Lappland – es ist das Land, in dem die Sonne im Sommer nicht unter – und im Winter nicht aufgeht. Es ist die Heimat des Weihnachtsmannes und der Rentiere. Meine kleine Reise durch das schöne Finnland führt mich von Rovaniemi nach Nuorgam, dem nördlichsten Punkt Finnlands und der Europäischen Union. River Rafting, Lachs- und Hechtangeln und andere wilde Sachen stehen auf dem Programm.

Inzwischen ist es fast egal, wie spät es ist, denn ich kann mich ohnehin nicht an die 24-Stunden-Helligkeit gewöhnen. Ich erinnere: In dieser Jahreszeit geht in Lappland die Sonne nicht unter, sie scheint also 24 Stunden. Irgendwann werde ich wach. Heute geht’s gleich mehrfach aufs Wasser: Tenojoki River, Lake Inarijärvi und auf den River Juutuanjoki. Ein Vorteil, wenn der Tag 24 “helle” Stunden hat. Man erlebt viel…

Bis zu 130 Tonnen Lachs werden pro Jahr aus dem Teno gezogen

Mit dem Boot auf dem Teno

Mit einem typischen Boot geht’s auf dem Teno auf Lachsfang. Einheimische lassen sich mit dem Boot treiben und angeln mit Kunstköder. Beißt ein Fisch an, wird er mit dem Boot in Richtung Land gezogen.

Der Tenojoki River ist auf der Welt sicher einer der bekanntesten Flüsse unter den Anglern. Hier wird Wildlachs aus dem Wasser gezogen, bis die Peitsche kracht. Der “Teno” ist 360 Kilometer lang und verläuft rund 250 km als Grenzfluss zwischen Norwegen und Finnland. Er mündet in den Tenafjord des Eismeeres. Bis zu 130 Tonnen Lachs werden hier jährlich aus dem Fluss gezogen. Unglaublich, wenn man bedenkt, dass alle Fische mit der Route geangelt werden. Wir sind mit dem Inhaber des Holiday Village Nuorgam, Raimo Hekkanen, mit einem typischen Boot auf den Fluss unterwegs, und ich durfte selbst mal auf Lachsjagd gehen. Leider ohne Erfolg. Dennoch durtfte ich mir Bilder von Raimos selbst gefangenen Lachsen ansehen. Ich bin auch seit meiner Kindheit Angler und wusste gar nicht, dass diese Fischart so groß werden kann. Aber kosten durfte ich einen frisch gefangenen Lachs. Eigenhändig zubereitet von der Chefin Marjatta Holmberg persönlich. Traumhaft lecker…

Lappland - Mit dem Boot auf dem Tenojoki River

Bei Wind oder Regen geht’s im Boot auf den Tenojoki River – Lappen sind halt echte Kerle.

Lappland: Tausche Angelroute gegen Schwimmweste

Vom “Teno” zum River Juutuanjoki – tausche Angelroute gegen Schwimmweste, Helm und Paddel. River Rafting steht auf dem Programm und mir ist schon etwas mulmig zumute. Der Juutuanjoki ist ein rund zehn Kilometer langer Fluss in Lappland, der gerne als Rafting Revier genutzt wird und einige – für Anfänger wie mich – nette Stromschnellen bietet. Alleine die Austtattung mit Rafting-Bekleidung dauert gefühlt eine Ewigkeit, aber wer möchte schon gerne nass werden? Schon gar nicht in so kaltem Wasser. Und schon gar nicht bei einer Rafting Tour mit einem Schlauchboot, das – ist man erstmal ins Wasser gefallen – einfach weiterschwimmt. Gesagt getan. Rein in die Klamotten, rein ins Boot und beide Füsse irgendwo festkrallen. Auf dem Weg zur ersten Stromschnelle lernen wir die Kommandos des Bootsführers kennen, der uns immer wieder klar macht, dass jeder Einzelne wichtig ist, um nicht zu kentern. Es waren knapp zehn kleinere und größere Stromschnellen, die zeitweise eine Menge Adrenalin in die Adern gepumpt haben. Immer wieder spritze das Wasser ins Boot und alle waren wie ferngesteuert von den Kommandos des “Kapitäns” wie wild am paddeln.

