Reisen bedeutet für mich in der Regel früh aufstehen. Und so war es draußen noch stockdunkel, als ich den Weg nach Macau angetreten bin. Um zwei Uhr klingelte der Wecker. Aufgeregt und vollkommen übermüdet bin ich den langen Weg nach China angetreten. Es sollte für mich das erste Mal Asien sein und was soll ich sagen? Ich fand’s super.

Nach etwa elf Stunden Flugzeit mit „Cathay Pacific“ hatte ich das erste Mal asiatischen Boden unter meinen müden Füßen. Wir waren von Frankfurt nach Hongkong geflogen und mussten jetzt auf dem Flughafen rund drei Stunden auf unsere Überfahrt nach Macau warten. Was mir gleich in Hongkong aufgefallen ist, war – na klar – die asiatischen Schriftzeichen überall und die ununterbrochene Weihnachtsmusik, die aus den vielen Lautsprechern dudelte. Anfangs fand ich das ja noch ganz lustig, aber nach drei Stunden „Vollbetankung“ kann einem klassische Weihnachtsmusik gehörig auf die Nerven gehen.

In 45 Minuten mit Highspeed nach Macau

Um 10:15 Uhr war es dann soweit und wir konnten auf die Fähre nach Macau, die in knapp 45 Minuten mit Highspeed übers Wasser düst. Von der Überfahrt habe ich selbst nichts mitbekommen, da ich – kaum gesessen – in einen komatösen Kurzschlaf gefallen bin. Die mittlerweile knapp 24 Stunden Reisezeit und sieben Stunden Zeitverschiebung steckten mir dann doch in den Knochen. Zum Glück konnten wir in unserem wirklich tollen Hotel „Mandarin Oriental“ erst mal verschnaufen und den Blick auf den Macau Tower und ein Teil der Stadt werfen. Im 23. Stock in der Badewanne unmittelbar am Fenster zu entspannen, wird sicherlich ein „Magic Moment“ dieser Reise für mich bleiben. Und auch das Essen dort – übrigens unter der Leitung der Österreicherin Hildegard Anzenberger – war ein Traum.

Skyline von Macau

Die Skyline von Macau. Die Stadt hat einige Hochhäuser und interessante Gebäude.

Das Programm, dass mich in Macau erwartete war spannend: Ich sollte die macanesische Küche kennenlernen, die traditionelle und die moderne Architektur der Stadt, tolle Hotels sehen und ein bisschen die Kultur verstehen, die hinter dieser ehemaligen Kolonie Portugals steckt. Erst 1999 wurde Macau an die Chinesen zurückgegeben, und seitdem befindet sich die Stadt unter chinesischer Sonderverwaltung. Dass macht sich vor allem bei der Einreise bemerkbar, denn als EU-Bürger reicht ein normaler Reisepass aus. Visum braucht man – anders als in China – nicht.

Pauluskirche in Macau

Die Pauluskirche in Macau ist inzwischen ein Wahrzeichen der Stadt geworden.

Macau ist die Stadt mit der größten Verkehrsdichte der Welt und auch mit der größten Unfallquote, gemessen an den Einwohnern pro Quadratkilometer, was unsere Gruppe leider auch gleich am zweiten Tag schmerzhaft kennenlernen musste. Ein Zusammenstoß mit einem Motorroller – und davon gibt es massig in Macau – brachte „uns“ eine gebrochene Nase, eine Schnittverletzung auf der Nase, die mit sieben Stichen genäht werden musste, Rippenprellungen, ein geschwollenes Bein und einen riesen Schock ein. Zum Glück, so muss man es heute sehen, ist nicht mehr passiert und wir konnten auch die Rückreise gemeinsam wieder antreten.

Balkon in China-Town in Macau

Typische Balkon in China-Town in Macau. Da die Zimmer nicht sehr groß sind, wir der Balkon einfach als Wohnraum mitgenutzt und ist daher mit Gittern abgesperrt.

