Pferden ist? Dann geht er mit Ehefrau Monika golfen auf der WINSTONgolf-Anlage mit 45 Löchern, die nur acht Kilometer vom Schlosshotel entfernt liegt. Der Golfplatz WINSTONlinks (Par 72) ist ein 18-Löcher-Meisterschaftsplatz im Linksland-Stil. Er wurde 2011 nach schottischem Vorbild angelegt. „Viele Golfer aus halb Europa reisen nur an, um diesen Links-Course zu spielen“, sagt Udo M. Chistée.

Weitere Infos zur Reise nach MV

Ausflugstipps: Das Café Naschwerk, Kritzowerstr. 7, 19412 Weberin, überrascht mit kreativen und herzhaften Tortenkreationen und Kunstausstellungen.

Interessant ist auch ein Besuch der Sanddorn-Manufaktur in Ludwigslust , den man gut mit einer Besichtigung des barocken Schloss Ludwigslust verbinden kann.

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung.

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Elf Tage on the Road

Die Idee war im Winter geboren worden: Wollen wir im nächsten Sommer nicht mal eine Woche oder zwei mit einem Caravan von Frankfurt am Main aus Richtung Südeuropa fahren? Was der Vater, 61 Jahre alt, da seinem Sohn, 19 Jahre jung, vorschlug war eine Idee, die dieser seit Jahren mit sich herumgetragen hatte. Unabhängig von Hotels, kein ständiges Ein- und Auspacken von Koffern, frei fast wie ein Vogel durch mehrere Regionen zu reisen, bleiben, wo es einem gefällt, und weiterfahren, wenn einen der Hafer sticht. Der Sohn schlägt ein. Es geht los. Der Urlaub mit dem Wohnmobil startet am 21. August.

Die Idee war im Winter geboren worden: Wollen wir im nächsten Sommer nicht mal eine Woche oder zwei mit einem Caravan von Frankfurt am Main aus Richtung Südeuropa fahren? Was der Vater, 61 Jahre alt, da seinem Sohn, 19 Jahre jung, vorschlug war eine Idee, die dieser seit Jahren mit sich herumgetragen hatte. Unabhängig von Hotels, kein ständiges Ein- und Auspacken von Koffern, frei fast wie ein Vogel durch mehrere Regionen zu reisen, bleiben, wo es einem gefällt, und weiterfahren, wenn einen der Hafer sticht. Der Sohn schlägt ein. Es geht los. Der Urlaub mit dem Wohnmobil startet am 21. August.

Bei McRent in Friedberg, etwa 35 Kilometer nördlich von Frankfurt, empfängt man uns freundlich. Wir stehen vor einem „Dethleffs T 6611“, Comfort Standard. Sieht toll aus. Dass Vater und Sohn Caravaning-Anfänger sind, merkt der Assistent der Vermietungsfirma sofort. Wir stellen Fragen, bei denen er innerlich mit den Augen rollt. Er nimmt sich Zeit für uns, erklärt geduldig alle wichtigen Details, etwa wie Heizung und Warmwasserversorgung funktionieren, wie wir die TV-Empfangsschüssel auf dem Dach ausrichten und unsere mitgebrachten Fahrräder in der „Mini-Garage“ im hinteren Teil des Wohnmobils während der Fahrt befestigen müssen. Etwa eineinhalb Stunden dauert die Einführung. Dann rollen wir vom Platz. Vorsichtig. So ein sieben Meter langer 3,49-Tonner will mit Fingerspitzengefühl bewegt werden. Das geht selbst beim ersten Mal besser als gedacht. Allerdings müssen wir nach knapp zehn Kilometer schon wieder umkehren: Das GPS funktioniert nicht. Das hätten wir besser bei der Übergabe testen sollen. Zurück in Friedberg braucht der McRent-Mitarbeiter nur ein paar Minuten. „Nun läufst“, sagt er und wünscht uns einen schönen Urlaub.

Urlaub mit dem Wohnmobil - Jürgen Hoffmann (1 von 1)

Der Vitra-Campus in Weil am Rhein An dem seit 1981 entstandenen Ensemble von Bauten haben die Architekten Frank Gehry, Zaha Hadid, Tadao Ando, Àlvaro Siza und Herzog & de Meuron mitgewirkt. Der Vitra Campus ist sowohl authentischer Produktionsort als auch Experimentierfeld für Architektur und Design. Er lädt Besucher aus aller Welt zum Verweilen ein.

Auf den ersten 100 Kilometern wurden wir dreimal angehupt

Wir fahren Richtung Baden-Württemberg. Als wir auf den ersten 100 Kilometern Autobahn dreimal angehupt werden, merke ich, dass ich kontinuierlich auf der zweiten oder dritten Spur fahre – mit 130 km/h. Upps. Das ist die Macht der Gewohnheit eines Sportwagenfahrers. In den kommenden Tagen wird mir das immer wieder passieren. Ärgerlich – vor allem für die anderen Straßenverkehrsteilnehmer. Entschuldigung.

Am ersten Abend unserer Tour kurz vor 21 Uhr finden wir am Ortsrand von Wollbach-Egerten im Landkreis Lörrach den Wohnmobilstellplatz Kreiterhof Weinschenke. Er liegt an einem Bauernhof und bietet auf Schotteruntergrund Platz für drei Wohnmobile. Eines hat sich schon hierher verirrt. Der Platz ist weder beleuchtet noch bewacht. Den sollte man aus allen Stellplatz-Verzeichnissen streichen. Wir sind froh, als wir am nächsten Morgen diesen Ort wieder verlassen. An unserem ersten Caravaning-Tag haben wir zwei Dinge gelernt: Nicht auf der Autobahn links fahren und nicht zu spät abends anreisen! Sowohl Stellplätze als auch Campingplätze lassen sich oft nur schwer finden, wenn es dunkel ist.

In Basel wird ausprobiert und provoziert

Am 22. August haben wir eine Verabredung auf dem Vitra Campus in Weil am Rhein. Hier hat der Schweizer Möbelhersteller ein einzigartiges Ensemble zeitgenössischer Architektur errichtet. Die Bauten so renommierter Architekten wie Frank Gehry, Tadao Ando und Zaha Hadid haben das Produktionsgelände zu einem Magneten für Design– und Architekturliebhaber gemacht. Im Vitra Design Museum bewundern wir rund 400 Objekte des modernen Möbeldesigns von 1800 bis heute. Und wir verfolgen – mit einem Latte Macchiato in der Hand – die handwerkliche Vollendung unseres Eames Lounge Chair, den wir vier Wochen vorher bestellt hatten. Bei seiner „Geburt“ dabei gewesen zu sein, macht ihn für uns zu einem ganz besonderen Stuhl. Mit dem Fahrrad überqueren wir die deutsch-schweizer-Grenze und rollen am Rhein entlang nach Basel. Hier stehen kleine Holzbuden, an denen man zu saftigen Preisen Bier (6 Franken) oder Flammkuchen (22 Franken) bekommt. Basel hat eine tolle Altstadt, viele Museen, vor allem das Rathaus muss man anschauen und natürlich das Münster. Die Atmosphäre ist relaxed. Es gibt unzählige Cafés, einige versprühen ein Flair zwischen Bohemian Lifestyle und Pariser Bistroatmosphäre. Und Basel ist alternativ. Es wird ausprobiert und provoziert. Das liegt auch daran, dass Basel fast ein Synonym für Kunst ist. Dazu tragen die weltbekannte „Art Basel“ und die drei grossen Museen bei: die Fondation Beyeler, das Museum Tinguely und das Kunstmuseum Basel.

Urlaub mit dem Wohnmobil - Jürgen Hoffmann (7 von 7)

Richtig Spaß macht eine Caravan-Tour, wenn man sein Fahrrad dabei hat. Auf diese Weise lassen sich auch Städte wie Mailand oder Verona erobern ohne dass einem die Füße qualmen.

Ob Basel schöner ist als Bern? Oder umgekehrt? Auf jeden Fall ist der Campingplatz „Eichholz“ an der Aare die Nummer Eins. Er hat von Mitte April bis Ende September geöffnet. Zu zweit mit Reisemobil inklusive Kurtaxe zahlen wir 35 Franken für eine Nacht. Schon die Toplage direkt am Fluss in Bern macht Eichholz aber auch zu einem einmaligen Ort. Kaum aus dem Caravan oder Zelt raus, gelangt man in wenigen Schritten an den Strand. Zudem ist der Platz sauber und verfügt über einen herrlichen Biergarten. Im Sommer ist Eichholz ein beliebtes Ziel auch von einheimischen Sonnenhungrigen und ein viel genutzter Einstiegsort für einen Aareschwumm zurück in die Stadt Bern. Was das ist? Ein Volkssport. Und ein Erlebnis! Sich in das kalte, tiefblaue und saubere Flusswasser der Aare zu stürzen, die von den Alpen den Weg nach Bern findet – ganz Mutige springen von einer der Brücken – und sich Richtung Stadt treiben zu lassen, gehört zu den unvergesslichen Highlights jedes Aufenthalts in Bern. Spaß macht uns auch, vom Campingplatz aus Richtung Innenstadt zu radeln, uns mit der Cable Car hoch in die schöne Altstadt hieven zu lassen und am späten Nachmittag wieder herunter zu rollen. Lässig. Aber Vorsicht: Die Schweizer gelten gemeinhin als langsam, sind aber rasante Radfahrer. Zweimal komme ich gerade noch „mit meinem Leben davon“, als mich Einheimische fast über den Haufen fahren.

Die Schweiz ist wunderschön, aber extrem teuer

Unsere Lehren des zweiten und dritten Tages: Die Schweiz ist wunderschön, aber extrem teuer. Basel und Bern sind zwei Städte, in denen man – selbst als gebürtiger Hamburger – gerne leben möchte. Und Städte, in deren City man mit einem langen Caravan nicht fahren sollte. Viel besser: Wohnmobil vor der Stadt stehen lassen und mit Fahrrad losradeln!

Urlaub mit dem Wohnmobil - Jürgen Hoffmann (5 von 7)

Locarno liegt am Nordufer des Lago Maggiore und am Ostrand des Maggia-Deltas.

Aus den ersten Erfahrungen gelernt, fahren wir am vierten Tag frühzeitig Richtung Lago Maggiore. Am Nachmittag sind wir auf dem Campingplatz „Miralago“ am Nordufer des herrlichen Sees. Die Preise pro Caravan-Platz, Person und Nacht liegen zwischen 26 („A Tutti-Frutti“) und 55 Franken („E Dolce Vita“). Wir schließen unseren Caravan an den Stromkasten an, holen unsere Räder raus und fahren gemütlich sieben Kilometer am See entlang nach Locarno, dem nach Lugano zweitgrößtem Ort im Schweizer Kanton Tessin. Locarno hat durchschnittlich 2.300 Sonnenstunden im Jahr und ist die wärmste Stadt der Schweiz. Hier gedeihen Palmen und Zitronenbäume und verleihen der Stadt ihren besonderen Charme. Jedes Jahr im Sommer findet in Locarno ein Filmfestival statt.

