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Gemeinsam in Richtung Zukunft

Es ist schon dunkel, als ich nach insgesamt 10 Stunden Flug in meiner Zieldestination ankomme. Das Flugzeug landet und wir steigen aus. Schwüle, warme Luft schlägt mir entgegen. Palmen ragen in die Höhe. Ein Hauch von Karibik empfängt mich. Wir steigen in den Bus, der uns auf direktem Weg ins Hotel bringt. Beim Blick aus dem Fenster ist die Dunkelheit allgegenwärtig. Nichts ist zu sehen, außer die Lichtkegel des Busses, die so eben die Straße beleuchten. Es gleicht einem Blick durch ein Schlüsselloch. Nur ein Bruchteil ist sichtbar.

Es ist schon dunkel, als ich nach insgesamt 10 Stunden Flug in meiner Zieldestination ankomme. Das Flugzeug landet und wir steigen aus. Schwüle, warme Luft schlägt mir entgegen. Palmen ragen in die Höhe. Ein Hauch von Karibik empfängt mich. Wir steigen in den Bus, der uns auf direktem Weg ins Hotel bringt. Beim Blick aus dem Fenster ist die Dunkelheit allgegenwärtig. Nichts ist zu sehen, außer die Lichtkegel des Busses, die so eben die Straße beleuchten. Es gleicht einem Blick durch ein Schlüsselloch. Nur ein Bruchteil ist sichtbar. Charakteristisch für die Dominikanische Republik, denn genau hier, dem Paradies für viele Touristen, ist auf den ersten Blick nicht alles sichtbar. Der funkelnde Tourismus birgt leider auch Schattenseiten, die nicht jeder sieht oder eventuell auch nicht sehen möchte. Ein bedrückendes Gefühl überkommt mich….

Meine Nacht war kurz. Ich ziehe die Vorhänge meines Hotelzimmers auf und erblicke einen traumhaften Sonnenaufgang. Ein unwirkliches Farbenspiel erstrahlt am Himmel. Die Luft ist angenehm warm. Vor meinem Zimmer wird gerade der Pool für den bevorstehenden Tag gesäubert. Die Anlage wirkt perfekt und enthält alles, was sich ein Tourist nur wünschen kann. Mehrere Pools, zahlreiche themenspezifische Restaurants, Action, Spa und natürlich die wunderschönen Strände für die die Dominikanische Republik so berühmt ist. Und das alles All-inklusive. Was will man mehr.

Für mich stehen während dieser Reise jedoch nicht die Annehmlichkeiten des Resorts auf dem Plan. Ich werde in den kommenden Tagen hinter die Kulissen blicken. Ein Blick hinter die Hotelmauern werfen, Menschen und Land kennenlernen. Was ich bis dato noch nicht weiß – Eine Achterbahn der Gefühle liegt vor mir.

Voller Tatendrang in Richtung Zukunft

Als ich Lucia Francisca zum ersten Mal treffe, begegne ich einer strahlenden, jungen Frau. Ihr Lachen ist ansteckend. Ihre Augen funkeln vor Begeisterung. Ihr Auftreten selbstbewusst und sicher. Manch einer würde bei dieser Beschreibung von einer gestandenen Frau ausgehen. Falsch gedacht. Lucia ist gerade mal 17 Jahre alt. Ein Teen, mit großen Träumen und Wünschen. Doch eins unterscheidet sie von den vielen Teens, die ich kenne. Lucia ist alleinerziehend und wohnt in einer Umgebung, die sich manch deutscher Tourist wahrlich schwer vorstellen kann, geschweige denn nie zu Gesicht bekommen wird. Doch dazu später.

Lucia vor einem der vielen Wettbüros, die es hier auf der Insel gibt. Wenn Sie die Möglichkeit nicht erhalten hätte, an der Academy von TUI Care Foundation und Plan International teilzunehmen, hätte Sie wohl hier unter enorm gefährlichen Bedingungen arbeiten müssen. Raub und Mord sind an der Tagesordnung. (Fotos: Elisabeth Konstantinidis)

Lucia ist eine von insgesamt 50 Jugendlichen, im Alter von 17-24, die aktuell die Möglichkeit erhalten ihr Leben rundweg zu verändern. Es positiv und nachhaltig zu bestimmen. Grund dafür ist ein von der TUI Care Foundation und Plan International ins Leben gerufenes Ausbildungsprogramm, die TUI Academy. Dank dieser Initiative erhalten in den kommenden drei Jahren insgesamt 150 benachteiligte junge Frauen und Männer die Möglichkeit, eine einjährige Ausbildung in der Touristik zu absolvieren. Über die beruflichen Qualifikationen hinaus behandelt das Programm auch Themen wie sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte sowie geschlechterspezifische Fragen, Arbeitsschutz und Finanzmanagement. Vielleicht denken nun Einige – 150 Jugendliche? Ein Tropfen auf dem heißen Stein! Nein, denn was diese Organisation neben der Unterstützung dieser 150 Jugendlichen vermag, ist schier mit einem positiven Lauffeuer zu vergleichen.

Vor uns stehen die ersten 50 motivierten Jugendliche dieser Academy. Sie strahlen soviel Kraft und Energie aus, wie ich es selten zuvor erlebt habe. Heute wird der offizielle Start ihrer Ausbildung eingeläutet. Feierlich und unter Beobachtung zahlreicher Journalisten und ansässiger Bürger. Ein einzigartiger Moment. Gemeinsam halten sie sich an den Händen und signalisieren so ihre Dynamik und ihren Drang nach Veränderung. Gemeinsam in Richtung Zukunft. Genau das wollen sie.

