Das hätte ich mir nicht träumen lassen, dass es auch 24 Stunden dauern kann, bis man am ersehnten Ziel seiner Wintersportträume eintreffen kann, die laut Google nur dreizehn Stunden entfernt liegen. Alles begann (wie so oft) mit einer spontanen Idee. Mein Studium befand sich in den letzten Zügen und zwischen Gummibärchen, Klausuren und den Wänden meines WG-Zimmers hatte ich plötzlich das dringende Bedürfnis diese Tristesse zu verlassen und ein bisschen frische Luft und Energie zu tanken.

Valmorel Doucy _1

Nach ein paar Telefonaten waren auch zwei Mitstreiter gefunden, die – so wie ich – sehr viel Lust auf Snowboardurlaub dafür aber wenig Geld in der Tasche hatten. Wir buchten unsere Reise bei einem berüchtigten dafür aber günstigen Reiseanbieter, den ich hier aus Rücksicht auf die bereits abgewickelte Insolvenz nicht benennen möchte.

Unsere Bus-Tour nach Valmorel Doucy (Südfrankreich) startete an einem grauen Tag in Hamburg und wir freuten uns schon sehr darauf, bald den ersten Schneeengel im Schnee zu hinterlassen. Doch einige Überraschungen warteten auf uns. Aus Kostengründen fuhren wir quer durch die Republik, um drei verschiedene Sammelstationen für Mitreisende anzulaufen, auf halber Strecke blieben wir liegen, wir warteten eine Stunde auf den Reifenwechsel und abschließend gab es noch Feueralarm im Bus. Da hatte jemand versucht auf der Toilette zu rauchen. Hervorragende Idee! Meine Vorfreude hielt trotz aller Widrigkeiten an und so erreichten wir endlich mit elf Stunden Verspätung unsere Unterkunft in Valmorel Doucy.

Das Glück ist mit den Reisenden, denn in Frankreich wartete bereits ein wunderschönes Zimmer mit kleiner Terrasse und dem direkten Blick auf das Tal auf uns. Die Luft draußen: frühlingshaft. Den Schnee können wir schon riechen und auch auf den Berg-Spitzen sehen. Erst einmal gibt`s einen leckeren „Café au lait“ während ich im T-Shirt draußen sitze. Der Schnee-Engel muss noch warten.

Valmorel Doucy _2

Zwanzig Minuten später halten wir es nicht mehr aus. Klamotten werden übergezogen, Snowboard unter den Arm geklemmt und nach nur fünf Minuten Fußweg sind wir bereits am Lift. Welcher Luxus! Der Tag kann starten. Wir genießen die klare Luft und den tollen Ausblick auf dem Weg nach oben. Ich bin aufgeregt, da ich kaum Erfahrungen im Snowboarden habe und nun auf die guten Ratschläge meines Privatlehrers angewiesen bin. Den Ausstieg aus dem Lift meistere ich mit Bravour und wir stehen oben im Schnee. Ich übe den gesamten Tag auf grünen und blauen Pisten. Einmal traue ich mich ganz langsam eine Rote hinunter. Eine Schrecksekunde gibt’s auch, als ich mit dem Schlepplift nach oben fahre und in der Nähe eines Abhangs komplett aus der Spur komme. Doch in fange mich und es geht weiter. Die Pausen überbrücken wir gemeinsam oder jeder für sich in den Liegestühlen auf den Hütten bei leckerem Baguette und Café. Am Ende der Reise gibt`s noch meinen Schnee-Engel.

Valmorel Doucy _3

„La vie est belle“ – Das Leben ist schön! Im März 2015 geht es wieder los. Dieses Mal fahre ich nicht mit Studentenfreunden, sondern das erste Mal mit Jörg und unseren beiden Söhnen (2 und 6 Jahre) gemeinsam in den Skiurlaub. Damit wir von Anfang an Spaß haben, werden wir alle gemeinsam einen Ski- und Snowboardkurs bei www.sportscheck.com besuchen. Ich wette die Kinder werden uns vormachen, wie das Fahren richtig funktioniert. Und am Ende gibt es unsere Schnee-Engel. :-)