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Katar

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Katar: Blick hinter den Schleier

Ich hatte vor meinem Besuch in Katar viele Vorurteile. Heute, nach meiner Rückkehr, schwärme ich von einem überraschenden Reichtum an Kunstschätzen, von einer spannenden Kultur und von starken, mächtigen Frauen. Nur die Hitze liegt tagsüber tatsächlich über dem Golfstaat. Aber, ganz ehrlich: In den Museen ist es wunderbar kühl und durch den Souk – übrigens einer der schönsten am Golf – läuft man sowieso am besten in den romantischen Abendstunden.

Ich hatte vor meinem Besuch in Katar viele Vorurteile. Heute, nach meiner Rückkehr, schwärme ich von einem überraschenden Reichtum an Kunstschätzen, von einer spannenden Kultur und von starken, mächtigen Frauen. Nur die Hitze liegt tagsüber tatsächlich über dem Golfstaat. Aber, ganz ehrlich: In den Museen ist es wunderbar kühl und durch den Souk – übrigens einer der schönsten am Golf – läuft man sowieso am besten in den romantischen Abendstunden.

Eine Milliarde US-Dollar für Kunst

 

Sie kann pro Jahr eine Milliarde US-Dollar für Kunst ausgeben, so wird erzählt, und ist damit eine der mächtigsten Personen im weltweiten Kunsthandel. Die Rede ist von Her Highness Sheikha Al Mayasa bint Hamad bin Khalifa Al Thani, der Schwester des amtierenden Emirs von Katar. Die Politologin und Literaturwissenschaftlerin steht der Museumsbehörde vor und ist auch Chefin des MIA, The Museum of Islamic Art, direkt an der Corniche in Doha.

Museum klingt erst einmal wenig aufregend, doch wer das MIA besucht, ist vom ersten Moment an elektrisiert – für mich ist es eines der schönsten Kulturtempel, die in diesem Jahrtausend bislang gebaut wurden. Kein Wunder, denn kein Geringerer als der gefeierte Star-Architekt I.M. Pei hat Hand angelegt, um Katar dieses kulturelle Denkmal zu setzen.

Lichtdurchflutetes Museum mit Blick auf Doha Skyline

Der verschachtelte Bau, der auf einer kleinen Insel liegt, an der traditionelle Fischerboote ankern, erinnert von Ferne an eine verschleierte Frau. Dieser steinernen Lady darf man allerdings hinter den Schleier schauen: Das MIA birgt ein lichtdurchflutetes Innenleben mit mächtigen Panoramafenstern, die einen ungehinderten Blick auf Dohas Skyline bieten. Tornado Tower, Palm Tower, Doha Tower: All die spektakulären Glitzertürme des Golfstaates reihen sich am gegenüberliegenden Ufer aneinander und wetteifern um den 1. Platz im Ranking der schönsten Wolkenkratzer. Eine kleine Fähre pendelt über das blau schimmernde Wasser zwischen beiden Uferseiten hin und her – fast sinnbildlich für das Motto des Emirats, Neues und Traditionelles miteinander zu verbinden, in die Zukunft zu schauen, doch die Wurzeln nicht zu vergessen.

 

Auch das MIA lebt diesen Gedanken. Die Ausstellung umfasst islamische Kunst, deren älteste Stücke aus dem 7. Jahrhundert stammen. Das riesige Atrium mit viel Glas, hellem Marmor und einem weitläufigen Café, das vom Designer Philippe Starck gestaltet wurde, ist jedoch ein Ort der Zukunft und auch der Begegnung. Inderinnen in Saris eilen die weitgeschwungenen Treppen hinauf, westliche Besucher in Jeans und T-Shirt schlendern durch die Ausstellungsräume und Katari in weißen Dischdaschas sitzen an den Cafétischen und nippen am Cappuccino.

