Kategorie: Italien

Italien – Traumziele erreichen mit einer Fernreise, mit Reisen nach Europa und in alle Welt. Immer noch nicht sicher, wohin der nächste Urlaub gehen soll? Im Reisemagazin breitengrad53.de gibt’s die besten Urlaubstipps und Reportagen über Traumreisen, Kreuzfahrten und Urlaubsziele. Die besten Angebote gibt’s hier…

Bibione – Zwischen Meer, Natur und viel Sport

Bibione ist eine charmante, venezianische Badeortschaft; modern und elegant, nahe der Region Friaul. Jedes Jahr wird Bibione von tausenden von Touristen aus ganz Europa heimgesucht, da hier ein ganz nebst entspannender Badeurlaub auch Aktivurlaub zu verbringen ist. Die einmalige Landschaft mit den faszinierenden Lagunen Valgrande und Marano sowie unzählige, internationale Sportveranstaltungen sind die Zutaten für einen vielversprechenden Urlaub an der Adria.

Bibione ist eine charmante, venezianische Badeortschaft; modern und elegant, nahe der Region Friaul. Jedes Jahr wird Bibione von tausenden von Touristen aus ganz Europa heimgesucht, da hier ein ganz nebst entspannender Badeurlaub auch Aktivurlaub zu verbringen ist. Die einmalige Landschaft mit den faszinierenden Lagunen Valgrande und Marano sowie unzählige, internationale Sportveranstaltungen sind die Zutaten für einen vielversprechenden Urlaub an der Adria. Im Sommer aber auch im Rest des Jahres wird Bibione zu einem beliebten Zielort, denn im Ort steht das renommierte Thermal- und Kurbad „Bibione Thermae“.

Bibione: Was kann man im Ort unternehmen?

Der Küstenabschnitt von Bibione ist die perfekte Spiel- und Sport-Bühne für Gross und Klein. Beeindruckend ist der große und tadellos organisierte Sandstrand „Bibione Beach“ mit hervorragenden Dienstleistungen am Strand. Für Urlauber, die lieber einen engen Kontakt zur Natur wünschen, ist der Strandabschnitt im Osten mit seinem dichten Pinienwald und charakteristischen Felsenriffen perfekt. Die Strandabschnitte können einfach dank der langen Radwege erreicht werden, die bis zum Leuchtturm führen. Bibione ist zudem zu einem Eldorado für Nordic Walking Fans geworden, da grenzenlose Routen am Strand zu begehen sind. Am charmanten Hafen Porto Baseleghe trifft man sich gerne zu einem Aperitif bei Sonnenuntergang, und begeisterte Seeleute können sich hier ein Boot mieten, um einmalige Bootstouren durch die Lagune und auf Hochsee zu machen.

Die Lagune von Bibione

Valgrande ist ein zauberhafter Ort und befindet sich im Rücken von Bibione. Ein Fischergebiet mit einer enormen, ökologischen Bedeutung, welches daher zum regionalen Schutzgebiet erklärt wurde. Die unzähligen Pfade können zu Fuß oder mit dem Fahrrad , zu Pferd und die Kanäle mit Booten begangen werden. In den dichten Schilfgebieten, Wäldern und am Rande der vielen Teiche sind unzählige Tierarten zu beobachten, die in diesem einmaligen und unberührten Wasser- und Landgebiet ihr perfektes Habitat gefunden haben.

Die Thermen

In fast 500 m Tiefe entspringt eine fluorierte Natriumbicarbonat-Wasserquelle, die im modernen und eleganten Thermalbadehaus von Bibione gesammelt wird. Bibione Thermae begeistert vor allem auch durch seine Lage direkt am Strand und umgeben vom typischen, mediterranen Pinienwald. Hier kann man sich unzähligen Kurbehandlungen hingeben, die in diesem einmaligen Kontext noch wohltuender sind. Nebst traditionellen Behandlungen wie Inhalationen, Schlammpackungen und Badekuren werden auch spezielle Physiotherapie- und Rehabilitationsprogramme angeboten. Wer hingegen Körper und Geist regenerieren möchte, kann in die einmalige SPA eintauchen und sich von Kopf bis Fuß verwöhnen lassen.

Bibione: Wo übernachten?

Um Bibione und all seine Vorzüge voll genießen zu können, empfiehlt es sich eine Ferienwohnung zu mieten. Die elegante Residence Serenissima, die nur 50 m vom Strand und wenige Schritte vom Thermalbadehaus entfernt liegt, ist die ideale Lösung! Der moderne und raffinierte Komplex bietet Zwei- und Dreizimmerwohnungen und viele Dienstleistungen. Die Wohnungen sind komplett ausgestattet mit großer Küche, Bettwäsche, Frottiertücher und auf Wunsch auch mit wöchentlichem Reinigungsdienst. Dazu gibt’s auch Wifi und gratis Fahrräder und einen tollen Swimmingpool für Kinder und Erwachsene. Die Residence hat auch eine Zapfsäule für Elektroautos installiert!

Urlaub an der Adria – Was gibt’s in der Umgebung?

Bibione liegt auf halbem Weg zwischen Venedig und Triest, zwei tolle Städte, die man unbedingt besuchen sollte! Für Weinliebhaber ist die Weinstrasse Lison Pramaggiore oder die bekanntere des Prosecco von Conegliano Valdobbiadene ein absolutes Muss!

Hinweis: Kooperationsartikel – Fotos: hfr

Keine Kommentare zu Bibione – Zwischen Meer, Natur und viel Sport

Fahrt ins Blaue

Sein blaues Wunder kann man im Norden von Sardinien erleben: der La-Maddalena-Archipel gilt als die Inselgruppe mit dem klarsten Wasser in Europa. Das Meer schimmert in allen Blautönen. Und eine Strandbar lockt nicht nur zur blauen Stunde.

Sein blaues Wunder kann man im Norden von Sardinien erleben: der La-Maddalena-Archipel gilt als die Inselgruppe mit dem klarsten Wasser in Europa. Das Meer schimmert in allen Blautönen. Und eine Strandbar lockt nicht nur zur blauen Stunde.

Es ist ein warmer Spätsommernachmitttag in Sardinien, der Strand wartet. Erwartungsvoll stapft ein Pärchen durch den Sand, die Vorfreude auf eine nasse Erfrischung ist von ihren Augen abzulesen. Die werden fast tellergroß größer, als sie das kühle Nass erblicken. Besser gesagt, dessen Farben: gelblich, bräunlich, rötlich wabert es. Jedenfalls alles anderes als türkisblau. Chemieunfall? Abwasserskandal? Nein, was da so farbenfroh im Glas schimmert, heißt Cocktail Sardo und gehört zu einem Strandbesuch im Norden Sardiniens wie Badehose und Bikini. Wenn Paolo in der Bar Li Caracòli den Drink mixt, kann das kristallklare Wasser im Hintergrund erstmal warten.

Urlaub auf Sardinien - Martin Cyris - Aussichtspunkt im Norden, Foto Martin Cyris

Aussichtspunkt im Norden. (Foto: Martin Cyris)

Urlaub auf Sardinien fast wie in der Karibik

Paolo Sardo ist Barkeeper und steht schon so lange hinter der Theke des Caracòli wie es die Bar gibt. Also seit über 30 Jahren. Vor ein paar Jahren hat er seinen Cocktail kreiert, bestehend aus sardischem Bier (namens Ichnusa), Limonensaft und Myrtenlikör. Der mirto rosso ist eine äußerst aromatische und sehr typische Spirituose Sardiniens. Sie verleiht dem Cocktail Sardo seine rötliche Farbe. „Das Rot steht für das Herz Sardiniens“, erklärt Paolo. Das hoffentlich nicht in die Hose rutscht – entsprechend dem Myrtenlikör, der sich unten im Glas absetzt und für das Farbenspiel sorgt.

Besuchern dürfte aber eher das Herz aufgehen. Denn das Li Caracòli liegt an einem der schönsten Strände von Sardinien. Puderweicher, heller Sand, türkisblaues Wasser – fast wie in der Karibik. Die von Wind und Wasser geformten Felsen wiederum erinnern an die Seychellen. Fehlen nur noch die Palmen. Stattdessen sorgen landestypische Pinien und Kiefern für etwas Schatten. Ein mediterraner Duft von Rosmarin und Lorbeer liegt in der Luft.

Inselwelt mit dem klarsten Wasser in Europa

Und dazu dieses Meeresblau. In allen erdenklichen Blautönen leuchtet das Wasser. Dank des kongenialen Zusammenspiels des Sonnenlichts mit den wechselnden Meerestiefen an der Nordküste Sardiniens. Im La-Maddalena-Archipel hat der blaue Planet seinen Namen jedenfalls mehr als verdient. Selbstredend, dass hier die blaue Flagge weht, das Zeichen für gute Wasserqualität zum Baden. Damit das so bleibt, wurde der Archipel mit seinen rund 60 Inseln und Inselchen zum Nationalpark erklärt. Es gilt als die Inselwelt mit dem klarsten Wasser in Europa.

Den Tourismus an diesem Idyll von Strand haben ausgerechnet deutsche Studenten aus Frankfurt entfacht. In den sechziger Jahren war das. Einen Sommer lang blieben sie, auf Vermittlung der Studentenvertretung. Die landestypische Kultur sollten sie kennenlernen. Man erzählt sich, dass sie vor allem der Weinkultur Sardiniens näher kamen.

Spiaggia dei Tedeschi – Strand der Deutschen

Von der spartanischen Genügsamkeit dieser Ära – die Aussteiger auf Zeit wohnten in provisorischen Bauwagen – ist freilich nicht mehr viel übrig. Entlang der Küste haben sich Luxushotels- und Resorts ausgebreitet, etwa die Fünf-Sterne-Resorts Valle dell’Erica oder Capo d’Orso. Die beide aber immerhin konsequent sardische Architektur aufgreifen, lokale Traditionen pflegen und den Touristen nahe bringen und sich, so gut es eben geht, harmonisch ins Gelände fügen. Und dennoch hat sich der Geist jener Tage in der beschaulichen Gegend verewigt. Denn unter den Einheimischen wird der Abschnitt zwischen Santa Teresa und Palau auch heute noch nach den ersten offiziellen Touristen benannt: Spiaggia dei Tedeschi – Strand der Deutschen.

