Kategorie: Portugal

Portugal – Traumziele erreichen mit einer Fernreise, mit Reisen nach Europa und in alle Welt. Immer noch nicht sicher, wohin der nächste Urlaub gehen soll? Im Reisemagazin breitengrad53.de gibt’s die besten Urlaubstipps und Reportagen über Traumreisen, Kreuzfahrten und Urlaubsziele. Die besten Angebote gibt’s hier…

Der Fisch, der aus der Tiefe kommt

Der ewige Frühling, das wohltuende Klima, die üppige Flora und Fauna, das Wanderparadies – es gibt viele gute Gründe, diese Insel ins touristische Herz zu schließen. Ein weiterer kommt aus…

Der ewige Frühling, das wohltuende Klima, die üppige Flora und Fauna, das Wanderparadies – es gibt viele gute Gründe, diese Insel ins touristische Herz zu schließen. Ein weiterer kommt aus den Untiefen des Atlantiks. Mit Angelhaken wird er stolze 1 500 Meter nach oben befördert, so wie es seit vielen Jahrzehnten gute Fischertradition ist: Der Schwarze Degenfisch. Ein sagenumwobener und räuberischer Tiefseebewohner, der – zumindest innerhalb Europas – nirgendwo anders als hier zuhause ist. Mit scharfen Zähnen ist er bewaffnet und mit seiner dunklen Lederhaut alles andere als hübsch anzuschauen, fachgerecht zubereitet ist er allerdings ungemein lecker und für den kulinarisch interessierten Madeira-Besucher ein absolutes Muss. Aber nicht nur er: Als Fischliebhaber kommt man auf der portugiesischen Atlantikinsel in jeder Hinsicht auf seine Kosten.

Madeira Degenfisch

Der mittlerweile weltbekannte schwarze Degenfisch ist einer von rund 290 Tiefseefischarten, die vor Madeira in den vergangenen. Jahrhunderten gefangen wurden. (Fotos: Brigitte Geiselhart)

Abendessen im Restaurant „Estalagem do Vale“ in São Vicente. Roberto Mendonça serviert Schwarzen Degenfisch – nicht mit Bananen wie auf Madeira in der Regel üblich, sondern mit Passionsfrucht. Dazu wird ein Bouquet aus Mango, Tomaten, Apfel und Zucchini gereicht. Ein Gericht, das wie auf der Zunge zergeht. „Die Zubereitung ist wirklich einfach. In Mehl und Ei panieren, ein wenig Zitrone darüber träufeln und frittieren“, wie der 40-jährige Chefkoch erklärt. „Mir ist diese Variante am liebsten. Weil der Fisch dabei sehr saftig bleibt. Außerdem empfinde ich die geschmackliche Ergänzung durch die Passionsfrucht sehr reizvoll. Besonders wichtig ist mir aber, dass alle Zutaten direkt aus Madeira stammen.“ Roberto Mendonça ist Koch aus Leidenschaft, so wie seine Brüder auch – das nimmt man ihm gerne ab. „Kochen, das ist einfach mein Ding“„Kochen, das ist einfach mein Ding“, so sein Credo. Zuhause hat er allerdings meist keine Zeit dafür – höchstens wenn er Urlaub hat. Dann freuen sich auch seine Frau und seine Kinder ganz besonders darauf, wenn der Ehemann und Papa Madeirensische Spezialitäten serviert. In seinem Restaurant kocht Mendonça auch gerne live vor seinen Gästen und unterhält sich ganz nebenbei mit ihnen, was natürlich gut ankommt. Und wenn die Gäste gerne selbst kochen möchten, dann dürfen sie das auch. Bei Gruppen mit rund zehn Personen ist das besonders beliebt. „Das geht beim Grillen auf der Terrasse genauso wie in der Indoor-Küchenzeile. Ich gebe dann nur ein paar Anweisungen. Den Rest müssen die Leute selbst erledigen“, sagt er verschmitzt.

Der mittlerweile weltbekannte schwarze Degenfisch ist einer von rund 290 Tiefseefischarten, die vor Madeira in den vergangenen Jahrhunderten gefangen wurden. Bewundert werden kann er natürlich auch auf dem berühmten Fischmarkt der Inselhauptstadt Funchal. Kaum zu glauben, dass er eher zufällig entdeckt worden sein soll. Der Sage nach war ein Fischer aus dem Dorf Camara de Lobos in seinem Boot eingeschlafen – weil er dem einheimischen Wein ein wohl überreichlich zugesprochen hatte. Seiner glücklicherweise sehr langen Angelschnur und dem bleibeschwerten Haken war das aber egal, und so drangen beide zusammen mit dem Tintenfischköder in immer tiefere Meeresregionen vor. Aus seinem Nickerchen erwacht, staunte der Fischer offenbar nicht schlecht, als er seine Schnur wieder aufwickelte und nicht wie beabsichtigt eine Makrele, sondern einen fremdartigen Raubfisch mit einer Länge von knapp eineinhalb Meter am Haken hatte.

