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Die beste Finca der Welt

 

Es gibt viele Hotel-Oscars: 10 Best Hotels in the World, die „Gold-Liste“, Hideaway des Jahres, Most Outstanding Luxury Place und wie sie alle heißen. Die Finca Cortesin spielt überall mit. Das luxuriöse Landgut bei Marbella unter deutscher Leitung darf sich „Beste Finca der Welt“ nennen. Was hat die Finca Cortesin, was andere nicht haben? Wir haben uns mal ganz genau dort umgeschaut.

 

Es gibt viele Hotel-Oscars: 10 Best Hotels in the World, die „Gold-Liste“, Hideaway des Jahres, Most Outstanding Luxury Place und wie sie alle heißen. Die Finca Cortesin spielt überall mit. Das luxuriöse Landgut bei Marbella unter deutscher Leitung darf sich „Beste Finca der Welt“ nennen. Was hat die Finca Cortesin, was andere nicht haben? Wir haben uns mal ganz genau dort umgeschaut

Erster Trumpf: Lage, Lage, Lage

 

Vögel zwitschern, Rosenduft liegt in der Luft, hinter grünen Hügeln blitzt das Mittelmeer auf. Ich bin auf dem Land und doch am Meer. Zwischen Marbella und Gibraltar, an der andalusischen Costa del Sol, der zu Recht ein gewisser Rummelfaktor zugesprochen wird – aber hier ist es gaaaaanz ruhig. Traumhaft ruhig. Ich stehe vor dem „Cortijo“, dem Haupthaus, der Finca Cortesin; üppige Geranien ranken vor weißen Gemäuern. Wo gibt es das schon, Finca-Atmosphäre und Beach-Gefühl in einem? Bis zum Finca-eigenen Beach-Club am Strand von Cesares hinunter sind’s nur 1,5 Kilometer, die schafft man auch zu Fuß. Das Ganze eingebettet in einen mega-gepflegten 18-Loch-Golfplatz, wo schon mehrfach die legendären Volvo-Weltmeisterschaften stattfanden. Trotzdem ist sich Golftrainer Ricardo nicht zu schade, mir als Anfängerin ein Training zu geben; Eimer voller Bälle warten auf meinen Abschlag.

Im Auto brauchen wir nur zwanzig Minuten bis zur munteren Nachbarin Marbella mit ihren weißen Gassen, wo sich schon die Windsors und Obamas vergnügten und gerade ein Comeback mit jüngerem, „Normal“-Publikum eingeläutet wird. Auch das Sherry-Paradies Jerez de La Frontera liegt weniger als eine Autostunde entfernt von der Finca Cortesin. Michelle Obamas Foto steht in einigen Schaufenstern Marbellas; die Leute lieben sie hier. Ich höre diskrete Jauchzer wohlerzogener Kinder, die sich den Pool des berühmten Marbella Clubs stürzen, 1947 von Alfonso von Hohenlohe im Auftrag seines Vaters Maximilian von Hohenlohe gebaut. Lebemann Alfonso (der Ex von Ira von Fürstenberg) hat das Promi-Konzept Marbella quasi erfunden; eine Büste erinnert an den 2003 Verstorbenen. In der Altstadt lockt die weiß-gelb getünchte „La Encarnacion“ Brautpaare aus aller Welt; ein fröhlicher Schneider, der ebenfalls Andrea heißt, bestickt eine Schürze mit meinem Namen. Marbella ist lockerer als gedacht

Die 3 Geheimnisse der Finca Cortesin

Fackeln schimmern im Abendlicht, Romantik XXL. Was macht die Finca Cortesin so speziell, dass Reiseexperten von Condé Nast sie zum schönsten Landgut Spaniens und der besten Finca der Welt kürten? Das Raumwunder des 5-Sterne-Anwesens ist überall spürbar: in den üppig gepflegten Gärten wie an den riesigen, aber dennoch lauschigen vier Salzwasserpools, einer davon innen. Mein Urteil nach ein paar Tagen Die Finca hat drei Geheimnisse – Privatsphäre, Understatement UND ein Mega-Angebot: „Unser Luxus ist die Herzlichkeit, bloß keine Arroganz“, sagt mir der deutsche Generalmanager René Zimmer beim Spaziergang über das rund 215 Hektar Quadratmeter große Landgut – viel, viel Platz für Urlauber in 67 Suiten und sechs Villen. Mal gibt man sich rustikal, mal pompös, irgendwie passt alles zusammen.

 

Ich schnuppere an manikürten Spalieren rosafarbener Pompón Villa de Paris. Alles ist nicht nur tipp-top, sondern wirkt wie ein privater Familiensitz – allerdings mit Freizeitfaktor wie ein großes Hotel: Drei Restaurants, japanische Sterneküche, die Kunst-Galerie Javier López, in der auch angesagte Blattmotive gezeigt werden. Dazu kommt eine fast Zen-gleiche Konzentration auf die individuellen Anliegen des Gastes. Ein Pärchen sitzt am Brunnen im Klostergang – ungestört. Hier bin ich keine Nummer, aber werde auch nicht künstlich herum hofiert. Man behandelt mich eher wie ein gute alte Freundin – alles geht, nichts muss.

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Zwischen Orient-Lounge und Klostergang


Englische Blumentapeten und Vorhänge im gleichen Muster.
Eine der Alhambra nachempfundene Veranda mit Orientkissen. Ein klösterlicher wirkender Kreuzgang. Natursteinböden. Antiquitäten aus ganz Europa, zusammen getragen von Innenarchitekt Pinto Coelho. Eine Bar wie ein feiner Pub, wo britischer Humor, spanische Gelassenheit und deutsche Neugier eine fröhliche Symbiose eingehen. Was ein überladener Mix sein könnte, ist auf der Finca Cortesin in Architektur und Design geschmackssicherer kombiniert. 2009 wurde das Anwesen von einer Geschäftsfamilie aus Madrid im palastähnlichen, andalusischen Stil gebaut: ein Neubau mit der Seele eines traditionellen Anwesens. Finca heißt „ländliches Anwesen“ auf Deutsch; ob einfach oder schick ist dem Besitzer überlassen. Zimmer gibt’s auf der Finca Cortesin erst gar nicht, sondern ausschließlich lichtdurchflutete, Schnickschnack-freie Suiten mit Terrassen oder Garten, 50 bis 180 Quadratmeter groß, in denen Sisalteppiche auf Steinböden liegen. Mein Reich besteht aus 2 großen, hellen Räumen (80 qm), mit einem fast ebenso großen Marmorbad und Ankleidezimmer – letzteres mit einer weiß-karierten Biedermeier-Bank, was sonst, damit ich entspannt meine Riemchen-Sandalen schließen kann. Es sind, bei allem Luxus, solche Kleinigkeiten, die Reisende glücklich machen.

Endlich mal: ein Spa ohne Allüren!

 

Kennen Sie das Gefühl, im viel zu weiten Hotelbademantel einen Spa zu betreten und unter den prüfenden Blicken des Personals praktisch zur Salzsäure zu erstarren? Nothing like that auf der Finca Cortesin. Unterkühlt geht’s hier nur in der zur Sauna gehörenden Schneegrotte zu, der einzigen Spaniens übrigens. Im Eingang sind Herrenshorts wie Kunst ausgestellt. Clever: Welcher Mann braucht keine neue Badehose? Die Devise der unprätentiösen Spa-Chefin Anna Gutierrez aus Granada: „Immer entspannt bleiben.“ Sie war vorher Chefin im Six Senses Spa in der Dominikanischen Republik und erklärt mir: “Bei uns ist nichts standardisiert.“ Eine Handvoll Spitzentherapeuten aus aller Welt darf, ja soll, eigenen Stil zelebrieren. Ayurveda-Masseuse Tarifa Mahajamege, 40, aus Sri Lanka, ist ein Urgestein, keine weichgespülte Beauty Puppe. Ich höre sie kräftig atmen bei der Behandlung. Es gibt u.a. Tata Harper-Produkte, die hippe Öko-Kosmetik aus den USA.

“Mein Liebling ist die Drei-Bäder-Lösung”

Mein Liebling ist die Drei-Bäder-Lösung. Ein Bereich für Frauen, einer für männliche Gäste und einmal Unisex, jeweils mit komplettem Sauna-Dampfbad-Set, alles in hellem Holz. Die Krönung des derzeit wohl angesagtesten Wellnesspalast der Costa del Sol ist der 25-Meter-Indoorpool in einem verspielt-gläsernen Gewächshaus mit sechs Metern Deckenhöhe – was für ein Kontrapunkt zu den leider oft üblichen Spa-Verliesen im Basement der Luxushotellerie! Ich schwimme wie ein Weltmeister, das salzige Wasser scheint mich schneller über die Bahnen zu tragen.

Einmal Lobster-Paella mit Champagner, bitte!

 

Wenn echte Feinschmecker nicht meckern, muss es gut sein. 75 Sorten Champagner, Lobster-Paella & Austernsülze. Das Küchenwunder der Finca hat Küchenchef Lutz Bösing aus Aachen zu verantworten. „Ich bin kein Freund von Fusion“, erzählt mir der bodenständige Bösing, der seit 30 Jahren in Spanien kocht: „Jede Spezialität muss für sich wirken.“ Auf der Finca Cortesin gibt es 3 Top-Restaurants, das italienische Don Giovanni, das spanische El Jardin de Lutz und Kabuki Raw, geleitet vom jungen baskischen Chef Luis Olarro, der dafür seinen ersten Michelin-Stern mit 28 Jahren einkassierte. Mal im Haupthaus, mal in Nebengebäuden untergebracht, bummelt man voller Neugier und Appetit von einem zum anderen und kann Dinge essen, die man noch nie im Leben probiert hat.

Gambas-Ceviche und Rinderravioli mit Nüssen etwa, beim Italiener Farmspiegeleier mit Trüffel, beim Japaner wechselndem Champagner zu jedem fein getunten Gang mit exotischen Leckerbissen wie Aprikosen-Meerasche in Tempura oder einer 24 Stunden geschmorten Wagyu-Rippe. Doch glücklich machte mich auch eine Kleinigkeit beim Frühstück (selbstverständlich nicht als Büffet sondern à la Carte serviert): Joghurt-Mousse, ein seidenweicher Traum. Ich brauchte es nur einmal zu erwähnen, genauso wie meine Liebe zu den knackigen Mini-Sardinen, schon fand ich abends ein handgeschriebenes Rezept von Lutz auf dem Kopfkissen. Soviel sei verraten: für die Joghurt-Mousse Gelatine, Mineralwasser und einen Siphon benutzen. Und die Sardinen werden besonders knusprig, wenn man sie vor dem Panieren durch Essig zieht.

„Wir führen nicht einmal ein Gästebuch“

 

Illustre Gästenamen könnte man aufzählen. Deutsche Adels-Gesichter, die mir bekannt vorkommen, sehe ich schon beim Frühstück auf der Sonnenterrasse, beschattet von knorrigen Olivenbäumen, aber auch den Kleinunternehmer mit Gattin aus Detmold und eine spanische Großfamilie aus dem nahen Barcelona. „Doch wir führen nicht einmal ein Gästebuch“, betont der deutsche Generalmanager René Zimmer; Diskretion ist Ehrensache. Der 46-Jährige, der bereits im Grand Hotel von St. Petersburg und im edlen La Residencia von Mallorca tätig war, wurde mehrfach unter die 10 besten deutschen Hoteliers im Ausland gewählt. Der schlanke Bautzener führt das spanische 5-Sterne-Landgut mit entspannter Hand – zumindest wirkt es so nach außen. Die Gäste, so erzählt er mir, kämen aus aller Welt, von den britischen Inseln, ein knappes Drittel aus Deutschland und aus Spanien und Amerika. Ein Drittel kommt zum Golfen. Und es bleibt ungesagt, aber es ist klar: Wenn ein Mann gut essen, die Frau relaxen und vielleicht in Marbella shoppen will, beide ihre Ruhe haben wollen und der gemeinsame Nenner lässiger Luxus ist – dann könnte das märchenhafte Landgut der absolut perfekte Urlaubsort sein.

Was hatte ich auszusetzen an der „Besten Finca der Welt“? Eigentlich nichts, außer natürlich, dass ein Besuch nicht vom Taschengeld zu bezahlen ist. Sterneküche, Perfektion und Liebe zum Detail haben nun mal ihren Preis. Aber eins ist auch klar: Es gibt bezahlbaren und unbezahlbaren Luxus – und letzterer kann natürlich auch ein Glas Wein und Oliven mit dem Liebsten auf der einfachsten Finca der Welt sein…

Tipps & Informationen

Finca Cortesina lageAnreise: Auf einem Areal von 215 Hektar im Süden Spaniens zwischen Marbella und Sotogrande liegt die Finca Cortesin, ein 5-Sterne-Landhotel mit Golf & Spa, sowie eigenem Strand mit Beachclub. Vom Flughafen Malaga ist sie in ca 50 Minuten zu erreichen

Saison: Die Finca Cortesin ist ganzjährig geöffnet, geschlossen nur vom 8.-21. Januar 2019.

Spa: Für Fincagäste frei, Tagespass für externe Besucher 100 Euro, mit einer Wellness-Behandlung 35 Euro. Massagen 50 Min. ab ca 150 Euro

Preise: Mit Hin- und Rückflug nach Malaga, Privattransfers vom Flughafen zur Finca und zurück, drei Übernachtungen in einer Junior Suite / Frühstück beispielsweise ab 1.375 Euro pro Person über airtours. Ansonsten liegen die Preise ab 585 Euro pro Nacht und Suite (für zwei Personen mit Frühstück) bis 8.800 Euro pro Nacht für die teuerste Villa

Restaurants: Im italienischen „Don Giovanni“ der Finca Cortesin Vorspeisen ab 11 Euro, Pasta ca 15 – 30 Euro, Hauptspeisen ca 25 – 35 Euro. Im spanischen El Jardin de Lutz Vorspeisen um 25 Euro, Hauptspeise ca 35 – 45 Euro. – Im „Kabuki Raw“ mit einem Michelin-Stern Menü ab 140 Euro.

Hinweis in eigener Sache: Die Reise für diesen Beitrag wurde zum Teil unterstützt von Veranstaltern, Hotels, Fluglinien und/oder Tourismus-Agenturen. Wir legen sehr großen Wert auf eine unabhängige und neutrale Berichterstattung, daher sind die Meinungen, Eindrücke und Erfahrungen der jeweiligen Autoren ihre eigenen.
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Rom ganz ohne Petersdom und Trevibrunnen

 

Rom ist bekanntlich eine der grandiosesten Städte, die man als kultur- und lifestyleverliebter Mensch besuchen kann. Doch die Stadt auf sieben Hügeln birgt auch einige Touristenfallen. Hier kommen die Dos and Don’ts für individuelle Rom-Entdecker.

 

Rom ist bekanntlich eine der grandiosesten Städte, die man als kultur- und lifestyleverliebter Mensch besuchen kann. Doch die Stadt auf sieben Hügeln birgt auch einige Touristenfallen. Hier kommen die Dos and Don’ts für individuelle Rom-Entdecker.