Bittere Realität – Ein Blick ins wahre Leben

Jeder für sich hat in der Vergangenheit Schlimmes erlebt: Vergewaltigung, Missbrauch, Gewalt. Alltag für viele Jugendliche in der Dominikanischen Republik, die weltweit die dritthöchste Rate an Teenagerschwangerschaften bei Mädchen zwischen 12 und 13 Jahren zählt – mehr als die Hälfte der Geburten entfällt auf Mädchen unter 15 Jahren. Viele der in Armut lebenden Kinder haben kaum oder keine Gelegenheit die Schule zu besuchen, oft weil ihnen wegen des illegalen Aufenthaltes (Haitianer) die Schule verwehrt bleibt oder es einfach an Geld fehlt. Die Arbeitslosigkeit liegt durchschnittlich bei 15 Prozent. Bei Frauen hingegen liegt sie bei 29 Prozent und bei Jugendlichen bei rund 27 Prozent.

Die meisten Kinder gehen schon in jungen Jahren einer „Arbeit“ nach – Autoscheiben oder Schuhe putzen, Waren verkaufen oder auf den Strassen betteln. Viele Mädchen werden schon in jungen Jahren zum Sex gezwungen. Die meisten, die einen Job haben, arbeiten für sehr niedrige Löhne, haben kaum eine Perspektive. Der Teufelskreis zwischen Armut und Verzweiflung ist in stetem Gange und scheint nicht stillzustehen. Gemeinsam mit PLAN International will die TUI Care Foundation genau diesen Teufelskreis durchbrechen und den Jugendlichen eine neue Perspektive geben sowie Lösungen für Themen wie Ausbeutung und Arbeitslosigkeit schaffen. Ein langer steiniger Weg. Doch der Anfang ist gemacht.

Die 50 Jugendlichen, die sich zum Teil erst innerhalb der Academy kennengelernt haben, sind bereit ihren Weg in eine bessere Zukunft zu gehen. Auch Lucia. Sie sitzt stolz neben mir. Wir kommen ins Gespräch. Anfänglich stelle ich zögernd meine Fragen. Es folgen Antworten, die mich teils sprachlos, teils glücklich stimmen. Ehrliche Worte, die wachrütteln.

„Mein Glück kann ich eigentlich kaum in Worte fassen“, so Lucia. „Ich bin zutiefst dankbar und voller Vorfreude. Ich habe nun die Möglichkeit mir und meinem Kind eine Perspektive zu bieten. Eine neue Richtung einzuschlagen“, strahlt sie mich an und ihre Augen funkeln. „Allein die vergangenen ersten Wochen der Academy haben mich verändert. Mir Kraft und Optimismus verliehen, mir die Möglichkeit gegeben mein Leben zu reflektieren und zu entscheiden, welcher Weg für mich und meinen Sohn der bessere ist“.

Lucia wird nachdenklich. Eine bedrückende Stille erfüllt den Moment. Ich merke, wie sie versucht die richtigen Worte zu finden. Es fällt ihr schwer. Ihre Augen füllen sich mit Tränen, die sie krampfhaft versucht zurückzuhalten. Ich nehme ihre Hand und schaue ihr in die Augen. Sie lächelt mich an. „Manchmal habe ich Angst aufzuwachen und zu merken, das dies alles nur ein Traum war. Ich möchte nicht mehr zurück, zurück in mein altes Leben. Ich will nur noch tun, was für mich und meine Familie das Beste ist. Auch wenn es Tag für Tag ein enormer Kraftakt ist. Ich kenne Mädchen in meinem Alter, die Angst haben diesen Schritt zu gehen. Angst vor der Gewalt ihrer Männer, der Abstoßung ihrer Familie. Es ist nicht selbstverständlich, dass wir hier sind und die Möglichkeit erhalten, unser Leben in neue Bahnen zu lenken. Der Alltag in der Dominikanischen Republik sieht leider anders aus.“ Sie holt tief Luft. Ihre Anspannung ist spürbar. „Viele Familien wollen nicht das ihre Kinder selbst bestimmen. Sie kennen es nicht anders. Dafür kann man ihnen keinen Vorwurf machen. Wichtig ist nun, ihnen aufzuzeigen, dass ihre Kinder ein anderes Leben erfahren können. Ein Leben in dem Gewalt, Missbrauch und Rücksichtslosigkeit keine Rolle mehr spielen.“

„Easy Life“ – ein makabres Wortspiel

Während unseres Gesprächs fällt immer wieder ein Begriff: „Easy Life“. Mir wird nicht ganz klar, was sie damit meint. Ich frage nach und erschrecke bei der folgenden Erklärung. „Easy Life“ ist das Motto vieler Frauen und Mädchen hier in der Dominikanischen Republik. Sich und ihren Körper zu verkaufen, um sich und ihren Familien ein Überleben zu garantieren. Genau das bedeutet das „einfache Leben“. Meine Fassungslosigkeit ist mir ins Gesicht geschrieben. Ich bin erschüttert über diese Denkweise und die Art, wie viele Jugendliche hier auf der Insel damit umgehen. „Ich will den meisten Mädchen oder Müttern keine Vorwürfe machen“, versucht Lucia mich beruhigen.

