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Nordamerika – Traumziele erreichen mit einer Fernreise, mit Reisen nach Europa und in alle Welt. Immer noch nicht sicher, wohin der nächste Urlaub gehen soll? Im Reisemagazin breitengrad53.de gibt’s die besten Urlaubstipps und Reportagen über Traumreisen, Kreuzfahrten und Urlaubsziele. Die besten Angebote gibt’s hier…

Im Rocky Mountaineer durch die Berge Kanadas

Blick nach links, Blick nach rechts – alles was mein Auge sieht, ist gelb-blau. Vor mir, auf dem Spezial-Bahnhof in Vancouver, steht der riesige Rocky Mountaineer. Über 750 Passagiere in mehr als 50 Waggons machen sich in ein paar Minuten auf den Weg in die Rocky Mountains, gezogen von zwei kräftigen Diesel-Loks. Ich sitze in Wagen Nummer 6, Platz 2 und bin sehr neugierig, was mich in den nächsten Tagen erwartet. Mein Zielbahnhof ist Banff in Alberta. Es geht mit dem Zug durch die Rocky Mountains.

Blick nach links, Blick nach rechts – alles was mein Auge sieht, ist gelb-blau. Vor mir, auf dem Spezial-Bahnhof in Vancouver, steht der riesige Rocky Mountaineer. Über 750 Passagiere in mehr als 50 Waggons machen sich in ein paar Minuten auf den Weg in die Rocky Mountains, gezogen von zwei kräftigen Diesel-Loks. Ich sitze in Wagen Nummer 6, Platz 2 und bin sehr neugierig, was mich in den nächsten Tagen erwartet. Mein Zielbahnhof ist Banff in Alberta. Es geht mit dem Zug durch die Rocky Mountains.

Bevor sich der Zug in Bewegung setzt, werde ich mit dem Bus aus dem Fairmond-Hotel abgeholt. Der Check-In für diesen Teil meiner Reise findet bereits in der Lobby statt. Meine Koffer sehe ich erst im nächsten Hotelzimmer wieder. Um das Gepäck kümmern sich bis zum Ende der Reise die Mitarbeiter von Rocky Mountaineer.

Der Bus fährt mich und viele andere Gäste zum Bahnhof des Rocky Mountaineer, der extra für diesen Zug gebaut worden ist. Der Hauptbahnhof von Vancouver ist zu klein für den extrem langen Zug und vor allem viel zu klein für die 750 Passagiere, die hier einsteigen sollen. Die große Halle wird mit Klaviermusik geflutet. In der Mitte des Raumes spielt ein älterer Herr an einem Flügel Musik aus aller Welt. Für die Gäste gibt’s Kaffee und Souvenirs. Offensichtlich eine weitere Einnahmequelle des Unternehmens, denn viele Leute stehen an den Ständen und kaufen auch später im Zug Merchandisingartikel verschiedenster Art.

Start des Rocky Mountaineer in Vancouver

Dudelsackmusik anstatt Pausengong – Boarding des Rocky Mountaineers wird musikalisch gestartet.

Die gesamte Situation vor der Abfahrt erinnert mich irgendwie an den Film „16 Uhr 50 ab Paddington“ mit Miss Marple. Vor allem, als der Moment des Einsteigens kommt. Ein Dudelsackspieler im Kilt steht an den Ausgangstüren und bläst mächtig in sein Instrument. Es heißt Abschied nehmen. Tschüss Vancouver, ich tauche ein in die Welt des Rocky Mountaineer.

Die „Königsklasse“ ist die Kategorie „GoldLeaf“

Der Zug hat drei verschiedene Kategorien, die gebucht werden können. Die RedLeaf ist ein Waggon, so wie wir ihn aus dem IC kennen. Gemütliche Sitze und fast der selbe Ausblick, den die Gäste aus dem SilverLeaf genießen können. Allerdings müssen sich die RedLeaf-Gäste selbst um ihr Gepäck kümmern. Im SilverLeaf gibt’s Panoramafenster, die fast bis an die Decke reichen. Die „Königsklasse“ ist aber die Kategorie GoldLeaf. Schon alleine wegen der Doppelstockwaggons, in denen unten der Restaurantbereich und oben die Sitze der Passagiere sind und die so den fast immer freien Blick über die Büsche seitlich der Strecke genießen können. Ich finde, ein großer Vorteil gegenüber den beiden anderen Klassen, den nicht selten führt die Strecke lange Zeit an Büschen entlang.

Während wir das weite Land sehen können, sehen die anderen Gäste Äste, Büsche, Wald. Eine Kostprobe davon bekommen wir während der Essenszeiten im Bordrestaurant. An Bord des Rocky Mountaineer gibt es Frühstück und Mittag in je zwei Gruppen. Das Essen ist vorzüglich. Dafür sorgt ein Küchenteam, das für zwei Waggons zuständig ist. Überhaupt mangelt es an Personal an Bord nicht. Für unseren Wagen sind im oberen Deck fünf Mitarbeiter zuständig, die einen mit Getränken und Snacks versorgen. Immer wieder erklären sie die „Points of Interests“, die besonders interessanten Punkte an der Strecke.

Nahe Kamloops

Nur ein Besipiel für die raumhaft schönen Landschaften auf der Strecke zwischen Vancouver und Banff.

Lachs soweit das Auge reicht

Und von den POI’s gibt es jede Menge auf dem Weg nach Banff. Der lange Zug schlängelt sich recht langsam an Flüssen und Wiesen entlang in Richtung Rocky Mountains. Was mir als passioniertem Angler gleich auffällt: Lachs, soweit das Auge reicht. Die Lachse wandern Flussaufwärts, um dort zu laichen und dann zu sterben. „In diesem Jahr war die Lachwanderung besonders intensiv“, weiß Jeff Pelletier vom Rocky Mountaineer. „Zeitweise war gar kein Wasser mehr zu sehen, so viele rote Lachsrücken leuchteten aus dem Wasser.“ Für mich von der Ostsee unvorstellbar, allerdings sehe ich vom Zug aus so viele Lachse, das ich mir das am Ende doch sehr gut vorstellen kann. Schade, dass ich meine Angel nicht im Gepäck habe. Der Fraser River ist aufgrund seiner reichen Lachsbestände in der ganzen Welt bekannt und beheimatet – inklusive seiner Nebenflüsse – mehr Lachse als alle anderen Flusssysteme der Welt. Schätzungsweise zehn Millionen Lachse kehren jährlich zum Laichen in das System des Frasers zurück.

Hells Gate Fraser River

Die schmalste Stelle im Fraser River und spektakulär: Hells Gate

Während der Rocky Mountaineer durch Fraser Valley in Richtung Kamloops fährt, passieren wir die Fraser River Swing Bridge (erbaut 1904). Diese Brücke reicht von New Westminster bis in die Stadt Surrey. Stahl, wohin das Auge reicht. Die Brücke erinnert mich irgendwie an einen liegenden Eiffelturm. Es geht weiter vorbei an Fort Langley, Fraser Valley, Harrison River Bridge und Hell’s Gate. Hier ist die engste Stelle (33,5 Meter) des Fraser River, durch die über 909.000.000 Liter Wasser pro Minute fließen. Wer Lust hat, kann sich den ganzen Spaß von oben ansehen. Schweizer haben dort eine Gondel errichtet, die 152 Meter tief in den Abgrund zur anderen Seite der Schlucht führt. Den Namen hat diese Stelle 1808 von Simon Fraser erhalten, der den Fluss lange erforscht hat.

Bruecke ueber Fraser River

Viele Brücken führen über den Fraser River.

Canyon über Fraser River

Brücke über den Fraser River

Mit dem Rocky Mountaineer vorbei am „Last Spike“

Der Rocky Mountaineer stampft immer weiter in Richtung Kamloops und wird an der nächsten historischen Stelle langsamer. Wir sind beim „Last Spike of the CN Rail“ angekommen. Hier soll der letzte Nagel der CN-Strecke am 23. Januar 1915 von der Canadian Pacific Railway in den Boden getrieben worden sein. Aus dem Zug sieht man den Nagel allerdings nicht. Der müsste nach so langer zeit eigentlich auch längst verrostet sein. Rund 40 Meilen weiter wird der Thompson River breiter und verwandelt sich in den Kamloops Lake. Wir sind am Ziel des heutigen Tages angekommen.

Einfahrt Rocky Mountaineer in Kamloops

Hier wird der Thompson River breiter und verwandelt sich in den Kamloops Lake. Wir sind am Ziel des heutigen Tages angekommen: Kamloops. (Fotos: Jörg Baldin)

In Kamloops schlagen wir unser Nachtlager auf. Die Kleinstadt diente den Secwepemc- oder Shuswap-Indianern für Jahrtausende als Handelszentrum. 1812 errichtete die Pacific Fur Company an der Stelle, an der North Thompson und South Thompson River zusammenfließen ein Pelzhandelsposten. 1821 entstand das erste Fort. Die Stadt selbst lernen wir nicht kennen, da der Bus uns direkt vor unserem Hotel rauslässt und – zumindest bei mir – der Jetlag langsam zuschlägt. Neun Stunden Zeitverschiebung sind für meinen Biorhytmus zu viel und nach einem kurzen Abendessen verschlägt es mich ins Bett. Morgen früh um 6:30 Uhr steht der Bus wieder vor der Tür und bringt uns zum Zug, der am zweiten Tag dann endlich in die Rocky Mountains eintaucht und weitere atemberaubende Ausblicke verspricht.

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung

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Snowmass – Aspen’s kleine Schwester

Snowmass ist die „kleine Schwester“ von Aspen, denn Snowmass Village liegt knapp zehn Meilen von Aspen entfernt und besteht zum großen Teil aus einigen Hotels, Privathäusern und vereinzelten kleinen Shopping-Malls. Großer Pluspunkt des Ortes: Ski out – Ski in, also Ski vor dem Hotel anziehen und los. Zu Gast an einem Ort, an dem Skifahren richtig viel Spaß macht.

Snowmass ist die „kleine Schwester“ von Aspen, denn Snowmass Village liegt knapp zehn Meilen von Aspen entfernt und besteht zum großen Teil aus einigen Hotels, Privathäusern und vereinzelten kleinen Shopping-Malls. Großer Pluspunkt des Ortes: Ski out – Ski in, also Ski vor dem Hotel anziehen und los. Zu Gast an einem Ort, an dem Skifahren richtig viel Spaß macht.

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Beste Bedingungen zum Skifahren in Snowmass, Colorado. Nur der Wind weht kräftig. (Fotos: Jörg Baldin. Titelbild: Fotolia.de/ #94226189)

Snowmass bietet für Bretterfans leichte Hänge oder Abfahrten, auf die sich nur geübte Skifahrer wagen sollten und die bis auf fast 4.000 Höhenmeter raufgehen. Da wird die Luft auf dem Berg ganz schön dünn… Für mich war es das beste Skigebiet, dass ich in der Region Aspen/Snowmass kennengelernt und besucht habe. Leere und sehr gut präparierte Pisten können die Besucher der Region erwarten.

Ich hatte das Glück, dass in der Nacht zuvor Neuschnee gefallen ist, und ich bei strahlendem Sonnenschein die Abfahrten genießen konnte. Dennoch ein Tipp für alle Besucher: Mütze und Schal nicht vergessen. Der Wind peitscht einem ziemlich stark an den Bergspitzen um die Ohren. Was dann folgte, war ein Skitag, der nicht mehr zu toppen ist: Pulverschnee, Sonnenschein und vollkommen leere Pisten. Genial.

Nach dem erfolgreichen Tag auf der Piste kann ich als Après Ski-Bar die „Ranger Bar“ vor dem Hotel „The Westin“ empfehlen. Hier gibt es belgisches Bier und gemütliches Ambiente. Für mich die beste Bar in Snowmass, in der es zudem auch das leckerste Bier gibt.

Tipp
Erwähnenswert ist auch die Region „Elk Camp“ und die dortigen Aktivitäten. Regelmäßig findet dort am Freitagabend eine Veranstaltung statt, bei der Livemusik, eine Feuershow und ganz viel Aktivitäten für Kinder angeboten werden.

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung!

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Art-déco-Mekka Miami: Feel the Sunshine

Wer in Miami Beach durch die Straßen schlendert, fühlt sich wie einer der obercoolen Rauschgiftfahndern Sonny Crocket und Ricardo Tubbs. In der Kultserie Miami Vice rasten die beiden Glamour-Boys mit ihren Luxusschlitten durch die Straßen Miamis oder preschten mit schnellen Jachten durch die Biscayne Bay – im Hintergrund immer die bonbonbunte Art-déco-Kulisse von Miami Beach. Die beiden smarten Jungs in ihren pastellfarbenen Sakkos und Lederslippern jagen zwar schon lange keine knallharten Gangster mehr, doch der lässig-coole Lebensstil à la Miami Vice ist immer noch präsent.

Wer in Miami Beach durch die Straßen schlendert, fühlt sich wie einer der obercoolen Rauschgiftfahndern Sonny Crocket und Ricardo Tubbs. In der Kultserie Miami Vice rasten die beiden Glamour-Boys mit ihren Luxusschlitten durch die Straßen Miamis oder preschten mit schnellen Jachten durch die Biscayne Bay – im Hintergrund immer die bonbonbunte Art-déco-Kulisse von Miami Beach. Die beiden smarten Jungs in ihren pastellfarbenen Sakkos und Lederslippern jagen zwar schon lange keine knallharten Gangster mehr, doch der lässig-coole Lebensstil à la Miami Vice ist immer noch präsent.

Vor allem ist Miami Beach in den USA nach wie vor das Mekka für Art-déco-Fans, die aus aller Welt kommen, um einmal im Leben den berühmten Ocean Drive mit seinen reliefverzierten Häusern in Erdbeerrot, Mintgrün und Sonnengelb entlangzubummeln.

Miami Beach ist Mekka für Art-déco-Fans

Wer dieses Baudesign der 1930er-Jahre liebt, sollte es sich nicht nehmen lassen, in einem stilechten Haus zu nächtigen. Ein Schmuckstück ist das Como Metropolitan Miami Beach Hotel in einem Gebäude von Albert Anis, der als einer der führenden Art-déco-Architekten Miamis gilt. Mit tropischen Farben und fröhlicher Ornamentik verlieh er dem ursprünglich aus Frankreich stammenden Art-déco eine exotische Note. Im Como-Hotel an der Collins Avenue, das 2014 komplett renoviert wurde, sind viele liebenswerte Details aus den 1930er-Jahren wie der Terrazzo-Boden und die mit Glaskugeln verzierten Galeriegeländer erhalten geblieben. Aufgefrischt wurde das immerhin schon fast 100 Jahre alte Art-déco-Design durch moderne Stilelemente, ausgefeilte Technik und charmante Details – eine reizvolle Mischung für einen stilvollen Aufenthalt.

Miami Beach - Jutta Lemcke - DSCF3349_korr

Alle Fotos by Jutta Lemcke

Wer sich in das lässige, unprätentiöse Beachlife-Design des Como-Hotels verliebt hat, wird auch gerne an den Ocean Drive fahren, um diese Vorzeigestraße des Art-déco zu erkunden. Hier reiht sich ein bonbonbuntes Haus an das nächste, es locken Hotels, angesagte Restaurants und stylische Bars. Oldtimer cruisen mit offenem Verdeck durch die Gassen und selbstverliebte Schönheiten zeigen ihre modellierten Bodys in schrillen Outfits. Mit einem Cocktail in der Hand genießen die Müßiggänger die Sonne und lassen den Tag an sich vorbeiziehen. Entlang der Strandpromenade finden sich eingezäunte Plätze mit Reckstangen und allerlei anderem Gerät – nicht etwa für Kinder zum Spielen, sondern für Bodybuilder, die dort versuchen, ihre sowieso ideal geformten Körper noch weiter zu perfektionieren.