In den sechziger Jahren war Paolo Sardo noch ein junger Knabe. Doch der Kontakt mit diesen müßgiggängerischen Studenten scheint einen positiven Eindruck hinterlassen zu haben. „Ich liebe die Deutschen, sie sind in meinem Herzen“, beteuert er ruhig. Ohne Hände und ohne Füße und ohne Pathos in der Stimme, entgegen der üblichen italienischen Gepflogenheiten. „Wir Sarden sind ein sehr spezielles Volk“, sagt Paolo. Bodenständiger, ungekünstelter, pragmatischer, vielleicht auch ehrlicher. Den Korsen wird eine ähnliche Mentalität nachgesagt. Korsika liegt in Sichtweite und den Sarden mehr als das italienische Festland. „Mit den Korsen verbindet uns vieles, vielleicht auch die Heimatliebe“, sagt Paolo.

Paradies für Schnorchler und Taucher

Ehrlich ist auf jeden Fall das Urlaubserlebnis – dank des geschützten Archipels, das sich vor den Urlaubern ausbreitet. Vorbei die Zeiten, als Millionärs- und Diplomatensprösslinge von der berühmten Costa Smeralda herüberkamen und mit ihren Motorbooten und Jetskis die empfindliche Meeresfauna und -flora aufschreckten – und mit ihnen Ruhe suchende Urlauber. Gegner der Naturschutzmaßnahmen fürchteten einen Einbruch der Übernachtungszahlen. Doch die düsteren Szenarien blieben aus, der Tourismus auf konstantem Niveau. Dafür erholten sich die Bestände der Meeresbewohner, etwa Delfine und Meeresschildkröten, Seesterne, Korallen und Seeanemonen. Ein Paradies für Schnorchler und Taucher.

An der Nordküste ist es ruhig und überschaubar geblieben, wie eh und je. Auch dank der gestrengen Wasserwacht, die den Maddalena-Archipel im Auge behält und die strengen Umweltauflagen für Schiffe und Boote. Damit das Wasser nicht irgendwann die Farbe von Paolos Cocktail annimmt. Es gibt strikte Nutzungs- und Zonenpläne. Bei Zuwiderhandlungen drohen harte Strafen. Das Ankern vor einigen kleineren Inseln ist verboten, um die wertvollen Seegrasbestände zu schützen. Und auch der Zutritt zum eigenartigsten Strand des Archipels ist tabu: der Spiaggia Rosa ist einzig und allein der Tierwelt vorbehalten. Seine rosa Farbe erhält er durch abgestorbene Kleinlebewesen. Kein Problem, es gibt unzählige andere Buchten und Strände, an den das Baden im kristallklaren Wasser erlaubt ist. Und auf einem sind wir sogar, zumindest dem Namen nach, ganz unter uns: auf dem Spiaggia dei Tedeschi.
www.delphinahotels.de

Informationen zum Urlaub auf Sardinien

Anreise

Nach Cagliari z. B. mit Eurowings, Easy Jet oder Lufthansa von verschiedenen deutschen Städten.

Essen & Trinken

Das Ristorante Li Ciusoni oberhalb des Spiaggia dei Tedeschi hat sich nach einer typischen sardischen Pasta benannt. Die Ciusoni werden von Signora Chicca – der Schwägerin des Besitzers – einzeln und per Hand in einem alten Brotkorb geformt, den sie von ihrer Großmutter geerbt hat. Nur noch wenige beherrschen das Handwerk der Herstellung. Außerdem gibt es viele weitere traditionelle Gerichte, gegrillt wird nach Art der Vorfahren, über offenem Feuer.

Wem der Sinn nach einer Pizza steht, geht in Santa Teresa am besten in die Pizzeria Azzurra, die sich mitten in der beschaulichen Kleinstadt mit ihrer grandiosen Lage befindet.

Übernachten

Das Fünf-Sterne-Resort Valle dell’Erica bietet auch erschwingliche HP-Pakete, vor allem in der Nebensaison. Weitläufige, gediegene Anlage ohne Schickeria-Schnickschnack dafür mit viel sardischem Charme und herzlichen Mitarbeitern, www.delphinahotels.de

Baden

Natürlich am Strand der Deutschen, dem Spiaggia dei Tedeschi.

Allgemeine Informationen

www.sardegnaturismo.it

Hinweis: Die Reise wurde unterstützt von Delphina Hotels & Resorts

 

Keine Kommentare zu Fahrt ins Blaue

Bella Italia: Bibione, so schön kann Urlaub sein!

Die ersten warmen Sonnenstrahlen sind nun da und schon wird in der Sommergarderobe nach Badehose und Flip-Flops gestöbert. Die Lust nach Freiheit macht sich breit, die Sehnsucht nach Strand und…

Die ersten warmen Sonnenstrahlen sind nun da und schon wird in der Sommergarderobe nach Badehose und Flip-Flops gestöbert. Die Lust nach Freiheit macht sich breit, die Sehnsucht nach Strand und Meer steigt bis unter die Haut! Und wohin soll’s denn gehen? Am besten Richtung Süden: Obere Adria, Bibione!

Schon immer ist diese Destination vor allem bei Familien sehr beliebt. Der Strand und das Meer von Bibione gelten als umwelt- und kinderfreundlich und wurden mit der Blauen- und Grünen-Flagge ausgezeichnet. Viele Freizeit- und Sportangebote sowie die Nähe zu Venedig sorgen für ein großes und spannendes “Rahmenprogramm”, das große und kleine Urlauber begeistert.

Sportler, Nachtschwärmer, Gourmets, Shoppingfreaks und auch Faulenzer finden hier die perfekte Basis für den idealen Urlaub vor. Bars, Restaurants, Boutiquen, Sportanlagen……und ein zauberhafter Pinienwald gehören zum “all-inklusiv-Urlaub” in Bibione.

Urlaub Adria - Breitengrad53 (5 von 6)

Das Meer von Bibione ist ausgezeichnet

Nur wenige Kilometer von der Küste entfernt, gibt es den Zoo-Park Punta Verde, um auch abseits vom Strand erlebnisreiche Momente mit der Familie oder auch als Paar zu erleben. Für die Kids gibt es den Wasservergnügungspark Aquasplash, das Reptilarium oder den Themenpark Gulliverlandia mit Aquarium und Spazierpfade, die zum Beispiel an Dinosauriern vorbei führen. Langeweile existiert in Bibione nicht (zur Freude vieler Eltern). Und sollte das Wetter nicht mitspielen, so kann man es sich im Thermalbad gemütlich machen und sich entspannen.

Das, was die obere Adria ebenso beliebt macht, ist das tolle Hotelangebot mit einem vorzüglichem Preis- und Leistungsverhältnis. Ein Beispiel? Die Unterkünfte der Gruppe Ros Hotels mit drei verschiedenen Hotels: Zwei 3 Sterne Hotels (Hotel Palma de Majorca und Hotel Las Vegas) und das Apartmenthaus Residence Millennium, in dem Ferienwohnungen für Langzeitmieten gebucht werden können. Wünscht man sich einen uneingeschränkten Urlaub oder möchte man sich einfach nur verwöhnen lassen?  Nun, bei den Ros Hotels findet man die richtige Antwort.

Arrivederci in Bibone!

Urlaub Adria - Breitengrad53 (4 von 6)

Hinweis: Kooperationsartikel

Titelbild: Fotolia.de / Ivan Franceschini

Keine Kommentare zu Bella Italia: Bibione, so schön kann Urlaub sein!

Auf Skiern durch König Laurins Reich

Gäbe es einen besseren Platz, sich von der Bergwelt der Dolomiten verzaubern zu lassen, als angesichts des Rosengarten? Der Legende nach hat König Laurin diesen Gebirgsstock zwischen Schlern und Karerpass,…

Gäbe es einen besseren Platz, sich von der Bergwelt der Dolomiten verzaubern zu lassen, als angesichts des Rosengarten? Der Legende nach hat König Laurin diesen Gebirgsstock zwischen Schlern und Karerpass, rund 20 Kilometer östlich von Bozen verflucht – kein Menschenauge solle diesen Rosengarten jemals wieder erblicken, weder bei Tag und bei Nacht. Nur die Dämmerung vergaß er – dann präsentiert sich der Fels im Alpenglühen spektakulär. Nicht weniger spektakulär ist die Skirunde um den Berg – wer sie an einem Tag schaffen will, muss aber früh aufstehen. Unser Autor Stefan Schwenke hat sich den Wecker gestellt.

Skisafari der Superlative

Martin Damian drückt aufs Gas. Es ist so etwas wie sein freier Tag, und er will auf die Piste. Auf dem Programm steht die große Runde um den Rosengarten – eine Skisafari der Superlative, wie sie wohl nur in den Dolomiten möglich ist. Also besser keine Zeit verlieren – Martin lässt keine Zweifel daran, dass er jede Ecke der schmalen Straße von Tiers nach Kastelruth wahrscheinlich auch im Schlaf fahren könnte.

Skilaufen Dolomiten - Stefan Schwenke - reiseblog-8

Ausgangspunkt für die Tagestour um Schlern und Rosengarten ist die Seiser Alm. Die auch bei Langläufern beliebte Hochebene zwischen den Wänden des Schlern und den Pfeilern der Langkofelgruppe empfängt uns noch unfreundlich – ein eisiger Wind treibt Schneeflocken fast waagerecht durch die Luft.

Also gut einpacken und los, viel Zeit dürfen wir eh nicht verlieren. Wollen wir bis zum Einbruch der Dämmerung wieder in Tiers sein, steht ein strammes Programm bevor. Perfekt, dass sich unser Guide nicht nur auf den Straßen seiner Heimat, sondern auch auf wahrscheinlich sämtlichen Pisten der Dolomiten bestens auskennt. Ganz frei hat Damian also nicht, und das Handy wird den Hotelier auf unserer Runde immer wieder gedanklich ins Büro holen – aber zumindest auf den Abfahrten sind Marketing, Budgetplanung und andere Pflichten jetzt weit weit weg.

