Europa

Europa – Traumziele erreichen mit einer Reise durch Europa, mit Reisen nach Deutschland, Griechenland oder in alle Welt. Immer noch nicht sicher, wohin der nächste Urlaub gehen soll? Bei uns gibt’s die besten Urlaubstipps und Reportagen über Traumreisen und Kreuzfahrten. Zu den Frühbucher Angeboten



Piraten in Sicht

Kleine und große Piraten ahoi und klar zum Entern – seit ein paar Wochen treiben wilde Seeräuber im Legoland Deutschland in der Nähe von Günzburg ihr Unwesen und haben es sich sogar richtig gemütlich gemacht. Natürlich wie es sich gehört in einem eigenen Piratenhotel samt Anlegestelle für das große Piratenschiff.

Eleine und große Piraten ahoi und klar zum Entern – seit ein paar Wochen treiben wilde Seeräuber im Legoland Deutschland in der Nähe von Günzburg ihr Unwesen und haben es sich sogar richtig gemütlich gemacht. Natürlich wie es sich gehört in einem eigenen Piratenhotel samt Anlegestelle für das große Piratenschiff.

Wer das Legoland kennt weiß, hier ist alles bis ins kleinste Detail durchdacht. Das Feriendorf, in unmittelbarer Nähe des Freizeitparks, ist in den vergangenen Jahren rasant gewachsen. Angefangen hat alles vor ein paar Jahren mit einzelnen Themenhäusern. Mit der Zeit wuchs die Nachfrage und komplette Hotels, samt Restaurants und Cafés wurden gebaut. Nun gibt es seit diesem Jahr ein neues Themenhotel. Ganz im Stil der fruchteinflössenden Piraten.

Pirateninsel und Co.

Ich finde es immer wieder beeindruckend wie es Lego schafft, in kürzester Zeit eine eigene Themenwelt aus dem Boden zu stapfen. Die Pirateninsel samt Restaurant, Café und Spielplatz ist ein absoluter Hingucker. Meine Kinder sind große Fans des Freizeitparks und somit auch regelmäßige Besucher. Sie sind sozusagen mit dem Legoland groß geworden. In diesem Jahr habe ich zum ersten Mal die Befürchtung gehabt, dass das Alter meiner Kinder mir einen Strich durch unsere Rechnung setzen würde. Unsere Große ist 13 und die Zwillinge 12. Ein heikles Alter – besonders in Hinsicht auf Lego. Doch es kam alles anders als erwartet…


 

Schon bei der Ankunft sind die Kids spürbar nervös im Auto. „Wer sieht den großen Legostein zuerst“ ruft mein Sohn? Die Mädels fiebern mit und rufen wild durcheinander. Gute Laune und strahlende Gesichter. Perfekt. Wir fahren weiter Richtung Feriendorf. Und da ist es schon, das neue Piratenhotel. Die Kids sind allein von der Dimension überwältigt. „Wow, ist das groß“ klingt es von der Rückbank. Und wirklich, groß ist es. Bunt und groß. Wie es sich für Lego gehört. Wir parken unseren Wagen hinter dem Hotel und gehen…na ja, ich gehe, die Kids rennen auf das Hotel zu. Und was soll ich sagen…plötzlich sind da drei wunderbar harmonische ( … und das will schon was heißen. Wir befinden uns gerade mitten in der Pubertät und da sind Reibereien an der Tagesordnung) Kinder, die direkt das große Piratenschiff für sich einnehmen. Piraten Ahoi! Und da stehe ich..komplett allein und ein wenig ratlos. Doch genau das ist es ja, was wir Eltern uns wünschen. Glückliche Kinder :) Und die habe ich jetzt. Ich lasse die Kids spielen und hole den Schlüssel für unsere Bleibe der kommenden drei Tage. 

Schlummern wie Piraten 

Samt Koffer betrete ich das Zimmer. Die Kinder stürmen an mir vorbei und besetzen sofort die einzelnen Betten. Schnell ist klar, wer wo die nächsten 2 Nächte schläft. Danach geht es direkt zur nächsten Tagesordnung. Wer schon mal in einem Legoland Feriendorf Hotel übernachtet hat, weiß – Schatzsuche steht auf dem Programm. Die Kids müssen ein Rätsel lösen und dafür eine kleine Schnitzeljagd durch das Hotel machen. Eine geniale Idee – denn so lernen Sie das Hotel natürlich besser kennen. Es gilt einen Zahlencode zu ermitteln. Damit öffnet sich dann der Safe und Voila – hier versteckt sich dann eine kleine Überraschung. Was ? Na ja, das wäre nun gemein zu verraten. Da müsst ihr schon selbst aktiv werden :)


 

Da wir relativ spät angereist sind, steht für uns das Abendessen als nächster Tagespunkt auf dem Programm. Wir haben uns im Vorfeld im Internet die einzelnen Restaurants angeschaut. Hier gibt es nämlich eine komplette Übersicht samt Preise. Unser Tipp: Stets vor der Anreise reservieren. So vermeidet man lange Wartezeiten.

Piraten Schmaus mit Special Effects 

Das hoteleigene Restaurant die „Piraten Taverne“ ist auf jeden Fall ein Besuch wert. Hier werden die kleinen Gäste ganz flott mit ins Geschehen gezogen, um für Ordnung und natürlich auch die notwendige Portion Piratenfutter am eigenen Tisch zu sorgen. Ein Spaß für alle Beteiligten. Das Essen ist in 3 Menüvorschläge unterteilt. Hähnchen, Rind und vegetarisch. Die dazugehörige Auswahl der Speisen ist so umfangreich – satt wird hier garantiert jeder. Egal ob groß und Klein. Ein großer Vorteil: Die Softgetränke sind komplett inkludiert. 


 

Unser Resümee: Normalerweise waren wir stets große Fans des Dschungel-Buffets. Ein gutes Preis – Leistungsverhältnis und dafür Essen und Trinken satt. 

Doch die Piraten-Taverne hat mehr als überzeugt. Die Auswahl der Gerichte war sehr ansprechend und vor allem sehr lecker. Den Kindern hat es sehr gut geschmeckt. Zudem war das Ambiente einfach super. Die Kids fanden es klasse, Teil der kompletten Szenerie zu werden. In der Piraten Taverne wurde auf viele kleine Details geachtet. Egal ob das Piratentuch für die kleinen und großen Gäste oder die Spielecke im separaten Bereich des Restaurants. Hier gibt es eine weitere Neuheit. Kinder können ihre eigenen Fische auf einem Blatt Papier bunt anmalen und beschriften. Danach legt man das Blatt unter einen Scanner und schwups landet der Fisch in einem überdimensionalen Aquarium. Da staunen nicht nur die Kinder. 

Auf ins Abenteuer!

Nach einer erholsamen ersten Nacht und einem ausgiebigen Frühstück geht es für uns natürlich direkt in den Park. Aber auch hier kommen mir immer wieder Bedenken – Wir waren nunmal schon öfter hier im Park. Würde es den Kids immer noch so gut gefallen? 


 

Gegen Mittag werfe ich meine Bedenken komplett über Bord – wenn wir schon bei den Piraten bleiben wollen :). Die Kids genießen jeden einzelnen Winkel des Parks und freuen sich ihre Lieblingsattraktion aus dem vergangenen Jahr nochmals zu erleben. Wunderbar :)

Nach einer kleinen Stärkung in einem der zahlreichen Cafés im Park gehen wir zu einer der aktuellen Neuerungen. Dem großen Lego-Rennen. Hier kann man, natürlich wer mag, dank einer Virtual Reality Brille komplett in die Legowelt eintauchen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Eine rasante Fahrt mit vielen Überraschungsmomenten. 


 

Besonders mein Sohn ist komplett hin und weg und drängt dazu nochmals die Bahn zu nutzen. Gesagt – getan. Ein toller Spaß!  Den Nachmittag nutzen wir für weitere Attraktionen aber auch für einen ausgiebigen Besuch des Minilandes. 

Legoland Deutschland – immer wieder gerne! 

Nach insgesamt 3 Tagen und 2 Nächten sind wir mehr als überzeugt! Legoland – immer wieder gerne. Meine Kids und ich haben die Zeit mehr als genossen. Ein Vorteil – das tolle und vielfältige Angebot im Feriendorf sowie die jedes Jahr neu hinzukommenden Attraktionen im Park. Egal ob große oder kleine Veränderung – der Park spricht mit seinem Angebot ein wirklich großes Publikum an. Meine Kids, wie gesagt 13 und 12, haben den Park nach einem Jahr Pause mit neuen Augen kennengelernt. Plötzlich wurden Sachen interessant, die im Jahr zuvor noch gar nicht im Visier waren. Wirklich gelungen. 


 

Das Feriendorf ist durch den neuen Zuwachs um eine weitere Attraktionen reicher und rundet das sowieso schon große Angebot perfekt ab. 

Ein weiterer, nicht minder wichtiger Aspekt – der tolle Service. Egal ob im Restaurant, im Hotel oder auch im Park. Hier haben wir, egal wo wir waren freundliche und extrem zuvorkommende Mitarbeiter vorgefunden. Stets mit einem Lächeln auf den Lippen. Ein großes Lob dafür :) 

Für uns steht fest – Wir kommen gerne wieder, keine Frage :) 

Hinweis: Diese Reise erfolgte auf Einladung

Keine Kommentare zu Piraten in Sicht

Zypern – Traumurlaub auf der geteilten Insel

Zypern? Viele Deutsche kennen die Mittelmeer-Insel nur vom ESC (Eurovision Song Contest). Erstaunlich, denn die Insel bietet neben 340 Sonnentagen und badewannenwarmes Wasser in der Hauptreisezeit durchaus Traumurlaubspotenzial. Knapp 200.000 Urlauber kamen in 2017 aus Deutschland auf die geteilte Insel, die gerade im Hinblick auf die politische Situation in der Türkei eine echte Alternative darstellt.

Zypern? Viele Deutsche kennen die Mittelmeer-Insel nur vom ESC (Eurovision Song Contest). Erstaunlich, denn die Insel bietet neben 340 Sonnentagen und badewannenwarmes Wasser in der Hauptreisezeit durchaus Traumurlaubspotenzial. Knapp 200.000 Urlauber kamen in 2017 aus Deutschland auf die geteilte Insel, die gerade im Hinblick auf die politische Situation in der Türkei eine echte Alternative darstellt.

