Ägypten

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Sharm el Sheik – Urlaub in der “Bucht des Scheichs”

Draußen regnet es und die grauen Wolken türmen sich vor meinem Fenster zu skurrilen Skulpturen. Sollen sie ruhig. Ich sitze gemütlich an meinem Fensterplatz im Flugzeug und warte auf den Start in ein Land voller Kultur, Geschichte und wunderbarer Natur.

Draußen regnet es und die grauen Wolken türmen sich vor meinem Fenster zu skurrilen Skulpturen. Sollen sie ruhig. Ich sitze gemütlich an meinem Fensterplatz im Flugzeug und warte auf den Start in ein Land voller Kultur, Geschichte und wunderbarer Natur.

In den vergangenen Jahren hat Ägypten harte Zeiten erlebt. Meldungen über Terror und Gewalt waren regelmäßig an der Tagesordnung und ließen das Land ins künstliche Koma fallen. Leerstehende Hotels und Restaurants, zahlreiche Arbeitslose und ein ungewollter Stillstand waren das Ergebnis.

Nun 2 Jahre nach dem Flugzeugabsturz einer russischen Maschine, scheint Ägypten so langsam wieder aus dem künstlichen Koma zu erwachen. Airlines wie Germania Air oder auch Lufthansa schaffen endlich wieder neue Direktverbindungen. Die Nachfrage steigt und die Neugierde bei den Touristen auch.

Paradies für Taucher und Sonnenanbeter

Sharm el Sheik, übersetzt „Die Bucht des Scheichs“, liegt südlich des Sinai-Hochlandes am Roten Meer und erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung am Küstenstreifen zwischen dem Golf von Sues und dem Golf von Akaba. Einst ein kleines Fischerdorf entdeckte man erst vor rund 30 Jahren den enormen Wert im Tourismus und schon bald wurde aus dem kleinen unscheinbaren Dörfchen ein reines Touristenmekka aus zahlreichen Hotelanlagen, Restaurants, Bars und Vergnügungsmeilen.

Bedingt durch die wunderbare Wasserqualität und die zahlreichen Korallenriffe, ist das Tauchgebiet rund um Sharm el Sheik zudem weltberühmt. Genau das war es was Klaus Reinhard, gebürtiger Augsburger und leidenschaftlicher Taucher, vor mehr als 17 Jahren in seinen Bann gezogen hat. Eher zufällig und ohne einen Hintergedanken begegnete er damals Sharm el Sheik und seiner Unterwasserwelt. Damals noch als deutscher Tauchlehrer der eigentlich nur einen Open Water Dive Kurs in Sharm mit 2 deutschen Touristen beenden sollte. Es folgten mehrere Jahre als Tauchlehrer vor Ort, in denen er mehr als ein Mal seinen Rückflug nach Deutschland verschob.

Die Liebe zum Wasser und der vor Ort antreffenden, atemberaubenden Unterwasserwelt ließen Klaus nicht los und so setzte er alles daran, seinen Traum von einer eigenen Tauchschule hier in Sharm el Sheik umzusetzen. 2007, nach zahlreichen nervenzehrenden Verhandlungen und Momenten war es dann endlich soweit. In einem ehemaligen Beduinendorf in der Sharks Bay entstand der Sunshine Divers Club. Eine deutsche Tauchbasis und Tauchschule mit integrierten Gästezimmern direkt am eigenen Hausriff. Manch einer würde wohl von Schicksal sprechen, besonders nach der Begegnung mit seiner heutigen Frau Mary, die er – wie soll es anders sein – während ihres Tauchurlaubs in Sharm kennen und lieben lernte. Seitdem sind nun 10 Jahre vergangen.

Als ich Mary und Klaus zum ersten Mal sah, sprang auch bei mir direkt der Funke rüber. Eine herzliche Atmosphäre, schon fast familiär begegnet jedem Gast innerhalb des Sunshine Divers Club. Eine kleine eigene Welt inmitten dieser wunderbaren Landschaft, in der alles möglich erscheint. Warum ich das so hervorhebe. Mary und Klaus haben es tatsächlich geschafft, meine Angst vor den für mich eher Furcht einflösenden Tiefen des Meeres zu nehmen. Wer mich kennt weiß – Schwimmen im Meer „Nein, Danke“ – und dann auch noch Tauchen! OMG!