Wir haben es gerade so geschafft, um es kurz vorweg zu nehmen. Wirklich kritisch war es eigentlich nur bei einer Stromschnelle. Das Wasser hat eine ungemeine Kraft und man bekommt kurz “Schnappatmung”, wenn die Welle nebenan höher ist, als die Bordwand des Gummibootes. Wirklich eine tolle Sache, die man unbedingt mal machen sollte. Vorausgesetzt man hat keine Angst davor vielleicht doch mal ins Wasser zu fallen.

River Rafting auf dem

Für Anfänger sehen so gefährliche Stromschnellen aus. Der River Juutualoki ist etwa zehn Kilometer lang und hat für Rafting-Neulinge einige Momente der “Schnappatmung” parat, wie diese Stromschnelle mit dem Namen “Ritakoski”.

Finnland, Norwegen und Russland – Drei Grenzen an einem See

Etwas entspannter geht es nach der Rafting- Tour weiter. Mit einem Schiff geht es diesmal auf den Lake Inarijärvi. Es handelt sich hierbei um den drittgrößten See Finnlands, auf dem immerhin fast 3.000 Inseln zu finden sind. Die tiefste Stelle ist rund 92 Meter tief und der See stößt gleich an drei Ländergrenzen: Finnland, Norwegen und Russland. Ich bin auf dem Schiff, um endlich mal Fische zu fangen. Aber leider lässt mich auch hier mein Anglerglück im Stich. Mein Kollege, der noch nie eine Angel in der Hand hatte, zieht nach wenigen Versuchen einen fast einen Meter langen Hecht aus dem Wasser. Ist das ein Zeichen? Auf alle Fälle zappeln Hecht und Kollege fast gleich stark um die Wette: Der Fisch kämpft ums Überleben, mein Kollege offensichtlich auch. Nach wenigen Minuten hat der Hecht gewonnen und fällt zurück ins Wasser. Immerhin ein Beweis dafür, dass hier jeder Angler etwas fangen kann. Nach knapp einer Stunde geht’s zurück an Land. Ein Blick auf die Uhr. Es ist kurz vor 24 Uhr. Die Sonne lacht! Ich bin in Lappland…

Angeln auf dem

Angeln auf dem drittgrößten See Finnlands, der gleichzeitig an drei Länder grenzt – der Lake Inarijärvi.

Blick von einer der rund 3.000 Inseln auf dem

Blick von einer der rund 3.000 Inseln auf dem Lake Inarijärvi.

Wer neben dem ganzen Angeln noch Zeit für andere Dinge hat, der sollte unbedingt den Lemmenjoki-Nationalpark besuchen. Vielleicht kehrt ihr ja als reiche Menschen zurück? Hier kann man nach Gold suchen, genauer gesagt Gold waschen. Seit dem 19. Jahrhundert wird hier nach dem gelben Edelmetall gesucht. Und tatsächlich hat hier ein richtiger Gold-Rausch nach dem Zweiten Weltkrieg eingesetzt. Um 1940 waren hier bis zu 110 Familien auf der Suche nach Gold. Auch heute wird hier noch – teilweise maschinell – Gold gewaschen. Ich hab auch was gefunden. Um allerdings reich damit zu werden… Naja…

Gold waschen in Lappland

Kaum zu glauben, dass hier um 1940 ein wahrer Goldrausch entstanden ist. Im Lemmenjoki-Nationalpark gibt es einige Möglichkeiten, dem gelben Edelmetall hinterher zu jagen.

Den ersten Teil meiner Reise findet Ihr hier.

[learn_more caption=”Weitere Infos zu Lappland gibt es hier”]

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Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung von LMG Management GmbH und Lapland – The North of Finland project.