Kategorie: Frankreich

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Sportlicher Familienurlaub im Resort Cap Esterel

Die mediterrane Sonne schafft es sogar durch den dichten Pinienwald. Sie wirft ihre heißen Nachmittagsstrahlen scheinbar ungebremst auf meine Haut. Mir ist heiß. Ich stehe auf zwei Drahtseilen zwischen Nadelbäumen…

Die mediterrane Sonne schafft es sogar durch den dichten Pinienwald. Sie wirft ihre heißen Nachmittagsstrahlen scheinbar ungebremst auf meine Haut. Mir ist heiß. Ich stehe auf zwei Drahtseilen zwischen Nadelbäumen in drei Metern Höhe irgendwo an der Cote d’Azur bei St. Raphael und versuche meinen nächsten Schritt sicher zu setzen.

Doch ich kann kaum mein Gleichgewicht halten und bin froh, noch eine Sicherheitsleine an einem Karabinerhaken über mir baumeln zu sehen. Ich setze einen zitternden Fuß vor den anderen und schaffe es auf das nächste Podest am Pinienstamm. Pause, Durchatmen. Der Baum verströmt diesen unverkennbaren würzigen Geruch des Südens. „On dirai le sud.“ So ist’s im Süden. Das sang Nino Ferrer bereits in den 1970er Jahren – eines der schönsten Lieder über das mediterrane Lebensgefühl – das Savoir Vivre. „Et toujour en eté.“ Und immer im Sommer.

Perfekter Sommerurlaub für die ganze Familie

Der Süden zieht uns Nordeuropäer magisch an. Zu Recht. Und so hat es mich in das Pierre & Vacances Resort Cap Esterel gezogen – auf den Anhöhen des Saint-Raphael gelegen, nur zehn Kilometer von der gleichnamigen Hafenstadt entfernt, erstreckt sich das autofreie Feriengelände auf 210 Hektar mit malerischem Blick auf die Bucht „Baie d’Agay“. Gerade mal eine Stunde Autofahrt vom Flughafen Nizza entfernt, ist das von Pierre et Vacances betriebene Familienresort von allen großen Flughäfen Deutschlands schnell zu erreichen. Hier gibt es Apartments, Hotelzimmer und Ferienhäuser in typisch provenzalischen Gebäuden mit Blick auf das Meer, Golfplatz, zwei große Pools oder gen Norden auf das Gebirge Esterel.

Blick auf Landhaus von Saint-Exupery

Das Licht ist 24 Stunden lang berauschend: Morgens leuchtet das Gebirge im Hintergrund rötlich auf das Grün des 9-Loch-Golfplatzes. Mittags ducken sich die Sonnenschirme der Restaurants auf der Plaza unter den weißen Strahlen einer hoch stehenden Sonne. Am Nachmittag glitzert das Meerwasser in der Bucht von Agay – mit einem Blickfang, einem hellen Schloss. Es ist ein Landhaus der Familie Staint-Exupéry. Hier heiratete der Schriftsteller und Pilot Antoine de Staint-Exupéry.

Liebe zum Detail

Palmen und Olivenbäume sorgen für reichlich Grün auf dem Gelände, so dass sich die Gäste zwischen den Gebäuden mit fast 900 Unterkünften pudelwohl fühlen. Bunte Blumen, Torbögen, Durchgänge, Brunnen und Sandplätze zum Petanque-Spielen sind einer historischen provenzalischen Stadt nachempfunden. Hier fühlt man sich geborgen ohne eingeengt zu werden. Mittelpunkt ist eine große terrassenförmig angelegte Poolanlage mit Infinity-Pool sowie Überlauf- und Wellenbecken und einer Wasserrutsche mit Liegewiesen. Sonnenstühle und Liegen stehen hier für Gäste kostenlos zur Verfügung. Rundherum reihen sich Restaurants und Bars sowie kleine Shops und Galerien. Wer genug von der Sonne hat, flaniert an den hübschen Boutiquen entlang durch die Geschäftsstraße. Der Feinkostladen „Maison Père Léon“ hat frische Tapenade – Brotaufstrich aus Oliven und Kapern – zum Probieren rausgestellt. Köstlich.

Mehr als 40 sportliche Angebote

Besondere Highlights sind die sportlichen Aktivitäten im Cap Esterel: Golfer können sich an neun Löchern und besten Sichtverhältnissen erfreuen. Golflehrer zeigen geduldig, wie man am weitesten abschlägt. Zumbakurse finden auf der Plaza statt, Volleyball-, Tischtennis- und Fußballturniere werden regelmäßig ausgerufen. Wer gern durch die Luft fliegt, kann sich am Trapez befestigt wie ein Zirkusakrobat durch die Luft wirbeln lassen. Mein persönliches Aha-Erlebnis war der Hochseilgarten ein paar Schritte außerhalb des Resorts in einem Pininenwald gelegen. An der Endstation der Mini-Bahn holen mich kräftige Coaches in betont legerer Wander-Ausrüstung ab. „C’est pas dur du tout!“ Das sei nicht schwer. Sie schauen auf meine Jogging-Schuhe und grinsen: „Bon, ca va aller.“ Das wird schon klappen. Ich bekomme Sturzhelm und Sicherheitstrapez angelegt und mache mich mit den Karabinern und Sicherheitsvorkehrungen vertraut. Es geht los und vor allem hoch in Richtung Baumkrone. Verschiedene Schwierigkeitsgrade eignen sich für Kinder, erwachsene Kletter-Anfänger und Fortgeschrittene. Ich wackle mich durch den Anfängerparcours.

Geschicklichkeit im Hochseilgarten gefragt

Soviel vorweg: Ich war komplett durchgeschwitzt. Dabei musste ich „nur“ meine Geschicklichkeit und mein Körpergefühl unter Beweis stellen. Diese Anstrengung wird belohnt: Am Ende klicke ich meinen Karabiner in eine Slack-Line und lasse mich fallen: Ich schwebe schnell aber sanft abwärts auf den weichen Waldboden und fühle mich – phantastisch.

Nur ein paar Schritte entfernt liegt der Strand Le Dramont.  Der Blick fällt auf eine markante kleine Insel, die Ile d’Or (Goldinsel). Sie ist aus den Abenteuern von Tim und Struppi bekannt. Hier ist der Sprung ins Meer Ehrensache. Bequem geht es mit der Bimmelbahn des Resorts zurück.

Zeit für einen Besuch im Spa-Bereich: Hamam, Massage und angenehme kosmetische Behandlungen stehen hier mit Blick auf Pool und Meer auf dem Programm. Nach einer sanften Massage fühle ich mich so relaxed, dass sich mein Blick am Horizont verliert und ich sanft einnicke. Cap Esterel hat etwas Magisches. Der Clou: Möglich ist das alles nicht nur für Singles und kinderlose Paare: Dank eines ausführlichen Kinder- und Jugendprogramms für Kids im Alter von drei Monaten bis 17 Jahren, können auch Mütter und Väter aus den mehr als 40 sportlichen Angeboten auswählen und nach Bedarf persönliche Grenzen austesten. Abends kann dann entweder im gut ausgestatteten Familienapartment gekocht werden, oder man besucht gemeinsam eines der Restaurant, das à la carte beste französische Küche anbietet.

Weitere Infos und Buchungen unter www.pierreetvacances.de.

Hinweis: Die Reise fand auf Einladung statt. Fotos von Anja Steinbuch und Heide Moll

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Magische Weihnachtszeit im Disneyland Paris

Wenn es funkelt und glitzert und der Schnee langsam fällt, die Weihnachtsmelodien erklingen und der Geruch von Bratäpfeln die Luft erfüllt – dann ist sie wieder da, die märchenhafte Weihnachtszeit…

Wenn es funkelt und glitzert und der Schnee langsam fällt, die Weihnachtsmelodien erklingen und der Geruch von Bratäpfeln die Luft erfüllt – dann ist sie wieder da, die märchenhafte Weihnachtszeit im Disneyland Paris. Magisch – genau so kann man einen Aufenthalt bei Mickie und Minnie beschreiben.

Magic everywhere – Egal wohin man schaut, egal wohin man geht – der Weihnachtszauber liegt in der Luft und reißt einen komplett mit. An kaum einem anderen Ort werden Erwachsene wieder zu Kindern und tanzen und singen fröhlich mit ihren Kids um die Wette. Möglichkeiten dazu gibt es genügend. Doch starten wir doch einfach mal am Anfang.

