Merlions leuchtende Löwenstadt

Hypermodern und zugleich traditionell überrascht Singapur mit seinen vielen Gesichtern

Merlions leuchtende Löwenstadt

Das mit dem Kaugummiverbot und den blitzblanken Straßen gilt zwar noch immer in Singapur, doch die quirlige Tropenstadt hat sich in den letzten Jahren ganz schön verjüngt. Die erste Nacht in der asiatischen Metropole zwischen Malaysia und Indonesien, wer denkt da schon an Schlafen, wenn eine Bootstour auf dem Singapur River eine Glitzerwelt bei Nacht verspricht.

Reisen nach Singapur - Eva-Maria Mayring - IMG_0945

Welch‘ ein Glück, dass Tan Khey Cheow, der singapurische Guide ortskundig durch die sehr lebendige City führt. In Windeseile winkt er im 2.500 qm großen Merlion Park ein Riverboat herbei und zu später Stunde geht es durch die bunte Glitzerwelt. Rundherum sind die Wolkenkratzer und Bars taghell erleuchtet und aus den voll besetzten Restaurants tönt fröhliches Gelächter. Hoch und höher ragt die extravagante Architektur in den schwarzblauen Nachthimmel. Sie dominiert, belebt mit ihrer modernen Lichttechnik die Skyline der Stadt und kreiert eine einzigartige Atmosphäre von Luxus, Lebensfreude und Vitalität.

Was heute im hellen Glanz erstrahlt, war nicht immer so prachtvoll. Die Vorzeigemetropole hat ihre Eigenständigkeit als kultureller Schmelztiegel und florierende Handelsoase über die Jahrhunderte schwer erkämpft. Aber auch indem man mit den vielen verschiedenen Ethnien und ihren politischen Gegensätzlichkeiten tolerant und geschickt politisch verhandelt hat, stabilisierte die Marktlage und förderte das Anwachsen zum zweitgrößten Finanzmarktes im asiatischen. Doch so manch liebgewonnene Tradition, wie die 1000-jährige Kunst des Teetrinkens wird in Singapur auch heute gepflegt.

Skywalk über Pflanzenparadies

Dass zwischen den hypermodernen Hochhausschluchten und den rassanten, vielspurigen Autobahnen die Natur nicht zu kurz kommt, bietet die Stadt eine Menge Grünzonen in allen Facetten. Sie lockern ganz unterschiedlich das Stadtbild enorm auf und sorgen nicht zuletzt für eine Verbesserung der Luft. Im Fort Canning Park zum Beispiel gedeihen auf 210 qkm mitten in der Stadt 100 verschiedenen Pflanzenarten. Einst befand sich hier der erste Gouverneurssitz, den auch Sir Stamford Raffles bewohnte. Auf dem hügeligen, Rasenterrain ragen gigantische Tropenbäume in den Himmel. Tan zeigt einen tropischen Regenbaum und den sogenannten Kanonenbaum, dessen Früchte tatsächlich wie Kanonenkugeln aussehen.

Eine weitere „grüne Hölle“ mit dem Namen „Gardens by the Bay“ erstreckt sich im Marina Bereich. Mit einer Fläche von 54 ha ist dies der größte botanische Garten der Welt. Künstliche Supertrees überragen mit 30 m das Gelände. Fast endlos erscheinen die riesigen Gewächshäuser mit Pflanzen aus allen vier Klimazonen der Welt. Zu bestaunen sind Baumgiganten, edle Orchideen und seltene Kakteen. Während sich im „Flower Dome“ die mediterranen Bougainvillea, Jasmin oder Orleander duftend und bunt präsentieren, rauscht im „Cloud Forest“ ein 35 m hoher Wasserfall nach unten und im sogenannten Nebelwald wachsen subtropische Pflanzen in Hülle und Fülle. Über einen Skywalk und Hängebrücken kann man das Pflanzenparadies akribisch entdecken und in der feucht, tropischen Luft kommt so richtiges Dschungelgefühl auf.

Schlemmermarkt Lau Pa Sat

In Singapur excellente und hochpreisige Lokale zu finden ist nicht schwer. Doch Tan offeriert den Besuchern einen typisch singapurischen Markt, wo all die Spezialitäten frisch gekocht oder gegrillt zubereitet werden und sich auch die Einheimischen gerne treffen. Es ist der Lau Pa Sat Festival Market. Eine offene gusseiserne Halle aus dem letzten Jahrhundert liegt inmitten des Bankenviertels. Wenn es dunkel wird strömen die Besucher aus den angrenzenden Vierteln an die Grillstände, um sich zum Beispiel zehn cross geröstete Satéspieße mit Garnelen oder Rindfleisch zu holen. Dazu gibt der Küchenchef eine scharfe, dunkle Soße dazu.

Lau Pa Sat unter freiem Himmel oder in der luftigen Halle wird meistens mit der ganzen Familie besucht. Man schätzt die preisgünstigen und pikanten Mahlzeiten und die angenehmen, nächtlichen Temperaturen.

Bevor es ins zentral gelegene Stadthotel Pan Pacific geht, führt Tan die Gruppe zum speienden Merlion am Singapur River. Halb Löwe, halb Fisch gab er der Stadt ihren Namen, denn Singa-pura heißt Löwenstadt. Mit einer Höhe von 8.60 m und 70 Tonnen schwer ist er das berühmte Wahrzeichen von Singapur, das für Glück und Reichtum steht, solange die Wasserfontäne sprüht.

Weitere Infos über Reisen nach Singapur

Anreise mit den Fluglinien: Emirates, Lufthansa und Qatar Airways

Unterkunft: Hotel Pan Pacific Singapore

Trips: Singapore Zoo ist sogar nachts eine riesen Attraktion mit 2.800 Tieren von asiatischen Elephanten, Oran Utans bis Riesenschildkröten. // Cocktail Bar Smoke & Mirrors bietet einen grandiosen Panoramablick über Singapur kombiniert mit exotischen Drinks.

Literatur: „Singapur – Merian momente“, Eberhard Homann, Claudia Homann, 160 S. 14.99 Euro.

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