Soviel zur Geschichte. Heute ist der „Espada“ – wie er in der Landessprache genannt wird – neben der traditionellen Stickerei und Korbflechterei und dem Madeirawein längst zum Markenzeichen der portugiesischen Atlantikinsel geworden und auf der Speisekarte jedes renommierten Restaurants natürlich nicht wegzudenken. Auch nicht das gegrillte Thunfisch-Steak oder der Oktopus. In Wein mariniert und gegrillt, mit Rosmarin, Karotten, Peperoni und Zwiebeln kann man diesen im Restaurant Apolo in Funchals Altstadt genießen. „Erst mal den Tintenfisch kochen, bis er weich wird – nicht zu lange, nicht zu kurz“, lässt Küchenchef Michael Garcèz ein wenig in seine ganz spezielle Zubereitungsart blicken. „Zwiebeln in Olivenöl dünsten, Oliven dazu und natürlich Knoblauch. Peperoni in Scheiben schneiden, rösten schälen und auf den Fisch legen, so dass es bedeckt ist und somit weich bleibt. Im Ofen alles fertig backen.“ Und weiter? „Alles kann ich natürlich nicht verraten. Der Rest bleibt mein Geheimnis“, lächelt der 26-Jährige, der vorher bei einer großen Hotelkette angestellt war und in einem der ältesten Lokale der Insel neue berufliche Herausforderungen sucht.

Hat man als Nicht-Fischesser ein Problem auf Madeira?

Bleibt die Frage, ob man als Nicht-Fischesser ein Problem auf Madeira hat? Keineswegs. Michael Garcèz ganz persönliches Lieblingsgericht ist „Espetada em pau de louro“. Rindfleisch am Spieß – genauer gesagt am Lorbeerstock. Gewürzt mit Salz und Lauch, am Holzfeuer gegart. Dazu gebratene Polentawürfel. Und „Bolo do caco“ – gegrilltes Brot mit Knoblauchbutter passt sowieso überall dazu. Schmeckt alles klasse und vor allem authentisch. Zur Verdauung gibt’s übrigens „Poncha“ – wie die Einheimischen sagen „Medizin“. Nach Madeira-Art. Besteht aus Orangensaft, Zucker und ordentlich weißem Rum. Wird mit einem Holzlöffel verrührt und kalt getrunken. Und wirkt. Hundertprozentig.

Das

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Hinweis: Die Autorin wurde von Alltours auf diese Reise eingeladen.

 

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Aufregend schön: Eine Korbschlittenfahrt auf Madeira

Es geht bergab. Steil bergab. Bis zu knapp 50 Stundenkilometer sollen in den kommenden Minuten erreicht werden, wie zu hören ist. Zuvor aber heißt es Platz zu nehmen, in einem…

Es geht bergab. Steil bergab. Bis zu knapp 50 Stundenkilometer sollen in den kommenden Minuten erreicht werden, wie zu hören ist. Zuvor aber heißt es Platz zu nehmen, in einem etwas eigenartig anmutenden Gefährt – einem zweisitzigem Sessel, vielleicht auch einer Art Mischung aus Korbsofa und Wäschekorb auf Holzkufen. Und sich von der Vorstellung zu verabschieden, dass man Schlitten nur im Winter und auf eisigem Untergrund fahren kann. Schon Ernest Hemingway, der Europa zwischen den beiden Weltkriegen ausgiebig bereiste, soll diese Rutschpartie genossen und als eines der aufregendsten Erlebnisse seines Lebens beschrieben haben.

Eventuelle Angst ist also völlig unbegründet. Schließlich ist man in der Obhut von Antonio Rodriguez oder anderen ganz in weiß gekleideten und mit Strohhüten ausgestatteten Männern. „Bleibt cool“, sagt der 37-Jährige mit vertrauensvoller Miene. „Ihr werdet sehen, das wird ein Riesenspaß.“ Sich per Korbschlitten vom rund 600 Meter hochgelegenen Nobelort Monte in Richtung Inselhauptstadt Funchal fahren zu lassen, das gehört auch im 21. Jahrhundert für viele Madeira-Urlauber zu den „Must Do-s“ – der gewünschte Adrenalin-Ausstoß ist in jedem Fall gesichert.

Korbschlittenfahrt auf Madeira

Korbschlittenfahrt auf Madeira für die ganze Familie. (Fotos: B. Geiselhart)

Was für Touristen eine außergewöhnliche Attraktion ist, das ist für Antonio allerdings ein „ganz normaler“ Arbeitstag. Sechs Tage pro Woche geht er seinem Job als „Korbschlittenzieher,“ auch „Carreiros“ genannt, nach – außer, wenn sonntags ein Kreuzfahrtschiff im Hafen von Funchal anlegt. Dann ist auch am siebten Tag der Woche Dienst angesagt und dann kann es sein, dass für ihn und seine Kollegen nicht nur die sonst üblichen drei oder vier, sondern bis zu zehn Touren zu bewältigen sind. „Wir arbeiten im Team mit insgesamt 150 Männern und werden pro Fahrt bezahlt. Für jede Fahrt erhält jeder von uns zehn Euro – die restlichen fünf Euro pro Passagier gehen an das Unternehmen. Sie können sich also ausrechnen, dass man damit vielleicht gerade seine Familie ernähren kann, aber dabei sicher nicht reich wird“, erzählt Antonio. „Aus meiner Sicht dürften also gerne mehr Kreuzfahrtschiffe kommen“, fügt er schmunzelnd hinzu.

“Fußball? Ich brauche keinen Sport mehr!”