Disneyland Paris - Elisabeth Konstantinidis - Titel (13 von 15)

Weihnachten ohne Mickie wäre kein Weihnachten – genau das haben wir – meine drei kleinen Mäuse und ich – uns auch gedacht. Also ab ins Auto und auf ins Winter Wunderland um die Weihnachtsstimmung so richtig aufleben zu lassen. Das Disneyland Paris liegt nur knapp 45 km von Paris entfernt und ist egal ob mit dem Auto, der Bahn oder mit dem Flugzeug perfekt zu erreichen. Derzeit dreht sich im Park noch bis zum 8. Januar alles um die wohl kuscheligste Zeit des Jahres.

Bunte Weihnachtsbaum-Kugeln und Figuren, Glühwein und Maronen und sogar Schnee der auf die Main Street fällt machen das Erlebnis einfach perfekt. Schon beim Betreten des Parks empfängt uns ein gigantischer, wunderschön dekorierter Weihnachtsbaum. Zahlreiche Dekorationselemente wie Kugeln, Figuren und Lametta sind in dem Baum, der in den Abendstunden in einer täglichen Zeremonie von Mickie und Minnie erleuchtet wird, verarbeitet.

Schlendert man dann durch die Main Street, die sogenannte Hauptstraße im Disneyland Park, so fallen einem die vielen weihnachtlich dekorierten Schaufenster sowie weitere Elemente auf die mit viel Liebe zum Detail dem Park den perfekten Rahmen für die Weihnachtszeit bieten. Hier ist nichts willkürlich sondern absolut durchdacht.

Am Ende der Main Street steht das imposante Dornrößchenschloss, dass den Mittelpunkt des Parks bildet. Um das Schloss herum findet man zahlreiche Welten wie z.B. das Adventureland, das Frontierland, das Fantasyland sowie das Discoverland mit vielen Attraktionen und Spielmöglichkeiten für Groß und Klein.

Zu den Welten im Disneyland Park

Im Adventureland wird es wild. Hier können die Kids aber auch die Eltern z.B. das Baumhaus der Familie Robinson erkunden oder eine rasante Achterbahnfahrt mit einem integrierten 360 Grad Looping á la Indiana Jones erleben. Entdecken Sie geheime Buchten und Seeräuber Verstecke á la Fluch der Karibik und toben Sie auf der Black Pearl – den Spielplätzen für Nachwuchs-Piraten von 3-9 Jahren.

Im Frontierland lebt die Goldgräberstimmung im Wilden Westen wieder auf. Gehen Sie dem Spuk im mysteriösen Geisterhaus auf den Grund oder durchqueren sie die Wildwestlandschaft an Bord eines Schaufelraddampfers. Auf keinen Fall sollten Sie die Fahrt mit der Big Thunder Mountain Achterbahn verpassen. Hier rasen sie mit einem führerlosen Minenzug durch einen stillgelegten Goldgräberschaft . Adrenalin pur!!

Hinter dem Dornrößchenschloss erwartet sie das Fantasyland. Hier kann man durch Alice´s Labyrinth wandern, mit Dumbo in schwindelnde Höhe fliegen oder eine Fahrt durch Miniatur-Marchenszenerieren genießen. Zudem ist das Karussell des edlen Ritters ein magischer Anziehungspunkt und lässt kleine sowie großen Herzen definitiv höher schlagen. Hier gibt es auch die Möglichkeit Mickie höchstpersönlich zu treffen und das ein oder andere Foto zu machen. Planen Sie hierbei stets ein wenig Wartezeit mit ein. Abhängig von der Besucheranzahl im Park kann so eine Wartezeit locker 1- 1 1/2 Stunden betragen. Das Ergebnis lohnt sich jedoch!

Im Discoveryland werden Träume großer Entdecker möglich. Neben einem Raketenrundflug über Discoveryland, der Disneyland Railroad und der Besichtigung des legendären U-Boots von Kapitän Nemo ist die gigantische Achterbahn – Space Mountain : Mission 2 einen Besuch wert. Mit schwindelerregender Geschwindigkeit wird man hier durch das All gejagt. Achtung Kreischalarm!!! Beachten Sie bei allen Attraktionen stets die Mindestgröße die für die Bahnen vorgeschrieben sind.

Disneyland Paris - Elisabeth Konstantinidis - Titel (14 von 15)

TIPP: Es gibt zwei simple Wege die manchmal extrem langen Wartezeiten zu umgehen und den Tag im Park in vollen Zügen zu genießen. 1. ) Fast Pass – mit diesem Pass kommen Sie zu ausgewählten Uhrzeiten an bestimmten Bahnen schneller ans Ziel 🙂 Hier kann dann schonmal die Wartezeit um ca. 60 Min verkürzt werden. Lohnt sich! Die Fast Pass Schalter befinden sich immer in unmittelbarer Nähe der entsprechenden Bahn.

Folgende Bahnen haben solch einen Service:

  • Disneyland Park
  • Indiana Jones and the Temple of Peril im Adventureland
  • Big Thunder Mountain im Frontierland
  • Peter Pan´s Flight im Fantasyland
  • Buzz Lightyear Laser Blast im Discoveryland
  • Space Mountain: Mission 2 im Discoveryland
  • Walt Disney Studios
  • The Twilight Zone Tower of Terror im Production Courtyard
  • Rock ´n´Roller Coaster im Backlot
  • Les Tapis Volants im Toon Studio
  • Ratatouille im Toon Studio

2. Es gibt einen sogenannten Service für Alleinreisende. Single Rider – hier können Sie, wenn Sie nicht zwingend neben ihrem Partner sitzen möchten, relativ schnell zum Zug bzw. auf die ausgewählte Bahn kommen. Mein persönlicher Geheimtipp – hier kann die Wartezeit manchmal extrem kurz sein! Beispiel Ratatouille: Hier hatten die Single Rider nur 35 Minuten Wartezeit im Vergleich zu den 90 Minuten die als normale Wartezeit angeschlagen wurden. Wer mag kann sich vor seinem Besuch im Park die kostenlose Disneyland Paris-App runterladen. Hier finden Sie den Plan sowie weitere Informationen zu den Parks wie auch den Wartezeiten an den jeweiligen Attraktionen.

Vergünstigte Eintrittskarten bis 25. Dezember

Bis zum 25. Dezember gibt es auf der Internetseite des Disneyland Paris vergünstigte Eintrittskarten. So liegt hier das Special Mini Ticket für 1 Tag und 2 Parks für Erwachsene bei 47 Euro. Kinder ab 3 Jahren zahlen 40 Euro. Diese Tickets erhält man nur online und sind über die Tageskassen nicht erhältlich. Wer mehrere Tage in den Park möchte, was nach meiner Einschätzungen absolut empfehlenswert ist, erhält einen vergünstigten Preis. Weitere Infos hier www.disneylandparis.de

Planen Sie ruhig eine Nacht in den zahlreichen rund um das Disneyland gelegenen sowie dazugehörigen Hotels mit ein. Disney sollte man in vollen Zügen genießen und nicht nur an einem Tag erlebt werden. Schon allein der Aufenthalt im z.B. New York Hotel – das direkt am Eingang zum Park gelegen ist eine Reise wert. Die Möglichkeit Mickie und Co. persönlich zu treffen ist sehr hoch und die Atmosphäre ist einfach umwerfend. Überall gibt es für die kleinen und großen Kids was zu sehen. Sie werden staunen wieviele Fotomotive sich ihnen im Park aber auch in den Hotels bieten 🙂

Zudem erhält man als Gast eines Disneyland Hotels zahlreiche Ermäßigungen wie z.B. Voucher für das Mittagessen oder Abendessen im Park uvm.

Walt Disney Studios – der Animationspark

Neben dem Disneyland Park gibt es dann noch die Walt Disney Studios. Dieser Park ist in 4 Themenwelten unterteilt und bietet den Animationsliebhabern zahlreiche Action! So singen und tanzen im Production Courtyard die Disney Junior Stars live auf der Bühne. Das Highlight dieser Themenwelt bietet jedoch der Tower of Terror. Eingesperrt in einen Aufzug stürzt man schneller als die Schwerkraft 13 Stockwerke tief! Ein Erlebnis das Ihnen garantiert noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Im Backlot rast man untermalt von mitreißender Musik der Gruppe Aerosmith durch einen Videoclip und erlebt Stunts hautnah in der Stunt Show Spectacular. Im Toon Studio lässt man sich im Crush´s Coaster durchrütteln und schrumpft auf die Größe einer Ratte in der neuen Attraktion – Ratatouille. Im Toy Playland gibt es die Möglichkeit sich wie ein Fallschrimspringer aus dem Film Toy Story zu fühlen 🙂 Eins ist jedoch klar – egal in welchem Park man sich gerade befindet. Der Zauber von Disney ist allgegenwärtig.

