Captain’s speaking – diese Lautsprecheransage von Kapitän Peter Bos wird uns auf der „MS Oosterdam“ für 14 Tage rund um Neuseeland begleiten, und sie erfordert volle Aufmerksamkeit. Was auch immer danach kommt, der 60jährige Holländer versteht es, den Inhalt jeder Botschaft sehr charmant und humorvoll zu verpacken.

In Sydney laufen wir mit zwölf Stunden Verspätung aus, weil auf unserem Weg zum Milford Sound in der Tasmanischen See ein starker Sturm tobt, dessen Auswirkungen der Kapitän den Passagieren ersparen möchte. Bei zusätzlichen Liegegebühren und höheren Spritkosten ein teurer Spaß für die Reederei, denn das Schiff muss Milford Sound pünktlich erreichen, weil dort die ersten Kreuzfahrtgäste für eine Überlandtour von Bord gehen. „Safty first“ ist auf der ganzen Reise die Maxime, das gilt auch, wenn Kapitän Peter Bos seine Ansage mit einem augenzwinkernden „don’t forget to wash your hands“ beendet.

Neuseeland Oosterdam Milford Sound

Königsalbatrosse brüten an der Spitze der Halbinsel. (Fotos: Liane Ehlers)

Milford Sound – Geheimnisvolle Bergwelt

Mit nur einer Stunde Verspätung erreicht die „MS Oosterdam“ den Milfordsound, der in tief hängenden Regenwolken verhüllt ist. Der erste Blick ist der spektakulärste, wirkt der Fjord doch wie eine geheimnisvolle Bergwelt in Steven Spielbergs „Jurassic-Park“. Zahllose tosende Wasserfälle stürzen die Berge hinab. Diesen Anblick hätten wir dem starken Regen zu verdanken, meint unser Kapitän.

Nach einem Tag Kreuzen im Fjordland Nationalpark legt die „MS Oosterdam“ in Port Chalmers, dem Hafen von Dunedin an. Der ganze Otago-Habour ist ein versunkener, vollgelaufener Vulkankrater, der sich bis zur City erstreckt, für große Schiffe aber nicht befahrbar ist. Die Goldgräberstadt der 1860er-Jahre hat heute 120.000 Einwohner, darunter 20.000 Studenten, besitzt eine auch optisch anspruchsvolle Universität, eine Brauerei, eine Schokoladenfabrik und ein reges Kultur- und Nachtleben. Zum berühmten Street-Art-Festival kommen Künstler aus aller Welt.

Edinburgh des Südens

Bekannt ist Dunedin, das den gälischen Namen für Edinburgh trägt, und oft als „Edinburgh des Südens“ bezeichnet wird, auch für die steilste Straße der Welt, die Baldwin Street (38%), und für seinen Bahnhof, der aus Vulkangestein und Sandstein gebaut ist. Mit ihrer Lebkuchen-Architektur gehört die Dunedin Railway Station, die 1906 eröffnet wurde, zu den schönsten und meistfotografierten Bahnhöfen der Welt. Mosaike aus Porzellan zieren die Schalterhalle.

Dunedin Railway Station

Gehört zu den schönsten Bahnhöfen der Welt: Dunedin Railway Station

Eisenbahn-Fans können dort Karten für eine Fahrt mit der nostalgischen Taieri George Railway kaufen. Die Strecke führt über imposante Viadukte durch das wilde Flusstal des Taieri River nach Central Otago.

An der Railway Station treffen wir Hildegard Lubke. Die deutsche Biologin lebt seit über 30 Jahren in Neuseeland und hat sich dem Öko-Tourismus verschrieben. Mit kleinen Gruppen von maximal fünf Leuten erkundet sie u.a. die Otago Peninsula. Mit ihr wollen wir zum Royal Albatross Centre. Auf dem Weg dorthin statten wir zuvor noch Larnach Castle, dem einzigen Schloss Neuseelands, einen Besuch ab. Ein Spaziergang durch den außergewöhnlich schönen Englischen Garten mit Figuren aus „Alice im Wunderland“ lohnt sich.

Streetart Dunedin

Berühmte Künstler haben sich mit Street-Art-Werken verewigt.

Wildlife hautnah erleben

Auf der Portobello Road geht es am Otago Hafen entlang in den kaum besiedelten Osten der Halbinsel. „Dort tummeln sich allerlei Vogelarten, seltene Gelbaugenpinguine und seit kurzem auch wieder ein Dutzend Seelöwen“, erzählt Hildegard. Auf Taiaroa Head, ganz an der Spitze der Halbinsel, können Besucher Wildlife hautnah erleben. Bereits seit den 1930er-Jahren haben sich Königs-Albatrosse, deren beeindruckende Spannweite 3,50 Meter beträgt, dort angesiedelt. „Es ist die einzige Kolonie, die in Menschennähe brütet“, berichtet Hildegard stolz. Und weil das Wetter mit Sonnenschein und Wind optimale Voraussetzungen bietet, können wir die Tiere vom Beobachtungshaus aus stundenlang fliegen sehen, bis wir zum Schiff zurück müssen.

[tabs][tab title=Anreise]Flugverbindungen nach Sydney und Neuseeland gibt es von Deutschland aus über zahlreiche internationale Drehkreuze u.a. mit Air New Zealand, Singapore Airlines oder Emirates. Mehr Infos über Neuseeland unter: www.newzealand.com[/tab] [tab title=Schiff und Reederei]Die „MS Oosterdam“ ist ein klassisch-elegantes Kreuzfahrtschiff. Passagierkapazität: 1.916; Besatzung: 817. Sie verfügt über elf Passagierdecks. Bordsprache ist Englisch, aber es gibt Mitarbeiter an der Rezeption, die Deutsch sprechen und eine Speisekarte auf Deutsch. Holland America Line ist eine der großen Kreuzfahrtgesellschaften mit europäischen Wurzeln, deren Geschichte bis ins vorletzte Jahrhundert zurück reicht. Zur Flotte gehören 15 Premiumschiffe mittlerer Größe, die unter niederländischer Flagge fahren. Bei den Readers Choice Awards 2012 des renommierten „Porthole Cruise Magazins“ wurde Holland America Line in acht Kategorien ausgezeichnet, darunter „Beste Alaska-Routen“, „Beste Landausflüge“ und „Beste Privatinsel für Half Moon Cay“. Weitere Infos unter: www.hollandamerica.com[/tab] [tab title=Tipps]Reiseführer „Sydney“ mit City-Map von Dumont und „Reise-Handbuch Neuseeland“ von Dumont und www.dumontreise.de.[/tab][/tabs]


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