Früher hat Antonio in seiner Freizeit gerne Fußball gespielt. Heute schenkt er sich das. „Ich bin abends einfach zu müde und brauche keine sportliche Betätigung mehr“, sagt er. Unzufrieden ist er dennoch nicht. „Beruf ist eben Beruf“ heißt seine Devise. Carreiro zu sein, das ist in seiner Familie längst Usus. Der Großvater hat damit angefangen, dann sein Vater, jetzt er und seine Brüder. Und wenn er selbst einmal Kinder haben sollte? Dass seine Söhne auch in diese Fußstapfen treten, das kann sich Antonio durchaus vorstellen. „Eigentlich wollte ich Krankenpfleger werden – dann hätte ich auch weiße Arbeitskleidung tragen dürfen“, kommt Antonio ein wenig ins Plaudern. Doch dann starb sein Vater und der Sohn musste seine bereits angefangene Ausbildung abbrechen, um Geld für sich und seine Familie zu verdienen. Und so ist aus dem ursprünglichen beruflichen Traum eben nichts geworden.

Korbschlittenfahrt auf Madeira

Sechs Tage pro Woche gehen die „Korbschlittenzieher,“ auch „Carreiros“ genannt, ihrem Job nach, der durchaus anstrengend sein kann.

Jetzt geht’s aber endlich los. Startpunkt direkt an der Kirche Nossa Senhora do Monte. In flotter Geschwindigkeit werden bereits die ersten Kurven angesteuert. Keine Frage, der Spaßfaktor ist für die Korbschlittenpassagiere enorm. Meist sind die Schlitten mit zwei Personen besetzt, manchmal auch mit drei. Was für die Männer in Weiß natürlich mit noch größerer körperlicher Anstrengung verbunden ist. An flacheren Stellen müssen die beiden Lenker schon mal kräftig ziehen, in steileren Passagen mit bis zu 21 Prozent Gefälle heißt es auf dem glatten Asphalt eher zu bremsen und vor allem fachgerecht zu lenken. Also runter von den Kufen, abspringen, an den Seilen ziehen, Luft lassen – ganz sicher nichts für Anfänger. Gut, dass die Männer auf ihr solides Schuhwerk vertrauen können, in diesem Fall Lederschuhe mit ganz speziellen Gummisohlen. Lebensdauer der Sohlen: Nicht länger als zwei Monate.

„Ja, das Korbschlittenfahren auf Madeira ist wirklich was einzigartiges“, hatte Reiseleiterin Teresa Costa bereits im Vorfeld erzählt. Interessant zu erfahren, dass die „Carros de Cesto“ früher zu den ersten öffentlichen Verkehrsmitteln auf Madeira zählten – allerdings nur talwärts. Straßen gab es Anfang des 19. Jahrhunderts noch nicht auf Madeira, und für Pferd und Wagen waren die Wege aufgrund ihrer erdrückenden Enge und der Steilheit des Geländes ungeeignet. Alte Menschen, Kranke und wohlhabende Reisende, trug man in Hängematten oder Sänften von Monte in die Stadt hinunter. Bis ein schlauer Einwohner auf die geniale Idee der Korbschlitten kam. Das von zwei Männern angestoßene und gelenkte Gefährt auf Kufen war als Transportmittel eine große Erleichterung. Wieder nach oben ging es auf Ochsenkarren, sowohl für die Körbe, als auch für die Passagiere.

Korbschlittenfahrt auf Madeira

Der Spaßfaktor ist für die Korbschlittenpassagiere enorm, die Korbschlittenzieher leisten dabei harte Arbeit. Besonders in den Kurven…

Auch das mag dem Touristen von heute vielleicht in den Sinn kommen, wenn er bei der unbeschreiblich schönen Korbschlittenfahrt sich genüsslich zurücklehnen und die Gedanken ein wenig schweifen lassen darf. Nach rund 15 Minuten ist das Spektakel vorbei. Schön war’s und einzigartig – wie von Teresa Costa versprochen. Noch einmal durchschnaufen und dem Abenteuer ein wenig nachspüren. Der Bus wartet aber schon. Ein Abstecher nach Camacha könnte jetzt genau das Richtige sein. Dort darf man sich mit der für Madeira ebenfalls so berühmten Kunst des Korbflechtens ein wenig vertraut machen. Für die Korbschlittenzieher geht es hingegen wieder hinauf nach Monte – zu Fuß oder mit dem LKW. Der Tag ist noch jung. Die eine oder andere Tour sollte da schon noch herausspringen. Und für die abendliche Müdigkeit ist bei Antonio Rodriguez und seinen Kollegen mit Sicherheit gesorgt.

[toggle title=”Anreise”]alltours bringt seine Gäste ab allen großen deutschen Flughäfen, wie Düsseldorf, Berlin, Hamburg, Frankfurt, München nach Funchal. Hauptverkehrstage sind dienstags, donnerstags, samstags und freitags. Angeboten werden Flüge mit Air Berlin, Condor, tuifly, Germania, TP und vielen weiteren Fluggesellschaften.[/toggle]

Das Ziel dieser Reise

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Hinweis: Die Autorin wurde von Alltours auf diese Reise eingeladen.

 

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Sonne lacht, Blende acht!

Es ist früh am Morgen, der Kleinbus schlängelt sich gemächlich durch die Serpentinen von São Miguel. Die Wolken hängen noch an den Bergspitzen fest. Das Klackern der Reifen auf dem…

Es ist früh am Morgen, der Kleinbus schlängelt sich gemächlich durch die Serpentinen von São Miguel. Die Wolken hängen noch an den Bergspitzen fest. Das Klackern der Reifen auf dem Asphalt erzeugt ein monotones Geräusch. Ich lasse den Blick durch die Natur schweifen und hänge meinen Gedanken nach. Während der Fahrt stimmt José unsere Truppe auf das Programm des Tages ein. Plötzlich höre ich von den vorderen Sitzen des Busses ein erstes leises „Eijei-jei“. Unser vereinbartes Codewort! Alle im Bus stimmen mit ein und das morgendliche Gemurmel mündet in ein fröhliches Gelächter.

