Kategorie: Tschechische Republik

Tschechische Repubik  – Traumziele erreichen mit einer Fernreise, mit Reisen nach Europa und in alle Welt. Immer noch nicht sicher, wohin der nächste Urlaub gehen soll? Im Reisemagazin breitengrad53.de gibt’s die besten Urlaubstipps und Reportagen über Traumreisen, Kreuzfahrten und Urlaubsziele. Die besten Angebote gibt’s hier…

Unterwegs mit dem CityNightLine nach Prag

Da stehe ich nun um 23.35 Uhr auf dem Bahnhof in Neumünster in Schleswig-Holstein. Einige Reisende haben sich – wie ich – hierher verirrt und warten auf den CityNightLine, dem…

Da stehe ich nun um 23.35 Uhr auf dem Bahnhof in Neumünster in Schleswig-Holstein. Einige Reisende haben sich – wie ich – hierher verirrt und warten auf den CityNightLine, dem Nachtzug der Deutschen Bahn. Mein Ziel ist Prag in Tschechien, mein Bett im Zug ist der Schlafplatz mit der Nummer 21.

Kurz vor Mitternacht rollt der CityNightLine mit der Nummer CNL 50473 im Bahnhof in Neumünster ein. Die Fahrt nach Prag kann starten. Schnell hab ich meinen Waggon mit der Nummer 161 und meinen Schlafplatz 21 gefunden. Auf den ersten Blick: Nichts für Menschen mit Platzangst, aber zum Schlafen reicht es allemal. Schaffner Petr erklärt mir kurz die Funktionen der Türkarte, die nicht nur für mein Abteil gilt, sondern auch für die Dusche und die Toilette. Überhaupt macht der Zug auf mich einen modernen Eindruck. Keine Spur von den alten Schlafwaggons, die ich als Jugendlicher mal kennengelernt habe.

Gegen halb eins liege ich endlich im Bett. Die Liege fühlt sich an wie ein gepolsterter OP-Tisch und mit meiner Körperlänge von 192 Zentimetern stoße ich an die Kapazitätsgrenzen des Abteils, aber ich finde es dennoch relativ bequem und bin froh endlich zu liegen. Mein Körper muss sich jedoch erst mal an die schwankenden Bewegungen anfreunden und so gegen ein Uhr falle ich in einen leichten Dämmerungsschlaf, der allerdings nur von kurzer Dauer ist. Da mein Körper zu müde ist, um aus dem Fenster zu schauen, gehe ich davon aus, dass wir Hamburg erreicht haben und über Weichen fahren, um an den richtigen Bahnsteig zu kommen.

Der CityNightLine ruckelt und wackelt

Um 02:43 Uhr wache ich erneut auf, weil es wieder heftig wackelt und poltert. Mein Nachbar im Nebenraum muss einen tieferen Schlaf haben, denn er wacht weder von seinem eigenen Schnarchen noch von dem rangieren der Waggons auf. Es gibt Momente im Leben, da bin ich wirklich neidisch auf schnarchende Männer. Jetzt riskiere ich einen Blick aus dem Fenster und erblicke unseren momentanen Standort: „Hannover Hbf“

Keine zwei Stunden später bin ich wieder wach, wieder aufgewacht vom rütteln und rangieren der Waggons, die offensichtlich erneut an einen anderen Zug gehängt werden. Diesmal ist es in Berlin und was macht mein Nachbar? Schläft und schnarcht.

Gegen kurz vor 7 Uhr ist bei mir die Nacht zu Ende. Ich klappe das Bett an die Wand und die Sitzbank hoch, so dass ich jetzt bequem den Rest der Fahrt sitzend aus dem Fenster sehen kann. Wir erreichen den Hauptbahnhof von Dresden. Von hier aus schlängelt sich der Zug jetzt entlang der Elbe in Richtung Tschechische Grenze, die wir exakt um 07:46 Uhr überqueren.