Genau genommen könnte ich mich hier den ganzen Tag aufhalten, im Café von den leckeren Kuchen naschen, das kunstsinnige Treiben verfolgen und immer wieder der kleinen Fähre bei ihrer Schaukelfahrt zu den Wolkenkratzern zuschauen. Kunst- und Kulturinteressierte zieht es jedoch weiter, denn das Angebot in Katar ist riesig und bei einem Kurzbesuch kaum zu bewältigen. Zu nennen sind das Arab Museum of Modern Art (Mathaf), das Orientalist Museum, das National Museum of Qatar und etliche Galerien wie die Gallery Al Riwaq oder die Gallery Katara.

Vom Wüstenstaat zum Ölstaat

Doch mich zieht es zu einem ganz anderen Museum, das sich mit der traditionellen Kultur der Katari befasst und das ebenfalls unter der Obhut einer mächtigen Frau steht. Her Highness Sheikha Moza Bint Nasser ist die Mutter des derzeitigen Emirs. Sie gilt als politisch einflussreich und ist seit 2010 bei den Vereinten Nationen für das Millenniums-Entwicklungsziel Bildung zuständig. Eine charismatische Frau, die abgebildet auf einer gläsernen Tafel – unverschleiert und mit deutlichem Haaransatz – die Gäste des Museumskomplexes begrüßt.

 

Die verschachtelten Lehmgebäude der Msheireb-Museen laden in vergangene Zeiten ein. Doch auch hier genießt man die Segnungen der modernen Welt. Die Aircondition surrt im Hintergrund, zur Begrüßung werden kühle Drinks serviert und die Beamer projizieren 3-D-Animationen auf die Wände. Frauen in traditioneller Kleidung huschen als Schattenrisse über die Wände und lebensgroße Skulpturen lassen die Mühsal früherer Arbeiter aufleben.

 

Vier historische Gebäude wurden hergerichtet und zeigen alle Stationen, gute wie schlechte, die der Golfstaat durchlebt hat. Besonders spannend ist das Company House, das die Entwicklung Katars vom bitterarmen Wüstenland, in dem Perlentaucher ein entbehrungsreiches Leben führten, zum superreichen Ölstaat veranschaulicht.

Unterwegs auf dem Souq

Nach so viel Kunst hat sich der Katar-Besucher dann den Besuch des Souks redlich verdient – wie gesagt, am besten in den milden Abendstunden. Hier, im Souq Waqif, in der Altstadt Dohas feilschten einst Händler um Gold, Perlen und Gewürze. Der Souk brannte 2003 vollständig ab und wurde neu errichtet – im alten Stil mit traditionellen Lehmhäusern. Auch in diesem Punkt bleiben die Katari ihrer Maxime treu: Sie öffnen sich der modernen Welt und behalten gleichzeitig ihr kulturelles Erbe fest im Blick.

Tipps & Informationen

katarAnreise:

Qatar Airways bietet Flüge nach Doha und ist auch die richtige Wahl für einen Stopover in Katar

Unterkunft:

Eine stilvolle Unterkunft bieten die Souq Waqif Boutique Hotels. Die neun Häuser sind zum Teil in alten Souk-Gebäuden untergebracht. Sie bieten Luxus und traditionelles Ambiente mitten im Souk.

Vor Ort

Ein engagiertes Unternehmen für Aktivitäten vor Ort ist Middle East Adventure

FIFA World Cup

Die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft (FIFA World Cup) findet 2022 im Golfstaat Katar statt. Katar liegt nahe der arabischen Halbinsel und hat sehr warmes Wüstenklima. Die Vergabe der FIFA wurde am 19. Dezember 2008 beschlossen. Der Golfstaat setzte sich letztendlich gegen die Mitbewerber aus Australien, Japan, USA und Südkorea durch.

Hinweis in eigener Sache: Die Reise für diesen Beitrag wurde zum Teil unterstützt von Veranstaltern, Hotels, Fluglinien und/oder Tourismus-Agenturen. Wir legen sehr großen Wert auf eine unabhängige und neutrale Berichterstattung, daher sind die Meinungen, Eindrücke und Erfahrungen der jeweiligen Autoren ihre eigenen.
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Glitzerwelt Katar: Ideal für den Stopover

„Unsere Türme sind die schönsten am Arabischen Golf“, erklärt Tourguide Saif selbstbewusst und weist auf die schimmernde Skyline jenseits der Bucht von Doha. Da blinkert der Tornado-Tower wie mit einem Netz blauer Lichter überzogen. Daneben glänzt golden der Burj Qatar, der wegen seiner Form hinter vorgehaltener Hand „Kondom-Tower“ genannt wird.