Für Alpinskifahrer gilt die Seiser Alm als Familienskigebiet. Weitgehend einfache 60 Kilometer Pisten, zahlreiche Winterwanderwege, Traumkulisse und 300 Sonnentage im Jahr sind gute Argumente für Winterferien auf der größten Hochalm Europas. Dazu kommen kulinarische Geheimtipps wie die „Gostner Schwaige“, in der Franz Musler unter der absoluten Maxime von Frische und Regionalität auf nur zweieinhalb Quadratmetern Küche wahrhaftige Köstlichkeiten zaubert.

Da wir den Anschluss Richtung Wolkenstein und Grödnertal erwischen müssen, lassen wir uns aber lieber erst einmal vom feinen Neuschneeteppich auf den Almpisten verzaubern und carven nach Osten Richtung Plattkofel. Die Verbindung zur Sellarunde stellt ein altertümlicher Skibus her, der von Saltria, ganz am Ende der Skigebiets Seiser Alm, durch den tief verschneiten Wald nach Monte Pana rumpelt. Schon sind wir mitten drin in der „Sellaronda“, der Mutter aller Skisafaris.

Der Wind hat nachgelassen – dafür ist es Richtung Sellajoch merklich voller geworden. Die 26 Kilometer lange Runde um den gleichnamigen Gebirgsstock ist spektakuläre Pflichtübung wahrscheinlich jedes ambitionierten Dolomiten-Skifahrers, rundherum liegen mit St. Christian und Wolkenstein, Corvara, Arabba und Canazei einige der bekanntesten italienischen Wintersportorte. Letzterer ist unser nächstes Ziel – und kaum haben wir auf der Piste, vorbei am Rifugio Baita Pradel, die Hauptroute verlassen, können wir die Ski wieder laufen lassen. Martin Damian immer voran. Der Hotelier hat nicht nur seine Schäfchen, sondern auch die Uhr immer im Blick.

Jeder Meter Abfahrt ist neu und einmalig

Für den Anschluss an Etappe drei Richtung La Crepa Neigra nach Süden brauchen wir erneut für ein paar Kilometer den Skibus. Der Plan geht auf: Nach kurzer Wartezeit bringt uns eine große Kabinenbahn von der Straße zum Passo Fedaia hinauf über die Baumgrenze.

Kaum Menschen, frischer Schnee, Sonne und Traumblick auf den Sellastock – nur für den anhaltenden eisigen Wind gibt‘s Abzüge in der B-Note. Also Sturmbrille auf und weiter. Das Tagesprogramm mahnt zu intensivem Genuss. Jeder Meter Abfahrt ist neu, aber auch einmalig – um eine Piste zwei Mal zu fahren, muss man wiederkommen.

Das sollte man ohnehin – um noch das ein oder andere Rifugio entlang des Weges auszuprobieren. Wir entscheiden uns gegen Mittag für das Al Zedron, das halb in den Berg gebaut auf 2 354 Metern am Col de Valvacin den perfekten Unterschlupf für eine kurze Pause bietet, bevor der Guide zum Aufbruch mahnt. Wir sind schließlich zum Skifahren hier und nicht zum Pausemachen.

Daher lassen wir in den nächsten Minuten nicht nur Hütten, sondern auch alle Lifte links liegen und genießen über 1 000 Höhenmeter Traumpiste. Auf der Abfahrt nach Vigo di Fassa haben wir unser Ziel vor Augen: den Rosengarten, jenes sagenumwohbene Felsmassiv, in dem Zwergenkönig Laurin gehaust haben soll.

Weil wir gut in der Zeit liegen und Martin Damian keine halben Sachen macht, gibt‘s vor dem Finale noch einen Ausflug in König Laurins Reich als Zugabe. Diesmal steht eine Bimmelbahn bereit und stellt die Verbindung zum fast schon historischen Sessellift von Prera her, der uns mitten rein bringt in König Laurins Reich. Aber da zwischen uns und unserem Ziel zum Glück noch die bis zu 3 000 Meter hohe imposante Bergkette um Kesselkogel und Vajolet-Türme liegt, die als Rosengarten Teil des Welterbes Dolomiten ist, bleiben noch ein paar Abfahrten. Zum Ziel der vierten Etappe – Vigo di Fassa – liegt der Rosengarten wieder im Rücken. Am Start der fünften Etappe am Karerpass drückt unser Guide und Hotelchef nochmals aufs Tempo. Es ist nicht das Abendessen, das wartet. Es sind nur die Lifte, die irgendwann Feierabend machen. Und bis dahin müssen wir den Ausgangspunkt für die letzte Abfahrt erreichen.

Also verzichten wir sogar auf eine halbe Abfahrt und verabschieden uns aus dem ersten Schlepplift, kaum dass wir genug Höhe haben. Im Skigebiet von Welschnofen sind nur noch wenige Gäste unterwegs, als wir kurz vor der Schließzeit das letzte Drehkreuz passieren und im Sessellift zur Kölner Hütte direkt am Fuße des Rosengartens – jetzt an der richtigen Seite – die letzten Höhenmeter machen.

Erste Spuren ziehen im frischen Schnee

Geschafft. Martin Damian wäre allerdings nicht Martin Damian, wenn er nicht noch Geheimtipps auf Lager hätte. Da ist erst einmal die neue Almhütte Messnerjoch, an der wir wegen des abendlichen Fernblicks von der Brentagruppe bis zum Ortler und weit über das Tierser Tal nun wirklich nicht vorbeifahren können. Erst als die untergehende Sonne den Rosengarten in unserem Rücken in rosafarbenes Licht taucht, mahnt der Hotelier ein letztes Mal zum Aufbruch.

Skilaufen Dolomiten - Stefan Schwenke - reiseblog-142

Von der Hütte folgen wir – Geheimtipp Nummer zwei und Finale eines grandiosen Skitages – zuerst einem Fahrweg, passieren am Nigerpass die Straße und ziehen dann durch einen schmalen Waldweg die ersten Spuren in das unberührte Weiß. Bis zwischen den Bäumen die Lichter von St. Cyprian auftauchen und Damian wieder ins Büro muss.

Insider-Tipps für zum Skilaufen Dolomiten

Anreisen

Tiers liegt in Südtirol unweit von Bozen. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Ort über die Brennerlinie bis Bozen per Bahn und dann mit dem Bus erreichbar. Die nächstgelegenen Flughäfen sind Innsbruck oder Verona – der Flughafen von Bozen wird nur via Rom angeflogen. In der Saison gibt es von München für 66 Euro ab Flughafen und 58 Euro ab Hauptbahnhof jeden Samstag eine direkte Busverbindung ins Tierser Tal. Mit dem Auto ist Tiers von Deutschland via Fernpass, Innsbruck und Brenner oder über Kufstein und den Brennerpass zu erreichen. Von München sind es knapp 300 Kilometer bis in König Laurins Reich.


Skifahren

Das Skigebiet Carezza am Karerpass ist von Tiers in wenigen Minuten zu erreichen. Es gehört mit 41 Kilometern Pisten zu den kleineren in den Dolomiten – ist allerdings Teil von „Dolomiti-Superski“, und Skibusse stellen jederzeit verschiedene Anschlüsse an die 1200 Kilometer Piste des Gesamtverbundes her. Tiers selbst hat zwar keinen direkten Pistenanschluss – ist dafür aber auch zur Saison deutlich weniger überlaufen als die Skiorte im Zentrum der Dolomiten. Preise und Informationen in deutscher Sprache: www.dolomitisuperski.com/de und www.carezza.it.


Wohnen

Wenn für den Wert von Immobliien vor allem eins entscheidend ist, nämlich Lage, Lage, Lage, dann gilt das für Hotels um so mehr. Der Cyprianerhof in Tiers hat hier das große Los gezogen: Direkt hinter dem Haus bildet der Rosengarten die Traumkulisse für das Hotel, das sich außerdem durch ein umfangreiches Wander- und Sportprogramm auszeichnet. Neben Skitagen mit dem Hotelchef stehen im Winter Schneeschuhwanderungen, Skisafaris verschiedener Ansprüche und Länge sowie Einführungskurse im Skitouorengehen auf dem Programm. Für Ski-Fans und Schneehschuhwanderer gibt es besondere Wochenpauschalen, bei denen Skisafaris oder geführte Touren bereits inklusive sind. Zum Hotel gehört ein großzügiger Wellness- und Saunabereich, in dem Andreas Boniatti, Skilehrer und Teilnehmer der Sauna-Weltmeisterschaften, mit ausgeklügelten Sauna-Choreografien überrascht. Infos und Buchung unter Cyprianerhof


Bergsport

Schlern, Sellagruppe, Rosengarten mit Vajolet-Türmen und die gesamten Dolomiten sind Schauplatz alpiner Geschichte. Auch im Winter lässt sich in der Region von Tiers erstklassig klettern – zum Beispiel in gefrorenen Wasserfällen am Schlern. Der Cyprianerhof vermittelt zum Eisklettern Guides und Bergführer und bietet auch Winter-Klettersteigtouren an.


Reiseführer & Weiterführende Informationen

Eine Auswahl an Reiseführer für die Dolomiten finden Sie hier.

Keine Kommentare zu Auf Skiern durch König Laurins Reich

„Zwischen Himmel und Heu“

Am Abend, wenn das Tal unten schon im Schatten liegt, die Sonne noch ihre letzten Strahlen hierher schickt auf die kleine Terrasse des Bauernhofs, wenn oberhalb der sonst so harsche…

Am Abend, wenn das Tal unten schon im Schatten liegt, die Sonne noch ihre letzten Strahlen hierher schickt auf die kleine Terrasse des Bauernhofs, wenn oberhalb der sonst so harsche Felsgipfel des Großen Ifingers in mildem Dämmerungslicht ganz lieblich anmutet, dann ist es endlich Zeit für eine Riesenportion Kaiserschmarrn.