Weihnachtsfeeling pur – besonders in den Abendstunden

Neben den zahlreichen Attraktionen ist die Weihnachtsparade die meist gegen 17 Uhr in den Winterwochen stattfindet ein absolutes Highlight. Sie merken schnell wie die Musik und die vorbeiziehenden Figuren sie in ihren Bann ziehen und schnell Zeit und Ort vergessen lassen. Einfach mal wieder Kind sein – hier ist es möglich 🙂 Mickie und Co. zuwinken, die Minnie Maus Ohren aufsetzen und gemeinsam mit den Kindern Anna und Elsa zujubeln. Soooo schön 🙂

Nur wenige Minuten nach der Parade findet das allabendliche Erleuchten des Weihnachtsbaums statt. In diesem Jahr sind Mickie und Minnie die Zeremonienmeister und zünden persönlich vor Ort den Countdown. Wer die ganze Pracht dieser Show erleben möchte sollte sich in der Mitte der Main Street aufhalten. Von hier aus hat man den besten Blick auf das ganze Geschehen.

Nach diesem Ritual können Sie entweder in Ruhe in den zahlreichen Restaurants Abendessen oder die vielen Attraktionen im Dunkeln erleben. Zu diesem Zeitpunkt hat der Park etwas mystisches und die Fahrt mit der ein oder anderen Bahn erscheint noch magischer wie tagsüber.

Immer wenn der Park seine Tore schließt gibt es zum krönenden Abschluss des Tages das große Feuerwerk vor dem Dornrößchenschloss! Gigantisch, mitreißend und eigentlich gar nicht in Worte zu fassen. Eine Lasershow die auf das Schloss projieziert wird und mit zahlreichen Effekten Groß und Klein verzaubert.

Mein Fazit: Disneyland Paris ist auf jeden Fall einen Besuch wert! Egal zu welcher Jahreszeit – doch für mich persönlich ist die Weihnachtszeit nunmal die schillerndste und emotionalste überhaupt. Hier wird die ein oder andere Träne auch mal vergossen sobald “Let it go” durch die Main Street dröhnt und Anna und Elsa in ihrer Pferdekutsche entlang galoppieren, Mickie dich herzlich in den Arm nimmt und du gemeinsam mit deinen Kindern zu den Liedern von Mary Poppins singst. Ein absolut emotionales Erlebnis für die ganze Familie! Auf der ganzen Linie!

In diesem Sinne – Merry Christmas 🙂

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Mythos und Magie am Loire-Radweg

Lebensader von Frankreich, königlicher Fluss, Symbol für die Einheit des Landes: Eine Reise an die Loire, die auf 1012 Kilometern von Ost nach West Frankreich durchströmt, ist auch immer eine Reise…

Lebensader von Frankreich, königlicher Fluss, Symbol für die Einheit des Landes: Eine Reise an die Loire, die auf 1012 Kilometern von Ost nach West Frankreich durchströmt, ist auch immer eine Reise in die Geschichte der „Grande Nation“. Besonders der 800 Kilometer lange Loire-Radweg lädt zu Entdeckungstouren ein. Breitengrad53 Autorin Liane Ehlers hat auf einer Strecke von 283 km mit dem Veranstalter  „Die Landpartie“ einen Teil der Loire in Frankreich erkundet. Dabei führte die Route von Angers bis Blois.

Der Loire-Radweg

20160614 Loire-Radweg breitengrad53 LEhlers

Wunderschöne Mohnfelder am Loire-Radweg

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Châteaus entlang des Loire-Radweges

20160614 Loire-Radweg breitengrad53 LEhlers (46 von 46)

Reiseroute mit einer Länge von 283 km: Château de Angers, Château de Saumur, Château de Chinon, Château de Villandry, Château de Tours, Château de Chenonceau, Château de` Amboise, Chateau de Blois, Château de Chambord

Angers – Könige, schöne Mätressen, starke Frauen, Intrigen und in Ungnade gefallene Beamte, die sich  abseits des Pariser Hofes ein kleines, aber feines Domizil errichtet haben: Das sind die perfekten Zutaten für Historien-Romane. Die Châteaus an der Loire und ihren Nebenflüssen  haben viel davon zu bieten.

Rund 300 der hellen Kalksandsteinbauten sind im breiten Loire-Tal, dem Lustgarten Frankreichs, zu finden. Da fällt die Auswahl nicht leicht. Doch unsere beiden Guides, Kornel Moravecz (38) und Anika Köhler (26) von „Die Landpartie“, haben ein gut geplantes  Programm. Wir beginnen in Angers mit einer Besichtigung der Altstadt, Schloss und frühgotischer Kathedrale. Dort übernehmen wir am nächsten Tag auch die Räder.

Wein, Sekt und Keller-Labyrinthe am Loire-Radweg

Flussaufwärts geht es im Anjou durch fruchtbares Gartenland, Weinberge, Roggen- und Mohnblumenfelder nach Saumur. Der Duft von Rosen, die an den weißen Kalksandstein-Hauswänden wachsen, durchströmt die Luft. Mit ihrem Schilf, Kiesbänken  und wild bewachsenen Inseln im Flusslauf bietet die nur wenig regulierte Loire das Bild eines sich selbst überlassenen Stroms von ursprünglicher Schönheit. Nach der ersten Etappe wartet Guide Anika, die den Transporter fährt, wie jeden Mittag an einem besonders idyllischen  Plätzchen mit einem lukullischen Picknick auf uns. Der Tag endet in Saumur mit dem Besuch der Sektkellerei „Bouvet Ladubay“, die im Jahr sechs Millionen Flaschen Crémant produziert.

Julie (28) führt uns durch die teilweise kunstvoll gestalteten Tuffsteinhöhlengänge,  in denen Eichenfässer und Sektflaschen lagern. Acht Kilometer Labyrinth, die mit dem Fahrrad befahren werden können,  gehören zu „Bouvet Ladubay“. In ganz Saumur gibt es 1500 Kilometer Höhlengänge. Entstanden, weil daraus die Steine für den Bau von Schlössern, Kirchen und Klöstern gewonnen wurden. Im Verlauf unserer Reise werden wir noch öfter auf derartige Höhlen treffen. Früher lebte dort die Bevölkerung, heute werden manche als Designer-Ferienwohnungen vermietet.

 

Die Macht der Frauen der Loire

Am nächsten Morgen werfen wir einen letzten Blick auf das wehrhafte Burgschloss von Saumur und die Loire,  bevor wir durch die Weinberge nach Chinon ins Tal der Vienne radeln, wo Jeanne d’Arc 1429 den Dauphin um ein Heer bat. Auf unserem Weg liegt die mittelalterliche Abtei Fontevraud, eine der größten Abteien Frankreichs. Heinrich II. von England, seine Frau Eleonore von Aquitanien und ihr Sohn Richard Löwenherz (1157-1199), König von England und Herzog von Aquitanien, sind dort begraben. „Das besondere an dieser Abtei ist, dass hier die Frauen das Sagen hatten. Die Äbtissinnen aus dem Hochadel verstanden es über Jahrhunderte, ihre Position zu verteidigen“, erzählt Guide Jürgen Bartelheimer (64).  Die Geschichte der Abtei sei unter anderem Grundlage für berühmte Romane, wie z.B.  Ken Folletts  „Die Säulen der Erde“ oder Tanja Kinkels „Die Löwin von Aquitanien“.

 

Von der Festung zum Palast – Azay-le-Rideau

Mit einem „geschliffenen Diamanten“ hat der große Schriftsteller Honoré de Balzac das Wasserschloss Azay-le-Rideau im Indre-Tal verglichen, das für einen Bürgerlichen (1519-1524) gebaut wurde, der es schon bald an König Franz I. (1494-1547) verlor. Mit dem Wandel von eckigen Wehrtürmen zu runden Ecktürmchen dokumentiert Azay-le-Rideau den Zeitgeist und den Wandel von der Wehr- zur Wohnarchitektur in der Renaissance.

Mit seiner Eleganz und seinen klaren Proportionen kann es durchaus mit Chenonceau, dem „Schloss der Frauen“ im Tal der Cher konkurrieren, das Heinrich II. (1519-1559) von Frankreich seiner 20 Jahre älteren, bildschönen Geliebten Diana von Poitiers schenkte. Gebaut von einem in Ungnade gefallenen Beamten liest sich auch diese Schloss-Geschichte wie ein Historien-Roman. Erst nach Heinrichs Tod schlug die Stunde der Katharina von Medici, seiner Ehefrau, die die Geliebte verbannte und italienische Akzente setzte.