Urlaub auf Zypern - Joerg Baldin (15 von 15)

Zypern bietet neben 340 Sonnentagen und badewannenwarmes Wasser in der Hauptreisezeit durchaus Traumurlaubspotenzial. (Fotos: Jörg Baldin)

Zypern ist seit 1974 eine geteilte Insel

Die drittgrößte Insel im Mittelmeer (nach Sizilien und Sardinien) blickt auf eine unruhige Vergangenheit zurück. Erst 1960 erlangte die Insel seine Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreicht. Noch heute betreiben die Briten eine hochmoderne Radaranlage auf dem höchsten Berg der Insel, dem Mount Olympos. Zudem herrscht auf der ganzen Insel Linksverkehr, ein Relikt aus der britischen Kolonialzeit, die von 1878 bis 1960 andauerte.

Seit 1974 hat die Türkei das Land besetzt und hat die Insel geteilt. Im Norden, in der Türkischen Republik Nordzypern, leben die türkischen Invasoren. Diese Republik wird nur von der Türkei selbst anerkannt. Der Süden gehört zur Republik Zypern, die seit 2004 zur Europäischen Union gehört und in dem seit 2008 auch der Euro als Zahlungsmittel dient. Die Hauptstadt der Republik Zypern ist die geteilte Stadt Nikosia, deren Nordteil als Hauptstadt des nicht anerkannten Staates der Türken gilt. Der Grenzübergang ist 24 Stunden geöffnet und kann problemlos mit einem deutschen Personalausweis überquert werden.

Zypern ist bekannt für die sehr gute Küche

Zypern ist bekannt für die sehr gute Küche und für erlesene Weine. Der Weinanbau findet nahezu ausschließlich im Süden der Insel statt. In Höhen zwischen 240 und 1.500 Metern des Troodos-Gebirges mit Kalk- und teils Vulkangestein wächst der Wein in einer mehrere Tausend Jahre alte, ununterbrochene Tradition, der sich in den letzten Jahren von riesigen Mengen billigen Weinen für den Ostblock oder Traubenkonzentrat für Großbritannien in die Produktion von erlesenen, hochwertigen Weinen verändert hat. Wie man im Winzerdorf Vasa Koilaniou (Fotos oben) sehr gut sehen kann.

Aphrodite ist hier aus dem Meer entstiegen

Aber auch als Baderegion kann sich die Insel sehen lassen. Mehr als 600 Kilometer Strand bietet Zypern seinen Urlaubern. Selbst die Liebesgöttin Aphrodite ist der Sage nach im Südosten der Insel aus dem saphirblauen Meer entstiegen sein. Der schönste Badestrand soll die Pissouri Bay sein, die zwischen Limassol und Paphos liegt. Wer hier am Strand liegt, kann sich auf ganz feinen Sand und ruhiges Meer freuen. Überhaupt gibt es laut EU-Kommission rund um Zypern das sauberste Wasser.

Weitere Infos zum Urlaub auf Zypern

Unterkunft

Das Hotel “Atlantica Mare Village” liegt ruhig, direkt am hoteleigenen Natursandstrand auf der östlichen Spitze Zyperns, mit herrlichem Blick auf „Cap Greco“. Das Stadtzentrum Ayia Napas liegt ca. 4 km entfernt und bietet diverse Einkaufs- und Unterhaltungsmöglichkeiten.

Hinweis: Die Reise fand auf Einladung statt

Keine Kommentare zu Zypern – Traumurlaub auf der geteilten Insel

PARADIES FÜR ROSS UND REITER – SCHLOSSHOTEL WENDORF

Der weiße Pferdekopf vor dem Haupteingang zum Schlosshotel Wendorf vermittelte dem Neuankömmling schon auf den ersten Blick, was den Eigentümer bewogen hat, dieses herrliche Anwesen zu kaufen. Udo M. Chistée, selbst leidenschaftlicher Reiter und Pferdezüchter, hat vor zehn Jahren sein ursprünglich als Altersruhesitz gekauftes Anwesen zum Fünf-Sterne-Hotel ausbauen lassen. Ross und Reiter finden in den Stallungen und im Schloss ein erstklassiges Quartier.

Der weiße Pferdekopf vor dem Haupteingang zum Schlosshotel  Wendorf vermittelte dem Neuankömmling schon auf den ersten Blick, was den Eigentümer bewogen hat, dieses herrliche Anwesen zu kaufen. Udo M. Chistée, selbst leidenschaftlicher Reiter und Pferdezüchter, hat vor zehn Jahren sein ursprünglich als Altersruhesitz gekauftes Anwesen zum Fünf-Sterne-Hotel ausbauen lassen. Ross und Reiter finden in den Stallungen und im Schloss ein erstklassiges Quartier.
SCHLOSSHOTEL WENDORF - Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern - Liane Ehlers--2

SCHLOSSHERR AUF ZEIT

Nirgendwo sonst in Norddeutschland gibt es so viele alte Schlösser, Guts- und Herrenhäuser wie in Mecklenburg-Vorpommern. Viele von ihnen wurden nach der Wende  liebevoll restauriert. Einige bieten Urlaubern jetzt die Möglichkeit, sich einmal als Schlossherr oder Burgfräulein auf Zeit zu fühlen.

Was Theodor Fontane schon 1896 wusste, als er einem Freund in einem Brief von der Müritz über Mecklenburg-Vorpommern schrieb, haben nach der Wende Ost- und Westdeutsche, aber auch Holländer und Skandinavier gleichermaßen für sich entdeckt: „Ich kann Ihnen auf der ganzen Gotteswelt keinen besseren Platz empfehlen.“ Bei meinem Besuch im  5*-Sterne-Schlosshotel Wendorf  zeigte sich das Land der Dichter, Fürsten und Ritter mit seiner Hauptstadt Schwerin, die im 12. Jahrhundert von Heinrich dem Löwen gegründet wurde, vonseiner besten Seite.

KULTURZEIT IN SCHWERIN

Der Sommer in Mecklenburg-Vorpommern ist immer auch Kulturzeit. Kaum ein Tag vergeht ohne Veranstaltungsmarathon in dem Flächenstaat, dem die mecklenburgischen Herzöge in den vergangenen Jahrhunderten ihren Stempel aufgedrückt haben. Das monumentale Schweriner Schloss mit seinen 635 Zimmern – eine Symphonie in Ocker und im Stil des Historismus erbaut – ist das Herzstück der Stadt und der Sieben-Seen-Landschaft.

Vor dem Schloss finden die Schlossfestspiele mit großen Klassik-Open-Air-Konzerten statt. Im Schloss hat der Landtag seinen Sitz. Vor allem aber das Museum auf drei Etagen ist ein großer Besuchermagnet. Dabei ist das Märchenschloss, so wie man es heute sieht – mit seinen 15 Türmen, seiner glitzernden Goldkuppel und dem fotogenen Erzengel Michael – gerade mal 150 Jahre alt. „Ein ambitionierter Bürgerverein arbeitet seit einigen Jahren darauf hin, dass das gesamte Residenzensemble – dazu gehören insgesamt 40 Gebäude – in die UNESCO-Weltkulturerbe-Liste aufgenommen wird“, erzählt Fremdenführerin Teresa Beck.

LANDSCHAFT IN BLAU UND GELB

Etwas ruhiger als in der Hauptstadt geht es auf dem Land an der mecklenburgischen Seenplatte zu. Dies ist ein Eldorado für Golfer, Radfahrer, Wanderer, Reit- und Wassersportler. Im ländlichen Idyll mit den weiten Waldflächen und Flusstälern erleben Reiter das Gefühl von grenzenloser Freiheit. Die sanfte Hügellandschaft ist vor allem durch die Farben Blau, Gelb und Grün geprägt: blau die Seen; grün die Nationalparks und die Blätterdächer der Alleen mit ihren knorrigen, alten Bäumen; strahlend gelb im Frühjahr die Rapsfelder und im Spätsommer die Sonnenblumen, die in der Sonne leuchten.

IDYLLISCHE HERRENHÄUSER

SCHLOSSHOTEL WENDORF - Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern - Liane Ehlers-12schlosswendorf

Mitten in diesem Idyll stehen die alten Schlösser und Herrenhäuser mit ihrer bewegten Vergangenheit. Rund 300 werden touristisch genutzt. Ambitionierte Menschen mit und ohne Kapital  haben vor Jahren ihre Leidenschaft für die abgewirtschafteten Edel-Immobilien entdeckt, sich von ihrer Architektur, Geschichte und Lage  faszinieren lassen. Um sich ihren Traum vom Gutsherrn zu erfüllen, haben die Eigentümer die Anwesen mit hohem persönlichen Einsatz und viel Geld restaurieren lassen. Dazu gehört auch das Schlosshotel Wendorf  im kleinen Ort Kuhlen-Wendorf, 30 Autominuten östlich  von  Schwerin. Seit 2009 ist es das einzige 5*-Sterne-Schlosshotel in Mecklenburg-Vorpommern.

Als Udo M. Chistée und seine Frau Monika 1999 erstmals Kontakt mit der zu DDR-Zeiten heruntergekommenen Immobilie hatten, wurde das Ehepaar aus Österreich von eben dieser „Leidenschaft“ erfasst.  2004 kauften die beiden das Anwesen mit der bewegten Vergangenheit: Wendorf  hatte von 1202 bis 1895 den Grafen von Schack als Ritterburg gedient. Dann wurde die Burg abgetragen. Im Auftrag von Otto Schondorf kreierte der Architekt Paul Korff auf den Fundamenten der Burg das heutige Schloss mit großem Park, Seen und angrenzendem Wald. In Zeiten des DDR-Sozialismus wurde es als Sanatorium, Waisenhaus und Heim für schwer erziehbare Kinder genutzt.

HANDBESTICKTE TAPETEN

Eigentlich wollten der Geschäftsführer der österreichischen Amedia Hotel Group und seine Frau Monika das Anwesen als Ruhesitz selbst bewohnen. Doch sehr schnell stellten sie fest: zu viel Platz für zwei Personen und zu hohe Betriebskosten. Deshalb beschlossen sie, ein paar Millionen in die Hand zu nehmen, und das Haus zu einer Luxusherberge zu machen – mit handbestickten seidenen Tapeten, edlen Antiquitäten im Barock- und Jugendstil in den acht großen Suiten, die alle statt Nummern einen adligen Namen an der Tür tragen.

