Museumsbahn Schönberger Strand im Reiseblog BREITENGRAD53

Wer wollte als kleiner Junge nicht schon immer Lokführer werden? Am besten bei so einer richtigen alten, öligen, fauchenden Lok, aus der viel Dampf rauskommt und die richtig schwer atmet, wenn sie losfährt. Ich war am Wochenende leider nur Gast auf einer Fahrt mit so einer Museumsbahn, aber da wird jeder große, alte Mann wieder zum Kleinkind, versprochen…

Ich muss gar nicht weit weg fahren, um mit so einer Dampflok fahren zu können. Quasi vor meiner Haustür führt einer Strecke der Museumsbahn Schönberger Strand entlang, die am Wochenende im Sommer viele große und kleine Kinder vom Bahnhof Schönberg zum Schönberger Strand transportiert. Schönberg ist ganz einfach mit einem Mietauto, mit Bussen oder dem eigenen Fahrzeug erreichbar und liegt nur einige Minuten von Kiel entfernt.

Was ich bisher gar nicht wusste: Die Schönberger sind die einzigen Museumsbahnen in ganz Deutschland, bei der nicht nur historische Eisenbahnzüge mit Dampf- und Dieselbetrieb oder uralte Triebwagen verkehren, sondern auch einzigartige historische Straßenbahnen ihre Runden drehen. Einige der Fahrzeuge sind schon über 100 Jahre alt.

Die Dampflok stammt aus Rumänien

Zurück zur Dampflok: Sie trägt die Nummer 131.060 und stammt aus Rumänien. Seit einigen Jahren zieht die schwarze Lok, die derzeit einer Privatperson gehört, an einigen tagen die ebenfalls alten Abteilwagen der Museumsbahn. Gestartet wird am Bahnhof in Schönberg mit Zwischenhalt in Stakendorf und endet fast direkt am Ostseestrand. Der Bahnhof Schönberger Strand ist nur einige hundert Meter von der Ostsee entfernt und damit gerade für Familien eine tolle Abwechslung zum Badealltag und eine fast einmalige Möglichkeit, so alte Züge oder Straßenbahnen anzufassen.

Was mich an den alten Zügen so fasziniert? Ich finde die Sichtbarkeit der Technik so toll. Kein Plastik und kein Kunststoff umhüllt Wellen oder Lager. Hier trieft und tropft Wasser oder Öl, da dampft und zischt es aus einigen Ritzen, aber die alte Dame fährt trotzdem. Wenn auch schwer atmend und mit viel Qualm aus dem Schornstein. Wer auf dem Plateau des ersten Wagens nach der Lok steht, sollte daher tunlichst keine weißen Klamotten tragen. Denn auch das gehört zur Museumsbahn: Asche. Schließlich wird die Lok mit Kohle angetrieben und wenn der Lokführer und seine Gehilfen kohleverschmiert aus dem Fenster schauen, sieht man die gute alte Zeit der Bahn vor sich.

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