Mode hat Mailand weltberühmt gemacht. Auch der Dom der Stadt, die Scala und die 1867 eröffnete Viktor-Emanuel-Galerie ziehen Jahr für Jahr Millionen Touristen an. Fahrradfahren macht in Mailand wenig Spaß und ist gefährlich. Der Straßenverkehr ist hektisch und in vielen der hübschen Gassen liegen als Pflaster noch die etwa 90 bis 1,20 Zentimeter langen Steinplatten aus längst vergangenen Jahrhunderten. Auf dem Weg mit dem Wohnmobil Richtung Osten, Richtung Gardasee und Verona, tun wir „Caravaning-Ersttäter“ endlich etwas gegen das ständige Geklapper des Geschirrs in unserer Küche: Wir legen Haushaltspapier und Handtücher zwischen die Teller und Tassen aus Porzellan, tauschen die metallenen Messer und Gabeln in der Schublade gegen Plastik-Besteck aus. Die Lehre aus den letzten Tagen: Während einer Fahrt mit einem Wohnmobil muss alles, aber wirklich alles sorgfältig verstaut werden – und zwar so, dass nichts umfallen, nichts klappern oder von irgendwo herabstürzen kann.

Sonntagmorgen geht es nach Verona

Auf dem Weg in die Provinzhauptstadt an der Etsch rufen wir beim einzigen Campingplatz an, der relativ nahe dem Zentrum ist. Camping Castel San Pietro ist voll. Das hätten wir uns eigentlich denken können, denn heute Abend wird in der Arena de Verona zum letzten Mal in diesem Jahr „Aida“ gegeben. Wir finden einen Stellplatz, der für etwa 30 Fahrzeuge gedacht ist. Der liegt zentral, ist sauber und seine Bäume links und rechts bieten etwas Schatten. Das ist bei 36 Grad Celsius hilfreich. Auf unserer Fahrradtour durch die engen Altstadtgassen kommen wir zur Antica Botega del Vino in der Seitenstraße Vicolo Scudo di Francia 3. Hierher komme ich seit vier Jahrzehnten. Ich liebe dieses kleine, von außen unscheinbare, innen sensationelle Lokal mit seinem gewachsenen Ambiente. Hier muss man rein, am besten zwei Stunden vor Opernbeginn. Wir trinken ein Glas Wein, genießen kleine Häppchen und lauschen – Jimi Hendrix. Es ist unfassbar: In diesem pittoresken Schmuckkästen mit Wänden voller Weinflaschen und lateinischen Sprüchen an der Holzdecke – „Il vino è ispiratore del genio e dell’arte“ („Wein ist die Inspiration von Genie und Kunst”) – läuft eine CD mit „All along the Watchtower“ des 1970 gestorbenen E-Gitarren-Genies. Und dieselben Musikliebhaber, die gleich Verdis „Aida“ genießen wollen, lächeln angesichts dieses „Vorspiels“ in sich hinein. Großartig.

Die Arena und die „Aida“-Inszenierung unter freiem Himmel begeistern auch einen 19-Jährigen. Es ist zwar nicht seine Musik – eher ist es die von Hendrix – aber die gewaltigen Chöre in Verbindung mit zig-tausendfachem Kerzenlicht sorgen für Gänsehaut. Dabei vergisst man die extrem hohen Preise für die Tickets. Es gibt sieben Kategorien: Die wahren Opern-Fans sitzen natürlich direkt vor der Bühne im Innenraum („Poltronissime Gold“ und „Poltronissime“) und zahlen dafür ab 150 Euro aufwärts. Die günstigsten Plätze sind die auf den Steinstufen. Dort bringt man sich am besten ein Kissen mit. Eine Kleiderordnung gibt es für die Arena nicht (mehr).

Urlaub mit dem Wohnmobil - Jürgen Hoffmann (6 von 7)

Die Porta Verona, der wichtigste Zugang in die pentagonale Festungsstadt Peschiera del Garda

Mit dem Fahrrad durch Verona

Wir radeln nach der Vorstellung noch einmal durch die wunderschön illuminierte Altstadt, trinken auf dem Marktplatz noch einen Gin Tonic und fallen um 2.30 Uhr nachts müde in unsere zwei Wohnmobil-Betten. Der nächste Morgen beginnt mit zwei unangenehmen Überraschungen: Unsere Wasserpumpe ist defekt. Weder aus dem Hahn im Badezimmer noch aus dem in der Küche kommt ein Tropfen. Und auch die Toilettenspülung geht nicht. Und dann haben auch noch nachts Kriminelle versucht, in ein Wohnmobil, das neben uns steht, einzubrechen. Ohne Erfolg. Doch das Schloss ist beschädigt. Bei uns sitzt der Schreck tief. An eine solche Gefahr hatten wir noch gar nicht gedacht. Unsere Nachbarn, offenbar Caravan-Profis, geben sich dagegen gelassen. Solche Versuche gebe es immer mal wieder – aber nur, wenn die Besitzer nicht im Fahrzeug sind. Na, dann…

Um die Wasserpumpe reparieren lassen zu können, sollen wir, so rät uns bei unserem Anruf in Friedberg eine Mitarbeiterin der Verleihfirma, zur nächstgelegenen Lizenz-Werkstatt fahren. Die ist 82 Kilometer entfernt. Zu uns kommen würde ein Service-Techniker nicht. Wir machen uns auf den Weg, doch die Werkstatt hat geschlossen. Siesta. Was tun? Wir beschließen, auf einen Campingplatz an den Gardasee zu fahren, auf dem wir duschen, uns die Zähne putzen und die Toilette benutzen können. „Campeggio Gasparina“ heißt der Platz am Südostufer des Sees zwischen Bardolino und Pelschiera del Garda. Er verfügt über einen großen Pool und einer Bar direkt am See. Wir leeren unsere Caravan-Toilette, nehmen frisches Wasser auf – auch in der Hoffnung, die Pumpe könnte wieder anspringen. Tut sie nicht. Ansonsten sind wir mit dem Mietfahrzeug sehr zufrieden. Es fährt sich gut, Geräte und Instrumente funktionieren einwandfrei, wenn wir die Markise ausfahren und unsere Campingstühle und den Tisch vor den Wagen stellen, fühlen wir uns fast wie Zuhause. Die Betten sind in Ordnung, der Fernseher läuft, wenn wir nicht gerade unter einem Baum parken – was man auf Campingplätzen fast immer macht. Apropos: Die Plätze, die wir kennenlernen, sind Abbilder des Europäischen Parlaments: Die Kfz-Kennzeichen belegen, dass Caravaning grenzüberschreitend boomt. Neben Fahrzeugen aus Deutschland und den Niederlanden stehen britische, belgische, polnische und kroatische Camper.

Am neunten Tag unserer Reise checken wir in Gasparina aus. 67 Euro für zwei Nächte sind okay. Als ich frage, bis zu welcher Uhrzeit wir den Platz verlassen haben müssen, sagt mir der freundliche Betreiber, das sei egal, man sei momentan ja nicht ausgebucht. Cool. Langsam gondeln wir mit unserem Dethleffs die Ostseite des Gardasees hoch Richtung Norden, halten, schauen, genießen die Weite des Sees, die gegenüberliegenden Berge und bewundern die Windsurfer, die in Riva del Garda zu hunderten auf dem Wasser sind.

Der Urlaub mit dem Wohnmobil geht zu Ende

Nach einem Tag und einer Nacht im Camping-Park Steiner bei Bozen treibt es uns zurück nach Deutschland. Heidelberg ist unsere letzte Station. Der Campingplatz Heidelberg-Neckartal sieht im Vergleich zu den Schweizer Plätzen eher alternativ aus, die sanitären Anlagen sind veraltet, aber sauber. Zwei Vorteile hat er: Wir stehen mit unserem Fahrzeug direkt am Neckar, ein herrlicher Ausblick. Und direkt vor dem Platz gibt es eine Bushaltestelle, von der aus die Linie 35 Richtung Altstadt fährt. Wir steigen an der Alten Brücke aus. Von hieraus lässt sich Heidelberg am besten zu Fuß erobern. Das Faszinierende an der ehemaligen kurpfälzischen Residenzstadt und heutigen Studentenmetropole: In den Kleidern einer alten, einst sicherlich eleganten Dame kommt ein junges, attraktives und ungemein lebendiges Mädchen daher. Die Diskrepanz ist Heidelbergs Trumpf. Wir bummeln durch die malerischen Gassen. Rund 900 Objekte in der Altstadt sind denkmalgeschützt, 437 stammen aus dem 18. Jahrhundert, 22 Objekte sogar aus dem 17. Jahrhundert. Was in der “Stadt der Romantik” auffällt ist – die Kneipendichte. Wir gehen ihr auf den Grund. In der Unteren Straße stürzen wir ab, in der holzgetäfelten Kultkneipe „Destille“ und gegenüber in der Spelunke „Betreutes Trinken“, dessen Wirt Michael Markert trotz Einser-Jura-Examen sein Glück hinterm Tresen gefunden hat.

Nach dieser letzten Nacht in unserem geliehenen Caravan, der uns – bis auf seine Wasserpumpe – elf Tage lang treue Dienste geleistet hat, fahren wir zurück an den Main.

Fazit: Unsere erste Tour mit einem Wohnmobil durch mehrere Länder und über diverse Campingplätze wird nicht die letzte sein. Vor allem die Kombination mit Fahrrädern hat sich als ideal herausgestellt. Längere Strecken fahren und schlafen im Caravan, Städte wie Bern, Locarno oder Verona mit dem Fahrrad erkunden – eine ideale Art zu reisen.

Hinweis: Die Reise fand auf Einladung statt.

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Entschleunigung auf der Oder

Die Oder, Deutschlands fünftlängster Strom, ist anders als Rhein und Elbe für viele noch immer eine Wasserader, mit der sie fremdeln. Vermutlich liegt es daran, dass der deutsch-polnische Grenzfluss fast ein halbes Jahrhundert nicht zugänglich war. Dabei hat die 866 Kilometer lange Wasserader, von der 717 Kilometer schiffbar sind, viel zu bieten: jede Menge Kultur und Geschichte, eine zauberhafte Wasserlandschaft mit vielen Nebenarmen, wo Schwarzstörche und Seeadler zu Hause sind. Ich gehe in Stralsund an Bord und auf Entdeckungstour.

Die Oder, Deutschlands fünftlängster Strom, ist anders als Rhein und Elbe für viele noch immer eine Wasserader, mit der sie fremdeln. Vermutlich liegt es daran, dass der deutsch-polnische Grenzfluss fast ein halbes Jahrhundert nicht zugänglich war. Dabei hat die 866  Kilometer  lange Wasserader,  von der 717 Kilometer schiffbar sind, viel zu bieten: jede Menge Kultur und Geschichte,  eine zauberhafte Wasserlandschaft mit vielen Nebenarmen, wo Schwarzstörche und Seeadler zu Hause sind. Ich gehe in Stralsund an Bord und auf Entdeckungstour mit einer Flusskreuzfahrt.

Stralsund –  Das Klappern der Hufe von Nora und Mireille  auf dem Asphalt   der  „A20“ von Hiddensee hat etwas  fast Einschläferndes. Nur die laute, alles durchdringende Stimme  von Kutscher  Fredi, der den Planwagen lenkt,  reißt uns aus  der  morgendlichen Lethargie. Um 8 Uhr haben wir die „Katharina von Bora“, die für eine Woche unser schwimmendes Hotel sein wird,  verlassen, um die autofreie Insel zu erkunden. 1000 Menschen leben hier, hinzu kommen 4000 Gäste-Betten in der Sommersaison. Die Natur und die endlosen Strände spielen die Hauptrolle. Zu den Hauptsehenswürdigkeiten der Insel gehört das Sommerhaus von Gerhart Hauptmann, der auf dem kleinen Friedhof neben der Kirche begraben liegt. Bis um 10 Uhr die erste Fähre mit Tagesgästen ankommt, herrscht noch  himmlische  Ruhe, doch da sind wir längst  wieder fort.