Im Château Villandry kommen vor allem Gartenliebhaber auf ihre Kosten. Um 1536 errichtet, ist es das letzte der großen Schlösser, die während der Renaissance an der Loire erbaut wurden. Wie mit der Nagelschere geschnitten  wirken nicht nur die die kunstvoll gestalteten Beete des Ziergartens, sondern auch die Kräuter- und Gemüsebeete der weltberühmten Gartenanlage.

Leonardo da Vincis Universum im Schloss Chambord

Wohl einzigartig ist Leonardo da Vincis (1452- 1519) Universum im Château  Le Clos Lucé. Als Gast von Franz I., der ihn verehrte und „Vater“ nannte, verbrachte das Genie seine letzten drei Lebensjahre in Amboise. Der Gang durch Schloss und Park ist ein Spaziergang durch Leonardos Ideenschmiede. Zeichnungen, nachgebaute Modelle und Drei-D-Animationen geben Einblick in seine unvorstellbare Schaffenskraft. Architektonisch soll er die berühmte achteckige Wendeltreppe von Schloss Chambord an der Cosson, das größte und prunkvollste aller Loire-Schlösser, beeinflusst haben. Unser Besuch dort fällt leider im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser – Chambord ist wegen der Unwetter, die über Europa niedergegangen sind, nicht zugänglich, der Radweg überflutet.

Die gute Laune der Radlergruppe leidet nicht darunter. Guide Kornel Moravecz ruft Taxis für alle, und Anika holt die Räder ab. Wir beziehen am letzten Abend im „Manoir Bel Air“ bei Blois, ein entzückendes Herrenhaus oberhalb der Loire, unsere Zimmer. Gemäß dem Landpartie-Motto „radeln und genießen“ hat die Küche des Hauses Sterne-Qualität und ist im Guide Michelin zu finden. Ein Fünf-Gänge-Menü sorgt für einen gelungen Ausklang einer eindrucksvollen Reise.

Tipps für die Reise entlang des Loire-Radweges

Anreise: Die Anreise kann mit dem Auto, Zug oder Flugzeug (via Paris, weiter mit Metro und TGV) nach Angers erfolgen.

Die  Radreisen von „Die Landpartie“ führen über fahrradfreundliche Straßen und Radwege. Streckenwahl, Hotels, Besichtigungen und Führungen sind aufeinander abgestimmt. Ein Reiseleiter per Rad sowie einer im Begleitfahrzeug sorgen für Gepäckservice und  Mittagspicknick. Der Veranstalter bietet auch individuelle Radreisen und führte Wanderreisen an. Infos: www.dieLandpartie.de, Tel: 0441/ 570 683 0

Reiseliteratur: Reise-Taschenbuch, „Tal der Loire“ mit Landkarte, Dumont, 292  S., 17,99 Euro, Dumont Kunst-Reiseführer „Tal der Loire“, 320 S., 25,90 Euro.

Geld im Urlaub: Der Loire-Radweg befindet sich in Frankreich und gehört damit zur Euro-Zone. Mehr Tipps zur Zahlung im Ausland im Urlaub gibt es auf unserer Service-Seite: Geld im Urlaub.

Weiterreise: Wen die Loire nicht loslässt, der kann mit seinem Vélo noch weiter in Richtung Orleans radeln.

Weitere Reiseempfehlungen auf BREITENGRAD53 für Radtouren in Frankreich

 

Unsere Autorin wurde von „Die Landpartie“ auf diese Reise eingeladen. © alle Bilder der Reise: von Liane Ehlers

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Camargue: Im Reich der rosa Flamingos

Halb Land, halb Meer: Das Reich der rosa Flamingos, schwarzen Stiere und weißen Pferde in der Camargue hat das Potenzial, die „Sehnsucht nach mehr“ zu stillen. Unsere Radtour führt uns…

Halb Land, halb Meer: Das Reich der rosa Flamingos, schwarzen Stiere und weißen Pferde in der Camargue hat das Potenzial, die „Sehnsucht nach mehr“ zu stillen. Unsere Radtour führt uns fernab großer Touristenströme von Arles entlang der Rhône, durch Wasserlandschaften, Salzwiesen, Reisfelder und Weingärten. Der Mistral, der uns begleitet, hat auch seine guten Seiten. Mit voller Kraft fegt er die Wolken vom Firmament, sorgt für einen blauen Himmel und vertreibt die in der Camargue gefürchteten Mücken ins Nirgendwo.

Ganz besonders: der Vin de Sable

Von Arles aus fahren wir an der Rhône entlang Richtung Süden. Unser Weg führt uns durch die nördlichsten Reisanbaugebiete der Welt – verblühte Landschaften mit Sonnenblumenfeldern und Weingärten auf sandigem Boden in der Camargue. Die Salzkristalle der Luft haben sich weißfunkelnd auf den süßen, blauen Trauben abgesetzt. Friedlich grast eine Herde schwarzer Stiere auf einer Wiese, weiße Pferde kommen neugierig auf uns zu. Der Mistral weht so stark, dass ich Mühe habe, meine Kamera ruhig zu halten.

Leuchtende Salzwiesen im Nationalpark Camargue

Wie aus dem Nichts taucht plötzlich rechterhand das Meer auf. Im Licht der grün-lila-pink leuchtenden Salzwiesen entdecken wir die erste Flamingo-Gruppe, die im Wasser nach Nahrung sucht. Ich komme mir vor wie ein Jäger auf der Pirsch, allerdings mit einer Kamera, als ich im Aussichtsturm vom Info-Zentrum des Nationalparks verweile. Über einen Damm radeln wir durch die Camargue – geboren aus dem Fluss und dem Meer -, auf deren salziger Erde sich eine einzigartige Flora und Fauna entwickelt hat. Flamingos und andere Wasservögel begleiten uns auf dem Weg zum Leuchtturm „Phare de la Gacholle“, der sich einsam in der Ferne erhebt. Dort wartet unser Guide Pit von „Die Landpartie“ mit dem mittäglichen, leckeren Picknick auf uns.

Surfen mit dem Mistral

Den Duft von Salz und Meer in der Nase erreichen wir schließlich einen 50 Meter breiten Endlosstrand, wo Kitesurfer den Mistral geschickt nutzen. Einige ganz mutige aus unserer Gruppe gehen im Mittelmeer baden, die anderen genießen einfach nur die herrliche Luft, die Sonne und das Rauschen der Brandung. Von hier ist es nicht mehr weit bis zum Bade- und Wallfahrtsort Les-Saintes-Marie-de-la Mer, wo wir im Landhotel „La Montrane“ eine zauberhafte Herberge in der Camargue finden. Hier werden wir mit einem exzellenten Dinner und köstlichem Vin de Sable verwöhnt.

Auf dem Jakobsweg

Am siebenten und letzten Tag gilt es, noch einmal mehr als 60 Kilometer zu bewältigen. Wir queren einen Fluss auf einer kleinen Fähre gemeinsam mit Reitern und Pferden, durchradeln die stille Wasserlandschaft und Rebstöcke auf Sanddünen, auf denen der ganz besondere Vin de Sable, der Sandwein, wächst. Unser nächstes Ziel ist Saint-Gille, das andere Tor zur Camargue. Die Stadt, die am Jakobsweg liegt, verzaubert mit ihrem morbiden Charme. Das Benediktinerkloster wurde im 8. Jahrhundert erbaut, die Fassade ist ein Meisterwerk romanischer Baukunst und Weltkulturerbe. Die Kirche besitzt eine hervorragende Orgel, und wir haben das Glück, Schülern der Meisterklasse lauschen zu dürfen, die während der Orgelwochen dort Konzerte geben. Bereits seit dem 12. Jahrhundert bewohnten Mönche den Felsberg. Schnell wurde die Abtei Montmajour ein Wallfahrtsort, der jährlich etwa 150.000 Pilger anzieht. Einer von ihnen ist Helmut Mayer aus Stuttgart, der seit vier Wochen allein mit dem Fahrrad auf dem Weg nach Santiago de Compostela unterwegs ist und sich über unsere Gesellschaft freut. Ein letztes Mal freuen wir uns aufs Picknick, das Pit bei strahlendem Sonnenschein in einem alten Olivenhain vorbereitet hat.