Haben sich die Kinder auch wahrlich verdient, nach all der Arbeit, die sie hier geleistet haben. Eier im Stall einsammeln, Hühner füttern, die Schafe unten auf der steilen Weide durchzählen, ob sie auch noch alle da sind, dann die Salatblätter im plätschernden Brunnen waschen und zum Schluss noch einen Blick in den Schweinestall werfen, einen zugegeben kurzen Blick, des Geruchs wegen. Es ist schon ein recht intensives Hineinschnuppern in die Welt der Berge und ihrer Bauern, das die Kinder hier heroben erleben dürfen, bevor sie nach dem Abendessen matt, satt und zufrieden im Stadl nebenan in ihr Nachtlager plumpsen. In ihr Bett im Heu.

So ist das, in den Sommermonaten auf dem Berggasthof Gsteier, wo die kleinen Gäste vom Hotel „Hohenwart“ unten im Ort ihr Hotelbett für eine Nacht im Stroh tauschen können, ein besonderes Angebot für junge Abenteurer – und wo es keine Smartphones, Fernseher und sonstige weltfremde Digitalbespaßung zur Beglückung der Kinder braucht, sondern viel besser noch, gute Luft, frisches Essen und ein paar Haustiere zum Streicheln und Spielen wie die sieben Katzen und natürlich die Heidi, die gute Seele vom Gsteier, ein sechsjährliger Mischling aus einem Berner Sennenhund und noch einigen anderen Rassen.

hohenwart-schenna-florian-kienast-reiseblog-breitengrad53-279

Gut möglich auch, dass man hier außerdem noch dem alten Mair Franz über den Weg läuft, der Mair Franz ist immer noch gut beieinander mit seinen 86 Jahren und schaut hier oft nach dem Rechten in seinem kleinen Bauernmuseum, das er hier eingerichtet hat mit alten Utensilien wie Krautstampfern und Traubenpressen, Butterkübeln und Dreschflegeln, Werkzeuge, die man früher eben so benutzt hat. Es ist genau jener Franz Mair, der nicht nur das Hotel unten im Dorf aufgebaut hat, sondern dem es als Tourismus-Pionier zu verdanken ist, dass Schenna in den vergangenen sechs Jahrzehnten aus einem unbeachteten kleinen Nest zu einem der beliebtesten Tourismusorte in Südtirol aufstieg. Und so ist die Historie des Orts und des Hotels auch ein kleines Stück Südtiroler Zeitgeschichte.

“Schenna geht’s hier kaum noch”

Schenna, ein wenig oberhalb von Meran gelegen, der Name kommt wohl vom lateinischen „scenae“, was passt, wegen der imposanten Landschaftsszenerie hier. Die Einheimischen selbst sagen gerne auch „Schönna“, trifft es auch ganz gut, denn man hört ihn hier oft, den Spruch: „Schenna geht’s hier kaum noch.“ Über viele Jahrhunderte jedenfalls war hier herzlich wenig geboten, immerhin kam im 19. Jahrhundert mal der österreichische Erzherzog Johann vorbei und ließ für sich und seine Familie hier als letzte Ruhestätte ein Mausoleum bauen. Schenna, ein Ort der Grabesruhe.

In den 1950er Jahren zog es dann die ersten Urlauber Richtung Italien, und auch wenn viele der deutschen Wirtschaftswundertouristen Südtirol eher als Transitstrecke Richtung Adria und Mittelmeer nutzten und nur für einen Tankstopp und den ersten Espresso kurz anhielten, entwickelte sich der Landstrich zwischen Brenner und dem Trentino immer mehr zu einer begehrten Urlaubergegend. Das erkannte auch der junge Franz Mair aus Schenna, der in seinem Militärdienst als Fahrer viel herumkam, bei Nato-Manövern chauffierte er amerikanische Soldaten durchs Land und sah, wie viele Orte touristisch aufrüsteten – und wie sein Heimatort immer noch ein verschlafenes Bauerndorf war.

Wer soll da schon zum Übernachten kommen?

Das wollte Mair ändern, er wusste ja eh nicht, was er sonst mit seinem Leben anfangen wollte. Den großen Hof der Eltern bekam der ältere Bruder als Erstgeborener, also baute er auf den 800 Quadratmetern Grund, die ihm als Erbteil geblieben waren, nach dem ersten Spatenstich vor genau 60 Jahren, im Juni 1956, eine kleine Frühstückspension. Im Ort machten sich viele lustig über ihn, eine Pension, was wolle er nur damit, hier in Schenna, wer soll da schon zum Übernachten kommen. Dass am Ende Franz Mair lachen würde, ahnten sie da noch nicht.

Am 20. August 1957 kamen dann die ersten Gäste in die Pension „Hohenwart“ mit seinen 18 Betten, Etagendusche und WC, mit Küche und Speisesaal, die Zimmer mit fließendem Wasser: Es war das Ehepaar Richard und Annemarie Walter aus der Nähe von Aachen, sie zahlten pro Bett inklusive Frühstück 800 Lire. Umgerechnet 40 Cent.

Im Haus selbst war der Junggeselle Franz das Mädchen für alles, er machte die Betten, das Frühstück, einen halbwegs ordentlichen Filterkaffee, und lernte, die Schmutzwäsche in großen Kupferkesseln in einer Aschenlauge auszukochen. Im Lauf der Jahre entspannte sich die Lage für den Franz, das lag zum einen an einer neuen Waschmaschine, Typ Constructa, und zum anderen natürlich an seiner Frau namens Anna: Anna Hölzl, die Gastwirtstochter vom Michelewirt, die in Meran einen Kochkurs besucht hatte und im fernen München im Café Schmid Konditorin lernte.

Einen kleinen Rückschlag erlebte der Tourismus Anfang der Sechziger Jahre. Südtiroler Separatisten, unter ihnen auch der Einheimische Sepp Innerhofer aus Schenna, verübten Anschläge und legten Bomben, sie forderten damit die komplette Unabhängigkeit Südtirols von Italien. Es war ein kurzer Spuk, und als er in den Siebziger Jahren vorüber war, kehrten auch die Urlauber wieder zurück. Bis heute ist der Boom ungebrochen.

Von Frühstücksherberge zum 4-Sterne-Hotel

Längst hat sich das „Hohenwart“ von der kleinen Frühstücksherberge zu einem Vier-Sterne-Superior-Haus entwickelt, zu einem der führenden Hotels des Dorfs und der gesamten Gegend, mit einer wunderbar pittoresken Terrasse samt Bilderbuchblick und einer kulinarisch bezaubernden Küche.

Zwar haben Franz Mair und seine Anna das Haus schon vor vielen Jahren an ihre Kinder übergeben, an die Christine und den Sepp, und sich selbst in einem Austragshäusl neben dem Hotel niedergelassen, man sieht die beiden alten Eheleute aber noch sehr oft. Die Anna etwa am Nachmittag am Kaffee-Büffet, wenn sie die Kuchengabeln nachfüllt und schaut, dass die Käseschnitten und der Apfelstrudel auch schön appetitlich hergerichtet sind, und den Franz eben gerne oben am Bauernhof neben seinem Museum.

hohenwart-schenna-florian-kienast-reiseblog-breitengrad53-335

Aber nicht nur allein wegen der beiden ist hier in Schenna noch alles viel uriger und urtümlicher als in anderen Urlaubsorten in den Bergen. Ohne Bausünden, ohne Betonburgen, ohne kommerzielle Großinvestoren, die mit architektonischer Lieblosigkeit monströse Scheußlichkeiten in die Höhe ziehen. Nur ganz behutsam und unaufdringlich hat man hier aufgerüstet, mit dem schönen Spielplatz etwa an der Bergstation vom Taser oder der rasanten Sommerrodelbahn am Piffinger Köpfl, im Winter das Skigebiet Meran 2000. Investitionen, um das Gebiet auch für Familien mit Kindern attraktiver zu machen, um wegzukommen von der Meraner Gegend als reinem Rentnerparadies, dem Florida von Südtirol.

Kurz vor der Abfahrt sagte der Mair Sepp am letzten Abend beim Essen noch, wer einmal hier gewesen sei, der wolle immer wieder zurückkehren, der komme einfach nicht los von hier. Man spürte das auch bei der Heimfahrt, als man bei Bozen auf die Brenner-Autobahn nach Norden bog und einen letzten Blick in die Ebene Richtung Meran warf, selbst die Kinder sprachen schon davon, bald wieder dahin zu wollen. Auf den Spielplatz, auf die Rodelbahn, zum Minigolfen. Vor allem aber für eine Nacht ins Heu.

Hinweis: Die Reise fand auf Einladung statt

Keine Kommentare zu „Zwischen Himmel und Heu“

Von einer die auszog, das Chillen zu lernen

Eigentlich hatte breitengrad53.de – Autorin Tina Engler mit Beachclubs nie viel im Sinn, bis sie zufällig im „Purobeach“ in Andalusien landete – eine Art Selbstversuch… In meiner Heimat Hamburg gießt…

Eigentlich hatte breitengrad53.de – Autorin Tina Engler mit Beachclubs nie viel im Sinn, bis sie zufällig im „Purobeach“ in Andalusien landete – eine Art Selbstversuch…

In meiner Heimat Hamburg gießt es seit Tagen wie aus Eimern. Das ist an sich nichts Neues, aber beim Gedanken daran, dass der Sommer endgültig vorbei zu sein scheint, schlägt das ziemlich auf mein Gemüt. Gegen emotionale Verdunkelungsanfälle hilft bei mir nur eines: ein spontaner Kurztrip. Ich kenne mich, sommerliche Temperaturen und blaues Meer wirken Wunder. Draußen ist es schlichtweg zu grau, um zu bleiben. Ich will nicht weit fliegen, brauche Sonnengarantie und habe nur ein verlängertes Wochenende Zeit.

Spontan packe ich meine Tasche und fahre zum Flughafen. „Andalusien“ empfiehlt mir die nette Dame am Last Minute Schalter. Das klingt gut. Der wilde, ungestüme Süden Spaniens, genauer gesagt Estepona, rund 80 km von Malaga entfernt, ist mein Ziel. Marbella die internationale Jetset-Hochburg, mit ihren Luxusyachten, Edeldiscos und Designer-Boutiquen, ist gerade mal 20 Kilometer entfernt und gilt als Zufluchtsort der Schönen und Reichen. Dass ich mal freiwillig an die Costa del Sol fliege hätte ich nicht gedacht, aber manchmal muss man eben zu seinem Glück gezwungen werden.