„Unsere Türme sind die schönsten am Arabischen Golf“, erklärt Tourguide Saif selbstbewusst und weist auf die schimmernde Skyline jenseits der Bucht von Doha. Da blinkert der Tornado-Tower wie mit einem Netz blauer Lichter überzogen. Daneben glänzt golden der Burj Qatar, der wegen seiner Form hinter vorgehaltener Hand „Kondom-Tower“ genannt wird.

Doch nicht die Türme allein machen Katar zu einem lohnenswerten Kurztrip-Ziel. Das Emirat am Golf zeigt eine außergewöhnliche Kunstszene, lädt zum Paddeln in den Mangrovenwäldern und bietet den stimmungsvollsten Souk der Region. Ob für ein paar Stunden, einen Tag oder einen Wochenendtrip: Das Emirat mit den reichen Erdöl- und Erdgasvorkommen lockt mit Highlights und Geheimtipps.

Skyline an der West Bay

Ein Maler hätte die Skyline von Doha nicht besser in Szene setzen können. Wer sich mit der hölzernen Dhau über die Bucht von Doha nähert, genießt den besten Blick auf diese perfekte Komposition aus glitzernden Türmen. Sofort ins Auge fällt der Burj Qatar – mit 242 Metern nicht der höchste, aber der eindrucksvollste Wolkenkratzer. Die Außenhaut zeigt ein filigranes Muster und leuchtet in der Dunkelheit golden.  Nur der Beiname des Bauwerk von Jean Nouvel ist den Katari ein wenig peinlich: Kondom-Tower. Etwas außerhalb lockt „The Torch“, der Fackel-Turm. Das mit 300 Metern höchste Gebäude in Katar wurde als Wahrzeichen des Asian Games von 2006 gebaut und beherbergt heute ein 5-Sterne-Hotel und das Restaurant „Three Sixty“, ein Drehrestaurant, das einen einzigartigen Blick über Doha bietet.

Souk im alten Stil

Souks gibt es im arabischen Raum überall, doch nur wenige geben sich so stilvoll wie der Souq Waqif in der Altstadt von Doha. Schon seit Jahrhunderten feilschten Händler an dieser Stelle um Gold, Kamele und Gewürze. Der heutige Souk zeigt traditionelle Lehmhäuser und ist doch neu. Er wurde nach einem Großbrand 2003 wieder aufgebaut. Neben dem Gold-Souk und dem Falken-Souk finden sich viele kleine Shops für traditionelle Stoffe, gehämmerte Lampen, Parfüm und das beliebte „Oud“, ein Duftöl aus dem Harz des Adlerholzbaums. Zentraler Treffpunkt des Souks ist die alte Polizeistation, in der die Ordnungshüter auch heute noch Uniformen aus den 1940er-Jahren tragen. Besondere Tipps: das persische Restaurant Kebab Al Tayeb und das Asheerej, ein traditionelles Lokal mit arabischer Küche.

Museum mit Gesichtsschleier

Ein architektonischer Geniestreich ist das „MIA – Museum of Islamic Art“. Das sandfarbene Gebäude des Starchitekten I.M. Pei erinnert an eine arabisch gekleidete Frau mit Gesichtsschleier. Die eigentliche Schönheit des Bauwerks zeigt sich im Inneren. Eine weitläufige, spiralförmige Treppe führt bis unters Dach und erlaubt Blicke ins lichtdurchflutete Atrium. Wer dort im Café sitzt, genießt eine wunderbare Aussicht auf die Wolkenkratzer-Skyline Dohas. Die Ausstellung lässt Kunstfreunde frohlocken, denn das MIA zeigt eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen islamischer Kunst. Keramiken, Textilien, Waffen und Dokumente werden in großzügig gestalteten und raffiniert ausgeleuchteten Ausstellungsräumen wie kostbare Schätze präsentiert. Nicht verpassen: den tollen Blick auf Doha von der Außenterrasse des MIA.

