Es könnte eine Kulisse für einen James Bond-Film sein. Das war mein erster Gedanke, als ich auf dem höchsten Punkt Vallettas spazieren ging. Mein Blick wanderte auf die Hafeneinfahrt, aufs Fort St. Elmo und die vielen Dächer der Stadt. Ein beeindruckender Ausblick aufs Meer und den Hafen. Die Idee hatten vor mir auch viele andere Regisseure, denn Malta hat sich in den letzten Jahren zu einer wahren Hochburg der Filmindustrie aus Hollywood gemausert. So auch Ian Flemming, denn mit „Casino Royale“ wurde hier der erste Bond-Film mit Daniel Craig gedreht.

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Toller Blick auf den Hafen und die Stadt Valletta. (Alle Fotos by Jörg Baldin

Die nahezu unbeschädigten Festungsmauern, die engen Gassen und die städtische Architektur haben dazu geführt, das Valletta von der UNESCO als Weltkulturerbe eingestuft wurde. Und so entstanden hier in den letzten Jahren zahlreiche Filme für Hollywood. Allen voran der Film „Popeye – Der Seemann mit dem harten Schlag“, der im Jahr 1980 auf Malta gedreht wurde und dafür extra eine Fischerdorf-Kulisse aufgebaut wurde. Der Film floppte, aber „Popeye Village“ dient nach wie vor als Touristenattraktion. Die bekanntesten Produktionen auf der Insel sind „Gladiator“ oder die Fernsehserie „Games of Thrones“. Beide wurden hauptsächlich in der ehemaligen Hauptstadt Mdina gedreht.

Grand Master Palace – Sitz des Präsidenten

Eines der ältesten Bauwerke in Valletta ist der Grand Master Palace, der von 1569 bis 1575 errichtet worden ist und heute noch als Sitz des Parlaments und als Präsidentensitz dient. Weite Teile des Gebäudes sind zugänglich. Hier kann der Besucher in die Vergangenheit der Insel eintauchen, die vor allem durch das Vermächtnis der Ritter von Malta geprägt wurde. 250 Jahre haben die „Knights of Malta“ über die Insel geherrscht und noch heute ziert das achteckige Malteser Kreuz die Flagge des Landes.

Dem Ritterorden ist es zu verdanken, das am größten Naturhafen Europas – dem „Grand Harbour“ – 19 Lagerräume errichtet wurden. Großmeister Manuel Pinto de Fonseca hatte den Bau der Häuser vor 250 Jahren in Auftrag gegeben, die vor allem zum Warenumschlag genutzt wurden. Sie symbolisieren noch heute die Blütezeit des Malteserordens. Nach dem Bau eines großen Kreuzfahrtterminals und der Renovierung der einzelnen Häuser, findet man heute an der „Valletta Waterfront“ zahlreiche Cafés und Restaurants.

Nicht ohne Grund wurde Valletta aufgrund der vielen kulturellen Möglichkeiten als europäische Kulturhauptstadt 2018 ausgewählt. Zahlreiche Veranstaltungen, wie z.B. das Fireworks Festival, das Malta International Jazz Festival, die Isle of MTV, die Kulturnacht „Notte Bianca“, Theater- und Opernaufführungen sowie religiöse Patronatsfeste finden auf Malta statt.

Mdina hat nur knapp 230 Einwohner

Von der ganzen Insel aus zu erkennen ist Mdina, die ehemalige Hauptstadt von Malta. Mdina liegt auf einem 185 Meter hohen Ausläufer des Dingli-Plateaus und ist ein ganz besonderer, fast magischer Ort. Hier wohnen nur knapp mehr als 230 Einwohner, doch tagsüber schlendern tausende Touristen durch die Stadt oder lassen sich vereinzelt mit Pferdekutschen durch die engen Gassen fahren. Autos sind tabu. Die „stille Stadt“, wie Mdina auch genannt wird, wird zudem von den Palästen und Kirchen geprägt, die im typischen hellbraunen Kalkstein erreicht wurden. Da es in der Stadt nur wenige Restaurants und nur ein Hotel gibt, ist der Ort abends menschenleer.

Der „kleinste Strand der Welt“ ist auf Comino

Von Mdina nach Comino geht’s mit dem Boot. Der „kleinste Strand der Welt“, der auf einer kleinen Insel liegt, befindet sich zwischen Malta und der Schwesterinsel Gozo. Comino diente ebenfalls schon als Filmkulisse. Hier wurden Filme wie „Troja“ oder „Swept Away“ von Guy Ritchie gedreht, bei dem Madonna im türkisfarbenen Wasser der „blauen Lagune“ gebadet hat. Der Sandstrand ist maximal 30 Meter breit, der Rest ist Fels und Stein. Wer sich hier entspannt bräunen will, muss wohl oder übel einen Liegestuhl mieten, von denen es genug auf der kleinen Insel gibt. Malta und Gozo sind, bedingt durch die Lage im südlichen Mittelmeer, mediterran. Hier sind die Sommer heiß und trocken, der Winter mild.

Hinweis: Kooperationsartikel

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