Andalusian sky

Als ich nach 2,5 Stunden in Malaga lande, küsst mich die Sonne. Es duftet nach Rosmarin, wildem Thymian und süßlichen Bougainvillea. Grünes Hinterland und andalusische Hitze zaubern mir ein Lächeln ins Gesicht. Eine Explosion aller Sinne. Alles scheint dramatischer im tiefsten Süden. Das Licht ist intensiver, die Farben greller, karge Landschaft wechselt sich mit verschwenderischer Natur ab. Die Häuser der Dörfer sind weiß getüncht und bilden einen starken Kontrast zum tiefblauen Postkartenhimmel. Aus dem Radiolautsprecher dudeln feurige Flamenco-Rhythmen und mein Fahrer klopft den Takt dazu. Meine Laune steigt, genau genommen komme ich aus dem Strahlen gar nicht mehr raus. Während der Taxifahrt lese ich die verschiedenen Abzweigschilder, die mir irgendwie vertraut vorkommen. José, der Fahrer erzählt mir, was ich in drei Tagen machen soll. José, der Fahrer erzählt mir, in einer wilden Mischung aus englisch, spanisch und deutsch begeistert, was ich in den drei Tagen alles machen sollte, die „must do’s“ der Region sozusagen. Von Estepona aus könne ich Tagesausflüge nach Sevilla, Granada oder Tarifa unternehmen oder sogar mit der Fähre einen Abstecher ins marokkanische Tanger machen. Klingt verlockend, will ich aber nicht. Mir steht der Sinn danach, nichts zu tun und einfach ein paar relaxte Tage am Meer zu verbringen. Ich will seinen Enthusiasmus nicht bremsen. Dem Abstecher in den Hafen von Marbella, nach Puerto Banus stimme ich gern zu. Ich bin neugierig und irgendwie muss ich José ja für seine Passion als Reiseführer belohnen. Das ist ein Kompromiss. Schließlich liegt es mir fern ihn in seinem Stolz zu kränken.

Luxusyachten locken viele Touristen

Besonders die unzähligen Luxusyachten locken viele Touristen der „Sonnenküste“ in den Nobelort. Bis zu 1000 edle Boote haben hier gleichzeitig Platz. So richtig passen die Tagesbesucher, die meist mit Reisebussen von umliegenden Badeorten wie Torremolinos und Benidorm für ein paar Stunden her gefahren werden, in ihrer anscheinend nach den Kriterien bunt und praktisch ausgewählten Kleidung nicht ins edle Ambiente des Yachthafens. Sie treffen vor Ort auf die etwas feinere Fraktion, die lässig die neuesten Modelle der Louis-Vuitton- und Hermès-Kollektionen präsentiert und durch Versace-,  Armani- oder Dolce & Gabbana-Boutiquen bummelt. Maseratis, Ferraris und Bentleys werden spazieren gefahren, um in zweiter Reihe vor dem „News Cafe“, direkt an der schmalen Hafenpromenade, der Flaniermeile des Ortes, zu parken Auf der voll besetzten Terrasse funkeln sehr junge und sehr geliftete Damen mit ihren Diamant beringten Fingern mit der Sonne um die Wette. „Sehen und gesehen werden“ gilt hier noch mehr, als anderswo, ein Jahrmarkt der Eitelkeiten, ein herrliches Schauspiel für die Zaungäste, die vielleicht gern dazu gehören würden, denen jedoch der Zugang zu den oberen Zehntausend, der „High society“ verwehrt bleibt. Mir auch, zugegeben. Ich habe genug gesehen und lasse mich von José am Hotel absetzen.

Es liegt in einer weitläufigen Parkähnlichen Anlage direkt am Strand, verfügt über alle Annehmlichkeiten, die ein 5-Sterne-Hotel so mit sich bringt, ist sehr chic und hat, wie mir die junge Rezeptionistin euphorisch gleich beim Check-in erklärt, noch einen weiteren, unschlagbaren Vorteil. Fußläufig ist der hippste Beachclub von ganz Andalusien zu finden: Purobeach! Sie ist sichtlich irritiert, weil ich nicht gleich in einen Freudentaumel verfalle. Dazu muss ich vielleicht vorab etwas erklären: Eigentlich bin ich eher der Typ für den verschwiegenen Strandflecken, den man erst stundenlang suchen muss. Von dem man nicht mal weiß, ob er nur als Gerücht existiert. Für den ich mich durchs Gebüsch schlage oder sogar ein Boot miete, weil es nicht mal einen ausgetretenen Pfad dorthin gibt. Ein absoluter Geheimtipp. So geheim, dass ich ihn kaum finde und schlimmstenfalls den ganzen Tag umher irre. Mich von Moskitos zerstechen lasse und fast verdurste. Denn natürlich gibt es weit und breit keine Infrastruktur. Dafür aber eine ganze Menge andere „Abenteurer“, weil der Geheimtipp sich dann doch als nicht ganz so „top secret“ entpuppt und viele Andere vor mir im Finden etwas schneller waren. Kaum bin ich da, muss ich auch schon wieder los. Dabei kann es doch so einfach sein den perfekten Strandtag zu genießen. Beachlife heute geht anders. Schon länger. Ich habe nur etwas gebraucht, dahinter zu kommen. Gut Ding will wohl Weile haben.

Wer etwas auf sich hält, chillt im Beachclub

Wer etwas auf sich hält, geht heutzutage nicht einfach nur schwimmen oder an den Strand, sondern chillt im Beachclub. Dieser ist die Quintessenz des modernen, komfortablen Strandlebens. Ich spreche an dieser Stelle von den echten Beachclubs  mit Möwengeschrei, salziger Luft und kitzelndem Sand unter den Füßen, nicht von urbanen Oasen auf Parkdächern in Großstädten. Wahre Kosmopoliten pilgern mittlerweile von einem zum Anderen, die Fangemeinde wird immer größer und weltweit werden ständig Neue eröffnet. International  ist diese Art entspannten Müßiggangs im Vormarsch. Das „Rundum Sorglos-Paket“ für Strandhungrige- und für mich, bis zu meinem „ersten Mal“ der Inbegriff dessen, was ich nicht wollte… Die Bilder in meinem Kopf von gigantischen Magnum-Champagnerflaschen und Beinahe-Orgien im Pool verschreckten mich eher. Schließlich hatte ich diese schon zu häufig in einschlägigen Hochglanzmagazinen gesehen. Und jetzt liegt also einer dieser angesagten Orte direkt nebenan. Höchste Zeit eine für mich ganz neue Erfahrung zu machen. Diesmal siegt die Neugier.

 

Vom Meer ziehen Loungeklänge zu meiner Liege hinüber. Ich laufe am Meer entlang und nach knapp 200 Metern stehe ich dann tatsächlich vor dem Puro Beach. Schneeweiße Liegen im Bali-Style, Cabanas, in denen vier Personen locker Platz haben, orientalisch anmutende Sonnenschirme. Ein paar Palmen spenden wohltuenden Schatten. Eine leichte Brise weht, das Meer glitzert, die Wellen plätschern und die Eiswürfel im süffigen Cocktail schlagen den Takt dazu. Puro Beach ist etwas salopp gesagt, die „Mutter aller Beachclubs“. Der Wegbereiter eines vor zehn Jahren aufkommenden neuen Lifestyletrends hat, bedingt durch den großen Erfolg, mittlerweile viele Nachahmer gefunden. Jetzt, in der Nachsaison habe ich Glück und es ist leicht, eine freie Liege zu bekommen. Unaufgefordert reichen mir dienstbare Geister kalte Tücher, Wasser, frisches Obst. Statt Heerscharen feierwütiger und Champagner trinkender Touristen, wie ich es meinem Klischeebild entsprechend immer vermutete, wirken die Gäste im Alter zwischen 18 und 50 Jahren eher vollkommen tiefenentspannt.  Sie aalen sich auf ihren schneeweißen Daybeds, chillen zu relaxten Klängen von „Moby“ am- oder im 25 Meter langem  Pool und fahnden in der angrenzenden Shoppingpassage nach den neuesten Strandoutfits. Keine Magnumflaschen, kein Gekreische. Im Gegenteil. In einer Ecke findet eine Yogasession statt. „Ommmm“…  Die sanften Klänge Mobys vermischen sich mit den Stimmen der Yogis und dem Rauschen des Meeres.

Musik spielt ohnehin eine große Rolle im Purobeach. DJ’s stehen Tag und Nacht live an den Reglern, um je nach Uhrzeit, die passende Musik zu spielen.  Vormittags werden ruhige, fast schon meditative  Töne angeschlagen, der Nachmittag ist in softe Lounge-Sounds eingehüllt und ab dem Sonnenuntergang wird feinster Elektropop und House gespielt.  Nach dem Dinner drehen die DJs die Regler am Mischpult höher. Partytime. Weil ich ein wenig Puro  mit nach Hause nehmen möchte, um mich in grauen Herbsttagen zumindest mental an diesen Ort zurück zu beamen, erstehe ich die „Purobeach CD, mittlerweile schon die 11. Ausgabe. Entspanntes Lebensgefühl zum kaufen.  „Instant happiness“ sozusagen.

Das „Purobeach“ ist lässig und ein Hotspot für urbane Nomaden aus aller Welt. Da reihe ich mich doch gerne mit ein. Ein bisschen kosmopolitisch, mit internationalem Flair. Der Dresscode:  viel weiß, Bohemian-Hippie-Style. Unaufgeregt, chic – ein Hauch von St.Tropez. Kein Chi Chi, wenig Glitzer, eher pur, „puro“, der Name ist Programm.

 

Estepona BeachDer lässige Club ist nicht nur ein edler Hangout für Stilbewusste. Dahinter steht ein erfolgreiches  Imperium. Eine spanische Lifestyle-Marke, die mit viel Herzblut und Leidenschaft zum Leben erwachte und bis heute weltweit immer weiter expandiert.