Im Erdgeschoss befinden sich Rezeption, großzügige Lobby, eine Zigarrenlounge, ein Salon mit einer edlen Auswahl an Spirituosen, eine Bibliothek, der für Hochzeitfeiern prädestinierte Frühstücksalon mit Orangerie sowie eine Schlossterrasse mit Blick auf den ausgedehnten Schlosspark, den Reitplatz und die dahinter liegenden Stallungen. Dort werden erstklassige Springpferde gezüchtet. Fürstlich fein präsentiert sich der hauseigene Spa-Bereich mit direktem Zugang zum Schlosspark.

GOURMET-RESTAURANT

Jede der Suiten im Schloss ist mit einer Küchenzeile ausgestattet, doch davon benutzen die Gäste in der Regel nur den Kühlschrank mit der Minibar. Nur einen Steinwurf  vom Schloss entfernt befindet sich die Residenz, mit  weiteren sechs Suiten, sechs Doppelzimmern Deluxe und dem Gourmet Restaurant „Cheval Blanc“ mit 35 Plätzen. Im Sommer kommt ein großer Biergarten dazu. Der Küchenchef  legt großen Wert auf hochwertige regionale Produkte, veredelt mit Kräutern aus dem eigenen Garten.

Rund drei Monate im Jahr verbringt das Ehepaar Chistée auf Schloss Wendorf. Hausherr und Gestütsinhaber Udo M. Chistée hat ein Faible für edle Vierbeiner. Deshalb ist das Gelände rund um das Schlosshotel Wendorf perfekt auf Pferde ausgerichtet und bietet mit 30 neu errichteten Pferdeboxen für mitgebrachte Lieblinge, Paddocks, Reithalle und Pferdesportarena ideale Voraussetzungen für einen privaten Reiturlaub.

45-LOCH-GOLFPLATZ

SCHLOSSHOTEL WENDORF - Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern - Liane Ehlers-18 schloss wendorf

Und wenn Udo M. Chistée nicht gerade bei den Pferden ist? Dann geht er mit Ehefrau Monika golfen auf der WINSTONgolf-Anlage mit 45 Löchern, die nur acht Kilometer vom Schlosshotel entfernt liegt. Der Golfplatz WINSTONlinks (Par 72) ist ein 18-Löcher-Meisterschaftsplatz im Linksland-Stil. Er wurde 2011 nach schottischem Vorbild angelegt. „Viele Golfer aus halb Europa reisen nur an, um diesen Links-Course zu spielen“, sagt Udo M. Chistée.

Weitere Infos zur Reise nach MV

Ausflugstipps: Das Café Naschwerk, Kritzowerstr. 7, 19412 Weberin, überrascht mit kreativen und herzhaften Tortenkreationen und Kunstausstellungen.

Interessant ist auch ein Besuch der Sanddorn-Manufaktur in Ludwigslust , den man gut mit einer Besichtigung des barocken Schloss Ludwigslust verbinden kann.

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung.

Keine Kommentare zu PARADIES FÜR ROSS UND REITER – SCHLOSSHOTEL WENDORF

Die Natur ist der beste Künstler

Gute Geschichten erzählt und hört man auf der grünen Insel immer gern. Sie sind oft märchenhaft und handeln nicht selten von Feen, Hexen und natürlich von grün gekleideten Kobolden. An diesem sagenhaften Abschnitt der nordirischen Küste haben aber Riesen die entscheidende Rolle gespielt. Und sie haben im wahrsten Sinne des Wortes Spuren hinterlassen. Aber das ist lange her.

Gute Geschichten erzählt und hört man auf der grünen Insel immer gern. Sie sind oft märchenhaft und handeln nicht selten von Feen, Hexen und natürlich von grün gekleideten Kobolden. An diesem sagenhaften Abschnitt der nordirischen Küste haben aber Riesen die entscheidende Rolle gespielt. Und sie haben im wahrsten Sinne des Wortes Spuren hinterlassen. Aber das ist lange her.

Giants Causeway - Urlaub in Irland - Wilfried Geiselhart (1 von 14)

Was für ein Fotomotiv! Die unzähligen urzeitlichen Basaltsäulen am Giants Causeway. Bild: Geiselhart

Zurück zur Gegenwart. Der Morgen dieses frühlingshaften Tages beginnt für die deutschen Urlauber mit einem ausgiebigen Frühstück im B&B Guesthouse im Atlantikstädtchen Port Stewart. „Freut euch, heute ist nicht nur ein sonniger Tag. Heute ist auch das Licht ganz außergewöhnlich, das macht euren Ausflug zum Giants Causeway garantiert unvergesslich“, hatte der freundliche Besitzer beim Auschecken prophezeit. Und tatsächlich: Die Finger nicht ständig am Fotoapparat zu lassen, fällt angesichts der fast unwirklich schönen Motive nicht leicht. Was sieht man hier? Sind das unzählige sechseckige Steinpfeiler, die eine durchdacht angeordnete Formation erbeben? Eine Art natürliche Kunst-Performance? Zusammengezählt rund 40 000 aus erkalteter Lava entstandene Basaltsäulen, die nicht umsonst zum Unesco-Weltkulturerbe gehören.

Am „Giants Causeway“ kommt man aus dem Staunen nicht heraus

Sieht so der Beginn von allem aus? „Als sich die Welt aus einem formlosen Chaos erhob, muss dieses Stückchen davon erhalten bleiben sein.“ So empfand der Schriftsteller W. M. Thackeray seinen Besuch beim „Giants Causeway“ im Jahr 1842. Seitdem ist viel Zeit vergangen. Doch auch heute mag man als Urlauber ähnliche Gefühle haben, wenn man diesem sagenumwobenen Abschnitt der nordirischen Küste fast ehrfürchtig gegenübersteht. Ein Ort, er auch im 21. Jahrhundert zum Anlass vielfältiger Inspirationen werden kann. In jedem Fall ein Ort, an dem es sich lohnt, ihn auf sich wirken zu lassen und genügend Zeit eingeplant zu haben.

Die Geschichte dieser urzeitlich anmutenden Felsformation begann vor 60 Millionen Jahre. Schon damals gab es einen Klimawandel. Erde, Feuer, Wasser und Luft – alle Urgewalten vereinigten sich, um diese faszinierende Landschaft in Causeway zu formen und auch ein ungewöhnliches Farbenspiel zu ermöglichen. An einigen Stellen ist die rote Lateritschicht des Mutterbodens bis zu 15 Meter dick und sieht aus wie die Füllung eines überdimensionalen Basaltkuchens.

Ein Riese lebte an der nordirischen Küste

Alles wissenschaftlich erklärbar? Oder ist doch Magie im Spiel. Der „Giants Causeway“ – übersetzt der „Damm des Riesens“ – hätte jedenfalls nicht seinen Namen, wenn sich um ihn nicht jede Menge Sagen und Mythen ranken würden. Eine davon dreht sich um den bereits erwähnten Riesen. „Hier kommt Finn McCool ins Spiel“, erklärt Guide Ian auf dem Rundweg, der am Besucherzentrum beginnt.  „Finn war ein Jäger und Krieger aus der irischen Mythologie. Und er war ein Riese, der hier an der nordirischen Küste ein recht ruhiges Leben mit seiner Familie führte.“

Doch habe es eben auch Rivalen gegeben, wie zum Beispiel den schottischen Widersacher Benandonner, der noch viel schwerer und riesiger als Finn gewesen sei. „Also blieb nur eine List, um sich des Gegners für immer zu entledigen – dank Finns klugen Frau“, weiß Ian. Sie erkannte nämlich die Gefahr, steckte ihren Mann in Babykleider, verpasste ihm einen Schnuller und legte ihn in ein gigantisches Kinderbettchen. Als der Koloss aus Schottland das Riesenbaby sah und sich gleichzeitig vorstellte, welches Ausmaß sein Vater haben müsste, flüchtete er kurzerhand zurück nach Schottland und riss in seiner Panik alles nieder, was ihm im Wege stand. Über das Resultat darf man heute noch staunen.

Giants Causeway - Urlaub in Irland - Wilfried Geiselhart (12 von 14)

Keine Höhenangst zu haben, ist auf der Carrick-a-Rede-Hängebrücke von Vorteil.

30 Meter tiefe Carrick-a-Rede-Hängebrücke

Staunen darf man an entlang der etwa 200 Kilometer lange Causeway Coastal Route zwischen Belfast und Portrush so über einiges. Natürlich auch über die Carrick-a-Rede-Hängebrücke, die eine 30 Meter tiefe und 20 Meter breite Schlucht zwischen der Küste und einer kleinen Insel überspannt. Wie zu hören ist, sollen Lachsfischer die erste Seilbrücke hier aufgehängt haben, um zu den besseren Fangplätzen der Insel vorzudringen. Wie auch immer: Wer keine Höhenangst hat, darf sich wie ein kleiner Indiana Jones vorkommen und ist für dieses Abenteuer bestens gerüstet.

Ruhiger und beschaulicher aber nicht weniger windig geht es rund um den Mussenden Tempel zu, den Frederick Augustus Hervey – der 4. Earl of Bristol – Ende der 18. Jahrhunderts auf der Landspitze hoch über dem Meer bei Castlerock erbauen ließ. Auf dem knapp einstündigen Rundweg lassen sich fantastische Blicke auf menschenleere kilometerlange Sandstrände erhaschen. Dass es sich auf diesem imposanten Kleinod gut leben ließ, das mag man gerne glauben. So gut, dass der überaus lebenslustige und sinnenfreudige Earl – der als auch der „britische Casanova“ in die Geschichte einging – angeblich in Folge eines „allzu guten Lebens“ das zeitliche segnete.

 

Der Tag endet in Derry, einer Kleinstadt, die viel zu bieten hat. Viel Geschichte und Kultur und vor allem eine die Altstadt komplett umschließende Stadtmauer, von der aus das Umfeld in allen Himmelsrichtungen erschließt. Allerdings war Derry auch der Schauplatz des „Bloody Sunday“, jenes denkwürdigen 30. Januar 1972, als britische Soldaten ohne Warnung das Feuer auf Demonstranten eröffneten. Und gerade hier wird deutlich, welch schwierige Zeiten Nordirland hinter sich gebracht hat. Auch das ist nicht zu vergessen, wenn man im Jahr 2018 dieses wunderschöne Land bereist.