„Meist kennen Sie es nicht anders. In jungen Jahren werden Sie zum Teil schon von ihren Eltern oder Müttern mit in die Bars genommen. Dort werden sie aufgefordert, für die Touristen zu tanzen, sie zu unterhalten. Doch was vielleicht viele Touristen als lustig und gar amüsant empfinden, wird von einer anderen Gruppe leider komplett ausgenutzt, sogar herbeigesehnt. In den dunklen Gassen der Insel, hinter verborgenen Türen folgen dann für diese Kinder Momente, die kein Kind erleben sollte“. Ich halte weiterhin Lucia´s Hand und kämpfe nun selbst mit den Tränen. Ich bin selbst Mutter. Fassungslosigkeit und Ohnmacht mischen sich mit Wut. Ich schaue Lucia an und höre ihr weiter zu. Auch wenn es weh tut.

„Die Eltern verkaufen ihre Kinder an potentielle Kunden.“

„Die Eltern verkaufen ihre Kinder an potentielle Kunden. Hier wird das, wie sie selbst sagen, „einfache“ Geld gemacht …. Jedoch zu einem enorm hohen Preis. Der Verlust der Kindheit, Verlust der eigenen Bestimmung und einem Leben in einem Hamsterrad, aus dem kaum ein Ausweg führt. Falsche Informationen, falsche Lebensweisen überschatten das Leben vieler Kinder. Dabei könnte es doch anders verlaufen“ so Lucia. „Ich möchte mit meiner Teilnahme an der TUI Academy nicht nur mir helfen, sondern auch vielen Mädchen ein positives Beispiel sein. Ihnen Mut machen, sich endlich für sich selbst einzusetzen und ihr Leben in die Hand zu nehmen. Wir können, wenn wir wollen. Es gibt Menschen in unmittelbarer Umgebung, die uns genau bei diesen Schritten helfen. Das war mir vorher auch nicht bewusst, doch diese Menschen sind da. Wenn ich allein durch meinen Weg viele andere Mädchen in meiner Umgebung dazu animieren kann selbst für sich aktiv zu werden – vielleicht kann dann eine Veränderung der Denkweise stattfinden“, lächelt Lucia und drückt meine Hand.

Ich versuche, ihren Gedanken und Äußerungen zu folgen. Jetzt verstehe ich, warum das für diese 50 Jugendliche der richtige Schritt in die richtige Richtung ist. Wenn nur jeder der Teilnehmer so viel Kraft und Stärke zeigt, wie Lucia, dann wird der Funken garantiert auf die mehr als insgesamt 150 Jugendliche überspringen. Mut und Kraft, genau das brauchen die Jugendlichen hier in der Dominikanischen Republik. Organisationen wie die TUI Care und Plan International sind dabei vor Ort, um zu unterstützen und zu lenken.

TUI Academy – Mehr als nur Theorie

Am Nachmittag erfahren wir mehr über die Organisation und die Jugendlichen. Denn neben der Ausbildung zum Barkeeper, Koch oder Hausmädchen innerhalb der Blue Diamond Resorts, erhalten die Teilnehmer zusätzliche Unterrichtseinheiten, unter anderem in der Stärkung sozialer, wirtschaftlicher und persönlicher Handlungskompetenzen – genauer gesagt – „Life Skills“. Wir fahren hinaus, raus aus der Hotelanlage, hinein ins wahre Leben der Dominikanischen Republik. Nach knapp 45 Minuten Fahrt erreichen wir eine Kirchengemeinde. Hier finden unter anderem einige von der TUI Academy organisierten Unterrichtseinheiten statt.

In der ersten Stunde wird heute das Bild der Frau in der heutigen Gesellschaft ausgearbeitet. Dazu sollen die Teilnehmer aus mehreren Zeitungen markante Bilder, Überschriften und Berichte herausschneiden, die das Bild der Frau in der Dominikanischen Republik widerspiegeln. Die Jugendlichen gehen sofort ans Werk. Ein durch und durch eingespieltes Team. Jeder weiß was er tun muss, um innerhalb der Kürze der Zeit eine erfolgreiche Gruppenarbeit zu garantieren. Ich beobachte das bunte Treiben von der Ferne und frage mich insgeheim, ob 50 deutsche Jugendliche es genauso diszipliniert machen würden? Ich verdränge die Antwort.

Nach nur 15 Minuten haben die Jugendlichen nicht nur zwei Plakate erstellt, auch der Raum ist von allen Papierschnipseln und Zeitungen befreit. Glanzleistung. Die Lehrerin bittet die Jugendlichen ihre Plakate zu erläutern. Es werden Bilder von jungen Müttern sichtbar, Vergewaltigungsmeldungen, Raub, Mord aber auch Frauen in hohen Positionen werden gezeigt. Zwei Welten, zwischen denen die Jugendlichen schweben. Mit starker Stimme werden die Meinungen der einzelnen Jugendlichen laut. Ihre Zukunft liegt nicht auf dem negativem Plakat. Das wissen sie und genau dafür sind sie hier.

Reale Situationen im Rollenspiel

Als Nächstes wird ein Rollenspiel vorbereitet. Die Situation: „Du hast die Möglichkeit erhalten, Teil dieser Academy zu sein – Wie erzählst Du es deiner Familie?“ Es bilden sich mehrere Gruppen. Verschiedene Situationen werden ausgearbeitet. Insgesamt haben die Jugendlichen gerade mal zehn Minuten Zeit, sich Gedanken zu machen. Die erste Situation zeigt, wie ein Mädchen zu ihrer Mutter geht. Die Mutter passt in dem Moment auf die Kinder ihres eigenen Kindes auf. Keine Fiktion – Realität für viele der Mädchen, die sich hier in diesem Raum aufhalten. Was nun folgt, ist kein auswendig gelernter Dialog. Es ist ein Streitgespräch zwischen Mutter und Tochter, in dem genau das klar wird, was mir Lucia heute Vormittag versucht hat zu schildern. Die Mutter versteht diese Möglichkeit nicht und will ihre Tochter daran hindern, ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen. Immer wieder muss ich mir vor Augen halten, dass dies kein plumpes Theaterstück ist, sondern echte Konversationen, die hier tagtäglich stattfinden.