„Unsere Straßen sind schon sehr, sehr alt“

„Unsere Straßen sind schon sehr, sehr alt“, entschuldigt sich Fabrizio, der mit seinem grau melierten Lockenkopf und dem klassischen Profil wie die lebendige Version einer antiken Statue daherkommt. Mit schnellen Handbewegungen und charmantem Grinsen rückt er den kleinen Bistrotisch zurecht, der auf dem römischen Holpersteinpflaster beständig hin- und herklappert und den Café in den dickwandigen Tassen wie auf hoher See zum Schwappen bringt.

 

Ja, Roms Straßen mit den blank polierten Sanpietrini-Steinen sind tatsächlich alt – vieles in der ewigen Stadt ist alt, sehr alt sogar. Einiges ist deshalb von unschätzbarem Wert.  Anderes zeigt diese unverwechselbare charmante Patina, die diese Stadt so liebenswert macht und die Scharen von Touristen anzieht, die all die ikonischen Hinterlassenschaften der Antike, Renaissance und des Barocks bewundern wollen und es gleichzeitig genießen, sich beschwingt wie die Römer durch die Tage treiben zu lassen.

 

Die gute Nachricht: Es ist kinderleicht, den Touristenströmen zu entgehen, denn Rom bietet eine derartige Fülle an weltweit gefeierten Attraktionen, dass viele grandiose Sehenswürdigkeiten in die zweite Reihe rücken und schon fast ein Nischendasein führen. Ein paar Gassen jenseits der ganz großen Touristenshow, im Stadtviertel nebenan oder am Abend, wenn die Reisegruppen abgezogen sind, zeigt die Stadt wie eh und je ihren Zauber.

Ein Leben reicht wohl nicht aus, um all die geheimen Ecken, versteckten Plätze, Cafés und Restaurants zu entdecken, die Rom zu bieten hat. Doch ein paar Ratschläge kann man schon beherzigen, wenn man Rom jenseits der touristischen Schwergewichte erleben möchte. Wo sollte man wohnen, wo den Café oder die Pasta einnehmen, welche Stadtteile besuchen und von welchem Hügel den Sonnenuntergang bewundern? Prego! Hier geht’s zu den Tipps für entdeckungsfreudige Individualisten.  

Trastevere – Genießer wohnen „jenseits des Tiber“

Ganz klar: Am besten wohnt man in Rom in Trastevere, diesem fast dörflichen, mittelalterlich-malerischen Viertel mit den kleinen Gassen, unzähligen Restaurants, coolen Bars und kleinen Shops. Vom Mini-Antiquariat bis zur hippen Boutique. 

 

Von Großstadt-Hektik keine Spur. Wer hier lebt, ist Genießer. Morgens schlappen die Römer zum Brötchen holen, mittags genehmigen sie sich ihre Pasta samt kühlem Weißwein in einem Straßenbistro und abends warten sie geduldig vor den angesagten Restaurants, bis irgendwo ein Minitischchen frei wird. Wer Rom wie die Einheimischen erleben möchte, ist hier goldrichtig. Nur die großen Plätze wie den Piazza Santa Maria sollte man meiden, wenn man nicht in einem überteuerten Touristenladen landen möchte. Besser man schaut nach einer versteckten Gasse. Dort sind die Atmosphäre perfekt, die Antipasti, Filetti und Spaghetti hervorragend und die Preise moderat.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, geht schon tagsüber vorbei und reserviert einen Tisch. Für die Übernachtung kann man sich eine Airbnb-Unterkunft suchen, dann ist man mittendrin. Auch logistisch liegt Trastevere, was übrigens „jenseits des Tiber“ bedeutet, ideal. Das historische Zentrum ist zu Fuß gut erreichbar. Oder man fährt für kleines Geld mit der Straßenbahn der Linie 8 zum Piazza Venezia beziehungsweise nimmt ein Taxi, was ebenfalls preislich akzeptabel ist. Aber Achtung: Nur mit eingeschaltetem Taxameter fahren oder den Preis vorher ausmachen. Wie in vielen Metropolen sind auch in Rom Halsabschneider unterwegs.

Sonnenuntergang – am schönsten vom Hügel

In Rom scheint es mehr Verliebte zu geben als anderswo auf der Welt. Überall schlendern Pärchen eng umschlungen durch die Gassen und sitzen Händchen haltend auf Brückengeländern oder Brunnenmauern. Noch größer wird die Verliebtenquote in den romantischen Abendstunden, die man am besten auf einem Hügel verbringt.

 

Den schönsten Sonnenuntergang erlebt man auf dem Monte Pincio, den man von der Piazza del Popolo über einen imposanten Treppenaufgang erklimmen kann. Der Blick auf den Platz mit dem Obelisken, auf den Tiber und den Petersdom ist grandios. Von dort kann man auf einem Höhenweg zur Villa Medici schlendern und erreicht wenig später die Kirche Trinità die Monti oberhalb der Spanischen Treppe. Der bevorzugte Sonnenuntergangshügel der Einheimischen ist der Aventin. 

 

Hier wandelt man durch einen Orangengarten, lauscht Jazzmusikern und schaut gebannt auf die Stadt, die sich langsam golden färbt. Wer in Trastevere wohnt, hat es nicht weit zum Gianicolo, der ebenfalls einen atemberaubenden Blick auf Rom bietet. Wer die Treppen auf den Hügel geschafft hat, wird nicht nur mit einer fantastischen Kulisse belohnt, sondern fühlt sich beim Anblick des mächtigen Brunnens geradewegs in den Sorrentino-Film „La Grand Bellezza“ hineinversetzt, dessen Eröffnungsszene hier gedreht wurde. Wenn in den Wintermonaten die Sonne früher untergeht, kann man auch zur Terrazza Caffarelli auf dem Kapitol pilgern. Das Café auf der Dachterrasse steht auch Gästen offen, die nicht Museumsbesucher sind, und bietet das volle Panorama auf die Ewige Stadt. Aber Achtung: Das Café schließt um 19 Uhr.

Testaccio – Foodtour im „Normalo“-Viertel

Das Stadtviertel Trastevere trotzt den Touristen und hat sich seinen Charme bewahrt. Wer es allerdings noch authentischer möchte, sollte einen Ausflug ins benachbarte Testaccio unternehmen. Nur wenige Touristen verirren sich in das ruhige und unaufgeregte ehemalige Arbeiterviertel, das mittlerweile gerne von Künstlern, Filmleuten und Designern als Wohn- und Arbeitsstätte gewählt wird.



Vor allem ist das Stadtviertel interessant für das, was man heute allgemein als „Foodtour“ bezeichnet. Einige spezialisierte Anbieter bieten solche kulinarische Spaziergänge an, doch lassen sie sich auch wunderbar auf eigene Faust unternehmen. Starten sollte man unbedingt in der Pasticceria Barberini an der Via Marmorata. 

 

Livrierte Kellner wuseln hinter dem Tresen in dem winzigen Café, häufen Minitörtchen auf die Teller und lassen wie am Fließband Espresso aus der Maschine strömen. Die Überraschung ist die Kundschaft: Hier finden sich die Normalos des Viertels ein – vom Familienvater mit Kleinkind auf dem Arm über Freundinnen, die sich zu einem Schwätzchen treffen, bis zu Jugendlichen, die sich ebenfalls gerne eines der köstlichen Küchlein genehmigen. 

 

Gleich neben dem Barberini wartet ein weiterer Gourmettipp: das Volpetti, ein Feinkostladen, der über und über mit Köstlichkeiten gefüllt ist. Um die Ecke ist die Taverna Volpetti, in der dicke Schinken unter der Decke hängen und deren Wände mit Weinregalen dekoriert sind. Hier lässt sich – zu sehr moderaten Preisen – vom Feinsten schlemmen und genießen.

Als Geheimtipp in Testaccio wird, ganz zu Recht, Trapizzino gehandelt. Genau genommen handelt es sich um ein Take-away, aber einen der besonderen Art. Raffiniert gewürzte Füllungen aus Fleisch, Gemüse und Sauce werden in knusprigen Brotecken serviert. Wer möchte, erhält einen Ständer für die Spezialsandwiches und kann diesen ins Lokal nebenan mitnehmen.

 

Für den Nachtisch kann man dann noch zum Angel’s House auf ein Eis gehen. Mango, Apfel, Feige? Dort gibt’s alles, lecker dekoriert und freundlich serviert. Hier noch ein Kunsttipp für Testaccio: Einen ungewöhnlichen Blick auf antike Kunst bietet das Centrale Montemartini an der Via Ostiense. 400 römische Statuen werden im ehemaligen Elektrizitätswerk ausgestellt und können inmitten von Dampfturbinen aus ganz ungewöhnlicher Perspektive betrachtet werden.

Kunst mal anders – berühmte Gemälde an versteckten Orten

Selbst Kunstbanausen reizt es zuweilen, einmal eines der ganz großen Werke zu bestaunen, ein Gemälde von Michelangelo etwa oder eines von Botticelli oder Raffael. Klar kann man versuchen, ein Zeitfenster in der Sixtinischen Kapelle zu ergattern und sich umdrängt von Menschen dem Kunstgenuss hingeben. Doch in Rom geht das auch viel einfacher und ganz stressfrei.

 

Ein wunderbarer Tipp ist ein Besuch der Villa Farnesina in der Via della Lungara in Trastevere. Ein reicher toskanischer Bankier ließ sie bauen und mit kostbaren Wandgemälden bestücken. Nur wenige Besucher wandeln durch die Hallen, so dass man die Gemälde von Raffael und seinen Mitstreiter ganz für sich hat. Einer der ganz großen Malernamen ist auch Caravaggio, ein von Legenden umrankter Künstler des Frühbarocks.

 

Drei mächtige Gemälde des Italieners sind in einer Kapelle der Kirche San Luigi dei Francesi nahe des Piazza Navona zu sehen. Allerdings sollte man 1-Euro-Stücke bereithalten, denn nur gegen Geld wird die Kapelle beleuchtet. Wer ungestört von Menschenmassen eines der zarten harmonischen Gemälde von Raffael studieren möchte, kann das in der Kirche Santa Maria della Pace machen. Im Kreuzgang nebenan lädt übrigens ein verstecktes Café zu einer kunstsinnigen Pause ein.

Überlebenstipps – so geht es ohne Stress durch Rom

Städtereisen sind anstrengend, vor allem wenn sie in große Metropolen mit hohem Sightseeing-Faktor wie Rom führen. Um die Tage in Rom entspannt zu genießen, sollte man einige Tipps beachten.

Schuhwerk: Bequeme Schuhe sind beim Sightseeing sowieso Pflicht. Doch in Rom sollte man auf Stöckelschuhe auch dann verzichten, wenn die Wege kurz sind. Viele Straßen sind mit Kopfsteinpflaster bestückt, so dass hohe Hacken das Gehen quasi unmöglich machen. Auch die ansonsten schick gestylten Römerinnen setzen auf flache Schuhe.

Koffer: Leichtes Gepäck ist immer ein guter Tipp auf Reisen. Doch auch dieser Grundsatz sollte für Rom besonders beachtet werden. Viele Orte und Häuser sind nicht mit dem Fahrzeug erreichbar, weil die Zufahrten gesperrt sind oder Treppen überwunden werden müssen. Schwere Koffer sind in diesen Fällen überaus lästig. Auch Rollkoffer helfen nur bedingt, da das Kopfsteinpflaster das Ziehen erheblich erschwert.

Wasser: Teures Flaschenwasser muss man in Rom nicht kaufen. Überall finden sich Brunnen, die sogenannten „Nasoni“, aus denen es fleißig sprudelt. Die Gratis-App „I Nasoni di Roma“ fürs iPhone zeigt alle Standorte. In etlichen Waschräumen wird der Wasserhahn übrigens mit einem Fußhebel in Gang gesetzt. Also erst einmal nach unten schauen, wenn sich kein geeigneter Knopf findet. 

Nepp: Die überwiegende Zahl der Restaurants in Rom ist kulinarisch auf der Höhe, hat einen netten Service und ist nicht zu teuer. Trotzdem sollte man auf die Speisekarte schauen, bevor man sich setzt. Vor allem an touristisch belebten Plätzen gibt es schwarze Schafe, die die üblichen Preise gut und gerne verdoppeln, ohne Qualität zu bieten. Gleiches gilt für Taxifahrer. Es empfiehlt sich, nur mit Taxameter zu fahren, vor allem wenn man Distanzen und Preise nicht kennt. Fahrkarten für Busse und Straßenbahnen gibt es übrigens am Kiosk. Aber Achtung: Am Sonntag sind diese in der Regel geschlossen.

Hinweis: Werbung, da Orts- & Markennennung. Die Reise erfolgte auf Einladung

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Bali: Geben macht Glücklich

 

Für Australier ist das indonesische Bali das „europäische Mallorca“, für Hochzeitsreisende ein Traumurlaub und für Wellenreiter und Golfspieler ein Eldorado. Bekannt ist Bali zudem für seine tiefe Spiritualität, seine heiligen Tempelanlagen und seine üppig-grünen Reisterrassen. Bei den Sehnsuchtszielen dieser Welt gehört das Eiland mit seinen 3,9 Millionen freundlichen Menschen zu den Top Ten.

 

Für Australier ist das indonesische Bali das „europäische Mallorca“, für Hochzeitsreisende ein Traumurlaub und für Wellenreiter und Golfspieler ein Eldorado. Bekannt ist Bali zudem für seine tiefe Spiritualität, seine heiligen Tempelanlagen und seine üppig-grünen Reisterrassen. Bei den Sehnsuchtszielen dieser Welt gehört das Eiland mit seinen 3,9 Millionen freundlichen Menschen zu den Top Ten.

 

Auch wenn der Flug via Dubai mit Emirates lang war, schon der Anblick des Flughafens – ein architektonisch einmaliges  Zweckensemble im balinesischen Stil –  ist eine Freude für meine müden Augen. Einen schöneren Flughafen hab ich noch nicht gesehen. Die Fahrt zum Mövenpick Jimbaran Resort & Spa ist kurz. Dort erwartet uns ebenfalls eine beeindruckende Architektur mit einer offenen Lobby im typisch balinesischen Stil, die Zimmer sind großräumig und sehr geschmackvoll. Ein Absacker in der Rooftop Bar mit Blick auf das nächtliche Jimbaran  sorgt für einen gelungenen Ausklang des Tages.

DREI TEMPEL PRO DORF

Sonne pur am nächsten Morgen und ein Blick auf Pool und Meer wie gemalt. Die Auswahl beim Frühstück ist  groß. Neben internationaler Vielfalt gibt es balinesische Spezialitäten wie z. B Chilieier, die man unbedingt probieren sollte. Am späten Nachmittag fahren wir zum berühmten  Uluwatutempel, nur eine halbe Stunde von  Jimbaran entfernt,  um einen der schönsten Sonnenuntergänge von Bali zu erleben. Unser Guide Sutaba (48) stammt aus der Bauernkaste, erzählt er stolz. 3,9 Millionen Menschen leben auf Bali (davon 93 Prozent Hindus), und jedes Dorf besitzt drei Tempel. Hinzu kommen noch zahlreiche Haustempel  mit Opferschreinen. Die Balinesen opfern ihren zahlreichen Göttern gern. Mindestens dreimal am Tag zu jeder Mahlzeit. „Wer gibt, zu dem kommt das Glück“, sagt Sutaba. Vielleicht sind die Menschen auf Bali deshalb so zufrieden und freundlich.