Doch was in den Stunden bei Mary und Klaus passierte ist, ist wahrlich nicht in Worte zu fassen. Selten habe ich mich so gut aufgehoben gefühlt. Kompetentes Personal, professionelles Equipment und vor allem die warmherzige Art der Crew ließen all meine Sorgen schwinden. Plötzlich stand ich im Neoprenanzug mitten im Wasser und war kurz davor meinen ersten Tauchgang zu absolvieren. Eine Art Schnuppertauchgang. Ich kann es nicht anders beschrieben doch meine Angst war wie weggefegt. Ich nahm die Hand meines Tauchlehrers Shazly, der schon seit Beginn der Gründung dieser Tauchschule Klaus mit Rat und Tat zur Seite steht, und wir stiegen hinab in die Tiefen des Roten Meeres. Was dann folgte, war unwirklich, atemberaubend, eigentlich gar nicht in Worte zu fassen. Ich glitt ruhig und schwerelos hinab und durfte diese einzigartige Unterwasserwelt aus nächster Nähe betrachten.

Genau da wurde mir klar, warum Ägypten als Paradies für Taucher gilt. Schillernde Farben, eine Vielzahl bunter Fische sowie die einzigartige Korallenwelt machen jeden Taucher sprachlos. Egal ob Anfänger oder Profi. Für mich war es, dank Mary und Klaus, eine wunderbare Premiere innerhalb meines Ägyptenaufenthalts, die ich garantiert nicht so schnell vergessen werde. Danke dafür 🙂

Kultur und Religion hautnah erleben

Pyramiden, Pharaonen, die Anfänge der heutigen Religionen….dies sind nur einige Begriffe die einem direkt in den Sinn kommen wenn man an Ägypten denkt. Das alte Ägypten war eine der größten und mächtigsten Kulturen der Antike und fasziniert noch heute zahlreiche Touristen aus aller Welt.

Besonders die Geschehnisse rund um das Katharinenkloster am Berg Sinai gelten als historische und religiöse Schlüsselstelle des Christentums.

Als ich mich früh am Morgen gemeinsam mit 4 weiteren Gästen auf den Weg landeinwärts mache ist mir noch nicht bewusst wie sehr mich diese Fahrt, diese Eindrücke fesseln würden.

Die Fahrt durch das Land gleicht einer Mondexkursion. Felsformationen in unterschiedlichsten Größen und Farben türmen sich vor uns und entlang unserer Fahrbahn auf. Hier und da ein Sicherheitsposten inmitten der kargen Wüstenlandschaft. Unwirklich und nicht greifbar.

Plötzlich bleiben wir stehen. Der Reiseführer gibt uns ein Zeichen auszusteigen. Gemeinsam stehen wir auf der leeren Strasse und blicken hinab in ein tiefes Tal. „Genau vor Ihnen liegt das Tal, durch das Moses mit dem Volk Israel gewandert ist“ erklärt uns unser Reiseführer.

Ich blicke hinab und ein leichter Schauer durchfährt mich. Um uns herum absolute Stille. Ein warmer Wind umhüllt mich. Egal ob religiös oder nicht, solche Momente sind eher eine Seltenheit und genau das ist mir in diesem Moment bewusst. Wir bleiben mehrere Minuten an diesem Ort und lassen, jeder für sich die Eindrücke auf uns wirken

Nach einer weiteren Fahrt und zahlreichen Securitystops gelangen wir an den Fuß des Berg Sinai. Vom Parkplatz aus muss man noch einige Minuten zu Fuß zum Katharinenkloster gehen, bis man vor dem Gebäude steht.

