Blick von der Fähre auf Miami

Wer die kubanische Kultur in Florida etwas näher kennenlernen möchte, kann den Stadtteil “Little Havana” in Miami mit einem Mietwagen besuchen, dessen Name von der kubanischen Hauptstadt Havanna abgeleitet wurde (Schreibweise in Spanisch: Habana Pequeña). Hier leben je nach Zählung und Bestimmung der Stadtteilgrenzen zwischen 50.000 bis 76.000 Menschen, vorwiegend kubanische Einwanderer und Ethnien aus anderen lateinamerikanischen Staaten, das bevorzugte Idiom ist daher Spanisch. Die Anreise gelingt sehr einfach über einen Mietwagenverleih in Miami, Little Havana beginnt östlich der 27th Avenue in Miami, wo diese in die Calle Ocho führt. Die 8th setzt sich hier als One-Way in östlicher Richtung fort.

Sightseeing in Little Havana

Nicht nur als folkloristischer Anziehungspunkt für Touristen, auch als kulturelles Zentrum von Miami spielt Little Havana eine bedeutende Rolle. Gesellschaftliche und politische Aktivitäten bündeln sich hier, einige Festivals sind über die Landesgrenzen hinaus bekannt, darunter das Calle Ocho Festival, der kulturelle Freitag (Viernes Culturales) oder die Three Kings Parade. Diese Ereignisse werden alljährlich im amerikanischen Fernsehen übertragen, wobei die Exilkubaner in Little Havana hoffen, dass ihre Landsleute in Kuba die Sendungen wenigstens teilweise mitverfolgen. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten gehört in der SW 8th Street der Calle Ocho mit einer eigenen Walk of Fame für Künstler wie Gloria Estefan, Celia Cruz und Willy Chirino, der kubanische Memorial Boulevard, das Tower Theater, die Plaza de la Cubanidad, der Jose Marti und der Domino Park, das Walgreens Building und das Municipio de Santiago. Little Havana gilt als erste Anlaufadresse und mit Abstand größter Schmelztiegel von Exilkubanern auf dem Globus. Der Stadtteil ist durch typisches kubanisches Flair mit Straßenmusik, durch ausgezeichnete Restaurants, viele kleine Geschäfte und lebhafte Straßenszenen gekennzeichnet. Die Einwohner begegnen sich mit großer Wärme und entfalten für ihre Idee eines freien Kuba viel politische Leidenschaft.

Entstehung von Little Havana

Seit den 1960er Jahren flohen Kubaner über das Meer nach Florida und gründeten in Stadtteilen amerikanischer Kommunen ihre eigenen Zentren, von denen Little Havana zum größten heranwuchs. Andere Lateinamerikaner ließen sich ebenfalls in unmittelbarer Nachbarschaft der Kubaner nieder, weil auf diese Weise die Integration zunächst am leichtesten erschien. Der Anteil der Einwohner mit Spanisch als Muttersprache liegt heute (2013) bei 98 Prozent, in Little Havana ist Englisch eine Zweitsprache. Unter allen Einwohnern beträgt der Anteil der Kubaner heute rund 60 Prozent, er ging in den 1990er Jahren von früher über 80 Prozent zurück. Die übrigen Hispanics stammen aus Honduras, Nicaragua und weiteren lateinamerikanischen Ländern. Die Begrenzung von Little Havana verläuft fließend, daher auch die schwankenden Angaben zu den Einwohnerzahlen. Als Westgrenze kann die West 37th Avenue/Douglas Street angenommen werden, die Ostgrenze verläuft bei Calle Ocho/8th Street, die Nordgrenze bildet der Miami River und die Südgrenze die 11th Street bis zur 12th Avenue, die wiederum in die West 37th Avenue einmündet. Die Bevölkerung von Little Havana ist nicht reich, das Durchschnittseinkommen liegt bei reichlich 15.000 Dollar pro Jahr.

Besuchenswert in Little Havana

Wenn es in die Terminplanung eines Reisenden passt, kann er am letzten Freitag eines beliebigen Monats den Viernes Culturales – den kulturellen Freitag – besuchen. Inmitten der Calle Ocho finden Veranstaltungen mit Entertainern, Musikern, Malern, bildenden Künstlern und Vertretern anderer Sparten statt, die sich aus dem talentierten Nachwuchs von Little Havana rekrutieren. Die Veranstaltungen finden fast ausschließlich im Freien statt, es werden Bühnen aufgebaut, aber die Künstler nutzen genauso intensiv die Straßen der Calle Ocho. Im historischen Tower Theatre finden gleichzeitig Bildungsprogramme und Filmvorführungen statt, die Restaurants des Viertels bieten Spezialitätenverkostungen an. Der bekannte kalifornische Historiker Dr. Paul George beginnt ab 19.00 h mit einer Gratis-Stadtteilführung für die Gäste. Neben den oben genannten Hotspots des Sightseeings verfügt Little Havana auch über sehr schöne Parks wie den Sewell, den Fern Isle, den Henderson und den Riverside Park.

Foto: Andrea Damm  / pixelio.de