DER AFFENTANZ

 

Auf der Hinfahrt warnt Sutaba uns vor den berühmt-berüchtigten  Affen, die gerne Brillen, Ohrringe und alles, was nicht niet- und nagelfest ist, klauen.  Am Tempel angekommen müssen Besucher mit kurzen Röcken und Hosen sich einen tieflila Sarong umbinden, ein orangefarbener Stoffgürtel  aus Rohseide ist für alle Pflicht, denn jetzt betreten wir einen heiligen Ort. Das Warten auf den berühmten Sonnenuntergang wird durch eine Tanzshow mit Kultstatus in einer halbkreisförmigen, voll besetzten Arena verkürzt: 70 Tänzer, etliche in prachtvollen Kostümen reich geschmückt, tanzen den Kechak (Affentanz), die alte hinduistische Legende des Ramayana.

Ein kulinarisches Menü der Extraklasse im Mövenpick-Anarasa-Restaurant mit einem Tatar aus Avocados und Tomaten sowie Jakobsmuscheln, einem delikaten Seafood Casimir mit Reis, Hummer und Jakobsmuscheln und einem Dessert sind der perfekte Abschluss für einen perfekten Tag.

 

Der nächste Tag wird lang. Von Jimbaran bis nach Mas, dem Zentrum der Steinmetze, dauert die Fahrt eine Stunde. Von Generation zu Generation wird dieses Kunsthandwerk weiter gegeben. Auf dem Weg dorthin legen wir am Tempel Pura Dalem noch eine kurze Pause ein.  Frauen und Männer  bereiten dort  zu tausenden kleine Körbchen mit Opfergaben für die Götter vor, die dann weiter verkauft werden. Vom Duran Dalem Tempel aus hat man einen guten Blick über die Reisfelder zum Vulkan Mount Agun, der Ende 2017 mit seinen Ausbrüchen für einige Unruhe gesorgt hatte.

BERÜHMTER KATZENKAFFEE

 

Nach einem Besuch der Holzmaskenschnitzer genießen wir unsere mitgebrachten Lunchpakete auf einer Farm, die Agrartourismus betreibt.  Vor 18 Jahren hat Ikt Ngemben  (42) von seinem Vater den Betrieb übernommen. Seitdem werden Gewürze wie Pfeffer und Muskatnuss, Kaffee und Kakao nicht mehr nur auf dem Markt verkauft, sondern auch im eigenen Betrieb verarbeitet und verkostet. So kommen wir z.B. in den  Genuss von Kakao mit Ingwer oder Kaffee mit Vanille. Auch verschiedene Teesorten wie der rote Rossolo werden uns zum Picknick von Ikts Schwester Ni und seinen fünf Kindern serviert. Auf der Farm gibt es auch Coffee Luwak (Katzenkaffee),  den wohl besten und teuersten Kaffee der Welt zu kosten und kaufen. Die grünen  Kaffeebohnen werden von  wilden Mungos gefressen und unverdaut wieder ausgeschieden, bevor sie eingesammelt und verarbeitet werden.

„Bali first“ ist die Devise,  die von der Regierung und der Hotellerie gefördert wird, um die einheimische Landwirtschaft und Industrie zu unterstützen. Auch das Mövenpick Jimbaran kauft bei einheimischen Fischern. Ebenso stammen die Pflegeprodukte wie Shampoo und Bodylotion auf den Zimmern oder im Spa aus Bali. „Einheimische Produkte sind angesagt“, betont Daniela Hartati, stellvertretende Marketing-Chefin.

GOTTHEIT GANESHA

 

Unser nächstes Ziel ist die Elefantenhöhle Goa Gajah. Sie  stammt aus dem 9. Jahrhundert und wird bis heute  als Heiligtum verehrt.  Ihren Namen verdankt sie vermutlich der hinduistischen Gottheit Ganesha, denn Elefanten gab es in früheren Jahrhunderten auf Bali nicht.

 

Der Wassertempel Pura Tirta Empul zählt zu den wichtigsten und heiligsten Tempelanlagen Balis. Sie gehört zu den neun Staatstempeln. Hier pulsiert das Leben im wahrsten Sinne des Wortes. Aus etlichen Rohren in der Tempelwand sprudelt heiliges Quellwasser in Fontänen ins Becken. Hinduistische Gläubige kommen regelmäßig dort hin, um sich von Krankheiten und andren Problemen frei zu waschen. Asiatische Touristengruppen schießen Selfies ohne Ende.

BEZAUBERNDE REISTERRASSEN

 

Mystisch und beeindruckend sind die Ruinen der Tempelanlage Gunung Kawi. Die im 11. Jahrhundert in den Berg gehauene Tempelanlage ist nur über 150 Stufen zu Fuß zu erreichen, die bis zum Beginn der wunderschönen Reisterrassen zu  beiden Seiten von Souvenirshops eingerahmt werden. Zur Belohnung erwartet die Besucher am Fuße des Berges eine relativ touristenfreie Zone. Der Aufstieg zurück ist anstrengend, aber der Mühe wert.

MYTHOS UBUD

 

Am  Ende des Tages geht es nach Ubud. Die in Reisfelder eingebettete Kleinstadt ist seit den 1930er Jahren eine wahre Künstlerkolonie. Maler, Musiker, Tänzer, Holzschnitzer und Steinmetze verleihen dem Zehntausend-Seelenort ein ganz besonderes Flair. Kenner behaupten, „wer nicht in Ubud war, kennt Bali nicht“. Das beste Kokos-Eis Balis darf man auf keinen Fall versäumen. Wir essen es im Tukies Cafe, das wir nach langer Suche in der Market Road Nr. 3 finden. 

Die Amerikaner haben mit dem erfolgreichen Hollywood-Blockbuster  „Eat, Pray, Love!“ (2010) mit Julia Roberts ihre  Liebe zur Insel entdeckt. Seit der Sinnsuche der schönen Amerikanerin, die sie u.a. auch nach Bali führte, hat sich Ubuds Status als magischer Ort weiter verfestigt.  

 

Wer am nächsten Morgen den Fisch- und Gemüsemarkt in Jimbaran erleben will, muss früh aufstehen. Um sechs Uhr landen die Fischer in ihren bunten Auslegerbooten ihren Fang direkt bei den Markthallen an. Von den „antiken“ Waagen aus werden sie zu den  Verkaufsständen oder direkt zu den Hotelküchen gebracht.

An einem Red Snapper demonstriert uns Koch Kamayuda (25), woran man frischen Fisch erkennt. Später werden wir unter seiner Anleitung  im Hotel beim Kochen mit Gästen Red Snapper zu einer Farce  verarbeiten und  um ein Bambusstäbchen geformt auf dem Grill garen. Dazu gibt es Grüne-Bohnen-Salat und Reis. Und dann geht‘s endlich ins große Spa- und Wellness-Center. Für 90 Minuten sorgen das Sandelholzöl und  die Zauberhände von Desri  (21) bei einer balinesischen Ganzkörpermassage für Entspannung pur.

TEMPEL IM MEER 

 

Das wohl meist fotografierte Objekt auf Bali ist der geheimnisvolle Tanah Lot („Tempel der Erde im Meer“), der von hinduistischen Priestern bewacht wird. Das kleine Heiligtum auf dem einsamen Felsen in der Brandung gehört zu den Höhepunkten einer Bali-Reise. Allabendlich  klicken tausende Auslöser im Akkord, wenn die Sonne hinter dem Heiligtum blutrot im Meer versinkt. Gegen eine Spende darf man heiliges Wasser aus der Quelle trinken, die aus dem Felsen sprudelt und sich damit Hände und Gesicht waschen. 

Die Insel der Götter und Dämonen ist geheimnisvoll, heiß, feucht und faszinierend. Sie ist leise im Hinterland, doch laut und rummelig in den Centren. Auf den Straßen sind es die Autos und Motorräder, rund um die heiligen Stätten der Kommerz mit seinen bunten Ständen  und die Touristen in ihrer babylonischen Sprachenvielfalt. Bali ist eine andere Welt, vielseitig und verwirrend schön.

Reiseinfos in Kürze

Anreise: Flüge nach Denpasar werden von Emirates (via Dubai) und von Singapore Airlines (via Singapur) angeboten. 

Hoteltipp: Fünf-Sterne-Mövenpick Resort & Spa Jimbaran Bali. Inspiriert durch die fünf Elemente und im balinesischen Design erbaut,  bietet das Hotel 297 komfortabel und geschmackvoll eingerichtete Zimmer und Suiten mit Balkon sowie freies W-LAN; fünf Restaurants, Kids-Club, Wassersport- und Golf-Möglichkeiten. 

Reiseliteratur: „Bali“, von Roland Dusik, 120 S., 11,99 Euro, Dumont.

Mehr Infos gibt es beim Fremdenverkehrsamt von Indonesien.

Hinweis: Werbung, da Orts- und Markennennung. Die Reise erfolgte auf Einladung

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Mit dem Wohnmobil nach Kroatien

 

Lasst uns doch mit einem Wohnmobil nach Kroatien fahren! Die Idee für den nächsten Urlaub in den Ferien war schnell gefunden. Und auch das Ziel, obwohl wir ursprünglich in die Toskana wollten. Doch Italien schien uns in den Sommerferien zu überlaufen. Und Kroatien gilt immer noch als Geheimtipp: Tolle Natur, günstige Preise, gutes Wetter. Also Wohnmobil beladen, einsteigen und los. Eine Fahrt ins Blaue beginnt, bei der nur das Ziel feststeht.

 

Lasst uns doch mit einem Wohnmobil nach Kroatien fahren! Die Idee für den nächsten Urlaub in den Ferien war schnell gefunden. Und auch das Ziel, obwohl wir ursprünglich in die Toskana wollten. Doch Italien schien uns in den Sommerferien zu überlaufen. Und Kroatien gilt immer noch als Geheimtipp: Tolle Natur, günstige Preise, gutes Wetter. Also Wohnmobil beladen, einsteigen und los. Eine Fahrt ins Blaue beginnt, bei der nur das Ziel feststeht.

7,5 Meter lang – Unser rollendes Hotelzimmer

Doch zunächst müssen wir unser Wohnmobil beziehen. Der 7,5 Meter lange Riese hat gerade mal 20 Kilometer auf dem Tacho, als wir den TUI-Camper in Lüneburg in Empfang nehmen. Er bietet Platz für vier Personen. Ein Doppelbett im Fond des Fahrzeugs und ein Doppelbett in der Mitte, das via Elektromotor bis unter das Fahrzeugdach gefahren werden kann und so keinen Platz im Wagen wegnimmt. Ansonsten hat der IXEO Time IT 726G alles, was ein fahrendes Hotelzimmer braucht: Küche, Bad, Dusche und eine Sitzecke für vier Personen mit Esstisch und Blick auf einen Flat-TV.

mit dem wohnmobil nach kroatien - Joerg Baldin - Mosel (1 von 5)

Der TUI-Camper war unser fahrendes Hotelzimmer. Mit dem Wohnmobil nach Kroatien in 14 Tagen. (Fotos: Jörg Baldin)

Die Reise startet am Samstagmorgen. Das erste Ziel? Unbekannt. Wir fahren in Richtung Mosel und suchen uns dort einen Campingplatz. Extra dafür habe ich mir eine App auf meinem Smartphone installiert, die die meisten Campingplätze auf unserer Tour kennt. Eine gute Idee, wie sich im Verlauf der Reise herausstellt. Mit dem „Bären-Camp“ in Bullay an der Mosel steht unser erster Ziel, etwa 570 Kilometer von Hamburg entfernt, fest. Auf der mehr als acht Stunden dauernden Fahrt lernen wir vor allem die Maße des Wohnmobils kennen, denn auf der Stecke vorbei an Bremen, Münster, Osnabrück, Köln und am Nürburg-Ring sind es vor allem die engen Baustellen der A1, die einem noch das Fürchten lernen.

Nach acht Stunden erreichen wir die Mosel

Nach etwa acht Stunden Fahrtzeit haben wir die Mosel erreicht. Der kleine Ort Bullay empfängt uns mit strahlendem Sonnenschein und die Mosel mit spiegelglatter Wasseroberfläche. Fast zu schön für Deutschland, könnte man denken. Beinahe schon kitschig. Der Campingplatz, wie wir im Laufe unserer Tour erfahren, ist recht klein und sehr ruhig. Unser Stellplatz liegt direkt am Fluss. Relativ schnell ist das Wohnmobil in Parkposition gebracht, Markise rausgekurbelt, Tische und Stühle sowie Gasgrill und –flasche aus dem hinteren Stauraum geholt und die Fahrräder vom Gepäckträger genommen.

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mit dem wohnmobil nach kroatien - Joerg Baldin - Mosel (1 von 5)

Der TUI Camper auf unserer Reise war vom Typ Family-Standard und ausgestattet mit allem, was man für eine Reise mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern benötigt. Die Vermietung erfolgte über McRent in Brietlingen / Lüneburg.

Ein Camper mit dem TUI Optimalpaket bei dem TUI-Qualitätspartner McRent kostet für eine Woche ab EUR 735.

Das Optimalpaket beinhaltet:

  • Vollkaskoschutz mit Erstattung der Selbstbeteiligung
  • Haftpflichtversicherung mit mind. 7,5 Mio. € Deckungssumme
  • Unbegrenzte Kilometer
  • Bereitstellungsgebühr
  • Fahrzeugausstattung
  • Campingtisch und -stühle

Buchbar über TUI Camper

Noch viel wichtiger ist der Stromanschluss, der mittels einer Kabeltrommel und den entsprechenden Adaptern ein Kinderspiel ist. Routinearbeiten eines Campers nach erfolgreicher Ankunft auf dem Campingplatz. Was heute noch sehr lange dauert, wird im Laufe des Urlaubs perfektioniert. Und weil es so schön ist, wird auch die Satellitenschüssel ausgefahren, die sich von ganz alleine den richtigen Satelliten sucht, damit wir auch den Fernseher im Camper ausprobieren können. Camper-Herz, was willst Du mehr?

 

Am nächsten Tag wird nach einem fabelhaften Frühstück an der Mosel alles wieder im Wohnmobil verstaut. Unser nächstes Ziel soll der Bodensee sein. Wieder fahren wir einfach los, ohne zu wissen, wo genau wir die nächste Nacht verbringen. Dennoch haben wir eine Änderung in unserem Reiseplan. Anstatt der einen Nacht mit anschließender Weiterfahrt haben wir uns für eine weitere Übernachtung am Bodensee entschieden. Was bringt einem eine schöne Tour durch Deutschland, wenn man alles nur von der Autobahn aus sieht? Und der Bodensee, der immerhin drei Länder berührt, ist immer eine Reise wert. So kommen wir mit Hilfe der App an einem schönen Campingplatz am Bodensee an, der leider belegt ist. Ein Platz weiter haben wir Glück.