Begonnen hat unsere achttägige Reise am Vortag in Stralsund, Weltkulturerbe und für seine Altstadt mit norddeutscher Backsteingotik berühmt.  Seit das futuristische Ozeaneum 2008 eröffnet hat, kommen jährlich fast eine halbe Million Besucher. Vis-à-vis der 1933  gebauten „Gorch Fock I“ sind wir an Bord der „Katharina von Bora“, die ja eigentlich ein Flusskreuzfahrtschiff ist, gegangen. „Aber wir können auch Meer, zumindest in der flachen Boddenlandschaft bis nach Rügen und im Stettiner Haff“, sagt Kapitän Joachim Schramm (57).

Seit einem Jahr hat er auf der 17 Jahre alten, eleganten Lady das Kommando. Die Ausstattung  im Art-Deco-Stil in Restaurant,   Salon und  Kabine ist hochwertig. Sogar im Bad sind Lampen und Fliesen  Art-Deco. Der Geschmack des verstorbenen Reeders  Peter Deilmann, der auch das Traumschiff „Deutschland“ bauen ließ, ist unverkennbar. Noch vor dem Konkurs der Deilmann-Reederei wurde die „Katharina von Bora“ verkauft. Zurzeit fährt sie unter Schweizer Flagge für den Veranstalter Nicko Cruises auf  Elbe und Oder.

 

Rügens Kreidefelsen

Das Fischerdorf  Lauterbach  am Greifwalder Bodden auf  Rügen ist unser nächstes Ziel. Als Fürst Wilhelm Malte zu Putbus  im 19. Jahrhundert auf Rügen den Bädertourismus einführte,  konnte er mit einer derartigen Entwicklung nicht rechnen. Sicherlich hätte er sonst die wundervollen Alleen mit ihren  Eichen und Buchen, die sternförmig auf die Residenzstadt Putbus  zulaufen,  erheblich breiter bauen lassen. Für die Kutschen der  vornehmen  Gesellschaft waren sie mit ihren Baumkronen auf den Wegen zum Strand die perfekten Schattenspender.

Binz und Sellin mit ihrer Bäderarchitektur haben sich seit der Wende bis auf wenige Bausünden  zu wahren Schmuckstücken entwickelt. Die Seebrücke von Sellin ist eine feine Dame in Weiß. Die architektonischen  Scheußlichkeiten  von Prora am weißen Sandstrand – acht insgesamt 4,5 Kilometer lange Blöcke für 20.000 Urlauber, von  Hitlers Kraft durch Freude errichtet – wandeln allmählich ihr Gesicht.

Rügens Kreidefelsen, die bereits im 18. Jahrhundert durch Caspar David Friedrichs Gemälde berühmt wurden, haben sich durch Abbrüche verändert, ziehen jedoch zigtausende Besucher an. Der sagenumwobene Königsstuhl ist  mit 118 Metern die höchste Erhebung. Statt Kutschen fahren heute Busse und der „Rasende Roland“, eine fast 100 Jahre alte Dampfschmalspurbahn, verbindet Lauterbach über Putbus und Binz mit Göhren.

Von Lauterbach fahren wir nach Greifswald, das im 13. Jahrhundert rund um das Kloster Eldena von Kaufleuten und Handwerkern gegründet wurde und mit der 1456 gegründeten Universität eine der ältesten Deutschlands besitzt.  Der Romantiker Caspar  David Friedrich, der dort geboren wurde, hat die Ruine  von Eldena ebenso wie die  Kreidefelsen von Rügen viele Male in Öl festgehalten.

Usedoms Kaiserbäder

Peenemünde auf Usedom (Usedom = Menschen an der Mündung) ist unser nächstes Ziel. Der erste Blick aus dem Kabinenfenster fällt auf ein U-Boot aus dem Zweiten Weltkrieg, das heute Museum ist. Wie ein Sandwich liegt die Zweiländer-Insel (Deutschland/Polen), auf der es auf deutscher Seite zehn Seebäder und acht Reha-Kliniken gibt, zwischen Ostsee und Peene. An ihrer schmalsten Stelle ist sie nur 300 Meter breit.  Seit 1999 hat die gesamte Insel den Status eines Naturparks, weshalb es auch keine Windräder gibt.

In den berühmten Kaiserbädern Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck ist die weiße Bäderarchitektur – vorne eine elegante Mischung aus aller Welt und hinten „egal“ – noch im Original erhalten und liebevoll restauriert worden. Die Apotheke des Meeres aus Aerosol und Sonne hatte schon zu Kaiser Wilhelms Zeiten die vornehme Gesellschaft nach Usedom gelockt. Nur ging man damals nicht baden, sondern flanieren. „Sehen und gesehen werden“ war das Motto, weshalb die Promenade mit 13 Kilometern auch die längste Europas ist.

Über die Peene geht’s ins Stettiner Haff und in die Oder nach Stettin im polnischen Westpommern. Historisch  ist die Stadt hoch  interessant, doch optisch wenig ansprechend. Nur mit einem guten Guide wie Bogdan (54) erschließen sich dem touristischen Auge die Sehenswürdigkeiten der ehemals deutschen, im Krieg fast völlig zerstörten City, in der „tausende Häuserfassaden sich seit Jahrzehnten nach einer Maurerkelle sehnen“, wie Bogdan treffend bemerkt. Kirchen und öffentliche Gebäude sind allerdings schön restauriert worden.

Flusskreuzfahrt Oder - Liane Ehlers - 31 Schiffshebewerk

Schiffshebewerk Niederfinow

Gemächlich mäandert die „Katharina von“ Bora über Oder und Oder- Havel-Kanal  bis zum    76 Jahre alten  Schiffshebewerk Niederfinow,  das 36 Meter Höhenunterschied  überwinden hilft.  150.000 Besucher jährlich lassen sich von diesem Wunderwerk der Technik faszinieren. Direkt nebenan entsteht das neue Schiffshebewerk Niederfinow, 54 Meter hoch und 133 Meter lang,  mit dem auch moderne große Motorgüterschiffe  ihre Landung Richtung Ostsee bringen können. Von Niederfinow fahren wir über den Oder-Finow-Kanal  durch die Mark Brandenburg  zur    fast mystischen Klosterruine Chorin,  ein Beispiel norddeutscher Backsteingotik.

Endstation der Flusskreuzfahrt ist Potsdam, wo die „Katharina von Bora“ nur zehn Gehminuten vom Zentrum entfernt liegt. Früher wohnten in der Residenzstadt von Friedrich dem Großen Ufa-Stars wie Asta Nielsen und Marlene Dietrich, heute Prominente wie Günther Jauch und Wolfgang Joop. Durch Millionen-Spenden reicher Privatleute für Denkmalschutz hat Potsdam relativ schnell zu seinem alten Glanz zurückgefunden. Selbst die Häuser im ehemaligen Sperrgebiet des sowjetischen KGB-Hauptquartiers wurden zu schmucken Einfamilienhäusern  umgestaltet – bis auf eins. Mit seinem mausgrauen DDR-Charme soll es auch in Zukunft als Mahnmal an die Vergangenheit erinnern.

Reiseinfos zur Flusskreuzfahrt Oder in Kürze

Das Schiff: Die „Katharina von Bora“ ist 83 Meter lang und 9,5 Meter breit. Sie kann 80 Passagiere aufnehmen. Alle Kabinen sind Außenkabinen und stil­voll eingerichtet. Auf dem Oberdeck sind alle Kabinen mit großen, bis zum Boden reichenden Panoramafenstern zum Öffnen ausgestattet (französischer Balkon). Die Hauptdeck-Kabinen haben nicht zu öffnende Fenster. Tagsüber ist das Sonnendeck ein beliebter Treffpunkt.

Reiseliteratur: „Ostseeküste – Mecklenburg-Vorpommerns“, Claudia Banck, Dumont, 296 S.

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung von Nicko Cruises.

Keine Kommentare zu Entschleunigung auf der Oder

Mit der “Heureka” ab durch die Schleuse

Da liegt sie vor mir, die “Heureka”. Rund zwölf Meter lang und gut vier Meter breit. Das Schiff ist unser Domizil in den nächsten Tagen. Und schon während der Beladung mit Lebensmittel, Bekleidung und Getränken wächst in mir die Angst. Immerhin müssen wir auf unserer Tour über einige Flüsse und Seen in Brandenburg durch mehrere Schleusen. Die sind eng, das Schiff ist groß. Und ich habe keinen Bootsführerschein. Den benötigt man für dieses Schiff in Brandenburg auch nicht. Jeder kann sich so ein Boot mieten in Brandenburg und Berlin. Es reicht eine intensive Einweisung in Theorie in Praxis aus.

Da liegt sie vor mir, die “Heureka”. Rund zwölf Meter lang und gut vier Meter breit. Das Schiff ist unser Domizil in den nächsten Tagen. Und schon während der Beladung mit Lebensmittel, Bekleidung und Getränken wächst in mir die Angst. Immerhin müssen wir auf unserer Tour über einige Flüsse und Seen in Brandenburg durch mehrere Schleusen. Die sind eng, das Schiff ist groß. Und ich habe keinen Bootsführerschein. Den benötigt man für dieses Schiff in Brandenburg auch nicht. Jeder kann sich so ein Boot mieten in Brandenburg und Berlin. Es reicht eine intensive Einweisung in Theorie in Praxis aus.

Boot mieten in Brandenburg - Joerg Baldin - 07_2017-2-2

Die “Heureka” ist ein knapp zwölf Meter langes Schiff, das führerscheinfrei auf den Kanälen in Brandenburg gemietet werden kann. Ideal für einen Urlaub mit der Familie. (Fotos: Jörg Baldin)

Doch zunächst einmal müssen wir bei der Übergabe auf der Werft von Kuhnle-Tours warten. Grund ist das typische Sommerwetter 2017 in Brandenburg und Berlin. Der Himmel hat seine Pforte geöffnet und es schüttet wie aus Eimern. Zeit, um alle Dinge an Bord gut zu verstauen. Auch im Inneren bietet unser Schiff vom Typ Kormoran ausreichend Platz für vier Personen. Die beiden Jungs haben eine eigene Kabine und ein eigenes Bad. Und auch die zweite Kabine verfügt über ein Bad. An Bord sind zudem noch eine Küche mit vier Gas-Kochplatten, Waschbecken, Kühlschrank und viel Stauraum. Vier Treppenstufen höher ist der Aufenthalts- oder Essraum mit Blick aufs Wasser, in dem sich auch das Steuerrad und die Bedientafel, quasi die Brücke des Schiffes, befindet.

Jeder kann sich so ein Boot mieten in Brandenburg

Nach gut einer Stunde Wartezeit und einer ersten Besprechung der Bootscrew inklusive Bootsregeln für die Kinder und Ernennung eines ersten Offiziers als rechte Hand des Kapitäns kann die Einweisung durch den Mitarbeiter von Kuhnle-Tours endlich starten. Die ist erforderlich, weil ich keinen Bootsführerschein besitze. Dennoch kann sich jeder so ein Boot mieten in Brandenburg. Grundsätzlich bin ich schon oft mit einem Motorboot auf der Ostsee gefahren, nur eben nicht mit so einem großen Schiff und schon gar nicht durch schmale Schleusen. Umso wichtiger ist es, dass eine zweite erwachsene Person mit an Bord ist, um die An- und Ablegemanöver mit dem großen Boot zu meistern.