Ein weiteres Rollenspiel zeigt die Situation zwischen Mann und Frau. Und was hier noch deutlicher wird – das Mädchen, das hier den Mann darstellt, hat keine Hemmungen davor ihre Stimme zu erheben. Geschrei erfüllt den Raum. Laut und deutlich macht sie ihrer „Frau“ klar, nicht an dieser Academy teilzunehmen. Für uns Außenstehende eine bittere Lektion und weitaus mehr als eine Unterrichtseinheit. Uns werden gerade Stück für Stück die Augen geöffnet. Denn genau das ist die Realität. Ein harter Kampf ums Überleben, um die Möglichkeit sein eigenes Leben in die eigene Hand zu nehmen. Damit sind diese Jugendlichen jeden Tag aufs neue konfrontiert. Am Ende des Rollenspiels erhebt sich die Frau gegenüber ihrem Mann. Sie vertritt ihre Ansicht und verlässt ihn. Uns wird klar – dies ist keine Wunschvorstellung. Auch wenn die hier gezeigten Situationen hinter verschlossenen Türen deutlich mehr Emotionen aufzeigen, gibt es sie, die Frauen, die kraftvoll auftreten und aus dem Hamsterrad von Gewalt, Unterdrückung und Fremdbestimmung ausbrechen. Genau diese Frauen sind hier in diesem Raum. Sie haben es geschafft.

Besuch der Gemeinde „Kosovo“

Der Nachmittag vergeht wie im Flug. Ich verlasse den Unterricht mit einem gemischten Gefühl. Eventuell auch mit ein wenig Angst. Denn als Nächstes dürfen wir einige Mädchen in ihre Gemeinde, in ihr Haus begleiten. Eine Premiere und nicht selbstverständlich. Doch die Jugendlichen wollen uns die ungeschminkte Wahrheit zeigen. Wir fahren mit dem Bus entlang der Strassen. Plötzlich biegen wir in eine Seitenstrasse. Diese ist von Schlaglöchern übersät. An den Strassenrändern häuft sich der Müll. Ein gewöhnungsbedürftiger Anblick. Wir erreichen die Gemeinde. Mehr als 3.500 Menschen wohnen aktuell hier. Der „Bürgermeister“ erwartet uns. Wir sind angemeldet. Es wird nicht empfohlen, sich allein in solche Teile des Insel zu begeben. Gewalt und Überfälle sind an der Tagesordnung. Der Klos in meinem Hals wird immer größer.

Was ich in der kommenden Stunde erlebe, zerreißt mich innerlich. Was ich in der kommenden Stunde erlebe, zerreißt mich innerlich. Kaum in der Lage ein Wort zu sprechen, gehe ich mit der Gruppe durch die von Müll übersäten Strassen. Kleine Kinder laufen ohne Schuhe, zum Teil mit Wunden an den Füßen, über den Müll. Sie schauen uns schüchtern jedoch neugierig an. Laute Musik dröhnt aus mehreren Richtungen. Man sieht Männer, die in Gruppen vor den Bars sitzen. Auf der anderen Seite waschen die Frauen die Wäsche und verstecken sich zum Teil hinter Vorhängen und Türen.

Neugierige Blicke verfolgen uns und vor allem die Jugendlichen, die an der Academy teilnehmen. Sie sind deutlich zu erkennen, denn sie tragen alle das Shirt der Organisation sowie ihren rosa Rucksack, den sie von der Organisation erhalten haben. Ich beobachte wie einige Mädchen aus ihren Barraken herauskommen, um zu erfahren, wer hier entlangläuft. Ein interessantes Bild bietet sich mir. Vor mir die Mädchen, die Teil der Academy sind. Sie gehen hoch erhobenen Hauptes entlang der Häuser, entlang der neugierigen Menschen. Es ist ihr Moment, der genau jetzt schreit: „Seht her – ich nehme mein Leben in die Hand! Ich bin stark und werde es schaffen“.

Eine schier unendliche Kraft strömt von diesen Mädchen aus. Ein wunderbarer Moment inmitten dieses Elends. Wir gehen weiter und besuchen noch zwei weitere Mädchen in ihrem Heim. Ungewollt überkommt mich ein Gefühl der Scham. Es fällt schwer sich alles anzuschauen. Man ertappt sich dabei, wegschauen zu wollen, die Augen davor zu verschließen. Doch genau das wäre nun falsch. Es ist ihr Zuhause. Ihr Heim. Liebevoll mit ihren Möglichkeiten eingerichtet.