Bäume sind der natürliche Feind für Wohnmobile

Wir finden ein Platz für zwei Nächte auf dem Campinglatz Schloß-Kirchberg in der Nähe von Hagnau und können unseren Camper wieder in Parkposition bringen. Allerdings ohne TV-Empfang, denn ein Baum stört die Verbindung zum Satelliten. Ein immer wiederkehrendes Problem für Camper, wie wir den Rest der Reise erfahren werden. Bäume sind der natürliche Feind für Wohnmobile und Wohnwagen. Ein weiterer Feind sind Straßen. Nach der ersten ruhigen Nacht an der Mosel ist dieser Stellplatz in unmittelbarer Nähe einer vielbefahrenen Straße, die so laut ist, dass die beiden Camper neben uns nach der ersten Nacht die Flucht antreten und weiter nach Österreich fahren. Wir nicht, wir bleiben!

Nachdem am Stellplatz alles klar ist, folgt der lang ersehnte Sprung in den Bodensee und danach ein neues Familienritual: Der Gasgrill wird angefeuert und mit Thüringer Bratwurst belegt. Abendessen auf einem Campingplatz.

 

Unseren Tag am Bodensee verbringen wir zunächst mit einer Bootsfahrt in Richtung Mainau. Die Blumeninsel ist zu dieser Jahreszeit das Ziel vieler Urlauber. Mein letzter Besuch von Mainau war 1987, seitdem ist viel passiert. Auch wenn ich mich nur noch schemenhaft an die Insel erinnern kann. Mainau ist die drittgrößte Insel im Bodensee und seit 1974 in adligem Besitz. Graf Lennart Bernadotte hat die Insel gekauft und in die extra gegründeten „Lennart-Bernadotte-Stiftung“ überführt. Auch heute noch wohnt der Graf mit seiner Frau Sandra Gräfin Bernadotte auf der Insel. Bei gefühlt 40 Grad im Schatten ist ein Spaziergang mit zwei Kindern sehr mühsam und endet abrupt an dem 100 Quadratmeter großen Mainauer Kinderland „Wasserwelt“ mit vielen Wasserbecken und eben viel Wasser. Viele Eltern wussten das und haben für die Kinder Wechselkleidung mitgenommen. Wir nicht! Was auch bei diesen Temperaturen nicht schlimm war.

Nur mühsam bekommen wir die Jungs von der Wasserwelt weg, denn wer auf der Insel ist, sollte sich auf jeden Fall das Schmetterlingshaus anschauen. Mit rund 1.000 Quadratmeter ist das Haus das zweitgrößte seiner Art in Deutschland. Im Inneren des Hauses herrscht bei 26 Grad und etwa 80 bis 90 Prozent Luftfeuchtigkeit eine tropische Umgebung mit Wasserfällen, exotischen Gewächsen und Blumen. 700 bis 1.000 bunte Falter aus bis zu 80 verschiedenen Schmetterlingsarten fliegen je nach Jahreszeit in dem Schmetterlingshaus, vor allem südamerikanischer Herkunft, frei zwischen den Besuchern durch die Tropenlandschaft umher.

Unwetter in Österreich verändert unsere Tourenplanung

Von Hagnau am Bodensee sollte es eigentlich über Österreich weiter nach Kroatien gehen. Das Wetter machte und allerdings einen Strich durch die Rechnung. Unwetter in den Bergen. Wir planen unsere Tour um, verkürzen damit allerdings auch die Zeit in Kroatien. Wir fahren über die Schweiz und Italien nach Krk und machen aus unserem Wohnmobilurlaub eine Europatour.

Vom Bodensee in die Schweiz ist es nur ein kurzer Weg. Unser Ziel ist der Luganer See, an dem wir wieder zwei Übernachtungen planen. Nach der Grenze wird in der Schweiz erstmal eine Vignette für 40 Euro fällig, egal wie lange man im Land bleibt. Am Ende kleben drei solcher Vignetten an der Windschutzscheibe: Schweiz, Österreich und Slowenien. Italien kassiert die Maut auf der Autobahn ab.

In Lugano mit der Standseilbahn auf den Monte Brè

Unser Campingplatz „La Palma“ in Lugano liegt direkt am Luganer See. Wir haben einen perfekten Stellplatz unmittelbar am See mit freiem Blick aufs Wasser. Der Platz selbst ist schon etwas in die Jahre gekommen, dafür wird „La Palma“ der teuerste Campingplatz unserer Reise werden. Nachdem wir den Camper in Position gebracht haben, sind die Kinder längst im Wasser verschwunden. Natürlich wird der Grill wieder gestartet und mit Blick auf die Berge und den See im Sonnenuntergang fehlt zum perfekten Bild nur noch ein Motorboot mit Wasserskiläufer. Camping kann so schön kitschig sein.

Den Tag in Lugano nutzen wir zum Sightseeing. Die Stadt liegt wunderschön am See und mit der Touristenkarte vom Campingplatz können wir die öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos nutzen. Das gilt nicht für die Standseilbahn, die auf den Monte Brè führt. Wer dort allerdings hochfährt, bekommt einen wundervollen Blick auf die Bucht von Lugano und die Walliser und Berner Alpen. Auf dem Gipfel (925 Meter hoch) befinden sich eine Aussichtsplattform mit Café sowie eine Marienkapelle, die eine Madonnenstatue enthält.

 

Happy Hour und Poolparties on Lignano Sabbiadoro

Von Lugano nach Krk sind es noch etwa 600 Kilometer, die mit dem Wohnmobil nur mit großer Anstrengung in einer Tour zu fahren sind. Also entschließen wir uns noch zu einem Übernachtungs-Stopp in Italien. Das Ziel ist Lignano Sabbiadoro. Lignano erstreckt sich in Form einer Halbinsel über die nordöstliche Hälfte des Tagliamento-Deltas zwischen der Lagune von Marano und der offenen Adria. Der Campinplatz gleicht einem Clubhotel ohne Hotel. Animation wohin das Auge reicht. Der Platz selbst ist sehr groß. Wir finden aber einen ruhigen und schattigen Stellplatz, bauen den Camper um und fahren mit den Rädern an die Adriaküste, die zu Fuß etwa zehn Minuten entfernt ist.

 

Schon auf dem Weg zum Strand wird uns klar, dass dieser Badeort alles andere als beschaulich ist. Überall Restaurants und Bars, die mit möglichst lauter Musik Gäste anwerben. Happy-Hour hier, Poolparty da. Der Sandstrand ist ein Meer aus Liegen und Sonnenschirmen. Da wir erst gegen 18 Uhr am Strand sind, will ich mir gar nicht vorstellen, wie es hier tagsüber aussieht. Das Meer ist schön warm, etwas wellig und für uns nach der Tour eine willkommene Erfrischung.

mit dem wohnmobil nach kroatien - Joerg Baldin - Krk Kroatien (1 von 12)

Mittagspause in Slowenien: Spanferkel gehört dazu. Extrem lecker!

Am nächsten Morgen brechen wir nach dem Frühstück auf und haben noch etwa 200 Kilometer vor uns. Mit dem Camper geht’s zurück auf die Autobahn. Wir durchfahren die Slowakei und nach rund drei Stunden Fahrtzeit erreichen wir endlich Kroatien.

Endlich Krk – Endlich Kroatien

Die Insel Krk in Kroatien ist die größte Insel in der Adria und liegt in der Kvarner Bucht, südöstlich von Rijeka. Sie ist seit 1980 durch die riesige Krk-Brücke mit dem Festland verbunden. Durch die Nähe zu Süddeutschland, Österreich und Oberitalien ist Krk ein beliebtes Urlaubsziel, in dem viele Kroaten deutsch sprechen. Aber auch Urlauber aus Ungarn, Tschechien oder Rumänien machen Urlaub auf der Insel.

 

Unser Campingplatz ist Kamp Njivice, der am gleichnamigen Ort Njivice liegt und in zehn Minuten zu Fuß erreicht werden kann. Wir haben Glück, denn wir bekommen den einzigen freien Platz für die nächsten zwei Tage, danach müssen wir nochmal das Wohnmobil auf dem Platz umstellen.

Der Strand am Kamp Njivice ist sehr schön. Glasklares Wasser, das man vor allem wegen der vielen Seeigel und dem steinigen Untergrund nicht ohne Badeschuhe betreten sollte. Und auch der kleine Ort lädt zum Besuch ein. An dem kleinen Hafen findet man nette Restaurants und Bars und von dort aus hat man einen herrlichen Ausblick auf das Festland, an dem abends die Sonne untergeht.

mit dem wohnmobil nach kroatien - Joerg Baldin - Krk Kroatien (2 von 12)

Sonnenuntergang am Strand von Njivice.

Nach vier Nächten in Kroatien treten wir die Heimreise an, die diesmal nur durch eine Übernachtung in der Nähe von Bamberg unterbrochen wird. Am Ende der Reise haben wir mit dem Wohnmobil 3.400 Kilometer zurückgelegt und viele Stunden auf der Straße verbracht. Unser Fazit: Viel gesehen, viel Spaß gehabt, viel gebadet. So sehen doch perfekte Sommerferien aus…

mit dem wohnmobil nach kroatien - Joerg Baldin - bamberg (1 von 1)

Der Campingplatz in der Nähe von Bamberg war die letzte Station auf der Reise mit dem Wohnmobil nach Kroatien.

Hinweis in eigener Sache: Die Reise für diesen Beitrag wurde zum Teil unterstützt von Veranstaltern, Hotels, Fluglinien und/oder Tourismus-Agenturen. Wir legen sehr großen Wert auf eine unabhängige und neutrale Berichterstattung, daher sind die Meinungen, Eindrücke und Erfahrungen der jeweiligen Autoren ihre eigenen.
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Unsere Top 10 Restaurant-Tipps in San Francisco

 

San Francisco erleben und genießen – und das mit allen Sinnen. Überhaupt kein Problem. Für Gourmetliebhaber ist San Francisco ein wahres Mekka. Ein wahr gewordener Food-Traum. Wir haben für Euch unsere Top 10 Restaurant-Tipps rausgesucht und – ganz wichtig – alle selbst probiert! Auf die Teller, fertig, Los!

 

San Francisco erleben und genießen – und das mit allen Sinnen. Überhaupt kein Problem. Für Gourmetliebhaber ist San Francisco ein wahres Mekka. Ein wahr gewordener Food-Traum. Wir haben für Euch unsere Top 10 Restaurant-Tipps rausgesucht und – ganz wichtig – alle selbst probiert! Auf die Teller, fertig, Los!

Kitava

Das gesund auch lecker sein kann beweist das kleine aber feine KITAVA.  Der erste Eindruck beim Betreten des Lokals – Clean und Transparent ohne den überflüssigen Schnick – Schnack. Hier konzentriert man sich zu 100% auf gesunde Lebensmittel und deren Zubereitung. Der Gast wird dafür mit einem unverfälschten Geschmackserlebnis belohnt. Sehr lecker! 

Adresse: 2011 Mission Steht –  San Francisco – CA 94110

WESBURGER ‘N’ MORE

Burger & Fries – die gibt es im WES Burger´n´more in Hülle und Fülle. Allein das Restaurant und dessen Einrichtung sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Unzählige Details und Accessoires entführen den Gast in die amerikanischen 50er Jahre. Musikbox und Leuchtreklame inklusive. Zudem weht ein Hauch Mexiko durch das Lokal. Bitte unbedingt probieren – Horchata! Ein süsses Reismilchgetränk mit einem Hauch Zimt! Unglaublich lecker 🙂 

Adresse: 2240 Mission Street – San Francisco – CA 94110

Tacolicious

Tacos, Mole, Tequila uvm…. Hier im Tacolicious wird man buchstäblich nach Mexiko katapultiert. Mit allen Sinnen. Insgesamt 3 Standorte hat das Tacolicious in San Francisco. Wir haben uns mal ein wenig im Ladenlokal im Mission District umgesehen. 

Von außen klein und unscheinbar  – doch im Inneren des Lokals tobt das Leben. Egal ob an den zahlreichen Tischen oder direkt an der Bar. Neben den typischen mexikanischen Speisen kann man zudem aus einer Vielzahl von Tequila und Mezcal Sorten wählen. 

Adresse: 741 Valencia Street – San Francisco – CA 94110

Craftsmen & Wolves

Klein aber fein! Aber wer Lust auf außergewöhnliche Speisen hat – egal ob herzhaft oder süss – ist hier genau richtig. Kleine Meisterwerke erwarten hier die Gäste. Jedes für sich ein Genuss.

Craftsmen & Wolfes hat insgesamt 2 Standorte in San Francisco. Wir haben den in der Valencia Street besucht. Ein absolutes Highlight ist der Rebel Within – ein herzhafter Muffin mit einer Füllung aus Wurst, Zwiebeln und einem hart gekochten Ei. 

Adresse: 746 Valencia Street – San Francisco – CA 94110

Dandelion Chocolate

Der Schoko-Himmel befindet sich wahrlich in San Francisco. Genauer gesagt im Dandelion Chocolate. Hier gibt es Schokolade in wirklich allen Variationen. Egal ob als Tafel, Praline, Kuchen oder Getränk. Wer mag, kann während eines kleinen Snacks den Mitarbeitern bei der Produktion über die Schulter schauen – und manchmal sogar die ein oder andere Schokoladensorte probieren. Ganz ehrlich – wir wollten hier eigentlich nicht mehr weg 🙂

Adresse: 740 Valencia St (at 18th) – San Francisco – CA 94110

Bi Rite Creamery

Aber es gibt ja auch noch andere süsse Leckereien in San Francisco. Ein ganz besonderer Leckerbissen befindet sich in der 3692 18th Street. Ein von insgesamt 2 Standorten der Bi Rite Creamery. Neben den klassischen Eissorten wie Vanille und Schoko gehört das kleine Lokal zu denjenigen, die z.B. auch mal Basilikum-Erdbeer Eis anbieten. Die Rechnung geht auf. Die Eisliebhaber stehen für ein Eis gerne mal 30 Minuten oder auch länger an. Wir haben das Eis probiert und können es nur empfehlen. Cremig, erforschend und wirklich sehr lecker! 

Adresse: 3692 18TH ST. – San Francisco – CA 94110

Sutro´s im Cliff House

Wer mal ein wenig abseits des Stadttrubels essen möchte und zudem noch eine wunderbare Aussicht genießen will, der sollte das Sutro´s im Cliff House ansteuern. 

Aus jedem Blickwinkel des Restaurants gibt es viel zu sehen – z.B. die berühmten Seal Rocks, den Pazifischen Ozean, die Ruinen von Sutro Bath und den Eingang zum Golden Gate.

Adresse: 1090 Point Lobos Ave –  San Francisco – CA 94121

Dorian 

In einem ganz anderen Teil von San Francisco – im Marina District – befindet sich das Dorian. Stylish und definitiv ein Hot-Spot. Hier sind das Essen und die Getränke genauso wichtig, wie das Sehen und Gesehen werden 🙂 

Treffpunkt für alle ist die überdimensionale Bar. Entweder man verbringt den Abend hier und genießt die tollen Cocktail Variationen oder man entschließt sich im abgetrennten Nebenraum zu essen. Wir haben uns für einen kleinen Snack entschieden – den Writer´s Block sowie die mit Parmesan überbackenen Pommes mit Trüffel-Dip. Köstlich 🙂 

Wer gerne ausgiebiger essen möchte, sollte auf keinen Fall den Sonntags-Brunch im Dorian verpassen. Schlemmen in Hülle und Fülle 🙂 

Adresse: 2001 Chestnut Street  – San Francisco – CA 94123

The Grove 

Ein Hauch von Wild Wild West weht durch The Grove. Besucher haben schnell das Gefühl in einer Farmer- oder auch Blockhütte einzukehren, oder wie sie selbst gerne sagen – einem Wohnzimmer. Holz und Stein dominieren. Insgesamt 4 Standorte gibt es in San Francisco. Wir haben uns in der Fillmore Street ein wenig umgeschaut und natürlich auch genascht. 