Bei der Einweisung muss ich mich zuerst mit der elektrischen Anlage auseinandersetzen: Tiefenmesser, alle möglichen Pumpen, Anker- und Positionsleuchten, Radio und die Innenraum- und Außenbeleuchtung werden hier an- oder ausgeschaltet. Außerdem ist hier eine Anzeige, in welcher Position sich das Ruder gerade befindet. Eine sehr nützliche Anzeige, wie sich im Verlauf der Reise oft herausstellt. Auch das hydraulische Bugstrahlruder, mit dem das Schiff vorne, also am Bug, leicht nach links oder rechts manövriert wird, wird von hier aus bedient. Die für mich beste Bedienfunktion, gerade bei der Einfahrt in die enge Schleusen. Und natürlich das Steuerrad. Die wichtigsten Funktionen inklusive einem zweiten Steuerrad findet man auch am Oberdeck, von dem man auch den besten Überblick hat. Nur wenige Male mussten wir aufgrund schlechten Wetters das Schiff von innen aus fahren.

Warten bis die Ampel der Schleuse auf grün springt

Nach der Theorie geht’s endlich los. Inzwischen hat auch der Regen aufgehört und die ersten drei Kilometer begleitet uns der Mitarbeiter – als Lotse – noch auf dem Schiff, zeigt mir, wie das An- und Ablegen funktioniert. Eine sehr wichtige Übung, wie sich später herausstellt. Wir fahren zuerst im Dahme-Kanal in Richtung Königs Wusterhausen, vorbei an großen Prachtvillen und entlang von Industriegebieten, die vor allem früher an dem Kanal angesiedelt waren. Nach etwa 45 Minuten erreichen wir die erste Schleuse „Neue Mühle“ und wir müssen warten. Befehl vom Lotsen: “Anlegen, festmachen, warten bis die Ampel der Schleuse auf grün umspringt und die Schiffe aus der Schleuse fahren.”

Sobald das passiert ist, fahren zuerst die großen Schiffe rein. Wir dürfen also immer zuerst in die Schleuse, denn größere Schiffe begegnen uns so gut wie nie. Auch nicht die zahlreichen Hausboote, die sich wie Ameisen den Weg durch die Kanäle bahnen, sind meistens kleinere Schiffe. Nach uns folgen die kleineren Boote. In der Schleuse darf das Schiff nicht festgebunden werden. Es gibt Stangen in den Schleusenmauer, um die die Leinen gelegt und dann von Hand gehalten werden. Durch den oft mehrere Meter großen Höhenunterschied würde beim Festbinden entweder die Leine reißen oder – noch schlimmer – das Schiff Schaden nehmen. Auf unserer Tour geht alles gut, nach der dritten Schleuse kommt schon so etwas wie Routine auf.

Mit 10 km/h ist das Schiff recht flott unterwegs

Nach der Schleuse suchen wir uns unseren ersten Rastplatz. Wir machen an einer Brücke für Fahrtgastschiffe fest, die an diesem Tag nicht genutzt wird und bei der wir in Ruhe anlegen üben kann. Der „Lotse“ geht hier von Bord und von nun an bin ich der Kapitän der „Heureka“. Nur die typische Kapitänsmütze fehlt. Die Fahrt geht nach dem Abendbrot weiter auf der Dahme in Richtung Bad Saarow, dem Ziel dieser Tour. Wir fahren durch den Krüpelsee und ankern an unserem ersten Schlafplatz bei Bindow in einer Kurve des Kanals und genießen die Ruhe auf dem Wasser. Selbst die Jungs sind fasziniert von dem Leben auf dem Wasser und schlafen tief und fest in der ersten Nacht.

Am nächsten Morgen geht’s nach dem Frühstück weiter. Nachdem der Anker gelichtet wurde, steuere ich die „Heureka“ in den Dolgensee. Mit rund zehn Stundenkilometern bewegt sich das Schiff recht flott auf dem Wasser. Die Kinder beobachten die anderen Boote oder die vielen Tiere, die wir im Laufe der Tour zu sehen bekommen. Darunter sind Kormorane, Haubentaucher oder auch Störche, die auf den Feldern nach Nahrung suchen. Wir passieren den Langer See, auf dem wir die Dahme verlassen und Kurs in Richtung Wolziger See nehmen. Hier wird der erste Badestopp eingelegt. Das Schiff verfügt über eine kleine Badeplattform am Heck, die das Ein- und Aussteigen für die Passagiere sehr einfach macht. Wer nicht badet, kann sich auf dem Sonnendeck ausruhen oder die Angel auswerfen.

Erste Schleuse, die wir als Crew alleine meistern müssen

Nach einiger Zeit geht’s weiter in Richtung Storkower Gewässer. Der Storkower Kanal ist landschaftlich sehr schön und nahezu unbebaut. Es gibt viel zu sehen für die Kinder, die an Bord meistens mit einer Schwimmweste unterwegs sind. Ab und zu dürfen die Jungs unter Aufsicht die “Heureka” selbst steuern.

In Kummersdorf kommt die erste Schleuse, die wir als Crew alleine meistern müssen. Sie ist von 1746 und wird von einem Schleusenwärter betreut. Nachdem wir kurz vor der Schleuse eine Kaffeepause eingelegt haben, manövriere ich das Schiff in die Einfahrt. Hinter uns folgt ein Hausboot. Und mit den beiden Booten ist die Schleuse voll.

Es geht weiter den Storkower Kanal entlang an Philadelphia in den Großen Storkower See, in dem wir die zweite Nacht ankern. In guter Gesellschaft, wie sich später herausstellt, denn zahlreiche Hausboote haben sich ebenfalls in die flachen und windstillen Bereiche des Sees zurückgezogen, um einen ruhigen Ankerplatz zu finden. Hier wird abends der Grill auf dem Sonnendeck angemacht und wir genießen die ruhige See und den romantischen Sonnenuntergang. Bis spät in den Abend versuchen wir Fische zu angeln oder spielen Uno.

Die “Heureka” ist groß, lässt sich aber gut steuern

Am nächsten Morgen führt uns die Fahrt weiter durch den Storkower See zur nächsten Schleuse, die diesmal ohne Schleusenwärter arbeitet. Die Bootsführer müssen an einem blauen Hebel in der Schleuse drehen und warten, bis die Schleuse mit der Berg- oder Talfahrt beginnt. Die Steuerung dieser automatischen Schleusenanlagen erfolgt aus einer Zentrale des Wasser- und Schifffahrtsstraßenamt Berlin (WSA). Wieder heißt es warten, bis die Boote aus der Schleuse kommen. Und wieder ist Millimeterarbeit angesagt, denn auch wenn die Schleuse relativ neu ist, die „Heureka“ ist breit, lässt sich aber gut steuern.

Nach etwa zehn Minuten ist der Vorgang beendet. Nach der Schleuse kommt die größte Herausforderung auf der Hintour. Direkt hinter der Schleuse führt eine Klappbrücke über den Kanal, die ebenfalls auf Anforderung beim WSA hochfährt. Der Kanal ist an dieser Stelle sehr eng und ausgerechnet hier wartet ein Schwesterschiff der „Heureka“ auf die Schleusung in Richtung Berlin. Links eine Steinmauer, rechts ein Schiff. Ich weiß in dem Augenblick nicht, was bei einer Kollision schlimmer wäre. Mit Hilfe des Bugstrahlruders und meiner inzwischen zweitägigen Erfahrung als Kapitän, schaffe ich es irgendwie an beidem ohne Schaden vorbei zu kommen, um dann in den letzten großen See zu fahren, dem Scharmützelsee.

An den nächsten beiden Tagen geht’s auf dem gleichen Weg zurück nach Zeuthen. Ein tolles Abenteuer für die Familie endet in der Haupstadt wieder mit Regen und Gewitter. Die Tour machen wir sicher noch einmal, dann aber mit Kapitänsmütze. Gerne auch in einem der Hausboote, die ausgestattet mit Lagerfeuer und Kaminofen in den letzten Jahren die Kanäle um Berlin erobert haben. Auf der “Heureka” fühlt man sich wie ein Kapitän, auf den Hausbooten wie Tom Sawyer und Huckleberry Finn. Oh, wie schön ist Brandenburg!

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Das ist die “Heureka” – Daten und Zahlen

Die “Heureka” ist ein Hausboote der Kormoran-Baureihe 1150. Sie sind aus Stahl und wurden von Kuhnle-Tours speziell für den Charterbetrieb entwickelt. Sie sind leicht zu manövrieren und bieten allen Komfort unter Deck. Ein großer Salon (1,95 m hoch) mit komfortabler Sitzecke, bis zu vier Kabinen, auf dem Achterdeck eine ca. 20 qm große Terrassen mit Tisch und Stühlen. Die zusätzliche Sonnenplattform auf dem Dach und eine geräumige Badeplattform runden das Angebot des Schiffes ab.

Weitere Daten:

  • Betten: 8
  • Kabinen: 2
  • Maße: 11,40 x 3,90 x 0,75 m
  • Hydraulisches Bugstrahlruder (in Querrichtung arbeitende Schrauben): Bedienung erfolgt vom Außen- oder vom Innensteuerstand; Vorteil: Schaltet sich bei längeren Manövern nicht wegen Überhitzung aus
  • Warmwasserheizung (Das Boot bleibt auch warm, wenn der Motor aus ist)
  • 12-Volt-Kfz-Steckdose für Mobiltelefone oder andere Geräte
  • Innen- und Außenfahrstand mit Echolot (nur in Deutschland) und Betriebsanzeigen (im Revier Bodden zusätzlich mit GPS-Gerät)
  • Buganker mit Winsch
  • Zweiter Anker mit Leine (Deutschland und Polen)
  • Durchfahrtshöhe etwa 2,85 m, der Tiefgang 0,75 m.
  • Das Achterdeck und die Seitendecks mittschiffs sind durch eine stabile, dreistufige Reling gesichert, die Gangbords im Bugbereich sind mit einer Anti-Rutschkante versehen.
  • Dieselmotor unter Salon schallisoliert
  • Wassertank 1000 l, Schmutzwassertank 1400 l, Dieseltank 530 l

Hinweis: Das Schiff wurde uns von der Firma “Kuhnle-Tours” für diese Reise zur Verfügung gestellt.

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Auf die Steine, fertig, los!

Bunte Steine, wohin man schaut und mittendrin zahlreiche glückliche Gesichter. Gar nicht so schwer zu erraten, wo wir uns hier befinden. Das Legoland in Günzburg, knapp 120 Kilometer vor München, ist seit nunmehr 15 Jahren das Highlight aller LEGO Fans. Egal ob groß oder klein.

Bunte Steine, wohin man schaut und mittendrin zahlreiche glückliche Gesichter. Gar nicht so schwer zu erraten, wo wir uns hier befinden. Das Legoland in Günzburg, knapp 120 Kilometer vor München, ist seit nunmehr 15 Jahren das Highlight aller LEGO Fans. Egal ob groß oder klein.