Stopover in Katar - Jutta Lemcke (11 von 18)

Paddeltrip durch die Mangroven

Wer dem städtischen Leben Katars entfliehen möchte, kann bei einem Paddeltrip der Natur ganz nahe kommen. Ausgerüstet mit Schwimmwesten geht es in stabilen Kajaks erst über die türkisschimmernde Lagune und dann in die Mangrovenwälder von Al Thakira nördlich der Stadt Al Khor. Die üppig grüne Vegetation bietet dem Auge einen erholsamen Gegensatz zu der faszinierenden, aber kargen Wüstenlandschaft des Emirats. Die knorrigen Mangroven, deren Holz seit jeher als Deckenbalken in den Lehmhäusern genutzt wird, bieten Flamingos, Reihern und einer Vielzahl kleiner, laut zwitschernder Vögel einen Lebensraum. Paddelkenntnisse sind übrigens nicht nötig: Die Lagune ist flach wie eine Badewanne, so dass Aussteigen während der Fahrt durchaus erlaubt ist.

Tradition trifft Technik

Die verschachtelten Lehmgebäude der Msheireb-Museen laden in vergangene Zeiten ein – und bieten dennoch den Luxus modernster Technik. Die Klimaanlage summt leise, es stehen eisgekühlte Getränke bereit und die Beamer projizieren 3-D-Animationen auf die Leinwände. Verschleierte Frauen huschen als Schattenrisse über die Wände und Gipsfiguren zeigen die Mühsal früherer Arbeiter. Vier historische Gebäude werden genutzt, um Erbe und Kultur Katars zu präsentieren. Besonders spannend ist das Company House, das die Entwicklung des Emirats vom Wüstenland zum superreichen Ölstaat anschaulich dokumentiert. Verantwortlich für den Museen-Komplex ist übrigens eine Frau: Her Highness Sheikha Moza Bint Nasser, Mutter des derzeitigen Emirs von Katar und für ihren großen Einfluss auf Politik und Wirtschaft des Landes bekannt.

Pool für Pferde

Wer denkt, die Katari fahren entweder Ferrari oder reiten auf Kamelen, liegt falsch. Im Emirat am Golf spielen Pferde eine bedeutende Rolle. Den edlen Vierbeiner hat das Land eine luxuriöse Heimstatt gebaut: das Al Shaqab. Das Gestüt beherbergt rund 1000 Araberpferde – gut 100 gehören dem Emir persönlich. In Al Shaqab wird gezüchtet, medizinisch versorgt und für Pferderennen trainiert. Bei allem genießen die teuren Tiere 5-Sterne-Luxus. Gipfel des Komforts: ein Schwimmbad für die vierbeinigen Araber.

Weitere Informationen

Anreise: Qatar Airways bietet Flüge nach Doha und ist die richtige Wahl für einen Stopover in Katar (www.qatarairways.com).

Unterkunft: Eine stilvolle Unterkunft bieten die Souq Waqif Boutique Hotels. Die neun Häuser sind zum Teil in alten Souk-Gebäuden untergebracht. Sie bieten Luxus und traditionelles Ambiente mitten im Souk (www.swbh.com). Wer an der West Bay und damit direkt im Wolkenkratzer-Viertel wohnen möchte, kann das Intercontinental Doha – The City wählen. Intercontinental bietet auch, wie viele der anderen Hotelketten, ein Strandhotel mit großem Pool (www.intercontinental.com).

Vor Ort: Ein engagiertes Unternehmen für Aktivitäten vor Ort ist Middle East Adventures (E-Mail: [email protected])

Auskünfte: Ausführliche Informationen zu Geschichte, Sehenswürdigkeiten und aktuellen kulturellen Events finden sich auf der offiziellen Website von Qatar Tourism (www.qatar-tourism.com).

Hinweis: Die Reise fand auf Einladung statt.

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