Nordhessen: 10 Tipps für eine Sommerreise
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Die Heimat der Gebrüder Grimm in Deutschlands grüner Mitte ist mit ihren sanften Landschaftsformen, kulturellen Schätzen und Naturreichtümern wie geschaffen zur Erholung. Wer keinen langen Sandstrand oder hohe Berge braucht, wird sein Urlaubsglück im Norden Hessens finden. Hier zehn Empfehlungen dazu.

Mohnblüte: Landidyll in Pink und Lila

Millionen von zartrosa bis dunkelvioletten Blüten verwandeln etwa von Mitte Juni bis Mitte Juli die Mohnfelder im Geo-Naturpark Frau-Holle-Land in flammende Farbenteppiche. Insgesamt rund 30 Fußballfelder groß sind ihre Flächen rund um die Dörfer Meißner-Germerode, Grandenborn und Wendershausen. Selbst von weit entfernten Wanderwegen sind sie nicht zu übersehen. Es macht Riesenspaß, auf den mit Stroh bedeckten Pfaden durch die Blütenmeere zu spazieren, sie mit dem Fahrrad zu umrunden oder während eines Picknicks anzuschauen. Viele Menschen regt ihr buntes Leuchten zum Träumen oder Meditieren an. Die schönste Tageszeit, das Schauspiel zu erleben, ist der frühe Morgen. Klug ist, wer in der Nähe übernachtet. Nach dem ersten Feldbesuch schmecken Mohngebäck und Kaffee ganz besonders gut. Später gibt es Mohnbratwurst vom Grill.

Infos: www.mohnbluetefrauholle.land
Übernachten/Essen: www.meissnerhof.de | www.derteichhof.de

Hoher Meißner: Hausgebirge einer alten Göttin

Die Kasseler Kuppe, an ihrer Spitze knapp 754 Meter überm Meer, ist der höchste Punkt des Hohen Meißners. Obwohl das kleine Mittelgebirgsmassiv mit seinen sanften Hängen eher wie ein Hügel auf dem Fulda-Werra-Bergland liegt, zählt es zu den dominantesten Erhebungen in Deutschland. Erst ein 59 Kilometer weit entfernter Ausläufer des Großen Inselbergs ist höher. Bekannt ist der Hohe Meißner auch als Wohnsitz von Frau Holle. Lange, bevor die Brüder Grimm in der Gegend um den Berg herum ihre Märchen sammelten, war er der Kultplatz dieser alten vorchristlichen Gottheit. Der Eingang in ihr Reich liegt unter Wasser im Frau-Holle-Teich. Wer dorthin wandert, kann in seine Tour den nahen Barfußpark, zwei Kilometer weiter, einbeziehen.

Infos: www.naturparkfrauholle.land
Übernachten/Essen: www.berggasthof-hoher-meissner.de | www.gasthaus-eberhardt.de

Kripp- und Hielöcher: Landschaft wie ein großer Käse

Den Hohen Meißner gut im Blick, erleben Wanderer bei Frankenhain und Frankershausen ein rätselhaftes Auf und Ab durch eine wiesen- und wacholdergrüne Felsenlandschaft, die es in sich hat. Aus weichem, leicht veränderlichen Kalk- und Karbonatgestein, Überbleibsel eines Jahrmillionen alten Meeres, modellierte die Natur hier Senken, Höhlen, Trichter – die meisten dicht bewachsen, unter anderem mit Enzian und Orchideen: die Kripp- und Hielöcher. Da es keine Wege durch das wunderschöne, stellenweise leicht zerbrechliche Gelände gibt, darf es nur mit einem ortskundigen Guide betreten werden. Um die besondere Flora und Fauna des Biotops zu erhalten, nutzt man das 17 Hektar große Schutzgebiet wie einst als Weide. Denn die Schafe kümmern sich darum, dass statt Buschwerk nur der artenreiche Magerrasen wächst.

Infos: www.berkatal.de
Übernachten/Essen: https://der-urgeschmack.de

Gut Dankerode: Vierbeinige Freunde gegen Stress

Am Haselbach im malerischen Stölzinger Gebirge, nur wenige Kilometer von Rotenburg an der Fulda, liegt Dankerode. Zu den ältesten und schönsten Bauwerken des Dörfchens zählt neben der Kirche von 1520 ein Rittergut aus dem 18. Jahrhundert, heute Ferien- und Reiterhof mit Gästewohnungen und Gutsherrenklause.

Hier leben Pferde, Ponys, Ziegen, Hunde, Katzen, Hühner und das untrennbare Freundespaar Salvatore und Don Carlos – ein Lama und ein Esel. Die enge und harmonische Beziehung der beiden ist offenbar für Menschen inspirierend. Schon viele haben bei gemeinsamen Spaziergängen durch die Natur Waldhessens von den gutmütigen, sehr entspannten Tieren profitiert.