Hier werden Muskeln trainiert, von denen der Normalsterbliche noch nicht einmal weiß, dass sie existieren. Zuschauer sind übrigens durchaus willkommen, schließlich geht es in Miami Beach vor allem ums eins: Sehen und Gesehen werden. Doch keine Bange, selbst wer selber lange kein Fitnessstudio mehr von innen gesehen hat, wird wie selbstverständlich in diese lässige Gemeinde aufgenommen und kann am Strand oder am Ocean Drive den easy way of life genießen.

Sahnestücke des Art-déco zwischen 5th und 14th Street

Die Sahnestücke des Art-déco finden sich zwischen 5th und 14th Street. Wie wäre es also mit einem Eistee vor dem Colony Hotel oder einem Snack im News Café, das als Stammkneipe der Berühmtheiten gilt und deshalb regelmäßig von Touristen auf Promisuche aufgesucht wird? Kubanisches Flair bieten das Larios on the Beach oder das Mango’s Tropical Café. Der Vorteil: Alles liegt dicht beisammen, so dass beim Bummeln jede Menge Zeit bleibt, um eine Pause einzulegen und dem Treiben zuzuschauen. Wer genug hat, schlendert hinüber zum Lummus Park oder gleich an den Strand mit den originellen quietschbunten Life-Guard-Hütten und lässt sich das herrlich warme Golfstromwasser um die Füße plätschern. Ein toller Tipp für alle Fußmüden: Miami Beach lässt sich wunderbar mit dem Fahrrad erkunden. Überall finden sich City-Bike-Stationen, an denen per Kreditkarte Zweiräder ausgeliehen werden können. Die Rückgabe ist ganz unkompliziert an irgendeiner anderen Station ganz nach Lust und Laune möglich – das garantiert volle Flexibilität und ermöglicht eine sehr entspannte Art, auf Entdeckungstour zu gehen. Wer architektonisch tiefer eintauchen und mehr über die Art-déco-Fassaden erfahren möchte, kann eine der 90-minütigen Führungen buchen, die vom Art Deco District Welcome Center organisiert werden. Oder er leiht sich dort einen Audioguide und macht sich auf eigene Faust auf einen Streifzug zu den circa 800 Art-déco-Gebäuden in South Beach.

Vergnügungssüchtige aus Miami stürzen sich ins Nachtleben

Am Abend wandelt sich das Bild in South Beach. Dann kommen Vergnügungssüchtige über die Bucht aus Downtown Miami und stürzen sich ins Nachtleben, das hier bunt, schrill und auch ein wenig snobby ist. Viele starten mit einem Cocktail auf einer Rooftop-Bar in die Nacht. Eine der beliebtesten ist die C-Level Rooftop-Bar direkt am Ocean Drive auf dem Dach des Hotels The Clevelander. Ebenfalls eine Top-Adresse ist The 1 Rooftop in der 18. Etage des 1 Hotel. Hier warten ein Wahnsinnsblick, leckere Cocktails und einer der schönsten Pools in Miami. Als Dresscode für die Rooftop-Bars gilt übrigens „Miami-chic“ – das bedeutet, dass man mit lässig-schicker Kleidung goldrichtig liegt – easy way of living also auch in puncto Styling.

Weitere Informationen zur Reise nach Miami Beach

Übernachten: Como Metropolitan Miami Beach, 2445 Collins Ave, Miami Beach, Florida. Stilvolles Art-déco-Haus mit 74 Zimmern, direkt am Strand und zentral zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gelegen.

Art déco: Erste Anlaufstelle ist das Art Deco Welcome Center direkt am Ocean Drive, 1001 Ocean Drive, Miami Beach, Florida

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung

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Christmas-Shopping in New York

New York macht süchtig, genauer gesagt sehnsüchtig. Egal, wie oft man in die Stadt am Hudson und East River reist, „hier gibt es immer etwas Neues zu entdecken“, wie eingefleischte New York-Fans von der City schwärmen. Nach 18 Jahren Abstinenz habe auch ich bei einem vorweihnachtlichen Besuch meine Liebe zur Stadt, die niemals schläft, neu entdeckt. Der Beamte bei der Einreisekontrolle am JFK-Airport ist freundlich, und die Kontrolle geht zügig voran. Jetzt kann das Abenteuer New York beginnen.

New York macht süchtig, genauer gesagt sehnsüchtig. Egal, wie oft man in die Stadt am Hudson und East River reist, „hier gibt es immer etwas Neues zu entdecken“, wie eingefleischte New York-Fans von der City schwärmen. Nach 18 Jahren Abstinenz habe auch ich bei einem vorweihnachtlichen Besuch meine Liebe zur Stadt, die niemals schläft, neu entdeckt. Der Beamte bei der Einreisekontrolle am JFK-Airport ist freundlich, und die Kontrolle geht zügig voran. Jetzt kann das Abenteuer Christmas-Shopping in New York beginnen.

In 45 Minuten um die Welt

Seit Ende des 19. Jahrhunderts der Fahrstuhl erfunden wurde, ist New York mit dem Bau der Wolkenkratzer in die Höhe geschossen. Manhattan (der kleinste der fünf New Yorker Stadtteile), ist von einer unglaublichen Dichte. In den Häuserschluchten gibt es wenig Sonne, das Leben findet in den Geschäften, den Jazzclubs und Theatern sowie auf der Straße statt. Was nicht verwundert, kostet ein 40-Quadratmeter- Apartment doch über 3000 Dollar Miete im Monat.  In 45 Minuten reist man mit der Subway „rund um die Welt“: vom Times Square bis nach Chinatown. Kaum sonst irgendwo erlebt man so viele unterschiedliche Kulturen auf engstem Raum. Egal ob Harlem, Little Italy und Chinatown (besser wäre Asiatown, denn heute leben dort Menschen aus ganz Asien), jedes Viertel hat seine ganz eigene Atmosphäre.

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Christmas-Shopping in New York. (Fotos: Liane Ehlers)

Die längste Straße ist der Broadway. Mit 25 Kilometern ist sie die   älteste und gleichzeitig längste Nord-Süd-Durchquerung. Die Orientierung in der Stadt fällt leicht, denn die Straßen sind wie ein Schachbrettmuster angelegt. Ein zentraler Punkt ist der Times Square. Das Glitzerdreieck nördlich der Kreuzung von Broadway, 7th Avenue/ 42nd Street ist weltberühmt und bekannt für seine Leuchtreklamen, die die Nacht zum Tag machen. Viele der Geschäfte am Times Square haben bis Mitternacht geöffnet.

Grüne Lungen im Betondschungel

Die zahlreichen Parks der City, besonders der große Central Park entlang der Luxus-Meile Fifth Avenue, sind die grünen Lungen im Betondschungel. Am Wochenende sind dort die Straßen für Autos gesperrt.   Jogger, Radfahrer, Fahrrad-Rikschas und Pferdekutschen drehen dann  ihre Runden.  An der Central Park West/72nd Street  liegt das exklusive Dakota-Building, von dort  hat man einen atemberaubenden Blick auf den Park. Hier steht zurzeit für 26 Millionen Dollar das Luxus-Apartment der kürzlich verstorbenen Hollywood-Legende Lauren Bacall zum Verkauf. Im Park befindet sich die Gedenkstätte „Strawberry Fields“, die Yoko Ono nach John Lennons Tod gestaltet hat.

Donald’s Welt

Weiter südlich, auf der Ostseite an der 5th Ave, steht der Trump Tower. Vor der Eingangstür tun schwer bewaffnete Polizisten ihren Dienst. Im Untergeschoss gibt es ein Bistro und Geschäfte mit allen möglichen Trump-Souvenirs sowie die schicksten Toiletten von Manhattan. Sie sind öffentlich und kostenlos, denn so kann ihr  Besitzer sie von der Steuer absetzen.

Highlights ohne High Heels

Highheels sollte Frau fürs Christmas-Shopping in New York  besser zuhause lassen. In der Stadt, die niemals schläft, sind Turnschuhe die bessere Wahl, um zu Fuß von einem Geschäft zum anderen, von einer  Attraktion zur nächsten  zu gelangen. Und davon besitzt New York unzählige: American Museum of Natural History, das Metropolitan Museum of Art, Empire State Building, Top of the Rock,  Guggenheim Museum, Statue of Liberty & Ellis Island, und das 9/11 Memorial & Museum, um nur einige zu nennen. Am besten und schnellsten entdeckt man sechs der Top-Sehenswürdigkeiten mit dem New York CityPASS. Hier kann man bis zu 42 Prozent gegenüber den regulären Eintrittspreisen sparen, und vor allem muss man nicht an den Kassen endlos Schlange stehen.

Exklusive Bahnhöfe

Auf der To-do-Liste sollte auch Lower Manhattan stehen. Vom neuen One World Trade Center („Freedom Tower“, 541 m) mit seiner Aussichtsplattform hat man einen tollen Rundblick über die Stadt. Ebenfalls einen Besuch wert ist der daneben liegende Jahrhundertbahnhof „The Oculus“ vom spanischen Architekten Santiago Calatrava – mit fast vier Milliarden Dollar Baukosten ist er einer der teuersten der Welt. Sein weißes Gerüst aus Stahl und Glas mit den beiden weit auseinander liegenden, flügelähnlichen Dächern scheint sich wie ein Phönix aus der Asche zu erheben. Auf den unteren Ebenen liegen die Bahnsteige verschiedener U-Bahn-Linien und 35.000 Quadratmeter Verkaufsfläche. Die Besichtigung kostet ebenso wenig wie die des Grand Central Terminals (von 1871) mit seinen zehn Kronleuchtern, der zahlreiche Kostbarkeiten beherbergt. Dank Jackie Kennedy wurde er vor zwei Jahrzehnten vor dem Abriss bewahrt und renoviert.

Souvenirs mit Kultstatus

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New York hat seinen ganz eigenen, faszinierenden Rhythmus. Es kann extrem teuer sein, muss aber nicht. Outlet-Center wie das 21 Centuries am Ground Zero oder die großen Outlets vor den Toren der Stadt machen’s möglich. Menschen mit  kleinerem Geldbeutel können Designermode zu erschwinglichen Preisen auch in den zahlreichen kleinen Geschäften in SoHo erstehen. Ein Blick lohnt  auch in die Shops vom Museum of Modern Art (MoMA), dem Guggenheim-Museum oder der Metropolitan-Opera. Hier findet Frau zu zivilen Preisen attraktive Geschenke für Daheimgebliebene.

Weihnachtsbeleuchtung am Saks

Abends strömen die Besucher in die Musical-Theater in Jeans und Turnschuhen. In den Händen halten sie Einkaufstüten vom Nobel-Kaufhaus Saks gegenüber dem Rockefeller Center, wo sich die Menschen wegen der Weihnachts-Deko an den Schaufenstern die Nasen platt drücken,  oder vom Kaufhaus Macy‘s , 7th Ave. Andere tragen Designertüten von Viktoria Secret, Armani, Tommy Hilfiger und Co. Die 45 Musiktheater entlang des Broadways sind Abend für Abend gut besucht, einige gar auf Monate ausverkauft, wie das angesagte „Hamilton“ am Times Square.

Dinner in der Keksfabrik

Christmas-Shopping in New York - Liane Ehlers - 26NY-2

Wer dann noch den Black Friday nach Thanks Giving Ende November nutzt, kehrt vielleicht stolz wie Carrie Bradshaw in der TV-Erfolgsserie  „Sex and the City“ in sein Hotel zurück, nachdem er zuvor in einer der angesagtesten Gegenden im Meatpacking District (frühere Schlachthöfe) oder im  Chelsea Market (ehemalige Keksfabfik) nahe Ground Zero gut gespeist hat.

New York bedeutet Veränderung: Die Ausstellungen in den Museen auf der „Museumsmeile“ – ein Teil der Fifth Avenue beim Central Park – wechseln monatlich, und irgendwo entsteht trotz engster  Bebauung immer wieder ein neuer Wolkenkratzer, wie z.B. das „RIU Plaza New York Times Square“ im Herzen Manhattans, das vor gut einem Jahr eröffnet hat. Weil das  Stadthotel mit 647 modernen Zimmern gut gebucht ist, baut die spanische Hotelkette jetzt das zweite Hotel am Times Square.

Die Touristendichte nimmt ständig zu, über 60 Millionen waren es im vergangenen Jahr. Kein Wunder, dass die Stadt niemals schläft! Nur morgens, wenn die Sonne aufgeht und die Skyline in ein goldenes Licht taucht, dann hat man am an den Brooklyn-Hights neben der bekannten Brookly-Bridge für einen kurzen Augenblick das Gefühl „diese Stadt gehört mir allein“.

Reise-Informationen zum Christmas-Shopping in New York

Anreise: Direktflüge (ca. 9 Stunden) gibt es ab Frankfurt bei verschiedenen Airlines.

Hoteltipp: Das 4* RIU Plaza Hotel Times Square liegt zentral zwischen Times Square und der 5th Avenue. Eine Übernachtung ist ab 67,50 Euro pro Person im Doppelzimmer buchbar. Infos: www.riu.com

New York CityPASS: Hier kann man sechs Top-Sehenswürdigkeiten ansehen und  spart bis zu 42 Prozent gegenüber den regulären Eintrittspreisen. Vor allem muss man nicht an den Kassen endlos Schlange stehen. 107,78 Dollar Erw., 86,58 für Kinder ab 7 Jahren. https://de.citypass.com/new-york

Infos zu Musicals: Alles über Musicals und Tickets gibt es unter www.broadwaycollection.com

Reiseführer: Mehr Infos im Reiseführer „New York“ mit Karte, 120 S., Sebastian Moll, Dumont, 11,99 Euro.

Mehr Infos unter: www.nycgo.com

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung

 

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Pulverschnee und Après Ski auf 3.417 m Höhe

Aspen – wohl kaum ein anderer Ort auf der Welt wird mit Prominenten, Schnee, Sonne, Skifahren und viel Geld in Verbindung gebracht, wie das kleine Städtchen in Colorado (USA). Aspen ist der reichste Ort der Vereinigten Staaten und zählt gleichzeitig zu den reichsten Städten der Welt. Kein Wunder also, dass sich hier die wichtigsten und reichsten Menschen versammeln.

Aspen – wohl kaum ein anderer Ort auf der Welt wird mit Prominenten, Schnee, Sonne, Skifahren in den USA und viel Geld in Verbindung gebracht, wie das kleine Städtchen in Colorado (USA). Aspen ist der reichste Ort der Vereinigten Staaten und zählt gleichzeitig zu den reichsten Städten der Welt. Kein Wunder also, dass sich hier die wichtigsten und reichsten Menschen versammeln.

skifahren in den usa

Für alle Skifahrer in Aspen ein heißer Tipp: Die Hütte „Cloud 9“. (Fotos: Jörg Baldin)

Ein Haus in Aspen kostet im Schnitt 1,5 Mio. US$

1879 wurde in der Gegend um Aspen Silber entdeckt und damit der Grundstein für die heutige Region gelegt. Die Ureinwohner waren die Yuta, vielen bekannt als bunte Indianer aus den meisten Karl-May-Filmen. Nachdem ein Vertrag mit dem Stamm den Besitz geregelt hatte, konnte die Bahnlinie bis nach Aspen erweitert werden und somit der Silberabbau starten.