Von den gegenüberliegenden Felsen aus wirkt es, als ob das Gebäude ein Teil des Berges wäre. Ton in Ton, imposant und ehrfürchtig, ein Fort inmitten der Landschaft. An diesem Tag ist nicht viel Betrieb. Genug Zeit sich diesen Ort mit all seinen Facetten in aller Ruhe anzuschauen und auf sich wirken zu lassen. Ehrfürchtig schreite ich durch die schmalen Gassen des Klosters, vorbei an dem brennenden Dornenbusch, den zahlreichen religiösen Details.

Gut zu wissen: Im Kloster befindet sich eine der ältesten und umfangreichsten Klosterbibliotheken der christlichen Geschichte. Mehr als 6000 Handschriften aus allen Ländern der Welt. Zudem sind mehr als 2000 Ikonen, die teilweise aus dem 8. und 9. Jahrhundert stammen, im Inneren der Gewölbe aufgestellt.

Nach knapp 1 Stunden kehren wir zurück zu unserem Auto und machen uns auf in Richtung Sharm el Sheik. Während der Fahrt ist es absolut ruhig. Zuviel Eindrücke, Emotionen, die verdaut werden müssen. Ich bin zutiefst dankbar für diesen Moment, für diese Begegnung.

Das Royal Savoy – eine luxuriöse Oase

Das Royal Savoy, eines von insgesamt 4 Hotels der Savoy Group, und nur für Erwachsene vorbehalten, empfängt mich. Mein erster Eindruck – elegant und stilvoll.  Ich betrete mein Zimmer. Geräumig und lichtdurchflutet. Auf knapp 45 qm gibt es hier alles, was das Herz höher schlagen lässt. Ein großes Badezimmer mit Dusche und Badewanne, ein doppelt so großer Schlafraum und ein wunderbar bequemes Bett. Nicht zu vergessen der große Kleiderschrank:)  Schnell verstaue ich meine Sachen und mache mich auf das Hotel sowie die komplette Anlage ein wenig genauer zu inspizieren.

Entlang einer kunstvoll drapierten Blumenpracht gehe ich direkt zum Strand, genauer gesagt dem White Knight Beach, der in einer geschützten Bucht liegt und nur den Gästen der Savoy Gruppe vorbehalten ist.  Vor mir erstreckt sich eine wunderbare Kulisse. Bars, Restaurants sowie zahlreiche Liegeflächen verschmelzen perfekt mit der hier befindlichen Natur. Ein Meer aus bunten Blumen umrahmt diesen Anblick.  Elegante Statuen, wie ich erfahre eigens von den Inhabern der Savoy Hotels ausgesucht, säumen den Wegesrand und werden schnell zu beliebten Fotomotiven. Ein Tag am Meer….hier lässt er sich perfekt aushalten.

Ich gehe weiter und komme nach nur wenigen Minuten in den direkt angrenzenden Bereich des Savoy Hotels. Das Savoy ist mit seinen 414 Zimmern und Suiten auf mehr als 200.000 Quadratmetern das größte Hotel der Savoy Group. Auf verschiedenen Ebenen gibt es hier neben einem gemütlichen Spa mit Fitnessbereich, Einkaufsmöglichkeiten zahlreiche Bars sowie Themenrestaurants.

Gut zu wissen – Wer mag, kann während seines Aufenthalts zwischen den klassischen Verpflegungsprogrammen wie Frühstück, Halbpension oder Vollpension wählen. Wer jedoch den ultimativen Genuss und einen wirklichen unvergesslichen Aufenthalt genießen möchte, sollte sich für das Ultra All inclusive Angebot entscheiden. Mit diesem Service kann man nicht nur die Speisen und Getränke innerhalb der Hotelanlage genießen, sondern auch zahlreiche Restaurants, Bars sowie Aktivitäten im angrenzenden Soho Square kostenfrei nutzen. Insgesamt 17 Bars, 10 Restaurants sowie eine Indoor-Eisbahn, ein Bowling Center sowie zahlreiche Shops sorgen hier für die perfekte Abwechslung.