Spätestens jetzt ist klar. Der Fahrer muss halten. Jetzt! Sofort! Wir haben alle das Gleiche entdeckt: Ein beeindruckendes Felsmassiv erhebt sich aus dem atlantischen Ozean. Gute Lichtverhältnisse. Klare Farben. Jeder schnappt sich seine Kamera und im Eiltempo verlassen wir unsere Plätze. Das perfekte Foto-Motiv wartet! Es gilt keine Zeit zu verlieren, denn das azorianische Wetter ist unbeständig. Dass der Bus dabei am Rand einer sehr schmalen Straße halten muss, interessiert niemanden. Wir sind mittendrin – auf unserer fotografischen Entdeckungsreise durch die grünen Landschaften der Azoreninsel São Miguel.

Lichtstimmung Azoren

Wunderbares Lichtschauspiel auf den grünen Landschaften der Insel São Miguel

Tipps & Tricks: Mitnehmen was geht

Drei Tage vorher: Acht Reisende aus den unterschiedlichsten Ecken Deutschlands treffen sich auf dem Frankfurter Flughafen, im Gepäck befindet sich hauptsächlich Fotoequipment. Von der 5.000-Euro-Kamera bis hin zum Smartphone ist alles vertreten. Wir Acht haben das gleiche Ziel. Ganz genau wollen wir wissen: Was muss man alles beim Fotografieren beachten? Welche Tricks gibt es und vor allen Dingen: Wie entsteht ein perfektes Bild? Matthias, ein Mitreisender, formuliert es ganz treffend: „Ich nehme alles mit, was geht! Informationen!“ Um möglichst viel zu erfahren, dürfen wir die nächsten Tage Oliver Ostermeyer mit Fragen löchern. Als erfahrener Profifotograf begleitet er uns als Ratgeber in allen Fotolagen auf unserer Reise auf die Azoren.

José und die „Schmale Spitze“

Der Flughafen in Ponta Delgada ist unser erster Kontakt zur Insel São Miguel. Die „Schmale Spitze“ ist die Hauptstadt der Azoren und der Dreh- und Angelpunkt für den zentralen Reiseverkehr zwischen und auf den azorianischen Inseln. José, unser Reiseleiter und waschechter Azorianer, holt uns am Flughafen ab. „Grüne-Runde-Bälle Suppe“ Ein Jahr hat er als Au-pair in Deutschland gelebt und deutsch gelernt. Seinen melodischen azorianischen Akzent hat er behalten und mit seinen kreativen Ersatzworten bringt er uns ab sofort rund um die Uhr zum Schmunzeln. Er berichtet uns von Single-Frauen, die „Männerhäuser“ besuchen. Nach fragenden Blicken finden wir heraus, dass er historische Herrenhäuser meinte. Auch sein vielgepriesenes „tipische azorianische Essen“ wie „Blütwürst mit Ananasch“ und „Grüne-Runde-Bälle Suppe“ (Erbsensuppe) begleitet uns auf der gesamten Reise.

Geduldig wie ein Kameltreiber wartet José immer wieder auf uns und lässt uns an den schönen Fotospots verweilen. Es ist nicht einfach eine foto-verrückte Truppe zusammenzuhalten und bei den plötzlich auftauchenden Motiven, guten Lichtverhältnissen und den „Eijei-Jei-Rufen“ keinen Verkehrsunfall zu verursachen. Außerdem weiß José zu jeder Straße, zu jedem Ort und zu den Menschen kleine Anekdoten zu berichten. Durch ihn erhalten wir wunderbare Einblicke in die Geschichte und die Kultur der Azorianer.

Alles eine Frage der Technik? Die Fotoreise gibt Antworten

Schon bei der Abreise hatte ich befürchtet, dass mein Kamera-Spontankauf bei Mediamarkt sicher nicht die beste Wahl war. Spiegelreflex ist eben nicht Spiegelreflexkamera. Und auch bei der Wahl des Objektivs sollte man sich vorher umfassend informieren. Unser Profi Oliver erklärt mir immer wieder „Ja, da hat deine Kamera ihre Grenze, aber man kann durch ein paar Tricks und ein anderes Objektiv noch einiges herausholen!“. Im Terra Nostra Park mit seinen herrlichen Baumstrelizien, Bambuspflanzen, riesigen Hortensienbüschen und der eisenhaltigen Thermalquelle lerne ich meine ersten Fotografie-Lektionen: „Sonne lacht, Blende acht!“ und „Ungewöhnliche Bildausschnitte und Perspektiven wählen!“. Stefan, ein Mitreisender, hat noch den Tipp parat: „Vordergrund macht Bild gesund!“. Hier hilft jeder jedem und es werden fleißig Bilder gezeigt und vor allem die Männer fachsimpeln über Blenden, Objektive und die richtige Fototechnik.

