Wer das Singspiel „Im weißen Rössl“ im Ohr hat und den Namen Wolfgangsee hört, denkt wahrscheinlich unweigerlich an Kanzlerurlaube und Kaffeefahrten angegrauter Herrschaften auf Ausflugsdampfern. Was soll’s – die Haare sind eh schon lang getüncht – und auch ich bin bei meinem Ausflug ins Salzkammergut endlich angekommen bei den Österreich-Fans.

Als Wahl-Mallorquinerin und großer Fan aller Balearen-Inseln bin ich an nacktes Fleisch ja gewöhnt – wahrscheinlich habt ihr die jüngsten „Schluss-mit-lustig“-Schlagzeilen über „Malle“ mitbekommen. Palmas Stadtväter haben dort per Dekret mehr Sittsamkeit im Straßenbild verordnet. Sprich: Die Urlauber sind angehalten, die City „ordentlich“ bekleidet und nicht mehr nur mit freiem Oberkörper oder im Bikini zu besuchen. An den Stränden herrscht dagegen Toleranz: Wer will kann an den Playas ungeniert die Hüllen fallen lassen, ohne Ärger erwarten zu müssen. In der Regel tummeln sich die Nackedeis aber geballt an bestimmten Strandabschnitten oder entlegeneren Küstenstreifen.

Vom Schafberg 1100 Meter ins Tal: Zur Belohnung gibt´s zittrige Knie und Wadenmuskelkater.

Vom Schafberg 1.100 Meter ins Tal: Zur Belohnung gibt´s zittrige Knie und Wadenmuskelkater.

Bequemer geht es mit der Schafbergbahn

Bequemer geht es mit der Schafbergbahn.

Splitterfasernackt auf 1.100 Höhenmetern

Meine jüngste Begegnung mit der Lust an der Entblößung hat mich aber doch einigermaßen überrascht – bei einer Wanderung im Salzkammergut vom Gipfel des Schafbergs hinab zum Wolfgangsee ist mir auf dem Abstieg – 1.100 Höhenmeter in drei Stunden bescherten ziemlich zittrige Beine – nur ein einziger Mensch begegnet, und der war bis auf Rucksack und Wanderschuhe splitterfasernackt. Er stiefelt gemächlich und mit einem freundlichen „Grüß Gott“ auf den Lippen über einen kleinen Klettersteig hinauf, während ich etwas peinlich berührt an der Engstelle warte und nicht so richtig weiß, wo hinschauen. Auf den Anblick seines schwingenden Schwengels hätte ich ehrlich gesagt auch gerne verzichtet. Ich werde doch nicht prüde sein? Und wundere mich jedenfalls: Bei vielleicht 13, 14 Grad fühle ich mich in einer leichten Jacke komfortabel. Dem guten Mann muss doch kalt sein!

Nackte Wanderer kühlen langsamer aus

Doch anscheinend weit gefehlt. Wie ich später in einem GEO-Interview mit einem FKK-Anhänger nachgelese, schwitzt man als Nacktwanderer angeblich weniger und man kühlt auch weniger schnell aus: Der Körper reguliere sich selbst bei jeder Witterung, wird der Nudist dort zitiert. Auch das Naturerlebnis soll noch einmal eine andere Qualität bekommen, wenn aber auch gar nichts zwischen Haut und Wald und Wasser steht. Wer neugierig geworden ist, kann ja mal bei nacktwandern.de reinschauen. Dort gibt es Tipps und Angebote zu organisierten Nacktwandertouren in der Gruppe.

Doch zum Ort des Geschehens: Der Ausflug auf den 1.783 Meter hohen Schafberg gehört zu den vielen Attraktionen, die die Berg- und Seenlandschaft des Salzkammerguts bietet. Keine Lust auf Wandern? Kein Problem: Eine rote Zahnradbahn windet sich bis zum Gipfel, während die Landschaft immer karger und spektakulärer wird. Der Panoramablick auf schneebedeckte Berggipfel, Fuschlsee, Mondsee und Wolfgangsee wird immer wieder von Nebelschwaden verdeckt. Doch so rasant wie die Wolken aufziehen, sind sie auch schon wieder verschwunden.

Nebelschwaden verhüllen den Gipfel des Schafbergs

Nebelschwaden verhüllen den Gipfel des Schafbergs.

In der Salzburger Region hat man es geschafft, Natur und Landschaft ohne schlimme architektonische Sünden touristisch zu erschließen. Die Infrastruktur für Wanderer und Radfahrer ist perfekt, die an Hotellerie und Gastronomie sowieso. Radler sollten ein bisschen Kondition mitbringen – oder ein E-Bike. Man kann zwar weite Strecken entlang der Seen zurücklegen, doch interessanter wird´s, wenn hin und wieder ein Hügel überwunden wird ins nächste Tal. Ein Muss an Regentagen ist für Urlauber ist der Besuch eines Salzbergwerks, etwa nach Hallstatt, wo man mit Bahn und auf Rutschen tief in den Berg und die Geheimnisse der Salzgewinnung eintaucht.

8. Zur Abwechslung mal in den Berg: Mit der Rutsche geht es in Salzbergwerk Hallstatt.

Zur Abwechslung mal in den Berg: Mit der Rutsche geht es in Salzbergwerk Hallstatt.

Zu Tradition und Trachten gesellen sich in der Salzburger Region Fashion und Design wie mit der gläsernen Red-Bull-Zentrale am Fuschlsee oder dem berühmten Feinschmeckertempel „Ikarus“ im „Hangar 7“ beim Airport, wo die besten Köche aus aller Welt jeweils für einen Monat ihre Küche auftischen. Kulinarische Höhenflüge garantiert!

Trachten und Tradition meets Fashion und Design. Red-Bull-Zentrale am Fuschlsee.

Trachten und Tradition meets Fashion und Design. Red-Bull-Zentrale am Fuschlsee.

Noch ein Tipp für Sparfüchse: Das Hotel habe ich auf Ebay gebucht. Unter Kurzreisen werden dort Hotelgutscheine versteigert oder zum Sofortkauf angeboten. Mit ein wenig Geduld tun sich dort echte Schnäppchen auf. Vier Nächte inklusive Halbpension im idyllisch gelegenen Vier-Sterne-Landhotel Alte Post in Faistenau haben wir für 270 Euro (2 Personen) ergattert. Zimmer, Wellnessbereich und Essen absolut in Ordnung! Wir kommen wieder…

Da sag ich auch: Auf Wiedersehen am Schafberg.

Da sag ich auch: Auf Wiedersehen am Schafberg.

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www.salzkammergut.at

www.schafbergbahn.at

www.salzwelten.at

www.hangar-7.com

www.nacktwandern.de

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