Lübeck: Stadt-Liebe-Auszeit mit ganz viel Hygge
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hyggelig – Das erste Wort, das Frank bei unserer Ankunft über die Lippen kommt. Kleine wunderbare Momente, freundliche Menschen und nette Orte. Er ist Skandinavier und hat einen Namen für dieses Gefühl. Und das alles finden wir in Lübeck. Auf unserem Städtetrip. Gemütliche hanseatische Gassen, blühende Blumen, kleine Läden, Kleinkunst und individuelle Manufakturen. Sogar das Wetter spielt mit. Sonnenstrahlen wärmen unsere Nasenspitzen, während wir in die Sonne blinzeln und den süßen Geschmack des Lübecker Marzipans genießen.

Ankommen: Relax and take it easy

Die Anreise von Kiel nach Lübeck ist einfach und entspannt. Wir haben uns für das Auto entschieden. Bei guter Musik und vorbeifliegenden Landschaften fahren unserer Köpfe nach einer intensiven Arbeitswoche langsam runter. Und nach nur 90 Minuten fahrt erreichen wir unser Ziel. Unser Auto parken wir entspannt in der Nähe der Musik- und Kongresshalle.

In Lübeck ist alles nah beieinander. Wir entscheiden uns ganz entspannt entlang der Trave in Richtung unserer Unterkunft zu spazieren. Die historische Altstadt-Insel zwischen der Trave und dem Elbe-Lübeck-Kanal ist von den Resten der mittelalterlichen Stadtmauer mit den erhaltenen Stadttoren Burgtor und Holstentor sowie einigen Befestigungswerken sowie Hafenanlagen aus dem 19. Jahrhunderts umgeben. Die Luft ist noch mild – ein Restsommer mit wunderbaren Farben am Himmel begleitet uns in den Abend.

I love: Fisher‘ s Loft

In einer kleinen Gasse auf der Lübecker Altstadtinsel in der Fischergrube finden wir unsere Unterkunft für unser Paar-Wochenende – das Fisher’s Loft Hotel Garni. Einfach wunderbar! Alte Laternen beleuchten den Weg zum Hotel. An der Straße parkt ein Oldtimer. Wir fühlen uns in der Zeit zurückversetzt. Kein Wunder, denn der über 250 Jahre alte Rokoko Speicher befindet sich im Marien-Magdalenen-Quartier. Hier lebten im 13. Jahrhundert die Fischer in der Nähe des Travehafens. Das historisches Seefahrerviertel, liegt mittendrin – im Weltkulturerbe der Lübecker Altstadt. Und hier finden wir das typisch hanseatische Flair.

Wir checken ein und entdecken ein liebevoll restauriertes Juwel. Mit Blick fürs Detail ist es hier gelungen, den ursprünglichen Charme dieses Speichers mit den Annehmlichkeiten der heutigen Zeit zu kombinieren. Raffinierte Lichtkonzepte, sorgfältig ausgewählte Möbel und ein offen gestaltetes Raumkonzept – wir fühlen uns sofort zuhause. Design kombiniert der Inhaber mit hyggeligen Details – neben Blumenarrangements warten zwei Herzen aus Marzipan auf uns. Obst und Gemüse für das Frühstück wird hier aus der Region bestellt. Selbst die Leinenbettwäsche wurde eigens für die Gäste angefertigt. Eine Flasche Portwein auf einem kleinen Tischchen oder das Lieblingsbuch des Inhabers – jedes Detail ist mit Liebe ausgesucht und mit Botschaften versehen. Das macht diesen Ort für uns zu etwas Besonderem.

The Newport – Fish und maritimes Flair

Unser Ziel für einen netten Freitagabend zu zweit ist das „The Newport“. Nicht weit entfernt vom Hotel flanieren wir entlang der Trave und überqueren die Drehbrücke auf der Willy-Brandt-Allee. In relaxter Hafenatmosphäre klackern die Wanten der Schiffe leise im Wind und leichtes Plätschern des Wassers ist hier zu hören. Im Restaurant sieht es sehr gemütlich aus. Unterschiedlichste Menschen sitzen zusammen. Reden, lachen und feiern. Genießen ihren Urlaub oder den Start in das Wochenende.

Freundlich werden wir begrüßt. Geschäftig flitzen die Köche flink hin und her. Jeder Handgriff sitzt. Das Personal ist sehr freundlich und umsorgt die Gäste mit entspannter Aufmerksamkeit. Wir entscheiden uns für Fisch. Hier wird mit frischen Zutaten gekocht – das ist sicher. Passend zum nahenden Herbst bestellen wir uns Kürbissuppe und Ziegenkäse dazu. Hier wird frisch und nach den Jahreszeiten gekocht. Wer Wein liebt findet hier außerdem eine ausgezeichnete Auswahl verschiedenster edler Tropfen.