In den vergangenen Jahren hat sich der ursprüngliche Themenpark zu einer eigenen Urlaubsdestination gemausert. Neben den zahlreichen Tagesgästen nimmt die Zahl der Kurzurlauber kontinulierlich von Jahr zu Jahr zu. Auf genau diesen Trend hat LEGOLAND Deutschland reagiert und mit dem LEGOLAND Feriendorf eine eigene wunderbare Welt in unmittelbarer Nähe des Themenparks geschaffen. Vor knapp 4 Jahren haben wir das Legoland samt Feriendorf für uns entdeckt. Seitdem vergeht kein Jahr, in dem wir uns nicht ins bunte Getümmel werfen und wild drauflos bauen.

Legoland Deutschland

 

Langeweile? Hier existiert dieses Wort nicht. Action und Spaß sind rund um die Uhr garantiert. Egal ob im Park oder im angrenzenden Feriendorf.

Die Spannung im Auto steigt auf den letzten Kilometern. Kurz vor der Auffahrt ins Legoland ragt ein riesengroßer Legostein in den Himmel und weist uns den Weg ins bunte Paradies.
Ich blicke in meinen Rückspiegel und beobachte die Kids auf der Rückbank. Leuchtende Kinderaugen, rote Wangen. Freudestrahlend werden die Pläne der nächsten Tage durchgesprochen. „Sollen wir zuerst zur Kartbahn, oder doch lieber zum Hochseilgarten?“

Entscheidungen hier zu treffen fällt den Kids sichtlich schwer. Die Auswahl der Aktivitäten ist nämlich riesig.

Wir fahren auf den Parkplatz. Die Sonne strahlt mit den Kids um die Wette. Eine perfekte Ausgangssituation für die kommenden 3 Tage. Der Check-In schnell und unproblematisch.

Gut zu wissen: Buchbar sind nur Übernachtung mit Frühstück. Wer Abends im Feriendorf essen möchte und eventuell Lust auf ein großes und vor allem vielseitiges Buffet hat und zudem sparen möchte, sollte seinen Tisch im Dschungel Buffet Restaurant schon vor der Ankunft reservieren. Einfach per Telefon. Die Uhrzeit ist dann vor Ort flexibel wählbar. Wer sich nämlich schon im Vorfeld entscheidet spart bis zu 50 % des Kinderpreises.

Wer doch lieber Á la Carte essen möchte, kann sich im Restaurant „Zur Tafelrunde“ innerhalb der Königsburg oder im Steak House Restaurant verwöhnen lassen.

Schlafen wie ein Ritter oder doch lieber wie ein Cowboy?

Allein der Blick auf die Karte zeigt – das Feriendorf gleicht fast einer kleinen Stadt. Noch vor 5 Jahren hätte niemand davon geträumt, dass nun täglich mehr als 2000 Gäste im Feriendorf übernachten können.

Die Königsburg ist mit 68 Familienzimmern auf drei Stockwerken die größte der drei Burgen. Die Drachenburg verfügt, wie auch die Ritterburg, über 34 LEGO thematisierte Zimmer. Alle Burgzimmer haben getrennte Schlafräume mit ei­nem King­Size Bett für die Eltern und einem Stockbett für die Kinder sowie ein Bade­zimmer. Beson­ders majestätisch ist das Nächtigen in ei­nem der zwölf größeren Königszimmer der Königsburg für bis zu fünf Personen. Für das leibliche Wohl der Burggäste sor­gen im Erdgeschoss der Königsburg das Restaurant „Zur Tafelrunde“ mit Terrasse sowie die Bar „Zur Burgschänke“. Angrenzend an die Burg gibt es einen Spielplatz.

Wie bei den Burgen orientiert sich auch die Gestaltung der 72 Themenhäuser mit je zwei Familienzimmern an den Abenteuer­welten des Parks und lässt Kinderträume wahr werden: schlafen wie ein Pirat, ein Rennfahrer oder ein Schatzsucher. Alle 4­Bett­Zimmer bestehen aus zwei getrennten Schlafräumen mit Doppel­ und Stockbett.Die Zimmer sind alle mit viel Liebe zum Detail und natürlich mit der Extra-Portion Lego ausgestattet. Hier strahlen nicht nur Kinderaugen. In jeder Ecke versteckt sich ein weiteres Lego Element das perfekt zur Umgebung passt. Die 6 ­Bett­ Angebote haben einen offenen Wohnraum mit Doppel­ und Stockbett sowie zwei weitere Einzelbetten auf einer Zwi­schenebene. Einige Zimmer sind mit Durchgangstüren verbunden und kön­nen so von maximal acht Personen genutzt werden. Barrierefreie Zimmer stehen den Gästen auch zur Verfügung.

Doch nicht nur die Themenhäuser sind ein absoluter Hingucker. Egal wohin man schaut über all wimmelt es nur von Spielmöglichkeiten. Insgesamt 18 individuell an den Themen orientierte Spielplätze wie z.b. eine Go-Kartbahn, Kletterpyramiden, Holzschiffe, Rutschen sowie einen im Herzen des Dorfes angesiedelten Hochseilgarten, sind im Feriendorf verteilt. Wer mag kann auch gegen eine Leihgebühr eine Partie Minigolf spielen oder abends eine Runde Bowlen. Langeweile kommt hier garantiert nicht auf.

Lust auf Campen? Kein Problem. Insgesamt 175 Stellplätze für Wohnmobile, Wohnwagen und Zelte stehen den Besuchern zu Verfügung. Eine absolute Besonderheit – die Campingfässer für bis zu 4 Personen.

Aktuell wird wieder fleißig gebaut. Eine neue Unterkunft entsteht im Feriendorf. Piraten Island. Die neue Übernachtungsmöglichkeit im Piraten-Design verfügt über 142 Zimmer im LEGO Look und bietet Platz für bis zu 594 Gäste.

Legoland Deutschland

Pirate Island – Foto: Legoland Deutschland

Nachdem wir die Sachen im Zimmer verstaut haben, machen wir uns auf direktem Weg ins Legoland. Knapp 10 Minuten Fußweg vom Feriendorf entfernt kann der Spaß auch schon starten.

In den vergangenen 15 Jahren hat sich innerhalb des LEGOLAND Deutschland Resort einiges getan. Aktuell umfasst der Park 55 Attraktionen in insgesamt 9 Themenbereichen. Fantastische Modelle aus mehr als 56 Millionen LEGO Steinen, Achterbahnspaß, Shows, 4D-Kino und vieles mehr bereiten Familien mit Kindern im Alter von zwei bis zwölf Jahren ein einmaliges Erlebnis.

Die Themenwelten im Legoland Deutschland

Miniland

Legoland Deutschland

Das Miniland befindet sich unmittelbar am Eingang des Themenparks. Aus über 25 Millionen LEGO Steinen entstand hier eine eigene kleine Welt. Faszinierende Städte und Landschaften Europas wurden dabei im Maßstab 1:20 originalgetreu nachgebaut. Wer genau hinschaut, entdeckt überall zahlreiche kleine und vor allem interessante, auf die jeweiligen Modelle abgestimmte, Details. Zudem gibt es die Möglichkeit per Knopfdruck einigen Modellen Leben einzuhauchen. Zeit verliert hier absolut an Bedeutung. Schnell läuft man Gefahr sich in den kleinen, perfekt inszenierten Welten zu verlieren.

LEGO City

In der LEGO City können kleine und große Gäste eine Runde mit einem LEGO Boot fahren oder gar ihren eigenen LEGO Führerschein machen. Zudem kann man in der LEGO Fabrik einen Blick hinter die Kulissen werfen und zuschauen, wie die kleinen bunten Steine überhaupt gefertigt werden.

Land der Ritter

Angrenzend an die LEGO City kann man in das Land der Ritter eintauchen. Egal ob als Turnierkämpfer auf den flinken LEGO Pferden oder im Feuerdrachen durchs Schloss rasen. Hier werden kleine Ritter und Burgfräulein Träume real.

Legoland Deutschland

Imagination

Hier sind die Kleinen die Hauptakteure. Zahlreiche Duplo Attraktionen sowie ein HIPP Baby Service bieten den Eltern sowie den jüngsten LEGO Fans eine tolle Möglichkeit zum Spielen und Verschnaufen.

Land der Abenteuer

Sich einmal wie Indiana Jones in die Tiefen eines Wasserfalls stürzen oder bei einer Kanu Expedition gefährlichen Tieren begegnen. All das ist im Land der Abenteurer möglich. Kleine Helden ganz groß.

Reich der Pharaonen

Hier erwachen Mumien zum Leben und Pyramiden enthüllen ihre Schätze. Wer sich auf eine rasante und vor allem actiongeladene Fahrt durch die Zeit der Mumien und Pharaonen begeben möchte, sollte die Tempel X-pedition nicht verpassen.

Lego X-treme

In diesem Themenbereich wird es wild und nass. Neben der rasanten Project X Achterbahn spielt das Element Wasser eine bedeutende Rolle. Unter anderem erwartet die Besucher ein Wasserspielplatz, der rasante Wellenreiter sowie das Legoland „Atlantis by Sea Life. Zudem gibt es eine eigene Nintendo Zone mit zahlreichen Nintendo-Neuheiten sowie die Lego Studios, wo spannende eigenes für das Legoland kreierte 4D Abenteuer präsentiert werden.

Land der Piraten

Einmal ein Pirat sein und mit einem riesigen Schiff über die Wellen reiten. Das kann man mühelos in der Piratenschule. Zudem erwarten die kleinen Piraten viele weitere Spielmöglichkeiten.

Seit dem 01.April.2017 gibt es eine weitere neue Themenwelt innerhalb des Parks. Die LEGO NINJAGO World – ein interaktiver 4D-Fahrspaß inmitten eines knapp 7000 Quadratmeter großen Themenbereichs.

Im Stil einer asiatischen Klosteranlage können hier kleine Ninja Krieger ihre Fähigkeiten austesten und neue Kampftechniken erlernen. Nach dem Fahrspaß geht es entweder rauf auf die Kletterwand oder zum Reaktionstraining. Eben wie ein richtiger Ninja.

Nach insgesamt 3 Tagen und 2 Nächten steht erneut für uns fest – Wir kommen wieder. Das Legoland Deutschland in Günzburg verzaubert jede Generation. Egal ob Jung oder Alt. Zudem gibt es jedes Jahr zahlreiche neue Attraktionen und Events, die einen Besuch lohnenswert machen. Innerhalb dieser Saison finden noch bis September tolle Aktionen statt. Zudem gibt es in diesem Jahr viele tolle und zum Teil stark vergünstigte Geburtstagsangebote im Bereich der Feriendorf-Unterkünfte. Auch beim Kauf von Tageskarten kann man im Vorfeld sparen.

Also – Auf die Steine, fertig, los :)

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Familienurlaub bei Orry, Rep, Woops und Bing

Der Kofferraum des Landrovers ist bis unters Dach beladen. Koffer türmen sich über Skateboards und Regensachen, Gummistiefel und Proviant. Unser Ziel ist die Bispinger Heide, etwa eine Stunde südlich von Hamburg entfernt. Die nächsten fünf Tage ist der Center Parcs unser Domizil, ein riesiger Ferienpark mit 750 Ferienhäusern. Wir sind zu Besuch bei Orry, Rep, Woops und Bing, den vier Maskottchen des Parks.

