Kategorie: Norwegen

Norwegen – Traumziele erreichen mit einer Fernreise, mit Reisen nach Europa und in alle Welt. Immer noch nicht sicher, wohin der nächste Urlaub gehen soll? Im Reisemagazin breitengrad53.de gibt’s die besten Urlaubstipps und Reportagen über Traumreisen, Kreuzfahrten und Urlaubsziele. Die besten Angebote gibt’s hier…

Im Land der Trolle

Eines sollten Sie bei einer Kreuzfahrt mit der „Costa Magica“ ins norwegische Fjordland getrost vergessen: Hektik und Alltagslärm. Denn auf einer der landschaftlich schönsten Seereisen der Welt spielt die Natur die Hauptrolle. Auch das Kalorienzählen sollte tunlichst bis nach der Reise vertagt werden: Eine leckere Küche in vier verschiedenen Restaurants und zehn Bars sorgen für italienische Lebensfreude an Bord.

Eines sollten Sie bei einer Kreuzfahrt mit der „Costa Magica“ ins norwegische Fjordland getrost vergessen: Hektik und Alltagslärm. Denn auf einer der landschaftlich schönsten Seereisen der Welt spielt die Natur die Hauptrolle. Auch das Kalorienzählen sollte tunlichst bis nach der Reise vertagt werden: Eine leckere Küche in vier verschiedenen Restaurants und zehn Bars sorgen für italienische Lebensfreude an Bord. Selbst die Anreise nach Bremerhaven, das von Costa 2017 erstmals angelaufen wurde, ist entspannt, weil es ausreichend Parkplätze und eine gute Zuganbindung gibt. Im nächsten Jahr kommt Costa zurück, diesmal mit der „Mediterranea“.

Neuer Heimathafen

Für den jungen Brasilianer Yuri Paess ist es „wie eine Rückkehr nach Hause“,  als die „Costa Magica“ zum ersten Mal in  Bremerhaven anlegt, um von dort auf  Norwegen-Kreuzfahrt zu gehen. Der Blick auf Klimahaus und Columbus Cruise Center erinnert den 21-jährigen, der an der Rezeption arbeitet, an seine Zeit als  Austauschschüler. Eine Premiere ist es für die Reederei und die Stadt Bremerhaven: Erstmals gehen 2017 dort deutsche Gäste und einige Franzosen an Bord eines Costa-Schiffes.

Stop in Amsterdam

Doch zunächst führt die Fahrt nach Amsterdam, wo weitere Passagiere  an Bord kommenden. Holländer, Italiener, Franzosen und Engländer: Das Publikum auf der „Costa Magica“ ist international, die Anreise nach Amsterdam eine ganz spezielle: Als der Ozeanriese die  Schleuse des „Nordzeekanals“  passiert, ist das Millimeterarbeit. Zwischen Schiffsrumpf  und Mauer passt nur eine Handbreit. In Amsterdam liegt die „Costa Magica“ nur zehn Gehminuten vom Zentrum entfernt. Ein Besuch des Blumenmarktes und des van-Gogh-Museums sind ein absolutes Muss. Auf keinen Fall versäumen sollte man eine Grachten-Fahrt, denn vom Wasser aus erschließt sich die holländische Geschichte am besten: Die Häuser der einst reichen Kaufleute sind mit eindrucksvollen Dachgiebeln verziert.

Bergen: Tor zu den Fjorden

Nach einem erholsamen Seetag läuft die „Costa Magica“ in Bergen, Norwegens Tor zu den Fjorden, ein. www.fjordnorway.com Mehrfach abgebrannt und immer wieder aufgebaut, hat die Handelsstadt aus dem 13. Jahrhundert nichts von ihrem Charme verloren. Im Weltkulturerbe Bryggen mit seinen bunten Holzhäuschen gibt es viele kleine Geschäfte und (Kunst-)Handwerksbetriebe. Die Standseilbahn gegenüber dem Fischmarkt bringt Besucher in wenigen Minuten auf den Fløyen (320 Meter), einer von sieben Bergen, die die Stadt umgeben. Ein Park Mit Troll-Skulpturen hat auf Kinder und Erwachsene eine magische Anziehungskraft und inspiriert zu lustigen Selfies. Der Panoramablick über Stadt und Fjord ist atemberaubend.