Nach nur einer Stunde geht es zurück zum Bus. Die Stimmung ist gedrückt. Jeder verarbeitet das Gesehene und die Momente des Tages. Als wir im Hotel ankommen, gehe ich direkt hinauf auf mein Zimmer. Und als ob sich ein Band gelöst hätte, laufen mir die Tränen nur so hinunter: Aus Wut, aus Fassungslosigkeit aber auch aus Glück. Eine Mischung, die ich noch lange mit mir trage. Stets mit der Gewissheit, dass genau hier der Schritt in die richtige Richtung gesetzt wurde. Hier wird nicht nur oberflächlich geholfen. Die Hilfe greift tiefer. Die TUI Academy, die von der TUI Care Foundation und Plan International ins Leben gerufen wurde, wird dank der tatkräftigen Unterstützung vor Ort nicht nur das Leben der 150 Jugendlichen verändern. Ganze Familien werden von den Veränderungen profitieren und hoffentlich weitere Familien auf den richtigen Weg bringen. Ich bin dankbar für die Erfahrungen der vergangenen Tage und hoffe durch die Erzählung meiner Eindrücke einige Menschen aufgerüttelt zu haben. Ein großer Dank gilt an dieser Stelle Lucia und all den wundervollen Menschen, die mir durch ihr Vertrauen einen Einblick in ihr Leben und ihre Gedanken ermöglicht haben.

Ein Paradies hat meist zwei Seiten. Es ist stets wichtig wachsam zu sein und die Menschen, die vor Ort leben nicht aus den Augen zu verlieren. Genau das macht die TUI und greift mit der TUI CARE Foundation genau diese Themen auf. Eine Arbeit, die es auch in Zukunft lohnt, unterstützt zu werden.

Über die TUI CARE Foundation

Die TUI Care Foundation unterstützt und initiiert Partnerschaften und Projekte, die neue Chancen für jungen Menschen schaffen und einen Beitrag zur positiven Entwicklung von Urlaubszielen weltweit leisten. Sie baut dabei auf die positive Kraft des Tourismus. Die Foundation fördert Bildung und Wohlergehen von Kindern und Jugendlichen, den Schutz von Natur und Umwelt sowie nachhaltigen Tourismus in Urlaubsgebieten weltweit. Dabei verbindet sie Urlauber für den guten Zweck. Die TUI Care Foundation wirkt global und agiert local – sie baut tragfähige Partnerschaften mit lokalen und internationalen Organisationen, um einen sinnvollen und nachhaltigen Beitrag zu leisten. Die gemeinnützige Stiftung steht für Transparenz und den effizienten Einsatz finanzieller Mittel. Deshalb gehen 100% der Spenden an Partner und Projekte. Alle Verwaltungskosten der Stiftung übernimmt die TUI. Die TUI Care Foundation wurde im Jahr 2011 von TUI gegründet, dem weltweit führenden Tourismusunternehmen. Sie hat ihren Sitz in den Niederlanden, dem Herzen Europas.

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung.

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Dominikanische Republik: Familienurlaub in der Karibik

Familienurlaub in der Karibik muss sich nicht nur im Touristenghetto abspielen. Auch Kinder können den Dschungel erkunden und nach Seesternen tauchen. Erkenntnisgewinn ist in vielerlei Hinsicht garantiert: «Mama, hier gibt’s…

Familienurlaub in der Karibik muss sich nicht nur im Touristenghetto abspielen. Auch Kinder können den Dschungel erkunden und nach Seesternen tauchen. Erkenntnisgewinn ist in vielerlei Hinsicht garantiert: «Mama, hier gibt’s kein Wlan!»

Im Regenwald von Samaná in der Dominikanischen Republik wird jeder Tourist zum erfahrenen Reiter. Selbst wer noch nie im Sattel gesessen hat, kann hier erleben, wie er sein Pferd souverän über einen verschlungenen Urwaldpfad lenkt.

«Guck mal, wie gut ich steuere!», ruft der siebenjährige Lennart. Sein Tourguide, ein Kariben-Junge mit schwarzem Kraushaar, lässt ihm die Zügel und damit das Gefühl, alles unter Kontrolle zu haben.

Familienurlaub in der Dominikanischen Republik

Aufgesattelt und gesichert: Lennart und seine ältere Schwester sind bereit für den Ritt durch den Regenwald. Foto: Christoph Driessen

Lennarts ältere Geschwister sitzen sogar allein im Sattel. Ihr Guide folgt erst in einigem Abstand. Die Pferde kennen den felsigen Weg durch den Dschungel so gut, dass sie ihn allein finden. Im Zweifelsfall reicht ein leises Schnalzen, und das Tier nimmt eine andere Abzweigung. Für die Urlauber, die sich am Morgen noch in einer abgeschlossenen Ferienanlage in Punta Cana, dem Touristenzentrum der Dominikanischen Republik, befanden, ist das schon ein Abenteuer.

Lennarts Guide tastet sich mit ihm in den Wald vor, zeigt ihm Bananenstauden und Bambus. Lianen baumeln auf den Weg herab, Kletterpflanzen umschlingen Stämme und Äste. Mannshohe Farne breiten ihre fächerartigen Blätter aus, Stauden wiegen ihre buschigen Köpfe. Das Blätterdach ist nahezu geschlossen, Sonnenstrahlen erreichen kaum den Boden. Es herrscht Dämmerlicht. Und es ist still. «Wo sind die Tiere?», fragt Lennart. Keine Schwanzspitze! Nicht mal ein Vogel. Sein Guide legt zur Erklärung seinen Kopf in die Hände und schließt die Augen: Tagsüber schlafen sie.

Es ist ein Ritt durch eine stickige Waschküche

Es ist ein Ritt durch eine stickige Waschküche, ein Schweißfilm liegt auf der Haut. Vorhin hat es mal geregnet – ein ganz kurzer Schauer, danach war man klatschnass. Der Regenwald dampfte. Aber nach fünf Minuten war alles wieder trocken, sogar die dicke Jeans, die Lennarts Mutter zur Sicherheit angezogen hat, «gegen die Moskitos», wie sie sagt.