Weitere Infos zum Urlaub in Irland

Irland Information (Tourism Ireland), Gutleutstraße 32, 60329 Frankfurt , Telefon: 069 – 6680 0950, Fax: 069 – 9231 8588, e-Mail: [email protected], www.ireland.com

Carrick-a-Rede Rope Bridge, www.nationaltrust.org.uk/carrick-a-rede

Mussenden, www.nationaltrust.org.uk/downhillestate

Keine Kommentare zu Die Natur ist der beste Künstler

Das Glück über den Wipfeln von Småland

Die Luft ist klar, ich kann es spüren. Der Alltag fällt von mir ab und auch die Angst. Meine Angst vor großer Höhe, die ich schon ein halbes Leben mit mir herumtrage. Jetzt stehe ich auf einer hohen Plattform und bin glücklich und frei. Gerade eben bin ich mit 70 km/h in 50 m Höhe über Kiefern und Fichten in Småland hinweggerauscht. Ganz berauscht bin ich. Im jetzt und hier, mitten in der wunderschönen Natur Schwedens.

Die Luft ist klar, ich kann es spüren. Der Alltag fällt von mir ab und auch die Angst. Meine Angst vor großer Höhe, die ich schon ein halbes Leben mit mir herumtrage. Jetzt stehe ich auf einer hohen Plattform und bin glücklich und frei. Gerade eben bin ich mit 70 km/h in 50 m Höhe über Kiefern und Fichten in Småland hinweggerauscht. Ganz berauscht bin ich. Im jetzt und hier, mitten in der wunderschönen Natur Schwedens. Ich atme die frische Waldluft ein und spüre den leichten Wind in meinen Haaren. Die erste Frühlingssonne kitzelt meine Nase während ich das leise Schwanken des Turmes unter mir spüre. Ich bin in Europas größtem Ziplinepark in Schweden.

Solange ich denken kann begleitete mich Astrid Lindgren, die Suche nach der richtigen Schwedenbank für meine Küche und die Sehnsucht nach der unberührten Natur. Nicht zu vergessen der Gedanke an kleine Cáfes und die unverwechselbaren roten Häuser, die ich mir für den perfekten Schwedenurlaub immer vorgestellt hatte. Doch was ich jetzt bekomme? Ich weiß es nicht. Eine Zipline-Tour mit dem Namen „Kamikaze Tour“ stand in der Einladung.

Weniger als 24 Stunden ist es her, da habe ich im Dunkeln nach meinen Wecker gesucht und ihn schlaftrunken ausgemacht. Bin ganz früh morgens in die Bahn gesprungen, um dann mit dem Flieger von Berlin direkt nach Växjö zu starten. Gefühlt ein Katzensprung. Ein kleiner „Big Airport“ in Småland. Die Farben der Gute-Laune-Air BRA leuchten im Licht gegen den blauen Himmel. Außer unserem Flieger gibt es bei der Ankunft nur uns und zwei Menschen vom Bodenpersonal. Die Landebahn glänzt verschlafen in der Sonne. Ich atme ein und komme zur Ruhe. Schon beim Landeanflug auf Växjö konnte ich die grenzenlose Natur bewundern. Jetzt bin ich da.

Wollt Ihr Fika?

Herzlich geht es in Småland zu. Nach unserer Ankunft werden wir gefragt, wie es mit „Fika“ wäre? Ziemlich direkt die Schweden! Einige von uns lachen, andere schauen sich amüsiert an. Der Flughafenchef wundert sich. „Fika?“ Cathrine, die unsere Gruppe begleitet, klärt ihn kurz über die Wortparallelen im Deutschen auf. Fika ist hier ganz normal. Man trifft sich mit Nachbarn, nachmittags meist und isst Kuchen oder auch etwas Herzhaftes. Redet und lacht. Und jeder geht dann wieder seiner Wege. Fika eben. Kennt jeder Schwede.



Jonas – ein bischen verrückt sei er und lacht

Unsere große Gruppe trennt sich. Ich starte mit drei Mädels ins Outdoor-Abenteuer zur Zipline-Tour. Jonas, unser Gastgeber, begleitet uns in die Tiefen der Wälder zum “Little Rock Lake Zipline and Wildnis Camp”. Ein bischen verrückt sei er und lacht uns rau an. Wir glauben ihm das sofort und steigen in seinen Jeep. Er wirkt lebendig, seine Augen strahlen vorwitzig. Er erzählt uns, das wir die Ersten sind, die auch dort im Park schlafen dürfen. Die Fahrt von Vaxjö in den “Bränderydsvägen Sawcreek Crownpark” nach Klavreström vergeht wie im Fluge. Gespräche über alte und neue Schwedenerfahrungen machen in der Gruppe die Runde. Informationen über Småland, Astrid Lindgren, Glasbläserei, Kunst, Malerei, Möbel und Elche – jeder kann etwas erzählen.

 

Nach der Ankunft im Camp gibt es noch mehr Entschleunigung. Außer dem Wind und dem Rauschen der Bäume hören wir nichts. Ich entspanne mich. Eins sein mit der Natur. Das spüre ich hier sofort. Reduziert auf das Wesentliche. Wir dürfen ankommen und sitzen auf der Sonnenterrasse mit herrlichem Blick auf den zugefrorenen See Änghultasjön, blinzeln gegen die Sonne, trinken einen Kaffee. Martin gesellt sich entspannt zu uns. Er ist Schweizer, ausgewandert nach Schweden, und ist unser Guide für die Zipline-Tour am nächsten Tag. Auf die Wanderung am Nachmittag durch die Wälder des Bränderydsvägen Sawcreek Crownpark folgen wir ihm vertrauensvoll.

 

Wir stapfen durch knöcheltiefen Schnee, spüren Hufspuren der Elche auf, schleichen auf leisen Sohlen, balancieren über Bäche und kraxeln auf Anhöhen hinauf. Hier und da hören wir die Vögel und genießen die unendliche Ruhe des Waldes. Eins werden mit sich un der Natur. Martin erzählt beiläufig, dass auch hier der Mensch schon Raubbau betreibt, Elche gejagt und fremde Pflanzen angesiedelt werden. In Anbetracht der Idylle können wir das kaum glauben.

Zwei Stunden später, nach der Wanderung, haben wir uns das Abendessen verdient. Elisabeth hat für uns gekocht. Dass sie hauptberuflich eigentlich PR-Frau ist und nur eingesprungen ist erfahren wir erst später.

 

Nach dem guten Essen, in Skihütten-Atmosphäre und spannenden Gesprächen, steigen wir bei sternklarer Nacht noch in den Hot Tub, eine große hölzerne Badewanne. Er dampft bereits auf der Terrasse und wird mit Holz angefeuert. Elisabeth löscht die Lichter und da sitzen wir nun, in vollkommener Stille, inmitten der Natur. Wir philosophieren leise über Sternenbilder und Satelliten. Bis am Ende alle der Ruhe lauschen. Ein besonderer Moment, das Gefühl eins zu sein mit der Natur ist wieder da. Vier Menschen in einem Hot Tub – inmitten der Wälder von Småland.

Je leiser es wird, um so mehr kann man hören

Zuviel Stille. Ich wälze mich im Bett hin und her. Es riecht nach Holz. Unsere Gastgeber haben es mit der Zimmertemperatur gut gemeint. Bei fast 30 Grad liege ich wach in meinem Bett und versuche Schlaf zu finden. Gedanken an den Alltag zuhause kommen mir in den Sinn. Die Ruhe der Natur hier in Småland ist überwältigend. Ängste vor der Zipline-Tour schleichen sich in mein Zimmer. Ich denke an meine Höhenangst. Was mache ich hier eigentlich? Grenzen überschreiten war das Motto meines Jahres. Jetzt bin ich mir nicht mehr sicher. Ich muss nochmal hoch und gehe mitten in der Nacht quer durch das Camp. Ein überwältigender Sternenhimmel öffnet sich über mir. Niemand ist da. Rings herum die Schatten der Türme. Das ist für mich der wahre Luxus. Ich stehe einen Moment andächtig da, bevor ich fröstelnd zurück in meine Schlafkoje krieche. „Die Stille – ja…“ sagt Martin am nächsten Morgen – „damit muss man erst einmal klar kommen“.



Der erste Schritt entscheidet – Kamikaze Zipline Schweden

Der Tag ist da. Ich bin aufgeregt und versuche mich mental einzustellen. Gestern Abend war ich schon auf den Türmen der Hängebrücke auf 18 Metern Höhe, habe versucht die Höhe aushalten. Heute starten wir gemeinsam mit zehn Personen. Einführung. Angurten. Helm aufsetzen. Ich bin angespannt und aufgeregt. Ich spüre, dass wir bei Martin in guten Händen sind. Alle gehen auf den Turm hinauf. „Wer die erste Line zippt, der macht alle.“ sagt Martin. Er geht voran. Drei Personen später, bin ich dran und … lasse los …

 

Martin behält recht. Gemeinsam zippen wir 4,5 Stunden durch die Wälder Schwedens. Wir legen 2,1 km zurück und rauschen teilweise mit bis zu 70 km/h durch die Natur. Baumwipfel fliegen in 50 m Höhe vorbei, während sich das Adrenalin in meinem Körper ausbreitet, und das Glück.

 

Mit jeder der acht Stationen lösen sich meine Ängste auf. Am Ende finde ich Spaß daran und genieße die Natur, die atemberaubenden Ausblicke – auf Seen, in Schluchten und über die Baumwipfel hinweg. Martin erzählt, dass sogar Rollstuhlfahrer oder sehr alte Menschen mit ihm gezippt seien. Die einzige Voraussetzung ist Mut und Loslassen können. “Kinder können das am besten”, sagt Martin. Am Ende der Tour bin ich dankbar und stolz.

Kontraste. Style. Design. PM & Vänner.

Stunden später sitze ich wieder inmitten der Zivilisation. Vom Wald ging es direkt ins PM & Vänner Hotel in Växjö. Mit meinen Wanderschuhen direkt in eine neue Welt –„extraordinaire“ würden die Franzosen jetzt rufen. Mein Kopf braucht ein wenig, um auf dieser Seite Smålands anzukommen.