Tosende Wasserfälle

Wir fahren weiter nach Norden, ab jetzt wird es nachts nicht mehr dunkel. Grün bewaldete oder schroffe Felswände, schneebedeckte Berggipfel und  wilde Wasserfälle bestimmen das Landschaftsbild. Tief hängen die Wolken über den Bergen, als am nächsten Morgen in Hellesylt etliche Passagiere für eine Überlandtour ausgebootet werden. Die Fahrt durch das tiefblaue Wasser des Geiranger-Fjords ist wie eine Fahrt durch ein wildromantisches Gemälde. Berge, Gletscher und Wasserfälle – unter anderem die berühmten „Sieben Schwestern“ -, die sich aus 300 Metern senkrecht in die Tiefe stürzen, passieren wir.

Am späten Vormittag erreicht die „Costa Magica“ Geiranger. Wie von Zauberhand reißt der Himmel auf. Im Hafen angekommen, lohnt sich ein Blick auf den Fjord von oben. Langsam schlängelt sich der Bus über die steilen Berghänge. Von der Adlerkehre oder dem 1.500 Meter hohen Berg Dalsnibba mit dem „Geiranger Skywalk“, ein garantiert luftiges Erlebnis in 1500 Metern, hat man spektakuläre Ausblicke auf die Berglandschaft und den Geirangerfjord. Empfehlenswert ist auch eine Bootsfahrt vorbei an den berühmten Wasserfällen. Dort zeigt sich die Natur von ihrer ungezähmten und schönsten Seite.

Königliche Sportfischer

In der Gemeinde Åndalsnes  überrascht  uns am nächsten Tag nicht nur ein architektonisch interessantes Tourismus-Center mit einem phantastischen Drei-D-Kino, sondern auch die Raumabahn, die durch eine der wildesten Landschaften führt, die Westnorwegen zu bieten hat. Die kleine Hafenstadt am Ufer des Raumaflusses ist berühmt für ihre Lachse. Jedes Jahr zieht sie begeisterte Sportfischer aus der ganzen Welt an. Regelmäßig erhält die Stadt sogar königlichen Besuch: Den englischen Royals  – allen voran Prinz Charles – haben es die riesigen Lachse des Rauma angetan. Das Dorf ist außerdem Ausgangspunkt für Wanderungen zum Trollstigen. Viele der Gebirgsgipfel haben Namen von Trollen, die der Sage nach zu Stein erstarrten, als die Sonne sie traf

Spektakuläre Flåmbahn

Am Aurlandsfjord liegt der 450-Seelen-Ort Flåm. Klein, aber weltberühmt, weil dort die spektakuläre Flåmbahn beginnt, die sich mit der Bergenbahn fortsetzt. Die Flåmbahn gehört zu den steilsten Bahnstrecken der Welt auf Normalspur. Die einstündige Zugfahrt nach Myrdal führt durch 20 Tunnel, vorbei an imposanten Wasserfällen, steil abfallenden Felswänden und beeindruckenden Landschaften.

127 Seemeilen weiter südlich liegt Stavanger, die letzte Station, bevor die Heimreise beginnt. Bekanntestes Bauwerk ist der Dom am Marktplatz, mit dessen Errichtung bereits 1125 begonnen wurde. Ganz großes Landschafts-Kino gibt es zum Abschluss unserer  Nordlandreise noch einmal im Großraum Stavanger. Auf Boot und Bus folgt eine Wanderung zum Preikestolen, die allerdings nicht für Fußkranke geeignet ist: 330 Höhenmeter müssen bis zur berühmten Felsenplattform überwunden werden. Stavanger selbst ist eine Stadt zum Shoppen und Norwegens erste Adresse für kulinarische Genüsse und Kultur.

Reiseinformationen in Kürze

Anreise: Nach Bremerhaven mit Zug oder Auto, dort gibt es reichlich Parkplätze. Am Bahnhof fahren bei An- und Abreise für Kreuzfahrtgäste kostenlose Shuttlebusse zum Terminal. 2017 läuft Costa bis Anfang September Bremerhaven an. 2018 wird die „Costa Mediterranea“ 14mal am Columbus Kai festmachen, das erste Mal am 12. Mai, von dort geht es für eine Woche zu Europas Metropolen. Insgesamt siebenmal geht die „Mediterranea“ 2018 auf die Fjordland-Tour, das erste Mal am 9. Juni.

Währung: Norwegische Kronen.