Nîmes: Das französische Rom

Am späten Nachmittag erreichen wir Nîmes – Hauptstadt des Stierkampfs und das „französische Rom“. Hier müssen wir unsere Fahrräder zurückgeben. Die Bewohner von Nîmes sind stolz darauf, dass ihre Stadt ein unvergleichlicher Tresor antiker Monumente ist. Bei einem abendlichen Bummel durch die Parkanlage „Les Jardin de La Fonatine“ aus dem 18. Jahrhundert treffen wir Menschen beim Boule spielen. In der Altstadt begegnet uns noch einmal Kaiser Augustus, der Nîmes im 5. Jahrhundert v. Chr. gegründet hat, als Statue.

Heimat der Jeans

Die Arena und das Maison Carrée, gehören zu den besterhaltensten Monumenten römischer Zeit. Das Maison Carrée wurde dem Apollo-Tempel in Rom nachgebaut, später war es Kapitol und Versammlungsort der Richter. Heute beherbergt es ein archäologisches Museum. Direkt gegenüber steht das Carrée d‘Art, das neue Kunstmuseum, von Star-Architekt Sir Norman Foster erbaut. Seinen wirtschaftlichen Erfolg im 19. Jahrhundert verdankte Nîmes unter anderem Levi Strauss, dem Erfinder der Jeans. Nîmes war seit jeher für seine feinen Stoffe bekannt. Als Strauss, der stets auf der Suche nach Verbesserungen war, neues Material suchte, erinnerte er sich an den indigoblauen Stoff aus Nîmes, der seiner Herkunft entsprechend Denim (von „de Nîmes“) genannt wird – unzerreißbar und unverwüstlich. Fürs letzte festliche Diner unserer mehrtägigen Radtour auch an diesem Abend ein durchaus adäquates Kleidungsstück.

Die Autorin wurde von „Die Landpartie“ auf diese Reise eingeladen. © alle Bilder der Reise: von Liane Ehlers

> Teil 1 der Reise: Fliegen mit dem Mistral
> Teil 2 der Reise: Sur le pont d’ Avignon

Reise-Infos in Kürze

Die geführten Radreisen von „Die Landpartie“ folgen nicht ausgeschilderten Radwegen. Streckenwahl, Begegnungen, Hotels, Besichtigungen und Führungen sind gut aufeinander abgestimmt. Ein Reiseleiter per Rad sowie einer im Begleitfahrzeug sorgen für den Gepäckservice und das Mittagspicknick. Der Oldenburger Veranstalter bietet auch individuelle Radreisen, geführte Wanderradreisen und Silvesterreisen an. Tel: 0441/ 5706830

Reiseliteratur: Reise-Handbuch „Provence Côte d’Azur“, Dumont, 456 Seiten, 22,95 Euro

 

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Sur le Pont d’ Avignon

Die Lebensader des Südens, die Rhône, wird uns die kommenden Tage begleiten. Am Fluss radeln wir durch kleine Dörfer, Obstplantagen und Weingärten. Wir besuchen Avignon, die Stadt der Päpste, und Arles, das…

Die Lebensader des Südens, die Rhône, wird uns die kommenden Tage begleiten. Am Fluss radeln wir durch kleine Dörfer, Obstplantagen und Weingärten. Wir besuchen Avignon, die Stadt der Päpste, und Arles, das Tor zur Camargue, Stadt des Stierkampfs und Vincent van Goghs. Stellenweise bekommen wir Unterstützung vom Mistral und “fliegen” buchstäblich auf unseren eBikes durch die Landschaften.

Avignon: Die Stadt der Päpste

Gut gelaunt haben wir uns am dritten Tag nach einem opulenten Frühstück auf den Sattel geschwungen, einen gut bestückten Markt besucht und genießen mittags mit Blick auf den Papst-Palast und die Brücke von Avignon ein leckeres Picknick, das Pit, einer unserer beiden Guides von „Die Landpartie“ vorbereitet hat. In der einstigen Welthauptstadt des Christentums steht eine der berühmtesten Brücken, die Pont Saint-Bénézet aus dem 12. Jahrhundert. Bekannt wurde das Bauwerk, das die wie ein abgebrochener Arm vom Dom-Felsen in die Rhône ragt, besonders durch das französische Volkslied „Sur le Pont d’Avignon, l‘on y danse“ aus dem 15. Jahrhundert. Vermutlich hat nie jemand auf dieser Brücke getanzt, aber auf der darunter liegenden Insel gab es damals Jahrmärkte und Vergnügungsviertel.

Höhepunkt des Tages ist der Besuch des Papst-Palastes aus dem 14. Jahrhundert. Vom Aussichtpunkt in den Dom-Gartenanlagen haben wir einen guten Blick auf den Marktplatz, die legendäre Brücke und das gegenüberliegende Villeneuve-les-Avignon, die Stadt des französischen Königs mit dem Fort Saint-André – ein mittelalterlicher Festungsbau. Von 1309 bis 1415 dauerte die Herrschaft der Päpste in Avignon, die erst mit dem Konzil von Konstanz endete; bis heute ist Avignon Bischofssitz.

Beim Stadtbummel schauen wir uns auch die mittelalterliche Stadtmauer an, eine der besterhaltensten Frankreichs, sowie das repräsentative Rathaus und das Theater aus dem 19. Jahrhundert. Noch einmal geht‘s aufs Fahrrad. Zwölf Kilometer sind es bis zu unserem idyllischen Landhotel „Le Moulin D’Aure“, das in einem Olivenhain liegt. Hier verwöhnen uns unsere Gastgeber beim Dinner mit der marktfrischen Küche der Provence.

Meisterwerk römischer Architektur

Tag vier unserer Radtour: Ein stolzer, bunter Hahn schreitet durch den Olivenhain, während wir beim Frühstück auf der Hotel-Terrasse das unvergleichliche Licht des Südens und die warmen Sonnenstrahlen des Herbstes genießen. Der Pont du Gard (die Gard-Brücke), der über den Fluss Gardon führt, ist unser Tagesziel. Doch zuvor radeln wir durch die graziöse und nach Kräutern duftende Montagnette – ein kleiner Höhenzug – zur Abtei Notre-Dame Saint-Michel de Frigolet. Im 12. Jahrhundert diente das Kloster als Erholungsort für die Mönche von Montmajour, heute lebt hier nur noch ein halbes Dutzend. In der Klosterschule verweilte einst auch der Dichter und Literatur-Nobelpreisträger Frédéric Mistral, der in die Vorhalle lyrische Worte eingravieren ließ. Nach 55 Kilometern haben wir am späten Nachmittag unser Ziel erreicht: den Pont du Gard, das fast 50 Meter hohe und 272 Meter lange Aquädukt, über das Nîmes in der gallisch-römischen Zeit mit Frischwasser versorgt wurde. Die schönste Art, sich dem Pont du Gard anzunähern, ist allerdings eine Kanufahrt.

Fliegen mit dem Mistral

Am nächsten Morgen „fliegen“ wir mit dem Mistral im Rücken nach Montfrin, wo ein sensationeller, kürzlich eröffneter Radweg beginnt: Die ehemalige, geteerte Eisenbahntrasse führt uns durch beleuchtete Tunnel, fruchtbare Rhône-Ebenen und die von Kräutern und Sträuchern bewachsene Garrigue zur Höhlenabtei St. Roman, einem Felsenkloster aus dem 5. Jahrhundert – ein einzigartiges Monument der Provence. Eine steile Wendeltreppe führt zu den Schlafzellen und aufs Plateau, von wo wir einen fantastischen 360-Grad-Blick auf Rhône-Landschaft und Alpillen, die letzten Erhebungen der Alpenkette, haben. Unten wartet schon Pit auf uns – mit einem herrlichen Picknick unter Pinien. Gut gestärkt machen wir uns auf den Weg nach Arles, der Stadt Vincent van Goghs, die Stadt des Stierkampfs und das Tor zur Camargue. Dort trennt sich der Fluss in Grand und Petit Rhône und entfaltet sich zu einem breiten Delta bis ans Mittelmeer.

Vincent van Goghs Vermächtnis

Weil die Straßen in Arles sehr schmal sind, rät unser Guide Florian uns aus Sicherheitsgründen zur „Schildkrötenformation“. Zwei bis drei Radler fahren nebeneinander, sodass die Autos nicht überholen können. Sobald die Umstände es zu lassen, löst sich die Formation auf und wir radeln wieder brav hintereinander. Beim Stadtbummel zeigt uns Fremdenführerin Martina die Kirche Saint Trophime, die ein bemerkenswertes romanisches Portal besitzt. Ganz in der Nähe liegt das ehemalige „Hotel Dieu“ (Krankenhaus), in dem van Gogh 1888 behandelt wurde, nachdem er sich ein Ohrläppchen abgeschnitten hatte. Das weiß-gelbe Haus, sieht heute noch aus wie zu van Goghs Zeiten. Über 300 Bilder hat der Künstler in den 15 Monaten in Arles gemalt, verkauft hat er nur eins, den „Roten Weinberg“.