Wie wärs mit einem Kafé DE LUXE in Växjö?

Nach einer heißen Dusche genieße ich den beruhigenden Blick in die skandinavisch elegant eingerichtete Suite und treffe mich für einen gemütlichen Spaziergang durch die Stadt mit den anderen Teilnehmern. Bei letzten Sonnenstrahlen lassen wir den Nachmittag ganz entspannt im kleinen Kafé DE LUXE ausklingen.

Leise ruht der See – im Nationalpark Lake Åsnen

Am nächsten Tag empfängt uns Lisa, echte Outdoor-Expertin, und Organisatorin von Ultratlons in Schweden. Sie spricht perfektes Deutsch. Ein Jahr Leben auf Rügen sei Dank. Mit ihr an unserer Seite kann nichts schief gehen, denke ich mir. Wir freuen uns natürlich besonders auf diese Tour und fahren in südliche Richtung zum See Åsnen – in der Hoffnung auf dem Weg eins der typisch roten Schwedenhäuschen zu entdecken. „Oh ja!“ sagt Lisa „Davon gibt es hier viele.“. Auf unserer Fahrt ziehen von Wäldern gesäumte Landschaften und viele rote Schwedenhäuser an uns vorbei. Mal sitzt eine Familie in der Sonne auf den Treppenstufen, dann wieder plaudern zwei ältere Herren bei einem Tee. Die Schweden begrüßen den Frühling. Hier sind wir definitiv in Småland angekommen. Strahlend blauer Himmel begleitet unsere Fahrt.

2018 Schweden Smaland kafe de luxe

Der Weg führt uns in die lichten Wälder des Bjurkärr Naturreservates. Auf der Wanderung empfängt uns das helle Grün des Frühlings und die Stille des Sees. Wir rascheln uns durch trockenes Laub, riechen den Duft des Waldes und genießen die erste Frühlingssonne in unseren Gesichtern. Hier ist Lisa schon mit ihren Eltern als Kind gewesen und über die Steine gebouldert. Die sind jetzt allerdings noch zu kalt. Der Åsnen ist nach dem Bolmen der größte See Smålands. Er liegt 138 Meter über dem Meer und hat eine Fläche von ca. 150 km². 19 km² allein werden durch Inseln eingenommen. Der Åsnen hat viele Buchten und Inseln und ist aufgrund seines Fischreichtums sehr beliebt bei den Anglern.

 

Der See Åsnen liegt da ganz still, die zugefrorene Eisfläche glänzt im Sonnenlicht und schließt Inseln, Bäume und Sträucher ein. Vor ein paar Wochen hätten wir hier noch Schlittschuhlaufen können. Jetzt hält der Frühling langsam Einzug. Im Sommer dann geht Lisa selbst mit ihrem Sohn oft raus auf den See, paddelt mit dem SUP oder Kajak durch das klare Wasser.

Nach der Wanderung müssen wir uns das Mittagessen erst verdienen. Lisa zeigt uns, wie wir ein Feuer entzünden können. Outdour-Training, erzählt Sie, das macht Sie am liebsten “mit gestressten Managern.” und “der beste Moment ist, wenn alle ihre Handys abgeben müssen.”.

 

Auf dem Weg zurück nach Ålshult fliegen wieder kleine rote Häuser an uns vorbei. Ein letztes Mal kehren wir ein – Zeit für Fika. Das kleine Kulturcafe am Straßenrand betreibt Quinta. Sie ist Holländerin und versorgt uns mit Waffeln, Erdbeerkuchen und Cappuchino – immer noch bei strahlendendem Sonnenschein. Der perfekte Abschluss für unsere Reise. Mit einem breiten Lächeln fliegen wir ein paar Stunden später zufrieden nach Hause. Hejdå Småland!


Anreise

Die Anreise erfolgt von Kiel oder Hamburg aus mit dem Zubringer ICE über Berlin. Zweimal wöchentlich (freitags und sonntags) fliegt die Airline BRA direkt von Berlin nach Växjö. Die Flugzeit beträgt etwa 1:35 Stunden.

Unterkunft

Unternehmungen

Vor Ort

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung

Keine Kommentare zu Das Glück über den Wipfeln von Småland

Lachsangeln in der Skjern Au in Dänemark

Angeln ist für manche Menschen das langweiligste Hobby der Welt. Andere suchen beim Angeln die Ruhe, die Entspannung, die Nähe zur Natur und die Befriedigung des männlichen Jagdinstinktes. Für mich ist es ein unglaublich schöner Ausgleich zum stressigen Leben. Aus diesem Grund bin ich mit zwei Freunden nach Dänemark gefahren, um dort einen der schönsten Fische zu fangen, den Lachs.

Angeln ist für manche Menschen das langweiligste Hobby der Welt. Andere suchen beim Angeln die Ruhe, Entspannung, die Nähe zur Natur und die Befriedigung des männlichen Jagdinstinktes. Für mich ist es ein unglaublich schöner Ausgleich zum stressigen Leben. Aus diesem Grund bin ich mit zwei Freunden nach Dänemark gefahren, um dort einen der schönsten Fische zu fangen, den Lachs.

Die Skjern Au ist ein großer Fluss in Dänemark, der für sein Lachsvorkommen sehr berühmt ist. Der Fluss ist zugleich auch das wasserreichste Fließgewässersystem des Landes. Hier konnte sich durch intensive und langjährige Anstrengungen zur Renaturierung und Wiederherstellung der Wasserqualität Dänemarks ältester Lachsstamm erhalten. Um den Lachs- und Meerforellenbestand zu erhalten, wurden Lachskontingente ins Leben gerufen, die uns später noch zum Verhängnis wurden.

Tageskarten und weitere Scheine sind wichtig

Wer an der Skjern Au angeln will, macht zuerst eins: Er muss tief in die Tasche greifen. Gleich drei Angelscheine (Fischereischein Dänemark, Tageskarten für Skjern Au, Lachskontingentkarte) muss der Angler in einem dänischen Angelgeschäft erwerben. Der Preis dafür kann sich sehen lassen. Umgerechnet 30€ kostet das Fischen mit einer Rute pro Tag. Dazu kommen eventuell noch Kunstköder wie Fliegen oder die fangsicheren „Spinner mit Kondom“, wie der Angelladenbesitzer Kostas uns den Spinner erklärt hat. Eine „Blinker“ mit rotierendem Metallblatt in Silber oder Bronze und der Kern mit einem grellen Gummiüberzug (gelb, rot, organge) verkleidet. Herkömmliche Spinner oder Blinker funktionieren nicht problemlos in der Skjern Au. Das Gewässer hat eine sehr starke Fließgeschwindigkeit und normale Kunstköder würden mit dem geringen Gewicht schnell an die Oberfläche kommen. Deshalb hat man diese „Kondomspinner“ entwickelt, die im Kern so um die 20 Gramm wiegen und damit Skjern-tauglich sind. Mit 7€ / Stück auch nicht gerade billig, aber das ist eine andere Geschichte.

Angelfreunde müssen windfest sein

Will man erfolgreich fischen, muss man in Dänemark noch etwas berücksichtigen. Und ich will es mal mit den Worten unseres dänischen Vermieters erklären: „Wir haben hier 14 Tage starken Wind im Jahr, den Rest stürmt es!“ Und er sollte bis auf ein paar Stunden recht behalten. Bekleidet wie ein Yeti und gefühlt wie ein Sumo-Ringer – mit Wathose, langer Unterhose, Jogginghose, dickem Schal, zwei Mützen, zwei dicken Pullovern, regen- und winddichter Jacke – steht der Skjern-Angler am Flussrand und wartet auf den Biss der Lachse.

Da wir ja schlaue Kerlchen sind, haben wir uns gleich für den ersten Tag einen Angelguide gemietet. Heine stammt aus Skjern und kennt den Fluss wie seine rechte Westentasche. Und gleich der erste Angelplatz hat es in sich: Wir müssen, um zum Fluss zu kommen, durch hüfttiefes Wasser gehen. Wer nicht aufpasst, rutscht aus.

In rund 100 Meter Abstand platziert uns der Guide auseinander. Nach drei Würfen geht man drei Schritte flussabwärts und versucht erneut sein Glück. Angeln am Fluss ist anders, als fischen am Weiher. Die Herausforderung ist dabei immer wieder gegen den Wind und die starke Strömung anzukämpfen. Durch den vielen Regen der vergangenen Wochen ist die Uferböschung aufgeweicht und rutschig. Ein Sturz in den Fluss hätte fatale Folgen. Durch die viele Kleidung und die Wathose, die voll Wasser laufen würde, hätte man kaum eine Chance aus dem Fluss zu klettern. Die starke Strömung würde auch ihren Teil dazu beitragen und den Angler wie ein Korken mitziehen. Aber, alles ist gut gegangen.

Der erste Fisch lässt lange auf sich warten. Aber immerhin kommt der Fang irgendwann. Sascha winkt und ruft den Guide, der seine ganze Erfahrung am Fluss ausspielen kann. Mit einem gezielten Griff schnappt sich Heine den Schwanz des Lachses und zieht den Fisch an Land. Und der hat ein gutes Format: 85 cm werden gemessen, und damit heißt es auch gleich wieder Abschied nehmen.

„Catch & Release“ heißt die Zauberformel. Fangen und wieder freilassen, wenn der Fisch nicht ins Kontingent passt oder die Mindestmaße nicht erfüllt. Das Jahreskontingent für Lachse ab einer Länge von 75cm ist bereits voll und so muss Sascha ungläubig den Lachs wieder schwimmen lassen. Damit den Fischen nichts passiert, darf auch nur mit Haken ohne Widerhaken geangelt werden. Noch schnell ein Foto von dem großen Fisch und weg ist er wieder. In dem Rahmen stelle ich mir die Frage, warum man 30€ / Tag bezahlen muss und den Fang dann wieder schwimmen lassen darf?