Das Essen – bodenständig und wirklich sehr lecker. Egal ob Sandwiches, Hot Dogs, Salate oder Suppen. Hier geht keiner hungrig raus. Die Portionen sind sehr gut. 

Adresse: 2016 Gilmore Street – San Francisco – CA 94115

Redwood Room im Clift Hotel 

Eine Bar, die sie während ihres San Francisco Besuches unbedingt gesehen haben müssen. Nicht nur wegen des Interieurs – auch wegen der leckeren Drinks 🙂 

Achten Sie auf jeden Fall auf die Bilder im Redwood Room. Zu bestimmten Uhrzeiten hat man schnell das Gefühl beobachtet zu werden….:)  Mehr verraten wir aber nicht! 

Adresse: 495 Geary Street – San Francisco – CA 94102

 

Wem all diese Tipps noch nicht genügen, der kann sich auf eine interessante und vor allem extrem leckere Food-Tour mit Lisa und Edible Excursions begeben. In lockerer Atmosphäre könnt ihr nicht nur tolle Restaurants entdecken, sondern erfahrt auch noch mehr über deren Geschichte und Entstehung.

Top 10 Restaurant-Tipps in San Francisco: Mit dabei Lisa von Edible Excursions.

 

Hinweis: Werbung, da Orts- & Markennennung. Die Reise erfolgte auf Einladung von San Francisco Travel.

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Drei Wünsche auf der Seufzerbrücke

 

Ich hole tief Luft und laufe los. Ich will die Brücke schaffen, darf zwischendurch keinen Atem holen. Denn nur dann gehen meine Wünsche in Erfüllung, so sagt die Legende. Vor allem Verliebte laufen über die Seufzerbrücke in Barranco, dem quirligen Künstlerviertel in Perus Hauptstadt Lima. Sie hoffen, dass ihre Zuneigung erhört wird. Meine Wünsche sind schlichter, aber nicht weniger dringend. Nach zwei Wochen Peru möchte ich vor allem eins – wiederkommen.

 

Ich hole tief Luft und laufe los. Ich will die Brücke schaffen, darf zwischendurch keinen Atem holen. Denn nur dann gehen meine Wünsche in Erfüllung, so sagt die Legende. Vor allem Verliebte laufen über die Seufzerbrücke in Barranco, dem quirligen Künstlerviertel in Perus Hauptstadt Lima. Sie hoffen, dass ihre Zuneigung erhört wird. Meine Wünsche sind schlichter, aber nicht weniger dringend. Nach zwei Wochen Peru möchte ich vor allem eins – wiederkommen.

Ich möchte noch einmal durch den Regenwald streifen, im Amazonas Piranhas angeln, mich durch Limas Restaurants schlemmen und in die Anden fahren. Möchte dort die klare Luft atmen, die Bäche sprudeln hören und noch einmal den atemberaubenden Blick auf die magisch schöne Inka-Stadt Machu Picchu genießen, die wie ein Märchenschloss inmitten einer üppig grünen Bergwelt liegt.

Wunsch Nummer eins: Immer wieder Machu Picchu

 

Unser Guide Alfonso gibt sich reichlich Mühe. Er hat sich wie ein Astronaut eingemummt, um sich gegen die heftige Sonneneinstrahlung  zu schützen und spannt zusätzlich einen Schirm auf. Wir laufen durch Machu Picchu. Nach Fluganreise in die Andenstadt Cusco, Bustour durch das heilige Tal der Inkas, Bahnfahrt nach Aguas Calientes und Busfahrt über schwindelerregende Serpentinen sind wir endlich am Ziel unserer Wünsche angekommen: in der sagenumwobenen Inkastadt Machu Picchu, die versteckt in der Anden-Bergwelt auf knapp 2.400 Metern Höhe liegt und erst 1911 für die westliche Welt entdeckt wurde.

Alfonso ist ein wandelndes Geschichtslexikon, könnte Stunden über diese Stätte erzählen. Doch Besucher, die das erste Mal nach Machu Picchu kommen, möchten nur eins: schauen, staunen und fotografieren. Alfonso hat ein Einsehen. Milde lächelnd führt er uns zu den schönsten Plätzen und wartet geduldig, bis das Kameraklicken verstummt ist. Er weiß genau, wo das Licht fürs Foto am besten steht und greift auf Wunsch auch gern zum Apparat, um seine Gäste zur Erinnerung mit Andenkulisse aufs Bild zu bannen.

Vom Regenwald des Amazonas bis zum Andenhochland mit der sagenumwobenen Inkastadt  Machu Picchu – Peru ist eine Schatzkiste für Abenteuerlustige

Wir haben Glück. Manchmal hüllt sich Machu Picchu geheimnisvoll in Nebel, doch heute hängt kein Wölkchen am Himmel. Von den Terrassenfeldern bietet sich ein glasklarer Blick auf das Bergplateau mit der alten Inkastadt. Umrahmt ist die geheimnisvolle Stätte von den mächtigen Bergen der Anden, die wie Soldaten Wache halten und in der Ferne im Dunst schimmern. Dort streifen auch heute noch Brillenbären, Pumas und Zwerghirsche durch die Nebelwälder, in denen Orchideen blühen und Farne wuchern.

Machu Picchu - Rundreise Peru - Jutta Lemcke (11 von 14)

Fotos: Jutta Lemcke

Drei Stunden geht es auf und ab, Hunderte von Fotos sind auf die Festplatten gebannt. Erschöpft und glücklich finden sich alle Besucher am Ende ihrer Rundtour an der Ausgangsstation ein. Machu Picchu ist ein Besuchermagnet, der jeden Tag eine Vielzahl von Menschen anlockt. Die gute Nachricht: Dieser wunderbare Ort wirkt trotzdem nicht überlaufen und hat nichts von seiner magisch schönen Ausstrahlung verloren.

Ich bin auf der Mitte der Brücke in Limas Künstlerviertel Barranco angekommen – noch reicht meine Luft für weitere Herzenswünsche. Machu Picchu möchte ich wiedersehen, doch auch nach Lima soll mich der Weg noch einmal führen. Es war keine Liebe auf den ersten Blick, das steht fest. Zehn Millionen Peruaner wohnen in der Hauptstadt, rund ein Drittel der Landesbevölkerung. Lima ist ein Moloch mit 43 Distrikten, reichen und armen Vierteln, mit dichtem Verkehr und vielen nebelverhangenen Tagen. Der Nebel, das muss man sagen, ist ein Segen – denn in Lima regnet es nie. Lebensader ist der Rio Rimac, der pures Gletscherwasser in die Stadt spült, die 1535 vom spanischen Eroberer Francisco Pizarro in der Wüste gegründet wurde. Doch wer sich ins Innere Limas aufmacht, entdeckt ein pulsierendes und sehr emotionales Herz.

 

Wir streifen an einem Sonntag durch die Altstadt, die als eine der schönsten Südamerikas gilt und zum UNESCO-Weltkulturerbe der Menschheit zählt. Über den zentralen Plaza Mayor mit den schmucken Kolonialgebäuden schlendern Sonntagsausflügler. Kirchgänger streben zur Iglesia San Francisco mit ihrer prächtigen Barockfassade. Dort herrscht tumultartiges Treiben. Orgelmusik und Chorgesänge dringen durch das Hauptportal nach draußen. Wenig später quellen die Gläubigen heraus – ein  Prozessionszug mit grellbunt kostümierten und maskierten Menschen, die sich auf dem Vorplatz zu schrammeliger Blasmusik in wilden Tänzen drehen. Weihrauch wabert durch die Luft und Feuerwerkskörper knallen wie am Fließband.

Weihrauch wabert durch die Luft und Feuerwerkskörper knallen wie am Fließband

Wir vergessen die geplanten Museumsbesuche und verharren als Zaungäste, um diese turbulente Sonntagshow zu bestaunen. Doch einen Programmpunkt lassen wir uns nicht entgehen: die Katakomben unter dem Kloster Convento de San Francisco. Fotografieren und Filmen sind verboten, doch manch ein Wärter drückt ein Auge zu. Die Luft riecht modrig und die Schritte hallen überlaut durch die verwinkelten, düsteren Gänge. 70.000 Menschen sind hier begraben, ein unterirdischer Friedhof, der mit seinen Knochenbergen und fein säuberlich im Kreis angeordneten Schädeln für Gänsehaut sorgt.

Das Video “Kulinarik in Lima”

Doch oberirdisch ist Lima dem Leben voll zugewandt. Offensichtlicher Beleg ist die Spitzenstellung in Dingen Kulinark, derer sich die peruanische Hauptstadt erfreut. Fisch aus dem Amazonas, Algen aus dem Meer, schwarze Kartoffeln aus den Anden: Kaum eine Zutat wird ausgelassen, wenn Perus Chefköche die Löffel schwingen. Die einheimische Kochkultur zeigt Einflüsse aus Spanien, Afrika, China und Japan. Lima wird heute als kulinarischer Schmelztiegel kreativer Küche gefeiert. Die Chefs der Spitzenlokale genießen Kult-Status.  Wer die „Cocina Novoandiana“, die „Neue Andenküche“, kosten möchte, kann zum Beispiel ins „Central“ gehen, das immer wieder als bestes Restaurant des Kontinents gefeiert wird. In den angesagten Stadtvierteln Miraflores, Barranco oder San Isidro schießen Kulinariktempel wie Pilze aus dem Boden.

Wir möchten jedoch nicht nur schlemmen, sondern mit eignen Augen sehen, wie die Köstlichkeiten fabriziert werden. Wir schauen Mabel Aliaga über die Schulter, die im Restaurant „La Pergola“ im Schweizer Privatclub „Club Suizo“ peruanische Köstlichkeiten auf den Tisch bringt und ihre Fertigkeiten beim Showkochen öffentlich macht – bei Bedarf sogar auf Deutsch. Natürlich gibt es Ceviche, rohen Fisch in Unmengen Limettensaft mariniert, und den Rindfleisch-Klassiker Lomo Saltado, gefolgt von einem schaumbedeckten Pisco Sour. Nach Lima, das ist klar, muss man schon wegen der köstlichen Küche noch einmal zurückkehren.

Noch immer schreite ich über die Seufzerbrücke in Barranco – meine Luft wird knapp, doch einen Wunsch kann ich noch loswerden. Die Entscheidung ist einfach. Ich will noch einmal an den Amazonas. In die Dschungelmetropole Iquitos fliegen und mit einem tuckernden Boot auf dem milchkaffeebraunen Strom dahingleiten. Ich will Kaimane im Schilf aufscheuchen, Piranhas angeln, mich vor Taranteln gruseln und rosa Delfine durch Wasser gleiten sehen.

Gebrochene Knochen behandelt die Schamanin mit Anakonda-Fett

Und ich möchte noch einmal zur Schamanin Carola gehen. Schon vom Boot aus hörten wir ihren melodischen Singsang. Acht Jahre lang dauerte ihre Ausbildung zur Heilerin. Heute versorgt sie neun Dörfer am Amazonas – Geld nimmt sie nicht. Gebrochene Knochen behandelt sie mit Anakonda-Fett, gegen Haarausfall setzt sie Patchuli-Wurzeln ein und bei Depressionen hilft Ayahuasca, ein Elixier aus Lianen und Kaffeestrauchblättern. Zweimal in der Woche nippt sie selber an dem halluzinogenen Sud, der mittlerweile auch westliche Besucher an den Amazonas zieht. Menschen mit Suchtkrankheiten oder psychischen Problemen, denen die moderne Medizin nicht helfen konnte, erhoffen sich von dem uralten Heilmittel Linderung. Der Amazonas-Regenwald mit all seinen Baumgiganten, Orchideengärten, Riesenfarnen und leuchtenden Bromelien gilt als größte Apotheke der Welt.

Das Video zur Safari auf dem Amazonas

Mit unserem Guide Juan dringen wir in diese geheimnisvolle, immergrüne Welt ein. Ausgerüstet mit Gummistiefeln stapfen wir über den schlammigen Lehmboden. Lianen hängen wir Schlangen an den Riesenbäumen, Tukane krächzen in der Ferne und eine Horde von Seidenkopfäffchen turnt in einer mächtigen Zeder, deren Wurzeln mannshoch aus dem Boden ragen. Unten herrscht ewige Dämmerung. Nur wer den Kopf in den Nacken legt, kann hoch oben einige Fetzen blauen Himmel zwischen den Baumkronen ausmachen. Dort oben schwirren Kolibris durch die Luft und nippen vom Wasser, das sich in den Kelchen der Bromelien sammelt. Auf mittlerer Höhe gedeihen Orchideen und zeigen die ganze Vielfalt ihrer zarten Blüten in bizarren Formen und allen erdenklichen Farben.

Uns Menschen unten auf dem Erdboden bleiben die Frösche, Taranteln und Anakondas. Juan ist ein Kind des Regenwaldes und hat sie in Windeseile alle entdeckt. Er gibt sich jedoch wenig beeindruckt und setzt die Tarantel mit bloßen Händen auf ein Palmenblatt, damit alle ihre Fotos machen können. Auch die 2-Meter-Anakonda, die wir bald darauf in einem Bachbett erspähen, ist für Juan kein Aufreger.  „Anakondas und Kaimane halten wir hier als Haustiere“, erklärt er lässig.

Richtig Angst hätten die Amazonas-Bewohner allerdings vor den Delfinen, genau genommen vor den rosa Delfinen. Wir sind inzwischen wieder am Ufer angelangt und Juan weist auf das spiegelglatte Wasser einer Lagune, die dunkel im Schatten hoher Bäume schimmert. Plötzlich heben sich zwei pinkfarbene Rücken aus dem Wasser, wenig später steckt ein Delfin seine rosa Schnauze aus den Wellen. Rosa Delfine, so erzählt Juan, würden die jungen Mädchen aus den Dörfern entführen und sie in ihren Schlössern auf dem Grund des Amazonas gefangen halten. Unser Weltbild gerät ins Wanken: Anakondas sind niedliche Haustiere und pinkfarbene Flipper der gefürchtete Feind? Der Dschungel, so erkennen wir, schreibt seine eigenen Gesetze.

Weitere Informationen zur Reise nach Peru

Peru-Rundreise

Buchung am besten beim Spezialisten, zum Beispiel PERU HCT Viajes, der in Deutschland über Reallatino Tours (www.reallatino-tours.com) angefragt werden kann.