Lübeck am Morgen und Frühstück im Café Affenbrot

Alte Zeiten, alte Freunde, schöne Erinnerungen – das alles verbinde ich mit dem Cafè Affenbrot. Nach einem ausgedehnten Spaziergang durch die Lübecker Altstadt, mit Kleinkunst & Co. finden wir hier eine studentisch, künstlerisch alternative Atmosphäre. Hier treffen sich am Samstagmorgen die Lübecker, Mütter mit Kindern oder auch Backpacker, die auf einem Städtetrip sind. Multikulti und kunterbunt genießen wir unser sehr leckeres vegetarisches Frühstück bevor wir unsere Sightseeing-Tour starten.

Hanseatisch – Holstentor & Co.

Entspannung. Bummeln. Genießen. Unter diesen Vorzeichen geht es für uns – bei strahlendem Sonnenschein – weiter durch die Stadt. Die Lübecker Altstadt ist in jeder Hinsicht besonders. Der historische Kern ist das größte deutsche Flächendenkmal des UNESCO-Welterbes. Er liegt auf einer 100 Hektar großen dicht bebauten Insel. Die typischen Giebelhäuser stammen aus unterschiedlichen Epochen und prägen das Gesicht Lübecks. Über kleine Gänge erreicht man die typischen Hinterhöfe. Wir flanieren entlang kleiner Gassen, entdecken viele kleine Manufakturen – Künstler siedeln sich hier gern an.

Am Holstentor legen wir eine Pause ein und genießen unsere Zweisamkeit. Etwas abseits der Touristen. Von überall strömen sie zum Holstentor, um eines der typischen Lübeck-Bilder zu fotografieren. Auch der Marzipaneinkauf darf auf keinen Fall fehlen.

Lübeck auf dem Wasserweg erkunden

Boat Now! Das ist das Motto unseres Boot-Vermieters. Lübeck auf dem Wasserweg erkunden, ist eine wundervolle Möglichkeit, die Stadt aus einer ganz anderen und noch entspannteren Perspektive zu entdecken. Die Boote werden elektrisch angetrieben. Wir brauchen weder Erfahrung noch einen Bootsführerschein, zum Starten. An der Obertrave steigen wir in unser Elekro-Boot und surren nach einer kurzen Einweisung langsam los. Gemächlich schippern wir zwei Stunden rund um die Lübecker Altstadt und genießen die Ruhe an Board. Jetzt heißt es noch einmal alle Lübeck-Highlights vom Wasser aus zu entdecken. Das Holstentor, die Musik- und Kongresshalle, die Media-Docks und den Museumshafen – wir entdecken unser Auto vom Wasserweg aus und schleichen uns durch einen Seitenarm der Trave. Auch die Ruderer sind gerade aktiv. Angler stehen am Wasser und versuchen ihr Glück. Pärchen sitzen händchenhaltend am Ufer. Ein entspannter Nachmittag.

Städtetrip Lübeck: Abendstimmung St. Petri

Den Ausblick auf Lübeck haben wir extra für den Abend eingeplant. Nach einem Spaziergang zur St. Petri Kirche fahren wir mit dem Fahrstuhl auf die Aussichtsplattform. Hier sehen wir die Schönheit Lübecks wieder aus einer anderen Perspektive. Während die Menschen wie kleine Käfer geschäftig in weiter Ferne herumwuseln, genießen wir den leichten Wind und die untergehende Sonne, die die Stadt in ein warmes Licht hüllt.

Essen in guter Schiffergesellschaft

Wir spazieren wir durch die Nacht zum Abendessen in die „Schiffergesellschaft“. Wie fast alles in Lübeck hat auch dieses Restaurant eine lange Tradition. Die Stadt Lübeck und die Schiffergesellschaft haben viele Zeiten gemeinsam durchlebt. Kriege und Herrschaften überstanden. Der große Saal der Schiffergesellschaft ist über die Jahrhunderte fast unverändert geblieben. Auch das Hansezimmer und Kapitänssalon, nehmen die Besucher mit auf eine Traditionsreise in die Vergangenheit. Hier sind die alten Zeiten spürbar. Die Schiffergesellschaft war und ist immer noch ein Ort der Begegnung.
Wir finden kaum einen Platz – alle Räume sind gefüllt mit lebendigem Geplauder und unterschiedlichen Sprachen. Neben alt Eingesessenen, Geschäftsleuten, treffen sich hier Gesellschaften und Paare. Am Nachbartisch sitzt eine japanische Familie und testet die typisch hanseatische Küche. Wir halten uns an die Empfehlung im „Extrablatt“ und genießen gute deutsche Küche. Dabei reisen wir im historischen Flair zurück in der Zeit.