Der Durchschnittspreis eines Hauses in Aspen liegt bei 1,5 Millionen US$. Daher gibt es innerhalb des Ortes auch eine interessante Redewendung: „Entweder man lebt in Aspen und hat drei Häuser oder man hat drei Jobs.“ Teuer ist es hier überall. Wer hier Skilaufen geht, kann aber durchaus auf bekannte Hollywoodstars oder Musiker treffen, die hier Häuser besitzen und sich gerne mal im Café unters Volk mischen, wie zum Beispiel Jack Nicholsen oder Kevin Costner.

Zwei Skigebiete bis 3.417m Höhe

In Aspen gibt es zwei Skigebiete, die schnell erreichbar sind: Aspen Highlands und Aspen Mountain. Letzterer ist der Berg, an dem die Prominenz unterwegs ist und der vor allem für anspruchsvolle Skifahrer geeignet ist. Wer hier unterwegs ist, der bekommt ein atemberaubendes Panorama auf die Rocky Mountains. Die Gondel startet mitten im Ort und befördert einen auf 3.417 m Höhe. Da wird die Luft schon mal dünn, wenn man schwer bepackt durch den Schnee sprintet.

Die Qualität der Pisten ist mit europäischen Verhältnissen überhaupt nicht zu vergleichen. Die breiten Schneisen sind perfekt präpariert und Skifahrer können die Bretter oder das Snowboard im Tiefschnee oder auf bearbeiteten Pisten lange laufen lassen. Hier gibt es einfach kaum andere störende Skifahrer, die einem im Weg stehen. Teilweise fährt man fast alleine auf der Piste, und das selbst in der Hochsaison. Ein Schlaraffenland für Skifahrer…

„Wir haben über 320 Sonnentage im Jahr“, sagt erzählt Skiguide Steve bei der Begrüßung. Sonne und Pulverschnee, so was gibt’s in Europa seltener. In Aspen fast immer. Der Grund ist die geringe Luftfeuchtigkeit, die den Schnee sehr trocken werden lässt. Selbst für ungeübte Skifahrer ist es dort fast kein Problem, im Tiefschnee zu fahren. Und so ist es vor allem für die Frühaufesteher ein traumhaftes Erlebnis, morgens als Allererster überhaupt aus der Gondel zu steigen und durch die unberührte, mit Pulverschnee bedeckte Natur, zu fahren.

Après Ski a lá Aspen mit Champagner

Auch Après Ski gibt es in Aspen. Zwar tönen keine „Nackte Friseusen“ aus den Lautsprechern, wie in den Alpen und es gibt auch keine Polonäse durch das Lokal, dafür fließt hier – wie sollte es anders sein – reichlich Champagner durch die Kehlen der meistens gut gekleideten und betuchten Skifahrer. Wer Lust hat, springt in einen der vielen Hot Tubs, natürlich in Badekleidung und nicht im „European Style“ nackt…

Absolut erwähnenswert ist eine kleine Hütte in den Aspen Highlands. Sie heißt „Cloud 9“ und ist eine alte Unterkunft der Mountain Patrol, die bereits vor vielen Jahren in eine alpine Hütte mit Restaurant umgebaut worden ist. Wer hier essen will, sollte unbedingt einen Tisch reservieren und die Kreditkarte nicht vergessen. Spezialitäten sind Käsefondue oder Raclette. Das Essen ist sehr lecker und gegen 15 Uhr kann schon mal die Restaurantatmosphäre den Klängen lauter Musik aus den Lautsprechern weichen. Wenn dann alle Hemmungen fallen, kommt es regelmäßig vor, dass die Gäste auf den Tischen in Skischuhen tanzen. Wie locker bei vielen hier der Geldbeutel sitzt, zeigt ein Blick auf die Speisekarte: Eine Flasche Champagner kostet hier 625 US$. Kein Wunder, dass eine 8-köpfige Gruppe in diesem Jahr während eines Mittagessen rund 12.000$ auf den Kopf gehauen hat, wie uns unser Guide erzählt. Ach, wenn Geld keine Rolle spielt…

Weitere Reiseinformationen zum Skifahren in den USA

Tipp für eine Unterkunft

Empfehlenswert ist das Hotel Limelight in Aspen. Es hat eine ganz spezielle Atmosphäre, liegt mitten in der Stadt und verfügt über schöne Zimmer, die mit Kamin, Kaffeemaschine, großem Bad und einem riesigen Bett ausgestattet sind.

Einreise in die USA

Die Einreise in die USA erfordert Geduld und wer nach Aspen reisen möchte, sollte vorher einige Dinge bachten. Deutsche benötigen kein Visum, wenn sie als Tourist für maximal 90 Tage in den USA bleiben wollen. Benötigt wird ein elektronischer Reisepass, auf dem alle biometrischen Daten gespeichert sind. Der Pass muss zwingend bis zum Ende der gesamten Reise gültig sein. Vorläufige Reisepässe oder Kinderreisepässe sind nur mit einem Visum gültig.

Neben dem gültigen Reisepass ist eine elektronische Einreiseerlaubnis für USA-Reisende Pflicht. Der Esta Antrag muss mindestens 72 Stunden vor der Abreise gestellt werden. Für zwei Jahre bleibt die ESTA für jede USA-Reise gültig – allerdings nur, wenn der Reisepass in der Zwischenzeit nicht abläuft.

Hinweis: Kooperationsartikel

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Gletscher in Alaska – Der Unendlichkeit so nah

Weiß, Blau, Schwarz. Fast unheimlich, aber erregend schön. Irgendwie kann man sich an den Farben dieser faszinierenden Eiswelt aus längst vergangenen Zeiten nicht sattsehen. Doch zum Meditieren ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt. Zum Gletscherwandern in Alaska heißt es zunächst, die Spikes über die Bergschuhe zu streifen, Helme auf, Gurte sichern und den spitzen Wanderstab zur Hand. In den nächsten Stunden geht es bergauf und bergab, auch durch Höhlen und über Spalten. Kein Schritt ist eben und Trittsicherheit ist am Ausläufer des Spencer Glaciers ein absolutes Muss.

Weiß, Blau, Schwarz. Fast unheimlich, aber erregend schön. Irgendwie kann man sich an den Farben dieser faszinierenden Eiswelt aus längst vergangenen Zeiten nicht sattsehen. Doch zum Meditieren ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt. Zum Gletscherwandern in Alaska heißt es zunächst, die Spikes über die Bergschuhe zu streifen, Helme auf, Gurte sichern und den spitzen Wanderstab zur Hand. In den nächsten Stunden geht es bergauf und bergab, auch durch Höhlen und über Spalten. Kein Schritt ist eben und Trittsicherheit ist am Ausläufer des Spencer Glaciers ein absolutes Muss.

Gletscherwandern in Alaska 2017 - Brigitte Geiselhart-

(Fotos: Brigitte Geiselhart)

„Wenn kein Wind ist, regnet es in Strömen“

Es hat satte 16 Grad. Vergleichsweise mild und fast ideales Frühsommerwetter im südlichen Alaska. Aber der Wind bläst stark. „Wind ist gut“, sagt Sage. „Denn wenn es keinen Wind gibt, regnet es in Strömen – und dann wird es richtig unangenehm.“ Die junge Frau ist ein Profi in Sachen Gletscherwanderung. Ihr Alltag ist es, als Guide zusammen mit ihrem Kollegen Jeff kleine Gruppen abenteuerbereiter Urlauber zu führen – heute zwei Amerikaner, ein Pärchen aus Australien und zwei Frauen aus Deutschland. „Glaubt mir, ich begehe diese Wanderung fast täglich, aber sie ist immer wieder anders“, erklärt Sage. „Alles ist in Bewegung.  Heute sieht man einen kaum wahrnehmbaren Riss im Eis, der morgen schon eine richtige Spalte sein kann. Die verschiedenen Schichten des Gletschers reiben aneinander, Schmelzwasser dringt ein, kann wieder gefrieren und sich ausdehnen. Für Überraschungen ist hier immer gesorgt.“

Gletscherwandern in Alaska startet mit einem Kajak

Weil keine Straße zum Spencer Glacier führt, hat der Tag mit einer Fahrt in der Alaska Railway begonnen. Der „Glacier Discovery Train“ führt von Anchorage nach Spencer Lake Whistle Stop. An der Endstation angekommen, geht es per Kleinbus weiter zum Camp. Wasserdichte Jacke und Hose aufnehmen, Schwimmweste und Neopren-Handschuhe anziehen und rein geht’s ins Zweier-Kajak – nicht ohne gründliche Einweisung. Bis zum Fuß des Gletschers müssen knappe eineinhalb Meilen auf dem Spencer Lake überwunden werden. Kein schlechtes Aufwärmtraining bei Wassertemperaturen von rund zwei Grad Celsius. Und strenger Gegenwind mit entsprechend hohen Wellen! Also Strömung und vor allem Eisberge beachten und sie geschickt umpaddeln. Nach einer guten Dreiviertelstunde ist das eigentliche Ziel erreicht, Kleidung und Ausrüstung müssen wiederum gewechselt werden.

Gletscher schmilzt 70 Meter pro Jahr

Gehen mit spitzen Eisenhaken an den Füßen will gelernt sein. Stampfen ist angesagt, das jeweilige Bein kräftig heben, sonst verhakt man mit den nach vorne abstehenden Spitzen. „Fest eintreten. Aber die Spitzen bitte nicht ins eigene Bein treten. Ein dummer Unfall ist schnell passiert“, ermahnt Sage. Sie geht voraus und prüft immer wieder, ob sich unter dünnen Eisschichten eine Höhle gebildet haben könnte, und ob eventuell Einsturzgefahr droht. Dass vor 20 000 Jahren der Gletscher das komplette Tal im Chugach Nationalpark ausfüllte, davon wird erzählt und davon, dass sich auch hier in Zeiten des Klimawandels vieles ändert. „Wie 99 Prozent aller insgesamt 100 000 Gletscher in Alaska, zieht sich auch der Spencer Glacier zurück – fast 70 Meter pro Jahr“, sagt Sage betrübt und lässt in den Gesichtern ihrer Zuhörer Betroffenheit zurück.

Risse, Brüche, Spalten

Szenenwechsel: Risse, Brüche, Spalten. Die Guides kennen die gefährlichen Stellen. „Wer will, darf springen – die anderen gehen außen herum“, ermuntert Jeff, als es darum geht, eine etwa ein Meter breite Gletscherspalte mit einer Tiefe von ebenfalls einem Meter zu überwinden. Dann wieder die Konfrontation mit den unterschiedlichen Farben. Gefrorenes Wasser wirke wie ein schwacher Farbfilter. Eisbergkolosse mit wenigen Luftbläschen schimmerten blau, weil rotes, orangenes, gelbes und grünes Licht im Innern der Eisberge von den chemischen Bindungen im Kristallgitter des Wassereises geschluckt würde, erklärt Gletscherexpertin Sage und spricht von „selektiver Absorption“. Deshalb seien zum Beispiel auch in Spalten und Höhlen die Gletschereiswände oft tiefblau gefärbt. „Auch beim Schwarzeis spielen die weitgehend fehlenden Luftblasen eine große Rolle. Es erscheint in der Farbe seines Untergrundes, der aus dunklen Gewässerböden besteht“, ergänzt Jeff.

Irgendwo tut sich immer wieder eine Eishöhle auf

Die Stunden gehen schnell vorbei. Wieder und wieder tut sich eine unerwartete Eishöhle auf, die es – bei aller Vorsicht – sofort zu erkunden gilt. Wo ist der Weg sicher? Sage und Jeff sind mit ihren Eispickeln damit beschäftigt, jedes Risiko so gut es geht, auszuschließen. Gerade das transparente Schwarzeis erweist sich in der Praxis des Gletscherwanderns als spiegelglatt mit steinharter Oberfläche. Jeder Schritt will überlegt sein und die Entscheidung fällt leicht, in die Stapfen des Vordermannes zu treten. „Nicht überholen oder seitlich ausscheren.“ Eine Anweisung, der man gerne Folge leistet. Bergab empfiehlt Jeff den „Cowboy-Gang“. Breitbeinig geht also in diesem Fall vor „Ladylike“. Es geht durch Spalten, durch die man sich mühselig zwängen muss und die sich manchmal als Sackgasse erweisen. Kleine Becken mit Schmelzwasser schreien förmlich danach, die Trinkwasserflasche wieder aufzufüllen. Köstlich! Besser hat klares Wasser wohl noch nie geschmeckt.

Am Abend ist ein Bier fällig

Am Ende des Tages steht fest, dass das Erlebte erst einmal verarbeitet werden muss. Der Rückenwind bei der Rückfahrt auf dem Kajak tut gut – auch wenn er das Umschiffen der Eisberge nicht unbedingt einfacher macht. Auch die Euphorie des Augenblicks trägt. Entspannung und großer Gesprächsbedarf unter den Beteiligten dann im Glacier Discovery Train. Es geht zurück nach Anchorage. Ein Bier ist heute Abend fällig. Mindestens. Und morgen geht’s mit dem Wasserflugzeug in Richtung Norden. Bären in freier Wildbahn beobachten. Und Elche.

Infos zu Alaska

Alaska – eine fast unberührte Natur für Einsamkeit suchende, abenteuerlustige und aktive Menschen. Ein Land, das fünfmal so groß ist wie Deutschland, allerdings nur rund 680 000 Einwohner zählt. Anchorage ist zwar nicht die Hauptstadt (das ist Juneau), aber sie ist mit rund 300 000 Einwohnern die größte Stadt Alaskas und, wenn man so will, die einzige echte Metropole – und ist Ausgangspunkt für zahlreiche kleine und große Abenteuer. Gleich neben dem International Airport liegt der größte Wasserflughafen der Welt. Die Wildnis beginnt hinter der Stadt. Eine Reise mit dem Zug von Süd nach Nord mit Start in Seward erlaubt Blicke auf Bär & Co. Urlauber finden zahlreiche Zimmer in ruhig gelegenen Lodges, in Hotels und Motels sowie in Bed & Breakfast-Unterkünften.

Anreise: Mehrmals wöchentlich mit Condor im Direktflug von Frankfurt nach Anchorage. Iceland Air fliegt via Island nach Anchorage.

Einreise: Deutsche benötigen zur visafreien Einreise einen gültigen Reisepass und eine vor Reiseantritt bewilligte ESTA-Genehmigung.

Weitere Infos: Visit Anchorage, Anchorage, AK 99501-2212, Tel. 001-907-257-2310, www.anchorage.net.

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Da würde Captain Cook aber staunen

Typisch deutsch? Vielleicht. Das Bauernomelette hat jedenfalls nie besser geschmeckt. Und die Hefeschnecke zum Nachtisch. Nicht zu süß, nicht zu klebrig. Einfach lecker. „Mit echter Butter und frischen Eiern“, erzählt Stefanie Wierer-Flynn. „Sie wird täglich mit viel Liebe hergestellt. Natürlich alles in Handarbeit.“ Keine Frage, das Essen ist klasse. Aber das ist sicher nicht der einzige Grund, warum man sich im legendären „Bake Shop“ in Girdwood wie zuhause fühlt. Girdwood wo?

Typisch deutsch? Vielleicht. Das Bauernomelette hat jedenfalls nie besser geschmeckt. Und die Hefeschnecke zum Nachtisch. Nicht zu süß, nicht zu klebrig. Einfach lecker. „Mit echter Butter und frischen Eiern“, erzählt Stefanie Wierer-Flynn. „Sie wird täglich mit viel Liebe hergestellt. Natürlich alles in Handarbeit.“ Keine Frage, das Essen ist klasse. Aber das ist sicher nicht der einzige Grund, warum man sich im legendären „Bake Shop“ in Girdwood wie zuhause fühlt. Girdwood wo?