Im Laufe der nächsten Tage groove ich mich mit meiner Kamera ein. Beim Whalewatching vor der Küste von „Vila Franca do Campo“ lerne ich schnell zu sein, um die Meeressäuger vor die Linse zu bekommen. Am Kraterrand des „Lago do Fogo“ erlebe ich das Glücksgefühl der durchbrechenden Sonne zwischen den Wolken, während die Aufwinde mich mit meiner Kamera fast zu Fall bringen. Die im Wind wiegenden Gänseblümchen an der Westküste in Nordeste zwingen mich in die Knie und vom beeindruckenden Felsmassiv vor der Küste Maias entsteht eine Unzahl von Bildern.

Nur das beeindruckende Gefühl, welches die Gegenwart der gigantischen Fin-Wale und Bottlenose-Delphine bei mir hinterlässt, das Lachen der Kinder in der Abendsonne in Nordeste, das Gefühl nach dem reichaltigen „Cozido nas Caldeiras“ bei Tony`s aus dem Restaurant zu „rollen“, der Geruch nach faulen Eiern im Vulkangebiet, das Adrenalin in den Adern beim Fahren mit dem Zodiak, das Essen eines frisch gegrillten „Tünfisches direkt aus die Meer“, die Fahrt mit dem Jeep über den Rand des Vulkankraters und der Muskelkater vom vielen Lachen auf der Reise – all diese Empfindungen lassen sich immer noch nicht auf der Kamera festhalten. Und doch fangen die Bilder wunderschöne Momente auf den Azoren ein und am Ende der Reise fahre ich mit einer Vielzahl unterschiedlichster Eindrücke nach Hause.

Und eins werde ich garantiert nie wieder vergessen „Sonne lacht, Blende acht!

Hinweis: Die Autorin wurde von der Thomas Cook AG und der TOUR VITAL Touristik GmbH zu dieser Reise eingeladen.

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Zwischen geballter Lebenslust und sanfter Melancholie

Das klangvolle, portugiesische Wort „Saudade“, steht für Melancholie und tiefste Sehnsucht und prägt das Lebensgefühl der Lissabonner genauso, wie ihre nahezu unbändige Sucht nach Leben! Tina’s letzter Teil über ihren…

Das klangvolle, portugiesische Wort „Saudade“, steht für Melancholie und tiefste Sehnsucht und prägt das Lebensgefühl der Lissabonner genauso, wie ihre nahezu unbändige Sucht nach Leben! Tina’s letzter Teil über ihren Besuch in Lissabon.

Der Abend beginnt in den Gassen des Bairro Alto und sehr spät in der Nacht oder am frühen Morgen werden die ehemaligen Docks unter der Tejo-Brücke oder am Bahnhof Santa Apolónia. angesteuert. Tagsüber sind sie triste Ansammlungen von Lagerschuppen am Kai, doch in der Dunkelheit verwandelt sich das Viertel zum “Place to be” für das chice Szenevolk.

Wer will, kann dort auch nach Mitternacht zum Friseur gehen, Kunstgalerien besuchen und natürlich tanzen, bis der Morgennebel den Fluss in ein surreales Licht taucht. US-Schauspieler John Malkovich ist Betreiber eines der schönsten Etablissements, dem “Bica do Sapato” Stilecht im 60er-Jahre-Design beim Hollywoodstar essen und sich stärken für den anschließenden Besuch im Club “LuxFragil”, einer Intuition für Nachtschwärmer seit Jahren, so könnte der perfekte Abend aussehen.

Strassenverkaeufer Lissabon

Nur nicht zu lange in den Federn bleiben, auch wenn meine kleine Altbauwohnung so heimelig ist, dass ich sie am liebsten gar nicht verlassen möchte. Doch es gibt so vieles zu entdecken. Spannend und berauschend ist der Mix der Stadt, denn Lissabon ist kosmopolitisch. Menschen unterschiedlichster Kulturen leben wie in einem bunten Schmelztiegel, friedlich miteinander, Egal ob in der Mode, in der Musikszene, bei Design, Kunst, Theater, Küche oder im Nachtleben, hier herrscht ein afrikanisch-lateinamerikanischer Stilmix, der 24 Stunden lang vibriert- und das überall. Lissabons Altstadt ist bequem zu erlaufen, doch gemütlicher und mit leicht nostalgischem Flair gewürzt, ist eine Fahrt mit der historischen Straßenbahn, Linie 28, die am Prachtplatz “Rossio” startet und auch nach über 100 Jahren Betrieb noch die steilsten Steigungen meistert.

Lissabon ist eine romantische Stadt

Mit ratternden Sound schraubt sich die hölzerne Tram immer weiter nach oben und gewährt stets neue Aussichten und Einblicke, in das alltägliche Leben. Je weiter sich die Bahn ins Graça-Viertel hocharbeitet, desto abenteuerlicher wird es. Die Straßen werden immer enger, es wäre ein Leichtes, durch das heruntergekurbelte Fenster nach den Auslagen zu greifen, die liebevoll aufgetürmt vor der Obstläden liegen.