Wer bei der Vielzahl an kulinarischen Highlights Gefahr läuft den Überblick zu verlieren – hier meine persönlichen 3 Highlights!

Das Tirana ist das Hauptrestaurant des Savoy Hotels und unter anderem auch den Gästen der Royal Savoy Hotels zugänglich. Hier erwartet Sie ein umfangreiches und vor allem sehr leckeres Buffett, das garantiert jeden Gast anspricht. Egal ob Fisch, Fleisch, Gemüse, Salat oder Süßspeisen. Hier kommt jeder auf seinen Geschmack 🙂

Seafood Island – Das Fischrestaurant liegt in unmittelbarer Nähe des Strandes und bietet seinen Gästen neben exquisiten Speisen einen wunderbaren Blick über den White Knight Beach.

Teppanyaki – Hier werden die Köstlichkeiten frisch vor den Augen der Gästen zubereitet und serviert. Ein fabelhafter Genuss für Auge und Gaumen.

Nach 7 Tagen fällt es mir wahrlich schwer diesen wunderbaren Ort zu verlassen. Der exquisite Service sowie die Warmherzigkeit der kompletten Besatzung ist einzigartig. Das Royal Savoy ist ein wunderbarer Ausgangsort für den perfekten Urlaub in Ägypten.

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Meinung

autorin-auf-breitengrad53-elisabeth-konstantinidisIch möchte die aktuelle politische Situation innerhalb dieses Landes nicht runterspielen. Das wäre falsch. Nichtsdestotrotz ist es mir ein tiefes Bedürfnis, die Schönheit dieses Landes und vor allem die Warmherzigkeit der Menschen, die ich während meines Aufenthalts erleben durfte, zu präsentieren. Ägypten ist ein Land voller Facetten. Ein Ort, an dem nicht nur Taucherträume wahr werden, ein Ort, an dem Gäste eine besondere und vor allem ehrliche Wertschätzung erfahren und ihren Urlaub in vollen Zügen genießen können. Genau das trifft auf meine Begegnungen in und rund Sharm el Sheik zu.

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Weitere Tipps zur Frage: “Wo ist es im November warm?” oder Reisen im November finden Sie auf der Seite November Reiseziele.

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung

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Kitesurfen lernen in Ägypten

Andere haben das doch auch hinbekommen! Wenn die das können, dann kann ich das verdammt noch mal auch. Aber im Moment geht gar nichts. Ich sitze auf dem Sand in…

Andere haben das doch auch hinbekommen! Wenn die das können, dann kann ich das verdammt noch mal auch. Aber im Moment geht gar nichts. Ich sitze auf dem Sand in knietiefem Meerwasser, irgendwo zwischen Strand und Riff in der Nähe von Hurghada im Roten Meer und soll mich von einem Lenkdrachen jetzt aus dem Wasser ziehen lassen. Kiten hatte ich mir leichter vorgestellt. Wie bin ich überhaupt auf diese Schnapsidee gekommen?

Von Harald Zeiss

Ich lasse mein Leben noch mal vor meinem inneren Auge Revue passieren, aber an den bierseeligen Abend irgendwann letzten September kann ich mich beim besten Willen nicht mehr erinnern. Egal, jetzt bin ich hier zusammen mit meinem besten Freund, habe ein Brett unter den Füßen und einen Kiteschirm am Himmel und soll jetzt meine ersten Meter auf dem bisschen Wasser möglichst würdevoll zurücklegen. Wie gesagt: andere haben das doch auch geschafft!

Kiteschulen gibt es wie Sand am Meer

Mein Lehrer heißt Momo. In Wirklichkeit Mohamed, aber alle sagen Momo. Klingt wohl mehr nach Sonne, Sand und Spaß. Das verbinden hier alle mit Kiten und wenn man den Könnern zusieht, wie sie mit dem Drachen nicht nur über das Meer fliegen, sondern auch durch die Luft, dann scheint der Trendsport genau den richtigen Nerv unserer aktionverwöhnten Gesellschaft getroffen zu haben. Aber vor dem Flug kommt der Fall, und von denen wird ein Anfänger eine Menge hinlegen müssen. Die gute Nachricht immerhin ist, dass man dabei nur ins Wasser fällt und außer einer ordentlichen Meerwassernasenspülung nicht wirklich viel zu befürchten hat. Wer sich darauf einlässt, kann nach gut acht bis zwölf Stunden seine ersten Meter auf dem Wasser schaffen und hier lest ihr, wie das geht.