Flusskreuzfahrten Amazonas

Jungle Experiences hat drei Schiffe auf dem Amazonas im Programm: Zafiro (Schwerpunkt Luxus), La Perla (Schwerpunkt Expedition) und Amatista (Schwerpunkt Tradition) www.junglexperiences.com

Hotelempfehlungen

Lima: Hotel Westin Convention Center Lima. Stilvolles Stadthotel mit sehr komfortabler Ausstattung. www.westinlima.com

Cusco: Hotel Libertador Palacio del Inca Cuzco – The Luxury Collection Cuzco. Wunderbare Unterkunft mit historischem Flair im Herzen von Cusco. www.libertador.com.pe/hotel/palacio-del-inka/

Cusco: Hotel Costa del Sol Ramada Cusco. Hübsches Hotel mit netter Atmosphäre und perfekter Lage. www.costadelsolperu.com/cusco/

Heiliges Tal der Inka: Aranwa  Sacred Valley- Hotel & Wellness. Noble und sehr stilvolle Hotelanlage mit historischen Gebäuden. www.aranwahotels.com/hotel-valle-sagrado/

Double Tree by Hilton Hotel, sehr komfortables Stadthotel im Herzen der Dschungelmetropole. http://www.hiltonhotels.de/doubletree-by-hilton/

Show-Cooking in Lima: La Maga Catering- servicio culinario. www.lamagacatering.com

Rezept Pisco Sour

Zutaten: 90 ml Pisco, 30 ml Limettensaft, 30ml Zuckersirup, halbes Eiweiß, 3 Tropfen Amargo Chuncho Bitters, Eiswürfel. Zubereitung: Limetten auspressen. Pisco, Limettensaft, Zuckersirup, Eiweiß und eine Handvoll Eiswürfel in einem Cocktailshaker mindestens 30 Sekunden kräftig schütteln. Nach dem Einschenken ein paar Spritzer Bitters auf den Eischaum geben. (von Mabel Aliaga, Chefköchin im La Pergola im Club Suizo in Miraflores/Lima)

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung!

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Wie Tarzan und Jane

 

Johnny Weissmüller war echt klasse. Nicht nur als Schwimm-Olympiasieger – auch auf der Kinoleinwand. „Ich Tarzan. Du Jane?“ An seinen Abenteuern konnte man sich als Kind nicht sattsehen. Jetzt aber ist die Gelegenheit da. Einmal für ein paar Stunden selbst zu Tarzan zu werden. Nicht im afrikanischen Dschungel, aber im fränkischen Fichtelgebirge. Am Ochsenkopf kann man sich in schwindelerregender Höhe von Baum zum Baum schwingen. Nicht an Lianen, aber an Stahlseilen. Und man darf als Mann auf die Bewunderung seiner Jane hoffen.

 

Johnny Weissmüller war echt klasse. Nicht nur als Schwimm-Olympiasieger – auch auf der Kinoleinwand. „Ich Tarzan. Du Jane?“ An seinen Abenteuern konnte man sich als Kind nicht sattsehen. Jetzt aber ist die Gelegenheit da. Einmal für ein paar Stunden selbst zu Tarzan zu werden. Nicht im afrikanischen Dschungel, aber im fränkischen Fichtelgebirge. Am Ochsenkopf kann man sich in schwindelerregender Höhe von Baum zum Baum schwingen. Nicht an Lianen, aber an Stahlseilen. Und man darf als Mann auf die Bewunderung seiner Jane hoffen.

Eine wärmende Jacke? „Nicht nötig“, sagt Andreas Munder, der die sechsköpfige Gruppe zusammen mit Guide Gerd im Ortsteil Fleckl in Warmensteinach am „Bullheadhouse“ begrüßt. Hier ist die Talstation an der Südseite des Ochsenkopfs. „Oben am Gipfel sind es satte 16 Grad. Euch wird garantiert schnell warm“, ergänzt der Geschäftsführer der Tourismus & Marketing GmbH Ochsenkopf mit andeutungsvollem Lächeln. Wie Recht der Mann haben sollte, wird sich später schnell herausstellen. Es geht darum, den „Zipline-Park“ mit Erfolg zu meistern, sich auf drei spannende Stunden – und auf jede Menge Adrenalin zu freuen. Doch zunächst geht’s einmal rein in den Sessellift – und hoch zum Gipfel.

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Fotos: Wilfried Geiselhart

Ochsenkopf ist zweithöchster Berg des Fichtelgebirges

Der sagenumwobene Ochsenkopf ist mit 1.024 Metern der zweithöchste Berg des Fichtelgebirges. Der benachbarte Schneeberg ist mit 1.053 Metern geringfügig höher. Nur gut 20 Kilometer von der oberfränkischen Regierungsstadt Bayreuth entfernt, zieht der Ochsenkopf  im Sommer wie im Winter viele Besucher an, gerade auch weil hier schon seit fast 50 Jahren vom Norden wie vom Süden Sessellifte auf den Berg führen, der in früheren Jahrhunderten als  „der Hohe Vichtelberg“ oder auch Fichtelberg bekannt war. Erstmals wird der Name Ochsenkopf 1495 in Bergwerksakten genannt, als Lorenz von Ploben aus Nürnberg das Bergwerk auf dem Fichtelberge „bei dem Ochsenkopf“ zu Lehen erhält. Das in Fels eingemeißelte Stierhaupt auf dem Berggipfel ist noch heute zu sehen.

Wandern ist im Fichtelgebirge viel, aber nicht alles: Beim Urlaub am Ochsenkopf kann man auch zum erfolgreichen Abseiler werden

In dessen unmittelbarer Nähe soll ein inzwischen eingestürzter Stolleneingang, das so genannte Schneeloch, gelegen haben. Bis heute ist die Herkunft des Namens jedoch nicht eindeutig geklärt. Der Tierkopf könnte der Überlieferung nach ein Symbol für den slawischen Gott Radegast sein, der vielleicht auf dem Berg geopfert wurde. Eine andere Sage wiederum erzählt, dass früher an den Hängen des Berges Ochsen und Kühe weideten. Ein hiesiger Bauer soll einst einen Ochsen verloren und erst Jahre später dessen abgenagten Schädel gefunden haben. Zur Erinnerung soll dann das Bild in den Stein geschlagen worden sein. Am wahrscheinlichsten erscheint die Theorie, dass der Tierkopf ein Zeichen der Alchemisten ist, die dem Planeten Merkur Quecksilber zuordneten. Schließlich wurde in den Bergwerken am Ochsenkopf schon im 15. Jahrhundert Gold, Silber, Zinn, Eisen, aber auch Quecksilber abgebaut. Wie auch immer: Es gilt als sicher, dass das Ochsenkopfbildnis in der Felsgruppe am Schneeloch ausschlaggebend für den heutigen Bergnamen war.

Tarzan lässt grüßen

Zurück zur Gegenwart. Und zurück zu den modernen Abenteurern des 21. Jahrhunderts, die sich heute einer ganz speziellen Herausforderung stellen. Nein, das Herz rutscht (noch) nicht in die Hose. Aber etwas Anspannung ist schon vorhanden angesichts der Tatsache, dass man sich mit Seilrollen an dünnen Stahlseilen in ungeahnte Tiefen stürzen will. Immerhin soll es sich um 16 Teilstrecken handeln, die bis zu 300 Meter lang sind. Immerhin soll man sich später immer wieder an recht überschaubar großen Baumplattformen und auf etwa 20 Meter Höhe befinden. Und immerhin sollen zahlreiche exotische Abseilaktionen verlangt werden. Tarzan lässt also grüßen. Aber das wurde ja bereits gesagt.

Keine Panik. Zuerst das Equipment mit den nötigen Gurten am Körper anpassen. Alles gut verzurren. Guide Gerd hat alles im Griff. Und er erklärt detailliert das gut ausgefeilte Sicherheitskonzept. Man sichert sich also mit zwei Haken, wobei der eine nur zu öffnen ist, wenn der andere verriegelt ist. Wird der eine Haken entriegelt, ist der andere automatisch verschlossen. Das leuchtet ein. Will aber geübt werden. Genauso wie das Einhängen der Seilrolle. Gut, dass es einen Übungshang uns eine kleine Teststrecke gibt. „Learning by doing“ ist die Devise. Na also, geht doch. Noch eins ist wichtig: Einer für alle, alle für einen. Großes Musketier-Ehrenwort. Bevor der Vordermann oder die Vorderfrau sich auf die nächste Etappe macht, klopft er oder sie kräftig auf das Stahlseil – als Startsignal für den Nächsten. Und man wartet auf dessen Ankunft, gibt gegebenenfalls Hilfestellung. Schließlich ist auf der vielleicht einen Quadratmeter großen Holzplattform locker Platz für zwei Leute. Sollte man aus irgendwelchen Gründen in Schwierigkeiten geraten, dann gibt’s unterwegs kaum übersehbare rote Signalpfeifen. Und notfalls ist ja immer noch Gerd da.

Erste Fahrt geglückt – erste Landung auch

Geht’s endlich los? Aber ja. Nach unten schauen? Muss nicht unbedingt sein. Es gilt, die Konzentration hoch zu halten. Schließlich will Tarzan seiner Jane in nichts nachstehen. Wäre ja noch schöner. Haken eins entriegeln und einhängen. Jetzt Haken zwei entriegeln und ebenfalls einhängen. Haken eins ist damit wieder automatisch verriegelt. Die Seilrolle auf das Stahlseil. Beide Haken darauf einhängen. Daran denken, während der Fahrt zur Stabilisierung beide Hände auf der Rolle zu lassen. Und nach gut zwei Drittel der Strecke ein wenig bremsen, indem man mit einer behandschuhten Hand gefühlvoll auf das Stahlseil hinter der Rolle drückt. Erste Fahrt geglückt. Erste Landung auch. Schade, man hätte die legendären Tarzan-Schrei vorher besser üben sollen. Rasant geht es weiter. Beim nächsten Mal darf man sich zur nächsten Station abseilen. Rückwärts, bei Bedarf immer wieder die Beine am Baumstamm leicht abstoßen.

Die einzelnen Wegstrecken werden länger. Das Tempo höher. Das mit dem Bremsen will noch nicht in gewünschter Weise klappen. Und so kommt es, wie es kommen muss. Die Landung scheitert, es geht wieder rückwärts – um anschließend in der Mitte der Strecke zum Stillstand zu kommen. Was nun? Eine rote Pfeife suchen? Gerd um Hilfe bitten? Blödsinn. Selbst ist der Mann. Mit ein paar Muckis und der nötigen Armkraft ist es kein Problem, sich schlappe hundert Meter bis zur Plattform zu ziehen. Also kann es weiter gehen und weiter und weiter. Und es wird immer wärmer. Andreas Munder war mit seiner Vorhersage, keine Jacke zu benötigen, wohl doch auf dem richtigen Dampfer.

Nach zweieinhalb Stunden ist die Talstation erreicht

Komisch, aber jetzt läuft alles wie am Schnürchen. Als ob man nie etwas anderes gemacht hätte. Was, schon vorbei? Nach zweieinhalb Stunden ist die Talstation wieder erreicht. Irgendwie fühlt man sich größer als vorher. Zufriedenes Abklatschen mit allen anderen Teammitgliedern, natürlich auch mit Gerd – und vor allem mit Jane. „Ich bin stolz auf dich. Eigentlich hätte ich nicht gedacht, dass du das so problemlos packst“, sagt sie mit großen Augen.

Weitere zwei Stunden später: Jeglicher Stress ist von Tarzan und Jane abgefallen. Sie entspannen sich im wunderschönen Wellness-Bereich des Landhauses Preißinger und genießen im Ruheraum der Sauna den beschaulichen Blick über die Dächer von Warmensteinach. Beim anschließenden Abendessen schmecken die fränkischen Spezialitäten des Hauses noch besser als sonst. Und das Bier der regionalen Brauerei sowieso. Natürlich sucht Tarzan das Gespräch mit dem Wirt und der Wirtin, um von seinen Heldentaten zu schwärmen. Und er spricht davon, dass es morgen auf die Nordseite des Ochsenkopfs geht, um es auf dem „Alpine Coaster“, einer neuen, schienengeführten Sommerrodelbahn, richtig krachen zu lassen. Das könnte Riesenspaß machen, weiß Tarzan. Aber auch der vom Landhaus leicht zu erreichende „Jägersteig“ will noch erwandert werden. Nicht zu vergessen die bereits fest eingeplante Mountainbike-Radtour. Sie führt vom Gipfel des Ochsenkopfs zu den Quellen von Weißmain und Naab, rund um den Fichtelsee bis zum Naturmoorbad. „Ich habe sicherheitshalber E-Bikes geordert“, sagt Tarzan zu Jane, der ein erleichtertes Lächeln um die Mundwinkel zu huschen scheint. Gut so, schließlich müssen die strapazierten Muskeln zwischendurch auch mal geschont werden.

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung!

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Auf den Wasserwegen der Zaren

 

Wer Russland mit seinen goldenen Kuppeln und pompösen Palästen erleben möchte, reist meist nach St. Petersburg. In Zeiten der Fußball-WM steht auch noch Moskau auf dem Programm. Doch vor allem jenseits der beiden Millionen-Metropolen erfährt man etwas über die russische Seele, Geschichte und die unendliche Weite des Landes. Ganz entspannt geht das bei einer Flusskreuzfahrt mit der der „MS Rossia“ im stilvollen Ambiente.

 

Wer Russland mit seinen goldenen Kuppeln und pompösen Palästen erleben möchte, reist meist nach St. Petersburg. In Zeiten der Fußball-WM steht auch noch Moskau auf dem Programm. Doch vor allem jenseits der beiden  Millionen-Metropolen erfährt man etwas über die russische Seele, Geschichte und die unendliche Weite des Landes. Ganz entspannt geht das bei einer Flusskreuzfahrt mit der der „MS Rossia“ im stilvollen Ambiente.  Zwölf Tage und 1805 Kilometer war ich auf Wolga und Newa von Moskau bis St. Petersburg unterwegs.  

Schwimmendes Hotel

 

Unser schwimmendes Hotel, das 2016 komplett renoviert wurde, liegt für drei Tage im nördlichen Flusshafen von Moskau. Wer vom Hafen mit dem Bus oder Auto ins Zentrum fährt, erlebt den allmorgendlichen Verkehrsinfarkt der Hauptstadt. Schneller  geht es mit der Metro. Die Station ist zu Fuß nur ein paar Minuten vom Schiffsanleger entfernt, die dunkelgrüne Linie 2 führt direkt zum Roten Platz, das Herz von Moskau. Alle 90 Sekunden hält ein Zug, jährlich werden 2,5 Milliarden Fahrgäste transportiert. Mit fast 100 Stundenkilometern rauschen die Züge unter den mausgrauen Wohnblöcken der Vorstädte hindurch.

UNTERIRDISCHE PALÄSTE

 

Eine Besichtigung des Kremls und der Basilius Kathedrale gehören ebenso zum Pflichtprogramm wie das legendäre Kaufhaus GUM mit seiner Designer-Mode von Gucci bis  Versace, die sich eine russische Krankenschwester mit 300 bis 400 Euro Monatsgehalt allerdings nicht leisten kann. Moskaus Zentrum wirkt wie geleckt. Viel Geld ist in den letzten Jahren  vor der Fußball-WM in die Renovierung geflossen. Straßen, Fußwege und U-Bahnhöfe sind super sauber. Überhaupt ist Moskaus Metro, die bis zu 80 Meter tief unter der Erde liegt,  eine der schönsten der Welt. Die „unterirdischen Paläste“ an den  Ringstationen wurden in den 1930er Jahren zu Stalins Zeiten aus Granit und Marmor gebaut und von den besten Architekten und Künstlern gestaltet. Eine Fahrt  kostet nur 55 Rubel – egal, wie weit man fährt.