Überhaupt ist Sascha das Glückskind heute, denn er ist es auch, der den zweiten Lachs an der Angel hat. Doch Glück im Unglück für den Fisch. Auch dieser entspricht nicht ganz der Quote, ist mit rund 55cm länge zu klein (Mindestmaß ist 60cm), Foto und ab in die Skjern Au. 5 cm mehr und wir hätten einen leckeren Fisch mit nach Hause gebracht. So bleibt uns nur die Erinnerung an den Fluss, an den Sturm, an einen wundervollen Sonnenuntergang, an zwei tolle Lachse und an das leere Portemonnaie – und an den „Salon Ogge“, aber das ist ein anderes Thema. Das Leben eines Anglers kann so gemein sein…

Infos zum Angeln in der Skjern Au

Angelfreunde benötigen für das Angeln in der Skjern Au einen Fischereischein für Dänemark, Tageskarten für die Skjern Au und Lachskontingentkarte, die alle im Angelfachgeschäft gekauft werden können.

Das Video zum Lachsangeln in Dänemark

Keine Kommentare zu Lachsangeln in der Skjern Au in Dänemark

Lido di Jesolo – perfekt für den Familienurlaub

Jesolo befindet sich im Nordosten der venezianischen Lagune und ist gerade wegen seiner Lage ein beliebter Zielort, um vor allem auch die einmalige Naturlandschaft zu genießen. Wer nach einem ruhigen Ferienort mit hervorragenden Einrichtungen, sauberen Meer und tollen Freizeitmöglichkeiten sucht, ist in Lido di Jesolo am richtigen Ort.

Jesolo befindet sich im Nordosten der venezianischen Lagune und ist gerade wegen seiner Lage ein beliebter Zielort, um vor allem auch die einmalige Naturlandschaft zu genießen. Wer nach einem ruhigen Ferienort mit hervorragenden Einrichtungen, sauberen Meer und tollen Freizeitmöglichkeiten sucht, ist in Lido di Jesolo am richtigen Ort.

Unzählige Animationsprogramme am 15 km langen, feinen Sandstrand sind ein echter Hit bei Kindern aber auch bei den Eltern, die sich entspannen und etwas Zeit für sich genießen können. Wer nach einem ruhigen und gepflegten Ort sucht, mit hervorragenden Dienstleistungen und tollen Unterkünften, wird hier erglücken! Ein Urlaub in Jesolo bedeutet aber nicht nur Meer und Sonne, sondern auch einmalige Radtouren auf sicheren Radwegen, die ins Hinterland führen.


 

Hauptattraktion ist jedoch die suggestive Lagune mit ihrer malerischen Naturlandschaft. Um dieses ganze traumhafte Naturschauspiel zu genießen, ist ein Hotel mit direktem Strandzugang empfehlenswert! Wie etwa das Hotel Nettuno, welches für seine familiäre Atmosphäre, seine neue SPA mit beheiztem und gedecktem Swimmingpool, die direkte Strandlage und das Restaurant bekannt ist. Im Preis inbegriffen auch der Liegeplatz am Strand. Das Hotel liegt auch nur wenige Schritte von via Bafile entfernt; der längsten Einkaufsstraße Europas, die jeden Abend ab 20 Uhr zur Fußgängerzone wird.

Aber kommen wir zurück auf die unzähligen Radtouren und Radwege, die man in Jesolo befahren kann. Startpunkt ist das Hotel Nettuno wo sich Hotelgäste gratis ein Fahrrad besorgen können. Und los geht’s auf spannende Entdeckungsreisen!

Venedig ist einfach zu erreichen, am besten mit dem Boot, das direkt am Markusplatz anlegt. Diese einmalige Stadt sorgt auch bei Kindern für großes Staunen und für viele Emotionen, die lange Zeit in Erinnerung bleiben werden. Venedig sollte unbedingt eingeplant werden im Badeurlaub in Jesolo. Auf der Internetseite con ATVO (Bus- und Bootsverbindungen) können online Fahrkarten gekauft werden. Nur 40 Minuten Fahrtzeit und schon befindet man sich in der Stadt auf dem Wasser.

In Jesolo befindet sich auch Aqualandia, Italiens renommiertester Wasservergnügungspark, der Kinder aber auch Erwachsene irre macht! Wasserrutschen, Trampoline, Bungee-Jumping, Animation, Wellenbad und tolle Spektakel stehen auf dem Tagesprogramm! Was kann man sich denn noch mehr wünschen im Urlaub ?

Hinweis: Kooperationsartikel / Titelbild by Fotolia #184079939

Keine Kommentare zu Lido di Jesolo – perfekt für den Familienurlaub

Hexen vor der Haustüre

Wie spanisch ist eigentlich Galicien? Auf diese Frage bekommt man meist nur die orakelhafte Antwort: Sehr spanisch, nur anders. Das macht uns neugierig, den nordwestlichen Teil der iberischen Halbinsel, seine sprudelnden Heilquellen und das berühmte Pilgerziel zu entdecken.

Wie spanisch ist eigentlich Galicien? Auf diese Frage bekommt man meist nur die orakelhafte Antwort: Sehr spanisch, nur anders. Das macht uns neugierig, den nordwestlichen Teil der iberischen Halbinsel, seine sprudelnden Heilquellen und das berühmte Pilgerziel zu entdecken.

Nicht wie im übrigen Spanien lacht hier die Sonne immer vom blauen Himmel und statt Flamenco Musik, lieben die Galicier den Dudelsack. Von September bis Mai ist der Regenschirm das wichtigste Utensil. Doch dafür grünt und blüht es überall. Wälder mit Eukalyptusbäumen nehmen 30 Prozent des spanischen Waldbestandes ein. Und rund 8.000 verschiedene Kameliensorten blühen und gedeihen prächtig vor allem in den Wintermonaten. Unser Guide Tommi Alvarellos Laine, gebürtiger Galicier, ist von seiner Heimat voll und ganz überzeugt. „Von hier stammen berühmte Männer wie Fidel Castro, Francisco Franco und der Politiker Mariano Rajoy, ist sogar in der galizischen Hauptstadt Santiago di Campostela geboren“, zählt er auf.

„Unser Land ist eigentlich ein Paradies,“ fährt er fort. „Wir haben rund 1.300 km Küste. Neben 800 km Steilküste sind 300 km Strand“. Nicht zu vergessen die fjordähnlichen Meeresarme, die sogenannten Rias, sind ganz etwas Besonderes. Sie dringen tief ins Land ein und prägen die Küstenlandschaft zum Atlantik, machen sie abwechslungsreich mit einer Menge Kur-, Thalasso oder Spa-Hotels, die diese besondere geographische Formation nutzen. Das ist auch der Grund, warum das galizische Thermalangebot in Spanien unbestritten auf Platz eins liegt. Vom bescheidenen Kurbad, bis zur topmodernen Gesundheitsbehandlung inklusive Wellness, Beauty und landestypischer Kulinarik, kann man wählen. Wir testen mal das Angebot und lassen uns auf der Insel la Toja überraschen. Dort empfängt uns eine ganz besondere Atmosphäre.

Aalglattes Wasser des Riasfjords umgibt das moderne Kurhotel Eurostars. Ein besonderer Hingucker ist die kleine nahegelegene Kirche zum Hl. Sebastian, deren Fassade ganz und gar mit Muscheln verziert ist. Feinen Duft verströmt das traditionsreiche Seifengeschäft, wo man aus einem breiten Sortiment für jeden Zweck ein ganz besonderes Seifenstück wählen kann. Wirkungsvoll bei dermatologischen Problemen, so sagt man uns, sei eine schwarze Seife, die nur auf Insel la Toja hergestellt werde.

Heilbaden im Freien

In Ourense, eine Stadt im Landesinneren, mit einer bemerkenswerten, historischen Altstadt und bedeutenden Kathedrale mit ausdrucksvollem Skulpturenschmuck und goldgefasster Apsis, sprudelt das Heilwasser sogar direkt heiß aus den alten Brunnen von As Burgas, die bereits die Römer benutzten. Denn zu dieser Zeit war Ourense sehr begehrt, da man im Fluss Mino Gold schürfen konnte. Noch heute besitzt die Regierungsstadt von Galicien ihre eigene Thermalzone in der Stadtmitte, wo schwefelhaltiges Mineralwasser kostenfrei für Jedermann zugänglich ist. Wir staunen nicht schlecht, als wir mitten in der Stadt Damen und Herren im Badeanzug im dampfenden Schwefelbad erblicken.

Eine ähnliche, öffentliche Anlage, die Termas de Outariz, sind die Flussbäder am Mino. Bis zu 180 Personen können hier maximal zwei Stunden für ca. 6,00 Euro baden, entspannen und die herrlich grüne Flusslandschaft genießen. Das von 67 Grad auf Körperwärme herunter gekühlte Wasser ist besonders heilsam bei Hautproblemen und hohem Blutdruck.

„Das Bad mit all seinen zusätzlichen Angeboten, wie japanische Onzen oder einem Calidarium ist ganzjährig geöffnet,“ so die Geschäftsführerin Sandra Sanjiao. „Zwischen 9,00 Euro und 40,00 Euro kosten die Anwendungen. Obwohl Outariz kein Kurort ist, haben wir nur diplomierte Masseure, was unsere Gäste vornehmlich aus Galicien, Asturien und Madrid sehr schätzen“.

Speicher aus Granit

Abgesehen von den heilsamen Badeoasen, mal luxuriös und mal rustikal, ist der Besuch der kleinen, typischen galizischen Orte ein unbedingtes Muss. Hier findet man ganz eigenwillige Bauten, besondere Plätze und alte, bäuerliche Traditionen. Wir besuchen Combarro, der Fischerort liegt direkt am Meer, wo uns Tommi auch die Getreidespeicher, die Hórreos, zeigt. Wie kleine Kapellen mit einem Steinkreuz im Giebel sind diese rechteckigen Granithäuser einst von den Vorfahren auf Stelzen gebaut worden. Eine Holzverkleidung mit schmalen Schlitzen sorgt für den Luftaustausch, damit das gelagerte Getreide, Mais oder Fisch trocken bleibt und nicht verdirbt.

Mäuse und sonstige Nagetiere und Schädlinge hatten somit auch keine Chance an das Erntegut heranzukommen. Im typisch galizische Ort mit Häusern aus Granitstein führt unser Weg durch schmale Gassen, die es dort sicher schon vor 200 Jahren gab. Vor mancher Haustüre steht eine „Meigas“, die gute galizische Hexe, die seit Generationen besonders für das Glück und die Gesundheit der Frauen sorgt.