Nun wird abgesessen, und dann geht es im Gänsemarsch glitschige Stufen hinunter, die in einen Berghang gebaut sind. Hinter der grünen Mauer aus Bäumen hört man es rauschen. Plötzlich öffnet sich der Pfad, und ein feines Spray weht die Wanderer an: Es kommt vom «Salto el Limón», dem Zitronenfall, der aus großer Höhe herabstürzt.

In dem kleinen See davor tummeln sich Schwimmer. Lennart und seinen Geschwistern wird das Baden allerdings untersagt: Papa will gehört haben, dass es in solchen Gewässern Schmarotzer gibt, die sich in Körperöffnungen einnisten und dort Würmer ausbrüten… Immerhin bleibt so Zeit, die Sprungkünste von Lennarts Guide zu bewundern: Er stürzt sich von einem Felsen mit ausgebreiteten Armen in den See.

"Bounty-Insel" Saona

Bounty-Insel: Saona lädt mit türkisfarbenem Wasser und weißen Stränden zum Baden ein. Foto: Tourist Board der Dominikanischen Republik

Tagesausflüge wie diese bewahren den Pauschalurlauber in der Dominikanischen Republik vor einem Ghettoaufenthalt. Denn auch wenn die Touren organisiert sind, kommt der Reisende mit Einheimischen zumindest flüchtig in Kontakt. Die Armut ist unübersehbar, aber nirgendwo bekommen die Touristen das Gefühl, durch ihren Wohlstand neidische Blicke auf sich zu ziehen. Die Einheimischen scheinen stolz darauf zu sein, dass Leute von weit her kommen, ihr Land anzusehen.

Bei Einbruch der Dunkelheit sind alle wieder wohlbehalten im Strandresort – ausgerechnet jetzt, wenn der Urwald zum Leben erwacht. Manche Anlagen leisten sich ein Stück Regenwald auf dem Gelände. Das ist eingezäunt, aber es reicht, um abends auf dem Weg zum Restaurant das Konzert des Dschungels zu erleben: Es pfeift, zirpt, quakt und surrt. Wie ohrenbetäubend mag es jetzt auf Samaná zugehen!

Die Strände in der Dominikanischen Republik gehören dem Staat und dürfen nicht abgeriegelt werden. So kann man endlos durch den Pulversand wandern. Am späten Nachmittag ist alles in das berühmte bronzene karibische Licht getaucht. Eine Ahnung von wilder Natur kommt auf, wenn dann Pelikane vorübergleiten. Mit ihren vorgereckten Schnäbeln wirken sie merkwürdig fremd. «Flugsaurier», meint Lennart.

Ein weiterer Ausflugsklassiker ist die Insel Saona, auch Bounty-Insel genannt, weil dort der Werbespot für den Schokoriegel gedreht wurde. Mit einem Schnellboot geht es übers Meer. Auf einer Sandbank können alle zum Schnorcheln aussteigen. Die Seesterne hier sind riesig und lassen sich einfach vom Meeresboden aufheben. Ehrensache, dass man sie wieder zurücklegt. Dann folgt das letzte Stück bis zur Insel.

Hier übertrifft die Realität alle Wunschvorstellungen. Es ist die ultimative Trauminsel mit weißem Pulversand, Palmen und türkisblauem Wasser. Noch dazu ist der Strand menschenleer. Weit über hundert ungenutzte Liegen stehen hier. Was nicht heißt, dass die Kinder nicht streiten würden: Alle drei Geschwister wollen auf dieselbe. Und es dauert keine halbe Stunde, da bemängelt Lennarts großer Bruder: «Mama, hier gibt’s kein Wlan!» Nochmal eine Stunde später und Lennart fragt: «Wann gehen wir wieder?» (Christoph Driessen, dpa)

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Leben und lernen in der Dominikanischen Republik

Sommer, Sonne, warmes Wasser, leckerer Rum – Einen Tag lang war ich mit Reiseleiter Jessie in der Dominikanischen Republik unterwegs. Er hat mir sein Land auf seine Art und Weise…

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Sommer, Sonne, warmes Wasser, leckerer Rum – Einen Tag lang war ich mit Reiseleiter Jessie in der Dominikanischen Republik unterwegs. Er hat mir sein Land auf seine Art und Weise gezeigt und erklärt, warum er die Insel so liebt.

Nach dem Besuch der Playa El Macao und der kleinen Kokosnussölfarm ging unsere Tour mit dem Van weiter zu einer Grundschule. Viele Schulen in der Dominikanischen Republik werden von den großen Hotels finanziert, die sich in den letzten Jahren hier niedergelassen haben. „Es gibt die Möglichkeit morgens, mittags oder abends zur Schule zu gehen“, sagt Jessie. Er selbst sei abends zur Schule gegangen, um tagsüber noch auf der Farm zu helfen. Schule ist freiwillig und viele ärmere Familien, die hier Landwirtschaft betreiben sind auf jede helfende Hand angewiesen. „So können Kinder tagsüber auf dem Land helfen und abends noch zur Schule gehen.“

Gesamtschule auf Dominikanisch

Alle Schüler tragen einheitliche Uniformen, um die unterschiedlichen finanziellen Situationen nicht auf den ersten Blick erkennbar zu machen. Die Klasse besteht aus Schülern mehrerer Stufen. Hier sitzt also jung und alt zusammen in der Klasse. Gesamtschule auf Dominikanisch.