Warnhinweis: Auf Märkten und in Supermärkten wird Walsalami verkauft, oft als Geschenkpackung zusammen mit Rentier- und Elchsalami. In Norwegen sind Verkauf und Verzehr legal, die Einfuhr in die EU ist allerdings strafbar.

Tipps: Ausflüge auf eigene Faust:  Amsterdam:  Eine Stunde Grachten-Rundfahrt gibt es für 11 Euro bei „Reedery P. Kooy“. Bergen mit der 24-Stunden-Bergen Card erkunden  (ca. 25,93 Euro). Es gibt sie in der Touristen-Info beim Fischmarkt. Geiranger: Fahrt mit dem Panorama-Bus (ca. 22 Euro) und mit dem Boot (ab 230 Kronen/ca. 24,85 Euro). Bahnfahrten auf eigene Faust sollten vorab übers Internet gebucht werden, weil sie schnell ausverkauft sind.

Literatur: Norwegen – Das Fjordland, Marie Helen Banck, Dumont, 292 S.,17,90 Euro

Mehr Infos unter: www.costakreuzfahrten.de und www.fjordnorway.com

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung

 

Keine Kommentare zu Im Land der Trolle

Norwegen – Nicht träumen, selbst entdecken!

Norwegen gehört landschaftlich mit absoluter Sicherheit zu den schönsten Ländern der Welt: Umwerfende Fjord-Landschaften, weite Fjells sowie das magische Licht der Mitternachtssonne. Die Bilder, die aus dem hohen Norden kommen,…

Norwegen gehört landschaftlich mit absoluter Sicherheit zu den schönsten Ländern der Welt: Umwerfende Fjord-Landschaften, weite Fjells sowie das magische Licht der Mitternachtssonne. Die Bilder, die aus dem hohen Norden kommen, lassen Naturfreunde nicht mehr los. Wer bisher noch nicht in Norwegen war, der kann am besten mit den Fährschiffen von DFDS Seaways reisen: Einfach in Kopenhagen an Bord gehen und von Oslo aus einige der schönsten Ziele im Norden entdecken!

Kaum ein Land hält so vielfältige Eindrücke bereit wie das Königreich Norwegen. Im Süden glitzern die Schären vor der Küste und an der Westküste haben Fjorde die Landschaft geprägt. Bis ins Landesinnere reichen die Meeresarme, mal ausgestreckt wie der mächtige Sognefjord, mal schmal zwischen steilen Felswänden versteckt wie der Nærøyfjord. Der wurde sogar zum UNESCO Welterbe gekürt. Und was wäre Norwegen ohne die taghellen Sommernächte? Jenseits des Polarkreises sorgt die Mitternachtssonne für helle Nächte. Am Nordkap scheint die Mitternachtssonne sogar von Mitte Mai bis Ende Juli. Ein Erlebnis der besonderen Art.

Urlaub in Norwegen

Norwegen gehört landschaftlich zu den schönsten Ländern der Welt. (Foto: © Sverre Hjørnevik / www.fjordnorway.com)

So entspannt wie das Leben in Norwegen ist, so angenehm ist auch die Anreise. Mit den DFDS Seaways Fähren CROWN SEAWAYS und PEARL SEAWAYS geht’s ganz entspannt in den hohen Norden. Ob mit oder ohne eigenes Fahrzeug – auf der Überfahrt vom Kopenhagen nach Oslo erleben die Gäste alle Annehmlichkeiten einer Seereise. Neben der Fährüberfahrt von Kopenhagen nach Oslo bietet DFDS Seaways auch eine interessante Rundreise durch Norwegen an. Die Reise „Im Land der Fjorde“ verbindet die Höhepunkte Norwegens miteinander. In 11 Tagen geht es von Oslo nach Lillehammer, Geiranger über den spektakulären Bergpass nach Trollstigen und Vossestrand bevor es wieder auf die Fähre in Richtung Kopenhagen geht.

 

[toggle title=”Weitere Infos”]www.visitnorway.com/aufgeweckt www.dfdsseaways.de/partner/innovation_norway[/toggle]

Kooperationsartikel

Keine Kommentare zu Norwegen – Nicht träumen, selbst entdecken!