Kiten in Aegypten - Harald Zeiss - Reiseblog Breitengrad53-1

Ideal für Anfänger ist das Kitegebiet in der Nähe der Touristenretortenstadt El Guna. (Fotos: Harald Zeiss)

Erst überlegen, dann buchen

Der Anfang ist einfach: Flug nach Hurghada buchen, Hotel auswählen und die Vorfreude genießen. Ideal für Anfänger ist das Kitegebiet in der Nähe der Touristenretortenstadt El Guna. Die Auswahl an Hotels ist groß und der sagenhafte Kitestrand mit einem Tuktuk-Taxi in 15 Minuten zu erreichen. Es gibt jedoch vorher ein paar Dinge zu beachten. Zum einen die Windverhältnisse, die über das Jahr hin mehr oder weniger konstant sind. Das hat direkte Auswirkungen auf den Lernfortschritt. Denn ohne Wind fliegt kein Drache und ohne Drachenfliegen lernt man auch kein Kiten. Wer also unbedingt bis zum Rückflug alles gelernt haben will, muss in der windreichen Zeit von Juni bis September kommen. Zum anderen sollte man sich die Temperaturen von Luft und Meer vorher genau ansehen. Frostbeulen werden die Monate von November bis April meiden, wenn es Nachts und manchmal auch tagsüber empfindlich kalt werden kann. Von den Temperaturen des Roten Meers mal ganz zu schweigen. Immerhin gibt es für alle Anfänger passende Neoprenanzüge, selbstverständlich den Drachen, den Gurt und ein extra großes Bord, auf dem es leichter ist, die Balance zu halten.

Just one more thing!

Für knapp 300 Euro habe ich acht Stunden Anfängerkurs in einer Kiteschule mit Momo gebucht. BASIC 1. Klingt nach wenig Erfolgserlebnis für eine Menge Geld. Das Geld sollte man im Moment am besten bar mitbringen, denn das ägyptische Pfund befindet sich auf Berg- und Talfahrt. Da sinkt die Akzeptanz für Kreditkarten und für die lokale Währung sowieso. Momo ist nicht irgendwer, sondern vor einigen Jahren ägyptischer Kite-Meister gewesen. Das sagt er uns aber erst ganz zum Schluss, vermutlich, um uns nicht vor Ehrfurcht kiteuntauglich zu machen. Die erste Stunde ist verhältnismäßig harmlos, mit Materialkunde, Sicherheitschecks und ein paar wichtigen Dingen zur physikalischen Besonderheit des Zusammenspiels von Wind und Drachen. Zum Glück sind die Kitedrachen in den letzten Jahren deutlich leichter zu manövrieren geworden und damit auch wesentlich sicherer für Anfänger wie mich. Wenn sozusagen alle Stricke reißen, gibt es eine Sicherheitsschließe, die den Kiter vom Drachen trennt und Letzteren flugunfähig machen. Ein gutes Gefühl, wenn man an dem Ding hängt wie ein Rodeoreiter auf einem wilden Stier.

Aller Anfang ist schwer

Diesen Stier muss ich jetzt entfesseln. Solange der Drache direkt über mir am Himmel steht, fliegt er ohne große Mühe und vor allem ohne starken Zug am Seil, das an meinem Bauchgurt befestigt ist. Alles ganz easy. “Diesen Stier muss ich jetzt entfesseln”Sobald ich aber an den Schnüren rechts oder links mittels einer Querstange ziehe, bewegt er sich entsprechend. Und damit in den Wind. Und zieht. An mir. Und wenn ich nicht aufpasse, schleift er mich auch gleich noch ein paar Meter würdelos über das Meer, solange, bis der Drache ins Wasser fällt. Dann muss ich zum 100. Mal aufstehen, den Drachen wieder zurück in den Zenith „auf 12 Uhr“ bringen und rückwärts gehen, zurück dorthin, von wo ich weggerissen wurde. Das ist dann der so genannte Walk of Shame, den Anfänger absolvieren, bis sie es kapiert haben.