Oben und unten bestimmten schon immer das Leben in der Stadt. Ende des 19. Jahrhunderts konstruierten findige Ingenieure drei Schrägaufzüge, um Ober- und Unterstadt miteinander zu verbinden und schufen mit dem Elevador de Santa Justa auch gleich das Wahrzeichen des modernen Zeitalters. Die 32 Meter hohe Stahlkonstruktion, unweit des Rossio, diente zur damaligen Zeit als Transportmittel. Heute ist der Aufzug eher ein beliebtes Fotomotiv der Touristen und beherbergt ein winziges Freiluft-Café auf der obersten Plattform, mit spektakulärem Ausblick auf die Stadt. Ganz besonders schön ist es bei Sonnenuntergang, wenn der Tejo in sanftes Rosa getaucht wird und die Liebespaare auf den klapprigen Stühlen Platz nehmen.

dorade in lissabon

Lissabon ist eine romantische Stadt, das ist auch am nächsten Morgen im Alfama-Viertel zu spüren, es liegt ein Hauch von Wehmut und Nostalgie in der Luft, der das Herz berührt. Käfige mit Kanarienvögel hängen vor den typischen Häusern, im maruelinischen Stil, mit farbigen Azulejo-Kacheln. Sehnsüchtige Fado-Weisen klingen aus weit geöffneten Fenstern, der dicke Fischhändler sortiert seine Ware in der Auslage. Der Blick bleibt an einem übergroßen Plakat hängen, “Alfama é fácil de amar” – Alfama ist leicht zu lieben. Das gilt für ganz Lissabon, die gefühlvollen Melodien des Fado und der Wunsch, ganz schnell wieder dorthin zurückzukehren, werden mich nie wieder loslassen. Und jetzt habe ich hier sogar ein richtiges Zuhause gefunden!

[toggle title=”Sightseeing-Tipps”]Castelo Sáo Jorge: Hoch über der Stadt thront die Burg. Der Blick über die Stadt und den Tejo wird Sie verzaubern und die Gärten laden zu romantischen Spaziergängen ein.
Torre de Belém: Das Wahrzeichen der Stadt liegt etwas außerhalb. In der frühen Abenddämmerung leuchtet der weiß schimmernde Turm am eindrucksvollsten. Belém.
Eléctrico Nr. 28: Die altersschwache, hölzerne Bahn, passiert auf ihrer regulären Strecke, alle wichtigen Sehenswürdigkeiten. ab Prazeres- oder Martin Moniz
Miradouro de Santa Luzia: Einer der besten Aussichtspunkte, mitten im alten Viertel Alfama. Am schönsten bei Sonnenaufgang! Tram 28 bis Santa Luzia
Stadtteil Alfama – ein undurchsichtiges Labyrinth aus Plätzen, Gassen und Treppen
Elevador de Santa Justa – der eiserne Aufzug verbindet Ober- und Unterstadt
Parque das Nacoes – Das futuristische Expogelände aus dem Jahre 1998 – ist heute ein Freizeitpark mit großer Shoppingmall und Aquarium – ein gelungener Kontrast zur Altstadt.
Fado-Museum – Klangvolll durch die Geschichte des Fado. Hier kann man wunderbar einen verregneten Nachmittag verbringen und den melancholischen Weisen lauschen.
Lisboa Story Center – Lissabons Geschichte für alle Sinne, zum riechen, hören, fühlen… interaktives Museum mit überraschenden Momenten. Terreiro do Paco 78 www.lisboastorycentre.pt[/toggle]

[toggle title=”Ausgehen”]O Faia – Edler Fadoclub mit traditionellem Fado und leckerem Menü – Rua da Barroca, 56 – Bairro Alto – www.ofaia.com

Maria da Mouraria – Wie ein Wohnzimmer wirkt das familiäre Fado-Restaurant. Hier singen viele junge Talente, kein Wunder, Inhaber xx ist vom Hauptberuf Musikproduzent. Largo da Severa, 2 – Mouraria www.mariadamouraria.pt
Lux-Frágil: Toller Flussblick von der Terrasse, wechselnde, internationale DJ’s, cooles, modisches Publikum und gut gemixte Drinks. Di.- So. 18-6 Uhr, Av. Infante D. Henrique, Armazém. www.luxfragil.com
Cafe Suave: Statt Kaffee, gibt es hier leckere Longdrinks, Bier und Wein. Das „Suave“ ist das ausgelagerte Wohnzimmer der hippen Lissabonner Musiker- und Literatenszene. http://www.lisbonlux.com/lisbon-bars/cafe-suave.html
Hot Clube de Portugal: Der schummerige Jazzclub ist eine Institution. In dem kleinen Kellergewölbe traten schon Jazzgrößen wie Pat Metheny auf. Di. und Mi. finden Jamsessions statt. Pr. Da Alagria 39/ Restauradores www.isa.utl.pt/HCP/ushome.html
Noobai Café – Bis Mitternacht kann man in dieser Outdoor-Lounge mit zwei Terrassen sitzen und den spektakulären Blick auf die rote Brücke Ponte 25 de Abril und die andere Tejo-Seite bewundern – bei DJ Musik und guten Drinks. Rua de Santa Catarina21 www.noobaicafe.com[/toggle]

[toggle title=”Genuss”]Mercado da Ribeira – Lissabons größter Wochenmarkt und Gourmet-Foodtempel in einem, mit Dependancen der besten Küchenchefs Lissabons. Cais do Sodre
Manteicaria Londrina – Leckere, portugiesische Spezialitäten, z.B. Portwein, Rohmilchkäse aus der Serra de Estrella u.a. für zuhause. Rua das Portas de Santo Antao 55/ Restauradores
Bica do Sapato: Das In-Restaurant, ist in einem ehemaligen Speicher direkt am Tejo untergebracht. Probieren Sie unbedingt die Ravioli mit Krebsfüllung, ein Genuss! . Avenida Infante Dom Henrique, Armazem 8, www.bicadosapato.com
Panadaria das Mercés: Die Bäckerei im Bairro Alto, ist bis auf Samstag, jede Nacht durchgehend geöffnet – und immer voll! Alles frisch, direkt aus dem Ofen. Unbedingt die „Pao com Chourico“ testen! Travessa das Mercés 12, Tel. +351/21 3463054
Royale Cafe: Bei frisch gepressten Säften und hausgemachten Scones lässt es sich perfekt in den Tag starten. Largo Raphael Bordallo Pinheiro 29
Estufa Real: Lunch im Gewächshaus, ein entspannter Spot für einen Sightseeing-Break, mitten im Botanischen Garten. Calcada do Galvao, Jardim Botanico da Ajuda www.estufareal.com
Bota Alta: Kunst, wohin das Auge blickt, dazu vorzügliche, rustikale Küche aus dem Alentejo. Das „Bota“ ist immer gut besucht und frühes Kommen (ab 19 Uhr) sichert die besten Plätze. Travessa de Queimada 37/ Baixa, Tel. +351/21 3427959[/toggle]