Fräulein Brömse bittet zu Tisch

Ein besonderer Hygge-Moment ist unser Frühstück am Sonntagmorgen. Die Stadt ist noch verschlafen während wir bei leichtem Nieselregen in Richtung Hansemuseum spazieren. Inmitten von Lübeck und dennoch gut versteckt finden wir dort auf dem Gelände das Café „Fräulein Brömse“. Dass das Cafè genau dort liegt, hat einen Grund. Das Fräulein Brömse war ein besonderes Fräulein. Adelheid Brömse wurde 1471 in Lübeck geboren und war die älteste Tochter des Lübecker Bürgermeisters. Als Zisterziensernonne und Äbtissin des St. Johannisklosters war sie auch eine gestandene Kauffrau der damaligen Hansezeit. Die gesamte Familie war bekannt als bedeutende Kaufmannsfamilie für die Hanse und ist deshalb eine gute Wahl für den Namen des Cafés.

Gleich nach Eintreten in das Café kriecht uns der Geruch von frischgebackenem Kuchen in die Nase. Liebevoll eingerichtete Räume machen diesen Ort besonders und gemütlich. Das Geschirr ist kunterbunt, wie bei Oma. Jedes Teil ist ein Unikat und die unterschiedlichen Muster verbreiten gute Laune und ein warmes Gefühl. Und gebacken? Wird hier natürlich selbst. Die Backstube ist nur eine Tür entfernt und diese steht offen, so dass wir sehen können wie all die Leckereien entstehen. Kleine Kunstwerke. Auch für unser Frühstück ist alles handgemacht: fruchtige Marmelade, frisches duftendes Brot, Rührei und guter Kaffee. „Fräulein Brömse“ legt sehr viel Wert auf natürliche Zutaten. Das schmecken wir!

Günter Grass trifft Willy Brandt

Wenn es einen Ort gibt, der sich sehr gut bei weniger gutem Wetter entdecken lässt, dann ist es Lübeck. Eine Vielzahl an Ausstellungen und Museen zur Geschichte, Kultur und Kunst gibt es hier. Wir entscheiden uns am regnerischen Sonntag für das Günter-Grass und das Willy-Brandt-Haus.

Inmitten der Lübecker Altstadt liegt das Günter-Grass-Haus. Das Museum widmet sich dem literarischen, malerischen und plastischen Schaffen des Literaturnobelpreisträgers Günter Grass. Begleitend gibt es wechselnde Ausstellungen, wie z.B. im Moment „Grass, Kehlmann und die Welt des Barocks“. An interaktiven Medienstationen tauchen wir hautnah und lebendig in das Leben von Günter Grass ein. Bewundern seine detaillierten Zeichnungen mit denen er alltäglichen Dinge eingefangen hat. Einige seiner Skulpturen können wir im Garten bewundern. Von dort geht es für uns direkt durch den Übergang in das Willy Brandt-Haus.

Das Willy-Brandt-Haus selbst versteht sich als Ort der Auseinandersetzung über Geschichte und Gegenwart und als ein Lernort für Zeitgeschichte in der Geburtsstadt des Friedensnobelpreisträgers. Das ist auch das überwiegende Gefühl, welches uns begleitet während wir uns mit unserer eigenen Geschichte auseinandersetzen. Statements zum Mauerbau, wie auch der persönliche Lebensweg von Willy Brandt nehmen uns gefangen. Die Ausstellung wird mit vielen interaktiven Elementen kurzweilig aber auch nachdenklich inszeniert. Ein guter Moment, um aus Lübeck Geschichte mit nach Hause zu nehmen.

Tipps & Informationen zu Lübeck

Die Hansestadt Lübeck ist eine kreisfreie Großstadt im Norden Deutschlands und im Südosten Schleswig-Holsteins an der Lübecker Bucht, einer Meeresbucht der Ostsee. (Quelle: Wikipedia)

Planung: Die Reise wurde mit dem Tool stadtliebe2Go geplant, und im Rahmen der Triptester-Kampagne der Marketingkooperation Schleswig Holstein durften wir diesen Trip testen.

Anreise:  Mit dem Auto über die B76 aus Richtung Kiel kommend oder über die A1 aus Richtung Hamburg kommend, oder über die A20 aus Richtung Rostock kommend. Auch mit der Deutschen Bahn oder Flixbus lohnt sich eine entspannte Anreise.

Unterkunft und Essen:

Aktivitäten


Hinweis in eigener Sache: Die Reise für diesen Beitrag wurde zum Teil unterstützt von Veranstaltern, Hotels, Fluglinien und/oder Tourismus-Agenturen. Wir legen sehr großen Wert auf eine unabhängige und neutrale Berichterstattung, daher sind die Meinungen, Eindrücke und Erfahrungen der jeweiligen Autoren ihre eigenen.

Greta Pasemann
Greta Pasemann hat in ihrem Leben schon viele Länder auf dieser Welt gesehen. Sie geht leidenschaftlich gerne Wellenreiten und liebt die Natur.

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