Der erste „Purobeach“ wurde vom schwedischen Unternehmer Mats Wahlström bereits 2005 auf Mallorca eröffnet, fast zeitgleich zum stylishen Boutique-Hotel „Puro“ in Palmas Altstadt. Marbella öffnete 2006 als zweiter Club in Spanien seine Tore. Ende Mai dieses Jahres wurde das große Opening der „Urban Oasis“ inmitten von Barcelona gefeiert,. Längst schon ist Puro Beach in vielen anderen Ländern vertreten, u.a. in Dubai, in Italien und am Schwarzen Meer in Rumänien. Noch in diesem Jahr wird ein weiterer „Purobeach“ in Dubai seine Pforten öffnen, zwei werden demnächst in Ägypten eröffnet.

Tagsüber relaxen, abends Party.  Die nächsten Tage pilgere ich immer wieder in meine neu entdeckte Oase und auch wenn es mir anfangs, wahrscheinlich aus Imagegründen schwerfällt, mir das einzugestehen, entwickle ich mich innerhalb kürzester Zeit zum echten Beachclub-Fan. Für die, im wahrsten Sinne des Wortes „Liege-Gebühr“, bekomme ich eine Menge geboten. Frühmorgens geht es los mit Yogakursen, Meditation oder Tai-Chi. Mittags gönne ich mir eine Massage im angeschlossenen Spa. Perfekte Tage am Meer. Ein Lebensgefühl, nicht nur ein idealer Ort zum Sein. Auch verhungern muss ich hier nicht. Zwei Restaurants sorgen mit einer spannenden Fusionküche aus Miami, Marokko und Melbourne für Abhilfe. Tag und Nacht werden leckere Snacks, Salate und Sushi serviert. Die Klassiker sind der „Puro Burger“ und das Kobe-Beef-Carpaccio, das absolutes Suchtpotential in sich trägt. Zudem gibt es sündige Desserts und Smoothies zum Niederknien. Am Nachbartisch stapeln sich die gegrillten Lobster und der Champagner fließt. Ein bisschen Wahres liegt eben in jedem Klischee.

Einsamkeit vor spektakulärer Naturszenerie

Bevor es zum Flughafen zurück geht, will ich das pure Andalusien noch mal auf mich wirken lassen. José, der mich auch wieder vom Hotel abholt, weiß dafür den perfekten Ort. Eine gute Stunde vom beschaulichen Fischerort Estepona entfernt, liegt oberhalb von Zahara de la Sierra ein maurisches Kastell. Statt Chillout-Rhythmen der Luxus der Stille. Nur ein paar Menschen haben sich hierher, in die Provinz von Cadiz, verirrt. Einsamkeit vor spektakulärer Naturszenerie. Wie ein Adlerhorst klebt das schneeweiße Dorf am Hang. In allen Blaustufen ergießt sich der See unter mir, frische Bergluft in 500 Metern Höhe und eine malerische Komposition aus dem leuchtenden Gelb des Ginsters, dem satten Grün der Ölbäume und den bizarren Strukturen der Feigenkakteen öffnen alle Sinne. Ziegen blöken in der Nähe, ein Glöckchen rasselt, ich höre den Flügelschlag eines Adlers. Ein Hirte kommt mit seinem Maultier vorbei. Chillout auf andalusische Art. Egal ob im „Purobeach“ am Strand, oder hier ein paar Tage wirken Wunder gegen aufkommenden Herbstblues.

Infos Purobeach: Daybeds, je nach Lage und Saison zwischen 25 und 50 Euro. „Nomad Beds“ für bis zu 4 Personen zwischen 70 und 250 Euro. Im Preis inklusive sind Handtücher, frische Früchte, ein Smoothie, Wasser und After Sun Lotion. Einem Selfie-Post auf den Liegen steht nichts im Wege: WiFi ist in allen Purobeach-Clubs kostenlos.

[mappress mapid=”59″]

Hinweis: Die Reise fand auf freundliche Einladung des Purobeach und des Kemoinski Hotel Bahia Estepona statt.

Keine Kommentare zu Von einer die auszog, das Chillen zu lernen

Viva la Nostalgia – Sizilien für Fortgeschrittene

Wie in einer Zeitmaschine, fühle ich mich zurück versetzt in den unbeschwerten Sommer, in dem ich gerade mal 20 war… Mit meinem Freund mietete ich mir einen klapperigen Fiat und…

Wie in einer Zeitmaschine, fühle ich mich zurück versetzt in den unbeschwerten Sommer, in dem ich gerade mal 20 war… Mit meinem Freund mietete ich mir einen klapperigen Fiat und erkundete Sizilien. Wir hatten keinen Plan, viel Zeit und fuhren einfach über die Insel. Wir landeten an Dünenstränden, in verwinkelten Gassen uralter Städtchen, pflückten herabhängende Zitronen von den Bäumen und bekamen Bauchschmerzen, weil wir an keiner Eisdiele vorbeigehen konnten, ohne ein Gelati zu kaufen.

Das Geld war knapp, wir schliefen im Auto oder im Schlafsack im Sand. Es war heiß, wir waren glücklich und diese Insel erschien uns als der Nabel der Welt, die Quintessenz purer Lebensfreude. „Che nostalgia“ sagt man dazu auf italienisch, die sanfte Erinnerung, die einem mit leiser Wehmut erfüllt. Tief innen berührt. Sie fühlt sich an, als wäre es gestern gewesen. Es kann ein Duft sein, ein Geschmack, ein Lied, das einen unverhofft trifft. Alles ist wieder da. Plötzlich, aus dem Nichts.

Vor allem bin ich wieder da. Endlich. Auf „meiner“ Insel, diesem Ort, den ich in diesem süßen Sommer in den Achtzigern, eigentlich nie mehr verlassen wollte. Endlich!

„Primavera“ empfängt mich. Die Luft ist warm und weich, wie ein sanftes Versprechen. Der viel besungene Frühling, ist die beste Zeit, um die größte Insel Italiens zu genießen. Überall duftet es nach herben Kräutern, die sich mit dem sanften Blütenduft des Flieders vermischen. Aus den Boxen des Taxis schallen italienische Liebeslieder. Intensiv, voller „Amore“ und „Baci“ … Italien ist der ideale Ort zum Schwelgen. Wer immer als weibliches Wesen sein angeschlagenes Selbstbewusstsein wieder aufpeppen möchte, dem empfehle ich dringend die Flucht in den Süden. Das „Ciao Bella“ klingt süß im Ohr, der Duft von Rosmarin, Thymian und Oregano weckt alle Sinne, die leichte Brise, die vom Meer hinüber weht, küsst die Seele.

Diesmal brauche ich kein “Remmidemmi”

Diesmal schlafe ich nicht im Auto. Die Zeiten ändern sich, ich bin anspruchsvoller geworden und habe nichts gegen ein wenig Luxus. Ich brauche kein „Remmidemmi“, sondern viel Natur und einfach Ruhe. Also Taormina, den traumhaften, aber quirligen Urlaubsort meiden und auf in den tiefsten Süden, in die Region Ragusa. Die Südspitze der Insel ist ursprünglich und vom Tourismus weitestgehend verschont. Hierher reisen Menschen, die tief in die kulturelle Vergangenheit des Eilands eintauchen wollen. Maurische, griechische, römische und normannische Einflüsse treffen aufeinander, ein Schmelztiegel der Kulturen und UNESCO-Welterbe-Städte, wie Modica, Ragusa und Scigli, liegen dicht beieinander. >> Weiter auf Seite 2

[nextpage title=”Donnafugata – Die ‘geflohene Frau'”]

Zurück zu Teil 1 – Viva la Nostalgia – Sizilien für Fortgeschrittene

„Donnafugata“ oder die „Geflohene Frau”

Das 5-Sterne Hotel „Donnafugata Golfresort & SPA“ erscheint mir der rechte Platz für meine Inselflucht zu sein. Wobei mich bei der Buchung ehrlich gesagt eher das Wörtchen „SPA“ angesprochen hat, denn meine wenigen Schnuppergolfversuche endeten bis dato damit, dass ich das „green“ umpflügte und man mir charmant, aber bestimmt, von weiteren Stunden abriet. Ironie des Schicksals, nun lande ausgerechnet ich in einem Hotel, das jedes Golferherz höher schlagen lässt.

Das „Donnafugata“ übrigens treffenderweise mit „Geflohene Frau“ zu übersetzen, ist auch ohne Schläger der perfekte Ort für entspannte Tage. Umgeben von zwei 18-Loch-Golfplätzen (designt von Gary Player und Franco Piras), die sich völlig natürlich in die hügelige Landschaft einfügen, liegt das traumhafte, ehemalige Herrengut einsam und ruhig, inmitten einer malerischen Landschaft. 202 Zimmer verteilen sich auf mehrere einstöckige Gebäude. Das Refugium strahlt mediterrane Leichtigkeit und Großzügigkeit aus. viel Platz zum Sein. Von meinem Balkon kann ich, hinter knorrigen Johannisbeerbäumen, den Golfern beim Abschlag zuschauen. Zum Glück bin ich außer Schussweite.

Zunächst flüchte ich, wie es sich für eine echte „Donna“ gehört, ins SPA. Werde von der kleinen drallen Rosalla geknetet, gedrückt und eingeölt. Entschwinde mental in andere Sphären. Tiefenentspannt wandle ich ins „Clubhouse 19th hole“. Wie zu Erwarten, treffe ich dort hauptsächlich auf Golfer, die hier nach der ersten Platzrunde ihr Lunch-Büffet genießen. Lässig-sportliches Flair. Die Sonne brennt auf meiner Haut, für April ist es, mit 26 Grad selbst für Sizilien ungewöhnlich warm. Ich ordere im gebrochenen Italienisch einen Rossini, Prosecco mit frischem Blutorangensaft, der meine Lebensgeister beschwingt und labe mich am Büffet an den Köstlichkeiten. „Arancini“, kleine gefüllte Reisbällchen, mit Spinat und Ricotta, paniert und in heißem Öl gegart, „Parmigiana di Melanzane“, Auberginenauflauf zum Niederknien landen auf meinem Teller. Als Nachtisch passen die „Fiocci di Neve“ perfekt zum Cappuccino.

Vorsicht, die Schneeflöckchen machen süchtig!