Alaska. Etwa 60 Kilometer südöstlich von Anchorage. Anfang Juni 2017. Klare Sicht bei Außentemperaturen von knappen 16 Grad. Wer von der Hauptstadt kommend hier rausfährt, hat sich auf kurzer Strecke die Pazifikluft um die Nase wehen lassen und viele Naturschönheiten gesehen: Das Rainbow, Indian und Bird Valley, hat in der Regel auch schon die ersten Beluga-Wale gesichtet. Das kleine Städtchen Girdwood am Fuße des Mount Alyeska ist so etwas wie der Lieblings-Spielplatz von Einheimischen und Touristen – im Sommer wie im Winter. Hier ist das einzige echte Skigebiet Alaskas und bis Anfang Oktober kann bei vergleichsweise milden Temperaturen auch ausgiebig Sommersport betrieben werden. Im Winterhalbjahr ist hier eine Schneehöhe von zehn Metern und mehr keine Seltenheit und im in der warmen Jahreszeit wird das Wasser am Turnagain Arm im Cook Inlet des Golf von Alaska kaum wärmer als fünf Grad. Aber Bewegung gibt’s rund um Girdwood immer, dafür sorgt schon der mit zehn Metern größte Tiedenhub der Welt. Und im Gezeitenspiel finden sportlich ambitionierte, in wetterfeste Neoprenanzüge gewandete Surfer ihr ganz spezielles Paradies. Davon konnte der gute James Cook natürlich noch nichts ahnen, als er im Jahr 1778 auf der Suche nach der Nordwestpassage als erster Europäer in die Bucht segelte – und mit seinem wütenden Kommando „Turn again“ seinen Steuermann anfauchte und somit zum Namensgeber von Bucht und Seitenarm wurde.

Alaska Girdwood

Von Imhof darf sich als Mister Alyeska fühlen

Viele haben mittlerweile den ganz speziellen Reiz dieser unvergleichlichen Umgebung erkannt. Auch Chris von Imhof. Er stammt aus einer Hoteliers-Familie, die in Garmisch beheimatet ist. Mit ihm und seiner Frau Brigitte Baumann-von Imhof in ihrem mit viel bayerischem Flair ausgestatten Haus zu plaudern und einen Grillabend zu verbringen, heißt viel zu erfahren vom Jetset, der sich in Girdwood schon vor vielen Jahren getummelt hat, aber auch von der eigenen bewegten und schillernden Vergangenheit des heute 77-Jährigen. Mit Fug und Recht darf sich von Imhof als Mister Alyeska fühlen. Schon mit 19 Jahren wanderte er nach Kalifornien aus, stieg bei Alaskan Airlines ein, wurde schließlich zum General Manager des damals noch in den Kinderschuhen steckenden Ski-Resorts Alyeska und heiratete eine „Miss Alaska“. Von Imhof ließ die Puppen im wahrsten Sinne des Wortes tanzen und zeigte den Nordamerikanern, was es mit alpenländischen Après Ski so alles auf sich haben kann. Der Aufstieg des Skigebiets war magisch und wäre fast mit den Olympischen Spielen belohnt worden. 1994 zog man gegen Lillehammer mit nur einer Stimme den Kürzeren. Münchner Weißbier gibt’s auch heute noch reichlich in Girdwood. Die Straßen heißen Davos Drive, Arlberg Avenue oder Innsbruck Road und auf der Piste gibt es standesgemäß einen Imhof Drive. Seine wilden Zeiten hat Chris von Imhof hinter sich gebracht, macht weniger Party und geht lieber mit seiner Brigitte Schwammerl suchen. „Hier wachsen riesige Steinpilze“, verrät er und fasst glücklich zusammen: „Weißt du, ich bin einfach verliebt in dieses Land.“

Alaska deutsche Hefeschnecke

Natursauerteigbrot – Made in Alaska

Nicht mondän, dafür irre gemütlich ist der Bake-Shop. Er ist weit über die Region hinaus bekannt – zum Beispiel auch für sein Natursauerteigbrot. Gegründet wurde er vor 42 Jahren vom Deutschen Werner Egloff. Er gab ihn vor rund 20 Jahren an die gebürtige Bruchsalerin Stefanie Wierer-Flynn und ihren Mann Mike weiter. Tradition mit Kreativität zu paaren, das war immer ihr Anliegen. Und weil in Alaska manche „Luxusgüter“ kaum erschwinglich sind, lässt man sich im 49. US-Staat gerne einmal im Jahr Pflaumen aus den „Lower 48“ einfliegen. „Damit wir unseren Gästen das ganze Jahr über etwa 40 Gallonen echtes Pflaumenmus servieren können. Entsteint wird mit der Hand und oft halfen meine Eltern mit, wenn sie hier zu Besuch waren“, plaudert Stefanie Wierer-Flynn ein wenig aus dem Nähkästchen. Weil aber ihr Mann im kommenden Jahr 60 wird, weil der Blick jetzt in Richtung Ruhestand geht und weil das Leben etwas beschaulicher werden soll, haben sich Stefanie und Mike schweren Herzens dazu entschlossen, den Bake Shop in an die gebürtigen Alaskaner Brian und Isha Kari zu verkaufen – im Bewusstsein, dass sie die deutsche Back- und Kochtradition weiterführen. Die Lage des Hauses könnte wildromantischer nicht sein. Im Winter im Skigebiet des Mount Alyeska direkt vor die Haustür zu fahren, das wird von den Gästen ebenso geschätzt, wie im Sommer im Blumengarten zu sitzen und die Aussicht auf Berge und Bären zu genießen. „Es kann auch schon mal vorkommen, dass man Gesellschaft von Schwarzbären bekommt, die aus einem Vogelhäuschen ein paar Sonnenblumenkerne stibitzen, oder man auf Elche trifft, die den Rasenmäher ersetzen“, erzählt Stefanie Wierer-Flynn und kommt ein wenig ins Schwärmen: „Alaska war immer unser Traum. Die landschaftliche Weite ist einfach unglaublich schön, aber auch die Herzlichkeit der Menschen und die ganze Lebensart haben uns immer begeistert.“

Bleibt die Frage nach dem Rezept für das Bauernomelette. „Das wird natürlich nicht an Gäste weitergegeben“, sagt Stefanie Wierer-Flynn augenzwinkernd. Das ist doch ein Grund, nach Alaska zurückzukehren – aber ganz sicher nicht der einzige.

Infos zu Alaska

Alaska – eine fast unberührte Natur für Einsamkeit suchende, abenteuerlustige und aktive Menschen. Ein Land, das fünfmal so groß ist wie Deutschland, allerdings nur rund 680 000 Einwohner zählt. Anchorage ist zwar nicht die Hauptstadt (das ist Juneau), aber sie ist mit rund 300 000 Einwohnern die größte Stadt Alaskas und, wenn man so will, die einzige echte Metropole – und ist Ausgangspunkt für zahlreiche kleine und große Abenteuer. Gleich neben dem International Airport liegt der größte Wasserflughafen der Welt. Die Wildnis beginnt hinter der Stadt. Eine Reise mit dem Zug von Süd nach Nord mit Start in Seward erlaubt Blicke auf Bär & Co. Urlauber finden zahlreiche Zimmer in ruhig gelegenen Lodges, in Hotels und Motels sowie in Bed & Breakfast-Unterkünften.

Anreise

Mehrmals wöchentlich mit Condor im Direktflug von Frankfurt nach Anchorage. Iceland Air fliegt via Island nach Anchorage.

Einreise

Deutsche benötigen zur visafreien Einreise einen gültigen Reisepass und eine vor Reiseantritt bewilligte ESTA-Genehmigung.

Weitere Infos

Visit Anchorage, Anchorage, AK 99501-2212, Tel. 001-907-257-2310, www.anchorage.net.

 

Titelfoto: Fotolia.de #91962362 | Urheber: Amanda Mortimer

Alle anderen Bilder: Brigitte Geiselhart

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Abenteuer Arktis – Auge in Auge mit dem Eisbär

Das Flugzeug ruckelt langsam hin und her. Mein Herz pocht und meine Nervosität steigt von Minute zu Minute. In Kürze erreichen wir die Arktis und starten von dort aus in…

Das Flugzeug ruckelt langsam hin und her. Mein Herz pocht und meine Nervosität steigt von Minute zu Minute. In Kürze erreichen wir die Arktis und starten von dort aus in eine 13 Tages Expedition rund um Baffin Island. Der Blick aus dem Flugzeug lässt meine Freude ins unermessliche steigen. Unberührte Natur so weit das Auge reicht. Das Abenteuer Arktis beginnt genau jetzt!

Der erste Tag auf hoher See

Die Sonne scheint und das Meer ist angenehm ruhig. Wir durchqueren mit unseren Zodiacs Landschaften, die einer Mond oder Marslandschaft ähneln. Felsen, Steinbrocken und einzigartige Farben. Absolut unberührte Natur. Die meiste Zeit des Jahres im Schnee, im Eis versunken enthüllt es besonders zu dieser Jahreszeit eine schier unglaubliche Farbpracht und Vielfalt.  Das Fernglas stetig in der einen, die Kamera in der anderen Hand stets auf dem Auslöser. Manchmal hat man nur Sekunden, um genau diesen einen besonderen Moment einzufangen.

Und plötzlich ist er da….Durchs Funkgerät dröhnt es „Polar Bear at 3 o´clock“ Mein Blick schärft sich erneut und siehe da. Vor mir ca. 300 Meter entfernt schwimmt ein Eisbär auf die vor uns liegende Felswand zu. Um uns herum klickt es wie in einem Hagelregen. Alle Kameras scheinen sich automatisch auf das Motiv zu schärfen und wie um die Wette zu klicken. Die folgenden 30 Minuten sind unwirklich. Der Eisbär scheint nichts gegen unsere Anwesenheit zu haben und stolziert absolut friedlich über die vor uns liegende Felsformationen. Zeit genug – Hunderte – nein Tausende Fotos und Aufnahmen von diesem wunderbaren Tier zu machen. Ein Blick in die Gesichter der anderen Teilnehmer lässt nur allzu gut erahnen wie groß die Freude bei jedem Einzelnen sein muss. Allesamt Honigkuchenpferde und mit glänzenden Augen. Yes!!! Wir haben es geschafft.

Ein neuer Tag – neues Glück.

Direkt nach dem Aufstehen geht es für mich zum Yoga. Ein idealer Start in diesen Tag. Voller Energie atme ich ein und aus und lasse diesen Moment auf mich wirken. Nach einem leckeren Frühstück geht es an Deck zum Observieren. Immer mit der Frage im Kopf – was werden wir heute sehen? Wie nah kommen wir dran? Es dauert auch nicht lange, dann gibt es schon direkt die erste Durchsage. „Polar Bear on a kill at 12 o´clock“. Man muss dazu sagen, dass wir heute auf hoher See inmitten von zahlreichen Eisschollen schippern. Somit ist dieser Eisbär nicht an Land, sondern auf einer Eisscholle unterwegs und hat wohl kurz vorher eine Seerobbe gefangen. Ein irres Szenario bietet sich uns, sobald wir näher an die Scholle fahren. Blut färbt das weiße Eis rot. Kaum vorstellbar, wie der Fang wohl ausgesehen haben muss. Ein Glück gibt es an Bord dieses Schiffes zahlreiche Experten. Dr. Nick Pilfold unser Eisbär Experte ist direkt zur Stelle und beantwortet ruhig jede ihm gestellte Frage. Wir beobachten den hungrigen Eisbär, während er genüsslich seinen Fang hinunterschlingt. Immer wieder hebt er seinen Kopf und seine Nase in die Höhe, um die Gegend zu inspizieren. Doch er bleibt ruhig. Dr. Nick Pilfold beobachtet die ganze Situation durch sein Fernglas und gibt dem Kapitän die Info, dass der Bär keine Anzeichen von Nervösität aufweist und wir uns ihm ruhig noch ein wenig nähern könnten. Wer glaubt, diese Situationen sind alltäglich – der irrt gewaltig. Es ist stets eine Besonderheit – keiner weiß was einen heute – hier und jetzt – erwartet. Es können auch Tage vergehen an denen nichts gesichtet wird. Man bedenke, das Meer ist groß und weit und absolut nicht berechenbar.

Atemberaubendes Naturschauspiel

Am Nachmittag steht eine weitere Zodiac Exkursion auf dem Plan. Diesmal durch die zahlreichen Eisschollen, die um uns herum liegen. Ein unglaubliches Bild voller Tiefe. Einzelne Eisflächen haben eine Länge von mehreren Metern und eine Tiefe von bis zu 50 Metern. Mit dem Schlauchboot geht es hindurch – manchmal langsamer manchmal mit ein wenig Fahrt. Die Luft hier draußen ist kalt, obwohl die Sonne mit voller Kraft scheint. Das Wasser hat knapp 0 Grad und das Farbspiel der Eisflächen, die von der Sonne geküsst werden lässt die einzelnen Teilnehmer gebannt umherblicken. Insgesamt 2 Stunden erleben wir ein atemberaubendes Naturschauspiel.

Schnell wird klar – Wasser ist nicht nur blau und Eis hat auch tausende Facetten. Durchgefroren geht es zurück an Bord, wo uns an diesem Abend ein Barbecue an Deck erwartet. Im Hintergrund ertönt Jon Bon Jovi und trällert „Living on a Prayer“ und wir schauen der Sonne dabei zu, wie sie langsam am Horizont verschwindet. Kann es etwas Schöneres geben? Für mich garantiert nicht – nicht in diesem Moment. Ich genieße die frische Luft und die Sonne, schließe meine Augen und ertappe mich dabei, wie ich leise mit Bon Jovi mitsinge. Kreuzfahrtfeeling lässt grüßen!

Jackpot auf hoher See

Ein weiterer Tag auf hoher See. Routiniert, wie an jedem Tag, nehme ich meine Sachen und gehe hinauf zur Brücke zu gehen. Hier an Bord gibt es eine offene Brücke – bedeutet man kann sie jederzeit besuchen und den Offizieren und dem Kapitän über die Schultern schauen. Ich schlendere also auf der Brücke entlang und richte meinen Blick in die Ferne. Auf einmal sehe ich am Horizont eine Wasserlinie, als ob etwas im Meer schwimmen würde. Im ersten Moment sieht es aus wie eine Seerobbe. Da ich kein Fernglas zur Hand habe, sage ich nur. „Ich glaube, da schwimmt eine Seerobbe“.  Stolz überhaupt etwas gesehen zu haben. Ein anderer Passagier nimmt sein Fernglas und meint – „Nein das sind keine Seerobben – es sind Vögel.“ Ich schaue ein wenig genauer hin uns sage – „Nein das müssen Seerobben sein.“ In diesem Moment schaut er ein wenig genauer in die Richtung und schreit nur noch „OMG – Es ist ein Eisbär mit 3 Babys!„

Mein Herz poltert und meine Sinne sind erneut absolut geschärft. Mein Blick durch die Kamera und der enorme Zoom bestätigen die Aussage. Es sind wirklich 4 Eisbären auf offener See. Unfassbar. Wir beobachten sie, während sie ca. 45 Minuten um uns herum schwimmen. Stille liegt über dem Schiff. Nur das Motorgeräusch ist zu hören. Jeder ist gefesselt von diesem Anblick und wie wir im Nachhinein erfahren, ist dies ein doppelter Jackppot. Dr. Nick der Bärexeperte meint, er hätte noch nie eine Bärin mit 3 Jungs auf offener See gesehen. Normalerweise werden vielleicht 3 geboren doch nur 2 überleben. WOW!