STYLISCHES AMBIENTE

 

Neu ist der Zaryadye Park, südlich vom Kreml, eine 13 Hektar große  Grünanlage mit gläserner Aussichtsplattform, die von    Einheimischen auch  „Selfiebrücke“ genannt wird. Von dort hat man einen guten Blick auf Moskaus Skyline mit historischem Zentrum,  Stalins Zuckerbäckerbauten  und die futuristischen  Glaspaläste des Geschäftsviertels von Moskau-City.

Auf Empfehlung von Olga, die gut Deutsch spricht und uns in der U-Bahn freundlich ihre Hilfe anbietet, weil wir an der falschen Station ausgestiegen sind, besuchen wir auch eins der beiden Lokale im Zaryadye Park, direkt neben der „Selfiebrücke“. Das Ambiente ist umwerfend, die Küche leicht und die Austern sind hervorragend. Aber auch sonst hat Moskau viele schöne Cafés  und Restaurants zu bieten. Wenn Moskaus historische Altstadt nachts beleuchtet ist, ist sie besonders erlebenswert.

TOUR DER 17 SCHLEUSEN

 

Am Abend des dritten Tages verlassen wir die Hauptstadt über den Moskwa-Kanal Richtung Uglitsch. Vor uns liegen 1805 Kilometer auf den Wasserwegen der Zaren. 160 Meter Höhenunterschied sind mit Hilfe von 17 Schleusen auf Flüssen, Kanälen und Stauseen zu bewältigen, bis wir  St. Petersburg – Russlands Tor zu Europa – erreichen.

Gemütlich startet die russische Wallachei am nächsten Morgen in den Tag, während wir im Gourmetrestaurant Onegin das Frühstück genießen.  Versteckt zwischen endlosen Birkenwäldern liegen kleine und größere Datschas (Wochenendhäuser) aus Holz. Sechs Schleusen des 128 Kilometer langen  Moskwa-Wolga-Kanals, der 1937 eröffnet wurde und auch als „himmelblaue Treppe“ bekannt ist,  haben wir in der Nacht passiert, um in die Wolga zu gelangen.  Mit 3530 Kilometern ist sie  der längste Fluss Europas.

FAHRT ÜBER DEN MARKTPLATZ

 

Rund drei Stunden vor Uglitsch erwartet uns ein seltsamer Anblick – der überflutete Glockenturm von Kaljasin, der noch ein Stück aus dem Wasser des Uglitscher Stausees herausragt. „Gleich fahren wir über  den ehemaligen Marktplatz der Stadt“, erklärt unser deutschsprachiger Reiseleiter Nikolai, der uns die ganze Tour begleitet.

Uglitsch ist eine Kleinstadt mit 40.000 Einwohnern, die wie viele andere Städte auf unserer Route einen Kreml (= Festung) und sehenswerte Kirchen, Kathedralen und Klöster besitzt. Uglitsch gehört zu den Städten des „Goldenen Rings“ um Moskau und ist vor allem wegen der traurigen Geschichte von der Ermordung des kleinen Zarensohns  Dimitrij im 16. Jahrhundert bekannt, dessen Vater als Iwan der Schreckliche in die Geschichte einging. Dem Andenken des Kindes ist die  bezaubernde rot-weiß verzierte Demetrios-Kirche mit fünf Kuppeln gewidmet.

WELTKULTURERBE JAROSLAWL

 

Über die zum Rybinsker-Stausee aufgestaute Wolga, für den in den 1930er-Jahren 700 Dörfer geflutet  und 150.000 Bewohner umgesiedelt wurden, geht es  nach Jaroslawl an der Wolga. Auf dem  4580 Quadratkilometer großen Stausee ist teilweise kein Land in Sicht. Hier offenbart sich erstmals die unendliche Weite Russlands.  In der Tsar-Panorama-Bar können wir  den Vorträgen  unseres Reiseleiters Nikolai  zu Land und Leuten lauschen, Russisch lernen oder auf dem großen Sonnendeck entspannt die Ruhe und den Blick in die weite Landschaft genießen.

In Jaroslawl, das erstmals im 11. Jahrhundert erwähnt wurde, steht das Ensemble des Erlöser-Klosters, das zwischen dem  12. und  17. Jahrhundert  erbaut wurde. Die Altstadt gehört zum Weltkulturerbe der Unesco. Guide Alexej, im Hauptberuf Englisch- und Deutschlehrer,  versteht es, uns  mit viel Humor die Geschichte der Stadt nahe zu bringen. Die Distanziertheit der Russen in Moskau weicht einer natürlichen  Herzlichkeit und Offenheit. In Jaroslawl gibt es auch eine Fußgängerzone, hübsche Cafés, und eine Markthalle, die sogar am Sonntag geöffnet ist. Vom Angebot her kann sie sich mit jedem deutschen Wochenmarkt messen. Und es gibt eine Glockenspielerschule – wir bekommen eine Kostprobe.

MÜTTERCHEN WOLGA

 

Auf demselben Teilstück geht es zurück zur  Rybinsker-Schleuse (290×30 Meter), die wir zum zweiten Mal – diesmal bei Tag –  passieren. Bei der Ausfahrt aus der Schleuse erhebt sich auf dem Damm des Schleusenkanals  „Mütterchen Wolga“,  eine allegorische 24 Meter  hohe Statue.

MUSEUMSINSEL KISHI

 

Die kommenden beiden Tage führen uns nach Gorizy am Beloe See mit seinen kleinen Bauernhäusern und dem Kirillow-Kloster. Von dort geht es zur Museumsinsel Kishi im Onega See (18mal größer als der Bodensee). Durch sechs Schleusen wird die „MS Rossia“ in der Nacht auf Höhe des Onega Sees gesenkt. Dieser See bleibt immer bis April gefroren. Karelien – das sind stille  Landschaften, unermessliche Wälder und nahezu unberührte Natur. Es scheint wie eine Fortsetzung der finnischen Seenlandschaften  nach Osten. „Der Unterschied zwischen Sommer und Winter in Karelien besteht darin, dass man den  Pelzmantel offen lässt oder zuknöpft“, erklärt Guide Juliana schmunzelnd.

Der ganze Stolz der Museumsinsel Kishi (6x1km), die inmitten dieser Schärenlandschaft  liegt, ist das „Pogost“, ein Holzkirchen-Ensemble: Dazu gehören die 22-kuppelige  Christi-Verklärungskirche (1714), die Maria-Schutz-Kirche (1764) und der Glockenturm mit dem Zeltdach (1874). Seit 1990 ist es Weltkulturerbe. Außerdem steht dort die älteste Holzkirche Russlands. Einhundert Menschen leben hier in zwei Dörfern.

KÜNSTLERDORF MANDROGI

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Über den Fluss Swir erreichen wir den Ladoga See, wo die „MS Rossia“ für einen kurzen Abstecher im Künstlerdorf Mandrogi anlegt, das für seine russische Handwerkskunst  bekannt ist. Etwa 200 Menschen wohnen und arbeiten dort ganzjährig. Von dort aus sind es noch 287 Flusskilometer bis St. Petersburg, der schönsten und europäischsten Stadt Russlands.

EIN HAUCH VON FABERGE

 

Bei einer einstündigen Bootsfahrt auf der Newa und den vielen verzweigten Kanälen ist die prachtvolle Architektur der Stadt mit ihren verspielten Fassaden zu sehen. Während der „Weißen Nächte“ im Sommer sind die nachts hochgeklappten Brücken und das beleuchtete St. Petersburg besonders beeindruckend. Drei Tage Zeit bleiben uns in St. Petersburg, um die Eremitage, den Katharinenpalast mit Bernsteinzimmer, den Peterhof – das russische Versailles – , die Peter-Paul-Festung und  andere Sehenswürdigkeiten wie die Blutskirche, die Kasaner Kathedrale oder die St.-Isaak-Kathedrale zu erkunden. Diesmal habe ich sogar noch Zeit für einen Besuch des Fabergé-Museums, in dem u.a. neun kunstvolle Ostereier des kaiserlichen Hofjuweliers, ausgestellt sind. Aber es gibt noch so viel zu sehen, ich muss unbedingt noch einmal wiederkommen…

Wichtige Reiseinfos in Kürze

Anreise

Ab Berlin, Frankfurt, München mit dem Flugzeug. Deutschsprachige Reiseleitung ab Flughafen Moskau/St. Petersburg. Die Reise wird auch in umgekehrter Reihenfolge angeboten.

MS Rossia

Alle 112 Außenkabinen auf der MS Rossia, davon 72 Deluxe- und  sechs Premium-Kabinen, bieten ein behagliches Wohnambiente und sind mit Glasduschkabine & WC, Klimaanlage, Kleiderschrank, Kühlschrank, Föhn, Safe, LCD TV und WLAN (22 Euro für die gesamte Reise), freies WLAN gibt es in Rezeptionsnähe, ausgestattet. 224 Passagiere (das Publikum ist international), 100 Besatzungsmitglieder. Für Notfälle ist ein Arzt an Bord.  Zum Frühstück und Mittagessen gibt es Buffet, das Abendessen findet in einer Sitzung statt. Zwei Bars, jeden Abend Livemusik. Schiffsdaten: 125 m Länge, 16,7 m Breite, 2,8m Tiefgang, 3000 PS, drei Kabinendecks, ein Fahrstuhl verbindet die Kabinendecks, Stromspannung 220 Volt, ein Adapter ist nicht erforderlich.

Vorbereitung

Für die Reise sind ein noch mindestens sechs Monate gültiger Reisepass und ein Visum (90 Euro) erforderlich, das rechtzeitig beantragt werden muss. Der Veranstalter ist dabei behilflich. Die russische Währung ist der Rubel.

Literatur

„Moskau“, von Eva Gerberding, Dumont, 292 S. 17,99 Euro. „St. Petersburg – Lebensfreude an der Newa“, Lothar Deeg, 120 S., 9,95 Euro.

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung.

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Piraten in Sicht

 

Kleine und große Piraten ahoi und klar zum Entern – seit ein paar Wochen treiben wilde Seeräuber im Legoland Deutschland in der Nähe von Günzburg ihr Unwesen und haben es sich sogar richtig gemütlich gemacht. Natürlich wie es sich gehört in einem eigenen Piratenhotel samt Anlegestelle für das große Piratenschiff.

 

Kleine und große Piraten ahoi und klar zum Entern – seit ein paar Wochen treiben wilde Seeräuber im Legoland Deutschland in der Nähe von Günzburg ihr Unwesen und haben es sich sogar richtig gemütlich gemacht. Natürlich wie es sich gehört in einem eigenen Piratenhotel samt Anlegestelle für das große Piratenschiff.

Wer das Legoland kennt weiß, hier ist alles bis ins kleinste Detail durchdacht. Das Feriendorf, in unmittelbarer Nähe des Freizeitparks, ist in den vergangenen Jahren rasant gewachsen. Angefangen hat alles vor ein paar Jahren mit einzelnen Themenhäusern. Mit der Zeit wuchs die Nachfrage und komplette Hotels, samt Restaurants und Cafés wurden gebaut. Nun gibt es seit diesem Jahr ein neues Themenhotel. Ganz im Stil der fruchteinflössenden Piraten.

Pirateninsel und Co.

Ich finde es immer wieder beeindruckend wie es Lego schafft, in kürzester Zeit eine eigene Themenwelt aus dem Boden zu stapfen. Die Pirateninsel samt Restaurant, Café und Spielplatz ist ein absoluter Hingucker. Meine Kinder sind große Fans des Freizeitparks und somit auch regelmäßige Besucher. Sie sind sozusagen mit dem Legoland groß geworden. In diesem Jahr habe ich zum ersten Mal die Befürchtung gehabt, dass das Alter meiner Kinder mir einen Strich durch unsere Rechnung setzen würde. Unsere Große ist 13 und die Zwillinge 12. Ein heikles Alter – besonders in Hinsicht auf Lego. Doch es kam alles anders als erwartet…

 

Schon bei der Ankunft sind die Kids spürbar nervös im Auto. „Wer sieht den großen Legostein zuerst“ ruft mein Sohn? Die Mädels fiebern mit und rufen wild durcheinander. Gute Laune und strahlende Gesichter. Perfekt. Wir fahren weiter Richtung Feriendorf. Und da ist es schon, das neue Piratenhotel. Die Kids sind allein von der Dimension überwältigt. „Wow, ist das groß“ klingt es von der Rückbank. Und wirklich, groß ist es. Bunt und groß. Wie es sich für Lego gehört. Wir parken unseren Wagen hinter dem Hotel und gehen…na ja, ich gehe, die Kids rennen auf das Hotel zu. Und was soll ich sagen…plötzlich sind da drei wunderbar harmonische ( … und das will schon was heißen. Wir befinden uns gerade mitten in der Pubertät und da sind Reibereien an der Tagesordnung) Kinder, die direkt das große Piratenschiff für sich einnehmen. Piraten Ahoi! Und da stehe ich..komplett allein und ein wenig ratlos. Doch genau das ist es ja, was wir Eltern uns wünschen. Glückliche Kinder 🙂 Und die habe ich jetzt. Ich lasse die Kids spielen und hole den Schlüssel für unsere Bleibe der kommenden drei Tage. 

Schlummern wie Piraten 

Samt Koffer betrete ich das Zimmer. Die Kinder stürmen an mir vorbei und besetzen sofort die einzelnen Betten. Schnell ist klar, wer wo die nächsten 2 Nächte schläft. Danach geht es direkt zur nächsten Tagesordnung. Wer schon mal in einem Legoland Feriendorf Hotel übernachtet hat, weiß – Schatzsuche steht auf dem Programm. Die Kids müssen ein Rätsel lösen und dafür eine kleine Schnitzeljagd durch das Hotel machen. Eine geniale Idee – denn so lernen Sie das Hotel natürlich besser kennen. Es gilt einen Zahlencode zu ermitteln. Damit öffnet sich dann der Safe und Voila – hier versteckt sich dann eine kleine Überraschung. Was ? Na ja, das wäre nun gemein zu verraten. Da müsst ihr schon selbst aktiv werden 🙂

 

Da wir relativ spät angereist sind, steht für uns das Abendessen als nächster Tagespunkt auf dem Programm. Wir haben uns im Vorfeld im Internet die einzelnen Restaurants angeschaut. Hier gibt es nämlich eine komplette Übersicht samt Preise. Unser Tipp: Stets vor der Anreise reservieren. So vermeidet man lange Wartezeiten.

Piraten Schmaus mit Special Effects 

Das hoteleigene Restaurant die „Piraten Taverne“ ist auf jeden Fall ein Besuch wert. Hier werden die kleinen Gäste ganz flott mit ins Geschehen gezogen, um für Ordnung und natürlich auch die notwendige Portion Piratenfutter am eigenen Tisch zu sorgen. Ein Spaß für alle Beteiligten. Das Essen ist in 3 Menüvorschläge unterteilt. Hähnchen, Rind und vegetarisch. Die dazugehörige Auswahl der Speisen ist so umfangreich – satt wird hier garantiert jeder. Egal ob groß und Klein. Ein großer Vorteil: Die Softgetränke sind komplett inkludiert. 