Pontevedra hingegen, Hauptstadt des portugiesischen Jakobweges, präsentiert eher den urbanen galizischen Stil. Während des 15. Und 16. Jahrhunderts war sie der Haupthafen von Galicien. Silberschmiede kreierten zur Zeit der spanischen Renaissance den sogenannten plateresken Stil. Ein bedeutendes Beispiel dafür zeigt die Fassade der Basilika Santa Maria Major. Wie eine filigrane Silberarbeit sind die Darstellungen zu Ehren der Fischer und der Schifffahrt gearbeitet. Die Altstadt von Pontevedra kann mit einer Opernkulisse verglichen werden. Kleine Plätze arrangieren sich lauschig aneinander. Säulen tragen Balkone, die als Veranden mit Fenstern verkleidet sind. Die etwas verspielte Architektur wird aber dennoch gehalten von dem massiven Mauerwerk aus Granit, das dazu einen stabilen Akzent setzt.

Kandierte Veilchen zur Pastete

Auf dem Hauptplatz von Pontevedra, im Restaurant Eirado da Lena herrscht bereits reges Treiben. Es ist Mittagszeit und die Plätze draußen sind schon alle besetzt. Doch der gut gelaunte Chefkoch persönlich, Inaki Brental, macht uns drinnen im Gastraum einen Tisch frei. Er ist in der Welt der Kulinarik in Spanien schon lange kein Unbekannter mehr. Mit einem Begrüßungsschluck vom typischen Albarinho, dem galizischen Weißwein von der Rias Baixas, dazu selbstgebackenem Weißbrot mit Salz und Olivennöl, bekommen wir Appetit auf seine Kochkünste. Es folgen kleine Portionen mit Leckereien vom Tintenfisch, serviert auf einem Granitstein, gefolgt von Taschenmessermuscheln mit Mango und Algenblume.

Mit weißen Bohnen und Hummer in Tomatensoße und Gänseleberpastete mit Vanille, verziert mit kandierten Veilchen setzt er die Geschmackslatte schon ziemlich hoch. Eine Käseauswahl von Ziege, Schaf und Kuh, danach noch ein fluffiges Dessert von Maracujaschaum und Waldfrüchten beschließt die köstliche mediterrane, galizische Speisefolge mit raffinierten Geschmackskombinationen.

Und das Beste kommt ja bekanntlich zum Schluss – in unserem Fall ist es die berühmte Pilger- und galizische Hauptstadt Santiago de Compostela, die den Schlusspunkt unserer Reise setzt. Bei strömenden Regen bahnen wir uns auf alten, holprigen Quadersteinen durch die Pilgerschar einen Weg zur Kathedrale, die ab dem Jahr 1075 auf Überresten von Gebäuden früherer Epochen erbaut wurde. „Hier befindet sich das Grab des Hl. Jakobus“, erklärt Tommi“, „nach den vielen verschiedenen Stilepochen dominiert heute der Barock, den wir sowohl außen an der Fassade, wie auch im Inneren sehen können“. Hier glänzt und glitzert es in Gold und Silber von den Altären, den Decken und den Wänden.

Im riesigen 96 m langen Hauptschiff, dem 20 m hohen Kirchenraum erkennen wir auch das berühmte, überdimensionale „Botafumeiro“ (Weihrauchfass), das bei Beginn der Messe und zu den Andachten in einem großen Bogen von zwei Messdienern hin- und hergeschwungen wird. Pilger aus aller Welt haben bereits in der Kathedrale Platz genommen, um bei der Hl. Messe dabeizusein. Denn jetzt und hier ist das Ziel ihrer langen, mühsamen Reise erreicht.

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung.  | Titelfoto by Fotolia.de #155544667

Keine Kommentare zu Hexen vor der Haustüre

Zum Sonnenuntergang nach Santorin

Die Ägäis, das tiefblaue Meer, das die griechische und türkische Küste umspült, war Schauplatz dramatischer Mythologie. Vor allem auf den zahlreichen Inseln, mal bewohnt mal menschenleer, haben sich antike Tragödien abgespielt, wurden Götter und Heilige verehrt und Könige grausam gemordet. Dennoch zieht die sagenumwobene Welt der Ägäis heute wie vor tausenden von Jahren die Menschen an. Das azurblaue Wasser, das unvergleichlich helle Licht und vor allem die Beständigkeit der Winde schaffen die Voraussetzungen für einen regen Schiffsverkehr zu den Inseln.

Die Ägäis, das tiefblaue Meer, das die griechische und türkische Küste umspült, war Schauplatz dramatischer Mythologie. Vor allem auf den zahlreichen Inseln, mal bewohnt mal menschenleer, haben sich antike Tragödien abgespielt, wurden Götter und Heilige verehrt und Könige grausam gemordet. Dennoch zieht die sagenumwobene Welt der Ägäis heute wie vor tausenden von Jahren die Menschen an. Das azurblaue Wasser, das unvergleichlich helle Licht und vor allem die Beständigkeit der Winde schaffen die Voraussetzungen für einen regen Schiffsverkehr zu den Inseln.

Gerade kleinere Schiffe, wie die Celestyal Olympia mit 720 Kabinen bieten eine dreitägige Kreuzfahrt in der Ägäis mit allem Drum und Dran. Von der Kabine, all inclusive, Unterhaltungsprogramm, Fitness und Massagen kann man es sich zwischen den Landausflügen gut gehen lassen.


 

Kurs auf die sagenumwobenen Inselwelten in der Ägäis

Doch im Mittelpunkt stehen die Besichtigungen. Zweimal am Tag wird aus- und eingeschifft, was dank der professionellen Hilfe des Schiffspersonals reibungslos verläuft. Mit der Partyinsel Mykonos, wo jährlich zwei Mio. Touristen Urlaub machen, beginnt das Ausflugsprogramm. Auf einem Inselrundgang vorbei an den chicen Boutiquen und Cafés sind neben den gepflegten Sandstränden auch die berühmten Windmühlen auf den Anhöhen der Insel nicht zu übersehen. Vom starken Wind dort oben wurden sie schon vor rund 400 Jahren angetrieben, wodurch das Mehl gemahlen werden konnte.

Wer sich für ihre Geschichte interessiert kann das Mühlenmuseum besuchen. Sehenswert sind auch die typischen, strahlend weißen Häuser und Villen. Mit den Flachdächern, kleinen Balkonen und Erker erinnert die Architektur an den Orient.

Antike Bibliothek

Auf dieser Inselhopping Tour wird wie im Bilderbuch umgeblättert. Denn nur ein paar Stunden später geht die Celestyal an der türkischen Ägäis in Kusadasi vor Anker. Das antike Ephesus steht auf dem Besichtigungsprogramm. Einst galt es als größte und bedeutendste, griechische Stadt in Kleinasien. Erdbeben und witterungsbedingte Schäden haben der Architektur stark zugesetzt. Aber heute, akribisch restauriert und wiederhergestellt, erinnern die Tempel, Theater und Wohnhäuser an die Römerzeit des 2. Jh. n. Chr.


 
Höhepunkt, 1908 bei Ausgrabungen entdeckt, ist die Celsus-Bibliothek. Perfekt restauriert, ist sie heute das musikalische Mekka für berühmte Orchester, Pianisten und Opernsänger, die vor der antiken Kulisse ihr Repertoire präsentieren.

Zwischendurch während der Ruhepausen an Bord heißt es entweder mit einem Cocktail in der Hand den Wellen zuzusehen, oder, wer sich angemeldet hat, dem Kapitän des Schiffes, einen Besuch abzustatten.

Kapitän Stathis Romeos, der seit 40 Jahren hinter dem Steuerrad steht, ist  zusammen mit seiner Crew von fünf Offizieren und 20 Helfern  verantwortlich für den richtigen Kurs. Ruhig, aber bestimmt gibt er nur wenige Befehle und bleibt im Hintergrund. Aber seine Ruhe und Erfahrung wirken überzeugend, dass der Kurs auf der Celestyal Olympia stets gehalten wird.

Wallfahrtsort Patmos

Der nächste Hafen auf der Route heißt Patmos, wo sich das Kloster des Heiligen Johannes aus dem Jahr 1088 befindet. Berühmt und als Heiligtum der griechisch-orthodoxen Kirche verehrt, ist die Johannes Grotte, wo der Evangelist aufgrund seiner Visionen die Apokalypse, das letzte Buch des Neuen Testaments verfasste. Holzgeschnitzte Ikonen und Fresken zeigen wie Johannes, der auf Patmos in Verbannung lebte, seine Eingebungen erhielt. Der Blick von den Klostermauern herab auf die kleinen Inseln rundum Patmos strahlt erhabene Ruhe aus. Hier auf der sogenannten heiligen Insel herrscht nur an Ostern große Betriebsamkeit, wenn die Wallfahrer in Scharen zum Heiligtum pilgern.

Auf Kreta ist das ganze Jahr Saison

Im Gegensatz dazu ist auf Kreta das ganze Jahr Saison. Der Palast von Knossos, in dem sich die grausame Sage um das Monster Minotaurus abspielte, übt nach wie vor eine besondere Magie auf die Besucher aus.  Hinzukommt, dass die minoische Kultur, datiert um 2600 v. Chr., als Frühgeschichte der europäischen Kultur zählt.

Guide Irini verweist noch auf ein anderes Kapitel griechischer Geschichte aus der Neuzeit. Auf einer Anhöhe von Heraklion befindet sich die Grabstätte von Nicos Kazantzakis, dem Autor unter anderem des Alexis Sorbas. Als Sohn der Insel Kreta 1883 geboren, wird er heute noch verehrt. “Ich fürchte nichts – Ich hoffe nichts- Ich bin frei” so seine Grabinschrift” spricht vielen Griechen aus der Seele.

Originalrezept für Zaziki

Bevor es auf die Insel Santorin geht, wird eine Lunchpause an Bord eingelegt und der Athener Vasili Ronnliotis, Chefkoch an Bord, stellt sich und seine Crew vor. Ohne Ruhetag zaubert sie für 25 Nationalitäten die Gerichte aus der Küche. “Ich mache das seit vier Jahren hier auf diesem Schiff, nachdem ich in Hotels und Restaurants am Festland gelernt habe”, erklärt er. Seine Mannschaft, die auf 300 Küchenquadratmeter arbeitet, besteht aus 74 Mitarbeitern. Über 1600 Portionen werden tagtäglich zubereitet und serviert. Ronnliotis kocht am liebsten mediterran und lobt dabei auch das gute griechische Öl und den würzigen Käse.