Manchmal hat Nebel auch was Gutes

Der Nebel hellt sich wacker und lässt keine Sicht auf die umliegende Landschaft zu. Zeit sich ein wenig Gedanken zu machen. Keine Ablenkung – nur du, das Schiff und das Meer. Mich erreichen Mails meiner Liebsten, die mich immer wieder fragen “ Kannst du die Ruhe noch aushalten?“  Und leider muss ich dies zu meiner Verwunderung bestätigen. Ja – es ist sehr angenehm in dieser heutigen meist sehr schnelllebigen Zeit nicht alle 5 Minuten aufs Handy blicken zu müssen. Hier an Bord steht etwas viel wichtiger im Vordergrund. Der Mensch, das Gespräch, die Unterhaltung. Menschen aus den verschiedensten Ecken der Welt lernen sich näherzukommen. Sie unterhalten sich und haben sichtlich Spaß dabei. Doch wer macht solch eine Expedition? Da gibt es z.B. Menschen, die jahrelang auf diese Reise hingespart haben. Andere wiederum sind schon das x-mal an Bord der One Ocean Expedition. Entweder Antarktis oder eben Arktis. Eigentlich ist das Ziel gar nicht so wichtig. Hauptsache der Spaß und das Abenteuer stehen im Vordergrund.  Doch im Gespräch sind sie sich alle gleich. Lachen, machen Scherze und helfen sich gegenseitig, wenn es darum geht das beste Motiv zu bekommen. Die Crew ist stets bemüht einem das Gefühl zu geben man würde dazugehören. Stets ein Lächeln auf den Lippen.

Ein Tag mit Rosie auf Pond Inlet

Nach einem stärkenden Frühstück geht es mit den Zodiacs an Land. In Pond Inlet wohnen ca. 1600 Einwohner. Am Strand angekommen erwartet uns schon Rosie. Sie trägt einen Mantel aus Seerobbenfell sowie Schuhe aus Seerobbenfell. In einem wirklich guten Englisch geht sie dann mit einer Gruppe von ca. 15 Teilnehmern durch Ihr Dorf. Hier und da bleiben wir stehen uns schauen uns besondere und vor allem für die Inuit wichtige Merkmale ihrer Kultur an. Während wir langsam durch den Ort gehen erzählt sie uns wie hart es ist während der Wintermonate keine Sonne zu sehen. Aber man gewöhnt sich dran. Irgendwie scheint es für sie schon zur Normalität zu gehören. Ich persönlich stelle es mir unmöglich vor. Die 2 Tage an Bord an denen der Nebel uns komplett eingeschlossen hat haben mir schon derbe aufs Gemüt geschlagen. Aber ganze 3 Monate ohne die Sonne überhaupt nur ansatzweise zu sehen. Unmöglich. Nach insgesamt 4 Stunden an Land geht es wieder zurück aufs Schiff. In unsere kleine heile Welt. Während ich auf dem Zodiac dem Schiff entgegenbrause, blicke ich zurück und denke an Rosi und an all die anderen Einwohner. Ich hoffe, dass mir diese Begegnung lange in Erinnerung bleiben wird.

Ein Meer aus Seerobben

Der Nachmittag verläuft eher ruhig. Einige der Passagiere nutzen die Zeit für einen kleinen Mittagsschlaf oder einen kleinen Plausch in der Lounge. Während wir in der Bar sitzen und uns über die Ereignisse der vergangenen Tage austauschen, stürmt ein Passagier in die Bar und ruft „ Tausende Vögel auf dem Meer gesichtet“. Man könnte im ersten Moment meinen dies wäre nichts Besonderes. Doch dem ist nicht so. Nicht hier in der Arktis. Wo Tausende Vögel auf offener See sind, ist das Futter nicht fern und somit auch weitere Meeresbewohner. Jeder stürmt hinaus und schärft seinen Blick – Und siehe da vor uns präsentiert sich ein gewaltiges Naturschauspiel. Tausende Seerobben scheinen gemeinsam mit den Vögeln auf Nahrungssuche zu sein. Es plätschert nur so. Plötzlich ruft ein weiterer Passagier das auf der anderen Seite des Schiffes ein ähnliches Schauspiel gesichtet wurde. Und wirklich – Um uns herum scheint es nur so von Seerobben zu wimmeln. Das Zählen der Robben haben wir aufgegeben. Es müssen mehrere Tausend sein. Einzigartig! Alle Teilnehmer vergessen Zeit und Raum und lassen sich komplett von dieser Situation einfangen. Ein weiteres Highlight auf unserer tollen Reise. WOW!!

Ein Meer voller Seerobben

Knisterndes Eis und ein Blick in die Zukunft

Als ob wir in den vergangenen Tagen nicht schon genug erlebt hätten, steuern wir heute ein weiteres Highlight an. Wir fahren nach Dundas Harbour. Vor uns – ein riesiger Gletscher. Umso näher wir kommen, umso gigantischer wird der Anblick. Knapp 500 Meter vor dem Gletscher kommt das Schiff zum Stillstand. Zeit für unsere Zodiacs. Mit Ihnen steuern wir direkt auf die riesigen Eisformationen zu. Das Eis knistert um uns herum. Irgendwie erinnert mich das Geräusch an Knisterbrause, die ich als Kind immer toll fand.

Vor dem Gletscher schwimmen zahlreiche Eisberge im Wasser. Manche davon mehrere Meter hoch. Hierzu muss man wissen – nur 1/3 der Eismasse zeigt sich an der Oberfläche. 2/3 sind unter dem Wasser verborgen und können somit mehrere Meter tief in das Meer hineinragen. Durch die Sonne bietet sich uns ein faszinierendes Schauspiel. Doch so schön dieses Naturschauspiel auch ist – wie lange werden solche Eismassen noch sichtbar sein? Gedankenverloren blicke ich um mich herum und frage mich, ob dieser Teil der Erde auch noch in 20-30 Jahren so aussehen wird. Welche Meeresbewohner werden hier noch leben? Wie wird die Natur sich allgemein verändern? Das es dazu kommen wird ist klar – doch in welchem Ausmaß?

Ein tolles Erlebnis – Kajakfahren in der Arktis

Zum Ende meiner Reise wird mir deutlich – unsere Natur ist ein Geschenk, das es lohnt zu hüten. Neben all der Industrialisierung und Modernisierung, die unser Leben jeden Tag aufs Neue mit sich bringt, gilt es stets das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren. Unsere Natur und die damit verbundenen Schätze!  Das, was ich in den vergangenen Tagen und Wochen erleben durfte, war und ist nicht selbstverständlich – es war kein Zoo oder gar eine eingezäunte Landschaft, die es uns ermöglicht hat, Eisbären, Wale usw. in Aktion zu erleben. Es war ihr Zuhause – ihre natürliches Umfeld. Ich werde auf jeden Fall versuchen sensibilisiert durchs Leben zu gehen und Menschen auf diesen Teil der Erde aufmerksam zu machen in der Hoffnung gemeinsam mit meiner Familie auch noch in Zukunft solch faszinierende Momente erleben zu können. Denn eins steht fest – unsere Erde ist wunderschön und einzigartig!

Weitere Informationen zu One Ocean Expeditions.

Hinweis: Die Reise fand auf Einladung statt!

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Glücklich macht, was schmeckt

New York ist eine der schönsten und lebendigsten Städte der Welt. Und meine absolute Lieblingsstadt. Sie setzt Maßstäbe in Kunst, Kultur, Sport oder Musik. Aber auch kulinarisch hat „The Big…

New York ist eine der schönsten und lebendigsten Städte der Welt. Und meine absolute Lieblingsstadt. Sie setzt Maßstäbe in Kunst, Kultur, Sport oder Musik. Aber auch kulinarisch hat „The Big Apple“ einiges zu bieten. Die Stadt ist auch hier ein echter Schmelztiegel. Ob zum Beispiel italienisch, chinesisch, japanisch oder der typische New Yorker Hot Dog am Straßenwagen – die Auswahl ist schier unendlich. Glücklich macht, was schmeckt. Und muss nicht immer die große, teure Küche sein. New York ist vor allem bekannt für das gute Fast Food, welches oft „Organic“ ist, also mit Biozutaten hergestellt wird.

Immer wenn ich in New York bin, sind kulinarische Streifzüge deshalb für mich ein echtes Muss. Inspirationen liefern mir dabei vor allem die zahlreichen New Yorker Stadtmagazine, wie das Time Out Magazin und natürlich auch viele spannende Blogs. Ich könnte jetzt Dutzende tolle Restaurants aufzählen, deswegen ist mir die Auswahl auch sehr schwer gefallen, mich auf drei zu beschränken. Ich hab es trotzdem versucht.

Essen in New York - Torben Knye - Reiseblog Breitengrad53.de --3

Alle Fotos: Torben Knye

Essen in New York: Katz’s Delicatessen

Ein „Must Eat“, wenn man in New York is(s)t. Ohne einen Besuch bei Katz’s ist für mich ein New York Aufenthalt nicht komplett. Das Essen ist fantastisch: das koschere Essen ist einfach und trotzdem sehr lecker. Seit fast 130 Jahren haben sich das Angebot und die Rezepte des jüdischen Delis nicht geändert. Und der Erfolg gibt den Besitzern Recht. Man sollte unbedingt eines der leckeren Sandwiches bestellen. Meine Favoriten sind die Truthahn- oder Pastrami-Varianten im leckeren Roggensandwich.

Neben den Sandwiches sind die sogenannten ‚Cutter‘ die Stars des Ladens. Das sind die Männer, die die verschiedenen Fleisch- und Wurstsorten für die Sandwiches schneiden. Es hilft übrigens, wenn man gleich bei der Bestellung dem Cutter einen Dollar in einen der auf der Theke stehenden Plastikbecher steckt. Dann bekommt nämlich eine besonders großzügige Portion.

Achja: Die gastronomische Institution in der Lower Eastside ist übrigens der Ort, wo die Orgasmus-Szene von „Harry und Sally“ gedreht wurde. Man kann sich auch genau an den Tisch sitzen, wo die beiden gesessen haben :-).

Mehr über Katz’s Delicatessen findet ihr unter: www.katzsdelicatessen.com

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Fette Sau – Bier, Fleisch und Barbecue

Geräuchertes Fleisch, leckerer Kartoffelsalat, knusprige Pommes und dazu köstliches New Yorker Craft Beer – das ist das Wohlfühlrezept der „Fetten Sau“. Das schräge, leicht schrabbelige Hinterhof-Garagen-Restaurant liegt in Williamsburg, dem angesagtesten Teil von Brooklyn. Hier geht es ganz einfach um Bier, Fleisch und Barbecue. So wie Männer es lieben. Gezahlt wird nach Gewicht des ausgesuchten Essens. Eine wirkliche Offenbarung sind übrigens die Baked Beans, die eigentlich Bacon oder BBQ Sauce Beans heißen müssten, den genau diese beiden Geschmäcker dominieren die leckere Beilage. Schon beim Schreiben läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Die Zutaten werden, so wie die hippen New Yorker es lieben, von Lieferanten aus der Gegend bezogen. Das Fleisch hat entweder Bio-Qualität oder kommt von kleinen, natürlich betriebenen Farmen. Deswegen ändert sich fast täglich das Fleischangebot, da dieses in kleinen verfügbaren Mengen eingekauft wird.

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Dazu gönnt man sich eines oder mehrere der leckeren New Yorker Biere aus den Microbreweries aus der Nachbarschaft. Besonders empfehlenswert ist dabei das Brooklyn Lager, welches mittlerweile auch bei uns im Edeka zu kaufen gibt. Für mich immer eine willkommene Erinnerung an New York. Das Bier fließt in der fetten Sau direkt von  der abgefahrenen Bierzapfanlage in Einmachgläser in verschiedenen Größen. Statt normalen Griffen ist die Anlage mit Küchengeräten wie Messern oder Kellen als Griffersatz ausgestattet. Abgerundet wird das Essen mit einem der zahlreichen amerikanischen Whiskeys, die auf der Karte stehen. Standardmarken wie Jim Beam sucht man dabei übrigens vergeblich. Augenmerk wird auf ganz besondere Craft Whiskys aus ganz Amerika gelegt.

Mehr Infos: www.fettesaubbq.com

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Ellens Stardust Diner – Erlebnisgastronomie pur

Gute Burger bekommt man in New York in vielen Restaurants. Und wer Burger liebt, wird auch das Ellens Stardust Diner lieben. In diesem typischen Diner mitten auf dem Broadway bekommt man nicht nur sensationelle Burger gebraten, sondern auch Erlebnisgastronomie pur geboten. Fast alle KellnerInnen haben eine Theater- oder/und Gesangsausbildung und das bekommt man während des Essens lautstark, hochprofessionell und mit viel Spaß präsentiert. Von Musicalsongs über Lieder aus den Sixties und Seventies bis zu aktuellen Hits – die Bedienungen wissen genau wie sie ihre erstklassigen Stimmen einzusetzen haben. Das wird auch dadurch bestätigt, dass viele der singenden Kellner sogar direkt von den Musical-Shows um die Ecke abgeworben wurden. Heute noch in Ellens Stardust, morgen schon auf den Brettern, die die Welt bedeuten – mitten auf dem Broadway.

 

Meine Burger/Sandwich-Empfehlungen

  • Be Bop a Lula Burger mit American Cheese, Bacon, Karamellisierten Zwiebeln & sautierten Pilzen
  • Captain Video Sandwich mit gegrillter Hähnchenbrust, Bacon, Guacamole, Salsa, Jack Cheese auf einem Brioche Brötchen. Dazu geriffelte Pommes.

Dazu passt eine eiskalte Vanilla Coke (Vincent Vega lässt grüßen) oder einer der sensationellen Milkshakes.

Mehr Infos: www.ellensstardustdiner.com

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Amerikaner lieben deutsches Bier aus Portland

Als Bierliebhaber hat man im Ausland oft so seine Probleme. Auch in den Vereinigten Staaten. In der Wirtschaftsmetropole Portland im US-Staat Oregon ist das allerdings anders. Dort kann man abends…

Als Bierliebhaber hat man im Ausland oft so seine Probleme. Auch in den Vereinigten Staaten. In der Wirtschaftsmetropole Portland im US-Staat Oregon ist das allerdings anders. Dort kann man abends gemütlich in der Kneipe sitzen und sein „Kölsch“, „German Pale Ale“ oder „Weißbier“ genießen. Und es schmeckt – garantiert. Das Bier ist nämlich streng nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut, der Hopfen kommt aus Tettnang und das Malz aus Bamberg und Heidelberg. Und der Brauer heißt Tobias Hahn, ein gebürtiger Freiburger. Er hat vor einem Dreivierteljahr zusammen mit seinem Geschäftspartner Nick Greiner das „Rosenstadt“-Bier auf den Markt gebracht – mit Erfolg.

Nur zwei Auslandssemester waren in den USA geplant

„In unserer Stadt gibt es eine Vielzahl von Brauereien und die Portlander sind als Bierkenner bekannt – umso mehr schätzen sie Geschmack und Qualität“, weiß Tobias Hahn. Vor mehr als 20 Jahren wollte der heute 44-Jährige im Rahmen seines Biologiestudiums eigentlich nur ein oder zwei Auslandssemester in den Vereinigten Staaten verbringen. Ans Bierbrauen hat er damals auch noch nicht gedacht. Doch dann kam alles anders.