Überhaupt sei das Leben innerhalb eines Dorfes sehr sozial. „Ist die Mutter in der Familie krank, kocht eine andere Familie einfach essen mit. Liegt jemand im Krankenhaus, kommen viele Dorfbewohner ins Krankenhaus, um den Kranken zu besuchen. Niemand wird hier alleine gelassen.“ Das Leben einer Familie findet vor dem Haus statt. Privatsphäre, so wie wir das in Deutschland kennen, gibt es in der Dominikanischen Republik nicht.

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Familie auf Dominikanisch

Nachdem wir die Schule wieder verlassen haben, fahren wir zu einer typischen dominikanischen Familie. Naja, ich würde sagen, fast typisch. Das Haus ist gelb angestrichen und macht einen sehr gepflegten Eindruck, was es damit komplett untypisch macht. Hier zeigt uns Jessie, wie die – eher wohlhabenden – Familien in diesem Land leben. Es gibt Schlafräume, teilweise ohne Tür. Es gibt ein winziges Wohnzimmer mit einem kleinen Farbfernseher. „Derzeit kaufen sich alle Satellitenanlagen“, sagt Jessie. „Die kosten hier knapp 40 Dollar. Für viele Familien sei das der erste Schritt in Richtung Zivilisation.“ In einer offenen Küche brodelt das Essen auf dem Feuer. Jessie zeigt uns, wie hier Kakao und Kaffee angebaut und verarbeitet wird.
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Letzter Punkt unserer Landpartie ist, wie soll es anders auf dieser Insel sein – ein Strand, diesmal in der Nähe von Uverto Alto. Wieder einer, der nicht in der Hand einer Hotelkette ist. Jessie zieht zum x-ten Mal die Flasche Rum aus dem Kofferraum, schenkt nach und zeigt uns mit einer einfachen Geste den Weg zum Wasser. Wir sind die einzigen Besucher, obwohl hier vereinzelt Häuser stehen. Nach dem langen Tag im Auto kommt mir die Abkühlung gerade recht. Ob man das bei 25 Grad Wassertemperatur so nennen kann? Also Badehose an, Flachköpper ins Wasser und genießen.

Reiseblogger Jörg Baldin am Strand in der Dominikanischen Republik

Weitere Texte über meine Reise in die Dominikanische Republik findet Ihr hier…

Gesichter der Dominikanischen Republik
Dominikanische Republik: Der Santo Libre und ich
Bilder aus der Dominikanischen Republik

Hinweis: Ich wurde von TUI Deutschland auf diese Reise eingeladen. Herzlichen Dank!

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Dominikanische Republik: Der Santo Libre und ich

„Nicht rumlaufen, Rum saufen!“ Das ist eine Regel von Jessie, meinem Reiseführer in der Dominikanischen Republik. Jessie hat noch neun weitere Regeln, die er mir beim Einschenken von Rum und…

„Nicht rumlaufen, Rum saufen!“ Das ist eine Regel von Jessie, meinem Reiseführer in der Dominikanischen Republik. Jessie hat noch neun weitere Regeln, die er mir beim Einschenken von Rum und Sprite morgens um elf Uhr in seinem Pick-Up vorliest. Nach dem ersten Schluck des „Santo Libre“ wird mir klar: Geht das so weiter, erlebe ich den restlichen Tag leicht benebelt aber glücklich…

Jessie ist das, was man Multi-Kulti nennt. Sein Vater stammt aus Wuppertal, seine Mutter aus der Dominikanischen Republik und er ist in Florida aufgewachsen. Jessie selbst hat sieben Jahre in Deutschland gewohnt und lebt seit 26 Jahren in der Karibik. Heute arbeitet er als Reiseführer und hat den Schalk im Nacken. Kostprobe gefällig? „Regel Nummer 10: Der Reiseführer nimmt gerne viel Trinkgeld entgegen, allerdings nur Scheine.“

Unser Weg führt uns an die Playa El Macao, ein absoluter Geheimtipp unter den Stränden der Dominikanischen Republik. Dieser Abschnitt in der Nähe von Punta Cana ist noch unbebaut. Hier stehen keine weißen Plastikliegen von angrenzenden Hotels am Wasser. Hier treffen sich Einheimische und Urlauber, die einen Strand suchen, der noch ohne kommerziellen Schnick-Schnack auskommt. Fast. Hier gibt es einen Händler, der Bilder, Muscheln oder Plastikpapageien verkauft. Jessie hat unterdessen den Schampus aus dem Auto geholt. „Zur Begrüßung. Und Prost!“

Playa El Macao ist ein Traumstrand in der Dominikanischen Republik_1

Stehen Wind und Welle gut, kann man an der Playa El Macao sehr gute Bedingungen zum Wellenreiten vorfinden.

Playa El Macao ist ein Traumstrand in der Dominikanischen Republik_2

Wellenreiten auf der perfekten Welle an der Playa El Macao.

Playa El Macao ist ein Traumstrand in der Dominikanischen Republik_3

Strand ohne Hotel und Plastikliegen. Die Playa El Macao in der Dominikanischen Republik.

Blonder Surfer zieht alle Frauen in seinen Bann

Inzwischen hat ein blonder Surfer alle weiblichen Blicke auf sich gezogen. Braungebrannt und gut trainiert vollzieht er seine Dehnungsübungen für alle sichtbar am Strand, bevor er mit seinen gelockten Haaren und dem geschulterten Surfboard ins blaue Wasser läuft. Ich habe keine Vorstellung, welche Bilder in den Köpfen der Mädels bei dem Anblick abliefen. Für einen Moment ähnelten ihre Blicke denen eines Hundes, der vor einem Knochen sitzt. Abfahrt…

Die Tour geht weiter auf eine kleine Kokosnussfarm, wobei der Begriff Farm weitaus mehr verspricht, als am Ende sichtbar wird. Hier liegen massenweise Kokosnüsse auf dem Boden einer kleinen, carportähnlichen Fabrikationsstätte. In einer Ecke steht ein großer Kochtopf, in dem eine milchige Brühe vor sich hinköchelt. Ein Arbeiter reibt das Fruchtfleisch auf einer Reibe und fängt die weiße Flüssigkeit zu Demonstrationszwecken mit der Hand auf.