Jetzt stellen wir uns mal ganz dumm

Die besondere Herausforderung beim Kiten liegt in der Komplexität der Bewegungsabläufe, die im Zusammenspiel mit Balance und möglichst stabilem Wind zum Fahrvergnügen führen sollen. Aber beim Kiten sind alle Meister erst mal vom Himmel gefallen und diese Frustrationstoleranz muss jeder Anfänger mitbringen. Momo gibt sich jede erdenkliche Mühe, mich zu instruieren und vor allem zu motivieren. Push, pull, left, right, gently, more power und vieles mehr höre ich in diesen Tagen immer wieder. Wer will, kann das auch auf Deutsch haben. Kitelehrer sind hier keine Mangelware und Sprachtalente scheinen sie alle zu sein. Irgendwann am Nachmittag geht dann aber nichts mehr in den Kopf und die Arme sind gefühlt auch immer länger geworden. Und zum Glück herrscht am nächsten Tag Windstille. Die kann ich wirklich gut gebrauchen!

Kiten in Aegypten - Harald Zeiss - Reiseblog Breitengrad53-5

Zweiter Teil von BASIC 1

Am Tag darauf ist genügend Wind und ich bin wieder im Wasser. Nicht nur der Wind, auch Ebbe und Flut bestimmen den Lernrhythmus. Wenn der Meeresspiegel zu niedrig ist, wird es für die Anfänger zu gefährlich. Ebbe ist um 14 Uhr. Daher müssen wir die verbleibende Zeit noch vor dem Nachmittag nutzen. Während wir beim letzten Mal gemeinsam an einem Kite geübt haben, bekommt heute jeder seinen eigenen Drachen, abgestimmt auf Körpergewicht und Windgeschwindigkeit. Nicht nur meine Unbeholfenheit und ein inzwischen latenter Muskelkater machen mir zu schaffen, sondern auch die unerwarteten Böen, die mal mehr, mal weniger am Kite ziehen, und mir die Kontrolle erschweren. Noch mehr Wasserschlucken und noch mehr Walk of Shame. Aber irgendwas in mir fühlt sich so an, als würde es besser werden. Meint auch Momo, aber ich glaube, der wird für seine gute Laune bezahlt.

Ohne Fleiß, kein Preis

Auf einmal klappt’s! Ich fahre! Ich weiß nicht, ob es die unendlichen Wiederholungen, der Frust, Momos Entschlossenheit oder einfach nur Glück war, dass ich am Ende des zweiten Tages tatsächlich kite. Wenn man 100 Meter Fahrt auf dem Bord also solches bezeichnen kann. Andere haben es geschafft, und ich jetzt endlich auch. Das Glücksgefühl ist sofort da, der Kick, der Spaß, die Gewissheit, dass ich es doch noch geschafft habe. Und diesen Moment muss man sich unbedingt merken. Denn nach ein paar Dutzend Metern holt mich ein Windstoß wieder vom Bord, zurück in die nasse Realität. Ich liege im knietiefen Meer, der Drache auch, aber ich weiß, dass ich das es kann. Ein Anfang ist geschafft. Jetzt heißt es nur noch dranbleiben und üben, üben, üben.

Insider-Tipps für Ägypten

Reiseinformationen vom Auswärtigen Amt

Aufgrund der politischen Lage ist es sinnvoll, sich vor der Reise auf der Seite des Auswärtigen Amtes über die aktuelle Lage zu informieren.


Hotelempfehlung

Es gibt zahlreiche hochwertige und preiswerte Hotels in Ägypten. 96% empfehlen bei Holidaycheck das Hotel “LABRANDA Club Paradisio El Gouna”


Reiseführer & Weiterführende Informationen

Eine Auswahl an Reiseführern für Ägypten finden Sie hier.