Tobias Hahn lebt zusammen mit seiner Frau Melissa und seinen beiden Kindern Caleb und Olivia in einem ruhigen Wohnviertel Portlands.  Man sitzt gemütlich im eigenen Garten, die Tomaten und Zucchini wachsen gut. Der Gastgeber stellt ein paar Proben seines Bieres auf den Tisch. Einfach lecker – da fühlt man sich doch gleich wie zuhause. Man kommt ein wenig ins Plaudern. Tobias Hahn erzählt, dass er nach dem Abitur mit seinem Studium an Albert-Ludwig-Universität begonnen hat. Nichts Außergewöhnliches also für einen Freiburger. Das universitäre Austauschprogramm, das ihn nach dem Vordiplom nach Tucson /Arizona führte, gefiel ihm gut – so gut, dass er dort sein Studium abschloss, seinen Doktor in Mikrobiologie und Immunologie machte und dann in der Krebsforschung arbeitete.

Weil sein Labor verlegte wurde, führte 2008 der weitere berufliche Weg nach Portland und ins dortige „Providence Cancer Center“ – bis schließlich die Forschungsgelder gestrichen wurden und er als mittlerweile zweifacher Familienvater damit auch seinen Job los war. Also blieb mehr Zeit, um sich als „Hausmann“ um die Erziehung seiner Kinder zu kümmern – seine Frau praktizierte damals schon als Kinderärztin. Und dann traf er eines Tages auf Nick Greiner, der mit einer deutschstämmigen Frau verheiratet ist, ebenso seine Kinder jeden Samstag zur Schule der deutsch-amerikanischen Gesellschaft brachte und als Projektmanager in einer ähnlichen Situation wie Tobias Hahn war.

Nach 18 Monaten Testphase war das „Rosenstadt“-Bier geboren

Weil beide Männer schon immer was für gutes Bier übrig, und für den Eigenbedarf auch mal im hauseigenen Keller gebraut hatten, ergab schnell eins das andere. Warum sich nicht zusammentun und das Bierbrauen professionell betreiben? Streng nach deutschem Reinheitsgebot, versteht sich. Nach 18 Monaten Testphase war das „Rosenstadt“-Bier geboren. Ein Name, der für Tobias Hahn und Nick Greiner auf der Hand lag – schließlich ist Portland als „City of Roses“ bekannt. Heute werden bereits rund 80 Restaurants und Bars mit dem deutschen Bier beliefert und 90 Hektoliter pro Monat – derzeit noch außer Haus – gebraut.

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Ein gutes Team: Tobias Hahn (rechts) und sein Geschäftspartner Nick Greiner beliefern mittlerweile rund 80 Restaurants und Bars in Portland mit ihrem „Rosenstadt“-Bier. (Fotos: Geiselhart)

„Wenn es weiter aufwärts geht, erfüllt sich vielleicht auch unser Traum von einer eigenen Brauerei“, blickt Tobias Hahn optimistisch in die Zukunft. In ein paar Wochen geht’s im Sommerurlaub mit der ganzen Familie nach Freiburg. Dann gibt’s  ein Wiedersehen mit seiner Mutter, seinem Bruder und mit vielen Freunden und Bekannten. Dass man sich gleich bei der Ankunft am Frankfurter Flughafen eine Butterbrezel gönnt, das steht für die ganze Familie jetzt schon fest. Aber auch, dass der erste Stopp in einer Freiburger Brauerei gemacht wird. „Das Bier und die Weißwürste lasse ich mir auf keinen Fall entgehen“, freut sich Tobias Hahn.

Weitere Informationen zu Portland

Info Portland

Portland überzeugt durch ein charmantes Kleinstadtflair, ist gleichzeitig aber das wirtschaftliche Zentrum des im Nordwesten der USA gelegenen Bundesstaates Oregon. Die Stadt hat rund 600 000 Einwohner – im Großraum Portland leben 2,2 Millionen Menschen. Portland ist auch idealer Ausgangspunkt für Rundreisen durch Oregon. Weitere Informationen und Kontakt: www.travelportland.de, www.TravelOregon.de, E-Mail: [email protected], Telefon +49 89 6890638-42


Anreise

Condor fliegt im Sommer 2016 viermal wöchentlich ab Frankfurt nonstop nach Portland.


Bezahlen in Portland

In den USA zahlt man mit US$, Euro werden in den wenigstens Geschäften akzeptiert. In den meisten Restaurants und Geschäften werden aber die gängigen Kreditkarten akzeptiert. Benötigen Sie eine Kreditkarte, mit der Sie auch in den USA kostenlos Geld beziehen können? Auf unserer Seite Geld im Urlaub finden Sie eine Übersicht über kostenlose Kreditkarten.


Reiseführer für Portland

Es gibt zahlreiche Reiseführer über Portland. Eine Auswahl an Reiseführern für Portland finden Sie hier.


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Auf dem Oregon-Trail 2.0

Sich im Wilden Westen mal wie ein richtiger Cowboy fühlen. Die wechselvolle Geschichte der Indianer und der ersten Siedler reflektieren. Entlang der rauen Pazifikküste atemberaubende Ausblicke genießen. Im Landesinnern fernab…

Sich im Wilden Westen mal wie ein richtiger Cowboy fühlen. Die wechselvolle Geschichte der Indianer und der ersten Siedler reflektieren. Entlang der rauen Pazifikküste atemberaubende Ausblicke genießen. Im Landesinnern fernab jedes Massentourismus unberührte Landschaften und Naturwunder auf sich wirken lassen. Ja, es gab sicher viele Gründe, sich im Frühsommer 2016 auf eine Rundreise durch den US-Staat Oregon zu machen. Einer davon war nicht zuletzt die vergleichsweise unproblematische Anreisemöglichkeit. Der Direktflug mit Condor von Frankfurt nach Portland dauert knapp elf Stunden. Wenn man die neunstündige Zeitverschiebung mit einbezieht, kommt man also zwei Stunden später an, als man abgeflogen ist – und kann noch am selben Abend sein erstes Bier genießen.

Portland ist so etwas wie die Welt-Bier-Hauptstadt

Kaum zu glauben, aber Portland ist so etwas wie die Welt-Bier-Hauptstadt. Hier sind 53 Brauereien angesiedelt – mehr als in jeder anderen Stadt der Welt – und es kommen ständig neue dazu. „Die Portlander sind echte Bierkenner“, sagt der gebürtige Freiburger Tobias Hahn. „Umso mehr weiß man also ein gutes deutsches Bier zu schätzen.“ Der promovierte Mikrobiologe und Immunologe hat inzwischen sein ursprüngliches Hobby zum Beruf gemacht – und ist zusammen mit seinem Geschäftspartner Nick Greiner – Bierbrauer geworden. Vor neun Monaten haben die beiden ihr Bier „Rosenstadt“ auf den Markt gebracht. Rosenstadt ist übrigens ein überaus passender Name, schließlich ist Portland auch als „City of Roses“ bekannt. Dass er sich in der 600 000 Einwohner zählenden Wirtschaftsmetropole des Landes, die sich ihr typisches kleinstädtisches Flair bewahrt hat, so richtig wohl fühlt, das glaubt man Tobias Hahn gerne. Als idealer Ausgangspunkt für eine Stadterkundung erweist sich das stilvolle Hotel Monaco in Downtown Portland.

Als nächste Station wird Astoria angesteuert – nahe der Mündung des Columbia-River. Start einer traumhaften Küstenfahrt. Keine schlechte Idee, ein wenig für Bewegung zu sorgen, zu Fuß den 200 Meter über der Stadt thronenden „Astoria Column“ zu erklimmen und sich anschließend im luxuriösen Cannery Pier Hotel & Spa bei einer Massage ein wenig verwöhnen zu lassen. Am nächsten Tag geht es entlang dem „Highway 101“ in Richtung Süden. Stopp am „Ecola State Park“ – ein absolutes Muss. Ein- und Ausblicke auf die schroffe Küstenlandschaft, die man sich wirklich nicht entgehen lassen darf. Frisch gebackene Kekse am Abend eines aufregenden Tages als Appetitanreger? Keine Seltenheit in amerikanischen Hotels und eine nette Geste – auch im „Elizabeth Inn“ in Newport.

Toketee Falls – ein spektakulärer Wasserfall

„Ihr werdet es mir nicht glauben, aber von den Leuten, mit denen ich hier spreche, sind höchstens zehn Prozent aus Oregon“, sagt am nächsten Morgen Senior Ranger John Mare, der am „Cape Perpetua“ – etwa drei Kilometer südlich von Yachats gelegen – Freiwilligendienst leistet. „Viele Besucher kommen aus Kanada, aber auch aus Europa und allen anderen Teilen der Welt.“ Warum sie alle hierherkommen, ist beim Blick über unzählige Kilometer der Oregon-Küstenlinie selbsterklärend. Fast alleine darf sich der Tourist bei der wunderschönen kleinen Wanderung zu den „Toketee Falls“ fühlen – ein spektakulärer Wasserfall von knapp 40 Meter Höhe in einer Schlucht des „North Umpqua River“. Gut hundert Treppenstufen werden da allzu gerne in Kauf genommen. Ende einer spannenden Küstenfahrt in North Bend – zur Ruhe kommen im außergewöhnlichen Ambiente eines „Tower Room“ des „Mill Casino Hotel“.

Es geht ins Landesinnere. Die Straßen werden ruhiger, die Autos seltener. Tagesziel ist der kristallklare „Crater Lake“, ein vulkanisches Becken, das sich bildete, als der „Mount Mazama“ vor 7 700 Jahren eruptierte. Überraschung: Es schneit auf einer Meereshöhe von etwa 2 000 Metern – und wie. Und das Mitte Juni. Wer war darauf schon eingestellt. Nicht wenige der Touristen posieren gut gelaunt in kurzen Hosen. Bei der Einkehr im „Crater Lake Lodge“ darf man sich am Feuer des offenen Kamins aufwärmen und sich für eine Nacht wie in einem noblen Schweizer Chalet fühlen.





Aufwärmen ist am nächsten Abend in der Sauna des wunderschön im Boutique-Stil gehaltenden „Oxford Hotel“ in Bend angesagt. Und sich der Vorfreude einer durchaus anspruchsvollen Wanderung auf den „Smith Rock“ hingeben. Er gehört zu den sogenannten „Sieben Wundern Oregons“, ebenso wie die „Painted Hills“, deren unglaubliches Farbenspiel in der Nachmittagssonne ganz besondere Facetten von gelb, gold, schwarz oder rot preisgeben und dem Betrachter nichts als ehrfürchtiges Staunen abverlangen. Übernachtung in der Einsamkeit des Gästehauses der Wilson Ranch in Fossil. Man fühlt sich wie auf dem Oregon-Trail 2.0 und glaubt die Situation der ersten Farmer, die sich im Westen eine bessere Zukunft versprachen, fast erahnen zu können. Familiäre Atmosphäre dann beim Frühstück am kommenden Morgen, das die Farmchefs Nancy und Phil Wilson persönlich vorbereiten. Eier, Speck und frisch gebackene Muffins sind eine gute Grundlage für das, was anschließend kommt: Rauf aufs Pferd und zeigen, was man drauf hat – beim Reiten und wenn es darum geht, den richtigen Cowboys bei ihrer Arbeit über die Schulter zu schauen oder vielleicht sogar ein wenig beim Zusammentreiben der Rinderherde unter die Arme zu greifen. „Für mich ist das wie eine Rückkehr zu meinen Wurzeln“, sagt Michelle aus Seattle. „Und für meine Kinder eine ganz spezielle Erfahrung.“

Pendleton wird zum Nabel der Rodeo-World

Vorletzte Station: Die Kleinstadt Pendleton, die jedes Jahr Anfang September beim „Pendleton Round-Up“ zum Nabel der Rodeo-World wird. Das „Pendleton House Bed and Breakfast“, das 1917 im italienischen Renaissance Stil erbaut wurde, ist zentral gelegen und strahlt einen Charme aus, dem sich der Besucher kaum entziehen kann. Besonderer Höhepunkt: Das Frühstück wird Punkt 8.30 Uhr vom Chef nicht nur serviert, sondern zelebriert. Heute ein Kirschtörtchen als Entrée, perfekte Eier „Benedikt“ – von glücklichen, selbst gehaltenen Hühnern – und nicht zuletzt viele gut erzählte Geschichten. „What a lovely place“, sagt Layne aus Portland, die hier zusammen mit ihrem Mann Ross ihren Geburtstag gefeiert hat. Treffen mit Bobbie Conner. Sie ist indianisch-stämmig und Direktorin des „Tamastslikt Cultural Institute“ – ein Museum, das an historischer und damit genau an der richtigen Stelle steht, um auf die oft leidvolle Geschichte der ursprünglichen Besitzer dieses weiten Landes aufmerksam zu machen und sie auch für die kommenden Generationen zu bewahren.

Rundreise Oregon USA - Wilfried Geiselhart - Reiseblog Breitengrad53-00926

Die Kleinstadt Pendleton wird jedes Jahr Anfang September beim „Pendleton Round-Up“ zum Nabel der Rodeo-World. (Fotos: Geiselhart)

Es wird Zeit, die vergangenen elf Tage Revue passieren, Körper und Geist ein wenig zur Ruhe kommen zu lassen, bevor am nächsten Tag der Rückflug von Portland nach Frankfurt auf dem Programm steht. Ein Appartement in den großzügigen „Columbia Cliff Villas“ in Hood River bietet dazu genügend Gelegenheit. Noch einmal das unvergleichliche Panorama von Bergen und Tälern, von Klippen und rauschenden Flüssen genießen. Es heißt Abschied zu nehmen von einem faszinierenden Land, das soviel Abwechslung zu bieten hat. Ein Land, in das man allzu gerne zurückkehren möchte.

Weitere Infos zur Rundreise Oregon

Anreise: Condor fliegt im Sommer 2016 viermal wöchentlich ab Frankfurt nonstop nach Portland.

Weitere Informationen: Weitere Informationen und Kontakt: www.condor.de, www.travelportland.de, www.TravelOregon.de, E-Mail: [email protected], Telefon +49 89 6890638-42

Geld im Urlaub: Gesetzliches Zahlungsmittel in den USA ist der US$. Geld kann an jedem Bankschalter in Island gewechselt werden. Die meisten Geschäfte akzeptieren EC- und Kreditkarten. Geldautomaten stehen fast überall zur Verfügung. Mehr Tipps zur Zahlung im Ausland im Urlaub gibt es auf unserer Service-Seite: Geld im Urlaub.

Hinweis: Die Reise fand auf Einladung statt!

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Auf den Spuren von Zuckerberg und Obama

Sie quietscht und ächzt mit der schweren Last auf den alten Metallschienen. Die U-Bahn in Boston. So laut, dass sich die wartenden Passagiere am Bahnsteig der Station Park Street die…

Sie quietscht und ächzt mit der schweren Last auf den alten Metallschienen. Die U-Bahn in Boston. So laut, dass sich die wartenden Passagiere am Bahnsteig der Station Park Street die Ohren zuhalten müssen. Hier stand vor ein paar Jahren auch Mark Zuckerberg, der Erfinder von Facebook, und hielt sich wahrscheinlich die Ohren zu. Jetzt zählt er zu den reichsten Menschen der Welt. Die Red Line der MBTA Subway hält nach wenigen Stationen an der wohl berühmtesten Universität der Welt, in Harvard. Dort haben auch Barack Obama und Bill Gates studiert. Ein Besuch in Boston.