Die luftigen Schneeflöckchen, sind ein Gebäck aus frischen Mandeln, bestäubt mit Puderzucker. Aber Vorsicht, die machen süchtig! Die sizilianische Küche ist eine der vielseitigsten und ältesten Regionalküchen des Landes, „Kilometro 0“ ist hier die Norm, alles, was auf den Teller kommt, ist wahrscheinlich gerade beim Bauern nebenan gepflückt worden, das Lamm hat eben noch sein letztes „Mäh“ von sich gegeben, ehe es hübsch drapiert und in Rosmarin eingebettet auf dem Teller landet und der Fisch hat eben noch gezappelt.

Aber wo haben sie den eigentlich heraus geholt? Ich bin auf einer Insel und sehe kein Meer. Es ist „in viscino“, in Sichtweite, erklärt mir der Concierge und hält auch gleich ein „Bici“, ein nostalgisch anmutendes Fahrrad für mich bereit. 8 km sind nichts, denke ich, bis ich den ersten Hügel erklimme. Das ist Schwerstarbeit, denn mein Fahrrad hat leider keine Gangschaltung. Voller Vorfreude auf ein kleines Bad im Mittelmeer, trete ich in die Pedale. Mir kommen auf der schmalen Landstraße kaum Autos entgegen. Die Insel, ein einziges Blütenmeer, „50 shades of green and yellow“, mit immergrünen Stein- und Korkeichenwäldern, Klatschmohn und Ginster, wie gemalt. Die Grillen zirpen, ich passiere duftende Orangenhaine und Weinreben. >> Weiter auf Seite 3

[nextpage title=”Die ‘geflohene Frau’ will am Ende nicht von der Insel rollen”]

Zurück zu Teil 2 – „Donnafugata“ oder die „Geflohene Frau”

Ein Morgen voller mediterraner Leichtigkeit

Der süffige „Nero d’Avola“, der dunkle Rote kommt von hier, aber auch der leicht-moussierende Sommerwein „Frappato“, perfekt für einen sommerlich anmutenden Tag wie diesen. Irgendwann erreiche ich dann das Örtchen Scoglitti. Die kleine Bar am Hafen eignet sich bestens, um das mediterrane Leben an einem Samstagvormittag zu beobachten. Während ich in „Pistacchio“ und „Cioccolato con Peperoncino“- Eis schwelge, schaue ich den Kindern zu, die mit bunten Luftballons über den Platz laufen, sehe die alten Männer auf der Hafenmauer, die ins Kartenspiel vertieft sind und muss über die Teenager, schmunzeln, die sich gegenseitig in schönsten Macho-Posen mit ihren Smartphones ablichten. Ein Morgen voller mediterraner Leichtigkeit.

Gleich neben dem kleinen Yachthafen liegt ein Sandstrand. Vorsichtig tappe ich mit meinen Füßen ins glasklare Wasser, aber irgendwie ist mir das selbst als Nordlicht noch zu frisch. Auf dem Rückweg hupen und winken die LKW-Fahrer, ein paar Mal überlege ich, ob ich mir nicht einfach einen Lift zurück geben lasse, aber dann denke ich an die vielen „Cannolo“, Ricotta-Röllchen, die so sündhaft lecker sind, dass ich ihnen nie widerstehen kann und strampele tapfer weiter. Schließlich will die geflohene Frau nicht am Ende des Kurzurlaubs von der Insel rollen.

Drei Städte in zwei Tagen, das muss mir erstmal Jemand nachmachen. Und was für Märchenorte! Ich verfalle in einen regelrechten Kulturtaumel. Das „Donnafugata“ ist ein idealer Ausgangspunkt für Touren in die nähere Umgebung. Da das öffentliche Verkehrssystem am Inselzipfel eher unerschlossen ist, nehme ich mir einen Leihwagen. Mit dem Fiat 500 nehme ich rasant die Kurven und laufe zudem nicht Gefahr, in den engen Altstadtgassen an barocken Häuserwänden hängen zu bleiben. Meine erste Tour führt mich nach Scicli. Kleine Jungs spielen auf dem Vorplatz der barocken San Bartolomeo-Kirche Fußball, in ehemaligen Höhlen haben Handwerker und Galerien ihr Quartier bezogen und posieren für Touristen und ansonsten ist das zauberhafte Kleinod herrlich unaufgeregt und sehr romantisch. Ein Ort, um einfach von Cafe zu Cafe zu spazieren und herauszufinden, an welchem Platz es den besten Cappuccino gibt. Natürlich darf man den eigentlich nur morgens trinken, weil die Einheimischen sagen, dass er durch den Milchschaum eine ganze Mahlzeit ersetzt, aber ich bin ja keine Italienerin. Mein Favorit ist übrigens die „Pasticceria Basile“, aber das nur am Rande.

Modica ist für mich als Chocaholic ein „must“, denn die UNESCO-Welterbe-Stadt ist bekannt für ihre Schokolade. Die zweitgrößte Stadt der Provinz Ragusa wurde 1697 durch ein Erdbeben fast völlig zerstört und danach im spätbarocken Stil wieder neu errichtet. Welch’ perfekte Kulisse. Bella Italia, wie aus den schwarz-weiß Filmen der 50-er Jahre. Es würde mich nicht wundern, wenn gleich Sophia Loren auf einer Vespa um die Ecke biegt. Herrlich nostalgisches Flair, überall kleine Kirchen, Türmchen, Plätze, es wirkt wie ein lebendiges Freilichtmuseum und ich bin mittendrin. Ich teste mich durch die Familiengeführten Manufakturen, die dicht aneinander im kleinen Stadtzentrum liegen. In die „L’Antica Dolceria Bonajuto“, möchte ich mich am liebsten einschließen lassen. Rund 30 verschiedene Sorten werden in dem kleinen Eckladen seit 1880 hergestellt. Eine Sünde wert: „Canela“, mit Zimtgeschmack und „Xocoatl“, mit rotem Chilipfeffer, mit krustigen Schokoladenkrumen, nach alter Azteken-Rezeptur. Die landen dann auch gleich in meiner Tasche. Wegzehrung für meine letzte Etappe. >> Weiter auf Seite 4

[nextpage title=”Marina di Ragusa erinnert mich an meine Kindheit”]

Zurück zu Teil 3 – Ein Morgen voller mediterraner Leichtigkeit

Ein botanischer Garten voller Liebespaare

Die Hauptstadt der Provinz, Ragusa ist so schön, dass ich vor meiner Rückreise von Catania gen Heimat, gleich eine Nacht dortbleibe. Ich buche mir ein charmantes B&B, mit eigener Terrasse über den Dächern der Stadt. In die historische Altstadt, sind es über viele Treppchen und durch kleine Gassen nur 20 Minuten zu Fuß. Eine fast unwirklich schöne Szenerie. Ragusa Ibla strahlt im schönsten Sonnenlicht. Am späten Nachmittag putzt sich jung und alt heraus. Der botanische Garten ist voller Liebespaare.

Es ist die Stunde des „Aperitivo“, die in den Bars den Abend einläutet. Ein Campari, ein paar leckere Snacks und dann weiterziehen, zum Beispiel in die Eisdiele „Gelati del Vini“, um hausgemachte Eiscreme mit Marsala-Wein oder Oliveneis zu kosten. Oder um im „4 Gatti“ im lauschigen Innenhof, einem italienischen Sänger zu verfallen, dessen melancholische Melodien sich in mein Herz brennen. Weinselig den Weg zurück anzutreten, im Taumel des Glücksgefühls, fast betäubt vom Duft des Oleanders.

Den letzten Tag verbringe ich am Meer. Das Seebad Marina di Ragusa ist in 30 Minuten erreicht. Die Luft ist salzig, die Möwen kreischen. Es ist ein herrlich altmodisches Seebad, das mich an das Italien meiner Kindheit erinnert. Ich setze mich an den Strand und fröne dem „dolce far niente“, dem süßen Nichtstun. Eine sanfte Wehmut beschleicht mich. Che nostalgia. Vielleicht sollte ich diesmal einfach bleiben…

Hinweis: Wir danken dem Donnafugata Golfresort & SPA für die freundliche Unterstützung der Reise. 

Keine Kommentare zu Viva la Nostalgia – Sizilien für Fortgeschrittene

Canossa: Eine Herzdame, ein König und ein Papst

Die Emilia Romagna ist die Heimat von Luciano Pavarotti, Ferruccio Lamborghini und Enzo Ferrari. Ihre Automanufakturen und die beiden Ferrari-Museen in Modena und Maranello treiben nicht nur den männlichen Adrenalin-Spiegel…

Die Emilia Romagna ist die Heimat von Luciano Pavarotti, Ferruccio Lamborghini und Enzo Ferrari. Ihre Automanufakturen und die beiden Ferrari-Museen in Modena und Maranello treiben nicht nur den männlichen Adrenalin-Spiegel in die Höhe. Die Emilia Romagna ist auch das Land des Acetato Balsamico, des Parmiggiano Reggiano und des perlenden Lambrusco, der sein Image als Studenten-Plörre schon lange abgelegt hat und en vogue ist. Vor allem aber wurde auf diesem Fleckchen Erde ein Stück Weltgeschichte geschrieben: Heinrichs Gang nach Canossa. Mein Bußgang nach Canossa führt durch vorzügliche italienische Kulinarik und beginnt erst, als ich wieder zu Hause bin – auf der Waage. . .

Von Kanonenkugeln zerstört: die Kapelle von Canossa

Von Kanonenkugeln zerstört: die Kapelle von Canossa

Canossa – Als ich die letzten steilen Meter über das Kopfsteinpflaster zur Burg Canossa hinaufsteige, kann ich ein wenig nachempfingen, wie Heinrich IV. sich bei seinem Bußgang nach Canossa im Winter 1077 gefühlt haben muss – nur dass mir an diesem sonnigen Spätsommertag sehr heiß wird. „Nach Canossa gehen“, dieses geflügelte Wort begleitet mich seit meiner Schulzeit. Was mag der exkommunizierte deutsche König bei seinem Bittgang zu Papst Gregor VII. wohl empfunden haben? Die Schönheit der Hügellandschaft am Fuße des Apennins dürfte er auf seinem beschwerlichen Weg wohl kaum wahrgenommen haben.