[toggle title=”Allgemeine Infos”]http://www.visitlisboa.com

http://www.golisbon.com[/toggle]

Die beiden Teile von Tina’s Reise durch Lissabon

Teil 1: Lissabon – Die Melodie der Lebenslust als Local entdecken
Teil 2: Zwischen geballter Lebenslust und sanfter Melancholie

Hinweis: Die Reise fand mit freundlicher Unterstützung von “Visit Lisboa” – www.visitlisboa.com, der portugiesischen Airline TAP Portugal www.flytap.com und der internationalen Apartmentvermittlung Only Apartments, www.only-apartments.de statt.

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Lissabon – Die Melodie der Lebenslust als Local entdecken

Das klangvolle, portugiesische Wort „Saudade“, steht für Melancholie und tiefste Sehnsucht und prägt das Lebensgefühl der Lissabonner genauso, wie ihre nahezu unbändige Sucht nach Leben! Tina’s erster Teil über ihren…

Das klangvolle, portugiesische Wort „Saudade“, steht für Melancholie und tiefste Sehnsucht und prägt das Lebensgefühl der Lissabonner genauso, wie ihre nahezu unbändige Sucht nach Leben! Tina’s erster Teil über ihren Besuch in Lissabon.

Immer wieder zieht es mich in die portugiesische Metropole… che saudade… kaum bin ich weg, befällt mich so etwas wie ein leises Heimweh, den Wunsch zurückzukehren, einfach zu bleiben, dort zu leben, zumindest auf Zeit. Diesmal mache ich alles richtig und buche mir ein Apartment, mitten Im Amüsiervierteil Bairro Alto. Die Stadt, die mir so vertraut ist zu erleben, als würde ich wirklich dort leben, ist meine Devise für ein langes Wochenende. Mein kleiner französischer Balkon, geht auf die enge Gasse hinaus. Mehr Lissabon geht nicht! Die kuschelige Zweizimmerwohnung ist nur wenige Schritte vom Aussichtspunkt Miradouro de São Pedro de Alcântara und der “Funicular”, einer Jahrhunderte alten Bahn, die Ober- mit Unterstadt verbindet, entfernt. Im Haus gegenüber baumelt die Wäsche auf der Leine. Eine Katze hat sich malerisch im Fenster gegenüber drapiert.

Lissabon Praça do Comércio

Blick auf den Praça do Comércio. In der Mitte des Platzes steht die Reiterstatue von José I. (Foto: Greta Pasemann)

Damit ich mich auch gleich Zuhause fühle, erklärt mir der Besitzer Jorge, der bei meiner Ankunft schon auf mich wartet, allerhand Praktisches. Der nächste Supermarkt? Nur 250 Meter entfernt. Snacks “to go” soll ich mir im “Vitaminos” in der Rua Garrett der portugiesischen Fast Food-Variante, mit leckeren Salaten und frisch gepressten Säften besorgen- und die besten Natas, die sündigen Vanilleplunder-Teilchen in der berühmten “Cafeteria A Brasileira” im Chiado. Das edle Viertel grenzt direkt ans Bairro Alto an. Hier naschte schon der bekannte Schriftsteller Fernando Pessoa. Ein würdiger Ort für eine reisende Autorin, um sich Inspirationen für die nächsten Geschichten zu besorgen. Die werden hier automatisch geliefert, denn das legendäre Cafe im Art Deco-Stil, das schon im Jahre 1907 seine Pforten öffnete, ist “place to be” für halb Lissabon- und natürlich auch für die Touristen aus aller Welt.

Im Herbst ist Lissabon ideal für einen Kurztrip

Mit vielen weiteren Tipps ausgerüstet, mache ich mich auf, Neues zu entdecken und Altbekanntes wieder zu finden. Gerade im Herbst ist die Stadt am Tejo ideal für einen Kurztrip. Die Hitze des Sommers ist aus den dicken Mauern der Häuser gewichen, die Tage sind angenehm mediterran, die Abende sind von weicher, lauer Luft erfüllt und statt Pauschaltouristen, treffen Besucher allerorts auf herzliche Einheimische, die sich und das Leben feiern. Einige Anbieter fliegen inzwischen direkt ab München nach Lissabon.

Lissabon vereint Gegensätze auf faszinierende Weise: Mondäne Prachtbauten längst vergangener Zeiten, treffen auf futuristische Glaspaläste, Tradition und Moderne leben in trauter Eintracht miteinander und nirgendwo ist die Seefahrer-Geschichte so spürbar, wie in den Kopfsteingepflasterten Gassen am Hafen. Nostalgisches Flair weht durch die Stadt, doch hinter den alten Fassaden schlägt das moderne Herz der Lisboas. Die Stadt ist trendy, ohne Zweifel!