Geld im Urlaub

Die Währung in Ägypten ist das Ägyptische Pfund. Die meisten Geschäfte akzeptieren Kreditkarten als Zahlunsgmittel. ES-Karten kann man an den Geldautomaten benutzen. Wer die Abhebegebühren umgehen möchte, für den lohnt sich die Anschaffung einer kostenlosen Kreditkarte. Mehr Tipps zur Zahlung im Urlaub gibt es auf unserer Service-Seite: Geld im Urlaub.

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Urlaub in Ägypten: Manchmal nicht wie aus 1000 und einer Nacht

Urlaub wie aus 1000 und einer Nacht: Sonnenschein, exotisches Essen, Tauchen und Schnorcheln im Roten Meer oder hochklassige Hotels mit perfektem Service – Urlaub in Ägypten verspricht Erholung, Kultur, Abenteuer…

Urlaub wie aus 1000 und einer Nacht: Sonnenschein, exotisches Essen, Tauchen und Schnorcheln im Roten Meer oder hochklassige Hotels mit perfektem Service – Urlaub in Ägypten verspricht Erholung, Kultur, Abenteuer und Exotik. Doch die Realität sieht in einigen Regionen oftmals anders aus: Wer Urlaub in der Sonne sucht und dafür in Kauf nimmt, das Hotelgelände nicht zu verlassen, ist zumindest in der Makadi Bay am Roten Meer genau richtig: Kultur, schöne Landschaften oder Exotik? Fehlanzeige!

Der Reiseleiter der Reisegruppe schwört die gerade angekommen Gäste auf die nächsten Urlaubstage in Makadi Bay, einer Bucht am Roten Meer, etwa 30 Kilometer von Hurghada entfernt, ein. “Es gibt hier drei Arten von Religionen”, sagt Ahmed schmunzelnd. “Moslems, Christen und Verkäufer.” Hier sei handeln Volkssport und niemand zahlt den Preis, den ein Verkäufer in Ägypten zuerst nennt. “Eher ein Viertel des Preises ist gerechtfertigt.” Selbst in der Apotheke sind die Preise verhandelbar, was bei vielen Gästen aus Deutschland ein ungläubiges Kopfschütteln hervorruft. Das gelte auch für das Durchfallmittel “Antinal”, dass hier in Ägypten fast jeder Urlauber irgendwann brauche. “Bakterien!”, sagt Ahmed, “Wir haben hier andere Bakterien als in Europa. Das Gemüse und Obst in der Küche wird nicht immer mit Trinkwasser gewaschen, so dass der Durchfall irgendwann sicher kommt.” Und da hilft eben dieses Mittel, dass in der Apotheke in Makadi Bay rund 25€ kostet, in Hurghada selbst allerdings nur 5€. Auch den Grund kennt der Reiseleiter nur zu gut: “Die Ladenbesitzer hier im Resort zahlen rund 5.000€ Miete für die kleinen Parzellen pro Monat.” In der Stadt seien die Läden deutlich günstiger. Und wie gesagt: Hier wird um alles gehandelt.

Apropos Stadt, Hurghada ist laut Ahmed auf jeden Fall eine Reise wert und auch da gibt es zwei Möglichkeiten für die Gäste. Entweder man fährt mit dem Shuttlebus vom Hotel für 6€ pro Person oder mit dem Taxi. “Das kostet vom Hotel zur Stadt knapp 20€ und von der Stadt vom Hotel knapp 10€.” Vorausgesetzt man handelt gut mit dem Taxifahrer. Der größte Teil der Reisegruppe entscheidet sich für den Shuttlebus, der um 15.10 Uhr am Hotel wartet. Die Fahrt dauert etwa 30 Minuten und ist eher abschreckend. Außer ein paar Sicherheitskontrollen sieht man viel Sand und jede Menge Dreck am Wegesrand. Hier ein paar leere Häuser, Zäune und vereinzelt der Versuch, für Touristen etwas aufzubauen. So sieht die “Delphin World” im nirgendwo am Straßenrand nach Hurghada ebenso absurd aus, wie die “Aqua World”, zu der die Touristen aus den Hotels der Makadi Bay in der Regel kostenlos gefahren werden. Der Eintritt ist in den All-Inklusive-Angeboten der Hotels meistens inbegriffen.