Rjukan und die Suche nach dem Licht

Wintersport in einem Tal, das ein halbes Jahr kein Sonnenlicht sieht? Kein schöner Gedanke. Noch weniger schön ist es aber, gleich sieben Monate ohne Sonne zu leben. Daher haben die…

Wintersport in einem Tal, das ein halbes Jahr kein Sonnenlicht sieht? Kein schöner Gedanke. Noch weniger schön ist es aber, gleich sieben Monate ohne Sonne zu leben. Daher haben die Einwohner von Rjukan seit jeher eine ganz besondere Beziehung zum Licht und sich ganz verschiedene und ganz besondere Wege an die Sonne gesucht. Unser Autor war vor Ort und hat mitgefunden.

Berge, Schnee, Eis – eigentlich hatte das Städtchen Rjukan in der norwegischen Region Telemark schon immer alles, was sich Winterurlauber wünschen. Nur mit der Sonne war es in der Vergangenheit schwierig. Gleich sieben Monate erreichte kein Sonnenstrahl das von Bergen umschlossene Tal. Seit einem Jahr sorgen drei Spiegel spektakulär für Abhilfe. Außer für Licht sollen sie auch für einen touristischen Schub sorgen und bei der Anerkennung als Weltkulturerbe durch die Unesco im kommenden Jahr helfen.

Seine erste Blütezeit erlebte Rjukan Anfang des 20. Jahrhunderts, als der kleine Ort zum führenden Industriestandort Skandinaviens wird. In wenigen Jahren explodiert die Zahl der Einwohner von 300 auf 10.000 und „Norsk Hydro“ betreibt in dem abgeschiedenen Tal mit der Kraft des Wassers aus dem Fjäll das größte Kraftwerk der Welt. Von zahlreichen großen Plänen des Industriellen Sam Eyde, Gründer von Norsk Hydro, sind die Spiegel, am Ende die einzigen nicht realisierten.

120329_rjukan_schwenke_stefan_60

Ein Geschenk an die Einwohner Rjukans: Die historische Krossobanen fährt seit 1928 aus dem dunkeln Talgrund an die Sonne. Fotos: Stefan Schwenke

Die Seilbahn zur Sonne

So sind Skifahrer in der winterlichen Telemark in der Krossobanen, 1928 die erste Drahtseilbahn Nordeuropas, auf historischen Spuren unterwegs. Die Bahn war damals ein Geschenk an die Einwohner Rjukans, um auch im Winterhalbjahr ins Sonnenlicht zu kommen. Im Sommer wie Winter ist die Bergstation heute Ausgangspunkt für Touren auf die Hochebene Hardangervidda – ein ganzer Fuhrpark von Schneemobilen, die neben dem Bergrestaurant parken, zeugt von der Bedeutung der Bahn bis heute.

Wer von Rjukan aus mit dem Auto an die Sonne will, landet entweder im Gaustablikk Skisenter mit seinen 34 Kilometer Pisten, geöffnet von November bis Ende April, oder auf der Reichsstraße 37 Richtung Westen bei Erik Øgarden im Hardangervidda Nationalparkcenter, das über das wohl grandioseste Aussichts-Café von ganz Südnorwegen verfügt. Mit etwas Glück, kann der Biologe die Rentiere direkt aus seinem Büro hoch über dem Møsvatn beobachten. Im Sommer verkehrt sogar ein Schiff auf dem See, im Winter muss, wer ans andere Ufer will, mit Schneeschuhen oder Skiern rüberstapfen – und im Gegensatz zum tief eingeschnittenen Mâna-Tal, an dessen Grund Rjukan liegt, stellt sich hier oben kein Berg mehr der Sonne in den Weg.

120329_rjukan_schwenke_stefan_20

Winterstimmung am Møsvatn: Mit etwas Glück kann man Rentiere sogar direkt aus dem warmen Hardangervidda Nationalparkcenter beobachten.

Viel Wasser und Winter, wenig Licht: Perfekt für Eiskletterer

Viel Wasser, viel Winter und wenig Sonne haben das Tal dagegen in der jüngeren Vergangenheit zu einem Eldorado für Eiskletterer gemacht, die in André Trondsen nicht nur einen absoluten Experten für die gut 200 Wasserfälle der Region, sondern in seinem Hostel „Climb Inn“ auch gleich die passende Unterkunft und Gleichgesinnte finden. Höhepunkt der Saison ist das „Rjukan Ice Festival“, in diesem Jahr vom 20. bis 22. Februar, das alljährlich hunderte Extremsportler in das abgelegene Tal lockt.

