Genau genommen verdankt Miami seinen Aufschwung der Prohibition. In den Zwanzigern herrschte in den USA weitestgehend ein strenges Alkoholverbot, in der kleinen Stadt an der Biscayne Bay wurde dieses jedoch ignoriert. Zudem war auch das Glücksspiel hier erlaubt und so zog es viele Tausend Menschen aus den nördlichen Gefilden der Neuen Welt in den Süden Floridas. Es setzte ein gigantischer Bauboom ein, der darin mündetet, dass die winzige 300-Seelen-Ortschaft zur „Magic City“ wurde.

Die Skyline an der Küste des Atlantik war derartig schnell gewachsen, dass es manchen Bewohnern von Miami fast schon wie Zauber vorkam. Der nächste Aufschwung setzte 1980 ein, als sich ca. 125.000 Exilkubaner in der City am Miami River niederließen. Leider waren unter den von Fidel Castro ausgewiesenen Exilanten auch rund 5.000 Schwerkriminelle. Die Folgen des sich nun entspinnenden Drogenkrieges ließen nicht lange auf sich warten und innerhalb kürzester Zeit avancierte Miami zur Drogenhauptstadt Nr.1. Das kolumbianische Medellin-Kartell tat das Seinige dazu, so dass 1981 mobile Kühlwagen zur Entlastung der überfüllten Leichenhäuser der Stadt eingesetzt werden mussten.

Miami heute

Diese wilden Zeiten gehören nun glücklicherweise der Vergangenheit an, denn der Tourismus erwies sich ebenfalls als eine sprudelnde Einnahmequelle, so dass die Verantwortlichen hart durchgriffen, um dem gefährlichen Treiben ein Ende zu setzen. Heute sprechen circa 70% der Einheimischen Spanisch als Muttersprache, doch arbeiten sie jetzt als Kellner, Hot-Dog-Verkäufer oder besitzen gar eine Hotelkette oder eine Autovermietung.

Miami ist nunmehr immer noch eine aufregende Stadt, jedoch im positiven Sinne. Die in der Nähe liegenden Everglades, Key West und der häufig in Miami ausgetragene Superbowl machen die zweitgrößte Stadt des Sunshine States attraktiver denn je. Ein Einkaufsbummel auf dem Ocean Drive im Süden des Miami Beach mitten im Art Déco District ist sicher kaum zu toppen. „Sehen und gesehen werden“ ist das Motto, sei es am Beach oder in der City.

Miami on the move

Wer in Miami seinen Urlaub verbringt, der muss und möchte natürlich mobil sein. Ein gemietetes Auto ist sicher die beste Alternative, denn das Straßennetz ist außerordentlich gut ausgebaut und die Preise für einen Mietwagen in Miami vergleichsweise günstig. Preiswerter ist wohl nur noch die innerstädtische Hochbahn Miami-Dade Metrorail, denn ihre Benutzung ist völlig kostenlos. Doch was ist eine Fahrt in solch einer fahrerlos betriebenen S-Bahn gegen eine rasante Tour im Cabrio entlang des U.S. Highways Nr.1, der durch das Stadtgebiet führt. Die Straßen hier sind top, doch auch das hat seinen Preis. Der SunPass macht es möglich. Mit Hilfe dieser elektronischen Karte werden fällige Mautgebühren beim Passieren der Mautgrenze automatisch eingezogen. Bei den meisten ansässigen Autovermietungen ist ein solcher SunPass im Service inklusive, so dass sich der Besucher um die Bezahlung der „Toll“ keine Sorgen machen muss.

Relaxen mit Stil

Im heißen und zumeist auch relativ feuchten Klima von Miami verspricht oft nur ein Aufenthalt am Strand Abkühlung. Viele Hotels bieten zu diesem Zweck Strandkabinen oder Tageszimmer mit Full Service an. Eine kühle Dusche, ein erfrischender Drink und ein mittägliches Nickerchen im Schatten sind auf diese komfortable Weise in stilvoller Umgebung möglich. In verschiedenen Hotels wird gegen eine kleine Gebühr sogar für Nichthotelgäste das Gepäck aufbewahrt.

Spa, Sport, Exkursionen und natürlich das berühmt-berüchtigte Nightlife machen Miami zu einem Urlaubsziel, das mehr zu bieten hat als Sonne und Beachball. Allerdings sollte der interessierte Besucher es nicht verpassen, täglich den Wetterbericht zu studieren. Vom 1. Juni bis zum 30. November herrscht in Miami die Hurrikan-Saison. Das National Hurricane Center der USA hat nicht so ganz ohne Grund seinen Sitz in dieser Stadt.

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