Mehr Angebote zum Entschleunigen sind individuelles Coaching mit Pferden, meditatives Reiten sowie Waldbaden. Auch das Reiten kann man hier erlernen. Wer die schönen Tiere lieber nur betrachtet, erkundet und genießt die Schönheit der Umgebung mit dem Fahrrad – etwa beim Ausflug auf den knapp 550 Meter hohen Berg Alheimer. Nach einem Rundblick vom Alheimerturm (21 Meter hoch, 1930) geht es zur Stärkung in die Alheimerhütte. Ebenso bieten sich die Breitenbacher Seen zum Baden, Segeln oder Surfen, Kajaktouren auf der Fulda oder Ausflüge nach Rotenburg oder Bad Hersfeld an.

Infos: www.mittleres-fuldatal.de
Übernachten/Essen: www.gut-dankerode.de | https://alheimerhuette.de | https://stiftung-adam-von-trott.de

Eschwege: Mit Lieschen durch die Gassen

Allerliebste Fachwerkbauten ohne Ende, mittelalterliche Kirchen, Türme, reich verzierte Bürgerhäuser, das Schloss der Landgrafen … Dass Eschwege am Fernwanderweg Werra-Burgen-Steig Hessen liegt, hat schon seinen Grund.

Wer alles Sehenswerte in der Stadt tatsächlich sehen will, sollte sich Unterstützung holen – etwa bei einem ortskundigen Original wie dem „Lieschen vom Schloss“. Denn die Magd, die Gäste gern durch alle Gassen führt, kennt jeden Stein in ihrer Heimatstadt und viele unterhaltsame wie lehrreiche Geschichten.

Interessantes lässt sich auch in der Umgebung finden. Auf dem Großen Leuchtberg gegenüber etwa steht der Bismarckturm, von dem aus man auf Eschwege, das Werratal sowie den Hohen Meißner blicken kann.

Infos: www.werratal-tourismus.de
Übernachten/Essen: www.villa-ponte-wisera.de | www.goldener-engel-eschwege.de

Die Werra und ihr Tal: Wandern, radeln, paddeln

Der schönste Weg, der Hessen mit Thüringen und Niedersachsen verbindet, ist die Werra. Von ihren Quellen im Thüringer Schiefergebirge bis nach Hann. Münden, wo sie sich mit der Fulda zur Weser vereinigt, ist sie knapp 300 Kilometer lang.

Wer die 22 Kilometer von Eschwege nach Wahlhausen gleich hinter Bad Sooden-Allendorf auf dem gemächlich dahinfließenden Flüsschen im Paddelboot bestreiten will, nimmt die Unterbrechungen an Wehr und Schleuse gern in Kauf. Denn die Szenerie aus waldigen Erhebungen und kleinen Orten, durch die es sich auf dieser Strecke schlängelt, ist einfach zauberhaft. Erleben und genießen lässt sie sich auch vom Fahrradsattel aus. Denn der Werratal-Radweg folgt dem Fluss in seiner ganzen Länge.

Infos: www.werratal.de
Übernachten/Essen: http://gasthaus-zur-linde-kleinvach.de

Bad Sooden-Allendorf: Am Brunnen vor dem Tore

Das wohl wichtigste Gebäude in dem hübschen Kur- und Fachwerkstädtchen an der Werra ist das Gradierwerk. Früher diente es der Salzgewinnung. Heute nutzt man es zu Heilungs- oder Wellnesszwecken. Denn das salzhaltige Wasser, das über seine Reisigwände tropft, sorgt ringsherum für wohltuende und gesunde Luft. Ein Teil der Anlage, die die Einheimischen „senkrechte Nordsee“ nennen, gehört zur Saunalandschaft der benachbarten Werrataltherme.

Die rund 1000-jährige Salzgeschichte der Stadt dokumentiert das Salzmuseum im Söder Tor am Kurpark. Vier Kilometer weiter, direkt auf dem Todesstreifen der ehemaligen Grenze zwischen West- und Ostdeutschland, befindet sich das Grenzmuseum Schifflersgrund. Einen Besuch wert ist auch der Lindenbaum am Brunnen vor dem Tore – ein lebendiges Denkmal, das dem vermutlich hier entstandenen deutschen Volkslied gewidmet ist.

Infos: www.bad-sooden-allendorf.de
Übernachten/Essen: www.cafe-feldmann.de

Habichtswald: Grüne Weiten, kleine Wunder

Zwischen Wacholder, weißen Anemonen und gelben Schlüsselblumen blüht leuchtend purpurrotes Knabenkraut – wunderschöne wilde Orchideen. Beim aufmerksamen Wandern durch den Habichtswald sind viele kleine Wunder zu entdecken. Herrlich große Lümmelbänke laden zum Erholen ein. Geprägt wird der hügelige Naturpark durch Buchenwälder und Überbleibsel der Vulkanzeit, die als Basaltkuppen aus der grünen Landschaft ragen. Die Felsengruppe Helfensteine, eine der sechs Dörnberg-Kuppen, ist ein fabelhafter Hintergrund fürs Picknick auf der Wiese.