Skifahrer und Freerider schwören seit 2004 auf einen anderen Hotspot: Die 1959 eröffnete Gaustabahn, die unterirdisch zum Gipfel des 1883 Meter hohen Gipfel des Gaustatoppen führt. Das von der NATO finanzierte Projekt am höchsten Berg der Region Telemark war fast ein halbes Jahrhundert so geheim, dass es bis heute in kaum einer Landkarte verzeichnet ist. Im Kalten Krieg war der Gaustatoppen durch seine strategische Lage eine wichtige Funk- und Radarstation der Militärs. Erst seit einigen Jahren sind die für eine Million Dollar in den Berg getriebenen Stollen nicht mehr ganz so geheim. Seitdem können auch Touristen mit der einfachen U-Bahn bis kurz unter den Gipfel fahren.

120329_rjukan_schwenke_stefan_98

Streng geheim: Die Gaustabahn war Teil eines NATO-Projektes – bis heute ist die unterirdische Bergbahn in kaum einer Karte verzeichnet.

Skifahrer dürfen jetzt auch die «Nato-U-Bahn» nutzen

Mit dem ersten Teil der „Geheimbahn“ geht es auf rumpeligen Schienen fast einen Kilometer horizontal in den Berg, dann übernimmt eine etwas herunter gekommene kleine Standseilbahn den Transport. Der Sonnenschein und das Ziel von Freeriders Träumen liegt schließlich 650 Meter höher am Ende eines weiteren Stollens hinter einer dicken Stahltür, an der ein überdimensionales Schild darauf hinweist, dass sich Bergsteiger und Skifahrer außerhalb der Tür „Off-Pist“ und auf eigene Gefahr bewegen.

Der Gaustatoppen ist steil und spektakulär und bei Freeridern entsprechend beliebt. Aber auch ohne Ski lohnt sich eine Fahrt mit der Berg-U-Bahn: Bei guter Sicht lässt sich vom Gipfel ein Sechstel Norwegens überblicken – von der schwedischen Grenze im Osten bis zum Meer im Süden.

120329_rjukan_schwenke_stefan_113

Antrieb: Der Maschinenraum der Gaustabahn liegt im Gipfel des gleichnamigen Berges.

[tabs][tab title=Informationen]Umfangreiche Informationen zu Rjukan inklusive Anreisehinweisen zum 180 Kilometer westlich von Oslo gelegenen Städtchen gibt es unter www.visitnorway.com (auch in deutscher Sprache) im Netz. Die Gaustabahn (www.gaustabanen.no) fährt vom 15. Februar bis 2. März sowie vom 13. bis 21. April, die Krossobanen (www.krossobanen.no) fährt täglich. Wer auch im Winter Sonne sehen möchte, übernachtet im Gaustablikk Høyfjellshotell (www.gaustablikk.no) nur 50 Meter vom Skigebiet oder im Skinnarbu Høyfjell Hotel Hotel (www.skinnarbu.no) mit Blick auf den See Møsvatn.[/tab][/tabs]

Hinweis: Der Autor wurde von Visit Norway und VisitRjukan auf diese Reise eingeladen. In diesm Zusammenhang wird auf die Leitlinie der journalistischen Unabhängigkeit bei BREITENGRAD53 hingewiesen.

Keine Kommentare zu Rjukan und die Suche nach dem Licht

Auf nach Norwegen – Mit der Fähre nach Oslo

Ich hab es schon wieder getan. Ich bin mit der Color Line zum zweiten Mal von Kiel nach Oslo gefahren und wieder war es im Dezember. Neu war allerdings, dass mein großer Sohn Gustav (4,5 Jahre) mit dabei war. Es war eine Reise voller Überraschungen für mich und viel Spaß für Gustav.

Ich hab es schon wieder getan. Ich bin mit der Color Line zum zweiten Mal von Kiel mit der Fähre nach Oslo gefahren und wieder war es im Dezember. Neu war allerdings, dass mein großer Sohn Gustav (damals fast 5 Jahre alt) mit dabei war. Es war eine Reise voller Überraschungen für mich und mit viel Spaß für Gustav.