Das ist Boston

Der Engländer William Blaxton war es, der sich 1625 als erster Europäer in dem Gebiet der Stadt an der Ostküste der heutigen USA angesiedelt hat. Er selbst kaufte Land von den Puritanern, die die Besitzrechte über die dortige Kolonie hatten. Nur fünf Jahre später, am 17. September 1630, erhielt die inzwischen entstandene Siedlung den Namen Boston, die Stadt war geboren. Weltbekannt wurde Boston durch die Tea Party, die am 16. Dezember 1773 stattfand. Proteste gegen eine Erhöhung der Teesteuer durch das britische Parlament lösten den Unabhängigkeitskrieg aus.

Reisebericht Boston - Joerg Pasemann - Reiseberichte - 1183

Bosten aus der Vogelperspektive. Wer auf dem Prudential Bildung in Boston das Skywalk Obervatory besucht, kann die Stadt wunderbar von oben betrachten. Hier sieht man die vielen kleinen Reihenhäuser. (Alle Fotos: Jörg Pasemann)

Heute gehört Boston zu den attraktivsten Städten in den USA. Der Einfluss der Einwanderer aus England, Irland, Italien, Polen, Russland und Deutschland ist überall in der Stadt zu finden. Sie alle haben Teile ihrer Traditionen und Kulturen in die Stadtentwicklung eingebracht. Vor allem in den wunderschönen Ortsteilen Back Bay und Beacon Hill sind die Einflüsse nicht zu übersehen. Kleine Reihenhäuser aus roten Backsteinen, teilweise mit winzigen Vorgärten, haben auch die Film-Industrie auf die Idee gebracht, Boston für viele Kinofilme und TV-Serien (z.B Good Will Hunting, Departed – Unter Feinden) als Drehort auszuwählen.

Boston gehört zu den wohlhabendsten und kulturell reichsten Städten der USA. Mit der wohl berühmtesten Universität der Welt, Harvard, und dem weltbekannten Institut MIT (Massachusetts Institute of Technology) ist Boston auch im Bereich der Bildung eine absolute Top-Adresse des Landes. Rund 60 Hochschulen sind in Boston und Umgebung ansässig.

Beacon Hill als Kulisse für viele Kino-Filme

Viele haben mit Matt Damon und Minnie Driver als Will Hunting und Skylar in „Good Will Hunting“ gelitten, die sich in einer Bar in Boston kennengelernt und verliebt haben. Die „L Street Tavern“ ist in der 8th Street in Boston zu finden. Die berühmte Sitzbank aus dem Film steht im Boston Common, einem großen Park zwischen Downtown und Beacon Hill. Viele TV- und Kino-Produktionen sind in Beacon Hill entstanden. Der Stadtteil besticht durch elegante Backsteinhäuser, Gassen aus Kopfsteinpflaster, historischen Gaslaternen und winzigen aber wunderschönen Gärten. Kein Wunder, dass Beacon Hill heute als einer der begehrenswertesten und teuersten Stadtteile von Boston gilt.

Freedom Trail – Eindrücke über das historische Boston

Eine rund vier Kilometer lange rote Linie auf dem Boden führt die Besucher in Boston zu den wichtigsten historischen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Der „Freedom Trail“ zählt zu den wichtigsten Touristenattraktionen. Er führt vom Boston Common, dem ältesten öffentlichen Park der USA, durch die Innenstadt, über den Charles River nach Charlestown bis zum Bunker Hill Monument und verbindet damit viele historische Bauten. Spannend auf der Route durch die Geschichte Bostons ist der Granary Burying Ground. Der Friedhof, der 1660 an den Tremont Street gegründet worden ist, zieht viele Besucher und Schulklassen an, denn hier sind einige historische und bekannte Persönlichkeiten beerdigt worden. So liegen dort unter anderem drei Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten sowie fünf Opfer des Massakers von Boston. An vielen der 2.345 Gräber weht die amerikanische Flagge.

Sehenswert auf dem „Freedom Trail“ ist auch das Old State House, ein historisches Verwaltungsgebäude an der Kreuzung der Washington/State Street in Boston. Umrahmt wird das Backsteinhaus, das im Jahr 1713 erbaut worden ist, von etlichen Wolkenkratzern des Bostoner Finanzdistrikts. Es ist das älteste noch stehende öffentliche Gebäude und beinhaltet ein Heimatmuseum.

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Zwei Welten: Das Old State House ist umgeben von Wolkenkratzern aus dem Financial District in Boston.

Harvard – Auf den Spuren von Mark Zuckerberg und Barrack Obama

Harvard gilt als die Eliteuniversität in den USA. Immerhin wurden dort acht US-Präsidenten ausgebildet. Mit Mark Zuckerberg (Erfinder von Facebook) und Barack Obama gehören zwei Absolventen von Harvard zu den wohl mächtigsten Menschen der heutigen realen und virtuellen Welt. Auch Bill Gates hat in Harvard sein Studium begonnen. Über 18.000 Studenten besuchen derzeit die älteste Hochschule der USA, die immer wieder zu den besten der Welt gekürt wird.

Reichtum ist dabei keine Aufnahmevoraussetzung. Die Studiengebühren an der Universität von Neuengland betragen rund 60.000 Euro, die oftmals mit einem Stipendium gedeckelt werden können. Als Aufnahmevoraussetzung müssen die Bewerber unter anderem ein Empfehlungsschreiben zweier Lehrer vorlegen sowie die englische Sprache perfekt beherrschen.

Cape Cod – Vom Town Crier zum romantischen Dünen-Dinner

Cape Cod ist eine Halbinsel im Südosten von Massachusetts. Wer von Boston aus auf die Insel möchte, kann den langen Weg mit dem Auto zurücklegen oder eine der Fähren nutzen, die vom Hafen in Boston in knapp 90 Minuten nach Cape Cod pendeln. Wer Glück hat, der wird direkt am Steg in Provincetown vom traditionellen Town Crier begrüßt, der mit der Glocke in der Hand und traditionellem Gewand der Pilgrims für Aufmerksamkeit sorgt. Town Crier waren lange Tradition in Neuengland, denn sie waren es, die die neuesten Nachrichten auf den Straßen laut rufend verbreitet haben.

Neben dem Town Crier findet man neben traumhaften Stränden jede Menge Geschichte auf der Halbinsel und in Provincetown. So segelte 1620 das Segelschiff Mayflower über den Atlantik und brachte die ersten englischen Siedler (Pilgrims) nach Neuengland. Sie gründeten die Kolonie Plymouth (Plymouth Colony) im heutigen Massachusetts und spielten als Pioniere in der amerikanischen Folklore eine besondere Rolle. Ihnen haben die Amerikaner unter anderem Thanksgiving zu verdanken. Zum Andenken an die erste Landung der Pilgrims an der Ostküste wurde von 1907 bis 1910 das „Pilgrim Monument“ erbaut. Das Monument ist die höchste, ganz aus Granit gebaute Struktur in den USA und ist eine Reproduktion des Torre Del Mangia in Sienna (Italien) Wer die 116 Treppen und 60 Rampen schafft und noch genug Luft zum Atmen hat, erhält einen sehr schönen Ausblick über Provincetown und Cape Cod. Bei gutem Wetter ist sogar die Silhouette von Boston zu erkennen.

Provincetown in Massachusetts hat sich in den letzten Jahren immer mehr zur Künstlerkolonie und Urlaubsregion – vor allem für Schwule und Lesben – entwickelt. Mitte der 70er Jahre zogen zunehmend Homosexuelle nach Provincetown an die Ostküste. 1978 wurde die Provincetown Business Guild (PBG) gegründet, die den Tourismus für Schwule und Lesben fördern sollte. Inzwischen sind über 200 Betriebe Mitglied der PBG. Sicherlich auch ein Grund dafür, warum Provincetown mittlerweile zu den bekanntesten Urlaubszielen von Homosexuellen an der amerikanischen Ostküste gehört.

Wer Provincetown auf Cape Cod besichtigt hat und etwas Romantisches oder auch Ruhe braucht, der sollte eine Dünentour mit dem Jeep machen. Von Provincetown geht es in kleinen Gruppen durch die Dünen der Insel. Am Ende jeder Tour wartet ein leckeres Barbecue am Strand, Sonnenuntergang inklusive. Auf dem Weg dorthin findet man jede Menge interessante Pflanzen, atemberaubende Ausblicke sowie tolle kleine Häuser in den Dünen, die weder fließendes Wasser noch Elektrik haben. Mehr Romantik geht nun wirklich nicht.

Weitere Reiseinformationen zu Boston

Anreise nach Boston

airberlin – airberlin fliegt seit Mai 2016 ganz neu von Düsseldorf nach Boston und bietet die Verbindung vier Mal pro Woche an. Immer dienstags, donnerstags, samstags und sonntags hebt ein Airbus A330-200 von airberlin in Düsseldorf ab. Anschlussflüge gibt es ab Berlin, Dresden, Hamburg, München, Nürnberg, Stuttgart sowie ab Sylt. Das Langstreckenflugzeug ist mit 290 Sitzen ausgestattet. Davon 19 in der Business Class und 271 in der Economy Class. Mehr Beinfreiheit bekommt man bei airberlin in der Economy Class, wenn man einen der 46 XL Seats bucht. Für 79€ pro Flug gibt es 20 Prozent mehr Beinfreiheit, die während der Flugzeit von rund sieben Stunden nach Boston für mehr Komfort sorgen. Übrigens eignet sich Boston auch als Ausgangspunkt für eine Rundreise durch Neuengland oder als Kombiziel mit New York. Zu den Angeboten von airberlin nach Boston.

Unser Test der airberlin-Business Class: Die Business Class im Airbus A320-200 hat 19 Sitzplätze, von denen jeder Gast seinen Platz vom Gang aus direkt erreichen kann. Die Sitze lassen sich zu einem Bett von 182cm Länge ausfahren, auf denen aber auch größere Passagiere bequem liegen können. Per Knopfdruck fährt der Sitz in verschiedene Positionen. Besonders raffiniert: die Massagefunktion. Jeder Sitz ist mit einem 15“-LED-Monitor mit Touchscreen, Fernbedienung und noise-cancelling Kopfhörern ausgestattet. Auch beim Essen wird nicht gespart: ein leckeres Drei-Gänge-Menü, kleine Snacks, ausgewählte Weine, Champagner und den für airberlin kreierten Mampe Cocktail lassen den Flug nach Boston schnell vergehen. Mehr zur Business Class von airberlin!


Beste Reisezeit nach Boston

Boston und Cape Cod haben von Juni bis August heiße, teilweise feuchte Sommer und von November bis Februar sehr frostige und teilweise stark verschneite Winter. Idealerweise becuht man die Stadt an der Ostküste der USA im April / Mai (Spätfrühling) oder im September / Oktober (Herbst). Wem aber die klimatischen Verhältnisse egal sind, der kann Boston das ganze Jahr über besuchen, da die Stadt das ganze Jahr reizvoll ist. Cape Cod ist im Winter so gut wie ausgestorben. Nur wenige Einwohner bleiben auf der Halbinsel, der Rest zieht in der kalten Jahreszeit in wärmere Regionen. Ein Tipp: Ende August, Anfang September startet das neue Semester, zu dem mehrere tausend Studenten nach Boston reisen.


Essen & Übernachten in Boston

Nine Zero – Das Nine Zero – Hotel ist ein kleines Boutique-Hotel in unmittelbarer Nähe zum Boston Common und zum Zentrum der Stadt. Die U-Bahn-Station Park Street ist nur wenige Meter entfernt. Die Zimmer sind in einem modernen Design gehalten und wer das Glück hat, in den höheren Etagen zu wohnen, der bekommt mit den Zimmern noch einen Blick über Teile der Stadt inklusive. Zum Hotel gehört eine Bar, die auch von den Einwohnern gerne aufgesucht wird. Zu den Angeboten des Nine Zero Hotels

Fairmont Copley Plaza – Es ist eines der traditionellsten Hotels in der Stadt und bietet mit der Oak Bar eine großartige Location, um gut und reichlich zu essen. Im Fairmont Copley Plaza wurden bereits Filme gedreht, weil die Kulisse des Hotels und der Bar im Stil der 50iger- und 60iger-Jahre gehalten ist.

Row 34 – Diese Austern Bar ist in ein Treffpunkt vieler Arbeiter und Einwohner von Boston. Es gibt im Row 34 natürlich Austern in allen Variationen und dazu unzählige Biere und Weine aus aller Welt.


Bezahlen in Boston

Die Währung in Boston und Cape Cod ist US-Dollar. Wer eine Kreditkarte besitzt, kann Bargeld direkt am Geldautomaten abheben. Geldautomaten befinden sich in Boston und in Provincetown auf allen größeren Straßen und in den meisten Einkaufszentren. In den Restaurants und Geschäften werden Kreditkarten der Marken Visa und Mastercard akzeptiert. Benötigen Sie eine Kreditkarte, mit der Sie auch in Boston kostenlos Geld beziehen können, finden Sie auf unserer Seite Geld im Urlaub eine Übersicht über kostenlose Kreditkarten.


Reiseführer für Boston

Es gibt zahlreiche Reiseführer über Boston und Cape Cod. Eine Auswahl finden Sie hier. Broschüren und weitere Infos gibt’s unter [email protected] oder Tel. +49 61 02 – 88479-160.

Hinweis: Die Reise fand auf Einladung von airberlin und Massachusetts Office of Travel und Tourism statt.

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Schwer am Feiern: Ein „Dorf“ als heimliche Partyhochburg von Kuba

Es ist schwülheiß. Der Deckenventilator wälzt die verbrauchte Luft um. Zigarettenrauch vernebelt die Blicke in der schwach beleuchteten Bar. Das „El Cambio“ ist der Insider- und Intellektuellentreff von Camagüey. Vor…

Es ist schwülheiß. Der Deckenventilator wälzt die verbrauchte Luft um. Zigarettenrauch vernebelt die Blicke in der schwach beleuchteten Bar. Das „El Cambio“ ist der Insider- und Intellektuellentreff von Camagüey. Vor allem am Wochenende schaut Jung und Alt herein, um zu debattieren und den neuesten Tratsch auszutauschen.

In dem angeregten Stimmengewirr versteht man fast sein eigenes Wort nicht. Geschweige denn das des Nebenmanns. Der schwergewichtige Typ mit dem weißen Bart am Tresen, dessen voluminöser Bauch an die runden Tonkrüge (tinajones) erinnert, die überall in Camagüey herumstehen und Wahrzeichen der Stadt sind, versucht es trotzdem: „Woher kommst du?“ „Deutschland.“ „Wie geht’s?“ „Gut.“ „Zahlst du mir ein Bier?“

Drei Fragen wie aus dem Effeff. Von der ersten bis zur letzten hat es keine fünf Sekunden gedauert. Die Reihenfolge ist ein Evergreen auf Kuba. Schnorren eine Art Volkssport. Weil nämlich auch Kubaner allzu menschliche Züge zeigen – und vor allem das begehren, was sie kaum oder nur schwer kriegen können. Zum Beispiel süffiges, kubanisches Bier statt billigeren Rum. Gegen harte Pesos, versteht sich. Aber den CUC (peso convertible), die Zweitwährung, hat nicht jeder im Portemonnaie. Je nach Laune zahlt man als Tourist ein Bier und hat dann – eventuell – seine Ruhe. Oder nicht. Weil es dann erst richtig losgeht. Nämlich kopfüber ins Nachtleben. Wie mit Pepe, dem schwergewichtigen Bärtigen vom Tresen.

Pepe ist ein lebendiges Nightlife-Inventar von Camagüey

Pepe ist eine Nachteule. Ein lebendes Nightlife-Inventar von Camagüey. Er weiß, wo was los ist. Und das ist in der drittgrößten Stadt Kubas nicht gerade wenig.