„Während seine Aufenthalts in Arles explodierten die Farben“, erzählt Martina. „Niemand zuvor hat in seinen Bildern so ein leuchtendes Gelb erreicht.“ Das gilt auch für das berühmte Bild „Café la Nuit“, dessen originales Vorbild wir auf dem Rundgang am Place du Forum besichtigen. Dort steht auch die Statue des Dichters Frédéric Mistral. Die zweitausend Jahre alte Arena und das antike Theater bieten bei Stierkämpfen und Konzerten fast über 20.000 Zuschauern Platz. „Im Gegensatz zum spanischen Stierkampf ist der provenzalische unblutig“, sagt Martina. „Der Rasateur (Torero) muss mit einem Stock dem schwarzen Stier Ringe von den Hörnern reißen. Das Tier verlässt die Arena lebend.“ Am nächsten Morgen werden wir vor den Toren der Stadt eine Herde der muskulären schwarzen Stiere aus der Nähe betrachten können.

> Teil 1 der Reise: Fliegen mit dem Mistral
> Teil 3 der Reise: Camargue-im Reich der rosa Flamingos

Reise-Infos in Kürze

Die geführten Radreisen von „Die Landpartie“ (www.dieLandpartie.de ) folgen nicht ausgeschilderten Radwegen. Streckenwahl, Begegnungen, Hotels, Besichtigungen und Führungen sind gut aufeinander abgestimmt. Ein Reiseleiter per Rad sowie einer im Begleitfahrzeug sorgen für den Gepäckservice und das Mittagspicknick. Der Oldenburger Veranstalter bietet auch individuelle Radreisen, geführte Wanderradreisen und Silvesterreisen an. Tel: 0441/ 5706830

Reiseliteratur: Reise-Handbuch „Provence Côte d’Azur“, Dumont, 456 Seiten, 22.95 Euro

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung

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“Fliegen” mit dem Mistral

Provence und Camargue gehören zu den Sehnsuchtszielen dieser Welt: Lavendel- und Sonnenblumenfelder, die Weinberge der Päpste, Römerbauten, weiße Pferde und rosa Flamingos. Breitengrad53-Autorin Liane Ehlers war eine Woche und fast…

Provence und Camargue gehören zu den Sehnsuchtszielen dieser Welt: Lavendel- und Sonnenblumenfelder, die Weinberge der Päpste, Römerbauten, weiße Pferde und rosa Flamingos. Breitengrad53-Autorin Liane Ehlers war eine Woche und fast 300 Kilometer durch Frankreichs Süden auf den Spuren des Mistral unterwegs. Was sie bei dieser geführten Fahrradtour des Veranstalters „Die Landpartie“ von Lyon nach Nîmes gesehen und verzaubert hat, erfahrt Ihr hier und in weiteren Folgen.

Mit dem Mistral unterwegs

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Die Landpartie-Route

Für mich ist diese Reise in mehrfacher Hinsicht eine Premiere: Als Oldenburgerin ist das Fahrrad mein bevorzugtes Fortbewegungsmittel. Radtouren von 40 bis 60 Kilometern mit zwei, drei Freunden gehören zu meinem Freizeitvergnügen. Aber eine geführte Radtour mit einer 16-köpfigen Gruppe – und dann noch mit einem E-Bike, zu dem ich mich nach langem Zögern entschlossen habe – das ist absolut neu. Die Hälfte der Gruppe fährt E-Bike, die andere mit einem guten 8-Gänge-Rad. Um es vorwegzunehmen, spätestens in den Weinbergen von Châteauneuf-du-Pape bin ich heilfroh, das E-Bike gewählt zu haben. Bergfahrten sind etwas ganz anderes als im Flachland gegen den norddeutschen Wind anzukämpfen. Und dabei ist uns der Mistral, mit dem wir in der Ebene Richtung Süden bis zum Mittelmeer in die Camargue „fliegen“, meist wohlgesonnen.

Lyon: Hauptstadt der Gastronomie

 

Unsere Reise beginnt in Lyon und steht unter dem Motto „Fest der Sinne“. Schmecken, riechen, fühlen, hören und sehen. Die Provence gehört zu den vielseitigsten Regionen Frankreichs. Ebenso wie unsere Guides Florian Wöllfert und Pit Giesen, der das Begleitfahrzeug fährt, werden uns auch das Versepos „Mirèio“ des Literaturnobelpreisträgers Frédéric Mistral (1830-1914), die antiken Bauten der Römer, der Duft von Kräutern, die feine Küche der Provence, die edlen Weine der Päpste und Pits tägliches, exquisites Picknick zur Mittagszeit an einem besonders idyllischen Ort – das Markenzeichen der „Landpartie“ – begleiten.

In Lyon, das am Zusammenfluss von Rhône und Saône liegt, fahren wir mit der Zahnradbahn den Hügel hinauf zur Basilika Notre-Dame de Fourvière, die ein Bilderbuch der Kunstgeschichte verschiedener Jahrhunderte, Wallfahrtsort und Weltkulturerbe zugleich ist. Vom Fourvière-Hügel aus hat man einen wunderbaren Panoramablick auf Neu- und Alt-Lyon mit seiner Kathedrale Saint-Jean; bei gutem Wetter sogar bis zum höchsten Berg Europas, dem Mont Blanc. In der Römerzeit war Lyon die größte Stadt Galliens mit 140.000 Einwohnern, heute leben im Großraum 1,3 Millionen Menschen.

Lyon mit seinen Römerbauten, seinem morbiden Charme und den Häusern aus dem 15. und 16. Jahrhundert ist auch die Stadt von Drei-Sterne-Koch Paul Bocuse, der sie vor über 60 Jahren zur Hauptstadt der französischen Gastronomie gemacht hat. Es ist aber auch die Stadt der Buchdrucker im 15. Jahrhundert, der Seidenindustrie und die Hochburg der Resistance im Zweiten Weltkrieg. „Lyon war früher eine leuchtende Stadt, die Farbe Gelb hat die Häuser dominiert“, erzählt Stadtführerin Anneliese Dogas, die uns durch die geheimnisvollen Hinterhöfe und verwinkelten Tunnelgänge (Traboules) zwischen den Häusern führt, die für Hollywood-Filme die perfekte Kulisse abgeben. Der Tag endet in einem für Lyon typischen Lokal mit einem Drei-Gänge-Menu mit Coq au Vin als Hauptgericht und dem Wein der Päpste.

Orange: Lebendes Erbe der Weltgeschichte

Am nächsten Morgen geht es mit dem TGV nach Orange, wo wir von Pit die Räder und Fahrradtaschen übernehmen. Florian erklärt uns, wie jeden Tag, die heutige Route, die mit 22 Kilometern nicht lang ist, aber durch die Weinberge der Päpste führt. Orange ist ein lebendes Erbe der Weltgeschichte. 200.000 Gäste kommen jedes Jahr in die Stadt, um den Arc de Triomphe auf der alten Via Appia und das Römische Theater mit seinen Sommer-Festspielen zu besuchen. In einer Nische der Mauer, die König Ludwig XIV. die „schönste seines Königsreichs“ genannt hat, steht die Statue von Kaiser Augustus, die erst im 19. Jahrhundert wiedergefunden und aufgestellt wurde.

Die Weinberge der Päpste

Nach dem mittäglichen Picknick wird es anstrengender, denn wir fahren durch die Weinberge von Châteauneuf-du-Pape, einem Zusammenschluss verschiedener Weingüter. Noch hängen die zuckersüßen, blauen Trauben an den Weinstöcken. Wir treffen Arbeiter bei der Lese und genießen bei strahlendem Sonnenschein den herrlichen Ausblick auf den Mont Ventoux in der Ferne, der mit seinen 1912 Metern die Provence dominiert. Für die Kelten war er wahrscheinlich ein heiliger Berg, für die Tour-de-France-Profis und für Hobbyradler ist er eine Herausforderung, die eher mit Leiden verbunden ist.

Für uns steht am Ende der Tagestour durch grandiose Landschaften mit einer Besichtigung des Weinmuseums von Châteauneuf-du-Pape samt Weinprobe der Genuss. Von hier sind es noch fünf Kilometer bis zu unserem Landhotel „La Sommellerie“, das im Gault Millau geführt wird. Wie alle unsere Herbergen auf der Tour besitzt es einen Swimmingpool, in dem sich müde Radfahrerbeine entspannen können – bis zum nächsten Morgen.