Der Kofferraum des Landrovers ist bis unters Dach beladen. Koffer türmen sich über Skateboards und Regensachen, Gummistiefel und Proviant. Unser Ziel ist die Bispinger Heide, etwa eine Stunde südlich von Hamburg entfernt. Die nächsten fünf Tage ist der Center Parcs unser Domizil, ein riesiger Ferienpark mit 750 Ferienhäusern. Wir sind zu Besuch bei Orry, Rep, Woops und Bing, den vier Maskottchen des Parks.

1968 hat der Gründer von Center Parcs, Piet Derksen, sein erstes Camp in den Niederlanden eröffnet, inzwischen gibt es 21 Center Parcs in ganz Europa. Sein Ziel damals wie heute: Urlaub in der Natur ermöglichen. Nach knapp zweieinhalb Stunden Autofahrt ab Kiel haben wir Bispingen erreicht. 1995 hat Center Parcs in unmittelbarer Nähe des Orts Bispingen den ersten Ferienpark in Deutschland eröffnet. Auf 90 Hektar Fläche wurden 750 Ferienhäuser gebaut, die vor allem für Familien mit Kindern vorgesehen und auch ausgestattet sind.

Unser VIP-Ferienhaus ist ein Bungalow. Es gibt in dem Park in der Bispinger Heide neben den Bungalows auch die Möglichkeit in einem Baumhaus, auf Hausbooten oder im Hotel zu wohnen. Doch bevor wir dort einziehen können, heißt es erstmal warten. Um 15 Uhr öffnen sich die Pforten für die neuen Gäste und erst dann können die PKWs in den Park fahren. Aus Sicherheitsgründen und weil der gesamte Park nahezu autofrei ist. Die Kinder sind vom ersten Eindruck begeistert. Es geht im Schritttempo vorbei am tropischen Badeparadies Aqua Mundo, am Streichelzoo und zuletzt an zwei großen Spielplätzen. Was braucht ein Kinderherz mehr, um glücklich zu sein?

Familienurlaub - Center Parcs - Bispinger Heide - Joerg Baldin-3-3

Das Ziel ist erreicht. Der Landrover parkt vor dem Bungalow des Center Parcs Bispinger Heide, der Familienurlaub kann beginnen.

Bungalow 228 wird unser Domizil

Wir Erwachsenen sind eher gespannt auf das Ferienhaus. Nach knapp fünf Minuten Fahrtzeit erreichen wir Bungalow 228. Der Wohn-, Essbereich mit offener Küche macht einen großzügigen Eindruck. Es gibt zwei Schlafzimmer mit jeweils eigenem Bad und – das Highlight für unsere Jungs – ein Schlafzimmer für die Kinder mit eigenem TV. Das große Bad am Elternschlafzimmer verfügt zudem noch über eine Badewanne mit Whirlpoolfunktion und einer kleinen Infratotsauna. Aus dem Wohnbereich führt eine große Terassentür in den anliegenden Wald. Die Terrasse können wir aufgrund der schlechten Wetterlage leider kaum nutzen. Dennoch verspricht dieses VIP-Ferienhaus ein paar erholsame Stunden für die nächsten Tage.

Familienurlaub - Center Parcs - Bispinger Heide - Joerg Baldin--3

Foto (c) CenterParcs

Nachdem wir unsere Koffer im Haus verstaut haben, geht’s zurück in die Ortschaft Bispingen, der sich auf die Besucher des Center Parcs eingestellt zu haben scheint. Es gibt große Lebensmittelgeschäfte, in denen sich die Gäste mit Proviant und Getränken eindecken können. Denn nur wer nicht aufs Geld achten muss, der kann täglich in einem der – für einen Ferienpark relativ teuren – Restaurants des Center Parcs Essen gehen. Da unsere Buchung ein VIP-Paket enthält, werden uns jeden Morgen gegen 7.30 Uhr frische Brötchen an die Tür gebracht.

Zurück im Park geht’s auf die erste Erkundungstour. Unser Ziel auf dem Gelände ist der Market Dome, das zentrale Gebäude des Ferienparks. Hier sind alle Restaurants, einige Cafés, das Spieleland, ein kleiner Lebensmittelmarkt, einige Shops, die Bühnen und auch das Badeparadies Aqua Mundo zu finden.

Indoor-Spielewelt Baluba im Center Parcs Bispingen

Die Indoor-Spielwelt Baluba ist ein eher kleines, mehrgeschossiges Klettergerüst aus Netzen, durch das die Kinder kriechen, klettern und laufen können. Mehr auch nicht. Unsere Jungs (4 und 8 Jahre alt) hatten nach knapp 30 Minuten keine Lust mehr. Nahezu alle anderen Indoor-Aktivitäten sind kostenpflichtig. Ob Mini-Karts, die um eine Strecke um das Klettergerüst fahren, Trampolin, die Nutzung von Kletterwand oder Badmintonplatz- sollte das Wetter draußen schlecht sein, könnte der Urlaub teuer werden. Wollen die Kinder die wirklich spannenden Dinge machen, heißt es zuzahlen.

Jeden Abend findet Kinderanimation mitt Orry und Freunden im Market Dome statt, die von den meisten Kindern dankend angenommen wird. Vor der Kinderbühne findet regelmäßig eine Kids-Disco statt und zu Schluß wird aus Büchern eine Gute Nacht-Geschichte vogelesen.

Das tropische Badeparadies Aqua Mundo

Regelmäßig ertönt ein Schiffshorn im Aqua Mundo, danach verwandelt sich der große Badebereich in ein Meerwasser-Wellenbad. Das tropische Badeparadies Aqua Mundo ist zweifelsfrei das Highlight im Center Parcs Bispinger Heide. Der Eintritt ist für Bewohner des Parks kostenlos. Hier gibt es zahlreiche Dinge, die Kinder tun können. Drachenfels nennt sich ein kleines Kinder-Spaßbad mit Rutschen und Wasserspielen für die ganz Kleinen. Die Wildwasserbahn macht richtig viel Spaß, nicht nur für Kinder. Weil es einige Herausforderungen auf der Strecke zu meistern gibt. Zusätzlich gibt es noch zwei große Rutschen, eine schnelle und eine etwas langsamere Rutsche, die für den einen oder anderen Adrenalinschub sorgen. Kostenpflichtig, aber richtig toll, ist der Tauchschnupperkurs, der mehrmals in der Woche angeboten wird. Hier lernen die Kinder das Gerätetauchen kennen und können sich am Ende der eineinhalb Stunden mit dem Scooter unter Wasser ziehen lassen.

Nach fünf Tagen ist der kurze Urlaub zu Ende und für uns geht’s zurück in den hohen Norden. Die Kinder waren begeistert von Orry, Rep, Woops und Bing. Nachhaltig in Erinnerung geblieben ist das tropische Badeparadies Aqua Mundo, den Wildwasserkanal und der Schnupperkurs im Tauchen. Und für glückliche Kinder lohnt sich ein Ausflug zum Center Parcs Bispinger Heide allemal.

Weitere Informationen zum Familienurlaub im Center Parcs

Weitere Informationen und Buchungsmöglichkeiten sind auf der Webseite von Center Parcs zu finden.

Hinweis: Die Reise fand auf Einladung statt.

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Alster oder Elbe? Eine Hamburger Glaubensfrage

Elbe oder Alster? Was sich so profan anhört, mutiert für viele Hamburger zu einer echten Frage der Ehre und die Antwort zu einem echten Glaubensbekenntnis. Was ist einem lieber? Möwen oder…

Elbe oder Alster? Was sich so profan anhört, mutiert für viele Hamburger zu einer echten Frage der Ehre und die Antwort zu einem echten Glaubensbekenntnis. Was ist einem lieber? Möwen oder Schwäne? Strandperle oder Alex? Containerriese und Kreuzfahrtschiffe oder doch lieber weiße Flotte? Als Hamburger muss man sich entscheiden oder zumindest kommt es einem so vor. Denn ständig soll man sich bekennen. Nun gut. Ich persönlich tendiere eindeutig zur Elbe, der Hauptschlagader Hamburgs.

Wenn ich Besuch bekomme, dann ist die Elbe für mich als „Einheimischer“ immer die erste Anlaufstelle, wenn es um die Frage geht „Was muss man in Hamburg gesehen haben?“. Ein Hamburg-Besuch ohne Stippvisite im Hamburger Hafen – undenkbar. Was man dabei auf keinen Fall verpassen sollte…

Unter der Elbe

Urlaub in Hamburg - Torben Knye --7Rund 24 Meter in die Tiefe und gut 425 Meter geradeaus bringen einen auf die andere Seite der Elbe und damit zu einem Blick auf den Hamburger Hafen, den man so normalerweise nicht kennt. Seit 1911 kann man durch den Alten Elbtunnel auf die andere Elbseite gelangen – zu Fuß, per Fahrrad oder auch mit dem Auto. Einen leichten Gelbstich hat es hier unten, wenn das Neonlicht von der gelb gekachelten Röhre reflektiert wird. Ein bisschen wie von einer anderen Welt.

Kein Wunder also, dass der Alte Elbtunnel bei Hobbyfotografen und –filmern so beliebt ist. Vom hochkarätigen Haute Couture Mode-Shooting bis zum privaten Pornodreh – der Tunnel hat schon so einiges gesehen. Ständig ist hier unten etwas los. Werft-Schichtarbeiter auf dem Weg zur Arbeit, Touristen und Hamburger nutzen diesen kurzen und praktischen Weg nach „drüben“, wo einem die Landungsbrücken und der Schiffsverkehr praktisch zu Füßen liegen.

Tipp: Für Kinder ist ein Spaziergang oder eine Radtour durch den Alten Elbtunnel das größte. Na ja, eigentlich ist es der Blick auf die Elbe und der Verkehr auf dieser – stundenlang „Schiffe gucken“ vor atemberaubender Kulisse wie die Landungsbrücken. Ein Traum! Infos und Öffnungszeiten

Auf der Elbe

Wer Hamburg besucht, sollte auf der Elbe geschippert sein. Nur so bekommt man wirklich ein Gefühl für den Hamburger Hafen. Bei einer Hafenrundfahrt kann man tief in den Industriehafen eintauchen und Kräne, Werften und Containerriesen ganz von der Nähe entdecken. Mit viel Witz, Erfahrung und Authentizität erzählen die Barkassen-Kapitäne lustige, traurige und spannende Geschichten vom Hamburger Hafen, den Menschen und Schicksalen hinter den Kulissen des „Tor zur Welt“. So nah wie hier kommt man den Schiffen nie. Und leckeres Astra-Bier gibt es an Bord auch. Und: Wenn man hier eine große Hafenrundfahrt bucht, bekommt man auch wirklich das, was man erwartet. Unsere Empfehlung: Eine Fahrt mit der „Seuten Deern“ von Barkassen Meyer.

An der Elbe

Wenn man im Sommer in Hamburg ist, sollte ein Besuch des Elbstrands nicht auf der To Do-Liste fehlen. Wem es zu weit bis zum Nord- oder Ostseestrand ist, ist hier genau richtig. Spazieren gehen, in der Sonne liegen und Schiffe gucken (sie merken schon, Hamburger machen das ständig – und nicht nur im Sommer) oder ein kühles Bierchen in der Strandperle, Hamburgs erstem und originalem Beachclub, genießen – was kann entspannter sein?! Wie man am besten dorthin kommt?