Fähre nach Oslo

Auf der Reise ging es mir um mehrere Dinge gleichzeitig: Reise mit der Fähre von Kiel nach Oslo auf Familientauglichkeit prüfen, Übernachtungsmöglichkeiten in der Stadt testen und vor allem mich und meinen Sohn auf Reisetauglichkeit testen. Also gleich drei Wünsche auf einmal…

Die Reise mit der Color Line ist relativ entspannend und für Kinder sicherlich ein Erlebnis. Gustav liebt Schiffe und für ihn war natürlich nichts spannender, wie endlich auf das Schiff zu kommen und alles zu entdecken. Das Boarding ist trotz des großen Schiffes schnell erledigt und so konnten wir unser Zimmer – leider nur mit Promenadenblick – weit vor der Abfahrt aus Kiel in Beschlag nehmen. Der erste Eindruck aus dem Bauch der „Color Fantasy“: Sieht aus wie eine große Shopping-Mal mit Geschäften und Restaurants. Zur Begrüßung spielt die Band im Pub am Eingang und irgendwie fühlt man sich gleich willkommen. Das bleibt auch so…

Wir haben Kiel gegen 14 Uhr verlassen, leider komplett verhüllt im Nebel und mit begleitendem Nebelhorn des Schiffes. Irgendwie ein mulmiges Gefühl, denn mir kommen sofort die Bilder von dem riesigen gekenterten Schiff in den Kopf. Die verfliegen aber auch so schnell wieder, wie der Nebel auf der offenen Ostsee und es trit langsam Entspannung ein. Bei mir vor allem. Gustav drängt schon lange darauf, endlich in das Schwimmbad des Bootes zu gehen. Also gut.

Jörg Baldin in Oslo_2
Jörg Baldin in Oslo_3

Das Schwimmbad (Aqualand) ist recht nett, vor allem für Kinder. Mit einer großen Rutsche, einer kleinen Rutsche, einem Babybecken, einem Strömungskanal und zwei Whirlpool bin ich von der Ausstattung positiv überrascht. Den Preis von rund 8,50€ für eine Stunde pro Person halte ich dennoch etwas übertrieben, aber gut. Warum die Badezeit auch nur auf eine Stunde begrenzt ist, kann ich auch nicht richtig nachvollziehen, denn das Bad ist fast leer.

Nach einer Stunde sind wir dann ausgetobt und hungrig in die Pizzeria des Schiffes.
Buffet zu buchen war mir irgendwie zu teuer, denn Gustav isst maximal wie in großer Spatz und da Kinder ab 4 Jahren den vollen Preis (46,80€ Abendbrot im Weihnachtszeitraum und 16,50€ für das Frühstück) zahlen müssen hab ich die Pizzeria als Abendbrot vorgezogen. Das Thema Preise auf dem Schiff ist sowieso eine Sache für mich. Auch wenn Norwegen generell teurer ist, finde ich viele Dinge maßlos überteuert. 6,90€ für ein norwegisches Bier, 13€ für eine Pizza, die nicht besser schmeckt, als die Pizza von Wagner bei Aldi, einen Burger mit Pommes und Cola für über 20€ oder selbst ein kleiner Croissant zum Frühstück für 3,10€ hinterlassen bei mir doch einen bitteren Beigeschmack.

Jörg Baldin in Oslo_4

Einen sehr positiven Eindruck bei uns hat allerdings das abendliche Showprogramm gemacht. Sowohl auf der Fahrt von Kiel nach Oslo (Musikmadley aus den 80iger Jahren) als auch zurück (70iger / 80iger Jahre-Musik) war das Programm richtig, richtig gut. Auch wenn auf der Rückfahrt die Gruppe mit dem Multi-Kulti-Programm etwas übertrieben hat. Warum der Sahne-Mix von Udo Jürgens (und ich mag den…) mit blauen Wuscheln auf dem Kopf und blauen Federn um die Hüften mit skandinavischem Akzent („Mit seck- und seckzich Jahren”) etwas ins lächerliche gezogen wird, entzieht sich meiner Kenntnis? Aber dennoch: Bisher das beste Programm eines Schiffes, Hotels etc., das ich bisher gesehen habe. Wenn dafür die überhöhte Preise genutzt werden, um die sehr gute Künstler zu buchen, ist das auch für mich ok.

Ansonsten gibt es für Kinder das Kids-Corner (ok bis 6 Jahre), Adventure Planet (eher für Teens), das Aqualand und das Teen’s Plaza (auch eher für Teens).