Echte Macanesen haben einen Elternteil aus Portugal und einen aus China. So ist auch die typische macanesische Küche zu sehen – halb Asia, halb Portugal. Dennoch dominiert für mich die portugiesische Seite in der Stadt. Das kann daran liegen, dass an vielen Stellen in der Stadt portugiesisch gesprochen wird. Und es gibt noch viele weitere Dinge, die diese Stadt vom traditionellen China unterscheidet, wie unser Guide Joao Sales erklärt: „In Macau gibt es keine Geburtenrate. Hier haben Frauen die Möglichkeit Führungspositionen zu besetzen.“ Macau sei eine moderne Stadt mit eher demokratischen Grundzügen. So erhalte die Regierung einen Auftrag der Bürger, bestimmte Gesetze oder Richtlinien einzuführen. Nun ja…

Aber eins ist Macau ganz bestimmt: „Sauber!“ Es ist die einzige Stadt, die ich bisher kennengelernt habe, die Hundetoiletten hat. Jeder Hundehalter ist dafür verantwortlich, dass die Hunde lernen auf solche „Toiletten“ zu gehen. Andernfalls kommt der Hund in die Suppe? Quatsch! „In Macau werden Hunde nicht gegessen“, sagt unser Guide. Aber die Regelung greift, und so kommt es nicht selten vor, dass Hundebesitzer den Hunden mit einem Stück Zeitung hinterherlaufen und bei jedem „Sitzversuch“ des Hundes, diesem die Zeitung unter den Hintern schieben. Könnte so Thai-Chi entstanden sein?

Das Stadtbild ist geprägt von Armut und Reichtum. Auf der einen Seite gibt es Viertel, in denen Asiaten auf verrosteten alten Friseurstühlen unter freiem Himmel Haare schneiden und auf der anderen Seite gibt es Läden, da ist alleine das Haarwasser mehr wert als das Monatseinkommen einer asiatischen Familie. Das Ungleichgewicht wird vor allem im Dunkeln sichtbar. Leuchtende, glänzende, funkelnde Hochhäuser mit vielen Casinos auf der einen Seite und Straßen voller Armut auf der anderen Seite.

Das größte Casino der Welt ist in Macau

Glücksspiel wird in Macau in 34 Casinos betrieben. Darunter ist auch das größte Casino der Welt, das „The Venetian“. Während in Deutschland zumindest auf den Stil viel wert gelegt wird (Sakko etc.), während man seine Kohle verspielt, ist es in Macau vollkommen egal, wie man dort hingeht. Hauptsache man spielt. Und das machen die Asiaten gerne.

Hotel "The Venetian" in Macau

Das Hotel „The Venetian“ in Macau wird in der Winterzeit mit einer Lasershow in Szene gesetzt.

Vielleicht noch kurz ein paar Worte zu dem Hotel & Casino „The Venetian“. Vollkommen abgefahren, vollkommen kitschig – mehr fällt mir dazu eigentlich nicht ein, denn in dem Hotel gibt es drei Kanäle, auf denen man mit Gondeln umherkutschiert werden kann. Die Asiaten lieben es und nehmen teilweise mehr als zwei Stunden Wartezeit in Kauf. Cool war die Weihnachtsdekoration des Hotels. Der gesamte Vorplatz wurde mit Kunstschnee künstlich in eine Winterlandschaft verwandelt. Ein riesiger, blaugeschmückter Tannenbaum stand vor dem Hotel und sogar eine Eisbahn war aufgebaut. In der Dunkelheit wurde per Lasershow die gesamte Front des riesigen Gebäudes in Winter „gelegt“ und alle 30 Minuten zeigte eine Laser- und Musikshow ein Weihnachtsmärchen.

Grabstein eines Mannes aus Plön (Holstein) in Macau

Ein Grabstein eines Mannes aus Plön (Holstein) in Macau, der offensichtlich mit dem Schiff in die Stadt gekommen und dort gestorben ist.

Beim Stadtbummel sind wir an einem Friedhof vorbei gekommen, auf dem alte Seefahrer bestattet worden sind. Auch deutsche Namen sind unter den Toten und für mich war es erstaunlich, dass ausgerechnet ein Mann aus meiner Nachbarstadt dort begraben liegt. F.W. Schnitgers aus Plön in Holstein, geb. am 31. Mai 1773 und gestorben am 30. Mai 1807 wurde dort nach vielen Leiden – wie es auf der Tafel steht – beigesetzt. Wie klein die Welt doch auch früher schon war…

Ja, was ist mein Fazit aus der Reise in die asiatische Welt? Macau ist ein toller Ort, weil er viel Geschichte hat und gleichzeitig sehr modern ist. Das Stadtbild ist geprägt von asiatischer und portugiesischer Architektur, die Küche ist super. Wer abends gerne ausgeht, findet hier Orte, um gepflegt zu essen oder zu feiern. Einen längeren Urlaub würde ich in Macau nicht machen. In einer Woche hat man alles von der Stadt gesehen und wird am Ende, wie ich, doch sehr begeistert sein.

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Hinweis: Ich wurde von noble kommunikation und macau government tourist office auf diese Reise eingeladen. Vielen Dank dafür!


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