Urlaub in Hamburg - Torben Knye --4

Natürlich stilecht mit der 62er Hafenfähre, die wie Busse und Bahnen zum öffentlichen Nahverkehr gehört. Kleine Hafenrundfahrt inklusive. Und bei wem die Zeit nicht reicht, sollte zumindest auf ein kurzes Getränk in einen der Beach Clubs an der Hafenkante einkehren. Es lohnt sich. Beim leckeren Kaltgetränk kann man von hier aus nämlich – sie ahnen es – perfekt Schiffe gucken. Unbedingt bei der Strandperle reinschauen.

Übrigens: seit diesem Winter gibt es direkt an der Elbe eine neue Attraktion, das neue „Wahrzeichen“ der Stadt. Vielleicht haben Sie ja schon davon gehört. Die Rede ist natürlich von der Elbphilharmonie, einer der modernsten Konzerthäuser der Welt. Das markante Gebäude ist schon nach kurzer Zeit ein weltweit beliebtes Fotomotiv, aber auch der Blick von der Aussichtsplattform (oder Plaza) der Elbphilharmonie hat es in sich. Er gehört sicher zu einem der schönsten Elbe-abwärts-Blicke in Hamburg. Versprochen!

Natürlich gibt es in Hamburg noch viel mehr zu sehen und zu erleben – auch abseits der Elbe. Viele Informationen und Tipps bietet dabei die Website von Hamburg Tourismus unter www.hamburg-tourism.de

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Entspannen mit allen Sinnen in Oberstaufen

Einfach mal auf die Stopp-Taste drücken und die Zeit einfach so zurückspulen um die vergangenen Tage immer und immer wieder genießen zu können! Genau jetzt wäre der ideale Moment dafür…

Einfach mal auf die Stopp-Taste drücken und die Zeit einfach so zurückspulen um die vergangenen Tage immer und immer wieder genießen zu können! Genau jetzt wäre der ideale Moment dafür – meinen gepackten Koffer in der einen, meine Jacke in der anderen Hand schaue ich noch ein letztes Mal gedankenverloren von meinem Balkon auf das vor mir liegende Alpenpanorama und erneut durchfährt mich ein warmer, wohliger Schauer.

Genießen und Entspannen

Genau das waren meine Absichten, als ich mich auf den Weg ins Allgäu – genauer gesagt nach Oberstaufen – gemacht habe. Natürlich habe ich mich im Vorfeld über das 4*S Hotel Bergkristall Natur und Spa, meine Bleibe der nächsten Tage informiert und mir zahlreiche Fotos und Infos im Netz angeschaut. Stets mit der Frage – trifft diese Vision auch in der Realität zu? Oder werden wie so oft in dieser Branche Bilder dazu genutzt die Realität einfach nur durch die rosarote Brille zu sehen.

In diesem Fall war die Realität sogar noch ein wenig schöner wie auf den Fotos. Schon beim Betreten des kleinen aber feinen Foyers erwartet mich ein warmes Hallo. Der Mitarbeiter hält mich gar nicht mit langen Gesprächen rund um den Check-In auf sondern lädt mich direkt auf einen kleinen Begrüßungssekt auf die Außenterrasse ein. Ungewöhnlich, aber schön. Der Grund für diese Vorgehensweise wird mir dann auch beim Betreten der Außenterrasse sofort klar.

Check-In mit grandioser Aussicht

Der Anblick, der sich mir hier bietet ist so wunderschön, dass es mir im ersten Moment die Sprache verschlägt. Vor mir erstreckt sich ein weitläufiges Alpenpanorama. So weit, so tief und so charakteristisch für das Allgäu. Idealerweise scheint auch noch die Sonne und die schneebehangenen Gipfel glänzen mit ihr um die Wette. Einfach perfekt!

Ich erhalte meinen Sekt, genieße die warmen Sonnenstrahlen und merke, wie der erste Schritt zur Entspannung gerade in diesem Moment stattfindet. Der Check-In wird kurzerhand nach draußen verlegt und somit erhalte ich alle wichtigen Details rund um das Haus sowie meine Zimmerkarte in einer wunderbaren Atmosphäre. Ein perfekter Einstieg!

Wunderbares Alpenpanorama

Nach dem Check-In geht es direkt zur Hausführung. Der erste Eindruck – Elegant, rustikal und absolut einladend.

Gesunder Genuss

Unterhalb des Empfangs befindet sich das Restaurant mit angrenzender Außenterrasse. Wer die Genießerpension wählt, darf sich hier von 7.30 Uhr – 11 Uhr auf ein reichhaltiges und vor allem sehr leckeres und gesundes Frühstück freuen. Von frischen Backwaren bis hin zum frisch zubereiteten Omelette sowie zahlreichen selbst gemachten Aufstrichen und einer Vielzahl an Wurst und Käsesorten findet hier jeder etwas für seinen Geschmack.

Weiter geht es von 12 Uhr – 14 Uhr mit einem sehr leckeren Wellnessbuffet. Frische Salate sowie eine Tagessuppe und ein warmes Gericht mit Beilagen stärken den Gast für den weiteren Tagesverlauf.

Direkt im Anschluss von 14 Uhr – 17 Uhr werden die Gäste mit selbstgebackenem Kuchen verwöhnt. Ein Genuss für den Gaumen und ein Muss bei ihrem Aufenthalt!

Zwischen 18.30 Uhr – 20.30 Uhr erwartet Sie dann ein 5 Gänge Menü, das seinesgleichen sucht. Hier genießen Sie wahrlich mit allen Sinnen. Das Beste – wer mag, kann zwischen der Genießerpension, die unter anderem auch die Beilagen wie Käsespatzen usw. beinhaltet oder der Vitalpension nach Montignac wählen. Die Montignac-Methode ist ein einzigartiges Ernährungskonzept, das für alle bestimmt ist, die wirksam und dauerhaft abnehmen, ihr kardiovaskuläres Risiko verringern und dem Entstehen von Diabetes Typ II vorbeugen möchten.

Zudem wird insgesamt bei der Zubereitung der jeweiligen Speisen auf weißen Zucker sowie Weißmehl verzichtet. Also Genuss ganz ohne Reue. So oder so bietet das Hotel Bergkristall kulinarisch ein wirklich ausgewogenes und auf alle Geschmäcker ausgerichtetes Angebot. Weitere Infos zum „Gesunden Genuss“

Entspannen mit Aussicht

Neben dem Panoramarestaurant ist das Kristall SPA auf seinen 2000 qm sowie die Saunalandschaft „Nagelfluh“ mit Panoramasauna, Biosauna und Soledampfbad ein weiterer Baustein auf dem Weg zur Entspannung und Erholung.

Mit sehr viel Liebe zum Detail lädt besonders die Saunalandschaft zum längeren Verweilen ein. Offen, lichtdurchflutet und in zarte Farben gehüllt bietet es eine perfekte Kulisse für eine erholsame Auszeit. Mein Highlight neben dem wunderbaren Ausblick aus der Panoramasauna war das Soledampfbad. Hier konnte ich perfekt abschalten. Frischer Minzduft erfüllt die Luft, der warme Dampf umhüllt meinen Körper und das dunkle Ambiente lädt dazu ein, einfach mal die Augen zu schließen und die Wärme sowie die wohltuende Luft auf sich wirken zu lassen. Danach eine erfrischende Dusche sowie ein Gang durch das Kneippbecken.

Zum Abschluss geht es in den Ruheraum, der mir erneut einen wunderbaren Ausblick auf das vor liegende Panorama bietet. Einatmen und sich einfach fallen lassen. Wunderbar!

Vielfalt im SPA

Aktuell verwöhnt ein auf die unterschiedlichen Anwendungsgebiete wie z.B. Ayurveda, unterschiedliche Massagetechniken, Gesichts- und Körperbehandlungen uvm. spezialisiertes Team in insgesamt 10 Behandlungsräumen des SPAs die Gäste des Hauses und bietet ein umfangreiches Beauty und Wohlfühlprogramm für Mann und Frau.

Wichtig zu wissen – hier sind nur Fachleute am Werk. Meine Rückenmassage wurde z.B. von einem Kinestherapeuten durchgeführt der mit gekonnten Handgriffen direkt das Übel erkannt und angegangen ist. Eine Rückenmassage mit entspannender Nachwirkung.

Neben den zahlreichen Beautytreatments spielt ebenso die Gesundheit eine sehr wichtige Rolle im Gesamtkonzept des Hotel Bergkristall. So wird ganzjährig z.B. die Detox Woche sowie das Fasten nach Schroth angeboten. Natürlich unter ärztlicher Aufsicht. Der Gast kann hier aus einer Vielzahl an Wellness-Paketen wählen und so die perfekte Auszeit ganz nach seinem oder ihrem Typ und den individuellen Wünschen wählen. Weiterhin verfügt das Hotel, das zugleich Partnerhotel des Verbundes Alpenwellness Allgäu ist, über einen neuen Panorama-Fitnessraum der ausschließlich Technogym-Geräte aufweist sowie einen Kursraum, wo täglich zahlreiche Aktiv- und Entspannungsprogramme angeboten werden. Überblick über die zahlreichen Spa-Möglichkeiten

Ein weiteres persönliches Highlight auf meiner Entdeckungstour war der wunderbar beheizte Infinity-Pool mit angrenzender Sonnenterrasse. Schnell erwischt man sich dabei, wie man am Rand des Pools lehnend den Blick über das Alpenpanorama schweifen lässt und dabei Zeit und Raum vergisst.

Wohlfühlzimmer mit viel Freiraum

Neben den zahlreichen kulinarischen und entspannenden Highlights sind natürlich die Zimmer ein weiterer wichtiger Aspekt. Hier bietet das Hotel Bergkristall Zimmer mit sehr viel Freiraum zum wohlfühlen. Groß, lichtdurchflutet und alle mit einem Balkon zur Südseite ausgerichtet bieten sie dem Gast eine perfekte Rückzugsmöglichkeit.

Kleiner Tipp: Wer mag, sollte unbedingt bei offenem Fenster schlafen und die frische Bergluft auch in der Nacht genießen.

Hotel mit Herz

Doch was wären all die Annehmlichkeiten, wenn man sich als Gast nicht willkommen fühlt. Dies trifft im Hotel Bergkristall auf keinen Fall zu. Die Gastgeber des Hauses, die Familie Lingg sind allgegenwärtig und versprühen mit ihrer Anwesenheit und ihrer Freundlichkeit ein Gefühl von Familie.

„Nach Hause kommen und sich wohlfühlen“ – hier im Hotel Bergkristall ist das keine typische Hotelfloskel – hier wird Familie gelebt. Ein netter Plausch am Abend, ein herzlicher Willkommensgruß am Nachmittag – egal zu welcher Tageszeit empfangen sie drei Generationen der Familie Lingg mit offenen Armen und einem ehrlichen Lächeln.

Fazit:

Ich habe mich während meines Aufenthalts sehr wohl und erholt gefühlt. Die Freundlichkeit sowie Gelassenheit der Mitarbeiter haben sich positiv auf mich ausgewirkt und mir perfekt dazu verholfen mich selbst vom Alltagsstress zu lösen. Der Gaumenschmaus – zu jeder Tageszeit – war im wahrsten Sinne des Wortes ein Genuss für alle Sinne – auch die qualifizierte Beratung der Weinauswahl.

Nach nur einem Wochenende spürte ich die längst vergessene Entspannung und die damit verbundenen Annehmlichkeiten und konnte gestärkt wieder in meinen regulären Alltag zurückkehren.