Der Schaffner kommt mit dem Frühstück

Petr kommt mit dem Frühstück und einer schönen Tasse Kaffee angerauscht, und ich kann mich jetzt ganz entspannt zurück lehnen und die letzten Kilometer bis nach Prag genießen.

Um 09.26 Uhr erreichen wir Prag und mein erster Teil der Reise ist damit beendet. Jetzt folgt eine ausführliche Stadtbesichtigung der wunderschönen Stadt und morgen Abend geht es um 18:29 Uhr wieder mit dem City Nightline zurück nach Neumünster.

Die Fahrt mit dem CityNightLine ist sicher kein großes Abenteuer, aber eine abwechslungsreiche Alternative zur Fahrt mit dem Auto oder mit einem normalen Zug. Mal abgesehen davon, dass leichte Schläfer wie ich eher nicht so gut schlafen, kommt man dennoch relativ erholt am Ziel an. Wer dann noch so einen festen Schlaf hat, wie mein schnarchender Nachbar von nebenan, muss sich keine großen Sorgen machen.

Videos von der Reise mit dem CityNightLine

Die Prager Burg und der lange Aufstieg

Prag und die Idee mit dem alten Aquarium

Das

[mappress mapid=”75″]

Herzlichen Dank an Wilde & Partner, Deutsche Bahn und Tschechische Zentrale für Tourismus, die mich auf diese Reise eingeladen haben.

Keine Kommentare zu Unterwegs mit dem CityNightLine nach Prag

Beim Glockenspiel fallen die Touristen in Ekstase

Ganz langsam bewegen sich die Zeiger der riesigen Uhr vorwärts und hunderte Schaulustige blicken gebannt auf die Zwölf. Zu jeder vollen Stunde tanzen der astronomischen Uhr einige Figuren auf dem…

Astronomische Uhr am Altstädter Rathaus in Prag
Ganz langsam bewegen sich die Zeiger der riesigen Uhr vorwärts und hunderte Schaulustige blicken gebannt auf die Zwölf. Zu jeder vollen Stunde tanzen der astronomischen Uhr einige Figuren auf dem Kopf herum. Ich bin in Prag. Ich bin verliebt in Prag.

Das Altstädter Rathaus darf bei keinem Besuch in der tschechischen Hauptstadt fehlen. Etwa 45 Sekunden lang kreisen die zwölf Apostelfiguren zu jeder vollen Stunde über der Uhr (Foto oben). Die Musik aus einem Glockenspiel und die tanzenden Apostel lassen die Unmengen von wartenden Touristen nahezu in Ekstase verfallen. Die Astronomische Uhr soll seit knapp 600 Jahren zeigen, ob die Sterne günstig stehen. Die Kalenderscheiben sind von den vier größten Gefahren der Menschheit um das Jahr 1410 umzingelt und zeigen den Tod mit einer Sanduhr, die Eitelkeit mit einem Spiegelbild, einen Türken, der mit Krieg droht sowie den Geizhals, der mit einem vollen Geldbeutel schüttelt.

Wer einmal in Prag war, der wird diese Stadt lieben. In der Hauptstadt der Tschechischen Republik wohnen heute rund 1,2 Millionen Menschen. Doch das ist für die Atmosphäre nicht ausschlaggebend. Egal wo man geht oder steht, es weht immer ein Hauch Multi-Kulti durch Prag. Unzählige Touristen mit Reiseführern sorgen für volle Gassen und Plätze. Von überall her klingt Straßenmusik. Es wird viel gelacht und viel gestaunt, denn Prag hat auch kulturell eine Menge zu bieten.