 
Und dann lässt er sich noch überreden, sein Zaziki-Rezept zu verraten: “Ein halbes Kilo griechischen Joghurt, geschälte Gurken ohne Kerne dünn schneiden, mit Öl, Salz, Knoblauch und Dill verrühren. Dazu kommt ein Schuss Ouzo und für eine Nacht wird das originale Zaziki dann in den Kühlschrank gestellt”.

Letzte Sonnenstrahlen auf Santorin

Die Insel Santorin im Süden der Kykladen, wird vom Schiff aus mit Tenderbooten erreicht. Schon bei der Anfahrt begeistert die außergewöhnliche Lage der ringförmig angeordneten Inselorte. Wie auf den Felsenkamm geklebt, liegen die Häuser auf dem Vulkankrater, der gefüllt mit Meereswasser die skurrile Ansicht prägt.


 
Der Ort Oia ist neben seiner speziellen Häuserarchitektur mit gerundeten Dächern, der Aussichtspunkt für gigantische Sonnenuntergänge. Noch strahlte das helle Ägäislicht auf das bunte Dorf Oia. Doch wenn die Sonne untergeht und ihr goldenes Licht in die Ägäis ergießt, dann versinken Zeit und Raum und es bleibt Natur pur.

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung

Keine Kommentare zu Zum Sonnenuntergang nach Santorin

Skifahren beim “Geist von Spiez”

Skischuhe – Ich frage mich jedes Mal, warum sich die Menschheit in diese engen Plastikschalen, in denen man keine Bewegungsfreiheit hat und einem die Füße wegen der unnormalen Haltung absterben, überhaupt reinquetscht? Die Antwort weiß ich, als ich den Kampf mit den Schnallen der Schuhe gewonnen habe: Schnee, Berge – zum ersten Mal überhaupt bin ich zum Skifahren in der Schweiz.

Skischuhe – Ich frage mich jedes Mal, warum sich die Menschheit in diese engen Plastikschalen, in denen man keine Bewegungsfreiheit hat und einem die Füße wegen der unnormalen Haltung absterben, überhaupt reinquetscht? Die Antwort weiß ich, als ich den Kampf mit den Schnallen der Schuhe gewonnen habe: Schnee, Berge – zum ersten Mal überhaupt bin ich zum Skifahren in der Schweiz.

Als ich meine Reise in Kiel mit der Bahn starte, hätte ich auch im ICE sitzen bleiben können. Mein Ziel ist auch das Ziel des Zuges: Zürich. Ich steige allerdings in Hamburg aus der Bahn wieder aus und nehme den Flieger. Doch bis nach Interlaken im Berner Oberland fliegt die Lufthansa nicht und so steige ich in Zürich erneut in einen Zug und verbringe die restliche Zeit bis zum Zielort auf den Schienen.



Interlaken ist eine kleine Stadt (ca. 6.000 Einwohner) im Kanton Bern zwischen dem Thunersee und Brienzersee. Der Name kommt aus dem lateinischen «Inter Lacus», was soviel wie „zwischen den Seen“ bedeutet. Interlaken lebt vom Tourismus. Rund 6.000 Gästebetten und fast 60 Hotels sprechen da eine deutliche Sprache. Kein Wunder also, dass viele Hoteliers in der jetzigen Zeit von schwierigen Verhältnissen sprechen. Der Wegfall des Mindestkurses für den Schweizer Franken hat den Urlaub in der Schweiz für Gäste aus den Euro-Ländern noch teurer gemacht, als er ohnehin schon war.

Skifahren

Blauer Himmel in Interlaken. Im Hintergrund ist das Bergpanorama zu sehen. Hier ist ein Paradies zum Skifahren (Fotos: Jörg Baldin)

Deshalb will die Urlaubsregion im Berner Oberland mit noch mehr Qualität und Vielfalt beweisen, dass sich ein Urlaub in der Schweiz trotz der hohen Kosten auf jeden Fall lohnt. Ein gelungenes Beispiel dafür wurde mitten in der Stadt errichtet. „Ice Magic“ heißt eine Schlittschuhanlage, die mit mehreren Eisfeldern, einer Schlittschuh-Straße (400 m lang) und einer Anlage für Eisstockschießen für ein besonderes Schlittschuherlebnis sorgt. Und wer nach dem Schlittschuhlaufen hungrig wird, kann sich an einem der Markstände an der Bahn stärken oder im Iglu-Zelt zünftig zu Abend essen.

Ice Magic Interlaken

Eine richtig gute Schlittschuhanlage: Ice Magic.

Wer hier Skifahren will, kommt am Skibus nicht vorbei

Wer in Interlaken wohnt und skifahren möchte, der kommt am Skibus nicht vorbei. Die kostenlosen Busse fahren täglich zu den anliegenden Skiregionen. Urlauber sollten ihre Autos besser am Hotel stehen lassen, denn die Straßen bis zur Station der Bergbahnen haben es teilweise in sich. Ich fahre allerdings mit dem Zug zu meiner ersten Abfahrt. Von Interlaken geht’s nach Grindelwald zum Skigebiet „Kleine Scheidegg-Männlichen“. Hier wird mir zum ersten Mal bewusst, wo genau ich mich eigentlich befinde, denn die Zahnradbahn fährt an einem der berühmtesten Berge der Welt entlang, dem Eiger. Die Eigernordwand gehörte lange Zeit zu den schwierigsten Strecken der Welt. 52 Menschen starben insgesamt beim Versuch, die Wand zu durchsteigen. Einer der toten Bergsteiger wird noch immer vermisst. Doch nicht nur der Eiger bildet hier ein prächtiges Panorama, auch der Mönch und die Jungfrau liegen an diesem Skigebiet.

Grindelwald

Aus dem Zug in die Zahnradbahn. Wer ins Skigebit “Kleine Scheidegg-Männlichen” will, muss hier in die Zahnradbahn umsteigen.

Kleine Scheidegg

Nebel versperrt die Sicht auf den Eiger. Startpunkt für viele Skifahrer ist der Bahnhof “Kleine Scheidegg”.

Die Skipisten sind für alle Skifahrer – Anfänger oder Profi – geeignet. Einzig und alleine die Skilifte könnten komfortabler sein. Sitzheizungen oder Windschutz gibt es nicht, wären aber nützlich, weil der Wind gerne über die kahlen Schneefelder weht und man auf den teils langen Auffahrten schnell auskühlt. Aber die langen Wartezeiten an den Liften entfallen und die sehr gut präparierten Pisten und die Landschaft entschädigen dieses kleine Manko.

Fondue in allen Variationen

Nach dem langen Skitag geht’s abends ins Restaurant des „Hotel Alpenblick“ in Wilderswil. Auf dem Menu steht, wie sollte es für Schweiz Urlauber anders sein, Fondue. Was der Finne mit seiner Sauna, ist der Schweizer mit seinem Fondue. Alles was essbar ist, wird entweder in Brühe oder in Käse getunkt. Dazu gibt es ein leckeres Glas Rotwein und Brot. Für mich ist der Abend damit gerettet, denn ich mag das gemütliche Essen und lecker ist es auch…

Huette Axalp

Eine gemütliche Hütte an der Bergstation der Axalp.

Das Skigebiet am nächsten Tag ist wieder mit dem Bus zu erreichen. Heute geht’s auf einen richtigen Familienberg. Die Axalp oberhalb von Brienz verfügt über eine Sesselbahn und drei Schlepplifte und gehört mit rund 15 Pistenkilometern zu den kleineren Skigebieten im Berner Oberland. Auch diese Pisten sind hervorragend präpariert und mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden gespickt. Das kleine Skigebiet ist hervorragend für Familien geeignet. Zudem bietet der Berg einen atemberaubenden Blick auf den Brienzer See und die Brienz selbst. Wer zu Mittag zünftig essen gehen möchte, sollte ins „Restaurant Hilten“ einkehren, das etwas abseits der Pisten liegt aber mit Skiern gut erreicht werden kann.



Abends steht Kultur auf meinem Programm: Fußball-Kultur. Ich bin zu Besuch im „Hotel Belvédère“ in Spiez. Hier wurde der „Geist von Spiez“ geboren, denn die Fußball-Weltmeister von 1954 haben in diesem Haus gewohnt. Das „Wunder von Bern“ hat hier den Ursprung und deshalb erinnern viele Dinge an die Weltmeister von 1954. So auch einige Namen der Speisen, die das sehr gute Restaurant im Haus anbietet. Ich habe mich für „Der Ball ist rund und das Spiel dauert 90 Minuten“ entschieden. Auch dieses weltberühmte Zitat von Sepp Herberger soll hier im Hotel entstanden sein.

Bilderbuch Fußball-WM

Eine absolute Rarität: Ein Sammelalbum aus den 50er Jahren mit allen Bildern von der Weltmeisterelf.

Buchungen

Wer seinen Urlaub in der Schweiz über Reiseveranstalter gebucht hat, kann sich freuen. TUI zum Beispiel hat bis zum Ende der kommenden Sommersaison feste Preise mit den Hotels der Destinationen abgestimmt und fängt so Kurschwankungen ab. Dennoch empfiehlt Mario Köpers von TUI Deutschland: „Möglichst viele Nebenleistungen in die Buchung mit aufnehmen, denn die Nebenkosten werden teurer.“ Zudem bietet TUI eine Schneegarantie an, bei der bei Schneemangel kostenlos ein späterer Zeitraum oder ein anderes Urlaubsziel gebucht werden kann. Weitere Infos unter www.tui.com

Unterkunft

Das „Lindner Grand Hotel Beau Rivage“ in Interlaken liegt nur wenige Minuten vom Bahnhof entfernt und bietet neben großzügigen Zimmern vor allem eine gute Küche und einen großen Wellnessbereich mit Schwimmbad an. Das 5-Sterne-Grandhotel wurde 1874 erbaut. Weitere Infos unter www.lindnerhotels.ch

Hinweis: Der Autor wurde zu dieser Reise eingeladen.

Keine Kommentare zu Skifahren beim “Geist von Spiez”

Type on the field below and hit Enter/Return to search