Die Autorin wurde von „Die Landpartie“ auf diese Reise eingeladen. © alle Bilder der Reise: von Liane Ehlers

> Teil 2 der Reise: Sur le Pont d’ Avignon
> Teil 3 der Reise: Camargue-im Reich der rosa Flamingos

Reise-Infos in Kürze

Die geführten Radreisen von „Die Landpartie“ folgen nicht ausgeschilderten Radwegen. Streckenwahl, Begegnungen, Hotels, Besichtigungen und Führungen sind gut aufeinander abgestimmt. Ein Reiseleiter per Rad sowie einer im Begleitfahrzeug sorgen für den Gepäckservice und das Mittagspicknick. Der Oldenburger Veranstalter bietet auch individuelle Radreisen und geführte Wanderradreisen sowie Silvesterreisen an. Tel: 0441/ 570 683 0

Reiseliteratur: Reise-Handbuch „Provence Côte d’Azur“, Dumont, 456 Seiten, 22.95 Euro

 

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Eistauchen: Dem Winter auf den Grund

Wintersport und Wasser? Eine Kombination, die für unseren Autoren Stefan Schwenke bisher eher im Zusammenhang mit Skifahren und Wellness einen Sinn ergeben hat. Auf einer Reise in die französischen Alpen…

Wintersport und Wasser? Eine Kombination, die für unseren Autoren Stefan Schwenke bisher eher im Zusammenhang mit Skifahren und Wellness einen Sinn ergeben hat. Auf einer Reise in die französischen Alpen hat er allerdings ein paar Typen kennen gelernt, die am Ende eines Skitags mit Sauerstoffflasche und Neoprenanzug in einen Bergsee klettern, um sich das Eis von unten anzuschauen. Auch mal eine Perspektive.

Zugegeben, wir hatten offenbar schon bessere Ideen. Dunkel und drohend leckt das Wasser am Eis. Nur ein behelfsmäßig gespanntes Absperrband um das Loch soll verhindern, das kein Spaziergänger hineinfällt und ein unfreiwilliges und tödliches Bad nimmt. Und wir haben uns gemeldet, da jetzt rein zu klettern? Freiwillig?

Vor ein paar Minuten hat sich die Sonne hinter die Bergspitzen verabschiedet – ganz langsam wandern die Schatten der Gipfel an den Hängen östlich von Tignes höher. Ein phantastischer Skitag liegt hinter uns. Panoramablick vom auf 3456 Meter hoch gelegenen Grande Motte inklusive, den Mont Blanc fast zum Greifen nahe. Eigentlich wäre jetzt Zeit für eine heiße Dusche. Verdient hätten wir sie. Das Wasser des Lac de Tignes hat 2°C.

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Viel Schnee, viel Pisten, viele Lifte: Französische Skigebiete – hier Val Thorens – sind perfekt auf die sportlichen Bedürfnisse von Schneesportlern eingerichtet. Fotos: Stefan Schwenke

Letzte Chance: Jetzt einen Termin vortäuschen

Die letzte Chance, noch einen dringenden Termin vorzutäuschen, oder ein längeres und unaufschiebbares Telefonat. Zu spät. Schon hat Alban Michon uns jeweils einen dicken unförmigen Neoprenanzug in die Hand gedrückt. Der Franzose hätte gute Karten beim Beruferaten mit Robert Lembke. Auf etwas über 2000 Metern über dem Meer eine Tauchschule aufzumachen, darauf muss man erst einmal kommen.

Tignes, rund 160 Kilometer östlich von Grenoble, ist einer dieser typische französischen Skiorte. Gemütlich ist anders, Flair sucht man vergebens. Skifahren in Frankreich, das heißt auch in Tignes Retorten-Chalets vom Reißbrett – dafür gibt es perfekte Pisten mit direktem Anschluss. Mit der letzten Abfahrt des Tages kann man quasi bis in den Skikeller fahren. Oder, wenn man noch nicht genug hat vom Sport, zum nächsten Outdoor-Abenteuer.

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Bereit zum Tauchgang: Bevor es ins Eisloch geht, checken Profis nochmals die komplette Ausrüstung.

Raus aus den Skiklamotten, rein in in das Gummizeugs

Also keine Ausreden jetzt und in einer kleinen Hütte im Schnee raus aus den Skiklamotten und rein in das Gummizeugs – voller Hoffnung auf Michons Versprechen, das Ding halte wirklich warm. Erst einmal stimmt es, denn es kostet einige Zeit und einige Anstrengungen, bis alle Extremitäten verstaut sind. Zeit für eine kurze Einweisung. Während seine Kollegen am Rand des Wasserlochs allerlei Gerät parat machen, erklärt Michon die Regeln. Weniger ist mehr. Fragen? Keine. Unter Wasser müssen dann ja ohnehin Handzeichen reichen. Das wichtigste: Zeigefinger und Daumen bilden einen Kreis, alles in Ordnung. Aber kann ohnehin nicht passieren, niemand wird allein ins eisige Bad gelassen.

Also los. Ich soll Platz nehmen auf dem Eis am Rand des Lochs, dann zerren sie zu zweit an mir herum. Schwimmflossen, Bleigürtel, Sauerstoffflaschen – ich fühle mich, also wollte ich mindestens zu Kapitän Nemo abtauchen und nicht nur in diesen Bergsee. Dann sind die Experten zufrieden. Auf den Bauch drehen und rein, mit den Füßen voran. Elegant ist anders, aber auf dem Rücken habe ich zwei dicke Pressluftflaschen und in diesem Outfiti gibt‘s ohnehin keinen Schönheitspreis. Dafür eine neue Erkenntnis: Ich schwimme und werde nicht einmal nass. Das Gummiteil hält wirklich dicht – und warm.

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Und weg: Der Blick unseres Autors Stefan Schwenke kann eine gewisse Skepsis nicht verbergen.

Im See ist David mein Begleiter – er nimmt ich in Empfang. Der erste Check, Daumen und Zeigefinger bilden einen Kreis. Ich antworte mit der gleichen Geste. Oui, alles okay. Ein letzter Blick in die Berge ringsum und es geht los. Ich halte die Luft an, als sicmit einem leisen Plätschern die Wasseroberfläche über uns schließt. Plötzlich ist es still. Keine Stimmen mehr, kein Klappern des nicht weit entfernten Liftes, keine Straße. Stille. Zumindest für eine Sekunde. Dann höre ich David, wie er blubbernd ausatmet. Ach ja, da war ja was. Das erste Luftholen unter Wasser kostet Überwindung. Der Verstand sagt: Du bist unter Wasser, Du kannst jetzt atmen. Lass‘ es. Gefahr. Aber die Erfahrung der ersten Atemzüge sagt: Egal, scher‘ Dich nicht drum. Und es funktioniert!

Die nächste Erkenntnis – so dunkel ist das Loch gar nicht, in das wir gerade verschwunden sind. Alles eine Frage der Perspektive. Trotz Schneedecke und Dämmerung schimmert überall Licht durch die dicke Eisdecke über die vielleicht jetzt gerade ein paar Spaziergänger flanieren. Ich blicke den Luftblasen nach, die beim Ausatmen nach oben tanzen und sich in Mustern unter dem Eis verteilen. Whow. Wohin zuerst schauen? Sogar die Berge gibt es hier unten – einer Fata Morgana gleich spiegeln sie sich an der Wasseroberfläche im Eisloch, durch das wir gerade abgetaucht sind. Eine heiße Dusche? Kann warten.

Es ist wie Meditation: Atmen, schauen und genießen

Es ist fast wie Meditation: Atmen, Schauen, Atmen, Schauen. Mit jedem Atemzug geht‘s ein wenig nach oben, mit jedem Ausatmen wieder tiefer. Richtig Rumschwimmen ist für Anfänger wohl nicht erlaubt – David hält die Leine kurz und so ist es mehr ein Schweben denn Tauchen im See. Sehr tief ist es ohnehin nicht, wo wir unterwegs sind. Und der Grund ist eher unspektakulär: Steine und ein paar Algen. Viel spannender ist die andere Richtung, das Eis: Bläulich schimmernd und voller Löcher ist das Dach unseres nassen Abenteuerspielplatzes. Immer neue Löcher und Formen haben der Winter und die Bewegung des Sees geformt. Wir treiben hinauf, bis wir das mit den Händen greifen können und David malt mit dick behandschuhtem Zeigefinger ein paar schnelle Kreise ins Wasser unterm Eis und lässt die Blasen unserer Atemluft tanzen, wie in einem Unterwasser-Zyklon. Whow, whow und nochmals whow. Atmen, Schauen, Atmen, Schauen – wenn David mir nicht gefühlt jede Minute fragend seine Hand vor die Taucherbrille halten würde, man könnte glatt ins Träumen geraten. Oui, antworte ich mit diesem Kreis aus Zeigefinger und Daumen, alles okay. Mehr als das sogar.