Oslo hat uns kalt erwischt. Allerdings habe ich damit auch gerechnet und so sind wir dick eingepackt zur nächsten S-Bahn-Station gegangen und in Richtung Hostel gefahren. Das Hostel „Anker Hostel“ liegt super zentral in der Nähe des Hauptbahnhofes und ist ein sehr einfaches Hostel, in deren Zimmer zwei Betten, ein Tisch, ein Schrank und eine kleine Küche vorhanden sind. Für unsere Zwecke vollkommen in Ordnung, sauber und auf alle Fälle weiter zu empfehlen, wenn man keinen Luxus braucht.

Jörg Baldin in Oslo_5

Was absolut nicht in Ordnung war, war die Kooperation mit dem Frühstücksrestaurant “Azmar” nebenan.
Für 55 Kronen (etwa 8€) pro Person war das Frühstück eine absolute Frechheit. Keine Brötchen sondern trockenes Weißbrot in einer zerknüllten Bäckertüte, zwei weitere alte Bäckertüten, in denen nur noch die Reste von Broten lagen, kalter Kaffee, der auf meinen Wunsch kurz warmgemacht worden ist, zwei (!) Tetra-Paks Milch, aus denen die Milch nur noch rausbröckelte machten das Frühstückserlebnis spannend. Immerhin gab es eine Sorte Käse, Wurst und Marmelade. Ich bin allerdings mit Gustav schnell geflüchtet und hab in der Stadt gefrühstückt. Sorry Leute, aber das geht wirklich nicht!

Oslo selbst kann man super mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erkunden. Doch im Winter ist die Stadt eher grau und vor allem dunkel, so dass bei mir nicht so unbedingt ein positives Gefühl aufkam. Wir sind zum „FRAM“-Museum gefahren und haben uns die FRAM angesehen. Das Schiff wurde bei den drei berühmten Polarexpeditionen von Fridtjof Nansen (1893-1896), Otto Sverdrup (1898-1902) und Roald Amundsen (1910-1912) eingesetzt und es ist absolut beeindruckend zu sehen, wie einfach damals Menschen gereist sind, um ein Ziel zu verfolgen.

Klar durfte auf unserem Besuch aus der Holmenkollen nicht fehlen. Als Skisprungfan ist der Besuch der relativ neuen Sprunganlage sehr spannend. Gustav hat allerdings mehr beeindruckt, dass eine Pistenraupe die Landezone in fast 90 Grad-Winkel nur an einem Seil hängend präpariert hat. Sehr geil… Auch den Berg Holmenkollbakken kann man ganz einfach mit der U-Bahn erreichen.

Jörg Baldin in Oslo_6

Zwischendurch habe ich mich noch mit einer Bloggerfreundin aus Holland getroffen, die seit ein paar Monaten in Oslo wohnt. Claudia hat mir erzählt, dass sie für ihre 60qm-Wohnung in der Innenstadt knapp 2.000€ Miete zahlt (kalt). Ok, dass erklärt wahrscheinlich auch, warum irgendwie alles teurer ist in Oslo. Ich vermute mal, dass dort die Gehälter auch deutlich höher sind als bei uns in Deutschland. Wer soll sich das sonst leisten?

Leider reicht die Zeit nicht, Oslo intensiv zu erkunden. Mein Tipp: Lieber zwei Übernachtungen einplanen. Wer gerne ins Museum geht, dem empfehle ich die Oslo-Card. Hier sind die Fahrten mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln sowie fast alle Museumsbesuche im Preis inbegriffen.

Oslo im Winter mache ich nicht nochmal, Oslo im Sommer muss schön sein und so werde ich wohl nochmal im Sommer nach Oslo fahren und mir die Stadt im Sonnenschein, am Hafen mit tollen Cafés oder bei einem Bummel durch die Einkaufsstraßen anschauen. Ohne zu frieren…

Fazit meiner drei Wünsche der Reise:
1. Fähre ist nur bedingt Kleinkindtauglich und in vielen Dingen viel zu teuer. 2. „Anker Hostel“ in Oslo war vollkommen ok, Frühstück im angrenzenden Lokal der Horror. 3. Freue mich schon auf die nächste Tour mit Gustav, hat viel Spaß gemacht.

Hinweis: Ich wurde von Color Line und Hostelbookers Deutschland auf diese Reise eingeladen.

Titelbild: Fotolia.de #150829632 | Urheber: orpheus26

10 Kommentare zu Auf nach Norwegen – Mit der Fähre nach Oslo

Type on the field below and hit Enter/Return to search