Moldau trennte Prag in zwei Teile

Top-Spot der goldenen Stadt ist sicherlich die Karlsbrücke, die die beiden Stadtteile Altstadt und Kleinseite von Prag verbindet. Die Moldau, ein Nebenfluss der Elbe, hat die beiden Teile über 400 Jahre voneinander getrennt. Erst seit rund 650 Jahren gibt es diese beindruckende Brücke, die mit 520 Metern Länge der Treffpunkt vieler Touristen in Prag ist. Sie gehörte zum Krönungsweg der böhmischen Könige. Heute schlendern dort tausende Urlauber am Tag über die Brücke und werden von zahlreichen Künstlern dazu animiert, sich portraitieren zu lassen. Die Jazz-Gruppe „Bridge Band“ sorgt für die musikalische Umrahmung in einem wunderschönen Panorama: Auf der einen Seite das Stadtzentrum von Prag, auf der anderen Seite das nächste Highlight der Stadt, die Prager Burg.

Die Bridge Band auf der Prager Karlsbrücke.

Die Bridge Band auf der Prager Karlsbrücke. Der Paparazzi rechts bin übrigens ich….

Die Prager Burg (Hradschin) ist das größte geschlossene Burgareal der Welt und beinhaltet unter anderem den St.-Veits-Dom, die Basilika St. Georg oder das weltberühmte Goldmachergässchen, in dem Franz Kafka 1916 für einige Monate lebte. Wer auf den rund 70 Meter hohen Hügel hinauf will, muss Kondition mitbringen. Aber der Weg zur Burg lohnt sich auf jeden Fall. Wer die Karlsbrücke hinter sich gelassen hat, für den beginnt der Aufstieg, der zwar nicht steil ist, sich aber durch viele kleine Gassen und Straßen hinzieht. Während auf der Prager Burg bis 1918 böhmische Fürsten und Könige wohnten, ist sie heute offizielle Residenz des Präsidenten der Tschechischen Republik.

Nichts für große Menschen

Runter geht man am besten durch das Goldmachergässchen. Der Eintritt (100 Kronen) lohnt sich, denn die winzigen Häuser spiegeln das Leben in der Zeit um Franz Kafka wider, der dort gelebt hat. Damals müssen die Menschen deutlich kleiner gewesen sein. Bei vielen größeren Besuchern hören die Türen schon an der Schulter auf, so klein waren die Eingänge von damals. Ansonsten wird in der Gasse eindrucksvoll gezeigt, wie die Wohnungen der Prager aussahen. Natürlich dürfen kleine Boutiquen und Souvenirshops im Gässchen nicht fehlen.

Prag verfügt über ein hervorragendes U- und S-Bahn-Netz.

Prag verfügt über ein hervorragendes U- und S-Bahn-Netz. Die Rollentreppen zur U-Bahn sind teilweise steil und sehr lang.

Wieder an der Moldau angekommen, sollten sich die Gäste auf den Weg zurück zum Altstädter Rathaus machen. Dabei unbedingt am jüdischen Friedhof vorbei. Der eindrucksvolle Friedhof entstand aus reiner Platznot. Weil Gräber – wie heute – nicht nach einigen Jahren „aufgelöst“ wurden, haben die Prager einfach Erde aufgeschüttet. Heute liegen hier die Toten in bis zu neun Schichten übereinander. Allerdings hat die letzte Beerdigung auf diesem Friedhof im Mai 1787 stattgefunden. Insgesamt sollen hier heute etwa 200.000 Gräber errichtet worden sein.

Prag ist für Städtetouristen absolut sehenswert. Es gibt in der Stadt zahlreiche Hotels oder Unterkünfte verschiedenster Preisklassen und ist sowohl mit dem Zug, mit der Bahn oder per Auto sehr gut zu erreichen. Außerdem verfügt die Stadt über ein hervorragendes U-Bahn- und S-Bahn-Netz, so dass viele Plätze bequem erreicht werden können. Die Preise in der Stadt sind moderat, und auch wenn der Euro noch kein offizielles Zahlungsmittel ist, kann in nahezu allen Läden mit Euro bezahlt werden.

2 Kommentare zu Beim Glockenspiel fallen die Touristen in Ekstase

Type on the field below and hit Enter/Return to search