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Hatte jemand Sorgen, es sei kalt hier unten? Aber vielleicht ist es auch das euphorisierende Gefühl, das gemeinsam mit dem Neopren die Kälte abhält. Zu fröstlen beginne ich erst, als es nach gut 20 Minuten langsam wieder auf den Eingang dieser Wunderwelt zugeht. Nicht mehr schwarz und drohend sondern blau und leuchtend. Vielleicht war es doch eine gute Idee, dem Winter einmal auf den Grund zu gehen. Aber als nächstes unter eine heiße Dusche.

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Mach‘ mal Pause: Im Mega-Skiegebit „Espace Killy“ laden zahlreiche Restaurants und Berghütten mit verschiensten Angeboten zur Auszeit.

[tabs][tab title=Anreise]Der heutige Ort Tignes liegt im französischen Département Savoie auf rund 2000 Metern Höhe am Flüsschen Isère – der historische Ort ist 1952 im Stausee Lac du Chevril verschwunden. Mit dem Auto sind es aus dem Ruhrgebiet gut 1000 Kilometer – und rund 100 Kilometer mehr als nach Südtirol. Von den drei möglichen Flughäfen ist Chambery zwar der nächste, er wird aber nur von Großbritannien, Paris, sowie Rotterdam und Amsterdam bedient. Nach Lyon (Transferzeit nach Tignes rund drei Stunden) fliegt zum Beispiel Lufthansa ab 174 € direkt von Düsseldorf. Eine Alternative ist außerdem Genf (mit Lufthansa oder Swiss), von dort sind es gut dreieinhalb Stunden Transfer. Mit dem Zug wird‘s umständlich: Bourg-St.Maurice – 40 Minuten von Tignes – hat zwar sogar einen TGV-Anschluss, ist aber von Deutschland nur mit zahlreichen Umstiegen oder via Paris und Bahnhofswechsel per U-Bahn zu erreichen. Hilfreiche Tipps gibt www.tignesnet.com.[/tab] [tab title=Skigebiet]Der Tagesskipass für das Mega-Skigebiet „Espace Killy“ mit gut 300 Kilometern Pisten kostet 50,50 € (40,50 € ermäßigt), die Wochenkarte 288 € (230 €). Die Saison des gemeinsamen Skigebiets von von Tignes und Val-d‘Isére dauert bis Anfang Mai, zum Finale gibt‘s reduzierte Preise. Im Sommer treffen sie Skifahrer dann in Tignes auf dem Grande Motte Gletscher. Gäste können aber auch nur für das Skigebiet von Tignes lösen, dann werden 42,50 € (34,50 €) oder 246 € (199,50 €) fällig.[/tab] [tab title=Information und Buchung]Mehr Informationen gibt‘s unter www.tignes.net (französisch, englisch und rudimentär in deutscher Sprache) oder deutlich übersichtlicher und ohne Musik und Videos unter www.tignesnet.com (nur englisch). Über die Webseiten können auch zahlreiche Hotels und Unterkünfte (fast) allen Preisklassen gebucht werden. Eine große Übersicht über das Skiangebot Frankreichs bietet außerdem die Seite de.france-montagnes.com.[/tab] [tab title=Eistauchen]Tignes bietet neben dem Skifahren zahlreiche Outdoorvergnügen an: Von Helikopterflügen, über Snowmobiltouren, Kartfahrten auf Eis bis Hundeschlittenfahren ist quasi alles dabei, was man in Schnee und Eis machen kann. Eistauchen (Plongée sous Glace) kostet ab etwa 100 € und kann bei Alban Michon, +33689151834, [email protected], gebucht werden.[/tab][/tabs]

Hinweis: Der Autor wurde von Atout France auf diese Reise eingeladen. In diesm Zusammenhang wird auf die Leitlinie der journalistischen Unabhängigkeit bei BREITENGRAD53 hingewiesen.

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In 24 Stunden bis ans Ende der Welt?

Das hätte ich mir nicht träumen lassen, dass es auch 24 Stunden dauern kann, bis man am ersehnten Ziel seiner Wintersportträume eintreffen kann, die laut Google nur dreizehn Stunden entfernt…

Das hätte ich mir nicht träumen lassen, dass es auch 24 Stunden dauern kann, bis man am ersehnten Ziel seiner Wintersportträume eintreffen kann, die laut Google nur dreizehn Stunden entfernt liegen. Alles begann (wie so oft) mit einer spontanen Idee. Mein Studium befand sich in den letzten Zügen und zwischen Gummibärchen, Klausuren und den Wänden meines WG-Zimmers hatte ich plötzlich das dringende Bedürfnis diese Tristesse zu verlassen und ein bisschen frische Luft und Energie zu tanken.

Valmorel Doucy _1

Nach ein paar Telefonaten waren auch zwei Mitstreiter gefunden, die – so wie ich – sehr viel Lust auf Snowboardurlaub dafür aber wenig Geld in der Tasche hatten. Wir buchten unsere Reise bei einem berüchtigten dafür aber günstigen Reiseanbieter, den ich hier aus Rücksicht auf die bereits abgewickelte Insolvenz nicht benennen möchte.

Unsere Bus-Tour nach Valmorel Doucy (Südfrankreich) startete an einem grauen Tag in Hamburg und wir freuten uns schon sehr darauf, bald den ersten Schneeengel im Schnee zu hinterlassen. Doch einige Überraschungen warteten auf uns. Aus Kostengründen fuhren wir quer durch die Republik, um drei verschiedene Sammelstationen für Mitreisende anzulaufen, auf halber Strecke blieben wir liegen, wir warteten eine Stunde auf den Reifenwechsel und abschließend gab es noch Feueralarm im Bus. Da hatte jemand versucht auf der Toilette zu rauchen. Hervorragende Idee! Meine Vorfreude hielt trotz aller Widrigkeiten an und so erreichten wir endlich mit elf Stunden Verspätung unsere Unterkunft in Valmorel Doucy.

Das Glück ist mit den Reisenden, denn in Frankreich wartete bereits ein wunderschönes Zimmer mit kleiner Terrasse und dem direkten Blick auf das Tal auf uns. Die Luft draußen: frühlingshaft. Den Schnee können wir schon riechen und auch auf den Berg-Spitzen sehen. Erst einmal gibt`s einen leckeren „Café au lait“ während ich im T-Shirt draußen sitze. Der Schnee-Engel muss noch warten.

Valmorel Doucy _2

Zwanzig Minuten später halten wir es nicht mehr aus. Klamotten werden übergezogen, Snowboard unter den Arm geklemmt und nach nur fünf Minuten Fußweg sind wir bereits am Lift. Welcher Luxus! Der Tag kann starten. Wir genießen die klare Luft und den tollen Ausblick auf dem Weg nach oben. Ich bin aufgeregt, da ich kaum Erfahrungen im Snowboarden habe und nun auf die guten Ratschläge meines Privatlehrers angewiesen bin. Den Ausstieg aus dem Lift meistere ich mit Bravour und wir stehen oben im Schnee. Ich übe den gesamten Tag auf grünen und blauen Pisten. Einmal traue ich mich ganz langsam eine Rote hinunter. Eine Schrecksekunde gibt’s auch, als ich mit dem Schlepplift nach oben fahre und in der Nähe eines Abhangs komplett aus der Spur komme. Doch in fange mich und es geht weiter. Die Pausen überbrücken wir gemeinsam oder jeder für sich in den Liegestühlen auf den Hütten bei leckerem Baguette und Café. Am Ende der Reise gibt`s noch meinen Schnee-Engel.

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„La vie est belle“ – Das Leben ist schön! Im März 2015 geht es wieder los. Dieses Mal fahre ich nicht mit Studentenfreunden, sondern das erste Mal mit Jörg und unseren beiden Söhnen (2 und 6 Jahre) gemeinsam in den Skiurlaub. Damit wir von Anfang an Spaß haben, werden wir alle gemeinsam einen Ski- und Snowboardkurs bei www.sportscheck.com besuchen. Ich wette die Kinder werden uns vormachen, wie das Fahren richtig funktioniert. Und am Ende gibt es unsere Schnee-Engel. 🙂

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