Standseilbahnen in Lissabon

Die Standseilbahnen in Lissabon (Ascensores de Lisboa) verbinden die tiefer gelegene Teile der Altstadt mit den höheren Teilen. (Foto: Greta Pasemann)

Die Altstadtviertel, wie meine neue Heimat, das Bairro Alto, der Chiado oder Alfama lassen sich wunderbar zu Fuß erkunden. Etwas Kondition braucht man dafür schon, denn es geht ständig hoch und runter, doch es lohnt sich, denn links und rechts, in den engen Altstadtgassen, verstecken sich tolle Boutiquen, coole Designshops, quirlige Bars und zahlreiche Restaurants, zum Teil so diskret, dass man sie erst auf dem zweiten Blick entdeckt.

Auf den sieben Stadthügeln, zwischen Ober- und Unterstadt, pulsiert das Leben. Gerade 500.000 Einwohner zählt das Zentrum Lissabons, mit Außenbezirken liegt die Bevölkerung allerdings bei rund 2,7 Millionen.

Der Zauber der Stadt erschließt sich über alle Sinne. Lissabon zu entdecken heißt sehen, riechen, fühlen, schmecken- und hören. Die Seele Lissabons liegt im Fado begründet, jene melancholisch-schönen Lieder die kleine Geschichten erzählen, vom Alltagsleben vor Ort. Von Liebe und Leid, Trauer und Glück. So traurig der Fado für unsere Ohren manchmal auch klingen mag, eigentlich, so erzählt eine der bekanntesten, modernen Fado Sängerinnen, Mafalda Arnauth, die sogar von der New York Times als spannendste Entdeckung des modernen Fado gefeiert wurde, ist dieser Gesang letztendlich nur pure Lebensfreude, die geballte Ladung Leben. Und diese Stadt ist voll davon. Momente, die berühren, festgehalten in Liedern, die die Seele öffnen. Besungen wird, was nahe liegt. Ob der Sonnenaufgang über dem Castelo São Jorge, der alten Festung, die erhaben über der Stadt thront, das Alfama-Viertel mit seinem engen Gassen-Gewirr, der Fluss Tejo, der unaufhaltsam dem atlantischen Ozean entgegen strömt… Die ganz spezielle Melodie Lissabons, vermischt sich dem Geschrei der Möwen und dem salzigen Geruch des Meeres.

“Bom dia” in Bairro Alto

Im Viertel Bairro Alto ein paar Muße-Stunden zu verbringen bedeutet, durch unterschiedlichste Epochen zu wandeln, vor einer Kulisse, die jedes opulente Filmset blass erscheinen lässt. Die Vormittage gehören der älteren Generation. Alles wirkt ein wenig verschlafen, entschleunigt. Im Zeitlupentempo bewegen sich die Anwohner durch ihre vertraute Umgebung, erledigen ihren Einkauf, verweilen auf einen Bico, fast beißenden Espresso in der Bar, plaudern mit ihren Nachbarn hängen Wäsche auf oder genießen einfach nur selbstzufrieden den Sonnenschein auf ihrem Balkon- und grüßen mit einem herzlichen “Bom dia”, all’ die, die vorbeischlendern.

Lissabon - Cafe

Trendige Boutiquen, Cafés, Buchläden, Friseure und Musikshops öffnen in Lissabon ihre Pforten – und das bis weit nach Mitternacht.

Am späten Nachmittag verändert sich die Szenerie. Mit knarrenden Geräuschen werden die dunklen Rolläden der Geschäfte hoch gezogen, hinter denen sich die Parallelwelt des Bairro Alto verbirgt: Trendige Boutiquen, Cafés, Buchläden, Friseure und Musikshops öffnen ihre Pforten – und das bis weit nach Mitternacht. Abends strömen die jüngeren Lissabonner in “mein” Viertel. Die Bars schließen nicht vor drei Uhr morgens. Handgemalte Schilder weisen den Weg zu Designer-Shops mit integrierter Disco und zu den derzeit angesagtesten Nachtclubs. Vieles, was eben noch einer privaten Wohnung aussah, entpuppt sich plötzlich als Mini-Cafe oder Private-Bar mit internationalen DJ’s..

Gleich um die Ecke liegt der perfekte Ort für Musikfans, der “Hot Clube”, der berühmteste Jazz-Club der Stadt und das “O Faia”, ein Fado-Restaurant, in dem die crème de la crème der Fado-Szene auftritt. Wohlfühlorte, von denen es in Lissabon unzählige gibt, herrlich unprätentiös und entspannt. Vielleicht ist es gerade diese Unaufgeregtheit, die “Lisboa” diese etwas entrückte, verzauberte Atmosphäre verleiht.

Die beiden Teile von Tina’s Reise durch Lissabon

Teil 1: Lissabon – Die Melodie der Lebenslust als Local entdecken
Teil 2: Zwischen geballter Lebenslust und sanfter Melancholie

Hinweis: Die Reise fand mit freundlicher Unterstützung von “Visit Lisboa” – www.visitlisboa.com, der portugiesischen Airline TAP Portugal www.flytap.com und der internationalen Apartmentvermittlung Only Apartments, www.only-apartments.de statt.

1 Kommentar zu Lissabon – Die Melodie der Lebenslust als Local entdecken

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