Mittelalterliche Dörfer und Burgen

Abseits der Touristenströme der Adria erstreckt sich eine ursprüngliche, von mittelalterlichen Dörfern und Burgen geprägte Landschaft. Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein. Naturliebhaber, Wanderer, Radfahrer und Wassersportler finden in zwei National- und 14 Regionalparks viele Möglichkeiten für ihre Hobbys. Die Kunststadt Reggio Emilia – der Geburtsort der Triccolore – und die Universitätsstadt Modena – Heimat von Luciano Pavarotti und Enzo Ferrari – sind reich an kulturhistorischen Schätzen und noblen Designerboutiquen. Jedes Jahr am 6. September, dem Todestag von Pavarotti, findet in Modena auf dem Marktplatz vor dem Dom ein kostenloses Klassik-Open-Air-Konzert statt.

Pulsierendes Leben: Die Piazza Prampolini, bekannt als „Piazza Grande“ in Reggio Emilia.

Pulsierendes Leben: Die Piazza Prampolini, bekannt als „Piazza Grande“ in Reggio Emilia.

Erhaben thront die Halbruine der Burg Canossa auf dem weißen Sandsteinfelsen im hellen Sonnenlicht, von Unwettern, Erdrutschen und Kanonenkugeln in Mitleidenschaft gezogen, aber mit einem wunderbaren Rundumblick auf die Ausläufer des Apennin-Gebirges und die Nachbarburgen. Kein Städtename sondern „Terre di Canossa“ steht an der Ausfahrt der A1 Mailand – Florenz, die ins Zielgebiet führt.

Das Land der Markgräfin Mathilde

Dies ist das Land der Markgräfin Mathilde von Tuszien, besser bekannt als Mathilde von Canossa (1046-1115), die auch fast 900 Jahre nach ihrem Tod die Menschen noch immer fasziniert. Eine Frau, die – ungewöhnlich für ihre Zeit – lesen und schreiben konnte und deren Herrschaftsbereich zu ihren Glanzzeiten mehr als ein Drittel der italienischen Halbinsel umfasste.

Das perfekte Duo: Parmigiano Reggiano mit einigen Tropfen Acetato Balsamico Tradizionale.

Das perfekte Duo: Parmigiano Reggiano mit einigen Tropfen Acetato Balsamico Tradizionale.

Die ehemalige Burgkapelle von Canossa, vor deren Tür der exkommunizierte König aus dem Geschlecht der Salier im tiefsten Winter drei lange Tage im Büßergewand und ohne Königsinsignien ausharrte, um Papst Gregor VII. um Vergebung zu erbitten, ist nur noch als Ruine erhalten. Vermutlich verdankt der in Goslar geborene Heinrich die Aufhebung des Kirchenbanns unter anderem der Fürsprache der Markgräfin Mathilde von Canossa, die dem Papst Unterschlupf gewährt hatte. Von Heinrichs Vater, dem deutschen Kaiser, als Kind nach Goslar verschleppt, war Mathilde vorübergehend gemeinsam mit Heinrich aufgewachsen.

Bismarck und das kollektive Gedächtnis

Noch heute gibt es eine Verbindung in den Harz. Auf dem Großen Burgberg in Bad Harzburg steht das Bismarck-Denkmal mit dem Zitat: „Nach Canossa gehen wir nicht“. Der Ausspruch des Kanzlers Otto von Bismarck während der Reichstagssitzung am 14. Mai 1872 war eine Anspielung auf die Demütigung Heinrichs IV. durch Papst Gregor VII. im Hochmittelalter. Erst durch dieses Bismarck-Zitat im 19. Jahrhundert gelangte Canossa ins kollektive Gedächtnis einer ganzen Nation. „Nach Canossa gehen“ wurde weltweit zum Synonym für „Demütigung und Vergebung“. Dabei hatte der Fürst nur die Besorgnis zerstreuen wollen, dass die Reichsregierung die Souveränität der deutschen Gesetzgebung gegenüber dem Vatikan in Rom preisgeben könnte.

Im Canossa-Museum, dem ehemaligen Haupthaus, das vor einigen Jahren mit großem Aufwand rekonstruiert wurde, erwartet uns Mario Bernabei. Bernabei ist u. a. Präsident des „Castella“-Clubs für die Burgen und Schlösser der Region Emilia Romagna. Wenn man mit ihm oder einem Bewohner der Region über die Markgräfin Mathilde spricht, ist es, als rede man über eine Nachbarin oder Zeitgenossin, die ihren Mitmenschen Gutes tut.

Großes Theater: Jedes Jahr im September wird von der Bevölkerung in Cianno d’Enza der Bußgang von Heinrich IV. nach Canossa nachgespielt.

Großes Theater: Jedes Jahr im September wird von der Bevölkerung in Cianno d’Enza der Bußgang von Heinrich IV. nach Canossa nachgespielt.

Festveranstaltungen und 20.000 Besucher

Seit fünf Jahren betreibt der Journalist und Autor zahlreicher Mathilde-Bücher den kleinen Museums-Shop. „Ich bin von Canossa gefangen“, sagt der 65jährige und lacht. Dabei ist seine Herzdame, von der er mit so viel Leidenschaft und Begeisterung erzählt, schon lange tot. 20 000 Besucher kommen jährlich nach Canossa, vor allem Amerikaner und Deutsche. Der berühmteste war in den 1970er-Jahren zu Gast – Kardinal Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI. 2015 wird sich die Besucherzahl noch einmal erhöhen. Im kommenden Jahr wird es in den umliegenden Städten zum 900. Todestag der Mathilde von Canossa zahlreiche Festveranstaltungen geben.

Hinweis: Zur Reise eingeladen hatten das Fremdenverkehrsamt Servizi Emilia-Romagna sowie die Agentur Wilde & Partner

Keine Kommentare zu Canossa: Eine Herzdame, ein König und ein Papst

Alle Wege führen nach Rom, doch wohin in Rom?

Kolosseum, Forum Romanum, Spanische Treppe, Trevi und Co sind wohl die bekanntesten Sehenswürdigkeiten, die die ewige Stadt zu bieten hat. Und wenn ihr das erste Mal in Rom seid, dürft…

Wohin in Rom? Top 3

Kolosseum, Forum Romanum, Spanische Treppe, Trevi und Co sind wohl die bekanntesten Sehenswürdigkeiten, die die ewige Stadt zu bieten hat. Und wenn ihr das erste Mal in Rom seid, dürft ihr die auch auf keinen Fall verpassen. Selbes gilt für den Vatikan – gehört zum Rombesuch genauso dazu. Wenn ihr allerdings erst am Vormittag losgeht, braucht ihr gute Nerven. Dann könnt ihr von der Mitte des Petersplatzes eine Menschenschlange bestaunen und stundenlang warten. Neben diesen „Klassikern“ gibt es allerdings noch zahlreiche weitere sehenswerte Plätze. Hier meine persönlichen TOP 3…

# 1: Campo de’ Fiori

Der Campo de’ Fiori hat seinen Namen aus dem 19. Jahrhundert. Damals wurde der Blumenmarkt, der davor auf der Piazza Navona zu finden war, dorthin verlegt. Deshalb auch der Name. Täglich findet hier ein Markt statt, auf dem man köstliche Gewürze, Öle und andere italienische Delikatessen direkt vom Bauern kaufen kann. Wissenswert: Auf diesem Platz wurde Giordano Bruno am Scheiterhaufen verbrannt, oder „dem Feuer übergeben“ wie es die katholische Kirche gerne nannte, unter anderem, weil er die Geschichte mit der Unbefleckten Empfängnis angezweifelt hat. Solche öffentlichen Hinrichtungen von Ungläubigen fanden auf Plätzen wie Campo de’ Fiori und Piazza Navona damals regelmäßig statt.

Günstige Angebote nach Rom gibt’s hier

Wohin in Rom? Top 3#2 Orangengarten am Aventino

Der Aventin war in der römischen Antike eine dicht besiedelte Wohngegend der sozial niedrigeren Schichten. Heute ist er jedoch eine der noblen Adressen in Rom.

Wissenswert: Der Legende nach führte Remus von hier aus eine Vogelschau gegen seinen Bruder Romulus durch, der am Palatin stand, um eine Entscheidung über die Herrschaft Roms zu treffen. Romulus ging als Sieger hervor und begrub seinen toten Bruder am Aventin – deshalb lebten von jeher die „Gewinner“ am Palatin und die „Verlierer“ am Aventin. Ganz oben am Aventin findet ihr einen wunderschönen Park mit Organgenbäumen. Einmal gerade durch den Park gelaufen, gelangt man an eine Aussichtsplattform, von der aus man einen atemberaubenden Blick auf die Tiberinsel und die römische Altstadt hat.

#3 Piazza dei Cavalieri di Malta – der Blick durchs Schlüsselloch

Ebenfalls am Aventin liegt die Piazza dei Cavalieri di Malta – der Palast des Malteserordens. Um diesen besichtigen zu können, braucht man eine spezielle Genehmigung des Ordens. Aber eigentlich geht es gar nicht um den Orden, sondern um den Blick durch das Schlüsselloch des Tores zum Ordenspalast. Dafür braucht ihr nämlich keine Genehmigung. Mehr will ich euch an dieser Stelle nicht verraten – lasst euch überraschen.

Sehenswürdigkeiten wie diese, machen Rom zu einem beliebten Reiseziel für Touristen. Über 10 Millionen Personen kommen jedes Jahr in die ewige Stadt (mehr als nach Berlin!!). Deshalb noch ein Tipp zum Schluss: Um dem Trubel zu entgehen und nicht zusätzlichen Stress im Hotel zu haben, bucht euch eine Ferienwohnung, dann müsst ihr euch nicht an Frühstückszeiten etc. halten und könnt die am Campo de’ Fiori erstandenen Leckereien gleich in eurer privaten Ferienwohnung zubereiten.

Keine Kommentare zu Alle Wege führen nach Rom, doch wohin in Rom?

Type on the field below and hit Enter/Return to search