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Typisches Bild in Hurhgada

Highlight an der Endstation ist ein leeres Einkaufszentrum

Nach rund 35 Minuten Fahrtzeit erscheint die Silhouette von Hurghada. Dort angekommen fühlen sich die Touristen, als würden sie eine große Baustelle besichtigen. Allerdings wird hier offensichtlich seit Jahren nicht mehr gebaut und so ist es auch nicht verwunderlich, dass nirgendwo ein Bauarbeiter dafür aber viel Dreck und Bauschutt zu sehen ist. “Das sieht hier schon seit Jahren so aus”, weiß Walter aus Köln, der ebenfalls im Bus sitzt und schon ewig zum Tauchen hierher kommt. Große Rohbauten zeigen von einer regen Bautätigkeit, die aus welchen Gründen auch immer, abrupt beendet worden sind. Auf die meisten Urlauber ist der Anblick eher abschreckend als einladend und der Eindruck wird auch nicht besser, als die Gruppe den Busbahnhof in Hurghada erreicht hat und jetzt den rund dreistündigen Aufenthalt startet.

Das Highlight gleich vorweg: Genau gegenüber vom Busbahnhof ist ein großes Einkaufszentrum, dass allerdings nur zu einem Viertel mit Ramsch-Läden gefüllt ist. Warum die Reisegruppe ausgerechnet an diesen Fleck in Hurghada gefahren worden ist, bleibt das Geheimnis der Veranstalter. Ansonsten bietet die Stadt in diesem Teil nicht mehr, als der Stadtrand: Schmutz, leere Rohbauten und pausenlos hupende Taxen.

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Viele Bauten am Stadtrand von Hurghada sind Ruinen. (Fotos: Jörg Pasemann)

Die Makadi Bay ist ein gutes Gebiet zum Schnorcheln

Während der eine Teil der Gruppe vergeblich versucht, irgendetwas Schönes zu finden, steigen einige in ein Taxi, um nach “Downtown” von Hurghada gefahren zu werden oder zurück ins Hotel. Für 100 Ägyptische Pfund hat Walter einen Taxifahrer gefunden, der ihn zurück ins Hotel fährt. Auch hier schwanken die Preise von 350 bis 100 Pfund, die natürlich auch Verhandlungssache sind. Vom Taxifahrer erfährt er, dass das schöne Hurghada eher in der Altstadt, also in “Downtown” zu finden ist. Gerade aus dieser Sicht stellt sich die Frage, warum die Touristen ausgerechnet hier abgeladen werden. Nach einem kurzen Zwischenstopp des Taxifahrers irgendwo in der Stadt, geht es dann zurück auf die Straße in Richtung Makadi Bay.

Das Fazit für diese Reise fällt Walter zum Schluss ganz leicht: “Um Urlaub am Meer zu machen und Sonne zu tanken, ist Makadi Bay in Ägypten im Moment relativ günstig und richtig – für mehr aber auch nicht.”

Abenteuer Taxi in Hurghada

In Hurghada müssen Sie kein Taxi suchen, das Taxi findet sie! Wer am Straßenrand steht oder geht, wird ununterbrochen an gehupt und von den Taxifahrern gerufen. Handeln ist oberste Pflicht, aber auch Vorsicht ist geboten: Oft tauschen unseriöse Taxifahrer beim Bezahlen größere Geldscheine unbemerkt in kleinere Noten ein, und ehe sich die Fahrgäste versehen, wird unter lautem Geschrei die angeblich fehlende Menge an vereinbartem Geld verlangt. So wird die Fahrt dann deutlich teurer, als ursprünglich verhandelt.

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