 

Unser Resümee: Normalerweise waren wir stets große Fans des Dschungel-Buffets. Ein gutes Preis – Leistungsverhältnis und dafür Essen und Trinken satt. 

Doch die Piraten-Taverne hat mehr als überzeugt. Die Auswahl der Gerichte war sehr ansprechend und vor allem sehr lecker. Den Kindern hat es sehr gut geschmeckt. Zudem war das Ambiente einfach super. Die Kids fanden es klasse, Teil der kompletten Szenerie zu werden. In der Piraten Taverne wurde auf viele kleine Details geachtet. Egal ob das Piratentuch für die kleinen und großen Gäste oder die Spielecke im separaten Bereich des Restaurants. Hier gibt es eine weitere Neuheit. Kinder können ihre eigenen Fische auf einem Blatt Papier bunt anmalen und beschriften. Danach legt man das Blatt unter einen Scanner und schwups landet der Fisch in einem überdimensionalen Aquarium. Da staunen nicht nur die Kinder. 

Auf ins Abenteuer!

Nach einer erholsamen ersten Nacht und einem ausgiebigen Frühstück geht es für uns natürlich direkt in den Park. Aber auch hier kommen mir immer wieder Bedenken – Wir waren nunmal schon öfter hier im Park. Würde es den Kids immer noch so gut gefallen? 

 

Gegen Mittag werfe ich meine Bedenken komplett über Bord – wenn wir schon bei den Piraten bleiben wollen :). Die Kids genießen jeden einzelnen Winkel des Parks und freuen sich ihre Lieblingsattraktion aus dem vergangenen Jahr nochmals zu erleben. Wunderbar 🙂

Nach einer kleinen Stärkung in einem der zahlreichen Cafés im Park gehen wir zu einer der aktuellen Neuerungen. Dem großen Lego-Rennen. Hier kann man, natürlich wer mag, dank einer Virtual Reality Brille komplett in die Legowelt eintauchen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Eine rasante Fahrt mit vielen Überraschungsmomenten. 

 

Besonders mein Sohn ist komplett hin und weg und drängt dazu nochmals die Bahn zu nutzen. Gesagt – getan. Ein toller Spaß!  Den Nachmittag nutzen wir für weitere Attraktionen aber auch für einen ausgiebigen Besuch des Minilandes. 

Legoland Deutschland – immer wieder gerne! 

Nach insgesamt 3 Tagen und 2 Nächten sind wir mehr als überzeugt! Legoland – immer wieder gerne. Meine Kids und ich haben die Zeit mehr als genossen. Ein Vorteil – das tolle und vielfältige Angebot im Feriendorf sowie die jedes Jahr neu hinzukommenden Attraktionen im Park. Egal ob große oder kleine Veränderung – der Park spricht mit seinem Angebot ein wirklich großes Publikum an. Meine Kids, wie gesagt 13 und 12, haben den Park nach einem Jahr Pause mit neuen Augen kennengelernt. Plötzlich wurden Sachen interessant, die im Jahr zuvor noch gar nicht im Visier waren. Wirklich gelungen. 

 

Das Feriendorf ist durch den neuen Zuwachs um eine weitere Attraktionen reicher und rundet das sowieso schon große Angebot perfekt ab. 

Ein weiterer, nicht minder wichtiger Aspekt – der tolle Service. Egal ob im Restaurant, im Hotel oder auch im Park. Hier haben wir, egal wo wir waren freundliche und extrem zuvorkommende Mitarbeiter vorgefunden. Stets mit einem Lächeln auf den Lippen. Ein großes Lob dafür 🙂 

Für uns steht fest – Wir kommen gerne wieder, keine Frage 🙂 

Das neue Piratenland im Video

Hinweis: Diese Reise erfolgte auf Einladung

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Wellness und Erholung auf Mauritius

 

Der Wind wiegt die Palmen in sanftem Rhythmus. Ich schaue hinaus auf das sich vor mir erstreckende Meer. Salzige Luft umgibt mich. Ich atme tief ein und aus und merke, wie mein Körper immer mehr zu Ruhe kommt. Die Anspannung der letzten Tage lässt nach. Zeit für mich. Zeit um meine Batterien aufzutanken und um neue Kraft zu tanken. Genau das werde ich in den kommenden Tagen hier auf Mauritius machen.

 

Der Wind wiegt die Palmen in sanftem Rhythmus. Ich schaue hinaus auf das sich vor mir erstreckende Meer. Salzige Luft umgibt mich. Ich atme tief ein und aus und merke, wie mein Körper immer mehr zu Ruhe kommt. Die Anspannung der letzten Tage lässt nach. Zeit für mich. Zeit um meine Batterien aufzutanken. Genau das werde ich in den kommenden Tagen hier auf Mauritius machen.

Mix aus Wellness und Sport – Wellness Bliss

Ich bin ehrlich. Diese Form des Urlaubs habe ich bisher noch nicht praktiziert. Normalerweise wurde im Urlaub stets ausgiebig geschlemmt, lange geschlafen und genossen. Sport und Wellness standen da nie an erster Stelle. Ein perfekter Zeitpunkt also die alten Gewohnheiten einfach mal über Bord zu werfen und Neues ausprobieren. Zeit genug hätte ich ja um nicht nur Geist und Seele, sondern auch den Körper „gesund“ zu verwöhnen. Ein Experiment, auf das ich mich gerne einlasse.


TUI.com

Schon der Empfang im Heritage Le Telfair lässt erahnen, wie meine kommende Woche aussehen wird. Matthieau Gossart, der Osteophat vor Ort, lädt direkt am Tag meiner Anreise zum Gespräch. Er nimmt sich Zeit und kann schon nach wenigen Fragen meine Schwachstellen erkennen, die es gilt, in den nächsten Tagen ein wenig näher zu bearbeiten und idealerweise auszumerzen.

 

Ein Mix aus Wellness und Sport, Erholung und Entspannung sollen dabei helfen meine Kraftzellen erneut mit Energie zu füllen. Ob es aufgeht – wir werden sehen. Nach meinem Gespräch mit Matthieau geht es am Nachmittag dann auch schon zur ersten Anwendung der anvisierten Wellness-Woche. Ein Jet-Lag Treatment steht auf dem Plan. Ich will nicht zuviel vorgreifen – Massagen hatte ich wirklich schon einige in meinem Leben – und das an den unterschiedlichsten Orten der Welt. Aber was mich hier erwartet, übertrifft meine kühnsten Vorstellungen.

Chakren, Farben und Co.

Zu Beginn meiner Behandlung darf ich mir eine Farbe aussuchen. Insgesamt stehen 7 Farben zur Auswahl. Diese sind an die 7 Charken des Körpers angelehnt. Ich entscheide mich für Violett. Das Crown Chakra. In einer kurzen Einführung wird mir erklärt, welche Bedeutung diese Farbe für mich hat und wie sie sich innerhalb der Behandlung wiederfindet.

 

Beim Betreten des Raumes wird dann schnell klar, was Poojah, meine Masseurin in der kurzen Einführung gemeint hat. Dezentes Lila Licht umhüllt den kompletten Raum. Passend zu der Farbe duftet es nach Lavendel und im Hintergrund ertönt sanfte Musik. Eine tolle Kombi. Ich lege mich auf meine Liege und schließe die Augen. Poojah legt liebevoll ein Handtuch um meinen Körper. Wohlig warm und bequem.

Meine Wellness-Oase 🙂

Ich schieße meine Augen. Das Öl tropft langsam auf meinen Kopf. Der Duft von Lavendel und einem Hauch von Pfefferminze erfüllt den Raum. Ich spüre, wie Poojah langsam mit ihren Fingern das Öl auf meinem Kopf verteilt, gefolgt von einer Kopfmassage, wie ich sie noch nie zuvor erlebt habe. Die Anspannung in meinem Körper lässt nach. Ein wohliges Gefühl. Mit gekonnten Griffen ist nun mein Nacken als nächstes dran. Gezielt greift sie genau die Stellen an, die mich schon während meines Fluges geärgert haben. Ich atme langsam ein und aus. Leichtigkeit erfüllt meinen Körper. Die Stimme in meinem Kopf sagt leise – Bitte nicht aufhören! Immer und immer wieder.

Nach 45 Minuten erklingt eine sanfte Stimme aus dem Hintergrund. „Madame – everthing´s right? How are you feeling?“ Ich öffne meine Augen und ein Lächeln zeichnet sich auf meinen Lippen ab. Mehr als ein „Wonderful“ bringe ich nicht heraus. Ich schließe wieder meine Augen und genieße den Moment. Es scheint, als hätte mir jemand während der Behandlung den Stecker gezogen. Von Unruhe oder Druck der letzten Tage keine Spur. Direkt am ersten Tag? Ich hätte es nicht vermutet.

Das neue Heritage Le Telfair

Die erste Nacht im Paradies war absolut erholsam. Ich strecke mich ausgiebig in meinem großen und vor allem extrem gemütlichen Bett und lasse den gestrigen Tag nochmal Revue passieren. Sonne, Meer, Entspannung und Verwöhntreatments. Die Woche hat wirklich sehr gut angefangen 🙂

 

Langsam öffne ich die Terrasentür meines Zimmers – oder besser gesagt meiner Suite. Seid der Renovierung im vergangenen Jahr sind nämlich alle Zimmerkategorien in Suiten umgewandelt worden. Groß, lichtdurchflutet und mit dem passenden Mobiliar ausgestattet strahlen sie eine wunderbare Ruhe aus. Der Ausblick – paradiesisch. Eingebettet in die sich an der Südküste von Mauritius befindliche Natur sind die kleinen Häuser, in denen jeweils 8 solcher Suiten vorzufinden sind, eine einzige Ruheoase. Der Blick aus den überdimensionalen Terrasentüren führt auf ein sattes Grün. Palmen, Bäume, saftiges Gras und vereinzelt Blüten bieten eine traumhafte Kulisse.

Auf in die nächste Runde

Der nächste Punkt auf meinem Wellness-Plan ist Yoga. Bis genau zu diesem Zeitpunkt war Yoga stets ein Fremdwort für mich. Im ersten Moment scheint meine Skepsis mehr als spürbar. Doch ich versuche es mir nicht anmerken zu lassen. Der Osteopath muss sich ja etwas bei der Erstellung meines individuellen Wellness-Plan gedacht haben 🙂 

Ganze 1 1/2 Stunde lang drehe und wende ich mich. Jeder Muskel ist spürbar und auch die schon längst vergessenen erwachen erneut aus ihrem Koma. Langsam und mit ganz viel Gefühl. Hier steht nicht das Tempo im Vordergrund. Jeder entscheidet, wie weit er geht und gehen mag. Sport ganz nach meinem Geschmack. 

 

Rama mein Yoga Lehrer strahlt über das ganze Gesicht während er mir einfach und absolut verständlich die Vorteile des Yoga für meinen Körper erklärt. Sehr interessant – und eigentlich auch ganz einfach zu Hause nachzumachen. Perfekt! 

 

Dankbar, erleichtert und sogar ein wenig stolz verbringe ich den Rest meines Tages damit meine Seele baumeln zu lassen. Ich genieße das Meer, die Sonne und die wunderbare Kulisse, die mich umgibt. Die Ruhe und Entspannung in meinem Körper breitet sich immer mehr aus. Ein schönes Gefühl, das sich in den folgenden Tagen immer mehr verstärkt – Dank der täglich wechselnden Anwendungen und sportlichen Aktivitäten. Neben Yoga und Massagen erhalten ich zusätzlich die Möglichkeit, in den kommenden Tagen Einblicke in Pilates sowie Reiki zu bekommen. Vor allem die Reiki Sitzung hinterlässt ihre Spuren.

Neben dem täglich wechselnden, speziell auf mich ausgelegten Sportprogramm darf ich zusätzlich aus einer Vielzahl an weiteren sportlichen Aktivitäten wählen. Egal ob an Land oder im Wasser. Bis zu 10 unterschiedliche Aktivitäten werden täglich angeboten. Die meisten davon wie z.B. Schnorcheln, Windsurfen, Kayak, Wasserski uvm. sind inkludiert. Hier kommt wirklich jeder auf seine Kosten.

 

Eine wichtige Info für Golfer – Der angrenzende Golfplatz – vier mal in Folge zum besten Golfplatz des indischen Ozeans gekürt, sowie Ausrichter des berühmten AfrAsia Bank Mauritius Open-Turiniers, bei dem mehr als 150 Golfprofis aus aller Welt ihr Können unter Beweis stellen – steht allen Hotelgästen kostenfrei und unbegrenzt zu Verfügung. Zudem erhalten Sie bevorzugten Zugang zu den anderen 18-Loch Golfplätzen in der Region. (Tamarina Golf Club und Paradis Golf Club)

Allround-Wellness-Talent

Das neue Wellness Konzept – das Wellness Bliss – ist ein Allround Talent. Neben der täglichen Portion Sport, die in Abstimmung mit dem Osteopathen individuell auf den Gast abgestimmt wird sorgen zahlreiche inkludierte Verwöhntreatments für ein in sich stimmiges Komplett Programm für Körper und Seele.

Was innerhalb eines ausgiebigen Wellness Programms nicht fehlen darf, ist natürlich der Genuss. Und genießen können Sie im Heritage Le Telfair wirklich mit allen Sinnen. Gezielt auf das Wohlbefinden der Gäste ausgerichtet gibt es im Heritage Le Telfair eine große Auswahl an frischen Speisen. Angefangen bei dem üppigen Frühstücksbuffet im Annabella´ s, über die Lunch Variationen in den einzelnen Restaurants bis hin zum exklusiven Dinner. Geschmacklich stets ein Volltreffer. Glauben Sie mir – ich habe so einiges in dieser Woche gekostet 🙂 Besonders hervorzuheben ist die Vielzahl an frischem Obst und Gemüse, und nicht zu vergessen der fangfrische Fisch. Ein Muss!

Das die Kulinarik gerade hier bis zur Perfektion gelebt wird ist garantiert auf die Menschen im Hintergrund zurückzuführen, die das Hotel zu dem gemacht haben, was es heute ist. Ein Treffpunkt für Gourmets. Michel Fredric, der Hotel Manager hat einst für und mit Paul Bocuse gearbeitet. Aber auch Jaques Charles, der COO der Heritage Resorts, lenkt durch seine mehr als 30 jährige Berufserfahrung innerhalb der Tourismusindustrie, das Hotel in die richtigen Bahnen.

Kulinarik für Gourmets – ein kleiner Überblick

Anabella ´s – Buffett Restaurant

 

Hier können Sie das Frühstück, das Mittag sowie das Abendessen genießen. Morgens wählen Sie aus einem reichhaltigen Buffet. Obst, Eierspeisen, Süßspeisen uvm. – alles gibt es in Hülle und Fülle. Besonders schön ist das Ambiente. Wer mag sitzt auf der Außenterrasse mit Blick auf den Pool.

Cavendish Bar & Lounge

 

In entspannter Piano Atmosphäre einen lokalen Rum kosten oder einfach den Tag genießen. Wer mag kann zudem in der Zeit von 12 Uhr – 17 Uhr eine Kleinigkeit verkosten. Die Bar hat jeden Tag von 10.30 Uhr  bis Mitternacht geöffnet.

Le Palmier