Tja, und vielleicht finde ich ja doch noch die Wiederholungstaste und wir sehen uns ganz bald wieder – im Hotel Bergkristall in Oberstaufen, einem Ort, an dem Entspannung oberste Priorität hat und wo Gastfreundschaft nicht nur ein Wort, sondern ein allgegenwärtiges Gefühl ist.

Weitere Infos zum Hotel Bergkristall Natur und Spa

Hier finden Sie zahlreiche Videos aus den verschiedenen Hotelbereichen 

Gäste des Hotel Bergkristall erhalten zudem die Oberstaufen Plus Card mit der weitere kostenfreie Aktivitäten in und um Oberstaufen während des Aufenthalts inkludiert sind.

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Winterwanderungen durch den Schwarzwald

Bei Winterurlaub denken viele direkt an Skifahren, doch auch Wanderungen in einer verschneiten Winterlandschaft können absolut atemberaubend sein. Und dafür muss man noch nicht mal in ferne Länder reisen. Einige…

Bei Winterurlaub denken viele direkt an Skifahren, doch auch Wanderungen in einer verschneiten Winterlandschaft können absolut atemberaubend sein. Und dafür muss man noch nicht mal in ferne Länder reisen. Einige der schönsten Wanderrouten für den Winter befinden sich in der Gegend rund um den Schwarzwald.

Jeder, der schon mal im Winter eine längere Wanderung unternommen hat, weiß, dass die richtige Kleidung und eine gute Ausrüstung wichtige Voraussetzungen dafür sind, dass die Wanderung zu einem schönen Erlebnis wird. Deswegen sollte man auf jeden Fall in qualitativ hochwertige Wintersportbekleidung investieren. Dazu gehören zum Beispiel eine wind- und wasserabweisende Jacke, atmungsaktive Hosen sowie wasserdichte feste Schuhe, mit denen man auch beim Wandern auf nassem, rutschigen Untergrund guten Halt hat.

Die schönsten Winterwanderwege

In Deutschland insbesondere in der Schwarzwald-Region gibt es einige der schönsten Wanderrouten durch die Natur. Hier gibt es Wanderwege für Anfänger genauso wie für erfahrene Wanderer, die sich schon längere Touren zutrauen. Zu den einfacheren Routen zählt zum Beispiel der Panorama-Winterwanderweg über den Sonnenweg. Dieser führt durch den südlichen Schwarzwald und hält atemberaubende Ausblicke über die schneebedeckten Landschaften bereit. Die Strecke umfasst ca. 3,4 km, die man in einer guten Stunde bewältigen kann. Es ist allerdings empfehlenswert, sich etwas mehr Zeit zu nehmen, und die herrliche Natur entlang der Wege ausgiebig zu genießen.

Winterwanderungen im Schwarzwald

Wunderschöne Wanderwege durch den Schwarzwald im Schnee. Foto: istock.com/Kozyreva

Winter im Schwarzwald – Von St. Georgen nach Triberg

Im mittleren Schwarzwald kann man in ca. drei Stunden von St. Georgen bis nach Triberg wandern. Diese Route umfasst bereits 11 km und gehört damit zu den fortgeschrittenen Wegen. Die Wanderung startet auf 800 bis 1.000 Metern Höhe in der Bergstadt St. Georgen. Der geführte Wanderweg runter nach Triberg wird im Winter sogar geräumt und ist somit ganzjährig gut zugänglich. Die Route führt durch den Roßbergwald auf 900 Metern Höhe und vorbei am Traditionsgasthaus “Staude”, in dem man sich nach ca. der Hälfte der Strecke stärken kann.

Seeuferweg

Eine ebenfalls eindrucksvolle Strecke ist der Seeuferweg. Die Wanderung führt vorbei an den Ufern des Schluchsees und entlang des Unterkrummenwaldes. Für Hobbyfotografen ist diese Tour perfekt, da sich immer wieder unbeschreiblich schöne Panoramablicke auf den See und die Winterlandschaft ergeben. Auch für Familien ist diese Route ideal, da sie im Winter immer geräumt wird und kinderwagengerecht ausgebaut ist.

Wenn also dieses Jahr ein Urlaub im Dezember oder Januar ansteht, ist der Schwarzwald für Familien genauso wie für Aktivurlauber absolut empfehlenswert.

Hinweis: Titelbild: istock.com/cris180 – Kooperationsartikel

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Deutschlands nördlichste – und kälteste – Literaturtage

Wissen Sie, was die Sylter ihren Gästen sagen, wenn die über Sturm auf der Insel klagen?“ Professor Dr. Rainer Moritz schaut in die Runde der etwa 130 Zuhörer, die ins…

Wissen Sie, was die Sylter ihren Gästen sagen, wenn die über Sturm auf der Insel klagen?“ Professor Dr. Rainer Moritz schaut in die Runde der etwa 130 Zuhörer, die ins Hotel Rungholt in Kampen mit der Erwartung gekommen sind, einen ganz besonderen Abend zu erleben. Sie werden drei Stunden später nicht enttäuscht sein. Der Literaturwissenschaftler lässt eine kleine Pause. Dann gibt er selbst die Antwort: „Sturm ist erst, wenn die Schafe keine Locken mehr haben.“

Ein Grund nach Sylt zu kommen – Literatur in Kampen

Rolf E. Brönnimann, Hoteldirektor des Hotels Budersand in Hörnum, hatte 2014 eine Idee: Mit einem langen Literaturwochenende bekommen wir auch im wetter-unfreundlichen November viele Betten belegt. Der gebürtige Schweizer besprach sich mit den Chefs anderer Sylter Privathotels, die in die gleiche Richtung dachten. So starteten das Landaus Stricker, das Rungholt auf dem Roten Kliff von Kampen, das Fährhaus Sylt in Munkmarsch, der Benen-Diken-Hof in Keitum und das Budersand die ersten drei Sylter Literaturtage. Mit Erfolg. 2015 wiederholten die fünf Hoteliers ihre drei tollen Tage im Herbst, in diesem Jahr wurden daraus fünf. 1.127 Tickets wurden für die Sylter Literaturtage verkauft, elf Autoren lasen Geschichten und Gedichte, darunter der Österreicher André Heller und ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo, „Tatort“-Kommissar Miroslav Nemec, die Hamburger Journalistin Ildikó von Kürthy und das Schriftsteller-Paar Astrid Ule und Eric Hansen. Als Moderatoren fungierten Elke Heidenreich und Prof. Dr. Rainer Moritz. Der Ehren-Professor des Hamburger Literaturhauses war es auch, der vor der Begrüßung von Miroslav Nemec seinen Gästen die „Sturm-Frage“ stellte. Mal trafen sich Autoren und Zuhörer morgens um 11 Uhr bei Kaffee und Orangensaft, mal um 18 Uhr bei Wein und einem 3-Gänge-Menü. Alle Veranstaltungen waren bis auf wenige Plätze ausgebucht. Der Schreib-Workshop, zum dem Doris Dörrie am Samstagnachmittag zwischen 13.30 und 16.30 im Budersand bei Kaffee und Gebäck einlud, hätte statt 35 Teilnehmer auch 100 haben können. Die aber hätten das Format gesprengt.

Kreative Events sind in den Wintermonaten gefragt

Damit ihre Betten auch zwischen November und März nicht leer bleiben, lassen sich nicht nur Sylter Hoteliers etwas einfallen. Auch in anderen Badeorten an der Nordsee wie der Ostsee wird mit Kulturellem geworben. Theater-, Film – und Kabarett-Wochenenden locken hier, Töpfer- und Malkurse dort. Es gibt „Rügener Romantiktage“, „Reitwochen für Anfänger in Nordvorpommern“ und „Winterzauber im Grand Hotel Heiligendamm“, man kann – warm angezogen – mit einem Kutterfischer auf Dorsch-Angeltour gehen oder Natur pur erleben an der Müritz. Viele Hotels an den Küsten bieten günstiger als im Sommer Golf- und Wander-Arrangements. Selbst die Tiere verdingen sich als Werber für die Herbergen der Menschen: So sammeln sich beispielsweise im Herbst in Bodden- und Ostseenähe viele Kraniche für Ihren Flug ins Winterquartier. Des beeindruckenden Schauspiel wegen, wenn die Vögel herumhüpfen, balzen und laute Rufe ausstoßen, kommen Jahr für Jahr tausende in die Region.

Natürlich dreht sich in den kalten Monaten besonders viel um Wellness. Jedes Spa an Nord- und Ostsee wird heiß beworben. In eine Welt der Ruhe und Entspannung einzutauchen, getrennt von Meer, Dünen oder Strand nur durch eine Glasscheibe, lässt Körper und Geist davonsegeln. Auf Sylt bekannt ist das Spa.budersand. Massagen, Körper- und Kosmetikbehandlungen gelten als das Nonplusultra. Mehrfach haben Tester es mit Auszeichnungen gewürdigt – zuletzt der Relax Guide 2017 mit 17 Punkten und drei Lilien unter die besten 20 Wellness Hotels in Deutschland gehoben.

Entspannte Autoren treffen auf interessierte Zuhörer

Die Bücher-Fans kommen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz – die Autoren „fast umsonst“, so Christian Matthiesen, der zuständig fürs Marketing der Privathotels Sylt ist. Außer einer kleinen Aufwandsentschädigung bekämen die Literaten für ihren Auftritt lediglich ein, zwei Tage in einem der herrlichen Hotels geschenkt. Wer die Künstler auf Sylt in diesem Jahr erlebt hat, glaubt das gerne. Keiner wirkte gezwungen oder gestresst, alle Autoren waren entspannt, fröhlich, ja sogar ausgelassen. Ihnen haben die Tage auf der Nordseeinsel Spaß gemacht, den Zuhörern sowieso.

„Geschichten und Gedichte erzählen von der Welt, in der wir leben“, versuchte Elke Heidenreich bei den Sylter Literaturtagen den Bogen über Autoren und Texte zu spannen. „Sie kennen unsere heimlichsten Gedanken, Gefühle und Erfahrungen und zeigen uns: wir sind alle einzigartig, aber wir sind nicht allein. Wir sind aufgehoben in den Erzählungen der Schriftsteller seit tausenden von Jahren – nichts und niemand ist vergessen, und ob es Familiengeschichten, politische Biographien, kleine Alltagsbeobachtungen oder Thriller sind – wir kommen darin vor, denn wir Menschen ähneln uns in unsern Ängsten, Lieben, Hoffnungen und Enttäuschungen.“ Rolf E. Brönnimann sprach von einem „Band der Texte“, das die Literaturtage im grauen Herbst so schön und tröstlich macht: „Dieses Band weht von den Autoren auf der Bühne zu den Gästen vor ihnen.“

Fazit: Die Sylter Literaturtage funktionieren im November auch deswegen, weil es in diesen Tagen draußen so wenig anheimelnd ist, wenn der Regen an den Reetdächern der Sylter Häuser herunterläuft, das Meer vor den Stränden so grau wie sonst nie ist und der Sturm dafür sorgt, dass die Schafe keine Locken mehr haben …

Hotels

Unterkünfte an der Nordsee

Bezahlen auf Sylt

Einige Geschäfte auf Sylt akzeptieren EC- und Kreditkarten. Wer die Abhebegebühren umgehen möchte, für den lohnt sich die Anschaffung einer kostenlosen Kreditkarte. Mehr Tipps zur Zahlung im Urlaub gibt es auf unserer Service-Seite: Geld im Urlaub.

 

 

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