Kokosnussfarm Dominikanische Republik_1

Reiseführer Jessie zeigt uns, was alles aus einer Kokosnuss gemacht werden kann.

Kokosnussfarm Dominikanische Republik_2

Kokosnuss und Reibe genügen, um ganz einfach Kokosnussmilch herzustellen.

Zwei Löffel Kokosnussöl bei Verstopfung

„Wir nutzen fast alles, was die Kokospflanze hergibt“, sagt Jessie. Öl, Milch, Fleisch – Selbst die Rinde der Pflanze wird als Holzleiste beim Hausbau verarbeitet. „Das Öl ist gut für den Körper. Meine Oma hat täglich einen Löffel reines Öl getrunken. Sie wurde fast 90 Jahre alt. Aber Vorsicht! Bei Verdauungsproblemen nimmt man zwei Löffel davon“, so Jessie. Von den Erlösen der Verkäufe werden gleich mehrere Familien aus dem Dorf ernährt. Und so kaufe ich auch mir ein kleines Fläschchen Kokosnussöl und sehe mich das Öl löffelweise schlürfen. Ob ich damit älter werde oder ständig auf dem Klo sitze wird sich zeigen? Bevor der Pick Up losrollt, gibt’s Nachschub des „Santo Libre“. Jessie kümmert sich darum, dass seine Regel eingehalten wird.

Wie ich die nächsten Stationen erlebt habe, lest ihr in den nächsten Tagen. Wir haben noch eine Ranch, eine Schule und eine dominikanische Familie besucht. So viel vorweg: Regel Nummer 1 wurde an dem Tag irgendwie immer wichtiger…

[stextbox id=“info“ caption=“TUI goes Smartphone“]Auf Voucher oder lästiges Ausdrucken von PDF-Dateien kann ab sofort bei TUI verzichtet werden. Unter www.meine-tui.de gibt’s den persönlichen Reiseplan mit allen wichtigen Informationen zum gebuchten Urlaub direkt auf iPhone oder Android. Ich hab’s getestet und für gut befunden…[/stextbox]

Weitere Texte über meine Reise in die Dominikanische Republik findet Ihr hier…

Gesichter der Dominikanischen Republik
Dominikanische Republik: Der Santo Libre und ich
Bilder aus der Dominikanischen Republik

Hinweis: Ich wurde von TUI Deutschland auf diese Reise eingeladen. Herzlichen Dank!

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Gesichter der Dominikanischen Republik

Vor genau 15 Jahren war ich schon einmal in der Dominikanischen Republik. Damals war es George, ein Tropensturm, der auf der Karibikinsel ganze Häuser verschwinden ließ. Sogar der Flughafen von…

Vor genau 15 Jahren war ich schon einmal in der Dominikanischen Republik. Damals war es George, ein Tropensturm, der auf der Karibikinsel ganze Häuser verschwinden ließ. Sogar der Flughafen von Punta Cana war nur noch in Teilen vollständig. Heute ist alles anders, nur die Menschen sind so geblieben, wie sie vor 15 Jahren schon waren. Arm und sehr freundlich! Teil 1 meiner Reise und ein kleiner Rundblick in die Gesichter der Dominikanischen Republik.

Wer heute die Dominikanische Republik in der Karibik besucht, der wird kaum glauben, dass erst Mitte der 80er-Jahre die ersten Touristen die Insel besuchten. Heute sind es fast vier Millionen Urlauber pro Jahr. Der Tourismus hat Geld in das arme Land gespült. Überall Hotelanlagen, überall touristische Dienstleister und überall Händler, die Bilder verkaufen wollen. Die Menschen leben vom Tourismus auf der Insel. Wer das nicht macht, lebt von der Kokosnuss oder arbeitet auf der Zuckerrohrplantage.

Musikanten in Santo Domingo

Strassenmmusiker in Santo Domingo. Musik liegt auf der ganzen Insel in der Luft.

Maler in Santo Domingo

Maler in Santo Domingo

Mann in Santo Domingo

Mann auf einer Bank in der El Conde von Santo Domingo, einst florierende Einkaufsmeile.

Schüler aus der Dominikanischen Republik

Ein Schüler aus der Dominikanischen Republik beim Unterricht.

Schüler aus der Dominikanischen Republik

Die Eltern können wählen, zu welcher Uhrzeit sie ihre Kinder in die Schule schicken: Früh bis Mittag, Mittag bis früher Abend oder früher Abend bis später Abend (22 Uhr).

Kakao aus der Dominikanischen Republik

Schmeckt wie „Nimm 2“, sieht aber komisch aus…

Weitere Texte über meine Reise in die Dominikanische Republik findet Ihr hier…

Gesichter der Dominikanischen Republik
Dominikanische Republik: Der Santo Libre und ich
Bilder aus der Dominikanischen Republik

Hinweis: Ich wurde von TUI Deutschland auf diese Reise eingeladen. Herzlichen Dank!

2 Kommentare zu Gesichter der Dominikanischen Republik

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