Mit der Bierdose in der Hand stapft Pepe über die Independencia. „Komm’ mit“, winkt er. Die Straße und der angrenzende Parque Agramonte sind voller Menschen. In der Mitte hat einer einen CD-Player platziert. Es läuft Salsa, ein paar Paare tanzen. Die Nacht ist schwarz, die Straßenbeleuchtung schummrig. Im gegenüberliegenden „Disko Café“ ist es kaum heller. Aber schön kühl. Wer es sich leisten kann zahlt ein paar CUC Eintritt. Drinnen läuft ein internationaler Mix aus House und Reggaeton. Ein paar wenige Touristen verlieren sich in dem Tanzschuppen. Der große Rest besteht aus Einheimischen.

Camagüey steht in erster Linie bei kulturinteressierten Kubabesuchern auf der Agenda. Kein Wunder, das Zentrum von Camagüey ist eines von vier Altstadtzentren auf der Karibikinsel, das zum Unesco-Weltkulturerbe zählt. Camagüey sticht vor allem wegen der vielen Kirchen aus Kolonialzeit heraus.

Dabei ist die Ausgehkultur auch nicht zu verachten. Sie steht unter jungen Kubanern hoch im Kurs. Wie bei Angel, der im Disko Café herumsteht. Er sei eigentlich aus Havanna, doch ihn ziehe es immer wieder nach Camagüey. „Hier macht es Spaß auszugehen, die Leute sind nicht so versnobt wie in Havanna“, sagt der 33-Jährige, der sich mit seinem martialischem T-Shirt und seinen langen Haaren eher als Hard-Rock- denn als Disko-Fan outet. „Klar“, sagt er, aber die Rockszene auf Kuba sei eher überschaubar, deshalb tanze er auch zu anderen Rhythmen. Sein größter Wunsch: einmal das Wacken-Festival live in Deutschland erleben.

Die Einwohner von Camagüey gelten als Feierbiester

Doch vorher wird in Camagüey gefeiert. Die Einwohner gelten als Feierbiester. „Vergiss Havanna!“, befiehlt Pepe. Und das obwohl die populäre noche camagüeyana, die in jedem Reiseführer angepriesen wird, vor einiger Zeit abgeschafft wurde. Samstags bevölkerten die Massen die Innenstadt. Doch wegen Lärm- und Geruchsbelästigung der Anwohner wurde die Stadtparty gestrichen – ganz bürokratisch. „Eine Schande“, sagt Pepe.

Doch das hält die Einwohner von Camagüey nicht vom Feiern ab. Schließlich gibt es noch genügend Plätze, Bars und Cafés. Vor allem entlang und etwas abseits der Republica, einer hübsch restaurierten Fußgängerzone mitten im historischen Stadtzentrum. Und vor allem spätabends. Dann sind die Temperaturen erträglich. Im Landesinneren von Kuba staut sich des Öfteren die Hitze, es fehlt die Meeresbrise. Ausladende Sonnenschirme gehören tagsüber wie die vielen Kirchtürme untrennbar zum Stadtbild. Und natürlich die Tonkrüge, die tinajones. Sie dienten einst als Regenauffangbehälter in der trockenen Region.

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Camagüey ist Hochschulstadt, die Bevölkerung ist jung und …

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… gibt sich hip und modern. (Artikelfotos: Martin Cyris)

Heutzutage geht es in Camagüey zumeist feuchtfröhlich zu. Und Pepe geht voran, mit einer weiteren gesponserten Bierdose in der Hand. Am Plaza de la Soledad kommt eine Gruppe von rund 30 Menschen jeden Alters entgegen, im Gänsemarsch. Der erste trägt das Party-Equipment vor sich her: einen Kassettenrekorder, Baujahr 1985, und eine Flasche Rum. Die anderen folgen. Tanzend, singend und wippend. Zwei Mittdreißiger, sie und er, scheren aus und reiben im Takt der Musik ihre Unterkörper aneinander. Polonaise camagüenese.

Feierwütig – diesen Ruf beansprucht irgendwie ganz Kuba. Doch Camagüey ist anders. Weil die drittgrößte Stadt des Landes die Infrastruktur einer Großstadt bietet, aber einen dörflichen Charakter bewahrt hat – und dadurch recht unkompliziert daherkommt.

Aus dem Café „Dolce Vita“ dringt Sixties-Musik. Beatles & Co. sind auf Kuba erstaunlich präsent. In größeren Städten gibt es Beatles-Bars. Seit ein paar Monaten steht auch eine in Camagüey namens „Yesterday“. „Das ist was für Ältere“, sagt Pepe verächtlich, der altersmäßig eigentlich selbst zur Oldies-Zielgruppe zählt, „komm’ weiter!“ Für ihn zählt nicht das Gestern, sondern das Hier und Jetzt.

Mojito und Bier fließen in Strömen

Und das tobt an diesem Abend auch in der Open-Air-Bar El Bambú auf der Republica. Eine Reggaeton-Band heizt live ein, Mojito und Bier fließen in Strömen. Da muss Pepe nicht zwei Mal bitten. Touristen sind kaum zu sehen, die kulturbeflissenen Camagüey-Besucher haben sich längst in die Altstadthotels zurückgezogen.

Ein Teil der Menge gibt sich ausgelassen und tanzt verschwitzt in den Morgen hinein. Der andere macht einen auf extravagantes Clubbing und chillt im Lounge-Bereich – Küsschen links, Küsschen rechts.

Die besten Küsschen gibt’s allerdings nicht im El Bambú sondern bei Josef. Nämlich Kokosbusserl, eine Nascherei aus Kokosflocken und viel Zucker. Der Österreicher betreibt in der Altstadt von Camagüey ein Restaurant mit Konditorei und Zimmervermietung. Es gibt Wiener Schnitzel, Sisi-Devotionalien und ein großes Wandgemälde vom Geburtshaus Mozarts, davor liegt ein kugelrunder tinajón. Die „Casa Austria“ ist eine echte Rarität, da es für Ausländer auf Kuba noch immer schwer ist ein eigenes Geschäft zu betreiben.

Doch Josef Haderer hat’s geschafft. Weil er mit einer Kubanerin verheiratet war und weil er sich in die lokale Szene „eingearbeitet“ hat, wie er sagt. Im überschaubaren Camagüey sicherlich kein Nachteil. „Hier kennt fast jeder jeden“, sagt Haderer, „Camagüey ist wie ein großes Dorf.“ Aber ein feierwütiges.

 

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Hinweis: Die Reise erfolgte mit Unterstützung von Condor.

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Zur Kartoffelernte auf Prince Edward Island

Leichtes Ruckeln stört meinen Schlaf beim Anflug auf Prince Edward Island. Die Insel an der Ostküste Kanadas, im Golf von St. Lawrence, sieht aus der Luft aus wie ein Halbmond….

Leichtes Ruckeln stört meinen Schlaf beim Anflug auf Prince Edward Island. Die Insel an der Ostküste Kanadas, im Golf von St. Lawrence, sieht aus der Luft aus wie ein Halbmond. Die kleinen schwarz-weißen Flecken auf den grünen Wiesen müssten Kühe sein. Die Insel ist durchzogen von zahlreichen Flüssen und umsäumt von vielen hellen Sandstränden. Wüsste ich es nicht besser – ich könnte auch über Schleswig-Holstein fliegen.

Die Hauptstadt von Prince Edward Island ist Charlottetown, in der rund 35.000 der 145.000 Einwohner der gesamten Insel wohnen. Die Stadt gleicht dabei in vielen Teilen einem alten Museum: alte Villen reicher Kaufleute, Prachtbauten ehemaliger Kapitäne und viele historische Gebäude sind in der Hafenstadt zu finden, die direkt am Trichter der Flüsse Hillsborough, Yorke und Eliot liegt. Charlottetown wurde nach der deutschen Prinzessin Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz benannt. Sie war die Frau von König Georg, dem III.

Landschaftlich wie Dithmarschen

Landschaftlich ist die Region auf Prince Edward Island wie Dithmarschen – flach, mit viel Weideland. Sogar die schwarz-weißen Rinder sehen aus wie die typische Holstein-Kuh aus Deutschland. 1864 wurde die Insel von Vertretern britischer Kolonien in Nordamerika dazu genutzt, um über eine neue politische Form der Zusammenarbeit zu verhandeln. Alle teilnehmenden Regionen traten dem neuen Bündnis 1867 bei, außer Prince Edward Island. Dennoch gilt die Insel heute als Geburtsort Kanadas und inzwischen gehört PEI, wie Prince Edward Island auch genannt wird – zum Staatenbündnis.

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Wer über Prince Edward Island fährt, kommt an der Kartoffel nicht vorbei. Überall sieht man riesige Felder mit Kartoffelpflanzen. Nicht ohne Grund, denn die kleine Provinz liefert rund ein Drittel aller Kartoffeln für den gesamten Staat.

Prince Edward Island hat die dickste Kartoffelskulptur

Knapp eineinhalb Autostunden von der Hauptstadt entfernt, liegt die kleine Stadt O’Leary, in der das „Canadian Potato Museum“ zu finden ist. Direkt vor der Eingangstür steht eine riesige Skulptur einer Kartoffel. Es ist das weltweit größte Modell einer Kartoffelknolle. Einen weiteren Weltrekord hält das Museum selbst: Die Sammlung von landwirtschaftlichen Geräten und Maschinen, die für den Anbau und die Ernte von Kartoffeln notwendig sind – ebenfalls einmalig auf der Welt. Mit dem Museum hat Prince Edward Island der Kartoffel ein Denkmal gesetzt, denn der Kartoffelanbau ist der wichtigste Wirtschaftszweig der Insel. Über eine Billion Dollar bringt der Handel mit dem Gemüse der Provinz jedes Jahr ein, Tourismus und Fischerei folgen auf den weiteren Plätzen.

Nur wenige Minuten von O’Leary entfernt liegt die Farm von den Brüdern Christopher und Derek Smallman. In der Erntezeit fahren schwere Trucks auf den Hof und bringen jede Menge frisch geerntete Kartoffeln vom Feld in die Halle. Auf dem Feld hat Derek Smallmann das Sagen, der inzwischen in der fünften Generation Kartoffeln auf Prince Edward Island säht und erntet. Auf seinem hochmodernen Traktor überwacht er die Geräte und sorgt dafür, dass möglichst alle Kartoffeln den Weg aus der Erde auf den Anhänger der Trucks finden. Damit der Traktor keinen Fleck auf dem Feld auslässt, hilft ein GPS-System dem Farmer dabei, die scheinbar unendlichen Weiten der Kartoffelfelder systematisch abzufahren. Die Kartoffeln werden mit einer Art riesigem Sieb automatisch aus der Erde auf ein Laufband gefördert, das von zwei Mitarbeitern auf Steine und andere Fremdkörper überprüft wird, um dann in hohem Bogen auf den Anhänger der Trucks katapultiert zu werden.

Die LKW’s fahren anschließend mit der Ladung auf den Hof der Smallmanns, wo Bruder Christopher mit seinem Team schon wartet. Nachdem der Truck die Kartoffeln mit Hilfe eines Förderbandes aus dem Anhänger lädt, sind drei Mitarbeiter damit beschäftigt, beschädigte Kartoffeln oder Steine aus der wertvollen Ladung zu sortieren.

Den Unterschied macht die unendliche Weite der Region aus

Die Kartoffeln werden dann weiter mit dem Laufband in eine riesige Halle gebracht, in der ein beweglicher Kran die Kartoffeln mit Links- und Rechtsbewegungen aufstapelt. Die Kartoffeln der Gebrüder Smallmann werden hauptsächlich zur Herstellung von Chips oder French Fries genutzt. Die Art der Ernte auf Prince Edward Island, unterscheidet sich kaum von der, wie die Kartoffeln hier in Europa geernet werden. Den Unterscheid macht die unendliche Weite der Region aus.

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Hinweis: Der Autor wurde von Canadian Tourism Commission auf diese Reise eingeladen.

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Aufgepäppelt und poliert in Summerland

Unter meinen Schuhen knirscht der Sand. Links und rechts von mir stehen halb zugedeckte, komplett mit einer weißen Staubschichte bedeckte alte Autos. In den grauen Regalen stapeln sich alte Spiegel,…

Unter meinen Schuhen knirscht der Sand. Links und rechts von mir stehen halb zugedeckte, komplett mit einer weißen Staubschichte bedeckte alte Autos. In den grauen Regalen stapeln sich alte Spiegel, Radkappen, überdimensionierte Radios und zerrissene Sitzpolster. Die Luft ist geschwängert mit Benzin, altem Öl und frischer Farbe. Ich fühle mich zurückversetzt in die Zeit von Elvis, Rock’n Roll und Oldsmobil. Keine Spur von moderner Technik, kein Fahrspur-Assistent, keine geschönten Abgaswerte: Was aus diesen Oldtimern rauskommt, ist der pure Sound der 50er und 60er-Jahre. Und den hört man in Kanada noch sehr oft.

Für Fans von alten Autos der Marken Ford, Lincoln, Oldsmobile oder Plymouth ist Summerland in British Columbia in Kanada ein Paradies. Versteckt in einer alten Fabrikhalle, abseits der Hauptstraße, befindet sich die Oldtimersammlung von Garnet Nixdorf, einem 81 Jahre altem Kanadier, der über 100 dieser alten Fahrzeuge besitzt. Rund 80 davon stehen in Summerland bei „Nixdorf Classic Cars“, der Rest verteilt in der ganzen Welt. Und die Bandbreite ist groß: Autos von 1936 bis 1970 sind in der Halle für 20 kanadische Dollar Eintritt zu besichtigen.

Das zerlegte Auto muss ein Oldtimer sein

Kanada - Summerland - BC - Joerg Pasemann (19 von 29)

Rick Schertner (64) weiß, wie Oldtimer wieder zusammengesetzt werden.

Hinter einer vergilbten Folie, die als Schutz vor einem Durchgang in eine weitere Halle hängt, steht ein zerlegtes, rotes Auto. Der Motor liegt vollkommen frei und funkelt teilweise mit neuen lackierten Bestandteilen. Die Karosserie wurde frisch lackiert und unterscheidet sich durch die runden Formen von den heutigen Autos. Auch das muss ein Oldtimer sein. Damals haben sich die Ingenieure beim Bau der Fahrzeuge noch mit wunderschönen Formen und nicht mit Strömungswerten auseinandergesetzt. Der Begriff „Strömungswiderstandskoeffizient“ oder „cw-Wert“ wurde erst in den 80er Jahren zum wichtigsten Wert der Automobilhersteller.

„Sag mal, was ist eigentlich mit Volkswagen los?“Vor dem Auto an einer Werkbank aus Holz steht Rick Schertner. Der 64-jährige Kanadier aus Penticton in Okanagan ist derjenige, der die Autos wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt. Mit ölverschmierten Händen und schmutzigem Overall schraubt er jedes Teil wieder da an, wo es ursprünglich hingehört. Viele Autos, die hier stehen, waren in einem sehr schlechten Zustand, bevor sie in Ricks Obhut kamen, sei es durch Unfall oder einfach nur durch Rost. Was es an Ersatzteilen nicht mehr gibt, wird entweder selbst hergestellt oder von anderen Modellen passend gemacht. Rick kann das. Er ist seit seiner Jugend dabei, Autos zu reparieren. Seine erste Frage, als er hört, dass ich aus Deutschland komme, handelt natürlich von dem Autothema dieser Tage: „Was ist eigentlich mit Volkswagen los?“, und schüttelt dabei fassunglos den Kopf.