Zum Habichtswald gehören auch der Bergpark Wilhelmshöhe samt Herkules und Schloss in Kassel, weitere Schlösser, Burgen und Ruinen, Ringwälle und Hünengräber. Im Fachwerkstädtchen Naumburg empfiehlt sich neben einem Bummel durch das hübsche Zentrum ein Besuch der Hummelwerkstatt – ein speziell für alle sieben einheimischen Hummelarten angelegter Garten mit Ausstellung und Beobachtungsstation.

Infos: www.naturpark-habichtswald.de
Übernachten/Essen: www.emstaler-hoehe.de | www.bergcafe-friedrichstein.de

Kellerwald und Edersee: Hessens Nationalpark

Der Blick streift über dichtes Buchenlaub und hohe, dicke Stämme, über Felsen, gras- und moosbewachsen. Dazwischen blitzt der blaue Spiegel einer Wasserfläche. Teile dieses Waldes rund um den Edersee im Kellerwald-Gebirge davon wurden forstwirtschaftlich nie genutzt, sind also wirklich unberührt und sehr, sehr alt – „Urwaldrelikte“, wie die Wissenschaftler sagen.

Wanderungen durch den Nationalpark Kellerwald-Edersee sind Reisen durch die Zeit. Einer seiner schönsten Wege ist der 68 Kilometer lange, bis zu 521 Meter hoch gelegene Urwaldsteig. Hier trifft man außer hochbetagten Bäumen auch Pflanzen aus der Eiszeit wie die Pfingstnelke, Eulen, Spechte und mit etwas Glück auch Überlebende der Urzeit: die Veilchenblauen Wurzelhalsschnellkäfer. Nichts lieber mögen diese Winzlinge, als totes Holz in großen Mengen zu verputzen. So helfen sie dem Wald, sich selbst zu reproduzieren.

Empfehlungen fürs individuelle Besuchsprogramm: Wildtierpark Edersee, Baumkronenweg, Schiffsfahrt auf dem Edersee, Edertalsperre und Aqua Park, Schloss Waldeck, Waldeckerbergbahn

Infos: www.nationalpark-kellerwald-edersee.de | www.edersee.com
Übernachten/Essen: www.schloss-hotel-waldeck.de | https://hotel-werbetal.com | www.belvedere-edersee.de | www.nationalparkzentrum-kellerwald.de/nz/de/gastronomie/gastraum

Willingen: Die Heide ist der Gipfel

Für die meisten klingt der Name dieser nordhessischen Stadt nach Wintersport. Im Upland, dem nordöstlichen Teil des Rothaargebirges gelegen, ist sie jährlicher Austragungsort des Weltcup-Skispringens der FIS.

Doch auch im Sommer lohnt sich eine Reise in den 6000-Einwohner-Ort. Und das nicht nur, weil hier die Mühlenkopfschanze, größte Skisprunganlage der Welt, und ihr gläserner Aufzug für Gäste offenstehen. Besuchen kann man auch den Hochheideturm auf dem Ettelsberg. Von dessen Aussichtsplattform auf 875 Meter Höhe bietet sich ein großartiges Panorama. Erreichbar ist das 2002 eröffnete Bauwerk via Seilbahn, aber auch zu Fuß. Davor oder danach unbedingt in Siggis Hütte einkehren!

Dank seiner Lage im Naturpark Diemelsee mit seinen einzigartigen Bergheiden hat Willingen Direktanschluss an attraktive Rad- und Wanderwege, darunter auch spezielle Mountainbike- und Rennradstrecken. Sehenswert ist neben der Itterbrücke, einem 294 Meter langen, bis zu 31 Meter hohen Eisenbahn-Viadukt von 1917, das Upländer Milchmuhseum und die „Schiefergrube Christine“. Das 1971 stillgelegte Bergwerk kann bei Führungen besichtigt werden, ebenso die Glasmanufaktur sowie das Brauhaus. Interessant ist auch die Sommerrodelbahn. Das Lagunen-Erlebnisbad wird nach Umbau im Frühjahr 2023 wiedereröffnet.

Infos: www.willingen.de | www.waldecker-land.de | www.ettelsberg-seilbahn.de
Übernachten/Essen: https://familienbauernhof-fass.de | www.bestwestern.de, www.ettelsberg-seilbahn.de/ettelsberg/siggis-huette | https://don-camillo-willingen.de


Hinweis in eigener Sache: Die Reise für diesen Beitrag wurde zum Teil unterstützt von Veranstaltern, Hotels, Fluglinien und/oder Tourismus-Agenturen. Wir legen sehr großen Wert auf eine unabhängige und neutrale Berichterstattung, daher sind die Meinungen, Eindrücke und Erfahrungen der jeweiligen Autoren ihre eigenen.
Fotohinweis: alle Bilder von Carsten Heinke

 

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